Trennung von Angela Merkel

Jack Engelhard, Israel National News, 4. Juli 2016

In einer Laune, wie sie nach einer Spaltung oft auftritt, warnten europäische Führungspolitiker, getroffen von der Abfuhr, das britische Volk, es stehe allein da und sollte „keine besonderen Gefälligkeiten“ erwarten. Diese Schelte und mehr kam direkt nachdem Großbritannien sich aus der Europäischen Union stimmte.

Oder, um es geradeheraus zu sagen: Die Briten machten klar, dass sie sich von Angela Merkel trennen, Europas mächtigster Führungspolitikerin, die ihre Macht nutzte, um einen ganzen Kontinent herumzukommandieren, angefangen damit, dass sie darauf bestand nichts dürfe den Tsunami an Migranten stoppen.

Millionen kamen weiter und brachten eine fremde Kultur mit; Menschen, die nicht gut mit anderen auskommen.

Sie kamen von Orten wie Syrien, dem Irak, Afghanistan, Pakistan und Somalia, zumeist Männer; und wenn viele von ihnen anständig und aufrecht waren, brachte der Rest andere Gewohnheiten und die Unfähigkeit oder die Ablehnung mit sich anzupassen. Sie importierten die Intoleranz der Scharia.

Sie kamen und brachen Antisemitismus mit. Wo immer sie sich sammelten, von einem Land zum nächsten, stieg der Vergewaltigungsindex rasant an.

Auch wenn es nur ein paar wenige sind, dann reicht es aus um Terror zu entfachen, wie wir es gerade erst in der Türkei sahen, so wie natürlich tagtäglich in Israel – und es ist viel zu einfach und bequem geworden alle Akte islamischen Barbarismus in den allumfassenden Begriff ISIS zu fassen.

Mörderische Jihadisten wie Mahmud Abbas kommen aus tausend unterschiedlichen, radikalisierten Stämmen und Moscheen. Vor ein paar Tagen brach ein palästinensischer Araber in ein jüdisches Haus ein und erstach ein 13-jähriges Mädchen, das in seinem Bett schlief. Nur Tage später wurde ein führender Rabbiner und zehnfacher Vater ermordet, ebenfalls von radikalen palästinensisch-arabischen Islamisten.

Los, schließt Frieden mit solchen Barbaren, die sich unter uns bewegen. Obwohl leider viele hier in den USA immer noch wegen des roten Teppichs würgen der von der EU dem blutrünstigen Erzterroristen Abbas ausgerollt wird, der für die Art von Gerede, das man einst von ihren Eltern auf Deutsch hörte und das jetzt auf Arabisch von widerwärtigen islamischen Brutalos gesprochen wird, stehende Ovationen erhielt.

Osteuropäische Länder begannen Mauern zu errichten, um sie draußen zu halten. Westeuropäische Länder, die Anweisungen aus den EU-Hauptsitz in Brüssel empfingen, waren viel zu politisch korrekt, um sich einer solchen Maßnahme auch nur anzunähern. Nur Großbritannien erklärte: Wir haben die Nase voll, das muss aufhören.

Die Engländer waren schon von 40 Jahren Juckreiz wundgescheuert; müde Befehle aus anderen Hauptstädten auf Kosten ihrer tausendjährigen Herrschaft durch Unabhängigkeit entgegenzunehmen.

So stimmte das Vereinte Königreich nach Angaben der BBC ab:

England stimmte stark für den Brexit, mit 53,4% gegen 46,6%, genauso Wales, wo „Leave“ 52,5% der Stimmen erhielt, „Remain“ 47,5%. Schottland und Nordirland stützten beide den Verbleib in der EU. Schottland stimmte mit 62% gegen 38% für „Remain“, während 55,8% in Nordirland für „Remain“ stimmten, 44,2% für „Leave“.

So erklärte die gewiss nicht einstimmige Mehrheit, dass sie es müde ist herumgeschubst zu werden – und zwar von Angela Merkel.

Das war ein Protest gegen die deutsche Kanzlerin (und vielleicht ist es an der Zeit diesen Titel fallen zu lassen), die es immer noch nicht begreift!

Der Zustrom begann mit ihr. Sie gab die Einladung aus. Sie bleibt stur und trotzig und blind gegenüber dem Migranten-Chaos, das sie ausgelöst hat.

