Gefährdete Art

Dry Bones, 5. April 2018

Die Welt verhält sich apathisch gegenüber dem furchtbaren und anhaltenden Völkermord an Christen in Afrika und dem Nahen Osten:

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Christlicher Zionismus – Israels beste Waffe?

Daniel Pipes, The New York Post, 15. Juli 2003

Die Menschen im Nahen Osten waren Anfang 1994 weit gehend verwirrt, als einige führende amerikanische Politiker, darunter Senator Jesse Helms (Republikaner aus North Carolina) und der Abgeordnete Newt Gingrich (Republikaner aus Georgia) durchsetzungsfähigere, härtere Positionen gegenüber den Palästinensern voran trieben als die Regierung Israels. Sie waren z.B. weit zögerlicher als Jerusalem, die US-Gelder an die PLO gehen zu lassen und zeigten größere Bereitschaft, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

Eine arabische Zeitung, „Ash-Sharq al-Awsat“, erfasste die allgemeine Verblüffung mit dem Vermerk, der Likud, Israels eher nationalistische Partei, habe „Israel zwar verloren , regiere aber in Washington immer noch übermächtig.“

Das gleiche Muster ist heute wieder erkennbar, wenn christliche Führungspersönlichkeiten wie Gary Bauer, Jerry Falwell und Richard Land lautstärker gegen die „Road Map“ für die palästinensisch-israelische Diplomatie opponieren als fast alle ihre israelischen Gegenüber.

Diese beherzte christliche Solidarität mit Israel sollte aber nicht überraschen, da sie eine christliche Form des Zionismus aufzeigt, die fast zwei Jahrhunderte alt ist.

Die christliche Unterstützung der Gründung des jüdischen Staates stammte aus England und wurde in der viktorianischen Zeit zu einer bedeutenden Bewegung. 1840 empfahl der britische Außenminister Lord Palmerston „nachdrücklich“, dass die damals über Palästina herrschende osmanische Regierung „auf jeder gerechtfertigten Ermutigung der Juden Europas zur Rückkehr nach Palästina bestehen“ solle. Lord Shaftesbury prägte 1853 den Satz „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“.

George Eliot setzte diese Ideen 1876 in den Roman „Daniel Deronda“ um. 1891 schrieb Sir George Adam Smith seine maßgebende „Historical Geography of the Holy Land“ (Historische Geographie des Heiligen Landes), dass die Ottomanen aus Palästina geworfen und durch die Juden ersetzt werden müssten, „die Palästina alles gegeben haben, das es je an Wert für die Welt hatte“.

Dasselbe Jahr erlebte die vielleicht größte frühe, christliche Unterstützung in den Vereinigten Staaten für einen jüdischen Staat – das „Blackstone Memorial“, eine Petition, die die Unterschrift von 413 prominenten Amerikanern trug, darunter des vorsitzenden Richters des Obersten Gerichtshof, des Parlamentspräsidenten, den größten Industriellen der Zeit (Rockefeller, Morgan, McCormick), berühmten Geistlichen, Schriftstellern und Journalisten.

Die Denkschrift richtete sich an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Benjamin Harrison, und den Außenminister, James G. Blaine, und forderte von ihnen, „ihr hohes Amt und ihren Einfluss dazu nutzen, die Abhaltung einer Konferenz zu einem baldigen Termin sicherzustellen, um den Zustand der Israeliten und ihrer Ansprüche auf Palästina als ihre alt hergebrachte Heimat zu überdenken“. Nach dem Historiker Paul Charles Merkley hatte das Blackstone Memorial die Wirkung, „in den Seelen vieler die Vorstellung einer amerikanischer Sponsorenschaft der jüdischen Rückkehr nach Palästina fest einzupflanzen“.

Die Balfour-Deklaration vom November 1917, durch die die britische Regierung verkündete, dass sie die „Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk“ gut hieß, war vielleicht der wichtigste Einzelakt, der auf dem christlichen Zionismus gründete. Harry S. Trumans Anerkennung Israels gegen den Widerstand fast seiner kompletten Administration war vermutlich der zweitwichtigste. Sein Biograph Michael T. Benson befindet, dass Trumans pro-israelischer Ansatz „hauptsächlich auf humanitären, moralischen und sentimentalen Gründen basierte, von denen viele eine Weiterentwicklung der religiösen Erziehung des Präsidenten und seiner Vertrautheit mit der Bibel waren.“ (Trumans gerade entdecktes Tagebuch mit seinen verdrießlichen Bemerkungen über Juden macht seine zionistische Haltung umso beachtenswerter.)

Die Medien haben sich in jüngster Zeit auf den christlichen Zionismus konzentriert, als sei er etwas Neues. (Eine typische Schlagzeile, zu einem Artikel auf der Titelseite des „Wall Street Journal“, lautete: „Wie Israel eine wichtige Frage der konservativen, christlichen Rechten wurde“.) Die eigentliche Nachricht ist, wie die christlichen Zionisten zunehmend zum Fundament der Unterstützung Israels in den Vereinigten Staaten werden, geschlossener und energischer zionistisch als viele Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft.

Für die, die sich fragen, warum Washington eine so andere Politik verfolgt als die europäischen Staaten, hat heute ein Großteil der Antwort mit dem Einfluss der christlichen Zionisten zu tun, der besonders stark ist, wenn ein konservativer Republikaner wie George W. Bush Präsident ist. (Im Gegensatz dazu ist der christliche Zionismus in Großbritannien fast ausgestorben.)

Grace Halsell, eine antiisraelische Autorin, erkennt diese Tatsache und betrachtet die christlichen Zionisten als „gefährlich einflussreicher“ in Washington als die jüdischen Zionisten. Positiv ausgedrückt: Anders als die Israel Defense Forces könnten die amerikanischen christlichen Zionisten der wirksamste strategische Aktivposten des jüdischen Staates sein.

Sixty Minutes liegt falsch

William Sutter, Mai 2003

 [Dieser Text wurde von William Sutter als Brief verschiedenen Freunden zugesandt. Ich habe ihn über eine Mailing-Liste erhalten und bekam von The Friends of Israel Gospel Ministry Inc., Bellmawr, NJ die Erlaubnis, ihn zu übersetzen und auf meine Seite zu stellen.]

Gibt’s sonst noch was Neues? Wir können es immer und immer wieder sagen. Aber egal, wie oft wir es tun, immer wird jemand anderes sagen: „Evangelikale Christen lieben das jüdische Volk nicht wirklich. Sie lieben uns als Figuren in ihrer Geschichte.“

So sagte es Gershom Gorenberg kürzlich in einem Beitrag in „60 Minutes“, der als „Christen, die Israel unterstützen“ gesendet wurde – in der CBS-Version. Unsere Version als Evangelikale, die Israel unterstützen, ist aber deutlich anders.

