Geschichte wiederholt sich: Bethlehems Christen stehen vor der Auslöschung

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 1. September 2022

Bethlehem, das als Geburtsort Jesu Christi gilt, wird im christlichen Glauben verehrt und zieht jedes Jahr mehr als eine Million Pilger an, die kommen, um in der berühmten Geburtskirche zu beten. Hier stehen täglich hunderte Schlange, um eine kleine Felsgrotte zu betreten, in der ein 14-zackiger Silberstern die Worte trägt: „Hic de Virgine Maria Jesus Christus natus est“, was heißt: „Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren.“

Vor 70 Jahren nannte auch eine beträchtliche Anzahl an Christen Bethlehem ihr dauerhaftes Zuhause; die Bevölkerung der Stadt in der Westbank und der umgebenden Dörfer war zu 90 Prozent christlich.

2016 warnte die damalige Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Baboun, die Zahl sei auf 12 Prozent gesunken, auf nur noch 11.000 Menschen.

Aus der gesamten von der palästinensischen Autonomiebehörde verwalteten Westbank wird berichtet, dass weniger als 50.000 Christen verbleiben, während es im Gazastreifen, der von den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas regiert wird, gerade einmal 1.100 Christen übrig sind.

Die Krise der Christen im Heiligen Land ist nicht unbemerkt geblieben.

Letzten Dezember schrieb der britische Erzbischof von Canterbury, Justin Wellby, zusammen mit dem palästinensisch-anglikanischen Bischof Hosam Naoum einen Meinungsartikel, in dem sie den Rückgang der Christen im Geburtsort der Religion beklagten; sie argumentierten, dass das Handeln  „radikaler Gruppen“ dafür verantwortlich sei.

Sie erklärten, zu solchen Taten gehörte die Schändung von Kirchen, zusätzlich zu physischen und verbalen Attacken auf Priester, Mönche und Gläubige.

Dennoch zogen Erzbischof Welby und Bischof Naoum es vor die krasse Realität vor Ort zu ignorieren und machten für das Abstürzen der Christen mysteriöse „radikale Randgruppen“ und zunehmende „Siedlergemeinden“ verantwortlich.

Solche linguistische Ungenauigkeiten kaschieren den wahren Grund dafür, dass Christen aus dem Heiligen Land verschwinden, was laut der global agierenden christlichen Organisation Open Doors in Wirklichkeit das Ergebnis von „islamischer Unterdrückung“ ist.

Die Organisation warnt, das die Christen die Westbank in Scharen verlassen und deckte auf, dass „islamisch-extremistische Militante“ Christen in Angst vor Anschlägen versetzen und sagte, die Lage sei für Konvertiten zu dieser Religion noch bedrohlicher, weil sie sich noch schlimmerer Brutalität ausgesetzt sehen.

Eine weitere internationale gemeinnützige Organisation, The Voice of the Martyrs (Die Stimme der Märtyrer), die sich für die Rechte verfolgter Christen einsetzt, hat zahllose Berichte schrecklicher Folter zusammengetragen, die die palästinensische Autonomiebehörde ihrer christlichen Minderheit zuteil werden lässt.

Ein solcher Bericht ist der von Saif, einem Konvertiten vom Islam zum Christentum, der nahe Bethlehem lebt. Er beschrieb, wie er vom muslimischen Muezzin (Ausrufer) über den Moschee-Lautsprecher als „zionistischer Ungläubiger“ bezeichnet wurde; er wurde daraufhin zur örtlichen Polizeiwache zitiert. Wochenlang ertrug er furchbare Folter, darunter stundenlang kopfüber aufgehängt zu sein, Drohungen mit Kreuzigung und gewalttätige Verhöre.

Trotz seiner Freilassung gingen die PA-Kräfte weiter gegen vor und schließlich war Saif gezwungen nach Jerusalem zu fliehen, wozu er einen Pass benutzte, der ihm für seine Arbeit als Bau-Auftragnehmer ausgegeben worden war.

Im Gazastreifen ist die Lage der Christen unter der Herrschaft der islamistischen Hamas sogar noch trostloser.

Die Notlage der winzigen Minderheit wird von der entsetzlichen Erzählung von Rami Ayyad veranschaulicht, dem der letzte christliche Buchladen von Gaza gehörte, bis dieser nur Monate nach der Machtergreifung durch die Hamas 2007 und der Verhängung des islamischen Scharia-Rechts mit einer Brandbombe beworfen wurde.

Ayyad wurde von einem Angreifer entführt, gefoltert und später ermordet, der ungestraft davon kam, obwohl seine Identität den Behörden Berichten zufolge bekannt ist.

Der Niedergang der Christenheit in palästinensisch kontrollierten Gebieten ist Teil eines allgemeineren Musters der aus dem Nahen Osten und Nordafrika verschwindenden Christen.

2019 legte ein von Großbritannien in Auftrag gegebener Bericht das Ausmaß des Problems offen, der ihre schwindende Zahlen als „nahe am Völkermord“ beschrieb.

„Die Formen der Verfolgung reichen von routinemäßiger Diskriminierung in Bildung, Arbeitswelt und sozialem Leben bis zu völkermordartigen Angriffen auf christliche Gemeinschaften und haben seit der Jahrhundertwende zu einem erheblichen Exodus christlicher Gläubiger aus dieser Region geführt“, heißt es in dem Bericht.

„In Ländern wie Algerien, Ägypten, Iran, Irak, Syrien und Saudi-Arabien hat die Lage der christlichen und anderer Minderheiten ein alarmierendes Stadium erreicht. In Saudi-Arabien gibt es strikte Einschränkungen für alle Ausdrucksformen des Christentums, einschließlich öffentlicher Gebetsakte. Es hat regelmäßige Razzien auf private christliche Gottesdienste gegeben“, schloss der Bericht.

Die Krise, der sich Christen aktuell in der Region ausgesetzt sehen – sie ist Teil eines grauenvollen Musters, das mit der Massenvertreibung von Juden vor 70 Jahren begann.

Wie HonestReporting ausführlich beschrieb, wurden rund eine Million jüdischer Einwohner arabischer Länder gezwungen aus ihren Häusern zu fliegen, nachdem die palästinensischen Araberführer den UNO-Teilungsplan von 1947 ablehnten.

Obwohl Juden seit tausenden von Jahren durchgängig in Nordafrika und dem Nahen Osten lebten – lange vor dem Aufkommen des islamischen Glaubens – ist ihre Präsenz, außer in Israel, praktisch beseitigt worden.

Christen, die unter palästinensischer Herrschaft und in der Region leben, sehen sich als Ganzes derselben Zukunft gegenüber. Und Kirchenleiter versäumen es die Wurzel des Ganzen zu bloßzustellen.

Wie die katholische Kirche zur Verteidigerin des Islam wurde

und die Christen dabei in die Irre führte.

William Kilpatrick, FrontPage Mag, 15. September 2022

Ende der 1930-er Jahre schrieb der katholische Historiker Hillaire Belloc:

„Er [der Islam] ist faktisch der beeindruckendste und hartnäckigste Feind, den unsere Zivilisation gehabt hat und könnte in der Zukunft jederzeit zu einer großen Bedrohung werden wie er es in der Vergangenheit gewesen ist…“

Das schien eine unwahrscheinliche Vorhersage zu sein. Damals war die islamische Welt praktisch dem Untergang geweiht. Ein Comeback schien nicht in den Karten zu stehen. Dennoch erwies sich Belloc als richtigliegend. Innerhalb von vier Jahrzehnten war der Islam wieder eine Macht, mit der man rechnen muss.

