Studie: 40% der Deutschen hegen modern antisemtische Ansichten

Benjamin Weinthal, The Jerusalem Post, 6. Mai 2017

Der Antisemitismusbericht der Bundesregierung stellte fest, dass der Anteil der Deutschen, die antisemitischen Äußerungen zustimmen, von 28% im Jahr 2014 auf 40% im Jahr 2016 zunahm.

Das Brandenburger Tor in Berlin wird in den Farben der israelischen Flagge angestrahlt, um mit den Opfern des jüngsten LKW-Anschlags in Israel am 9. Januar 2017 Solidarität zu zeigen. (Foto: REUTERS)

Vor dem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Israel am Sonntag offenbarte eine Studie der deutschen Regierung, dass 40% der 82 Millionen umfassenden Bevölkerung von zeitgenössischem Antisemitismus infiziert sind – Hass auf den jüdischen Staat.

Der Antisemitismusbericht der Bundesregierung stellte fest, dass der Anteil der Deutschen, die antisemitischen Äußerungen zustimmen, von 28% im Jahr 2014 auf 40% im Jahr 2016 zunahm. Die Meinungsumfrage wurde von der der SPD nahe stehenden Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt.

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sprach Ende April mit DIE WELT und sagte: „Dass die Solidarität mit Israel in der deutschen Gesellschaft abnimmt, spüren wir schon. Das zeigt allein die Tatsache, dass sich das Wort ‚Israelkritik‘ hier einbürgern konnte. Auch sind wir im Alltag immer häufiger mit israelbezogenem Antisemitismus konfrontiert.“

Schuster sagte aber auch: „Der Bundespräsident sollte daher die Botschaft aussenden, dass man auf diese Freundschaft [mit Deutschland] auch wirklich zählen kann, auch in schweren Zeiten.“

Nach Angaben des Regierungsberichts sagte Schuster, dass nicht jede Form der Kritik an Israel antisemitisch ist. Er fügte jedoch hinzu, dass Kritik an Israel die Kriterien des modernen Antisemitismus erfüllt, wenn Israel mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt wird, die Opfer der Nazis in Täter verkehrt werden und wenn Israels Existenzrecht in Frage gestellt wird. Der 300 Seiten starke Bericht erklärt, dass nichtjüdische Deutsche dem Verdacht unterliegen eine Rechtfertigungsstrategie zu nutzen, um die verbleibenden Schuldgefühle wegen der Verbrechen der Nazis abzumildern.

Die Studie zitierte einen sarkastischen Satz des israelischen Psychoanalytikers Zvi Rex, der in dein 1980-er Jahren sagte: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“

Petra Pau, Bundestagsabgeordnete der Linken, sagte: „Der Antisemitismus ist ein Problem der Gesamtgesellschaft.“ Sie fügte hinzu, dass mit Israel verbundener Antisemitismus achtbar geworden ist.

Der Bericht zitierte antisemitische Skandale beinhalteten die Einladung der Linke für Anhänger der gegen Israel agierenden BDS-Bewegung in den Bundestag, um dort zu sprechen, sowie die antiisraelischen Artikel des SPIEGEL-Kolumnisten Jakob Augstein, der Israels Umgang mit den Palästinensern im Gazastreifen mit einem Konzentrationslager gleichsetzte.

Kritiker argumentieren, dass deutsche Politiker, Universitäten, Gewerkschaften und NGOs im Laufe der Jahre Angriffe auf Israels Existenzrecht und seine Produkte initiiert haben. Deutschland Außenminister Sigmar Gabriel, der letzte Woche wegen seiner Entscheidung sich mit der linken NGO Breaking the Silence zu treffen in eine Kontroverse verwickelt war, sagte dem Hamburger Abendblatt Ende April: „Die akutelle Regierung ist nicht Israel.“ 2014 bezeichnete er Israels Präsenz in Hebron als „Apartheid-Regime“.

