Papst Franz’ Trara um den Islam

Raymond Ibrahim, 6. Oktober 2016 (FrontPage Magazine)

Papst Franz gab neulich ein paar vordergründig erfrischende Bemerkung von sich. Während einer Frühmesse zum Gedenken an Pater Jacques Hamel – den 85-jährigen Priester, der während der Durchführung der Messe in seiner Kirche in Frankreich abgeschlachtet wurde – sagte Papst Franz:

Diese Grausamkeit, die zu Glaubensabfall auffordert, sagen wir das Wort, ist satanisch… Heute sterben in der Kirche mehr christliche Märtyrer als in der Anfangszeit. Heute gibt es Christen, die ermordet, gefoltert, ins Gefängnis geworfen, denen die Kehle durchgeschnitten wird, weil sie Jesus Christus nicht ablehnen… Den ersten Christen wurde Glaubensabfall angetragen – das heißt: Sage, dass unser Gott nicht der Wahre ist, nicht deiner. Opfer unserem Gott, unseren Göttern etwas. Und wenn sie das nicht machten, wenn sie Glaubensabfall ablehnten, wurden sie getötet. Das wiederholt sich heute. Wie sehr würde es uns freuen, wenn alle Religionen sagten, dass das Töten im Namen Gottes satanisch ist.

Er schloss damit, dass er sagte, wir sollten beten, um „den Mut zu haben die Wahrheit zu sagen: Im Namen Gottes zu töten ist satanisch.“

Dem Papst ist für diese Äußerungen Beifall zu spenden, denn sie sind natürlich wahr. In der Tat „gib es [heute] mehr christliche Märtyrer als in der Anfangszeit“ und „im Namen Gottes zu töten ist satanisch“.

Doch seine Erklärungen werden dadurch etwas kompromittiert, dass sie unvollständig und vage sind. Hört man ihm zu, könnte man zu dem Schluss kommen, dass alle möglichen Leute Christen nötigen „unseren Gott, unserer Götter“ anzunehmen, sonst folgt das Schwert; alle möglichen Leute „töten im Namen Gottes“.

In Wirklichkeit gibt es heute nur eine Gruppe Menschen – Musliem – die Christen erpressen sich zwischen ihrem Gott und dem Tod zu entscheiden.

Doch Franz lässt nicht nur die Erwähnung der religiöse Identität derer, „die im Namen Gottes töten“ aus; selbst wenn er unverblümt gefragt wird, zaudert er. So fragte ein Journalist den Papst, ob Pater Jacques „im Namen des Islam getötet“ wurde; Franz war entschieden anderer Meinung – er argumentierte, dass er täglich hört, dass Christen in Italien Gewalt verüben: „Da ist einer, der seine Freundin ermordete, eine anderer hat die Schwiegermutter ermordet… und das sind getaufte Katholiken! Es gibt gewalttätige Katholiken! Wenn ich von islamischer Gewalt rede, muss ich auch von katholischer Gewalt reden.“

Offenbar ist für Papst Franz Gewalt, die in Übereinstimmung mit Allahs Geboten verübt wird, nicht beunruhigender als Gewalt, die im Widerspruch zu den Geboten des jüdisch-christlichen Gottes begangen wird. Nach dieser perversen Logik muss man, wenn man den Islam zur Rechenschaft zieht, das Christentum zur Rechenschaft ziehen – ungeachtet der Tatsache, dass der Islam Gewalt rechtfertigt, während das Christentum sie verurteilt.

Die Wirklichkeit sieht so aus, dass Papst Franz gerade genug sagt, um diejenigen zufriedenzustellen, die ihn auffordern die Wirklichkeit einzugestehen – dass Muslime überall Christen verfolgen – ohne sein wahres Projekt zu gefährden: „Dialog“. Das ist der Grund, dass er nur während unauffälligen Gottesdiensten, die wenig Medienaufmerksamkeit bekamen, von Christenverfolgung sprach; aber wenn er die Ohren der Welt hat – durch Enzykliken oder wenn er eine Stunde lang vor der UNO spricht – gibt es kein Reden über christliche Märtyrer.

