Westliche Erklärer muslimischen Terrors

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Muslimische Terroraktionen in der westlichen Welt stehen direkt mit der häufigen physischen Gewalt und Hetze in bestimmten Bereichen der islamischen Welt in Verbindung. Trotzdem finden wir hin und wieder einige Westler, die das Handeln der Terroristen erklären und rational machen wollen. Andere machen bei der Diskussion der Legitimität von Terrorismus Unterschiede zwischen den Zielen der Terrorakte.

Der Islam ist ein Komplex aus Religion, Kultur und politischer Ideologie. Mehrere der schlimmsten Fälle massiver Morde in den vergangenen Jahrzehnten sind aus Bereichen dieser gemischten Entität gekommen. Der liberale spanische Philosoph José Ortega y Gasset sagte: „Zivilisation ist nichts weiter als der Versuch, Gewalt auf die Stufe eines letzten Zufluchtsmittels herabzudrücken.“[1] In der Tat sollte Gewalt für Demokraten nur als letztes Mittel eingebracht werden; für Barbaren ist es in der Praxis oft die erste Wahl. Heutzutage gehört zu vielen muslimischen Gemeinschaften eine unverhältnismäßig große Anzahl solcher Barbaren. Ihr Hauptziel sind andere Muslime.

Vor fünfzig Jahren unterdrückten Regierung und Militär Indonesiens die kommunistische Partei des Landes. Rund eine halbe Million angeblicher Kommunisten wurden getötet.[2] Mehr als eine Million Menschen wurden in den 1980-er Jahren im Krieg zwischen Iran und Irak getötet.[3] In Afghanistans zwei Kriegen während der letzten fünfunddreißig Jahre wurden rund eineinhalb Millionen Menschen getötet. Der erste wurde von 1978 bis 1987 zwischen sowjetischen Streitkräften und von Amerika gestützten Mudschaheddin geführt. Der zweite Krieg dauert heute noch an und das Schlachten wird hauptsächlich von den Taliban ausgeführt.[4] Der algerische Bürgerkrieg der 1990-er Jahre hatte den Tod von mindestens 150.000 Menschen durch die Hände algerischer Landsleute zur Folge.[5]

Die Gesamtzahl der von Terrororganisationen Getöteten überstieg 2014 die Zahl von 32.000 Opfern. Die fünf mörderischsten Organisationen waren allesamt muslimisch; an der Spitze stehen Boko Haram und ISIS.[6] [7]

US-Außenminister John Kerry gab zu den Massakern in Paris eine sehr widersinnige Erklärung ab. Er sagte: „Es besteht ein Unterschied zwischen dem, was bei Charlie Hebdo geschah und ich glaube, jeder dürfte das fühlen. Es war eine Art spezifischer Fokus und vielleicht sogar etwas Legitimes in Form von … nicht Legitimität, aber eine Ratio, der man sich anschließen und sagen könnte: Okay, sie sind echt wütend wegen diesem und jenem. Dieser Freitag war absolut willkürlich. Es ging nicht darum ein bestimmtes Gefühl von Gekränkt sein zu stillen. Es ging darum Menschen zu terrorisieren.“[8] Hier haben wir einen der ranghöchsten US-Offiziellen, der durch geistige Verwirrung versucht zwischen Terrorakten Unterschiede zu machen, wozu er unmoralische Teilrechtfertigungen einiger Morde gegenüber anderen offeriert.

Gérard Araud, der französische Botschafter in den USA, gab eine in etwa ähnliche Unterscheidung ab. Nach den Morden in Paris sagte er: „Es sind die Grundlagen unseres Gesellschaftsmodells, die die Terroristen zerstören wollen: Gestern Journalisten und Juden; heute gewöhnliche Bürger, deren einziges Verbrechen darin bestand an einem Freitagabend das Leben in Paris zu genießen.“[9] Die französischen Juden werden daraus durchaus verstehen, dass sie, wenn es um terroristische Mörder geht, nicht als gewöhnliche Bürger gelten.

Araud hätte es besser wissen müssen. Er diente von 2003 bis 2006 als Botschafter in Israel und kennt einige der Realitäten des arabischen Terrorismus. In der Tat sind die Palästinenser oft Trendsetter in Sachen „innovative Terrorakte“ gewesen. Es gab für diese Ausdrucksweise einen Präzedenzfall. An der liberalen Synagoge in der Rue Copernic in Paris explodierte 1980 eine Bombe. Unter den Getöteten befanden sich drei Passanten. Raymond Barre, damals Premierminister, deutete an, dass die Mörder die Falschen trafen. Er sagte, es sei „ein skandalöser Anschlag, der Juden treffen sollte, die in der Synagoge waren und unschuldige Franzosen traf, die über die Rue Copernic gingen.“ Er fügte hinzu, dass diese Menschen trotz jeglichen Fehlens einer Verbindung zu „dieser Frage“ getötet wurden,[10] woraufhin der Schriftsteller Claude Lanzmann Barre einen Antisemiten nannte.[11]

2011 tötete der Einzelterrorist Anders Breivik in Norwegen 77 Menschen. Der damalige norwegische Botschafter in Israel, Svein Sevje, deutete an, dass palästinensischer Terror gegen Israels gerechtfertigter ist als Terror gegen Norweger.[12]

Einige linke antiisraelische Aufhetzer brachten das Massaker von Paris mit dem Palästinenserkonflikt in Verbindung. Eine von ihnen war die sozialdemokratische schwedische Außenministerin Margot Walström. Sie merkte an: „Um der Radikalisierung entgegenzuwirken, müssen wir auf Situationen wie die im Nahen Osten schauen, in der nicht zuletzt die Palästinenser keine Zukunft sehen. Wir müssen entweder die verzweifelte Situation akzeptieren oder uns der Gewalt zuwenden.“[13] Dasselbe galt für Jan Marijnissen, den aus dem Amt scheidenden Vorsitzenden der linksextremen sozialistischen Partei der Niederlande. In einer Radiosendung sagte er, es sei wichtig die Psyche der Angreifer zu verstehen. Ihr Verhalten stehe eigentlich auch mit dem palästinensisch-israelischen Konflikt in Zusammenhang.[14] Das sind zwei Beispiele für Menschen, die wissentlich die zentrale Komponente der ideologischen Gewalt in Teilen der muslimischen Welt ignorieren.

