Entschieden

Obama hat gewonnen. Jedenfalls die Wahl. Für mich ist der eigentliche Gewinner John McCain. Was hätten wir wohl zu hören bekommen, wenn Obama die Wahl verloren hätte? Sicherlich nichts in der Art dessen, was McCain sagte. (Natürlich ist in diesem Link sehr wenig davon wiedergegeben, wie überhaupt extrem wenig über die Tatsache hinaus berichtet wird, dass er seine Niederlage „eingesteht“.)

Diese Hochachtung vor dem politischen Konkurrenten könnte auch einer der Gründe sein, dass McCain verlor. Er hat es immer wieder abgelehnt Fakten zu nutzen, die Obama in extrem schlechtes Licht setzten und als das hätten da stehen lassen, was er ist: ein linksextremer Hetzer, dünnhäutig, der austeilt und hemmungslos austeilen lässt, aber Kritik nicht verträgt. Politisch groß geworden in einem Milieu der Intoleranz und Weißenhass (Rassismus), der Lüge, Kungelei und Täuschung, der Einschüchterung und „Tricks“ (= Fälschung). Dass er das in seinem Wahlkampf voll ausgelebt hat, ist dokumentiert, wurde aber lediglich von Bloggern versucht öffentlichkeitswirksam zu verbreiten; die Qualitätsmedien ließen alles unter den Tisch fallen, was Obama geschadet hätte, zogen sich aber an allem auf, was sie an „Negativem“ bei McCain/Palin fanden – und scheuten nicht davor zurück, die blanken Lügen der Obama-Kampagne gegen Palin zu verbreiten und darauf herumzureiten.

Noch am Wahltag konnte festgestellt werden, wie Obamas Anhänger die Wahl beeinflussen wollten; wäre es knapp gewesen, hätten sie sie „gestohlen“ – mit mehrfach eingetragenen Wählern zu Hunderttausenden! In Philadelphia wurden ein Mann von CNN interviewt, der „heute ein paar Mal gewählt hatte“. Der Reporter: „Ich glaube, das ist gesetzwidrig, aber es ist in Ordnung.“ Mehr als 100.000 Wähler aus Georgia waren auch entweder in Ohio oder in Florida eingetragen, um auch dort abstimmen zu können (und reichlich viele haben es offenbar getan). In Philadelphia wurden republikanische Wahlbeobachter aus Wahllokalen geworfen (s. Update am Textende), obwohl ein Richter geurteilt hatte, dass das nicht rechtens ist.

Unsere Medien jubeln. Was der WDR-Moderator heute zwischen 6 und 7 Uhr von sich gab, war keine Berichterstattung, sondern pure Partystimmung. In Blogs sieht es häufig ähnlich aus. Ein ganz schlauer (schade, den Link habe ich verdaddelt) meinte, er hätte nicht gedacht, dass die Amerikaner so viel Hirn hätten (Obama zu wählen) – womit er nur seinen Antiamerikanismus unter Beweis stellte, aber das ist eine andere Sache.

Manfred Messemer schreibt auf arlesheim reloaded, er sei über den Wahlsieg Obamas froh, weil jetzt die Rassenkarte nicht mehr gespielt werden könne. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Obama und seine Wahlkampftruppe haben diese Karte ständig gespielt, obwohl sie keine Fakten für die Rassismus-Behauptungen liefern konnten. Das war pure Stimmungsmache, die sicherlich spätestens im nächsten Wahlkampf wieder betrieben wird. Eher früher und zwar bei aller möglichen Kritik, die an dem neuen Präsidenten geübt wird.

Dabei ist die Frage, wo die wirklichen Rassisten überhaupt sitzen. Wer einen Kandidaten wegen seiner Hautfarbe gewählt hat, diskriminiert die Konkurrenten. Wie viele Weiße könnten es sich leisten einen Weißen wegen seiner Hautfarbe zu wählen? Da haben wir sie wieder, die Rassenkarte. Hier soll sie gelten, dort nicht.