2013 beschlossen die Grünen eine Resolution, die verlangte, dass gegen israelische Produkte aus den Palästinensergebieten Sanktionen verhängt werden sollten.

Die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel unterstützte 2015 die EU-Direktive, solche Produkte mit einem Etikettierungssystem zu versehen; die Lehrergewerkschaft GEW in Oldenburg forderte 2016 einen kompletten Boykott der israelischen Regierung und israelischer Produkte. Der Bericht fürhte auch den Fall der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst in Hildesheim an, die Jahre lang lehrte, dass Israelis die Organe von Palästinensern ernten.

NGOs wie der deutsche Zweig der katholischen Organisation Pax Christi arbeiten mit dem sozialdemokratischen Bürgermeister von Jena zusammen, um israelische Waren zu boykottieren.

Zu Arafats Rede vom 9. September 2002 vor dem Palästinensischen Legislativrat (1)

Repräsentative deutsche Berichte zu Arafats Rede

Schlagzeilen vom 10. September 2002:

1. Frankfurter Rundschau: Palästinenser-Chef gibt sich verhandlungs- und reformbereit

Von Inge Günther

Ungewohnt klar hat Palästinenser-Chef Yassir Arafat Selbstmordattentate und andere Anschläge auf israelische Zivilisten verurteilt. In einer Rede vor palästinensischen Parlamentariern in Ramallah grenzte Arafat jede Art des Terrors von legitimem Widerstand gegen Israels Besatzung ab. Er präsentierte sich als verhandlungs- und reformwillig, machte aber keine ernsthafte Zusage, selbst Macht abzutreten…

(Bemerkung am Rande: In der Folge ist sich Frau Günther einmal mehr nicht zu schade, die Israelis für alle möglichen Unannehmlichkeiten verantwortlich zu machen, denen die Palästinenser ausgesetzt sind, wie auch für die Gewalt im Nahost-Konflikt. Und natürlich muss Ariel Sharon wieder als der unbarmherzige Kriegstreiber da stehen.)
2. Kölner Stadtanzeiger: Arafat verurteilt Selbstmordattentate

von Inge Günther

Unter Israelis und Palästinensern hat eine Debatte um die Irrwege des bewaffneten Kampfes eingesetzt.

Jerusalem – Die persönliche Erklärung des PLO-Chefs verbreiteten am Donnerstag alle palästinensischen Zeitungen und Rundfunkstationen. Jassir Arafats zentrale Aussage darin: Selbstmordattentate sind keine legitimen Mittel des Widerstands gegen die israelische Besatzung. Skepsis aber bleibt. Zum einen, weil die Einsicht eher taktisch motiviert ist, zum anderen, weil die militanten Brigaden sich wenig darum scheren.

… Doch der Terror diskreditiert auch die politischen und moralischen Ansprüche der Palästinenser auf staatliche Unabhängigkeit. PLO-Führer Arafat hat das spät, vielleicht zu spät erkannt. Sein Appell, „alle Aktionen gegen israelische Zivilisten sofort zu stoppen“, fiel zwar deutlich aus.

(Frau Günther bringt im Weiteren die Skepsis der Wirkung dieses Aufrufs zum Ausdruck, die in Israel und international geäußert werden. Sie zeigt aber keineswegs auf, dass palästinensische Verurteilungen von Terror zwei Fehler haben: Sie werden nicht aus moralischen Gründen gegeben werden, auch wenn sie mit der Wortwahl „taktische Gründe darauf hin deutet. Außerdem wird in ihrer Berichterstattung nie erwähnt, dass die Palästinenserorganisationen alle Israelis, die im Militär gedient haben, nicht als Zivilisten anerkennt und 17-jährige als baldige Soldaten auch zu militärisch legitimen Zielen erklärt. Mit einer solchen Definition kann Arafat leicht zu einem Ende der Selbstmordanschläge gegen israelische Zivilisten aufrufen – es ändert sich praktisch nichts!
Im Folgenden ist auch weiterhin die Darstellung Israels als gewalttätig und mörderisch vorherrschend.)
3. Rheinische Post: Arafat deutet Bereitschaft zu Amtsaufgabe an

Jerusalem (rpo). Der palästinensische Präsident Jassir Arafat hat dem Terror eine klare Absage erteilt. In seiner ersten Rede vor dem palästinensischen Parlament seit 18 Monaten deutete Arafat zudem eine Bereitschaft zur Aufgabe seines Amtes an.

