Das „Die sind schuld“-Spiel der islamischen Terroristen

Raymond Ibrahim, 7. August 2022

Im letzten Mai veröffentlichte der Islamische Staat im Irak und Syrien („ISIS“) ein Video der Hinrichtung von rund 20 christlichen Zivilisten in Nigeria. Wie bei vielen anderen solcher ISIS-typischen Videos standen die Terroristen hinter ihren gefesselten und geknebelten Opfern, bevor sie sie umwarfen und ihnen unter „Allahu Akbar“-Gebrüll die Köpfe abschnitten.

Bevor sie das machten, sagte einer der maskierten Muslime in der Sprache Hausa, dass sie die Hinrichtung dieser Christen vornehmen, um „die Tötung des Führers der Gruppe im Nahen Osten früher im Jahr 2022 rächen“. Das ist offensichtlich ein Verweis auf ISIS-Führer Abu Ibrahim al-Haschimi al-Qarschi – einen Mann mit dem Ruf extremer Brutalität – der letzten Februar bei einem Luftangriff amerikanischer und kurdischer Streitkräfte im nordwestlichen Syrien getötet wurde.

Der Leser könnte darüber nachdenken, was verarmte christliche Zivilisten in Nigeria mit den Aktivitäten der US-amerikanischen und kurdischen Streitkräften in Syrien zu tun haben oder wie sie dafür verantwortlich sind. Fakt ist, dass muslimische Terroristen dafür berüchtigt sind alle möglichen Vorwände anführen – von denen viele ans Absurde grenzen – um zu rechtfertigen, dass sie gegen die christlichen Minderheiten in ihrer Mitte vorgehen und sie ermorden.

Zum Beispiel führte ISIS ähnliche „Beschwerden“ an, um sein grausiges Gemetzel an 21 Christen – 20 Kopten und einem Ghanaer – an einem Strand in Libyen 2015 zu rechtfertigen. Ein Artikel in Dabiq, dem englischsprachigen Online-Magazin des Islamischen Staats, mit dem Titel „Rache für die Muslimat [muslimischen Frauen], die von koptischen Kreuzzüglern in Ägypten ermordet wurden“ behauptete, die 21 Christen seien als „Vergeltung“ für zwei koptische Frauen abgeschlachtet worden, die 2010 laut islamischer Propaganda von Ägyptens koptisch-orthodoxer Kirche gezwungen worden waren ihren freiwilligen Übertritt zum Islam zu widerrufen und zum Christentum zurückzukehren.

Tatsächlich wurde der verstorbene koptische Papst Schenouda III, damals fast 90 Jahre alt und bewegungsunfähig gelähmt, als „US-Agent“ dargestellt, „ein Entführer und Folterer weiblicher muslimischer Konvertiten vom Christentum, der in Klöstern und Kirchen Waffen hortet, um Krieg gegen die Muslime zu führen und Ägypten zu teilen, um einen koptischen Staat zu schaffen.“

Der Islamische Staat führte auch den Bombenanschlag auf die Kirche Unserer Lieben Frau von der Erlösung in Bagdad als Ergebnis von „Vergeltung“ für dieselben angeblich zum Christentum zwangsweise rückkonvertierten Frauen in Ägypten an. Damals stürmten bewaffnete Jihadisten die irakische Kirche während eines Gottesdienstes, eröffneten wahllos das Feuer, bevor sie ihre Selbstmordwesten zündeten, die „mit Stahlkugeln gefüllt waren, um möglichst viele Menschen zu töten“. Fast 60 Christen – darunter Frauen, Kinder und sogar Babys (hier sind Bilder der Auswirkungen) – wurden niedergemetzelt.

Diese Art die Opfer verantwortlich zu machen beschränkt sich auch nicht auf den Nahen Osten. Zwei Tage, nachdem eine Serie von Bombenanschlägen am Ostersonntag 2019 Sri Lanka erschütterte, bei denen 359 Menschen getötet wurden, sagte ein nachrangiger Verteidigungsminister, dass der Angriff „als Vergeltung für den Angriff auf Muslime in Christchurch erfolgte“, wo ein Australier in Neuseeland in zwei Moscheen 51 Muslime tötete“.

