Das sich ausdehnende dunkle Universum des Antisemitismus

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; auf Englisch auch veröffentlicht auf BESA Center, 11. März 2020)

Im weltweiten Kampf gegen die vielen Antisemiten ist eine Definition dieses Hasses unerlässlich. Das ist der Grund, weshalb eine Reihe von Ländern, Städten, Universitäten und anderen Institutionen in Europa die nicht rechtsverbindliche Antisemitismus-Arbeitsdefinition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) für den internen Gebrauch angenommen haben.[1]

Dieser Text wurde 2016 vom Vorstand der IHRA genehmigt, der aus den Repräsentanten von 34 Ländern besteht.[2] Die meisten sind Mitglieder der EU, zu den weiteren gehören unter anderem die USA, Kanada und Australien. Die Genehmigung durch alle Mitgliedstaaten war für die Annahme der Definition notwendig.

Das Definitionsdokument der IHRA beinhaltet auch elf Beispiele für Antisemitismus. Eine Reihe von ihnen betreffen Israel. Dennoch würde sich eine gesonderte Definition des Antiisraelismus lohnen. Keine Definition, auch nicht die der IHRA – selbst wenn die Initiatoren viele weitere Beispiele hinzugefügt hätten – kann der Abdeckung der Vielzahl der Fälle nahe kommen, die Elemente des Antisemitismus beinhalten oder berühren. Das ist zum Teil das Ergebnis der postmodernen Zeit, in der wir leben. Viele Dinge sind bruchstückhaft und Antisemitismus ist eines davon.

Es gibt ein riesiges dunkles Universum voller Dinge, die Antisemitismus über die IHRA-Definition hinaus berühren. Viele davon gab es in der klassischen Periode religiöser und nationalistischer/ethnischer Versionen des Antisemitismus vor dem Zweiten Weltkrieg nicht. Eine Reihe ausgesuchter Beispiele wird das illustrieren.

Dem institutionellen Antisemitismus in der britischen Labour Party ist viel Aufmerksamkeit gewidmet worden. Das kam klar an die Öffentlichkeit, nachdem Jeremy Corbyn im September 2015 zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. Er hat bei zahlreichen Gelegenheiten antisemitische Einstellungen gezeigt. Dennoch ist die IHRA-Definition bei der Identifizierung davon nicht hilfreich. Sie deckt sein Willkommen der Repräsentanten der völkermörderischen Bewegungen Hamas und Hisbollah im Unterhaus[3] nicht ab. Diejenigen, die die Definition entwarfen, haben zudem die Äußerungen Corbyns nicht vorhersehen können, der diese Repräsentanten extrem mörderischer antiisraelischer Terrororganisationen als seine „Freunde“ und „Brüder“ bezeichnete.[4] Die IHRA-Definition deckt zudem Corbyns – auch finanzielle – Unterstützung der Organisation eines Holocaust-Leugners[5] und das gemeinsame Podium mit einem weiteren Holocaust-Verdreher ab.[6]

Ein weniger transparentes Beispiel im Antisemitismus-Universum betrifft Bernie Sanders, einen führenden jüdischen Bewerber in den Präsidentschaftsvorwahlen der US-Demokraten. Wenn er von den Palästinensern spricht, verweist er auf ihre Würde.[7] Man fragt sich, wie die Würde derer aussieht, die bei den palästinensischen Parlamentswahlen 2006 der Hamas die Mehrheit gaben; diese erklärt offen, dass es ihr Auftrag ist massiv Juden zu ermorden. Andererseits spricht Sanders von Israels „rassistischer Regierung“ und seinem „rassistischen Premierminister“.[8] Die Kombination dieser Äußerungen zeigt Sanders’ Affinität zu extremen palästinensischen Antisemiten.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatten Antisemiten keinen Grund ihren Antisemitismus zu verstecken. Dieser Hass war in Europa vollauf akzeptabel. Heutzutage ist Antisemitismus im Mainstream der Gesellschaften des Westens ausdrücklich nicht mehr politisch korrekt. Daher ist Vernebelung – als Antisemit vorzugeben, man sei kein solcher – recht produktiv eingesetzt worden. Ein Antisemit könnte sogar fälschlich behaupten, der sei ein „Freund Israels“. Eine detaillierte Analyse der Äußerungen des ehemaligen deutschen Außenministers und sozialistischen Parteichefs Sigmar Gabriel zu Israel illustriert dies.[9]

