Akademische Antisemiten, die nicht mögen als das bezeichnet zu werden, was sie sind.

Israel zu kritisieren kann antisemitisch sein

Richard L. Cravatts, FrontPage Magazine, 15. November 2022

In einer weiteren, tendenziösen Zurschaustellung von Tugendsignalisierung einer Gruppe selbsternannter „Forscher, die sich auf Antisemitismus, Holocaust-Studien, Moderne Jüdische Geschichte und damit verbundene Felder spezialisierten“, warnten 128 Akademiker die UNO davor ein Mittel zum Vorgehen gegen Antisemitismus zu übernehmen.

In einem in EUobserver am 3. November veröffentlichten Brief mit dem Titel „Lockt die UNO nicht mit einer vagen und zur Waffe gemachten Antisemitismus-Definition in die Falle“ behaupten diese woken Gelehrten, sie seien „mit zunehmender Sorge Zeugen politisch motivierter Bemühungen den Kampf gegen Antisemitismus bei der und gegen die UNO zu instrumentalisieren“. Wie konnte das laut dieser Gruppe passieren? Aus ihrer wahnhaften Sicht „hat der israelische UNO-Botschafter Gilda Erdan … Bemühungen … angeführt … die Palästinenser zu untergraben und“ von höchster Bedeutung ist für diese Gelehrten „die israelische Regierung vor internationalen Politik abzuschirmen“.

Botschafter Erdan hat darauf hingewiesen, dass die UNO selbst eine ständige Brutstätte fanatischer Israelfeindlichkeit gewesen ist, etwas, das diese Gruppe offenbar beleidigt, die behauptet, Erdan sei „so weit gegangen die UN-Organisation für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) und den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) als ‚antisemitisch‘ zu denunzieren“. Aber die Hauptsorge der Gruppe war, dass „Herr Erdan jetzt versucht die Spielregeln fundamental zu ändern, indem er die UNO unter Druck setzt die ‚Antisemitismus-Arbeitsdefinition‘ der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA WDA) zu übernehmen“.

Da die IHRA-Arbeitsdefinition für Antisemitismus von 2016 weiter von Organisationen und Universitäten übernommen wird, die sie als Möglichkeit der Identifizierung antisemitischer Vorfälle – und besonders  des „neuen Antisemitismus“, der sich als Israelkritik verkleidet – betrachten, haben sich vorhersagbar Gruppen wie diese, die den jüdischen Staat weiterhin verleumden und verunglimpfen wollen, dagegen ausgesprochen. Was macht diesen entrüsteten Leuten Sorge? Möglicherweise der Abschnitt der IHRA-Definition, der anregt, dass „das Anlegen von zweierlei Maß durch Forderungen eines Verhaltens seitens Israels, das von keiner anderen Demokratie erwartet oder gefordert wird“ antisemitisch ist.

Es überrascht nicht, dass die Personen und Gruppen, die die IHRA-Definition am heftigstem anzweifelten, genau die für das Begehen der Versionen dieses „neuen Antisemitismus“ verantwortlichen Leute sind, daher ist die Vorstellung, dass sie selbst antisemitischer Äußerungen als Teil ihres kognitiven Krieges gegen Israel beschuldigt werden können, ein verständliches Hindernis dafür, ihren uneingeschränkten und unerbittlichen Abscheu gegenüber dem jüdischen Staat auszudrücken.

Die IHRA-Definition weist sehr präzise darin darauf hin, dass manche Kritik an Israel, wenn der jüdische Staat damit unverhältnismäßig ins Visier genommen wird und an ihn moralische und juristische Standards angelegt werden, die man von anderen Ländern nicht erwartet, als ein Fall von Antisemitismus gewertet werden könnten. Nicht maßvolle und bedachte Kritik an Israel; nicht akademische Debatte über Verhandlungen mit Palästinenser über Grenzen, Eigenstaatlichkeit, Landtausch und Friedensverträge; nicht Diskussion guten Willens darüber, wie der lange anhaltende Konflikt gelöst werden kann.

Aber sogenannte „Kritik“ an Israel, die den Zionismus als eine rassistische, fundamental böse und heimtückische Ideologie angreift; die die Vernichtung des jüdischen Staates fordert, weil er angeblich unrechtmäßig und illegal geschaffen sei; die Terrorismus gegen israelische Bürger als vernünftige und zu erwartende Reaktion auf Besatzung rechtfertigt; und in den Hallen der UNO, bei NGOs und in Universitätssälen rund um die Welt Denunzierungen, Boykotte und andere Verleumdungen über Israel ausgießt – das sind die Arten von Bekundungen und Gedanken, die von der IHRA-Definition als antisemitisch angesehen würden.

