Forscher entdecken schriftliche Aufzeichnung zum biblischen König David

Die Stele wurde 1868 in Fragmenten rund 24 km östliche des Toten Meeres entdeckt und befindet sich derzeit im Louvre in Paris.

Jerusalem Post, 12. Januar 2023

Detail eines Teils der Zeilen 12 bis 16, rekonstruiert durch den Abdruck. Die mittlere Zeile (14) lautet: „Erobere Nabau von Israel.“ (Foto: Wikimedia Commons)

Die Mescha-Stele, au Moabiter-Stein genannt, ist eine Basalt-Platte, die Historikern und Linguisten die bis heute größte Quelle zur moabitischen Sprache bereitgestellt hat. Forscher sind erst jetzt in der Lage gewesen mit einem ansehnlichen Grad an Gewissheit zu bestätigen, dass die Stele eindeutige Hinweise auf König David beinhaltet.

Die Stele wurde 1868 in Fragmenten rund 24 km östlich des Toten Meeres entdeckt und befindet sich derzeit im Louvre in Paris. 1869 wurde sie zwar beschädigt, aber bevor der Schaden eintrat, wurde ein Papier-Abdruck der Inschrift genommen.

Die Platte ist mit einem ausführlichen Bericht von König Mescha von Moab geätzt, der gegen Israel in den Krieg zog. Die beschriebenen Ereignisse stimmten, wenn auch nicht präzise, mit einem ähnlichen Bericht in 2. Könige, Kapitel 3 überein.

Das Haus Davids

Der Text enthält Anspielungen auf den Gott der Israeliten sowie das „Haus Davids“ und den „Altar Davids“. Bis heute konnten Forscher allerdings nicht völlig sicher sein, dass diese Hinwies auf König David korrekt entschlüsselt wurden.

Mescha-Stele (Foto: Wikimedia Commons)

Die moabitische Redewendung „Haus Davids“ besteht aus fünf Buchstaben: bt dwd. „Bt“ ist ähnlich dem heutigen hebräischen Wort für Haus – bayit – das in seiner Konstruktform beit ist. Und „dwd“ kann man sich wie das daled vav (der Buchstabe ist in diesem Fall tatsächlich waw) des modernen Hebräisch denken, das den Namen „David“ buchstabiert.

Bis heute waren nur der erste und der vierte Buchstabe der Reihe, bet und waw, völlig klar. In einem Artikel mit dem Titel „Die Mescha-Stele und das Haus Davids“ in der Winter-Ausgabe von Biblical Archeology Review von Ende 2022 untersuchten die Forscher André Lemaire und Jean-Philippe Delorme das Material erneut. Sie schreiben:

2015  machte ein Team des West Semitic Research Projects der University of Southern California neue digitale Fotos  sowohl der restaurierten Stele als auch des Papier-Abdrucks. Das Team verwandte eine Methode, die Reflectance Transformation Imaging (RTI) genannt wird, bei der aus unterschiedlichen Winkeln zahlreiche digitale Bilder eines Artefakts aufgenommen und dann kombiniert werden, um eine präzise, dreidimensionale Wiedergabe des Stücks zu erstellen.

Diese Methode ist besonders hochwertig, weil es die digitale Widergabe Forschern erlaubt die Beleuchtung eines Artefakts mit Inschrift zu kontrollieren, so dass versteckte, undeutliche oder abgenutzte Einritzungen sichtbar werden.“

Vor kurzem, 2018, machte der Louvre diese neuen, hochauflösenden Bilder und projizierten Licht auf sie, das direkt durch das 150 Jahre alte Abdruck-Papier kam. Damit waren die Forscher in der Lage ein viel deutlicheres Bild der antiken Aufzeichnungen zu erhalten. Auf diese Weise, erklären Lemaire und Delorme, waren es ihnen möglich Nachweise für die anderen drei Buchstaben zu sehen, taw (wie das Tav im modernen Hebräisch), dalet und dalet.

Wie ähnlich sind das Moabitische und das antike Hebräisch?

Die Encyclopedia Britannica beschreibt die Beziehung zwischen dem  Moabitischen und dem Hebräischen seiner Zeit als „nur mundartlich“ unterschiedlich. Dearman und Jackson schreiben in ihrem Buch Studies in the Mesha Inscription and Moab von 1989: „Wahrscheinlich konnten Moabitisch und Hebräisch Sprechende sich größtenteils gegenseitig verstehen.“