Etwas, das das Verständnis des zeitgenössischen Antisemitismus entscheidend verkompliziert, beseht in der Mutation des Haupttypus der Antisemiten in der westlichen Welt. Während des Aufstiegs und der Herrschaft der Nazis waren viele Judenhasser Vollzeit-Antisemiten. Das war nicht nur bei Deutschen der Fall. Zum Beispiel gehörte Vidkun Quisling, während des Krieges norwegischer Premierminister, in diese Kategorie. Heute sind die meisten jedoch Teilzeit-Antisemiten.

Ein solcher Teilzeit-Antisemit könnte sogar nur eine einzige wichtige antisemitische Äußerung tätigen, ohne sie zu wiederholen. Ein Beispiel für einen Einmal-Antisemiten ist der deutsche Botschafter bei der UNO, Christoph Heusgen. Zur Erklärung der vielen antiisraelischen Abstimmungen seines Landes gab Heusgen im März 2019 in der UNO eine niederträchtige Erklärung ab: „Wir glauben, dass das internationale Recht am besten geeignet ist, Zivilisten zu schützen, damit sie in Frieden und Sicherheit leben können, damit sie ohne Angst vor israelischen Bulldozern oder Hamas-Raketen leben können“, sagte Heusgen im März unter anderem.“[10]

Die größte deutsche Tageszeitung, BILD, schrieb eine Antwort auf Heusgens Äußerung, in der er palästinensische Raketen mit israelischen Bulldozern gleichsetzte. Sie merkte an: „Diese Gleichsetzung ist pure Häme in einer Woche, in der die israelische Bevölkerung immer wieder vor Raketen-Beschüssen der Hamas-Terroristen fliehen musste. Heusgens Anspielung auf die Bulldozer bezieht sich hingegen auf Maßnahmen der israelischen Regierung gegen ungenehmigte Bauten, von denen vor allem Palästinenser, aber auch israelische Siedlungen betroffen sind.“[11] Das Simon Wiesenthal Center nahm Heusgens UNO-Äußerung in seine Liste der wichtigsten antisemitischen Vorfälle des Jahres 2019 auf.[12]

Da Antisemitismus politisch nicht korrekt ist, haben seine Leugnung, Beschönigung und Bagatellisierung exponentiell zugenommen. Die britische Labour Party ist ein Paradebeispiel. Sie steckt voller Antisemitismus-Beschöniger. Eine Umfrage unter zahlenden Labour-Mitgliedern im März 2018 stellte fest, dass 47% sagten, Antisemitismus sei ein Problem, aber das Ausmaß des Problems werde übertrieben, „um der Labour Party und Jeremy Corbin zu schaden oder Kritik an Israel zu abzuwürgen“. Weitere 31 Prozent sagten, Antisemitismus sei kein ernstes Problem. 61 Prozent glaubten, Corbyn handhabe die Antisemitismus-Vorwürfe gut.[13]

Für solche Verschleierung sind viele Techniken entwickelt worden. Man findet sogar Beschöniger extremer Fälle von Antisemitismus. Die naziartigen Umzugswagen beim Karneval im belgischen Aalst im Februar 2020 wie auch ein Jahr zuvor sind ein Beispiel dafür.[14]

Louis Farrakhan ist Amerikas führender Antisemit. Viele seiner Äußerungen über Juden erfüllen die Definition der IHRA. Er hat Juden als „Termiten“ und „Giftmischer“ bezeichnet.[15] Doch wie beschreibt man Leute, die seine Gesellschaft suchen? Ist gewollt mit ihm fotografiert zu werden eine antisemitische Tat? Vermutlich nicht, aber es ist ein weiterer dunkler Fleck im Universum des Antisemitismus. Es ist das, was Barack Obama 2005 machte, bevor er verkündete, dass er sich um die Präsidentschaft bewirbt. Später schaffte Obama es, dieses Foto einige Jahre lang zu unterdrücken.[16] Verschiedene demokratische Kongressmitglieder und Gründer des Women’s March suchten ebenfalls die Nähe zu Farrakhan.[17][18]