Aber diese Gelehrten wollen damit nichts zu tun haben, wie sie ein halbes Dutzend Mal in diesem Brief wiederholen; ihre Theorie lautet, dass die IHRA-Definition schlicht ein Mittel ist, mit dem Verteidiger Israels den jüdischen Staat vor absolut jeder Kritik abschirmen. Sie behaupten z.B., die Definition würde auf irgendeine magische Weise „die israelische Regierung vor internationaler Kritik abschirmen“, dass die Beispiele für möglichen Antisemitismus in der Definition „zu Waffen gemacht werden, um legitime Kritik an Israels Politik als Antisemitismus zu diskreditieren und zum Schweigen zu bringen“, dass die Definition eine „politisierte Definition ist, die dazu instrumentalisiert wird freie Meinungsäußerung zu verhindern und die israelische Regierung davor zu schützen für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen zu werden“ und was für diese Gruppe die offensichtliche Sorge ist, „dass Organisationen, die Israels Verstöße herausfordern, Verleumdungskampagnen ausgesetzt sein würden, die auf böswilligen Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt sein würden“. [Hervorhebung hinzugefügt]

Nur in der auf den Kopf gestellten Realität der Akademiker konnte eine Gruppe jüdischer Professoren ein Mittel verurteilen, das im Kern den Zweck hatte aktuelle Vorfälle von Antisemitismus zu identifizieren und zu definieren und sich stattdessen mit Israels ideologischen Feinden solidarisch zu erklären – dieselben Personen, die – getarnt an „Israelkritik“ – weitgehend für den derzeitigen Tsunami an Judenhass an Universitäten verantwortlich sind. Tatsächlich sind, während Anhänger der IHRA-Definition die Universitäten gedrängt haben sie zu übernehmen, genau die Leute, die gegen ihre Verwendung opponieren, diejenigen, die die Komplizen bei der Verbreitung des Fanatismus sind, den anzugehen sie geschaffen wurde, wie es hier der Fall ist.

Warum sollen Professoren und besonders solche, die akademische Disziplinen lehren, die mit Juden zu tun haben, sich mehr darum sorgen das Recht von Palästinenseranhängern zu unterstützen ihre widerlichen Ansichten zu Zionismus, Israel und jüdischer Selbstbestimmung zu äußern, als darum jüdische Studenten und Lehrkräfte vor antisemitischem Fanatismus zu schützen, der regelmäßig in der Peripherie der Debatte um Israel/Palästina eindringt?

Was lässt sie den Wunsch hegen stolz an der Seite der ideologischen und existenziellen Feinde des jüdischen Staates zu stehen und ihr angebliches Recht zu schützen nach Belieben Verleumdungen, Beleidigungen und Lügen über Israel in einer ununterbrochenen, auf eine einzigartige Weise konzentrierten Kampagne auszustoßen, die an Israel ein anderes Maß als an andere Staaten anlegt und vergleichbare Kritik an jedem anderen Staat der Welt unterlässt – beides Dinge, von denen die IHRA-Definition nahelegt, dass sie ein Bespiel für Antisemitismus sein können? Was ist so edel und rechtschaffen an palästinensischer Selbstbestimmung, die diese jüdischen Professoren dazu treiben ihre Artikulation mehr zu schützen, als dass sie den Antisemitismus unterdrücken wollen?

Wirft man einen beiläufigen Blick auf die 128 Unterzeichner dieses nichtsnutzigen Briefes, so erhält man eine Antwort auf einige dieser Fragen. Zu der Liste gehört Omar Bartov von der Brown University, ein langjähriger, bösartiger Kritiker Israels, der in einer Kolumne in Ha’aretz schrieb, dass die „Bemühungen der israelischen Regierung und ihrer Anhänger“ darin besteht „jede scharfe Kritik an Israel und seiner Politik abzuwürgen“ und: „Die israelische Regierung und ihre Anhänger haben ein ausgeprägtes Interesse daran die Unterscheidung zwischen Israelkritik und Antisemitismus zu verwischen, um jede stichhaltige, herbe Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern als antisemitisch hinzustellen.“

Ein weiterer Unterzeichner, Joel Beinin, Donald J. McLachlan-Professor für Geschichte und Professor für Geschichte des Nahen Ostens an der Stanford University; er ist ein fanatischer Antizionist, der Israel für Kritik wegen vielfältige5 und regelmäßiger Vergehen herausgreift, während er gleichzeitig die sozialen und politischen Fehler der benachbarten arabischen Staaten verzeiht, die den jüdischen Staat umgeben und der für die Krankheiten des Nahen Ostens den westlichen Imperialismus und den fortbestehenden kolonialen Einfluss des US-Stellvertreters in der Levante – Israel – verantwortlich macht.

