Dokumente widerlegen palästinensische Behauptungen von gestohlenem Land

Von den Zionisten wurde kein Land gestohlen, sondern alles legal erworben

Peter Baum, The Weekly Blitz, 12. August 2022

Die Anschuldigung von „gestohlenem Land“ war und ist ein Public Relations-Slogan, der parallel zur Entstehung der palästinensischen Identität verläuft, die in den frühen 1960-er Jahren begann.

Nach von Arabern in den späten 1920-er Jahren an Juden in Palästina begangenen Gräueltaten gab Seiner Majestät Regierung einen Bericht durch Sir John Hope Simpson in Auftrag, der 1930 angefertigt wurde. Die arabischen Krawalle waren vom Großmufti von Jerusalem angezettelt, ein Titel, der dem zukünftigen Nazi-Kollaborateur von den Briten verliehen wurde, die während ihrer Verwaltung Palästinas einen arabischen Verbindungspunkt brauchten. Der Bericht konzentrierte sich auf die Zuwanderung nach Palästina und die Auswirkungen auf Volk, Land und Wirtschaft.

Das von der pro-palästinensischen Industrie propagierte aktuelle Narrativ lautet, kolonisierende Juden hätten den einheimischen Palästinensern das Land gestohlen und danach ethnisch gesäubert, um weiteren jüdischen Expansionismus zu ermöglichen. Ich habe diese Mythologie seit Jahren in zahlreichen Artikeln und Interviews infrage gestellt und der Hope Simpson-Bericht, ein Meisterstück britischer administrativer, dokumentierter Eloquenz, unterstützt mein Auffassung voll und ganz.

Liest man diesen Bericht zusammen mit dem Peel-Bericht von 1937 und vielleicht die Middle East Diaries (1917 – 1956) von Colonel Meinertzhagen, einem britischen Nahost-Militärberater und ranghohen Diplomaten, dann werden die letzten fünfzig Jahre palästinensischer Revisionismus und Propaganda mit den Anspielungen auf „gestohlenes palästinensisches Land“ komplett widerlegt.

Es gibt in den Berichten komplette, totale und absolute Bestätigung, dass alles Land von Zionisten bzw. Juden völlig legal von arabischen und nichtarabischen Eigentümern erworben wurde. Die Wahrheit ist im Verlauf von Jahrzehnten verdreht worden und Lügen über palästinensisches Land stehlenden Juden werden heute von der Mehrheit glaubt.

Darüber hinaus ist das Narrativ über die Immigration ähnlichem Revisionismus gefolgt und ignoriert arabische Massenzuwanderung. Die auf Immigration hinweisenden dokumentierten Beweise bestätigen, dass es nicht nur jüdische Zuwanderung gab, sondern als direkte Folge der der vom zionistischen Zustrom geschaffenen wirtschaftlichen Vorteile auch eine unkontrollierte arabische Zuwanderung.

Die Vorteile der jüdischen Immigration beschränkten sich zudem nicht nur auf Wirtschaftliches. Es gibt im gesamten Hope Simpson-Bericht durchgehend Verweise auf das Gesundheitswesen, Arbeitsplätze, Verbesserungen der Bildung und der Landwirtschaft, die sowohl der arabischen als auch der jüdischen Bevölkerung halfen. Es gibt keine Verweise auf den Kollektivbegriff Palästinenser, um eine bestimmte Gruppe Nutznießer zu identifizieren. Der ein solches Kollektiv beschreibende Begriff Palästinenser ist nicht existent.

Die Beschuldigung  vom „gestohlenen Land“ war und ist ein Public Relations-Slogan, der parallel zur Entstehung der palästinensischen Identität verlief, die in den frühen 1960-er Jahren begann. Bis dahin bekundete die arabische Führung sowohl im Bericht von Hope Simpson als auch dem von Peel, dass alles Land, das jüdischen Einzelpersonen, jüdischen Organisationen und/oder Kollektiven übergeben wurde, legal gekauft worden war. Von Juden war Arabern oder nicht arabischen Landbesitzern kein Land gestohlen worden. Der vor Sir Laurie Hammond während des Berichts der Peel-Kommission aussagende Großmufti erklärte das mehrmals unter Eid, was alles bestätigte, das Hope Simpson nach forensischer Untersuchung von juristischen Dokumenten und zahlreichen Treffen mit der arabischen Exekutive während seiner umfassenden Studie festgestellt hatte. Die Anschuldigung Juden, Israelis oder Zivilisten würden Land stehlen, ist eine Lüge, ein Mythos, eine reine Verfälschung der Wahrheit.

