Ungewöhnliche Gewalt bei andauernden, effektiven Terrorbekämpfungseinsätzen

Ein Vertreter der Sicherheitsorgane erklärte, dass bei der Razzia am Sonntag in Nablus, bei der es einen dreistündigen Feuerwechsel zwischen israelischen Kräften und palästinensischen Terroristen gab, so gestaltet war, „sie in die Flucht zu schlagen“.

Yoav Limor, Israel HaYom, 26.Juli 2022

Eine Operation am [letzten] Sonntagmorgen, bei der zwei bewaffnete Palästinenser getötet und neun verwundet wurden, war Teil der intensiven IDF-Aktionen in Judäa und Samaria. Trotzdem war das ein besonders gewalttätiger Vorfall, bei dem ein Teil des Hauses, in dem die Terroristen sich versteckten, zerstört und eine beträchtliche Anzahl Waffen beschlagnahmt wurden, von denen einige benutzt worden waren um Terroranschläge in Samaria zu verüben.

Die Aktion, die in der Kasbah (alten Zitadelle) von Nablus stattfand, war eine der kompliziertesten, die in der Gegend in den letzten Jahren durchgeführt wurde. Das Haus, in dem die Terroristen sich versteckten, befand sich im Bereich enger, überfüllter Gassen, die es den israelischen Kräften schwer machten das Ziel zu erreichen. Nach Angaben vorläufiger Informationen, die der Schin Bet veröffentlichte, war klar, dass es in dem Haus viele Waffen gab, also wurde die Operation die Hände der Terrorbekämpfungs-Sondereinheit der israelischen Polizei gegeben wurde, die sich auf Operationen dieser Art spezialisiert hat. Das Terrorbekämpfungspersonal arbeitete zusammen mit Aufklärungs-Soldaten der Givati-Einheit, die den Bereich absperrten, um Flüchtige davon abzuhalten zu fliehen bzw. andere Terroristen davon dazuzukommen.

Nachdem das Haus umstellt war, forderten die Kräfte die Flüchtigen auf herauszukommen. Die Terroristen begannen zu schießen und in Reaktion darauf begannen die israelischen Kräfte das „Dampfkochtopf“-Protokoll, indem sie ein paar Raketen auf das Haus feuerten und später damit begannen Teile davon mit einem Bulldozer einzureißen. Das Gefecht dauerte mehr als drei Stunden und weitete sich in Schießereien in anderen Teilen der Kasbah aus. Palästinensisch Berichte behaupteten, dass zwei der Terroristen getötet worden waren, aber Israel glaubt, die Zahl ist höher. Als die Operation vorbei war, wurden alle Waffen im Haus beschlagnahmt, einschließlich derer, die während der Razzia selbst abgefeuert wurden. Die Operation verursachte schwere Schäden.

Die Operation richtete sich gegen palästinensische Terroristen, zumeist Mitgli4eder der Tanzim, den bewaffneten Arm der Fatah. Einige sind an aktuellen Schießangriffen beteiligt gewesen. Seit Anfang 2022 hat es einen starken Anstieg der Gewalt und Terroraktivitäten im nördlichen Samaria gegeben und mehr als 75% der Anschläge sind von Terroristen aus diesem Bereich verübt worden.

Israel glaubt, dass diese Aktivität nicht von oben gelenkt wird und dass PA-Präsident Mahmud Abbas und die palästinensischen Sicherheitskräfte sogar dagegen sind, weil sie fürchten, dass sich früher oder später gegen sie richten könnte. Aber sie haben wenig willen etwas zu unternehmen das zu stoppen und lokale Terror-Aktive das ausnutzen, um ihren Zugriff auf den Bereich zu festigen und manchmal andere Elemente wie Kriminelle ebenfalls involviert werden können.

Seit der Welle an Terroranschlägen letzten März und April haben die IDF und der Schin Bet zunehmend Verhaftungen in Judäa und Samaria durchgeführt. Jede Nacht werden als Teil der Operation Wellenbrecher ein einige Verhaftungsrazzien durchgeführt, aber die Operation in Nablus war ungewöhnlich, was das Niveau der Gewalt angeht, die sie mit sich brachte. Sicherheitbeamte sagten, die relativ frühe Ankunft in der Kasbah zusammen mit der vergleichsweise harschen Reaktion auf die Schüsse auf die israelischen Kräfte sollte den Palästinensern klar machen, dass die IDF nicht davon abzuschrecken ist wo auch immer und zu welcher Zeit auch immer in Judäa und Samaria vorzugehen.

„Die Idee dahinter ist sie auf Trab zu halten. Ihnen ihre sicheren Orte zu nehmen und es für sie und die Leute, die sie verstecken, unsicher zu machen“, erklärte ein Vertreter des Militärs.

Am Sonntag wurden in der PA Gerüchte verbreitet, dass das Ziel der Operation in Nablus Ibrahim al-Nablusi war, Mitglied einer Terrorzelle, die die Terrorbekämpfungstruppe der Polizei letzten Februar bei einer Operation am hellichten Tag zerschlug, die ebenfalls ungewöhnlich gewalttätig war. Drei Terroristen, die an einer Reihe Schießanschläge auf IDF-Kräfte in Samaria beteiligt waren, wurden tödlich getroffen. Seitdem hat Al-Nablusi sich in der Kasbah versteckt und ist zu einem lokalen Helden der Tanzim-Jugend geworden. Sowohl die IDF als auch der Schin-bet bestritten, dass er das Ziel war.

In der Zwischenzeit schreibt Israels Sicherheitsapparat die relative Ruhe der jüngsten Vergangenheit den intensiven nächtlichen Aktivitäten in Judäa und Samaria zu. Einweitere rGrund dafür ist die zunehmende Stationierung von Kräften entlang des Grenzbereichs, was es Palästinenser ohne Papiern erschwert nach Israel einzudringen. Offizielle Vertreter sagten, angesichts dessen, dass es keinen Rückgang der Alarme und Terrorpläne gibt, sei zu erwarten, dass hohe Niveau der Verhaftungsaktivitäten fortgesetzt wird. Tatsächlich gab es bei diesen Aktivitäten nur eine kurze Pause vor dem Besuch von US-Präsident Joe Biden und sie begannen erneut, nachdem dieser den Nahen Osten verließ.

Die starke terroristischen Aktivitäten, die seit Jahresbeginn andauern, geben Israel Anlass zur Sorge, insbesondere angesichts des Kampfs der PA zu regieren. All das könnte sich intensivieren, wenn Abbas stirbt. Abbas hat Hussein al-Scheik als Nachfolger ausgesucht und ihn dieses Jahr zum Vorsitzenden des PLO-Exekutivkomitees ernannt, aber es ist unwahrscheinlich, dass er in der Lage sein wird einfach die Leitung aller palästinensischen Fraktionen zu übernehmen.

Dieses Szenario beunruhigt Israel und vor kurzem hat der Staat begonnen Vorbereitungen für den Fall zu treffen, dass es eintritt. Die meiste Aufmerksamkeit wird der Hamas gewidmet, die immer versucht Terroranschläge von Judäa und Samaria aus in Gang zu bringen, bisher dank der Arbeit des Schin Bet bei ihrer Vereitelung ohne Erfolg. Diese Fehlschläge sind Teil des Gründe, dass ie Hamas ihre Bemühungen militärische Einheiten in den Flüchtlingslagern im Libanon zu gründen zu intensivieren, Anstrengungen, die von der Hamas im Ausland von Salah al-Arouri  beaufsichtigt werden, der auch für viele der Versuche verantwortlich ist Zellen in der Westbank für Anschläge anzuwerben.