Sich selbst opfernder Ritter oder ein Terrorist, der einen Juden tötete?

Luke Hilton, The Israel Guys, 26. November 2021

Israel ist noch verunsichert vom ersten Terroranschlag seit dem Krieg mit dem Gazastreifen im Mai, bei dem ein israelischer Bürger getötet wurde. Möge Gott der Familie von Eliyahu Kay Trost bringen und möge sein Gedenken ein Segen sein.

Statt die Einzelheiten des Anschlags durchzugehen, über die wir im Video dieser Woche auf The Israel Guys, detailliert berichteten, möchte ich die Aufmerksamkeit darauf bringen, wie die Palästinenser diesen Anschlag als Beispiel dafür verwenden andere zu ermutigen dasselbe zu tun. Nach Angaben von Palestinian Media Watch nutzen Terrororganisationen und -Führer erfolgreiche Anschlag, die tote Juden hinterlassen, um zu weiteren solchen Anschlägen auf die jüdische Nation zu motivieren.

Die PFLP (Abkürzung für Volksfront für die Befreiung Palästinas) bezeichnete den jüngsten Mord in Jerusalem als „heldenhafte Operation“ und nannte den Terroristen einen „Ritter“; sie fügte hinzu: dass „Widerstand ist die einzige wirkliche Option die Besatzung aus unserem Land und ihr Siedlungsprojekt aus unserem gesamten nationalen Land auszureißen.“

Die PFLP ermutigt Palästinenser auch den Anschlag zu kopieren, indem sie den Terroristen einen „sich selbst opfernden Kämpfer“ nannte.

Ich erwähne den Namen des Terroristen absichtlich nicht. Mörder verdienen keine Aufmerksamkeit. Man sollte denken, da er von Sicherheitskräften nur 32 Sekunden nach Beginn seines Amokaufs getötet wurde, würde das andere davon abhalten ähnliche Terroranschläge zu verüben. Falsch!

(Übrigens: Er schaffte es in diesen 32 Sekunden auf fünf Menschen zu schießen. Neben Eliyahu Kay, der getötet wurde, wurde ein weiterer Rabbiner schwer und drei weitere mittelschwer verwundet.)

Der Sohn des Mörders postete nach dem Anschlag Folgendes auf Facebook:

„Allah sei gepriesen, [mein Vater] ist ein Märtyrer. Der Märtyrer starb, wie er es wollte, möge Allah Erbarmen mit dir haben, du hast meine Unterstützung. Du warst alles für mich. Du lebtest wie ein Löwe und du starbst als Märtyrer wie ein Löwe. Allah sei gepriesen, [ich bin] der Sohn eines Märtyrers.“

Wie Sie sehen können, verherrlichen Tod und Gewalt, weil sie glauben, dass ein sogenannter „Märtyrer“ zu werden der ultimative Weg zur Herrlichkeit im Himmel ist. Zu sterben, während man einen Juden tötet, dient nur dafür die zu inspirieren, die man zurücklässt.

Die Antwort diese Anschläge aufzuhalten sollte darin bestehen die Familien und Komplizen der Terroristen zu bestrafen. Es ist für unsere westliche Mentalität schwer zu verarbeiten, aber die Denkweise im nahen Osten respektiert einzig Stärke. Leider sieht sich Israel nicht nur einer Regierungskoalition der politischen Mitte gegenüber, was ihm wenige Optionen für den Umgang mit dem Terrorismus lässt, sondern das Land ist auch einer zunehmend kritischen internationalen Stimme ausgesetzt.

Als Christen, die Israel unterstützen, sollten wir unseren Teil zur Ermutigung beitragen und in unseren Gemeinschaften für Israel einstehen. Wir sollten unsere unterstützende Stimme für Israel vereinen, die Israelis wissen lassen, dass sie den Rückhalt von Christen überall auf der Welt dabei haben, die notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung ihres Landes und ihres Volkes zu treffen.

Welche Beziehung hat der Islam zum Christentum?

Theologische Analyse der Bibel und des Koran

Mark Drurie, Lausanne Global Analysis, November 2021 (s. auch: Middle East Forum, November 2021)

Der Koran ist in der heutigen Welt ein Buch von höchster Bedeutung und Einfluss. Er ist der Grundtext des Islam und über die islamische Scharia formt er Rechtssysteme, Politik, Ethik, Kulturen und Gottesdienst eines Viertels der Weltbevölkerung.

Der faszinierende Koran

Es gibt vieles am Koran, das schwer zu versehen ist und rätselhaft erscheinen kann. Er ist nicht einfach zu lesen. Das für Christen Faszinierende am Koran sind jedoch vielleicht seine vielen Anspielungen auf biblische Geschichten und Personen. Obwohl der Islam sich in den letzten 1.400 Jahren als die härteste Herausforderung der Christenheit herausgestellt hat, indem er vier der fünf Patriarchate der Pentarchie der Spätantike eroberte und dann islamisierte – Alexandria, Jerusalem, Antiochia und Konstantinopel – bezieht der Koran vieles aus der Bibel. Die zwei am häufigsten angeführten Personen im Koran sind Moses (136-mal) und Abraham (69-mal). Jesus wird mit sechsmal namentlich so oft angeführt wie Mohammed.

Eines der auffälligsten Dinge bei der Bibel im Koran ist die rätselhafte Kombination von Wissen und fehlender Kenntnis. Obwohl er zum Beispiel hunderte Verweise auf biblische Personen und Ereignisse enthält, scheint der Koran Maria, die Mutter Jesu (Hebräisch: Miriam) für dieselbe Person zu halten wie die Schwester von Moses und Aaron. In einer Sure (Kapitel) des Koran namens „Die Familie von Imran“ (das biblische Amram aus Exodus/2. Mose 6,20) gibt es einen Bericht, gemäß dem Maria „der Frau Amrams“ geboren wurde, woraufhin von Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer groß gezogen wird (Sure 3,35-37). Dann wiederum wird Maria in Sure 19,28 die „Schwester Aarons“ genannt. [1] Diese Beobachtungen werfen die Frage auf: „Wie kann der Koran so viel von der Bibel wissen, während er gleichzeitig nicht weiß, dass zwischen der Familie von Amram und der Familie von Jesus von Nazareth tausend Jahre lagen?“

Das ist beileibe nicht die einzige Ungereimtheit zwischen Bibel und Koran. Einige andere sind das Auftauchen von Haman, ein aus dem Buch Esther bekannter Name, am Hof des Pharao zur Zeit Moses (Sure 28,6), die Teilnahem eines „Samaritaners“ am Tanz um das goldene Kalb aus Exodus 32 (Sure 20,85/87/95) und ein Hinweis darauf, dass Saul seine Krieger aufgrund dessen aussuchte, ob sie Wasser mit ihren Händen schöpften oder direkt mit dem Mund tranken (Sure 2,249), was mit Sicherheit auf die Geschichte von Gideon in Richter 7 zurückgeht.

Ich erwähne diese Diskrepanzen zwischen Koran und Bibel nicht aus apologetischen oder polemischen Zwecken, sondern einfach um die Bedeutung der Frage zu unterstreichen: „Was macht so viel aus der Bibel im Koran?“

Eine „christliche Irrlehre“?

Im Lauf der Jahrhunderte bestand eine wiederholte Reaktion auf das reichhaltige und merkwürdige biblische Material im Koran in dem Schluss, dass der Islam aus dem entstand, was ursprünglich eine Art sektiererisches Christentum sei. So behauptete Johannes von Damaskus in einem Schreiben ein Jahrhundert nach Mohammed, dass dieser „nach einem Gespräch mit dem arianischen Mönch über das Alte und das Neue Testament seine eigene Irrlehre erschuf“.[2] Zu anderen Berühmtheiten, die ähnliche Ansichten vertraten, gehören Thomas von Aquin, Nikolaus von Cusa und Martin Luther, von denen einige arianschen Einfluss angeben, andere nestorianischen. Bis in moderne Zeiten ist diese Sichtweise so verbreitet, dass es als konventionelle christliche Erklärung für das im Koran gefundene biblische Material betrachtet wird.

Diese Einordnung des Islam als christliche Irrlehre hat zwei gegensätzliche Impulse gefördert. Einer besteht in der Korrektur der Dinge, die als „Fehler“ angesehen werden. Das war der Ansatz von Johannes von Damaskus. Eine gegensätzliche Antwort ist das gewesen, was Bischof Kenneth Cragg einen Prozess der Wiederherstellung bezeichnete.[3] Craggs Idee der Wiederherstellung lautete, dass Christen die Abweichung vom Evangelium rückgängig machen sollten, indem sie das Böse beseitigen, das den wahren Christus im Islam verdeckt. Dieser Ansatz will bestätigen, was im Koran wahr ist, indem es enthüllt wird. Einige Autoren – und Cragg ist ein Beispiel – haben argumentiert, dass das Böse nur aufgrund christlichen Versagens vorhanden ist, weil „der Islam sich in einem Umfeld der unvollkommenen Christenheit entwickelte“.[4] Folglich ist für Cragg die Rückgewinnung ebenfalls eine „Wiederherstellung“.[5]

Eine alternative These

Was aber, wenn „Korrektur“ wie auch „Rückgewinnung“ fehlgeleitet sind? Was, wenn die Gesamtvorstellung, der Islam sei aus christlichen Wurzeln entstanden, ein abwertender Fehler ist? Ist es möglich, dass weder der Korrektur-Ansatz noch der Wiederherstellungs-Ansatz gilt?