Wäre er noch am Leben, wäre selbst Belloc überrascht gewesen festzustellen, dass einer der wichtigsten Vertreter der Wiederbelebung des Islam seine geliebte katholische Kirche war. Obwohl Belloc den Islam als „beeindruckenden und hartnäckigen Feind“ bezeichnete, hätte am Ende des Jahrhunderts praktisch kein „seriöser“ Katholik den Islam als „Feind“ beschrieben. Im Gegenteil, der Islam war zu einem „abrahamitischen Bruderglauben“ geworden, der, so wird uns gesagt, viel mit dem Katholizismus gemeinsam hat.

Einst hatte die katholische Kirche den Westen gegen den Islam verteidigt, aber bei Beginn des 21. Jahrhunderts war die Kirche ein verlässlicher Verteidiger des Islam gegen seine Kritiker geworden.

Trotz reichlicher Beweise des Gegenteils versicherten katholische Leiter und Pädagogen die Welt, der Islam habe nichts mit Gewalt zu tun. Sie bestanden auch darauf, „Islam“ würde „Frieden“ bedeuten und dass „Jihad“ ein „innerer Kampf“ ist. Widerspricht man irgendeinem Teil davon, wird man als „islamophob“ abqualifiziert.

Aber ich greife vor. Der Auftrag der Kirche „Islamophobie“ zu bekämpfen kam später. Zuerst kam das Zweite Vatikanische Konzil und 1965 die Erklärung Nostra Aetate. Nostra Aetate sollte die Beziehung der Kirche zu nichtchristlichen Religionen untersuchen. Insbesondere wurde versucht zu berücksichtigen „was Menschen gemeinsam haben“.

Was haben Muslime und Christen gemeinsam? Hier ist die Schlüsselpassage:

„Sie verehren den einen Gott, der in sich selbst lebt und besteht; barmherzig und allmächtig, der Schöpfer des Himmels und er Erde, der zu Menschen gesprochen hat; sie machen sich große Mühe sich von ganzem Herzen sogar seinen unergründlichen Geboten zu unterwerfen, so wie Abraham, mit dem der Glaube des Islam sich vergnügt Gott verbindet, sich unterwarf. Obwohl sie Jesus nicht als Gott anerkennen, verehren sie ihn als Propheten Sie ehren auch Maria, seine jungfräuliche Mutter; manchmal rufen sie sie sogar mit Hingabe an. Zusätzlich warten sie auf den Tag des Gerichts, an dem Gott ihre Wüsten an all die, die von den Toten aufgeweckt wurden, zurückgeben wird. Schließlich wertschätzen sie das moralische Leben und beten Gott an, besonders durch Gebet, Almosen geben und Fasten.“

Kurz gesagt: Der Islam war genauso wie der Katholizismus … nur dass er das nicht war. Die Konzilsväter hatten eine Liste oberflächlicher Ähnlichkeiten zwischen Islam und Katholizismus erstellt, aber die großen Unterschiede ignoriert.

Zum Beispiel verehren Katholiken und Muslime angeblich denselben Gott. Und tatsächlich ist der von den Katholiken verehrte Gott „barmherzig und allmächtig“ – genauso wie der muslimische Gott. Aber anders als der der muslimische Gott ist er auch eine Dreieinigkeit – etwas, das Muslime vehement bestreiten. Er ist auch, aus der katholischen Sicht, ein Vater. Auch das wird von Muslimen vehement bestritten. Tatsächlich ist zu sagen, dass Gott ein Vater ist, ist aus muslimischer Sicht höchst gotteslästerlich. Darüber hinaus wird Allah in den islamischen heiligen Schriften immer mit dem Propheten Mohammed verbunden. Tatsächlich ist ein Muslim, bekennt, dass es „keinen Gott außer Allah gibt“, verpflichtet hinzuzufügen: „Und Mohammed ist sein Prophet.“ Dumm für die These vom „selben Gott“, dass der Name „Mohammed“ nirgendwo in der Bibel auftaucht.

Erster Schlag! Der fromme Glaube, dass Muslime und Katholiken denselben Gott verehren, ist nicht haltbar. Die These von der „gemeinsamen Grundlage“ ist auf sehr lausiger Forschung aufgebaut.

Aber Moment! Da gibt es im Koran einen Mann namens „Jesus“ und er wird als großer Prophet betrachtet. Man kann also zumindest sagen, dass Muslime und Katholiken beide Jesus „verehren“. Vielleicht ist die These von der „gemeinsamen Grundlage“ doch intakt. Das einzige Problem dabei lautet: Es handelt sich nicht um denselben Jesus. Auf der einen Seite haben wir den Jesus von Nazareth, auf der anderen haben wir den Jesus des Koran, der ersterem nicht ansatzweise ähnelt.

Jesus von Nazareth ist ein erkennbares menschliches Wesen, der isst und trinkt und mit seinen Jüngern auf erkennbar menschliche Weise redet. Er sagt auch erstaunliche und tiefgründig originelle Dinge, so das viele verwundert fragen: „Kein Mensch hat je so gesprochen.“

Der Koran andererseits liefert keine Einzelheiten zum Leben des koranischen Jesus. Er hat kein Wesen und praktisch nichts Interessantes zu sagen. Er ist wenige mehr als ein Pappaufsteller. Wenn Sie glauben, ich übertreibe, dann lesen Sie den Koran selbst. Damit werden Sie feststellen, dass Sie sich fragen, ob die Konzilsväter und ihre beratenden „Experten“ sich jemals die Mühe machten dasselbe zu tun.

Zweiter Schlag! Der fromme Glaube, dass der Jesus der Evangelien und der Jesus des Koran irgendetwas anderes als den Namen gemeinsam haben, ist völlig unhaltbar.

Aber was ist mit dem letzten Punkt? Dem, in dem die Konzilsväter uns versichern, dass „sie [die Muslime] das moralische Leben wertschätzen“? Das ist besonders irreführend, denn die Konzilsväter müssen gewusst haben, dass der muslimische Moralkodex sich in vieler Hinsicht deutlich vom katholischen Moralkodex unterscheidet. Der muslimische Moralkodex erlaubt Polygamie, Kinderbräute, das Schlagen von Ehefrauen, Steinigung wegen Ehebruch und die Hinrichtung wegen Abfall vom Glauben.

Oh! Es gibt noch etwas. Im letzten Satz des ersten Absatzes des Abschnitts „über die Muslime“ erwähnen die Konzilsväter, dass Muslime „Gott besonders mit Gebeten, Almosen und Fasten verehren“. Aber sie vergaßen den „Jihad“ zu erwähnen, obwohl der Koran ausdrücklich erklärt, dass Jihad Allah mehr erfreut als Gebet und Almosen zu geben.

Wie konnten sie vergessen das zu erwähnen, was Gott am meisten zufriedenstellt – nämlich Jihad? Es ist schwer den Eindruck zu vermeiden, dass die Autoren des Abschnitts über die Muslime vorsätzlich unehrlich waren.

Und die Irreführung geht weiter. Im Kielwasser des Konzils arrangierte die Kirche zahlreiche muslimisch-katholische Dialoge, Zentren für muslimisch-christliche Verständigung und abrahamitische Glaubensinitiativen verschiedener Arten. Und alle davon legen ein unverbesserlich optimistisches Porträt des Islam vor.