Dementsprechend traf Franz zehn Tage nachdem er ein einem Gedenkgottesdienst mit wenig Medienberichterstattung den „satanischen“ Anschlag auf Pater Jacques verurteilte, die trauernden Verwandten und Überlebenden des Tags der Bastille in Frankreich – eines weiteren islamischen Angriffs, der das Leben von 86 Menschen forderte und hunderte verletzte. Er sagte ihnen: „Wir müssen einen ernsten Dialog beginnen und brüderliche Beziehungen zu allen, besonders denjenigen, die an einen einzigen Gott glauben, der barmherzig ist.“ Ein Hinweis auf die monotheistischen Muslime. Er fügte hinzu, dass dies „dringende Priorität… hat. Wir können auf die Angriffe des Teufels nur mit Gottes Werken antworten, die in Vergebung, Liebe und Respekt für die anderen bestehen, auch wenn sie anders sind.“

Und da haben wir es: Franz bietet starke (aber vage und wenig gehörte) Worte, um die zufriedenzustellen, die wegen der pausenlosen islamischen Angriffe auf Christen empört sind; aber er erwähnt nie die Ideologie, die diese pausenlosen Angriffe antreibt – schlimmer noch: er deckt sie.

Doch wie kann man ein Problem lösen, ohne zuerst seine Quelle zu identifizieren? Darauf antwortet Franz: „Wir können auf die Angriffe des Teufels nur mit Gottes Werken antowrten, die in Vergebung, Liebe und Respekt für due anderen bestehen, auch wenn sie anders sind.“ Das ist allerdings ein anderer Ansatz als der seines mutigen Namenspatrons.

Es muss erst gar nicht gesagt werden, dass Franz‘ passives Verhalten gegenüber dem Islam vergeblich ist und nur ausgenutzt wird. Wie kann man „brüderliche Beziehungen“ mit Anhängern einer Religion haben, die diese auffordert alle Nichtmuslime zu hassen, einschließlich Familienmitgliedern und Ehefrauen? Oder wie der Koran es ausdrückt: „Ihr habt bereits ein vortreffliches Beispiel an Abraham und denen mit ihm, als sie zu ihrem Volk sagten: „Wir haben nichts mit euch noch mit dem zu schaffen, was ihr statt Allah anbetet. Wir verwerfen euch. Und zwischen uns und euch ist offenbar für immer Feindschaft und Hass entstanden, (solange,) bis ihr an Allah glaubt und an Ihn allein!“ (Sure 60,4)

Warum nicht mit Offenheit und Wahrheit „auf die Angriffe des Teufels antworten“ – in diesem Fall, indem man den Islam Überzeugung herauszufordern, die das „Töten im Namen Gottes“ lehrt, auf die Weise, wie zahllose Päpste und andere christliche Leiter es sei dem siebten Jahrhundert es getan haben, als der Islam auf die Bühne platzte, Christen abschlachtete und Kirchen niederbrannte?

Es scheint so, dass Papst Franz weiter – in seinen eigenen Worten – für „den Mut beten muss die [ganze] Wahrheit dazu zu sagen“, wer oder was hinter dem gewaltigen Anstieg der Christenverfolgung der modernen Zeit steckt.

Die „westlichen liberalen Werte“ des Islam?

Raymond Ibrahim, 29. September 2016

Als er vor kurzem durch die USA und Kanada tourte, griff Londons erster muslimischer Bürgermeister Sadiq Khan „antimuslimische Sichtweisen und Politik an und argumentierte, nötig sei es ‚Brücken statt Mauern‘ zu bauen – eine Bezugnahme auf Donald Trumps Vorschlag eine Mauer entlang der US-Grenze zu Mexiko zu bauen“.

