Ein Lieblingsfoto von Israelhassern

Aussie Dave, Israellycool, 4. Juni 2018

Dieses Foto von in Berlin protestierenden BDS-A… sagt eine Menge – aber nichts von dem was sie meinten.

Diese BDS-Fans sagen auf ihrem Plakat: „Ingoranz ist etwas, für das man sich entscheidet.“

Tja, wenn Ignoranten sich outen…

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Deutschlands neuer Antisemitismusbeauftragter muss die Wahrheit aufdecken

Abraham Cooper und Manfred Gerstenfeld, The Hill, 10. Mai 2018

Die jüngste Zunahme antisemitischer Vorfälle in Deutschland bestätigt die  Notwendigkeit der Ernennung von Felix Klein zum ersten Antisemitismusbeauftragten des Landes. Es ist zudem ein Eingeständnis der deutschen Regierung, dass sie es seit vielen Jahren versäumt hat effektiv mit dem Problem umzugehen.

Wie Klein feststellen wird, manifestieren sich klassischer und neuer Antisemitismus auf viele Weisen – weit über das Rowdytum der Neonazis hinaus. Für ihn wäre ein guter Start seine Ermittlungen darin bestehen sich anzusehen, wie Deutsche den jüdischen Staat sehen. Nazi-Deutschland dämonisierte die Juden. Heutzutage dämonisieren große Teile des demokratischen Deutschlands Israel.

Eine Studie der Universität Bielefeld stellte fest, dass 51 Prozent der Deutschen zustimmen oder dazu neigen zuzustimmen, dass Israel die Palästinenser so behandelt wie die Nazis mit den Juden umgingen. Die Studie stellte 2004 zudem fest, dass 68 Prozent der Deutschen entweder zustimmen oder dazu neigen zuzustimmen, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt.

Hitlers Deutschland brauchte nur zwei Jahre, um in drei Vernichtungslagern – Belzec, Sobibor und Treblinka – fast 2 Millionen Menschen zu ermorden, die meisten davon Juden. Wäre die von vielen Deutschen gehegte aktuelle dämonische Sicht gegenüber Israel wahr, würde es nur noch wenige Palästinenser geben. Tatsächlich liegt die Geburtenrate der Palästinenser in der Westbank, Ostjerusalem und dem Gazastreifen im Zeitraum von 2011 bis 2013 bei 4,1 Kindern pro Frau.

Eines der ersten Vorhaben des Beauftragten sollte in einer detaillierten Studie bestehen, um festzustellen, woher die Dämonisierung Israels in der deutschen Gesellschaft stammt – und er sollte besondere Aufmerksamkeit auf die Medien legen.

Berichte über Antisemitismus in Großbritannien und Frankreich weisen darauf hin, dass der Antisemitismus von der extremen Rechten, der extremen Linken und Muslimen kommt. Deutschland muss eine gründliche Studie durchführen. Ohne eine solche ist es weit einfacher über die Jahre hinweg das notwendige Vorgehen gegen Antisemitismus zu vermeiden.

Die Zeit der Führung per politischer Korrektheit ist vorbei. Die heutigen Herausforderungen gehen über die angebenden jungen Nazischläger hinaus. Antijüdischer Hass offenbart sich mit Gewalt auf den Straßen Berlins und weiterer deutscher Städte, in den Klassenzimmern öffentlicher Schulen, wo jüdische Schüler schikaniert werden, sowie von den Kanzeln islamistischer theologischen Völkermord-Befürworter.

Vor mehr als drei Jahren, als Deutschlands jetziger Außenminister Heiko Maas Justizminister war, fragte ihn das Simon Wiesenthal Center, wie Deutschland vor habe mit dem von Migranten aus der arabischen und muslimischen Welt mitgebrachten antisemitischen Gepäck umzugehen. Damals gab es keinen Plan; eine Million Immigranten später gibt es immer noch keinen Plan. Die sehr wenigen partiellen aktuellen Meinungsumfragen zeigen, dass die Immigranten, die seit 2015 aus dem Irak, Syrien und Afghanistan weit antisemitischer sind als die einheimische deutsche Bevölkerung.

Um es einfach auszudrücken: Ein Land, das vor zwei Generationen bis zu sechs Millionen Juden ermordete, hätte es – im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte – nicht gestatten dürfen, dass auch nur ein einziger Antisemit nach Deutschland migriert. Trotzdem gibt es keinen Screeningprozess, wenn es um Judenhass geht und es gibt ziemlich wenig Handeln, um diese eigensinnig blinde Politik und ihre Konsequenzen anzugehen.

Zusätzlich entstammen viele antisemitische Vorfälle bestehenden deutsch-muslimischen Gemeinden. Diese werden in der Regel als Einzelfälle behandelt, einschließlich öffentlicher Angriffe auf Einzelpersonen und Synagogen sowie das Schikanieren jüdischer Kinder in Schulen. Es war das Spektakel der öffentlichen Verbrennung einer israelischen Flagge im letzten Dezember in Berlin nötig, damit führende Politiker endlich eingestanden, dass Antisemitismus in Teilen der muslimischen Gemeinschaft ein Problem darstellt. Jens Spahn, gerade zum Gesundheitsminister ernannt, sagte in einem Interview, er betrachte die Immigration aus muslimischen Ländern als einen Grund der jüngsten antisemitischen Demonstrationen in Berlin; er fügte hinzu, dass solche Vorfälle „auch mit Zuwanderung aus einem kulturellen Umfeld in Verbindung stehen, in dem man nicht gegenüber Juden oder Schwulen nicht weich handelt“.