Die New York Times macht sie für die Spaltung verantwortlich, aber so wie sie es sieht ist das nicht ihr Fehler.

Der Fehler liegt beim Volk, das es verfehlt sie für die Öffnung Europas für die Scharen zu lieben, die kein Wissen von und keinen Respekt für jüdisch-christliche Werte haben.

Das ist ihre Logik. Das ist ihre Geschichte und sie bleibt dabei, ohne Rücksicht auf Verluste.

Die Briten erwiderten die Missachtung, indem sie sich von merkelschen Globalismus befreiten.

„Wir wollen unser Land zurück.“ Das war ihr Schlachtruf.

Das spiegelt Donald Trumps Botschaft hier in Amerika. Auch wir wollen unser Land zurück. Warum ist das ein Problem?

Israelkongress 2016 – eine sehr persönliche Bilanz

Am letzten Sonntag war wieder Israel-Kongress. Der vierte und wieder in Frankfurt. Das war gut, denn nach Berlin schaffe ich es nicht, muss ja montagmorgens wieder arbeiten.

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Als die Werbung rauskam, hatte ich mich sofort angemeldet. Das Programm habe ich mir dann erst vier Tage vor dem Termin angesehen. Es gab eine Reihe interessanter Veranstaltungen. Das Konzept war etwas anders als die Male, die ich davor kannte: Neben den Hauptveranstaltungen gab es zeitgleich „Sessions“ (warum muss da immer so viel Englisch rumgeistern? Wenn Referenten aus dem Ausland da sind, kann ich verstehen, dass ein Podium Englisch redet, es wir ja auch simultan übersetzt.) und die erschienen mir meist interessanter als das, was auf der großen Bühne im Hauptsaal lief.

Ein paar Mal war ich im großen Saal. Dort wurden die „Schwergewichte“ aufgefahren – Botschafter, Knessetmitglieder, deutsche Politiker usw. mit Gutelaunebär Cherno Jobatay als Moderator.

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Wenn ich dort war, wurde offiziell geredet. Die Israelis lobten Deutschland als besten Freund Israels in Europa. Da war ich persönlich etwas angep… – wenn Deutschland Israels bester Freund in Europa ist, dann armes Israel! Deutschland ist ein Land, in dem der Terrorschiffer-Angriff mit der Mavi Marmara nicht nur nicht als solcher anerkannt wurde – nein, der Bundestag stimmte EINSTIMMIG für eine Verurteilung Israels wegen der von den Terroristen angezettelten Gewalt und den Toten auf dem Terrorschiff! Deutschland hat in der UNESCO, dem UNO-Menschenrechtsrat und der Vollversammlung wenig bis nichts unternommen, um die Verleumdung Israels zu stoppen oder zumindest ein Zeichen dagegen zu setzen; es hat oft genug sogar Resolutionen gegen Israel mitgetragen. Deutschland ist das erste Land gewesen, dessen Wirtschaftsminister nach Teheran pilgerte und nicht einmal eine Schamfrist verstreichen ließ, nachdem man den unsäglich verlogenen Deal mit den Terror-Mullahs abschloss. Frau Merkel redet nett – aber praktisch kommt dann in Krisensituationen nichts Konkretes für Israel auf die politische Bühne, eher im Gegenteil.

Nein, ich empfinde Deutschland nicht mehr als wirklichen Freund Israels. Und das mit der Staatsräson brachte dann kurz vor Ende der Konferenz nur noch Volker Beck ansatzweise auf den Punkt, als er die konkrete Frage nach der Realität der Staatsräson als eher fragwürdig vorhanden beantwortete.

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Die Diplomaten und Knesset-Mitglieder müssen wohl so reden, sie wollen keinen Streit, haben Angst den Verbündeten vor den Kopf zu stoßen. Aber nutzt das wirklich etwas? Unsere Meinungsführer prahlen damit, dass man sich unter Freunden mal was sagen können muss – um dann an der Realität vorbei und faktenfrei um so heftiger auf Israel einzudreschen und Palästinenser-Lügenpropaganda zu verbreiten (wie z.B. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz mit seinen falschen Wasser-Zahlen vor der Knesset). Es läuft hier also mit der freundschaftlichen „Kritik“ recht einseitig und konkret nur in eine einzige Richtung. Wie wäre es, wenn die Israelis ihren deutschen Regierungsfreunden auch mal etwas sagen? Das trauen sie sich (noch?) nicht, sie haben Angst um die „guten“ Beziehungen. Verständlich, aber schade. Und von deutschen Israelfreunden kam, soweit ich es mitbekam, hier auch nicht wirklich etwas.