Zu behaupten, dass die Juden selbst die Ursache von Antisemitismus sind, war in den historischen Ursprüngen ein Schlüsselfaktor dieses Hasses. Als Christen Juden brutal behandelten, behaupteten sie, dass das sich daraus ergebende Leiden der Juden Gottes Strafe dafür sei Jesus nicht anzuerkennen. Dieses Motiv jüdischer Schuld kehrt in vielen Versionen wieder. Sawsan Chebli, die sozialistische Staatssekretärin für außenpolitische Angelegenheiten in Berlin, twitterte einen Tag nach der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz dieses Jahr: „Ist ja alles traurig, was damals passierte. Aber dass der Hass wieder aufkommt, da sind die Juden nicht ganz unschuldig. Siehe Siedlungspolitik, Annexion…“ Das höre ich sehr oft, und zwar nicht von Muslimen, Arabern oder Flüchtlingen, sondern von Deutschen ohne Zusatz.“[19]

The Berlin Spectator berichtete, Burkard Dregger, CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, beschuldigte Chebli der Verbreitung von klassischem Antisemitismus und die Juden für ihr Leiden in der Vergangenheit verantwortlich zu machen. [20] Andererseits hat Chebli sich aktiv gegen Antisemitismus ausgesprochen und hat dafür sogar einen Preis erhalten. Sie ist repräsentativ für eine ambivalente Form des Antisemitismus. Man könnte auch sagten, dass sie eine bipolaren Einstellung zu diesem Hass hat.

Es gibt viele weitere Beispiele, die in das dunkle Universum des Antisemitismus gehören. In diesem sich ausdehnenden Universum treten im Verlauf der Zeit neue davon auf.

[1] http://www.holocaustremembrance.com/working-definition-antisemitism

[2] http://www.holocaustremembrance.com/about-us/our-partners

[3] http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/13/jeremy-corbyn-labour-leadership-foreign-policy-antisemitism

[4] ebenda

[5] http://www.telegraph.co.uk/news/2017/05/20/jeremy-corbyns-10-year-association-group-denies-holocaust/

[6] www.theguardian.com/politics/2018/aug/01/jeremy-corbyn-issues-apology-in-labour-antisemitism-row

[7] http://www.jpost.com/American-Politics/Bernie-Sanders-Im-pro-Israel-but-we-must-treat-Palestinians-with-dignity-608540

[8] http://www.newsweek.com/bernie-sanders-calls-israels-netanyahu-reactionary-racist-says-hed-consider-moving-embassy-1489109 www.timesofisrael.com/sanders-netanyahu-is-racist-us-must-also-be-pro-palestinian/ www.timesofisrael.com/netanyahu-gives-restrained-response-after-sanders-calls-him-a-racist/ www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/276245

[9] www.inss.org.il/sigmar-gabriel-german-foreign-minister/

[10] www.jpost.com/Diaspora/Antisemitism/German-UN-ambassador-makes-list-of-worst-antisemiticanti-Israel-incidents-610660

[11] www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/deutscher-uno-botschafter-provoziert-hitzige-debatte-um-gaza-konflikt-60895806.bild.html

[12] www.wiesenthal.com/about/news/top-ten-worst-anti-semitic.htm

[13] www.thetimes.co.uk/article/labour-poll-says-antisemitism-row-is-exaggerated-8tdj7wffh

[14] www.ad.nl/binnenland/beledigende-carnavalsoptocht-in-vlaamse-aalst-zonder-problemen-verlopen~a387fa03/

[15] www.jewishvirtuallibrary.org/minister-louis-farrakhan-in-his-own-words

[16] www.ajc.com/news/local/could-this-long-lost-photo-have-derailed-obama-2008-campaign/jC8NKhQr6a72VjRYY9o0EM/

[17] https://abcnews.go.com/Politics/republican-jewish-coalition-calls-resignation-democrats-ties-farrakhan/story?id=53601481

[18] www.harpersbazaar.com/culture/politics/a25920871/womens-march-controversy-explained-louis-farrakhan/

[19] https://twitter.com/SawsanChebli/status/1222159170306179073; https://berlinspectator.com/2020/01/29/berlin-state-secretary-stirs-outrage-with-tweet-1/

[20] ebenda

Ich verwahre mich…

… gegen diese anmaßende, boshafte Vereinnahmung durch den Vatikan.

