Ey voll intägriehrt, Alda!

_Deutschland, deine (linke) Polit-Elite – gefunden auf twitter:

Ich will lieber gar nicht erst wissen, ob sie sich hier vorauseilend an die Klasse anpasst oder ob das tatsächlich ihr Sprachniveau ist…

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Diplomaten bei der UNO begehen antisemitische Taten

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der globale Antisemitismus ist am besten in der UNO-Vollversammlung zu beobachten. Ranghohe Diplomaten vieler Demokratien nehmen aktiv an diesen wichtigen alljährlichen, antisemitischen Aktivitäten teil.

Die weithin akzeptierte Definition von Antisemitismus, auf die sich die Internationale Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) einigte, erklärt, dass eine antisemitische Erscheinungsform „… das Zielen auf den Staat Israel beinhalten kann, der als jüdisches Kollektiv empfunden wird. Kritik an Israel, die der ähnelt, die an irgendeinem anderen Land geübt wird, kann hingegen nicht als antisemitisch betrachtet werden.“[1]

Trotz seiner völkermörderischen Vergangenheit gegenüber Juden in seiner „Großvatergeneration“ beteiligt sich das zeitgenössische Deutschland mit ganzem Herzen an diesen antisemitischen Manifestationen in der UNO. Dieses Thema geriet im März ins Blickfeld. Deutschlands größte Zeitung BILD veröffentlichte, dass die Vollversammlung in den letzten Jahren mehr als 500 Resolutionen gegen Israel verabschiedete, aber nicht eine einzige gegen die palästinensischer Terrororganisation Hamas.

BILD führte einige Beispiele für den Zeitraum 2014 bis 2017 an. 2014 richteten sich von allen Resolutionen gegen einzelne Länder 87% gegen Israel. 2016 betrug die Quote 77%, 2017 waren es 78%. Im UNO-Menschenrechtsrat (UNHRC) richtete sich mehr als die Hälfte der Resolutionen gegen Israel. BILD stellte heraus, dass Deutschland sich regelmäßig auf die Seite der Feinde Israels stellt. Im November 2018 richteten sich 21 Resolutionen der Vollversammlung gegen Israel, 16 davon wurden von Deutschland unterstützt, bei 4 enthielt es sich.[2]

Es gibt in der Vollversammlung keine gleichartigen Resolutionen in annähernder Anzahl gegen irgendein anderes Land. Das macht die antiisraelischen Abstimmungen Deutschlands und anderer Länder, die die Verurteilungen Israels unterstützen, zu Manifestationen von Antisemitismus.

Die liberale FDP brachte kürzlich einen Antrag im Bundestag ein, diese Politik des Abstimmens gegen Israel zu ändern. In dem Antrag hieß es, die zahlenmäßig hohe, fortgesetzte, unverhältnismäßige Verurteilung Israels im Gesamtbild gehe weit über legitime Kritik hinaus.

Im Parlament stimmten 408 Mitglieder gegen den Antrag, 150 stimmten dafür und 63 enthielten sich.[3] Nur die populistische AfD stellte sich auf die Seite der FDP und unterstützte den Antrag. Mit einer einzelnen Ausnahme stimmten Angela Merkels Christdemokraten und ihre bayrischen Verbündeten von der CSU sowie die Sozialisten und die Linke allesamt für das antisemitische Abstimmungsverhalten des Landes in der UNO. Die Grünen enthielten sich.

In der deutschen Politik gibt es einen „cordon sanitaire“ um die AfD. Das bedeutet seitens der Boykotteure: „Wir sind gut und weiß, die AfD ist böse und schwarz.“ Die Abstimmung im Parlament zeigte jedoch, dass der Unterschied der betreffenden Parteien, die gegen den FDP-Antrag waren, zur AfD lediglich ein Grauton sein dürfte. Nach der Abstimmung twitterte der amerikanische Nahost-Experte Daniel Pipes: „Merkel redet nur, die AfD liefert.“[4]

Der deutsche Außenminister Heiko Maas, ein Sozialist, hat oft gesagt, Auschwitz habe ihn angespornt in die Politik zu gehen. [5] Er verteidigte die Haltung der Regierung mit der Behauptung, es sei besser beim Entwurf der Texte dieser antiisraelischen Resolutionen mitzumachen und sie moderater zu gestalten, als nicht an der Diskussion teilzunehmen und gegen sie zu stimmen. Insider geben an, diese Einstellung sei Teil eines Spiels. Die Palästinenser bereiten eine radikale Resolution vor, wohl wissend, dass der Text am Ende weniger extrem sein wird. Die Europäer verhandeln darum den Text moderater zu gestalten und behaupten dann, sie hätten den Erfolg gehabt, die ursprüngliche Resolution abzuschwächen.[6]