Leider waren auch keine wirklichen politischen Schwergewichte aus der deutschen Politik dabei. Beck kann man nicht mehr als solches zählen. Außerdem gehört er einer relativ unbedeutenden Oppositionsfraktion an und ist in dieser auch noch eher Außenseiter. Wenn jemand aus der Regierung oder zumindest jemand von Bedeutung aus den Regierungsfraktionen die Konferenz besucht und sich beteiligt hätte, könnte man von der Möglichkeit Einfluss zu generieren sprechen. So war es eine nette Veranstaltung mit einer Menge gutem Willen und eher wenig an tatsächlicher Bedeutung und Effektivität.

3.000 Personen nahmen teil. Ich hätte mit mehr gerechnet. Durch die aufgefächerten Parallel-Angebote verstreuten sie sich etwas, es wirkte alles nicht so voll und das war gut.

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Die „Panels“, die ich besuchte, waren interessant. Dort wurde auch etwas konkreter über Projekte, Meinungen und Vorhaben informiert. Man hatte direkteren Kontakt zu den Diskussionsteilnehmern und man konnte – wenn auch nicht in jeder Veranstaltung – Fragen und eigene Gedanken einbringen. Nach meinem Empfinden war das für den Besucher also deutlich effektiver, praktischer und erfahrungsreicher als die Vorträge und Podiumsdiskussionen im großen Saal. Mir fehlte aber dennoch etwas, das den Besucher anregt für Israel aktiver zu werden. Viel Information also, aber leider wenig zu dem, was der Einzelne machen kann, auch wie er aktiv werden kann. Aber vielleicht habe ich ja nur falsche Vorstellungen davon, was ein Israelkongress leisten sollte?

Am schönsten war auf jeden Fall in der Gesamtsicht, dass man Freunde und Bekannte treffen konnte, die man länger nicht gesehen hatte, darunter auch den umtriebigen Chef vom Ganzen.

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Oder auch Leute, die man bisher nicht persönlich kannte. Oder die einen nicht mehr kennen, weil sie zu viele kennen, wie Tuvia Tenenbom, von dem ich jetzt zwei signierte Bücher habe.

Der Titel der aktuellen „Titanic“

gefunden hier.

Der Autor des Eintrags schreibt dazu:

Über die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, wurde hinreichend an anderer Stelle diskutiert. Für mich eine Frage der persönlichen Meinung. Für mich wird der Islam als faschistische Ideologie niemals zu Deutschland gehören. Über die Frage wird später geredet werden können, wenn der Islam nicht mehr faschistisch ist und Juden und Christen die gleichen Rechte in islamischen Ländern erlangen, wie Muslime heute in Europa und in der westlichen Welt.
Bis dahin wird der Islam durch den Kakao gezogen, über ihn gelacht, bis sich die Balken biegen und vieles mehr. So hat meine geliebte Titanic das richtige Bild zur rechten Zeit als Titelbild auserkoren. Die Reaktionen auf Facebook sagen über die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, viel mehr aus, als tiefgreifende Diskussionen bei Maischberger & Co…  der Muslim muss hierüber nicht lachen, doch ich darf lachen. Laut und hemmungslos… danke Titanic.

Wer bin ich?

Paula R. Stern, A Soldier’s Mother, 6. Mail 2016

Die Sache mit Kommentaren auf einem Blog ist die, dass der Blogeigner eine Reihe an Auswahlmöglichkeiten hat. Die erste ist die, ob er Kommentare unmoderiert zulässt. Als Israelin kann ich sagen, dass kein israelischer Blog und wenige jüdische Blogs frei von Störmanövern sind und für die meisten deshalb die erste Wahl offensichtlich ist – wir moderieren alle Kommentare.

Die zweite Wahl ist: Wie geht man mit Kommentaren um, die weniger als schmeichelhaft sind, entweder zu den Kernthemen, die man vorlegt oder gegenüber eine Haltung, die man einnimmt. Mehr als einmal habe ich Leute gehabt, die mich wütend fragte, warum ich ihre Kommentare nicht durchlasse – und die Antwort ist immer dieselbe: Wie ich es nicht muss, das ist mein Blog, mein Leben und ich präsentiere ihn, wie ich lebe. Nehmt ihn so, lasst ihn, liebt ihn, hasst ihn – es ist meiner.

