Auf wessen Seite steht Deutschland?

Amerika wird für die Eskalation der Spannungen verantwortlich gemacht.

Joseph Puder, FrontPageMag, 24. Juni 2019

Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die USA Westdeutschland mit amerikanischen Truppen und dem Atomschild vor den expansionistischen Ambitionen der Sowjetunion geschützt. Deutschland wurde als westlicher Verbündeter betrachtet, der sich auf die Seite seines amerikanischen Beschützers stellen würde, wenn dieser einem iranischen, radikal terroristischen Regime mit Atom-Ambitionen gegenüber steht. In den letzten Jahren scheint die deutsche Regierung es jedoch vorzuziehen mit dem Iran Handel zu betreiben, statt sich den USA anzuschließen. Derzeit glauben viele in Berlin, dass die USA, nicht der Iran die aktuellen Spannungen zwischen Washington und Teheran eskalieren. Deutschlands Behinderungstaktiken gegenüber den US-Bemühungen den führenden Staatssponsor von globalem Terrorismus zu bändigen – den Iran – hatte US-Außenminister Mike Pompeo letzten Monat veranlasst einen Besuch in Deutschland abzusagen. Nach Angaben der deutschen Wochenzeitung Der Spiegeleskalieren die Amerikaner derzeit ihren Konflikt mit Teheran – mit unvorhersagbaren Konsequenzen für ihre Verbündeten in Europa“. Für manche in der deutschen Regierung scheint es so, dass die gezielte (direkte oder indirekte) iranische Hand bei den Angriffen auf Öltanker im Golf von Oman keine Konsequenzen hat. Gleichermaßen ist das Drängen des Iran, damit die Hamas letzten Monat Raketen auf die Städte im südlichen Israel schießt, um israelische Zivilisten zu töten, für die Deutschen kein Problem.

Jürgen Trittin, Mitglied der Grünen im Außenpolitischen Ausschuss des Bundestags, kommentierte: „Die USA scheinen nach einem Vorwand zu suchen, um den Konflikt mit dem Iran zu eskalieren.“ Er fügte hinzu: „Die Behauptung, dass der Iran einen Angriff auf die USA plant, riecht nach einem Tonking-Vorfall.“ (Ein Verweis auf den Kongress-Beschluss zum Golf von Tonking am 10. August 1964, der Präsident Lyndon B. Johnson die Genehmigung gab ohne formelle Kriegserklärung militärische Kräfte in Südost-Asien und besonders in Vietnam einzusetzen.)

Anders als beim Iran-Appeasement-Modus der deutschen Regierung und Jürgen Trittin schicken die USA eine Flugzeugträger-Kampfeinheit und Bomber der Luftwaffe in den Nahen Osten, nicht um dem Iran mit Krieg zu drohen, sondern im Gegenteil: um das radikale iranische Regime davon abzuhalten sein provokatives Handeln gegen US-Interesen fortzusetzen, die zu einem Krieg führen könnten, einschließlich des Versuchs US-Marinefahrzeuge zu kapern. Im Januar 2016 nahm das Iranische Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) zwei US-Marinefahrzeuge gefangen und hielt 10 US-Matrosen als Geiseln. John Bolton, Nationaler Sicherheitsberater der USA, zeigte auf, dass eine Flugzeugträger-Kampfeinheit zu schicken „eine klare und unmissverständliche Botschaft an das iranische Regime ist, dass jedem Angriff auf US-Interessen oder die der Verbündeten der USA mit unnachgiebiger Wucht begegnet werden wird“.

Das iranische Regime hat den Atomdeal mit dem Iran (Joint Comprehensive Plan of Action – JCPOA) ad absurdum geführt, indem er intrusive Inspektionen in iranischen Militäreinrichtungen verhinderte und ballistische Langstreckenraketen entwickelte, die Israel und Europa erreichen können; letztlich sind die USA nicht länger in der Lage die atomare Entwicklung des Irans zu beurteilen. Im April 2018 deckte Israels Premierminister Benjamin Netanyahu, dass der israelische Geheimdienst Zehntausende Akten in die Hand bekommen hat, die beweisen, dass der Iran zu seinem Atomwaffenprogramm gelogen hat. Die Akten bewiesen, dass der Iran unter der Nase der internationalen Inspektoren heimlich sein Atomprogramm weiter verfolgt. Netanyahu sagte: „Wir haben seit Jahren gewusst, dass der Iran ein geheimes Waffenprogramm namens Projekt Amad betreibt. Wir können jetzt beweisen, dass Projekt Amad ein umfassendes Programm war, um Atomwaffen zu entwerfen, zu bauen und zu testen. Wir können ebenso beweisen, dass der Iran heimlich Material des Projekts Amad einlagert, um dieses zu einer Zeit seiner Wahl zu nutzen, um Atomwaffen zu entwickeln.“

Es ist interessant, dass Deutschland und offizielle Vertreter Deutschlands wie Jürgen Trittin sich wegen amerikanischer Abschreckungsaktionen Sorgen machen, aber wenig Sorge dazu zum Ausdruck gebracht haben, dass der Iran beim Atom-Deal betrügt, den Berlin so sehr beschützt. Deutsche Offizielle glauben, dass der Iran mit Zurückhaltung auf Druck der USA reagiert und die Ankündigung des Iran, er werde sich nicht weiter an das Limit für die Lagerung von angereichertem Uran und schwerem Wasser halten, „ist nicht direkt von Bedeutung“. Dass der iranische Revolutionsführer nicht nur damit droht die Atomvereinbarung zu brechen, sondern mit dem Projekt Amad tatsächlich verletzt hat, offenbart nur deutsches Appeasement und Scheinheiligkeit. Berlin ist ziemlich still zu iranischen Terror-Aufwiegelungen im Gazastreifen, dem Libanon, Syrien, dem Jemen und Afghanistan, ganz zu schweigen von Teherans verachtenswerten Terroraktionen auf europäischem Boden.

Die Europäer, angeführt von Deutschland, richteten ein Sonderinstrument namens Instex ein, mit dem die US-Sanktionen umgangen werden können und das das amerikanische Finanzsystem umgeht. Deutschland ist erpicht darauf das iranische Regime zu erhalten, das mehr Menschen, einschließlich Kindern, hinrichtet als praktisch jedes andere Land im Nahen Osten und darüber hinaus. Nur in China gibt es mehr solcher Hinrichtungen. Ein Regime, das seinem Volk religiöse Freiheit verweigert und seine ethnischen und religiösen Minderheiten unterdrückt, ist ein krasser Menschenrechtsverletzer.