Die wirtschaftlichen Probleme sollen McCain die Wahl gekostet haben. Viele trauen eher Obama zu, dass er sie löst. Mit höheren Steuern und der Umverteilung „des Reichtums“ wird’s wohl nicht gehen, aber so weit denken sie nicht, die emotionalisierten „Yes, we can“-Jünger; sollten sie wirklich vergessen haben, wie empfindlich gerade die US-Firmen auf Abgabenerhöhungen reagieren? Da dürften sich einige Leute ganz gewaltig vertan haben.

Die USA werden die nächsten vier Jahre überstehen. Andere vielleicht nicht.

Zumindest Witze kann man reißen. In der Form einer ausführlichen Stellungnahme wie bei No Blood for Sauerkraut (es geht auch schlicht süffisant). Das beste haben einmal mehr die von der Titanic aus dem Ergebnis gemacht; das funktioniert natürlich nicht auf Englisch, so ist das nun mal mit Wortspielen.

Wortspiele ganz anderer Art kommen aus Griechenland. Dort scheinen einige der ekligsten Fans des Obamessias zu sitzen. Die Zeitung Avriani titelte: „Der erwartete Sieg Obamas bei den US-Wahlen signalisiert… das Ende der jüdischen Vorherrschaft – alles ändert sich in den USA und wir hoffen, dass sie dort demokratischer und menschlicher werden.“ Wie gelegentlich schon inhaltlich erwähnt: Zeige mir deine Fans und ich sage dir, wer und was du bist. Es sind nicht die einzigen Antisemiten, die The One anhimmeln.

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Das pazifistische Spanien bewaffnet die Feinde des Westens

Soeren Kern, The Brussels Journal, 3. November 2008

Seit Amtsantritt 2004 hat der spanische Premierminister José Juis Rodríguez Zapatero eifrig daran gearbeitet seine öffentliche Persönlichkeit als „überzeugter Pazifisten“ zu zimmern. Sein erster offizieller Akte als Chef-Pazifist war bekanntlich die spanischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen; die Entscheidung wurde nicht nur von den spanischen Wählern stürmisch begrüßt, sondern zementierte Zapateros pazifistische Empfehlung auf der Weltbühne.

Einige Monate später stellte Zapatero angesichts eines Kritik-Hagels der Nichtpazifisten Zuhause und im Ausland, dass seine Irak-Politik auf Appeasement islamischer Terroristen hinauslief, widerstrebend weitere Soldaten für den NATO-Auftrag in Afgahnistan. Doch nur für den Fall, dass die Stationierung Zweifel an seiner Verpflichtung gegenüber pazifistischen Idealen wecken könnte, diktierte Zapatero strikte Regeln für ihren Einsatz, die spanischen Soldaten in Afghanistan verbietet tödliche Gewalt einzusetzen, eine „Vorsichtsmaßnahme“, die heute ihre Anwesenheit in dem Land praktisch nutzlos macht.

Später im selben Jahr, in seiner ersten Rede vor der UNO-Vollversammlung [pdf], warf Zapatero etwas Licht auf seine pazifistische Vision zur Erreichung des Weltfriedens. Unter Benutzung der blumigen, postmodernen Diktion, für den er inzwischen berühmt ist, erklärte er: „Kultur ist immer Frieden.“ Dann fuhr er damit fort darzulegen, dass islamische Terroristen missverstanden werden und nur dadurch besiegt werden können, dass man sich mit ihnen zum Dialog zusammensetzt.

Zapatero hat sorgfältig darauf geachtet nur Pazifisten zu spanischen Verteidigungsministern zu ernennen. Zapateros erster Verteidigungsminister, der umstrittene José Bono Martínez, verkündete: „Ich bin ein Verteidigungsminister und würde lieber getötet werden als zu töten.“ Dann gab er die Befehle aus, die den spanischen Truppen in Afghanistan verbot tödliche Gewalt gegen Talibankämpfer anzuwenden.