2012 ermordete der muslimische Kriminelle Mohamed Merah drei französische Soldaten und danach einen jüdischen Lehrer und drei Kinder. Tariq Ramadan, Professor in Oxford und Muslim, machte aus ihm ein Opfer.[15] Er sagte, der „arme Junge“ sei „schuldig und muss verurteilt werden“, fügte dann aber hinzu: „Aber er war selbst das Opfer einer sozialen Ordnung, die ihn und Millionen weitere bereits zur Marginalisierung verurteilt hatte, zur Nichtanerkennung seines Status als Bürger mit gleichen Rechten…“[16]

Man muss vorsichtig sein, wenn man versucht die Zukunft vorauszusagen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass der jüngste Anschlag in der Londoner U-Bahn der letzte Fall von muslimischem Terrorismus in Westeuropa sein wird. Man kann sich nur fragen, wie viele weitere europäische Terroropfer nötig sind um die Kerrys, Wallströms und Ihresgleichen zu beschämtem Schweigen zu bringen. Und das, obwohl sie vielleicht unfähig sein werden das Offensichtliche begreifen: dass die meiste muslimische terroristische Gewalt direkt mit den ideologischen Gesinnungen der Täter in Verbindung steht.

[1] José Ortega y Gasset: The Revolt of the Masses (La rebelión de las masas). New York (Norton) 1932. (s. auch: https://books.google.de/books?id=MM8uBQAAQBAJ&pg=PA274&lpg=PA274&dq=Ortega+y+gasset+zitat+Zivilisation&source=bl&ots=plPs8QceU2&sig=QxdRl0Iw1NWMbxxZrfmuAgFQzz4&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj3vMzlmfnJAhUB2RQKHfnmAJgQ6AEITDAH#v=onepage&q=Ortega%20y%20gasset%20zitat%20Zivilisation&f=false)

[2] Laksmi Pamuntjak: It is 50 years since the Indonesian massacre of 1965 but we cannot look away. The Guardian, 30. September 2015.

[3] Ian Black: Iran and Iraq remember war that cost more than a million lives.” The Guardian, 23. September 2010.

[4] Imtiyaz Gul Khan: Afghanistan: Human Cost of Armed Conflict since the Soviet Invasion. Center for Strategic Research, Regierung der Türkei, 2012.

[5] Jonah Schulhofer-Wohl: Algeria (1992–present). University of Virginia, 6. Dezember 2006.

[6] Global Terrorism Index: 2015. Institute for Economcis and Peace, 2015.

[7] Terrorism Database. University of Maryland, Juni 2015.

[8] John Kerry: Remarks to the Staff and Families of U.S. Embassy, Paris. Internetseite des US-Außenministeriums, 17. November 2015.

[9] Ruthie Blum: French Ambassador to US Outrages Jewish Expats Over Post-Paris-Attack Message. The Algemeiner, 25. November 2015.

[10] Barre: ceux qui réagissent et ceux qui se taisent! – CRIF (Conseil Représentatif des Institutions juives de France), 7. März 2007.

[11] Claude Lanzmann: J’accuse Raymond Barre d’être un antisémite. Liberation, 6. März 2007.

[12] Eli Berdenstein: Interview with Ambassador Svein Sevje. Maariv, 26. Juli 2011.

[13] Dutch politician: Paris attacks result of frustration over Palestinian-Israeli conflict. The Jerusalem Post, 17. November 2015.

[14] Marijnissen (SP) linkt aanslag aan Palestijns-Israëlisch conflict. Reformatorisch Dagblad, 14. November 2015.

[15] Manfred Gerstenfeld: Killer becomes a ‘victim’. Ynet, 29. März 2012.

[16] Ian Hamel: Les deux visages de Tariq Ramadan. Le Point, 9. April 2012

Die Logik islamischer Intoleranz

Raymond Ibrahim, 1. Dezember 2015 (auch auf FrontPage Magazine)

Eine Predigt, die der beliebte saudische Scheik Muhammad Salih al-Munajjjid hielt, demonstriert klar, warum westlich-säkulare Relativisten und Multikulturalisten – die aktuell die Medien, akademische Welt und Politik beherrschen – nicht in der Lage sind die Logik islamischer Intoleranz zu begreifen, geschweige denn darauf zu reagieren.

Scheik Muhammad Salih al-Munajjid

Während dieser Predigt sagte al-Munajjid, dass „einige [muslimische] Scheinheilige“ sich fragen, warum es so ist, dass „wir [die Muslime] es ihnen [westlichen Menschen] nicht erlauben Kirchen zu bauen, obwohl sie uns erlauben Moscheen zu bauen“. Der saudische Scheik antwortete damit, dass er sagte, jeder Muslim, der so denke, sei „ignorant“

und will richtig und falsch auf eine Stufe stellen, Islam und kufr [Nicht-Islam], Monotheismus und shirk [Polytheismus] und jeder Seite gleich viel Gewicht gibt und fragt: „Warum bauen wir ihnen keine Kirche, wie sie uns Moscheen bauen? Erlauben wir ihnen doch dies im Tausch für das zu tun? Wollt ihr, dass ein anderer als Allah angebetet wird? Wollt ihr richtig und falsch auf eine Stufe stellen? Sind zoroastrische Feuertempel, jüdische Tempel, christliche Kirchen, Mönchsklöster und buddhistische und hinduistische Tempel das Gleiche wie die Häuser Allahs und die Moscheen? Ihr setzt also dies mit jenem gleich? Und das vergleicht ihr womit? Oh! Unglaublich, wer Islam und kufr [Nicht-Islam] und Allah auf eine Stufe stellt und Allah sagt: „Wer immer eine andere Religion als den Islam will, wird niemals von ihm akzeptiert werden und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ (Sure 3,85) Und der Prophet Mohammed sagt: „Durch Ihn, in dessen Hand das Leben Mohammeds (bei Allah) ist, er, der unter den Juden oder Christen von mir hört, aber seinen Glauben nicht bestätigt, in dem, durch den ich gesandt bin und er stirbt in diesem Zustand (des Unglaubens), er soll zu den Bewohnern des Höllenfeuers gehören.“

Interessant an der eifrigen Tirade des Scheiks ist: Obwohl sie aus westlicher Perspektive „intolerant“ ist, ist sie tatsächlich durchaus logisch konsequent und offenbart die riesige Kluft zwischen islamischem Rationalismus und westlicher Fantasie (so widersprüchlich diese Gegensätzlichkeit auch klingen mag).