Als 1994 die englische Ausgabe des neuen Kathechismus der katholischen Kirche erschien, sagte er nicht viel über die Muslime – nur dass „sie zusammen mit uns den einen barmherzigen Gott verehren, den Richter der Menschheit am jüngsten Tag“. Es war nicht viel, um damit weiterzumachen, aber es schien nahezulegen, dass Muslime auf der Seite der Engel stünden. Als dann Muslime am 11. September 2001 in New York und Washington zuschlugen, schien es sicher anzunehmen, wie es viele in Regierung und Medien sagten, dass „dies nichts mit dem Islam zu tun hat“. Sobald bekannt wurde, dass Muslime Jesus verehren und Maria ehren, konnten alle folgenden islamischen Angriffe als Werk einer winzigen Minderheit abgetan werden, die die friedlichen Lehren des islamischen Glaubens missverstanden hatten. Und als Muslime anfingen millionenfach nach Europa überzusiedeln, mussten katholische Prälaten ihre Gemeinden daran erinnern, dass „wir im Gesicht der Migranten das Gesicht Jesu sehen“.

Andererseits zahlte es sich nicht aus das Gesicht Jesu im Gesicht verfolgter Christen zu sehen. Als Papst Benedikt XVI. mehr Schutz für verfolgte Christen in Ägypten forderte, brach Ahmed al-Tayeb, der Großimam der Al-Azhar-Universität den Dialog mit dem Vatikan ab und nahm ihn nicht wieder auf, bis Benedikts Nachfolger Franziskus zustimmte islamische Christenverfolgung nicht mehr zu kritisieren. Fanziskus glaubte natürlich, das sei ein guter Deal: Der Dialog wurde sein Lieblingsprojekt – eines, das um jeden Preis bewahrt werden muss.

Die Kirche war im Grunde zum Helfer des Islam geworden. Aber es war nicht wie die Beihilfe von früher. In der damaligen Zeit hätte der eine oder andere Verräter dem Feind die Tore der Stadt geöffnet. In der modernen Zeit warnt der Papst einfach die christliche Bevölkerung, wenn sie nicht die Grenzen Europas für die muslimische Masse öffnet, ist sie schuldig der Heiligen Familie die Tür vor der Nase zugeschlagen zu haben.

Belloc hatte Recht, was den Islam angeht. Er sollte als furchtbarer Feind der westlichen Zivilisation zurückkehren. Aber die westlichen Zivilisation – einschließlich der katholischen Kirche – konnte die Tatsache der Feindschaft nicht akzeptieren und erfand alle möglichen Gründe, warum der Islam und der Westen die besten Freunde seien. Die Kirche, die einst einen wohlverdienten Ruf hatte sowohl eine Kirche des Glaubens als auch der Vernunft zu sein, verwechselte den Islam mit einer Religion des Friedens.

Der Ayatollah Khomeini hätte das richtigstellen können. Der Mann, der den Schah von Persien stürzte, erklärte einmal:

„Diejenigen, die nichts vom Islam wissen, geben vor, der Islam rate von Krieg ab. Das ist einfältig. Der Islam sagt: Was immer an Gutem existiert, gibt es Dank des Schwertes … Leute können nicht gehorsam gemacht werden, außer mit dem Schwert! Das Schwert ist der Schlüssel zum Paradies, das nur für Heilige Krieger geöffnet werden kann.“

Trotz der Warnung des Ayatollah scheint es in der Kirche immer noch eine ständige Versorgung mit Einfältigen, die „vorgeben, dass der Islam von Krieg abrät“. Der wichtigste davon ist Franziskus, der in seiner apostolischen Mahnrede Evangelii Gaudium behauptete, der „authentische Islam und den Koran richtig zu lesen stehen jeder Form von Gewalt entgegen“.

Das ist eine bemerkenswerte Äußerung und nachweislich falsch. Darüber hinaus bringt es Christen in Gefahr, indem sie zum Wesen des Islam irreleitet. Katholische Apologeten des Islam haben seit Mitte der 1960-er Jahre ähnliche Lügen über den Islam wiederholt. Werden sie jemals zur Rechenschaft gezogen? Man hofft es doch sehr. [Allein, mir fehlt der Glaube – der Übersetzer]

Klimawandel – Die neueste Rechtfertigung für Gemetzel an Christen

Raymond Ibrahim, 14. August 2022

Im Bild: Der blutverschmierte Boden der katholischen Kirche St. Franzisskus mik Bundesstaat Ondo in Nigera nach der dortigen Ermordung von 50 Christen am 5. Juni 2022 (Foto: AFP via Getty Images)

Politiker haben eine Möglichkeit gefunden zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Ignoriert das endemische Gemetzel an Christen überall in der muslimischen Welt, während gleichzeitig der Einfluss des Klimawandels mehr als übertrieben wird. Wie? Indem gesagt wird, dass der Klimawandel der wahre Motor ist, der die Verfolgung von Christen ist.

Am Pfingstsonntag, 5. Juni 2022 massakrierten Muslime rund 50 Christen in der St. Franziskus, einer nigerianischen Kirche (s. hier für mehrere weitere Beispiele  muslimischer Massaker an Gottesdienstbesuchern in ihren nigerianischen Kirchen). Zwei Tage später gab der Präsident Irlands, Michael Higgins, eine Erklärung zu dem Vorfall ab.

Darin verbindet er das Kirchenmassaker in Nigeria mit dem „Klimawandel“: Drei der vier Absätze der Erklärung behandeln globale Erwärmung, nirgendwo gibt die Stellungnahme islamische Radikalisierung und Terrorismus in der Region zu, ganz zu schweigen, dass das verurteilt wird – obwohl das exakt das ist, was zum Kirchenmassaker am Pfingstsonntag führte.

Tatsächlich und obwohl das von den sogenannten Mainstream-Medien nicht berichtet wird, werden die Christen von Nigeria laut mehreren NGOs mit einem Völkermord gesäubert werden. Laut eines Berichts vom August 2201 sind seit Beginn der islamischen Unruhen im Juli 2009 ernsthaft begannen, mehr als 60.000 Christen entweder bei jihadistischen Überfällen ermordet oder entführt worden, ohne dass man sie je wieder sah. Im selben Zeitrahmen wurden rund 20.000 Kirchen und christliche Schulen von „Allahu Akbar“ brüllenden Muslimen in Brand gesetzt und zerstört. 2021 ermordeten Muslime mindestens 4.650 nigerianische Christen wegen ihres Glaubens und fast 900 allein in den ersten drei Monaten diesen Jahres.

Statt auch nur im Entferntesten irgendeinen dieser beunruhigenden Trends einzugestehen, „verurteilte“ der irische Präsident Michael Higgins diejenigen, die „versuchen [muslimische] seelsorgerliche Menschen zu Sündenböcken zu machen, die zu den größten Opfern der Folgen des Klimawandels gehören.“ Das ist ein Hinweis auf die Fulani, islamische Hirten, die von jihadistischer Ideologie motiviert sind Christen zu überfallen und abzuschlachten, wie es heute aussieht, tagtäglich. Wie dieser Bericht andeutet, wird in Nigeria alle zwei Stunden ein Christ getötet – die meisten davon durch die Hände der Fulani.

