Typisch deutsch – Schilder aufstellen und schon ist alles gut…

Vor ein paar Jahren sah ich einen amerikanischen Kabarettisten, der in Deutschland damals recht populär wurde. Er hatte ein deutsches Programm, weil er hier lebt und seine Themen von hier bezieht. Damals ging gerade mal wieder die Diskussion um Waffenbesitz und -verbote rum, weil in den USA ja so viel tödlich geschossen wird. Der gute Mann sinnierte darüber, wie man wohl in Deutschland mit der Situation umgehen würde, die im New Yorker Central Park herrschte: Drogendealer und jede Menge Schüsse. Seine „deutsche Lösung“: Hier würden sie ein Schild aufstellen – „Schusswaffen verboten“. Damit wäre die Sache für Deutschland geregelt und gut. (Oder auch nicht…)

Etwas Ähnliches ging mir jetzt durch den Kopf, als ich beim Gatestone Institute in den Notizen am Anfang des Artikels zur (illegalen) Masseneinwanderung nach Europa dies las:

In Deutschland, wo Schlepper inzwischen illegal Einreisende auf Autobahnen aussetzen, haben die Behörden reagiert – nicht, indem sie die Schlepper abfangen oder abschrecken, sondern indem sie neue Verkehrsschilder aufstellen, die die Autofahrer auf die Gefahr durch mögliche Fußgänger auf der Autobahn aufmerksam machen.

Das ist die deutsche Lösung. Schilder aufstellen, schon ist alles gut. Die allerdeutscheste der deutschen Lösungen wäre wohl den Autofahrern das schnelle Fahren zu verbieten oder an der Grenze ein Schild aufzustellen: Illegale Einwanderung verboten. Schon ist alles gut. Auch bei den Grünen (und Roten und …), die sich dann über den Rassismus und die Fremdenfeindlichkeit aufregen können, die in Deutschland auch noch von Staats wegen herrscht.

Analyse: Deutsche nutzen Holocaust-Straßengedenkmale um auf Israel einzuprügeln

Es gibt in München eine laufende Debatte darüber, ob die bayrische Hauptstadt die Verlegung von „Stolpersteinen“ genehmigen sollte.

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 11. August 2015

Es gibt unter Deutschen zunehmend die Tendenz des Holocaust zu gedenken, um aus jüdischen Opfer in eine Knute zu machen, mit der Israel kritisiert und die Sache der Palästinenser vorangetrieben wird.

Die laufende Debatte in München darüber, ob die bayrische Hauptstadt die Verlegung von „Stolpersteinen“ genehmigen sollte, ist ein Beispiel dafür. Ende Juli stimmte der Münchener Stadtrat dafür diese Gedenkmale zu verbieten. Charlotte Knobloch, die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland und derzeit Vorsitzende der Münchener jüdischen Gemeinde, hat lange gegen die Stolpersteine gekämpft und sie eine Beleidigung der Opfer genannt. Die Holocaust-Überlebende Knobloch sagte, es sei unerträglich“, dass Passanten auf die Namen der Juden treten, die in der Tragödie ermordet wurden.

Es gibt sechs „Stolpersteine“ vor dem Wohnsitz des Autors in Berlin. Auf einem davon steht: „Hans Simson. Geboren 1913. Deportiert am 28.6.1943. Ermordet in Auschwitz.“

Die linke Zeitung Jungle World, die weithin als pro-israelische Wochenschrift angesehen wird, berichtete in einem Kommentar von Dora Streibl, dass Ulrich Restat, Mitgründer der Stolperstein-Gedenkmale in Kassel, 2014 auf einer antisemitischen Demonstration erklärte: „Der Tod ist heute ein Meister aus Israel“ und dass er sich wünschte, es würde „Stolpersteine“ für die ermordeten Palästinenser geben. Der Kommentar vermerkte zudem die antizionistischen Ansichten des Mitgründers der Münchener Stolperstein-Initiative.