Manchmal lasse ich Kommentare zu und dann antworte ich darauf; manchmal überlasse ich es anderen darauf zu antworten. Manchmal entscheide ich mich, sie gar nicht freizuschalte – das ist mein Recht.

Manchmal poste ich sie, wie diesen: Mahmood Says…

Manchmal lege ich sie alle zusammen… wie hier: Comments on Comments…

Vor ein paar Tagen postete ich Six Million Tears. Heute schickte mir Anonymus #478 (oder ist es #479?) dies:

Als freiwillig in Deutschland lebender Jude frage ich Sie: Wer sind Sie, dass Sie ein ganzes Volk verurteilen? Wer sind Sie, dass Sie ihnen Vergebung absprechen, sie für immer verdammen? Meine Familie blutete und litt und starb hier; und doch sind wir immer noch hier. Und wir haben uns entschieden niemals zu vergessen, sondern Zukunft und Hoffnung zu finden. Wer sind Sie ein Urteil fällen? Sie sind nicht G-tt!

Ich schaltete den Kommentar frei und fand, ich bräuchte mehr Platz um zu antworten, also mache ich das hier.

Sie sagen, Sie sein ein freiwillig in Deutschland lebender Jude. Ich gebe zu, dass das eine Wahl ist, die ich nicht verstehe und ich möchten Ihnen dort alles Gute wünschen. Ich werde für Ihre Sicherheit beten, den ich habe viele Zweifel und Bedenken zu Juden, die in Europa leben.

Sie fragen mich, warum ich ein ganzes Volk verurteile. Ich werde ehrlich sein und sagen, dass es nicht so ist, dass ich sie alle verurteilt habe, im Gegenteil; es sind ihr Tun, ihre Entscheidungen. Wenn sie für alle Zeit verurteilt sind, dann bezweifle ich, dass ich die Macht habe diejenige zu sein, die das tut.

Wer ich bin, sie zu ohne Vergebung zu erklären, für immer verdammt? Nun, das Judentum ist anders als andere Religionen. Während andere Religionen Einzelnen die Möglichkeit einräumen Gottes Vergebung zu erklären, tun wir das nicht. Wir glauben, dass es für Vergebung zwei Elemente gibt. Das erste ist Gott – wer sind wir zu glauben, dass wir Gottes Vergebung gewähren können? Ich mache das bestimmt nicht. Das zweite ist die Person oder das Volk, denen Unrecht zugefügt wurde. Ich kann den Nazis für die von ihnen begangenen Morde nicht vergeben. Die einzigen, die vergeben können, sind die Toten. Sie ermordeten die, die ihnen Vergebung hätten gewähren können. Außerdem brauchen die Vergebung derer, denen sie Unrecht angetan haben, aber nicht töteten.

Ich kann ihnen sagen, dass mein Großvater den Deutschen bis heute nicht vergab … leider vergab er sich selbst nie, dass er nicht in der Lage war in Amerika genügend Geld zu verdienen, um seine Mutter und Schwestern in Sicherheit zu bringen. Meine Schweigermutter vergab den Deutschen auch nie; schlimmer ist, dass sie ihr gesamtes Leben lang unter dem Schatten dessen lebte, was sie überlebte.

Sie sagen, Ihre Familie blutete und litt und starb dort und doch leben Sie noch dort. Würde ich sagen, was mir durch den Kopf geht, würde ich Sie einen Narren nennen. Aber mein Herz sagt mir ich sollte diplomatischer sein, verständnisvoller. Ich weiß nicht, was Sie in Deutschland hält – ist es Geld? Ist es Loyalität Deutschland gegenüber? Was immer es ist, mir ist es ein Rätsel.

Meine Familie und die meines Mannes blutete, verhungerte, wurde vergast und eingeäschert. Diejenigen, die überlebten, sammelten sich und suchten nach den am weitesten entfernten Orten, die sie erreichen konnten – Australien, Palästina, die Vereinigten Staaten. Sie wollten nach Palästina, aber die Briten blockierten das; sie bekamen einige Visa für Australien, waren aber nicht bereit sich von ihren Geschwistern zu trennen und so logen sie und sagten auch sie seien abgelehnt worden. Und als die Visa schließlich kamen, flohen sie aus Europa nach Amerika.