Also sagen wir es einmal mehr und tun es gerne. Im Gegensatz zu den klaren Implikationen des Berichts von „60 Minutes“ ist unsere Unterstützung Israels bedingungslos und nicht an andere Motive gebunden.

Wir unterstützen Israel nicht, weil wir glauben, dass dies zum ultimativen Triumph des Christentums führen wird. Diese Erklärung ist falsch, praktisch wie theologisch. Die Bibel sagt nicht: „In jenen Tagen werden zehn JUDEN sich an einen Christen hängen und sagen: ‚Wir wollen mit dir gehen; denn wir haben gehört, dass Gott mit dir ist.’“ Sie sagt: „In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus Nationen mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.“ (Sacharja 8,23 – Scofield-Übersetzung)

Für uns als christliche Zionisten wurzelt unsere Unterstützung Israels in den Versprechen, die Gott dem jüdischen Volk durch Abraham gab und dann durch die jüdischen Propheten wiederholte. Diese Versprechen sind immerwährend und unwiderruflich. Darüber hinaus sind sie Grundlage unserer evangelikalen Theologie und wesentlich für die wörtliche, grammatische und historische Interpretation aller (biblischen) Schrift.

Wir glauben auch nicht, dass wir durch die Unterstützung Israels irgendwie die Rückkehr Christi herbei führen können. Die Bibel lehrt, dass Er kommen wird, wenn Er kommen wird und wir bis dahin ein Gott gefälliges Leben führen sollen.

Wir glauben aber, dass Gott, wenn Er sagt, dass Er etwas tun wird, Er das immer zu Ende bringt. In einem Versprechen, das er Abraham gab, dann Isaak und Jakob, sagte Gott: „Ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen.“ (1. Mose 12,3) Wie könnten wird dann von Gott erwarten, dass er Amerika segnet, wenn wir Israel und das jüdische Volk im Stich lassen? Wenn Gott uns unter diesen Umständen weiter segnen würde, wäre Er ein Lügner. Ich denke, nicht einmal CBS würde es wagen Gott einen Lügner zu nennen.

Ich nehme großen Anstoß an dem Schluss, dass die wachsende Freundschaft zwischen evangelikalen Christen und der jüdischen Gemeinschaft andeutet, dass wir uns gegen Muslime „zusammenrotten“. Überall in der Welt foltern Muslime Christen und schlachten sie in unglaublicher Anzahl ab. Der radikale Islam schürt Antisemitismus in der ganzen Welt, auch an amerikanischen Universitäten; und sie beten in ihren Moscheen für die Vernichtung der „Ungläubigen“. Sie haben Israel, Amerika, dem Christentum und dem Judentum den Jihad (Heiligen Krieg) erklärt und kommen ihren Drohungen nach. Wer rottet sich hier gegen wen zusammen?

Letztlich ist die große Frage der zukünftigen Ereignisse der Endzeit nichts als die Geschichte der jüdischen Nation: Gottes großartige Bewahrung Seines Volkes angesichts derer, die zu seiner Vernichtung entschlossen sind. Wir glauben, dass der Messias auf wunderbare Weise eingreifen wird, um es zu erlösen und zu erhalten; und es wird im Gegenzug die gesamte Welt in Seinen Lobpreis führen (Sacharja 8,20-23).

Unsere Gegenerschaft zu Antisemitismus und unsere Liebe zu den Kindern Israels entstammen aus unserer Liebe zur Bibel – Gottes Wort. Hier sagt Gott Seinem alten Volk: „Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt.“ (Jeremia 31,3) Und das sollte jedem genügen.

Zur Verteidigung verbündeter Christen

Warum Evangelikale Israel unterstützen

Nissan Ratzlav-Katz, National Review online, Nissan Ratzlav-Katz, 22. November 2002)

Letzten Donnerstag fuhren Delegierte einer konservativen amerikanischen Organisation, der „Christian Coalition“ in Jerusalem mit dem Bus. Eine einfache Tat, aber eine, die Unterstützung von und Bindung an Israel mehr symbolisierte, als die deutlichsten Erklärungen in Übersee. Sehen Sie, der Bus, in dem sie fuhren, war kein Reisebus; es war ein Egged-Bus der Linie 20. Dabei handelt es sich um genau die Buslinie, mit der ein arabischer Selbstmord-Bomber am selben Morgen fuhr, als er elf Menschen auf ihrem Weg zu Schule und Arbeit tötete und mehr als 50 verletzte. Dieselbe Delegation, geführt von Roberta Combs ,der Präsidentin der „Coalition“, hatte am Dienstag vorher Hebron besucht, um öffentlich ihre Unterstützung der jüdischen Gemeinde in dieser alten Stadt zu zeigen, wo am Freitagabend ein Überfall von Terroristen zwölf Israelis das Leben kostete. Die „Christian Coalition“ hat sozusagen ihre Leiber dorthin begeben, wohin ihr Geld geflossen ist.

Anders als die meisten Linken – selbst jüdische – unterscheiden diese Helfer Israels nicht Juden, die in Judäa, Samaria und Gaza leben von denen, die an Israels Mittelmeerküste leben. Ron Nachman, der Bürgermeister von Ariel – in Samaria – erklärte einmal einem Reporter der „Jerusalem Post“, dass „Gruppen evangelikaler Christen ausdrücklich deshalb nach Israel kamen um an Fahrten in die Westbank teilzunehmen, ‚dem verheißenen Land’. Viele Gruppen, sagte er, kamen direkt vom Ben-Gurion-Flughafen ins Eshel Hashomron-Hotel in Ariel.“

Wie ich selbst erkennen musste, gibt es eine Menge israelischer Flaggen neben amerikanischen Flaggen vor Kirchen und viele Pastoren tragen heute T-Shirts mit dem Aufdruck „Ich stehe zu Israel“. Ein in der „Jerusalem Post“ abgedruckter Brief von Viktor Mordecai, einem Vertreter jüdisch-christlicher Verbindung, drückte es so aus: „Ich sah Christen, weiße, schwarze, Hispanics und Indianer, die Tränen der Liebe und Buße für Israel vergossen… Ich habe 300 Kirchen und Gruppen aller Konfessionen besucht und vor ihnen gesprochen. Ich habe tausende Christen umarmt und geküsst, die uns wirklich lieben.“ Eine Umfrage der Terrance Group deckte vor Kurzem auf, was viele israelische Politiker lange gewusst haben: die Unterstützung konservativer Christen für Israel ist überwältigend – fast zehn Prozent stärker als beim amerikanischen Durchschnittsbürger.