Ich bin Christ. Entschiedener Christ. Bibeltreuer Christ.
Wenn der Vatikan behauptet eine christliche Sichtweise zu verkünden, dann behauptet die Kurie, sie spräche auch für mich.
Das ist eine Anmaßung. Tut der Haufen abgehobener Kleriker nämlich nicht. Schon gar nicht, wenn solche Sachen behauptet werden:

– Die Lage der Christen im Westjordanland ist wegen Israel katastrophal.

– Israel kolonisiert das Westjordanland.

– Egal wer bei der Wahl gewinnt, es wird sich nichts ändern, weil alle den Trump Plan befürworten.

Erstens ist die Lage der Christen in Judäa und Samaria sowie dem Gazastreifen allein den Terroristen von der PA, Hamas usw. geschuldet. Es müsste aber selbst dem dümmsten Ignoranten auffallen, dass es den Christen in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen erst immer schlechter geht, seit die selbsternannten Palästinenser dort etwas zu sagen haben. Sollte man vertreten Israel sei die Ursache der Notlage der Christen, dann vielleicht höchstens so: weil Israel es zugelassen hat, dass die PLO dort die Macht übergeben wurde. Aber das meinen die Israelhasser von Papst Franz ja nicht.

Zweitens: Judäa und Samaria werden nicht von Israel kolonisiert. Kolonisierung würde bedeuten, dass Menschen dort Land weggenommen, sie vertrieben und ausgebeutet werden. Trifft alles nicht zu. Die Siedlungen wurden auf ungenutztem Brachland errichtet, für das kein Nachweis von arabischem Privatbesitz existiert. Wo das anders ist, werden die illegalen Außenposten immer abgerissen. Kein einziger Araber wurde dafür vertrieben.
Die jüdischen Siedler beschäftigen palästinensische Araber, sorgen dafür, dass diese ein Auskommen haben, das deutlich besser ist als alles, was die Araber selbst schaffen. Die Juden investieren, sie beuten nicht aus.

Drittens: Der Trump-Plan ist nicht die Bibel. Es liegt an den Konfliktparteien vor Ort für Frieden zu sorgen. An beiden Seiten. Israel ist immer dazu bereit gewesen, hat immer Verhandlungen angeboten, hat mehrfach Vorschläge gemacht. Die Araber dagegen haben immer alles abgelehnt, keine Gegenvorschläge gemacht – wenn denn überhaupt einmal verhandelt wurde. Was der Vatikan anscheinend vertritt ist einzig: Gebt den Terroristen, was sie wollen – lasst euch vernichten.

Und das soll eine christliche Sicht sein? Das ist höchstens eine vatikanische Sicht, noch nicht einmal eine katholische, denn ich kenne jede Menge katholischer Israelfreunde, die diese Haltung des Vatikan heftig ablehnen. Wenn der Vatikan von einer christlichen Sicht spricht, dann ist das mehr als anmaßend. Es arrogant und verleumderisch. Und die Lügen, die damit verbreitet werden sind zutiefst unchristlich.

Man darf sich doch hoffentlich wenigstens noch wundern…

gefunden auf gab.com:

Diese zwei kurzen Sätze sagen dir eine Menge über unsere Regierung und unserer Kultur:

1. Uns wird geraten nicht ALLE Muslime nach dem Tun von ein paar wenigen Verrückten zu beurteilen
aber: Wir werden ermutigt ALL Waffenbesitzer nach dem Tun von ein paar Irren zu beurteilen.
Interessant, wie das funktioniert.

Und iher ist es noch einer wert darüber nachzudenken:

2. Es scheint so, als würden wir ständig hören, der Sozialversicherung würde das Geld ausgehen.
Wie kommt es, dass wir nie zu hören bekommen, dass der Sozialhilfe das Geld ausgeht?
Interessant ist: Die erste Gruppe arbeitete für ihr Geld, die zweite aber nicht.

Tiefgreifend, oder? Denken Sie mal drüber nach. Geben Sie es weiter.

