Zum Judenhass in Europa

vgl. auch: http://www.verteidigt-israel.de/Zum%20Judenha%DF%20in%20Europa.htm

Ein französisches Gericht wies am 20. November 2002 eine Klage ab, den Verkauf von Oriana Fallacis Bestsellerbuch „Die Wut und der Stolz“ zu verbieten, von dem Kritiker sagen, es schüre Hass gegen Muslime. Die 73-jährige Oriana Fallaci ist eine ehemalige Widerstandkämpferin gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg und Kriegsberichterstatterin, die besonders für ihre kompromisslosen Interviews mit Politikern der ganzen Welt bekannt ist.

Oriana Fallaci ist seit Jahrzehnten die berühmteste Journalistin in Europa. Am 17. April 2002 hat sie in der italienischen Zeitschrift „Panorama“ folgenden, sehr polemischen Artikel veröffentlicht, gerichtet gegen die Einseitigkeit, mit der der israelisch-palästinensische Konflikt in den Medien und der Öffentlichkeit in Europa betrachtet wird, was zu einer neuen, gefährlichen Welle von Antisemitismus geführt hat.

Auf Englisch erschien der Artikel mehrfach bei renommierten Zeitschriften, u.a. auch am 3.12.02 im Frontpage Magazine. Deutsche Übersetzungen von Fallacis Artikel sind in Auszügen auf mehreren Internetseiten zu finden, die vollständigste unter der oben angeführten URL von verteidigt-israel.de. All diese Artikel waren unvollständig oder enthielten sprachliche Fehler. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, anhand der mir vorliegenden englischen Texte die bisherigen Übersetzungen zu ergänzen und (meines Erachtens) zu verbessern. – heplev

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Ich finde es beschämend, dass es in Italien eine Prozession von als Selbstmordattentätern angezogenen Leuten geben kann, die wüste Beschimpfungen gegen Israel ausstoßen, Bilder von führenden israelischen Personen tragen, auf deren Stirn sie das Hakenkreuz gemalt haben, die Menschen aufhetzen die Juden zu hassen. Und die ihre eigene Mutter in einen Harem verkaufen würden, um die Juden erneut in Vernichtungslagern zu sehen, in den Gaskammern, in den Öfen von Dachau und Mauthausen und Buchenwald und Bergen-Belsen, und so weiter.

Ich finde es beschämend, dass die Katholische Kirche es einem Bischof, der sogar eine Wohnung im Vatikan hat, einem heiligen Mann, der in Jerusalem mit einem Arsenal von Waffen und Sprengstoff ertappt wurde, der Geheimfächern seines heiligen Mercedes versteckt war, dass sie es diesem Mann erlaubt an dieser Prozession teilzunehmen und sich vor dem Mikrophon zu stellen und im Namen Gottes den Selbstmordattentätern zu danken, die die Juden in Pizzerien und Supermärkten töten. Diese als Märtyrer zu bezeichnen, „die in den Tod gehen wie auf eine Party“.

Ich finde es beschämend, dass sie in Frankreich, dem Frankreich von „Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit“, Synagogen niederbrennen, Juden terrorisieren und ihre Friedhöfe schänden. Ich finde es beschämend, dass die Jugendlichen in Holland und Deutschland und Dänemark mit der Kaffieh paradieren, so wie Mussolinis Avantgarde mit dem Knüppel und den faschistischen Abzeichen herumstolzierten.

Ich finde es beschämend, dass an fast allen Universitäten Europas palästinensische Studenten Antisemitismus nähren und fördern. Dass man in Schweden gefordert hat, dass der Friedensnobelpreis, der Shimon Peres 1994 verliehen wurde, zurückgenommen werde und man diesen der Taube mit dem Olivenzweig – also Arafat – allein zugespricht.

Ich finde es beschämend, dass die ehrwürdigen Mitglieder des Komitees, einem Komitee, das (allem Anschein nach) eher politische Couleur als Verdienste in Betracht zieht, eine solche Forderung überhaupt in Betracht ziehen und sogar eine Antwort darauf formulieren. In der Hölle ehrt der Nobelpreis den, der ihn nicht erhalten hat.

Ich finde es beschämend (wir sind zurück in Italien), dass staatliche Fernsehsender zum wieder auflebenden Antisemitismus beitragen, indem sie Tränen nur für die palästinensischen Toten vergießen während sie gleichzeitig die israelischen Toten herunterspielen und diese in unwilligem Ton unter den Teppich kehren. Ich finde es beschämend, dass sie in ihren Debatten die respektvollen Gastgeber spielen für Halunken mit Turban oder Keffieh, die gestern Hymnen über das Massaker in New York sangen und heute Hymnen über das Abschlachten in Jerusalem, in Haifa, in Netanya, in Tel Aviv singen.

Ich finde es beschämend, dass die Presse dasselbe tut, dass sie darüber empört, dass israelische Panzer die Geburtskirche in Bethlehem belagern, aber nicht darüber empört, weil in derselben Kirche 200 palästinensische Terroristen, schwer bewaffnet mit Maschinengewehren, Munition und Sprengstoff (unter ihnen sind auch verschiedene Führer der Hamas und der al-Aqsa-Brigaden), nicht unwillkommene Gäste der Mönche sind (die dann Mineralwasserflaschen und Honigkrüge von den Soldaten genau jener Panzer entgegennehmen).

Ich finde es beschämend, dass angesichts der Zahl der seit Beginn der zweiten Intifada getöteten Israelis (412) eine angesehene Tageszeitung es angemessen fand mit Großbuchstaben zu unterstreichen, dass mehr Menschen [in Israel] durch Autounfälle umkommen (600 im Jahr).

Ich finde es beschämend, dass der „Osservattore Romano“, die Zeitung des Papstes – ein Papst der vor nicht allzu langer Zeit in der Klagemauer einen Entschuldigungsbrief an die Juden hinterließ – ein Volk des Vernichtungskrieges beschuldigt, das millionenfach von Christen, von Europäern, vernichtet wurde. Ich finde es beschämend, dass diese Zeitung den Überlebenden jenes Volkes (Überlebende, die immer noch ihre auf den Arm tätowierte Nummer tragen) das Recht abstreitet zu reagieren, sich zu verteidigen, sich nicht erneut ausrotten zu lassen.

Ich finde es beschämend, dass im Namen von Jesus Christus (einem Juden, ohne den sie alle arbeitslos wären), die Priester unserer Gemeinden oder Sozialzentren oder was auch immer sie sind, ungeniert flirten mit den Mördern jener Menschen in Jerusalem, die nicht zum Essen ausgehen können, sich keine Pizza oder einen Karton Eier kaufen können, ohne in die Luft gesprengt zu werden.

Ich finde es beschämend, dass sie sich auf die Seite genau derjenigen stellen, die den Terrorismus begonnen haben, uns an Bord der Flugzeuge, auf den Flughäfen, bei Olympischen Spielen, töten und die sich heute damit unterhalten westliche Journalisten töten. Indem sie sie erschießen, entführen, ihnen die Kehle durchschneiden, sie enthaupten. (Es gibt jemanden in Italien, der seit der Veröffentlichung von „Die Wut und der Stolz“ dasselbe gerne bei mir tun würde. Er zitiert Verse aus dem Koran und ruft seine „Brüder“ in den Moscheen und in der Islamischen Gemeinde auf, mich zu züchtigen. Mich zu töten. Oder eher mit mir zusammen zu sterben. Da er jemand ist, der gut Englisch spricht, werde ich ihm auf Englisch antworten: „F… you.“)

Ich finde es beschämend, dass fast die gesamte Linke, jene Linke die es vor 20 Jahren einem ihrer Gewerkschaftsparadeure erlaubte (im Stil einer Mafia-Warnung) einen Sarg vor der Synagoge von Rom zu platzieren, den Beitrag der Juden im Kampf gegen den Faschismus vergisst. Ein Kampf, der auch von Carlo und Mello Rossini geführt wurde, von Leone Ginzburg, von Umberto Terracini, von Leo Valiani, von Emilio Sereni, von Frauen wie meine Freundin Anna Maria Enriques Agnoletti, die am 12. Juni 1944 in Florenz erschossen wurde, von 75 der insgesamt 335 Menschen, die in der Fosse Ardeatine getötet wurden, von den unzähligen anderen unter Folter oder im Kampf oder durch Erschießungskommandos Getöteten. (Die Kameraden, die Lehrer meiner Kindheit und meiner Jugend).

Ich finde es beschämend, dass teilweise durch die Schuld der Linken – oder eher hauptsächlich durch die Schuld der Linken (denken Sie an die Linke, die ihre Parteitage eröffnet, indem sie dem PLO- Vertreter Beifall spendet, dem Anführer der Palästinenser in Italien, die die Vernichtung Israels wollen) -Juden in italienischen Städten wieder einmal Angst haben. Und in französischen Städten und in holländischen Städten und deutschen Städten und dänischen Städten ist es genauso. Ich finde es beschämend, dass Juden zittern, angesichts des Vorbeizugs von als Selbstmordattentätern angezogenen Halunken, so wie sie in der Kristallnacht zitterten, der Nacht in der Hitler die Jagd auf die Juden frei gab.

Ich finde es beschämend, dass in Gehorsam gegenüber der dummen, abscheulichen, unaufrichtigen und für sie extrem vorteilhaften Political Correctness die gewöhnlichen Opportunisten – oder, besser gesagt: die gewöhnlichen Schmarotzer – den Begriff Frieden ausnutzen. Dass in Namen des Wortes „Frieden“, das inzwischen noch verkommener ist als die Worte „Liebe“ und „Menschlichkeit“, sie lediglich einer Seite für ihre Hass und ihre Bestialtität die Absolution erteilen. Dass im Namen eines Pazifismus (soll heißen: Konformismus), der an die singenden Grillen und Possenreißer abgegeben wurde, die Pol Pots Füße zu küssen gewohnt waren, Menschen von ihnen aufgehetzt werden, die verwirrt oder genial oder eingeschüchtert sind. Dass sie sie austricksen, sie korrumpieren, sie um ein halbes Jahrhundert zurückwerfen in die Zeit des gelben Sterns auf dem Mantel. Diese Scharlatane, die sich genauso viel um die Palästinenser scheren, wie ich mich um die Scharlatane schere. Nämlich überhaupt nicht.

Ich finde es beschämend, dass sich viele Italiener und viele Europäer als ihren Flaggenträger den Herrn – so soll es höflich gesagt sein – Arafat ausgesucht haben. Diese Null, die Dank des Geldes der saudischen Königsfamilie den Mussolini ad perpetuum spielen kann und in seiner Megalomanie glaubt, er würde als der George Washington von Palästina eingehen. Dieser ungrammatikalische Schuft, der, als ich ihn interviewte, unfähig war einen vollständigen Satz zusammen zu bekommen, ein artikuliertes Gespräch zu führen. Das zusammenzufügen, es zu schreiben, zu veröffentlichen, kostete mich enorme Mühe und ich gelangte zu der Schlussfolgerung, dass sich im Vergleich zu ihm sogar Ghaddafi wie Leonardo da Vinci anhört. Dieser falsche Krieger, der immer wie Pinochet in Uniform herum läuft, nie Zivil trägt und doch trotz allem nie an einer Schlacht teilgenommen hat. Krieg ist etwas, wohin er andere an seiner Stelle schickt, immer geschickt hat. Das sind die armen Seelen, die an ihn glauben. Dieser aufgeblasene Inkompetente, der das Staatsoberhaupt spielt, verursachte das Scheitern der Camp David-Verhandlungen, Clintons Vermittlung. Nein-nein-ich-will-Jerusalem-für-mich-allein. Dieser ewige Lügner, der nur dann einen Moment aufrichtig ist, wenn er – ganz privat – Israel das Existenzreicht verweigert und der, wie ich in meinem Buch sage, alle fünf Minuten sich selbst widerspricht. Er spielt immer ein doppeltes Spiel, lügt selbst, wenn man ihn fragt, wie spät es ist, so dass man ihm niemals trauen kann. Nie! Von ihm wird man immer systematisch betrogen. Dieser ewige Terrorist, der nur das eine kann: ein Terrorist zu sein (während er immer in Sicherheit bleibt) und der während der 70-er Jahre, als ich ihn interviewte, sogar die Terroristen der Baader-Meinhof-Gruppe ausbildete. Und mit ihnen 10-jährige Kinder. Arme Kinder. (heute bildet er sie dazu aus Selbstmordbomber zu werden. Einhundert Baby-Selbstmordbomber werden gerade gemacht: 100!). Dieser Wendehals, der seine Frau in Paris leben lässt, die wie eine Königin bedient und verehrt wird, und sein Volk im Elend hält. Er holt sie nur aus dem Dreck, um sie in den Tod zu schicken, um zu töten und zu sterben, so wie die 18-jährigen Mädchen, die sich mit dem Schicksal ihrer Opfer die Gleichberechtigung verdienen. Und trotzdem lieben ihn viele Italiener, tatsächlich. So, wie sie Mussolini liebten. Und viele andere Europäer tun dasselbe.

Ich finde es beschämend und ich sehe in all dem das Aufkommen eines neuen Faschismus, eines neuen Nazismus. Ein Faschismus, ein Nazismus, der noch grausamer und widerlicher ist, weil er von jenen betrieben und gefördert wird, die scheinheilig als Gutmenschen, Progressive, Kommunisten, Pazifisten, Katholiken oder eher Christen posieren und die die Frechheit haben, jeden, der, wie ich, die Wahrheit hinausschreien, als Kriegshetzer abzustempeln. Ich sehe es, ja, und ich sage dazu das Folgende: Ich bin nie sanft gegenüber der tragischen und shakespeareschen Figur Sharon gewesen („Ich weiß, Sie sind gekommen, um sich einen weiteren Skalp für Ihren Gürtel zu holen“, murmelte er, beinahe traurig, als ich 1982 zu einem Interview mit ihm ging.) Ich habe oft Meinungsverschiedenheiten mit den Israelis gehabt, hässliche, und in der Vergangenheit habe ich die Palästinenser sehr oft in Schutz genommen. Vielleicht mehr, als sie es verdienten. Aber ich bin auf der Seite Israels, ich bin auf der Seite der Juden. Ich bin auf ihrer Seite, so wie ich es als junges Mädchen in der Zeit war, als ich mit ihnen zusammen kämpfte und als die Anna Marias erschossen wurden. Ich verteidige ihr Recht zu existieren, sich zu verteidigen, sich nicht ein zweites Mal vernichten zu lassen. Und vom Antisemitismus vieler Italiener, vieler Europäer angewidert, bin ich beschämt von dieser Schande, die mein Land und Europa entehrt. Das ist bestenfalls keine Gemeinschaft von Staaten, sondern eine Truppe vieler Pontius Pilati. Und selbst, wenn alle Bewohner dieses Planeten anders denken sollten, würde ich weiter so denken.