Er verurteile „jeden Akt des Terrorismus gegen israelische Zivilisten“, erklärte Arafat am Montag. Zugleich deutete er an, er sei zu einer Aufgabe seiner Ämter bereit, wenn er dazu aufgefordert werde. Die Versammlung, bei der die Bestätigung der jüngsten Kabinettsumbildung sowie Reformen und Neuwahlen auf der Tagesordnung standen, galt auch als Test für Arafat. Im Gazastreifen gingen israelische Truppen wieder gegen mutmaßliche Extremisten vor.

Die Welt erwarte von den Palästinensern einen klaren Standpunkt bezüglich der Friedensbemühungen mit Israel und der Reformen innerhalb der Autonomiegebiete, sagte Arafat. Entgegen seinem ursprünglichen Redeentwurf forderte der palästinensische Präsident nicht ausdrücklich ein Ende der Selbstmordanschläge. Er rief aber zu neuen Friedensgesprächen auf und erklärte an Israel gewandt: „Wir wollen Sicherheit und Stabilität für uns und für euch.“
4. Süddeutsche Zeitung: Rede vor dem Parlament in Ramallah

Arafat verurteilt Selbstmordattentate auf Israelis

Palästinenser-Präsident erklärt Bereitschaft zu Machtübergabe und kündigt Neuwahlen für Januar an

Von Heiko Flottau

Kairo – Der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde, Jassir Arafat, hat in Ramallah zu einem Ende jedweder Gewalt gegen israelische Zivilisten aufgefordert. Gleichzeitig kündigte Arafat für den kommenden Januar Parlaments- und Präsidentschaftswahlen an. Dabei erklärte er sich – allerdings mit einem ironischen Unterton – zur Machtübergabe bereit. Ausdrücklich verurteilte Arafat Selbstmordattentate gegen Israelis. Ein gesetzliches Verbot von Selbstmordanschlägen forderte der Palästinenser-Präsident – in Abweichung von seinem vorbereiteten Redetext – allerdings nicht…

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Es ist schon sehr erstaunlich. Eine Abweichung von seiner Rede registrierten viele „Berichterstatter“ erst gar nicht. Der Grund dafür dürfte sein, dass sie sich nur den vorab verbreiteten englischen Text der einstündigen Rede angesehen haben. Sie verbreiteten also die Unwahrheit – dass Arafat dem Terror gegen Israel abschwörte.

Einmal abgesehen davon, dass offensichtlich die „feinen“ Unterschiede zwischen israelischen Zivilisten und militärischen Besatzern im palästinensischen Sprachgebrauch keinem der Korrespondenten und Redakteure bekannt zu sein scheinen, weichen die Behauptungen über Arafats Absage an den Terror auch kräftig von einander ab. Sie gehen von „klarer Distanzierung vom Terror“ bis zur „Ablehnung von Selbstmordattentaten“. Was Arafat tatsächlich gesagt hat, das bringt wohl keine Zeitung konkret.

Am erstaunlichsten die Unterschiede auch zwischen Rheinischer Post und Süddeutscher Zeitung: Die Süddeutsche lässt Arafat Selbstmordattentate gegen Israelis verurteilen, aber ein GESETZLICHES Verbot ablehnen (Terror nicht gesetzlich verbieten? Reichlich seltsam.), während die RP kategorisch sagt, er forderte ausdrücklich kein Ende der Selbstmordanschläge.

Was hat er denn nun wirklich gesagt? Es gibt tatsächlich Leute, die sich darum gekümmert haben.

Kinderkram?

