Als Jude Bus fahren

Einer Gewalttat aus nächster Nähe hat etwas, das eine Bösartigkeit des Angreifers veranschaulicht … in diesem Fall mit einem Schraubendreher.

Stephen M. Flatow, JNS.org, 20. Juli 2022

Ein neuer Tag, ein weiterer Stichangriff.

Scheint es nicht so, als sei das zur Standardnachricht aus Israel geworden? Es ist nur allzu leicht in die Falle zu tappen, sich an die wiederkehrende Gewalt und mit ihre als etwas Gewohnheitsmäßigem umzugehen, zu denken beginnen: „So ist es halt“, und dann umzublättern oder den Sender zu wechseln.

Aber die Stecherei dieser Woche in Jerusalem hat, wie jeder Terroranschlag, einzigartige Elemente und Lektionen, die einen näheren Blick verdienen.

Fangen wir mit dem Ort des Anschlags an. Das war ein ziviler Bus, der seine normalen Stopps entlang der Straßen von Israels Hauptstadt macht. Als er eine der Haltestellen erreichte, stach plötzlich ein palästinensischer Araber auf einen jüdischen Fahrgast ein.

Und stopp. Nahost-„Experten“ und J-Street-Typen behaupten immer, dass Juden arabische Gewalt provozieren. Wie genau hat dieser Fahrgast im Bus den Stecher provoziert?

Das Opfer war nicht dabei eine Siedlung zu gründen. Er „besetzte“ niemanden. Er war kein „Friedenshindernis“.

Bürgerrechts-Aktivisten in den USA haben den Begriff „Driving while black“ [als Schwarzer fahren] geprägt, um ungerechte Verhaftungen von afroamerikanischen Autofahrern zu beschreiben. Ich schätze, das Opfer in dem Jerusalemer Bus erkannte nicht, dass es für einige palästinensische Araber ein Verbrechen ist als Jude Bus zu fahren.

Die Jerusalem Post und andere israelische Medien veröffentlichten ein Foto der blutverschmierten Waffe, wie sie nach dem Anschlag auf dem Boden lag. Es handelte sich um einen Schraubendreher.

Ein Schraubendreher nicht annähernd so scharf wie ein Messer. Um damit auf jemanden einzustechen, müsste der Angreifer viel mehr Kraft aufwenden, als wenn er eine scharfe Klinge hätte. Und natürlich muss der Terrorist, um überhaupt irgendeinen Stichangriff zu rühren, sich innerhalb von Zentimetern von seinen Opfern befinden.

Ich weise darauf hin, weil es wichtig ist etwas von der Psychologie eines Stechers zu erkennen. Ein palästinensisch-arabischer Terrorist, der eine Bombe in ein Kino legt, sieht seine Opfer überhaupt nicht. Ein Terrorist, der Menschen mit einem Gewehr oder einem Maschinengewehr erschießt, muss denen nicht in die Augen schauen, die er zu ermorden versucht. Aber dieser Schraubendreher-Terrorist muss sich direkt neben der Person befinden, auf die er einstach.

Um solch brutale Gewalt zu begehen, muss ein Terrorist über eine tiefgehend grausame und barbarische Mentalität verfügen. Es ist nicht so, dass Terroristen, die Bomben oder Maschinengewehre einsetzen, weniger barbarisch sind. Aber an einer so hautnahen Gewalttat gibt es etwas, das die Bösartigkeit des Angreifers auf eine Weise veranschaulicht, die „anonymere“ Mordarten verschleiern können.

Jetzt lassen Sie uns über die weiter gesteckten Auswirkungen des Anschlags nachdenken. Würde direkt neben Israel ein palästinensisch-arabischer Staat gegründet – wie das US-Außenministerium und die UNO es ständig fordern – dann ist das das, dem die Israelis sich gegenübersehen würden: ein komplettes souveränes Land, das die Mentalität des Schraubendreher-Terroristen verkörpert.

Woher wissen wir, dass ein Staat „Palästina“ im Geist eines solchen Stechers agieren würde? Weil das Regime der palästinensischen Autonomiebehörde selbst das ständig sagt. Die offiziellen PA-Nachrichtenmedien die Stecher endlos loben und sie der palästinensischen Gesellschaft als Helden und Heldinnen vorführen.

Set der Stecher von einem bewaffneten Passanten erschossen wurde, wird seine Familie von der PA lebenslang Geld gezahlt bekomme. Hätte der Stecher überlebt, dann hätte er von der PA ein Gehalt ausgezahlt bekommen, weil sie alle inhaftierten Terroristen bezahlt. Die Politik der PA Terroristen zu bezahlen ist ein Statement zu den Werten, die die palästinensisch-arabische Gesellschaft wertschätzt und die ein Staat „Palästina“ verkörpern würde.

Ein letzter Gedanke.

Es wurde schon gesagt, aber es muss wieder gesagt werden. Wäre der Angreifer Jude gewesen und das Opfer Araber, hätte der Anschlag weltweit auf den Titelseiten der Zeitungen gestanden. Americans for Peace Now und B’Tselem würden „Siedlergewalt“ brüllen. (Natürlich fuhr der Bus durch Ramot, ein Teil des nördlichen Jerusalem, der jenseits der Linien von 1967 liegt, als hätten die Kritiker ihn als „Siedlerbus“ bezeichnet.) Die Administration Biden würde „Sorge“ wegen „der eskalierenden Gewalt“ äußern.

Aber weil der Angreifer ein palästinensischer Araber und sein Opfer Jude war, schweigt die internationale Gemeinschaft. Und dieses Schweigen spricht Bände.