Nach dem Holocaust und vielen anderen gewaltigen Verbrechen stimmten die Vereinten Nationen 1948 der Universalen Erklärung der Menschenrechte zu.[7] In ihrem ersten Artikel heißt es: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg behaupteten viele Deutsche und andere an verbrecherischen Aktivitäten Beteiligte, sie hätten nur die Befehle ihrer Vorgesetzten befolgt. Dieses Argument wurde von Angeklagten bei den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg regelmäßig benutzt. Die deutsche Formel dafür lautet „Befehl ist Befehl“ und wurde zu einer international verwendeten Redewendung. Die Gerichte betrachteten Befehle von Vorgesetzten für die, die Verbrechen begangen hatten, nicht als gültige Rechtfertigung für einen Freispruch.

Das jüdische religiöse Gesetz verstand das Wesen dieser Frage bereits vor mehr als einem Jahrtausend. Wenn jemand einen anderen damit beauftragt eine Sünde zu begehen, dann ist der Überbringer, der diesen Anweisungen folgt, für die von ihm begangene Sünde verantwortlich.[8]

Der UNO-Menschenrechtsrat (UNHRC) ist in seiner antiisraelischen Hetze noch schlimmer. Ein Außerirdischer vom Mars, der auf die Erde kommt, um sich schnell ein Bild davon zu machen, was Menschrechte sind, würde sich wahrscheinlich auf einen Besuch beim Rat in Genf konzentrieren. Er könnte dann denen, die ihn schickten, berichten, dass die Einwohner der Erde ein perfektes unmoralisches System entwickelt haben, um Staaten zu verurteilen. Jedes Land verletzt, was sie „Menschenrechte“ nennen. Damit kann eine Mehrheit derer im UNHRC, die bezüglich der Menschenrechte aus der Rolle fallen – einschließlich derer, die das erheblich tun – jedes beliebige Land angreifen.

Außenministerien entscheiden, ob die umfassenden Verurteilungen Israels in der Vollversammlung unterstützt werden. Tun sie das, dann begehen sie antisemitische Taten. Ihre Diplomaten bei der UNO führen die Befehle aus. Diese Leute sind „mit Vernunft und Gewissen begabt. Sie können ihre Verantwortung nicht leugnen, indem sie sagen „Ich bin nur ein elitärer Bote, der die Befehle meiner Bosse ausführt.“ Ein Mensch darf sich nicht wie ein anormaler Roboter benehmen.

Für jeden demokratischen Diplomaten, der sich an den massiven Verurteilungen Israels in der UNO und dem UNHRC beteiligt hat, sollte eine Akte angelegt werden, um festzustellen, wie oft er oder sie sich an Antisemitismus-Manifestationen beteiligt haben. Antisemitische Taten zu begehen gilt meistens nicht als Verbrechen, dennoch ist es immer Ausdruck des fehlerhaften Charakters einer Person.

[1] www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[2] www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/deutschland-bei-der-uno-fdp-will-anti-israel-irrsinn-stoppen-59894948.bild.html

[3] http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/bundestag-und-israel-lippenbekenntnisse-statt-solidaritaet

[4] https://twitter.com/DanielPipes/status/1106568848008982529

[5] www.timesofisrael.com/most-horrible-place-on-earth-german-foreign-minister-visits-auschwitz/

[6] http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/bundestag-und-israel-lippenbekenntnisse-statt-solidaritaet

[7] www.un.org/en/universal-declaration-human-rights/ (deutsch: http://www.un.org/Depts/german/menschenrechte/aemr.pdf)