In meinem Buch The Qur’an and Its Biblical Reflexes[6] (Der Koran und seine biblischen Reflexe) erkundete ich eine alternative These: dass es eine tiefe theologische Trennung zwischen der Bibel und dem Koran gibt, die zu tief ist, als dass man die Ansicht aufrechterhalten kann, der Islam sei auf irgendeine sinnvolle Weise aus dem Christentum oder Judentum entstanden. Ja, der Koran integriert biblisches (und außerbiblisches) christliches wie jüdisches Material, funktioniert sie aber um, damit sie einer radikal anderen Agenda dienen: Der Koran marschiert zum Trommelschlag seiner eigenen theologischen Trommel. Ich kam zu dem Schluss, dass schon der schiere Umfang biblischer Spiegelungen im Koran kein wirklicher Beleg für eine tiefer gehende „Stammbaum“-Verwandtschaft zwischen Islam und Christenheit gibt.

Ein mittelalterliches persisches Manuskript zeigt Mohammed, wie er Abraham, Moses und Jesus beim Gebet leitet.

In einem Beispiel verweist der Koran wiederholt auf Jesus (Isa) und bezeichnet ihn sogar als den Messias (al-Masih), aber dabei handelt es sich um einen Christus ohne Christologie, denn es gibt keine Erklärung dafür, was ein Messias ist. Der Klangzustand des messianischen Titels ist in den Koran übertragen worden, aber nicht seine Bedeutung.

Der theologische Unterschied zwischen Bibel und Koran geht tiefer als oberflächliche Ähnlichkeiten anfangs nahelegen könnten. Zum Beispiel fehlt dem Koran eine Bundestheologie, um eine rettende Beziehung zwischen Menschen und Allah zu formulieren. Eine sorgfältige linguistische Analyse der arabischen Worte mithaq und ahd im Koran, die manchmal als „Bund“ übersetzt werden, offenbart, dass der Gott des Koran keine wechselseitigen, verpflichtenden Bindungen zu Menschen eingeht; solche Beziehungen gibt es nur zwischen menschlichen Wesen. Vermeintliche koranische „Bündnisse“ zwischen Gott und den Menschen im Koran sind in Wirklichkeit Verpflichtungen, die dieser Gott seinen menschlichen Sklaven auferlegt.

Selbstverständlich entlehnt der Koran üppig Material aus christlichen und jüdischen Quellen, aber nicht, um seine Theologie auszuformen. Zum Beispiel war die Vorstellung von Kriegsführung im Namen Gottes bei Christen zur Zeit des Koran aktuell; dieser griff das auf und arbeitete Ideen und Praktiken aus dem zeitgenössischen Christentum ein,[7] aber der Koran macht das ohne auf biblische Theologien der Kriegsführung zurückzugreifen. Stattdessen entwickelte er auf kreative Weise seine eigene Kriegstheologie, die in das passt, was aus zeitgenössischen christlichen Methoden in einen Rahmen vorislamischer arabischer Überfallskultur entnommen ist.[8]

Auf den ersten Blick ist der Monotheismus eine theologische Idee, die Bibel und Koran gemeinsam haben, aber der erste Eindruck kann täuschen. In der Thora geht es im Aufruf zum Monotheismus ausschließlich um Bundestreue zu Yahwe: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (Deut./5. Mose 5,7). Die Vorstellung des Koran zu Gottes Einzigkeit gründet hingegen in arabischen Vorstellungen von einer Auftraggeber-Günstling-Beziehung und ist in der Aussage negativ, dass keine Vorstellung von Anstandspartnerschaft (schirk) auf Gott angewendet werden kann. Diese Metaphern verdanken der Bibel wenig bis gar nichts, sondern gründen in den Werten der arabischen Kultur, zum Beispiel der Erkenntnis, dass es für Sklaven verheerend ist zwei Herren zu gehören (Sure 39,29).

Zur Liste biblischer theologischer Schlüsselkonzepte, die nicht in die koranische Theologie aufgenommen wurden, gehört die Vorstellung der Anwesenheit Gottes, das Konzept der Heiligkeit und die Idee, dass Sünde eine Verletzung der Beziehung ist, die durch Buße repariert werden kann.

Wenn kein Stammbaum, was dann?

Viele Christen gehen davon aus, dass der Islam sich aus dem Judentum und dem Christentum entwickelte. Das ist selbst eine Ausdrucksform der herkömmlichen Ansicht des Islam als „christlicher Irrlehre“. Dahinter steckt die Annahme eines „Stammbaum“-Modells, in dem die Wurzel das Judentum ist. Diese bildet dann das Christentum und dann später den Islam als Zweige aus. Meine Forschung legt nahe, dass diese Denkart ein Irrtum ist, der zu viel auf oberflächliche Ähnlichkeiten und nicht genug auf Theologie achtet.

In The Qur’an and its Biblical Reflexes schrieb ich, dass „eine Herausforderung die Beziehung des Islam zu Judentum und Christentum darin besteht auf einen konzeptionellen Rahmen für die Entstehung eines Glaubens zu verweisen, der ein Muster umfangreicher Einflüsse in Kombination mit Beweisen bedeutender Abkoppelungen aufweist, von dem wir wissen, dass es beim Koran der Fall ist.“[9] Wenn Islam und Christentum nicht in einer Art Verwandtschaftsbeziehung stehen, wie sollen wir dann eine Beziehung in Begriffe fassen, die in einem sehr großen Ausmaß biblischer Inhalte resultierte, die in den Koran übernommen wurden? Wenn nicht Stammbaum, was dann?

In The Qur’an and its Biblical Reflexes habe ich mich auch auf zwei Metaphern gestützt. Die eine ist eine Bau-Metapher. Die Beziehung des Islam zum Christentum ist nicht wie die einer Kirche, die in eine Moschee umgewandelt wurde, wie die Hagia Sophia in Istanbul. Sie ist mehr wie eine Kirche, die abgerissen wurde und deren Material für den Bau einer Moschee umfunktioniert wurde; eher wie die Säulen in der Moschee in Qairawan in Tunesien, die aus lange abgerissenen früheren Kirchen neu verwendet wurden.[10]

Die andere Metapher, auf die ich mich stützte, war linguistische Bastardisierung. Einige Sprachen werden dadurch gebildet, dass man Material aus einer Superstrat-Sprache und einer Substratsprache (oder mehreren) vermengt. Ein Beispiel ist das haitianische Kreolisch, für das Französisch das Superstrat war und die Substratsprachen untergeordnete westafrikanische Sprachen waren. Das Ergebnis ist, dass Wörter aus dem haitianischen Kreolisch weitgehend französisch sind, aber seine Grammatik, Morphologie und Phonologie – ihr Kern – rein westafrikanisch.

Ich regte an, dass der Koran aus einem Prozess der Hybridisierung hervorging, in dem christliche und jüdische Einflüsse das Superstrat boten, während die vorislamische arabische Sprache und Kultur das Substrat lieferte, einschließlich eines Großteils der Theologie.

Abschließende Überlegungen

Die Beobachtung, dass der Koran keine „Stammbaum“-Beziehung zu Judentum und Christenheit hat, sollte keinesfalls als herabsetzend angesehen werden. Wenn der Koran „weder ein textlicher Ableger der Bibel ist, noch zu einem genetischen Stammbaum an ihrer Seite verbunden ist“,[11] dann können Christen von dem Denken befreit werden, der Islam sei eine Art christlicher Irrlehre und anfangen ihn als das zu begreifen, was er tatsächlich ist und nicht, was er Christen scheinbar auf den ersten Blick sein könnte.

Die hier angebotene Sichtweise, so sie gültig ist, könnte tiefgreifende Auswirkungen für die Koexistenz zwischen den beiden Religionen haben, darunter für den religionsübergreifenden Dialog. Sie hat auch Folgen für Mission. Sie bedeutet, dass sowohl Missionare als auch Dialogpartner die Aufgabe der „Korrektur“ oder der „Rückholung“ beiseitestellen können, denn diese beiden gegensätzlichen Ansätze sind eigentlich nur zwei Seiten derselben „Irrlehre“-Münze.

Meine Ergebnisse bieten eine Einladung an Christen, mit frischem Blick über die Ähnlichkeiten und (großen) Unterschiede zwischen Islam und den beiden biblischen Glauben – Judentum und Christentum –nachdenken.


[1] Muslimische Gelehrte waren sich natürlich bewusst, dass dieser Identifikation im Widerspruch zu den biblischen Berichten steht und einige Muslime den Vorschlag ablehnen würden, dass der Koran die Maria aus den Evangelien mit Mirimam vom Exodus identifiziert. Stattdessen schlagen sie vor, dass diese Koranabschnitte so typologisch interpretiert werden, d.h. „Schwester von Aaron“ bedeutet, dass sie vom selben Stamm wie Aaron war.

[2] Daniel John Janosik: John of Damascus, First Apologist to the Muslims: The Trinity and Christian Apologetics in the Early Islamic Period (Eugene, OR: Pickwick, 2016), S. 261.

[3] Kenneth Cragg, The Call of the Minaret 2nd edn (Maryknoll, NY: Orbis, 1985), S. 218-42.

[4] Cragg, The Call of the Minaret, S. 219.

[5] Cragg, The Call of the Minaret, S. 220.

[6] Mark Durie: The Qur’an and Its Biblical Reflexes: Investigations into the Genesis of a Religion (Maryland: Lexington, 2018).

[7] Thomas Sizgorich: Violence and Belief in Late Antiquity: Militant Devotion in Christianity and Islam (Philadelphia: University of Pennsylvania Press), S. 275.

[8] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 229–39.

[9] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 254.

[10] Ich verdanke diese hilfreichen Metaphern Dudley Woodberrys „Contextualization among Muslims Reusing Common Pillars, International Journal of Frontier Missions 13:4, (1996), S. 171-86.