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Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (27. August – 2. September 2017)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2017 geführt.

Sonntag, 27.08.2017:

Ein pal-arabischer Psychologie lässt in einer Sendung des offiziellen PA-Fernsehens wissen: Flugzeugentführungen und Mord an israelischen Zivilisten sind „wunderbare Heldentaten“ und führte Beispiele für Frauen an, die genau solche Taten begingen.

Ranghohe islamische und christlicher Jerusalemer Kleriker gaben eine Erklärung ab, mit der sie die „rechtsextreme israelische Regierung“ wegen der Entscheidung „kritisierten“, dass Knessetmitgliedern erlaubt würde „in das Tempelberggelände einzubrechen“. Das sei ein „illegaler und unmenschlicher Schritt der Provokation“. (Die Regierung hatte beschlossen Knessetmitgliedern „probehalbe“ einen Tag lang zu erlauben den Tempelberg zu besuchen; bisher gibt es ein Verbot für solche Versuche.) Die Kleriker riefen die Einwohner Jerusalems und „das palästinensische Volk” auf an ihrem „von Allah verliehenen Recht“ an „Palästina vom Fluss bis zum Meer“ und am Tempelberg festzuhalten, besonders am Dienstag, wenn die Abgeordneten erstmals seit 2 Jahren den Berg besuchen dürfen.

Die PA-Behörden haben allen Jugendlichen, die bei den Krawallen der letzten Monate festgenommen wurden, in ihren Abschlussexamen Noten gegeben, so dass sie diese bestanden.

Montag, 28.08.2017:

Das PA-Fernsehen hat im Auftrag der PA 2017 mehr als 30-mal ein „Kinderlied“ ausgestrahlt: Jaffa, Haifa, Safed, Tiberias, Akko sind „alles mein Land Palästina“, Beit Schean, Ramle usw. natürlich auch. In verschiedenen Versionen wurde das Lied vom über „mein Land“ fliegenden Vogel seit 2011 schon hunderte Male gesendet.

Es heißt, dass Abbas sich aufgrund von Druck aus der arabischen Welt entschieden hat sein Agieren gegen Israel in der UNO aufzuschieben.

Ein Hamas-Führer sagte heute, die Terroristen seien zu direkten Gesprächen über die Freilassung der festgehaltenen israelischen Zivilisten und der Leichen zweier Soldaten bereit, wenn Israel alle Terroristen freilässt, die im Gilad Shalit-Deal freikamen und inzwischen wieder festgenommen wurden.

Die Militärführung der Hamas preist die militärische Hilfe durch den Iran. Die Hamas konnte ihre militärischen Fähigkeiten dank der iranischen Hilfe stark verbessern können.

Dienstag, 29.08.2017:

Der UNO-Generalsekretär ist im Nahen Osten. In Ramallah tönte er, es gebe keine Alternative zur Zweistaatenlösung. Dem seien die UNO und er persönlich verpflichtet. Er habe zudem schon mehrfach gesagt, dass es keinen Plan B gibt, nur die Zweistaatenlösung.

Mittwoch, 30.08.2017:

Ein Ferienlager der israelisch-arabischen Balad-Partei wurde mit einer Prozession für „Mätyrer“ (sprich: Terroristen“) zu Ende gegangen.

Donnerstag, 31.08.2017:

Das Patriarchengrab in Hebron ist für Juden von Donnerstag bis Freitagabend wegen eines muslimischen Festes geschlossen. Ab Freitagmorgen 4 Uhr ist sie wieder normal geöffnet.

Freitag, 01.09.2017:

Der Fatah-Sekretär der Fatah für das Viertel al-Thawi in „Ost“-Jerusalem ist der Zutritt zur Stadt für die nächsten 4 Monate verboten worden.

Bauern im Süden Israels haben eine Petition eingereicht, dass die Regierung Arabern aus dem Gazastreifen Arbeitsgenehmigungen erteilen soll, damit diese auf den Farmen im Süden arbeiten können. Sie führen wirtschaftliche und humanitäre Gründe für ihren Antrag an: Die Bauern können Arbeiter brauche, die Araber des Gazastreifens brauchen Jobs. Die soziale Lage der Araber im Gazastreifen zu verbessern könnte in Israels Interesse sein.

Samstag, 02.09.2017:

Israelis im südlichen Israel baten die USA ihren Nachbarn im Gazastreifen bei der Lösung der Strom- und Abwasserkrise zu helfen, weil deren dysfunktionale Regierung dazu nicht in der Lage ist.

Dhimmitum und Marcionismus*

Juden und Christen unter dem Islam

Bat Ye’or, dhimmitude.org

Scheik Yussef al-Qaradawi, geistiger Führer der Muslim-Bruderschaft, erklärte im Dezember 1977 in einem Interview, dass das islamische Gesetz die Völker des Buches – Juden und Christen – in drei Kategorien teilt: nicht muslimische Geschützte, die Dhimmis, die in islamischen Ländern leben (dar al-islam); Nicht-Muslime, die in Ländern vorüber gehender Waffenstillstände leben; und Nicht-Muslime, die im Land des Krieges (harbis) leben.

In der Erklärung, dass das islamische Gesetz für jede dieser Kategorien andere Regeln hat,1 fasste der Scheik in wenigen Worten die Theorie des „Jihad“ zusammen, der die Beziehungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen beherrscht.

Jihad

Nach der Theorie des Jihad sind Einwohner des Landes des Krieges (dar al-harb) Ungläubige, die bekämpft werden müssen, weil sie gegen die Errichtung des islamischen Gesetzes in ihren Ländern sind. Als Feinde Allahs haben sie keine Rechte: Sie selbst und ihr Eigentum werden für alle Muslime „mubah“ – d.h., wenn sich die Gelegenheit ergibt, können sie als Sklaven genommen, zur Einforderung von Lösegeld entführt, beraubt oder getötet werden, ohne dass die Täter mit Strafe rechnen müssen. Gegen sie wird Krieg geführt, um ihre Gebiete zu islamisieren, die nach dem Willen Allahs der islamischen Gemeinschaft zugehören müssen. Wenn sie sich wehren, dann erlaubt das islamische Recht ihre Deportation oder die Männer zu massakrieren und die Frauen und Kinder zu versklaven.

Ungläubige im Land des Waffenstillstands befinden sich in einem Aufschub zwischen Kriegen. Prinzipiell darf der Waffenstillstand nicht mehr als zehn Jahre dauern, wonach der „Jihad“ wieder aufgenommen werden soll. Zwei Gründe können dazu motivieren, den Ungläubigen durch die islamische Autorität einen Waffenstillstand zu gewähren:

1) Die Muslime sind zu schwach, um die Ungläubigen zu besiegen und der Waffenstillstand erlaubt es ihnen stärker zu werden.

2) Die Staaten der Ungläubigen zahlen den Muslimen einen Tribut oder leisten zahlreiche Dienste, die der Verbreitung des Islam dienen.

Mit anderen Worten: Der Waffenstillstand ist nur genehmigt, wenn er die Lage der Muslime verbessert und die der Ungläubigen schwächt. Ein Waffenstillstand ist kein Normalzustand; er wird mit Tribut erkauft. Wenn die Ungläubigen nicht für wirtschaftlichen Vorteile im Tausch für den Waffenstillstand sorgen können, werden die Feindseligkeiten wieder aufgenommen. Weiterhin sind nur Verträge gültig, die mit den Vorschriften des Islam überein stimmen; werden diese Bedingungen nicht erfüllt, ist der Vertrag wertlos.

Beschützte Ungläubige, Dhimmis, in muslimischen Ländern sind ehemalige „harbis“, die widerstandslos ihr Gebiet im Tausch gegen Frieden unter islamischem „Schutz“ (dhimma) aufgegeben haben. Dies sollte als Schutz gegen die permanenten Gesetze des Jihad verstanden werden, von dem sie bedroht sind, wenn sie rebellieren. Das nenne ich „Dhimmitum“: die unterworfen-beschützte Lage der Ungläubigen, die durch die Übergabe ihrer Gebiete an die islamische Autorität eingenommen wird. Unterwerfung, weil Ungläubige ihr eigenes Land dem islamischen Gesetz unterordnen, das sie enteignet; und Schutz, weil dasselbe Gesetz sie vor dem Jihad beschützt und ihre Rechte garantiert. Dhimmitum ist die direkte Folge des Jihad.

Westler wissen wenig oder nichts über den Jihad, den islamischen Eroberungskrieg. In einigen progressiven Kreisen wird Jihad als exotischer Begriff betrachtet, der manchmal mit einer angenehmen Bedeutung verziert wird. Von offensichtlichen Ähnlichkeiten fehl geleitet verwechseln Intellektuelle den Jihad mit den Kreuzzügen. Fakt ist, dass der erste Kreuzzug 1096 begann; der Jihad begann 624. Der ersten Phase, dem Proto-Jihad des 7. Jahrhunderts, folgte die theologische, theoretische und rechtliche Konzeptualisierung, die im 8. Jahrhundert begann. Die erste Phase umfasste Mohammeds militärische Aktivitäten, nachdem er 622 nach Medina emigrierte, sowie den Eintrag dieser Heldentaten in Form von Kommentaren und Geboten in den Koran. Die zweite Phase beginnt nach Mohammeds Tod 632, als die arabischen Armeen sich aufmachten Asien und das christliche Mittelmeer-Reich zu erobern. Es war in dieser zweiten Phase (8./9. Jahrhundert), dass muslimische Rechtsberater das theologische Konzept des Jihad und seiner Institutionen ausführlich berieten; die Grundlage dafür war das Beispiel Mohammeds, seine Biographien (die im 8./9. Jahrhundert geschrieben wurden) und die ihm zugeschriebenen Worte und Taten (Hadithe), die von angenommenen Zeitzeugen aufgezeichnet wurden. Die Unterscheidung dieser beiden Perioden zeigt, dass der Jihad, als er sich entwickelte, nicht Mohammed zugeschrieben werden kann, da seine Institutionen nach seinem Tod geschaffen wurden.

Es gibt viele Unterschiede zwischen den Konzepten des Jihad und den Kreuzzügen, da sie aus zwei entschieden unterschiedlichen Religionen und Zivilisationen hervor gingen. Wir können hier nur wenige anführen.

Seit dem 8. Jahrhundert erklärten muslimische Theologen, dass der Jihad der islamischen Doktrin entstammt und nicht von ihm zu trennen ist, weil sie sich in der von Mohammed geführten militärischen Kampagne ausdrückt. Der Jihad, ein komplexer Begriff, manifestiert den Kampf der Muslime nach den Prinzipien Allahs zu leben, wie er sie Mohammed offenbarte. Mohammed verkörpert den überlegenen Mittler zwischen der Menschheit und der Gottheit; seine verbindlichen und normativen Gebote werden im Koran durch sein Wort und seine Taten verkündet. Der arabische Prophet illustriert das normative Modell des Guten, das nolens volens der gesamten Menschheit auferlegt werden muss (Koran, Sure 2, 189) und der Jihad geht ausführlich auf die militärischen, politischen und wirtschaftlichen Taktiken ein, mit denen dieses Ziel werden soll.

Von seinen Anfängen bis heute besetzt der Jihad einen wichtigen Platz im Denken und in den Schriften der muslimischen Theologien und Juristen. Die im 8. Jahrhundert definierten Relugarien werden heute immer noch von der Mehrheit der Muslime als unveränderbar angesehen. Während der Jihad in der heiligen Immanenz der koranischen Offenbarung inne wohnt, sind die Kreuzzüge ein episodisches historisches Ereignis, das Kritik ausgesetzt ist.

Zuerst sollten wir feststellen, dass die Kreuzzüge in den konstituierenden Texten der Christenheit keine Grundlage haben – dem Ersten und Zweiten Testament der Bibel. Die Eroberung Kanaans durch die Israeliten betrifft ein begrenztes Gebiet, nicht die ganze Erde in einem ewigen Krieg zur Unterwerfung der gesamten Menschheit unter dasselbe Gesetz. Ähnlich sind die Arten der Kriegsführung in regelmäßige Wiederkehr eingebettet, im Kontext einer bestimmten Zeit. Außerdem beziehen die Bibel und der Koran nicht dieselbe Haltung zum Heidentum. Die Bibel verurteilt die blutigen, unmenschlichen Praktiken der heidnischen Kulte; sie ordnet nie ewigen Krieg gegen Heiden an. Historisch gesehen waren die Kreuzzüge eine den Umständen entspringende Reaktion auf die Konstellation von Ereignissen, die allesamt für das Konzept des Jihad wesentlich sind. Die muslimischen Armeen umzingelten die Christenheit in einer Zangenbewegung. Im Osten, nachdem Byzanz in Manzikert geschlagen wurde (1071), unterwarfen die türkischen Seltschuken Armenien mit Feuer und Schwert und verwüsteten byzantinisches Territorium. Im Westen drangen almoravidische Berber-Stämme nach Spanien ein und dort nach Norden vor, wobei sie Christen massakrierten. Im Heiligen Land wurden Pilgerreisen unterbrochen – der Grund waren erzwungene Übertritte zum Islam, Entführungen und Ermordung christlicher Pilger und eine für Nichtmuslime allgemein unsichere Lage. Die Kreuzzüge können nicht von den wiederholt auftretenden antichristlichen Jihad-Kriegen getrennt werden, die sie provozierten.

Die Doktrin des Jihad zu ignorieren ist im Westen derart vollkommen, dass der Begriff Kreuzzug im Zusammenhang mit dem Jihad oft beleidigend benutzt wird, was zu der absurden Missdeutung führt, dass Mulsime für das Kreuz kämpfen, wenn das Kreuz in Wirklichkeit in ihrem Reich (dar al-islam) durch Kalif Abd al-Malik seit dem späten siebten Jahrhundert verboten war. Die Geschichte des Jihad auszulöschen löscht automatisch die Geschichte des Dhimmitums aus, was letztlich das Ziel ist. Das historische Umfeld, das ich Dhimmitum nenne, ist ein Teil der Menschheitsgeschichte, die sich über mehr als ein Jahrtausend erstreckt und die Länder abdeckt, die von den muslimischen Armeen auf drei Kontinenten (Afrika, Asien und Europa) erobert wurden. Und dieses Konzept besteht heute noch in den Bräuchen und Gesetzen aller Länder, wo die Scharia angewendet wird. Ignoranz sorgt dafür, dass Dhimmitum nicht wahrgenommen wird, wie Analphabetismus jemanden die Bedeutung eines Textes nicht erkennen lässt, aber weder Ignoranz noch Analpabetismus verändern die nicht wahrgenommene Realität. Weil der Jihad für immer andauert, weil er als Ausdruck göttlichen Willens betrachtet wird, wird das Dhimmitum als seine direkte Folge mit denselben, ewig dauernden und heiligen Qualitäten besetzt. Die Charakeristika und das Ausmaß des Dhimmitums werden exakt vom Jihad bestimmt.