[8] https://www.etzion.org.il/he/קידושין-דף-מב-–-שליח-לדבר-עבירה

Die unverschämte Verlogenheit der tagesschau einmal mehr offenbart

Am 31. März berichtete (ausgerechnet wieder mal) die BILD-Zeitung online eine Kritik von Andrea Kiewel an der „Berichterstattung“ der tagesschau in der Jüdische Allgemeine vom 28. März. Sie hatte den Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv live miterlebt, unmittelbar nach ihrer Ankunft in Israel. Für die Berichterstattung der ARD zu diesem Vorfall und dem folgenden Tag mit der israelischen Reaktion auf arabische Aggression die hatte sie kein Verständnis. Verständlich. Denn in dem 28-sekündigen Beitrag der tagesschau wurde erst einmal ständig auf Israels Angriffe (die RE!-aktion) durch den Wolf gedreht, Israel zum Aggressor gemacht und ganz am Ende ein winziges Sätzchen angehängt: „Am Montag hatte die Hamas bei einem Raketenangriff ein Haus in Israel zerstört.“ Wo dieses Haus stand und dass dabei 7 Menschen, teilweise schwer verletzt wurden, drei davon kleine Kinder – nichts. Aber vorher in aller Ausführlichkeit Israels Handeln negativ darstellen, das ging. Kiewel regte sich völlig zurecht darüber auf, dass von der tagesschau die Ereignisse auf den Kopf gestellt wurden und ein falscher Eindruck erzeugt wurde. Auch, was Kiewel schon gar nicht mehr schreibt, dadurch, dass der Hamas-Raketenregen noch weiter ging und auch sonst am Grenzzaun jede Menge Gewalttaten un Angriffe durch die Hamas stattfanden.

Die Reaktion der tagesschau ließ erstmal auf sich warten. Sie folgte am 31. März nach den üblichen Mustern (screenshot):

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, der die Verantwortung für die Berichterstattung der tagesschau tragen muss, geriert sich hier auf twitter als Opfer ungerechtfertigter Kritik. Einer Kritik, auf deren Inhalte er nicht mit einem einzigen Wort eingeht! Er pickt sich etwas heraus, was nicht gesagt wurde und „widerlegt“ es. Er geht nicht darauf ein, dass die Reihenfolge nicht stimmte. Er gibt mit keinem Wort zu erkennen, welche wichtigen Einzelheiten der Geschehnisse er ignoriert.

Dieser lapidare „Konter“ wie ist genauso verlogen wie der kritisierte Bericht und hat genauso System:

Der Bericht stellt den Auslöser der Geschehnisse ans Ende, statt an den Anfang. Er berichtet ausführlich über Israels Handeln, während das der Araber nur in knappstmöglichster Weise erwähnt wird, ohne da im Geringsten auf wichtige Einzelheiten einzugehen. Die werden geflissentlich außen vor gelassen. Das ist das System, mit dem die tagesschau in der aus dem arabisch-israelischen Konflikt „berichtet“.

Die Reaktion des Chefs geht auf keinen Punkt der Kritik ein, sondern imagniert sich einen eigenen, der nicht so angeführt wurde. Und den „widerlegt“ er mit einem zwar richtigen, aber völlig unzureichenden Hinweis, der zudem alles weglässt, was das Problem ausmacht. Auch das ist System. So arbeitet jeder „Israelkritiker“, der es nicht nötig hat sein Weltbild durch Fakten stören zu lassen.

Ähnliches kann man denen attestieren, die in den Kommentaren zu Gniffkes Kommentar ihre Lobeshymnen auf die Tagesschau singen. Nicht ein einziger scheint sich mit der Kritik Kiewels beschäftigt zu haben. Es handelt sich bei ihnen um eine reine Echo-Kammer: Tagesschau gut, öffentlich-rechtliche Sender gut, alle Kritiker dumm und ahnungslos. Ein Versuch, die auch hier zuhauf geübten Kritikpunkte irgendwie zu entkräften – Fehlanzeige. Stattdessen mimimi und Diffamierungen gegenüber den Kritikern.

Der stern hat erkannt (staun), dass Gniffke da reichlich sparsam mit der Wahrheit umgegangen ist und dass seine Reaktion auf die Kritik unzureichend ist:

Mit seiner Replik macht es sich Gniffke ziemlich einfach. Er verschweigt, dass der von ihm zitierte Satz erst ganz am Ende des Beitrages kommt, nachdem der Zuschauer zunächst den Eindruck gewinnen musste, Israel sei der Aggressor. Zu dem – zumindest unglücklichen – Aufbau der Meldung sagt der Chefredakteur kein Wort. Eine wirkliche Entkräftung der Kritik Kiewels ist sein Beitrag damit nicht.