Zapateros zweiter Verteidigungsminister, José Antonio Alonso Suárez, glaubte es sei sein Job das spanische Militär zu demilitarisieren und in die frisch entwaffneten Streitkräfte statt dessen in eine NGO-artige humanitäre Organisation zu verwandeln. Um seine Vision zu verwirklichen säuberte er die oberen Ränge des spanischen Militärs von den Offizieren, die sich weigerten den dummen Glauben zu verlassen, dass die Hauptaufgabe des Militärs die Verteidigung der spanischen Souveränität ist.

In derselben Stimmungslage sagte Zapateros dritte Wahl und aktuelle Verteidigungsministerin Carme Chacón for kurzem: “Ich bin Pazifistin und das sind auch die Armeen des 21. Jahrhunderts.“ Und noch einmal: „Ich bin eine pazifistische Frau und die Armee ist ebenfalls pazifistisch.“ Dazu kommt, dass Chacón aus der auf Unabhängigkeit eingestimmten Region Katalonien stammt und nicht an das Konzept einer vereinten und unteilbaren spanischen Nation glaubt. Was dazu führt, dass einige Spanier sich fragen: Was will die spanische Verteidigungsministerin verteidigen? Die Antwort: Wahrscheinlich das, was die Zapatero-Doktrin genannt werden kann, von der man auf Grundlage von fast fünf Jahren politischer Reden sagen kann, dass sie hauptsächlich auf drei postmodernen „Prinzipien“ ruht:

1) Es gibt keine Art von Bedrohung, die wirklich jemals die Benutzung von Gewalt rechtfertigen kann;
2) Militär sollte in humanitäre Organisationen verwandelt werden, die zum Zivilschutz genutzt werden, statt zur Verteidigung der Souveränität;
3) für die Anwendung von Gewalt gibt es keine andere Quelle der Legitimität als die Vereinten Nationen und wenn dieses Gremium keinen Konsens erreicht, dann ist es besser nicht zu handeln, als einseitig zu handeln.

Aber setzt Zapatero wirklich um, was er predigt? Die Spanier begannen einige Zweifel zu hegen, als politisch explosive Fotos im Internet eingestellt wurden, die die spanische Fregatte Álvaro de Bazán im Persischen Golf vor der Küste des Irak als Teil der Kampfgruppe des Flugzeugträgers USS Theodore Roosevelt im Einsatz sahen. Nach monatelangen Kontroversen schaffte es Zapatero die Frage nicht zu beantworten, ob Spanien nun im Irak im Einsatz ist oder nicht.

Nun wirft die Frage spanischer Waffenverkäufe weitere Zweifel auf die Genialität der pazifistischen Neigungen Zapateros. Nach Angaben eines neuen Regierungsberichts [pdf], der dem spanischen Kongress im September 2008 vorgelegt wurde, sind die spanischen Waffenverkäufe während Zapateros Amtszeit um mehr als 130 Prozent in die Höhe geschossen, auf 933 Millionen Euro im Jahr 2007; 2004 betrugen sie noch 400 Millionen. Spanien ist jetzt nach den USA, Russland, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien und Italien der achtgrößte Waffenlieferant der Welt.

Besonderer Grund für Besorgnis sind jedoch die Empfänger der spanischen Waffen. Die Daten zeigen, dass die Zunahme der Waffenverkäufe in erster Linie nicht europäische oder westliche Staaten sind, sondern ausgeprägt nicht pazifistische Schwellenländer wie China, Kuba, der Iran und Venezuela. Spaniens größter Waffenverkauf wurde gar mit dem Diktator Venezuelas abgeschlossen, was besonders überrascht, wenn man bedenkt, dass Spanien selbst fast 40 Jahre lang unter einer Diktatur schmachtete und erst vor kurzem eine Demokratie wurde. (Zapatero glaubt natürlich, dass nur rechtsgerichtete Diktaturen widerwärtig sind; linksgerichtete und islamische Tyrannen andererseits, sind Mitreisende.) Als Antwort auf seine Kritiker definierte Zapatero in klassischer postmoderner Terminologie den 1,7 Milliarden Euro-Deal als „geschäftliche Transaktion mit pazifistischen Waffen“.