Retats Bemerkung war eine Anspielung auf das berühmte Holocaust-Gedicht des jüdischen Dichters Paul Celan, einem Deutsch sprechenden Holocaust-Überlebenden, der über die Hitler-Bewegung schrieb: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ In ihrem Kommentar kritisierte Streibl Restat und andere, die die Stolpersteine als Form der Linderung ihrer pathologischen Schuldgefühle wegen der Verbrechen des Holocaust nutzen, um die modernen Juden zu Tätern zu machen. Sie fügte hinzu: „Die Stolpersteine erscheinen als bequeme, dezente Art des Gedenkens, man hat etwas getan.“

Andere haben argumentiert, dass es bei deutschen Holocaust-Denkmälern, einschließlich dem Haupt-Mahnmals im Zentrum von Berlins Regierungsbezirks, nicht um die Bewahrung der Erinnerung an die jüdischen Opfer geht, sondern eher darum die Deutschen sich gut fühlen zu lassen. Eine Äußerung des ehemaligen Bundeskanzlers Gehard Schröder im Jahr 1998 fängt die Leere dieses Ritualisierungsprozesses ein. Er sagte, das Holocaust-Mahnmal sollte ein Ort sein, „wo die Leute gerne hingehen“.

Wie andere Holocaust-Mahnmale hat das Stolperstein-Projekt auch Funktionen, kann argumentiert werden, als eine Art erfundener Widerstand gegen Deutschlands Nazi-Vergangenheit. Der deutsche Publizist Johannes Groß stellte Deutschlands Beziehung zu seiner Nazi-Geschichte akkurat dar, as er schrieb: „Je länger das Dritte Reich zurückliegt, umso stärker wird der Widerstand gegen Hitler und die Seinen.“

Es gibt in Deutschland keine Denkmäler für den gegen die Juden und Israelis verübten tödlichen Antisemitismus der Palästinenser, der Hisbollah und des Iran. Als vor Jahren einmal der Versuch unternommen wurde israelische Opfer in Bahnhöfen zu zeigen, gab es einen Aufschrei und der Plan wurde verworfen.

Der deutsche Künstler, der das „Stolperstein“-Projekt begann, ist Gunter Demnig. Nach Angaben von Reuters „gibt es 45.000 Stolpersteine in Deutschland und 16 weiteren europäischen Ländern. Allein Berlin hat 5.500 von ihnen“.

Die starke Beschäftigung mit dem Gedenken an tote europäische Juden hat in Deutschland bizarre neue Richtungen eingeschlagen. Ein passendes Update der berühmten sarkastischen Zeile des israelischen Psychoanalysten Zvi Rex könnte lauten: „Die Deutschen werden den Israelis Auschwitz niemals vergeben.“

Analyse: Ist Deutschlands diplomatische Offensive zugunsten des iranischen Deals für Israel gefährlich?

Deutschlands diplomatisches Corps lancierte eine Lobby-Kampagne zugunsten des Iran-Deals, um die Amerikaner umzustimmen, indem es seine Zusage gab Israels Sicherheit zu garantieren.

Benjamin Weinthal, The Jerusalem Post, 8. August 2015

Deutschlands diplomatisches Corps hat eine Lobby-Kampagne zugunsten des Iran-Deals begonnen, mit der versucht wird die Amerikaner umzustimmen, indem Berlins Garantie der Sicherheit Israels beschworen wird. Die Nummer 2 der Diplomaten in den USA, Philipp Ackermann, pantschte einige übertriebene Rhetorik zusammen, um die Zustimmung seines Landes zum Atompakt zu rechtfertigen.

