Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (15.-21. April 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 15.04.2018:

Die IDF berichtete, dass sie erneut einen Terrortunnel der Hamas entdeckt und zerstört hat. Er führte in den Kreis Sha’ar HaNegev.

Die Hamas ist enttäuscht wegen des starken Rückgangs der Teilnehmer an den „Marsch der Rückkehr“-Protesten am letzten Freitag. Dabei wurden ein Araber getötet und 200 verletzt.

Montag, 16.04.2018:

Ein PA-arabischer Jugendlicher aus Beit-El wurde vor einigen Tagen erwischt, wie er Molotowcocktail und Steine auf Soldaten werfen wollte.

Ein israelischer Araber wurde festgenommen, weil er plante auf die neue US-Botschaft in Jerusalem einen Bombenanschlag zu verüben.

An der Eyal-Kreuzung wurden am Sonntag 2 Araber entdeckt, die ein Problem hatten: Sie wurden von Bienen angegriffen – deren Stöcke sie vorher gestohlen hatten. (Schon dumm, wenn man Bienenstöcke stiehlt ohne zu wissen, dass man Schutzkleidung haben sollte.)

Ein Einwohner von Petach Tikva wurde angeklagt, weil er äußerte er träume davon arabische Babys zu köpfen.

Dienstag, 17.04.2018:

Der PA-Vertreter in Washington betonte noch einmal, ohne Jerusalem wird kein Friedensplan von Trump anerkannt.

Vor dem Unabhängigkeitstag protestierten in einigen israelisch-arabischen Orten Araber und verbrannten israelische Flaggen.

Die IDF hat ihre Truppen auf dem Golan verstärkt, weil mit möglichen Angriffen des Iran gerechnet werden muss. Aufgrund der Spannungen hat Israel auch die Teilnahme an der Luftwaffenübung „Red Flag“ im Mai abgesagt.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh sagte, seine Organisation sei bereit Verhandlungen mit Israel über einen Gefangenenaustausch zu beginnen, die von einer dritten Seite vermittelt werden.

Mittwoch, 18.04.2018:

Der „Oberste Rat“ des Rückkehrmarschs hat eine Zeltstadt 50m näher an den Grenzzaun verlegt. Das sei „eine Fortführung des nationalen Programms des Marsches der Rückkehr und brechen der Belagerung“, hieß es.

Angebot der EU an die Hamas: Stellt die nächsten 5 Jahre den „bewaffneten Kampf“ gegen Israel ein und wir bezahlen die Gehälter des öffentlichen Dienstes und besorgen alle humanitären Angelegenheiten im Gazastreifen – ohne den Umweg über die PA.

Donnerstag, 19.04.2018:

Inzwischen steht fest: 80% der bisher 32 Toten bei den „Märschen der Rückkehr“ sind auf nachgewiesenermaßen Terroristen.

Nach 20 Jahren wurde der Terrorist Rajaei Haddad freigelassen, der wegen eines Terrormordes 1997 eine Freiheitsstrafe verbüßte. Mahmud Abbas begrüßte ihn überschwänglich als einen „Führer, Helden und Kämpfer“.

Der Palästinensische Islamische Jihad hat in den sozialen Medien ein Video veröffentlicht, mit dem ranghohe israelische Militärs, Soldaten und Zivilisten direkt mit Mord gedroht wird.

Heute nahmen mehrere tausend israelische Araber an einem Nakba-Marsch bei Atlit teil. Sie schwenkten Palästinenserflaggen und Fotos inhaftierter Terroristen. Sie skandierten: „Das ist unser Land, wir werden unseren Kampf um jeden Preis weiterführen.“

Freitag, 20.04.2018:

Einige der Brandnsatz-Drachen heute nach Israel geschickten Drachen waren „hübsch“ bemalt:

Die IDF warnte die Gazaner mit Flugblättern, dass sie sich vom Grenzzaun fernhalten sollen.

Samstag, 21.04.2018:

Die Palästinenser fordern eine „unabhängige“ Untersuchung des Todes eine 15-jährigen, der Freitag am Gazastreifen getötet wurde und der UNO-Menschenrechtsrat soll diese durchführen. (Damit wäre Israel schon verurteilt, bevor die Ermittler ernannt sind.)
Die EU fordert von Israel, es solle „keine tödliche Gewalt gegen unbewaffneten Demonstranten einsetzen“. Außerdem fordert sie eine volle Ermittlung der Schüsse von Freitag, bei denen 4 Araber getötet wurden.
Die IDF hat ein Foto veröffentlicht, das zeigt, was der getötete Jugendliche und einige andere trieben, als er getötet wurde – es handelt sich um einen gut geplanten, gezielten Versuch unter der Deckung durch den Rauch brennender Reifen den Grenzzaun zu durchbrechen.

Hassan Nasrallah von der Hisbollah prahlt wieder, die Terrororganisation habe Raketen, die jede Stelle in Israel erreichen können.