Überträgt man das von de USA (woher es stammt) auf unsere politische Unkultur:

Wenn ein abgehalfterter Pöbler in Politik (weiter-) macht

Ralf „Pöbel-Ralle“ Stegner ist auf dem SPD-Bundesparteitag abgeschossen worden. Eigentlich müsste er einsehen, dass seine Zukunft im politischen Nichts liegt. Er tut aber so, als sei er immer noch DER aktuelle Sprechapparat der Partei und äußert sich zu allem und jedem. Wobei er einfach nicht begreifen will, dass er vor allem Unsinn schwatzt. Aktuelles Beispiel: Der Trump-Friedensplan. Inhaltlich haben die linken Strohköppe nicht wirklich etwas beizutragen. Und so verfällt auch der Schleswig-Holsteiner Meckerpott mit der ewig mürrischen Fratze in nur scheinbare Sachlichkeit:

Was ist an dieser Bemerkung unsachlich? Ganz einfach:

Die Terrorführung um Mahmud Abbas in Ramallah hat sich jeglicher Beteiligung enthalten, sie brüsk verweigert. Warum? Ganz einfach:

Erstens wussten sie, dass Trump nicht nach ihren Pfeife tanzt und zu Ungunsten Israels auf ihre sämtlichen Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, sondern auch ihnen einiges abverlangen wird. Das geht nach ihrem Dafürhalten ja nun gar nicht. Also bleibt man allem fern, was nach Verhandlungen aussehen könnte.

Zweitens wissen die Terroristen die EU-ropäer hinter sich. Die sind Trump-Hasser, stehen grundsätzlich nicht auf der Seite Israelsund machen ihnen ständig Mut, ihre Verweigerungshaltung durchzuziehen und vor allem ihre Maximalforderungen aufrecht zu erhalten. Das Bekenntnis zur Sicherheit Israels ist ein reines Lippenbekenntnis – das ständig wiederholt wird, aber in der Praxis der Forderungen an Israel ausschließlich negiert wird.

Drittens ist da die Frage nach dem Selbstbestimmungsrecht – das ausschließlich den Palästinensern zugestanden wird, während Israel zu parieren hat. Welches Selbstbestimmungsrecht übrigens? Das Recht Juden zu morden, Israel zu vernichten und einen reinen Araberstaat zwischen Jordan und Mittelmeer zu errichten? DAS sind nämlich die Parameter, über die die Palästinenser sich definieren. Reiner Israel- und Judenhass, der schon den Kindern – auch und gerade über Medien und von EUropa geförderte Schulen – eingeimpft wird.

Oder das Recht Israel alle Rechte abzuerkennen? Zu tun und zu lassen, was immer ihnen in den Sinn kommt, um Israel seine Rechte zu negieren? Verträge nicht ansatzweise einzuhalten und sich über alles hinwegzusetzen, was vereinbart wurde (s. z.B. die „Area A“, in der die PA gemäß den Oslo-Vereinbarungen nichts zu sagen hat, sondern abwarten muss, bis ein VERHANDELTES Abkommen ihr dort ihre Rechte zugesteht)?

Viertens: die sozioökonomischen Perspektiven: Die hat es zuhauf gegeben, mit der Hilfe und Unterstützung (gutgläubiger) Israelis, die gemeinsame Industriegebiete einrichteten, gemeinsame Firmen, jede Menge Araber aus den PA-Gebieten arbeiten in Israel; Netanyahu hatte als Finanzminister versucht die PA-Gebiete mit Wohlstand zuzuschütten, um den Lebensstandard für die Araber zu verbessern.

Alles hat nicht geholfen. Alles wurde ausgenutzt, um Israelis zu terrorisieren, zu ermorden und das Einkommen der PA nicht für die Verbesserung der Infrastruktur, nicht für den Aufbau positiver Institutionen, Friedenserziehung und ein friedliches Klima untereinander und zu Israel zu schaffen. Stattdessen wurde Hass gepredigt, Stimmung gegen Israel gemacht und weiterhin das Volk dahin gehend gedrillt, dass man „ganz Palästina befreien“ und die Juden vertreiben wird.