Am 10. Juni antwortete Bischof Jude Ayodeji Arogundade von der christlichen Diözese, in der nigerianische Christen am Pfingstsonntag abgeschlachtet wurden, sowohl auf Higgins Behauptungen, der Klimawandel sei verantwortlich, als auch auf die obszöne Darstellung der Fulani durch den irischen Präsidenten, sie seien nicht weniger Opfer als die von ihnen abgeschlachteten Christen:

Auch wenn ich dem ehrenwerten Mr. Higgins dafür danke sich anderen anzuschließen, die den Angriff verurteilten und ihr Mitgefühl mit den Opfern ausdrückten, sind seine Gründe für eine Verbindung zwischen den Terroropfern und den Folgen des Klimawandels nicht nur irreführend, sondern reiben auch noch Salz in die Wunden all derer, die in Nigeria unter Terrorismus gelitten haben. Die Opfer des Terrorismus sind eine andere Kategorie, die mit nichts vergleichbar sind! Jedem, der die Ereignisse in Nigeria während der letzten Jahre genau verfolgt hat, ist klar, dass die zugrundeliegenden Probleme der Terroranschläge, des Banditentums und nicht nachlassenden Angriffe in Nigeria und der Sahelzone mit dem Klimawandel nichts gemein haben… Es ist völlig unangemessen in unserer aktuellen Situation auf irgendeine Form der Politik des Klimawandels anzuspielen… [Muslimische] Terroristen laufen frei herum, metzeln nieder, massakrieren, verletzen und versetzen verschiedene Teile Nigerias seit mehr als 8 Jahren in Terror, nicht wegen irgendeiner vernünftigen Sache, sondern weil sie böse sind. Punkt.

Genauso lautstark in seiner Verurteilung derer, die versuchen den Fokus von islamischem Terrorismus auf Klimawandel zu verschieben war Lord David Alton aus Liverpool, ein Menschenrechts-Verteidiger. Am 12. Juni schrieb er:

Die Politiker müssen ehrlicher zu dem werden das das Blutbad antreibt… Jedes [während des Anschlags auf die Kirche am Pfingstsonntag] stellt für einzelne Familien ein tragisches Herzleid dar… Es ist auffallend, wie wenig Interesse Mainstream-Medien daran gehabt haben ihre Geschichten ausführlich zu beschreiben. In Nigeria verlorene einzelne Leben sollten nicht weniger Nachrichtewert haben als in jedem anderen Teil der Welt. Und es ist auffallen, wie schnell Politiker und Kommentatoren dasselbe diskreditierte, banale Narrativ von sich geben, die Antriebe für solche Gemetzel seien Klimawandel und fehlende Ressourcen. Sie sagen, die Ursachen seien „kompliziert“ und erwähnen kaum einmal die jihadistische Ideologie, de hinter den endlosen Gräueltaten von ISIS und Boko Haram. Und dann sagen sie, dass jeder [Christen und Muslime] leiden und es eine Art Gleichwertigkeit der Opfer aus unterschiedlichen religiösen Hintergründen gibt. Sie sollten das den Familien derer sagen, deren Lieben tagein, tagaus das Ziel sind und sehen, welche Art von Antwort sie dann erhalten.

Ohne die Worte „Islam“, „Islamismus“ oder „radikaler Islam“ zu schreiben kommt Alton treffsicher, aber diplomatisch zum Schluss, indem er schreibt:

Es ist höchste Zeit, dass die Welt gegenüber der widerwärtigen Wahrheit aufwacht, dass dieselbe bösartige Kraft, die sich durch eine Gemeinschaft nach der anderen gemordet und verstümmelt hat, weiterhin brutal nigerianische Menschen ermordet und in der Lage gewesen ist, das ungestraft zu tun.

Weiter ist interessant festzuhalten, dass der Präsident Irlands, als er einen fast identischen Terroranschlag der Pfingstsonntags-Ermordung von rund 50 nigerianischen Christen – nämlich das Massaker von Christchurch, als ein Australier in Neuseeland 51 Muslime tötete – damals nichts von Klimawandel erzählte. Stattdessen hob er die wahre Ursache hervor (die auf beide Anschläge zutrifft) – die Religion. Nachdem er sagte, die Moschee-Anschläge in Neuseelen hätten „Menschen auf der ganzen Welt entsetzt“ – das Kirchen-Massaker in Nigeria erhielt in seiner Stellungnahme nie eine solches Schlagwort – fuhr Higgins fort:

Es kann keine Rechtfertigung für Gewaltakte und Diskriminierung auf Grundlage von Religion oder Überzeugungen geben. …Freie Religionsausübung ist ein Eckpfeiler jeder funktionierenden Demokratie und diese Rechte müssen allen Bürgern garantiert werden.

Irlands Präsident ist zufällig kaum der erste oder ranghöchste Politiker, der versucht islamischen Terrorismus dem Klimawandel anzuhängen. Im Dezember 2022 sagte UNO-Generalsekretär António Guterres: „Klimawandel“ … ist erschwerender Faktor für Instabilität, Konflikt und Terrorismus.“

Man begegnet dieser Behauptung selbst an den unwahrscheinlichsten Orten. In seinem aktuellen Buch The Politics of Persecution besteht der palästinensische Akademiker Mitri Raheb darauf, dass, was immer Christen im Nahen Osten vielleicht an Verfolgung erleben, nichts mit dem Islam zu tun hat. In seinem Versuch die Verantwortung allem und jedem sonst zuzuschreiben, bot er sogar in seinem Buch einen Abschnitt  zu „Klimawandel, der der christlichen Gemeinschaft seine Opfer abfordert“ an.

Das sind dann die verkommenen Anstrengungen, die manche Politiker, Akademiker und Medien zu unternehmen bereit sind.  Sie beuten schamlos das menschliche Leid von Christen und anderen aus, indem sie die Aufmerksamkeit  von ihrer wahren Ursache ablenken – islamischer Radikalisierung und Terrorismus – und sich ihren jeweiligen Lieblingsprojekten zuwenden, in diesem Fall dem Klimawandel.

Eine Erinnerung an den moralischen Unterschied zwischen der christlichen und der muslimischen Welt in dieser Zeit

Angefangen mit Beleidigungen der Christenheit vs. Beleidigungen Mohammeds

Dennis Prager, FrontPage Mag, 19. August 2022

Rund 40 Jahre, nachdem Ayatollah Ruhollah Khomeini seine Fatwa ausgab, die die Muslime aufrief Salman Rushdie zu ermorden, wurde der indische Schriftsteller schließlich angegriffen und beinahe getötet.

Von einem in Amerika lebenden jungen Muslim zehnmal gestochen, befindet sich Rushdie in einem Krankenhaus, wo seine Prognose zum Zeitpunkt, als dies geschrieben wird, eine teilweise Lähnumg und der Verlust eines Auges lautet.

Was war Rushdies Verbrechen? Er „beleidigte“ den Islam.

Dutzende Millionen Muslime glauben, wenn eine Person den Islam, Mohammed oder den Koran beleidigt, dann sollte sie getötet werden. Jeder Muslim, der eine Person tötet, von dem sie glauben, er habe den Islam beleidigt, kommt direkt in den Himmel, wenn er oder sie stirbt.

Der berühmteste Fall eines Muslims, der Menschen ermordet, denen vorgeworfen wird den Islam zu beleidigen, ereignete sich 2015, als zwei französische Muslime in Paris das Redaktionsbüro des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo betraten und 12 Menschen ermordeten sowie 11 weitere verletzten. Charlie Hebdo hatte Karikaturen von Mohammed abgedruckt, was die meisten Muslime als selbst für Nichtmuslime verboten betrachten.

In derselben Woche betraten Muslime auch einen koscheren Supermarkt in Paris und ermordeten vier Juden. Für viele Muslime müssen Juden nichts tun, um den Islam zu beleidigen; allein ihre Existenz ist für den Islam eine Beleidigung.

Es ist aufschlussreich christliche Reaktionen auf Beleidigungen der Christenheit mit muslimischen Reaktionen auf das zu vergleichen, was sie als Beleidigung des Islam empfinden.