Dhimmtum

Dhimmitum ist die Art Existenz, die von nicht muslimischen Bevölkerungen und Zivilisationen entwickelt wurde, die einem besonderen Status unter dem islamischen Gesetz – der Scharia – unterworfen waren, wenn ihr Land über Jihad erobert wurde. Der uniforme Status für Juden wie Christen gibt der Zivilisation des Dhimmitums eine strukturierte, homogene Typologie, die durch besondere Merkmale gekennzeichnet ist. Durch Jihad islamisierte Gebiete erstreckten sich von Spanien bis zum Indus und vom Sudan bis Ungarn. Wir werden uns hier auf das Dhimmitum der Juden und Christen beschränken, die als „Völker des Buchs“ (ahl al-khitab), der Bibel, definiert sind.

Die von der Scharia verfügten Gesetze für diese Bevölkerungen sind zahlreich und berühren alle Existenzbereiche. Wie wir gesehen haben, war der Dhimmi vormals ein „harbi“, ein Bewohner eines Landes des Krieges und daher aller Rechte entledigt. Es ist die islamische Herrschaft, die religiöse und zivile Rechte und Sicherheit verleiht, wenn der Harbi ein Dhimmi wird. Daher ist es allein das islamische Recht, das die Rechte definiert und garantiert, die Nichtmuslimen einzig kraft des im Dhimmitum liegenden Schutzes gewährt werden. Diese von muslimischen Juristen und Theologen akribisch weiter gegebenen Rechte und Verantwortlichkeiten definieren den Status des Dhimmi; wir werden uns auf eine kurze Zusammenfassung beschränken. Dieser Status wird bestimmt von militärischen und religiösen Überlegungen: militärisch, weil der Dhimmi im Krieg besiegt wurde, religiöse, weil es sich um einen von Gott befohlenen Krieg handelte. Diese beiden Achsen bestimmen die Lebensbedingungen des Dhimmi total.

Der militärische Aspekt ist den Kriegsbräuchen der arabischen Stämme entnommen, von denen manche durch die ersten Kalifen nach der Eroberung eines riesigen Reichs abgeändert wurden. Die Dhimmis wurden z.B. nicht alle versklavt und verteilt, wie es von verschiedenen Stämmen gefordert wurde, sondern ihre Länder wurden in den dar al-Islam integriert und sie wurden kollektiv enteignet. So wurden die Dhimmis als Beute (fay) betrachtet, die der islamischen Gemeinschaft gehörten und vom Kalifen gemanagt werden. Landbesitz war Nichtmuslimen verboten, allerdings ebenso eingewanderten muslimischen Kolonisten in den Beuteländern. Der Kalif konnte jedoch zeitlich begrenzt Grundbesitz an Militär-Chefs verschenken, die Truppen für den Jihand ausrüsten und zur Verfügung stellen mussten. Diese im siebten Jahrhundert eingeführten Bedingungen blieben bis in das ottomanische Reich unverändert, als Mitte des 19. Jahrhunderts Agrar-Reformen verkündet wurden, wurden aber selten angewendet. Christliche Dhimmis in den ottomanischen Balkan-Provinzen konnten in ihren eigenen Ländern kein Land besitzen, bis sie ihre Unabhängigkeit zurückgewannen.

Millionen Muhagir (Emigranten), Muslime, die nach den Niederlagen im 19. Jahrhundert aus den neuen christlichen Staaten auf dem Balkan flohen, verließen die früheren ottomanischen Provinzen Serbien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Thessalien, Epirus und Mazedonien. Der Sultan griff auf die traditionelle islamische Kolonialisierungspolitik zurück und siedelte die Flüchtlinge, entschlossen, der zionistischen Bewegung entgegenzuarbeiten, in Judäa, Galiläa, Samaria und Transjordanien an. Das waren dieselben Muslime, die die Rechte, Emanzipation und Unabhängigkeit der christlichen Dhimmis in Europa bekämpft hatten. Der Sultan hatte einige von ihnen nach Anatolien, Syrien, in den Libanon und nach Palästina geschickt, wo sie in Übereinstimmung mit den Prinzipien der islamischen Kolonisierung, die den einheimischen Einwohnern seit dem Beginn der arabischen Eroberung aufgezwungen wurden, kollektiv Land zu günstigen Bedingungen zur Pacht erhielten. Tscherkessen-Stämme, die vor dem russischen Vormarsch im Kaukasus flohen, wurden zur gleichen Zeit in die Levante geschickt; die meisten von ihnen wurden um armenische Dörfer in Mesopotamien angesiedelt, wo sie bald die lokale Bevölkerung zu massakrieren begannen. Andere tscherkessische Kolonisten siedelten im historischen Palästina – dem heutigen Israel, Cisjordanien [HE: eine andere Bezeichnung für „Westbank“] und Jordanien – und bauten Dörfer in Judäa und bei Jerusalem; dazu gehören Abu Gosch oder Kuneitra auf dem Golan. Heute mischen sich ihre Nachkommen durch Heirat. In Jordanien bilden sie die Garde des Königs. Bis zum Ersten Weltkrieg gehörte 95% des Landes in Palästina dem ottomanischen Sultan.

Das Konzept des „fay“-Landes, Ungläubigen weggenommenes Beute-Land, das dann der muslimischen Gemeinschaft übergegeben wurde, bleibt bis heute in der Arabischen Liga gültig, besonders bei der PLO, die die Legitimität Israels auf „arabischem“ Land bestreitet. Es mutet seltsam an, dass diese dem arabisch-israelischen Konflikt zugrunde liegende Ansicht von arabischen Christen und Europäern verteidigt wird, denn sie gilt nicht nur für Israelis, sondern für alle Länder, die jemals islamisiert wurden. Mehr noch: Dieses Prinzip entspricht dem allgemeinen Konzept des universellen Jihad und lehnt folgerichtig alle nicht islamische Legitimität ab. Das islamische Recht schafft einen wesentlichen Unterschied zwischen Arabien, der Heimat der Araber und der Wiege der koranischen Offenbarung, und den Beute-Ländern, die den Ungläubigen durch Eroberung abgenommen wurden – also allen Ländern außerhalb Arabiens. Ungläubige werden innerhalb der Grenzen des Dhimmitums in den Beuteländern geduldet, aber nicht in Arabien.

Die militärischen Aspekte des Dhimmitums sind auf den Kategorien der „harbi“ und der „dhimmi“ innerhalb der Kriegsregeln gegründet, die Versklavung, Massaker, Plünderung und Verteilung der Reichtümer und Beute der Ungläubigen erlauben. Diese Gesetze sind wesentlicher Bestandteil des Dhimmitums, denn Dhimmis können wieder Harbis werden, wenn sie ihr Land von islamischer Besetzung befreien, wodurch die Bestimmungen des Jihad wieder aktiviert werden, wie es im 19. und 20. Jahrhundert gegen die rebellierenden Serben, Griechen, Bulgaren, Armenier, Israelis und Sudanesen geschah. Die Verordnungen werden, ergänzt durch die Modalitäten von Schutzverträgen (dhimma) oder Waffenstillständen – da Frieden verboten ist – von präzisen Gesetzen abgedeckt, die bis heute identisch in Schriften über den Jihad wiederholt werden.

Die wirtschaftlichen und sozialen Bereiche, die auf besiegte nicht muslimische Bevölkerungsgruppen (dhimmis) zutreffen, integrieren abgeänderte Formen vorislamischen Rechts zu eroberten Ländern. Diese Gesetze werden danach in ein innovatives System der Unterscheidung zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen übertragen, dem verpflichtenden Grundprinzip der islamischen Herrschaft. Juristen rechtfertigen diese Unterscheidung, die auf alle Bereiche angewendet wird, durch Koranverse und Hadithe. Die den Ungläubigen auferlegte Besteuerung durch das Dhimmi-System z.B. wird von Sure 9 Vers 19 bestimmt:

„Kämpfet wider diejenigen aus dem Volk der Schrift, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben und die nicht als unerlaubt erachten, was Allah und Sein Gesandter als unerlaubt erklärt haben, und die nicht dem wahren Bekenntnis folgen, bis sie aus freien Stücken den Tribut entrichten und ihre Unterwerfung anerkennen.“

Der Tribut, ursprünglich eher kollektiv, wurde eine Kopfsteuer, die den Dhimmis im Gegenzug für begrenzte religiöse und zivile Rechte, Schutz und Immunität vor der durch den Jihad vorgeschriebene Versklavung oder Tod auferlegt wurde.

Darüber hinaus musste die Dhimmi-Gemeinschaft andere Steuern in Geld oder Gütern zahlen und Tätigkeiten ausführen, die den Bedürfnissen der muslimischen Besatzer zugute kamen, was ursprünglich auf die Mitglieder des Militärkontingents beschränkt war. Trotz der Veränderungen im demografischen Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, die im Lauf der Geschichte erfolgten, wurden diese Forderungen in einigen Regionen bis ins 20. Jahrhundert beibehalten. Diese kurze Zusammenfassung zeigt, wie sich militärische und wirtschaftliche Aspekte des Dhimmitums ergänzen. Obwohl die Besteuerung der Dhimmis teilweise aus vorislamischen Regierungszeiten stammt, liegt das Spezielle des Dhimmitums darin, dass der wirtschaftliche Bereich in einem allumfassenden militärischen und religiösen Zusammenhang der diskriminierenden Unterscheidung eingebettet ist. Dieses Prinzip führte die erniedrigende Unterscheidung zwischen Muslimen und Dhimmis ein, bis in die kleinsten Details des täglichen Lebens; es wurde die Art der Schnürsenkel, Kleidung und Frisuren diktiert, die Dhimmis tragen konnten, auf welchen Tieren sie reiten durften, wie sie sich verhalten mussten usw.

Auf der Ebene der zivilen Rechte übernahm die muslimische Verwaltung eine große Bandbreite antijüdischer Gesetze, die in der Rechtsprechung der byzantinischen Kaiser Theodosius II. (5. Jhdt.) und Justinian (6. Jhdt.) festgelegt wurden. Vom 8. Jahrhundert an interpretierten muslimische Rechtsberater diese Gesetze innerhalb eines islamischen Konzepts und erlegten sie Juden wie Christen auf. Diese in die islamische Gesetzgebung übernommenen antijüdischen Gesetze, oft noch verschärft, wurden als Ausdruck des göttlichen Willens betrachtet. Sie übertrugen dem Dhimmitum eine unabänderliche juristische Struktur, die Erniedrigungen, Herabsetzung und extreme Verletzbarkeit schuf. Gemeinsam mit den bereits erwähnten militärischen Faktoren führte dies zu einer Reduktion oder – mancherorts – dem völligen Verschwinden jüdischer und noch mehr christlicher Gemeinden. Nach der Order, die ab 640 Juden und Christen aus dem Hedschas verbannte, war das Christentum in Arabien völlig eliminiert, während das Judentum im Jemen unter höchst unsicheren Umständen überlebte.

Unter dem Kalifat Abd al-Maliks (685-705) wurden die christlichen Araberstämme gezwungen zu konvertieren oder in byzantinische Gebiete zu fliehen. Andere akzeptierten die Islamisierung ihrer Kinder dafür, dass sie von der Jizya ausgenommen wurden. In weniger als einem Jahrhundert hatte der Islam dem arabischen Christentum ein Ende bereitet. Die heutige christliche Bevölkerung – Griechisch-Orthodoxe, Unitarier und Katholiken – sind die Dhimmis, die unter dem Mantel einer französischen Kolonialpolitik arabisiert wurden, was in den 1830-er Jahren begann und darauf abzielte ein großes arabisches Reich unter französischer Hegemonie von Algier bis Antiochia zu schaffen.

Die islamischen Eroberungen hätten nicht gehalten werden können ohne die Hilfe zahlloser christlicher Prinzen, Militärs und Patriarchen, die zu Betrug und Kollaboration bereit waren. Die Absprachen wurden durch innerchristliche dynastische und religiöse Rivalitäten sowie persönliche Ambitionen gefördert. Da dieses Überlaufen an der Spitze der Hierarchie statt fand und die höchsten Verantwortlichkeiten von Staat, Armee und Kirche betraf, bestimmten sie die Islamisierung einer Vielzahl von Christen.

Der Status des Dhimmi war zeitweise weniger hart und zeitweise stärker eingeschränkt als der Status der Juden unter dem Christentum, aber die Rechtsprechung zum Dhimmitum war zutiefst verbunden mit dem Antijüdischen. Viele dieser Gesetze – das Verbot Kirchen oder Synagogen zu bauen, zu erweitern oder wiederherzustellen; die Verpflichtung, seine Religion demütig auszuüben; die Nichtzulässigkeit eines Dhimmi als Zeugen vor Gericht; Todesstrafe für die Heirat mit einer muslimischen Frau oder Bekehrungsversuche; Ausschluss von ehrenvollen Funktionen und Positionen, die Autorität über einen Muslim ausüben würde; das Verbot muslimische Sklaven oder Diener zu halten – haben ihre Entsprechungen und ihren Ursprung in den antijüdischen Gesetzen, die in den frühen Jahrhunderten des Christentums von Byzanz bis zum westgotischen Spanien eingeführt und aufgezeichnet wurden.

Dhimmitum in innerchristlichen Beziehungen

Konflikte zwischen den Patriarchaten von Konstantinopel, Antiochia, Alexandria und später Rom führten zu ethno-religiösen Teilungen innerhalb des Christentums, was christliche Allianzen mit arabisch-islamischen und später mit den türkischen Invasionsarmeen und die Islamisierung der östlichen Christenreiche erleichterte. Die Motivation für diese Konflikte war so politisch wie theologisch. Bündnisse mit Kalifen befreiten die Patriarchen von der Last der Beaufsichtigung durch einen christlichen Souverän, was ihnen ungeteilte Macht über ihre religiösen Gemeinschaften verschaffte. Das System des Dhimmitums, gegründet auf der Zerstörung aller nicht muslimischen politischen Macht, begünstigte die exklusive Herrschaft der Kirchen über ihre Herden.

In der frühen Periode der muslimischen Eroberung gab es eine privilegierte christliche Klasse innerhalb der Dhimmi-Gesellschaft: Geistliche und Berühmtheiten verwalteten als Finanziers die Besitztümer des Kalifen; politische Ratgeber und Gelehrte aus diesen Kreisen verbreiteten die vorislamische Kultur. Im Tausch für der Umma geleistete Dienste verwaltete eine Klasse von Prominenten, Religionsführern, Bankiers, Gelehrten und Intellektuellen verwalteten die christliche Dhimmi-Mehrheit im Interesse der dominierenden Krieger-Minderheit. Die Situation entwickelte sich jedoch nicht sofort und ihre perversen Auswirkungen waren nicht direkt spürbar; sie erwuchsen aus dem Zusammentreffen einer Vielzahl von Faktoren, von denen wir nur drei anführen werden:

1) Die ständige Erosion des Widerstands in den Gesellschaften, gegen die sich der Jihad richtet, die noch nicht erobert, aber wirtschaftlich geschwächt durch den Tribut, die von ihnen als Einwohnern der Länder des Waffenstillstands verlangt wird; dann werden diese demografisch durch Sklaverei und Deportation verkleinert, die im Zuge der Eroberung weit gehend praktiziert wird.

