Jürgen Todenhöfers übermäßig gewalttätiges Christentum

Johannes Hartl, Facebook, 7. März 2015

In einem viel beachteten Facebook-Post hat der als Nahostkorrespondent bekannte Jürgen Todenhöfer die Christen letzte Woche aufgefordert, doch nicht ständig dem Islam vorzuwerfen, gewalttätig zu sein. Seine Begründung: das Alte Testament sei grausamer als der Koran.

Christen, die ihm erwiderten, das AT gelte doch seit dem NT nicht mehr oder doch zumindest nicht mehr so ganz, entgegnete er – übrigens theologisch korrekt – dass das AT nach wie vor integraler Bestandteil der als geoffenbart geltenden heiligen Schriften der Christen sei. Hat Jürgen Todenhöfer also nun Recht?

Zunächst und ganz allgemein: Jürgen Todenhöfers Meinung zum Nahostkonflikt lässt sich sehr einfach in einem Satz darstellen. Und der lautet: der Westen und Israel sind an allem Schuld. Und die armen Bewohner der arabischen Staaten können überhaupt nicht anders, als in Scharen zu Terrorvereinigungen überzutreten, wenn die Jugendarbeitslosigkeit nunmal so hoch ist. Und die armen Palästinenser hätten auch keine Wahl: so böse wie Israels Siedlungsbau ist, wer wird da nicht zum Selbstmordattentäter? Ich überzeichne, doch der Trend ist klar.

Dem Islam an sich attestiert Todenhöfer grundsätzlich große Friedlichkeit. Es muss sich um einen verblüffenden Zufall handeln, dass beinahe alle Terroranschläge weltweit von radikalen Muslimen ausgeübt werden. Doch nein, es ist ganz anders: Bushs Angriff auf den Irak war ein viel schlimmerer terroristischer Akt als alle 9/11s zusammen. Denn wenn die USA den Irak nicht angegriffen hätte und Saddam noch immer im Amt wäre, dann wäre im ganzen Nahen Osten jetzt Frieden. So wie in Syrien, wo der despotische Regierungschef Assad nicht vom Westen gestürzt wurde. Und nun alles gut ist, oder? Und im Irak wäre sicherlich kein arabischer Frühling ausgebrochen, der das Land in einen Bürgerkrieg wie jetzt in Syrien gestürzt hätte, oder… Äh… OK. Ooops, ich hab mich schon wieder beim Spötteln erwischt.

Aber da haben wir es wieder: der Westen ist noch viel schlimmer als die islamische Welt. Und Bush beruft sich auf die Bibel. Deshalb liegt ja auch die These nahe: Die Bibel ist genauso gewalttätig wie der Koran und das Christentum war genauso gewalttätig wie der Islamismus jetzt. Und dann kam die Aufklärung. Und die wird in der muslimischen Welt auch irgendwann kommen. Das Problem ist nur: es gab schon viel aufgeklärtere Phasen im Islam, doch irgendwie scheint die Entwicklung eher rückläufig zu sein.

Doch nun der Reihe nach. Zunächst zu der These, das AT sei genauso grausam wie oder grausamer als der Koran. Dieser Satz ist etwa genauso sinnvoll wie die Aussage: im Telefonbuch der Stadt Neckarsulm befinden sich genauso viele Buchstaben wie im in einer Riesenpackung Buchstabensuppe. Will meinen: der Koran und das AT unterscheiden sich in literarischer Hinsicht sehr entschieden. Im AT werden gewalttätige Akte beschrieben, die von Menschen auf Gottes Geheiß hin verübt wurden. Und es werden gewalttätige Akte beschrieben, von denen klar ist, dass Gott sie nicht wollte. Oder von denen unklar ist, ob sie nötig waren. Oder die nur ein einziges Mal gebilligt waren, dann nicht mehr. Darüber hinaus gibt es Gesetze, die das Zusammenleben des Volkes Israels regeln sollten. Darunter auch viele, die mit unseren heutigen Strafgesetzen nicht mehr vereinbar sind. Diese Texte des AT erstrecken sich über einen Zeitraum von vielen Jahrhunderten. Erkennbar darin ist eine Entwicklung, eine Pädagogik. Rein kulturell entwickelte sich das Volk Israel in dieser Zeit ganz entscheidend weiter: von einem Nomadenvolk hin zu einer gebildeten, sesshaften Schriftkultur. Und Gott scheint auf dem Weg mit seinem Volk die Offenbarung entsprechend der kulturellen Entwicklungsstufe zu geben. Ist das „Auge um Auge“ des Pentateuch bereits ein deutlicher Fortschritt gegen das in vielen alten Kulturen übliche Vergeltungsrecht („beleidigst Du mich, bringe ich Deine ganze Familie um“), zeigen die späteren Bücher eine viel ausgefeiltere Reflexion auf Moral und Ethik. In den weisheitlichen Büchern der Schrift und bei den Propheten finden wir Kulturkritik, Kritik an den Herrschenden und eine sehr differenzierte Sicht auf die Gewalt.

