Déjà vu

Frank-Walter Steinmeier war zum Fünften Holocaust-Forum in Jerusalem. Er hat in Yad Vashem eine Rede gehalten. Von dieser Rede waren viele sehr beeindruckt. Er fand hervorragende Worte, richtige Worte; es gab keine Ausflüchte zur deutschen Schuld am Holocaust und der daraus sich ergebenden Verantwortung. Auf twitter erhielt er sehr viel Lob und Anerkennung von Israelis.

Das haben wir alles schon einmal gesehen. 2008 war Angela Merkel in Jerusalem und sprach vor dem israelischen Parlament. Sie fand hervorragende Worte, gab wichtige Erklärungen ab und beeindruckte die Israelis so, dass noch Jahre später nur Positives über sie gesagt wurde.

Und beiden kann man nichts von dem abnehmen, was sie als „deutsche Staatsräson“ (Merkel) oder als nie endende Verantwortung (Steinmeier) von sich gaben. Es gibt nämlich ein sehr einfaches Mittel um zu zeigen, wie verlogen diese ganzen wichtigen, richtigen Äußerungen sind. Man muss sich nur einmal das von Merkel zu verantwortende Abstimmungsverhalten Deutschlands in der UNO anzusehen, um zu merken, dass den schönen Worten Taten entgegen stehen, die diese Worte Lügen strafen. Die Geschäftssucht mit dem Iran ist ein weiterer Beleg, dass Antisemitismus und Israel-Vernichtungswille kein Grund sind, sich auf Israels Seite zu stellen und den Terror-Mullahs die  Unterstützung zu entziehen. Es gibt jede Menge weiterer Beweise; z.B. die Absage der bilateralen Regierungskonsultationen aus angeblichen Termingründen, während für den Terroristen Abbas Zeit vorhanden war.

Gerade Steinmeier hat auch oft genug bewiesen, dass Israel zu unterstützen nicht sein Ding ist. Letztes Jahr gratulierte er „auch im Namen meiner Landsleute“ dem iranischen Terror-Regime zum 40-jährigen Bestehen. 2017 dienerte er ehrfürchtig an Arafats Grab – ausgerechnet vor dem Typen also, der Israel bis an sein Lebensende genauso mörderisch bekämpfte wie sein Mentor, der frühere Mufti von Jerusalem Haddsch Amin al-Husseini.

Beide, Merkel wie Steinmeier, gehören zu den größten Heuchlern, was Israel angeht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Israelis sich nicht wieder, wie 2008 von Merkel, von den guten, richtigen, positiven Worten täuschen lassen. Erinnern wir sie daran, dass Worte allein nicht reichen, wenn die Taten das Gegenteil verkünden.

Die Terroristen können nichts falsch machen

Warum die Linke Iran unterstützt und Trump die Schuld zuweist.

Daniel Greenfield, FrontPageMag, 17. Januar 2020

Nachdem der Iran Ukraine International Airlines Flug 752 abschoss, füllten iranische Demonstranten die Straße und verurteilten das Kriegsverbrechen ihrer eigenen Regierung, während die [US-] Demokraten und ihre Medien Trump die Schuld zuschrieben.

„Das ist nur ein weiteres Beispiel für Kollateralschäden durch Taten, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten auf provokative Weise unternommen wurden“, sagte die Jackie Speier gegenüber CNN.

„Das ist eine dieser Folgen dieser Eskalation und dieses Kriegszustandes, in dem wir uns befinden. Mit Weitblick und in der Lage zu betrachten, welche Konsequenzen es hat gegen den Iran in den Krieg zu ziehen, denke ich, ist etwas Ernstes und Verantwortung für den aktuellen Oberkommandierenden“, insistierte die Abgeordnete Tulsi Gabbard.

In der Weltsicht von Linken wie Speier und Gabbard ist der Iran nicht wirklich für irgendetwas verantwortlich. Der islamische Terrorstaat initiiert nichts, er reagiert auf unser provokatives Handeln. Wenn der Iran ein ukrainisches Flugzeug abschießt, bedeutet das, dass Amerika etwas falsch gemacht haben muss, um den Angriff herbeizuführen.

Die Linke verbrachte die letzten 40 Jahre damit, beharrlich zu behaupten, der Iran könne für keines seiner Verbrechen verantwortlich gemacht werden, weil sie alle aus der Unterstützung Amerikas für den Schah stammen. Das ist nicht nur übertrieben. Es ist Regierungspolitik.

Obama sagte den Unterhändlern im Iran-Deal: „Teil der Psychologie des Irans wurzelt in dem Gefühl, dass ihr Land untergraben wurde, dass die Vereinigten Staaten oder der Westen in ihrer ersten Demokratie hineinpfuschten und dann den Schah unterstützten.“ Er drängte sie, dem „defensiven Iran gegenüber, der sich verletzbar fühlt“, sensibel zu sein.

Gemäß Obama entwickelte der Iran Atomwaffen nicht um Israel zu vernichten oder in der Region ein schiitisches Imperium zu schaffen, sondern weil er von der Politik der Administration Carter emotionelle Narben davontrug.

Dritte-Welt-Außenpolitik wandte die moralisch herablassende Haltung Linker gegenüber Minderheiten in globalem Ausmaß an. Dasselbe soziale Gerechtigkeitsdenken, dass Unterschicht-Kriminelle vor der Verantwortung für ihre Verbrechen befreite, indem eine unterdrückerische Gesellschaft für sie verantwortlich gemacht wurde, befreite ganze Staaten von moralischer Rechenschaftspflicht.