2) Die Unsicherheit, die einer beständigen Einwanderung nicht einheimischer Stämme inne wohnt, die den Ureinwohnern feindlich gesinnt sind.

3) Der wirtschaftliche und politische Aufbau von den muslimischen Regimen verbundenen kollaborationistischen Parteien. So entwickelte sich das komplette System des christlichen Dhimmitums innerhalb der christlichen Welt in den politischen, wirtschaftlichen, intellektuellen und religiösen Rissen, die durch eine Kultur der Kapitulation geschaffen wurden, wo passive Unterordnung von Führern durchgesetzt wurde, die von persönlichen und finanziellen Interessen geleitet waren, die „Dienst für die Umma“ demonstrierten.

Nach der islamischen Kolonisierung christlicher Länder in Asien, der Levante, Afrika und Europa setzten Jahrhunderte lang innerchristliche Differenzen ein, in denen jede Kirche den Kalifen um Hilfe anrief, um ihre Rivalen zu zerschlagen. Diese Animositäten verhärteten sich im 18. Jahrhundert mit der Uniaten-Bewegung, die jede orientalische Konfession durch die Bindung einer Dissidenten-Kirche an Rom trennte, womit diese von der unabhängigen Mutterkirche getrennt wurde. Nationalistische Aufstände christlicher Dhimmis auf dem Balkan des 18. Jahrhunderts wurden durch Massaker und Versklavung niedergeschlagen, was die Dhimmis im ottomanischen Reich verstärkt in Angst versetzte und zu Verrat ermutigte. Europäische Mächte verschlimmerten und manipulierten diese innerchristlichen, 1000 Jahre alten Teilungen und nutzen die ottomanischen Christen, um ihre rivalisierenden wirtschaftlichen und politischen Interessen voranzutreiben. Frankreich arabisierte die levantinischen Christen ab den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts und benutztes sie als Agenten, um seine anti-ottomanische und anti-britische Politik voranzubringen und die aufkommende vorzionistische Bewegung mit einem „säkularen“, nationalistischen arabischen Gegen-Anspruch zu zerstören, manipuliert durch seine christlichen Dhimmis.

Die Spannungen, die 13 Jahrhunderte der Konfrontation und Kollaboration in den christlich-islamischen Beziehungen vorhandenen waren, bestehen auch heute weiter, da das System des Jihad und des Dhimmitums, das sie geschaffen hatte, in der Moderne bewusst vernebelt wurde. Dies ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels politischer, religiöser und wirtschaftlicher Interessen und geheimer Absprachen, auf die wir hier nicht weiter eingehen können. Aber es ist klar, dass sich Europa seit den 1970-er Jahren einen Status zugelegt hat, der dem des Lands des Waffenstillstands in vergangenen Jahrhunderten ähnelt, wobei viele Länder eine laxe Einwanderungspolitik im Tausch für brüchige Sicherheit anbieten. Sie entschieden sich wegzusehen, als sich Terrornetzwerke und ihnen zu Grunde liegende finanzielle Infrastrukturen auf ihrem Gebiet entwickelten und hofften sich mit Entwicklungshilfe an Länder Sicherheit zu erkaufen, die niemals die der Jihad-Kultur inne wohnende Dämonisierung widerriefen. Als fundamentalen „Dienst an der Umma“ hat sich Europa verpflichtet den Staat Israel zu delegitimisieren und die USA in ein antiisraelisches Jihad-Lager zu holen. „Dhimmitum-Dienst“ manifestiert sich in der Entlastung des palästinensischen und islamistischen Terrorismus und der Beschuldigung Israels und der USA, denen vorgeworfen wird die gegen sie verübten Anschläge motiviert zu haben. Weiterhin können wir tief im Unterbewusstsein sitzende Symptome des Dhimmitums beobachten, die durch die totale Unterdrückung historischer Realitäten aufrecht erhalten werden, was durch die Verfolgung einer Politik erforderlich ist, die sich auf die Negierung historischer Beweise gründet. Eine vollständige Studie der Entwicklung dieser Haltung würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber sie kann kurz durch drei Beispiele illustriert werden.

Das erste Beispiel ist das bereits erwähnte Verstecken der Ideologie und Geschichte des Jihad und des vollen Ausmaßes der christlich-islamischen Beziehungen, die auf islamischen Rechts- und Religionsprinzipien gegründet und bis heute gültig sind, weil sie niemals ausgehoben wurden. Diese Beweise werden hinter einem dicken Vorhang von Rechtfertigungen versteckt: Selbstgeißelung wegen der Kreuzzüge, Schuld an wirtschaftlichem Ungleichgewicht – und der Beschuldigung Israels. Christen und Juden werden böser Dinge beschuldigt, um die Empfindlichkeiten einer muslimischen Welt zu schützen, die jegliche Kritik ihrer eigenen Eroberung und Kolonisation in der Vergangenheit ablehnt. Diese Beziehung ist typisches Dhimmitum; dem Dhimmi ist es bei Todesstrafe verboten den Islam oder eine islamische Regierung zu kritisieren. Unter islamischer Herrschaft mussten Dhimmis mit Ehrenstatus sich bezüglich ihrer religiösen Gemeinschaften selbst zensieren. Dieses System des Dhimmitums ist bedingt durch Unsicherheit, Demütigkeit und Unterwürfigkeit als Mittel zum Überleben und wird derzeit in Europa erneut eingerichtet.

Das zweite Beispiel ist die Ablehnung der Anerkennung der jüdisch-christliche Grundlage der westlichen Zivilisation, aus Angst die muslimische Welt zu erniedrigen; das gleicht dem Verhalten des Dhimmis, der seine eigene Geschichte aufgibt und in eine Nicht-Existenz verschwindet, damit sein Unterdrücker existieren kann. Diese Ablehnung des jüdisch-christlichen Erbes, einer Kultur, die sich auf die Bibel gründet, wird durch immer wiederkehrende Erklärungen europäischer Minister aufrecht erhalten, die die Ausschlag gebenden Beiträge der Entwicklung der europäischen Zivilisation den arabischen und islamischen Kulturen zuzuschreiben. Diese Erklärungen stimmen mit Resolutionen überein, die in der zweiten Sitzung der vierten Konferenz der Academy of Islamic Research (im September 1968) an der Al-Azhar Universität in Kairo verabschiedet wurden; so z.B. die Resolution, die eine historische Studie fordert, die „den Einfluss der muslimischen Zivilisation und Lehren auf die Bewegungen politischer, sozialer und religiöser Reformen im Westen seit der europäischen Renaissance erklärt.“2 Solche Beteuerungen, die die bedeutende Überlegenheit der muslimischen Zivilisation gegenüber der europäischen verkünden, stehen mit der islamischen Weltsicht im Einklang. Europäische Minister denken, sie helfen muslimischen Einwanderern sich im jüdisch-christlichen Westen zu integrieren, indem sie der westlichen Wissenschaft und westlichen Institutionen einen islamischen Ursprung attestieren. Fakt ist, dass muslimische Theologen lehren, dass der Koran die Übernahme der Ideen und Bräuche von Ungläubigen verbietet.3

Das dritte Beispiel dieses Dhimmitums ist die Reaktion, die vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi im September 2001 provoziert wurde, als er öffentlich auf der Überlegenheit der europäischen politischen Institutionen bestand. Diese Rede provozierte Empörung bei Berlusconis Kollegen von der Europäischen Union und Entrüstung beim Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, der eine formelle Entschuldigung verlangte. Moussa ist der ehemalige Außenminister von Ägypten, einem Land mit einer langen Geschichte der Verfolgung von jüdischen und christlichen Dhimmis, das derzeit eine Kultur des Hasses betreibt. Tatsächlich sind die Länder der Arabischen Liga die gläubigsten Anhänger der Werte des Jihad und des Dhimmitums, die sie in unterschiedlichem Maß auf ihre nicht muslimischen Untertanen anwenden. Berlusconis Entschuldigung an diese Länder, von denen einige immer noch Sklaverei praktizieren und Eunuchen und Harems unterhalten, erinnern an den christlichen Dhimmi, der angesichts eines Muslim von seinem Esel absteigen oder, wie im ottomanischen Palästina bis ins 19. Jahrhundert hinein, zum Beweis des Respekts im Rinnstein gehen musste. Dass solches Verhalten unterwürfiger Dienstfertigkeit von Vertretern europäischer Staaten verlangt werden kann, ist eine Messlatte des Versagens der Politik, die nicht nur ihre Staaten in Unehre geführt hat, sondern sie einer Tributforderung unterwirft, um der Bedrohung des Terrors zu entgehen, während sie Dienste leisten und Lösegeld zahlen, wie es die Dhimmis der vergangenen Jahrhunderte taten.

Mit den vielen komplexen Faktoren des Dhimmitums, die oben beschrieben wurden, wollen wir den Antizionismus erwähnen, der da weiter macht, wo der Antisemitismus aufhört. Wir werden hier die Entwicklung der Theologie der Ersetzung/Entbehrung untersuchen, die dieses allgemein antijüdische Gebiet heute bevorzugt – in seiner christlichen Version mit Bezug auf das Volk von Israel und seine islamsiche Version mit Bezug auf Juden und Christen – wie auch die marcionistischen Abweichungen im Christentum.

Dhimmitum in jüdisch-christlichen Beziehungen

Wenn wir das Dhimmitum als singuläre Kategorie der menschlichen Geschichte und Erfahrung auswerten, deren juristische und theologische Ausdrücke sich über riesige Zeiträume und Länder ausdehnen, sollte wir in der Lage sein in der vergänglichen Gegenwart die Achsen, Mittler und Grundlagen ihrer Projektion in die Zukunft zu erkennen. Wir sahen, wie die heidenchristlichen Kirchen eine entscheidende Rolle bei der Formulierung der Grundlagen des Dhimmitums, was sich in dessen Ersetzungsprinzip in einem diskriminierenden Gesetzeskorpus materialisierten. Ähnlich aktivierte die Zusammenarbeit gewisser klerikaler Strömungen mit islamischen Mächten im Verlauf der Geschichte die Zerstörung der politischen christlichen Macht.

Das Aufkommen des Zionismus zementierte eine opponierende islamisch-christliche Allianz, obwohl die Motivation und die Folgen des Antizionismus trotz vieler Gleichheiten für jede der beiden Parteien andere sind. Wir werden hier die marcionistischen Abweichungen und die Verbreitungsnetzwerke des Dhimmitums anführen, die vom Antizionismus im Christentum erzeugt werden. Ihre wesentlichen Teile werden in der Kampagne der arabisch-palästinensischen Kirchen gegen Israel und der Leugnung von Israels historischem Erbe am Land und an Jerusalem deutlich.

Die Politik der arabisch-palästinensischen Kirchen gegenüber Israel orientieren sich in drei unterschiedliche Richtungen:

1) Marcionismus: Die Kirche lehnt ihre Wurzeln im Judentum ab und übernimmt die islamische Vision eines arabisch-palästinensischen Jesus.

2) Gnostizismus, der der islamischen Vision eines ewigen Koran ähnelt, der schon vor der Menschheit existierte.

3) Die Ersetzung eines dämonisierten Israel, dessen Erbe und Geschichte an ein arabisches Palästina fällt, das in ein fusioniertes christliches Bild des Islamo-Christentums gegossen wird. Diese Fusion wird derart inbrünstig gewünscht, dass christliche Palästinenser es ablehnen als religiöse Minderheit in einer islamischen Mehrheit angesehen zu werden. Sie erklären den totalen Zusammenhalt mit der Mehrheit, ein charakteristisches Verhalten des Dhimmi-Syndroms, das auf Angst gründet (ein Nachahmen des Unterdrückers, damit man nicht auffällt). Es gibt sogar eine Bestimmung, die den Schutz des Dhimmis aufhebt; diese tritt ein, wenn irgendeine Hilfe von fremden Mächten erbeten wird. Das war einer der Vorwürfe, auf die man sich beim Massaker (1895-1896) und dem späteren Völkermord (1916-17) an den Armeniern berief. In den nachfolgenden Jahrzehnten rechtfertigten dieselben Vorwürfe der Verbundenheit mit dem Feind Pogrome gegen die Juden und ihre Vertreibung aus arabischen Ländern. Christliche Dhimmis sind besonders sensibel für die Gefahr, die sie während der mehr als tausend Jahre islamisch-christlicher Konfrontationen betraf.