Wenn Christen auf Beleidigungen des Christentums auf die Weise reagieren würden, wie Muslime auf Beleidigungen des Islam reagieren, dann würde es in Amerika und andernorts täglich Morde geben. Die Christenheit wird in Amerika und andernorts im Westen ständig beleidigt und Christen werden im Nahen Osten und Afrika regelmäßig von Muslimen ermordet.

Das berühmte Beispiel des ersteren ist vielleicht das „Kunstwerk“ von Andres Serrano mit dem Titel „Piss Christ“, bei dem ein Kruzifix in einem Becher Urin steckt.

Stellen Sie sich vor, wie viele Leute radikale Muslime töten würden, sollte ein Koran oder ein Bild Mohammeds in einen Becher Urin getaucht und in Museen überall in Amerika ausgestellt werden. Das würde nie passieren, weil Museen niemals ihre Mitarbeiter oder ihre Besucher dieser Gefahr aussetzen würden. Museumsmitarbeiter und -besucher, die dieses Werk ausstellen, würden getötet werden.

Warum spricht das nicht für die moralische Überlegenheit der meisten Christen gegenüber den meisten Muslimen zu diesem Zeitpunkt der Geschichte? Immerhin argumentieren einige Gelehrte, Muslime und die muslimische Zivilisation seien Christen und der christlichen Zivilisation in verschiedenen Zeiten während des Mittelalters moralisch überlegen gewesen. Ob das stimmt oder nicht, niemand klagt die Gelehrten an, die mit einer christenfeindlichen Phobie oder damit argumentieren, dass sie christenfeindlichen Fanatismus hegen. Doch jeder, der argumentieren würde, dass die zeitgenössische christliche Zivilisation sich auf einem höheren Niveau befindet als die muslimische Zivilisation – wobei natürlich zugegeben wird, dass das nicht für alle Muslime oder alle Christen gilt – würde als „islamophob“ angegriffen, verlöre seinen guten Ruf verlieren und möglicherweise seine Arbeit und Karriere.

Dies Unfähigkeit den Westen – der von Christen geschaffen wurde und bei all seinen Fehlern in jüdisch-christlicher Moral verwurzelt ist – als moralisch höher stehend als die muslimische Welt zu beurteilen, geht in den Kern der Krise, der der Westen gegenüber steht: Das Verlangen der Linken ihn zu zerstören. Die westlichen Eliten in der akademischen Welt, den Medien, der Politik und der Geschäftswelt – kurz gesagt: überall – sind moralische Toren.

Sie behaupten nicht in der Lage zu sein, moralische Unterscheidungen zwischen den beiden Zivilisationen treffen zu können – z.B. wegen westlicher Sklaverei und die Behandlung eingeborener Bevölkerungen. Dennoch kennen sie die weit schlimmere Geschichte der Sklaverei und der Auslöschung einheimischer Bevölkerungen durch Muslime entweder nicht oder ignorieren sie einfach. Und sie kennen die Tatsache, entscheiden sich aber zu ignorieren, dass die weltweite Antisklaverei-Bewegung im Westen begann und von Christen gegründet wurde. Sie begann nicht in der muslimischen Welt, die keine solch weit verbreitete Bewegung hatte.

Dieselbe moralisch bankrotte Einstellung hat die Linke zu Israel und seinen muslimischen Feinden. Für die Linken ist Israel mit seinen robusten Freiheiten, die sich auf seine große muslimische Minderheit erstrecken, moralisch seinen unfreien, Terror ehrenden muslimischen Nachbarn (d.h. Libanon, Syrien, Iran und Hamas) nicht überlegen.

Es stimmt, dass es nur ein einzelner Muslim war, der auf Salman Rushdie einstach. Aber es sind Millionen Muslime, die glauben, dass jeder, der den Islam „beleidigt“, sterben sollte. [Anmerkung des Übersetzers: Und man sehe sich die Zustimmung an, die der Attentäter im Internet durch Muslime erfährt!] Es war auch nur ein einzelner Muslim, der den niederländischen Filmemacher Theo von Gogh wegen der „Beleidigung“ der Einstellung des Islam zu Frauen ermordete. Und es waren eine Menge mehr als ein einziges muslimisches Mitglied des Islamischen Staates, der zahllosen Ungläubigen – das heißt: Nichtmuslimen – die Kehle aufschlitzte und sie köpfte.

Die Schriftstellerin Taslima Nasrin floh aus ihrer Heimat Bangladesch, weil sie um ihr Leben fürchtete, nachdem ein Gericht sagte, sie habe mit ihrem Roman „Lajja“ (Schande) die religiösen Gefühle von Muslimen verletzt. Anders als praktisch jeder westliche Schriftsteller und Führungspolitiker hielt ihre Reaktion auf den Anschlag auf Rushdie fest, dass er Möchtergern-Mörder Muslim war: „Ich erfuhr gerade, dass Salman Rushdie in New York angegriffen wurde. Ich bin wirklich schockiert… Wenn er angegriffen wird, wird jeder, der den Islam kritisch betrachtet, angegriffen.“

Eben.

Der lange Jihad gegen Syriens Christen

Ein christlicher Humanist erzählt seine Geschichte

Andrew Harrod, FrontPage Mag, 4. Juli 2022

„Eine Aussöhnung mit diesen Muslimen, die eines Tages aufwachen und dir einfach das Wenige wegnehmen, das du hast – niemals!“, verkündete der katholische französische Entwicklungshelfer Alexandre Goodarzy gegenüber seiner zukünftigen syrisch-christlichen Ehefrau. Solche Erfahrungen mit syrischen Christen in seinen frisch [ins Englische] übersetzten Memoiren „Kidnapped in Iraq: A Christian Humanitarian Tells His Story“ [Im Irak entführt: Ein christlicher Humanist erzählt seine Geschichte] weisen auf die Jahrhunderte der Unterdrückung hin, die die unter muslimischer Herrschaft im Nahen Osten lebenden Christen erlebt haben.

Wie früher schon diskutiert, dienen Goodarzys Jahre der Erfahrungen in Syrien und dem weiteren Nahen Osten für SOS Chretiéns d’Orient dafür jegliche Naivität bezüglich eines demokratischen „arabischen Frühlings zu widerlegen, die aus den Aufständen im Nahen Osten ab 2011 entstand. Nicht moderate Demokraten, sondern Jihadisten dominierten die Rebellion gegen Syriens brutalen Dikator Baschar al-Assad, sagte ein Mitglied der christlichen Minderheit Syriens gegenüber Goodarzy. Entsprechend gilt: „Wenn sie gewinnen, werden sie versuchen jedem einzelnen von uns ‚Übertritte‘ und die Moschee aufzuzwingen.“

Syriens alawitische Minderheit, ein Ableger des schiitischen Islam, von vielen der sunnitischen Mehrheit in Syrien und dem weiteren Nahen Osten als ketzerisch betrachtet, bildeten die innenpolitische Basis von Assads Regime. Sunnitisch-jihadistische Wut zielte daher sowohl auf Alawiten als auch auf Christen, hielt Goodarzy fest.