Die Ablehnung der Vereinbarung durch den Kongress wäre ein „Albtraum“ und eine „Katastrophe“, sagte er nach Angaben von Politico. „Wir sind überzeugt, dass dieser Deal Israel sicherer macht. Wir sind wirklich davon überzeugt, dass Israel aus diesem Deal sicherer hervorgehen wird.“

Ackermann führte die „besondere Beziehung“ zwischen Israel und Deutschland als weiteren Grund dafür an, dass die Amerikaner die Vereinbarung unterstützen sollten. Der Gebrauch – oder wohl eher Missbrauch – der sogenannten besonderen deutsch-israelischen Beziehungen hat Parallelen zur selbstgerechten Haltung vieler Deutscher, die ihre Nazigeschichte in Richtung Israel „aufgearbeitet“ haben. Der deutsche Publizist Wolfgang Pohrt beschrieb das Phänomen so, dass Deutsche als Israels Bewährungshelfer agieren, um „ihre Opfer vor einem Rückfall zu bewahren“.

Deutsche Oberlehrerhaftigkeit in Verbindung mit den Lektionen des Holocaust stellt die Geschichte auf den Kopf. Gemäß dieser Sichtweise sollten die Juden als Opfer ihre Lektion aus der Schoah gelernt haben, wie die Deutschen es als Täter machten.

Verkörpert Deutschlands Kampagne zugunsten des Atom-Deals die diplomatische Version dieser Perspektive? Einen Ausdruck seines Glaubens, dass es besser als Israel weiß, wie man das Überleben des jüdischen Staates garantiert? Angesichts dessen, dass das gesamte politische Spektrum in Israel den Iran-Deal vehement ablehnt, befindet sich Angela Merkels Regierung in einer misslichen Lage.

Um fair zu sein: Deutschland versorgt Israel mit U-Booten der Delfin-Klasse, die eine hochentwickelte Zweitschlag-Kapazität haben. Medien im Ausland berichten, dass die fortschrittlichen Boote mit Atomwaffen bewaffnet werden können.

Aus Israels Perspektive gibt es stichhaltige Gründe zu Skepsis gegenüber Berlins Zusicherungen. Deutschlands Außenpolitik hat eine holprige Geschichte und schwache Resultate. Außenminister Frank-Walter Steinmeiers Bemühungen den russischen Chauvinismus in der Ostukraine zu beenden, sind fehlgeschlagen.

In untypisch undiplomatischer Sprache sagte Steinmeier der ARD: „Das ist ein verantwortbares Abkommen und auch „Israel sollte sich das genauer anzuschauen und nicht mit sehr grobschlächtiger Kritik gegenüber diesem Abkommen verfahren.“

In Reaktion erklärte Israels Botschaft in Berlin gegenüber der Jerusalem Post: „Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier erklärte im Interview mit der ARD, dass bestimmte Themen nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden, wie das unter Freunden üblich ist. In die gleiche Richtung geht das, was wir unseren deutschen Partnern zu vermitteln haben, nämlich dass auch wir uns direkt äußern und nicht über die Medien.“

Um Deutschlands diplomatischen Angriff auf Israel in Begriffen der Realpolitik zu formulieren: Dies dürfte die Maxime spiegeln – um Sir Henry Wottons berühmten Satz von 1604 zu zitieren – dass „ein Botschafter ein aufrichtiger Herr ist, der zum Wohl seines Landes zum Lügen ins Ausland geschickt wird“.

Was Ackermann sagt, ist nicht neu, steht aber Israels Wünschen offen entgegen. Deutschlands Bemühungen, heimlich die gewählte Regierung seines „besonderen Partners“ – des jüdischen Staats – zu unterlaufen, trat in der ersten Amtszeit Obamas in Erscheinung. Merkels oberster politischer Berater Christoph Heusgen sagte den USA nach Angaben von WikiLeaks, um Benjamin Netanyahus Verhalten zu ändern, sollte eine Verbindung zwischen (aus Israels Sicht) „wohlwollender Behandlung zum Golstone-Berichts [über den Gazakrieg vom Januar 2009] im UNSC [UNO-Sicherheitsrat] und Israels Verpflichtung zu einem Stopp der Siedlungsbauaktivitäten“ geknüpft werden. Der damalige US-Botschafter in Deutschland, Philip Gordon, nannte Heusgens Idee „kontraproduktiv“.