Wenn, wie Munajjid herausstellt, ein Muslim wirklich glaubt, dass der Islam die einzige wahre Religion und dass Mohammed ihr Prophet ist, warum sollte er gestatten, dass es daneben etwas Falsches (und damit Korruptes, Krebsartigs, Fehlleitendes usw.) gibt? Solche Gesten der „Toleranz“ würden auf einen Muslim hinauslaufen, der „das Richtige und das Falsche gleich setzt“, wie der Scheik korrekt beklagt.

In der Tat behauptet nicht nur der Islam – wie das traditionelle Christentum – dass alle anderen Religionen falsch sind, aber unter islamischem Recht sind Hinduisten und Buddhisten derart fehlgeleitet, dass gegen sie Krieg geführt werden muss, bis sie entweder die „Wahrheit“ akzeptieren – also zum Islam übertreten – oder hingerichtet werden (Sure 9,5). Was die sogenannten „Völker des Buchs“ – Juden und Christen – angeht, dürfen sie ihre Religion praktizieren, aber erst nachdem sie unterworfen sind (Sure 9,29) und ihnen verboten ist Krichen und Synagogen zu bauen oder zu renovieren, dazu eine Unzahl weitere Schwächungen, die ihre (falsche) religiösen Praktiken und Symbole (Bibeln, Kreuze usw.) unterdrückt und außerhalb des Sichtfelds gehalten werden.

Aus islamischer Anschauung – in der Allah der wahre Gott und Mohammed sein letzter Bote ist – ist „Intoleranz“ für andere Religionen logisch und schwierig zu verurteilen.

Der „selbstlose“ Aspekt der islamischen „Intoleranz“ ist besonders wichtig. Wenn du wirklich glaubst, dass es nur eine Religion gibt, die zum Paradies führt und dich der Verdammung entgehen lässt, ist es dann nicht selbstlos sie mit der Menschheit zu teilen, statt dann scheinheilig zu behaupten, dass alle Religionen zu Gott und zur Wahrheit führen?

Nachdem man das Konzept des interreligiösen Dialogs als mehr als nutzlos verrissen hat, weil „das Falsche falsch ist – selbst wenn eine Milliarde Menschen dem zustimmen; und die Wahrheit ist die Wahrheit – selbst wenn nur einer derer, die sich [dem Islam] unterworfen haben, an ihm festhält“, schrieb eines der heute tote Osama bin Laden, „sind Kampf, Feindschaft und Hass – die der Muslim gegen den Ungläubigen richtet – die Grundlage unserer Religion. Und wir betrachten dies als Gerechtigkeit und Freundlichkeit ihnen gegenüber“. (The Al-Qaeda Reader, S. 42-43)

Beachten Sie die selbstlose Rechtfertigung: Es ist „Gerechtigkeit und Freundlichkeit“ Jihad gegen Nichtmuslime zu führen, in der Hoffnung, dass sie zum Islam konvertieren. Folgt man dieser Logik, dann werden Jihadisten immer „die Guten“ sein – was bedeutet, dass Terrorismus, Erpressung, Sex-Jihad usw. weiterhin als hässliche, aber notwendige Mittel für selbstlose Ziele rational gemacht werden: den Machtgewinn und schließlich der Übertritt der Welt zum Islam.

All diese Logik ist postmoderner westlicher Erkenntnislehre fremd; diese betrachtet es als selbstverständlich, dass a) es keine objektiven „Wahrheiten“ gibt und natürlich nicht im Bereich der Theologie und b) der ultimative Zweck der Religion darin besteht, das Leben so friedlich und angenehm wie möglich zu machen (deshalb geht es bei „interreligiösem Dialog“ im Westen nicht darum festzustellen, was die Wahrheit ist – die es sowieso nicht gibt – sonder anderweitig oberflächliche Gemeinsamkeiten von verschiedenen Religionen zu finden und hervorzuheben, damit alle friedlich im Heute zusammenleben können).

Das Nettoergebnis all dessen? Einerseits werden Muslime, die an Wahrheit glauben – heißt: an die Lehren des Islam – weiterhin das „Falsche“ angreifen, also alles und jedes Unislamische. Und egal, wie gewalttätig sie sind, islamische Jihadis – Terroristen und Mörder – müssen immer als „die Guten“ betrachtet werden, die von Millionen muslimischen Sympathisanten unterstützt werden. Andererseits werden westliche Säkularisten und Multikulturalisten, die an nichts glauben und alle Kulturen und Religionen als gleichwertig ansehen, weiter den Islam respektieren und Muslime stärken, überzeugt, dass Terrorismus eine unislamische Anomalie ist, die keine Unterstützung in der muslimischen Welt hat und dazu stimmt ist zu verschwinden – heißt, sie werden weiter dem nicht glauben, was sie mit eigenen Augen sehen. So sieht die Nachkommenschaft dieser unheiligen Union zwischen islamischer Logik und westlicher Denkfehler aus.

Lektionen aus Trumps Rhetorik und den dadurch provozierten Reaktionen

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump forderte „eine totale Sperrung der Einreise von Muslimen in die USA, bis die Repräsentanten unseres Landes durchschauen, was los ist… Unser Land kann nicht Opfer der grauenhaften Anschläge von Leuten sein, die nur an Jihad glauben und keinen Sinn für Vernunft und Respekt für menschliches Leben haben“.[1] Diese Äußerung bringt extreme Islamophobie und Stereotypisierung aller Muslime zum Ausdruck, statt die spezifischen, Hass schürenden Elemente zu identifizieren, die in der amerikanisch-muslimischen Gemeinschaft und im Ausland zu Gewalt anstacheln. Trumps Äußerung hat derart weit verbreitete, gerechtfertigte Kritik erhalten, dass niemand noch hinzugefügt werden müsste.

Einen genaueren Blick wert sind allerdings einige der Reaktionen auf Trumps Äußerung. Diese sind für Israel im Hinblick auf den extreme Antiisraelismus in gewissen muslimischen Kreisen interessant, sowohl in den USA als auch bei Hass verbreitenden Besuchern. Ein weiterer Grund ist, dass Trumps Rhetorik einmal mehr zeigt, dass offen negative Bemerkungen weit mehr Auswirkungen haben können als positive.