Wenn die Muslime freitags ihre Moscheen verließen, riefen manche durch Megafone: „Alawiten ins Grab und Christen nach Beirut!“ Und dann: „Vergrößert die Gräber der Alawiten – werft die Christen mit rein!“

Nicodemus Daoud Sharaf, der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Mossul, deutete 2017 bei einer Vortragreise in Frankreich an, dass viele Muslime im Nahen Osten solche Gefühle teilen. Als Daoud die Eroberung Mossuls durch den Islamischen Staat 2014 auf einer Konferenz diskutierte, fragte ihn ein Teilnehmer, „ob irgendwelche Muslime ihm und seinen Mitchristen während des Krieges geholfen haben“, hält Goodarzy fest. Daouds „direkte Antwort brachte das gesamte Publikum zum Lachen“, erinnert sich Goodarzy:

„Ja! Diejenigen, die den Koran nicht gelesen hatten.“ Womit die Schlussfolgerung natürlich lautet, dass „gut informierte“ Muslime, deren Loyalitäten nicht gemäßigt oder im Zaum gehalten werden, an sich dem Christentum feindlich gegenüberstehen.

Ein Christ in Maaloula (Syrien) erklärte Goodarzy, wie Christen sich an den Konflikt zwischen Muslimen in der Region gewöhnt haben. Nachdem der Bürgerkrieg Syrien 2011 auseinanderbrach, wollten lokale Christen „nicht darin verwickelt werden und wir hielten uns so lange wie möglich raus“, erklärte der Christ. Denn Christen, die unter rivalisierenden nahöstlich-muslimischen Gruppen leben „sind es nach Jahrhunderten von deren Konflikten schlicht leid  ins Kreuzfeuer dieser endlosen Konfrontationen zwischen Muslime und anderen Muslimen zu geraten.“

Derartiger Konflikt und Unterdrückung haben im Lauf der Zeit ihre Opfer von einer christlichen Gemeinschaft gefordert, die in der Levante einst die Mehrheit gestellt hatte. Vor den islamischen Eroberungen im siebten Jahrhundert war „Syrien das ultimative christliche Land gewesen. Saulus, der Christenverfolger und zukünftige Heilige Paulus, wurde auf der Straße nach Damaskus von Christi Gnade berührt“, schreibt Goodarzy. In Antiochia „wurde die erste Kirche gebaut und hier entstand der Name Christen“.

Dann kamen eine Reihe muslimischer Herrscher, die die Christen als Dhimmis mit Lasten wie der Kopfsteuer Jizya unterjochten. „Jede christliche Generation fand unter den Muslimen Frieden nur in einer eventuell vorhandenen Flaute, die den militärischen Zusammenstößen eines jeden neuen Reichs oder Kalifats folgten“, schreibt Goodarzy. Die Jizya

sollte immer schwerer werden, was die Christen schließlich zwang sich zum Islam zu bekehren oder ins Exil zu gehen. Wie die Jahrhunderte vergingen, sollte jede neue muslimische Eroberung die Übertritte von Ländern zum Islam intensivieren. Proportional machten wahre Christen sich mit abnehmenden Zahlen, Dhimmitum, Sklaverei, Verfolgungen und Märtyrertum vertraut.

Diese ständige Löschung des Christentums stellt jedoch für die Muslime der Region auf viele Weisen eine selbst zugefügte Wunde dar. „Unsere Gesellschaft braucht Christen“, erklärte im September 2016 Jean-Clément Jeanbart, der Erzbischof von Aleppo in der melkitisch-griechisch-orthodoxen Kirche, merkt Goodarzy an. Christen „arbeiten selbstlos daran, dass die Leute in Harmonie leben, einander akzeptieren. Hier sind Christen oft führend gewesen, besonders in der Medizin, den Naturwissenschaften und Stadtplanung“, sagte Jeanbart. Ein weiterer syrisch-orthodoxer Priester erklärte Goodarzy, wie grob vereinfachend Behauptungen aus einem mittelalterlichen muslimischen Zeitalter sind. „Unser Volk brachte den erobernden Arabern Wissen und Literatur, die zu einem goldenen Zeitalter führten, aber sie haben sich diesen Beitrag zur Zivilisation selbst gutgeschrieben“, sagte der Priester.

Dieser langjährige christliche Überlebenskampf in Syrien und dem weiteren Nahen Osten macht die realpolitische Allianz verständlich, die es oft zwischen Christen und Diktatoren wie der Dynastie Assad gegeben hat. Wie der nächste Artikel in dieser Serie untersuchen wird, sind Diktatoren, so berüchtigt sie auch sind, zumindest für Christen und andere Minderheiten, oft das geringste politische Übel in der Region.

Das Banner an Bostons Church of the Covenant und der Niedergang des Christentums

Was immer die Linke anrührt, das zerstört sie

Dennis Prager, FrontPage Mag, 21. Juli 2022

An der Front einer der ältesten und schönsten Kirchen der USA, der Church of the Covenant in Boston, hängt ein großes Banner; darauf steht geschrieben:

Und Gott sagte

Schützt den Zugang aller zu Abtreibung

Stellt sicher, dass schwarze Leben zählen

Ehrt körperliche Autonomie

Verteidigt LQGTQ+-Rechte

Beendet Wähler-Unterdrückung

Macht Kanonen zu Flugscharen

Gebt fossile Brennstoffe auf

Bietet Zufluchtsorte

Schafft die Gefängnisse ab

Entwaffnet den Hass

Sagt die Wahrheit

Atmet

Mit anderen Worten…

Liebt

Wenn Sie ein Beispiel dafür brauchen, wie zerstörerisch das Linkstum für das Mainstream-Christentum – das katholische wie das protestantische – und für das nichtorthodoxe Judentum geworden ist, dann würde dieses Banner ausreichen.

Gott sagt: „Schützt Zugang zu Abtreibung für alle“? Wo? Warum? Unschuldiges Leben zu beenden ist Gottes Wille? Gehören dazu Abtreibungen lebensfähiger Babys, die von gesunden Müttern durchgeführt werden? Ist auch das Gottes Wille?

„Stellt sicher, dass schwarze Leben zählen“? Schwarze, wie jede andere Rasse, Ethnie oder nationale Gruppierung von Menschen sind als Ebenbild Gottes geschaffen. Aber wenn dieses Banner Unterstützung für die Gruppe Black Lives Matter impliziert, ist das eine andere Sache. Gott verabscheut Gruppen, die Rassismus bejahen. Anders als die Linke weiß die Bibel, dass jeder – schwarz oder weiß – rassistisch sein kann.

Was LGBTQ+ angeht, gibt sich die Bibel alle Mühe die göttlichen Unterscheidungen wie Gut und Böse, Gott und Mensch, Mensch und Tier sowie männlich und weiblich zu schützen. Als Gott den Menschen schuf, bestätigt die Bibel diese letzte Unterscheidung so klar wie möglich: „Als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mose 1,27)

„Macht Kanon zu Pflügen“ ist natürlich dem Ruf des Propheten Jesaja entnommen „Schwerter zu Pflugscharen zu schmieden“ (Jesaja 2,4). Dumm nur für die Church of the Covenant, dass ein weiterer biblischer Prophet genau das Gegenteil sagt: „Schmiedet Schwerter aus eure Pflugscharen … Der Schwache soll sagen: Ich bin ein Held.“ (Joel 4,10). Anders als die Linke begreift die Bibel, dass der ultimative Traum zwar darin besteht keinen Bedarf für Schwerter mehr zu haben, aber bis zu diesem messianischen Zeitalter brauchen die Schwachen Schwerter.

Was die Aufgabe fossiler Brennstoffe angeht, so sind diese allgegenwärtigen Energiequellen eines der Geschenke Gottes an die Menschheit. Ohne sie wäre die moderne Welt nicht möglich gewesen. Keine Krankenhäuser, keine verlässliche Wärme im Winter (ganz zu schweigen von Kühle im Sommer), keine Transporte, die über das Reiten auf Tieren hinausgeht. Keine moderne Medizin. Nichts, was moderne Technologie ist. Nur ein primitives Leben – und ein kurzes und schmerzhaftes dazu. Gott würde vor der Aufgabe dieser Brennstoffe sagen: Stellt sicher, das ihr einen verlässlichen Ersatz habt. (Haben wir: Atomenergie.) Bis dahin: Dankt Gott für sein Geschenk der fossilen Brennstoffe.