Ich behaupte: bereits diese Reflexionsstufe auf bestehende Ethik und Moral ist für die damalige Zeit beispiellos und übertrifft alles Vergleichbare im Koran deutlich.

Und entschieden muss gesagt werden: Zwar gibt es im AT in wenigen einzelnen Büchern tatsächlich göttliche Befehle zur Auslöschung bestimmter Stämme (das ist für uns heute erschreckend genug), doch nirgends wird auch nur angedeutet, dass das Volk Israel die grundsätzliche Erlaubnis oder den Auftrag hätte, Kriege zu führen, um den jüdischen Glauben auszubreiten. Genau das ist auch niemals passiert: Juden haben keine anderen Nationen angegriffen, um sie jüdisch zu machen.

Und genau das ist in der Geschichte des Islams ständig passiert. Und der Koran ließ sich wunderbar dafür zitieren.

Natürlich haben sich freilich auch Christen auf die Bibel BERUFEN und schreckliche Dinge getan. Nichts daran darf kleingeredet werden. Allerdings wurden schreckliche Dinge auch in Berufung auf die Demokratie oder den Kampf gegen den Faschismus verübt. Entscheidend ist deshalb der Blick auf den Text selbst: Mit welchem Recht beruft sich wer auf welche Stellen? Und welche Person gilt als Vorbild in rechter Nachfolge? Hier wird es gleich etwas deutlicher.

Deutlich verschieden vom Koran ist das positive Menschenbild des AT. Er ist mehr als Diener Gottes: Er ist sein personales Gegenüber. Gott ist ihm gegenüber nicht nur barmherzig, sondern emotional involviert wie ein Hirte, ein Vater, ein Bräutigam. Gott krönt den Menschen (Psalm 8).

Schließlich – und nicht zuletzt: Die menschliche Vernunft wird gerade in den späteren Schriften des AT positiv gewertet. Wissenschaft und Philosophie florierten in Israel. Und dieser Trend setzte sich im NT und in der Kirche fort. In der kritischen Auseinandersetzung mit dem Glauben und der Reflexion auf die Offenbarung wurde im breiten Strom der Geschichte des Christentums keine Gefährdung des Glaubens gesehen, sondern eine Chance. Und nicht umsonst brachten sowohl das Judentum als auch das Christentum bis heute eine riesige Zahl höchst gebildeter Menschen und Forscher hervor, die Erfindungen machten, Nobelpreise bekamen etc.

Oft wird gesagt, dass erst die Aufklärung die gewalttätigen Seiten des Christentums gebändigt habe. Daran ist manches wahr. Ebenso wahr ist aber die Erkenntnis, dass die Aufklärung eine direkte Frucht des hohen Levels der kritischen Wissenschaften des Hochmittelalters und der Renaissance war. Sie konnte wachsen und gedeihen in einem jüdisch-christlichen Europa. Es waren die Klöster, die nach dem Chaos der Völkerwanderung Bildung und Wissenschaft in Europa etablierten. Und ja: Es gab auch Reaktionen wie die Lehrverurteilung Galileis. Doch was der große Mainstream war, kann am Verlauf der Geschichte leicht erkannt werden: Die Aufklärung setzte sich in Europa friedlich durch, weil Christentum und Vernunft bereits von der Bibel zwar nicht als deckungsgleich, aber als miteinander verbunden gedacht werden.