Die deutsche Regierung hat Einwände gegen die Nahostpolitik der USA zum israelisch-palästinensischen Konflikt. Deutsche Politiker sind anscheinend unglücklich darüber, dass die Administration Trump die diplomatische Mission der Palästinenser in Washington schloss sowie die Finanzierung der United Nations Relief and Works Agency for Palestinians, auch als UNRWA bekannt, nicht fortsetzt. (UNRWA hat palästinensische radikale Bildung ermöglicht, eine Brutstätt für zukünftige Terroristen und die Verewigung der palästinensischen Abhängigkeit). Darüber hinaus brachte Deutschlands außenpolitisches Establishment Missfallen wegen des Umzugs der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem und die Anerkennung der israelischen Kontrolle über die Golanhöhen zum Ausdruck. Tatsächlich beschuldigte Christoph Heusgen, Deutschlands dauerhafter Repräsentant bei der UNO, die USA bei einem Treffen des UNO-Sicherheitsrats im März 2019 der „Verletzung des Völkerrechts“.

Derweil berichtete die Deutsche Welle (DW) am 18. Juni 2019, dass Kanzlerin Angela Merkl sagte, es gebe „starke Beweise“, dass der Iran di Angriffe auf die beiden Tanker im Golf von Oman ausführte. Sie warnte den Iran, wenn er den internationalen Atom-Deal von 2015 verletzt, würde es Konsequenzen für sein Handeln geben. Damals sagte der deutsche Außenminister Heiko Maas jedoch, das „Deutschland immer noch die Beweise evaluiert, bevor es irgendeinen Schluss zieht“. Die divergierenden Äußerungen von Merkel (Parteichefin der CDU) einerseits und ihres Koalitionspartners Maas (von der SPD) andererseits repräsentiert Deutschlands Versuch sowohl die USA als auch den Iran zu beschwichtigen.

Die Deutschen haben abnehmende Solidarität mit den USA erkennen lassen, besonders die jungen Deutschen, insbesondere nach der US-Invasion im Irak 2003 und dem Verlassen des Pariser Klima-Abkommens durch die USA. Eine Umfrage des Pew Research Center und in Deutschland durch die Korber-Stiftung vom Herbst 2018 zeigte, dass die Deutschen den USA gegenüber weit negativer eingestellt sind als die Amerikaner zu Deutschland. 73% der Deutschen sagten, dass die Beziehungen zu den USA schlecht sind. Rund 75% der Deutschen ist zudem überzeugt, dass ein außenpolitischer Weg unabhängig von den USA dem vorzuziehen ist, dass die beiden Länder enge Verbündete bleiben.

Das oben Gesagte spiegelt im Wesentlichen eine deutsche Mentalität, die eine moralische Äquivalenz zwischen einer amerikanischen Demokratie mit ihren westlichen Werten und der theokratischen Diktatur der Ayatollahs des Iran anschlägt. Das wirft die Frage auf, auf welcher Seite Deutschland überhaupt steht.

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Sie wissen, dass die Palästinenser vortäuschen die erste Intifada war friedlich? Nun, nur auf Englisch.

Elder of Ziyon, 23. Juni 2019

Wenn antiisraelische Stimmen heutzutage gegenüber Westlern von der ersten Intifada reden, wird diese ausnahmslos als Basisbewegung, Volksbewegung, weitgehend gewaltfrei beschrieben.

The Nation sagte: „Palästinas erste Intifada ist immer noch Modell für Widerstand von der Basis.“ Ma’an hat, auf Englisch, ein „Facebook“ zur Intifada, in dem Israel als gewaltfrei Protestierende tötend dargestellt wird, die einfach nur demonstrierten.

Auf Arabisch sehen die Dinge etwas anders aus.

Gestern starb die Mutter eines „Märtyrers“ der ersten Intifada. Die Fatah ehrte sie im Namen ihres Sohnes Ibrahim Jalamneh.

Hier Fotos von Jalamneh:

Jalamneh war Mitglied einer Gruppe Attentäter aus Jenin, die sich die Schwarzen Panther nannten. Diese Seite führt ein paar der Anschläge an, darunter die Beschießung eines zivilen Busses.

Jalamneh und andere wurden 1992 in einem heftigen Feuergefecht in Jenin getötet, bei dem auch ein israelischer Soldat getötet wurde.

Das ist der Teil der ersten Intifada, von dem die Palästinenser wollen, dass Westler sich nicht daran erinnern.

Alaska Airlines und die Juden des Jemen

Joe Spier, San Diego Jewish World, 1. Mai 2015

Calgary, Alberta (Kanada) – Die Geschichte des modernen Exodus der “Beta Israel“ , der Juden Äthiopiens, durch die Operationen Moses und Salomon, bei denen rund 22.000 äthiopische Juden nach Israel geflogen wurden, ist recht bekannt. Weniger bekannt ist der dramatische Exodus von mehr als 48.000 Jude aus dem Jemen. Fast unbekannt ist die Rolle, die Alaska Airlines dabei spielte.

Niemand weiß genau, wann die ersten Juden in den Jemen kamen. Die lokale Legende bezeichnet sie als Händler, die von König Salomo geschickt wurden. Wie auch immer, Juden leben viele Jahrhunderte lang im Jemen. Diesem rückständigen und von Armut geschlagenen Land waren die Juden die ärmsten und niedrigsten der in Verachtung lebenden Bürger und litten als Dhimmis. In ihren Synagogen und Schulen jedoch lehrten sie ihre männlichen Kinder Hebräisch lesen und schreiben. Sie vergaßen nie ihren Glauben, schützten ihre Traditionen, hielten des Sabbat und gaben Thora und Talmud an jede folgende Generation weiter. Als der Jemen nach dem Ersten Weltkrieg unabhängig wurde, wurde das Leben für die Juden in diesem muslimischen Land unerträglich. Antisemitische Gesetze wurden wiederbelebt; Juden war nicht erlaubt auf Bürgersteigen zu gehen; vor Gericht wurde die Zeugenaussage eines Juden gegen die eines Muslims nicht zugelassen; jüdische Waisen mussten zum Islam konvertiert werden. Einigen Juden gelang die Flucht nach Palästina, aber die meisten saßen in der Falle.

1947, nach der Abstimmung über die Teilung Palästinas in der UNO, verschlechterte sich die Lage der Juden im Jemen von Verzweiflung zu physischer Gefährdung. Arabische Randalierer in benachbarten Hafen von Aden, damals britische Kronkolonie und jetzt Teil des Jemen, töteten 82 Juden und zündeten das jüdische Viertel an. Die Gründung des Staates Israel am 13. Mai 1048 und Israels Unabhängigkeitskrieg gefährdete die jemenitischen Juden weiter, wie in allen arabischen Ländern. Es dauerte jedoch bis Mai 1949, als der Imam des Jemen unerwartet zustimmte, dass alle Juden sein Land verlassen, dass sie in der Lage waren zu fliehen. Sie sehnten sich nach Zion zurückzukehren, wenn sie nur die Mittel hätten. Damals lebten etwas mehr als 49.000 Juden im Jemen.