Wenn das die Selbstbestimmung der Palästinenser und die ökonomisch-soziale Perspektive ist, die die Palästinenser bekommen sollen – haben sie längst, ständig, über 25 und mehr Jahre bewiesen. Eine andere Perspektive hätten sie längst haben können, sie wurde ihnen lange angeboten. Wird ihnen heute noch angeboten. Aber sie wollen sie nicht – jedenfalls nicht die Typen, die dort das Sagen haben. Die wollen (Juden-) Mord und Terror. Und ihnen das weiter zu ermöglichen ist das, was Herr Stegner mit seinen Pöbeleien heftig propagiert. Ich kenne da so ein, zwei Worte, die das beschreiben…

Palästina ist keine Religion?

Gerd Buurmann schreibt am 29.01.2020:

Palästina ist keine Religion. Palästina ist lediglich eine Gebietsbeschreibung. Palästinenser können Muslime, Christen, Juden, Atheisten und vieles mehr sein. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war „Palästinenser“ sogar ein Synonym für Jude. Palästinensische Juden gibt es schon in der Antike, zu einer Zeit also, als es noch keinen Islam und noch kein Christentum gab.

Meistens schätze ich seine Meinung. Hier nicht; obwohl: der Rest des Textes ist lesenswert.

„Palästina“ ist keine Religion? Das wüsste ich aber. Man schaue sich an, wie die Anhänger der Palästinenser – vielleicht sollte ich lieber „Palästinianismus“ oder „Palästinensertum“ schreiben – sich verhalten:

Sie hängen an jedem Wort, das von den Terroristen kommt und glauben es unbedingt, unbesehen und vor allem ungeprüft.

Sie marschieren stets auf, wenn etwas passiert, das ein Anhänger „Palästinas“ als negativ empfindet.

Sie verwahren sich gegen jede Kritik an ihrem Verhalten, ihrem Glauben und den Worten der Propheten des Palästinensertums.

Sie verwünschen jeden, der es wagt sich den Lehren ihres Glaubens zu verweigern, geschweige denn sie zu kritisieren.

Sie tragen offen Zeichen ihres Glaubens: Palästinensertücher, „Kauft nicht beim Juden Israel“-Schilder, „Kindermörder Israel“-Plakate usw.

Gebetsmühlenhaft werden von ihnen die immer selben Sprüche zitiert.

Sie haben Teufel ihres Glaubens definiert – Israel und die USA.

Sie gehen mit zelotenhaftem Eifer, ggf. mit Gewalt gegen Zeichen dieser Teufel vor.

Sie kochen vor Wut, wenn ihnen ihre Überzeugungen mit Fakten widerlegt werden – eine reine emotionale Glaubensreaktion.

Alles Zeichen eines Kultes. Das soll keine Religion sein?

„Klima-Holocaust“

Auf twitter wird – mal wieder – der Holocaust missbraucht. Es spricht Bände über die Jugend-Klima-Bewegung, wie hier mit der Schoah umgegangen wird.

„Klima-Holocaust“ (Teil 2 des Threats) – das ist Holocaust-Revisionismus ohne Ende.

Nachtrag: Der Twitterer ist18 Jahre alt, Schüler, Kandidat der Partei Die Linke für die Bürgerschaftswahlen. Wenn das denn stimmt, denn das Twitter-Profil ist offenbar Fake.

Antisemitismus durch Missbrauch des Holocaust

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Viele aktuelle Themen sind höchst fragmentiert. Das ist ein Charakteristikum unserer Zeit, eine Periode, die oft als Postmoderne bezeichnet wird. In Übereinstimmung damit ist auch der Antisemitismus in viele Unterthemen zersplittert. Einen Überblick über diese Explosion des Hasses zu bekommen wird daher weit schwieriger als in der Vergangenheit, als der klassische Antisemitismus sich auf die Juden als Anhänger einer Religion ab dem 19. Jahrhundert als Volk konzentrierte.

Eine Menge des zeitgenössischen Antisemitismus richtet sich gegen Israel. Das heißt jedoch nicht, dass es keine neuen Entwicklungen im klassischen Antisemitismus gegeben hat. Viele wichtige davon betreffen den Holocaust und seine Geschichte.