Nicht wenige schrieben Jürgen Todenhöfer, für Christen sei das Alte Testament nicht mehr verbindlich. Er widersprach. Was sie wohl meinten: Durch das Neue Testament erfährt das AT eine radikal neue Auslegung. Und hier kommt der entscheidende und niemals änderbare radikale Unterschied zwischen der Bibel und dem Koran ins Spiel. Er heißt: Jesus.

Für Christen ist nicht nur einfach die Bibel das Wort Gottes, sondern Jesus ist DAS Wort. ER ist der Ausleger der Schrift. Jesus fügt dem Kanon der biblischen Bücher nicht nur ein paar interessante Randglossen hinzu, er ist die ganze Pointe. In ihm ist die Fülle der Offenbarung. Deshalb kann ein Christ mit großer Zuversicht sagen: Nein, die Steinigung von Ehebrechern hat für uns Christen heute keine Relevanz mehr, weil Jesus einen anderen Weg des Umgangs damit zeigte. Nein, das Ausrotten der Feinde hat für uns Christen heute keine Relevanz mehr (auch wenn sie im AT beschrieben ist), weil Jesus die Feindesliebe lehrte. Und eigentlich hat sich das schon herumgesprochen, lieber Herr Todenhöfer.

Das Beispiel des Lebens Jesu und seine Lehre sind unvergleichbar mit jeder anderen menschlichen Philosophie. Sie sind völlig verschieden vom Leben und Lehren jedes anderen religiösen Lehrers und etwas komplett anderes als jedes andere „heilige“ Buch.

Dass Gott Menschen radikal und vollständig liebt – und zwar sosehr liebt, dass er Mensch wird um an ihrer Statt zu sterben; dass das dem Menschen einen kompletten, rein auf Gnade basierenden Neustart und vollständige Vergebung gibt; dass das den Menschen zum Kind Gottes macht, zum Geliebten Gottes; dass Gott ein Vater ist; dass er uns Vergebung, Feindesliebe, Versöhnung und selbstlose Hingabe und Liebe auch gegen „Ungläubige“ und Sünder lehrt. All das findet sich kein bisschen im Koran.

Natürlich finden sich im Koran auch jede Menge schöne und friedliche Stellen (viele davon stammen ja auch aus der Bibel). Das Problem ist aber, dass der Koran auf so verschiedene Weise ausgelegt werden kann. Und mit gutem Recht behaupten viele dann das Beispiel des Lebens Mohammeds. Doch leider gibt gerade dieses nicht so viel her für eine friedliche Auslegung des Korans. Und im Gegensatz zur Bibel liefert der Koran kein inhärentes Auslegungsprinzip mit. Es gibt verschiedene Auffassungen über die „Abrogation“, also die Frage, welche Stelle welche Stelle „sticht“. Eine parallele Diskussion für die Bibel wäre schnell beendet.

Matt 5:43:
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. (Jesus)

Was also gilt hier? Natürlich das, was Jesus gesagt hat. Hier gibt es garkeine Frage: Jesus ist die höchste Autorität und seinem Beispiel nachzufolgen, das nennt man Christentum.

Christentum bedeutet nicht, allen Geboten des Alten Testaments zu folgen oder allen Taten Josuas nachzueifern (welcher Christ käme denn auf so eine Idee?), sondern bedeutet: Jesus nachfolgen.

Die Autorität des Korans gründet sich auf die Glaubwürdigkeit einer Person: der Person Mohammeds. Er empfing den Koran – wer dem Islam glaubt, muss glauben, dass dem Mohammed wirklich der Erzengel Gabriel erschienen ist, denn es gibt ansonsten keine Beweise dafür.

Die Autorität der Bibel gründet sich auf die jahrhundertelange Glaubensgeschichte eines ganzen Volkes mit seinem Gott: des Volkes Israel. Es gründet sich schließlich auf die Glaubwürdigkeit und auf die historische Auferstehung Jesu Christi und die Zuverlässigkeit der Augenzeugen, die im NT über diese Auferstehung berichteten und der frühen Kirche. Doch sie steht und fällt mit der Person Jesu. Und der kritisierte nämlich genau die jüdischen Strömungen seiner Zeit, die sich mit Berufung auf das AT für einen gewalttätigen Aufstand gegen Rom aussprachen.