Was treibt diese spanischen Waffenverkäufe an? Spanische Arbeitsplätze natürlich, und in der Erweiterung dessen Zapateros Job. Der spanische Verteidigungssektor, der fast 20.000 Arbeitskräfte beschäftigt, hofft eine finanzielle Krise zu vermeiden, indem man Waffen an jeden verkauft, der sie kaufen will, ohne Rücksicht auf das herrschende Regime oder den möglichen Gebrauch der Waffen. Nach Angaben von Amnesty International gehen rund 40 Prozent der spanischen Waffenexporte an Länder, die in regionalen Konflikten stehen oder die Menschenrechte nicht respektieren. Ein weiterer Bericht [pdf] zeigt, dass Spanien der größte Waffenexporteur ins Subsahara-Afrika ist, einer der am stärksten von Konflikten heimgesuchten Teile der Welt.

Wenn die spanischen Waffenexport-Daten etwas bestätigen, dann einmal mehr die Heuchelei des postmodernen Spanien Zapateros, wo „hoch gehaltene“ Prinzipien in den Wind geschossen werden, wo immer sie unbequem sind.

Der Antikriegs-Idealismus der Zapatero-Doktrin ist im Wesentlichen eine neopazifistische Fassade, hinter der sich die spanische Regierung (und viele andere in Europe) verstecken, um der Verantwortung der militärischen Allianz in Afghanistan, dem Irak und andernorts aus dem Weg zu gehen. Und in dem Versuch diese Doppelzüngigkeit zu verbergen, dienst die Zapatero-Doktrin auch als edel gesinntes, antiamerikanisches Pult, von dem aus auf die USA (und Israel) für ihre Entschiedenheit, sich gegen den islamischen Terror und andere Bedrohungen der Sicherheit zu verteidigen, eingedroschen wird.

In diesem Zusammenhang zeigen Zapateros Waffenverkäufe eine weit unheilvollere Realität auf: Obwohl Zapatero und seine die westliche Zivilisation hassenden sozialistischen Ideologen nicht bereit sind ihr eigenes Land zu verteidigen, geschweige denn ihre Allianzpartner, haben sie absolut keinerlei Skrupel einige der bösartigsten Feinde der Welt zu bewaffnen.

Der spanische (und über ihn hinaus der europäische) Pazifismus hat wenig mit einem echten Wunsch nach dem Weltfrieden zu tun. Statt dessen ist er die populistische Ideologie schwacher Führer, die nur daran interessiert sind an der Macht zu bleiben und deren einzigen festen Überzeugungen sich um den Abscheu gegen ihr jüdisch-christliches Erbe dreht. Sie ignorieren das von der Geschichte überprüfte römische Sprichwort „Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor“ und machen die Welt damit bedrohter, als sie es ohnehin schon ist.

Teilweise Korrektur. Mehr oder weniger

Letzten Samstag habe ich mich hier über die Zwiespältige WELT gewundert und einiges aufgelistet, was an Widersprüchlichem und Zwiespältigem zu finden ist. Das scheint ein wenig korrigiert werden zu müssen. Denn im Bereich der WELT debatte haben sie – anders als letzte Woche vermutet – den Beitrag von Daniel Pipes über Barack Obama doch eingestellt. Sonntagabend, 20 Uhr ist als Posting-Datum vermerkt.

Insofern also eine Entschuldigung, denn ich vermute mal, dass sie das nicht aufgrund meines Blog-Eintrags geändert haben. Gehen wir mal davon aus, dass sie einfach spät dran waren. Die vermutete Einseitigkeit ist also in diesem Bereich zumindest nicht in dem Ausmaß vorhanden, wie von mir vermutet.

Allerdings ist im Fall dieser Kolumne dann auch wiederum das Verhalten der Leser und ihrer Kommentare nicht so, wie von mir für den Rest der untersuchten Seiten beschrieben. In den ersten 10 Kommentaren toben sich weit gehend Leute aus, die nicht nur den Inhalt der Kolumne nicht begreifen, sondern sich Teile rauspicken, um ihren Heiligen zu verteidigen und jegliche Kritik an ihm zu verunglimpfen, sondern auch ganz klar machen, dass es a) entweder völlig egal ist, was Obama für Dreck am Stecken hat (weil ja die Republikaner viel schmutziger sind) oder b) die recherchierten Fakten alles Mumpitz sind.