Die Theokraten des Iran sind, wie der Räuber an der Straßenecke, Opfer von Unterdrückung, nicht eigenverantwortlich Handelnde.

Dieselbe simplifizierende Mathematik der sozialen Gerechtigkeit teilt die Welt in die Unterdrücker und die Unterdrückten ein. Die Unterdrücker sind die Stärksten und die Fähigsten, die Kapitalistenschweine und die Fahnenschwenker westlicher Staaten, während die Unterdrücker jeder ist, der sie mit jedem Mittel bekämpft.

Nur die Unterdrücker haben moralische Instanz, während die Unterdrückten einzig auf ihre Unterdrückung reagieren.

Als das iranische Regime ein ukrainisches Verkehrsflugzeug abschoss, reagierte es auf Präsident Trumps Unterdrückung und die gesamte Geschichte amerikanischer Unterdrückung des Iran, die bis in die 1970-er Jahre zurückgeht. Nicht der Iran schoss das Flugzeug ab, das machten 40 Jahre amerikanischer Unterdrückung. So wie der Obdachlose einer alten Frau ins Gesicht boxte, das nicht tat. Gentrifizierung und unser Klassensystem machten das.

Das iranische Regime machte nichts aus eigener Initiative. So wie der Typ, der dein Auto aufbrach, nichts machte. Er ist ein Opfer der Gesellschaft. So wie General Soleimani. Und der Typ, der diese Raketen abfeuerte. Unterdrückte Leute haben keine moralische Instanz. Ihre einzige moralische Aktivität ist Widerstand. Und wenn der Widerstand einen ganzen Haufen iranischer Studenten am Himmel und auf der Straße tötet, dann ist das nachvollziehbar.

Ein gewisser Reporter der New York Times mit einem Pulizer-Preis sagte eins über kommunistische Massenmörder: „Um es brutal zu sagen – man kann kein Omelett machen ohne Eier zu zerschlagen.“ Denken Sie einfach von all diesen nach Kanada fliegenden Menschen als Eier und die Revolutionsgarden und Soleimanis alte Bande als die, die Omeletts von Utopia braten.

Die Linke reagiert auf eine Enthauptung durch MS-13-Mitglieder in einem Vorort an Washington DC oder auf Irans Raketenangriffe auf ein ukrainisches Passagierflugzeug mit der scharfen Antwort moralischer Idioten: „Was erwartet ihr von unterdrückten Leuten?“

Unterdrückte Leute haben keine moralische Instanz. Von ihnen kann man nicht erwarten keine Flugzeuge zu entführen, Millionen kambodschanische Bauern zu ermorden, ein Mädchen in Queens zu vergewaltigen, das von der Arbeit kommt oder einen koreanischen Lebensmittelstand umzuwerfen.

Sie sind unterdrückt.

Die traditionelle Religion glaubt, dass wir alle, Adlige wie Leibeigene, die Reichen und die Armen, die Oberen und die Niederen, eine moralische Beziehung zu Gott haben. Die Kirche der sozialen Gerechtigkeit lehnt diese göttliche Beziehung ab und definierten Moral über unsere feststehenden Macht-Beziehungen untereinander. Und diese Beziehungen wurden über Gruppenidentitäten definiert, zuerst nach Klassen, dann nach Rassen, Geschlecht, Religion, Sexualität und eine hereinkommende Masse neuer Identitäten , die von dem sich entwickelnden System des intersektionalen Opfertums vermittelt wird.

Die Mitglieder der mächtigen Gruppen waren die unterdrückerischen Sünder und die Unterdrückten waren die Heiligen.

Das einzige Gesetz war die Unterdrückung zu bekämpfen. Jedes Verbrechen existierte innerhalb dieses Kampfes, des Klassenkampfs, des Rassenkampfs und all der anderen vielfältigen Konflikte gegen Sexismus, Homophobie, Islamophobie, Transphobie und all die neuen Ismen und Phobien, ihre offensichtlichen Widersprüche innerhalb des größeren Kontextes sind irrelevant.

Es spielt keine Rolle, dass der Iran Schwule tötet, denn die wirklich Homophoben sind weiße amerikanische Christen. Genauso wenig spielt es eine Rolle, dass ein schwarzer Nationalist eine Synagoge mit einer Machete angriff, denn die wirklichen Antisemiten sind weiße amerikanische Christen. Es spielt keine Rolle, dass der Iran ein Passagierflugzeug mit eigenen Leuten abschoss, denn die wirklichen „Flugzeugabschießer“ sind Präsident Trump und seine Anhänger.

Das schlechte Verhalten unterdrückter Völker ist eine Reaktion auf unsere Unterdrückung. Sie internalisierten unsere Homophobie, Rassismus, Massenmord an braunen Menschen und wenn wir vernichtet werden, werden sie geläutert.

Wenn du begreifst, wie jeder Linke es tut, dass Amerika die Quelle des Bösen der Welt ist, dann wirst du begreifen, so wie Parlamentspräsidentin Pelosi, dass das, was der Iran mit dem Jet oder seinen Demonstranten tut, keine Rolle spielt.

Die Linke verteidigt die Architekten eines kommunistischen Völkermords in Kambodscha, bei dem Millionen getötet wurden, weil auf die Krise des amerikanischen Imperialismus reagiert wurde. Kommunistische Gräueltaten in China waren genauso eine Reaktion auf die US-Außenpolitik. Stalins Verbrechen, einschließlich seiner Allianz mit Hitler, wurden aus denselben Gründen verziehen, als Reaktionen auf amerikanische und europäische Politik gegenüber der UdSSR.