Er fügte hinzu, wenn der Hass auf Juden tagtäglich in den Nachrichten, in der Familie und in der Moschee gepredigt wird, „dann werden diese Einstellungen auf Dauer verankert“, wodurch sie in den Nationen, aus denen muslimische Migranten kamen, zu einem „allgegenwärtigen Teil des Alltagslebens“ werden. Spahn forderte zudem, dass muslimische Organisationen verpflichtet werden sich zu äußern. „Wenn es antiislamischen Hass gibt, erwarten sie zurecht, dass wir dagegen vorgehen. Folglich sollten wir gemeinsam Flagge gegen Antisemitismus zeigen.“

Es ist daher entscheidend die Quellen des bösartigen Judenhasses, die unserer Migrantengemeinschaften infizieren, zu identifizieren und zu handeln. Antisemitismus ist in Europa weit verbreitet. Dennoch nimmt es in Deutschland angesichts seiner Vergangenheit dort besondere Dimensionen an.

Wir hoffen, der Auftrag Kleins und die Gelder dafür hinreichen werden, um zu erkunden, aufzudecken und zu neuer, robuster Politik zu führen, die diese neuen und alten Erscheinungsformen des Antisemitismus die Stirn zu bieten. Durch Darstellung eines uneingeschränkten Bildes des Antisemitismus in Echtzeit wird er helfen sicherzustellen, dass Juden sich wieder auf Deutschlands Straßen bewegen können, ohne Angst vor Dämonisierung oder Angriffen zu haben. Wir hoffen auch, dass diese Bemühungen die Deutschen inspirieren auf immer als Beschützer der Erinnerung zu dienen statt als die zu belohnen, die den Holocaust verhöhnen.

Erfolgreiche Umsetzung dieses Auftrags ist nicht nur für Juden entscheidend, sondern auch für das Wohlergehen des demokratischen Deutschland.

Eine berechtigte Frage, Frau Merkel

Giulio Meotti, twitter, 10. Juni 2018

Gestern marschierten sie in Berlin, um die Vernichtung Israels zu fordern. Aber die Juden können nicht mit Kippa auf die Straße gehen.
Ist das in Ordnung, Frau Merkel?

Dear Germany: Hast du irgendetwas gelernt?

Dennis Prager, 2. April 2003

Wie viele Amerikaner und fast alle Juden wuchs ich mit einer großen Wut auf eure Land auf. Aber als junger Mann begann ich meine Ansichten zu den Deutschen zu überdenken. Gegen die Wünsche fast aller, die ich kannte – von denen die meisten nicht einmal ein deutsches Produkt kaufen würden – entschied ich mich nach Deutschland zu reisen. Mein Besuch 1968, im Alter von 20 Jahren, war der erste von mindestens einem Dutzend Reisen in euer Land.

Fakt ist: Ich wurde zu jemandem, der euch verteidigte.

Ich argumentierte, dass es falsch ist irgendeinen Deutschen, der während des Krieges jünger al s13 Jahre alt war, moralisch für die furchtbaren Verbrechen eures Landes verantwortlich zu machen. Ich wählte das Alter von 13 Jahren, weil das im Judentum das Alter der moralischen Schuldfähigkeit ist. Ich argumentierte 1968, dass jeder Deutsche, der damals unter 40 Jahre als war, als unbescholten gelten müsse und wir sollten nicht bei jedem Deutschen über 40 das Schlimmste annehmen.

Ich argumentierte, weil Volkswagen und Mercedes dem arabischen Boykott trotzten und Geschäfte mit Israel machten, sollten Juden deutsche Produkte nicht boykottieren.

Ich argumentierte, dass ihr im Kalten Krieg Gegenüber dem Sowjet-Kommunismus treue Verbündete ward.

Ich argumentierte, was am wichtigsten überhaupt war, dass Deutsche sich ihrer Nazivergangenheit schämten und große moralische Lektionen daraus gelernt hatten.

Das letzte Argument, erkenne ich jetzt, war eher Hoffnung als Fakt. Es gibt keine Frage, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen sich des Nationalsozialismus und des Holocaust schämen. Heute bin ich mir aber genauso sicher wie traurig, dass ihr nichts über Gut und Böse daraus gelernt habe und das ihr heute moralisch genauso verwirrt seid wie ihr es ward, als ihr Hitler unterstützt habt. Nicht weil ihr böse seid, sondern weil ihr nicht in der Lage seid das Böse zu erkennen.

Das ist atemberaubend. Anders als die Japaner, die ihre Gräuel gegenüber den Chinesen und Koreanern ignoriert haben, habt ihr euch eurem Bösen gestellt. Ihr habt die nächsten Generationen der Deutschen über den Nationalsozialismus und den Holocaust gelehrt.

Daher ist es unfassbar, dass all die Bildung zum Bösen eine Generation hervorgebracht hat, die davor zurückschreckt das Böse zu beurteilen, geschweige denn sich ihm entgegenzustellen. Es übersteigt das Vorstellungsvermögen, dass eine Nation, die nur dadurch vom Nationalsozialismus befreit wurde, dass Armeen Krieg führten, den Pazifismus umklammern würde, dass eine Nation, die erlebte, zu welchem Übel das Appeasement führt, dieses jetzt übernimmt.