Der Haddsch Mohammed Effendi Amin el-Husseini (1895-1974), der Großmufti, wurden von der Peel-Kommission am 12. Januar 1937 befragt und seine Befragung ist historisch dokumentiert worden. Sowohl er als auch verschiedene andere Führer des Arabischen Hohen Rates bezeugten, dass kein Land gestohlen worden war. Vor der Diskussion unten gab es eine Debatte zwischen dem Mufti und Sir Laurie Hammond bezüglich des Gebiets, der Kosten und der Art des gekauften Landes.

Großmufti: „In einem Fall verkauften sie rund 400.000 Dunam auf einmal.“

Sir Laurie Hammond: „Wer, ein Araber?“

Großmufti: „Sarsuk. Ein Araber aus Beyrouth.“

Sir Laurie Hammond: „Seine Eminenz gab uns ein Bild von Arabern, die von ihrem Land vertrieben und deren Dörfer ausgelöscht wurden. Was ich wissen möchte, ist: Erwarb die Regierung Palästinas, die Verwaltung, das Land und übergab es dann den Juden?“

Großmufti: „In den meisten Fällen wurde das Land erworben.“

Sir Laurie Hammond: „Ich meine: gewaltsam erworben – unter Zwang erworben, wie Land für öffentliche Zwecke erworben würde?“

Großmufti: „Nein, wurde es nicht.“

Sir Laurie Hammond: „Nicht unter Zwang erworben?“

Großmufti: „Nein.“

Sir Laurie Hammond: „Aber diese Grundstücke von rund 700.000 Dunam wurden tatsächlich verkauft?“

Großmufti: „Ja, sie wurden verkauft, aber das Land wurde in Umstände versetzt, die solche Verkäufe erleichterten.“

Sir Laurie Hammond: „Ich verstehe nicht wirklich, was Sie damit meinen. Sie wurden verkauft. Wer verkaufte sie?“

Großmufti: „Grundbesitzer.“

Sir Laurie Hammond: „Araber?“

Großmufti: „In den meisten Fällen war es Araber.“

Die Befragung ging weiter und es ist offensichtlich, dass abwesende arabische und nicht arabische Landbesitzer die Bauern vom Land trieben, um es den jüdischen und zionistischen Käufern zu enorm überhöhten Preisen zu verkaufen. Dieselben Bauern und arabischen Zuwanderer fanden dann Arbeit auf den Ländereien, die legal die Besitzer gewechselt hatten.

Das Märchen, dass Juden und Zionisten irgendwelche Bauern von ihrem Land vertrieben, ist als genau das falsche Narrativ bloßgestellt worden, das es ist, paradoxerweise vom antizionistischsten Araberführer der Geschichte.

Kapitel 3 protokolliert die Bevölkerungszählungen in Palästina von 1922 und 1930 und ist insofern aufschlussreich, als nirgendwo im Glossar Palästinenser als Kollektiv verzeichnet sind. Mohammedaner, Juden, Christen und andere, aber keine Palästinenser, weil sie noch nicht als Volk, Rasse, Nation, Stamm oder Kultur erfunden waren. Die Gesamtbevölkerung nahm von 1922 bis 1930 von 654.000 auf 940.000 zu; Grund war die beträchtliche Zuwanderung aus Syrien, Transjordanien und Ägypten und berücksichtigt wurden auch die zunehmende Zahl an Fellachen – Bauern, die ab Beginn des Mandats für Palästina 1922 in die Gegend zogen. Die wandernde Beduinenbevölkerung von 130.000 ist in dem Zensus ebenfalls berücksichtigt.

Kapitel 4 des Berichts beschreibt die Landbesitz-Gesetze – Mulk, Miri, Waqf, Metuba und Mewat – und gibt die unbedeutende Menge an Land preis, die in Privatbesitz (Mulk) arabischer und nichtarabischer Eigentümer stand. Der freie Grundbesitz war so unbedeutend, dass Hope Simpson feststellt: „Mulk ist derart gering, dass er für den Zweck dieser Ermittlung vernachlässigbar ist.“

Der Bericht bestätigt jedoch mehrmals, dass Land in Privathand, das zum Verkauf stand, legal an jüdische Philanthropen und landwirtschaftliche Organisationen verkauft wurde und das in der Regel zu überhöhten Preisen. Das wurde bekräftigt, wie im Peel-Bericht 1937 zitiert wurde. Waqf war Land, das religiösen Wohlfahrtsorganisationen und Organisationen gehörte; Metuba war Staatseigentum für Straßen und Mewat war Brachland in Staatsbesitz. Damit bleibt noch Miri, das sich in Staatseigentum befand, aber zur Bewirtschaftung verpachtet war.