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EU: Unverhältnismäßiger Einsatz von Gewalt

Gestern gab es nach Angaben der Terroristen 9 Tote bei den Krawallen am Gaza-Grenzzaun. Die EU musste sich natürlich auch offiziell dazu äußern; die Erklärung beginnt so:

Gestern wurden mindestens neun Palästinenser, darunter ein Minderjähriger und ein Journalist, der eine „Presse“-Jacke trug, im Gazastreifen durch scharfe israelische Schüsse getötet. Das wirft ernste Fragen über die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes von Gewalt auf, die angesprochen werden müssen.

Die Verhältnismäßigkeit wird ja von Seiten der EU immer so definiert, das Israels Einsatz nicht verhältnismäßig ist. Aber was würde von der EU als verhältnismäßig definiert? Gibt es eine solche Definition? Mir ist keine leider bekannt.

Wie soll denn Verhältnismäßigkeit aussehen?

Wenn 20.000 Menschen sich vor dem Zaun befinden und ein ziemlich großer Anteil von ihnen auf diesen zumarschiert; wenn tausende Reifen angezündet werden, damit der Rauch den Israelis die Sicht nimmt, wenn Terroristen versuchen den Zaun zu zerstören; wenn dann Felsbrocken (nicht nur „Steine“), Molotowcocktails und Sprengsätze geworfen werden – was ist dann verhältnismäßig? Sollen die Israelis auch Feuer legen, damit die Umwelt noch mehr geschädigt wird? Sollen sie Handgranaten werfen? Selbst Katapulte einsetzen, damit Felsbrocken auf die Menschenmenge fallen?

Die IDF setzt Scharfschützen ein, die hauptsächlich auf die Füße schießen. Sie identifiziert sorgfältig Rädelsführer und Gewalttäter, bevor sehr gezielt geschossen wird. Bei Tausenden Randalierern hat es unter üblen Sichtverhältnissen 9 Tote gegeben. Das soll unverhältnismäßig sein? Unverhältnismäßig wäre höchstens, wenn da MG-Nester eingerichtet worden wären, die einfach in die Menge schießen, wie es jeder andere Staat in der Umgebung machen würde!

Und was soll das mit der Presse-Jacke? Will die offizielle EU andeuten, dass der Journalist tot ist, weil er Berichterstattung abtrieb? Die IDF schießt ausschließlich auf Rädelsführer, auf Personen, die sich als gefährlich erwiesen haben oder gerade eine Gewalttat begehen, die echten Schaden anrichten würde. Wie kommt es, dass einer mit einer Presse-Jacke derart eingeordnet wurde? (Immer vorausgesetzt, dass das auch stimmt und keine Pallywood-Aktion oder eine Palästinenserlüge war, die es beide auch zur Genüge gibt.) Es wäre nicht der erste „Palli-„Journalist“, der sich aktiv am Terror beteiligt. Aber das interessiert die EU-Führung nicht. Einer, der eine Presse-Jacke trug, ist tot – Israel hat übel gehandelt.

Und ein Minderjähriger ist tot. Wie minderjährig war der? Na ja, alles, was unter 18 ist, gilt der EU als „Kind“ – egal, dass es haufenweise solche „Kinder“ gibt, die schon Terrorführer sind und zu den aktivsten Terroristen gehören. Sie sind dazu erzogen worden. Sie haben keine Hemmungen. Dass es dann einen von denen erwischt, ist ja nun überhaupt nicht verwunderlich. Es wäre unverhältnismäßig, diese „Kinder“ zu missachten.

Es ist noch ein weiteres (übliches) Muster erkennbar: Angaben der Terroristen werden als Fakten akzeptiert, siehe den Beginn der Presseerklärung (oben). Was ist mit den Angaben Israels? Hier der Umgang damit in der Erklärung der EU:

Berichte der israelischen Verteidigungskräfte über das Werfen von Steinen und Brandsätzen gegen ihre Positionen und Versuche den Zaun nach Israel zu überqueren müssen ebenfalls geklärt werden.

Hier muss geklärt werden. Angaben der Israelis sind keine Tatsachen; selbst dann nicht, wenn die Israelis sie mit Videos und Fotos belegen können – zum Teil liefern die Terroristen sie auch selbst. Hat man sich diese bei der EU vorsichtshalber gar nicht erst angesehen? Oder wird diese Formulierung trotz der Beweise gewählt?

