Der mehrgleisige Angriff auf das Christentum

Raymond Ibrahim, 13. März 2023 (American Thinker)

In einem vor kurzem geführten Interview warnte Erzbischof Emeritus Gyula Márfi aus Ungarn „vor einem mehrgleisigen Angriff auf das europäische Christentum durch linke Kräfte innerhalb der EU“.

Damit sagte er, was viele im Westen, Christen oder andere, tief im Inneren wissen, aber nicht wagen einzugestehen, weil sie Angst haben „gecancelt“ zu werden.

Während das gesamte Interviews es wert ist gelesen zu werden, werden hier ein paar Beispiele untersucht. Laut dem Erzbischof

ist eines der auffälligsten Zeichen der Christenfeindlichkeit der Europäischen Union, dass ihre Verfassung die christlichen Wurzeln Europas nicht bewahrt.

Tatsächlich und wie der katholische Erzbischof sicher wissen musste, ist niemand anderes als der höchste seines Ordens – Papst Franziskus – ebenfalls ganz scharf darauf „Europas christliche Wurzeln zu leugnen“. Wie der Vikar Christi, ein bekennender Anhänger ungeprüfter muslimischer Migration nach Europa einst sagte:

Wenn ich Gerede von den christlichen Wurzeln Europas höre, dann graut mir manchmal vor dem Ton, der triumphierend oder sogar rachsüchtig scheinen kann. Dann nimmt er einen kolonialistischen Beigeschmack an.

Er stellte nicht klar, wie dieser Wunsch die nationale, kulturelle und religiöse Integrität des eigenen Heimatlandes – in diesem Fall Europa – „kolonialistischen Beigeschmack“ haben kann. Aber das spielt keine Rolle; einfach das schuldbeladene Wort „kolonialistisch“ zu verwenden – das sich ironischerweise auf Handlungen außerhalb des eigenen Heimatlandes bezieht – war offenbar das Ziel.

Der Erzbischof fährt fort:

Sie (die EU) schreibt von griechisch-römischen Traditionen und Aufklärung, aber nicht vom Christentum. Doch antike Kultur und Kunst haben genau wegen der Christen überlebt: die Schriften von Virgil, Tacitus, Homer und anderen sind von Mönchen tief in ihren Zellen kopiert worden.

Das stimmt natürlich. Überall in westlichen Schulklassen wird die griechisch-römischer Zivilisation als Erbe des Westens dargestellt, obwohl die christliche Zivilisation sie nicht nur bewahrte, sondern ein viel direkterer Vorfahre des modernen Westens ist.

Gleichermaßen schreibt der Historiker Emmett Scott, nachdem er diskutierte, wie muslimische Gewalt die uralte Kontinuität zwischen den europäischen und nordafrikanischen Seiten des antiken Mittelmeers trennte:

Das ist etwas, das von Historikern fast völlig übersehen worden ist, besonders von denen nordeuropäischer Abstammung. Besonders von Letzteren wird das Mittelmeer durch das Prisma der klassischen Geschichte betrachtet. Gebildete Europäer sind derart von der Zivilisation Griechenlands und Roms verhext, dass sie den jüngeren Teil des Geschichte des Mittelmeers – mehr als tausend Jahre davon – behandeln, als hätte es sie nie gegeben.

Der ungarische Erzbischof beklagte auch

die Auslöschung von Weihnachten im öffentlichen Leben, führte den zunehmenden Trend an das Wort „Weihnachten“ durch „Feiertage“ zu ersetzen. Er erinnerte daran, dass die Stadt Brüssel, die Hauptstadt der EU, es 2012 ablehnte einen Weihnachtsbaum aufzustellen, weil man Angst hatte die muslimische Bevölkerung vor den Kopf zu stoßen.

Es ist natürlich nicht nötig bis 2012 zurückzugehen, um Beispiele zu finden. Ausdrücke wie Weihnachten, insbesondere die Krippen-Szene, werden jedes Jahr überall im Westen abgeblasen, oft im Namen des Appeasements von Muslimen. Ein paar Beispiele kommen aus Großbritannien (hier und hier), Italien (hier und hier), Deutschland (hier und hier) und Belgien (hier und hier).

