Geht es um Israel, triumphiert Propaganda über Fakten

Meinung: Dreiste Veranstaltungen in Tel Aviv fordern den Holocaust mit der Nakba gleichzusetzen und die UNO stimmt dafür, dass der IStGH gegen Israel ermittelt – Versuche ein antisemitisches Narrativ zu konstruieren, während gleichzeitig historische Genauigkeit untergraben wird.

Ben-Dror Yemini, 13. November 2022

Das Goethe-Institut in Tel Aviv, ein Institut für deutsche Sprache und Kultur, wollte letzte Woche eine Veranstaltung mit dem Titel „Der Holocaust, die Nakba und deutsche kulturelle Erinnerung“ halten.

Nach einer Welle der Proteste, darunter durch den Außenminister, wurde die Veranstaltung verschoben und erhielt den neuen Titel „Den Schmerz anderer verstehen“. Nach weiteren Protesten kündigte das Institut an, die Veranstaltung werde weiter verschoben, um über „beträchtliche erwartete Störungen nachzudenken“.

Die Flaggen von Deutschland und Israel (Foto: AFP)

Später gab das Goethe-Institut eine Erklärung ab: „Gedenken bleibt ein politisch umstrittenes Gebiet. Die Juden konzentrieren sich auf den Holocaust, während die Palästinenser sich auf das schicksalhafte Jahr 1948 konzentrieren, als hunderttausende von ihnen zur Flucht von dort gezwungen waren, was auf Arabisch als Die Nakba bekannt ist [auch bekannt als die palästinensische Katastrophe].“

Welcher Schaden entsteht dadurch „den Schmerz des anderen“ zu diskutieren? Das klingt wunderbar. Aber es ist Betrug. Nationale Traumata mit kultureller Erinnerung zu vergleichen ist legitim, aber in diesem Fall wird es um politischer Propaganda willen gemacht, was darauf abzielt die historische Verbindung zwischen der Nakba und dem Holocaust zu verändern.

Beides ereignete sich aufgrund einer ideologischen Ausrottung. Es war der Führer der palästinensischen Araber, Haddsch Amin al-Husseini, der 1941 nach Berlin kam und dazu aufforderte jeden einzelnen Juden zu töten. „Spürt sie auf. Allah will es.“

Es war der Generalsekretär der Arabische Liga, Abdul Rahmen Azzam, der mit den Leitern der ersten jüdischen Siedlungen in Israel verhandelte, während er auch drohte: „Es wir einen Vernichtungskrieg geben.“

Israelfeindliche Kundgebung in Berlin (Foto: EPA)

Es war der Gründer der Muslimbruderschaft, Hasan al-Banna, der sagte: „Wenn ein jüdischer Staat gegründet wird, werden die arabischen Völker die Juden ins Meer treiben.“

Und es war Fawzi al-Qawuqji, ein arabisch-nationalistischer Militär in der Zwischenkriegszeit, der den Nazis bei ihrer Propaganda half und dann während des Unabhängigkeitskriegs 1948 als Kommandeur der Arabischen Legion im Feld diente. Wie ihre Führer unterstützten damals die meisten palästinensischen Araber unterstützten die Nazis.

Es findet eine Verzerrung der Erinnerung statt, die anstrebt jegliche Erinnerung an die Tatsache auslöschen soll, dass der arabische Aufstand schon gegen die Gründung Israels direkt von der Nazi-Ideologie beeinflusst war.

Man kann jedoch sicher annehmen, dass keines dieser Themen bei der Veranstaltung des Goethe-Instituts überhaupt nur diskutiert werden würde, die in Tel Aviv stattfinden sollte! Denn das Ziel war und ist immer noch das Narrativ zu rechtfertigen, laut dem die Juden die Opfer der Nazis waren und jetzt die Palästinenser die Opfer der Juden sind.

Einer der Redner bei der Veranstaltung sollte Prof. Amos Goldberg sein. Er sollte einen Vortrag halten, der den Titel „Die Realität von Konflikt, Besatzung und Apartheid“ trägt. Genauso, wie einst falsche Narrative gegen das jüdische Volk begangen wurden, werden sie heute gegen den jüdischen Staat verübt.

SS-Chef Heinrich Himmler und der Mufti Haddsch Amin al-Husseini geben sich die Hand.

Man kann vergleichen, aber ein passenderer Vergleich wäre einer, der die sogenannten Nakbas vergleicht, die seit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 überall auf der Welt eintraten – was zur Gründung vieler Nationalstaaten führte, die ihre Minderheiten loswerden wollten.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es eine massiver Wellt der Deportation von Minderheiten. Nakbas ohne Ende in Sicht. Auch Deutsche erlitten ihre eigene Nakba – mehr als 12 Millionen Deutsche wurden als der Tschechischen Republik, Polen und anderen Staaten vertrieben.

Wenn man schon Vergleiche ziehen will, dann könnte man die Nakbas der Deutschen und der Palästinenser vergleichen, die einen gemeinsamen Nenner haben – einen Aggressor, der auslöschen wollte und diejenigen, die sich damit eins machten, zahlten den letztlich den Preis dafür.

Man kann auch die Nakbas der Polen und der Palästinenser vergleichen. Im arabischen Staaten lebende Juden erklärten den Ländern, in denen sie lebten, nicht den Krieg. Dennoch litten sie unter Pogromen, Verfolgung und der Beschlagnahme ihres persönlichen Eigentums.

Die Araber hingegen erklärten Israel den Krieg. Das Ergebnis war die Nakba. Aber wie viele Ereignisse werden zum Gedenken an die jüdische Nakba veranstaltet? Propaganda triumphiert, nicht historische Forschung.

UNO-Vollversammlung (Foto: AP)

Israel sieht sich einer facettenreichen Kampagne gegenüber. Die UNO-Vollversammlung beschloss letzte Woche den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) auf die Legitimität von Israels angeblicher Besatzung palästinensischer Territorien zu untersuchen.

Westliche Mächte unterstützten diese Abstimmung in der UNO nicht, aber viele von ihnen, darunter die deutsche Regierung, finanzieren weiter Gremien, die einen Boykott Israels unterstützen.

Die Rosa Luxemburg-Stiftung ist ein Beispiel. Sie wurde von der Partei Die Linke gegründet und ist verantwortlich für die angeführte Veranstaltung in Tel Aviv. Sie hat auch mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt zu tun, indem sie Organisationen finanziert, die das Existenzrecht Israels bestreiten und unterstützt das palästinensische „Rückkehrrecht“ – ein Prinzip, das besagt, alle palästinensischen Flüchtlinge und ihre Nachkommen müssen das Recht haben sich in Israel niederzulassen.

Es ist auch kein Zufall, dass das deutsche Parlament 2016 die Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRa) annahm, aber die Rosa Luxemburg-Stiftung setzt die Finanzierung von Organisationen fort, die laut genau dieser Definition als antisemitisch gelten.

Übrigens unterschrieb auch Prof. Amos Goldberg eine Appell an die deutsche Regierung, mit der diese gedrängt wird die IHRA-Definition nicht zu übernehmen,

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