Die EU zeigt einmal mehr, wie einseitig sie ist. Sie findet keine klaren Worte gegen die Hamas-Terroristen. Sie nimmt Behauptung der Terroristen als Fakten an, während das mit israelischen Angaben wieder nicht gemacht wird. Mit dieser Art der Stellungnahmen und seiner Einseitigkeit hält die EU den Antisemiten die Steigbügel. Und wenn sie das noch so weit zurückweisen: Die EU sorgt gewaltig mit dafür, dass der Antisemitismus wieder Hof hält. Dass das nicht eingesehen wird, ist fast noch schlimmer als die Böswilligkeit der einzigen Demokratie des Nahen Ostens gegenüber. Des einzigen Mitgliedsstaats der UNO, dessen Existenz durch andere Mitgliedsstaaten der UNO sowie Terrorgruppen gefährdet wird. Das ist für mich scheinheilige Heuchelei. Ein übler und leider charakteristischer Charakterzug, der Folgen haben sollte.

Die getrübte Zukunft des westeuropäischen Judentums

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die Zukunft der westeuropäischen Juden scheint getrübt zu sein. Je weiter man sich vom Holocaust entfernt, desto weniger Widerstand gibt es gegenüber dem Wiederaufkommen des Antisemitismus. Dieses Schüren von Hass ist mehr als tausend Jahre integraler Teil der europäischen Kultur gewesen.[1] Um Missverständnisse zu vermeiden: Das sollte nicht mit der falschen Äußerung durcheinander gebracht werden, dass die meisten Europäer Antisemiten seien.

Für viele westeuropäische Juden sind die Probleme in ihrem sozialen Umfeld durch die Zuwanderung von Millionen Antisemiten aus muslimischen Ländern, in denen die Mehrheit der Einwohner extreme Vorurteile zu Juden haben,[2] enorm verstärkt worden. Die verfügbaren Statistiken zeigen, dass sowohl der klassische Antisemitismus als auch antiisraelische Einstellungen bei europäischen Muslimen weit stärker verbreitet sind als bei den einheimischen Bevölkerungen.[3] [4] Schlimmer noch: Alle tödlichen Terroranschläge der letzen zehn Jahre gegen Juden in Europa, bei denen die Täter identifiziert wurden, sind von Muslimen begangen worden.[5] Zusätzlich entfallen viele der extremistischsten antisemitischen Äußerungen ebenfalls auf Mitglieder der muslimischen Gemeinschaften.

Darüber hinaus gibt es regelmäßige Kampagnen gegen jüdische Rituale. Bei der wichtigsten geht es um das religiösen Schlachten ohne Betäubung, das für koscheres Fleisch vorgeschrieben ist. Schon im späten 19. Jahrhundert war die Schweiz das erste europäische Land, das sie verbot. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das religiöse Schlachten ohne Betäubung auch in Schweden und Norwegen, teilweise durch die ideologische Einflussnahme der Nazis, verboten. In den letzten Jahren ist es in Dänemark und einem Großteil von Belgien verboten worden.[6] [7] In mehreren anderen Ländern gibt es Widerstand starker Tierschutzgruppen und manchmal antiislamischer Bewegungen gegen diese Art des Schlachtens. Die große Mehrzahl der ohne Betäubung geschlachteten Tiere in Europa entfällt auf das Halal-Schlachten.

Island hat eine Bevölkerung von weniger als 350.000. Es ist kein Mitglied der Europäischen Union. Das Land hat eine lange antisemitische Tradition.[8] Die Zahl der jüdischen Bürger ist immer winzig gewesen. Island wurde vor kurzem das erste europäische Land mit einem Gesetzesentwurf im Parlament, mit dem die männliche Beschneidung verboten werden sollte.[9] Das mögliche Verbot dieses Rituals wird auch zuweilen in anderen westeuropäischen Ländern diskutiert. Religiöse Juden können importiertes koscheres Fleisch essen, wenn betäubungsloses Schlachten in ihrem Land verboten ist. Doch ein viel größerer Prozentsatz der Juden als die, die koscher essen, lassen ihre Söhne beschneiden. Ein Verbot dieses Rituals würde das Überleben der jüdischen Gemeinden weit problematischer machen.

Analysiert man die Zukunft des europäischen Judentums, dann besteht ein weiterer wichtiger Faktor in der Natur der jüdischen Verbundenheit. Heutzutage gehört dazu die Verbundenheit durch Beteiligung an Religion, Feiertagen und Bräuchen, Bindung an die jüdische Gemeinschaft und Verbundenheit über Interesse an der jüdischen Kultur. Andere Arten der jüdischen Verbundenheit schließen Israel, Sensibilität für Antisemitismus sowie durch Holocausterfahrungen und Geschichte mit ein.

Beim Auftreten antisemitischer Aggression in der Öffentlichkeit sind die Gefahren nicht gleichmäßig auf alle Juden verteilt. Dem größten Risiko sehen sich die ausgesetzt, die als Juden erkennbar sind, zum Beispiel durch ihre Kleidung oder Physiognomie. Der Ernst des Problems hängt auch von der Stadt oder dem Viertel ab, in dem man lebt. Schwedens drittgrößte Stadt, Malmö, wird oft als Europas Hauptstadt des Antisemitismus betrachtet.[10] Aggression gegen Juden übertrifft in Malmö bei weitem die in Gemeinden wie dem Borough von Barnet im nördlichen London, wo viele Juden leben. Einige öffentliche Schulen, in denen jüdische Kinder lernen, können ebenfalls riskante Milieus sein, zum Beispiel in Deutschland.