Insbesondere und wiederholt kritisierte er die Idee an „dass es nicht möglich ist westliche Werte zu haben und Muslim zu sein“. Diese Auffassung, die er Trump zuschrieb, spielt „Da-Isch und dem so genannten ISIS in die Hände, einfach weil sie impliziert, dass es nicht möglich ist westlich-liberal und mainstream-muslimisch zu sein, sagte Khan“.

Können Muslime westlich-liberale Werte haben und immer noch dem Mainstream-Islam entsprechen?

Diese ausschlaggebende Frage ist leicht dadurch zu beantworte, indem man feststellt, was islamisch ist und was nicht. Muslime haben dies traditionell dadurch erreicht, dass sie die folgenden Fragen stellten:

Was sagen die Kerntexte des Islam zu der fraglichen Sache, nennen wir sie „X“? Ruft der Koran, von dem Muslime glauben, dass er die wortwörtlichen Gebote Allahs enthält, zu X auf oder rechtfertigt er es? Rufen die Texte der Hadithe und der Sira – die behauptet das Gesagte und die Taten von Allah Prophet aufgezeichnet zu haben, dem nachzueifern der Koran (z.B. in Sure 33,21) die Muslime ermahnt – zu X auf oder rechtfertigt er es?

Bleibt eine Unklarheit zu X, dann lautet die nächste Frage: Was ist der Konsens (ijma) der führenden Autoritäten der islamischen Welt zu X? Hier muss man sich oft an die tafsire, die Exegese der gelehrtesten Männer des Islam – die Ulema – und ihre Schlussfolgerungen wenden. Mohammed selbst soll gesagt haben: „Meine umma (islamische Nation) wird bei einem Fehler niemals einer Meinung sein.“

Der Koran befiehlt den Gläubige zum Beispiel Gebete zu halten; entsprechend stimmen alle Muslime überein, dass Muslime beten müssen. Allerdings legt der Koran nicht fest, wie oft. In Hadithen und Sira jedoch macht Mohammed klar, dass die Gläubigen fünfmal am Tag beten sollten. Und die Ulema stimmt, nachdem sie all diese Texte bedacht hat, darin überein, das Muslime fünfmal am Tag beten sollen.

Damit ist es auf jeden Fall islamisch, dass Muslime fünfmal am Tag beten.

Während sowohl muslimische als auch westliche Islamgelehrte ohne Weiteres die oben erwähnte Methodologie (die im Arabischen als usul al-fiqh bekannt ist) als grundlegend für die Bestimmung dessen, was islamisch ist akzeptieren – Gebet steht im Koran, Mohammed schuf zu Umsetzung Klarheit in den Hadithen und die Ulema stimmt dem zu – wird die die Standard-Herangehensweise zur Feststellung, was islamisch ist, zum Fraglichen, wann immer es gegen westliche Werte steht, komplett ignoriert.

In der Realität werden jedoch zahlreichen Verhaltensformen, die westlichen Werten direkt entgegenstehen, im Koran und den Hadithen gefordert und die Ulema stimmt dem zu: Tod für vom Glauben abgefallene und Gotteslästerer, Unterjochung muslimischer Frauen, Polygamie, Kinderehen, Verbot und Zerstörung nichtmuslimischer Gebetsstätten und heiliger Schriften und Feindschaft gegenüber Nichtmuslimen – alles nicht weniger islamisch als Gebet.

Selbst Gräueltaten des Islamischen Staats – wie das Triumphieren über den verstümmelten Leichen von „Ungläubigen“ und lächelnd mit ihren abgeschnittenen Köpfen zu posieren – Befürwortung im Kran und den Geschichten des Propheten.