Benjamin Netanyahu hat ein Treffen mit Bundesaußenminister Gabriel abgesagt, weil dieser sich unbedingt mit – so hallt es aus unsere Medien – „Menschenrechtsgruppen“ treffen will, „die Israels Siedlungspolitik kritisieren“.

So kann man es natürlich auch ausdrücken. Vor allem kann man die Zusammenhänge außen vor lassen. Und man kann, wie Gabriel auch, Entscheidendes ausblenden oder weglassen.

Erst einmal zur Berichterstattung. In unserem Lokalradio wie auch im WDR hieß es in den Nachrichten (und der weiteren „Berichterstattung“, Netanyahu habe wegen Gabriels Treffen mit „Menschenrechtsgruppen, die Israels Siedlungspolitik kritisieren“ mit der Absage des Termins mit dem Deutschen gedroht. Im WDR heißt es noch „linke Menschenrechtsgruppen“ – und damit ist klar, dass sie die guten sind, denn Netanyahu ist bekannt rechts und damit auf der falschen Seite.

Unsere herzallerliebste Moderatorin des Lokalradios meinte kommentieren zu müssen, dass Netanyahu sich wie ein kleines Kind verhalte – und machte die entsprechenden Geräusche dazu. Der WDR wurde auch nicht konkreter, ließ aber Sigmar Gabriel ausführlich zu Wort kommen: Es sei ganz normal, wenn man bei Auslandsbesuchen auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft spricht; und es sei undenkbar, dass bei einem Besuch Netanyahus in Deutschland ein Treffen mit ihm abgesagt würde, weil er sich mit Regierungskritikern treffen wollte.

Die Printmedien sind zum Teil etwas ausführlicher. Der SPIEGEL nennt z.B. zwei der fraglichen Organisationen: B’Tselelm und Breaking the Silence und versucht Netanyahus „Rage“ zu erklären – allerdings in der üblichen positiven Weise, die dem Leser vermittelt, dass sie die Guten sind und die Kritik an ihnen ungerechtfertigt ist.

Die FAZ beschränkt sich auf eine kurze Meldung, die so nichtssagend ist wie die Meldungen im Radio.

Manche andere, die ausführlicher sind, schreiben auch, dass es sich u.a. um Breaking the Silence handelt – und auch hier wird nicht gezeigt, wie übel diese Truppe agiert, sondern „neutral“ so geschrieben, dass der Leser einen guten Eindruck von ihr bekommt. Darüber hinaus kommt dann die „Information“, dass „Breaking the Silence und andere linke Organisationen … in Israel oft als Nestbeschmutzer oder Verräter gebrandmarkt“ werden. Die Gründe werden nicht erläutert, nur so angedeutet, dass man einen positiven Eindruck bekommt.

ZDF heute um 17 Uhr: Auch hier keine Zusammenhänge. Ein Hinweis auf die abgesagten „Regierungskonsultationen“ im Februar, wegen des Wahljahres. Und liefert noch gleich einen spekulativen Grund für Netanyahus Aktion mit: Das macht er wegen der Innenpolitik, um dem „rechten Rand“ seiner Koalition zu zeigen, was er kann.

Allgemein wird davon geredet, dass Netanyahu für den Eklat sorgt, für die Verschlechterung der Beziehungen.

Und was lassen die Qualitätsjournalisten und Herr Gabriel aus?

Zunächst einmal wird kaum irgendwo erwähnt, dass Gabriels erklärter Freund Mahmud Abbas keine Zeit für ihn hat – kommentiert schonmal gar nicht. Warum auch, schließlich hatte Frau Merkel ja auch mal keine Zeit für Netanyahu. Dass sie andererseits kurz darauf Zeit für ein ausführliches Treffen mit Mahmud Abbas hatte – geschenkt, ist kein Problem. Dass das für die Israelis ein Schlag ins Gesicht ist, zählt nicht. Die haben die Wange hinzuhalten, müssen sich alles gefallen lassen.

