Kratze an einem „Antizionisten“ und du findest einen Antisemiten (Deutschland-Ausgabe)

Elder of Ziyon, 24. April 2022

Ein paar Tweets über eine deutsche „antizionistische“ Kundgebung zeigt, dass viele der Teilnahmer ein Problem haben und zwar mit … Juden.

Hier wurde ein Reporter der BILD, der von der Polizei vor den Demonstranten geschützt wurde, als „Scheißjude“ verhöhnt.

Bei antiisraelischen Protesten in Berlin schließt die Polizei gerade mehrere Journalisten (u. a. @JFDA_eV) von der Versammlung aus, nachdem diese von Teilnehmern bedrängt wurden. Unter „Scheiß Juden“-Rufen wird gerade der Journalist @peterjwilke weggeführt. #b2304 @BILD pic.twitter.com/OucoE0dTyD

— democ. (@democ_de) April 23, 2022

Journalisten wurden auch als „Drecksjuden“ beleidigt.

https://t.co/ExDJ8vm67y

— democ. (@democ_de) April 23, 2022

Hier wird jemand „Drecksjude“ genannt. Es gab auch die Parole „Khaybar, Kaybar, Juden, die Armee Mohammeds wird zurückkehren“. Und es wurde in Unterstützung von au f jüdische Zivilisten geschossene Qassam-Raketen skandiert.

»Drecksjude« – antisemitische Parolen und Angriffe auf Journalisten bei antiisraelischen Demonstrationen in Berlin.
Teilnehmer skandierten: »Schlagt zu, oh Qassam, lasst die Zionisten nicht schlafen!« Die Stimmung auf den Versammlungen war extrem pressefeindlich. #b2304 [1/2] pic.twitter.com/rJPUjDQFmm

— democ. (@democ_de) April 24, 2022

Was für entzückende Leute!

Multikulturelles Deutschland! Genau das Gegenteil von Nazi-Deutschland – außer natürlich bei dem, was sie von Juden denken.

Beachten Sie auch, dass die Antizionisten, die Stein und Bein schwören, dass Antisemitismus verabscheuen, nie ein negatives Wort über solche Sachen sagen.

Ich bin von den meisten JVP-Idioten geblockt, aber wer das nicht ist, fordere einige von ihnen heraus diesen Hass zu verurteilen, ohne ein „aber“ hinzuzufügen.

Das Schweigen der Aleida Assmann

Leo Sucharewicz, DEIN e.V. (direkt vom Autor)

Die Medien konfrontieren uns mit dem Elend der Welt, das wir ohnmächtig an uns vorbeiziehen lassen“, schreibt die „Kulturwissenschaftlerin“ Aleida Assmann in der FAZ vom 08.07.2020. Das „Elend der Welt“ ist ein großes Thema. Für Aleida Assmann besteht es nicht in Hunger und Armut, nicht in Krieg und Zerstörung, nicht in Krankheit und Korruption, sondern im Rechtsstreit um eine Immobilie, am Rande Jerusalems.

Dieses Elend der Welt schmerzt Aleida Assmann und zwingt sie zu einem „Aufschrei gegen die Ohnmacht des Schweigens.“ Und – übersehen wir den Antagonismus – zu tiefster Resignation, weil „nichts und niemand mehr zu retten ist.

Aleida Assmanns anti-Israel-Obsessionen sind so bekannt wie ultimativ. Nach dem „Elend der Welt“ ist nicht mehr viel an beklagenswerten Apokalypsen vorstellbar, auch begrifflich lässt es sich kaum toppen. Was also soll Aleida Assmann zur Zerstörung der Ukraine sagen? Was zum Massenmord an ukrainischen Zivilisten? Zur Zerstörung ganzer Städte? Was zu hunderten Vergewaltigungen?

Sie sagt – nichts. Aleida Assmann, seit Jahren umtriebig in einem Dunstkreis selbstgeschaffener antiisraelischer Thematisierungen, ist im Konsens der Kritik an Russlands Vernichtungskrieg nicht wahrnehmbar.