Zusätzlich zur allgemeinen Unterstützung Israels und besonderer Affinität zu Judäa und Samaria als Land der Bibel, drückt sich christlicher Zionismus in der Ermutigung zur Aliyah aus – der jüdischen Einwanderung nach Israel. Eine Gruppe namens „Christians for Israel“ (Christen für Israel) unterhält ein Projekt, das „Exodus“ heißt und Juden aus der früheren Sowjetunion hilft nach Israel zu kommen. Die Internetseite der Organisation sagt es so: „Es ist mehr als nur ein humanitäres Projekt – es ist ein göttlicher Aufruf an die Kirche, dem jüdischen Volk bei seiner physischen Rückkehr und der Wiedererschaffung des Landes Israel zu helfen.“

Das ist noch nicht alles. Eine Organisation namens International Christian Chamber of Commerce (ICCC = Internationale christliche Handelskammer) wirbt aktiv für israelische Geschäfte und fördert die israelische Wirtschaft. Die Kammer hielt ihr jüngstes Vorstandstreffen in Tel Aviv ab und „Israel Line“, eine Veröffentlichung des israelischen Außenministeriums, berichtete, dass die Organisation im Juni „eine internationale Businesskonferenz in Jerusalem abhielt, an der 400 Geschäftsleute aus 40 Nationen sich mit israelischen Wirtschaftsunternehmen trafen… der Produktionsvereinigung, dem israelischen Export-Institut und der Vereinigung der israelischen Handelskammern“. Nach der ICCC wurden während der zweitägigen Konferenz mehr als 1000 Treffen abgehalten. Die ICCC erlaubt israelischen Firmen auch, ihre Produkte und Dienste kostenlos auf ihrer Internetseite für internationale Geschäftsverbindungen aufzuführen, berichtet „Globes“, eine israelische Finanzzeitung.

Als Antwort auf diese unbeschränkte Unterstützung haben einige jüdische Kolumnisten ihre Zweifel oder offene Feindseligkeit geäußert, wenn es um die pro-israelische Haltung der christlichen Rechten geht. Ihre Hauptsorge ist unterstellter, in der Theologie eingegrabener „Antisemitismus“, der diese Christen nach Israel treibt. Gershom Gorenberg drückt das in einem Artikel in der „Jerusalem Post“ so aus: „Die ‚Liebe‘ der konservativen Christen wurzelt in ihrer Theologie. Klassischer antijüdischer christlicher Doktrin folgend, betrachten sie Juden als geistlich blind, weil sie Jesus ablehnen. Aber sie betrachten Israels Existenz auch als Zeichen der Endzeit – in der die Juden sterben oder sich zu Jesus bekehren werden.“ Josh Ruebner, einer der Gründer der Washingtoner Gruppe „Jews for Peace in Palestine and Israel“ (JPPI – Juden für Frieden in Palästina und Israel) drückte sich grober aus und nannte die Allianz zwischen christlichen Evangelikalen und amerikanischen Juden zur Unterstützung Israels „widerlich“. Er sagte: „Die meisten der Rechtsaußen-Elemente, die die Christian Coalition ausmachen, sind im Inneren wahrlich antisemitisch.“ Sie verdienen dieses Attribut, weil sie „glauben, dass jüdische Seelen nicht in den Himmel kommen können und dass Juden vor dem Ende der Zeit bekehrt werden müssen“, so Ruebner gegenüber einem Reporte der Religion News Service im letzten Monat.

Der christliche Glaube, dass die Juden sich letztlich bekehren, ist nicht anders als die jüdische Vorstellung, dass alle falschen Theologien letztlich als das erkannt werden, was sie sind. Während solche Ansichten bei nicht-religiösen Leuten aller Gemeinschaften nicht gut ankommen, bleiben sie – solange ihre Gläubigen andere nicht dazu nötigen – eine religiöse Meinungsverschiedenheit. Herr Mordecai drückte das in seinem bereits erwähnten Brief an die „Jerusalem Post“ so aus: „Wollen sie, dass wir Christen werden? Ja, denn sie lieben uns. Und das ist Teil des christlichen Glaubens… Macht das die Christen zu unseren Feinden? Als loyal zur Thora stehender und Mitzwen beachtender Jude denke ich das nicht… Die Christen sind einfach nur ihrem Glauben gegenüber treu, dem Glauben an denselben Gott der Juden, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Sie glauben an dieselbe Bibel.“

Weiterhin: Mag auch Endzeit-Theologie bei der Unterstützung des modernen Israel eine Rolle spielen, ist die Hauptmotivation solcher Unterstützung eher der biblische Bund mit den Juden, statt das Versprechen zukünftiger Bekehrung. Der Evangelist Jerry Falwell sagte letzten Monat auf einer Konferenz der Christian Coalition in Washington, die auf Video aufgezeichnet wurde: „Ich habe an den abrahamitischen Bund geglaubt und ihn unterstützt, dass Gott die segnet, die Israel segnen und die verflucht, Israel verfluchen.“ Ähnlich listet Material, das von John Hagee Ministries produziert wird – die Organisation spendet Gelder spendet um jüdische Immigration nach Israel zu finanzieren – sieben Gründe für Christen auf, den jüdischen Staat zu unterstützen. Der erste ist der Vers aus dem ersten Buch Mose, auf den Falwell sich bezog: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ Einer von vielen anderen Gründen aus derselben Quelle: die Anweisung in Psalm 122: „Wünscht Jerusalem Frieden! Alle, die dich lieben, sollen hier glücklich leben!“

Dr. Arthur F. Glasser, Dekan emeritus am Fuller Theological Seminary in Pasadena (Kalifornien), zitierte einen anderen, säkulareren Grund in seiner Abhandlung über die evangelikale Unterstützung Israels. Er schreibt: „Warum also sollten besonders Evangelikale Israel unterstützen? Zuerst einmal sollten sie sich um alles kümmern, was das jüdische Volk betrifft. Das kommt zum Teil durch die massive Verpflichtung, die alle Völker an jedem Ort ihnen gegenüber haben. Was können Menschen überall auf der Erde schon ehrlich sagen, wodurch sie den Juden die Verpflichtung für ihre Beiträge zur Weltkultur absprechen? Diese Beiträge betreffen jeden Aspekt der menschlichen Gesellschaft und des persönlichen inneren Reichtums.“

