Wie die Palästinenser Worte zu Waffen machen

Victor Rosenthal, Abu Yehuda, 22. September 2022

Ein der Frustrationen des „Friedensprozessierens“, wie es von verschiedenen israelischen Regierungen und amerikanischen Administrationen praktiziert worden ist, besteht darin, dass systematische Mehrdeutigkeiten im Weg stehen, wie wichtige Konzepte von den beiden Seiten verstanden werden. Die palästinensische Ideologie hat, wie der Marxismus einiger ihrer Befürworter im sowjetischen Geheimdienst, einen Jargon, in dem Worte nicht das bedeuten, was sie für jemanden auf der anderen Seite heißen. Natürlich führt das zu Problemen in den Verhandlungen.

Das ist für die israelische Rechte (wo ich mich einordne) kein Problem. Wir von den Rechten wissen, dass der Streit nicht auf eine Weise „gelöst“ werden kann, die für beide Seiten akzeptabel ist. Wir verstehen, dass die Ziele des Zionismus und des Palästinensertums einander widersprechen: Der Zionismus besteht auf einem souveränen jüdischen Staat in Eretz Yisrael, während das Palästinensertum fordert, dass das gesamte Land ovm Fluss bis zum Meer unter arabischer Kontrolle steht. Die Rechte erkennt, dass es keine gemeinsame Basis geben kann und dass der Konflikt erste enden wird, wenn ein Volk aus dem Land weg ist und das andere volle Souveränität hat.

Es ist auch für die meisten palästinensischen Araber kein Problem. Auch sie begreifen, dass es keinen möglichen Ausgleich mit den Juden geben kann. Sie wissen, was sie mit den fraglichen Begriff meinen; und wenn sie Fortschritte auf ihr Ziel machen können, indem sie ihren Gegenüber erlauben sie misszuverstehen, dann sind sie nicht motiviert alles ihnen mögliche zu unternehmen um besser verstanden zu werden.

Das soll nicht heißen, dass sie ganz stark versuchen ihre Überzeugungen und ihr Ziel zu verbergen. Mit den Landkarten, die nur „Palästina“ von Fluss bis zum Meer zeigen, über die Reden ihrer Führer, bis zu den Editorials ihrer Zeitungen, selbst mit den offenherzigen Kommentaren israelischer und arabischer Araber halten sie beständig an ihrem historischen Narrativ, ihrer selbstgerechten Opferrolle, ihrem lodernden Hass und Schande und ihren Zielen und Erwartungen fest, dass sie eines Tages das Land von Juden frei machen werden.

Die linguistische Verwirrung, auf die ich mich beziehe, wird wichtig, wenn „moderate“ Israelis und ihre amerikanischen Gönner anfangen die Quadratur des ideologischen Kreises zu versuchen und versuchen mit den Palästinenser über ein Ende des Konflikts zu verhandeln. Obwohl ich gehofft hatte, dass dieses vergebliche Unterfangen nach den Fehlschlägen der Administration Obama wieder auftreten würden, scheint es seinen Kopf im Zeitalter Biden wieder zu erheben.

Hier sind daher einige der wichtigen Wörter und Redewendungen und ihre spezielle Bedeutung bei den Palästinensern.

Begriffübliche Bedeutungpalästinensische Bedeutung
Besatzungmilitärische Kontrolle eines Territoriums durch ein Kriege führendes Landjegliche jüdische Souveränität zwischen dem Fluss und dme Meer. „Die Besatzung“ begann 1948.
Palästina (politische Einheit)Die politische Einheit, die von 1920 und 1948 unter der britischen Mandatsregierung bestandein arabisches Land, deckungsgleich mit Israel, derzeit von jüdischen Kolonisatoren besetzt.
der Staat Israelein 1948 bei Bendigung des britischen Mandats gegründetes Landein illegitimes Gebilde, das auf palästinensischem Land hockt. Kein echtes Land.
Siedlerein israelischer Bürger, der in umstrittenen Gebieten lebtjeder israelische Jude
Widerstand gegen Besatzungorganisierte Opposition gegen kriegerische BesatzungOrganisierter Terror gegen Juden, zumeist Zivilisten
VolkswiderstandAd hoc-Opposition gegen kriegerische BesatzungAd hoc-Terrorismus gegen Juden
gewaltfreier VolkswiderstandAd hoc-Opposition gegen kriegerische Besatzung, die keine physische Gewalt beinhaltetAd hoc- Terrorismus gegen Juden mit anderen Waffen als Schusswaffen oder Sprengstoff (Steine, Messer, Brandbomben, Autos usw. sind erlaubt)
Apartheiddein auf Rassen basierendes System der Trennung und Diskriminierung, angeordnet über Gesetze, die alle politischen und sozialen Interaktionen zwischen Menschen umspannt, so wie im Südafrika vor 1993Unterschiedliche Rechte für israelische Staatsbürger und arabische Nicht-Staatsbürger, einschließlich derer unter der Kontrolle der PA oder der Hamas
VölkermordVorsätzliche Herbeiführung der physischen Vernichtung einer „nationalen, ethnischen [sic], rassischen oder religiösen Gruppe  (Völkermord-Konvention von 1948)israelische Einschränkungen oder das Handeln von Sicherheitskräften in Reaktion auf palästinensischen Terrorismus
Legitime Rechte des palästinensischen Volksmenschliche und politische Rechte in Übereinstimmung mit der UNO-Charta und geeignete internationale Verträge. Insbesondere gibt es im Völkerrecht kein „Rückkehrrecht“Souveränität über das gesamte Land und Eigentum alles darin liegenden Grundbesitzes. „Rückkehr“ von etwa 5 Millionen Nachkommen der arabischen Flüchtlinge von 1948 an die Orte, aus denen ihre Vorfahren kamen oder Entschädigung
ZweistaatenlösungTeilung des Gebiets, das von Israel zwischen Jordan und Mittelmmeer verwaltet wird sowie Gründung einer friedlichen palästinensischen Einheit an der Seite Israels gemäß dem Prinzip der „zwei Staaten für zwei Völker“. Beide Seiten geben Ansprüche auf Territorium des anderen auf. Ende des Konfliktsvorläufig nützlich, bis die „legitimen Rechte“ gewonnen sind. Von Israel 1967 befreite Gebiete müssen von Juden geräumt werden; Recht auf Rückkehr oder Entschädigung für Flüchtlinge mit einem anerkannten Zeitplan für die Umsetzung; Jerusalem muss geteilt werden; Gründung eines souveränen Staats mit Hauptstadt in Jerusalem; Die Formel der „zwei Staaten für zwei Völker“ wird nicht akzeptiert: Palästinenser geben ihre Ansprüche auf volle legitime Rechte wie oben beschrieben nicht auf

Die oben aufgelisteten und weitere Zweideutigkeiten machen Verhandlungen (oder jede Diskurs) mit den Palästinenser oder ihren Anhängern schwierig bis unmöglich. Die Ersetzung eines substantiellen Diskurses durch die Wiederholung ideologischen Jargons erfolgt vorsätzlich, weil das Ziel der Palästinenserbewegung nicht Entgegenkommen oder Kompromiss, sondern die Vernichtung des jüdischen Staates, der Tod oder die Zerstreuung seiner jüdischen Einwohner und die Gründung eines arabischen Staates vom Fluss bis zum Meer.

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