Das erklärt die extreme Vorsicht arabischer Christen, einschließlich der Kopten, und ihre Ablehnung von Hilfe von außen. Der einzige Weg die eigene Lage zu verbessern ist es, den Westen dazu zu bringen, die Forderungen der Umma zu befriedigen; sie selbst werden Kanäle des Dhimmitums und seine Botschafter in den westlichen Ländern. Die Unterwerfung gewisser Geistlicher unter islamische Politik ist eine bekannte historische Tatsache, die in muslimischen Kreisen geschätzt wird. Zanjani, ein iranischer Jurist, lobt die Zusammenarbeit der Prälaten bei der Verkündigung und Stärkung des Islam. Er betont auch die Nützlichkeit der Dhimmi-Minderheiten bei der Werbung für islamische Interessen unter den Völkern.4

Marcionismus und Dhimmitum sind zwei unterschiedliche Prozesse, aber im Kontext des palästinensischen Arabertums ergänzen sie sich. Das marcionistische Prozedere trennt das Christentum von seinen jüdischen Wurzeln, indem ein völliger Abriss vom Ersten Testament vollzogen wird. Bei einem Vortrag 1987 in Paris rief Vater Youakim Moubarak zur Wiederherstellung der Kirche von Antiochia auf, die er als Anspruch in der universellen Kirche „unseres Rufs als Christen“ definierte, der „aus den Nationen geboren und vom Judentum und seinem Gesetz befreit ist… Das ist es, was unsere Väter die ‚Wirtschaft des Mysteriums‘ nannten. Sie ersetzt die Theologie, die als ‚Geschichte der Rettung‘ bekannt ist, die im prokrustischen Bett der ‚jüdisch-christlichen Tradition‘ eingesperrt ist.“5

Monsignore Georges Khodr, griechisch-orthodoxer Metropolit von Mount-Lebanon, sagte bei seiner Rede auf demselben Kolloquium, dass die Kirche von Antiochia weiterhin bestätige, dass die evangelistische Botschaft nicht auf „irgendein Durcheinander zum Alten Testament und seinen zeitgenössischen zionistischen Abweichungen“ reduziert werden könne. Er erklärte: „Kein Wort der Rettung wird aus unserem Mund kommen ohne die ungebundene Liebe für den muslimischen Menschen.“6

Dhimmi-Prälaten proklamieren, dass die Befreiung des Evangeliums von seiner jüdischen Matrix der universellen Kirche die Liebe für den arabischen Menschen und für seine Befreiung bringen würde. Dieser antiochische Marcionismus, entzündet mit Liebe für die Araber, entwickelte sich unter der arabisch-palästinensischen Geistlichkeit innerhalb eines Prozesses der Hinzufügung des Christentums zu den arabischen Wurzeln. Vater Raid Abusahlia, Kanzler des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, legt ausführlich diese Argumente in seiner Betrachtung „Olivenzweig von Jerusalem“ dar, die nach der Wiederaufnahme des palästinensischen Jihad im Oktober 2000 veröffentlicht wurde. Für Vater Abusahlia sind die Ursprünge des palästinensischen Christentums und konsequenterweise der gesamten Christenheit im Arabertum eines palästinensischen Jesus zu finden. Die Christenheit hat das Recht in Palästina zu sein, denn die Christenheit – und nicht Israel – ist der Erbe der Propheten, Apostel und Heiligen. Dieser arabisch-christliche Ursprung hat seine Wurzeln im Erscheinungsfest Epiphanias: die frommen Männer versammelten sich zu Pfingsten in Jerusalem, jeder sprach seine eigene Sprache, einschließlich Arabisch.7 Aber diese frommen Männer waren allesamt Juden, die aus vielen Orten kamen, auch Arabien, um das jährliche Fest der Erneuerung von Israels Bündnis zu feiern. Die Bestätigung der historischen Rechte des Christentums im Heiligen Land, verbunden mit der Ablehnung der Rechte Israels, ist eine klare Demonstration einer fortgesetzten Ersetzungs-Theologie.

Seit diese Theologie vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1965) aufgehoben wurde, haben sich die Dhimmi-Kirchen, die der Kirche von Antiochia treu blieben, eine Theologie der Christenheit aus arabischen und nicht jüdischen Quellen zusammengebraut. Für den Kanzler des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem ist die Kirche vor Ort eingebettet in ein arabisches Zelt und eine palästinensische Identität. Dieser Arabismus ist eingekleidet in die mystischen Merkmale des Retters der Christenheit gegen Israel, dem Symbol des Bösen.

Diese Verbindung von Christenheit mit arabisch-palästinensischen Wurzeln hat einen Mechanismus bewirkt, der von Alain Besançon – wenn auch in einem anderen Zusammenhang als „perversa imitatio“ definiert wurde, als perverse Imitation: eine Kopie jüdischer Geschichte wird auf einer arabisch-palästinensischen Version derselben aufgebaut, was Besançon als „Lügenpädagogik“ beschreibt.8 Die arabischen Palästinenser, Erben und Symbol des arabisch-palästinensischen Jesus, ersetzen das jüdische Volk durch sich selbst, so dass Juden nicht die Nicht-Existenz gestoßen werden. Arabische Palästinenser bedienen sich der islamisch-christlichen Christlichkeits-Verschmelzung eines durch Israel gekreuzigten Palästinas; dieses Konzept wird in ihrem Krieg gegen die Juden ständig wiederholt. Christliche Antizionisten wenden Begriffe wie „Kolonisatoren“, „Kolonisierung“ und „Besatzung“ auf die Israelis in deren eigenem Land an; das bringt mit sich, dass die natürlichen Rechte der Juden an ihrer historischen Heimat entsprechend des Ersetzungsprinzips auf das arabische Volk Palästinas übergingen. Die Wiedererrichtung Israels in seinem eigenen Land ist genau deshalb „eine Ungerechtigkeit“, weil sie dieses Prinzip übertritt. Wir werden hier aufzeigen, wie ungleich und unpassend westliche Konzepte von Kolonisation sind, wenn sie in den islamischen Kontext von Dhimmi-Völkern übernommen werden, denen ihr Land und ihre Identität durch einen imperialistischen Jihad weggenommen wurden. Mehr noch: Es ist angemessen anzuführen, dass Palästina zu einigen Zeiten dem hanbalitischen Brauch des muslimischen Gesetzes unterworfen war, das ist das Gesetz der Taliban. Es ist eine Tatsache, dass die Unterschiede zwischen den vier sunnitischen Bräuchen minimal sind, wo es um Jihad und Dhimmitum, d.h. Ungläubige, geht.

Das Ersetzungs-Prinzip hat nicht dieselben Auswirkungen für die Christenheit wie für den Islam, denn der Islam wendet dasselbe Prinzip auf die Christen an. Nach der Darstellung muslimischer Theologen kam der Islam nicht erst im 7. Jahrhundert mit Mohammed in die Welt, nach Judentum und Christentum; der Islam geht bis in die Ursprünge der Schöpfung zurück. In diesem theologischen Kontext waren Adam und Eva, Abraham, Mose, die Propheten und Könige Israels, Jesus, Maria und die Apostel allesamt Muslime. Jesus, ein muslimischer Prophet, soll den Islam bekannt haben. Mit anderen Worten: Jüdische und christliche heilige Geschichte vor Mohammed ist in Wirklichkeit islamische Geschichte, die im Koran richtig erzählt wird. Die Bibel der Juden und Christen wird als Gemenge gefälschter Folklore abgetan; das einzig wahrhaftige Original ist im Koran zu finden. Das Ersetzungsprinzip wird in der Verpflichtung zum Jihad gegen Ungläubige und ihre Unterwerfung unter die Gesetze des Dhimmitums – für Juden wie Christen gleich – verwirklicht, bis sie konvertieren.

Die Geschichte vor Mohammed

Die Islamisierung der Menschheit, die hebräischen Propheten und andere weise Männer islamisiert nicht nur die Geschichte vor Mohammed, sondern sie beraubt Juden und Christen all ihrer historischen Bezüge. Ihre Religionen befinden sich quasi in einen Zeitkontinuum ohne Bezugspunkte oder Entwicklung. Offensichtlich nimmt die Islamisierung der Bibel, von Jesus und den Evangelisten dem Christentum genauso viel wie den Juden. Darüber hinaus ergibt die Islamisierung von Jesus die Islamisierung aller christlicher Theologie und des Christentums. Und die Delegitimisierung Israels bleibt nicht ohne Folgen für die christliche Theologie und christliches Identitätsgefühl. Liegen die Ursprünge des Christentums in der Bibel oder im Koran? Gab es die Apostel und die historischen Juden oder waren sie muslimische Propheten des Koran, die kaum mit den biblischen Originalen in Zusammenhang stehen? Der jüdisch-christliche Konflikt zieht einen parallelen islamisch-christlichen Konflikt nach sich, der um die Wiedergründung Israels herum ausgespielt wird, weil die christliche Version des Ersatzprinzips die Bestätigung derselben Prinzips in seiner islamischen Version für Christen zur Folge hat.

Es ist klar, dass, solange die arabischen – und insbesondere die palästinensischen – Kirchen weiterhin die Legitimität Israels und seiner Geschichte in seinem Land ablehnen, indem diese Legitimität den Leuten des Jihad übertragen wird, die Judentum wie Christentum über die erwähnten Methoden abschaffen, diese Kirchen und die von ihnen repräsentierte Bevölkerung weiter das gesamte System der Ungleichheit ihres Dhimmitums und ihrer Vernichtung rechtfertigen werden. Mit anderen Worten: Das christliche Ersetzungsprinzip bezüglich der Juden verursacht eine entsprechende islamische Politik im System dem Jihad bezüglich der Christen. Man liest heute selten, dass pro-palästinensische Propagandisten Palästina als die Wiege der drei Religionen bezeichnen. Diese Bestätigung ist absurd. Der Islam stammt aus Arabien und entwickelte sich in Mekka und Medina; keine Stadt im Heiligen Land, nicht einmal Jerusalem, wird im Koran überhaupt erwähnt. Wenn Palästina die Wiege des Islam wäre, wäre keinem Ungläubigen erlaubt worden dort zu leben. Es ist nicht im Interesse der Christen diese Lügen zu verbreiten, weil dort keine Kirche geduldet würde. Diese Fälschung wird ausschließlich davon motiviert, der Rechtmäßigkeit Israels entgegenzutreten – mit einer fiktiven Legitimität, die sich im Kontext des Dhimmitums gegen ihre christlichen Vertreter wendet. Für Muslime bestätigt diese Behauptung die Islamisierung des Charakters der Bibel.

Die palästinensischen Dhimmi-Kirchen leisteten der Umma beträchtliche Dienste – Dienste, daran sollte man sich erinnern, die für die Funktion des Dhimmi wesentlich sind und sein Überleben garantieren. Diese Kirchen erschlugen die biblische Grundlage des Christentums, schwächten sie aus Sicht eines Islam, der immer mehr von seiner moralischen Unerreichbarkeit überzeugt ist. Sie verstärkten die völkermörderische Rechtmäßigkeit des Dhimmitums durch Rechtfertigung seiner Anwendung gegen das jüdische Volk, mit dem das Christentum verbunden ist. Wenn Israel ein Besatzer seines eigenen Landes ist, dann ist das Christentum, das seine Rechtmäßigkeit aus der Geschichte Israels zieht, ebenfalls ein Besatzer, wie jeder andere Staat Ungläubiger dieser Welt auch.

Zwei strategische Achsen

In diesem Zusammenhang kann man zwei strategische Achsen bestimmen: eine politische Achse auf europäischer Ebene und eine theologische Achse, die niemand anderes als Monsignore Michel Sabbah, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, vertritt, der auch für Arafats Jihad wirbt. Im Herbst 1999, als Arafat seine Zurückweisung der Oslo-Vereinbarungen plante, wurde Mgr. Sabbah in Amman zum Präsidenten der mächtigen Nichtregierungs-Organisation Pax Christi International gewählt, die dem Vatikan nahe steht. Diese Wahl brachte passenderweise internationalen Widerhall für Antizionismus und provozierte kriminelle antisemitische Anschläge in Europa, die an die 1930-er Jahre erinnerten.

Die theologische Achse besteht, wie wir gesehen haben, darin das Christentum aus seinem ursprünglichen, jüdischen Mutterboden herauszureißen und in einen arabisch-palästinensischen Schoß zu verpflanzen. Dieses theologische Merkmal überträgt dem palästinensischen Jihad die Heiligkeit des Kampfes für „Frieden und Gerechtigkeit“, wie er von Mgr. Sabbah interpretiert wird, der ein großer Verteidiger der palästinensischen Sache in der Welt ist. Sabbah erklärte in einer Ansprache an die Bischofssynode in Rom (Oktober 2001):

„Die Kirche muss auf der Seite von Wahrheit und Gerechtigkeit stehen. Und in dieser Zeit der Wahrheit und Gerechtigkeit sagen, dass das palästinensische Volk unterdrückt, seines Landes beraubt, ins Elend gestürzt wird… Die Europäer sollten sich daran erinnern, dass sie einmal Opfer deutscher Besatzung waren und sie den Eindringlingen mit Gewalt entgegen traten, bis sie sie hinausgeworfen hatten. Die Europäer sollten begreifen, warum die Palästinenser Waffen aufnehmen und weiterhin kämpfen werden, bis sie ihre Freiheit wieder gewinnen.“9

Dieses „Friede und Gerechtigkeit“ ist eine Weihung des islamischen Systems des Jihad, des Systems Arafats, der Israels historische Rechtmäßigkeit leugnet und seine Vernichtung anstrebt. Diese Interpretation von Gerechtigkeit verkleidet die Israelis als Nazis und die palästinensischen Terroristen als Opfer, während die Wahrheit ist, dass der palästinensische Führer Hadsch Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem, aktiv in Berlin an Hitlers Seite am Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg teilnahm. Alain Besançon schreibt bezüglich der Verfälschung des Guten durch die Nazis: „Was macht diese Taten [der Genozid an den Juden] in unseren Augen teuflisch macht, ist, dass sie im Namen des Guten, unter dem Mantel der Moral durchgeführt wurden.“10

Der iranische Präsident Mohammed Khatami forderte ebenfalls den „Bau einer gerechten und friedlichen Welt“, während er die amerikanische Antwort auf die Terroranschläge vom 11. September verurteilte. Es stimmt, dass das Dhimmitum nicht duldet, dass ein Dhimmi sich gegen einen Angriff eines Muslimen wehrt und die Hinrichtung von Muslimen wegen des Todes eines Christen ausschließt, weil der Talion – das bedeutet gleiche Bestrafung – nur zwischen Muslimen gilt, die gleich gestellt sind, nicht aber zwischen Muslimen und Ungläubigen, deren Blut weniger wert ist. Aus diesem Grund schafft das Strafgesetzbuch des Iran die Diskriminierung von Nicht-Muslimen.11 Die Worte „Gerechtigkeit und Frieden“ müssen entsprechend der Ethik des Jihad in einer Ungleichheits-Beziehung interpretiert werden, die die Unterwerfung des Ungläubigen aufgrund seiner Minderwertigkeit verlangt.

Die politische Achse des Dhimmitums ist mit einer theologischen Umgestaltung verbunden, die in Zusammenarbeit mit europäischen Kirchen vorgenommen wird. Sie zielt darauf ab, Europa des Juden-Christlichen zu entledigen, das zu Gunsten eines Euro-Arabismus abgelehnt wird; dieser entsteht durch eine islamisch-christliche Ökumene, in deren Mitte die planetarische Symbiose und Globalisation eines islamisch-christlichen euro-arabischen Palästina steht, das sich auf die Vernichtung Israels konzentriert. „Palästina“ ist ein künstliches europäisches Konstrukt, das in den 1970-er Jahren zusammengebraut wurde, um Israel zu vernichten; es wird als leere Hülle angesehen, die verschwindet, sobald das Konstrukt seine Funktion erfüllt hat: die Befreiung der Christenheit von seinem jüdischen Stamm und die Schaffung einer islamisch-christlichen Fusion, die Europa über die PLO wieder zurück ins Heilige Land und nach Jerusalem bringt. Die Voraussetzungen dieser Strategie gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück; ihre Ausformungen, zu denen auch der Nationalsozialismus gehört, werden dem unerbittlichen Willen angepasst Israel zu vernichten und ausgeübt von einer Strömung des Christentums, die von politischen und wirtschaftlichen Kräften machtvoll strukturiert wird.12

Dieses Euro-Palästina besteht bereits in den antijüdischen Synergien und der Kultur ätzenden Hasses, die von der Europäischen Union finanziert werden, die Israel seine Grenzen und seine Hauptstadt – Tel Aviv – diktiert und Stücke aus einem bereits engen Territorium entfernt. Die Diffamierungen durch die Europäische Union, in den internationalen Medien laut propagiert, haben den arabischen Terrorismus gerechtfertigt und ermutigt, nicht nur in Israel, sondern auch in Zuge des kriminellen Antisemitismus, der ohne Widerstand aus politischen und religiösen Kreisen über Europa ausgeschüttet wird, während die Mythologien der perversa imitatio die Christenheit in Amnäsie-Sümpfen des Dhimmitums begraben.