[11] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 256.

Fast alle Christen sind wegen Anschlägen von Hamas und Salafisten aus dem Gazastreifen geflohen

Elder of Ziyon, 26. September 2019

Mako hat (auf hebräisch) ein Interview mit einem Gazaner, der vor kurzem aus der von der Hamas geführten Enklave entkam.

Seit dem Aufstieg der Hamas an die Macht im Gazastreifen sind in dem Sektor lebende Christen die Sündenböcke und ein Ziel für Schädigung durch die Hamas wie auch extremistische Salafisten geworden. Wegen ihrer Zwangslage flohen die meisten von ihnen; von einer Gemeinschaft von 4.200 Menschen vor zwölf Jahren sind jetzt nur noch ein paar Hundert übrig geblieben.

Bis vor kurzem war auch Kamal Teresi dort, aber er schaffte die Flucht vor 4 Monaten: „Die Hamas-Leute übernahmen mein Haus und machten daraus eine Einsatzzentrale“, sagt er.

Teresi bietet einen seltenen Blick in die untragbare Realität, die er und seine Gemeinschaft tagtäglich gegenüber standen. „Ich wurde in eine Reihe Gefängnisse gesteckt und das Hamas-Gefängnis ist nichts außer Prügel und psychologische Folter“, erinnert er sich. Nach seinen Angaben sind die Anschläge auf Christen im Gazastreifen Routine geworden und das hört nicht einmal in Kriegszeiten auf.

„Wir Christen sind in Palästina keine Zuschauer, wir sind zweitausend Jahre lang in Palästina gewesen, wir sind keine Gäste“, sagt Kamal gequält. „Sie drangsalieren und verletzen die christliche Öffentlichkeit und christliche Institutionen, Kirchen und Vereine.“

… eines ist für Kamal sicher: Für ihn gibt s keinen Weg mehr zurück: „Ich kann nicht zurück in den Gazastreifen, eine Rückkehr würde ein Todesurteil sein.“

Warum hat es dann keinerlei Berichte von Amnesty, Human Rights Watch oder Oxfam über die Not der Christen im Gazastreifen gegeben?

Weil diese Gruppen keine Mühen scheuen israelische Juden schlecht aussehen zu lassen. Frü Israel werden Gerüchte oder Analysen von Leuten, die Israel bereits abgeneigt gegenüber stehen, hervorgehoben; für Palästinenser werden nur unbestreitbare Missbräuche wie Folter oder Raketenfeuer oder Selbstmord-Bombenanschläge widerwillig erwähnt – und selbst dann werden sie mehr oder weniger gerechtfertigt, indem auch von „Besatzung“ geredet wird.

Mehr als 80% der Christen sind unter der Hamas-Herrschaft aus dem Gazastreifen geflohen. Unter der PA steht es etwas besser, aber nicht viel – Bethlehem hatte früher 70% Christen, heute sind es weniger als 15%, während Muslime sie einschüchtern, damit sie fortgehen.

Christen bescheren sich nur selten offiziell über ihre palästinensischen Herren, weil sie wissen, wie die Konsequenzen aussehen. Die meisten Artikel lassen sie sich pflichtgemäße einfügen, so dass alles Israel in die Schuhe geschoben werden kann. Nur wenige Reporter machen sich die Mühe unter die Oberfläche zu gucken – und Menschenrechtsgruppen sind schlicht nicht interessiert.

Wie der Islam Christus verstümmelt

Raymond Ibrahim, 2. November 2021

Der Islam beansprucht Abraham, Moses und Jesus nicht nur; er beansprucht offensichtlich auch postbiblische Personen wie den Heiligen Georg. Das erklärt ein aktueller Artikel in My London, dessen wahrer Zweck es offenbar ist „Gemeinsamkeiten“ von Christen und Muslimen zu beteuern. So erfahren wir, dass sich „am Tag des Heiligen Georg, der in der östlichen Christenheit am 6. Mai begangen wird, Muslime im Raum Nazareth der christlichen Verehrung des Heiligen anschließen“.

Das Judentum findet ebenfalls seinen Weg in diesen Artikel religiösen Synkretismus: „Nach Angaben einiger Sufi-Traditionen sind der [hebräische] Prophet Elias, Al-Khidr [eine Figur aus dem Koran] und er Heilige Georg alle ein und dieselbe Person. Sie glauben, Elias erschiene zu verschiedenen Zeiten in der Menschheitsgeschichte unter unterschiedlichen Namen, um heimgesuchten Gläubigen in Krisenzeiten zu helfen.“

Der gesamte Artikel ist ein Zeugnis der weit verbreiteten Überzeugung, weil Judentum, Christentum und Islam viele gleiche Persönlichkeiten aufweisen, Verständigung zwischen den frei Glauben nicht nur einfach sei, sondern das natürlichste ist, was man tun kann.

In dieser Kalkulation fehlt die allerwichtigste Tatsache, nämlich dass der Islam mit biblischen Personen nicht so umgeht, wie das es Christentum tut. Christen akzeptieren die hebräische Bibel (das „Alte Testament“), wie sie ist. Sie fügen nichts hinzu, nehmen nichts weg und verzerren die Berichte über die Patriarchen nicht, auf die die Juden sich stützen.

Umgekehrt stützt sich der Islam zwar auch auf Personen aus dem Alten und Neuen Testament – wegen des Gewichts des Altertums, das an ihre Namen gebunden ist – gestaltet sie aber auf eine Weise neu, die ihn selbst bestätigt und das Judentum wie das Christentum ungültig macht. Das verbrennt Brücken eher statt sie zu bauen.

Bedenken Sie zum Beispiel den Umgang des Islam mit Jesus (im Koran „Isa“). Der Islam bestreitet nicht nur vehement, dass Christus der Sohn Gottes ist, sondern ein neues Buch über islamische Quellen unterstreicht unabsichtlich die Tatsache, dass „Isa die Antithese Jesu“ ist – sein Doppelgänger.

Obwohl das Buch Muslim Sources of the Crusader Period (Muslimische Quellender Kreuzritter-Zeit) der Professoren James E. Lindsay und Suleiman Mourad jede Menge wichtiger Dokumente aus dieser Ära enthält, darunter erstmalige Übersetzungen, sind die Schriften von Ibn ‘Asakir (1105-1175) – ein einflussreicher islamischer Gelehrter, der auch die populären Vierzig Hadithe für die Aufstachelung zum Jihad – über Jesus, basierend auf etablierten Hadithen, für unser Thema relevant. Von Anfang bis Ende nutzt Ibn ‘Asakir, wie alle anderen muslimischen Gelehrten vor und nach ihm, Jesus, um den Islam zu bestätigen und den von Christus begründeten tatsächlichen Glauben für ungültig zu erklären.

Nach Angaben dieser muslimischen Berichte wird Jesus in der Tat zurückkehren – christliche „Brückenbauer“ zum Islam können sich darüber freuen – aber nur um „die Kreuze zu brechen, die Schweine zu schlachten, die Jizya-Steuer für Nichtmuslime zu beenden, Krieg gegen die Völker des Buchs (d.h. Juden, Christen, Zoroastrier usw.) und anderes Gesetzwidriges zu führen…“ (S. 158) Kurz gesagt: Der Jesus des Islam scheint ein Jihadist auf Augenhöhe mit ISIS zu sein.

Hier eine Auswahl aus Ibn ‘Asakris „Biografie“ von Jesus/‘Isa (aus Muslim Sources of the Crusader Period):

Er zitiert Mohammed mit der Behauptung, wer immer bereit ist ihn – Mohammed – Christi gleichzustellen sowie dem ältesten christlichen Glaubensbekenntnis (1. Kor. 15,3-7) zu bestreiten, wird in den Himmel kommen.

Wer immer bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, alleine und ohne Partner, und dass Mohammed Sein Diener und Bote ist und dass Jesus Sein Diener und Bote ist, der Sohn Seines Dieners, Sein Wort, das er Maria gab und ein Geist von Ihm, den wird Allah dafür, dass er das sagt, ins Paradies lassen (S. 159).

Wenn eine Frau zu Jesus sagt: „Gesegnet ist der Leib, der dich gebar und die Brust, an der du gesäugt wurdest“, antwortete ein schockierter Jesus: „Nein, sondern gesegnet ist der, der den Koran liest und dem folgt, was darin steht.“ (S. 159)

In mehreren dieser Hadithe scheint Mohammed die Absicht zu haben sich selbst Jesus gleichzustellen. So auch, als seine Kinderbraut Aischa den Propheten fragt: „Wenn Ich länger lebe als du, würdest du mir erlauben neben dir beerdigt zu werden?“ „Nein“, antwortet Mohammed, „an diesem Ort ist nur Raum für mein Grab, für Abu Bakrs Grab [Mohammeds Gefährte und Nachfolger bzw. der erste Kalif], für ‘Omars Grab [Mohammeds Gefährte und der zweite Kalif] und für das Grab von Jesus, dem Sohn von Maria“ (S. 160).

In einem weiteren Bericht sagt Mohammed: „Die biblischen Propheten sind Geschwister gleicher Abstammung. Ich und Jesus sind Geschwister, weil er mich prophezeite und es gibt keine Propheten zwischen mir und ihm“ (S. 161).

In noch einem Bericht stellt Ibn ‘Asakir Jesus als hinter moch einem anderen Kalifen (Muawiya I.) betend dar: Dann, „nachdem Jesus sein Gebet beendet, wird er seine Lanze nehmen, auf den Antichrist zugehen und ihn töten. Dann wird Jesus sterben und die Muslime werden ihn waschen und beerdigen“ (S. 161).