Israelische Diplomaten haben der Post im Verlauf der Jahre gesagt, dass Heusgen Jerusalem gegenüber nicht wohlwollen eingestellt ist.

Ein weiteres aufschlussreiches Beispiel für die Diplomatie gegen Israel: Wolfgang Ischinger, ein ehemaliger deutscher Botschafter in den USA und Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz, reicht regelmäßig öffentliche Briefe an die Leiterin der EU-Außenpolitik herum, die zu Sanktionen gegen Israel durch die 28 EU-Staaten fordern.

Das stille wirtschaftliche Schwergewicht der deutsch-israelischen Beziehungen bleibt Berlins Wunsch seine Handelsbeziehungen im Umfang von $5 Milliarden jährlich mit dem Iran wiederzubeleben. Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel reiste im Juli in den Iran. Er führte eine 60-köpfige Delegation, zu der Chefs der deutschen Top-Firmen gehörten.

Martin Herrenknecht, Gründer der Herrenknecht AG, die „topmodernes Bohrgerät herstellt, das bis in Tiefen von 6.000 Metern bohren kann“, war Teil der Gabriel-Reise. „Ich bin froh Ihnen mit meinen Tunnelbohrmaschinen helfen zu können“, sagte Herrenknecht dem Bürgermeister von Isfahan nach Angaben der Zeitung DIE WELT.

Schweres Erdbaugerät lässt Beobachter wegen Irans illegales Atomwaffenprogramm die Stirn runzeln, hauptsächlich weil es genutzt werden kann, um unterirdische Einrichtungen wie die Atomanlage Fordow zu bauen, die nahe der heiligen Stadt Qom tief im Berg liegt.

Da die Vereinigten Staaten, die älteste Demokratie der Welt, den Atompakt mit dem Iran erbittert hinterfragt und beobachtet, erklärte Ackermann stolz: „In Deutschland gibt es zu dem Deal keine Debatte. Nicht im Parlament und nicht in der Zivilgesellschaft.“

Die besondere deutsch-israelische Beziehung demonstriert ihre Grenzen.

Deutsche Schulbücher und antiisraelische linke Eliten

Evelyn Gordon, 12. Juli 2015

Der Meinungsforscher Frank Luntz löste diese Woche mit einer Umfrage kurzzeitig Schockwellen aus, die die unterirdische Sicht auf Israel zeigt, die Meinungsführer der Demokraten haben. Unter anderem wird Israel von 47 Prozent für rassistisch gehalten, nur 32 Prozent stimmen dem nicht zu; und satte 76 Prozent sagen, Israel habe zu viel Einfluss auf die US-Außenpolitik. In Wahrheit sollte das für alle, die diese antiisraelischen Meinungen kennen, inzwischen nicht mehr neu sein, da ihr küssender Cousin, der Antisemitismus, vorrangig die Domäne der linken Eliten ist. Ich habe schon über eine deutsche Studie geschrieben, die zeigt, dass die gebildeten Eliten, weniger die rechtsextremen Ränder, der Quell des Antisemitismus in diesem Land sind; erst letzten Monat stellte eine weitere Studie fest, dass das auch für antiisraelische Einstellungen gilt. Und der Grund dafür geht über die offensichtliche Tatsache hinaus, dass Antisemitismus und Antiisraelismus zusammenhängen.

Der Hintergrund der neuen deutschen Studie ist eine Reihe von Umfragen, die schockierende Grade an antiisraelischen Stimmungen bei gewöhnlichen Deutschen zeigt: 35 Prozent zum Beispiel „setzen israelische Politik gegenüber den Palästinensern mit der Nazipolitik gegenüber den Juden gleich“. Angesichts der viel gepriesenen „besonderen Beziehung“ zwischen Deutschland und Israel werfen solche Befunde offensichtliche Fragen dazu auf, wie so viele Deutsche solche verzerrten Ansichten entwickelten.