Es wird Gabriels Argument kolportiert, dass eine solche Aktion umgekehrt undenkbar wäre. Ich möchte aber lieber nicht wissen, was los wäre, wenn Netanyahu sich mit den Regierungskritikern von Pegida träfe. Die „Kritik“ eines solchen Treffens mit der Zivilgesellschaft – na ja, man kann sich nur allzu gut vorstellen, was dann an Kommentaren aus Berlin käme.

Auch nicht erwähnt wird Gabriels antiisraelische Vorgeschichte. Schon gar nicht, wenn Gabriel selbst im Interview mit dem ZDF Morgenmagazin erzählt, er habe genug Freunde in Israel und wäre nicht darauf angewiesen Netanyahu zu treffen. Diese Vorgeschichte ist aber ein entscheidendes „Detail“: dass Gabriel vor einigen Jahren Israel Apartheid vorwarf; dass er Abbas seinen Freund nennt, den er gerne trifft usw. Gabriel ist nicht nur deutscher Außenminister, er ist auch ein Kumpel der Terroristen und einer, der mit falschen Vokabeln Israel verleumdet.

Wenn dieser Mensch sich dann mit Organisationen treffen will, die eben nicht einfach „linke Menschenrechtsorganisationen“ und „Kritiker der Regierung“ sind, sondern Gruppen am äußersten Rand der israelischen Gesellschaft, die mit Lügen und unsachlichen Vergleichen gegen das Land (nicht nur die Regierung) hetzen, dann passt das ins Weltbild nicht nur von Gabriel und unserer Qualitätsjournaille, die solche Verbrecher hochleben lassen und hofieren. Die solche Gruppen finanzieren und ganz erpicht darauf sind, von ihnen weitere „Informationen“ zu erhalten, die nicht nur Fake News, sondern dreiste Unwahrheiten bis Lügen sind.

Wer mehr über B’Tselem und Beraking the Silence wissen möchte, kann auf diesem Blog deren Namen ins Suchfenster eingeben. Der kann das auch bei Elder of Ziyon, Palestinian Media Watch und einigen anderen tun. Ganz aktuell hat aus Anlass des Eklats der Blog Israelkompetenzkollektion eine ausführliche Informaion eingestellt.

Wenn Netanyahu hier als der Schlimme dargestellt und seine Aktion als Ursache für eine Verschlechterung des Verhältnisses zu Israel verbreitet wird, dann ist das schlicht falsch. Wenn die Moderatorin unseres Lokalradios sein Verhalten als kindisch bezeichnet, beweist sie nur einmal mehr die Lücken ihrer Kenntnisse und den Unwillen selbst zu denken oder zu recherchieren (die Dame plappert aber sowieso nur nach, was in der üblen Seite des Mainstreams so vorgegeben wird).

Qualitätsjouranlismus. Qualitätsdiplomatie. Stoße die Israelis vor den Kopf, bis sie sauer werden. Und beschwere dich dann, dass die Israelis dünnhäutig, kindisch und so weiter ist. So funktioniert heute Politik. Dass damit verleumdet wird – geschenkt, das sind die Israelis, die haben sich das gefallen zu lassen.

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Weitere Kommentare:
– Audiatur: Sigmar Gabriels kalkulierter Eklat
– tw24: Zumutung
– Israelnetz: Der Verunglimpfung abgesagt

Das deutsche Dilemma

David Solway, The American Thinker, 14. März 2017

Das ist das deutsche Dilemma: die Unfähigkeit oder Nichtbereitschaft zwischen Judentum und Islam zu unterscheiden, den Unterschied zwischen Unterdrückung und Überleben zu entdecken

Wie einer der Charaktere der kanadischen Romanautorin Margaret Atwood in Surfacing sagte: „Die Probleme, das manche Leute damit haben deutsch zu sein, habe ich damit Mensch zu sein.“ Stimmt schon. Aber heutzutage haben die Probleme, die viele Deutsche damit haben Deutsche zu sein, wenig mit den Lastern und Grausamkeiten der kollektiven menschlichen Natur zu tun, aber dafür mit allem, was moderne deutsche Geschichte und ihr Nazi-Erbe angeht. Es ist ein merkwürdiges, sogar paradoxes Problem, weil die weit überwiegende Mehrheit der deutschen nachweislich gegen die Nazis ist und sich der brutalen, faschistischen und antisemitischen Vergangenheit schämt. Sie werden alles tun, um sich von diesem grauenhaften Erbe zu distanzieren und sicherzustellen, dass nichts Derartiges jemals wieder passiert.