Erst vor Kurzem, während Weihnachten 2022 in Schweden, strich zumindest eine Schule – eine katholische Schule – einen Weihnachtsfeiertag um muslimischen Sensibilitäten entgegenzukommen.

Was all dieses Appeasement besonders verabscheuenswürdig macht, ist, dass on allen Nichtchristen es genau die Muslime sind, die – weit davon entfernt solche „Sensibilität“ auch umgekehrt zu zeigen, genau das Gegenteil tun. Wenn überhaupt, dann läutet die Weihnachtszeit oft nichts als einen Anstieg der Verfolgung von christlichen Minderheiten überall in der muslimischen Welt ein.

Wie hier diskutiert und in Übereinstimmung mit dem ungarischen Erzbischof ist jedoch

Weihnachten steht im Westen unter Beschuss, nicht wegen Muslimen, sondern wegen selbst gemachten westlichen Elementen, die den christlichen Feiertag und alles hassen, wofür er steht. Statt ehrlich zu sein benutzen sie jedoch die Muslime als Schachfiguren und Ausreden. Das ist übrigens bei allem der Fall, worüber Menschen im Westen gesagt wird, sie müssten es im Namen der „Inklusion“ unterdrücken – angefangen mit ihrer Religion. Am Ende geht es bei dieser Übung der Selbstunterdrückung nicht um Entgegenkommen gegenüber Minderheitengruppen, sondern darum die westliche Zivilisation von innen heraus zu sabotieren.

Schließlich verband der Erzbischof alles mit der Erklärung, warum „Linke“ sich der Flutung Europas mit muslimischen Migranten verschrieben haben:

Meiner Meinung nach werden Muslime auch deshalb hereingeholt, um Christus und das Christentum aus Europa hinauszubekommen. Heute kommen Freimaurer und Muslime zusammen, um das Christentum aus Europa verschwinden zu lassen. Es war praktisch dasselbe wie im Zeitalter des Retters, als die Schriftgelehrten und Pharisäer mit ihrem Todfeind Pontius Pilatus zusammenarbeiteten, um Jesus aus dem Weg zu schaffen. … In einer multikulturellen, gemischten Gesellschaft verliert das Individuum seine Identität, sein Gefühl für Identität, Kultur, Glaube, Sprache, praktisch alles… [was Menschen für machtvolle Konzerne einfacher manipulierbar macht], die die ganze Erde in eine gewaltige Kollektivfarm verwandeln wollen, in der es keine ethnische, nationale und religiöse Identitäten gibt, nur gehorsame Arbeiter und nach Normen hergestellt Konsumenten.

Hier kommt die oft gestellte Frage auf: Warum sind Linke, deren „Werte“ im Gegensatz zum Islam stehen, so scharf darauf für Muslime einzutreten? Die Antwort ist in den Worten einer uralten Strategie offensichtlich: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Die westlichen Elemente, die den Islam auf ewig schützen und stärken und die unter verschiedenen Namen agieren – „Linke“, „Liberale“, „Marxisten“, „Progressive“, „Krieger der sozialen Gerechtigkeit“ usw. – betrachten den Islam als eine vage und ferne Herausforderung. Im Moment ist der Islam für sie ein Mittel, mit dem sie den wirklichen und viel näheren Feind bekämpfen können: das Christentum und die daraus entstandenen Sitten und Zivilisation.

Wie der Erzbischof dann noch feststellt, werden europäische Linke „sich letztlich selbst zerstören“, indem sie groß angelegte muslimische Migration annehmen, während der „Islam ihre liberalen Prinzipien niemals akzeptieren wird.“

Das mag stimmen, aber ihr Hass auf das Christentum, das eine unmittelbare und gegenwärtige Gefahr für ihre Agenda darstellt, hat Vorrang gegenüber jeglichen zukünftigen Bedenken, die sie gegenüber dem Islam haben könnten. In ihrer kurzsichtigen Besessenheit übersehen sie die Tatsache, dass der Islam auf dem Weg ist Europas innerhalb von lächerlichen 25 Jahren Mehrheitsreligion zu werden, an welchem Punkt das  jihadistische Krokodil sie als letztes fressen wird.

Trotzdem ist es erfrischend zu sehen, dass es ein paar christliche Leiter gibt, die begreifen, was im Gang ist und warum – selbst wenn man weit weg wie nach Ungarn blicken muss, um solche Einsichten zu finden.

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