Trumps Äußerung wurde wichtig, weil sich herausstellte, dass sie in der Bevölkerung der USA weit verbreitete Meinungen repräsentiert. Jüngste Umfragen zeigen, dass viele Amerikaner negative Ansichten zu Muslimen im Allgemeinen haben. Eine Umfrage von CBS stellte fest, dass 29% der Wähler eine ungünstige Meinung zum Islam haben, während 24% ihm positiv gegenüberstehen. Der Rest weiß es nicht oder hat nicht genug darüber gehört. 36% aller Befragten glauben, dass die USA vorübergehend ausländischen Muslimen den Besuch der Vereinigten Staaten verbieten sollten; 58% sind gegen ein solches Verbot. Allerdings sind 54% der Republikaner für ein Einreiseverbot für Muslime aus anderen Ländern, während 38% von ihnen glauben, es dürfe kein Verbot geben. Darüber hinaus meinen 44% aller Amerikaner, dass die Bundesregierung eine Datenbank führen sollte, die die Namen aller Muslime in den USA enthält; 46% sind gegen solche Aufzeichnungen.[2]

Die Ergebnisse einer landesweiten Telefonumfrage von Rasmussen waren in Bezug auf Muslime noch negativer. Von allen Befragten waren 46% für ein befristetes Verbot der Einreise von Muslimen; 40% waren dagegen. Von den republikanischen Wählern waren 66% für ein Verbot.[3]

Diese stark antimuslimischen Einstellungen haben sich vermutlich über einen Zeitraum von fast fünfzehn Jahren entwickelt. Ihr Ursprung könnte in den Massenmorden vom 9/11 zu finden sein. Neunzehn arabische Al-Qaida-Angehörige, von denen 15 saudische Staatsbürger waren, kamen in die USA um Massenmord zu begehen.[4] Nach dem 9/11 fanden selbst diejenigen, die bereit waren die extremsten muslimischen Verbrechen zu beschönigen, wenig Gelegenheit das zu tun. Angesichts solchen Horrors konnten ihre traditionell falschen Begründungen nicht Fuß fassen. Die Mörder waren weder arm, noch an den Rändern der amerikanischen Gesellschaft verprellt. Sie waren keine Opfer der amerikanischen Gesellschaft; vielmehr führten ihre gewalttätigen Taten zu Tausenden amerikanischer Opfer ihrer Verbrechen.

Wenn nach einem Massaker im Ausmaß des 9/11 in einer Gesellschaft eine Infrastruktur für negative Meinungen zu einer Minderheitengruppe entsteht, provozieren von Einzeltätern aus derselben Gruppe begangene „Nachfolge“-Morde von kleinerem Ausmaß erneutes Interesse an dem Thema. Das zeigte sich nach Ereignissen wie den Morden von Nidal Hasan in Fort Hood im Jahr 2009,[5] den Mörder-Brüdern Dzhokhar und Tamerlan Tsarnaev beim Boston Marathon 2013,[6] die Morde von Muhammad Youssef Abdulazziz in Chattanooga im Juli 2015[7] und den San Bernardino-Mördern Syed Rizwan Farook und Tashfeen Malik[8] im Dezember 2015.

Ein wohlhabender arabischer Würdenträger reagierte ebenfalls auf die Äußerung von Trump. Der saudische Prinz Al-Walid bin Talal griff Trump an und twitterte: „Sie sind eine Schande, nicht nur für die GOP [die Republikanische Partei], sondern für ganz Amerika. Ziehen Sie sich aus dem US-Präsidentschaftsrennen zurück, denn Sie werden niemals gewinnen.“[9] Die Angriffe des Prinzen waren eine weitere Gelegenheit für Trump das Feuer zu schüren. Er twitterte: „Bekloppter Prinz … will unsere US-Politiker mit Papis Geld kontrollieren…“[10]

Nach dem 9/11 gab Al-Walid dem damaligen Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, einen Scheck über die Summe von 10 Millionen Dollar. Giuliani lehnte das Geld ab, nachdem Al-Walid „moralische Gleichwertigkeit“ andeutete. Er erklärte, die USA müssten „einige der Themen angehen, die zu solch einem kriminellen Anschlag führten…“ und weiter, dass die USA „ihre Politik im Nahen Osten erneut überprüfen und eine ausgewogenere Haltung gegenüber der Sache der Palästinenser einnehmen sollten“.[11]

Ein Blickwinkel auf die von muslimischen Besuchern aus dem Nahen Osten in den Staaten gehegten Ansichten können auch aus einer Meinungsumfrage von Pew nach dem 9/11 gewonnen werden. Sie zeigte, dass eine Mehrheit der Muslime in Ägypten, der Türkei, den Palästinensergebieten, Jordanien, dem Libanon, Israel, Indonesien und Pakistan nicht glaubten, dass die Anschläge vom 9/11 von Arabern ausgeführt wurden. In Ägypten betrug die Zahl 75 Prozent und in der Türkei 73%.[12]

Außenminister John Kerry beschuldigte Trump, er gefährde die Sicherheit der Vereinigten Staaten.[13] Das bietet zwei mögliche Alternativen. Wenn Kerry recht hat, würde dies implizieren, dass eine Person, die weder ein gewählter Offizieller noch ein Regierungsangestellter ist, die Sicherheit der Vereinigten Staaten mit dem Mittel einer kurzen öffentlichen Stellungnahme und ohne die Preisgabe irgendwelcher vertraulicher Information gefährden kann. Wenn dem so ist, ist hier die freie Meinungsäußerung der Übeltäter und der erste Zusatz der US-Verfassung sollte entsprechend abgeändert werden. Die andere Möglichkeit ist die, dass Kerry falsch liegt. In diesem Fall sollte Obama ihn anweisen den Mund zu halten, da das, was er sagt, die Ansichten der US-Administration repräsentiert.