Als der Unabhängigkeitskrieg Anfang 1949 endete, war Israel verwüstet und praktisch bankrott. Dennoch befahl David Ben-Gurion, Israels erster Premierminister, entgegen aller Logik und den Rat seiner Wirtschaftsberater, die sofortige und schnelle „Sammlung der Exilanten“. Woher sollte Israel das Geld dafür bekommen? „Geht zu den Juden in der Diaspora und bittet sie um Geld“, antwortete David Ben-Gurion den Skeptikern.

Für die Juden des Jemen hatte Ägypten den Suezkanal gesperrt und daher mussten sie auf dem Luftweg nach Israel transportiert werden. Das American Jewish Joint Distribution Committee (JDC), die internationale jüdische humanitäre Hilfsorganisation, stimmt zu den jemenitischen Exodus zu finanzieren und die Luftbrücke zu organisieren, aber sie brauchte Flugzeuge.

Alaska Airlines wurde 1932 gegründet, als Mac McGee eine gebrauchte dreisitzige Stinson kaufte und einen Luftcharter-Service in Alaska begann. Mit der Ankunft von James Wooten als Präsident im Jahr 1947 begann die Fluggesellschaft überschüssige Flugzeuge der US-Regierung zu kaufen und wurde innerhalb eines Jahres die größte Charter-Airline der Welt.

Das JDC trat an Wooten heran und frage, ob Alaska Airlines zustimmt die Luftbrücke aus dem Jemen durchzuführen. Wooten wollte, dass Alaska Air den Barmherzigkeitsauftrag annimmt, aber Ray Marshall, der Vorstandsvorsitzende, war abweisend. Marshall hatte das Gefühl, der Deal sei eine Verschwendung der Zeit und des Geldes der Fluggesellschaft. Es brauchte Mindestens $50.000 um den Charterbetrieb in Gang zu setzen, Geld, das die Airline nicht hatte. Marshall bestand darauf, dass Wooten die Gelder selbst vorstreckte. Wooten brachte die $50.000 auf, indem er sie sich von Reisebüros lieh, die mit der JDC in Verbindung standen. Der Vertrag wurde unterzeichnet und die Operation On Wings of Eagles (Operation Auf Adlerschwingen), die besser unter ihrem Spitznamen Operation Fliegender Teppich bekannt wurde, konnte beginnen.

Da der Jemen nicht erlaubte jüdische Flüchtlinge aus dem Land zu fliegen, hatte Großbritannien der Einrichtung eines Transitlagers in der angrenzenden Kronkolonie Aden zugestimmt, von dem aus die Luftbrücke starten konnte. Alaska Airlines eröffnete seine Basis in Asmara in Eritrea; dort waren die Bodenmannschaft, Piloten und Flugzeuge – DC-4 und C-46 – stationiert. Die Abmachung lautete, dass man jeden Morgen von der Basis in Asmara nach Aden flog, die Passagiere in Aden aufnahm und auftankte. Dann flog man das Rote Meer und den Golf von Aqaba hinauf zum Flughafen von Tel Aviv, lud die Flüchtlinge aus, flog zur Übernachtung nach Zypern in Sicherheit und kehrte im Morgengrauen zur Basis in Asmara zurück, bevor alles wieder von vorne los ging. Die komplette Runde dauerte rund 20 Stunden.

So wie die Flugzeuge konfiguriert waren, konnten sie nicht genug Passiere oder Sprit mitführen. Also wurden sie modifiziert, indem die regulären Flugzeugsitze durch Reihen aus Bänken ersettz und zusätzliche Treibstofftanks entlang des Flugzeugrumpfs zwischen den Bänken eingebaut wurden. Flugzeuge, die für den Transport von 50 Fluggästen gebaut waren, konnten jetzt 120 plus Treibstoff mitnehmen, der eine magere weitere Stunde reichte.

Derweil wurde das Durchgangslager in Aden namens „Camp Geula“ (Erlösung) vom JDC organisiert und mit israelischen Ärzten und Sozialarbeitern unter der Leitung von Max Lapides ausgestattet, einem amerikanische Juden. Ebenfalls im Lager stationiert waren Abgesandte, die beauftragt waren verschiedenen jemenitischen Stammesführern eine „Kopfsteuer“ zu zahlen, die es jüdischen Flüchtlingen gestattete ihr Territorium zu passieren.

Als die Nachricht zur Evakuierung die Juden des Jemen erreichte, ließen sie ihre Habe zurück (mit Ausnahme ihrer Gebetsbücher und Thorarollen) und begannen wie der biblische Exodus aus der Sklaverei in die Freiheit zu wandern. Sie reisten in Familiengruppen, manche hunderte von Kilometern, durch Wind und Sandstürme, wehrlose gegen Räuber und feindselige lokale Bevölkerung, bis sie halb verhungert und mittellos die Grenze zu Aden erreichten, wo israelische Hilfskräfte sie in Empfang nahmen und ins Transitlager brachten. Dort begegneten sie zum ersten Mal Elektrizität, Medizin, fließendem Wasser, Toiletten und persönlicher Hygiene. Während der gesamten Operation kamen Juden des Jemen in einem steten Strom ins Camp Geula, Neuankömmlinge ersetzten die, die gerade ausgeflogen wurden.

Die jemenitischen Juden nach Aden zu bekommen war das eine Problem; sie in ein Flugzeug zu bekommen ein anderes. Als Nomaden, die nie zuvor ein Flugzeug gesehen hatten und nie irgendwo anders als in einem Zelt lebten, hatten sie Angst und lehnten es ab an Bord zu gehen. Dass man sie daran erinnerte, dass ihre Rettung nach Israel durch die Luft im Bush Jesaja vorhergesagt wurde – „Sie bekommen Flügel wie Adler“ – verstärkt durch das Bild eines Adlers mit ausgestreckten Flügeln über der Tür eines jeden der Flugzeuge, bewegte sie an Bord der Flugzeuge zu gehen. Drinnen zogen sie es vor sich auf den Boden zu setzen statt auf ungewohnt weichen Sitzen. Es war eine Aufgabe sie davon abzuhalten Feuer zum Kochen anzuzünden. Während des Flugs sollte etwa die Hälfte von ihnen sich über die Zusatztanks übergeben. Dennoch skandierten die Jemeniten bei der Landung in Israel Segensgrüße und sangen Lieder.

Um Operation Fliegender Teppich zu beginnen, schickte Alaska Airlines Bob Maguire aus Portland, einen Piloten mit Management-Erfahrung, in den Nahen Osten. Maguire flog zwischen 270 und 300 Stunden im Monat. In den USA wäre sein Limit entsprechend der Regeln dort 90 Stunden gewesen. Ben-Gurion nannte Maguire den „Irischen Moses“. Die Arbeit kostete Maguire seine Karriere. Er infizierte sich mit einem Parasiten, der sein Herz schädigte und deshalb verlor er in den frühen 1950-er Jahren seine Berufspilotenlizenz. Ein weitere Pilot war Warren Metzger, geboren in Lethbridge, der zwischen seinen Flügen die Zeit fand seine Flugbegleiterin zu heiraten. Mindestens ein Pilot, Stanley Epstein, war Jude.