Als Gegensatz dazu diese kleine Begebenheit: „Jews for Peace in Palestine and Israel“ war neulich in den Nachrichten, als die israelischen Einreisebehörden einer neun-köpfigen Delegation von Mitarbeitern des UNO-Kongresses die Einreise verweigerte; die Reise wurde u.a. von JPPI und den American Muslims for Jerusalem (AMJ – amerikanische Muslime für Jerusalem) gesponsert. Die AMJ ist ein Projekt, das u.a. von der American Muslim Alliance (AMA – Amerikanische Muslim-Allianz), dem American Muslim Council (AMC – Amerikanischer Muslim-Rat) und dem Council on American Islamic Relations (CAIR – Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen) finanziert. CAIR entstand 1994 aus der Hamas und zwei seiner drei Gründungs-Direktoren hielten hochrangige Posten in der Islamic Association for Palestine (Islamisches Bündnis für Palästina), einer Tarngruppe der Hamas. 1998 bezeichnete ein Redner auf einer von CAIR mitfinanzierten Demonstration in Brooklyn die Juden als „Nachkommen der Affen“. Gleichermaßen hielt die AMA eine Konferenz ab, auf der Literatur verbreitet wurde, die den Holocaust leugnet. Der AMC verwendet währenddessen Zeit und Geld regelmäßig darauf zu erklären, dass Hamas „keine terroristische Gruppe“ ist und spielte Gastgeber für Redner, die Selbstmordbomber priesen und zu Unterstützung solcher „Märtyrer-Operationen“ drängten. Issa Smith, stellvertretender Direktor des AMC, sagte der „Los Angeles Times“ am 24. Januar 1991: „Wir sagen oft, dass wir nicht gegen Juden sind, sondern gegen Zionisten, gegen diejenigen, die das Ziel hatten einen Staat zu schaffen, der von Juden betrieben wird.“

All dies war offensichtlich aus der Sicht von Josh Ruebner von JPPI nicht als widerlich anzusehen, anders als die Unterstützung der christlichen Rechten für Israel. Es könnte sein, dass JPPI voreilig handelten oder aus Ignoranz, als sie sich mit solchen Organisationen einließen. Aber haben sie nie ihre früheren Verbündeten zu den Koan-Versen befragt, die besagen (Sure 5,51): „Gläubige, macht weder die Juden noch die Christen zu euren Freunden“? Oder zu den muslimischen Lehren (Hadith, Sahih Bukhari, Band 4, Buch 52, Nr. 177): „Allahs Apostel [Mohammed] sagte: ‚Die Stunde [des Endes der Zeiten] wird nicht kommen, bis ihr die Juden bekämpft. Und der Stein, hinter dem ein Jude sich verstecken wird, wird sagen: ‚Oh Muslim! Das ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, also töte ihn.‘“ Was sagen sie zu diesem Stück „Endzeit-Theologie“? Ist das für Ruebner nicht wenigstens ein wenig „widerlich“?

Ich glaube nicht, dass Linksaußen-Gruppen wie JPPI es je in Betracht ziehen werden, sich die Mühe zu machen sich über echten, aus tiefem Herzen kommenden Antisemitismus aufzuregen, der in der heutigen muslimischen Welt nur allzu weit verbreitet ist. Was eher hinter ihrer vorgeschobenen Besorgnis steckt, ist, dass die Organisation nach dem, was auf ihrer Internetseite steht „Israel aufruft, seine brutale militärische Besetzung der Westbank, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems zu beenden… das Recht des palästinensischen Volks auf Selbstbestimmung unterstützt… die Evakuierung der [jüdischen] Siedlungen unterstützt… das Rückkehrrecht der [arabischen] Flüchtlinge anerkennt…“ – alles, was dem festen Glauben vieler in der christlichen Rechten entgegen steht, was Senator James Inhofe aus Oklahoma so ausdrückt: „Israel hat ein Recht auf dieses Land.“

 

Gibt es etwas Dümmeres als Christen zurückzuweisen, die Israel unterstützen?

Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 14. Oktober 2002

Eine „Friedensdemonstration“ im New Yorker Central Park war der Ort boshafter anti-israelischer Angriffe, die vom Rednerpult wie auch aus dem palästinensische Fahnen schwingenden Publikum geäußert wurden.

Sie wurde von einer Gruppe organisiert, die sich „Not in Our Name“ (nicht in unserem Namen) nennt und die schon eine ganzseitige Anzeige in der New York Times bezahlte, in der Widerstand gegen den Krieg gegen den Irak geäußert und auch israelische Politik angeprangert wurde, nicht aber arabischer Terrorismus. Sie wurde von Linken aus Hollywood unterstützt, darunter Susan Sarandon, Ed Asner, Feministenguru Gloria Steinheim und Michael Lerner von der extrem linken, jüdischen Tikkun-Gemeinschaft.

Am letzten Freitag, dem 11. Oktober, demonstrierte die Christian Coalition for Israel und äußerte vor dem Weißen Haus ihre Unterstützung für den jüdischen Staat. Es gab Reden von amerikanischen und israelischen Politikern, darunter Pastor Pat Robertson, der republikanische Mehrheitsvertreter im Repräsentantenhaus, Tom DeLay (Texas), und Jerusalems Bürgermeister Ehud Olmert.

Raten Sie einmal, welches dieser beiden Ereignisse bei vielen liberalen amerikanischen Juden die Alarmglocken schrillen ließ.

Sie liegen richtig: das zweite.

Ja, die Aussicht, dass amerikanische Christen sich in Washington versammeln, um ihre Liebe zu Israel auszudrücken und zu fordern, dass die Regierung nichts tut, was Israels Interessen schadet, macht vielen Juden Angst.

DAS WARTEN AUF EINEN ANDEREN MESSIAS

Das ist so beängstigend, dass nach einem Bericht der Jewish Telegraphic Agency eine feministische jüdische Gruppe namens Women Watching (Frauen, die beobachten) eine Brief-Kampagne begonnen hat, bei der möglichen Geldgebern ein Umschlag mit einem Kondom zugeschickt wird. Der Aufruf fragt, warum die jüdische Gemeinschaft mit Führern der christlichen Rechten „ins Bett geht“ – Leuten wie Robertson, Jerry Falwell und Ralph Reed.

Für solche Menschen ist christliche Unterstützung Israels nicht ansatzweise so wichtig wie die Tatsache, dass die meisten Juden mit ihnen über Dinge wie Abtreibung und Schulgebet uneins sind. Weil sie fürchten, dass jüdische Dankbarkeit auf andere Fragen übertragen wird, unternehmen einige Linke alles Mögliche, um die evangelikalen Zionisten in Verruf zu bringen.