Trumps Äußerung war ein scharfes Spiegelbild der vielen Reaktionen Präsident Obamas zu Muslimen im Allgemeinen und zu von Muslimen begangenen Verbrechen im Besonderen. Während Trump eine extrem negative Haltung gegenüber Muslimen eingenommen hat, hat Obama den islamischen Aspekt in einem Großteil der von Muslimen begangenen Kriminalität beständig vernebelt oder drastisch bagatellisiert. In einer Rede am 10 September 2014 beharrte Obama darauf, dass die Bewegung Islamischer Staat nicht „islamisch“ sei. Er fügte hinzu: „Keine Religion billigt die Ermordung Unschuldiger.“[14] In einem Anfang 2015 veröffentlichten Meinungskommentar erklärte Obama: „Gruppen wie Al-Qaida und ISIL werben für eine Interpretation von Religion, die von der überwältigenden Mehrheit der Muslime der Welt abgelehnt wird. Die Welt muss fortfahren die Stimmen von muslimischen Klerikern und Gelehrten zu fördern, die das wahre, friedliche Wesen des Islam lehren…“[15] Obama hat den Gebrauch von Ausdrücken wie „islamischer Terrorismus“ oder „islamische Extremisten“ vermieden; er zieht es wie in diesem Op-Ed vor die sogenannten Militanten des Islamischen Staats als „Individuen verschiedener Religionen“ zu beschreiben, die „hasserfüllte Ideologien“ praktizieren.[16]

Aus dem Aufruhr um Trumps Äußerung bezüglich kann man zudem viel über die Auswirkungen dieser Art von Rhetorik lernen. Eine negative Bemerkung von Trump hat mehr öffentliche Aufmerksamkeit gewonnen, als viele der positiven Äußerungen Obamas über den Islam und sein regelmäßiges Vermeiden jeglicher Erwähnung der islamischen Aspekte von durch Muslime begangene Verbrechen.

Außerhalb der USA waren die Reaktionen gegen Trump in Großbritannien am stärksten. Eine Petition, die forderte, Trump solle die Einreise in das Vereinigte Königreich verboten werden, erhielt bis zum Zeitpunkt, an dem dieser Artikel geschrieben wurde, 556.386 Unterschriften.[17] Doch 2004 erlaubte das Königreich dem prominenten muslimischen Kleriker und bekannten Hassverbreiter Yussuf Al-Qaradawi die Einreise.[18] Damals war ihm bereits die Einreise in die Vereinigten Staaten verboten. Dieser Chefideologe der Muslimbruderschaft wurde vom damaligen Oberbürgermeister von London, Ken Livingstone von der Labour Party, eingeladen und empfangen.[19] Es gab wenig Protest gegen einen Mann, der zu Mord aufhetzt, etwas, das Trump nicht getan hat.

Je eher Trumps Präsidentenwahlkampf endet, desto besser. Doch Trumps Worte sind jetzt in der Öffentlichkeit und ihre Auswirkungen werden bleiben. Mit einer kurzen, extremen Äußerung hat er eine Meinung auf die Tagesordnung gesetzt, die von vielen Dutzend Millionen Amerikanern geteilt wird.

Die noch höheren Statistiken, die weit verbreitete Unterstützung einer Datenbank zu Muslimen zeigen, bringt ein anderes und gleichermaßen berechtigtes Thema in den Fokus: die Notwendigkeit die Aufstachelung zu Gewalt und anderen Verbrechen offenzulegen, sowohl innerhalb von Elementen der amerikanisch-muslimischen Gesellschaft als auch innerhalb der extremen Bereiche der islamischen Welt. Die beträchtliche Unterstützung für Trumps radikale Haltung zu Muslimen in den USA bedeutet auch, dass in allem, was sich auf zukünftigen Terror und Verbreitung von extremem Hass bezieht, die öffentliche Aufmerksamkeit stärker auf die Haltungen zu verschiedenen muslimischen Strömungen sowohl innerhalb als auch außerhalb der USA gelenkt wird. Das ist in den USA zu erwarten, könnte aber durchaus auch seinen Ausdruck in anderen westlichen Ländern finden.

[1] Donald J. Trump: Statement on Preventing Muslim Immigration. http://www.donaldtrump.com, 7. Dezember 2015.

[2] Anthony Salvanto/Jennifer De Pinto/Sarah Dutton/ Fred Backus: Poll: Solid opposition to ban on Muslims entering US. CBS News, 11. Dezember 2015.

[3] Voters Like Trump’s Proposed Muslim Ban. Rasmussen Reports, 10. Dezember 2015.

[4] September 11th Hijackers Fast Facts. CNN, aktualisiert am 24. August 2015.

[5] Robert D. McFadden: Army Doctor Held in Ft. Hood Rampage. The New York Times, 5. November 2009.

[6] Ann O’Neill/Aaron Cooper/Ray Sanchez: Boston Marathon bomber Dzhokar Tarnaev sentenced to deatch. CNN, 17. Mai 2015.

[7] http://edition.cnn.com/2015/07/16/us/tennessee-naval-reserve-shooting/

[8] What Investigators Know About the San Bernadino Shooting. The New York Times, 10. Dezember 2015.

[9] Emma Graham-Harrison: Donald Trump is a disgrace to his country, says billionaire Saudi prince. The Guardian, 12. Dezember 2015.

[10] Trump’s name restored at Dubai golf complex. Jerusalem Post, 13. Dezember 2015.

[11] Guiliani rejects $10 million from Saudi prince. CNN, 12. Oktober 2001.

[12] Pew Survey: Arabs Not Responsible For 9/11, Say Majority In Muslim Nations. Huffington Post, 21. Juli 2011.

[13] Nicki Rossoll: Sec. John Kerry: Donald Trump’s Comments on Muslims ‘Endanger National Security’. ABC News, 13.Dezember 2015.

[14] Michael McGough: Sorry, Obama, religion has condoned killing innocents. LA Times, 11. September 2014.

[15] Barack Obama: President Obama: Our fight against violent extremism. LA Times, 17. Februar 2015.

[16] Chris Perez: Obama defends the ’true peaceful nature of Islam’. New York Post, 18. Februar 2015.

[17] Block Donald J Trump from UK entry. Petition.parliament.uk.

[18] Scheik Yusuf al-Qaradawi: Theologian of Terror. ADL, 15. März 2011.

[19] Vikram Dodd: Controversial Muslim cleric banned from Britain. The Guardian, 7. Februar 2008.

Die deutsche Gefahr des Islamo-Faschismus

Mark Musser, The American Thinker, 22. November 2015*

Während viele heutzutage von „Islamo-Faschismus“ reden, scheinen sie die gemeinsame Geschichte von Faschismus und Islam nicht wirklich sonderlich ernst zu nehmen. Viele Experten nutzen gerne den Begriff „Islamo-Faschismus“ als politische Methapher, seltsamerweise haben sie aber weit weniger Interesse daran tatsächlich auch historisch eins und eins zusammenzuzählen.