Beinins Absicht, wie bei allen Israelhassern weltweit, ist es, ein defensives Handeln Israels als Überreaktion erscheinen zu lassen, egal wie viele seiner Bürger ermordet oder wie viele Bedrohungen seiner Existenz verkündet worden sind. Israel ist dann immer der Fiesling und die Palästinenser sind, egal wie sie sich verhalten und was sie tun, sind immer die Opfer. „Sowohl laut Ehud Barak als auch Ariel Sharon“, schrieb Benin herablassend, „betreibt Israel einen Krieg trotz der spektakulär ungleichen militärischen Balance im Konflikt“, als ob ein Staat, der auf nicht provozierte Angriffe auf seine Bürger reagiert, verpflichtet sei sicherzustellen, dass sein Feind genauso gut bewaffnet ist und dass der Kampf fair sein wird – etwas, das sich nur ein College-Professor aus dem Komfort und der Sicherheit seines Büros in Stanford ausdenken kann.

Ein dritter Unterzeichner des Briefs ist Ian Lustick von der University of Pennsylvania, ein eingefleischter Israelkritiker, der sogar so weit geht für die Idee einer „Einstaaten-Lösung“ für den israelisch-palästinensischen Konflikt zu werben; heißt: für einen binationalen Staat, in dem Millionen in den neuen Staat eingebrachter feindlicher Araber den jüdischen Charakter und die demokratische Natur Israels unwiderruflich auslöschen würden – Israel würde praktisch vernichtet, genau das, was seine Feinde sich schon lange wünschen. Lustick entschuldigt die völkermörderischen Impulse des Hauptfeinds Israels – der Hamas – und schlägt in einer wahnhaften Kolumne vor, dass die Terrororganisation, deren Charta zufällig die Gruppe immer noch verpflichtet Juden zu ermorden, wo immer sie sind, „hauptsächlich deshalb populär ist, weil eines der Dinge, die man ihr zu tun zutraut, ist, dass sie wahrscheinlich bereit ist, wenn auch nicht offiziell, lange mit Israel zu leben“. Das würde die Einwohner der Städte in Südisrael überraschen, die seit 2005, als Israel aus dem Gazastreifen abzog, mit rund 25.000 Raketen und Mörsern unter Beschuss genommen worden sind, die die Hamas schoss, um schlafende Juden zu ermorden.

Das ist aber genau das, warum die IHRA-Definition sich unverhältnismäßig mit Dingen aufhält, die Israel betreffen: weil heutige Fälle von Antisemitismus sich am häufigsten in der Debatte rund um Israel und die Palästinenser stattfinden. Kritiker der IHRA sind natürlich steinhart davon überzeugt, dass Antizionismus komplett losgelöst von Antisemitismus ist und dass selbst boshafte, widerliche und völlig unverhältnismäßige Kritik an Israel absolut niemals ein Beispiel für Antisemitismus sein kann, obwohl die IHRA-Definition festgelegt hat, dass er das unter einigen Umständen oft ist.

Es ist offensichtlich, warum Antisemiten und diejenigen, die diesen Fanatismus entschuldigen oder daran beteiligt sind, danach streben eine Antisemitismus-Definition zu ignorieren, die sie als Antisemiten entlarvt, was genau der Grund ist, dass diese bestimmte Gruppe Gelehrter und andere Gruppen und Einzelne das Mittel der IHRA ignoriert haben oder daran arbeiten es zu entwerten. Denn sie verübeln, dass sie nicht in der Lage sind ihren widerwärtigen Aktivismus und die destruktive Kampagne fortzusetzen; daher kann diese Gruppe die IHRA-Definition nur als „eine vage und polarisierende Definition“ betrachten, „die gekapert worden ist, um die israelische Regierung zu schützen“.

Da die IHRA-Definition dazu verwendet werden kann die Vorfälle von Antisemitismus und anderes Reden zu identifizieren, die die Grenze von bloßer Kritik an Israel zu dem überschreiten, was sich an Universitäten regelmäßig weltweit offenbart: Judenhass, getarnt als politische Debatte und Solidarität mit den unschuldigen Dauer-Opfern von Israels niederträchtigem Verhalten – den Palästinensern.

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Ein Gedanke zu “Akademische Antisemiten, die nicht mögen als das bezeichnet zu werden, was sie sind.

  1. Der Antisemitismus ist ein Verbrechen gegen die unteilbare Menschenwürde. Auch das in einer Präambel der Gegner steht, die Juden seinen zu töten, ist ein vorsätzliches Gewaltverbrechen. Kritik üben und anderer Meinung sein, zu einer Sache darf jeder.

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