Wenn ein Christ wie Jürgen Todenhöfer* deshalb also das AT zitiert, dann möge er bitte auch Jesus dazu zitieren und sagen: Was für ein Schatz und was für ein Geschenk, dass wir Christen nicht nur ein „heiliges Buch“ haben. Sondern eine lebendige, auferstandene Person, die diese Schrift uns erschlossen und eine auf Gewalt basierende Auslegung des AT ein für allemal unmöglich gemacht hat. Und DIESER PERSON gilt unser Glaube, nicht einfach nur einem Buch.

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Anmerkung heplev: Für mich ist Todenhöfer KEIN Christ. Vielleicht hält er sich für einen. Mehr aber auch nicht.

Der schleichende Antiisraelismus in der evangelikalen Bewegung

Jim Fletcher, FrontPageMag, 15. Januar 2015

Die Tentakel antijüdischen Eifers scheinen überall zu sein. Nicht einmal die Amerikanische Kirche ist immun gegenüber der Krankheit des Antisemitismus und die Netzwerke zu durchforsten kann eine faszinierende Übung sein. Sie sind so divers und daher auf unterschiedliche Weise gesattelt. Aber sie alle verbindet eine Abneigung gegenüber Juden und Israel.

Ich lebe in einer kleinen Stadt im amerikanischen Süden. Vor ein paar Jahren hielt ich an einem Gemischtwarenladen und bemerkte auf der Theke eine Boulevardzeitung. Ich nahm ein Exemplar und als ich nach Hause kam, erkannte ich, dass eine weiße Herrenmenschen-Postille war, die großzügig mit antisemitischer Propaganda besprenkelt war. Es fühlte sich sogar mächtig wie klassischer, mittelalterlicher Antisemitismus an, der niemals ganz außer Mode kam.

So kommt es, dass ich heute einen großen Teil meiner Zeit mit Recherchen über den Niedergang der Israel-Unterstützung verbringe, besonders innerhalb des amerikanischen Evangelismus, der einst ein Bollwerk der Unterstützung für den jüdischen Staat war.

Von Besuchen bei in Israel erbeuteten palästinensischen Waffen und ausgestellter Propaganda-Literatur bis zur Teilnahme an evangelikalen Führungskonferenzen, an denen antiisraelische Sprecher mitwirkten, ist das Zusehen bei der Erosion der Unterstützung für Israel erschütternd.

Ein Freund schickte mir vor kurzem einen Link zu Blog „Mondoweiss“; diese Seite behauptet, man sei

eine Nachrichtenseite, die sich der Berichterstattung zur amerikanischen Außenpolitik im Nahen Osten widmet, hauptsächlich aus einem jüdisch-progressiven Blickwinkel.

Dieser besondere Link brachte einen Aufsatz von Marc Ellis, Professor em. (der Baylor University), der heute in der Lage ist weit mehr seiner Zeit seiner antiisraelischen Obsession zu widmen, einschließlich Gleichsetzungen Israels mit dem Dritten Reich. Eingeführt wurde er mit einer billigenden Vermerk durch niemand anderen als Dr. Cornel West:

Jedes Mal, wenn ich an meinen Bruder Marc Ellis denke, denke ich an die ruhige Würde, spirituelle Integrität, moralische Beständigkeit, leidenschaftliche Standhaftigkeit und nicht aufzuhaltende Entschlossenheit die Wahrheit zu erzählen, Lügen offenzulegen und Zeugnis abzulegen.

Der Titel dieses Textes – „Burning Children: A Jewish View of the War in Gaza“ (Kinder verbrennen: ein jüdischer Blick auf den Krieg im Gazastreifen) – sagt Ihnen alles, was Sie über Ellis‘ Sicht auf Israelis wissen müssen. Besonders bemerkenswert finde ich den Ton, der denen von Texten ähnelt, die „evangelikalen“ Anführer wie Donald Miller und Lynne Hybels schreiben. Darin liegt eine äußerst interessante Verbindung.

Miller, ein recht berühmter Autor („Blue Like Jazz“) und Hybels, Mitgründerin der mächtigen Willow Creek Association, haben beide auf Catalyst-Konferenzen gesprochen. Mitarbeiter und Organisatoren von Catalyst arbeiten hart daran die Organisation als evangelikale Führungsverbindung darzustellen. Das machtvolle Netzwerk führt jedes Jahr drei Konferenzen durch (in Südkalifornien, Dallas und Atlanta, womit sie das gesamte Land abdecken), auf denen eine vielschichtiger Pulk mitte-linker Redner 50.000 hochrangige Pastoren und andere Kirchenmitarbeiter fesseln. Die Datenbank von Catalyst beinhaltet viele Tausende weitere Pastoren mit reichhaltigen Geldquellen.