Ein Beispiel dafür wurde am 7. Oktober geboten, als „Sixty Minutes“ von CBS die Frage behandelte. Yossi Alpher, Vertreter des American Jewish Committee in Israel, und Gershom Gorenberg, Redakteur des Jerusalem Report, nutzten die Sendung, um amerikanische Juden zu drängen christliche Zionisten zurückzuweisen. Es wurde behauptet, der Grund für christliche Unterstützung Israels sei der apokalyptische Glaube an eine kommende Schlacht von Harmaggeddon, die zwei Drittel der Juden der Welt den Tod bringt und das verbleibende Drittel sich zum Christentum bekehrt. All das würde natürlich passieren, nachdem Jesus wieder gekehrt sei.

Die bloße Erwähnung solcher Ideen reicht aus, um einigen amerikanischen Juden Schauer den Rücken hinunter laufen zu lassen. Die Erfahrungen des Europa vor Hitler, wo Antisemiten wahrscheinlicher unter den religiösen Christen als unter nicht Gläubigen zu finden waren, hat viele von uns so konditioniert, dass wir jeden religiösen Christen als potenziellen Feind betrachten.

Das stimmt aber nicht länger. Religiöse Christen sind in allen Fragen bezüglich des Überlebens Israels die besten Verbündeten gewesen. Nichts macht diese Tatsache deutlicher als die Ereignisse des letzten Frühjahrs, als die Regierung Bush darüber debattierte, wie hart sie auf Israels Antwort auf den palästinensischen Terrorismus des Passah-Massakers antworten würde. Als es so schien, als ob die Regierung sich gegen Israel wenden würde, wurde sie von Kritik von Präsident Bushs politischer Basis überwältigt: den konservativen Christen. Die meisten Beobachter bescheinigen dem Druck dieser Gruppe weitaus größeren Einfluss auf Bushs letztliche Wendung zurück zu Israel gehabt zu haben, als die uneinige amerikanische jüdische Gemeinschaft.

Erstaunlicherweise war Abe Foxman, nationaler Leiter der Anti-Defamation League (ADL), die einzige jüdische Stimme der Vernunft in „Sixty Minutes“. Er erklärte sehr richtig, dass Übereinstimmung in Sachen Israel nicht (automatisch) bedeutet, dass jüdische Gruppen in anderen Fragen, wo man nicht überein stimmt, einbrechen werden. Foxmans Haltung ist bedeutsam, denn es war die ADL, die 1994 einen Bericht in Buchlänge heraus gab, in dem die christlichen Konservativen gerügt wurden. Damals wurde er von einigen jüdischen Beobachtern kritisiert (darunter auch der Schreiber dieses Artikels), die der Meinung waren, die ADL mache einen strategischen Fehler. Aber man sollte Foxman zu Gute halten, dass er begriffen hat, dass bei Offenlegung aller Karten den Juden alle vorhandenen Verbündeten willkommen sein müssen, ob sie Abtreibungsrechte befürworten oder nicht.

Was die Motive der Christen angeht, so erklärte Foxman, dass es eine Vielzahl von Motiven gäbe, darunter ehrliche Zuneigung vieler Evangelikaler gegenüber dem jüdischen Volk und dem Staat Israel. Er wurde fast philosophisch, als er sagte, dass, während viele Christen auf das zweite Kommen des Messias warteten, er als gläubiger Jude immer noch auf das erste warte. Ohne das ausdrücklich zu sagen, schien Foxman uns sagen zu wollen, dass Fragen der Zeit nach dem Kommen des Messias auch erst dann geklärt werden sollten, nicht jetzt schon.

Und er hat Recht. Und sogar, wenn alle christliche Unterstützung Israels sich auf die Erwartung gründete, dass nach dem zweiten Kommen die Juden sich bekehren, warum sollten Juden, die nicht glauben, dass Jesus irgendwann wieder kommt sich über diese Möglichkeit sorgen?

SCHWEIGEN DER JUDEN HOLLYWOODS

Wie Foxman begriffen zu haben scheint, macht die Annahme, dass amerikanische Juden bei der Unterstützung Israels ohne die Unterstützung der konservativen Christen auskommen können, wenig Sinn. Nach zwei Jahren palästinensischen Terrorkriegs, der einem großzügigen israelischen Friedensangebot folgte, ist der Antisemitismus in Verkleidung des Antizionismus in Europa und an amerikanischen Universitäten auf dem Vormarsch. Antiisraelische Reden scheinen in direktem Zusammenhang mit der wachsenden Zahl jüdischer Opfer durch arabischen Terrorismus zuzunehmen.

Während die große Mehrheit der amerikanischen Juden sich um einen umkämpften jüdischen Staat geschart hat, sind die Stimmen einiger aus unserer liberalen Elite zu dieser Sache nicht zu hören. Am meisten fallen die Hollywood-Juden durch ihr Schweigen zur Sache auf. Nur wenige der vielen Juden, die sich in Positionen mit Einfluss in der Unterhaltungsindustrie befinden, haben ihre Einfluss-Möglichkeiten oder ihre politische Macht benutzt, um in der jetzigen Krise Unterstützung für Israel zu äußern. Jüdische Hollywood-Ikonen wie Rob Reiner oder Barbra Streisand trommeln für eine ganze Reihe liberaler Fragen, aber nicht für ein Angriffen ausgesetztes Israel.

Der Vergleich ihres Schweigens mit der lautstarken Unterstützung, die von den Evangelikalen kommt, die viele amerikanische Juden fälschlicherweise immer noch als Judenhasser ansehen, erscheint mehr wie Science Fiction als politische Realität, ist aber trotzdem wahr. Aber statt sich über die antiisraelischen Reden der Linken zu ärgern, gibt es immer noch zu viele Juden, die sich mehr Sorgen wegen der rechts gerichteten Christen machen.

Glauben Feministinnen wirklich, dass Juden mehr Angst vor Falwell haben müssen als vor Yassir Arafat? Wenn ja, dann sollten sie sich einen Moment die Zeit nehmen und die Liste der jüdischen Frauen und Kinder lesen, die von Arafats Handlangern und ihren Verbündeten dieses Jahr ermordet wurden. Seien sie mit Robertson in so wenigen Dingen einverstanden, wie sie wollen, aber wie viele Juden haben die von der Christian Coalition in letzter Zeit umgebracht? Sie sind Israel bessere Freunde gewesen als so einige Juden.

Wenn die Hauptquelle des Antisemitismus in diesem Land zur Zeit auf der politischen Linken zu finden ist, warum sind einige von uns immer noch so dumm gegen die pro-israelische Rechte fixiert? Zu unterscheiden, wer unser Freund und wer unser Feind ist, ist wirklich nicht so schwierig. Auch, wenn die Antwort immer noch viele von uns überraschen wird: Seht euch einfach an, wer für Israel auf die Straße geht und wer heutzutage gegen Israel ist.