Selbst Hitler wurde anfänglich verteidigt, er würde auf die unfairen Lasten reagieren, die [Deutschland] am Ende des Ersten Weltkriegs auferlegt wurden.

Auf diese Weise kommen wir zu der Vorstellung, dass der Iran ein Passagierflugzeug abschießen kann und das unser Fehler ist.

Die Demokraten, die Medien, die akademische Welt und der Rest des Zugs der moralisch mit Fehlern behafteten und immerwährenden Widerstandskämpfer, die für Utopia eine Million Vorschriften und Leichen gleichzeitig aufrichten, betrachten jeden, der gegen Amerika ist, besonders gegen Präsident Trump, als Verbündeten ihres gerechten Widerstands.

In dieser Rückwärtsrechnung sind Iran und China Mitglieder des Anti-Trump-Widerstands, die Vorhut der unterdrückten Völker der Welt, während die Gegner dieser totalitären Regime, die ihr Leben riskieren um Xi und Khamenei zu verdammen, die Hunde der kapitalistischen Ordnung sind und es verdienen erschossen zu werden.

Die Unterdrücker sind die Unterdrückten. Und die Unterdrückten sind die Unterdrücker. Freiheit ist Sklaverei und Sklaverei ist Freiheit. Das ist so einfach, dass man keinen Doktorandenkus in Orientalismus braucht, um es zu verstehen.

Verbringen Sie einfach ein paar Wochen damit MSNBC zu sehen, bis Ihr Gehirn weich ist.

Ein Jahrhundert an Verbrechen wurde von Progressiven entschuldigt, die einen Kampf zwischen „uns/wir“ und „denen/die“ sahen. „Die“ waren Flaggen schwenkender, bougeoiser Kapitalistenabschaum, der sich dem Erhalt der bestehenden Ordnung verschrieben hat. „Wir“ waren eine zusammengewürfelte Mannschaft, zu der jeder gehörte, von westlichen Akademikern und Reportern bis zu massenmordenden Kommunisten und in jüngerer Zeit islamischen Terroristen, die für Allah Schwule von Gebäuden stürzen.

Was die „Wir“-Fraktion eint, war ihre Gegnerschaft zur unterdrückerischen Ordnung der Vereinigten Staaten. Die Mitglieder dieses „Widerstands“ könnten diese Gegnerschaft durch die Ermordung von Millionen Kambodschanern, russische Bauern verhungern zu lassen, Juden zu erschießen und ukrainische Verkehrsflugzeuge abzuschießen zum Ausdruck bringen, aber das sind reine Reaktionen auf die Unterdrückung durch die Vereinigten Staaten. Oder wie die Abgeordnete Speier sie beschreibt: „Kollateralschäden“.

Die Weltsicht, die die Ermordung von Brillen tragenden Kambodschanern erlaubt oder von iranischen Studenten, die nach Kanada unterwegs sind, geht davon aus, das das einzige moralische Ziel eine Weltrevolution gegen das Hauptübel Kapitalismus, Globalismus, Neoliberalismus ist oder wie auch immer der aktuelle Modebegriff für die bestehende Ordnung lautet.

Diese neue Weltordnung wird utopisch sein. Sie wird nicht länger Massaker an Protestierenden auf den Straßen, Bauern verhungern zu lassen benötigen; sie wird die Gänge der Revolution mit menschlichem Blut schmieren, sei es eine sozialistische, islamische oder sonstige.

Aber bis dieser gesegnete Tag kommt, kann niemand, der Überstunden leistet, um die bestehende Ordnung zu stürzen und die neue Ordnung einzuleiten, für die Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden, egal, wie viele Millionen Menschen sie töten.

Die Ziele der neuen Weltordnung rechtfertigen jede und allen mörderischen Mittel.

Die Medien fühlen sich verpflichtet den Iran als Mitglied der Koalition des Widerstands gegen Amerika zu schützen. Und gegen die derzeitige reaktionäre Inkarnation in der Form von Präsident Trump, MAGA-Mützen und Anstecknadeln.

Sie konspirieren beim Massenmord brutaler Tyranneien im Namen einer besseren Welt.

Diese bessere Welt, wird uns erzählt, wird den Rassismus beenden. Aber Menschen ihrer moralischen Instanz zu berauben, weil sie anders sind, ist immer der wahre Rassismus gewesen. Es gibt kein schlimmeres Verbrechen als einem Menschen die Moral wegzunehmen.

Apartheid? (58)

Elder of Ziyon, 19. Januar 2020

Es wird Zeit sich auf die einmonatige „Israel Apaftheid Week“ vorzubereiten,; dazu bedarf es ein paar neuer Beispiele dafür, dass Israel Menschen aller Farben, Gaubensrichtungen udn Hintergründe aufnimmt.

Oberleutnant G.
Erster drusischer Pilot der iraelischen Luftwaffe

Die ganze Geschichte steht hier (auf Englisch).