Dabei ist die Meisterin des akademischen Geschwurbels zu kunstvollen Offenbarungen durchaus fähig: „Die Erinnerung der Menschen bahnt sich unterschiedliche Wege, entdeckt Zusammenhänge und bildet unerwartete Allianzen, die sich von den Mustern und Vorgaben der Ideologen entfernen und auf diese Weise neue Wege und Zugänge öffnen.“ Es gelingt ihr auch, den Holocaust als erinnerungskulturelles „Geschichtsereignis“ kryptoakademisch neu zu definieren.Deshalb fehlt ihr bei der geschundenen Ukrainezwangsläufig dieSteigerung von „Das Elend der Welt.“ DerGeschwurbel-Nachschub stockt. Das monströse Verbrechen an einem Volk in Europa führt bei Aleida Assmann zu keinem vernehmbaren Aufschrei.

Verachtenswert ist nicht alleine ihre Geschwurbel-Blockade, sondern die Hässlichkeit gehässiger akademischer Heucheleien. Diese phänotypische Aleidaisierung hat in den vergangenen Jahren um sich gegriffen: wenn in ZDF-Nachrichten ein palästinensischer Attentäter als Opfer betitelt wird; wenn der Bayerische Rundfunk aus dem blutigen Anschlag eines palästinensischen Terroristen eine „Kneipenschießerei“ (sic!) macht.

Aleida Assmann ist mehr als ein akademischer Troll. Sie ist ein Synonym für die neue informative Dreistigkeit, mit der unsere Demokratie untergraben wird.

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Dipl.sc. pol Leo Sucharewicz ist Kommunikationspsychologe mit Schwerpunkt Politische Psychologie und Vorstand des Demokratie – und Information e.V.

Fragen / Hintergrundinformationen bitte per E-Mail: LS@comlab.de

Verloren in Deutschland

Die Jerusalem Post veröffentlichte einen Kommentar von Malca Goldstein-Wolf zu Antisemitismus und Antisemitismus-Beauftragten (insbesondere Michel Blume aus Baden-Württemberg). Sie stellte ihn auf Deutsch in Facebook ein, ich habe ihn von dort übernommen:

Als Jude in Deutschland muss man sich damit abfinden, dass die Position eines Antisemitismusbeauftragten in den meisten Fällen kosmetischer Natur ist.

Alle 16 Bundesländer, einschließlich der Bundesregierung, haben derzeit Beauftragte für die Bekämpfung des Antisemitismus.

Im Stadtstaat Berlin gibt es gleich fünf Antisemitismus-Beauftragte.

Im „besten Deutschland aller Zeiten“ sollten sich Juden angesichts dieser Tatsache eigentlich sehr geschützt fühlen, bald gibt es mehr AS-Beauftragte als Juden im Land, um es einmal sarkastisch auszudrücken.

Leider gibt es einen Haken.

Während die deutsche Innenministerin Nancy Faeser stoisch auf die Gefahr aus der extremen Rechten verweist, wird die Gefahr des Islamismus von ihrem Ministerium geleugnet.

Antisemitismus von rechtspopulistischer Seite wird überall verurteilt, und der Beifall der linken Kräfte ist einem sicher. Wenn man aber auf den muslimischen Judenhass, vor dem sich die Mehrheit der Juden in seiner besonders aggressiven Form fürchtet, hinweist, läuft man Gefahr, auch als deutscher Jude ungerechtfertigt in eine rechtsextreme Ecke gestellt zu werden.

Der Zustand Deutschlands hat sich seit dem unkontrollierten Zustrom von Migranten und Flüchtlingen im Jahr 2015 dramatisch verschlechtert. Und es gibt eine beunruhigende Tendenz, diejenigen zum Schweigen zu bringen – nicht nur Juden und Frauen -, die die unkontrollierte Einwanderung kritisieren, was zu einem Anstieg von Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit beiträgt.

Leider kann aber auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung kaum etwas unternehmen; wer schießt schon auf seinen eigenen Arbeitgeber?

Selbst dem Zentralrat der Juden, der wichtigsten jüdischen Organisation in Deutschland, scheinen oft die Hände gebunden zu sein.

Finanziell abhängig von der Regierung und angewiesen auf Berlin, um die Sicherheit jüdischer Einrichtungen zu gewährleisten, ist es nicht verwunderlich, dass der Zentralrat oft schweigt, wenn ein Aufschrei nötig wäre.

Der Antisemitismusbeauftragte des süddeutschen Bundeslandes Baden-Württemberg, Michael Blume, ist ein Beispiel dafür, dass in Deutschland etwas faul ist im Kampf gegen den Judenhass.

Blumes Position kann als Farce bezeichnet werden. Kritik an seiner Arbeit bestraft er mit öffentlichen Anschuldigungen auf Twitter.