In Sachen Aggression sind die nächsten in der Reihe Synagogen, jüdische Schulen und andere jüdische Einrichtungen. Auch jüdische Veranstaltungen, Restaurants und Geschäfte sind angegriffen worden.

Die Faktoren, die man bei der Diskussion der jüdischen Zukunft in Europa berücksichtigen muss, sind grundverschieden. Hohe Anteile an interreligiösen Ehen verwässern die jüdische Verbundenheit. In den Jahrzehnten nach dem Krieg wurden mehrere jüdische Gemeinden durch Zuwanderung wie den massiven Zustrom nordafrikanischer Juden nach Frankreich in den 1950-er und 1960-er Jahren gestärkt.[11] Eine weitere Zuwanderungswelle bestand aus russischen Juden, die nach Deutschland kamen.[12] In Westeuropa scheint keine weitere derartige Massenzuwanderung bevorzustehen. Es mag viel kleinere Bewegungen an Israelis geben, die in einige europäische Städte ziehen. Viele davon beteiligen sich nicht an jüdischen Gemeindeaktivitäten.

Zu den Faktoren, die die Menschen davon abhalten ihre Heimatländer zu verlassen, selbst wenn sie das wollten, gehören fehlende berufliche und Sprachkenntnisse, die in Israel, den Vereinigten Staaten oder Kanada gebraucht werden. Familiäre Umstände bilden ebenfalls oft einen Grund dafür nicht wegzuziehen.

In den europäischen Ländern ist jüdische Auswanderung nicht gleichmäßig verbreitet. Oft ist Antisemitismus nicht der einzige Motivationsfaktor. In absoluten Zahlen fand die größte jüdische Emigration der letzten Jahre aus Frankreich statt.[13] Bei der Entscheidung es zu verlassen spielten auch wirtschaftliche Probleme des Landes eine Rolle. Wenn in Großbritannien die Labour Party – erschüttert von Antisemitismus und dem linksextremen Vorsitzenden Jeremy Corbyn – an die Macht kommt, dürfte die Emigration britischer Juden ebenfalls zunehmen.[14]

Wir haben zwar keine Daten dazu, aber die Annahme ist vertretbar, dass der Anteil derer, die wegziehen, bei denen am höchsten ist, die am aktivsten jüdisch sind. Der Kern des europäischen jüdischen Lebens scheint damit schneller zu erodieren, als der der eher marginal Beteiligten.

Infolge der vielen Faktoren, die im Spiel sind, können kaum präzise Vorhersagen gemacht werden. Doch eines ist klar. Unter den vielen Themen, die die jüdische Zukunft in Westeuropa bestimmen, gibt es wenig positive.

[1] https://heplev.wordpress.com/2015/06/29/warum-antisemitismus-teil-der-europaischen-kultur-ist/

[2] http://www.adl.org/news/press-releases/adl-global-100-poll

[3] https://heplev.wordpress.com/2018/01/22/muslimischer-antisemitismus-in-grossbritannien/

[4] https://heplev.wordpress.com/2018/02/06/der-in-grossbritannien-weit-verbreitete-antisemitismus/

[5] http://jcpa.org/book/the-war-of-a-million-cuts-the-struggle-against-the-delegitimization-of-israel-and-the-jews-and-the-growth-of-new-anti-semitism/ S. 163.

[6] http://www.theguardian.com/commentisfree/andrewbrown/2014/feb/20/denmark-halal-kosha-slaughter-hypocrisy-animal-welfare

[7] http://www.independent.co.uk/news/world/europe/belgian-region-walloon-bans-kosher-halal-meat-islam-jewish-a7723451.html

[8] http://www.jcpa.org/text/nordic.pdf, 219-239.

[9] ww.nytimes.com/2018/02/28/world/europe/circumcision-ban-iceland.html

[10] https://heplev.wordpress.com/2015/02/09/jahrzehnte-langes-schuren-von-antiisraelischem-hass-durch-schwedens-sozialdemokraten/

[11] http://www.theguardian.com/news/2015/jan/15/-sp-threat-to-france-jews

[12] http://jcpa.org/article/the-jewish-community-in-germany-living-with-recognition-anti-semitism-and-symbolic-roles/

[13] http://www.theguardian.com/world/2017/jan/12/rise-in-numbers-of-jews-leaving-europe-for-israel-is-not-an-exodus

[14] https://heplev.wordpress.com/2018/03/05/ein-britischer-premierminister-corbyn-die-juden-und-israel/

 

Rapide Zunahme des Holocaust-Missbrauchs

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte hat der Missbrauch des Holocaust allmählich zugenommen. Allerdings hat sich während der letzten zwei Jahre die Zahl dieser Entstellungen ziemlich unbeachtet weit schneller erhöht. Holocaust-Missbrauch hat zudem mehrere weitere Bereiche der Mainstreamgesellschaft durchdrungen.