Eine notwendige, äußerst wichtige Botschaft an das Holocaust Forum

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Dutzende Staatsoberhäupter werden nach Jerusalem kommen, um am Fünften Holocaust-Forum teilzunehmen. Diese Veranstaltung wird am 23. Januar in Yad Vashem beginnen und unter der Schirmherrschaft des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin stattfinden. Die Zusammenkunft ist eine einzigartige Gelegenheit einem Top-Publikum öffentlich eine entscheidende Botschaft im Kampf gegen Antisemitismus zu vermitteln. Die israelische Regierung und jüdische Institutionen haben es Jahrzehnte lang versäumt die Botschaft öffentlich zu weiterzugeben, dass Antisemitismus mehr als tausend Jahre lang ein integraler Bestandteil westlicher Kultur gewesen ist. Diese Tatsache ist unentbehrlich für das Verständnis und die Bekämpfung von zeitgenössischem Antisemitismus und muss daher kontinuierlich wiederholt werden.

Vor mehr als einem Jahrtausend haben mächtige Organisationen – hauptsächlich, aber nicht ausschließlich im Westen – die Idee propagiert, dass Juden absolut böse sind. Die römisch-katholische Kirche war die Originalquelle dieser hasserfüllten Idee. Ihr folgten später verschiedene andere christliche Denominationen. Juden in allen Generationen wurden beschuldigt den mutmaßlichen Sohn Gottes, Jesus, getötet zu haben; ihnen wurde die Verantwortung für seinen Tod vorgeworfen.

Christliche Theologen stereotypisierten die Juden. Statt den Fehler bei einzelnen Individuen in einer lange zurückliegenden Vergangenheit zu suchen, machten sie alle Juden jeder Generation für ein Verbrechen verantwortlich, das ihre Ahnen nicht begangen hatten. Damit lieferten sie einen riesigen Beitrag zu dem, was heute allgemein Rassismus genannt wird. Menschen zu stereotypisieren ist ein Kernelement dieses Übels. Als Christen Juden brutal behandelten, entwickelten sie die boshafte Behauptung, das daraus resultierende Leiden der Juden sei göttliche Strafe dafür, dass sie Jesus nicht anerkennen.

Unter den protestantischen Reformern sticht Martin Luther in seinen späten Jahren als fanatischer Antisemit heraus. Er schrieb, dass Juden in Ställen gehalten werden sollten, ihre Bücher sollten ihnen weggenommen werden und wenn Rabbiner predigten, dass sollten sie getötet werden. Luther empfahl auch, dass Synagogen zur Ehre Gottes und der Christenheit niedergebrannt werden sollten.[1] Heutzutage gehört der Ökumenische Rat der Kirchen („Weltkirchenrat“) zu den großen christlichen Hass Schürenden gegen Israel.[2]

Auf der Jahrhunderte alten Infrastruktur des christlichen Antisemitismus entwickelte sich ein zweiter Typ des Antisemitismus: der ethnische/nationalistische Antisemitismus. Ohne die christliche Hass-Grundlage hätten viele in den europäischen Gesellschaften vermutlich weniger bereitwillig mit den deutschen Mördern bei der Verfolgung der Juden kooperiert.

Die Anti-Defamation League hat mehrere Studien zu einer Reihe von europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten und Argentinien veröffentlicht. Die Umfragen stellten fest, dass selbst heute noch 26% der Christen an die Falschmeldung glauben, dass die Juden für den Tod Jesu verantwortlich sind.[3]

Mit der Entwicklung der westlichen Kultur mutierte auch der Antisemitismus. Anti-Israelismus hat dieselben Kernmotive wie die beiden früheren Typen des „klassischen“ Antisemitismus. Im christlichen Antisemitismus waren die Juden aufgrund der falschen Anschuldigung, sie hätten Jesus getötet, das absolut Böse. In der nachfolgenden Nazi-Ideologie waren die Juden das absolut Böse, weil sie fälschlich als untermenschlich, mit Defekten geboren, Insekten, Ungeziefer oder Bakterien angesehen wurden.

In der zeitgenössischen Gesellschaft stellt sich das absolut Böse als sich wie Nazis zu verhalten und Völkermord zu planen dar. Aus verschiedenen Studien wissen wir, dass eine große Minderheit der Bevölkerung Europas fälschlicherweise glaubt, Israel habe vor Völkermord an den Palästinensern zu begehen; alternativ wird geglaubt, es verhalte sich den Palästinensern gegenüber wie die Nazis es den Juden gegenüber machten.[4]

Es gibt viele Belege der fortbestehenden Verflechtung von Antisemitismus und westlicher Kultur. Rothschild, die Juden und Geld sind immer wiederkehrende, von Antisemiten verwendete Verknüpfungen. Lange davor hatte die Kirche bereits Judas Ischariot vorgeworfen Jesus für Geld verkauft zu haben. Shylock taucht immer noch in der westlichen Gesellschaft als der Inbegriff des Wucherers auf. Trotz des extremen Bösen des Nationalsozialismus wurde der Nazi-Denker Martin Heidegger zum führenden Philosophen des Nachkriegs-Europa.[5]

Es gibt viele weitere Belege, dass dieser Antisemitismus mit der westlichen Kultur verflochten ist. In der Postmoderne entwickeln viele wichtige neue intellektuelle oder ideologische Strömungen früher oder später antisemitische Ausdrucksformen. Die Menschenrechtsbewegung ist vollgestopft mit antiisraelischen NGOs. Ihr höchstes Organ, der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNHRC), ist ein moralisch korruptes Gremium, das von antiisraelischen Hass Schürenden durchsetzt ist.