Von einem Antisemitismusbeauftragten würde man sich wünschen, dass er dazu beiträgt, die Städtepartnerschaft zwischen Freiburg und Isfahan, einer Stadt im mörderischen Regime des Iran, das Israel auslöschen will, zu beenden und das Konto einer der größten BDS-nahen Organisationen bei der Landesbank Baden-Württemberg zu kündigen.

Aber das will Blume offenbar nicht verstehen.

Blume zieht es vor, nach „wissenschaftlichen Verbindungen“ zwischen Antisemitismus und Dekarbonisierung zu suchen. Das ist kein Scherz.

Kritiker werden von ihm als rechte Trolle diffamiert, darunter auch der prominente deutsch-jüdische Autor Henryk M. Broder, ein Kind von Holocaust-Überlebenden, der mit unvergleichlichem Witz nicht müde wird, den Finger in die Wunde derer zu legen, die sich gerne als „Judenfreunde“ ausgeben und die er mit messerscharfer Präzision entlarvt.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk fabulierte Blume, dass es in der jüdischen Gemeinschaft „Rechtsextremisten“ gebe, die mit „Hass“ auf seine deutsche muslimische Frau reagierten. Ich kenne niemanden in den jüdischen Gemeinden, auf den dieser Vorwurf zutrifft. Blume hat keine Beweise vorgelegt.

Warum Blume in dem Interview ausgerechnet Juden diffamiert, ist für einen Antisemitismusbeauftragten recht befremdlich.

Seine Aufnahme in die „Global Antisemitism Top Ten“-Liste des Simon Wiesenthal Centers mit den schlimmsten antisemitischen Vorfällen im Jahr 2021 ist kein Zufall.

DARUM muss man sich als Jude in Deutschland natürlich damit abfinden, dass die Position eines Antisemitismusbeauftragten in den meisten Fällen nur kosmetisch ist, um das deutsche Gewissen zu beruhigen, in Wirklichkeit aber kaum etwas bewirken kann.

Nun stinkt der Fisch ja bekanntlich vom Kopf her.

Deutschlands neue Außenministerin Annalena Baerbock hat bei ihrem jüngsten Besuch in Israel, einen Tag nach ihrem Besuch in Yad Vashem, dem Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, versichert, dass Deutschland sein verlässlicher Partner sein wird.

Das bedeutet, dass die palästinensischen Terrorrenten weiterhin indirekt vom deutschen Steuerzahler finanziert werden und dass die UNRWA keine Angst haben muss, dass das Geld ausgeht, um israelfeindliche Hasslehrbücher zu drucken.

Die Show muss weitergehen.

Israel erlebt derzeit eine der schlimmsten Terrorwellen der letzten Jahre, mit 14 Toten in etwas mehr als zwei Wochen.

Das Auswärtige Amt bedient sich in seiner Stellungnahme der Floskeln, die man schon aus den schlechten Zeiten des vorherigen Außenministers Heiko Maas kennt.

Es spricht von einer möglichen „Spirale der Gewalt“ zwischen Juden, Muslimen und Christen.

Dass es sich dabei um islamistischen Terror handelt, wird nicht erwähnt. Gott sei Dank rufen sie nicht zur „Mäßigung auf allen Seiten“ auf.

Es scheint, als wollten die deutschen Politiker die Tatsache ignorieren, dass die Islamisten, die Terroranschläge gegen „Ungläubige“ in Deutschland verüben, die gleiche Denkweise haben wie die Islamisten, die Israelis angreifen.

Es nützt nichts, die toten Terroropfer in Israel zu betrauern, wenn das Geld weiter an die Palästinenser fließt und Deutschland indirekt „Terrorrenten“ an die Familien der palästinensischen Terroristen mitfinanziert.

Wie gut, dass es im schlimmsten aller Fälle für uns Juden Israel gibt.

Ich habe keine Ahnung, wohin nicht-jüdische Deutsche fliehen können.

Der Schwätzer aus Baden-Württemberg

Am 30. März antwortete der Antisemitismus-Beauftragte von Baden-Württemberg, Michael Blume, auf einen Tweet:

Mein erster Gedanke: Der Typ versucht doch glatt Antisemitismus so zu definieren, dass er sich nicht ausdrücklich gegen Juden richtet. Allein gegen Juden gerichtet, geht bei ihm nicht, das muss verwässert werden und deshalb sind immer andere (mindestens) genauso Opfer von Antisemitismus wie Juden.