Manipulation der Wahrheit könnte durchaus ein beträchtlicher Bestandteil des Diskurses zum Holocaust werden. Das wird umso wahrscheinlicher geschehen, als die überlebenden Holocaustopfer immer älter werden. In einer zunehmend chaotischen Welt ist schwer zu erkennen, wie dieser Trend aufgehalten werden kann.

Da es keine systematische Beobachtung des Holocaustmissbrauchs gibt, erkennt kaum jemand, dass die Zahl der Vorfälle stark zugenommen hat. Als ich 2009 mein Buch „The Abuse of Holocaust Memory: Distortions and Responses”[1] publizierte, war es noch möglich fast alle Entstellungen in acht eindeutige Kategorien einzuordnen.

Vor dieser Zeit hatten die Medien und die Öffentlichkeit den Fokus auf Holocaust-Leugnung gelegt. Das ist nicht die extremste Kategorie von Holocaust-Missbrauch. Holocaust-Umkehr ist eine hinterhältige Kategorie. Eine in dieser Kategorie verwendete wichtige Parole lautet, dass Israel sich gegenüber den Palästinensern so verhält, wie es die Nazis gegenüber den Juden taten.

Seit 2009 sind nicht nur die Grenzen zwischen Kategorien des Holocaust-Missbrauchs unscharf geworden. Es gibt auch neue Variationen. Auf eine besonders verschlagene hat der israelische Völkermordforscher Israel Charny hingewiesen. Er hat veranschaulicht, dass Fachbereichen für Holocaust-Forschung an verschiedenen, auch israelischen Universitäten „eine ganze Reihe Wissenschaftler angehört, die Holocaust-Leugnung oder -Verniedlichung frönen und die gemäß aller Regeln und Konventionen der akademischen Welt in ihrer Gesamtheit in gutem Glauben handeln.“

Charny nannte die University of Sussex in Großbritannien ein „Zentrum der Holocaust-Entstellung“. Ein Wissenschaftler dort veröffentlichte einen Artikel, in dem er behauptete Hitler habe sich nicht ausdrücklich gegen Juden gerichtet, sondern: „Das war Teil eines größeren Programms, das diejenigen beseitigen wollte, die dem expandierenden deutschen Lebensraum im Weg waren“.[2] Die Entstellung an Universitäten zeigt sich auch auf weit primitivere Weise: „Zionisten sollten in die Gaskammer geschickt werden“, wurde auf einen Bürgersteig am Campus der University of California in Berkeley gemalt.[3]

In der Europäischen Union wurde 2015 ein Beamter aus Malta antisemitischer Hassrede und Angriff auf eine EU-Angestellte beschuldigt. Er pries in einer Tirade den faschistischen italienischen Diktator Benito Mussolini und versuchte die Frau zu würgen, von der er fälschlich annahm, sie sei Jüdin. Er sagte: „Dreckige Jüdin… Hitler hätte alle Juden ausrotten sollen, so wie sie heute die Palästinenser ausrotten.“[4]

Oberrabbiner Binyamin Jacobs, der Leiter des niederländischen orthodoxen Rabbinats, sagt, wenn in Israel etwas passiere, dann brüllten Leute ihn an: „Hamas, Hamas, Juden ins Gas.“ Er sagte auch, dass niederländische Jugendliche während einer seiner Reden beim Gedenktreffen für niederländische Holocaustopfer „Heil Hitler“ riefen.[5]

Jeremy Corbyn, seit zwei Jahren Parteichef der britischen Labour Party, ist regelmäßig mit dem Holocaustleugner Paul Eisen in der Öffentlichkeit aufgetreten. Dieser schrieb, dass Corbyn „an jeder einzelnen der jährlichen Veranstaltungen seiner Organisation teilnahm und der Gruppe sogar Geld spendete“.[6]

Ein wichtiger Fall von Holocaust-Entstellung betrifft den polnischen Holocaust-Revisionismus. Seit Beginn dieses Jahrhunderts hat es bedeutende Enthüllungen zu massiven Verbrechen gegeben, die von Polen während des Holocaust an Juden begangen wurden. Die zwei wichtigsten Forscher, die dies aufzeigten, sind Jan Gross und Jan Grabowski. Grabowski erklärt, seine Forschungsarbeiten zeigen, dass während des Holocaust 200.000 Juden von Polen getötet wurden. Die polnische Regierung versucht diese Tatsachen zu bestreiten.[7]