Ich war sicher, dass einige deutsche Führungspersönlichkeiten aufstehen und sagen würden: „Liebe deutsche Mitbürger, wir erkennen einen Hitler, wenn wir ihn sehen und Saddam Hussein ist einer.“ Aber kein Deutscher stand auf, um das zu sagen. Stattdessen setzte einer eurer Führungspolitiker den amerikanischen Präsidenten mit Hitler gleich.

Ich war sicher, dass einige deutsche Führungspersönlichkeiten aufstehen und sagen würden: „Liebe deutsche Mitbürger, wir erkennen völkermörderischen Antisemitismus, wenn wir ihn sehen und wir sehen ihn in der arabischen Welt.“ Aber auch hier stand keine deutsche Führungspersönlichkeit auf und sagte das.

Wenige von uns erwarteten irgendetwas von den Franzosen. Von den Jakobinern und der Guillotine über das Dreyfus-Verfahren und das Vichy-Regime zu de Gaulles Rückzug aus der antikommunistischen NATO hat Frankreich mit wenigen Ausnahmen kaum etwas getan, das moralisch ist und nichts, das mutig ist. Die Geringschätzung, die viele Amerikaner lange für Frankreich empfunden haben, ist lediglich verstärkt worden.

Aber ich glaube, dass ich im Namen vieler Amerikaner spreche, wenn ich sage, dass wir mehr von euch erwarten. Wegen dem, was wir nach dem Zweiten Weltkrieg und während des Kalten Krieges für euch gemacht haben. Weil ihr, gerade ihr, wisst, das Amerikaner anständige Leute sind. Und besonders, wegen eurer Erfahrung mit dem Bösen. Wie konntet ihr einen Hitler hervorbringen und nur eine Generation später einen weiteren nicht erkennen? Wie konntet ihr aus erster Hand über Folterkammern und Kinderschreie Bescheid wissen und nicht schmerzhaft wollen, dass das in einem anderen Land beendet wird? Wie könnt ihr auch auf die Seite eines amoralischen Frankreich gegen euren Freund Amerika stellen?

Es gibt, so scheint es, nur eine Antwort: Aus dem Nationalsozialismus habt ihr nichts gelernt. Statt zu lernen, dass das Böse bekämpft werden muss, habt ihr gelernt, dass zu kämpfen böse ist.

Deutschlands schiefe Antisemitismus-Statistiken

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Vor kurzem stellte der deutsche Innenminister Horst Seehofer die Kriminalstatistik des Landes für das Jahr 2017 vor. Dazu gehörten 1.500 kriminelle, antisemitische Taten – das sind etwa 4 pro Tag. Der Minister behauptete, 95% davon seien durch rechtsextreme Einstellungen motiviert.[1] Eine weitere Quelle berichtete, es habe 2017 in Berlin 947 antisemitische Vorfälle gegeben, eine Zunahme von 60% gegenüber dem Vorjahr.[2] Bei der Vorstellung der Ergebnisse gab Seehofer die obligatorische verbale Verpflichtung der Null-Toleranz gegenüber Verbrechen gegen Juden ab.

Wenn bei antisemitischen Taten rechtsextreme Täter derart überwiegen würden, warum äußerten sich dann etliche führende Politiker in den letzten Monaten gegen muslimischen Antisemitismus? Die breitere öffentliche Aufdeckung muslimischer Hassverbrechen gegen Juden begann nach dem Verbrennen einer selbstgemachten israelischen Flagge im Dezember 2017 in Berlin. Das Video dieses Vorfalls ging um die Welt. Es weckte unangenehme Assoziationen mit den weit massiveren Buchverbrennungen durch die Nazis 1933.

Seit vielen Jahren ist der muslimische Antisemitismus in Deutschland vorsätzlich ignoriert und manchmal beschönigt worden. Heftige Kriminalfälle, die aus Teilen dieser Gemeinschaft heraus begangen wurden, behandelte man als „Einzelfälle“ statt als strukturelles Problem. Der Christdemokrat Jens Spahn, heute Gesundheitsminister und damals parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, drückte es klar aus. Er sagte, Antisemitismus sei in einigen muslimischen Ländern allgegenwärtig. Spahn erwähnte fortgesetzte Aufstachelung in Familien und Moscheen. Er betonte zudem, dass die muslimische Zuwanderung zusätzlichen Antisemitismus nach Deutschland gebracht hatte. Spahn forderte die deutschen Muslim-Organisationen auf ihre Pflicht zu tun und die von Muslimen begangenen antisemitischen Verbrechen zu verurteilen.[3]

Bereits im Juni 2017 sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Wir dürfen es nicht hinnehmen, wenn Einwanderer aus muslimisch geprägten Regionen auch ihre Feindbilder importieren.“[4] Im Januar 2018 sagte Stephan Harbarth, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Parlament, gegen importierten Antisemitismus müssten Prävention und „alle Mittel der Repression bis hin zu den Möglichkeiten des Ausweisungsrechtes konsequent genutzt werden“.[5]

Ende März sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Antisemitismus sein kein „spezifisch muslimisches Problem. Aber jetzt wird er auch durch Migration und durch den von radikalen Kräften in der islamischen Welt geschürten Hass auf Israel wieder stärker.“[6]