Es gibt eine Vielzahl anderer Beispiele zeitgenössischer ideologischer Bewegungen, in denen Antisemitismus aufgekommen ist. Ein paar Beispiele: Der Feminismus ist eine offensichtliche.[6] Ebenso Teile der LGBT-Bewegung. Einige Leute in dieser Bewegung beschuldigen Israel des „Pinkwashing“. Diese Idee behauptet, dass Israel der Schwulengemeinschaft gleiche Rechte einräumt, sei ein Mittel die Aufmerksamkeit von seiner angeblichen Diskriminierung der Palästinenser abzulenken.[7] Die Intersektionalitätsbewegung zielt oft auf die Solidarität aller Opfer mit Ausnahme der Juden.

In der akademischen Welt bezeichnen Verfechter des Postkolonialismus Israel manchmal als „Kolonialmacht“.[8] Der Begriff ist eine gewaltige Entstellung. Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern enthält keine Ähnlichkeit zu den massiven Verbrechen der belgischen, britischen, niederländischen, französischen, deutschen, portugiesischen und spanischen Kolonisatoren an den eroberten Völkern im Verlauf der Jahrhunderte. Diese Länder unterwarfen Völker, um Geld zu machen. Juden machten das Gegenteil. Sie investierten große Mühen und beträchtliche Geldsummen in die Wiederbelebung ihres angestammten Landes, um es aus langjähriger Verwahrlosung zu holen.

Das bevorstehende Holocaust-Forum ist eine einzigartige Gelegenheit für die Organisatoren die obigen Botschaften öffentlich zu präsentieren. Es ist eine Schande, dass so viele jüdische Organisationen es versäumt haben die fortgesetzte Verflechtung von Juden hassendem Antisemitismus mit westlicher Kultur hervorzuheben und was das dafür bedeutet den zeitgenössischen Antisemitismus zu verstehen und zu bekämpfen.

[1] https://jcpa.org/article/historical-roots-anti-israel-positions-liberal-protestant-churches-2/

[2] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/11053; https://jerusalemjournal.net/news-and-views/fools-on-the-ground-the-world-council-of-churches-in-israel-and-its-eappi-by-dexter-van-zile

[3] www.adl.org/news/press-releases/adl-poll-anti-semitic-attitudes-in-america-decline-3-percent

[4] Zum Beispiel: library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf

[5] https://www.newyorker.com/culture/richard-brody/why-does-it-matter-if-heidegger-was-anti-semitic

[6] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/18876

[7] http://www.jpost.com/Israel-News/Ilhan-Omar-Rashida-Tlaib-respond-to-Palestinian-LGBTQ-ban-on-Twitter-599139

[8] https://spme.org/spme-research/analysis/philip-carl-salzman-reflections-on-postcolonial-theory-and-the-arab-israel-conflict/4259/

Schaschlik

Die PA tobt: Die EU will ihre Hilfen an die PA davon abhängig machen, dass die ihre Verbindungen zu den Terrorgruppen kappt. Der „Kampf gegen die israelische Besatzung“ sei kein Terror schimpfen die PA-Granden. Und überhaupt sind die Gruppen auf der  Terrorliste der EU reine politische Parteien.

Die Irren von der Musel-Hamas: Scheik Salem Salameh verkündet, dass die Anerkennung Israels „Verrat an Allah“ sei und George Washington die Indianer tötete, weil sie Muslime waren.

Einmal mehr erfährt man von einem Fatah-Terroristen, dass die sogenannte „Zweite Intifada“ alles andere als ein spontaner Ausbruch war, sondern nach dem von Arafat zum Scheitern gebrachten Gipfel bei Clinton in Camp David angeordnet wurde.

Die israelische Polizei nahm einen finnischen Parlamentsabgeordneten fest, der zusammen mit linken Aktivisten versuchte den Grenzzaun nach Gaza zu durchbrechen.

Ein syrischer Judoka, der als Flüchtling in den Niederlanden lebt, wollte an einem Turnier in Tel Aviv antreten. Er hat jetzt abgesagt – nachdem seine Teilnahme international verbreitet wurde, bekam er Morddrohungen gegen sich und seine Familie.

Großbritannien hat die gesamte Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen gesetzt und ihre Vermögenswerte eingefroren.

Und schon sind wieder die Amerikaner schuld – am Abschuss des ukrainischen Verkehrsflugzeugs durch die Revolutionsgarden. Laut Tehran Times sollen die Amerikaner das Radarsystem der Terrortruppen durcheinander gebracht haben.

Mehrere hundert Jordanier demonstrierten in Amman https://philosophia-perennis.com/2020/01/17/nigeria-islamisten-koepfen-eine-katholische-frau-und-ihre-brautjungern-auf-dem-weg-zu-ihrer-hochzeit/ gegen das Gasgeschäft mit Israel.

Der britische Botschafter im Iran war bei einer der Demonstrationen gegen das Regime anwesend (und wurde kurzfristig verhaftet). Jetzt ließ der oberste Revolutionsführer über einen Sprecher wissen, dass der Botschafter „in Stücke gehackt“ werden sollte.

UNO usw.:
Eine israelische Menschenrechtsanwältin hat an den FC Barcelona appelliert die Verbindungen zu UNICEF zu kappen. UNICEF unterlässt es darüber aufzuklären, dass die Hamas und andere Terrororganisationen Kindersoldaten für ihre Aktivitäten rekrutieren. Damit kommt UNICEF seinem Auftrag Kinder zu schützen nicht nach.

