„Somit sind die Mauren besiegt!“ – Heute in der Geschichte: Der Cid vernichtet die Jihadisten

Raymond Ibrahim, 21. Oktober 2022

Cid-Statue in Burgos

Am 21. Oktober 1094 vernichtete eine kleine Streitmacht christlicher Ritter in Spanien, wo der Jihad und die Reconquista seit Jahren tobten, eine gewaltige muslimische Horde.

Vorher hatten die Almoraviden, eine Gruppe aus Nordafrika, die sich den Lehren des Jihad verschrieben hatte und von Emir Yusuf bn Taschfin geführt wurde, begonnen nach Spanien zu strömen, um ihren islamischen Gegenüber, den Mauren, zu helfen, die in den Jahren davor mehrere bedeutende Niederlagen durch Christen erlitten hatten.

1086 trafen Muslime und Christen in Sagrajas aufeinander. Die Christen wurden vernichtet; ihr König schaffte es nur knapp mit einem in seinem Oberschenkel steckenden Dolch zu entkommen. Danach ließ Yusuf in einer typischen Geste islamischer Vormachtstellung rund 2.400 Köpfe von Christen abschlagen und zu einer Pyramide aufbauen, auf deren Spitze der Muezzin die Gläubigen zum Gebet rief.

Nach dem Desaster in Sagrajas waren die während der Reconquista eins nach dem anderen befreiten muslimischen Königreiche – selbst ein paar christliche Bollwerke – wieder unter islamische Kontrolle geraten.

Als die Muslime dann aber 1093 Valencia überrannten, kehrte dessen Herrscher Roderick (oder Rodrigo) Díaz de Vivar – der Nachwelt besser als „El Cid“ bekannt – zurück und belagerte Valencia fast 19 Monate lang; schließlich eroberte er es.

Als Ergebnis waren der Stolz und das Prestige des glorreichen Jihadisten-Siegers von Sagrajas, der danach praktisch das ganze muslimische Spanien unter seiner Oberherrschaft vereint hatte, in ihren Grundfesten erschüttert: „Er ist mit Gewalt in mein Territorium einmarschiert und er schreibt seinen Erfolg Jesus Christus zu!“, platzte es aus Yusuf heraus, der, als er vom Fall Valencias hörte, „gewaltig zu Wut und Bitterkeit bewegt war“.

Entsprechend war er „entschlossen die Stadt um jeden Preis zurückzugewinnen“, schreibt der zeitgenössische Muslim Ibn Bassam, bevor er hinzufügte: „Die Nachricht vom Fall Valencias erfüllte jeden Mauren in Spanien mit Trauer und Beschämung.“

Eine entscheidende Kraftprobe war unausweichlich: „Der Islam und der Okzident waren jetzt jeder von einer herausragenden Persönlichkeit vertreten“, schreibt der Historiker Ramón Menéndez Pidal: „Yusuf aus der Sahara und der kastilische Cid standen sich im Kampf zwischen den beiden Zivilisationen von Angesicht zu Angesicht gegenüber.“

Der Emir reagierte damit, dass er den obersten Almoraviden-General Spaniens, seinen Neffen Mohammed, „mit einer unbegrenzten Zahl Barbaren und Moabiter [Akmoraviden] und Ismaeliten [Mauren] aus allen Teilen Hispaniens schickte, um Valencia zu belagern und ihm Roderick gefangen und in Ketten zu bringen“, schrieb ein Zeitgenosse. Berichten zufolge aus rund 50.000 Kämpfern bestehend, ließen die Almoraviden die 4.000 Mann starke Garnison des Cid zwergenhaft erscheinen. Ende 1094 waren „die Horden der Ungläubigen“ angekommen und in Cuarte, drei Meilen vor Valencia, „schlugen sie ihre Zelte auf und lagerten“.

Die finale Machtprobe zwischen dem Cid und seinen afrikanischen Gegnern war gekommen und ist sowohl in Liedern als auch Chroniken festgehalten. Laut der Historia Roderici

lag die Armee der Moabiter zehn Tage und genauso viele Nächte lang vor Valencia und blieb untätig. Sie zogen tatsächlich jeden Tag um die Stadt, kreischten und brüllen mit zusammengewürfeltem Lärm an Stimmen, füllten die Luft mit ihren Gebrüll [verweist auf die takbir, das sind schubweise „Allahu Akbar“-Rufe]. Sie setzte oft Brandpfeile ein… Aber Roderick … beruhigte und stärkte seine Männer auf männliche Weise und betete ständig fromm zum Herrn Jesus Christus, dass dieser seinen Leuten göttliche Hilfe schicken möge.“

Die Quellen betonen den unheilvollen Schlag der afrikanischen Trommeln, den rollenden Donner, der die Erde in auseinanderzureißen schien. Er erfüllte die Herzen aller – besonders derer, die mit ihrem dröhnenden Klang nicht vertraut waren, wie Rodericks Frau und Töchter, die mit ihm in Valencia versteckt waren – mit Schrecken und Entsetzen.