So sieht die Transformation – oder Mutation – aus, der Jesus in der muslimischen Tradition unterzogen wurde. Und von Christen wird erwartet, dass sie dies als mögliche „Brücke“ zum Islam betrachten, als Quelle der „Gemeinsamkeiten“?

Zufällig ist das dasselbe wie bei anderen biblischen Persönlichkeiten. Bedenken Sie Abraham (Ibrahim), nach dem die gesamte „abrahamitische“ Bewegung benannt ist. Während Juden und Christen sich auf andere Aspekte Abrahams konzentrieren – erstere sehen ihn als ihren fleischlichen Patriarchen, letztere als ihren Patriarchen im Glauben oder im Geist (s. z.B. Gal. 3,6) – verlassen sie sich beide auf denselben wörtlichen Bericht Abrahams, wie er in Genesis (1. Buch Mose) zu finden ist.

Im muslimischen Bericht hingegen wird der Hass eingeführt und veranschaulicht, den Muslime für Nichtmuslime haben müssen: „Ihr habt doch ein schönes Vorbild in Ibrahim“, informiert Allah die Muslime in Sure 60,4: „und denjenigen, die mit ihm waren, als sie zu ihrem Volk sagten: ‚Wir verleugnen euch, und zwischen uns und euch haben sich Feindschaft und Haß auf immer offenkundig gezeigt, bis ihr an Allah allein glaubt.‘“

Tatsächlich ist dieser Vers DER Eckstein-Vers, den alle „radikalen“ Muslime, besonders die des Islamischen Staats, als Beweis anführen, dass Muslime alle Nichtmuslime hassen müssen. Mit anderen Worten: Weit entfernt davon als Brücke zwischen Islam und Judentum und Christentum zu dienen, lehrt Abraham die Muslime, sie müssen Juden und Christen hassen.

Man kann immer so weiter machen: Gemäß islamischen Traditionen ist Maria, die Mutter Christi, Mohammeds „Ehefrau“ im Himmel – noch eine weitere Darstellung, die die kaum „Brücken“ zu schlagen scheint, besonders nicht zu Katholiken.

Hier haben wir sicherlich etwas Seltsames: Wenn gewisse Leute – nämlich Weiße – sich, sagen wir, die oberflächliche Kleidung anderer Menschen „aneignen“ oder sich so kostümieren, dann wehe! Alles ist Übel. Aber wenn der Islam sich etwas aneignet und die zentralen Personen zweier Religionen (Judentum und Christentum) komplett pervertiert, sollen Juden und Christen sich dabei gut fühlen, es als Gelegenheit für „Aussöhnung“ mit dem Iran betrachten. Interessant, wie das läuft.

Um es klar zu sagen: Die muslimische Aneignung und folgende Verstümmelung biblischer Personen ist eine Quelle von Problemen, nicht für Lösungen. Das ist einzig säkulares Denken, das sich nicht über die oberflächliche Tatsache erheben kann, dass drei Religionen dieselben Personen beanspruchen – und sie deshalb letztlich „miteinander auskommen“ müssen – die sie nicht begreifen und nie begreifen werden. Der Artikel zum Heiligen Georg in My London – der übermäßig viel Menge Zeit damit verbringt Witze über das Trinken in Kneipen zu reißen – ist ein perfektes Beispiel.

Wie sahen Christen die Zerstörung Jerusalems?

Diese 500 Jahre alte Karte, die die Zerstörung des Tempels darstellt, wie sie von Christen erlebt wurde, ist ein seltener Fund.

the Librarians, Nationalbibliothek Israels, 19. Juli 2018

מפת שדל לתיאור חורבן בית המקדש – 1493
Die Schedel-Karte stellt die Zersötrung des Tempels dar – 1493.

Im Gedenken an den 9. Av, den Tag der Trauer und des Fastens, der die Zerstörung des Tempels begeht, präsentiert die Nationalbibliothek Israels diese historische Landkarte, die in Hartmann Schedels großer Weltchronik abgedruckt wurde. Die Chronik, ein frühes modernes Buch, 1493 in Nürnberg veröffentlicht, war ein ambitioniertes Vorhaben. Es beinhaltete einen Überblick der Weltgeschichte von der Schöpfung der Welt bis zu der damaligen Zeit. Das Buch bietet eine Fülle an Illustrationen, die von führenden zeitgenössischen Künstlern gezeichnet wurden und war nur durch die Erfindung der Druckerpresse möglich.

Die Karte illustrierte die Zerstörung Jerusalems und stellt den Tempel dar, wie er in Flammen aufgeht. Dies ist jedoch keine Illustration Jerusalems während der Zeit des zweiten Tempels und eine Beschreibung der dort lebenden Juden. Es ist vielmehr der Druck eines Stichs der christlichen Stätten Jerusalems neben dem Tempel, typisch für das 14. und 15. Jahrhundert.

Es fasziniert allerdings, dass der die Karte begleitende Text die Geschichte der Zerstörungen in Jerusalem beschreibt – zuerst die Zerstörung des ersten Tempels durch Nebukadnezar, die Zerstörung des zweiten Tempels durch Titus, die geplünderten Tempelgefäße, die Exekution von Schimon bar Giora in Rom und schließlich wie aus Jerusalem Aelia Capitolina gemacht wurde, die auf den Ruinen der heiligen Stadt errichtete römische Kolonie. Der Autor des Textes berichtet, dass die Stadt später kurze Zeit von anderen westlichen und Kreuzritter-Königen gehalten wurde (von Karl dem Großen, dem Deutschen Konrad III. und dem Franzosten Ludwig XI.) – aber sie schafften es nicht sie lange gegen die Armeen des Islam zu halten. Nach Angaben des Autors befand sich die Stadt 1493 unter der Kontrolle der Bataillone Mohammeds, die Schedel als „eine Nation der Sünde“ bezeichnet.

Die frühere Kuratorin der geisteswissenschaftlichen Sammlung in der Nationalbibliothek, Dr. Mila Levy-Rubin, erklärte, dass die Christen zwar die Zerstörung des Tempels als überzeugenden Beweis des Siegs des Christentums über das Judentum betrachten, aber dieser Text nicht nur frei von jeglicher Schadenfreude wegen der Zerstörung des Tempels ist, sondern im Gegenteil. „Es scheint so, dass die Zerstörung des Tempels – der in der Illustration als „Salomos Tempel“ bezeichnet wird – und die Zerstörung der Davidstadt der Grund für die Trauer des Autors ist. Das bezeugt die Tatsache, dass der Tag des 9. Av auch von Christen als Tag von Trauer und Leid wegen der Zerstörung der heiligen Stadt gesehen wird“, erklärt Dr. Levy-Rubin.

Der gefahrvolle Weg vom Muslim zum Christen

Daniel Pipes, National Interest, 12. Juli 2021

„In den letzten dreißig Jahren – und besondres im Verlauf der letzten sieben bis zehn Jahre – sind mehr Muslime zum Glauben an Jesus Christus gekommen als zu jeder anderen Zeit in der Menschheitsgeschichte“, schrieb Joel Rosenberg 2008 und das Tempo hat sich seitdem erhöht. Uwe Siemon-Netto bestätigte 2016, dass „ein globales Phänomen im Gang ist: Muslime konvertieren in jedem Teil der Welt scharenweise zu verschiedenen christlichen Denominationen“. Tatsächlich haben christliche Missionare sogar einen Namen und eine Abkürzung für sie: Muslim-background believers (Gläubige mit muslimischem Hintergrund) oder MBBs.

Warum gibt es diesen Trend, wie sehen die Zahlen dazu aus und was sind die Folgen?

Hintergrund

„Als ich zur Tür lief,
musste ich den Weg zurück finden
zu dem Ort, wo ich vorher war
„Entspann dich“, sagte der Portier
„Wir sind nur auf Empfang programmiert
Du kannst zu jeder beliebigen Zeit auschecken,
aber du kannst niemals weggehen!“
aus: Hotel California, The Eagles

Historisch bedeuteten fast alle Konversionen, dass Christen Muslime wurden, nicht umgekehrt. Der Islam ist 1.400 Jahre lang das „Hotel Californa“ der Religionen gewesen („Du kannst zu jeder beliebigen Zeit auschecken, aber du kannst niemals weggehen!“), da er seinen Anhängern verbietet sich zu Atheisten oder zu Mitgliedern eines anderen Glaubens zu erklären, was aus islamischer Sicht auf dasselbe hinausläuft. Diese Haltung geht auf die Ursprünge der Religion zurück (ein Hadith zitiert Mohammed: „Wer immer seine Religion ändert, töte ihn.“) und den Islam zu verlassen ähnelt dem Gefühl zum Feind überzulaufen und kommt damit Hochverrat gleich. Zusätzlich hat als richtiger Muslim zu leben einen machtvollen sozialen Aspekt, man ist Teil der Aufrechterhaltung der gemeinschaftlichen Solidarität.

Mohammad Ali Taheri, Gründer des Interuniversalen Mystizsmus (Erfaan-e Halghe), einer im Iran gegründeten New Age-Version des Islam

Entsprechend sehen sich abtrünnige Muslime überall der Ablehnung durch ihre Familien, soziale Ächtung und Arbeitsverlust ausgesetzt; in mehrheitlich muslimischen Ländern könnte zusätzlich die Regierung sie verfolgen, inhaftieren, foltern und töten. Skeptische Muslime sind daher historisch überwiegend innerhalb der Grenzen des Islam geblieben; selbst neue Religionen, die sich vom Islam ableiten (die Drusen, Nusayri/Alawi, Aleviten, Babi und Baha’i) machten anfangs dasselbe und behielten lange eine trübe Beziehung zu ihm bei. Das Muster hält sich bis heute, z.B. beim Interuniversalen Mystizismus (Erfan-e Halghe), einer New Age-Version des Islam, der im Iran von Mohammad Ali Taheri gegründet wurde.