Etwa zur gleichen Zeit forderte Volker Kauder, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dass deutsche Schulen verpflichtet werden antisemitische Vorfälle zu melden. Er stellte diese Forderung, nachdem ein jüdisches Mädchen im zweiten Schuljahr eine Berliner Grundschule von einem muslimischen Klassenkameraden bedroht wurde, er würde sie töten, weil sie nicht an Allah glaubt.[7]

Im April hatte dann sogar Kanzlerin Merkel das Gefühl sie könne nicht länger schweigen. Nach einem weiteren antisemitischen Angriff in Berlin sagte sie, die Behörden müssten mit aller Härte und Entschlossenheit gegen Antisemitismus sowohl bei Deutschen als auch Arabern vorgehen.[8] Ein Artikel in der jüdischen Monatszeitung Jüdische Allgemeine betonte Merkels schwere Verantwortung für Antisemiten, die aus muslimischen Ländern nach Deutschland kommen. Sie war es, die sie hereinholte. Der Artikel zitierte den Modedesigner Karl Lagerfeld zur Flüchtlingspolitik der Kanzlerin: „Selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, kann man nicht Millionen von Juden töten und danach Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen.“[9]

Der neu ernannte Antisemitismusbeauftragte Felix Klein sprach sich ebenfalls gegen muslimischen Antisemitismus aus. Er sagte, dass viele muslimische Flüchtlinge in Ländern sozialisiert wurden, in denen ein Hassbild von Juden und Israel gezeichnet wird. Er fügte hinzu: „Diese Menschen legen ihre Vorurteile ja nicht an der Grenze ab.“[10]

Selbst die Fraktionschefin der linken Grünen, Katrin Göring-Eckardt, beschäftigte das Thema. Sie sagte, ihre Partei habe wenig über Antisemitismus bei muslimischen und ethnisch arabischen Immigranten gesprochen. Göring-Eckardt behauptete, die rechte AfD missbrauche den Kampf gegen Antisemitismus, um ungestört islamophob sein zu können. Sie erklärte zudem, dass Antisemitismus in der Form von Feindschaft gegen Israel nicht toleriert werden dürfe.[11]

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer nutzte die Angriffe der AfD auf Muslime – denen sie implizit zuzustimmen schien – um die AfD wegen des Antisemitismus innerhalb ihrer eigenen Reihen anzugreifen.[12]

All diese Äußerungen zu muslimischem Antisemitismus scheinen bizarr, wenn tatsächlich 95% der antisemitischen Verbrechen in Deutschland von rechten Tätern verursacht sind. Die breite Öffentlichkeit hat kaum die Möglichkeit die Wahrheit herauszufinden.

Dafür muss man sich professionellere Dokumente ansehen. Das hessische Landesamt für Verfassungsschutz hat einen Bericht über Antisemitismus im deutschen Internet veröffentlicht; geschrieben wurde er von Ann-Christin Wegener.[13] Bei der Analyse der Erscheinungsformen und des ideologischen Hintergrunds der antisemitischen Agitation in sozialen Netzwerken in Deutschland fand der Bericht heraus, dass rechte und muslimische Täter bei der Verbreitung von Hass in mehr oder weniger gleich hoher Zahl auftreten.[14] Logisch: Fügt man die Hetze in deutschtürkischen und deutscharabischen sozialen Medien hinzu, kommt die Mehrheit dieses antisemitischen Hasses aus muslimischen Quellen.

Wegener erwähnt in ihrer Studie, dass die Behauptung der Behörden, die überwiegende Mehrheit der antisemitischen Vorfälle würden von Rechtsextremen verursacht, durch die Art zustande kommt, wie die Polizei Verbrechen meldet. Solange man nichts über die Motivation der Täter weiß, was oft der Fall ist, werden diese Vorfälle als rechtsextrem motiviert gekennzeichnet.[15]

Angesichts all dessen sollten die deutschen Behörden die Polizei anweisen zukünftig wahrhaftiger zu handeln, wenn sie über Täter antisemitischer Vorfälle berichtet.

[1] http://www.fr.de/politik/politische-straftaten-mehr-faelle-von-antisemitismus-a-1502314?GEPC=s5

[2] http://www.morgenpost.de/berlin/article214050765/947-antisemitische-Vorfaelle-in-Berlin-im-vergangenen-Jahr.html

[3] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jens-spahn-warnt-vor-importiertem-antisemitismus-a-1183490.html

[4] http://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2017-06-29/steinmeier-warnt-vor-antisemitismus-import-durch-einwanderer

[5] http://www.dw.com/de/union-will-antisemitische-migranten-ausweisen/a-42046601

[6] https://www.welt.de/newsticker/news1/article175050620/Islam-Schaeuble-warnt-vor-Zunahme-von-Antisemitismus-auch-durch-Migration.html

[7] http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2018-04/volker-kauder-meldepflicht-antisemisitmus-jude-schulen

[8] http://www.welt.de/politik/deutschland/article175597957/Angela-Merkel-will-mit-aller-Haerte-gegen-Antisemitismus-vorgehen.html

[9] juedischerundschau.de/merkel-beklagt-das-vor-allem-wegen-ihrer-politik-wachsende-antisemitismus-problem-in-deutschland-135911986/

[10] http://www.poppress.de/boulevard/der-neue-antisemitismusbeauftragte-der-bundesregierung-felix-klein-fordert-die/56657043

[11] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-05/katrin-goering-eckardt-gruene-antisemitismus-muslime

[12] www.welt.de/politik/deutschland/article176352413/CDU-Generalsekretaerin-Kramp-Karrenbauer-attestiert-AfD-Antisemitismus-in-eigenen-Reihen.html

[13] https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/PAAF-Analysen%20IN%20ALLER%20K%C3%9CRZE%20Ausgabe%20%201.pdf

[14] Ebenda.