Miri war „vom Staat gewährtes allgemeine Besitzrecht. Das absolute Eigentum blieb bei der Regierung und die fortgesetzte Kultivierung erlaubt Pacht, aber wenn das Land drei aufeinander folgende Jahre unproduktiv blieb, ging es zurück an den Staat.“ Wenn also dieses Land Teil der derzeitigen palästinensischen Anspruchsindustrie bildet, dann lautet die unangenehme Wahrheit, dass wegen Naturkatastrophen, Klimawandel, Erdbeben, Dürre und Malaria gewaltige Landstreifen Jahre lang von Pachtbauern verlassen waren und damit an den Staat zurückfielen. Die abwesenden Landbesitzer nutzten das als Vorwand die Pächter zu entfernen und dann an die Zionisten zu verkaufen. Darauf wurde in der Aussage des Großmuftis vor der Peel-Kommission hingewiesen. Die Regierung Seiner Majestät unternahm Versuche mit den Gesetzen von 1929 Pächtern besseren Schutz zu geben – das Gesetz zur Regelung von landwirtschaftlichen Pachten, das Gesetz zur Verordnung des Schutzes von Landwirten und das Gesetz zur Übertragung von Land (Seiten 34 und 36 des Berichts) – aber vergebens.

Im Land wohnenden und nicht im Land wohnenden Landbesitzern, hauptsächlich Beduinen, Türken und Libanesen, gehörendes Land gaben Pächtern kein Belegungsrecht, weil die Landbesitzer solche Rechte allgemein nach einem Jahr beendeten. Jüdische Organisationen waren bereit solches Miri zu kaufen, bevor oder nachdem es an den Staat zurückging und das, wie bei Mulk-Land, zu stark überhöhten Preisen. Die Vorstellung palästinensischer Pachtbauern, die  Jahrhunderte lang fruchtbares Land palästinensischer Landbesitzer bestellten und von Zionisten vertrieben wurden, ist ein falsches Narrativ, das erfolgreiche Eigendynamik entwickelte.

Kapitel 5 des Berichts konzentriert sich auf Landkäufe und es gibt zahlreiche aufschlussreiche Absätze die wiederum den Mythos der Land stehlenden Juden laut Seite 52 komplett widerlegen.

„Die jüdischen Obrigkeiten haben nichts, wegen dem sie sich in dieser Sache des Landes etwas vorwerfen müssten. Sie zahlten hohe Preise für das Land und zusätzlich zahlten sie an bestimmte Bewohner des Landes eine beträchtliche Summe Geldes, die sie rechtlich nicht zu zahlen verpflichtet waren.“

Der Untertitel „Die Auswirkung der jüdischen Siedlung auf die Araber“ hält damit fest:

„… es kann keinen Zweifel geben, dass die Araber gewaltig von der Einrichtung der (jüdischen) Kolonien profitiert. Die Beziehungen zwischen den Kolonisten und ihren arabischen Nachbarn waren ausgezeichnet.“

Die Seiten 78 bis 81 beschreiben den Nutzen der jüdischen Bevölkerungszunahmen für alle. Ihre Kompetenzen zu landwirtschaftlicher Entwicklung, Bewässerung, Gesundheit und Bildung kamen der Gesamtbevölkerung und nicht nur den neuen zionistischen Zuwanderern zugute.

Die von den osteuropäischen Juden eingeführten Genossenschaften waren den Arabern völlig neu und von großem Nutzen für die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion. Seit den ersten Landkäufen 1882 waren nicht weniger als 249 Genossenschaften gegründet worden.

Der Pflanzenanbau war derart erfolgreich, dass auf dieser Grundlage von Null nicht nur ausreichend produziert wurde, um die lokale Bevölkerung zu ernähren, sondern auch Exporte jetzt sowohl mit syrischen als auch ägyptischen Exporten konkurrierten (S. 100).

Kapitel 10 des Berichts konzentriert sich auf Immigration, arabische wie jüdische. Bezüglich jüdischer Immigration kann es keinen Zweifel geben, dass sie von antijüdischen Pogromen in verschiedenen Ländern ausgelöst war. Der Bericht beschreibt zum Beispiel die antisemitischen Exzesse in Rumänien und im Jemen, wo die „jüdische Gemeinschaft bis in vorislamische Zeiten zurückreicht, es gab ein Dekret, dass alle jüdischen Waisen zum Islam konvertieren mussten.“ In Russland beschreibt der Bericht, dass Juden „Juden zu religiöser und brutaler Verfolgung herausgegriffen“  wurden.

Arabische Zuwanderung war ein direktes Ergebnis wirtschaftlicher Vorteile, die vom Zionismus herbeigeführt wurden. Es gibt zahlreiche dokumentierte Erklärungen und ich werde ein paar Beispiele anführen, um das zu unterstreichen.