Die Luftbrücke begann im Juni 1948; sie war hart für die Piloten, die 16-Stunden-Tage flogen und hart für die Flugzeuge, die weit über ihre planmäßigen Wartungszeiten hinaus flogen. Treibstoff war schwer zu bekommen, der Wüstensand wirkte sich verheerend auf die Motoren aus und geflogen wurde „mit dem Hintern“, navigiert mit Koppeln und Sehvermögen.

Die Arbeit war gefährlich. Viele Flugzeuge wurden beschossen. Ein Pilot, der etwas zu nahe an arabisches Territorium geriet, als er Israels anflog, sah Leuchtspurgeschosse auf sein Flugzeug zukommen. Einem anderen wurde bei einem Bombenangriff auf Tel Aviv ein Reifen zerstört. Bei einer Gelegenheit war Maguire gezwungen sein Flugzeug in Ägypten zu laden, als ihm der Treibstoff ausging. Die Israelis hatten alle Piloten gewarnt, wenn sie auf arabischem Territorium landeten, würden die jüdischen Flüchtlinge und vielleicht sogar die Besatzung vermutlich erschossen. Der geistesgegenwärtige Maguire erzählte den Vertretern des Flughafens, er brauche Krankenwagen, die seine Passagiere in ein Krankenhaus bringen. Als sie nach dem Grund fragten, antwortete er, seine Passagiere hätten Pocken. Die verängstigten Ägypter wollten ihn so schnell wie möglich loswerden. Maguire erhielt seinen Sprit und flog weiter nach Tel Aviv.

Als die Operation zur Hälfte durchgeführt war, zwang die US-Luftaufsichtsbehörde Alaska Airlines sein internationale Chartergeschäft einzustellen und eine Firma namens Near East Air Transport, deren Präsident James Wooten war und deren Piloten und Flugzeuge allesamt Alaska Air gehörten, beendete die Operation Fliegender Teppich. Near East Transport war einfach Alaska Airlines, die unter einem anderen Namen agierte.

Als Operation Fliegender Teppich im September 1950 endete, hatten 28 Piloten von Alaska Airlines rund 380 Flüge unternommen und 48.818 Flüchtlinge, fast die gesamte jüdische Bevölkerung des Jemen, nach Israel ausgeflogen. Wie durch ein Wunder hatte es nicht einen einzigen Toten oder Verletzten gegeben.

Operation Fliegender Teppich wurde aus Sicherheitsgründen und um Sabotage zu vorzubeugen geheim gehalten. Erst viele Monate später sollten die Öffentlichkeit und die Presse auf die bemerkenswerte Operation aufmerksam werden.

Später sollte Israel sich noch einmal an Alaska Airlines um Hilfe bei der Rettung von Juden wenden, diesmal aus dem Irak. El Al und Alaska Air bildeten in geheimer Partnerschaft eine neue Fluggesellschaft, für die wieder der Name Near East Air Transport verwendet wurde. Die israelische Eigentümerschaft wurde verheimlicht, so dass die Fluggesellschaft ein reines Alaska Airlines-Projekt zu sein schien.

Heute ist Alaska Airlines eine internationale Fluggesellschaft, die 60 Städte in 3 Ländern bedient. Passagiere, die mit Alaska Airlines fliegen, haben keine Ahnung, dass mit der Airline fliegen, die die Juden des Jemen rettete.

Anmerkung:
Auf YouTube gibt es Filmaufnahmen des The Spielberg Film Archive über die jemenitischen Juden, ihre Reise und Ankunft in Israel.

historische Fotos aus Israel (54): der Soldat am Jordan

gefunden auf israellycool – Gänsehautmoment:

Juli 1967: Ein israelischer Soldat erfrischt sich mit einer Tasse Wasser aus dem Jordan. Auf seinem linken Arm ist ihm seine Auschwitz-Nummer eintätowiert.

 

Das Gaza, das die Nachrichten nicht bringen: Rotana Cafe & Restaurant

twitter, 14. Juni 2019: Das Rotana Cafe & Restaurant in Rafah, Gazastreifen. Sieht nett aus.

Der Jihad gegen das christliche Kreuz

Raymond Ibrahim, 7. Juni 2019

Titel-Foto der 15. Ausgabe der Magazins Dabia des Islamischen Staats, Titel: „Brecht das Kreuz“.

Vor kurzem wurde ein 37 Jahre alter muslimischer Migrant in Rom wegen Mordes verhaftet, nachdem er einem Christen in die Kehle gestochen hatte, weil dieser ein Kruzifix um den Hals trug. „Religiöser Hass“ wird bei dem Verbrechen als „verschärfender Faktor“ angeführt.

Das ist kaum das erste Verbrechen aus „ religiösem Hass“, das in Italien im Kontext des Kreuzes geschah. Unter anderem gab es diese:

  • Ein muslimischer Junge afrikanischer Herkunft drangsalierte in der Schule ein 12-jähriges Mädchen, beleidigte sie und schlug schließlich auf sie ein, weil auch sie ein Kreuz trug.
  • Ein muslimischer Migrant drang in eine alte Kirche in Venedig ein und griff deren großes, 300 Jahre altes Kreuz an, brach dessen Arme ab und schrie dabei: „Alles in dieser Kirche ist falsch!“
  • Nachdem ein Kruzifix in der Nähe einer beliebten Moschee zerstört wurde, sagte der Bürgermeister des Bereichs in Bezug auf den/die Täter: „Bevor wir eine Show des Eins seins mit Muslimen veranstalten, sollten sie anfangen unsere Zivilisation und unsere Kultur zu respektieren.“

Fakt ist, dass islamische Feindseligkeit gegenüber dem Kreuz ein felsenfestes Phänomen ist – eines, das Kontinente und Jahrhunderte überschreitet; eines, das viel von der angeborenen Feindseligkeit des Islam gegenüber der Christenheit anzeigt.

Zum ersten ist das Kreuz nicht nur Ur-Symbol der Christenheit – für alle Konfessionen, einschließlich der meisten Formen des ansonsten Bilder stürmenden Protestantismus – sondern es symbolisiert auch den fundamentalen Dissens zwischen Christen und Muslimen. So erklärt Professor Sidney Griffith: „Das Kreuz und die Ikonen verkündeten öffentlich genau die Punkte des christlichen Glaubens, die der Koran, aus Sicht der Muslime, ausdrücklich bestreitet: dass Christus der Sohn Gottes war und dass er am Kreuz starb.“ Entsprechend „erregte die christliche Gepflogenheit das Kreuz zu verehren … oft die Verachtung der Muslime“, so dass es bei den muslimischen Eroberungen christlicher Länder von Anfang an einen „Feldzug zum Ausradieren öffentlicher Symbole des Christentums gab, besonders des bis dahin allgegenwärtigen Zeichens des Kreuzes“.