Hybels sprach auf Catalyst Atlanta; der Titel ihrer Rede lautete „We Belong to Each Other: Americans, Israelis and Palestinians for Peace“ (Wir gehören zusammen: Amerikaner, Israelis und Palästinenser für Frieden). Er implizierte eine gewaltfreie Form des Protests gegen die „Besatzung“, aber sie verdammte die Anwesenheit der IDF in den Gebieten, sprach vom negativen Einfluss des Sicherheitszauns und behauptete, dass den Palästinensern Wasserquellen fehlen. Ihr Bild mit dem Titel „Der Sechstage-Krieg von 1967“ bekundete: „Israelische militärische Besatzung der Westbank und des Gazastreifens beginnt.“

Alles Standardkost der PLO.

Hybels ist nicht die einzige Fürsprecherin der Palästinenser, die sich an Kirchenpublikum wendet. Auf dem Treffen der Evangelicals for Middle East Understanding (EMEU – Evanglikale für Verständigung im Nahen Osten) in Kalifornien, sprach der anglikanische Vikar Stephen Sizer; Sizer ist der vielleicht größte Kritiker Israels und seiner Freunde – insbesondere christlicher Zionisten – in der Welt.

Die gesamte Konferenz war frei von jedem Kontext: Es gab keine Erwähnung der arabischen Invasion Israels 1948 oder des Zusammenhangs des Sechstage-Kriegs oder des Kriegs von 1973. Zusätzlich waren einige antisemitische Untertöne offensichtlich. Gegen Abschluss der Konferenz sagte Don Wagner (ehemals Professor am Northpark Seminary in Chicago), was manche als Witz beschrieben:

Mehreren der christlich-zionistischen Kandidaten der Republikaner wurde von den Medien direkt vor einer Diskussion gesagt, dass Gaddafi in die Schläfe geschossen wurde.“ [Schläfe ist im Englischen „temple“ wie der Tempel, in dem gebetet wurde.] „Oh mein Gott“, sagte einer, „ich wusste nicht, dass er jüdisch war!“

Solches Gerede wird auf christlichen Konferenzen im ganzen Land Standard.

2011 lud Catalyst Cornel West, den radikalen Professor aus Princeton, ein, über Videolink zur Versammlung in Atlanta zu sprechen. Wie seltsam, dachte ich. Warum sollten betont evangelikale Leiter einen Mann einladen, der sich selbst als „nicht marxistischen Sozialisten“ bezeichnet? (Sie wissen, was das bedeutet, nicht wahr? Er ist Marxist.)

Also frage ich Catalyst-Direktor Brad Lomenick. Viermal.

Keine Antwort.

Schließlich frage ich ihn persönlich auf der Catalyst-Konferenz in Dallas im Mai 2014. Er reichte mich an den neuen Direktor Tyler Reagin weiter, der – so stellte sich heraus – ebenfalls nicht die Zeit hatte meine Frage zu beantworten.

Catalyst will nicht, dass die breite Masse der Evangelikalen herausfinden, was einige von uns, die an Konferenzen teilnahmen, bereits wissen: Sie sind Linke.

Beachten Sie die Einführung in Wests Biographie von 2011, die auf der Internetseite von Catalyst eingestellt ist:

Cornel West ist ein prominenter und provokativer, demokratischer Intellektueller.

David Horowitz‘ diskutiert in seinem Buch „Radicals“ (Radikale“) die geistlose Art des Lebenslaufs von West. Würden doch die evangelikalen christlichen Leiter, die West in den Mainstream bringen, das wissen.