Als Ergebnis wurde historisch nur ein Rinnsal an Muslimen zu Christen. Eine Rechnung des Kirchenhistorikers David Garrison findet 5 Bewegungen von Muslimen zu Christentum vor dem 20. Jahrhundert und 69 solche Bewegungen allein in den ersten 12 Jahren des 21. Zumindest einige der ersten 5 Bewegungen traten unter Zwang auf oder um besimmte Vorteile zu erhalten. Die bekannteste davon waren die Moriscos im Spanien des 16. Jahrhudnerts, die unter Druck durch ihre katholischen Herrscher konvertierten. Bei seltenen Anlässen konvertierten gesamte Gemeinschaften, um Vorteile zu erhalten, wie ich früher schon einmal erklärte.

Im Rusland des siebzehnten Jahrhunderts führte eine Vorschrift, dass Nichtchristen keine Leibeigenen haben durften, zum Übertritt reicher Tataren, darunter den Vorfahren solcher Berühmtheiten wie dem Musiker Sergei Rachmaninoff, dem Dichter und Historiker Nikolay Karamzin und dem Romanautor Iwan Turgenjew. Um das Jahr 1700 konvertierten einige Herrscherfamilien der sunnitischen Muslime im Libanon zum Christentum, um ihr politisches Ansehen zu steigern.

Ägyptens Herrschaft über Syrien 1831 – 1841 war eine Zeit der Massenverpflichtung zum Militärdienst, in der „jeder geeignete syrische Muslim in die ägyptische Armee eingezogen wurde“. Yvette Tahamy erklärt:

Das kam bei der lokalen Bevölkerung nicht gut an. … Während einige Syrer beschlossen aus dem Land zu fliehen oder sich zu verstümmeln, um den Wehrdienst zu vermeiden, wandten sich andere an die Missionare und eklärten ihre Bereitschaft ein Bekenntnis zum Christentum abzulegen, da Christen gegen die Zahlung einer Befreiungssteuer vom Wehrdienst ausgenommen waren. Die amerikanisch-protestantischen Missionare wurden mit Anfragen überschwemmt, Drusen und andere in ihre Kirche aufzunehmen.

(Zum Leidwesen der Konvertiten schlug diese List fehl, denn sie wurden „unabhängig davon eingezogen, ob ihre Konversion echt oder vorgetäuscht war“.)

Zehn Muslime begegnen Christus

Dieselbe Unlust hielt bis vor kurzem an. Beim Besuch im Sudan im Februar 1972 wohnte ich bei einem amerikanischen Missionar, der seit zwanzig Jahren in Khartoum gelebt hatte, lehrte und diskrete Sonntagsgottesdienste veranstaltete. Aber er gewann in der ganzen Zeit nur fünf Konvertiten, das macht einen alle vier Jahre. Gleichermaßen berichtet ein amerikanischer Missionar im Buch Ten Muslims Meet Christ (Zehn Muslime begegnen Christus) aus dem Jahr 1984 die Geschichte der spärlichen Ergebnisse seiner Missionsarbeit im Iran.

Bekehrten-Zahlen

MBBs sind notorisch schwierig zu quantifizieren; das liegt an ihrer Zurückhaltung und sogar Verstellung. Es gibt aber immerhin einige erstaunliche Schätzungen. Duane Alexander Miller und Patrick Johnstone schätzten die Gesamtzahl der MBBS 2010 auf fast 10 Millionen, was eine fünfzigfache Zunahme gegenüber den weniger als 200.000 Konvertiten fünfzig Jahre zuvor darstellt. Berichte weit verbreiteter Übertritte von Muslimen zum Christentum kommen aus so unterschiedlichen Regionen wie Algerien, Albanien, Syrien und Kurdistan. Zu Ländern mit den größten indigenen Zahlen gehören Algerien mit 380.000, Äthiopien mit 400.000, der Iran mit 500.000 (gegenüber nur 500 im Jahr 1979), Nigeria mit 600.000 und Indonesien mit verblüffenden 6.500.000 (infolge einzigartiger Umstände). Nach Angaben von Andrew van der Bijl und Al Janssen gibt es „sogar Christen in Medina und Mekka“.

In Ägypten informiert mich eine koptische Quelle, „konvertierten große Anzahlen Muslime nach dem Aufstand von 2011 und nachdem die Muslimbrüder an die Macht kamen zum Christentum. Die koptische Kirche bezeichnete den Islamisten-Präsidenten Mohammed Morsi als den ‚großen Evangelisten‘ und hörte auf die Konvertiten zu zählen. Gehen Sie in irgendeine Kirche und Sie werden mit großer Sicherheit ehemalige Muslime finden, besonders Frauen, die dorthin gehen.“

Am dramatischsten erklärte in einem vielzitierten Interview im Fernsehsender Al-Jazira im Dezember 2000 der Direktor von Libyens Companions‘ Lighthouse for the Science of Islamic Law (منارة الصحابة للعلوم الشرعية, Manaratas-Sahaba li’l-‘Ulum ash-Shar’iya), Ahmad al-Qat’ani, ohne Beweise vorzulegen, dass jährlich 6 Millionen Muslime zum Christentum konvertieren. Er berichtete, dass die muslimische Bevölkerung Afrikas von knapp über der Hälfte auf nur noch ein Drittel zurückgegangen sei und stellte das Verschwinden des Islam aus Subsahara-Afrika in Aussicht. Vielleicht übertreibt er, um Spenden zu sammeln, aber seine Zahlen haben weite Verbreitung gefunden.

Pastorin Dr. Buli Francis-Dehqni, die anglikanische Bischöfin von Chelmsford in England

Auch im Westen leben MMBs, wobei die Vereinigten Staaten bei weitem die meisten (450.000) und Bulgarien in Europa die meisten (45.000) beherbergen. Seit 2014 findet in der Kathedrale von Liverpool ein wöchentlicher Gottesdienst in persischer Sprache statt (er wird „Sepas“ genannt), der von einem Dekan muslimischer Herkunft geleitet wird; die anglikanische Bischöfin von Chelmsford in England ist eine im Iran geborene Tochter eines Konvertiten. Die Konversion von Muslimen hat die Evangelisch-Lutherische Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin innerhalb von zwei Jahren von 150 auf fast 700 Personen vergrößert. Es wurden neue Institutionen gegründet, so das Pars Theological Centre in London, das es seit 2010 gibt, „um die iranische Kirche durch Ausbildung einer neuen Generation von dienenden Leitern auszurüsten und zu mobilisieren, um die Kirche führen und die Persisch sprechende Welt zur Ehre Gottes umzuwandeln“.

Vage und abweichende Zahlen legen nahe, dass zwar niemand eine zuverlässige Vorstellung von der Zahl muslimischer Konvertiten zum Christentum hat, die Menge aber groß ist. Christen feiern dieses Phänomen; Joel Rosenberg lobt es als „die Kirche wird im Land ihrer Geburt wahrlich wiederhergestellt“.

Warum Muslime Christen werden

Duane Miller vermekrt, dass „Christus-Konvertiten aus dem Islam vom Islam oft genauso vertrieben werden, wie sie zu Christus oder dem Christentum hingezogen werden“. Konzentriert man sich hier nur auf die Faktoren, die Muslime ausdrücklich zum Christentum treiben, stellt man fest, dass deren Liste lang ist.

Träume und Visionen, besonders von Jesus, ziehen vermutlich rund ein Viertell der MBBs an. Mike Ansari, ein iranischer Konvertit, berichtet, dass viele Menschen „tatsächlich Träume und Visionen von einem strahlenden, weiß gekleideten Mann haben, lange bevor wir ihnen von Jesus erzählen“. Dabrina Bet Tamraz hält fest, dass iranische Konvertiten einander oft fragen: „Hast du den weiß gekleideten Mann gesehen, hast du Jesus gesehen?“ Der Leiter der Presbyterianischen Kirche in Pakistan merkte an, dass afghanische Imame hunderte Kilometer weit reisten, um mit ihm die Bibel zu studieren. Auf die Frage, was sie veranlasste das zu tun, antwortete der Pfarrer: „Träume! Christus eschien ihnen im Schlaf und wies sie an hierher zu kommen, um die Wahrheit zu hören.“ Und in Colorado berichtet Pastor George Naeem, der Unterricht auf Arabisch über Radio und Internet hält, dass „praktisch alle [seine Schüler] nach Träumen kamen“.

Michael Stollwerk (nicht der Alphornbläser)

Michael Stollwerk erzählt von der Zeit nach einem Gottesdienst in der Kathedrale von Wetzlar: „Ich stand am Ausgang, immer noch in vollem Ornat und verabschiedete die Gottesdienstbesucher, als eine verschleierte Frau an mich herantrat. Ich fummelte durch einen Schlitz in meinem Talar, um mein Portmonnaie herauszuholen, weil ich dachte, sie sei eine Bettlerin. ‚Nein, nein‘, sagte sie. ‚Ich habe nur eine Frage: Sind Sie hier der Imam?‘ Ich antwortete: ‚Nun, auf eine gewisse Weise bin ich das – ich bin der Pastor.‘ Sie fuhr fort: ‚In diesem Fall sind Sie der richtige Mann. Gotthat mir in einem Traum befohlen zu der großen Kirche am Marktplatz zu gehen und den Imam nach der Wahrheit zu fragen.‘“ Sie wurde ein paar Monate später getauft. Siemon-Netto, der diese Geschichten erzählt, fährt fort:

Als nächstes hörte ich ähnliche Vorfälle von einem lutherischen Theologen, den Imame mitten in der Nacht in Ägypten aus demselben Grund durch seine Hintertür besuchten; ich hörte von einem katholischen Missionar, der in Algerien gearbeitet hatte, von einem Baptisten, dessen überraschende Besucher ihm erzählten, dass Christus ihnen in ihren Zelten in Saudi-Arabien erschienen war. Ein anglikanischer Priester sprach von Hunderten persischer Frauen, die nach Träumen an geheimen Bibelstunden in Teheran teilnehmen. Pastor Gottfried Martens in Berlin schätzte, dass mindestens zwei Drittel seiner persischen und afghanischen Konvertiten den Anweisungen einer „Lichtgestalt“ gefolgt waren, die sich ihnen als Jesus aus der christlichen Bibel vorstellte und nicht der „Isa“ aus dem Koran.

