Lange ausgestorbenes Kloster wird zum „Beweis“ muslimischer „Toleranz“

Raymond Ibrahim, 5. Dezember 2022 (The Stream)

Luftbild des vor kurzem entdeckten Klosters

Vor kurzem wurde ein wichtiger archäologischer Fund gemacht, allerdings – und weil der Islam involviert ist – wird seine Bedeutung abgeändert.

Archäologen in den Vereinigten Arabischen Emiraten gruben gerade die Ruinen eines christlichen Klosters aus. Radiocarbon-Datierung deutet darauf hin, dass seine christliche Gemeinschaft dort bereits im Jahr 534 florierte – heißt fast ein Jahrhundert vor dem Aufstieg des Islam im Jahr 622 n.Chr. (Jahr eins des muslimischen Kalenders).

„Es handelt sich um einen seltenen Fund“, sagte Tim Power von der Universität der VAE, der Teil des Teams war, das das Kloster ausgrub. „Es ist eine wichtige Erinnerung an ein verloren gegangenes Kapitel der arabischen Geschichte.“

Sicher, Historiker haben schon lange gewusst, dass sowohl Christen als auch Juden vor der Ankunft des Islam überall auf der Arabischen Halbinsel lebten. Dabei handelt es sich darüber hinaus das zweite solche Kloster, das in den VAE ausgegraben wurde. Alles in allem sind bisher sechs antike Klöster an der Küste der VAE entdeckt worden.

Letztlich bestätigen diese Funde, dass das, was auf der Arabischen Halbinsel geschah, das ist, was im weiteren Nahen Osten und Nordafrika geschah. Im siebten Jahrhundert war die gesamte Region überwiegend christlich geprägt. Sobald ca. 630 der Jihad gegen die „Völker des Buchs“ (Christen und Juden) ausgerufen war, wurden alle diese ehemals christlichen Regionen gewaltsam geschluckt und islamisiert. Mit den Worten von Bernard Lewis:

Wir tendieren heutzutage dazu zu vergessen, dass das christliche Europa ungefähr eintausend Jahre lang, vom Beginn des Islam im siebten Jahrhundert bis zur Belagerung Wiens 1683 unter ständiger Bedrohung des Islam stand, was die doppelte Bedrohung durch Eroberung und Konversion darstellte. Die meisten der neuen muslimischen Herrschaftsbereiche wurden dem Christentum entrissen. Syrien, Palästina, Ägypten und Nordafrika waren alles christliche Länder, nicht weniger, eher mehr als Spanien und Sizilien. All das hinterließ ein tiefes Gefühl des Verlustes und eine tief sitzender Angst. [Hervorhebung hinzugefügt]

Der Fund des Klosters auf der Arabischen Halbinsel ist weiter nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie gänzlich christlich der Nahe Osten war. Laut John Cassian, einem europäischen Mönch, der das benachbarte Ägypten etwa zweieinhalb Jahrhunderte vor der arabischen Invasion besuchte, „hätte der Reisende von Alexandria im Norden bis Luxor im Süden eine ganze Reise [rund 950 km zu Fuß] verteilt in der Wüste den Klang von Gebeten und Chorälen der Mönche in seinen Ohren, die aus den Klöstern und aus den Höhlen kamen, von Mönchen, Einsiedlern und Eremiten.“

Heute hat Ägypten, das vor dem Einmarsch des und der folgenden Eroberung durch den Islam, was gemessen an Bevölkerung und Einfluss wohl die christlichste Nation der Welt war, nur sehr wenige Klöster – und diese wenigen werden immer noch angegriffen.

Zweifellos brach über die Christen Arabiens ein noch schlimmeres Schicksal herein. Immerhin hat Mohammed selbst die Reinigung der Halbinsel von allen Religionen ausgewählt. Sein Wunsch auf dem Sterbebett lautete: „Es darf keine zwei Religionen auf der [Arabischen] Halbinsel geben.“ Das ist immer also so interpretiert worden, es heiße, dass nur der Islam auf der Halbinsel praktiziert werden darf (daher rufen die modernen Fatwas weiter zur Zerstörung jeder auf der Halbinsel zu findenden Kirche auf; daher werden christliche Migranten, die sich in ihren Häusern zu Gebet treffen, verhaftet und gefoltert).