Sie sagen Sie werden nie vergessen, sondern entscheiden sich Zukunft und Hoffnung zu finden und ich möchte Sie dafür logen. Ich hoffe, Sie werden hart daran arbeiten Ihre Freunde und Nachbarn bilden, damit auch sie nie vergessen. Was die Zukunft und Hoffnung betrifft – ich leben ein einem Land mit beidem; wir haben sie für immer in unserem Geist und unseren Herzen.

Und schließlich fragen Sie, warum ich ein Urteil spreche – und ich sagen Ihnen, dass ich das nicht gemacht habe. Ich habe einfach gesagt, was ich denke, was ich fühlte, als ich in Deutschland war. Es war ein Gedanke, der mir durch den Kopf ging. Ich empfand die Deutschen als wunderbare, interessierte, fürsorgliche Menschen. Das war für mich etwas Wunderbares. Ich ging dort in der Erwartung hin herausgefordert zu werden, mich bedroht zu fühlen. Das erste Mal, als ich einen Deutschen die Augen senken und meinen jüdischen Stern anblicken sah, fragte ich mich, was ich falsch gemacht hätte, so überaus stolz ich war ihn zu tragen. Als er seine Augen wieder hob und mich neugierig fragte: „Israel?“, fühlte ich meinen Körper sich verkrampfen, lehnte es aber in meinem Innern ab zu kneifen und antwortete trotzig: „Ja!“

Ich erwartete nicht, dass er lächelt, aber er tat es. Ich erwartete auch nicht, dass andere Deutsche neben ihm lächeln würden, aber sie taten es. Einer wandte sich mir zu und sagte „Hava nagila“ und jemand anderes sagte „Schalom aleichem“ – und auch ich lächelte.

Und so war nach Deutschland zu kommen eine Offenbarung. Es war ein langer Weg von dort, wo ich vor ein paar Jahren stand, als ich „Sie steckten sie in eine Gaskammer“ schrieb. Ich kann Ihnen heute sagen, dass ich niemals dort ankommen werde, wo Sie sind.

Und schließlich sagten Sie ich sei nicht Gott. Ich bin mir dessen sehr bewusst und behauptete nie es zu sein. Alles, was ich bin, ist eine Person mit einer Stimme und einer Meinung. Sie müssen das nicht mögen und für mich ist das in Ordnung. Aber ich werden Ihnen sagen, wer ich bin…

Ich bin die Enkelin eines Mannes, der Jahrzehnte lang litt; ich bin die Frau  eines Mannes, der seine Eltern sah, wie sie damit kämpften, was ihnen angetan wurde und was sie erlitten. Ich war gerade etwas mehr als zehn Jahre lang eine Schwiegertochter und hörte wie meine Schwiegermutter, zum ersten Mal, über den Holocaust zu sprechen begann, das Leben in den Lagern beschrieb und das Leben, dass sie davor hatten. Ich bin die Mutter von fünf erstaunlichen Israelis, von denen zwei gedient haben, von denen jetzt einer in der Armee Israels dient. Ich habe zwei Söhne und eine Tochter nach Polen geschickt, um sich dem Albtraum zu stellen in eine Gaskammer zu gehen.

Ich bin Jüdin. Ich habe in den Gaskammern von Maidanek und Auschwitz gestanden; ich habe die Öfen und die Asche gesehen. Ich bin an den Orten gewesen, an denen sie ermordet wurden; ich habe geweint, wo einige immer noch in Massengräbern beerdigt sind.

Ich in Israelin, mir für immer bewusst, dass es unsere Aufgabe ist wachsam zu sein; zu wissen, damit, sollte der Tag kommen, wie er in der Vergangenheit nur allzu oft kam, dass die Juden in Europa werden fliehen müssen, wir hier in Israel stehen, bereit unsere Türen und mehr zu öffnen, bereit unsere Söhne zu schicken. Wir sind in den Jemen und nach Äthiopien geflogen, wir haben Juden aus Russland, dem Iran, dem Irak herausgeschmuggelt… wir werden dasselbe in Frankreich und Deutschland und England tun und sogar in den USA, sollten wir es tun müssen.

Das ist es, was ich bin; das gibt mir das Recht meine Meinung zu haben. Ich wünsche den Deutschen alles Gute. Aber ich habe mit dem Holocaust gelebt und werde mit ihm leben … und folglich werden es auch die Deutschen tun.