Nabeel Quereshi, ein pakistanischer MBB, erklärte dieses gemeinsame Muster mit Verweis auf den Islam: „Träume sind das einzige Mittel, über die ein Durchschnittsmuslim erwartet etwas direkt von Gott zu hören.“

Muslime, die aufgeschlossen genug sind die Bibel zu lesen, tendieren dazu von ihrem Kontrast zum Koran beeindruckt zu sein, besonders ihre Betonung der Liebe. Wasef erklärt: „Wenn sie die Bibel lesen, verändert sie das auf der Stelle. Das ist besser als jedes Gespräch oder jede Diskussion. Wenn ich mich hinsetze und mit Muslimen spreche, ist alles, was ich sage, aus der Bibel.“

Es gibt unter Muslimen ein weit verbreitetes Gefühl, das sogar von Forschung gestützt wird, die Muslime in Auftrag geben, dass Christen sich besser verhalten als Muslime, dass sie sich ironischerweise islamischer verhalten. In einem Interview von 2014, das mehr als 400.000-mal auf YouTube angesehen wurde, erklärt eine komplett verhüllte Frau, die ihren Namen als Shadya Sabir Hussein angibt, öffentlich im ägyptischen Fernsehen, dass sie „den Islam hasst“ und plant Christin zu werden; Grund sind die vielen Morde, die die Muslime begehen. Ein irakischer Gelehrter vermerkte, dass Probleme im Irak „viele unserer jungen Leute veranlasst haben zum Christentum zu konvertieren, nachdem sie den islam als terroristische Religion verunglimpften“. Die Krise Algeriens in den 1990-er Jahren hatte einen ähnlichen Effekt: all diese Toten im Namen des Islam führten viele dazu zu erklären: „Das Christentum ist Leben, der Islam ist Tod“.

Der Islamische Staat im Irak und Syrien (ISIS) hat druch seine Brutalität diesen Trend verstärkt. Omar, ein Verwalter der protestantischen Kirche, sagt aus: „Die meisten der Brüder hier konvertierten oder kamen zur Kirche als Ergebnis dessen, was ISIS ihnen und ihren Familien antat.“ Jasmin, ein Mechaniker, wurde von ISIS 2016 sechs Monate lang ins Gefängnis gesteckt, weil er die Grundlagen des Islam nicht kannte; während dieser Zeit zwang ihn ISIS den Koran zu lesen und folterte ihn: „Nachdem ich mit meinen eigenen Augen Zeuge ihrer Brutalität wurde, begann ich meinen Glauben infrage zu stellen.“ Er besuchte eine Kirche und „es dauerte nicht lange, bis ich entdeckte, dass das Christentum die Religion war, nach der ich suchte.“

Themen von Frieden und Gewalt spielen in den Geschichten der Übertritte eine große Rolle. Mark Durie informiert mich: „Nach meiner Erfahrung sind viele Mulsime aus mehrheitlich muslimischen Ländern stark traumatisiert und innerer Frieden ist ein ständiges Thema.“ Irans Geheimdienstminister Mahmud Alawi bestätigte das, als er die Motive der Konvertiten infrage stellte: „Wir suchen nach einer Religion, die Seelenfrieden gibt.“ Sadegh, heute Johannes, begann an seinem Glauben zu zweifeln, als er im Iran an der Universität studierte: „Ich stellte fest, dass die Geschichte des Islam sich völlig von dem unterschied, was uns in der Schule gelehrt wurde. Vielleicht, dachte ich, war er eine Religion, die mit Gewalt begann? Eine Religion, die mit Gewalt begann, kann Menschen nicht zu Freiheit und Liebe führen. Jesus Christus sagte: ‚Die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.‘ Das änderte meine Meinung.“

Persönlicher Kontakt mit Christen, die rechtschaffen leben, hat in den Bekehrungsgeschichten regelmäßig eine Rolle gespielt. Mohammed Eghtedarian wohnte sechs Tage lang bei einem Priester, was diesem die Möglichkeit gab ihm die Frage zu stellen, die sein Leben veränderte: „Hast du Frieden und Freiheit im Islam?“

Dann gibt es die praktischen Günde für Konversion. Dass der Islam und Muslime hinter dem Rest der Welt herhinken lässt einige Muslime sich w ünschen dadurch voran zu kommen, dass sie sich dem Christentum anschließen; sie haben das Gefühl sich damit dem modernen Team anzuschließen.

Schließlich kann der Übertritt aus der Erwartung materiellen Gewinns heraus erfolgen. Londons Daily Telegraph berichtet, dass einige „Rice Christians“ im Libanon „sagen, sie konvertierten, um von der großzügigen Hilfe  zu profitieren, die von christlichen Wohlfahrtsorganisationen verteilt wurden“ und erzählt die Geschichte von Ibrahim Ali, einem verarmten Syrer, dem die anglikanische Kirche Gottes in einem Vorort von Beirut „ein Bett, zwei warme Mahlzeiten am Tag und eine kleines monatliches Gehalt unter der Bedingung anbot, dass er ihren wöchentlichen Bibelstunden teilnimmt“. Ali erklärt, dass er aus praktischen Gründen konvertierte, so auch andere.

Bemerkungen

Vater Zakariya Botros

Drei Gedanken zum Prozess der Konversion. Erstens: Obwohl einige christliche Sprecher (Zakariya Botros, Jay Smith und David Wood) den Islam kritisieiren, hat das beschänkten Nutzen dabei für Muslime attraktiv zu sein. Jill Nelson paraphrasiert Waser: „Öffentliche Diskussionen zwischen Muslimen und Crhisten sind keine effektiven Mittel der Evangelisation und christliche Literatur ist in der Regel auch ineffektiv. … Erklärungen wie die von prominenten evanglischen Leitern, die den Islam als ‚böse‘ bezeichnen und die Mohammed kritisieren, haben auch die Tendenz Muslime vom  Christentum fernzuhalten.“ Victor Atallah vom Middle East Reformed Fellowship stimmt zu: „Wir müssen aufpassen Mohammed nicht zu verurteilen, sondern ihm vergeben.“

Zweitens: Traditionelle Missionierungsversuche von Westlern wie die Versorgung mit Bildung und die Kranken zu behandeln spielen eine überraschend unbedeutende Rolle dabei Konvertiten zu gewinnen. Radio- und Fernsehsendungen, manche gegründet und geleitet von MBBs, haben sie weitgehend ersetzt, darunter Radio Monte Carlo, SAT-7 International, METV, High Adventure Ministries, Voice of Christ Media und Middle East Reformed Fellowship. Eine algerische Zeitung erklärte die Rolle dieser Sender in Kabylie, der stärksten Berber (oder Amazigh)-Region Algeriens:

Die Gläubigen, die wir trafen, haben die Informationen bestätigt, die aus ihrer Sicht eine wichtige Rolle bei der Legitimierung christlicher Lehren gespielt haben. Wie Saïd – der zugab, viel Radio Monte Carol und besonders dessen bliebte Sendungen in Amazigh zu hören. Was Slimane angeht, so erklärte er: „80 Porzent der Gründe, die mich zum Crhistentum trieben, kamen von Radio Monte Carlo.“ Es gibt auch weitere Radiosender wie „Micracle Channel“ (SAT-7) und die meisten Gläubigen bestätigten, dass sie diese Sender höhren, die die christliche Botschaft in die Welt ausstrahlen.

Länderspezifische Sender iwe Aghapy TV für Ägypten oder Elam Ministries, Iran Alive Ministries, Mohabat TV und Nejat TV für den Iran haben ebenfalls einen beträchtlichen Effekt. Ansari erklärt über Mohabat TV: „Es scheint, dass ungefähr 16 Millionen Iraner innerhalb der letzten 12 Monate eine oder mehrere unserer Sendungen im Satellitenfernsehen und auch auf ihren mobilen Geräten angeschaut haben. Das sind umgerechnet etwa 20 Prozent der Bevölkerung des Iran.“

Drittens: Wenn Auslandsmissionare den ersten Funken lieferten, so treiben MBBs einen Großteil der aktuellen Evangelisierung von Muslimen voran. Das Christentum ist bei Gläubigen seiner Heimatregion wieder dynamisch geworden.

Fromme Betrüger

Manche Muslime konvertieren taktisch aus praktischen Gründen, besonders um in den Westen auswandern zu können. Ein Pastor der Church of God zitiert verzweifelte Muslime, die ihm sagen: „Taufe mich einfach, ich werde an wen auch immer glauben, einfach um hier wegzukommen.“ National Public Radio paraphrasiert Şebnem Köşer Akçapar von der Koç-Universität in Istanbul dahingehend, dass „nur wenige der Flüchtlinge echte Konvertiten sind. Andere nutzen die religiöse Verfolgung als Möglichkeit in den Westen zu kommen.“ Aiman Mazyek, Kopf des Zentralrats der Muslime in Deutschland, reagiert mit heftiger Skepsis auf die wachsende Zahl der muslimischen Konvertiten zum Christentum.