Man sollte auch nicht die Augen vor dem Missbrauch des Holocaust durch Juden verschließen, der zuzunehmen scheint. Eine der schlimmsten Beleidigungen für einen Juden besteht darin einen anderen Juden zu beschuldigen ein Nazi zu sein. Der sephardische Oberrabbiner von Jerusalem und ehemalige Oberrabbiner Israels, Schlomo Amar, sagte, Reformjuden seien schlimmer als Holocaustleugner.[8]

Man kann hunderte, wenn nicht tausende weiterer Beispiele von Holocaust-Missbrauch der letzten Jahre finden. Schon vor der Ausbreitung der sozialen Medien war es bereits schwierig einen kompletten Überblick des Holocaust-Missbrauchs zu bekommen. Die Zersplitterung des kollektiven Gedächtnisses der westlichen Welt hat seine weitere Entstellung des ermöglicht. Gleichzeitig scheint die Erwähnung des Holocaust in einem anwachsenden historischen Vakuum zuzunehmen statt zu verblassen, wie es gewöhnlich mit Ereignissen der Vergangenheit geschieht.

Die Zahl der Vorfälle ist heute derart groß, dass sogar Trends unbemerkt bleiben könnten. Das Thema bereitet genug Sorgen, dass man ihm weit mehr Aufmerksamkeit widmen müsste. Der nächste Schritt sollte sein, dass Holocaust-Gedenkinstitutionen anfangen systematisch und professionell solchen Missbrauch in ihren Ländern zu beobachten und zu kategorisieren. Auf einer internationalen Basis scheint Yad Vaschem die logische Wahl zu sein, um einen solchen Schritt zu initiieren und zu koordinieren.

[1] Der Missbrauch der Holocaust-Erinnerung: Entstellungen und Reaktionen

[2] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/21517

[3] www.jpost.com/Diaspora/University-of-California-rules-not-to-equate-anti-Zionism-with-religious-bigotry-449068

[4] http://www.maltatoday.com.mt/news/court_and_police/56771/maltese_ec_official_facing_serious_charges_for_antisemitic_aggression_in_brussels_bar

[5] Interview mit Oberrabbiner Binyomin Jacobs, in: Manfred Gerstenfeld Het Verval. Amsterdam (Van Praag) 2010).

[6] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3187428/Jeremy-Corbyn-s-links-notorious-Holocaust-denier-revealed.html

[7] www.haaretz.com/world-news/europe/.premium-1.770707

[8] www.jpost.com/Israel-News/Reform-Jews-are-worse-than-Holocaust-deniers-says-Chief-Rabbi-of-Jerusalem-504372

 

Findet den Unterschied

Aussie Dave, Iraellycool, 23. Januar 2018

Wie sieht die Hohe Repräsentantin für äußeren Angelegenheiten der EU, Federica Mogherini, beim Treffen mit einem antisemitischen Leugner jüdischer Geschichte und des Holocaust aus?

Antwort:

Wie sieht die Hohe Repräsentantin für äußeren Angelegenheiten der EU, Federica Mogherini, beim Treffen mit dem Präsidenten der Knesset, Yuli Edestein, aus?

Antwort:

(Tipp: Sussex Friends of Israel)

Drei einseitige Kommentare von Prominenten zu Trumps Jerusalem-Entscheidung

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die Scheinheiligkeit vieler Prominenter, die wichtige politische Ereignisse zu Israel kommentieren, kann oft auf leichte Weise bloßgestellt werden. Ihre Äußerungen dürften extreme Einseitigkeit, Pseudo-Expertise, wissentliches Schweigen zu vielen größeren Problemen sowie zweifelhafte Vorhersagen spiegeln.

Ein solches Ereignis war die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump. Die folgenden drei Reaktionen Prominenter illustrieren diese fehlende Ernsthaftigkeit. UNO-Generalsekretär António Guterres sagte: „In diesem Moment großer Beklemmung möchte ich klar machen, dass es keine Alternative zur Zweistaatenlösung gibt.“ Er fuhr fort, dass Trumps einseitiges Handeln die Aussichten auf Frieden für Israelis und Palästinenser gefährde.[1] Über seine zweifelhaften Vorbedingungen hinaus litt er zudem offenbar unter selbstverursachter Besorgnis.

Ist Guterres entgangen, dass die hohen Gehälter, die die palästinensische Autonomiebehörde Familien von Terroristen zahlt, den Friedensaussichten großen Schaden zugefügt haben? Wenn ja, dann ist er ein Pseudo-Experte. Sollte Guterres sich entschieden haben wissentlich die Augen vor diesen Vorfällen zu verschließen, dann ist er ein Heuchler, der zweierlei Maß anlegt. Erst recht, da seine wiederholt geäußerte Ansicht lautet, israelische Siedlungen seien ein Friedenshindernis. Man mag sich daran erinnern, dass Guterres sich bei seinem Besuch in Israel im August 2017 als „ehrlichen Vermittler“ bezeichnete.[2]

Papst Franziskus richtete einen Appell an Trump den Status quo der Stadt zu respektieren und sich an UNO-Resolutionen zu halten. Er sagte: „Ich kann aus meiner tiefen Sorge über die Situation, die in den letzten Tagen geschaffen worden ist, nicht schweigen.“Sollte er als Kopf der katholischen Kirche nicht seiner tiefen Sorge um die Lage der Christen in der muslimischen Welt mit besonderer Betonung der Christen in Syrien Ausdruck geben?