Herr Blume, wollen Sie uns weismachen, der Terrorist habe nicht nur Judenmord begehen wollen? Die nichtjüdischen Opfer seien nicht zufällig?

Ja, die Folgen des Terrorismus sind auch nichtjüdische Opfer – aber das war dem Täter nicht bewusst. Er wollte Juden ermorden. Seine Morde waren gegen Juden gerichtet. Dass Nichtjuden unter den Opfern waren, war Zufall und nicht beabsichtigt.

Ach übrigens, Herr Blume: Wenn die Verharmlosung des iranischen Regimes enden muss, warum sprechen Sie sich nicht endlich dagegen aus, dass die Mullahs von Deutschland aus weiter hofiert werden und Freiburg seine Städtepartnerschaft mit Isfahan aussetzt?

Das ist pure Heuchelei, was Sie da schreiben, denn es ist einmal mehr so, dass bei einem deutschen Posteninhaber Reden und Handeln einfach nicht zusammenpassen.

Deutsche Welle verbreitet übliche Lügen

gefunden auf twitter:

Übersetzt: Ringen um Finanzen ist für die UNRWA nichts Neues. Sie wurde von der UNO 1949 gegründet, um Palästinenser zu entlasten, die während des Kriegs von 1948 geflohen waren oder vertrieben wurden, mit dem der Staat Israel gegründet wurde….

Lügen:

1. Palästinenser: Damals redete niemand von Palästinensern. Wenn schon, dann waren alle Einwohner des britischen Mandatsgebiets Palästina gemeint. Der Auftrag sprach von Palästina-Flüchtlingen, damit waren nicht nur die Araber gemeint, denn Jordanien vertrieb viele Juden aus den von ihm besetzten Gebieten. Dass die UNRWA damit endete sich ausschließlich um Araber zu kümmern, lag daran, dass Israel der Meinung war, ohne die UNO-Hilfen klarzukommen. Vertriebene Juden wurden auch nicht in Lagern gehalten, wie es die Araber mit ihren Geflohenen machten.

2. Der Staat Israel wurde nicht durch den Krieg oder mit Hilfe des Krieges gegründet, sondern vorher. Einen Tag nach Ausrufung des Staats Israel überfielen mehrere arabischen Armeen diesen Staat, um ihn zu vernichten und die Juden ins Meer zutreiben, die dabei nicht getötet würden.

Was die Deutsche Welle zudem auslässt: Die UNRWA war als temporäre Einrichtung gedacht. Dass es sie heute noch gibt, ein Vielfaches der damaligen Zahl an Menschen versorgt und eine mehr als seltsame Definition für Flüchtlinge hat, die sonst nirgendwo in der Welt gilt, lässt die DW anscheinend aus.

Dieser Regierungssender betreibt Geschichchtsklitterung, die durchaus als antisemtisch bezeichnet werden kann.

Warum das Theater?

…, wenn solche Leute in der Regierung sind?

Der Rechtsanwalt Joachim N. Steinhöfel hat Kultur-Staatsministerin Claudia Roth zugehört und schreibt:

Der südafrikanische Apartheidsstaat sei zurecht verschwunden, Israel aber solle in einer Zweistaatenregelung weiterexistieren dürfen, so die Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Kann sich Deutschland wirklich eine solche Antisemitin in einem Regierungsamt erlauben? Was ist die Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag wert, wenn diese Ministerin der Schande nicht sofort zurücktritt.

Wie großzügig von ihr! „Israel DARF weiter existieren“! Aber nur, wenn die schlimmsten Antisemiten und Völkermord-Aspiranten vor Ort ihren eigenen Staat bekommen.

DAS ist deutsche Staatsräson. So wird ein Schuh draus: Die Juden bekommen die Erlaubnis von Deutschen weiter zu existieren, noch nicht ausgeslöscht zu werden.

Geht’s noch?

Hat Deutschland Angst vor Im Tirtzu?

Ein interner E-Mai-Dialog zeigt, dass deutsche Beamte auf eine zionistische NGO einschlagen, Forderungen der Organisation als „polemische Übertreibung“ definieren

Benjamin Weinthal, Israel National News, 20. Dezember 2021

Das Reichstagsgebäude in Berlin (Foto: GermanyFlash 90)

Nachdem die deutsche Regierung sich Anschuldigungen ausgesetzt sah, die Bundesrepublik verwende Steuerzahlergelder zur Finanzierung von israelfeindlichen NGOS, BDS und Terroraktivitäten, sollen deutsche Beamte in internen Mitteilungen harte und undiplomatische Sprache zu einem Exposé verwendet haben, das die israelische Organisation Im Tirtzu (Bau des zionistischen Traums) in die Öffentlichkeit gebracht hatte.