Einmal im Westen hat der Übertritt zwei Vorteile. Er kann die Aufenthaltsgenehmigung ermöglichen, da Regierungen (wie immer ihre theoretische Neutralität aussieht) manchmal christlichen Migranten den Vorzug geben; und es macht die Rückführung schwieriger, weil die Migranten Zuahause der Gefahr der Verfolgung wegen Verlassens des Islam ausgesetzt werden. So stellt Volker Kauder aus der Leitung der CDU heraus: „Sobald jemand dem Islam abgeschworen hat, egal ob er authentisch oder nicht zum Christentum konvertierte, kann er wegen Abfall vom Glauben verfolgt werden. Wenn es um politische Verfolgung geht, dann kümmert die Verfolgenden die Glaubwürdigkeit eines Übertritts nicht.“

Persische und deutsche Flugblätter in den Kirchenbänken der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin, September 2016 (© Daniel Pipes)

Entsprechend haben mehr als ein paar wenige Konvortiten fragwürdige spirituelle Referenzen. Rick Robinson von der United Pentecostal Church in der Türkei akzeptiert, dass viele seiner Gemeindeglieder vielleicht nicht als wirklich ernste Gläubige zu ihm kommmen: „Es könnten sogar einige dabei sein, die nur für den Flüchtlingsstatus mit der Hilfe anfangen.“ Gottfried Martens, der Persisch sprechende Pastor der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin, gibt zu, dass er nicht weiß, welche Konvertiten überzeugt sind und welche taktisch: „Ich weiß, es kommen – immer wieder – Menschen hierher, weil sie eine Art Hoffnung bezüglich ihres Asylantrags haben.“ Vesam Heydari, ein Mitglied dieser Kirche, gesteht ein: „Die Mehrheit der Iraner hier konvertieren nicht aus Glauben. Sie wollen nur in Deutschland bleiben.“ Die Gemeinde von Pastor Hugo Grevers in Leipzig besteht zu einem Drittel aus ehemaligien iranischen Muslimen; er gibt zu: „Es gab Gelegenheiten, da waren wir sehr, sehr enttäuscht. Wir unterstützten sie Jahre lang, sie hatten die Gerichtsverhandlung und einen positive Antwort – und am selben Tag trennten sie sich von uns.“ Aber er stellt fest, dass es nur wenig völlig falsche Übertritte gibt, besonders seit Pastoren Protokolle zu Identifizierung von Betrügern eingeführt haben.

Generell sollte man die Zahl der Betrüger nicht überschätzen. Berlins Martens beobachtet, dass „es im Moment wirklich eine Art christliches Erwachen im Iran in ziemlich großer Dimension gibt. Menschen, die zu uns kommen haben bereits diese Kontakte mit Hauskirchen und mussten deshalb fliehen.“

Muslimische Anschuldigungen

In Sorge wegen „einer christlichen Welle“, beobachtet Joel Rosenberg, „werden Muslimführer nervös und wütend.“ Sie konzentrieren sich auf fromme Betrüger und beschulidgen alle Konvertiten die Religion wegen persönlicher Vorteile zu tauschen – wegen Finanzen, einer Arbeit oder einem Visum. Das hat den praktischen Vorteil sowohl MBBs zu diskreditieren als auch sich selbst zu entlasten. Solche Vorwürfe sind besonders in Örtlichkeiten wie dem nördlichen Irak und Algerien üblich, wo Übertritte von Kurden und Berbern ungewöhnlich zahlreich sind.

Bald nach der von den USA angeführten Invasion des Irak 2003 warnte Abdallah al-Turki, Generalsekretär der Muslim World League, dass „nichtmuslimische Organisationen“ (heißt christliche Missionare) den Irak betreten hätten, „um ihre Aktivitäten unter dem Mantel humanitärer Hilfe zu beginnen“ und warnte vor „den Gefahren, die sich daraus für Muslime ergeben“. Ahmed al-Shafie von der Union mulimischer Gelehrter in Sulaymaniye (Irak) verurteilte einen angeblich geheimden Zustrom christlicher Missionare: „Wir verurteilen diese skandalöse Tat gegen den Islam und die Muslime, die demonstriert, dass es versteckte Hände mit ausländischen Absichten gibt, die daran arbeiten die Gesellschaft dieses Landes zu zerstören.“ Eine weitere muslimische Persönlichkeit in Sulaymaniye wiederholte die Anschuldigung 2007: „Missionare nutzen die harte wirtschaftliche Lage, die diese Jugendlichen in diesen Bereichen erfahren, da sie arbeitslos und fast depressiv sind. In einigen Fällen wollen die Jugendlichen ins Ausland gehen und [Konversion zum Christentum] ist ein einfacher Weg ihren Traum zu erreichen, weil sie sagen können, dass sie bedroht werden und eine sichere Zuflucht brauchen.“

Mohammed Aissa vom algerischen Religionsministerium

2006 behauptete, Mohmmed Aissa, ein Vertreter der algerischen Religionsministeriums, christliche Missionare würden Muslime mit solchen Angeboten locken und „von der Verwirrung Jugendlicher profitieren, um sie zu bekehren“. (Er hielt auch fest, dass „zahlreiche Jugendliche Buße tun, zum Islam zurückkehren“.) Im selben Jahr verabschiedete Algeriens Regierung ein Gesetz, dass jedem verbietet, „einen Muslim zu drängen oder zu zwingen oder zu verführen zu einer anderen Religion zu konvertieren“, was mit 2 bis 5 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von €5.000 bis €10.000 bestraft wird. Zwei muslimische Konvertiten zum Christentum wurden 2008 unter diesem Gesetz zu zwei jahren Gefängnis und €5.000 Geldstrafe wegen „Missionierung und illegaler Praktizierung einer nicht-islamischen Religion“ verurteilt.

Als Christ leben

MBBs zu gewinnen ist die Hälfte des Kampfes; sie dazu zu bringen Christen zu bleiben die andere Hälfte. Eine Studie von Julia Sianturi zu Rückkehrern in den Islam in Indonesien stellte mehrere Faktoren fest, die ihr Handeln antreiben:

Starke Bindung zu ihrer Familie und tiefe islamische Wurzeln scheinen die führenden Hauptursachen für ihre Entscheidung zu sein zum Islam zurückzukehren. Diskriminierung durch die umgebende Gemeinschaft und die Göttlichkeit Jesu könnten Einfluss auf ihre Entscheidungsfindung haben. Und ihre Enttäuschung gegenüber der pastoralen Ethik lassen Bedenken wegen ihrer Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Kirche und des Christentums durch die MBBs aufkommen.

So groß diese Schwierigkeiten sind, Andrew van der Bijl und Al Janssen geben zu, dass „ mindestens die Hälfte aller muslimischen Konvertiten [zum Christentum] zum Islam zurückkehren.“ Um das Thema anzugehen schrieb Duane Miller ein Buch mit Ideen, wie nie da gewesene Zahlen an MBBs „ein neues und willkommen heißendes Heim“ geboten werden kann.

Konvertiten, die Christen bleiben, sehen sich verschiedenen herausfordernden Alternativen gegenüber:

1. Sie können ihre Konversion verschweigen, indem sie sie komplett verheimlichen und weiter mit der Erscheinung und den Gewohnheiten eines Muslims auftreten. Viele, hält Nelson fest, ziehen weiter „traditionelle muslimische Kleidung an, um die Konsequenzen ihrer Konversion zum vermeiden“. In einige Fällen scheinen sie sobar die Unzahl islamischer Bräuche und Rituale beizubehalten. Aber das bedeutet Leiden durch tiefe Einsamkeit und moralisches Versagen. Der Druck kann unerträglich werden.

2. Sie können die Glaubenswechsel verkünden (oder sich einem engen Verwandten oder Freund anvertrauen, der, von der Nachricht empört, das Vertrauen des Konvertiten missbraucht), was dazu führt, dass die Welt der MBBs auf den Kopf gestellt wird. Sie sehen sich unablässigem und manchmal gewalttätigem Druck von Familie, Gesellschaft und Regierung, einem Gefühl der Isolation und Einkommensverlust ausgesetzt. Sie können ihre muslimische Identität nicht verlassen. Sei könnten zwangsweise wegen Geisteskrankheit behandelt werden. Wenn nur ein Ehepartner konvertiert, können Ehen aufgelöst und der Kontakt zu den Kindern verloren werden. In mehrheitlich muslimischen Ländern lehnen Behörde es typischerweise ab Übertritte vom Islam weg anzuerkennen, was die MBBs rechtlich als Muslime gefangen bleiben lässt; weibliche Konvertiten, die nur Mitmuslime heiraten dürfen, weil ihre Personalausweise sie als Mulime führen, sind darauf beschränkt männliche MBBs zu heiraten. Ironischerweise meiden als Christen Geborene die MBBs und etablierte Kirchen lehnen sie ab, weil sie vorsichtig sind und nicht beschuldigt werden wollen an ihrem Übertritt beteiligt zu sei und entsprechend bestraft zu werden. Ein Priester drückte es auf grausame Weise so aus: Konvertiten „müssen über ihren Glauben an unseren Herr schweigen, sonst werden alle leiden.“

3. Umzug in eine andere Stadt, um einen Neustart als als Christen Geborene zu haben, bedeutet die Familie zurückzulassen, eine neue soziale Beziehung zu beginnen und ein ruhiges Leben zu gewinnen, während man Angst davor hat erkannt oder entlarvt zu werden.