[15] Ebenda, 3

Der große deutsche Ausraster

Victor Davis Hanson, Hoover Institution, 23. Mai 2018

Alle 20 bis 50 Jahre beginnt Deutschland aus den Fugen zu geraten. Die Deutschen fühlen sich gekränkt. Ideen und Bewegungen wirbeln wild zwischen den Extremen links und rechts. Und die Deutschen finden schließlich einen Konsens im Sinne einer Opferrolle, die isch paradoxerweise als nationaler Chauvinismus ausdrückt. Deutschlands Nachbarn 1870, 1914, 1939 – und zunehmend in der Gegenwart – tragen in der Regel die Hauptlast dieses nationalen Ausrasters/Nervenzusammenbruchs.

Deutschland soll das wirtschaftliche Powerhaus Europas sein, sein finanzieller Führer und sein zuverlässiges und verantwortliches Zentrum. Oft spielt es diese Rollen großartig. Aber neuerdings dreht es durch – auf eine Weise, die seinen europäischen Nachbarn quälend vertraut ist. Was die Massenimmigration angeht, so beginnt diese das nahe gelegene Osteuropa zu erschrecken. In Sachen Brexit schüchtert es die Briten ein. In Sachen Finanzen verpreet es die Südeuropäer. In Sachen Russland ärgert es die baltischen Staaten und beunruhigt die Skandinavier, indem es mit den russischen Energieinteressen Geschäfte betreibt. Und in allem, was die Amerikaner angeht, scheint es zunehmend aufgebracht zu sein.

Gewiss, Deutschland hat in den letzten zehn Jahren einige unglaublich seltsame Dinge getan. In einem Angstschub kloppte Berlin nach der Kernschmelze des japanischen Daichi-Atomreaktors in Fukuschima 2011 sowie im Ärger über den Klimawandel mehr oder weniger abrupt den traditionell erzeugten Strom und entschieden sich für ineffiziente und unzuverlässige „grüne“, erneuerbare Wind- und Solarenergie – trotz der weniger als mediterranen Natur seines Klimas und Warnungen wegen der finanziellen Nachteile. Das Ergebnis lautet, dass Strompreise in den letzten Jahren um 50 Prozent stiegen und zu den höchsten in der entwickelten Welt gehören – und Elektrizität ist manchmal knapp. In Reaktion auf die Defizite bei der Stromerzeugung sucht die deutsche Energieindustrie jetzt nach Lösungen wie kohlebetriebene Werke, kauft Atomstrom von seinen Nachbarn und schließen Geschäfte zum Kauf von Erdgas mit Wladimir Putin ab. Mit anderen Worten: Deutschland schwingt vom Extrem der gründen Idealisten in das andere der schmutzigen Kole, während es sich darauf verlässt, das andere ihren Strom nach Deutschland exportieren.

Ähnlich sieht es mit der Immigration aus. Ein bipolares Deutschland kann nicht einfach eine begrenzte und handhabbare Zahl echter Flüchtlinge aufnehmen, hoffen sie zu assimilieren – und dann zu dem daraus entstehenden Gefühl des noblesse oblige schweigen. Stattdessen öffnete Berlin in wenig mehr als einem Jahr enthusiastisch seine Grenzen und nahm mehr als eine Million Migranten auf, die zumeist nicht überprüft wurden und aus dem Nahen Osten und Nordafrika stammen; es verteidigte seine radikale Politik mit der Erfindung von Sprüchen über deutsche Großzügigkeit („Wir schaffen das“). Bis vor kurzem hatte ein zumeist homogenes Deutschland wenig Erfahrung mit Diversität, weniger mit der Assimilierung und Integration zumeist verarmter, männlicher, muslimischer Immigranten. Das Ergebnis dieses massiven Zustroms aus dem Nahen Osten ist oft Chaos gewesen. In einer Art orwellschen Imperialismus der guten Taten kommandiert Deutschland seine besorgten kleineren und weit verletzlicheren europäischen Nachbarn dazu ab sich das fast selbstmörderische deutsche Modell der offenen europäischen Grenzen zu eigen zu machen.

Deutschland hatte immer ein „jüdisches Problem“ gehabt. Im späten neunzehnten Jahrhundert waren deutsche Akademiker immer mehr von Pseudo-Forschung zu Eugenik und Rassenreinheit besessen – was oft zu Gerede von arischer Reinheit und krassem Antisemitismus führte, der sich in der realen Welt mit katastrophalen Folgen während des Holocaust auslebte. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten Deutschland das durch Selbstbetrachtung, einige Entschädigung und den subventionierten Verkauf von militärischen Versorgungsgütern an Israel Wiedergutmachung zu leisten. Doch Deutschland scheint sich einmal mehr Antisemitismus zu eigen zu machen, ganz abgesehen von seinem erbitterten Widerstand gegen Israel. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat vor dem gegenwärtigen Klima gewarnt: „Es ist die schlimmste Zeit seit der Nazi-Ära. Man hört Parolen auf der Straße wie ‚Die Juden sollte verbrannt werden‘. Wir haben das in Deutschland seit Jahrzehnten nicht gehabt. Jeder, der solche Parolen von sich gibt, übt keine Kritik an israelischer Politik, das ist widerlicher Judenhass, nichts anderes.“