Der alltägliche Antisemitismus: (eine umfassende Sammlung gibt es auf The New Antisemit; auf twitter gibt es für den deutschsprachigen Raum die „RIAS“ (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus):
Israel:
– Auf ein Schild der Partei Yisrael Beteinu (von Avigdor Lieberman) in Bat Yam wurde ein Hakenkreuz gesprüht.
Deutschland:
– Die Polizei verhaftete eine Gruppe tschetschenischer Muslim-Extremisten, die u.a. einen Anschlag auf eine Synagoge plante.
– Ein Fahrer aus der Fahrbereitschaft des Bundeskanzleramts wurde von Kollegen als Judensau bezeichnet; er arbeitet inzwischen nicht mehr im Kanzleramt, die Leute, die ihn beleidigten, anscheinend ja.
Großbritannien:
– Labour-Auslandsmitglieder haben einen Bericht erstellt, mit dem behauptet wird, die Antisemitismus-Aufregung sei von Israel geschürt worden.
Frankreich:
– Ein israelisches Model wurde von einer Pariser Modenschau gestrichen, nachdem der aus dem Libanon gebürtige Designer erfuhr, dass sie Israelin ist und in Israel lebt.
Benelux:
Niederlande: Vor einem koscheren Imbiss in Amsterdam wurde ein Kasten gefunden, der wie eine Bombe aussah. Dort hatte es schon mehrfach antisemitische Übergriffe gegeben. Die Polizei sagte in ihren Mitteilungen nicht, ob es sich tatsächlich um eine Bombe handelte oder nicht.
Spanien/Portugal:
Portugal: In Lissabon wurde eine Israelhasser-Oper aufgeführt. Die Oper wurde von der Europäischen Kommission und mehreren Europa-Institutionen in Auftrag gegeben.
Spanien: Der neue stellvertretende Premierminister war Gastgeber einer Fernsehsendung, in der eine antisemitische Debatte stattfand.
Ukraine:
– Ein Mob von mindestens 30 Personen, bewaffnet mit Stöcken und Messern, griff jüdische Pilger in Uman an. Mindestens 4 der Juden mussten im Krankenhaus behandelt werden.
– Ein Holocaust-Mahnmal in Krivi Rieh wurde geschändet.
USA:
– An einer Highschool in Brooklyn wurden Graffiti gefunden: „Kill all Jews.“
– Ein Pizzeria-Manager in New Jersey wurde jetzt entlassen, weil er eine antisemitische Tirade losließ, nachdem ein Angestellter für Rosch HaSchana frei bekommen wollte.
Nebraska: Ein Mann sprühte ein Hakenkreuz auf die Stufen einer Synagoge.
Down Under:
– Im Bundesstaat Victoria musste ein (nach eigenen Angaben deutschstämmige) Frau ihre Nazi-Flagge einholen. Dafür hatten sich Nachbarn, Polizei und ein jüdischer Parlamentsabgeordneter stark gemacht.

Die Religion des Friedens, der Liebe, der Frauenrechte und Wissenschaften:
Afghanistan: Ein muslimischer Prediger rief seine Anhänger auf Frauen zu bestrafen, die sich weigern den Hijab zu tragen.
Italien: Der Vater eines muslimischen Migranten, der seine nicht muslimische  Freundin brutal ermordete, sagte, diese sei seines Sohnes nicht würdige gewesen.
Iran: Die Schach-Schiedsrichterin hatte bei einem Turnier in Schanghai ihren Hijab nicht trug, traut sich derzeit nicht in den Iran zurück. Es ist ihrer Meinung nach zu riskant für sie.

Jihad:
– Bei Mar-a-Largo, dem privaten Sitz von Donald Trump in Florida, wurde ein iranischer Staatsbürger festgenommen, der $22.000, eine Machete, ein Beil und mehrere Messer dabei hatte. (Er war als Flüchtling in die USA gekommen.)
Pakistan: Muslime ermordeten 15 andere Muslime bei einem Massaker an einer Moschee während der Freitagsgebete – die waren die „falsch“ Art von Muslimen.
– Ein Muslim wurde verurteilt, weil er im Oktober unter „Allahu Abkar“-Gebrüll einen jüdischen Optiker angriff.
Italien: Das Land wird von einer Seuche an Köpfungen und Aufhängungen von Statuen Jesu und von Heiligen heimgesucht, viele davon durch muslimische Migranten.
Frankreich: Ein Muslim schändete eine Kirche und schrieb dort Koranverse auf die Wände.

Muslimisches Herrenmenschentum, Dhimmitum, Anspruchsdenken, Islamisierung im Westen:
Großbritannien: Der muslimische Rechtsanwalt einer ISIS-Braut fordert seine Anhänger auf, eine Radiosendung mit Telefonanrufen zu fluten, damit dort keine harten Fragen gestellt werden.
Schweden: Eine Frau wurde zu einer Bewährungsstrafe, einer Geldstrafe von 10.400 Kronen und 25.000 Kronen Entschädigung verurteilt, weil sie – was sie bestreitet – auf einer sozialen Plattform sich verleumderisch über den Islam und einen Journalisten geäußert haben soll.
Singapur: Ein Muslim, der Geld an den IS gab, sagt, dass er die Gesetze Singapurs nicht anerkennt, sondern nur die Scharia.
Sonntag in Deutschland (12.01.2020): Ein muslimischer Migrant störte mit „Allahu Akbar“-Gebrüll drei Gottesdienste.
Großbritannien: Eine muslimische Vergewaltigerbande war der Polizei bekannt, konnte aber frei agieren, weil man Angst vor „Islamophobie“-Vorwürfen hatte.
Großbritannien: Ein Muslim, der einen Polizisten mit einer Machete angriff, sagt: „Mein Leben ist mehr wert als sein Leben.“
Schweden: Nach einem Verbot religiöser Kopfbedeckungen an Schulen zogen nicht muslimische Lehrerinnen im Protest dagegen und zur Unterstützung ihrer muslimischen Schülerinnen ein muslimisches Kopftuch, einige sogar einen Niqab an.