Islam und Islamismus

Unwahrheiten und Tabus formen ein psychologisches Netz aus Lügen und Fallen. In den vergangenen dreißig Jahren hat Europa es abgelehnt zu sehen, dass der globale Jihad in allen Himmelsrichtungen in Aktion ist und die Quelle des islamistischen Terrors zu erkennen. Bin Ladens Stellungnahmen entstammen einem exklusiv religiösen Zusammenhang und passen in Erzählungen von Kriegen gegen die Ungläubigen, um die islamische Vorherrschaft durchzusetzen. Es sind nicht Israel und der Westen, die die arabisch-muslimische Welt erniedrigen; was erniedrigend ist, ist die bloße Existenz dieser Nationen, ihrer Freiheit und Souveränität, die der islamistischen Sichtweise der natürlichen Ordnung widersprechen, in der der Islam dominieren muss und nicht dominiert wird. Es ist die Frustrierung dieses Machtwillens, das die Erniedrigung und Gewalt nährt, nicht die Armut oder wirtschaftliche Ungleichheiten, die überall in der Welt existieren, ohne diese Art von Hass und Terror zu hervorzurufen. Dieser Jihad ist nichts als Nostalgie für das mentale Universum des Dhimmitums Ungläubiger, gestaltet von Unsicherheit, Entwürdigung und Unterwürfigkeit als Mittel zum Überleben. Seine Existenz macht dem Dhimmi zum Schuldigen; er muss für seine Existenz durch Tribute, Dienste und Schmeichelei zahlen. Seine Existenz muss sich im Geheimen und Demütigen ausdrücken; er hat keine Geschichte, keine Kultur, keine Zivilisation, muss sich für seine Leistungen entschuldigen, indem er sie in den Dienst seines Unterdrückers stellt.

Die antiamerikanischen Terroranschläge vom 11. September 2001 deckten die Kluft auf zwischen besänftigenden Erklärungen der Bewunderung für den Islam durch europäische Spitzenpolitiker und den Hass erfüllten Demonstrationen gegen den Westen durch muslimische Massen, die Bin Ladens Verbrechen unterstützen. Die Reaktionen europäischer Politiker illustrieren ihr Dhimmi-Verhalten: Sie verpassen nie eine Gelegenheit die Überlegenheit der islamischen Zivilisation über ihre eigene lobend zu erwähnen, sich für die Kreuzzüge zu geißeln und sich herabzusetzen, um arabische Empfindlichkeiten zu schonen. Westliche Steuerzahler, auf ihrem eigenen Boden angegriffen von Unsicherheit und unkontrollierbarer Einwanderung, bedroht und in Angst versetzt durch den Terror menschlicher Bomben, werden darauf reduziert sich eine provisorische Sicherheit zu kaufen, die sie mit würdigeren Mitteln nicht zu verteidigen in der Lage waren.

Die Beschuldigung Israels verwirklicht denselben alten, militärischen Reflex von Christen, die in ihrem eigenen Land per Jihad angegriffen wurden und ohnmächtigen Hass gegen jüdische Minderheiten spieen, während sie eigentlich einen gewaltigeren Feind angreifen wollten.13 So wie versklavte muslimische Minderheiten in Bosnien, dem Kosovo und Mazedonien sezessionistische Forderungen vorantrieben und damit die Beziehungen zwischen Katholiken, Protestanten und orthodoxen Christen vergifteten, haben arabische Länder den Krieg des Westens gegen den islamistischen Terror in einen Kampf gegen Israel gewendet, das zur Ursache dieses Terrors erklärt wird. Seit den 1960-er Jahren hat sich der Westen einen nur in der Vorstellung existenten Islam aufgebaut, eine Zivilisation der Liebe, des Friedens und der Toleranz. Dieses makellose Bild, geschützt durch strikte Zensur, fördert eine Politik zynischer Verdunkelung und beschämender Zugeständnisse. Heute ist die Maske herunter gerissen und deckt das Gesicht von Bin Laden auf, die Demonstrationen blutrünstigen Hasses auf Christen und Juden.

Bald nach dem 11. September entwickelte sich in den USA eine Kontroverse zum Islam. Nach Prof. David Forte, einem leidenschaftlichen Katholiken, der angeblich Präsident Bush beeinflusste, ist der Islam eine Religion der Liebe, des Friedens und der Toleranz. Er wurde von Bin Laden gekidnappt, der dem Vernehmen nach eine unbedeutende Minderheits-Sekte des Islam repräsentiert.14 Forte rief den Westen auf zur Rettung des wahren Islam zu kommen, dass sie ihn vor Bin Ladens Freunden retten müssten. Obwohl man die individuellen Gefühle und Meinungen von Millionen Muslimen keine Vermutungen anstellen oder diese auf die gesamte islamische Zivilisation generalisieren kann, muss zugegeben werden, dass Bin Ladens Konzepte in allen klassischen Schriften der muslimischen Juristen erläutert werden, die bis ins 8. Jahrhundert zurück gehen; dort werden sie über die Jahrhunderte ständig wiederholt und gelehrt. Diese Gebote waren die Basis der Beziehungen mit Nicht-Muslimen und werden heute weiterhin studiert und neu aufgelegt. Vater Henri Boulad, ein ägyptischer Jesuit und Islam-Experte schrieb deshalb: „Islamismus ist Islam.“15

Ein Artikel in al-Muhajiroun, einer im Januar 2001 in London veröffentlichten islamistischen Zeitung, sagt uns „Wie der Islam Länder einteilt“:

„Ist ein islamischer Staat einmal errichtet, wird niemand im Dar Al-Harb unantastbar sein, weder sein Leben noch sein Reichtum, denn von jetzt an kann ein Muslim unter solchen Umständen in den Dar Al-Harb gehen und den Menschen den Reichtum nehmen, außer es gibt einen Vertrag mit diesem Staat. Wenn es keinen Vertrag gibt, können einzelne Muslime sogar in den Dar Al-Harb gehen und Frauen als Sklaven nehmen.“16

Auch wenn diese empörenden Erklärungen gut als provokative Manipulation angesehen werden könnten, gegen die viele Muslime vor Entrüstung Sturm laufen würden, zitieren wir sie hier, weil sie die Theorie des Jihad und seine historische Realität korrekt beschreiben.

Diskussionen dieser Punkte in der christlichen Welt – weder Indianer noch Buddhisten bringen solche Fragen auf – sind einzig und allein auf politische Probleme des Westens anwendbar; sie haben keinen Einfluss auf die Entwicklung der muslimischen Religion und ihres politischen Denkens. Ob Professor Forte glaubt (oder nicht glaubt) er müsse den Islam retten, den er sich einbildet, das ändert die Verse des Koran nicht, die zur Vernichtung oder der Erniedrigung der Ungläubigen, auch der Christen, auffordern. Es ist genau diese passionierte Hingabe an den Islam, der als Überträger des Dhimmitums in den Westen dient und darüber hinaus die muslimischen Intellektuellen zu ihrer Apathie ermutigt. Es gibt Analogien zwischen religiösen Extremismen, aber wir müssen die Entwicklung von exegetischen Instrumenten im Judentum und im Christentum anerkennen, die es ermöglichen Extremisten durch rationale Kritik innerhalb ihres jeweiligen Glaubens unter Kontrolle zu bekommen. Diese Entwicklung, die besonders im Christentum bemerkenswert ist, gibt es im Islam nicht, denn er hat nicht dieselbe religiöse Struktur wie die Religionen der Bibel. Fortes Herangehensweise ermutigt diese unergründliche Seltenheit muslimischer Selbstkritik. Warum sollten muslimische Intellektuelle sich um die Änderung der Ethik einer Religion kümmern, deren Werte von genau den Leuten gepriesen werden, die sie unterdrückt? Da die islamische Religion und Zivilisation so perfekt ist, muss das Böse seine Quelle außerhalb haben: bei den Ungläubigen. Das sind die Konsequenzen der Lehren von Forte.

Trotz offizieller Dementis westlicher Regierungen befinden wir uns im Zentrum eines Konflikts zwischen Zivilisationen. Unvereinbare Interpretationen der Geschichte und unvereinbare Wertesysteme zu Gerechtigkeit und Menschenrechten werden sich so lange als Gegner gegenüber stehen, wie die Ideologie des Jihad mit seinen logischen Folgen, der Dämonisierung Ungläubiger als Rechtfertigung der Jihad-Kriege, die gegen sie geführt werden, beibehalten wird.

Anmerkungen:
[1] Scheik Yussef al-Qaradawi: Saut al-Haqq wal-hurriyya, 9. Januar 1998. S. MEMRI (The Middle East Media and Research Institute, Washington D.C.): Special Report: The Meeting between the Sheik of al-Azhar and the Chief Rabbi of Israel. Dezember 1997, übersetzt aus dem Arabischen, 8. Februar 1998, S. 15.
[2] Al-Azhar (Akademie für islamische Forschung, Hg.): The Fourth Conference of the Academy of Islamic Research. General Organization for Government Printing, Kairo 1970, S. 927.
[3] Abbasali Amid Zanjani: Minority Rights according to the Law of the Tribute Agreement. A Survey of Some Purports of the International Rights from the Viewpoint of the Islamic Jurisprudence. International Publishing Co., Teheran 1997, S. 250-262.
[4] ebenda, S. 263-271.
[5] Acts du Colloque des CMA · Paris, September 1987: Les ChrÈtiens du monde arabe. ProblÈmatiques actuelle et enjeux, Vorwort von Pierre Rondot. Maisonneuve et Larose, Paris 1989, S. 34. Anführungszeichen sind aus dem Originaltext übernommen.
[6] ebenda, S. 28-29.
[7] Olive Branch from Jerusalem. Newsletter from the Holy Land, 9. Oktober 2000.
[8] Alain Besançon: Le Malheur di siècle. Sur le communisme, le nazisme et líunicité de la Shoah. Fayard, Paris 1998, S. 68, 108. S. auch vom selben Autor eine einschlägige Analyse politischen Denkens in der Kirche: Trois Tentations dans l‘église, Calmann-LÈvy, Paris 1996.
[9] Missionary Service news Agency (MISNA), 5. Oktober 2001.
[10] BsanÁon: Le Malheur di siècle, oben zitiert, S. 45.
[11] Die Gerichtsgesetze der Islamischen Republik Iran beinhalten Unterschiede zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Mordfällen. S. den Bericht von Maurice Copithorne, Sonderberichterstatter der UNO-Kommission zu Menschenrechten (Genf) für das Jahr 1998, E/CN.4/1999/32, ß35-39; s. Anhang 4 dieses Berichts bezügl. der Diskriminierungen zitiert das iranische Bürgerliche Gesetzbuch (ßß121, 297, 300, 881) und der Verfassung (ß163).
[12] Bat Ye‘or: L‘antisionisme euro-arabe. Autoren-Kollektiv: [Nouveaux] Visages de l‘antisémitisme, haine passion – ou haine historique? NM7 Éditions, Paris 2001, S. 23-70.
[13] Bat Ye‘or: Juifs et Chrétiens soud líislam, les dhimmis face au défi intégriste. Berg International, Paris 1994. Dieses Thema wird entwickelt in: Bat Ye‘or: Jihad and Dhimmitude. Where Civlizations Collide. Fairleigh Dickinson University Press, Cranbury, NJ/Associated University Presses, 2002.
[14] David D. Forte: Religion is not the enemy. National Review Online, 19. Oktober 2001 (http://www.nationalreview.com/comment/comment-forte101901.shtml).
[15] Henri Boulad: A propos de l’islamisme et de l’islam. Choisir, Genf, April 1997, S. 26-28.
[16] Al- Muhajiroun: The Voice, the Eyes, the Ears of the Muslims. London, 27. Januar 200Al- Muhajiroun: The Voice, the Eyes, the Ears of the Muslims. London, 27. Januar 2001 (http://www.onlyam.com/islamicstopics/foreign_policy/land_classifications.html).

* Marcionismus ist die Lehre des Marcion (Markion), geb. um 85, gest. um 160; um 144 wurde er aus der Kirche in Rom ausgeschlossen und gründete seine eigene Kirche. Marcion unterschied zwischen dem alttestamentlichen Gott des Gesetzes und dem liebevollen Vater-Gott des Neuen Testaments; Paulus allein sei der Apostel Christi; nur das Lukas-Evangelium sowie die ersten 10 paulinischen Briefe wurden von Marcion nach Entfernung judaistischer Elemente anerkannt. (Mit anderen Worten: Marcion wollte den christlichen Glauben vom Judentum trennen und machte seinen Glauben zu einem antijüdischen.)
Der Original-Titel dieses Aufsatzes lautet „Juifs et chrétiens sous l‘Islam. Dhimmitude et marcionisme“ und wurde veröffentlicht in „Commentaire“ (97), Frühjahr 2002, Paris, S. 105-116. („Commentaire“ ist eine von Raymond Aron gegründete Vierteljahresschrift; Chefredakteur ist Jean-Claude Casanova) Er wurde von Nidra Poller ins Englische übersetzt (meine Übersetzung basiert auf diesem englischen Text).

Offener Leserbrief zu Christen in Israel

Ulrich Sahm (per E-Mail), 6. August 2017

Liebe Redaktion von Radio Vaticana,

Sie haben eine Bestandsaufnahme der Lage der Christen im Mittleren Osten veröffentlicht. Darin heißt es: „In Israel hingegen leben heutzutage nur noch 170.000 Christen vor allem arabischen Ursprungs, also 2,4 Prozent der Bevölkerung, während der Prozentsatz an Christen zur Geburtsstunde des Landes 1948 noch 20 Prozent betrug. Im Westjordanland gibt es 59.000, im Gazastreifen hingegen nur 1.300 Christen auf 2 Millionen Einwohner. In Jerusalem stellen die Christen 15.800 von 870.000 Bewohnern.”

Ihre Angaben sich sachlich falsch und widersprechen sogar Angaben aus dem von Ihnen zitierten Report von CNEWA.

Während Sie (zurecht) bei den arabischen Staaten mit absoluten Zahlen argumentieren, um den Schwund der Christen zu demonstrieren, bringen Sie im Falle Israels mit 170.000 (der heutigen Zahl) nur eine absolute Zahl, um dann einen „Schwund“ zu behaupten, indem sie übergehen zu Prozentzahlen, also heute „nur“ noch 2,4% der Bevölkerung.