Eine bedeutende Persönlichkeit, die zu oft übersehen worden ist, ist der schweizierische Nazi-Bankier François Genoud (1915-1996), der nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend in nahöstlichen Terrorismus verwickelt war. Genoud war während und nach dem Krieg für die Staatskasse der Nazis zuständig. Während des Krieges arbeitete Genoud mit der deutschen Spionageabwehr in Deutschland, der Tschechoslowakei, Ungarn und Belgien zusammen und war sehr an den Mauscheleien mit Währungen, Diamanten und Gold beteiligt. Solche Geschäfte werden mit Sicherheit die Beraubung jüdischer Opfer eingeschlossen haben, die zur Euthanasie in die Todeslager deportiert wurden.

Genoud übernahme nach Hitlers Tod dessen Veröffentlichungsrechte und erklärte, dass der Führer wollte, dass seine Botschaft in der Dritten Welt verbreitet wurde, um seine Träume am Leben zu erhalten. Genoud machte zudem ein Vermögen mit der Veröffentlichungsrechte der Tagebücher von Josef Goebbels. Er war nicht nur aktiv in die Organisation ODESSA verstrickt, die ranghohen Naziführern half nach u.a. Südamerika und den Nahen Osten zu entkommen, sondern half auch auf berüchtigte Weise zusammen mit Klaus Barbie (1913-1991) Adolf Eichmann (1906 – 1961) Verteidigung zu bezahlen. Während Eichmann praktisch für den Holocaust an der Ostfront verantwortlich zeichnete, war Barbie in Frankreich als Schlächter von Lyon bekannt.

Etwa zur selben Zeit begann Genoud islamischen Terrorismus zu finanzieren. As regelrechter Vorbote des 9/11 war er der führende Kopf hinter der Entführung einer Lufthansamaschine im Februar 1972 im Namen der palästinensischen Befreiung von zionistischer Besatzung Jerusalems. Während die Flugbegleiter freigelassen wurden, belohnte man die Entführer mit einem stattlichen Lösegeld von 5 Millionen Dollar, das der Grundstein des modernen palästinensischen Terrorismus gegen Israel wurde. Dann folgte das Münchener Olympia-Massaker, bei dem 11 israelische Athleten auf deutschem Boden getötet wurden, zusammen mit einer weiteren Lufthansa-Entführung ein wenig später, die zur Freilassung dreier gefährlicher Terroristen in Deutschland führte. Die Entführer drohten das Flugzeug zu sprengen, wenn sie nicht freigelassen würden. Gegen Israels Wunsch wurden die Terroristen freigelassen. Damals hatten viele in Israel und der israelischen Regierung, einschließlich Premierministerin Golda Meir (1898 – 1978) den Verdacht, dass der deutsche Geheimdienst mit den Terroristen geheime Absprachen traf.

Viele glauben, dass Genoud der Gründer der internationalen Al-Taqwa Bank in der Schweiz war, die von einem Neonazi-Islamisten namens Ahmad Huber, ursprünglich Albert Huber, geleitet wurde. Diese Bank half Osama bin Laden zu sponsern und wurde nach den Terroranschlägen vom 9/11 wegen Hilfe und Unterstützung von Al-Qaida und Hamas geschlossen. Die italienischen Sicherheitsbehörden bezeichneten sie als „Die Bank der Muslimbruderschaft“.

Mehr Amerikaner sollten sich daher daran erinnern, dass der 9/11 in Hamburg ausgebrütet wurde, nicht ohne großen Dank an den multikulturellen Umgang Deutschlands mit den Muslimen. Darüber hinaus verfolgt der Geist des Nazirassismus das moderne Deutschland, während hinter der Fassade des Multikulturalismus hinter den Kulissen ein virulenter Antisemitismus durch die muslimischen Gemeinschaften aufblüht. Multikulturalismus ist also dem Faschismus weit ähnlicher als der Kommunismus, denn er feiert vorsätzlich die Unterschiede. Die Amerikaner sollten sich weiterhin daran erinnern, dass das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg auf der Seite Deutschlands stand und dass die Muslimbruderschaft während des Zweiten Weltkriegs mit den Nazis dicke waren.

Heute befindet sich die westliche Hochburg der Muslimbruderschaft in Deutschland und die Gruppe wird auch in Amerika dieser Tage immer lebhafter und einflussreicher. Die Obama-Administration hat die Muslimbruderschaft die letzten Jahre über offen hofiert, besonders bezüglich des Arabischen Frühlings, der heute mit dem Aufstieg von ISIS/ISIL den gesamten Nahen Osten in Flammen hat aufgehen lassen. Schon 1991 trat die Muslimbruderschaft für einen Stealth-Jihad gegen die USA durch Infiltrierung der Institutionen. Wie weit sind sie 2015 gekommen? Einige meinen, die Muslimbruderschaft sei stark mit dem Anschlag in Benghazi verbunden.

Die Muslimbruderschaft wurde 1928 in Ägypten vom Hitler-Bewunderer Al-Banna (1906 – 1949) gegründet. Der Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini (1897 – 1974) schloss sich im selben Jahr der Muslimbruderschaft an. Abgenickt durch Genoud, der Palästina 1934 besuchte, war der Großmufti ein palästinensisch-arabischer Nationalist, der eng mit dem Dritten Reich zusammenarbeitete. Der Großmufti rekrutierte rund 20.000 muslimische Soldaten aus Kroatien und Ungern für die SS. Hitler und der Großmufti diskutierten Pläne, wie die Juden in Palästina vernichtet werden könnten, etwas, auf das Israels Premierminister Netnayahu vor kurzem mit seiner eigenen Interpretation der Angelegenheit verwies. Der Großmufti besuchte sogar Auschwitz und drängte Himmler die Vernichtung der Juden zu beschleunigen. Jugoslawien wollte Amin Al-Husseini als Nazi-Kriegsverbrecher anklagen, aber er entkam aus französischem Arrest.