Mit jedem Tag, den der Cid in defensiver Haltung verblieb, wurden die Muslime weiter ermutigt und rückten näher an die Stadtmauern heran. Es dauerte nicht lange, da hatten sie die Tore Valencias in dichten Formationen umzingelt – genau das, worauf der Cid gewartet hatte.

Und so machte Roderick Díaz am 21. Oktober 1094, als „der Feind wie üblich außen vor der Stadtmauer umherzog, schrie und brüllte und sich drängte, zuversichtlich in der Überzeugung, dass er sie erobern würde, sein ganzes Vertrauen in Gott und Seine Gnade setzend einen mutigen Ausfall aus der Stadt“, woraufhin sich „ein großes Gefecht ergab“.

So brachen auf der Höhe muslimischen Selbstvertrauens schwer bewaffnete Ritter auf noch schwereren Rössern aus einem der Tore hervor, was die Jihadisten komplett überraschte. Bevor sie effektiv zurückschlagen konnten, brach ein weiterer christlicher Ausfall aus einem anderen Tor hervor. Zwar ist unklar welcher, aber der Cid führte eine dieser beiden Streitmächte an, die sich jetzt in einer Art mittelalterlichem Blitzkrieg kreuzten, was massenhaft Verwirrung und Gemetzel unter den dicht gedrängten Muslimen verursachte. Nachdem eine „Vielzahl“ Almoraviden „durch das Schwert fiel“ wandten die in Panik versetzten Afrikaner „sich zur Flucht“, endet die Historia und viele fielen in den Fluss Jucar und ertranken.

Die Schlacht von Cuarte war ein vernichtender Schlag für die bislang unbesiegten Almoraviden: Obwohl sie zwölf zu eins unterlegen, hatten die spanischen Ritter 50.000 Jihadisten besiegt und vertrieben. Christen überall in Westeuropa feierten unbändig.

Der Historiker James Fitzhenry fasst die Strategie des Cid zusammen:

Das von Rodrigo an diesem Tag angewandte Manöver wurde als „la tornada“ oder der Tornado bekannt. Sobald die christlichen Ritter einmal in der einen Richtung durch die Feindlinien gestürmt waren, kehrten sie um und drangen in einer anderen Richtung erneut durch. Ganze Einheiten wurden gestört, auseinandergerissen und unwiderruflich getrennt. Die Afrikaner waren derart dicht beieinander und ihre Rufe und Schreie und das Aufeinandertreffen von Stahl so laut, dass im Schlachtlärm nur  wenige Kommandos zu hören waren. Abgesehen davon erfolgte der Angriff so schnell, dass es keine Taktik gab, die erfolgreich zu seiner Neutralisierung angewandt werden konnte.

Nach der Schlacht und jetzt „vom Gemetzel gesättigt“ nimmt das Gedicht des Cid aus dem 12. Jahrhundert die Erzählung wieder auf: „Der Cid kehrte zu seiner Frau und seinen Töchtern zurück, den Helm abgenommen, die Kapuze seines Kettenhemdes zurückgeworfen und die leinene Untermütze über die Stirn geschoben. Sein Schwert triefte vom Blut, das die Klinge bis zum Griff hinab und seinen Arm bis zu Ellbogen hinauf lief.“

Mit dem anderen Arm schleuderte er ihnen eine beschädigt Trommel zu Füßen und schrie: „Somit sind die Mauren besiegt!“ Voller Schrecken und Ehrfurcht fielen sie vor ihm zu Boden: „Wir sind deine Diener!“

Die volle Geschichte des Cid sowie weiterer christlicher Helden, die sich dem islamischen Jihad entgegenstellten finden Sie in Raymond Ibrahims Buch Defenders oft he West, aus dem dieser Text ein Auszug ist.

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2 Gedanken zu “„Somit sind die Mauren besiegt!“ – Heute in der Geschichte: Der Cid vernichtet die Jihadisten

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