Dieser „Feldzug“ ist bis zum muslimischen Propheten Mohammed zurückzuverfolgen. Es wird berichtet, er „hatte eine derartige Abscheu vor der Form des Kreuzes, dass er alles mit dieser Form darauf zerschlug, das in sein Haus gebracht wurde“, schreib ein Historiker (Sword and Scimitar, S. 10). Mohammed behauptete auch, dass Jesus (der muslimische ‘Isa) am Ende der Zeiten selbst Wert darauf legen würde „das Kreuz zu zerschlagen“.

Heutige muslimische Geistliche bestätigen das. Scheik Abdul Azis al-Tarifi, ein saudischer Experte für islamisches Recht wurde nach den Urteilen darüber gefragt ob es jemandem – in diesem Fall Christen – erlaubt ist ein Kreuz zu tragen und davor zu beten; er sagte: „Unter keinen Umständen ist es einem Menschen gestattet das Kreuz zu tragen.“ Genauso wenig „darf es jemandem erlaubt werden zum Kreuz zu beten.“ Warum? „Weil der Prophet – Friede und Segen sei mit ihm – befohlen hat es [das Kreuz] zu zerschlagen.“

Die Geschichte des Islam ist ein Spiegel dieser Gesinnung. Der erwähnte Scheik al-Tarifi erklärte zum Beispiel auch, wenn es zu schwierig ist das Kreuz zu zerschlagen – beispielsweise bei einer großen Betonstatue – dann sollten Muslime zumindest versuchen eine ihrer Arme zu verunstalten, „damit sie nicht länger einem Kreuz ähnelt“. Historische und numismatische Beweise bestätigen, dass das Omajjaden-Kalifat, nachdem es im späten siebten Jahrhundert die byzantinische Staatskasse beschlagnahmte, befahl, dass eine oder beide Arme des Kreuzes auf den Münzen unkenntlich gemacht werden sollten, damit das Bild nicht länger einem Kruzifix ähnelt (Sword and Scimitar, S. 54).

Es gibt Zeugenaussagen im Überfluss aus den frühesten Invasionen in das christliche Syrien und Ägypten, dass Muslime systematisch jedes Kruzifix zerschlugen, das ihnen begegnete. Nach Angaben von Anastasius vom Sinai, der während der arabischen Eroberungen im siebten Jahrhundert lebte, „nahmen sich die Dämonen die Sarazenen [Araber/Muslime] zu ihren Gefährten. Und das mit Recht. Letztere sind vielleicht sogar noch schlimmer als die Dämonen“, denn während „die Dämonen regelmäßig vor den Geheimnissen Christi Angst haben“, worunter er das Kreuz zählt, „trampeln diese Dämonen aus Fleisch alles nieder, das ihnen unter die Füße kommt, verspotten es, setze es in Brand, zerstören es“ (Sword and Scimitar, S. 27).

In der Art, wie vor kurzem ein Kreuz mit Fäkalien an eine französische Kirche gemalt wurde, stellten Muslime 1147 in Portugal „mit großem Hohn diese Symbole des Kreuzes zur Schau. Sie spuckten darauf und wischten damit Stuhl von ihren Hintern.“ Jahrzehnte früher „spuckten Muslime in Jerusalem auf sie [Kruzifixe] und verzichteten nicht darauf vor aller Augen auf sie zu urinieren“. Selbst der angeblich „großherzige“ Sultan Saladin befahl: „Wer immer sah, dass das Äußere einer Kirche weiß ist, soll sie mit schwarzem Dreck überziehen“, und befahl „die Beseitigung eines jeden Kreuzes von der Kuppel einer jeden Kirche in den Provinzen Ägyptens“ (Sword and Scimitar, S. 17, 145, 162).

Damit muslimische Feindlichkeit dem Kreuz gegenüber nicht als abweichend betrachtet wird – begrenzt auf irgendeine obskure Aussage Mohammeds oder „uralte Geschichte“ – folgt eine sehr unvollständige Liste an Beispielen dafür, wie das Kruzifix weiterhin jeden „Alltags-Muslim“ in Wut versetzt:

Ägypten: Eine junge koptische Christin namens Maria wurde zu Tode zerfleischt, als ihr Kreuz sie für Randalierer der Muslimbruderschaft als Christin identifizierte. Gleichermaßen wurde der 17-jähirge Ayman, ein koptischer Schüler, von seinem muslimischen Lehrer und Mitschülern zu Tode gewürgt und geschlagen, weil er den Befehl seines Lehrers das Kreuz abzulegen verweigerte.

Pakistan: Als ein Muslim sah, dass Julie Aftab, eine Christin, ein Kreuz um den Hals trug, griff er sie an, zwang er Batteriesäure ihren Hals und spritzte sie ihr ins Gesicht – ihre Speiseröhre ist jetzt dauerhaft geschädigt, sie ist auf einem Auge blind und sie verlor beide Augenlider sowie die meisten ihrer Zähne.

Türkei: Ein zwölfjähriger Junge in der Türkei, der ein silbernes Kettchen mit Kreuz trug, wurde regelmäßig von muslimischen Klassenkameraden und Lehrern bespuckt und geschlagen.

Malaysia: Ein christlicher Friedhof in dem mehrheitlich muslimischen Land wurde mitten in der Nacht von Unbekannten angegriffen und geschändet. Mehrere Kreuze wurden zerstört, wobei ein „schweres Instrument verwendet wurde, um den Schaden anzurichten“. Unabhängig davon randalierte ein muslimischer Mob gegen eine kleine protestantische Kirche wegen des sichtbaren Kreuzes auf dem Gotteshaus. Es wurde rasch entfernt.

Malediven: Die Behörden mussten eine christliche Lehrerin retten, nachdem muslimische „Eltern drohten sie zu fesseln und von der Insel zu zerren“, weil sie „Christentum predigte“. Ihr Verbrechen bestand darin als Teil des Geographieunterrichts in der Klasse einen Kompass zu tragen – der mit einem  Kreuz verwechselt wurde.