Christenverfolgung/Verfolgung von Nichtmuslimen:
Schweden: Nach mehreren Brandanschlägen wird eine syrisch-orthodoxe Kirche jetzt bewacht.
Nigeria: Auf dem Weg zur Hochzeit wurde eine Braut samt ihren Brautjungfern von Islamisten ermordet.
Kamerun: Muslime ermordeten mindestens 7 Christen und entführten einen 10-jährigen Jungen.
– Die  Organisation Open Doors stellte fest, dass der Islam ein Hauptantrieb der Verfolgung von Christen in 8 von 10 für Christen gefährlichsten Ländern der Welt.
Kenia: Muslime ermordeten 3 christliche Lehrer einer Grundschule.

BDS-Bewegung:
– Die BDS will eine Konferenz zu medizinischen Kräutern in Israel verhindern.

BDS fail:
Lionel Ritchie ließ die Israelis in einer Videobotschaft wissen, dass er es gar nicht erwarten kann im März in Tel Aviv zu spielen.
– Der Gouverneur von South Dakota hat eine Regierungsanordnung gegen BDS erlassen.

Obama Watch:

Der Bürgermeister von Los Angeles ordnete an, dass die Besitzerin einer Eigentumswohnung innerhalb von 24 Stunden „beleidigendes Material“ vom Balkon entfernen muss – u.a Hakenkreuze und Drohungen gegen Präsident Trump, Vizepräsident Pence und Senator Mitt Romney. Außerdem werden Christen angegriffen und „Tod Amerika“ propagiert.

Obamanisten:
– Die Partei, deren Leute am lautesten „Rassismus“ brüllen und Trump zum Rassisten stempeln wollen – haben einen rein weißen Kandidatenkreis für die Präsidentenwahlen und keinen stört es.
– Ein Mitarbeiter von Bernie Sanders ließ wissen, dass Gulags wie bei den Sowjets eine gute Möglichkeit seien Trump-Anhänger zu „entnazifizieren“.

Wenn Koexistenz ihren schönen Kopf hebt

Für die Einwohner Galiläas, Juden wie Araber, gab es während der Fluten von letzter Woche, nichts Seltsames daran, dass ein Araber einen Juden rettet oder umgekehrt.

Jalal Bana, Israel HaYom, 15. Januar 2020

Die Überschwemmungskatastrophe von letzter Woche, die einen Einwohner von Nahariya das Leben kostete, legte nicht nur die Infrastrukturprobleme und fehlerhafte Planung und Bautätigkeit in Israel offen, sondern auch die Realität des echten Lebens zwischen Juden und Araber in Galiläa.

Die arabischen „Traktoristen“ – die nahe Nahariya lebenden Fahrer schweren Geräts – sprangen in ihre Fahrzeuge, von sich aus, und eilten den Einwohnern von Nahariya zu Hilfe. Niemand bat sie das zu tun, ebenso wenig wurden sie von den Notfalldiensten auf den Plan gerufen. Sie traten einfach heran, um Freunden in Not zu helfen und diese Demonstration von Solidarität half Leben zu retten, in der Flut festsitzende Einwohner zu retten und Straßen frei zu machen.

Für alle Einwohner Galiläas, Juden wie Araber, gibt es nichts Seltsames daran, dass ein Araber einen Juden rettet oder umgekehrt. Es gibt viele arabische Gemeinden um Nahariya, deren Einwohner tagtäglich mit der Stadt interagieren, ihren Lebensunterhalt verdienen, ihre Dienste nutzen oder Freizeit verbringen. Für die Generation, die um die Zeit der Staatsgründung geboren und aufgewachsen war, war Nahariya immer eine Quelle des Lebensunterhalts. Für die zweite und dritte Generation war Nahariya die Stadt, die ihrem Dorf an nächsten lag, ein Ort für Arbeit, Konsum und eine gute Zeit – und für eine beträchtliche Anzahl Araber ein Ort, um in Grundstücke zu investieren.

Die Fahrer des schweren Geräts zeigten sich schnell mit einem instinktives Gefühl für lokale Solidarität der Lage gewachsen, aber auch aufgrund ihre persönlichen Beziehungen zu vielen der dort lebenden Menschen und den nahe gelegenen Moschawim und Kibbuzim. Trotz der Spaltungen, die Politiker mit beschränkten Interessen ständig zu verschärfen versuchen, ist das Gefühl der Verantwortung und Zuwendung für einander unter den Juden und Arabern Galiläas stark und greifbar. Araber und Juden sind miteinander in allen Aspekten des Lebens verknüpft. Betrachten Sie z.B. das Krankenhaus in Nahariya, das Galilee Medical Center. Juden werden von arabischem medizinischem Personal behandelt – und umgekehrt – und das Krankenhaus selbst wird von Dr. Masad Barhoum, einem Araber, geleitet.

Viele Jahre lang wurde Nahariya von rechten Politikern regiert, hauptsächlich vom Likud und nationalreligiösen Parteien, aber anders als einige ihrer ranghöheren Parteigenossen auf nationaler Ebene sprachen sie nie abfällig über die arabische Öffentlichkeit und stellten sie nie als Bedrohung dar. Ganz im Gegenteil, sie kultivierten ausgezeichnete Verbindungen zu den arabischen Einwohnern Galiläas.