Als Reaktion auf den zunehmenden Hass tat Felix Klein, Deutschlands neu ernannter Sonderermittler, der von der Regierung Merkel damit beauftragt ist den zunehmenden Antisemitismus des Staats anzugehen – der zu großen Teilen das Ergebnis des Zustroms von Muslimen ist – das ab, indem er einfach darauf hinwies, dass mehr und mehr Juden Deutschland verlassen: „Es ist durchaus verständlich, dass diejenigen, die um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt sind, darüber nachdenken das Land zu verlassen.“

Während der letzten zehn Jahre der Spannungen zwischen nord- und südeuropäischen Staaten haben wir einen ähnlichen Trend abspielen sehen können – ene Art selbstgerechter Anstrich, der über kalte, harte Machtspiele getüncht wird. Deutschland wusste, dass sein kontinentales Handelssystem von einfachen Krediten für schwache EU-Mitglieder am Mittelmeer abhängig ist, die deutsche Importe auf Pump kaufen. Als sie mit der Rückzahlung deutscher Darlehensleistungen vorhersagbar in Verzug gerieten, gingen deutsche Banker und Rentenzahler „schockiert“ in die Luft. Sie hielten selbstgerechte Vorträge über teutonische Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit – aber erst Jahre nachdem kreditfinanzierte BMWs und Mercedesse in die weit ärmeren Athens und Roms geflossen waren.

Militärisch sind die radikalen Kehrtwendungen dieselben. Deutschland ist von Pickelhauben zum Weimarer Pazifismus gegangen, von der Waffen-SS zu potemkinschen Teilungen hauchdünnen Flugzeugflügeln. Berlin scheint nicht wirklich zu verstehen, dass es, wäre einfach dem klassischen Goldenen Schnitt gefolgt – starke Streitkräfte unter der Aufsicht demokratischer Regierung – weder seinen Nachbarn Angst gemacht noch 70 Jahre subventionierter Abhängigkeit bei der Verteidigung benötigt hätte.

Trotz der Schutzrolle der Amerikaner für Westdeutschland im Kalten Krieg und später bei der Vereinigung von Ost und West stimmen die Deutschen heute in Umfragen bequem als das am stärksten antiamerikanische Volk der EU ab. Und Deutsche stimmen am stärksten gegen Trump, was nicht überrascht, angesichts von Trumps Tiraden über fairere NATO-Verteidigungsausgaben und Handelsdefizite, beides implizite Angriffe auf Deutschlands merkantile Handelspolitik und faktische Entwaffnung und Verlass auf das US-Militär.

Hier ist etwas historischer Kontext nötig. Deutsche scheitern oft unerklärlicherweise darin zu begreifen, dass die Amerikaner nicht vorhatten in Frankreich anzulanden, weder 1917 noch 1944 – oder bis 2018 in Deutschland zu bleiben (gegenwärtig sind 35.000 US-Soldaten noch im Land stationiert). Ein Großteil der der US-Außenpolitik der mehr als 75 Jahre zwischen 1917 und dem Fall der Berliner Mauer 1989 gründeten auf der Verteidigung der Nachbarn Deutschlands vor deutscher Aggression oder der Verteidigung Deutschlands selbst vor russischer Invasion. Trumps Wahl zeigte, dass die meisten Amerikaner wahrscheinlich wollten, dass diese US-Soldaten aus Deutschland (und einer ganzen Reihe anderer Ort auch) raushaben wollen, so viel wie die Deutschen heute sagen, sie wären sie gerne los. Große Distanz macht gute NATO-Freunde.

Bei aller wachsenden Feindseligkeit gegenüber Amerika hat Deutschland immer noch nicht sein versprochenen 2 Prozent Ausgaben des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung gemäß den Anforderungen der NATO. Dennoch fährt es riesige Handelsdefizite mit den Vereinigten Staaten ein ($65 Milliarden im Jahr). Deutschland genießt auch mit $287 Milliarden die größte Leitungsbilanz der Welt – es verzerrt den internationalen Handel, während das Land Importe verhindert und seine Wirtschaft hauptsächlich auf Export ausrichtet. Der Euro ist, nach Maßgabe Berlins immer unterbewertet und erlaubt den Deutschen wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit, die wahrscheinlich nicht möglich wären, würde man immer noch die Deutsche Mark nutzen.

Inmitten der Krise im Nahen Osten nahmen der Iran, Nordkorea, Russland und China sowie die meisten Westler nahmen an, dass Deutschland, angesichts seiner Größe und dynamischen Wirtschaft weiterhin ein Modell westlicher Führung und eine beruhigende Kraft in einem historisch instabilen Europa sein würde. Stattdessen scheint es in eine gefährliche Phase einzutreten, wenn es im Zenit seines Reichtums und seiner Macht trotzdem schmollt und Vorwürfe erhebt. Berlin fühlt sich von den Südeuropäern übers Ohr gehauten, von einem sich verabschiedenden Großbritannien ignoriert, von den Osteuropäern bekommt es nicht ausreichend respektiert und es ist Amerika gegenüber verärgert.