Die Entstellung, die die meiste öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, ist Holocaust-Leugnung. Sie kann unterschiedliche Formen annehmen. Eine falsche Behauptung lautet, dass die Deutschen keine Gaskammern einsetzten, um Menschen zu töten. Diese Äußerung wird recht oft von einer falschen Behauptung begleitet, dass die Mehrheit der Juden während des Zweiten Weltkriegs aufgrund von in Lagern zugezogenen Krankheiten gestorben sei. Holocaust-Minimierung behauptet, dass weit weniger als 6 Millionen Juden ermordet wurden.

Eine Entstellung anderer Art ist Ablenkung vom Holocaust. Täternationen oder Einzelne könnten zugeben, dass der Holocaust stattfand, aber dennoch ihre Komplizenschaft oder die Verantwortung bestimmter Gruppen oder Einzelpersonen bestreiten. Mit anderen Worten: Sie machen für den Holocaust andere verantwortlich. Zum Beispiel bestritt die polnische Obrigkeit den Holocaust nicht. Trotzdem gab es in dem Land einen zähen Kampf gegen die Behauptung, dass Polen viele Juden töteten oder gar, dass sie im Zweiten Weltkrieg mehr Juden töteten als die Deutschen.[1] Die Stadt Jedwabne, wo die Einwohner fast alle Juden ohne Intervention der Deutschen ermordeten, ist ein wichtiges Symbol polnischer Beteiligung am Holocaust geworden.[2]

Eine andere Art Holocaust-Entstellung ist die Entjudung. Diese besteht aus einer Vielzahl an Erinnerungsmanipulationen. Das kann zum Beispiel durch Minimierung des jüdischen Merkmals der Opfer gemacht werden. Die Sowjetunion machte es zur Politik den Holocaust zu entjuden, indem die jüdischen in die vielen lokalen Opfer einbezogen wurden. Der Tatsache, dass sie ermordet wurden, weil sie Juden waren, wurde keine Aufmerksamkeit geschenkt. Eine weitere Unterkategorie dieser Holocaust-Entstellung ist die Erweiterung des Holocaust, um viele andere Menschen außer die Juden einzuschließen, die im Zweiten Weltkrieg ermordet wurden oder starben. Die Taten an bestimmten anderen Gruppen hatten in der Tat Völkermord-Charakter, hatten jedoch nicht ihre systematische und totale Vernichtung zum Ziel.

Eine weitere Entstellung kann bestenfalls als Holocaust-Äquivalenz bezeichnet werden. Vorkriegs- und Kriegszeit-Holocaust-Äquivalenz gründen auf dem Vorwurf, deutsches völkermörderisches Verhalten während des Zweiten Weltkriegs sei ähnlich dem anderer Staaten vor und während des Krieges. Diejenigen, die diese Verzerrung vornehmen, wollen hauptsächlich deutsche Verbrechen reinwaschen oder abschwächen.

Die Nachkriegsvariante von Holocaust-Äquivalenz basiert auf der Behauptung, dass es in den vergangenen Jahrzehnten viele Ereignisse gab, die von ihrer Natur her den von Deutschland unter Hitlers Herrschaft begangenen ähnlich oder äquivalent sind. Ein Aspekt dieser weitgehenden, in hohem Maße falschen Behauptung besteht darin, dass Nationalsozialismus und Kommunismus austauschbar seien. Online-Äußerungen, die Personen mit Hitler gleichsetzen, fallen ebenfalls in diese Kategorie. In den letzen Jahrzehnten haben extreme Gegner manchmal amerikanische Präsidenten mit dem deutschen Führer verglichen. Das trifft auch auf Präsident Donald Trump zu.[3]

Gemeinhin wird geglaubt, dass die schlimmste Art der Holocaust-Entstellung die Holocaust-Leugnung sei. Es gibt allerdings eine noch üblere Variante. Sie kann am besten als Holocaust-Umkehr bezeichnet werden. Diese Art des Missbrauchs entstammt der Holocaust-Äquivalenz, richtet sich aber besonders gegen Juden und Israel. Holocaust-Umkehrer behaupten oft, dass Israel sich den Palästinensern gegenüber auf dieselbe Weise verhält, wie die Deutschen sich im Zweiten Weltkrieg gegenüber den Juden verhielten.