Das ist ein wichtiger Grund dafür, dass die offizielle und ein Großteil der öffentlichen Reaktion auf die islamische Invasion, die im Begriff ist das Land in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben und einen Feuersturm der Gewalt gegen seine Bürger zu entfesseln – wie sie im Moment dabei ist das zu tun – so zaghaft, lahm und in Verleugnung des Offensichtlichen versunken ist. Wie kann Deutschland zulassen, dass es sich selbst die islamische Horde antut, die heute das Land mit denselben strafenden, unterdrückenden und potenziell tödlichen Maßnahmen zerreißt, die in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts die jüdische Gemeinschaft heimsuchten? Wie kann man sehen, dass eine weitere Wannsee-Konferenz zusammengetrommelt wird, die zu einer Art „Endlösung“ führt, der Zwangsinhaftierung und Vertreibung der Migrationswelle aus Muslimen, die den Staat überflutet?

Das ist das deutsche Dilemma: Die Unfähigkeit oder der Widerwille zwischen Judentum und Islam zu Unterscheiden, den Unterschied zwischen Unterdrückung und Überleben zu entdecken, sich daran zu erinnern, dass es in den 1930-ern keine Terror-Synagogen gab, die Gewalt, die Eroberung des Staates und die Versklavung seiner Bürger predigten, wie es heute terroristische Moscheen gibt, die genau diese Gräueltaten vertreten und propagieren. Das Motiv für Abwehrhandlungen ist gerechtfertigt, aber die klar denkende Entschlossenheit fehlt.

Die Deutschen sind die Gefangenen ihrer eigenen Vergangenheit, nicht in dem Sinne, dass sie wünschen diese zu verlängern, sondern genau in dem Sinne, dass sie sie zu verhindern wünschen. Und das hemmt ihre Fähigkeit wahrzunehmen oder zuzugeben, was vor ihren Augen abläuft. Es erklärt ihre Hilflosigkeit gegenüber der sozialen und wirtschaftlichen Verheerung, die sich tagtäglich im öffentlichen Raum offenbart. Sie treffen Vorbereitungen für die Vergangenheit der Nation, indem sie die Zukunft des Staates opfern, indem sie trügerische und parasitäre muslimische Invasoren des 21. Jahrhunderts so behandeln, wie sie loyale und produktive jüdische Bürger des 20. Jahrhundes hätten behandeln sollen.

So wird jeder muslimische Vergewaltiger und Mörder nicht als offensichtlicher Feind des Staates beurteilt, sondern als armer Mensch, der unter psychologischen Traumata oder psychischen Erkrankungen leidet – eine Ausrede, die zufälligerweise nur auf muslimische Abweichende gilt, die unser Verständnis und sogar unser Mitgefühl verlangen. Beispiele gibt es in Hülle und Fülle, der jüngste Vorfall, berichtet in Diversity macht frei, stammt vom 4. März, als ein junger syrischer Flüchtling eine alte Frau folterte und tötete. Diese Eindringlinge, wissen Sie, sind einfach Unschuldige, die Probleme haben sich in ihr neues Leben einzufinden. Im Ergebnis lädt der Zustrom, wie Michael Walsh aufzeigt, eine „beträchtliche Bevölkerung vormoderner Primitiver ein, die von antichristlichem, antiwestlichem Hass durchdrungen, Jihadismus sind und gestattet ihm zu gären“. Es ist „ein Patzer epischen Ausmaßes“ – aber ein Patzer, der angesichts des kollektiven schlechten Gewissens eines gesamten Landes unausweichlich zu sein scheint.