Hierzu Folgendes:

  • Indem Sie die Zahl der Christen in den früheren Jahren verschweigen, unterschlagen Sie, dass die Zahl der Christen in Israel langsam aber stetig gewachsen ist. Laut Israels statistischem Amt gab es 34.000 Christen im Jahr 1949, die gemäß Ihren Angaben heute auf 170.000 gewachsen sind, allein durch natürliche Vermehrung.
  • Sie behaupten, dass der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung in der Geburtsstunde Israels noch 20% betrug. 1949 gab es etwa 1,1 Mio. Menschen insgesamt. Gemäß Ihrer Zahl müsste es damals also rund 200.000 Christen gegeben haben. Doch gemäß offiziellen Statistiken gab nur 159.000 „Araber“, also Moslems wie Christen. Ihre Zahl kann beim besten Willen nicht stimmen.
  • Sie lassen die rund 60.000 Gastarbeiter (nach anderen Angaben sogar 200.000) aus, von deren viele Christen sind, speziell Philippiner, Rumänen, Polen und andere.
  • Die Zahl der Christen in Israel ist in Wirklichkeit erheblich größer, wenn Sie die rund 300.000 nicht-jüdischen Russen mitzählen, die 1990 massenweise eingewandert sind und in der offiziellen Statistik als „Andere“ angeführt werden.
  • Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung ist gesunken wegen Faktoren, die nichts mit den Christen selber zu tun haben. In den 1950er Jahren, als es in Israel eine Gesamtbevölkerung von zunächst etwa 806.000 Menschen gab, verdoppelte sich die Gesamtbevölkerung um rund 800.000 Juden, die aus allen arabischen Ländern vertrieben worden waren. Hinzu kamen noch Masseneinwanderungen aus Polen, Rumänien, der ehemaligen Sowjet Union (ca. 1 Mio. Menschen), Äthiopien und vielen anderen Ländern. Die natürliche Vermehrung bei Christen liegt bei etwa 1,7% (ähnlich wie bei den Juden), während muslimische Araber sich 1990 noch um 3,8% vermehrten, waren es 2013 nur noch um 2,2%.
  • Meines Wissens sind Christen dank ihrer guten Bildung besser integriert als andere Minderheiten in Israel. Deshalb gibt es unter den Christen nicht viele Auswanderer. Überdurchschnittlich viele Christen sind im Parlament, bei den Gerichten (und sogar bei Obersten Gericht) und in den Universitäten vertreten.

Ihre Spielerei mit dem prozentualen Anteil an der Bevölkerung allein im Falle Israels ist irreführend. Genauso könnte man behaupten, dass in der Bundesrepublik der Anteil der Türken (Gastarbeiter) im Jahr 1990 (Wiedervereinigung) dramatisch gesunken ist. Denn die deutsche Bevölkerung in der Bundesrepublik ist von heute auf morgen um 16,4 Mio. (ehemalige DDR-Bürger) gewachsen, während kein einziger Türke Deutschland verlassen hat.

Tatsache ist, dass Israel das einzige Land in Nahost ist, in dem die Zahl der Christen in absoluten Zahlen steigt, von 34.000 im Jahr 1949 auf 170.000 im Jahr 2017 (nach Ihren Angaben). Eine Ausnahme dazu mag allein Jordanien sein, wegen der Christen unter den vielen Flüchtlingen aus den umliegenden Ländern (Syrien, Irak, Ägypten). Ihre Formulierung „leben nur noch“ lässt einen Schwund bei den Christen in Israel vermuten, obgleich es seit 1949 eindeutig eine fünffache Steigerung gab. Fraglich ist auch, warum Sie für das Westjordanland und Gaza nur die heutigen Zahlen erwähnen und keine Vergleichszahlen. Im Gazastreifen lebten bis zu Ende der israelischen Besatzung 2005 zwischen 3.500 und 5.000 Christen. Dass seitdem deren Zahl auf 1.300 gesunken ist, sollte erwähnt werden und Ihnen zu denken geben.

Was von solchen Zahlenspielen zu halten ist, können Sie in meiner Recherche von 2006 nachlesen, als ich mal versucht habe, die Zahl der in Bethlehem lebenden Christen zu ermitteln:

Politische Volkszählung – Wieviel Christen in Bethlehem?

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem (n-tv, 19. Dezember 2006)

Ob Christen in Bethlehem nun verfolgt und geschändet werden oder aber problemlos mit ihren muslimischen Nachbarn auskommen, lässt sich nicht ermitteln. Verschüchterte Christen schweigen, Moslems behaupten, noch nie jemandem Leid zugefügt zu haben und Touristenmanager loben das friedliche Zusammenleben.

Nicht einmal die Zahl der Christen in Bethlehem kann zuverlässig ermittelt werden. Laut einem Reiseführer von 1934, als die nahöstlichen Streitigkeiten noch nicht so ausgeprägt waren wie heute, gab es in Bethlehem 6.800 Einwohner: 5.600 Christen und 1.200 Muslime. Das Verhältnis von Christen zu Muslimen schlug 1948 schlagartig um, als Flüchtlinge aus 120 Dörfern im heutigen Israel hinzukamen und die Moslems zur Mehrheit wurden.

Die Gesamtzahl der Einwohner der Region Bethlehem wird von Pastor Mitri Raheb mit 184.000 angegeben. Die Stadtverwaltung Bethlehems kennt angeblich 164.000 registrierte Einwohner, doch Bürgermeister Victor Batarseh redet von nur 28.000 Bürgern. In deutschen Medien schwanken die Zahlen zwischen 140.000 beim Bayrischen Rundfunk, 130.000 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 50.000 beim Deutschen Verein des Heiligen Landes, 38.000 oder 27.000 nach Angaben des Caritas Babyhospital, je nachdem, wer interviewt wurde.

Die Palästinensische Generaldelegation in Bonn, die offizielle Vertretung der PLO in Deutschland, bildet mit nur 22.000 Einwohnern Bethlehems das Schlusslicht. Je nach Quelle schwankt also die Einwohnerzahl in Bethlehem um das Achtfache. Das ist, als ob in Berlin, je nach Quelle, 3,3 Millionen oder aber 26 Millionen Menschen, ein Drittel der deutschen Bevölkerung, lebten.

Noch verwirrender sind die Angaben zu den in Bethlehem lebenden Christen. Je nach Quelle schwankt das Verhältnis der Christen zu Moslems in Bethlehem von 2% (Deutscher Verein des Heiligen Landes), 20 % (FAZ), 25% (Ökumenischer Rat der Kirchen), einem Drittel (ZDF, Batarseh), 41 % (Raheb) und „über“ 50 % (Generaldelegation). Da aber die Zahl der Einwohner ebenso gewaltig schwankt, gelangt man zu absurden Ergebnissen beim Versuch, die absolute Zahl der Christen in Bethlehem zu ermitteln, zumal der lateinische Patriarch Michel Sabbah bei einer Pressekonferenz eingestanden hat, dass seit Herbst 2000 etwa 3000 Christen Bethlehem verlassen hätten. Falls die Christen laut Deutschem Verein des Heiligen Landes tatsächlich nur 2 Prozent von 50.000 Einwohnern ausmachen, dann wären es Tausend. Wenn aber 3.000 von ihnen das Land verlassen hätten, gäbe es heute minus zweitausend Christen in Bethlehem.

Bei den anderen Quellen schwankt die Zahl der Christen zwischen 3.600 und 75.000, also fast das Dreifache der mutmaßlich offiziellen Einwohnerzahl Bethlehems von etwa 28.000 Bürgern. Die FAZ weiß von 30.000 Christen und die Generaldelegation von nur 11.000. Pastor Raheb hat eine geheime Studie für Tourismusinvestoren verfasst, die freilich im vollen Wortlaut im Internet zu finden ist. Er will die Zahlen ganz genau geprüft haben. Mal redet er von 20.000 Christen in Bethlehem und in seiner Studie von 16.400.

Es fragt sich, warum je nach Quelle die Zahl der Einwohner um das achtfache auseinander klaffen, bei den Christen sogar um das 75-fache. Man könnte meinen, es gebe dreimal mehr Christen in Bethlehem als Einwohner. Jene, die einen besonders hohen christlichen Bevölkerungsanteil nennen, wollen Spenden für eine „christliche“ Stadt anlocken. Auffällig niedrige Christenzahlen werden zusammen mit Beschreibungen der israelischen Besatzungspolitik genannt. Manche wollen das Schwinden der Christen vertuschen. Spätestens seit der Volkszählung durch Kaiser Augustus vor 2.000 Jahren ist bekannt, dass mit Bevölkerungszahlen auch Politik gemacht wird.

Das christliche Erwachen gegenüber der Heiligkeit des Tempelbergs bringt prophezeihtes „Haus des Gebets für alle Nationen“ näher

Adam Aliyahu Berkowitz, Breaking Israel News, 20. Juni 2017

sie bringe ich zu meinem heiligen Bergund erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt.
(Jesaja 56,7)

Bisher ist der blutige Kampf um den Tempelberg zwischen Muslimen und Juden ausgetragen worden, aber ein neues Erwachen bei einigen Christen zu dessen Bedeutung schafft eine sich verschiebende vormessianische Wirklichkeit an dem bereits brisanten Ort. Der sich entwickelnde Status der Christen auf dem Tempelberg zeigte sich vor ein paar Wochen in einer muslimisch-christlichen Konfrontation, die beinahe in Gewalt endete.

Der Showdown auf dem Tempelberg involvierte Nate Waller, den Leiter der Aktionen von Hayovel, einer Organisation, die christliche Freiwillige nach Israel bringt, um biblische Prophetie zu erfüllen, indem sie in Weinbergen in Samaria arbeiten. Als regelmäßiger Besucher des Tempelbergs ist Wallers Verbindung zu dem Ort ein zunehmend wichtiger Teil seines Glaubens – und er glaubt, dass andere Christen das auch so sehen sollten.

„Als ich anfing den Tempelberg zu besuchen, verstand ich die Heiligkeit des Ortes nicht“, sagte Waller gegenüber Breaking Israel News. „Ich ging dort überall hin, wie all die anderen christlichen Touristen. Ich ging an die Stelle, wo genau der Tempel stand, etwas, das Juden nicht tun dürfen.“

Durch seine enge Arbeit mit religiösen Juden begann Waller die Bedeutung des Ortes zu begreifen.

„Im Allgemeinen glauben Christen, dass Gottes Anwesenheit den Tempelberg seit der Zerstörung des Tempels verlassen hat“, erklärte Waller. „Von den Juden beginne ich jetzt gerade zu verstehen, dass dies immer noch der Ort des Namens Gottes ist und Sein Name nicht entfernt worden ist.“

Diese theologische Entwicklung hatte praktische Folgen für Waller. Während seines Besuchs Anfang des Monats mied Waller bewusst die Stelle des früheren Tempels, die Juden wegen ihrer Heiligkeit verboten ist. Christliche Touristen sind unbegleitete Touren über den Tempelberg allgemein erlaubt und müssen keinen vorgegebenen Weg folgen, anders als Juden, die von jordanisch-islamischen Waqf-Wächtern streng beobachtet werden und auf einer vorgegebenen, eingeschränkten Route bleiben müssen, die um heilige Bereiche herumführt, die durch das jüdische Gesetz untersagt sind.

„Ich möchte den Juden folgen, damit ich  nicht in die heiligen Bereiche abkomme, aber die Waqf-Wächter wurden dadurch wütend“, erklärte Waller. „Sie kümmerten sich nicht um mich, als ich wie jeder andere christliche Tourist hinaufging und den Ort als nichts Besonderes missachtete. Aber als ich die Heiligkeit des Ortes anerkannte, begannen sie mich wie einen Juden und Feind zu behandeln.“

Zwischen den Waqf-Wächtern und Wallers Gruppe begann sich eine Konfrontation zu entwickeln. Die islamische Behörde alarmierte die israelische Polizei, die Waller und seine Gruppe zwang den Weg durch den Bereich zu nehmen, den Juden als heilig und tabu betrachten.

Waller versteht, dass diese spirituelle Verbindung zum Tempelberg besonders ist und von den meisten Christen nicht geteilt wird.

„Eines im Judentum, das die Christenheit ablehnt, war der Tempel. Als wir den verloren, verloren wir einen machtvollen Kontaktpunkt mit Gott. Das Christentum lehrt, dass der Tempel in uns ist und dass stimmt. Aber dieser innere Tempel zieht uns zum Tempel in Jerusalem.

Das Christentum muss diese Verbindung wieder herstellen. Der Tempel ist notwendig, damit Gott unter uns verweilen kann.“

Der christliche Zionist glaubt, dass diese sich entwickelnde Beziehung zum Tempelberg eine unentbehrliche Seite des Christentums.

„Aus biblischer Sicht ist der Tempelberg das Zentrum von allem“, bekundete Waller. „Als Christ ist ein Haus des Gebets für alle Nationen eine wichtige Lehre, besonders unter den ersten Christen.“

Mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker sein. (Jes. 56,7)

Obwohl der Tempelberg im Neuen Testament erwähnt wird, spielt der Tempelberg im Christentum keine integrale Rolle, wie es im Judentum der Fall ist. Trotzdem is die Zahl der Christen, die den Ort besuchen, auf über 200.000 im Jahr angestiegen.

„Ich glaube, das ist eine Wiedererweckung des Haus des Gebets für alle Nationen“, spekulierte Waller. „Ich glaube, einer der Gründe, dass der Tempel nicht gebaut worden ist, besteht darin, dass die Nationen nicht bereit sind. Das Haus des Gebets für alle Nationen kann nicht kommen, wenn die Nationen nicht dafür bereit sind, es zu aufzunehmen.“

Ein paralleler Prozess findet bei Juden statt. Trotz polizeilicher Einschränkungen hat sich die Zahl der besuchenden Juden in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Am Jerusalemtag im Mai stiegen mehr als 1.000 Juden hinauf zur heiligsten Stätte des Judentums.

 

Yaakov Hayman, der Vorsitzende der Tempelberg-Bewegung, ermutigt diese Erweckung und betrachtet sie als etwas, das einen bedeutenden Ort im Dritten Tempel haben wird.

„Alle Gebete, die nicht an Götzen gerichtet sind, sind auf dem Tempelberg willkommen“, sagte Hayman und fügte eine vernünftige Bedingung an: „Jeder, der nicht dagegen ist, dass jemand anderes auf den Tempelberg geht, sollte auf den Tempelberg gehen.“

Derzeit sind Muslime die einzigen, denen es gestattet ist an der Stätte zu beten, die allen drei abrahamitischen Religionen heilig ist. Juden und Christen ist das Mitbringen jeglicher Religiönse Gegenstände auf den Berg verboten und sie werden von den Sicherheitskräften genau beobachtet, für den Fall von Zeichen, die ein Wort oder eine Gebetsbewegung andeuten.