Eine in einer Reihe von EU-Ländern durchgeführte Meinungsumfrage wollte wissen, ob die Israelis vorhaben die Palästinenser auszulöschen; es wurde festgestellt, dass 150 Millionen von 400 Millionen Erwachsenen in der EU das bejahten.[4] Das sind fanatisch antisemitische Meinungen. Es demonstriert zudem, dass die über tausend Jahre alte Verflechtung von Antisemitismus mit der europäischen Kultur sich in einer zeitgenössisch mutierten Form manifestiert. Diese scheinbar widersprüchlichen Kategorien von Holocaust-Leugnung und Holocaust-Umkehr sind in der arabischen Welt manchmal sogar gemeinsam zu finden.

Ein weiterer Typ der Holocaust-Entstellung ist Trivialisierung. Das ist ein Mittel für ideologisch oder politisch motivierte Aktivisten, um eine Gleichsetzung von ihnen abgelehnten Phänomenen mit der Vernichtung von Juden in industriellem Maß durch die Deutschen und ihren Verbündeten im Zweiten Weltkrieg vorzunehmen. Regelmäßig ist vom „Tier-Holocaust“ zu hören. Hier wird die industrielle Schlachtung von Tieren mit dem Völkermord an den Juden gleichgesetzt. Dann gibt es zum Beispiel noch den „Klima-Holocaust“, der „Atom-Holocaust und den „Abtreibungs-Holocaust“.

Holocaust-Trivialisierung manifestiert sich zudem in seiner zunehmenden Einfügung in eine große Zahl grundverschiedener Ereignisse, die keine Verbindung zu dem Völkermord an den Juden haben. Andere Trivialisierer agieren aufgrund von kommerziellen oder künstlerischen Überlegungen oder aus dem Wunsch heraus Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen oder sogar zu provozieren. Ein aktueller Fall war die vom linken Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) installierte Säule vor dem deutschen Parlament in Berlin. Die Initiatoren behaupteten, darin habe sich Asche von Holocaust-Opfern befunden.[5]

Noch eine allgemeine Kategorie der Holocaust-Entstellung kann am besten als „Auslöschung der Holocaust-Erinnerung“ bezeichnet werden. Dazu können Taten wie das Besudeln oder die Zerstörung von Mahnmalen oder die Störung von Holocaust-Gedenkfeiern gehören. Im Januar 2020 veröffentlichte die PA-Tageszeitung ‚Al-Hayat al-Jadida‘ einen Kommentar, der die Leser aufrief Morde zu begehen, um die Veranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz zu stoppen.[6]

Eine weitere Auslöschungs-Aktivität ist der Versuch aus Holocaust-Gedenkfeiern in allgemeine Gedenkfeiern zu machen. Eine weitere Manifestation des Versuchs Holocaust-Gedenken auszulöschen ist „Holocaust-Dämpfung“. Das besteht daraus zu erklären, dass Juden zu oft über den Holocaust reden. Eine weitere Form davon ist die Behauptung, dass Juden den Holocaust für verschiedene Zwecke missbrauchen. Es gibt zudem indirekte Angriffe auf Holocaust-Erinnerung, die jüdische Gedenkstätten involvieren. Ein Beispiel ist die Beseitigung jüdischer Friedhöfe an verschiedenen Orten.

Die große Vielzahl der oben angeführten Liste sollte uns eine weitere Lektion erteilen, die nicht damit zusammenhängt. Es gibt ein starkes Bedürfnis nach einer enormen Ausweitung des Antisemitismus-Forschung. Worauf oben hingewiesen wird, ist einfach ein Bereich des sehr facettenreichen Hasses auf Juden und Israel.

[1] http://www.timesofisrael.com/complicity-of-poles-in-the-deaths-of-jews-is-highly-underestimated-scholars-say/

[2] http://www.cbsnews.com/news/new-book-on-killing-of-jews-in-poland-exposes-raw-nerve/

[3] www.theguardian.com/australia-news/2019/jul/23/qa-alastair-campbell-compares-donald-trump-to-hitler

[4] library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf.

[5] www.tagesspiegel.de/berlin/zentrum-fuer-politische-schoenheit-polizei-stoppt-abbau-der-saeule-vor-dem-reichstag/25389204.html

[6] jpost.com/Israel-News/PA-newspaper-One-murder-can-prevent-Holocaust-remembrance-event-614621