In einer perfekten Welt würde Deutschland seinen Frust mit Innenschau angehen. Immerhin wurde Berlin von niemandem gezwungen mehr als eine Million problematischer Flüchtlinge aus dem Nahen Osten aufzunehmen. Niemand zwang es Waren zu billigen Krediten an fremdfinanzierte Käufer zu exportieren, die erkennbar weit über ihren Möglichkeiten lebten. Niemand zwang es eine lange und katastrophale Geschichte mit dem jüdischen Volk zu haben. Und niemand zwingt es ununterbrochenen US-Militärschutz zu erwarten, während es ständig Rekord-Handelsüberschüsse einfährt.

Trotz der langen Nachkriegsgeschichte der amerikanisch-deutschen Freundschaft und trotz Deutschlands finanzieller und wirtschaftlicher Energie wird das Land psychologisch isoliert, wenn nicht gar ins Wanken gebracht. Während Deutsche ihren Antiamerikanismus ausstrahlen, scheinen sie nicht zu bemerken, dass die Amerikaner der deutschen Gereiztheit gleichermaßen müde zu werden.

Wenn wir in eine weitere historische Periode gefährlicher deutscher Verstimmung eintreten, verheißt das sich daraus ergebende Resultat für jeden Beteiligten nichts Gutes.

Deutscher Beamter rügt große linke Zeitung wegen naziartiger Karikatur

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Nachdem in der Süddeutsche Zeitung (SZ) einmal mehr eine antisemitische Karikatur veröffentlicht wurde, behandelten die meisten Medien die darauf folgende Entwicklung fälschlich als isolierten Fall. Diese „progressive“ linke Zeitung ist eine der meistgelesenen Zeitungen Deutschlands. Die SZ wird zusammen mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung und Die Welt als eine der drei landesweiten Qualitätszeitungen betrachtet.

Am 15. Mai veröffentlichte die SZ eine Karikatur des 85-jährigen Dieter Hanitzsch. Dieser stellte den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu als die israelische Eurovisionssiegerin Netta Barzilay dar; er feiert den Sieg mit einer Rakete in der Hand, auf der sich ein Davidstern befindet. Hanitzsch zeichnete den israelischen Führungspolitiker mit übergroßer Nase, Ohren und Lippen, klassische antisemitische Stereotype.

Es gab viele negative Reaktionen. Ein paar Tage später schrieb Ernst Krach, Chefredakteur der SZ, dass die Karikatur zu Diskussionen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Zeitung geführt habe. Er erklärte, der Karikaturist behauptet, er habe nur Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken wollen, dass der Eurovisionswettbewerb 2019 in Jerusalem stattfinden wird. Krach fügte hinzu, dass man die Zeichnung jedoch auch anders verstehen und als antisemitisch ansehen könne. Die SZ entschuldigte sich; sie sagte, es sei ein Fehler gewesen sie zu veröffentlichen.[1][2] Nach einer solchen Erklärung wäre die Auseinandersetzung normalerweise beendet gewesen.

Doch auch der gerade ernannte deutsche Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein reagierte. Er erklärte, dass die „von der Karikatur Verbindungen mit den nicht zu tolerierenden Zeichnungen der nationalsozialistischen Propaganda schuf. Selbst wenn Karikaturen satirisch und provokativ sind, hat dies eine rote Linie überschritten.“[3] Inzwischen hat der deutsche Presserat eine Ermittlung zur Karikatur in Gang gesetzt.[4]

Kleins Äußerung bedeutete, dass ein Regierungsvertreter die Mainstream-Zeitung SZ der Veröffentlichung von naziartigem Material beschuldigt. Die Zeitung trennte sich dann von Hanitzsch, der seit Jahrzehnten für sie arbeitete.[5] Der Karikaturist hatte in der Vergangenheit das Bundesverdienstkreuz erhalten.[6] Hanitzsch reagierte mit einer langatmigen Erklärung, weshalb seine Karikatur nicht antisemitisch sei. Er erwähnte auch, dass er Reaktionen erhielt, die besagten, dass seine Karikatur durchaus in die extremen Publikationen des Nazis Julius Streicher passten,[7] der bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und gehenkt wurde.[8] Es bleibt Psychologen vorbehalten zu bewerten, wie sehr der Karikaturist von den Gedanken der Nazizeit beeinflusst wurde, die er im Schüleralter erlebte.

Die Bilanz des Schürens von antiisraelischem Hass durch die SZ ist weit wichtiger als dieser Einzelfall. Fakt ist, dass die Hetze der Zeitung eine lange Geschichte hat.[9] 2013 veröffentlichte die SZ eine Karikatur von Ernst Kahl mit einem Monster mit zwei Hörnern, das gerade essen wollte.[10] Die begleitende Bildbeschreibung lautete: „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt.“

2014 erschien noch eine weitere antisemitische Karikatur in der SZ.[11] Burkhard Mohr zeichnete den jüdischen Facebook-Unternehmer Mark Zuckerberg als Kraken, der seine Tentakel ausstreckt, um die sozialen Medien zu kontrollieren. Der Karikaturist stellte Zuckerberg mit langer Nase und dicken Lippen dar, einmal mehr typische antisemitische Stereotype. Das Simon Wiesenthal Center reagierte mit der Erklärung, dass die Karikatur beweise, dass der Künstler antisemitisch ist.[12] Der Karikaturist bestritt, dass seine Zeichnung antisemitisch war und entschuldigte sich.