Haymans Organisation hat eine Klage beim obersten israelischen Gerichtshof eingereicht, um diese Vision eines Hauses des Gebets für alle Nationen Wirklichkeit werden zu lassen.

„Es ist erschreckend, dass in der heutigen Zeit Menschen daran gehindert werden überall zu beten, besonders auf dem Tempelberg“, klagte Hayman.

(Foto: Blick auf den Tempelberg; heplev, 2004)

Redakteur von Al-Sharq Al-Awsat: Warum verteidigen liberale christliche Araber bin Laden?

MEMRI, 20. Februar 2002

Ende Dezember 2001 veröffentlichte Abd Al-Rahman Al-Raschid, Redakteur der Londoner arabischen Tageszeitung Al-Sharq Al-Awsat, die sich in saudischem Besitz befindet, einen zweiteiligen Artikel unter dem Titel „Christliche und liberale Stellungnahmen zu Al-Qaida“, in dem er Prof. Edward Said und andere im Westen lebende liberale christliche Araber kritisiert, die die extremistische islamistische Minderheit als ein Beispiel von Loyalität verteidigen. Mitte Februar veröffentlichte die Zeitung den Leserbrief eines saudischen Islamisten, der zur Verteidigung Saids schrieb. Es folgen Auszüge aus dem Artikel wie dem Brief:

Al-Raschids Kritik

Al-Raschid schrieb: „Vor 20 Jahren war für mich die Haltung eines Autors wie Edward Said nicht peinlich, der Irans Islamische Revolution verteidigten, als die westliche Feindseligkeit gegen sie ihren Höhepunkt hatte; sie war auch nicht peinlich, weil er sie als in New York lebender Christ machte. Seine Haltung basierte auf moralischen und wissenschaftlichen Argumenten, die ihn zur Nummer 1 der Krieger in der Verteidigung des Islams im Westen machten. Aber die Zunahme des islamistischen Extremismus hat die Argumente aller Nichtmuslime geschwächt, die den islamistischen Extremismus verteidigten, darunter auch Prof. Said selbst – wegen des furchtbaren Bildes der Muslime, die in Folge der Vorfälle des 11. September aufkamen.

Warum verteidigt dann eine Gruppe von Menschen, die von Al-Qaida für die Schlachtbank bestimmt ist, deren Ideologie und Unterstützer? Ich behaupte, dass dies Teil der arabischen Heuchelei ist, egal, ob sie sich auf Christen, Shiiten, Drusen oder liberale Sunnis bezieht.

Die Wahrheit ist, dass ich schon vor den jüngsten Ereignissen eine kriecherische Tendenz auf Seiten vieler christlich-arabischer Intellektueller spürte, die sich selbst in die vorderste Reihe der Verteidiger extremistisch-islamistischen Bewegungen stellten. Ich beziehe mich auf ihre übertriebene Verteidigung der Barbarei dieser Organisationen, die so weit ging, Osama bin Laden den Titel eines ‚Scheiks‘ und ‚Großen Gotteskriegers‘ zu geben. Es könnte scheinen, dass dies ein Versuch ist, die Zugehörigkeit der Christen zu den arabischen Reihen zu beweisen, indem Unterstützung für die demagogische muslimische Minderheit ausgedrückt wird, deren Stimme heutzutage am lautesten tönt, während die Fehler dieser Bewegungen genauso ignoriert werden wie die Risiken, die die von ihnen angewendeten Methoden für die Zukunft der Araber bilden, ob sie nun Muslime oder Christen sind.

Ich bestreite nicht, dass es Nichtmuslime gibt, die mit den Islamisten sympathisieren und dass es eine intellektuelle Annäherung zwischen den Islamisten und der arabischen Linken – darunter Christen – in Bezug auf die Feindseligkeit gegen westliche politische Institutionen gibt.

Trotzdem: Wie die Mehrheit der intellektuellen Muslime, sollte auch die Mehrheit der christlichen Araber, vor allem die Intellektuellen, von der Unterstützung extremistischer Gruppen ablassen, wenn sie die Flammen des Feuers überall in unserer Region sehen und wenn sie den Hass (dieser Gruppen) gegenüber jedem sehen, der kein Fundamentalist ist – oder auch ihr unverfälschten Willen, die bestehenden Institutionen zu zerstören.

Es sollte betont werden, dass die Unterstützung eines Fundamentalisten kein wesentliches Element der Rhetorik der Solidarität (zwischen Muslimen und christlichen Arabern) ist – anders als der Fall des arabischen Rechts an Palästina. Es gibt für gewisse christliche Intellektuelle keinen Grund, jeder arabischen Demonstration hinterher zu laufen (sogar, wenn es eine Demonstration gegen die Christen selbst ist), wie sie es jetzt in ihrer Unterstützung für Al-Qaida und seine Leute tun. [1]

Die übertriebene Furcht, die von christlich-arabischen Intellektuellen (durch ihre Verteidigung des islamistischen Extremismus) demonstriert wird, hat ein Gefühl der Ablehnung – wenn man ehrlich ist: sogar des Hasses – über den Opportunismus derer aufsteigen lassen, die gleichzeitig verlangen, dass Religion (d.h. der Christen) aus der Politik fordern.

Die Unterstützung der extremistischen Islamischen Gruppen durch diese Christen entstammt einem Hass auf den Westen. Die christlich-arabischen Intellektuellen verteidigen einen Mann wie Osama bin Laden, der offen zur Tötung von Christen aufruft. Wenn jemand mich nach Beweisen für die Heuchelei der meisten arabischen Intellektuellen – seien es Christen oder andere, die Al-Qaida verteidigen -, dann könnte ich ihnen ihre Manifeste und Artikel schicken, die die rüde politische Scheinheiligkeit belegen. Es wäre besser für sie, wenn sie schweigen würden.“ [2]

Ein Islamist antwortet:
Muhammad Ahmad Abbas Othman aus Riyadh (Saudi Arabien), der sich selbst als Islamisten bezeichnet, schickte folgenden Leserbrief an die Zeitung:

„Ich möchte sagen, dass sie [die christlich-arabischen Intellektuellen] nicht kriecherisch sind und die extremistischen Bewegungen nicht verteidigt haben; sie verteidigen die islamischen Bewegungen im arabischen und islamischen Heimatland. [heplev: Das ist die typische islamistische Gleichsetzung des eigenen Extremismus mit dem ganzen Islam, wie sie von Daniel Pipes u.a. beschrieben wird!] [Diese Bewegungen] ringen einsam mit der amerikanischen, westlichen und israelischen Offensive, die darauf abzielt, die arabische und islamische Nation zu unterjochen, eine Vorherrschaft über sie auszuüben, ihre Ressourcen auszubeuten und sie zu zwingen zu glauben, was Amerika und der Weltzionismus glauben. [heplev: Auch hier wieder die stereotype Hass-Verschwörungs-These der Islamisten, die jeden Terror rechtfertigt.]

Edward Said ist als Autor in seinen Gedanken und Schriften frei; er wohnt im Herzen der westlichen Welt, weit entfernt von der Regierung und dem auf die Bevölkerung (der arabischen Staaten) ausgeübten Druck. Er ist ein Professor an führenden westlichen Universitäten. Was hat er zu fürchten? Wenn überhaut, dann setzt er sich feindseligen zionistischen und westlichen Angriffen aus. [heplev: Jede Kritik ist vom zionistischen Teufel geführt und deshalb falsch.] Wie [Paul] Findley und [Roger] Garaudy hat er nichts von diesen fundamentalistischen Gruppen zu gewinnen, sogar, wenn sie in ihren Ländern die Macht übernähmen.

Ich habe nicht ein einziges Mal eine Verteidigung des islamistischen Extremismus durch Said gelesen, wie [Al-Raschid] behauptet. [heplev: Wie kann er auch – der Schreiber versteht sich als Vertreter des ganzen Islam, nicht des Extremismus: also wird der Islam von Said verteidigt, nicht der Extremismus!] Trotzdem steht er an der Spitze der Verteidiger des Islam im Westen. Ich habe mehr von Edward Saids Schriften gelesen als Al-Raschid und ich habe keine Heuchelei gefunden.

Allah und seine Gnade seien gepriesen, ich gehöre in die Reihen der Islamisten. Ich bin ein Scheik des siebenten Jahrhunderts, der Al-Sharq Al-Awsat täglich liest. Nach der ‚säkularen‘ Definition ein Islamist, habe ich großen Respekt vor den christlich-arabischen Schriftstellern, die Al-Raschids wütender Attacke eingeschlossen sind. In meinem privaten Archiv habe ich die Schriften von Edward Said, Clovis Maksoud, [James] Zogby und anderen wie diesen – Männer der Wahrheit, die ihrer arabischen Abstammung treu sind, die ihre arabische Identität verteidigen und ihre islamische Zivilisation…“ [3] [heplev: Vielleicht sollte er etwas mehr von den Kritikern des Islamismus lesen um mit sich selbst kritischer umzugehen, statt die Schmeicheleien der genannten Autoren zur Selbstbestätigung zu nutzen.]

Fußnoten:
[1] Al-Sharq Al-Awsat (London), 27. Dezember 2001.
[2] Al-Sharq Al-Awsat (London), 29. Dezember 2001.
[3] Al-Sharq Al-Awsat (London), 16. Februar 2002.

Der Antisemitismus des syrischen Präsidenten Bashar Assad

Arutz-7 Radio berichtete am 6. Mai 2001 wie andere Quellen auch von einer Rede des syrischen Präsidenten beim Papstbesuch unter dem Titel:

OFFIZIELLER SYRISCHER ANTISEMITISMUS

Syriens Präsident Bashar Assads gestrige offizielle Willkommens-Ansprache an Papst Johannes Paul II. beinhaltete eindeutig antisemitische Sätze. Die Rede zeigt, dass Antisemitismus in der offiziellen syrischen Presse keiner zufälligen Natur ist, sondern Teil der stetigen Politik der Regierung. Im Folgenden Auszüge aus Assads Willkommensrede:

„… (Sie, der Papst, verkörpern) den Gipfel der Verantwortung zur Bewahrung dieser Werte [Liebe, Toleranz und Gleichheit der Menschen untereinander], besonders [da] es diejenigen gibt, die beständig versuchen, alle Völker immer wieder auf die Reise der Leiden und Qualen zu schicken. Deshalb werden unsere Brüder in Palästina ermordet und gefoltert, die Gerechtigkeit wird vergewaltigt und als Ergebnis davon sind Gebiete im Libanon, der Golan und Palästina von denen besetzt worden, die sogar das Prinzip der Gleichheit töteten, als sie behaupteten, dass Gott ein Volk geschaffen habe, das über alle anderen Völker erhoben sei. Wir sehen sie aggressiv gegen moslemische und christliche heilige Stätten in Palästina vorgehen… Sie versuchen, alle Prinzipien göttlichen Glaubens mit derselben Mentalität, in der sie Jesus betrogen und folterten und genauso versuchten, den Propheten Muhammad zu verraten…“1

Assad zitierte außerdem einige ewige Wahrheiten, hatte aber offenbar irregulären Gebrauch dafür im Hinterkopf:

„Die Anwendung himmlischer Lehren braucht den Widerstand gegen solche, die sie ablehnen. Gleichheit bedeutet, dass der Umgang mit anderen Völkern nicht von psychologischen Komplexen oder Behauptungen der Erhabenheit über andere Völker bestimmt sein sollte. Gerechtigkeit bedeutet die Wiederherstellung der Rechte für diejenigen, die sie verdienen. Land und Häuser im Libanon, Syrien und Palästina gehören ihren Eigentümern. Das bedeutet auch die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat. Liebe bedeutet, keine Araber aus Hass zu töten und Kinder nicht zu lehren, Groll gegen andere zu hegen. Wahrheit wird umgesetzt, indem man nicht zeitgenössische und historische Fakten verdreht und auch nicht Rechte und Geschichte behauptet, die jeder Grundlage entbehren.“2

Der syrische Präsident merkte weiterhin an, dass der Islam keinen Unterschied zwischen den Völkern mache – außer, sie seien nicht „gottesfürchtig“:

„Der Islam breitete sich in der Welt aus, indem er Gerechtigkeit, Liebe und Gleichheit der Menschen vertrat, ohne Unterschied zwischen dem einen oder anderen außer durch Gottesfurcht.“3

Anmerkungen heplev:

1 – klare Bedeutung: Nach seiner Definition ist Israel ein Volk, das nur auf Mord und Totschlag aus ist, keinerlei Gesetz kennt und jedes Prinzip der Menschheit mit Füßen tritt. Verlogener geht es nicht, denn:
Die Zerstörung heiliger Stätten kann man Israel nicht anlasten, im Gegenteil: Die Araber zerstören (vor allem jüdische) heilige Stätten (s. das Josephsgrab). Seit 1967 hat Israel z.B. den offen Zugang aller Glaubensgemeinschaften zu den Heiligtümern z.B. in Jerusalem garantiert, was vorher von den Jordaniern verhindert wurde. Assad lügt hier sehr offensichtlich; diese Lügen sind in unseren Medien aber nicht berichtet worden.
Assad versucht außerdem, die antijüdischen „christlichen“ Gefühle des Mittelalters und der schlimmsten antisemitischen Exzesse wieder zu beleben, indem er versucht, die Christen gegen die „Mörder ihres Messias“ aufzuhetzen!

2 – Israel lehrt nicht den Hass auf die Araber, aber in den arabischen Staaten gehört die Lehre des Hasses auf die Juden weiterhin zum Lehrplan! Assad kehrt die Tatsachen um.
Von arabischer Seite werden historsiche Fakten verleugnet (Holocaust, jüdische Beziehung zum Tempelberg usw.; der Begriff des „historischen Palästina“ ist geschichtlich nicht haltbar).
Ich würde ihn gerne fragen, wie er zur Rückkehr der jüdischen Flüchtlinge der späten 1940-er Jahre (nach der Gründung des Staates Israel) in ihre „Heimatländer“ steht, aus denen sie ohne Hab und Gut vertrieben wurden – werden sie von den entsprechenden Vertreibern auch entschädigt?

3 – Der Islam breitete sich mit Schwert und Krieg aus; er bietet objektive Gerechtigkeit nur gegen Moslems, alle anderen müssen sich vor allem der Knute der Scharia in einer Weise beugen, von der sie – wegen des „falschen“ Glaubens – so benachteiligt, dass sie ihren Glauben nicht offen leben dürfen, ihre wirtschaftlichen Existenzgrundlage praktisch so gut wie entzogen bekommen und fast jeder Verleumdung wehrlos gegenüber stehen.

Der Papst hat sich bei seiner Rede an die vorbereiteten Allgemeinfloskeln gehalten. Er ist in keinem Punkt den Ungeheuerlichkeiten des Diktators entgegen getreten. Warum?