Um voll würdigen zu können, wie sehr der Islam im Widerspruch zu westlichen Werten steht, bedenken Sie bitte die Befunde eines arabischsprachigen Artikels von Dr. Ahmed Ibrahim Khadr. Er listet eine Reihe Dinge auf, die von Mainstream-Muslimen unterstützt werden, obwohl sie westlichen Werten direkt widersprechen. Dazu gehört (nicht überraschend): Forderungen nach einem Kalifat, das entsprechend der Scharia herrscht und über Jihad in das Land von „Ungläubigen“ expandiert; Tod für jeden, der den Islam oder Mohammed mündlich kritisiert; Verfolgung von Muslimen, die versuchen den Islam zu verlassen; Ablehnung der Gleichberechtigung von Christen und Juden in einem muslimischen Staat; Ablehnung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern; und so weiter (lesen Sie den gesamten Artikel).

Jeder, der begreift, wie der Islam tatsächlich artikuliert wird – so wie vermutlich der muslimische Bürgermeister von London, Sadiq Khan – weiß, dass die Behauptung es sei „möglich ein westlicher Liberaler und ein Mainstream-Muslim zu sein“ ein groteskes Oxymoron ist. Das ist so, als würde man sagen, es sei möglich einen viereckigen Block durch ein rundes Loch zu stecken. Das geht nicht – außer natürlich, man hämmert ihn durch, bricht Teile des Blocks weg (den Muslim) und/oder macht den Rand des Loches (die westliche Gesellschaft) kaputt.

Es ist unredlich die bekannte Methodologie der islamischen Rechtsprechung zu akzeptiere – ist X Teil des Koran, der Hadithe oder Sira und gibt es dazu einen Konsens in der Ulema? – aber dann dieselbe Methodologie abzulehnen, wann immer X etwas ist, das westlichen Werten eindeutig widerspricht, wie es ein Großteil des Islam zu tun pflegt.

Islam, Nationalsozialismus und Antisemitismus

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 11. Mai 2010

Andrew Bostom und Robert Spencer haben beide kürzlich Texte geschrieben, die die Vorstellung, der islamische Antisemitismus sei ein Produkt von Nazi-Propaganda, kritisch beleuchten. Wie jeder anständige Leser des Koran bereits weiß, stammt der islamische Antisemitismus – wie die allgemeine Intoleranz gegenüber Nichtmuslimen – von Mohammed selbst. Während Mohammed aufgebrochen war die bestehenden Religionen der Region – einschließlich des Judentums und des Christentums – zu ersetzen, schaffte er es nur die Mehrzahl der örtlichen polytheistischen Religionen zu beseitigen. Zwar wurden während des mehr als ein Jahrtausend dauernden Besatzung des Nahen Ostens beträchtliche Anzahlen an Juden und Christen zwangsweise zum Islam konvertiert – doch die Religionen selbst überlebten.

Das stellt ein theologisches Problem für den Islam dar, der schamlos Material aus den heiligen Büchern sowohl der Juden als auch der Christen stahl und behauptete, dass Mohammed der Nachfolger beider Religionen sei. In Wirklichkeit aber hatte der Islam nur Erfolg damit die polytheistischen Religionen zu ersetzen, die sein wahrer Kern waren. Während also oberflächlich die Juden und Christen einen höheren Status einnehmen sollten als die Heiden, gingen die muslimischen Ressentiments gegen sie weit tiefer als gegen Religionen, die der Islam nicht als Teil seiner Abfolgekette betrachtete. Die täglichen muslimischen Gebete nehmen bis heute Bezug auf Juden und Christen.

„Weise uns den Geraden Weg. Den Weg derer, denen Du Deine Gnade erwiesen hat, nicht derer, die Deine Wut verdienten (wie die Juden), oder derer, die vom Weg abkamen (wie die Christen).“

Dieses Gebet eröffnet außerdem den Koran. Und es demonstriert deutlich mehr Feindseligkeit gegenüber den Juden als gegenüber den Christen. Wie der Koran selbst, der aus einer Zeit stammt, als die Muslime sich mit Juden im Krieg befanden, aber noch nicht signifikant mit den Christen.