Also entschied sich eine Gruppe deutscher und israelische Forscher deutsche Schulbücher zu analysieren, um zu sehen, was genau deutsche Schulen ihre Schüler lehren. Sie untersuchten 1.200 Schulbücher der Fächer Geschichte, Geographie und Sozialwissenschaften aus fünf Bundesländern und kamen zu dem Schluss, dass diese Bücher Israel fast ausschließlich als militaristische, kriegslüsterne Gesellschaft darstellen.

Israels robuste Demokratie, Respekt für Menschenrechte und weitere Errungenschaften kommen in diesen Büchern nicht vor. Die Illustrationen bestehen aus „tendenziösen und einseitigen fotografischen Darstellungen“ israelischer Soldaten, die Palästinenser bedrohen oder Gewalt gegen sie verüben.

„Besatzung und Siedlungen“ werden als Haupthindernis für den Frieden dargestellt; die Tatsache, dass sowohl Israelis als auch Palästinenser Ansprüche auf das Land haben, bleibt unerwähnt und palästinensischer Terror bekommt einen Freifahrtschein oder – wie der Bericht es ausdrückt – die meisten Autoren finden es „schwer, unmissverständlich palästinensische Gewalt gegen israelische Zivilisten als Terrorakte zu bezeichnen“.

Kurz gesagt: Es ist keine Überraschung, dass so viele Deutsche so negativ über Israel denken, denn das ist genau das, was sie in der Schule gelehrt werden. Stimmt, die Schulbücher vergleichen Israel nicht direkt mit den Nazis, aber der Vergleich benötigt für die Absolventen dieser Schulen keinen großen logischen Sprung  immerhin ist für einen Deutschen Nazideutschland das paradigmatische Beispiel einer militaristischen, kriegslüsternen Gesellschaft. Sagt man als Schülern erst einmal, dass Israel eine militaristische, kriegslüsterne Gesellschaft ist, kommt die Nazi-Analogie von ganz alleine.

Wer aber schreibt die Schulbücher, die diesen Schülern eine solch verzerrte Sicht auf Israel geben? Hinweis: Es sind nicht die Neonazi-Skinheads. Es sind die linken Eliten.

Das bringt uns zu der Frage, warum linke Eliten das einzige Land des Nahen Ostens derart hassen, in dem, wie Julie Burchill einmal schrieb, zu leben jeder von ihnen „ertragen könnte“. Die Antwort kann man im Kommentar „eines hochrangigen europäischen Diplomaten“ aus dem letzten Monat zu einem scheinbar nicht damit im Zusammenhang stehenden Thema finden: der anstehenden britischen Volksabstimmung über den Verbleib in der Europäischen Union: „Der Nationalstaat ist ein sehr altes Konept und vielleicht haben die Briten nicht voll erkannt, dass es ein wenig veraltet sein könnte“, erklärte der Diplomat. Und das, so habe ich bereits festgestellt, ist des Pudels Kern: Im Dogma der modernen linken Eliten ist der Nationalstaat passé.

Die Tatsache, dass der größte Teil der Welt immer noch aus Nationalstaaten besteht, stellt dieses Dogma nicht in Frage; immerhin kann man von umnachteten Regimen nicht erwarten, dass sie diese Ebene der Aufklärung bereits erreicht haben. Israel jedoch ist eine starke Kampfansage für das Dogma: Es ist ein modernes, westliches, demokratisches, die Menschenrechte respektierendes Land, das sich trotzdem stolz zum Nationalstaat des jüdischen Volkes proklamiert.