Was Zufluchtsorte angeht, so soll das Zuflucht für illegale Ausländer bedeuten; auf der Grundlage welcher biblischen Idee schlussfolgert die Church of the Covenant, dass Gott will, dass Amerika – oder irgendein anderes Land – offene Grenzen haben soll?

Allein „schafft die Gefängnisse ab“ ist eine Idee, die jedes rationale und moralische menschliche Wesen den Linken entfremden sollte. Gefängnisse abzuschaffen bedeutet zu erlauben, dass eine gewaltigen Zahl an unschuldigen Menschen ermordet und verprügelt wird, dass Frauen vergewaltigt, Geschäfte geplündert und Kinder belästigt werden. Nichts veranschaulicht die moralische Idiotie im Herzen des Linkstums so gut wie „schafft die Gefängnisse ab“.

Vielleicht sollte eine prominente konservativ-christliche Kirche ein Banner aufhängen, das dieselben Themen anspricht:

Gott sagte…

Schützt das Leben der Mütter – und ihrer ungeborenen Babys

Der Wert eines Menschen steht in keiner Beziehung zu seiner Rasse

Ehrt die körperliche Autonomie – beendet Impfpflichten

Es gibt nur zwei Geschlechter: männlich und weiblich

Schützt Wahlintegrität

Verteidigt euch und andere – besorgt euch eine Schusswaffe

Ich habe die Menschheit mit Energie gesegnet

Schützt eure Bürger, indem ihr eure Grenzen schützt

Inhaftiert die Schuldigen, um die Unschuldigen zu schützen

Wenn du mich liebst, dann hasse das Böse (Psalm 97,10)

Sagt die Wahrheit – weil es nur eine Wahrheit gibt

Mit andreren Worten…

Liebt

Würde eine traditionelle Kirche ein solches Banner aufhängen, würde es in den landesweiten Nachrichten kommen und ihre Leiter würden als rechtsextreme religiöse Eiferer abgelehnt, weil sie Gott Worte in den Mund legten. Nur linke Kirchen und Synagogen dürfen für den Allmächtigen reden.

Von allen zehn Geboten erklärt nur eines, dass es zu verletzen nicht vergeben werden kann. Es ist das dritte Gebot: „Du sollst den Namen JHWHs, deines Gottes, nicht missbrauchend in den Mund nehmen; denn JHWH lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.“

Fast jeder, der mit den Geboten vertraut ist, glaubt die Gebote verbieten es das Wort „Gott“ außerhalb von Gebet oder Bibelstudium auszusprechen. Aber das kann es nicht bedeuten. Welche Art von Gott würde einem Mörder vergeben, aber nicht jemandem, der sagt: „Gott, heute hatte ich aber einen schweren Tag auf der Arbeit“?

Das dritte Gebot muss klar etwas anderes bedeuten. Und das tut es. Wie ich in meinem Bibelkommentar „The Rational Bible“ [Die rationale Bibel] erkläre, heißt es im Hebräischen  tatsächlich: „Trage den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchend …“

„Tragen“, nicht „nehmen“.

In Gottes Namen Böses zu tun oder Gottes Namen mit falschen oder unmoralischen Vorstellungen in Verbindung zu bringen, ist die eine Sünde, die Gott nicht vergeben wird.

Und genau das ist die Sünde linker Kirchen und Synagogen. Sie tragen Gottes Namen missbrauchend im Mund. Fürwahr, sie schänden ihn.

Was in der Christenheit und im Judentum geschieht, bietet nur ein weiteres Beispiel des wichtigsten Prinzips des modernen Lebens: Was immer die Linke anrührt, das zerstört sie.

Zakaria Botros: 87 und fordert den Islam immer noch mutig heraus

Raymond Ibrahim, 20. Juni 2022

Was für eine Welt der Unterschiede liegt zwischen antiislamischer Polemik, die aus dem säkularen Westen kommt und der aus den emotional aufgeladenen arabischen Welt selbst kommenden. Das ist der Gedanke, den ich hatte, wann immer ich arabischsprachige Sendungen und Debatten ansehe, die dazu neigen von unbändiger und lebhafter Qualität zu sein.

Fr. Zakaria Botros, den ich nicht Arabisch Sprechenden erstmals 2008 in meinem Artikel „Islam‘s Public Enemy #1“ vorstellte, ist eine besonders passende Fallstudie. Ursprünglich war er koptischer Priester aus Ägypten und wandelte sich in einen Polemiker und Evangelisten, seit etwa dem Jahr 2000 ist er ein bedeutender Stachel im Fleisch des Islam geworden, wie die zahlreichen Mordaufrufe gegen ihn beweisen.

Zakaria tritt in einem Satelliten-Kanal auf, al- Fady TV, wo er dem Islam regelmäßig eine Lektion erteilt, in erster Linie durch Stellen harter Fragen zu vielen der höchst maßgebenden Quellen (z.B. Koran, Hadithe, Sira, Tafsirs usw.) und Lehren. Und ich meine nicht, die harten Fragen, die wir kennen – zum Beispiel, ob der Islam eine Religion des Friedens ist, warum der Koran mit Gewalt und Intoleranz getränkt ist. Nein, er hat tief in den undurchsichtigsten Büchern des Islam gegraben (die fast alle nicht aus dem Arabischen übersetzt worden sind) und grub einige der immens problematischen Offenbarungen aus.

In einer aktuellen Sendung z.B., die sich um einen bizarren Hadith drehte, der in mehreren respektierten islamischen Texten aufgezeichnet wurde, darunter der Hadith-Sammlung von Ibn Hanbal, einem Gründer der vier sunnitischen Madhabs des Islam. Darin nimmt Mohammed einen Gefährten, Abdallah bin Mas’du, nachts mit in die Wüste. Denn zieht der Prophet einen Kreis im Sand und weist Ibn Mas’ud an diesen nicht zu verlassen. Mohammed geht dann ein wenig auf Abstand, woraufhin der Gefährte und Erzähler des Hadith sagt, er sa zwei große, nackte Männer auftauchen und zu  Mohammed gehen, woraufhin „sie begannen den Botschafter Allahs zu reiten [يركبون, was als besteigen übersetzt werden kann].“ Derweil und die ganze Nacht hindurch, versuchten diese fremden Männer Zugriff auf Mas’ud zu bekommen, der festhält „erschrocken“ gewesen zu sein, obwohl sie davon abgehalten wurden den von Mohammed gezogenen Kreis zu überschreiten. Dann verschwanden sie mit dem Sonnenaufgang schnell, woraufhin Mas’ud Mohammed auf sich zukommen sah, „langsame und unter Schmerzen davon geritten worden zu sein.“ Von Fr. Zakaria wurde dann auf die unvorteilhaften Folgen ausführlich eingegangen.