Im April 2017 sprach der Papst bei einer internationalen Konferenz in Kairo.[3] Es gab kaum einen besseren Ort, um die andauernde Flucht der Christen aus einer Reihe muslimischer Länder und die prekäre Situation vieler der dort Verbleibenden zu erwähnen. Stattdessen rief er christliche und muslimische Führer in Ägypten und dem gesamten Nahen Osten auf, gemeinsam „eine neue Zivilisation des Friedens“ aufzubauen.[4]

Federica Mogherini, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, sagte über Trumps Entscheidung: „Die Ankündigung von Präsident Trump zu Jerusalem könnte sehr besorgniserregende Auswirkungen für den Frieden in der Region haben.“ Sie fügte hinzu, „die Ankündigung habe das Potenzial „uns in noch dunklere Zeiten zurückschicken als die, in denen wir bereits leben.“[5]

Ich habe vergeblich versucht herauszufinden, ob Mogheini jemals dasselbe bezüglich der Ankündigung von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel im Sommer 2015, die massive Ankunft von Flüchtlingen in ihrem Land willkommen zu heißen, sagte. Wäre es mit Deutschlands horrender Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg und der problematischen Gegenwart für Mogherini nicht einfach gewesen vorherzusagen, dass der massive Zustrom weiterer Muslime die Reaktionen rechtsextremer Bewegungen beträchtlich stärken würde? Wie schwierig war es vorauszusagen, dass es noch mehr Antisemiten in Deutschland geben würde, als bereits da waren?

Die dunkleren Zeiten in Deutschland, die vorauszusagen Mogherini verfehlte, traten innerhalb von zwei Jahren ein. Aus den Wahlen im September 2017 ging die rechte Partei AfD, von der einige Schlüsselpersönlichkeiten Nazisoldaten verklären und den Holocaust bagatellisieren, als drittstärkste Kraft in der deutschen Politik hervor.

Zu den jüngsten antisemitischen Vorfällen sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: „Man muss sich schämen, wenn auf den Straßen deutscher Städte so offen Judenhass zur Schau gestellt wird.“[6]

Die Hanns-Seidel-Stiftung, die der bayrischen Christlich-Sozialen Union (CSU) nahe steht, hat eine Studie unter Asylsuchenden in Bayern durchgeführt. Sie stellte fest, dass mehr als die Hälfte der muslimischen Asylsuchenden der Meinung sind, dass Juden in der Welt „zu viel Einfluss“ haben.[7]

Eine gerade veröffentlichte Studie des American Jewish Committee zu syrischen und irakischen Flüchtlingen in Deutschland, durchgeführt von Günther Jikeli, stellte fest: „Antisemitische Denkmuster und Stereotype waren bei allen Befragten weit verbreitet, auch wenn diese ihren ‚Respekt‘ für das Judentum oder die Bedeutung der friedlichen Koexistenz von Muslimen, Christen und Juden betonten.“ Die Studie stellte zudem fest: „Fast alle arabischen Befragten betrachteten ein fundamental negatives Image Israels als natürlich und stellten Israels Existenzrecht ganz selbstverständlich infrage.“[8]

Diese Antisemiten sind von der Regierung zu einer Zeit nach Deutschland hineingelassen worden, als die stark verzerrten Meinungen vieler Deutscher zu Israel bereits stockfinster waren. Nach Angaben einer Studie der Bertelsmann-Stiftung glauben einundvierzig Prozent der deutschen Bevölkerung, dass Israel sich gegenüber den Palästinensern so verhält wie die Nazis die Juden behandelten.[9]

Israels politischer Spielraum die drei prominenten Kommentierenden frontal anzugreifen, ist begrenzt. Solche Einschränkungen bestehen für viele proisraelische Organisationen und Autoren nicht. Je mehr die Unaufrichtigkeit von Guterres, Papst Franziskus und Mogherini aufgedeckt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie in der Zukunft etwas mehr nachdenken, bevor sie einseitige Kommentare über Israel abgeben.