Evangelikale und Israel

Jonah Goldberg, townhall.com, 9. Oktober 2002

Wie der Name Goldberg einigen andeuten dürfte, bin ich kein Experte für christliche Theologie.

Und, vielleicht im Gegensatz zu dem, was Sie aus dem Namen Goldberg schließen, bin ich auch keine Autorität, was jüdische Theologie angeht. Bitte vergeben Sie mir also, wenn ich einige doktrinäre i-Punkte nicht setzen sollte. Ich kann aber um nichts in der Welt heraus finden, warum so viele Juden sich derart aufregen, dass so viele Christen Israel lieben.

Lassen Sie mich das erklären. Viele evangelikale Christen nehmen die Bibel wörtlich, wenn sie sagen, dass die Juden Gottes „erwähltes Volk“ sind. Einige Juden denken genauso, allerdings überraschenderweise weniger, als man meinen sollte. Wie auch immer, weil Evangelikale das glauben, unterstützen einige von ihnen Israel aus einem felsenfesten Glauben, dass Gott das gesamte Land des biblischen Israel seinem erwählten Volk gab. Sie glauben auch – und das ist der heikle Teil – dass Christus nicht wieder kommen wird, bis die Juden Israel wieder gewonnen haben und die letzte Schlacht in der Endzeit beginnt.

Nach der biblischen Prophetie werden zwei Drittel der Juden am Ende der letzten Schlacht bei Armageddon sterben und das letzte Drittel wird sich bei seiner Rückkehr zum christlichen Glauben bekehren. Damit wird das tausendjährige Reich Christi beginnen.

„Die Juden sterben oder bekehren sich“, erklärte der Autor Gershom Gorenberg vor Kurzem in einer – ziemlich einseitigen – Ausgabe von „60 Minutes“. „Als Jude kann ich mich mit den Angaben von jemandem nicht anfreunden, der dieses Szenario erwartet.“ Gorenberg hat als liberaler Journalist ein Buch geschrieben: „Das Ende der Tage“. Es behandelt die Evangelikalen, die Israel lieben, aber er möchte, dass Israel sich von ihnen abwendet.

Es gibt viele pragmatische Einwände gegen die Hilfe der Evangelikalen; in erster Linie bestehen sie aus Sorge, dass die Unterstützung von konservativen Christen in Amerika die israelischen Falken ermutigt Kompromisse mit den Palästinensern zu vermeiden. Das ist ein vollkommen legitimes Argument, obwohl ich das nicht so recht einsehe. Aber es ist nicht das, das die meiste Aufmerksamkeit erhält.

Was so viele aufregt, ist, dass die Evangelikalen Israel aus religiösen Gründen unterstützen. Und natürlich wäre es netter – aus der jüdischen Sicht – wenn die Offenbarung ein schöneres Ende für die Juden zu bieten hätte. Aber erstens: Wenn Sie Jude sind (wie ich), warum sollte es Sie kümmern, was die christliche Prophetie sagt, wenn Sie nicht glauben, dass es eintreffen wird? Und, wenn es eintreffen sollte und Jesus auf die Erde zurück kommt um sein Königreich zu errichten, wer hat darüber zu entscheiden, ob ein paar Juden ihm zuhören oder nicht? Und wenn sich herausstellt, dass die Juden Recht haben und der Messias zum ersten Mal erscheint, ist es dann nicht möglich, dass er eine Erklärung für jedermann parat hat?

Niemand kann behaupten, seine biblische Interpretation könne Gottes Hände am Ende der Zeiten binden, denn die Menschen sind nicht mächtiger als Gott. Kurz gesagt: Überlasst die Details des Weltendes Gott, denn er ist der einzige, der dazu etwas zu bestimmen hat.

Aber kommen wir einen Moment zurück auf die Erde. Die Religionen anderer Leute sagen alle möglichen unerfreulichen Dinge über die Ungläubigen allgemein oder Juden im Besonderen; die für uns Menschen bedeutende Frage lautet, wie diese Leute ihre Theologie in moralisches Verhalten umsetzen, denn Moralität ist das Einzige, das wir objektiv beurteilen können.

In der Vergangenheit rechtfertigte angeblich authentisches, christliches Lesen der Bibel alle möglichen schlimmen Dinge, die den Juden angetan wurden. Sie können mich für verrückt halten, aber die Tatsache, dass Evangelikale glauben, die Bibel gebiete ihnen die Juden zu lieben und zu respektieren, erscheint mir historisch gesprochen ein riesiger Gewinn für den Stamm. Nur ein Dummkopf würde sich beschweren: „Ihr seid doch nur nett zu den Leuten, weil die Bibel es euch befiehlt!“

Wegen seiner fortgesetzten Mission, konservative Christen als das Ende der menschlichen Zivilisation darzustellen, porträtierte „60 Minutes“ die evangelikalen Unterstützer Israels als Karikaturen, denen vielschichtiges Denken unmöglich ist. Aber ich habe mit Dutzenden Evangelikalen gesprochen und ich erkannte die Leute nicht, die in „60 Minutes“ gezeigt wurden.

Ja, die Evangelikalen, von denen ich gehört habe, glauben, dass Israel einen wichtigen Platz in Gottes Plan hat und dass die Juden Gottes erwähltes Volk sind. Aber das ist für sie der Hintergrund, ein theologischer Zusammenhang, der es ihnen erlaubt, die Not der Juden verständnisvoll zu betrachten. Die meisten, von denen ich etwas höre, sprechen viel eher über Israel als Demokratie und Verbündetem als von einem Stolperstein für Armageddon.

Und wir sollten darauf aufmerksam machen, dass es nicht allzu wenige Israelis gibt, die glauben, dass Israel existiert, weil Gott es so wollte. Sie stimmen mit den Evangelikalen lediglich darin nicht überein, was Gottes Absicht ist. Und dieser Streit wird nur Gottes Fahrplan entscheiden.

Der „Zeitlupen-Völkermord“ des Islam an den Christen

Raymond Ibrahim, 13. März 2018 (FrontPage Magazine)

Der irakische Erzbischof Baschar Wanda traf während einer kürzlich gehaltenen Rede die folgende Feststellung : „Nachdem wir 1.400 Jahre lang dem Zeitlupen-Völkermord ausgesetzt waren, der lange vor dem andauernden heutigen Völkermord durch ISIS begann, ist die Zeit dafür dieses unmenschliche Verhalten und seine Ursachen zu entschuldigen vorbei.“

Dass Muslime seit dem siebten Jahrhundert bis in die Gegenwart nichtmuslimische Völker mit dem Schwert weggesäubert haben, ist natürlich sachlich gut dokumentiert. Aber was ist mit der subtileren Bezeichnung „Zeitlupen-Völkermord“? Wie funktioniert das? Die Antwort ist mit einer anderen Frage verbunden: Warum wurden überhaupt so viele Nichtmuslime zu Muslimen?