Eine weitere Sendung dreht sich um das jüngste Gemetzel an einem anderen koptisch-christlichen Priester in Ägypten, Fr. Arsenious Wadid. Darin versuchte Fr. Zakaria den „wahren Terroristen“ hinter diesem Verbrechen zu entlarven. Es war nicht der eigentliche muslimische Mörder, sagte er, noch nicht einmal Mohammed selbst, sondern vielmehr „der Herr Mohammeds, das ist Satan!“ Danach untersuchte er Koranvers um Koranvers – die mit der Täuschung, Tötung, Plünderung und sexuellen Versklavung von Frauen – als Beweiseiner diabolischen, statt einer himmlischen Inspiration. Wie es seine Gewohnheit war, ergänzte er seine Präsentation mit dem Anführen christlicher heiliger Schriften – er zitierte z.B. Johannes 8,44 als Vorhersage Allahs und denjenigen, die er täuschen würde:

Ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt tun, was er begehrt. Jener war ein Mörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er lügt, redet er aus dem Eigenen, denn ein Lügner ist er und der Vater der Lüge.

Obwohl diese kurze Zusammenfassung von Sendungen das Risiko birgt sie als aus rachsüchtigen und undokumentierten Verleumdungen des Islam und seines Propheten zu bestehen, bietet Fr. Zakaria während des Großteils seiner einstündigen Sendungen, einschließlich der hier erwähnten, tatsächlich umfangreiche Dokumentation: Er verlässt sich ausschließlich auf sehr respektierte und maßgebliche muslimische Quellen, aus dem al-turath al-Islami (das islamische Erbe); er bietet methodisch vollständige Verweise auf alle von ihm verwendeten Texte, zeigt Bilder der Texte, einschließlich der Seitenzahlen; und schließlich fordert er jeden einzelnen Experten des Islam heraus, er möge anrufen und ihn korrigieren, wenn er falsch liegt.

So sieht das Dilemma aus, dem die Muslime sich gegenüber sehen: Weil seine Sendungen, inzwischen sind es tausende, komplett auf Arabisch sind und seit rund zwei Jahrzehnten über Satellit und im Internet gesendet werden, sind Millionen Muslime diesem unermüdlichen Ansturm gegen ihre Religion und ihren Propheten ausgesetzt sind – während die Hüter ihres Glaubens, die  Ulema, wenig als Antwort zu bieten haben, als ad hominem-Zurückweisungen und Aufrufe ihn wegen der Beleidigung Mohammeds zu töten. (Wie hier diskutiert, reagierte ein prominenter Scheik, als er von einem Talkshow-Moderator gedrängt wurde eine Antwort auf einen von Fr. Zakarias viele Anschuldigungen gegen den Islam zu geben, damit den Moderator anzuschreien und aus der Livesendung des Fernsehstudios zu stürmen.

Die jüngste Strategie zum Umgang mit Fr. Zakaria scheint zu sein, dass Muslime kollektiv so tun, als würde er nicht existieren. Jeder, der seinen Namen in einer Fernsehsendung aufbringt, wir auf der Stelle angegriffen, weil er es wagt eine solch „abscheuliche“ Persönlichkeit zu erwähnen. Dennoch ist seine stille, fortlaufende Wirksamkeit seines Auftrags erkennbar, wie durch die regelmäßigen Anrufer bezeugt wird, die ihm erzählen, dass sie früher Muslime waren, die wünschten seinen Kopf auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, aber dass sie im Verlauf der Jahre dazu kamen den christlichen Glauben anzunehmen.

Was zum vielleicht effektivsten Aspekt von Fr. Zakarias Dienst an Muslimen führt: Er spricht ihre Sprache auf mehr als eine Weise. Anders als die meisten westlichen Kritiker kritisiert er den Islam nicht von einem säkularen Standpunkt aus, indem er zum Beispiel argumentiert, dass der Islam nicht zu „Menschenrechten“ oder „Gendergleichheit“ führt, Konzepten, die bei Muslimen keinerlei Resonanz haben und niemals ihre fundamentaleren Sehnsüchte ersetzen können.

Er verhält sich auch nicht wie viele westliche Christen, die den Islam nie kritisieren, sondern hoffen mit „Gemeinsamkeiten“ „ökumenische“ Brücken zu Muslimen zu bauen, ein Ansatz, der von Papst Franziskus und seinesgleichen durchaus versinnbildlicht wird. Was die sehr wenigen westlich-christlichen Kritiker angeht, die mutig an den Islam herangehen, so fehlen ihnen leider die Sprachkenntnisse, um überhaupt Einfluss auf die muslimische Welt zu haben oder von ihr auch nur anerkannt zu werden – nicht zuletzt, weil sie keinen Zugang zu den vielen nicht übersetzten arabischen Texte des großen islamischen Erbes haben, wo so viele dieser weniger bekannten, aber genauso wirkstarken Schwächen liegen.

Und so scheint Fr. Zakaria seinen Originalumhang beizubehalten, den eines christlichen Evangelisten, der mutig das Evangelium zur Wahrheit erklärt, um so viele muslimische Seelen wie möglich aus, wie er es ausdrückt, „den Klauen Satans“ zu retten. Dazu hat er so viele, wenn nicht mehr Sendungen produziert, die nichts mit dem Islam und alles damit zu tun haben, Muslime zu Christus zu bringen.

Eine letzte Zutat hinter dieser Effektivität ist ironischerweise das, was zweifelsohne viele im Westen abstößt: Er geht sein Thema genauso an, wie die Muslime es tun – mit Leidenschaft, unbändig und ungefiltert, ohne sich zurückzuhalten, mit nicht wenig Sarkasmus, wenn nicht unverblümtem Spott. In seiner aktuellen Sendung, in der er z.B.  behauptet er, dass Allah Satan ist, schrie er seine Zuschauer ernsthaft und leidenschaftlich an: „Wann werdet ihr gegenüber der Wahrheit aufwachen?! Hört auf Narren zu sein! … Der Islam ist ein Krebs in euren Körpern, der entfernt werden muss, bevor es zu spät ist!“ Dass Fr. Zakaria aktuell 87 Jahre alt ist und immer noch bei Kräften ist, verstärkt die Wirkung nur.

Aufgrund all dieser Faktoren – dass Fr. Zakaria ihre Sprache spricht (buchstäblich wie bildlich); dass er ein Expertenwissen hat und regelmäßig die esoterischsten arabischen Texte und Lehren des Islam entlarvt; dass die Hüter des Islam nicht in der Lage sind ihm zu antworten, abgesehen davon ihn zu beschimpfen und ihm mit dem Tod zu drohen; dass er seine Argumente nicht in säkularen, sondern in religiösen Paradigmen artikuliert, den Muslimen eine echte Alternative zum Iran bietet (das Christentum, im Gegensatz zu vorgegebenen westlichen Paradigmen menschlichen Materialismus) – wegen all dem hat Zakaria Botros einen fundierten, wenn auch dem Westen unbekannten Einfluss auf die muslimische Welt.

Er ist auch nicht allein. Dieser Artikel hat sich zwar auf Fr. Zakaria Botros konzentriert, nicht zuletzt, weil er einer der ersten ist, die diese Methode als Pionier nutzt sich an Muslime zuwenden – zuerst dank des Satelliten und dann des Internets – ist er heute einer von vielen. In den letzten Jahren haben viele weitere, darunter muslimische Konvertiten zum Christentum – von denen Bruder Rachid der Prominenteste ist – einen ähnlichen Ansatz in ihren Fernsehsendungen übernommen: Sie präsentieren, hinterfragen und kritisieren seltsame und problematische Aspekte des Islam – was alles auf den Texten des Islam selbst basiert.

So sieht damit eine de effektivsten Herangehensweisen an den Islam aus – eine, die natürlich vom Westen übersehen wird, insbesondere wegen der Sprachbarriere, aber noch mehr, weil der Westen, ganz ähnlich der muslimischen Welt  eine „grobe“, „respektlose“ und letztlich „allzu christliche“ Herangehensweise an den Islam ablehnt.