Manche Deutsche mögen glauben, dass sie in einem Land leben, das es nicht wert es zu erhalten ist. Andere mögen sich als an der Spitze einer neuen globalistischen, mulltikulturellen Ordnung lebend betrachten. Wieder andere mögen sich mit den vergeblichen demografischen Überlegungen trösten – eine sinkende Geburtenrate und Erwerbsbevölkerung wird durch die islamische Welt versorgt. Manche bleiben heimliche Antisemiten, wie der Wuppertaler Richter,[1] der urteilte, dass muslimische Brandstifter, die eine Synagoge in Brand setzen wollten, nicht von Antisemitismus beeinflusst wurden, sondern einen legitimen Groll auf Israel hegten. Doch die meisten, fürchte ich, sind in einer Vergangenheit gefangen, die sie der Erkenntnis für vernünftigen Widerstand beraubt hat, was sie zu Geiseln fehlgeleiteter moralischer Prinzipien macht. Denselben Fehler machen wir nicht noch einmal, so das Denken (oder Gefühl): Sie wollen nicht beschuldigt werden das Nazierbe wiederzubeleben; daher haben sie keine Wahl als eine vernichtende Auflehnung zu gestatten. Die Torah wird dadurch wieder gut gemacht, dass man den Koran ehrt. Die Folge ist eine zweifache: Die Buße für das Abschlachten der Juden ist damit erlangt worden, dass man eine Juden hassenden Kultur willkommen heißt und Gewissensbisse sind durch Selbstaufgabe gesühnt worden.

Faktisch hat Deutschland immer noch ein „Judenproblem“, aber es ist die komplette Antithese dessen, was es sich einst törichterweise und sträflich zu sein einbildete. Heute hat es ein Islamproblem, allerdings eines, das in einer bizarren historischen Ironie unanfechtbar echt ist. Seine Schuld den Juden gegenüber ist an den Muslimen abgetragen worden.

[1] Ich vermute mal, dass dieser Richter – und auch die am nächsten Gericht in Düsseldorf, die die Einschätzung des Wuppertalers bestätigten – keine Antisemiten sind, sondern schlicht blind und dumm, verblendet durch politische Korrektheit und/oder ideologische Ausrichtung. Auf jeden Fall haben sie damit Antisemitismus gestärkt.

Der Steiger Award (2017)

Der „Steiger Award“ ist eine Erfindung des Medienunternehmers Sascha Hellen, der die Preisträger selbst auswählt. Die Kriterien für diese Auswahl sind nicht bekannt. Die Vergabe des Preises soll der „kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Förderung der Rhein-Ruhr-Region dienen“ (Zitat aus der Selbstdarstellung). Was die Preisträger mit dieser Förderung zu tun haben, erschließt sich allerdings häufig auch nicht (z.B. beim Astronauten Buzz Aldrin für sein Lebenswerk.)

Vergeben seit 2005 haben ihn illustre Persönlichkeiten in den Bereichen Charity, Toleranz, Musik, Medien, Umwelt, Film, Kunst, Sport, Europa, Nachwuchs, Entertainment, Lebenswerk, Ruhrgebiet, Musik International, politischer Mut sowie „Sonderpreise“ erhalten, wobei nur Film und Musik jedes Jahr bedacht wurden.

Schlagzeilen machte der Steiger Award erstmals so richtig im Jahr 2012, als Recep Tayyip Erdoğan den Preis für 50 Jahre deutsch-türkische Freundschaft bekommen sollte. Sch… drauf, dass damals schon sehr deutlich war, um was für einen Menschen es ich bei dem damaligen Premierminister der Türkei handelte. Es hagelte Kritik, vor allem durch Menschen, die den Minderheiten in der Türkei angehören. Erdoğan kam nicht zur Preisverleihung, weil er wegen eines Hubschrauberunglücks mit 14 toten Türken in Afghanistan absagte. In der Liste der Preisträger wird er in der Kategorie „Europa“ geführt.