Die obige Übersetzung [ins Englische] stammt übrigens aus der Hilali-Übersetzung, der populärsten sunnitischen Übersetzung des Koran. Muslime meiden allerdings den Gebrauch dieser Übersetzung gegenüber Nichtmuslimen; eine muslimische Seite erklärt: „Ich empfehle dringend, dass man eine alternative Übersetzung der Bedeutung nutzt; das Werk von Hilali & Khan ist die am wenigstens angemessene für Dawah-Arbeit; sie kommt bei Nichmuslimen als extrem bigott an… Scrollen Sie zu Sure 1,7 hinunter und stellen Sie sich vor Sie versuchten diese Übersetzung zu nutzen, um den Islam einem Christen oder Juden nahe zu bringen.“ Sure 1,7, auf die hier verwiesen wird, ist der oben zitierte Text. Dawah ist die islamische Missionierungsarbeit. Natürlich kommt das bei Nichtmuslimen als bigott an… weil es das ist.

Jetzt ist es möglich erschöpfend in die Details des Themas des islamischen Antisemitismus einzusteigen. Jede Menge solcher Arbeit ist geleistet worden. Ganze Bücher wurden zum Thema geschrieben, darunter von Andrew Bostom. Aber es reicht hier aus einfach herauszuheben, dass jedes Mal, wenn ein Muslim den Koran öffnet und jeden Tag, an dem er betet, er daran erinnert wird, dass Allah die Juden hasst und sehr wenig für Christen übrig hat. Es wäre sehr schwer vorstellbar, dass eine solche religiöse Indoktrination nicht in Fanatismus endet.

Der Nationalsozialismus hatte aber ebenfalls umfassenden Einfluss auf den modernen islamischen Antisemitismus. In einigen asiatischen Ländern wie Japan machte ihr Versuch den Antisemitismus zu exportieren die Bevölkerung vor Ort ratlos und verwirrte sie – doch im Nahen Osten war der Antisemitismus kein völlig neues Produkt. Die Nazis hatten den Antisemitismus nicht nur erfolgreich als eines ihrer Mittel der politischen Organisation der Heimat genutzt, sondern auch zur Bildung kulturübergreifender Verbindungen, indem Gemeinsamkeiten in anderen Teilen der Welt gefunden wurden. die Juden gaben den Nazis und den Islamisten eine Gemeinsamkeit. Natürlich nicht die einzige.

Haddsch Amin nimmt eine muslimische SS-Einheit abEinige aus der Nazi-Elite suchten wegen seiner Verbindung mit dem Judentum und dem, was sie als übertriebener Menschlichkeit empfanden, nach einem Ersatz für das Christentum. Indessen wollten die Islamisten begreifen, wie sie ihre Länder im Zug des Falls des osmanischen Reichs islamisieren könnten, während sie gleichzeitig de Modernismus in Frage stellten. Für die Nazi-Elite war der Islam faszinierend, weil dieser Gehorsam gegenüber der Obrigkeit betonte und Macht und Religion in einer Art vereinigte, die für sie reizvoll war. Für die Islamisten demonstrierte der Nationalsozialismus, wie eine reaktionäre Ideologie politische Organisation nutzen konnte, um ein Land zu übernehmen und es geistlich zurück ins Mittelalter zu bringen, während man immer noch in der Lage blieb global konkurrenzfähig zu bleiben.

Und so sollte der Hitler-Kult dem Koran etwas schulden, so wie die Muslimbruderschaft „Mein Kampf“ etwas schuldete – einem Buch, das in der muslimischen Welt immer noch eines der beliebtesten ist. Für muslimische Herrscher hatten westliche Diktatoren immer eine besondere Anziehungskraft, denn sie behielten ihre Macht, ohne der Liberalisierung nachzugeben. Doch für die muslimische Welt war der Nationalsozialismus mehr als nur eine Diktatur; er zeigte, wie politische Organisation in politische Macht überführt werden konnte. Und selbst nach Hitlers Niederlage wurden zahlreiche Putsche in der muslimischen Welt vom Nationalsozialismus abgeleitet – von säkular arabisch-sozialistischen wie dem Nassers in Ägypten bis hin zu radikalislamischen wie dem des Ayatollah Khomeini im Iran. Beide waren stark von Nazi-Propaganda beeinflusst.