Matan Peleg, CEO von Im Tirtzu, sagte gegenüber Israel National News am Montag: „Wir haben immer gesagt, dass die deutsche Regierung sich in einem Zustand der Selbstverleugnung befindet, in dem die eine Hand vorgibt an der Lösung des Konflikts zu arbeiten und die andere Hand antizionistische Propagandagruppen finanziert, die vom Konflikt profitieren und an seiner Eskalation arbeiten.“

Er fügte hinzu: „Nachdem wir jetzt ihre interne Korrespondenz zwischen verschiedenen Abteilungen ihres Außenministeriums gesehen haben, stellt sich heraus, dass sie einander schlicht belügen. Die deutsche Regierung kann ihre Irreführung entweder weiterführen oder sie kann aufhören Organisationen zu finanzieren, die vom Konflikt und vom menschlichen Leid profitieren, wie es B’Tselem tut, die sich auf der höchsten Ebene der Schändlichkeit befindet.“

In einem komplexen Hin und Her von E-Mails zwischen dem deutschen Außenministerium und dem Kanzleramt der ehemaligen Kanzlerin Angela Merkel wurde anscheinend eine Text-Mail versehentlich als Teil der autorisierten Antwort der deutschen Regierung an Im Tirtzu verschickt. Die Mitteilung offenbart einen seltenen Einblick in die inneren Abläufe deutscher Top-Diplomaten und -Beamten, die mit Israel zu tun haben.

Die deutschen Beamten scheinen Nervosität über die Bedeutung und „Reichweite der Organisation [Im Tirtzu] in Israel zum Ausdruck zu bringen und erwarteten, dass ein Teil der formellen Antwort der Regierung auf einen Brief von Im Trizu in den Medien veröffentlicht wird.

Die Hintergrund-E-Mail wurde von einem offiziellen Vertreter des Außenministeriums verschickt. Israel National News hatte dem Vertreter eine Anfrage geschickt.

In dem internen Dialog, der anscheinend unbeabsichtigt in die E-Mail des Beamten einging, trat folgendes Zitat auf: „Desweiteren scheut die Organisation [Im Tirtzu] weder vor polemischer Übertreibung zurück („diese Propagandaorganisationen gedeihen durch Konflikt und brauchen ihn zum Überleben und Deutschland hat aus dem Konflikt ein Geschäft gemacht“) noch vor erwiesenermaßen falschen Behauptungen.“

Der Vermerk des deutschen Außenministeriums verwies auf Teile von Pelegs Brief an Merkel im Oktober, der den Streit auslöste.

Peleg schrieb: „Die Regierung Deutschlands arbeitet subversiv und undemokratisch an der  Veränderung des Charakters eines anderen demokratischen Staates – eines Staates, der mehr Menschenrechte bietet als jeder andere im Nahen Osten – indem sie Organisationen im Land finanziert, die offen daran arbeiten ihn zu untergraben.“

Deutschland bezweifelte Im Tirtzus Argument, dass „ein B’Tselem-Aktivist am 28. September 2021 dabei erwischt wurde, wie er Feuer an einem arabischen Gebäude in Hebron legte, um das Juden anzuhängen“.

In einem im Dezember von Israel National News erlangten Brief schrieb Peleg an den Beamten: „In ihrer Antwort bestritten Frau [Nina] Bernhard und andere deutsche Beamte, dass ein Mitglied von B’Tselem erwischt wurde, wie es Feuer an einem arabischen Gebäude im Raum Hebron legte, um Juden zu belasten, trotz der Tatsache, dass der Vorfall in israelischen Medien weithin publiziert wurde (wie Channel 12 News berichtete).“

Israel National News schickte Presseanfragen an das deutsche Außenministerium und Bernhard.