Was hat Erdoğan je FÜR Europa getan? Er hetzt und wütet und hat seitdem jedes Jahr immer mehr bewiesen, dass diese Preisverleihung nun wirklich Schwachsinn war. Aber das ist 5 Jahre her.

Heute wird in Dortmund wieder einem Mann der Sonderpreis verliehen. Dem „Präsidenten“ der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, der auf der Seite des Steiger Award als „palästinensischer Präsident“ aufgeführt wird und „mit einem Sonderpreis Hoffnung auf Frieden“ geehrt werden wird.

Das ist spannend. Bei anderen Preisträgern – z.B. Dirk Roßmann (Unternehmer und Philantrop), Dr. Barbara Hendricks (Bundesumweltminiserin), Otto Waalkes – werden Gründe angeführt, etwas, das diese Personen geleistet haben. Bei Abbas sind keine Leistungen zu finden, nur ein paar biografische Daten (gut, eine Dissertation an einer Moskauer Universität könnte man als Leistung betrachten). Aber was soll man Leistungen anführen, wenn „Hoffnung auf Frieden“ prämiert wird? Dafür muss man nichts geleistet haben, das könnte ja noch kommen. Und wenn’s nicht klapp – tja, dann sind die Juden schuld, nicht der Friedensbengel selbst, auf den man so hofft.

Was gibt es eigentlich, das Abbas geleistet hat, was die „Hoffnung auf Frieden“ begründen könnte? Dass Abbas als Fatah-Finanzchef das Geld für den Anschlag von München 1972 besorgte/zur Verfügung stellte? Dass er in seiner in Moskau gefertigten Doktorarbeit den Holocaust zwar nicht leugnete, aber bis ins Geht-nicht-mehr relativierte? Dass er seit Jahren jegliche Gespräche mit Israel verweigert? Dass er in seinem Herrschaftsbereich Terroristen hochleben, als vergötterte Vorbilder verehren lässt? Dass er den Kindern beibringen lässt, dass Judenmord ein hohes Gut ist, „Märtyrertum“ heilig und erstrebenswert?

Oh, er redet immer wieder ganz toll von Frieden und Gerechtigkeit. Aber selbst dabei offenbart er, wie er wirklich tickt. Im Europaparlament outete er sich letztes Jahr erneut als der Antisemit, der er ist (Rabbiner befehlen die Vergiftung palästinensischer Brunnen) – und ein gewisser Martin Schulz jubelte auf Twitter von einer „inspirierenden Ansprache“, die Abgeordneten gaben stehende Ovationen.

Vor ein paar Tagen erst ließ Abbas wissen, dass die „israelische Besatzung“ die Ursache aller Katastrophen der Welt sei.

Allein diese beiden Begebenheiten hätten Herrn Hellen darauf aufmerksam machen müssen, was für ein Typ diese Friedenshoffnung ist und ihm die Preisverleihung aufkündigen müssen. Aber was verlangen wir da schon? Dass die Realität wahrgenommen wird? Dass mal, wenn man schon ignoriert, was er auf Englisch sagt, nachgehakt wird, was der Mann auf Arabisch seinen Leuten gegenüber öffentlich von sich gibt und von seinen Speichelleckern geben lässt?

Es passt. Gebt dem Schreibtischtäter, Hetzer, Antisemiten und Friedensverweigerer den Friedenshoffnungspreis. Ihr offenbart euch als die Vollidioten, die ihr seid. Die Ignoranten, die die Welt verbessern wollen und sie in die Katastrophe führen. Die Hetzer, die anderen Hetze vorwerfen und tatsächliche Hetzer und Verleumder hofieren.

Mahmud Abbas ist das Gegenteil dessen, für das er heute ausgezeichnet wird: Er ist die Garantie dafür, dass es keinen Frieden geben wird. Herzlichen Glückwunsch!