Aber es war nicht diese Propaganda, die sie lehrte die Juden zu hassen. Muslime brauchten keine Lektion des Dritten Reichs, um die Juden zu hassen. Das war jedes Mal da, wenn sie den Koran öffneten. Was das Dritte Reich sie jedoch lehrte, war, dass Antisemitismus ein machtvolles Mittel der politischen Organisation sein konnte. Das war für die muslimische Welt ebenfalls keine völlig neue Idee. Immerhin hatte Mohammeds Feldzug gegen die Juden so viel damit zu tun mit dem Versprechen von Beute Anhänger zu gewinnen wie mit Religion. So sehr wie die Hitlers viel damit zu tun hatte für seine Versuche zu zahlen, den Kapitalismus und den Sozialismus miteinander zu verbinden und weder die Besitzer noch die Arbeiter vor den Kopf zu stoßen – wie es mit der Nazi-Ideologie funktionierte. Und im Verlauf der Jahrhunderte wurden muslimische Mobs von Männern geführt, die begriffen hatten, dass „Ibtach al Jahud“ (tötet die Juden) ein sicherer Aufruf war als „Nieder mit dem Kalifen“, aber dass der Mob, hatte er sich einmal versammelt und plünderte das jüdische Viertel plünderte, angefüttert genug sein könnte, sich auch des Kalifen anzunehmen.

Doch diese Art der Taktik schien plump im Vergleich mit dem, was die Nazis erreicht hatten. Also borgten sich die Islamisten viel von ihnen. Ihre Liebe zu Uniformen und Flaggen. Sogar ihr Gruß, wie man sie selbst heute noch von mehr als ein paar wenigen muslimischen Terrorgruppen wie der Hisbollah oder der KLA in der Praxis sehen kann. Auch ihre Ausnutzen des politischen Antisemitismus. Hätte es kein Israel gegeben, der politische Antisemitismus der Islamisten wäre auf innenpolitische Kampagnen gegen Judaisierung beschränkt geblieben – ein Thema, das das der Nazis kopiert, das aber vorher schon im Nahen Osten existierte. Doch die Existenz Israels erlaubte einem Großteil der in muslimischen Ländern lebenden Juden einen Ausweg und schuf Israel als Kompassnadel der Islamisten.

Für die Islamisten ist der Staat Israel ein Ansporn geworden, ein Weg die Herrscher der muslimischen Welt zu demütigen, indem man ihr fortgesetztes Versagen bei der Vernichtung Israels herausstellt. Das erlaubt es ihnen die Herrscher, die sie stürzen wollen, als schwach, korrupt und unfähig darzustellen – während sie versprechen, wenn sie erst einmal selbst an der Macht sind, Israel zu vernichten. Hier liegt die offensichtliche Analogie zur von den Nazis benutzten Propaganda. Und was der Erste Weltkrieg für die Nazis war – ein Thema der Demütigung Deutschlands, zu dem sie immer wieder zurückkehrten – ist der Staat Israel für die Islamisten. Und nachdem Generationen muslimischer Kinder eingetaucht in dieses Gebräu aus von Hass erfüllter Propaganda aufwuchsen, überrascht es nun überhaupt nicht, dass er Hass auf die Juden in der muslimischen Welt ein absolut psychotisches Level erreicht hat.