Da die Präsenz des Islam in Europa zunimmt, sollte es nicht überraschen, dass auch Angriffe auf Kreuze zunehmen. Abgesehen von den erwähnten Attacken in Italien fanden die Folgenden in Frankreich und Deutschland statt, wo Anschläge auf Kirchen und Kreuze „heimisch“ geworden sind:

  • Ein Muslim führte kapitale Vandalismusanschläge gegen zwei Kirchen aus; dabei verbog er ein massives Bronzekreuz. (Bilder)
  • Christliche Kreuze und Grabsteine auf einem Friedhof wurden von einem Muslim beschädigt und geschändet (betrachten Sie sein Werk).
  • Ein Muslim kam von sich aus zur Behandlung in ein Krankenhaus und verfiel in eine plötzliche Raserei, weil es „zu viele Kreuze an der Wand“ gab. Er bezeichnete die Krankenschwester als „Hexe“ und „Faschistin“ und wurde physisch aggressiv.
  • Nachdem Muslimen eine eigene Sektion auf einem Friedhof gewährt wurde und nachdem ihnen erlaubt wurde ihre ausgeprägt islamischen Feiern abzuhalten, forderten dieselben Muslime, dass christliche Symbole und Kreuze auf dem Friedhof während islamischer Beerdigungen entfernt oder abgedeckt werden sollen.
  • Ein deutschsprachiger Bericht hält fest, dass allein in den Alpen und in Bayern rund 200 Kirchen angegriffen und viele Kreuze zerschlagen worden sind: „Die Täter sind oft jugendliche Randalierer mit Migrationshintergrund.“

Angesichts des oben Berichteten sollte es nicht überraschen, dass Gruppen wie der Islamische Staat in ihren Verlautbarungen an den Westen feindselige Bezüge auf das Kreuz machen: „Wir werden euer Rom erobern, eure Kreuze zerschlagen und eure Frauen versklaven, durch die Erlaubnis Allahs. … Wir werden Angst in die Herzen der Kreuzesanbeter gießen.“ Der Islamische Staat verbreitete sogar einmal ein Video, das zeigte, wie seine Mitglieder Kreuze in und auf mehreren Kirchen in den Gebieten unter seiner Herrschaft zerschlagen (inzwischen sind sie von YouTube gelöscht worden); er köpfte und erstach einen Mann mit seinem eigenen Kruzifix; und er veröffentlichte Bilder seiner Mitglieder, die christliche Kreuze und Grabsteine auf Friedhöfen unter seiner Zuständigkeit zerstörten.

Gleichermaßen erschien im Internet aus dem Libyen nach dem „Arabischen Frühling“ ein Video eines muslimischen Mobs, der einen Gemeinschaftsfriedhof bei Bengasi angriff. Als die Muslime die Grabsteine mit Kreuzen darauf traten und zerstörten, drängte der Mann, der das Video aufnahm, sie „das Kreuz der Hunde zu zerbrechen!“, während er und andere „Allahu Akbar!“ brüllten. Gegen Ende des Videos versammelt sich der Mob um ein riesiges Opferkreuz, das Ehrenmal des Friedhofs und begannen zu „Allahu Akbar“-Rufen darauf einzuhämmern. Andere christliche Friedhöfe in Libyen haben ähnliches erlitten.

Im Irak kamen Bilder eines christlichen Friedhofs auf, der vom Islamischen Staat verwüstet wurde. Zerschlagene und zerstreute Kreuze tauchen auf. Auf einem Bild brachen Jihadisten einen Sarg auf, schlugen der verhutzelten Leiche den Kopf ab und warfen die sie umgebenden Kreuze zu Boden.

So sehen die Geschichte und der Fortbestand des islamischen Hasses auf das Kreuz aus – auf das Symbol, das den Kern des christlichen Glaubens symbolisiert, nämlich den Tod und die Auferstehung Christi, zwei Ereignisse, die der Islam vehement bestreitet.

Der Jihad gegen das Kreuz begann mit Mohammed, wurde von den frühen Kalifen ausgetragen und geht bis in unsere Tage mit den Jihadisten der Welt weiter, ganz zu schweigen vom gelegentlichen „Alltagsmuslim“.

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg – die Geschichte

Pesach Benson, 7. März. 2019 (auf Deutsch ursprünglich veröffentlicht auf Medien BackSpin)

Ein Großteil des israelisch-palästinensischen Konflikts kreist um Land. Es gibt starke christliche, muslimische und tatsächlich auch jüdische Verbindungen zur Region. Aber es gibt ein bestimmtes Stück Land, das voller Geschichte, Symbole und Bedeutung steckt, nicht nur für die in Israel lebenden Juden und Palästinenser, sondern auch für die Menschen rund um die Welt.

Das ist der Tempelberg.

Dieses trapezförmige Plateau sind die heikelsten 37 Ar in Israel, vielleicht sogar in der Welt. Am bedeutendsten ist der mit seinem goldenden Dach glitzernde Felsendom mit seinem Kultstatus. Innerhalb befindet sich der Grundstein, von dem viele glauben, dass er der Ort des Allerheiligsten ist. Am Südende des Plateaus befindet sich die Al-Aqsa-Moschee. Unten an der Westseite der Umfassungsmauer um den Tempel befindet sich die Westmauer.

Foto von Yossi Zamir/Flash90 mit Ergänzungen durch HonestReporting

An jedem beliebigen Tag kommen Pilger aus aller Welt nach Jerusalem, um nach Gott zu suchen oder zumindest für eine Art spiritueller Erfahrung. In fußläufiger Nähe zum Tempelberg befinden sich der Zionsberg, der Ölberg, die Grabeskirche, die Via Dolorosa, der Siloah-Teich und der Hesekiel-Tunnel sowie weitere mit der Bibel in Verbindung stehende Orte.

Bei so vielen heiligen und historischen Stätten: Warum ist der Tempelberg der eine Ort, der so viel mehr Leidenschaften entfacht?

Die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg gehen tief. In der jüdischen Tradition wird der Tempelberg als heiligster Ort der Welt betrachtet, die Stelle des ersten und des zweiten Tempels, gebaut jeweils von König Salomo und Serubbabel. Ground Zero wäre das Allerheiligste, dass innerste Heiligtum, das der Hohepriester nur einmal im Jahr betrat.

Auf Hebräisch als Har HaBayit(Tempelberg) oder Har HaMoriah (Berg Moriah) bekannt, ist die Heiligkeit des Tempelbergs derart überragend, dass viele praktizierende Juden nicht in einem Zustand ritueller Unreinheit (dazu unten mehr) dort hingehen. Diese Einschränkung zu Besuchen kompliziert die Bemühungen die jüdischen Bande zum Tempelberg zu stärken. Die Stelle, die dem Tempel am nächsten ist, wo die weit überwiegende Mehrheit der Juden betet, ist die Westmauer, eine Stützmauer um den Tempelberg.

Vom Grundstein (auf Hebräisch even ha-Schtiyya), der sich innerhalb des Felsendoms befindet, nehmen viele an, dass er die Stelle ist, wo die Bundeslade im Allerheiligsten stand, der erste Ort, wo am dritten Schöpfungstag die Erde erschien und die Stelle, wo Abraham seinen Sohn Isaak als Opfer vorbereitete.