Trotzdem wird das kürzlich ausgegrabene Kloster als – sie werden es ahnen – „Monument der Toleranz und einer Gesellschaft der Religionsvielfalt“ angeführt. Der Bericht erzählt:

Der Fund wirft auch ein Licht auf eine Zeit, in der das Christentum und der Islam zusammenlebten… Nach dem Aufstieg des Islam gab es, sagte Prof. Power, eine Periode von rund 300 Jahren, in der die zwei Religionen nebeneinander existierten.

Echt? In Wirklichkeit waren die ersten drei Jahrhunderte des Islam – als die meisten seiner Eroberungen stattfanden – bemerkenswert gewalttätig. Die Jahrhunderte lange Bilanz ist unbestreitbar; und Klöster gehörten zum ersten, was angegriffen, geplündert und/oder unter starke Einschränkungen gestellt wurde.

Allerdings „funktioniert das Narrativ gewalttätiger Eroberung nicht“, sagte Power, weil „es kein Zeichen von Verwüstung oder Gewalt oder Brand gibt. Es gab schrittweise kulturelle und soziale Veränderung, in der das Christentum langsam verschwand und der Islam dominant wurde. es handelt sich um ein Monument der Toleranz und einer Gesellschaft der Religionsvielfalt.“

Da haben wir es. Trotz der Tatsache, dass zeitgenössische historische Berichte deutlich machen, dass Klöster, Kirchen und ganze christliche Regionen im Namen des Jihad im Lauf der Jahrhunderte ausgerottet oder brutal unterworfen wurden, scheint die christliche Bevölkerung in diesem Fall „friedlich“ „schrittweise verschwunden“ zu sein. Warum? Weil „es kein Zeichen von Verwüstung oder Gewalt oder Brand“ an dem Gebäude gab.

Gemäß dieser „Logik“, dass an einem Gebäude keine Zeichen von Gewalt auftauchen – 14 Jahrhunderte nach der Tatsache – müssen seine Einwohner mit enormer Großzügigkeit behandelt worden sein. Das ist gleichbedeutend damit einer verprügelten Hausfrau zu sagen, dass ihre Zeugenaussage nicht gut ist, weil die Polizei am Ende keine Zeichen von Gewalt oder Feuer in ihrem Haus fand.

Newsflash an Power: Alle möglichen Arten hässlicher Dinge, einschließlich Gewalt und unverhohlenem Gemetzel, kann einem Volk zugefügt werden, ohne dass es in seinem Heim ein Zeichen davon gibt – besonders wenn die Überprüfung 14 Jahrhunderte später erfolgt.

So viel zu gesundem Menschenverstand. Alles, was für die von den VAE finanzierten Archäologen wichtig ist, ist offenbar, dass etwas gefunden worden ist, nach viel Anstrengung und Haarspalterei, das den Islam – die Religion ihrer Gönner – gut aussehen lässt. In Wirklichkeit und ohne sich auf offensichtliche Schlussfolgerungen zum Schicksal des Klosters zu verlassen, bleibt die unbestrittene Tatsache: Nach dem Aufstieg des Islam wurde dieses sogenannte „Monument der Toleranz und einer Gesellschaft vieler Religionen“ trostlos und vom Sand der Zeit geschluckt. Warum?

Welchen Grund auch immer man anführt, zu behaupten, dass die indigenen Christen dieses lange erloschenen Klosters freundlich behandelt wurden und beschlossen einfach aus eigenem Antrieb zu packen und wegzugehen – ohne jeden äußeren Druck oder schlimmeres seitens des umgebenden Islam – ist Wunschdenken.

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