Und es gibt nur eine Art, wie linke Eliten die kognitive Dissonanz dieses Falls lösen, ohne ihr geschätztes Dogma zu opfern: indem sie Israel opfern. Oder mit anderen Worten: Indem sie es als rassistisches, kriegslüsternes, geistig umnachtetes Land beschreiben, das sich nicht von all den unaufgeklärten Nationalstaaten unterscheidet.

Schamlos darauf erpicht hinzureisen

Sarah Honig 20. Juli 2015

Deutschlands früher Vogel Sigmar Gabriel fängt in Teheran Würmer

In der Geschäftswelt fängt der frühe Vogel tatsächlich den Wurm und eingedenk dessen drängen sich europäische Firmen kopfüber eifrig in Abschlüsse mit dem Iran – obwohl die Sanktionen gegen das Ayatollah-Regime pro-forma noch nicht aufgehoben worden sind.

Am schnellsten und wichtigsten von allen sind die Deutschen, die ihre Begeisterung für Profit nicht kontrollieren können. Sie schickten eine hochrangige, 60-köpfige Delegation mit Angela Merkels Nummer Zwei an der Spitze, zusammen mit Repräsentanten solcher Industriegiganten wie Linde, Siemens, Daimler-Benz, Volkswagen und anderen. Los.

Wenn sie auch die eifrigsten dabei sind die Profite des Handels mit den völkermörderischen Feinden des jüdischen Staates einzufahren, so haben die Deutschen doch besondere Anreize rechtschaffen zu erscheinen. Und so empfahl der Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Iran „ihre Beziehungen zu Israel zu verbessern“, es anzuerkennen usw. Gabriel bot besorgt Deutschlands unverlangten Vermittlerdienste an. Allerdings bestehen Zweifel, dass die Ayatollahs, selbst wenn er seine moralistische Botschaft in Farsi hinausgebrüllt hätte, es geschafft hätten ihr höhnisches Gelächter zu unterdrücken.

Sein Lippenbekenntnis gab er jedoch nur in einem Interview mit der BILD, was die Sache etwas weniger als irrelevant macht.

Deutschland ist natürlich nicht alleine. Es ist nur schneller und schamloser dabei so erpicht zu sein dort hinzugehen als seine Nachbarn. Europas ungeduldiger Eifer nach Transaktionen mit dem Iran könnte bei Uneingeweihten durchaus den Eindruck erwecken, dass alle Sanktionen aufgehoben wurden, dass der Iran in vollem Umfang demonstriert hat, dass er seine Seite des Handels erfüllt, dass er vollkommen rehabilitiert ist, dass er den Terrorschläger abgegeben hat, seine atomaren Ambitionen fallen ließ und dass die Ayatollahs sich in eine pazifistische Sekte eingeschrieben haben.

Es ist so, als würde wieder in den Iran einzureisen für eine ganze Bandbreite unersättlicher Konzerne ein unwiderstehlicher, Geld schaffender Magnet sein – von Banken und Finanzkonglomeraten über den Öl- und Gassektor bis hin zu Autobauern und allerlei anderen Herstellern. Flugzeugladungen wild entschlossener Führungskräfte zahlreicher europäischer Firmen sollen für „informative“ Gespräche nach Teheran kommen, während die Tinte auf dem Deal von Wien kaum Zeit zum Trocknen gehabt hat. Der französische Außenminister Laurent Fabius und die italienische Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung Federica Guidi planen ebenfalls den Iran zu besuchen. Auf dem Fuße der Deutschen folgen eng die Briten, Niederländer, Schweizer, Spanier und andere. Gleichzeitig tauchen aus Europas Osten die Russen und aus Asien einig gleichermaßen enthusiastische Chinesen und Südkoreaner mit Angeboten an Teheran an.

Das gesamte Phänomen ist sowohl schwindelerregend als auch entmutigend, gelinde gesagt.

Es lohnt, sich daran zu erinnern, dass die internationale Gemeinschaft, während die Europäer und Asiaten über die eigenen Füße stolpern, um die Kumpanei mit dem Iran wiederherzustellen – ungeachtet seiner Terrorverbreitung und atomaren Machenschaften – mit verstärkten Boykotten des demokratischen Israel überflutet wird.