Jacob de Haas schrieb in seiner 1934 veröffentlichten History of Palestine The Last Two Thousand Years:

„1860 immigrierten ganze algerische Stämme in Massen nach Safed. Die Muslime von Safed stammen von diesen maurischen Siedlern und von Kurden ab, die früher in die Gegend kamen.“

Der britische Konsul James Finn schrieb im späten 19. Jahrhundert:

„Ich erfahre von der Ankunft tausender der Beni Sukhr-Araber in Tiberias, die diese Seite des Jordan sehr selten sehen.“

Die Ausgabe der Encyclopedia Britannica von 1911 sagte über Zuwanderung:

„Es gibt sehr große Kontingente aus den mediterranen Ländern, besonders aus Armenien, Griechenland und Italien. Turkmenische Siedler, eine recht große afghanische Kolonie, Motiwala (Pakistan), Zuwanderung aus Persien, Kurdenstämme, eine russische Kolonie, tscherkessische Siedlungen, ein großes algerisches Element, Sudanesen.“

Tewlik Bey el Houran, Gouveneur der Provinz Hauran im südwestlichen Syrien, beschwerte sich in einem Interview mit La Syne, einer französisch-syrischen Publikation, am 12. August 1934:

„… in den letzten Monaten waren bis zu 36.000 Syrer eingereist und ließen sich in Palästina nieder.“

Im Bericht der Königlichen Palästina-Kommission in London 1937 heißt es:

„Diese illegale arabische Zuwanderung kam nicht nur aus dem Sinai, sondern auch aus Transjordanien und Syrien und es fällt schwer für Araber in Not einzutreten, wenn diese gleichzeitig nicht davon abgehalten werden konnten, dahin zu gehen wo sie dieses Elend teilen.“

Das Tagebuch von Colonel Richard Meinertzhagen im Oktober 1945, S. 199:

„Man hört eine Menge über jüdische Immigration nach Palästina. Man hört wenig von der unbeschränkten arabischen Immigration nach Palästina. Es hat einen ständigen Zustrom nach Palästina gegeben, der durch jüdischen Wohlstand angelockt wurde.“

Bezeichnenderweise definiert ein Zitat von Winston Churchill im Unterhaus am 23. Mai 1939 die Lage eindeutig:

„Weit davon entfernt verfolgt zu sein, sind die Araber ins Land gedrängt und haben sich vermehrt, bis ihre Bevölkerung stärker zunahm, als die jüdische Bevölkerung vom gesamten Weltjudentum angehoben werden könnte.“

Bezüglich der Versuche der Araberführer für politischen Gewinn Spaltung zu schaffen wurde die Frage der Arbeitslosigkeit an die Spitze ihres falschen Narrativs gestellt.

Seite 136 … „(seitens der arabischen Exekutive) werden Versuche unternommen die Liste der arabischen Arbeitslosen mit Namen aufzublähen, die nicht dort sein sollten oder vielleicht um die Registrierung eines arbeitslosen Arabers in den Büchern durch mehr als einer Behörde sicherzustellen.“

Seite 139 des Berichts zeigt die monatlichen Bevölkerungsstatistiken für 1930, zur Verfügung gestellt vom Palestine Immigration Department und die Monatsspitze betrug 3.900 Arbeitslose, davon 1.300 Juden und 2.600 Araber. Der Bericht erklärt

„… von Araberführern wird weithin geglaubt und allgemein behauptet, dass arabische Arbeitslosigkeit Folge jüdischer Zuwanderung ist … es gibt keine Grundlage für diese Überzeugung. Jüdische Entwicklung hat mehr Arbeit für Araber bedeutet…“.

Der Bericht ist ein faszinierendes Dokument, das den Einfluss der jüdischen Zuwanderung in den Gegen detailliert beschreibt. Parallel zu dieser Zuwanderung gab es nichtjüdische Zuwanderung als direkte Nutzung von Vorteilen, die durch die landwirtschaftliche Kompetenz der Zionisten herbeigeführt wurde.

Ähnlich wie beim folgenden Peel-Bericht von 1937 ist die Wahrheit, die für die pro-palästinensische, israelfeindliche Industrie unangenehm zu lesen sein wird, offensichtlich und widerspricht der aktuellen pro-palästinensischen Propaganda.

Von den Zionisten wurde kein Land gestohlen, sondern alles legal erworben. Die arabische Bevölkerung profitierte vom zionistischen Wissen so sehr, dass die arabische Zuwanderung doppelt so hoch war wie die jüdische. Und zu guter Letzt und am bedeutendsten ist, dass bis dahin kein Volk, keine Rasse, keine Stammesnation oder -kultur bekannt war, weil die Palästinenser erst noch entdeckt werden mussten.