Für diese evangelikalen Leiter ist Horowitz‘ Feststellung zu West lehrreich, dass dieser sich in religiöse Sprache hüllt:

Als unermüdlicher Selbstdarsteller bezeichnet West gewohnheitsmäßig sich und sein Werk als „prophetisch“ (z.B.: „Ich bin ein prophetischer christlicher Freiheitskämpfer“) und hat seine Worte als „prophetisch“ oder „Prophetie“ in die Titel von vieren seiner Bücher gesetzt, darunter eine Sammlung an informeller Texte und Buchrezensionen, die er „Prophetische Fragmente“ nannte, als sei Hesekiel sein Seelenverwandter und die Pergamente mit seinen Weisheiten vom Sand der Zeit gefressen worden.

Das ist ein wichtiger Punkt, denn Cornel West ist bestenfalls ein radikaler Sozialist; dennoch umschlingen ihn christliche Leiter. Es wurde angekündigt, dass West im Juni auf der „Justice Conference“ (Gerechtigkeits-Konferenz) in Chicago sprechen wird, zusammen mit Leitern aus dem evangelikalen Mainstream – Lynne Hybels, Bob Goff und Louie GIglio. Angesichts der angeblichen ideologischen Kluft zwischen Evangelikalen und Linken ist das schockierend.

Es ist die leere Natur der Anerkennung Wests, die wahren Evangelikalen zu schaffen macht,d ie die Infiltration der Gemeinde durch die Linken erkennen. So vermerkt Horowitz:L

Wer ist der Mann, der durch kulturelle Vermittler des Auf und Ab zu solcher Berühmtheit erhoben haben? Seine gerade veröffentlichte Biographie „Brother West: Living and Loving Out Loud [Bruder West: lauthals leben und lieben] (versuchen Sie gar nicht erst diesen Titel zu verstehen) beantwortet die Frage mit einem Sinnspruch, der ein Zitat von ihm selbst ist:

„Ich bin ein Blues-Musiker im Leben des Geistes und ein
Jazz-Musiker in der Welt der Ideen.“ -Cornel West.

Wie viele Sätze, die West schreibt, ist dieser eingängige Satz ein Ersatz für Denken, das keinerlei Sinn macht. „Aber was bedeutet es, Blues-Musiker im Leben des Geistes zu sein?“

Eine gute Frage, aber die spielt für christliche Leiter keine Rolle, die entschlossen sind junge Leiter und Laien linken Ideologen auszusetzen. Darüber hinaus sind Wests antisemitische Verbindungen zutiefst beunruhigend.

„Radikale“ setzen uns zu Wests Sicht der Juden ins Bild:

Er war 2012 ein Promi-Sponsor des „Global March to Jerusalem“, eines vom islamistischen Iran organisierten Angriffs auf den jüdischen Staat. Er hat regelmäßig in der schwarze Befreiungskirche eines weiteren Sponsors des Global March, Jeremiah Wright, gesprochen; dieser ist ein notorischer Antisemitismus und Rassenhasser, den West als „meinen leiben Bruder“ und „prophetischen christlichen Prediger“ betrachtet.

Was Konservative begreifen müssen, ist: Diese Demonstrationen des Schürens von Hass sind nicht länger auf die akademische Gemeinschaft beschränkt. Sie werden inzwischen genauso in den Mainstream des Bible Belt gebracht. Bedenken Sie, dass Donald Miller über Israel geschrieben hat, die IDF sogar Kriegsverbrechen beschuldigt hat (sie habe palästinensische Frauen und Kinder ermordet) und Hybels das Land durchquert und für das palästinensische Narrativ das Wort ergreift.

Die in Paul Kengors wichtigem Buch „Dupes“ (Betrogene) vorgelegten Forschungsergebnisse klingen wahrhaftig glaubhaft. Seit 80 Jahren arbeiteten Totalitäre (zumeist die Sowjets) lange und hart daran Amerika von innen heraus zu untergraben. Während wir unsere Küsten bewachten, erkannten wir die zerstörerischen Auswirkungen des Marxismus nicht, der unsere Universitäten und sogar Predigerseminare durchdrangen. Sie haben die volle Blüte erreicht, was für Freiheit liebende Amerikaner und ihren engen Freund und Verbündeten Israel nichts Gutes verheißt.

Die größte lückenhaft berichtete Story im heutigen Amerika ist Vereinnahmung der evangelikalen christlichen Gemeinde durch die palästinensischen Propagandisten. Es wird sich verschlimmern.

In dieser mutigen neuen Welt finden wir uns durch die Ansichten von West unterdrückt, die gegen den Westen zielen.