Der Ton für das rasche Anschwellen des Interesses an der iranischen Wirtschaft wird in Washington angegeben, das einst die Speerspitze der Sanktionen gegen den Mullahstaat war, jetzt aber einen anderen Kurs eingeschlagen hat.

Ironischerweise sind amerikanisch Firmen in Washingtons eigenen bürokratischen Regularien festgeklemmt, die ihre Möglichkeit behindert rasch von dem wiederentstehenden Handel mit einer Wirtschaft Gewinne zu erzielen, die die viertgrößten Ölreserven der Welt du ihre zweitgrößten Erdgasreserven stellt.

Gleichermaßen ironisch ist die Tatsache, dass einige derer, die jetzt der iranischen Verlockung am wenigsten widerstehen können zynisch nie ihre Operationen dort ganz einstellten, trotz der Sanktionen. Siemens stellt hier eines der verstörendsten Paradebeispiele dar.

Siemens behauptete durch alte Verträge verpflichtet gewesen zu sein, die nur Sektoren betrafen, die nicht von den Sanktionen abgedeckt waren. Trotzdem griff aber der Stuxnet-Virus – der die iranischen Zentrifugen für die Anreicherung von Uran, der weithin Israel zugeschrieben wurde – am Ende auch Siemens-Komponenten an. Alleine diese Tatsache sollte reichlich Futter zum Nachdenken sein.

Irans optimistische Geschäftsantreiber behaupten, den Ayatollahs die Wohlstandsrübe vor die Nase zu halten würde sie moderat machen. Fakt ist aber, dass die Chancen die Einschränkungen auf iranische Ölexporte aufzuheben, Bankkonten im Ausland zugängig zu machen und verschieden Bau- und weiter Projekte zu finanzieren den direkt gegenteiligen Effekt haben würden. Damit würden Teherans Atomprogramm und seine beispiellose Terror-Sponsorenschaft finanziell gestärkt.

Mit anderen Worten: Dem Iran wird gezeigt, dass er nicht nachgeben und seine „nicht verhandelbaren“ völkermörderischen Pläne gegen Israel vorantreiben kann, während die Reaktion aus Washington in unwahrscheinlicher Nachsicht besteht, die in Europa und Asien einen entnervenden, unüberlegten Wettkampf um lukrative iranische Geschäfte auslöst.

Die Tochter, mal wieder

Gibt es eklige Juden?

Was für eine Frage. Wenn man einen Menschen als eklig bezeichnen mag, dann gibt es natürlich auch eklige Juden. So wie es eklige Nichtjuden gibt, eklige Männer wie eklige Frauen usw. Genauso wie es nette Juden/Nichtjuden/Menschen/Männer/Frauen gibt oder schöne, sympathische oder sonstwas.

Für mich gehört diese Frau zu den ekligen Menschen. Da sie wohl Jüdin ist, ist sie für mich eine eklige Jüdin. Den Gründen dafür hat sie gerade erst wieder einen weiteren hinzugefügt. Und zwar so:

Das sieht so aus: Seit Jahren kann der eklige Hetzer Walter Herrmann in Köln vor dem Dom seine mit antisemitischen Parolen, Karikaturen, Sprüchen und Lügen gespickte „Klagemauer“ aufbauen. Praktisch ungehindert von der Stadt Köln, vor Klagen und Anzeigen geschützt durch die Kölner Staatsanwaltschaft. Lediglich bei ordnungspolitischen Dingen gab es hin und wieder einen erhobenen Zeigefinger, neulich sogar ein Gerichtsurteil. Da wurde ihm untersagt die Ekelbilder von ermordeten Kindern für Kinder leicht zugänglich auszustellen. Ansonsten – inhaltliche Fehlanzeige.