[1] http://www.theguardian.com/world/2017/dec/06/trump-to-plunge-middle-east-into-fire-with-no-end-with-jerusalem-speech

[2] http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=57421#.WjVTGlWWa7Q

[3] http://www.reuters.com/article/us-pope-egypt/pope-francis-denounces-barbarity-during-egypt-visit-preaches-tolerance-idUSKBN17U0U4

[4] http://www.theguardian.com/world/ng-interactive/2015/jul/27/where-in-the-world-is-it-worst-place-to-be-a-christian

[5] http://www.politico.eu/article/federica-mogherini-donald-trump-jerusalem-decision-very-worrying/

[6] https://www.welt.de/politik/article171478315/Wir-wenden-uns-gegen-alle-Formen-von-Antisemitismus.html

[7] www.hss.de/download/publications/Argu-Kompakt_2017-8_Asylsuchende.pdf, page 6

[8] AJC Berlin Ramer Institute: Attitudes of refugees from Syria and Iraq towards integration, identity, Jews and the Shoah Research Report: December 14, 2017

[9] www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_LW_Germany_and_Israel_today_2015.pdf, p.35

Scheinheilige EU-Führer haben kein Problem „Verhandlungen vorzugreifen“, indem sie Jerusalem zur Hauptstadt Palästinas erklären

Elder of Ziyon, 7. Dezember 2017

Die Scheinheiligkeit der Angriffe westlicher Führungspolitiker auf die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch Präsident Trump ist unverhüllt und atemberaubend.

Der französische Präsident Macron sagte: „…die Festlegung Frankreichs und Europas auf die Zweistaatenlösung mit Israel und Palästina, die in Frieden und Sicherheit Seite an Seite in international anerkannten Grenzen leben, mit Jerusalem als Hauptstadt der zwei Staaten.

Die britische Premierministerin Theresa May sagte, der Status Jerusalems „sollte letztendlich die geteilte Hauptstadt der israelischen und palästinensischen Staaten sein“.

UNO-Generalsekretär Antonion Guterres sagte: „Nur über die Realisierung der Vision von zwei Staaten, die  Seite an Seite in Frieden, Sicherheit und gegenseitiger Anerkennung leben, mit Jerusalem als Hauptstadt von Israel und Palästina und der Lösung aller Endstatusfragen durch Verhandlungen können die legalen Ansprüche beider Völker erreicht werden.“

EU-Außenministerin Federica Mogherine sagte: „Die Ansprüche beider Seiten müssen erfüllt werden und es muss durch Verhandlungen ein Weg gefunden werden den Status Jerusalems als zukünftige Hauptstadt beider Staaten zu lösen.

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström sagte, Jerusalem sei „ein Endstatus-Thema und zukünftige Hauptstadt zweier Staaten“:

Im selben Atemzug, in dem sie sagen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen sei ein Vorgriff auf Verhandlungen, greifen alle diese Führungspolitiker  dem Ausgang von Verhandlungen vor – indem sie darauf bestehen, dass Jerusalem die Hauptstadt eines Palästinenserstaats sein wird“ Diese „Tatsache“ ist für Verhandlungen nicht einmal vorgesehen!

Israel existiert heute. Jerusalem heute sein Regierungssitz. Das laut auszusprechen schadet dem Frieden nicht. Im Gegenteil, die Wahrheit anzuerkennen ist die einzige Möglichkeit Frieden herbeizuführen. Hirngespinsten nachzugeben ist der Weg Frieden fernzuhalten.

Aber das ist genau das, was die Führer von EU und UNO tun. Sie „wissen“, dass jeglicher Palästinenserstaat Jerusalem als Hauptstadt haben muss – obwohl es keinen logischen, historischen oder auch Sicherheitsgrund gibt, um darauf zu bestehen.

Mit anderen Worten: Die Palästinenser haben die Macht darüber ein Veto dagegen Jerusalem zur Hauptstadt Israels zu erklären (weil das „verhandelt“ werden muss), aber Israel hat keine solche Macht darüber, dass Palästinenser dasselbe über ihre zukünftige Hauptstadt sagen. Die Welt hat sie ihnen bereits ausgehändigt.

Der existierende palästinensische Regierungssitz befindet sich in Ramallah. Jerusalem ist keine arabische Hauptstadt und war es nie. Der ganze Grund dafür, dass die Palästinenser Jerusalem fordern, besteht darin es Israel wegzunehmen. Sie haben das selbst gesagt.

Dass darauf bestanden wird, dass Jerusalem die Hauptstadt eines Palästinenserstaates sein muss, ist das wahre Friedenshindernis.

Wenn die EU und die UNO wirklich Frieden wollten, statt vor unhistorischen und letztlich unmöglichen palästinensischen Forderungen zu katzbuckeln (ernsthaft: Wie kann eine Stadt mit zwei Souveränen existieren, ohne wieder geteilt zu werden?), würden sie den Palästinensern sagen, dass sie die Wahl haben: einen Staat ohne Jerusalem (außer auf symbolische Weise einen Vorort der Stadt zu nutzen) oder gar keinen Staat.

Indem den Palästinensern gesagt wird, dass sie ihren Preis auf jeden Fall erhalten, belohnt die Welt Jahrzehnte des Terrors und der Unnachgiebigkeit. Und das bringt keinen Frieden – es garantiert mehr Gewalt.