Ja, New York Times, Fotos können irreführen. Und ihr habt selbst Haufen davon veröffentlicht.

Elder of Ziyon, 1.August 2022

Die New York Times hat einen interessanten Artikel über die Offenbarung, dass Herman Heukels, der die meisten der berühmten Fotografien von Juden machte, die sich für den Transport von Amsterdam zur Arbeit oder in Todeslager fertig machten, ein Nazi war.

Mit diesem Wissen verstehen wir heute, dass er beabsichtigte die Juden herabzusetzen, die er fotografierte. Er machte zum Beispiel keine Fotos von der sie umgebenen Polizei.

Auf einigen Bildern schimmert die Würde der Juden trotzdem durch.

Aber das verändert die Interpretation der Fotos.

Janina Struk, Autorin des Buches „Photographing the Holocaust: Interpretations oft he Evidence“ [Den Holocaust fotografieren: Interpretationen der Beweise] aus dem Jahr 2005 sagte, dass in der Nachkriegszeit aufgenommene Fotos von Schaulustigen, Tätern und Opfern „auf alle mögliche Arten vermischt wurden“ und kaum jemand fragte, wer die Fotos oder zu welchem Zweck aufgenommen hatte.

In den letzten Jahren, fügte sie hinzu, hat es eine größere Betonung der Kontextualisierung der Bilder gegeben, es wurde erklärt, wie sie aufgenommen wurden, so dass Betrachter bessere verstehen, was sie sich da ansehen – und so können die Leute bessere ethische Entscheidungen dazu treffen, wie sie dargeboten werden sollten.

Ich wünschte, die New York Times kümmere sich genauso sehr um den Kontext von Fotos aus dem Gazastreifen, die von modernen Antisemiten aufgenommen werden.

Hier sind zwei Fotos vom Krieg im Gazastreifen aus dem letzten Jahr, die offensichtlich gestellt sind, worauf ich damals hinwies:

Die New York Times heuert im Gazastreifen auch freie Fotografen an, die allen Anreiz haben Israel in einem schlechten Licht zu zeigen und Hamas-Kriegsverbrechen wie das Verschießen von Raketen aus Wohngebieten zu ignorieren. Die NYT hebt auch offensichtlich inszenierte Fotos wie dieses hervor, auf dem eine Kinderwiege irgendwie richtigherum landete, nur wenige Meter entfernt von dem zerstörten Gebäude, in dem sie sich angeblich befand – und ohne ein einziges Staubkörnchen darauf. Der Fotograf hatte auch das erstaunliche Glück einen fotogenen, traurigen Jungen zu finden, der gerade direkt davor vorbeiging, knapp daneben, damit wir beide sehen können.

Oder dieses, in dem eine alte Frau über gefährlichen Schutt kletterte, auf dem sie hätte fallen und sich die Hüfte brechen können, damit sie sich setzen konnte (auf einem passenden Plastikstuhl) um traurig in diese angeblich nicht gestellte Aufnahme zu blicken.

Sieht man den Strand im Hintergrund, dann könnte dieser Luftangriff im Lager Schati stattgefunden haben, wo sich laut Israel Hamas-Führer trafen – aber die New York Times sagt das nicht.

Kontext ist alles. Fotografen inszenieren ihre Fotos und geben ihren Motiven Anweisungen wie Schauspielern, wenn sie nicht erwischt werden. Sie versammeln sich vorher an wahrscheinlichen neuralgischen Punkten, stellen aber sicher, dass die anderen dutzenden Fotografen, die sich dort drängeln, nicht im Bild sind. Sie suchen diejenigen aus, die die Geschichte erzählen, die sie erzählen wollen und legen die nicht vor, die dem widersprechen. Die Freischaffenden liefern die Hintergrundinformation, die von den Redaktionen vorbehaltlos geglaubt werden.

Gibt es einen moralischen Unterschied zwischen der Veröffentlichung kontextfreier Fotos von Leuten, die in den 1940-ern Juden hassten und denen von Leuten, die heute Juden hassen?

Der letzte Absatz des Artikels über die Nazi-Fotos ist die beste Zusammenfassung des Themas und eines, auf das faire Medien sich eingestellt hätten, würden sie sich um Kontext und Objektivität kümmern.

Struk fügte hinzu: „Wir müssen von der Idee wegkommen, dass ein Foto einfach ein Fenster zur Welt ist. Das ist es nicht. Es ist eine sehr aufbereitete Version dessen, was der Fotograf sich zum Fotografieren aussucht.“