4. In nicht mehrheitlich muslimische Länder auszuwandern mag wie die perfekte Lösung aussehen, ist es aber nicht. Jenseites der Strapazen sein Leben neu aufzubauen, in der Regel mit einer neuen Sprache, kann sich islamischer Druck selbst dort unerbittlich fortsetzen. Einige MBBs haben weiter Angst vor den Regierungen in ihrer Heimat und leben daher in „einer Atmosphäre, die mit überwältigendem Misstrauen befrachtet ist“. Ein Konvertit hält fest: „Vielleicht ist jemand innerhalb der Kirche einer von ihnen.“ Entsprechend „sind Flüchtlinge darauf bedacht sich von anderen fernzuhalten und enthüllen niemals Informationen über ihre Fälle oder die Details ihres Lebens in der Heimat“. Frauen sehen sich besonderen Problemen gegenüber. Das European Centre for Law and Justice (Europäisches Zentrum für Gesetz und Recht) stellt zu Frankreich fest: „Einem beträchtlichen Anteil der konvertierten Frauen wird mit Zwangsverheiratung gedroht, in die Herkunftsländer ihrer Eltern zurückgeschickt zu werden oder ausgesondert zu werden, solange sie nicht zum Islam zurückkehren. In unregelmäßigen und zunehmend seltenen Fällen werden Konvertiten von Islamisten gelyncht und sogar getötet.“ Folglich gehen die Angst und Einsamkeit weiter.

Fazit

Beträchtliche freiwillige Übertritte von Muslimen zum Christentum laufen auf eine historische Neuheit hinaus, die eine ehrwürdige Unausgewogenheit verändert, in der der Islam fast ausnahmslos Gäubige auf Kosten der Christenheit abwarb. Diese Wende hat möglicherweise große Folgen dafür, wie Muslime sich selbst und ihre Religion betrachten; das aus den Einweg-Konversionen stammende traditionelle Selbstvertrauen gilt nicht mehr. Wird etwas anderes es ersetzen? Oder wird diese Verwundbarkeit das muslimische Vertrauen untergraben? Die Konsequenzen sind tiefgreifend.

Konversionen zum Christentum wiederum machen einen Teil eines großen Schritts weg vom Islam aus; einen, der auch Konversionen zu anderen Religionen (besonders zum Zoroastrismus bei Kurden und Hinduismus bei Indern; auch Judemtum und Buddhismus ziehen Konvertiten an) sowie die Annahme von Götterglaube und Atheismus einschließt. Zusammen stellen diese miteinander in Zusammenhang stehenden Trends eine selten bemerkte, aber bedeutsame Entwicklung dar, die weit geht, um den weithin festgestellten islamistischen Aufschwung des letzten halben Jahrhunderts zunichte zu machen, die diesen Aufschwung sogar rückgängig machen könnte.

Die palästinensischen Christen, die die Hamas verteidigen

Dexter Van Zile, the Algemeiner, 14. Juli 2021

Gazas Hamas-Chef Yahyah al-Sinwar spricht zu den Medien, Gaza-Stadt, 28. Oktober 2019. (Reuters/Mohammed Salem)

Die meisten Möchtegern-„Friedensstifter“ im Nahen Osten wissen es besser als die Hamas anzupreisen, eine Jihadisten-Organisation, deren Führer wiederholt zu Israels Vernichtung aufgerufen haben und die regelmäßig ihre Anhänger dazu anhalten Juden zu ermorden. Und die meisten Friedensstifter, besonders Christen, würden begreifen, dass die Feindschaft der Hamas gegenüber Israel herunterzuspielen, bei Menschen, die den politischen Realitäten im Heiligen Land etwas Aufmerksamkeit schenken, Geringschätzung und Verachtung auslösen würde.

Es gibt jedoch mindestens eine Person, die das Memo zur Hamas nicht erhalten hat. Das ist Reverend Alex Awad, ein palästinensischer Christ, der in Amerika lebt und US-Bürger ist. Awad, Mitglied der renommierten Familie Awad aus Bethlehem, scheint zu glauben, er könne die Hamas anpreisen ohne dass seine Glaubwürdigkeit Schaden nimmt.

In einem Brief an US-Präsident Joseph Biden und Außenminister Antony Blinken erklärte Awad vor kurzem, die Hamas dürfe nicht als Terrororganisation abqualifiziert werden; er sagte: „der Hamas das Etikett einer ‚Terrororganisation‘ anzuheften verbirgt die kompliziertere Wahrheit, dass die Hamas ein Spiegel und Ergebnis des untragbaren und ungerechten Status quo im Land ist.“

In demselben Brief, geschrieben im Auftrag einer Gruppe, die sich „Palestinian Christian Alliance for Peace“ (Palästinensisch-christliches Bündnis für Frieden) nennt, schreibt Awad, dass eine „beträchtliche Anzahl Palästinenser die Hamas unterstützt, weil sie sie als weniger korrupt und effektiver regierend als die Fatah betrachtet, nicht unbedingt wegen ihrer Ideologie.“

Awad berichtet auch, dass die Hamas sogar eine Reihe palästinensischer Christen unter ihren Repräsentanten und Wählern hat“ und dass die Organisation zu „einer Jahrzehnte langen Waffenruhe (hudna) mit Israel aufgerufen hat, das diesen ständig ablehnte“.

Mit dieser Argumentation versucht Awad die Hamas als glaubwürdigen Verhandlungspartner und Israel als einzig verantwortlich für fehlenden Frieden im Heiligen Land darzustellen.

Aber Israel zog 2005 aus dem Gazastreifen ab und die Hamas schoss mehr Raketen in den jüdischen Staat als sie das vor dem Abzug gemacht hatte. Aus irgendeinem Grund ist Awad weder in der Lage die Ungerechtigkeit des Handelns der Hamas einzugestehen, noch anzuerkennen, dass die Hamas geholfen hat den „untragbaren und ungerechten Status quo im Land“ zu schaffen.

Awad beschreibt die Hamas als weniger korrupt als die Fatah, das heißt aber nichts. Wenn die Organisation ehrlich ist, warum versuchte sie dann die Journalistin Hajar Harb in Abwesenheit überführen und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilen zu lassen, weil sie über Korruption im von der Hamas betriebenen Krankenhaus im Gazastreifen berichtete? (Zum Glück war Harb, die sich zur Zeit ihres Verfahrens zu Krebsbehandlung in Jordanien aufhielt, in der Lage ihr Urteil aufheben zu lassen.)

Und wenn die Hamas so vertrauenswürdig ist, warum fließt dann Auslandshilfe, die die Gesundheit und das Wohlergehen der Palästinenser fördern soll, in den Bau von Raketen und Tunneln, die die Ermordung von Israelis ermöglichen? Warum nutzt die Hamas von der United Nations Relief and Works Agency (UNRWA) betriebene Schulen als Waffenlager?

Und wenn das Angebot der Hamas für eine Waffenruhe so glaubwürdig ist, wie erklärt Awad dann die fortgesetzten Schmähungen, Raketenangriffe, versuchten Terroranschläge und Brandsätze, die von der Organisation Richtung Israel gehen?

Die meisten Persönlichkeiten von öffentlichem Interessen würde an Glaubwürdigkeit verlieren, nachdem sie in derart begriffsstutziger Art die Hamas anpreisen, aber nicht Awad – aus einem einfachen Grund: Er hat keine Glaubwürdigkeit mehr, die er verlieren kann.

Bei der Konferenz „Christus am Checkpiont“ 2018 offenbarte Awad, ein ehemaliger methodistischer Missionar, seine Feindseligkeit gegenüber Juden, die es wagen im Weißen Haus zu arbeiten. Während der Konferenz zeigte Awad ein Dia mit dem Bild dreier offizieller Vertreter des Weißen Hauses, die ein Portrait von Donald Trump umgeben: Jason Greenblatt, Trumps Sonderrepräsentant für internationale Verhandlungen; David Friedman, US-Botschafter in Israel; und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und ranghoher Berater. Die Bilder waren von den Worten begleitet: „Foul! Ein Rezept für Misserfolg.“

Awad sagte dann seinem Publikum, es solle sich das Bild ansehen.

„Stimmt da was nicht?“, fragte er. „Was ist falsch?“

Ein Mitglied des Publikums sagte: „Das sind alles Juden!“ und ein weiterer sagte: „Sie sind alle jüdisch!“

Awad machte dann klar, was er wollte.

„Sie sind alle Juden“, sagte er. „Millionäre und Milliardäre.“

Vielleicht hilft das zu erklären, warum Awad bereit ist die Hamas anzupreisen, denn sie haben etwas gemeinsam – sie verachten die Juden.

Artikel 22 der ursprünglichen Hamas-Charta erklärte, dass ihre Feinde (natürlich die Juden) „schon lange Pläne machen … und einen gewaltigen und einflussreichen materiellen Reichtum angesammelt haben. Mit ihrem Geld übernahmen sie die Kontrolle über die Weltmedien … Mit ihrem Geld zettelten sie Revolutionen in verschiedenen Teilen des Globus an … Es gibt keinen Krieg, nirgendwo, ohne dass sie ihre Finger im Spiel haben.“

Wie sich herausstellt hat die Hamas ihre Charta aktualisiert; darin wird jetzt erklärt, dass sie kein Problem mit dem Judentum als Religion haben, sondern mit Juden, die darauf bestehen ihre Selbstbestimmung beizubehalten (auch bekannt als „Zionisten“).

So schlimm ist christliches Friedenstiften geworden. Die Hamas könnte Awad Rat geben, wie man seine Verachtung für Juden verbirgt und immer noch die Botschaft rüberbringt.

Herr, erbarme dich.