Sollte Israel die palästinensischen Araber boykottieren?

Daled Amos, Elder of Ziyon, 5. Dezember 2022

Am 23. November wurde Tiran Fero, ein 19-jähriger Druse, der in Nordisrael lebte, bei einem Verkehrsunfall nahe Jenin schwer verletzt. Als er ins Krankenhaus gebracht wurde, fanden palästinensische Bewaffnete heraus, dass er israelischer Staatsbürger war, trennten ihn von den lebenserhaltenden Maßnahmen und nahmen den Körper mit – offenbar planten sie die Leiche eines israelischen Bürgers als Druckmittel für Verhandlungen zu benutzen.

Die Bewaffneten unterschätzten die Gemeinschaft der Drusen gewaltig.

Innerhalb von 30 Stunden gaben sie die Leiche an die Familie zurück. Das war zum Teil die Folge von Verhandlungen, an denen sowohl Qatar als auch die IDF beteiligt waren,

Allerdings schreibt Douglas Altabef für JNF:

Es besteht der starke Verdacht, dass das, was die Rückgabe der Leiche Feros letztlich herbeiführte, die Mobilisierung der Gemeinschaft der Drusen und ihre Drohung war in Jenin einzumarschieren. Es kursiert auch eine Geschichte, dass Drusen vier Araber entführt hätten und mit Vergeltungsmaßnahmen an ihnen drohten.

Die Drusen haben uns gerade eine Lehrstunde in Nahost-Verhandlungen erteilt: Stärke spielt eine Rolle. Die Bereitschaft Stärke einzusetzen und die Unfähigkeit des Gegners zu erkennen, wie weit man zu gehen bereit ist, sind entscheidend.

Schöne Gefühle, aber ist Israel tatsächlich in der Lage seine Stärke gegen palästinensische Terroristen einzusetzen?

Lassen wir Israels Stärke in seiner militärischen Überlegenheit beiseite – die Verurteilung der militärischen Stärke Israels durch die Welt, wenn es auf Hamas-Raketen antwortet, tendiert dazu die IDF zu lähmen, sie zu mehr Kreativität zu zwingen, wie wir es beim letzten Ausbruch zwischen Israels Militär und dem Palästinensischen Islamischen Jihad sahen.

Aber Israels Optionen sind nicht auf militärische Optionen beschränkt. Es verteilte gerade tausende neue Arbeitsgenehmigungen an Gazaner, was eine Situation schuf, in der die Hamas es riskierte diesen Arbeitern ihres Lebensunterhalts zu berauben und weitverbreitete Unruhe zu erzeugen. Ein weiterer wirtschaftlicher Faktor ist, dass man erwartet, dass die Exporte aus dem Gazastreifen um mehr als 93% zunehmen.

Die Hamas steht nicht davor zusammenzubrechen, sie ist auch nicht darauf erpicht diesen wirtschaftlichen Fortschritt willkürlich zu gefährden.

Wenn es um die palästinensische Autonomiebehörde geht, hat Israel ebenfalls wirtschaftliche Alternativen. Palestinian Media Watch analysierte gerade Berichte des Zentralen Statistik-Büros der PA. Dabei wurde festgestellt, dass im letzten August mehr als die Hälfte der palästinensischen Importe – summa sumarum US$ 729 Millionen – aus Israel kamen. Darüber hinaus wurden mehr als 90% der Exporte nach Israel verkauft.

Während also die palästinensische Autonomiebehörde sich der BDS-Bewegung anschließt und eine große Sache daraus macht die eigenen Leute darin zu unterstützen, keine israelischen Produkte zu kaufen, bleibt die Tatsache, dass wenn die palästinensischen Araber diese „Drohung“ durchziehen Israel zu boykottieren, das Ergebnis vernachlässigbar wäre –

Würde aber der israelische Markt in gleicher Weise auf den BDS-Aufruf reagieren und aufhören palästinensische Produkte zu kaufen, dann würde die palästinensische Wirtschaft vor beträchtlichen Problemen stehen, weil sie die Fähigkeit verlieren würde 90% ihrer Erzeugnisse zu vermarkten.

Vielleicht sollte Israel eine Seite aus dem antiisraelischen Manuskript nehmen und die Westbank boykottieren? Die Frage lautet, ob Israel in der Lage sein würde den unvermeidlichen Empörungssturm aus dem Westen durchzustehen, der den jüdischen Staat beschuldigt die palästinensischen Araber auf unfaire Weise herauszugreifen.

Aber es gibt noch eine andere Option, die Israel ausprobiert.

Vor zwei Wochen erstach Muhammad Murad Sami Souf zwei Israelis und überfuhr einen dritten. Die israelische Regierung hat sich für eine Taktik entschieden, die das spiegelt, was sie versuchen um die Hamas im Zaum zu halten:

Israel wird die Arbeits- und Einreisegenehmigungen von 500 Palästinensern widerrufen, die mit dem palästinensischen Angreifer verwandt sind, der den Anschlag nahe der Siedlung Ariel am Dienstag verübte.

… Die Entscheidung die Genehmigungen zu widerrufen stimmt mit einem Beschluss des Sicherheitskabinetts vom März überein, der die Festnahme breiterer Personenkreise verlangt, die mit Terrorverdächtigen verwandt sind, um die Abschreckung bei den Palästinensern zu verstärken.

Indem Freunde und Familie zur Verantwortung gezogen werden, hat man eine Variante der Hausabrisse, auf die Israel in der Vergangenheit manchmal zurückgegriffen hat. Wird der Westen Israel kritisieren, wie er es damals machte und behaupten, dass unschuldige palästinensische Araber herausgegriffen werden?

Kritiker sind empört wegen Kollateralschäden. Sie sind wütend, wenn Gazaner zwischen den Fronten gefangen sind, weil die von den Arabern gewählten Hamas-Terroristen Raketen auf israelische Zivilisten schießen.

Dennoch haben diese selbsterklärten Verteidiger der Menschenrechte kein Problem damit, dass israelische Zivilisten – nicht israelische Militärziele – gewollt und direkt angegriffen werden.

Kein Mitgefühl
Kein Aufschrei
Kein einziges Wort

Wenn überhaupt, dann reißen sie sich ein Bein aus, um palästinensische Terror-Anschläge zu verteidigen, zu behaupten, dass diesen Benachteiligten keine andere Möglichkeit zur Verfügung steht – Benachteiligten, die auf indigen jüdischem Land leben, in dem Juden seit mehr als 3.000 Jahren gelebt haben.

Und doch verbiegt sich Israel in dem Versuch Möglichkeiten zu finden, um zu verhindern, dass jüdisches – und arabisches – Leben Schaden davonträgt.

Werbung