So, wie die Nazis die Alliierten zu besiegen in eine Symbol des Wiederaufstiegs Deutschlands drehten, der seine Demütigung im Ersten Weltkrieg wegwischen würde, so drehten die Islamisten das Töten der Juden in ein Symbol islamischen Wiederaufstiegs, der ihre Demütigung durch die Unabhängigkeit der Juden von muslimischer Herrschaft im Nahen Osten wegwischen wird. Dasselbe Thema, das in Deutschland ertönte, hatte in der Kultur der Ehre/Schande der muslimischen Welt weit mehr Reichweite. Und es hat geholfen den Krieg gegen die Juden zu schüren, da sogar säkulare muslimische Führer sich verpflichtet fühlten die Feindseligkeiten gegen Israel aufrecht zu erhalten, um die Islamisten hinter sich zu lassen.

Hisbollah bleibt in der TraditionDie Nazis lehrten die muslimische Welt sicher keinen Antisemitismus, aber sie lehrten die Islamisten durch ihr Vorbild, wie sie ihn besser zum Erreichen politischer Macht ausnutzen konnten. Die Islamisten lernten nicht den Antisemitismus selbst, sondern sie lernten von Nazi-Deutschland die Technik. Und es war nicht nur die Technik der Ausnutzung des Antisemitismus, sondern auch viele weitere Techniken politischer Organisation. Quasi-Faschismus bleibt heute im Nahen Osten bei politischen Gruppen weiter üblich, die die liberaleren Modelle aus England und Frankreich zugunsten der faschistischen und sozialistischen Modelle ablehnen. Das Ergebnis kann in politisch fortschrittlichen islamistischen Bewegungen gefunden werden, die die Medien beobachten, Fassaden-Gruppen nutzen, soziale Dienste für ihre Anhänger bieten, Uniformen nutzen, sich auf Unterstützung der muslimischen Diaspora verlassen – und den Rest der Ausbeute des Nationalsozialismus – natürlich auch des Kommunismus.

Für die große Masse der muslimischen Welt ist der Antisemitismus eine Überzeugung. Für die islamistische Elite jedoch ist er eine Technik. Eine von vielen, die ihnen zur Verfügung stehen. Er ist keine originäre Technik. Die Idee geht auf Mohammed zurück, aber sie ging ihm auch voraus. Hitler lieferte ein Beispiel der fortschrittlichen und gerissenen Nutzung, die möglich ist, um ideologische Reinheit zu fördern. Und die Islamisten haben von diesem Beispiel profitiert.

Der Krieg gegen die Ungläubigen

Clifford D. May, 21. Januar 2010

2001 wurden die Buddhas von Bamiyan aus dem sechsten Jahrhundert auf Befehl von Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar gesprengt. Die Vereinigten Staaten und andere westliche Regierungen gaben Protestnoten aus. Afghanistans islamistische Herrscher zuckten nur mit den Achseln.

2010 wird Al-Kifl, das Grab des Propheten Hesekiel in der Nähe von Bagdad geschändet. Auf dem Grab befinden sich hebräische Inschriften und eine Bogen, in dem vor Jahrhunderten eine Torah ausgestellt war. Die Antikenbehörde des Irak löscht unter Druck von Islamisten die hebräischen Worte aus, entfernt hebräische Ornamente und plant auf dem Grab eine Moschee zu bauen.

Bis dato hören wir von fast niemandem Protest. Aber dies ist nicht einfach nur ein weiteres „Wo ist die Empörung?“. Der größere und alarmierendere Trend besteht darin, dass in einer wachsenden Zahl mehrheitlich muslimischer Länder ein Krieg gegen die nicht muslimischen Minderheiten geführt wird. Wo nicht muslimische Minderheiten „gesäubert“ wurden – wie in Afghanistan und dem Irak – richten sich die Angriffe gegen die Erinnerung an sie. Ethnische Minderheiten werden ebenfalls angegriffen: Der völkermörderische Konflikt gegen die schwarzen Muslime in Darfur ist nur das berühmt-berüchtigste Beispiel.