Etwas beunruhigend ist, dass Deutschland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schnell wieder seinen Weg zurück auf den Balkan fand. Deutschland war ursprünglich das einzige Land der Welt, das Jugoslawien aufteilen wollte. Dank des starken deutschen Medieneinflusses wurde Serbien während des Balkankriegs schnell dämonisiert. Der Balkan wurde entsprechend entlang ethnischer und rassischer Linien aufgeteilt, so dass Koratien, der Kosowo und Albanien unabhängige Staaten wurden. Es darf aber nicht vergessen werden, dass die Nazis sich im Zweiten Weltkrieg sowohl auf die Seite der Kroaten und der kosovo-albanischen Muslime gegen die Serben stellten. Der Balkan-Krieg war vielleicht die erste Salve des sogenannten Arabischen Frühlings.

Ist es Zufall, dass Deutschland die Verantwortung bezüglich der syrischen Flüchtlingskrise übernimmt? Hat irgendjemand festgestellt, dass Deutschland die wenigsten Probleme mit Muslimen in Europa zu haben scheint? Wie können faschistische Muslime, die an islamische Überlegenheit glauben, am meisten vom Multikulturalismus profitieren? Kümmert es irgendjemanden, dass zwei Nazi-Verleger in den 1930-er Jahren – Bertelsmann und Holtzbrinck – heute die meisten der Verlagsgesellschaften in den Vereinigten Staaten kontrollieren? Wie Besorgnis erregend ist es, dass apokalyptisches Umweltschutzbewusstsein, Postmodernismus und die Ente der globalen Erwärmung weitgehend aus Deutschland stammen? Es passt, dass George Soros‘ gewaltige großen Spekulationen der 1980-er und 1990-er Jahre gegen andere Währungen auf der Deutschen Mark aufbauten? Nach Angaben von Pamela Gellers Blog Atlas Shrugs gibt es sogar glaubwürdige Geheimdienstangaben, die Soros mit Genoud miteinander in Verbindung bringen. Sind diese Geheimdienstangaben wirklich glaubwürdig und wenn ja, haben sie irgendeinen Einfluss auf Soros‘ Hintergrundgeschichte als Teenager im von den Nazis besetzten Ungarn 1944?

Schon im Zweiten Reich unter Otto von Bismarck (1815 – 1898) hat Deutschland immer nach einer Schnellstraße von Berlin nach Bagdad durch den Balkan gesucht, genau der Grenze zwischen dem muslimischen Nahen Osten und dem europäischen Kontinent – d.h. genau dem Pulverfass, das den Ersten Weltkrieg auslöste. Dank des Kalten Krieges, wurden wichtige Nazi-Wissenschaftler heimlich in Amerikas Forschungslabore aufgenommen, um dabei zu helfen den von der Sowjetunion dargestellten Gefahren zu widerstehen. Zahllose andere Nazis kamen schlicht ungeschoren davon. So wie die Drohung des internationalen Kommunismus die Sorgen wegen des Nationalsozialismus im Nachkriegseuropa überschattete, sind heute viele ähnlich vergesslich gegenüber der sehr realen Möglichkeit, dass Deutschland immer noch eine Bedrohung ist.

* Ich persönlich glaube, dass Mussers Auffassung zur Rolle und Gefahr des spezifisch deutschen Faktors hier übertreibt. Dennoch ist es bemerkens- und bedenkenswert, was er zusammengestellt hat.

Wann kann man Muslime – und Juden – auffordern Verbrechen öffentlich zu verurteilen?

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die jüngsten Massenmorde durch Muslime in Paris werfen wieder die Frage auf, ob andere Muslime moralisch verpflichtet sind diese Morde öffentlich zu verurteilen. Die Frage ist direkt mit regelmäßigen Forderungen an Juden in der Diaspora verbunden, öffentlich israelisches Handeln zu verurteilen.

Eine der bekanntesten solchen Forderungen war die des schwedischen Sozialdemokraten und Teilzeit-Antisemiten Ilmar Reepalu während seiner Zeit als Bürgermeister von Malmö. Diese Stadt wird, zum Teil wegen seiner Art zu herrschen, von vielen als europäische Hauptstadt des Antisemitismus wahrgenommen.[1][2]

Warum war Reepalus Forderung antisemitsch? Die Juden in Malmö sind schwedische, keine israelischen Staatsbürger. Warum sollten sie sich von einer Handlung eines Landes distanzieren, in dem sie nicht wählen können und somit keine Mitsprache in der Politik haben? Was man vernünftigerweise von schwedischen Juden – oder besser noch: von Repräsentanten der jüdischen Gemeinden, in diesem Land – fordern könnte, ist, dass sie in Schweden von Juden im Namen des Judentums begangene Verbrechen verurteilen. Man sollte erwarten, dass in solchen Fällen sowohl die Rabbiner als auch die nicht geistlichen Leiter jüdischer Gemeinden dort sich gegen die Verbrechen aussprechen. In Wahrheit ist die Frage größtenteils theoretisch. Jüdische Gesetzesbrecher in Schweden behaupten gewöhnlich nicht, im Namen des Judentums zu handeln.

Was hier über die schwedischen Juden gesagt worden ist, kann als Leitfaden dafür dienen, was zu öffentlichen Äußerungen von Muslimen nach den Massenmorden von Paris vernünftigerweise erwartet werden kann. Offensichtlich ist die massive Kriminalität in der muslimischen Welt von einer radikal anderen Beschaffenheit als das, was die israelischen Verteidigungskräfte tun. Dennoch hat man keinerlei Recht darauf zu bestehen, dass individuelle Muslime oder gar muslimische Organisationen im Ausland ihre Meinung zu den Morden öffentlich abgeben. Wie bei Schwedens Juden, Laien und religiösen muslimischen Leitern in Frankreich sollte jedoch erwartet werden, dass solche von Muslimen im Namen des Islam verübten Taten öffentlich verurteilt werden.

Das führt uns allerdings in einen Irrgarten, denn viele Laien und religiöse muslimische Leiter und Organisationen in einer Vielzahl von Ländern stiften ausdrücklich zu Mord an. Wie können sie genau die Taten verurteilen, für die sie werben? Wie können sie Tötungen verurteilen, die sie als aktive Einhaltung der Anforderungen des Koran interpretieren?