Der Streit zwischen Im Tirtzu und dem deutschen Außenministerium begann im Oktober, als die israelische NGO Deutschland vorwarf, dass Deutschland mit „direkter (über das deutsche Außenministerium) als auch indirekter Finanzierung (über Stiftungen der Regierung) israelischen politischen Organisationen von außen umfangreich finanziert, die die BDS-Bewegung, Arbeit zur Ausübung von externem internationalen Druck auf Israel, Arbeit zur Veränderung von Israels Einwanderungspolitik unterstützen und sogar daran arbeiten mit Hilfe juristischen und internationalen Drucks Israels Politik gegenüber dem Terrorismus zu ändern.“

BDS ist die Abkürzung für Boykott, De-Investitionen und Sanktionen, einer Kampagne, die sich gegen den jüdischen Staat richtet. Der Bundestag bezeichnete BDS in einem Beschluss von 2019 als antisemitisch.

Nach Angaben von Im Tirtzu „hat allein Deutschland im Verlauf der letzten Jahre 34 politische Organisationen in Israel finanziell unterstützt, die allesamt der extremen Linken angehören. Von 2012 bis 2021 hat Deutschland NIS 84.204.316 (22,5 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt – eine gewaltige Summe, besonders für israelische Verhältnisse.“

Im Tirtzu schrieb: „Siebzehn Prozent der 22,5 Millionen von Deutschland diesen radikalen Gruppen gegebenen Euro sind in Organisationen geflossen, die mörderischen Terroristen und ihren Familienmitgliedern vor israelischen Gerichten juristischen Schutz bieten.“

In ihrem Brief führte Im Tirtzu ein Beispiel an, dass eine dieser Organisationen in den letzten Jahren 81 Terroristen und ihren Familien Rechtsschutz bereitgestellt hat. „Diese Terroristen waren für die Ermordung von 77 Menschen verantwortlich“, schrieben sie.

Die NGO tadelte auch B’Tselem wegen des dieser vorgehaltenen israelfeindlichen Verhaltens. „Deutschland finanziert zu nicht unerheblichem Anteil die Organisation B’Tselem, die von 2012 bis 2021 von Deutschland 9.107.706 Euro erhielt.“

Die deutsche Regierung schrieb als Antwort an Im Tirtzu: „Die Bundesregierung kooperiert nicht mit Partnern, die Gewalt fördern oder betreiben oder Israels Existenzrecht bestreiten. Wir finanzieren keine Projekte, die aktiv für BDS werben. Deutsche politische Stiftungen sind keine staatlichen Instanzen und arbeiten unabhängig von der Bundesregierung. Auch in diesem Sinne begrüßen wir nicht unbedingt alle Ansichten, die von zivilgesellschaftlichen Partnern oder unabhängigen Organisationen geäußert werden, deren fundamentales Recht auf freie Meinungsäußerung Teil demokratischer und pluralistischer Gesellschaften wie Israel und Deutschland sind.“

Die Erklärung der Bundesregierung fügte hinzu: „Vorwürfe zu jeglicher Mitwirkung an sanktionierten Einzelpersonen oder Instanzen sowie Fehlverhalten werden sehr ernst genommen und sorgfältig geprüft. Unsere Partnerorganisationen sind gesetzlich verpflichtet detaillierte Ausgaben- und Aktivitätsberichte vorzulegen. In gleicher Weise stehen wir auf der Seite von Menschenrechts-Verteidigern und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich falschen Anschuldigungen und Desinformationskampagnen ausgesetzt sehen.“

Peleg sagte: „Die mühsam verdienten Steuergelder deutscher Bürger sollten besser für deren eigenes Wohlergehen ausgegeben werden, nicht für das Schüren der Flammen des Konflikts in einem anderen Land. So wie Israel keine politischen Organisationen in Deutschland finanziert, die versuchen Deutschlands Zuwanderungs- oder Wirtschaftspolitik zu verändern oder mörderischen Terroristen und ihren Familien Rechtsschutz bieten, sollte auch Deutschland solche Organisationen in Israel nicht finanzieren.“

Er fügte hinzu: „Es ist wichtig festzuhalten, dass wir weiter unseren breiten Einfluss in Israel dazu verwenden werden Deutschlands undemokratische Interventionen in unsere Angelegenheiten zu verhindern. Bei allem Respekt: Israel ist keine deutsche Kolonie.“

Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland reagierte: „Wir nehmen grundsätzlich nicht Stellung zu interner Korrespondenz oder Konsultationsprozessen. Die Arbeit der deutschen politischen Stiftungen wird nicht im Auftrag der Regierung ausgeführt. Die Stiftungen wählen ihre Projekte eigenständig aus und sind für deren Umsetzung selbst verantwortlich.“