Die Region Galiläa und alles, was sie umfasst, kann eine wichtige Lektion für die Führer und Abgeordneten des Landes bieten. Es ist eine Lektion in Koexistenz, Toleranz und gegenseitiger Hilfe. Der einst vor den „Scharen an Arabern“ warnte, die zu den Wahllokalen gingen, kam diese Woche in Nahariya an und sah mit seinen eigenen Augen die gute und schöne Seite der arabischen Bürger des Landes, die in Scharen ankamen, um ihren jüdischen Nachbarn aus einem Ort ernster Besorgnis und echter Angst um ihr Leben zu helfen. Sie hielten natürlich nicht an, um darüber nachzusinnen, ob die Menschen, denen sie halfen, Juden oder Araber waren.

Es gibt keine Zweifel, dass es hier auch Probleme und Spannungen gibt, die in Ideologie und Politik wurzeln, ganz zu schweigen von historischem Ballast. Aber die Menschlichkeit der Menschen scheint in den schwierigen Momenten durch. Es gibt in Galiläa soziale Probleme und Sicherheitsbedrohungen und es gibt benachteiligte Bevölkerungen, Juden wie auch Araber. Trotz allem sind die Einwohner des Gebiets zur Koexistenz entschlossen. Im Gegensatz zum Bild, das man sich infolge des polarisierenden und nicht hilfereichen politischen Diskurses vorstellen könnte, sind die aus Nahariya kommenden Bilder ein weit korrektere Spiegel der Wirklichkeit.

Folgen des Projekts „Guter Nachbar“

Dror Eyal, der langjährige Leiter des Projekts „Gute Nachbar“, erzählte auf Facebook:

Normalerweise, wenn ich einen Vortrag zum Projekt „Guter Nachbar“ beende, fragen die Leute mich, ob es das wert wie, unsere Leben für die Syrer zu riskieren.
Ich antworte immer mit Ja.
Hier ist ein kleines Beispiel, aufgeschrieben von Noam Shalev, einem Israeli, das ich als Antwort geben möchte:

Freitagabend, ein kleines Restaurant im Herzen von Stockholm. Ich beende mein Essen und frage nach der Rechnung.

Die Kellnerin kam herüber und ich gab ihr meine Kreditkarte, die plötzlich auf den Boden fiel. Sie bückte sich sofort, hob sie auf und betrachtete die Karte.

„Woher kommen Sie?“, fragte sie. „Israel“, antwortete ich und sah dann, dass sie mich mit offenem Mund ansah, zitterte und anfing zu weinen.

In Sekundenschnelle verschwand sie und ich griff schnell meinen Mantel und Hut, um den Ausgang zu finden, weil mir klar war, dass ich kein Jude in feindlicher Umgebung war. Und bevor ich auf die  gefrorene Straße entkommen konnte, kam sie mit einem anderen Mädel in Kochkleidung  zurück und zeigte auf mich, immer noch weinend und zitternd.

Ich war schon in Stellung für einen schnellen Rückzug, erkannte aber, dass es keine Feindseligkeit ihrerseits gab. Die Kellnerin bat mich um Vergebung und ihre Schwester erklärte mir, dass sie noch nie einen Israeli getroffen hatte und sie mir einfach nur Danke sagen wollten.

Offenbar waren sie Flüchtlinge aus Syrien und vor ein paar Jahren wurde ihre Mutter sehr krank und stand kurz vor dem Tod. Mitten in der Nacht wurde sie zur israelischen Grenze gebracht und von dort drei Wochen lang ins Krankenhaus in Safed. Und heute ist die Mutter gesund, lebt mit ihren Töchtern in einem Vorort von Stockholm.

Die Kellnerin konnte sich nicht mehr zurückhalten und rief ihre Mutter; dann finde ich mich in einem Mix aus Englisch und Deutsch mit einer aufgeregten und weinenden Frau sprechend wieder, die nur eines von mir erbittet: Danke all deinen Brüdern in Israel dafür, dass meine Töchter eine Mutter haben.

Bei all dem Zynismus, unserer scheußlichen Politik und ständiger Wut wegen einer Menge Dinge im Leben des Landes musste ich bis nach Stockholm reisen, um anderes zu fühlen.
Und wegen dieser einen syrischen Frau bin ich uns dankbar.

Hintergrund:

2016 begann die IDF das Projekt „Guter Nachbar“, um den syrischen Flüchtlingen in der Nähe der israelisch-syrischen Grenze zu helfen. Ziel war es, den Flüchtlingen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen, ohne in die Kämpfe verwickelt zu werden.

Seit Beginn der Kampagne hat es mehr als 700 verschiedene Operationen gegeben um Flüchtlingen zu helfen.
– 4.500 Verletzte wurden in Israel behandelt
– 1.400 verletzte Kinder wurden in Israel behandelt.

Israel lieferte den syrischen Flüchtlingen
– mehr als 2.000t medizinische Ausrüstung und Medikamente
– 1 Million Liter Gas
– 350t warme Kleidung
– eine Entbindungsklinik wurde eingerichtet
– Ein Feldlazarett wurde eingerichtet und zusammen mit Mitarbeitern verschiedener christlich-amerikanischer Organisationen wurden mehr als 8.000 Zivilisten behandelt.