Sehen wir uns an, wo die französischen Imame in dieser Frage stehen. Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Leiter des Simon Wiesenthal Center in Los Angeles, veröffentlichte am 15. November einen Artikel, in dem er ein Treffen einer SWC-Delegation und dem französischen Präsidenten François Hollande beschrieb, das vor eineinhalb Jahren stattfand. Cooper schrieb, dass der SWC-Vorsitzende Rabbi Marvin Hier den Präsidenten und seine Mitarbeiter und fragte: „Wie viele Imame gibt es in Frankreich und wie viele haben Terroranschläge verurteilt?“ „Sechstausend Imame … und etwas 10 haben sich öffentlich gegen sie ausgesprochen.“ Dieser Tage ist das auf einen zurückgegangen: Imam Chalgoumi aus Drancy. Die anderen sind haben den Kopf eingezogen und geschwiegen…[3] Es überrascht vielleicht nicht, dass dieser Imam ständigen Polizeischutz benötigt.

Offenbar haben ein paar französische muslimische Organisationen die Anschläge von Paris verurteilt. Das Schweigen fast aller französischen Imame jedoch ist eines der vielen Zeichen der enormen Probleme in den muslimischen Gemeinschaften Frankreichs. Diese Wahrheit islamophob zu nennen, ist gleichbedeutend mit einer Schönfärberei riesigen moralischen Versagens.

Nach den Morden von Paris veröffentlichte die größte niederländische Tageszeitung, de Telegraaf, ein Interview mit Yassin Elforkani, einem niederländischen Imam. Er sagte, Muslime könnten nicht länger behaupten, Terror habe nichts mit dem Islam zu tun. „Die harte Wirklichkeit ist die, dass die Attentäter ihre Taten theologisch legitimieren.“[4]

Die Tatsache, dass diese Äußerung als berichtenswert angesehen wird, ist ein Hinweis auf die europäische Realität. Die Morde in Paris stehen offensichtlich mit dem Islam in Verbindung, aber viele Muslime streiten das ab. Der Islam ist ein ganzheitliches System aus Religion, Ideologie, Kultur und Missionierung. Es ist irrelevant, ob die Mörder regelmäßig Moscheen besuchen und das religiöse Recht einhalten. Mit dem Ruf „Allahu Akbar“ machen sie deutlich, dass sie aus ihrer Ideologie des Islam heraus agieren. Es ist irrelevant, ob ihr tagtägliches Verhalten kulturell oberflächlich oder tief religiös ist. Statistiken zeigen, dass weltweit die überwiegende Mehrheit der terroristischen Verbrechen des Jahres 2014 von ideologisch-muslimischen Bewegungen verübt wurden.[5]

Die Führer der Welt und viele andere haben auf unverantwortliche Weise zum Reinwaschen muslimischer Verbrechen beigetragen.[6] Hollande sagte nach den Morden bei Charlie Hebdo und dem Hyper Cacher-Supermart: „Diese Fanatiker haben nichts mit der muslimischen Religion zu tun.“[7]

Ein weiterer Reinwäscher muslimischer Verbrechen war der amerikanische Präsident Barack Obama. Er verkündete in einer Rede, ISIS sei „nicht islamisch“ und fügte hinzu: „Keine Religion billigt das Töten von Unschuldigen.“[8]

Diese Meinung zur extrem muslimischen Bewegung wurde vom britischen Premierminister David Cameron geteilt, der erklärte: „Sie prahlen mit ihrer Brutalität. Sie behaupten das im Namen des Islam zu tun. Das ist Unsinn. Der Islam ist eine Religion des Friedens. Sie sind keine Muslime, sie sind Monster.“[9] Damit kommt ein nicht sonderlich bekannter niederländischer Imam der Wahrheit weit näher als diese Führer dreier wichtiger Staaten.

Es kommt noch verwirrender. Experten zum Thema sagen uns regelmäßig, dass es nur einen Islam gibt. Über die Tatsache hinaus, dass es nur einen Koran und geläufige Interpretationen von Schlüsselritualen gibt, scheint der Islam höchst aufgesplittert. Es gibt große Unterschiede in muslimischen Einstellungen.

Die Vorstellung, dass Muslime in Islamisten und andere Muslime geteilt werden können, bringt die Sache weiter durcheinander.[10] Eine solche Zweiteilung gibt es nicht. Stattdessen gibt es im zeitgenössischen Islam ein durchgehendes Spektrum an Überzeugungen und Haltungen. Im einen Extrem gibt es Leute, die Terror im Namen des Islam befürworten; am anderen Ende gibt es Leute, die sich als Muslime bezeichnen, den Islam aber gar nicht praktizieren.

Oben haben wir den Bedarf nach öffentlicher Verurteilung von durch Glaubensgeschwister im Namen der Religion verübten Taten, das Reinwaschen von mit dem Islam verbundener Kriminalität und die künstliche Trennung von moderaten und radikalen Muslimen diskutiert. Zusammengefasst ist es wichtig das Folgende festzuhalten: Erstens ist der zeitgenössische Islam nicht monolithisch. Zweitens sollte es keinen Zweifel geben, dass die Morde von Paris intrinsisch mit dem Islam verbunden sind. Und schließlich gibt es die moralische Verantwortung der französischen religiösen und Laien-Leiter der Muslime. Um das zu tun, werden diese muslimischen Führer anfangen müssen nach innen auf das zu sehen, was in ihren Gemeinschaften radikal falsch läuft.

[1]Paulina Neuding: Sweden’s „Damn Jew“ Problem. Tablet, 5. April 2012.

[2] Yonatan Weber: Swedish mayor blasts Zionism. Israel National News, 28. Januar 2010.

[3] Rabbi Abrahm Cooper: Europe, ISIS and us: Now what? Jewish Journal, 15. November 2015.

[4] Imam: terreur heeft wél mt islam te maken. Telegraaf, 16. November 2015.

[5] Mark Anderson: Terrorist killings up by 80% in 2014, fueling flow of refugees, report says. The Guardian, 17. November 2015.

[6] Douglas Murray: Will politicians finally admit that the Paris attacks had something to do with Islam? The Spectator, 16. November 2015.

[7] 12-French forces kill newspaper attack suspects, hostages die in second siege. Reuters, 10. Januar 2014.

[8] Statement by the Presiden on ISIL. The White House, 10. September 2014.

[9] https://www.youtube.com/watch?v=IFmCkJ92DRw

[10] Book review by Daniel Pipes: The Challenge of Fundamentalism: Political Islam and the New World Disorder by Bassam Tibi. Daniel Pipes, Middle East Forum, März 2000.