Verbinden Sie die Punkte: Letzte Woche setzten muslimische Jugendliche in Nigeria eine Kirche in Brand und töteten damit mehr als zwei Dutzend christliche Gottesdienstbesucher. In Ägypten leiden die koptischen Christen unter zunehmender Verfolgung, wozu diesen Monat vor einer Kirche Schüsse aus einem fahrenden Auto gehörten, durch die sieben Personen ermordet wurden.

In Pakistan wurden über Weihnachten christliche Kirchen bombardiert. In der Türkei haben die Behörden christliche Kirchen, Klöster und Schulen geschlossen. Gerade wurden auch in Malaysia Kirchen angegriffen, provoziert von dieser Beschwerde: Christen in den Kirchen nannten Gott „Allah“. Wie können die Ungläubigen es wagen, denselben Namen für den Allmächtigen zu benutzen wie die Muslime!

Ohne Zweifel missbilligen viele Muslime die Verfolgung der Nichtmuslime. Aber in den meisten mehrheitlich muslimischen Ländern riskieren Muslime, die offen gegen die Islamisten opponieren, als Abtrünnige gebrandmarkt zu werden. Und unter der islamistischen Interpretation der Scharia, des islamischen Gesetzes, verdienen Abgefallene den Tod.

Vor nicht allzu langer Zeit war der Nahe und Mittlere Osten eine facettenreiche Region. Der Libanon hatte Jahrhunderte lang eine christliche Mehrheit, aber das endet um 1990 – das Ergebnis von Jahren Bürgerkrieg zwischen den religiösen und ethnischen Gruppen des Landes. Die christliche Bevölkerung der Türkei hat in den letzten Jahren beträchtlich abgenommen. Die Islamisten ahben die Christen aus Bethlehem und anderen Teilen der Westbank getrieben; aus dem Gazastreifen sind seit der Machtübernahme durch die Hamas fast alle Christen geflohen.

Über Jahrtausende gab es im gesamten Nahen Osten jüdische Gemeinden. Die Juden des Iran führen ihre Geschichte 2.700 Jahre zurück, aber etwa acht von zehn iranischen Juden sind seit der islamischen Revolution von 1979 emigriert; nur etwa 40.000 sind übrig.

Die Juden des heutigen Saudi-Arabien wurden ausgerottet, kurz nachdem Mohammed und seine Jünger die neue Religion gründeten und im 7. Jahrhundert begannen ein neues Reich aufzubauen. Aber jüdische Gemeinden überlebten andernorts bis nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Juden gezwungen waren ihre Häuser im Irak, in Libyen, Ägypten, Syrien, dem Jemen und anderen Ländern zu verlassen. In vielen Fällen wurden sie von Muslimen vertrieben, die von der Gründung des modernen Staates Israel erbost waren. Aber wie merkwürdig ist es, gegen die Schaffung einer sicheren Heimstatt und Heimat für Juden zu protestieren, indem man die eigenen jüdischen Bürger obdach- und staatenlos macht?

1947 wurde Pakistan auch als sichere Zuflucht gegründet – für indische Muslime. Der Gründervater des Landes, Moahmmed Ali Jinnah, war entschlossen, Pakistan gegenüber Hindus, Sikhs, Christen, Parsen und anderen tolerant sein zu lassen – das waren volle 20 Prozent der Bevölkerung zur Zeit der Unabhängigkeit. Das hat so nicht funktioniert und das Ergebnis ist, dass nicht muslimische Minderheiten heute nur rund drei Prozent der Bevölkerung Pakistans bilden.

Wenn die Punkte verbunden werden, entsteht ein gar nicht gutes Bild: eine „islamische Welt“, inder Terroristen oft mit Nachsicht betrachtet werden, manchmal mit Respekt und gelegentlich mit Verehrung, während Minderheiten sich zunehmender Intoleranz, Verfolgung und „Säuberungen“ ausgesetzt werden, wobei selbst ihre Geschichte ausgelöscht wird.

Und wir im Westen sind zu höflich, zu „politisch korrekt“ und vielleicht zu feige, um dazu viel zu sagen.