Viele moderne muslimische und westliche Apologeten behaupten, die Vorfahren der heute 1,5 Milliarden Muslime traten wegen seines ihm innewohnenden Reizes zum Islam über; dass die vom Islamischen Staat und anderen ausgeübte moderne Zwangsausübung und Verfolgung eine Anomalie ist.

Im Gegenteil machen viele muslimische und nichtmuslimische historische Aufzeichnungen klar, dass die meisten Menschen den Islam nicht aus aufrichtigem Glauben heraus annahmen, sondern aus einer Unzahl an Gründen – vom Übertritt, um den Segen zu genießen auf der „Siegerseite“ zu stehen, bis zum Übertritt, um dem Verderben auszuweichen, auf der „Verliererseite“ zu stehen.

Weil gut belegte Fakten wenig Einfluss auf das geschichtslose Realitätsgefühl des modernen Westens haben, bestätigt diese Ausübung von gesundem Menschenverstand fröhlich, was die Geschichte aufgezeichnet hat: Die islamische Welt ist weniger auf dem physischen Völkermord an den Ungläubigen gebaut, als vielmehr auf dem spirituellen und kulturellen Völkermord an ihrer Identität. Dass hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wurden, war immer vorteilhafter für den Islam; denn während die ehemalige religiöse/kulturelle Identität des Nichtmuslims eliminiert wird, bleibt sein Körper, um die Reihen des Islam zu stärken.

Betrachten Sie Ägypten. Als der Islam im 7. Jahrhundert formuliert wurde, war es seit Jahrhunderten ein christliches Land gewesen. Alexandria war das wichtigste geistliche Zentrum des antiken christlichen Lernens und zusammen mit Rom und Antiochia einer der ursprünglichen drei heiligen Stühle gewesen. Als er über die rund 400 Jahre – ungefähr zweieinhalb Jahrhunderte vor der arabischen Invasion – schrieb, stellte der Europäer John Cassian fest: „Der Reisende von Alexandria im Norden bis Luxor im Süden hätte während der Reise in seinen Ohren die Klänge von Gebeten und Chorälen der in der Wüste verteilten Mönche und Eremiten aus den Klöstern und aus den Höhlen gehört, von Mönchen, Eremiten und Einsiedlern.“ Vor kurzem wurden in separaten Regionen in Ägypten sowohl das älteste Pergament mit Worten aus dem Evangelium (wird auf das 1. Jahrhundert datiert) als auch das älteste Bild Christi entdeckt.

Was sorgte dafür, dass eine uralte und stark christliche Nation islamisch wurde? Genauer gefragt: Was sorgte dafür, dass die Vorfahren der heutigen ägyptischen Muslime – die zumeist koptische Christen waren – ihre Identität abstreiften und Muslime wurden?

Vor der Antwort auf diese Fragen darf ein weiterer übersehener Faktor nicht außer Acht gelassen werden. Seit der Zeit, als der Islam Ägypten (und einen Großteil der damals bekannten christlichen Welt) im 7. Jahrhundert eroberte und bis weit in die Vormoderne hinein war die Religion nichts, an dem man salopp festhielt oder das man leicht änderte, wie es heute im Westen der Fall ist. Die Menschen waren innig Gläubige; es gab kein alternatives Narrativ – keine sogenannten Ansprüche von „Wissenschaft gegen Gott“.

Trotz der vielen Filme, die auf die Christen des Mittelalters eine Art zynischer Modernität projizieren – wie bei der Hauptfigur in Königreich der Himmel, dem „nuancierten“ und „säkularisierten“ Christen Balian – „war die Religion für Menschen des Mittelalters nicht nur etwas, das die Kirche machte. Sie war ihre Wissenschaft, ihre Philosophie, ihre Politik, ihre Identität und ihre Hoffnung auf Erlösung. Sie war keine persönliche Vorliebe, sondern eine bleibende und universale Wahrheit.

Mit anderen Worten: Selbst wenn der Islam einen ihm innewohnenden Reiz bot, ist die Vorstellung, dass vormoderne Christen in ihrer Entscheidung zu konvertieren „frei“ waren – frei von Schuld, frei von Angst vor der Hölle, frei von einem existenziellen Trauma, das mit dem Abfall vom Glauben einher geht – anachronistisch und unglaubwürdig. Nochmal: Diejenigen, die ihre Religion so oft wechseln wie ihre Schuhe, dürften starke Probleme haben diese Vorstellung voll zu würdigen; aber trotzdem stimmt sie.

Waren die Europäer im Mittelalter dem Christentum derart hingegeben, dann waren es natürlich auch die Kopten Ägyptens, die schon Jahrhunderte früher Christen wurden. Die vor uns liegende Frage lautet also: Was ließ sie dann massenhaft zum Islam konvertieren?

Um Professor John Esposito von der Georgetown University zu zitieren: Es stimmt, dass Christen „frei entscheiden konnten ihrem Glauben zu huldigen und von ihren religiösen Führern und Gesetzen in Bereichen wie Eheschließung, Scheidung und Erbschaften regiert zu werden. Im Gegenzug mussten sie einen Tribut zahlen, eine Kopfsteuer (Jizya), die sie zu muslimischem Schutz vor Aggression von außen berechtigte und sie vom Militärdienst ausnahm“. Und obwohl sie in Ruhe gelassen und nicht unter Druck gesetzt wurden, fanden die ursprünglichen Christen Ägyptens den neuen Glauben der Schwerter schwingenden, Kamel reitenden Araber so intrinsisch verlockend, dass sie bereitwillig in Massen die Religion ihrer Vorväter verließen?

Fakt ist, dass der gesunde Menschenverstand nahelegt, dass nichts weniger als extrem heftige Umstände und Not – Verfolgung – die Kopten und andere dazu veranlasste zum Islam zu konvertieren.

Wie erwähnt ist für den Historiker, der – im Gegensatz zu den fiktiven Mainstream-Schriften, die von Leuten wie Karen Armstrong als „Geschichte“ verbreitet werden – die Primärquellen liest, die Übung in gesundem Menschenverstand überflüssig.

Die Originalquellen machen nämlich uneingeschränkt klar, dass Ägyptens Kopten zwar den Dhimmi-Status hinnahmen – ständig große Summen Erpressungsgelder zu zahlen und ein Leben als Untertanen dritter Klasse mit wenigen Rechten zu führen, nur um Christen zu bleiben – aber immer immer wieder Perioden extremer Verfolgung aufflammten. Und mit jeder konvertierten mehr und mehr Christen zum Islam um Entlastung zu finden.