Gemäß der jüdischen Tradition wird auch der dritte Tempel dort gebaut werden.

Die Muslime kennen den Tempelberg als Haram al-Scharif (das edle Heiligtum). Die Al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Stätte des Islam.

Ein Großteil der Berühmtheit des Tempelbergs entstammt der Geschichte der Nachtreise des Propheten Mohammed. Gemäß dem Islam flog Mohammed von Mekka auf einem geflügelten Pferd nach Jerusalem, das oben auf der Westmauer landete. Vom Grundstein stieg er in den Himmel auf und traf dort andere Propheten, bevor er nach Mekka zurückkehrte.

Der Felsendom gehört zu den ältesten Werken vorhandener islamischer Architektur und seine glitzernde goldene Kuppel ist das kultigste heute mit Jerusalem verbundene Bild. Auf Arabisch wird die Westmauer nach dem Pferd Buraq-Mauer (Hait al-Buraq) genannt.

Für Christen ist der Tempel der Ort, wo Jesus als Junge vorgefunden wurde, wie er mit den rabbinischen Ältesten diskutierte (Der zwölfjährige Jesus im Tempel) und wo er später die Geldwechsler und Händler vertrieb (Tempelreinigung).

Die historischen jüdischen Wurzeln des Christentums machen den Tempelberg zu einer sehr beliebten Pilgerstätte. Obwohl sie keine formale Rolle in der Verwaltung der heiligen Stätte haben, verfolgen Kirchenführer die Entwicklungen auf dem Tempelberg und äußern sich oft zu Fragen in Sachen seines Status quo. Man nimmt an, dass die Überbleibsel eines Mosaiks aus der Byzantinerzeit, das unter der Al-Aqsa-Moschee – die einzige dort je vorgenommene archäologische Grabung – gefunden wurden, die Reste einer Kirche oder eines Klosters sind.

Der Zweck dieses Artikels besteht nicht darin die Ansprüche irgendeiner Seite zu beweisen oder zu widerlegen, sondern die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg besser zu verstehen.

Der Status quo

Die bestehenden Umstände der Verwaltung des Tempelbergs gehen bis 1967 zurück, als Israel Ostjerusalem von Jordanien eroberte. Tage nach dem Krieg traf sich Verteidigungsminister Mosche Dayan mit Jerusalems muslimischen Führern. Weil er einen Religionskrieg fürchtete, stimmte Dayan zu die von Jordanien geführte Islamische Waqf weiterhin den Tempelberg verwalten zu lassen.

(Eine Waqf ist eine Treuhandverwaltung. Die heute den Tempelberg beaufsichtigende Waqf ist auch für die anderen muslimischen Institutionen in Jerusalem verantwortlich, einschließlich Schulen, Moscheen, Religionsgerichten, Waisenhäusern, Bibliotheken, Museen und anderen Immobilien.)

Der aus diesem Treffen gekommene informelle Status quo sieht wie folgt aus:

  • Juden und Nichtjuden soll es erlaubt sein den Tempelberg zu besuchen.
  • Juden und Nichtjuden, die den Tempelberg besuchen, werden die muslimischen religiösen Gefühle respektieren.
  • Juden und Nichtjuden ist es nicht erlaubt auf dem Tempelberg zu beten.
  • Die Westmauer sollte der Hauptort für jüdisches Gebet sein.
  • Die islamische Waqf sollte die alltägliche Verwaltung des Tempelbergs beaufsichtigen, während Israel die „Gesamtsouveränität“ behalten sollte.

Nach dem Krieg verabschiedete die Knesset das Gesetz zur Erhaltung der Heiligen Orte, das den freien Zugang und Schutz der heiligen Orte unter israelischer Zuständigkeit sicherstellen sollt, einschließlich des östlichen Jerusalem.

Israelische Fallschirmjäger auf dem Ölberg betrachten während des Sechstagekriegs den Tempelberg

Die israelischen Gerichte haben die Aufgabe des Verbots von jüdischem Gebet abgewiesen. In einem Urteil zu einem Fall, bei dem die Polizei einen Juden wegen Gebets vom Tempelberg warf, schrieb der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Aharon Barak:

Das Grundprinzip lautet, dass jeder Jude das Recht hat den Tempelberg zu betreten, dort zu bten und Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu haben. Das ist Teil der religiösen Freiheit anzubten, es ist Teil der freien Meinungsäußerung. Doch wie bei jedem Menschenrecht ist das nicht absolut, sondern ein relatives Recht… Tatsächlich ist es, in einem Fall, bei dem es so gut wie sicher ist, dass das öffentliche Interesse verletzt wird, wenn die Rechte auf freie Religionsausübung zu Gbet und freier Meinungsäußerung einer Person umgesetzt werden, möglich die Rechte der Person einzuschränken, um das öffentliche Interesse zu wahren.

Das israelisch-jordanische Friedensabkommen von 1994 (Artikel 9) verankerte eine „Sonderrolle“ der jordanischen Monarchie in der Verwaltung der heiligen Stätten Jerusalems, einschließlich des Tempelbergs. In einer Sonderabmachung mit der palästinensischen Befreiungsorganisation von 1994 übergab jedoch Jordanien die Rolle des Großmuftis – der führenden religiösen Persönlichkeit – an die Palästinenserführung. Der aktuelle Großmufti, ernannt von Mahmud Abbas und mit Gehalt der PA, ist Mohammed Hussein, der jüdische Verbindungen zum Tempelberg zurückweist – insbesondere bestreitet, dass der Tempel dort je existierte.

Vor kurzem, im Februar 2019, erweiterte Jordanien die Größe des Waqf-Rats, um mehr Palästinenser unterzubringen. Der vergrößerte Rat schließt den ehemaligen Mufti Ikrama Sabri ein, der Ankara nahe steht und hilft den türkischen Einfluss in Jerusalem auszuweiten.

Die Geschichte des Tempelbergs

Schöpfung: Nach jüdischer Tradition war der Tempelberg das erste Land, das erschien, als Land und Waser am dritten Tag der Schöpfung getrennt wurden.
ca. 2000 v.Chr.: Abraham bereitet Isaak als Opfer vor (1. Mose 22).
ca. 1000 v.Chr.: König David kauft die Tenne von Arunah, dem Jebusiter (2. Samuel 24 und 1. Chronik 21). Der Kauf markiert den Beginn der formellen jüdischen Verbindung zum Tempelberg.
825 v.Chr.: Salomo baut den ersten Tempel.
423 v.Chr.: Der babylonische König Nebukadnezar zerstört den ersten Tempel.
353 v.Chr.: Juden bauen den zweiten Tempel.
164 v.Chr.: Hasmonär-Aufstand gegen die Griechen, reinigen und weihen den Tempel neu; an die Ereignisse erinnert das Hanukkah-Fest.