Was auch der stern dabei nicht begriffen hat – wie man dort selbst gerne mal so arbeitet? – ist es System ist, wie berichtet wird und wie auch hinterher mit Kritik umgegangen wird, nicht „unglücklich“. Jeder Israelfreund und Medienkritiker kann ganze Balladen davon singen.

Es wird Zeit, dass die Qualitäts-Journaille endlich Qualitätsprüfungen unterzogen und für ihre Verlogenheit zur Rechenschaft gezogen wird. Zum Beispiel mit Entzug der Zwangsgebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

Das Wort „Jude“ ist in Europa ein Schimpfwort

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Das Wort „Jude“ ist an vielen Orten in Europa mit ganzer Macht als Mainstream-Schimpfwort zurückgekehrt. Ein Adjektiv ist nicht nötig. Für viele Menschen ist der Ausdruck „dreckiger Jude“ eine Tautologie.

Ganz zu Beginn war das Wort „Jude“ nur ein Substantiv. Es kommt vom hebräischen Wort Yehudi, das vom biblischen Namen Juda abstammt. Das Wort Judentum entstammt der Religion der Yehudim. Als dann die christlichen Helden von Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ Shylock wiederholt als „den Juden“ bezeichneten, gab es jedoch keine Frage, dass das Wort mehr eine Schmähung als ein Verweis auf die Religion des Kaufmanns war.[1]

Die negativen Konnotationen des Wortes Jude waren in Europa Jahrhunderte lang üblich. In Frankreich bezeichnen die Menschen Juden seit vielen Jahren, um sie nicht zu beleidigen als „Israeliten“; oft machen Juden selbst das auch. Einer meiner Kollegen, als ich in Paris lebte, sprach immer von Israeliten, wenn er Juden erwähnte. Ich konnte ihn nicht überzeugen, dass ich mich in diesem recht üblichen Ausdruck nicht selbst wiederfand und ich mich als Juden betrachte, auf Französisch „Juif“.

Das Wort „Jude“ als abschätzigen Begriff aus der europäischen Gesellschaft zu entfernen war nicht leicht. Das wurde zum Teil und schrittweise erreicht, nachdem die Deutschen auf brutale Weise 6 Millionen Juden ermordeten. Ende der 1970-er Jahre verklagte ein niederländischer Jude das niederländische Hauptwörterbuch. Er fühlte sich persönlich beleidigt, weil das Wörterbuch das Wort Jude als „Fluch oder schlimme Bezeichnung“ definierte.

Das Wörterbuch führte auch „alter, dreckiger Jude“ als Beispiel für die Verwendung des Wortes Jude an. Darüber hinaus erwähnte es die metaphorische Verwendung des Wortes „Jude“ als „Betrüger und Schwindler“. Es gab zudem einen Beispielsatz zur Klärung des Ausdrucks: „Ich würde von einem solchen Juden nichts kaufen wollen.“ Trotzdem gewann der Autor des Wörterbuchs vor Gericht.

Gleichwohl änderte das niederländische Wörterbuch die Definition ab der nächsten Ausgabe.[2] Diese Realität war befristet. CIDI, eine niederländische Organisation, die Antiisraelismus und klassischen Antisemitismus bekämpft, gab in ihrem Jahresüberblick 2016 ihrer Sorge über die Herabwürdigung des Worts „Jude“ Ausdruck: „Dieses Wort ist bei Beschimpfungen zunehmend ‚normal‘ geworden. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Verwendung des Fluchs „Kankerjood“ (was so viel wie „Krebsgeschwür Jude“ bedeutet) gegen die Polizei bei einer Demonstration vor und zur Unterstützung der türkischen Botschaft.“[3]

In den Niederlanden wird auf die allgemeine Verwendung von „Jude“ als Schimpfwort noch ein Problem draufgesetzt. Nichtjüdische Fans des großen Fußballvereins Ajax Amsterdam haben das Wort „Jude“ als Name ihrer Gruppe übernommen. In Fußballstadien haben ihre Gegner seit mehr als zwanzig Jahren Lieder skandiert wie „Mein Vater diente in den Sondertruppen, meine Mutter war bei der SS. Zusammen verbrannten sie Juden, weil Juden am besten brennen“ und „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“. Diese antisemitischen Hassgesänge sind zu Gemeingut geworden und werden von Zeit zu Zeit gegen tatsächliche Juden verwendet.