Zwei Punkte strafen alle solche Behauptungen islamischer „Vergeltung“ aufgrund von „Beschwerden“ Lügen.

Erstens und wie schon erwähnt: Was hatten die 20 vor kurzem abgeschlachteten nigerianischen Christen mit amerikanischen und kurdischen Streitkräften in Syrien zu tun? Was hatten die irakischen Christen der Kirche Unserer Lieben Frau von der Erlösung oder der geköpfte Ghanaer mit den eingebildeten Verbrechen der Koptischen Kirche zu tun?

Und übrigens: Was haben Christen des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens mit dem säkularen Westen zu tun? Wann immer letzterer irgendwie Muslime vor den Kopf stößt – ob durch die Veröffentlichung von Karikaturen oder den Beginn militärischer Operationen in Afghanistan – „reagieren“ Muslime damit, dass sie die christlichen Minderheiten in ihrer eigenen Mitte terrorisieren. Was genau haben Ostern feiernde braune Christen in Sri Lanka mit einem Weißen zu tun, der in Neuseeland Muslime tötet? Und wenn der Anschlag an Ostern eine Form der Vergeltung war, was erklärt dann die Tatsache, dass Muslime praktisch jedes Ostern Bombenanschläge auf Kirchen verüben (zuletzt erst wieder in Indonesien)?

Was uns zum zweiten Punkt bringt: Seit wann brauchen islamische Terroristen, die regelmäßig Hass auf andere predigen, überhaupt einen Grund oder eine Rechtfertigung, um Nichtmuslimen, allen voran Christen, das Leben zur Hölle zu machen? Seit Juli 2011 z.B. habe ich die monatlichen Berichte „Muslim Persecution of Christians“ [Christenverfolgung durch Muslime] zusammengestellt (die beim Gatestone Institute veröffentlicht werden). In praktisch jedem einzelnen dieser monatlichen Berichte werfen Muslime Bomben auf Kirchen, verbieten diese oder terrorisieren allgemein Christen. Sollen wir ernsthaft glauben, dass alles geschehe aufgrund von muslimischen „Beschwerden“ über die entmachteten christlichen Minderheiten in ihrer Mitte?

Selbst die muslimischen Terroristen, die „Beschwerden“ anführen, geben oft die Wahrheit hinter ihrem Tun preis. 2021 nahmen Muslime die Ermordung Nabil Salmas, eines weiteren Christen, im Sinai auf Video auf. In dem Video beschuldigen die Terroristen den Kopten fälschlich des Baus einer Kirche, die „mit dem Krieg der ägyptischen Armee und Geheimdienstes gegen den Islamischen Staat kooperiert“. Aber unmittelbar vor der Ermordung Salmas sagte der hinter ihm stehende Sprecher dies:

Alles Lob sei Allah, der seinen Sklaven [den Muslimen] zu kämpfen befahl und der den Ungläubigen Erniedrigung zuwies [letzteres wurde gesagt, während der Terrorist verächtlich auf den gefesselten und knienden Mann vor sich zeigte], bis sie die Jizya zahlen, während sie sich absolut unterworfen fühlen.

Das ist natürlich eine Umschreibung von Sure 9,29, die den Muslimen gebietet Jihad gegen die „Völker des Buches – Christen und Juden – zu führen, bis sie Tribut zahlen und völlig gefügig sind“. Beachten Sie: Der Koran führt keine Beschwerden über Christen und Juden an – außer natürlich die Tatsache, dass sie Christen und Juden sind, heißt Ungläubige, die die Autorität Mohammeds ablehnten und daher der Feind sind.

Kurz gesagt: Alle von diesen die bereits entrechtete religiöse Minderheiten in ihrer Mitte terrorisierenden Muslimen angeführten „Beschwerden“ sind verlogen und sollen die ansonsten feigen und grässlich Taten der Muslime „legitim“ machen.