Ein Modell des zweiten Tempels nach der Renovierung durch König Herodes.

20 v.Chr.: König Herodes beginnt mit der Renovierung des Tempels, baute den Tempelberg aus und baute eine Stützmauer um ihn herum. (Die Westmauer ist der einzige verbleibende Teil dieser Stützmauer.)
70 n.Chr.: Die Römer zerstören den zweiten Tempel, bauten darauf einen Tempel für Jupiter Capitolinus.
335 n.Chr.: Die Byzantiner weihen die Grabeskirche. Sie betrachteten die Zerstörung des Tempels als Erfüllung des christlichen Sieges über die Juden. Da die christliche Gottesverehrung zur Grabeskirche verlagert wird, wird der Tempelberg zur Müllkippe.
638 n.Chr.: Omajjaden-Muslime erobern Jerusalem und beginnen den Tempelberg aufzuräumen.
692 n.Chr.: Die Omajjaden vollenden den Bau des Felsendoms.
705 n.Chr.: Die Omajjaden bauen die Al-Aqsa-Moschee an der Stelle eines kleinen muslimischen Gebetshauses am Rand des Tempelbergs.
1099: Christlich Kreuzfahrer erobern unter der Führung von Gottfried von Bouillon Jerusalem. Sie konvertieren den Felsendom in eine Kirche und die Al-Aqsa in den Templer-Hauptsitz.
1187: Die Ayyubiden erobern unter der Führung von Saladin Jerusalem von den Christen und renovieren den Felsendom und die Al-Aqsa.
1517: Die Osmanen erobern das heilige Land.
1917: Britische Streitkräfte besiegen im Ersten Weltkrieg die Türken. Von Großbritannien in den Obersten Muslimrat ernannten Palästinensern wird die Verantwortung für die Verwaltung des Tempelbergs übergeben.
1948: Der israelische Unabhängigkeitskrieg. Jordanien besetzt Ostjerusalem einschließlich des Tempelbergs. Der von Jordanien betriebenen Waqf wird die Verantwortung für die Aufsicht über den Tempelberg gegeben.
1967: Israel erobert im Sechstage-Krieg den Tempelberg.
1996: In Verletzung des Status quo beginnt die islamische Waqf den Umbau eines Durchgangs im Untergrund in eine massive Gebetshalle, die Marwani-Moschee genannt wird. Tausende Tonnen Erde und Schutt, die Überreste von Altertümern aus der Zeit der Tempel beinhalten, werden ohne archäologische Aufsicht abgekippt. Die Waqf tut Vorwürfe der systematischen Tilgung jüdischer Verbindungen zum Tempelberg ab.
2017: Zwei israelische Polizisten werden von einem Terroristen getötet, der eine Schusswaffe auf den Tempelberg schmuggelte. Palästinenser randalieren, als Israel Metalldetektoren installiert, die später entfernt werden.

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg in der Tradition

Juden an der Westmauer betrauen an Tischa B’Av die Zerstörung des Tempels.

Jüdische Verbindungen zum Tempelberg sind über Jahrhunderte hinweg durch eine Reihe jüdischer Bräuche am Leben erhalten, darunter:

  • Rund um die Welt beten Juden mit Blickrichtung auf Jerusalem.
  • In Jerusalem beten Juden mit Blick zum Tempelberg.
  • Theoretisch würden auf dem Tempelberg betende Juden mit Blick in Richtung des Allerheiligsten.
  • Jüdische Gebete dreimal am Tag beinhalten die Bitte um die Restaurierung des Tempels.
  • Von einem Juden, der die Ruinen des Tempels sieht, wird erwartet, dass er seine Kleidung zerreißt und sagt „Unser Haus der Heiligkeit und Pracht, in dem unsrer Vorfahren Dich singend priesen, und alles, das wir so sehr schätzten, ist zerstört worden.
  • Juden fasten und trauern wegen der Zerstörung der Tempel, die beide an Tischa B’Av fielen.
  • Das Pessah-Seder und die Gebete an Yom Kippur enden beide mit den Worten „Nächstes Jahr im wiederaufgebauten Jerusalem“, was sich auf den Tempel bezieht.
  • Bei jüdischen Hochzeiten zertritt der Bräutigam ein Glas und zitiert Psalm 137, dass Jerusalem nicht vergessen wird und „möge meine Zunge an meinem Gaumen festkleben, … wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe“.
  • As zusätzliches Zeichen der Trauer werden jüdische Verbindungen zum Tempelberg von vielen praktizierenden Juden betont, indem sie einen kleinen Teil ihres Hauses unverputzt und unangestrichen lassen.

Trotz der lange andauernden jüdischen Verbindungen zum Tempelberg verbieten viele rabbinische Autoritäten Juden das Gelände zu betreten, weil die Regeln zur rituellen Reinheit für bestimmte Bereiche weiter gelten. Die genaue Position der inneren Höfe des Tempels und des Allerheiligsten sind wegen der im Talmud beschriebenen verschiedenen Möglichkeiten die Maße des Tempelbergs zu verstehen nicht gesichert; außerdem ist der Tempelberg beträchtlich größer als er es war, als der Talmud festgelegt wurde.

In den vergangenen Jahre haben einige rabbinische Meinungen argumentiert, dass Juden die Bereiche des Plateaus zu betreten, die gesichert nicht zu den inneren Höfen oder dem Allerheiligsten gehörten, weil die Gebote der rituellen Reinheit nicht auf den gesamten Tempelberg gelten. Einige Rabbiner ermutigen Juden sogar das Plateau zu besuchen, um die jüdischen Verbindungen zum Tempelberg aktiv zu behalten.

Die Einzelheiten dieser Entscheidungen und die Fragen, die sie aufwerfen, gehen über den Umfang dieses Artikels hinaus.

Ein Luftbild des Tempelbergs

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Jüdische Verbindungen zum Tempelberg zurückzuweisen hilft den Palästinensern jüdische Ansprüche auf Jerusalem zu untergraben und das Konzept Israels als jüdischer nationaler Heimat zu leugnen. Das ist der Grund, weshalb Palästinenser wertschätzen, dass Organisationen wie die UN Educational, Scientific and Cultural Organization (UNSCO) Resolutionen verabschieden, die darauf bestehen, dass Israel keine rechtlichen und historischen Ansprüch auf Jerusalem haben.

Weil der Tempelberg ins Herz des Kerns jüdischer, muslimischer und christlicher Narrative geht, stellt er die größte Streitfrage für die Zukunft von Vereinbarungen zwischen Israel und den Palästinensern dar.

Fotos/Bilder: CCO Pixabay; Stern, Halbmond und Kreuz via Wikimedia Commons; Zweiter Tempel via Wikimdia Commons; Tischa B’Av via Wikimedia Commons; Luftbild via Wikimedia Commons.