Es gibt viele weitere Beispiele aus den Niederlanden, aber diese sind bei weitem nicht das einzige Land, in dem das Wort „Jude“ als Schimpfwort verwendet wird. Im Dezember 2018 veröffentlichte die EU-Agentur für Grundrechte eine wichtige Studie mit dem Titel Experiences and perceptions of antisemitism[4], in dem ein junge Frau aus Dänemark mit den Worten zitiert wird: „Mein größtes Problem ist gewesen, dass Menschen das Wort ‚Jude‘ als Schmähung im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden, was ich anstößig finde.“[5]

Ein Däne sagte: „Ich habe große Angst um die Zukunft meiner Kinder, da ‚Jude‘ in meinem Stadtteil zum Schimpfwort wurde und Leute hassen Juden derart, dass das Leben nichts mehr wert ist. Wir haben Angst, dass unsere Kinder auf die eine oder andere Weise angegriffen werden.“[6]

Als Ergebnis von all dem verstecken Juden ihre jüdische Identität. Ein spanischer jüdischer Student, der als Freiwilliger vor einigen Jahren in einem von mir geleiteten israelischen Forschungsprogramm zu Antisemitismus arbeitete, erzählte mir, dass seine besten nichtjüdischen Freunde in Spanien nicht wussten, dass er Jude ist.

Letztes Jahr sagte Elvira Noa, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Bremen, der Lokalzeitung Weser-Kurier, dass das Wort Jude bereits in vor langem in Schulen ein Fluch gewesen ist.[7] Eine Studie zu jüdischen Kindern und Jugendlichen in deutschen Bildungsinstitutionen aus dem Jahr 2018 hatte den Titel „Jude als Schimpfwort“.[8]

Professorin Julia Bernstein ist Kulturanthropologin; sie untersuchte die Diskriminierung in deutschen Schulen und stellte fest, dass „Jude“ als Synonym für Verrat und Geiz, Aggressivität und Verkörperung des Bösen verwendet wird. Sie schrieb, als Ergebnis davon wird es in einem solchen schulischen Umfeld schwierig jüdische Identität positiv zum Ausdruck zu bringen. Das resultiert darin, dass jüdische Kinder und Jugendliche ihren jüdischen Hintergrund verbergen. Bernstein wies darauf hin, dass „Jude“ heute auch in Schulen als Fluch zwischen Nichtjuden verwendet wird. Als Beispiel beschrieb sie eine Szene, in dem ein Schüler es einem anderen Schüler sein Lineal nicht leihen wollte. Der erste reagierte mit: „Benimm dich nicht wie ein Jude.“ Ein weiteres Beispiel ist: „Du beschissener Jude, sei kein Jude, mach doch keine Judenaktion.“[9]

Das Wort „Jude“ wird auch in Verbindung mit Adjektiven verwendet. Ein Deutscher wurde gefilmt, wie er einen israelischen Restaurantbesitzer in Berlin anschrie: „Dreckige Juden, ihr könnt alle in die Gaskammern gehen.“[10]

Der Gebrauch des Wortes „Jude“ als Fluch schient in einer Reihe europäischer Länder enorm zugenommen zu haben. Eine Menge davon ist eine Rückkehr zur Lage vor dem Holocaust. Es handelt sich um eine der vielen wiederkehrenden Ausdrucksweisen für Antisemitismus in europäischer Kultur. Wenn die Europäische Union mit der Bekämpfung des Antisemitismus ernst machen will, sollte sie eine Studie dazu anordnen. Erst wenn man die Details der Realität kennt, kann man dieses schädliche und weit verbreitete Phänomen bekämpfen.

[1] http://www.washingtonpost.com/news/acts-of-faith/wp/2016/05/03/jew-why-does-the-word-for-a-person-of-my-religion-sound-like-a-slur/?utm_term=.60768f1e2fd5

[2] https://onzetaal.nl/uploads/editor/1409_jood.pdf

[3] http://www.cidi.nl/cidi-monitor-antisemitische-incidenten-2016-jood-steeds-vaker-gebruikt-als-scheldwoord/

[4] Erfahrungen und Wahrnehmung von Antisemitismus

[5] fra-2018-experiences-and-perceptions-of-antisemitism-survey_en%20(11).pdf, pg. 17

[6] ebenda, S. 35

[7] hwww.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-wenn-jude-zum-schimpfwort-wird-_arid,1714969.html