Ein weiterer Punkt waren die „Füße“, die er für seine Stellwände verwendet(e). Die brachte er erst hier, dann dort unter, um sie nicht immer mitschleppen zu müssen, was dann zu skurrilen Aussagen und Dementis verschiedener Institutionen wie dem WDR und der Stadtverwaltung führte. Keiner wollte ihm die Unterbringung genehmigt haben, keiner wollte sie vor der eigenen Tür vorfinden. Das Hickhack war „herrlich“. Mal ganz abgesehen davon, dass nicht so ganz geklärt werden konnte, wem die Dinger denn wirklich gehörten, da sie eventuell sogar von einer Baustelle „geholt“ worden waren.

Jetzt hatte die Stadt Köln tatsächlich wieder einen Grund einzuschreiten: Herrmann hatte zwei Füße an einen Laternenmast vor dem Dom gekettet, wenn er seinen Müll abbaute. Das geht nicht, eine solche Lagerung ist eine „unerlaubte Sondernutzung“ und das Amt für Straßen und Verkehrstechnik ließ die Teile entfernen, wozu die Kette mit einem Bolzenschneider durchtrennt werden musste. Sie wurden auf einem Transporter weggebracht. Walter Herrmann hatte weniger Möglichkeiten seine Hasswände aufzubauen und legte die Hetze einfach auf den Boden.

Und nun der Auftritt von Evelyn Hecht, die sich (seit wann eigentlich?) Evelyn Hecht-Galinski nennt, wobei sie jedem, der es nicht weiß, sofort dazu vermittelt, dass sie die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski ist. Mit dem Namen ihres Vaters geht sie hausieren, um eine Chance zu haben mit ihren üblen Äußerungen Publikum zu gewinnen.

Sie nimmt die Entfernung der Füße zum Anlass der Stadt Köln Raub von jüdischem Eigentum vorzuhalten: „Stadt Köln beschlagnahmt Eigentum einer deutschen Jüdin“, titelt sie auf ihrer persönlichen Internetseite, auf der auch so hervorragende Freunde von Freiheit und Demokratie (sprich: der Mullahkratie in Teheran) wie Yavuz Özoguz als Gastschreiberlinge auftreten dürfen. Auf der Unterseite seien die Füße klar mit ihrem Namen versehen (sieht man aber nicht), es handele sich um ihr persönliches Eigentum, das sie Herrmann zur Verfügung gestellt habe.

Da haben wir wieder das Spiel mit den deutschen Befindlichkeiten: „Eigentum einer Jüdin beschlagnahmt“, das darf nicht sein, das ist Nazi! Sie, die nie ein Problem hat Israel vorzuwerfen mit dem Holocaust Deutschland und Europa zu erpressen, arbeitet selbst genau mit diesem Mittel, wenn es darum geht einen antisemitische Hetze verbreitenden Menschen zu unterstützen und eine Ordnungsmaßnahme zu „kritisieren“, die diese Hetze erschwert.

Was kümmert es Frau Hecht, dass es völlig unerheblich ist, wem die Dinger gehören, wenn sie dort und auf diese Weise nicht gelagert werden dürfen? Was kümmert es Frau Hecht, dass Herr Herrmann weitgehend tun und lassen kann, was er will, ohne dass ihm in die Parade gefahren wird? Scheißegal, wenn dieser Typ irgendein Problem bekommt, springt sie in die Bresche und brüllt „NAZI!“ Da hängt sie wieder die Jüdin raus, damit Judenhass betrieben werden kann.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Hecht! Ich wünsche Ihnen, dass die Stadt Köln auf den Trichter kommt und Sie, das Sie so lauthals die Rückgabe der Füße an Sie fordern, auch für die Kosten in die Pflicht nimmt, die die Entfernung und Lagerung verursacht hat. Dann hat die scheinheilige, eklige Heuchlerin wieder Grund „NAZI!“ zu brüllen.