Ein vielsagendes Beispiel: In der maßgeblichen Geschichte Ägyptens des Historikers Taqi al-Din al-Maqrizi (gest. 1442) ist Anekdote um Anekdote dazu verzeichnet, dass Muslime Kirchen abbrannten, Christen abschlachteten und ihre Frauen und Kinder versklavten. Das einzige Entkommen war – und ist es heute zunehmend weiter – der Übertritt von Christen zum Islam.

Nach der Aufzeichnung einer besonders entsetzlichen Verfolgungsperiode, bei der zahllose Christen abgeschlachtet, versklavt und vergewaltigt wurden und in der Berichten nach rund 30.000 Kirchen in Ägypten und Syrien zerstört wurden – eine niederschmetternde Zahl, die zusätzlich signalisiert, wie christlich der Nahen Osten vor dem Islam war – macht der fromme muslimische Historiker klar, warum Christen konvertierten: „Unter diesen Umständen wurden sehr viele Christen Muslime.“ (Hervorhebung hinzugefügt)

Während also viele Christen physisch eliminiert wurden, wurden viele weitere spirituell/kulturell dazu gebracht Muslime zu werden. Nach Angaben international anerkannter Definitionen ist beides eine Form von Völkermord. Mitglieder einer Gruppe Menschen zu „töten“ und ihnen „ernsten körperlichen oder mentalen Schaden“ zuzufügen, sind – im Fall der „Ungläubigen“ oder Nichtmuslime – die ersten zwei von fünf rechtlich verbindlichen Definitionen von Völkermord.

Die dritte Definition bringt den „Zeitlupen-Völkermord“ auf den Punkt: „Gewollt einer Gruppe Lebensbedingungen zu schaffen, die darauf ausgerichtet sind seine physische Vernichtung als Ganzes oder in Teilen aufzuerlegen“ (Hervorhebung hinzugefügt). Das ist genau das, was der Islam seinen eroberten nichtmuslimischen Untertanen im Verlauf der Jahrhunderte antat; sie verhängten negative „Lebensbedingungen, die so ausgelegt“ waren, dass sie Ungläubige veranlassten ihre frühere Identität zur Überlieferung aufzugeben, um die Vorteile der Vereinigung mit dem Islam einzufahren (was die ständige Beendigung der Verfolgung und Diskriminierung beinhaltete). Tatsächlich ist es kein Zufall, dass die schariakonformen „kalkulierten Lebensbedingungen“, um die Existenz als Dhimmi so unerträglich zu machen, als „Omar-Bedingungen“ bekannt waren und sind.

Wenn also Perioden umfassender Verfolgung willkürlich waren, so war das auf den „Omar-Bedingungen“ aufgebaute, fest eingewurzelte Dhimmi-System immer präsent, „inspirierte“ immer zunehmend verarmte, nichtmuslimische Dhimmis im Verlauf der Jahrhunderte dazu zum Islam zu konvertieren, so dass Nationen wie Ägypten, das im 7. Jahrhundert zu etwa 95 Prozent christlich war, das heute nur noch zu 10 Prozent sind.

Bedenken Sie die Worte Alfred Butlers, eines Historikers des 19. Jahrhunderts, der schrieb, bevor die politische Korrektheit die akademische Welt zu beherrschen begann. In The Arab Conquest of Egpyt [Die arabische Eroberung Ägyptens] hob er das „brutale System der Bestechung der Christen für den Übertritt“ hervor:

Obwohl Religionsfreiheit in der Theorie für die Kopten unter der Kapitulation sichergestellt war, erwies es sich in Wirklichkeit bald als Tatsache, dass das undurchsichtig und illusorisch war. Denn eine Religionsfreiheit, die mit sozialem und mit finanziellem Zwang identifiziert wurde, konnte weder Substanz noch Lebendigkeit haben. Als der Islam sich ausbreitete, wurde der soziale Druck auf die Kopten enorm, während es zumindest dem finanziellen Druck schwerer war Widerstand zu leisten, während die Zahl der Christen und JudeN, die zur Zahlung der Kopfsteuer [Jizya] verpflichtet waren, Jahr um Jahr geringer und ihre Isolierung immer offensichtlicher wurde … Die Last der Christen wurde immer schwerer, während ihre Zahl schwand [heißt: Je mehr Christen zum Israel übertraten, desto größer wurde die Last für die wenigen Verbleibenden]. Das Wunder besteht daher nicht so sehr darin, dass so viele Kopten der Strömung nachgaben, die sie mit dramatischer Macht zum Islam zogen, sondern dass eine so große Vielzahl an Christen sich entschieden gegen den Strom stellten; auch haben nicht alle Stürme der dreizehn Jahrhunderte ihren Glauben vom Fels ihrer Grundlage geholt.

Obwohl die obige Darstellung Ägypten betrifft, gilt dasselbe „Zeitlupen“-Völkermordparadigma auch für den Rest der eroberten christlichen und nichtmuslimischen Länder im Allgemeinen. Heute ist das gesamte Nordafrika und die Türkei zu 97% muslimisch – obwohl beide Regionen, wie Ägypten, einst das Herz der christlichen Welt bildeten. (Der heilige Augustinus – der Vater der westlichen christlichen Theologie – stammte aus dem heutigen Algerien und Anatolien – „die Türkei“ – ist der Ort der ältesten Kirchen, die die Briefe der Apostel erhielten.“

Kommen wir zur Moderne – beachten Sie die kürzlich geäußerten Worte des bekannten Schriftstellers, Journalisten und pakistanischen Politikers Farahnaz Ispahani:

Direkt vor der Teilung von Indien und Pakistan hatten wir eine sehr gesunde Balance der Religionen neben dem Islam. Hindus, Sikhs, Christen, Zoroastriker. Heute hat Pakistan von seinem Anteil von 23 Pozent (fast ein Viertel) nichtmuslimischer Bevölkerung noch 3 Prozent. Ich nenne sie Gemeinschaften… Das geschieht nicht von einem Tag auf den nächsten. Das geschieht nicht innerhalb von ein paar Monaten. [Hervorhebung hinzugefügt].

Kurz gesagt: Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass „die islamische Welt“ nur einen Bruchteil so groß wäre – vielleicht gar nicht existieren würde – ohne die Tatsache, dass Nichtmuslime weniger vom Schwert ausgelöscht wurden, sondern mehr in Selbsteliminierung ihrer Ungläubigen-Identitäten gedrängt worden wären, um das Schwert und eine viele andere Nachteile zu vermeiden, womit sie die Reihen des Islam anschwellen ließen.