[8] https://zwst-kompetenzzentrum.de/jude-als-schimpfwort/

[9] www.fnp.de/frankfurt/jude-schimpfwort-weit-verbreitet-viele-lehrer-fuerchten-konflikte-10940866.html

[10] www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5060722,00.html

Deutsche Medien berichten über einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv

Die Terroristen im Gazastreifen haben am späten Abend des 14. März den Konflikt wieder einmal weiter eskaliert. Zwei Raketen wurden auf den Großraum Tel Aviv geschossen. Beide richteten zum Glück – ganz entgegen der Absichten der Terroristen – keinen Schaden an. Die deutsche Qualitätsjournaille berichtet. Drei Beispiele:

Ein Wunder bei der Süddeutsche Zeitung: Die Reihenfolge des Geschehens stimmt schon in der Schlagzeile und den Inhaltspunkten darunter!

Natürlich beschäftigt sich die SZ zuvörderst mit dem israelischen Gegenschlag  und weidet diesen aus, bevor es ein klein wenig (unvollständige) Info zum arabischen Terrorismus gibt. Zitat:

Die israelischen Streitkräfte bestätigten auf Twitter Angriffe auf mehrere „terroristische“ Ziele, machten zunächst aber keine näheren Angaben dazu.

Wie gehabt: Israelische Angaben werden durch die Wiedergabeart in der Zeitung in Zweifel gezogen, die Anführungszeichen signalisieren dem Leser: Pass auf, hier kommt was, das nicht stimmt. Im Gegensatz dazu werden arabische Angaben teilweise zwar als solche gekennzeichnet, aber nicht gewertet – womit sie als glaubhaft etikettiert sind.

Und dann muss das Ganze am Ende garniert werden. Zuerst mit Informationen aus 2014 sowie den „teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze“ (Hervorhebung: heplev), die natürlich ausschließlich mit den Opferzahlen aus dem Gazastreifen versehen sind; und zusätzlich mit einem Verweis auf einen anderen Artikel: Frauen im Nahost-Konflikt. „Es gibt keine Träume in Gaza“.

Es kann ja nicht sein, dass Israel das Opfer ist, die Araber müssen Opfer sein, nicht Täter.

BILD agiert ähnlich: Die Schlagzeile ist grundsolide, faktisch, genauer als in der SZ.

Auch danach folgt viel ausführliche Information über den israelischen Gegenschlag (von den Terroristen übernommen), bevor ein Video aus Tel Aviv während des Raketenangriffs der Terroristen samt Abwehrfeuer folgt und dann ein paar sehr kurze erläuternde Zeilen dazu.

Den Vogel schießt einmal mehr die tagesschau ab. Auf ihrer Internetseite findet sich die politisch passende/gewollte Desinformations-Schlagzeile:

„Im Gazastreifen“ fliegen Raketen. Sonst nicht? Die Inhaltsbeschreibung gibt zwar die Reihenfolge richtig wieder (Angriff auf Tel Aviv, Reaktion Israels), aber auch dort finden sich die üblichen Vokabeln, die Israel als Täter und schlimmer als die Terroristen darstellen: „holte umgehend zum Vergeltungsschlag aus und flog Angriffe“. Die Juden können ja nichts anderes als Rache nehmen und überreagieren. Zum Beispiel dadurch, dass „mehrere Ziele“ im „Gazastrafen“ bombardiert wurden. Tel Aviv wurde nicht bombardiert. Und ob „Gazastrafen“ ein harmloser Tippfehler ist, darüber könnte mancher gerne spekulieren.

Natürlich darf auch bei der tagesschau nicht fehlen, dass die israelische Kategorisierung der Ziele im Gazastreifen in Anführungszeichen gesetzt wird, um sie in Zweifel zu ziehen. Dass es „mindestens 4 Explosionen“ gegeben hat, „davon eine besonders schwere in der Stadt Gaza“, gibt dem Ganzen auch wieder den Anstrich der Übertriebenheit der israelischen Reaktion. Was sind 4 Explosionen, eine davon besonders schwer, schon gegen zwei harmlose Raketen?

Und auch hier wieder die Garnierung mit einer Rechtfertigung für den Terror durch das Einklinken eines Links zu einer „Zusatzinformation“:

Die Opfer sind die Araber. Nicht die Israelis. Die Juden sind die Täter. Das wird dem Medienkonsumenten-Michel auch bei Eskalationen durch die Terroristen immer schön eingehämmert.