Der belgische Forscher Joel Kotek, führender Experte zu antisemitischen Karikaturen, hat beobachtet, dass arabische Karikaturisten Juden oft als bösartige Kreaturen wie Spinnen, Vampire oder Kraken darstellen. Er fügte hinzu, dass arabische Hassmotive manchmal in die westliche Gesellschaft sickern.[13]

All dies verblasst allerdings vor einem extrem abscheulichen, antiisraelischen Hassgedicht, das die SZ 2012 veröffentlichte. In diesem Gedicht behauptete der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass, dass Israel es darauf anlegt mit Atombomben Völkermord am iranischen Volk zu begehen. Der linke Dichter, der als junger Mann Mitglied der Waffen-SS war,[14] muss – genauso wie die SZ-Redakteure – gewusst haben, dass die Führer des Iran Israel mit Völkermord gedroht haben. Dennoch suggeriert er das Umgekehrte.

Das Gedicht wurde zum Symbol einer großen europäischen, progressiv antiisraelischen Perversität. Weitere fünf europäische linke Mainstream-Zeitungen veröffentlichten ebenfalls: die italienische La Repubblica,[15], der britische Guardian,[16], die spanische El-Pais,[17] die dänische Politiken[18] und die norwegischen Aftenposten.[19]

Rechter Antisemitismus wird in den deutschen Medien seit vielen Jahren aufgedeckt. Seit Dezember 2017, nach der Verbrennung einer selbstgemachten israelischen Flagge in Berlin durch deutsche Muslime, wird auch muslimischer Antisemitismus von führenden deutschen Politikern verurteilt.

In diesem Fall trat allerdings eine seltene Reaktion auf. Ein Beispiel des weit verbreiteten, progressiven Antisemitismus im deutschen Mainstream wurde von einem Regierungsvertreter verurteilt. Das ist umso wichtiger, als die SZ ein Standartenträger des Linksliberalismus in Deutschland ist.

Man sollte hoffen, dass der Tadel des Beauftragten gegen die SZ der Anfang einer weit systematischeren Offenlegung linksliberalen antiisraelischen Hassschürens ist. Es hat mehrere andere Zeitungen gegeben, die in diesem Bereich mit der SZ konkurrieren. 2012 führte das Simon Wiesenthal Center den Journalisten Jakob Augstein als einen der zehn führenden Antisemitismus Verübenden des Jahres weltweit.[20]

Die Annahme, dass Deutschland sich des Antisemitismus in weniger als 75 Jahren nach der Verübung eines Völkermords von solcher Bedeutung entledigen könne, ist eine Illusion. Die Auswirkungen manifestieren sich auf vielerlei Weise und in vielen Sektoren der deutschen Gesellschaft, einschließlich des linksliberalen Segments.

[1] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/31630

[2] http://www.haaretz.com/israel-news/german-newspaper-apologizes-for-cartoon-using-anti-semitic-stereotypes-1.6094472

[3] http://www.welt.de/politik/deutschland/article176437583/Geschmacklose-Zeichnung-Antisemitismusbeauftragter-kritisiert-Sueddeutsche-Zeitung-scharf.html

[4] https://in.reuters.com/article/germany-antisemitism-cartoon/update-1-german-newspaper-drops-cartoonist-after-netanyahu-drawing-idINL5N1SP5WN

[5] meedia.de/2018/05/18/nach-streit-um-karikatur-sueddeutsche-zeitung-trennt-sich-von-zeichner-dieter-hanitzsch/
http://www.jta.org/2018/05/16/news-opinion/top-german-newspaper-apologizes-cartoon-using-anti-semitic-stereotypes

[6] http://www.jpost.com/Diaspora/Antisemitism-czar-slams-German-cartoon-as-Nazi-propaganda-556693

[7] http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Uebersicht/SZ-wirft-Karikaturisten-raus

[8] http://www.sueddeutsche.de/kolumne/in-eigener-sache-stereotype-und-klischees-1.3986184

[9] http://www.jpost.com/Diaspora/Antisemitism-czar-slams-German-cartoon-as-Nazi-propaganda-556693

[10] http://www.zeit.de/kultur/2013-07/sueddeutsche-zeitung-israel-karikatur

[11] http://www.jpost.com/printarticle.aspx?id=342412

[12] www.timesofisrael.com/cartoon-of-zuckerberg-called-anti-semitic/

[13] www.jcpa.org/article/major-anti-semitic-motifs-in-arab-cartoons/

[14] http://www.spiegel.de/international/nobel-prize-author-guenter-grass-i-was-a-member-of-the-ss-a-431353.html

[15] Günter Grass: Quello che deve essere detto. In La Repubblica, 4. April 2012; Ugo Volli: Poesia dedicata a Günter Grass; Andrea Tarquini: Una poesia contro Israele. L’ultima provoczione die Grass Le sue atomiche una minaccia; Adriano Prosperi: Se la storia viene capovolta in un brusio di responsabilità. In: Informazione Coretta, 4. April 2012.

[16] Günter Grass, “What Must Be Said,” The Guardian, April 5, 2012.

[17] Günter Grass, “Lo que hay que decir,” El País, April 4, 2012.

[18] Dokumentation: Læs Günter Grass’ digt. Politiken, 7. April 2012.

[19] Günter Grass: Det som må sies. Aftenposten, 8. April 2012

[20] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TT_2012_3.PDF