Letzteres kann man den Kommentierenden nicht voll umfänglich zur Last legen, da die WELT debatte die reichlich vorhandenen Links des Originals (bzw. der deutschen Übersetzung auf der Seite von Daniel Pipes) nicht mitliefert. Andererseits kühlen die Herrschaften mit dem Giftspritzen ihr Mütchen nach der Methode „Alles, was nicht für Obama ist, ist schlecht“, und scheren es über einen einzigen Kamm. Statt z.B. einmal nachzulesen, welche Kritik Pipes an Bush hat (oder auch McCain am Amtsinhaber kritisiert), wird gleich gegen alles geschossen, ohne sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen.

So haben wir im Fall dieser einen Kolumne ein Bild, das vielleicht genau das Umgekehrte spiegelt, was ich mich gefragt habe: Hier wurde eine mutige Kolumne eingestellt und die Kommentare zeugen von Unverstand. Vor allem den Fälscher und Lügner Michael Moore als Kronzeugen gegen die Republikaner (und damit alles, was nicht Obama ist) anzuführen, ist ein Paradebeispiel für abhanden gekommenes Realitätsbewusstsein.

Am beschriebenen Gesamteindruck ändern allerdings eine einzelne Kolumne und ihre Kommentierung nichts.

Zwiespältige WELT

DIE WELT gilt weithin als konservative Tageszeitung. Im Vergleich mit anderen Blätter ist sie das sicherlich auch. Und manchmal erscheint sie sogar recht mutig – macht aber dann dieses Bild auch direkt wieder kaputt.

Den verhältnismäßigen Mut zeigt die WELT z.B. im Abdruck eines CNN-Interviews (einen Tag später folgt die Berliner Morgenpost) mit Sarah Palin, in dem diese einige der Lieblings-Verleumdungen ihrer Gegner auseinander nimmt. Andererseits wird dieses Interview mit einer Überschrift versehen, die die Frau schlecht machen soll und dem Leser den gegenteiligen Eindruck dessen vermittelt, wofür Palin steht.

Die Palin-Negativliste führt die Zeitung dann in ihrem Online-Auftritt gleich selbst ein, indem sie „weiterführende Links zum Thema“ als Kasten in den Text einfügt; dieser enthält zehn Überschriften (verlinkte Artikel) mindestens neunmal Aussagen über Frau Palin, die diese nicht gut aussehen lassen; die einzige, wo das anders ist, kann auch als Angriff auf sie gesehen werden: „Sarah Palin zeigt John McCain ihre Krallen“ – das ist ja wohl mangelhaft loyal gegenüber ihrem „Chef“.

In der rechten Spalte finden sich ein Quiz nach dem anderen. Natürlich auch welche zum Thema. Und so wird gefragt: „Kennen Sie Sarah Palin? Die Frau, die ins Weiße Haus will“ und US-Wahlkampf. Wie gut kennen Sie John McCain“. Sarah Palin will ins Weiße Haus? Ich dachte, die ist „nur“ Vizepräsidentschafts-Kandidatin? McCain will ins Weiße Haus. Seltsam.

„Mutig“ ist wieder, dass im Bereich WELT ONLINE DEBATTE mit Daniel Pipes einer der meist verleumdeten Kolumnisten der USA zu Wort kommen darf. Jedenfalls dann, wenn es der Redaktion gefällt. Denn einige der knackigsten, interessantesten und informativsten Kolumnen des Mannes aus Philadelphia kommen nicht vor – die jüngste, die Barack Obama nicht gut aussehen lässt, auch nicht.

Am 24. Oktober kommt Ralph Giordano zu Wort und fordert „Stoppt die Großmoscheen in Deutschland“. Der Text wird von einer ausgewogeneren Auswahl an „weiterführenden Links“ zum Thema begleitet (von denen mindestens einer aber auch von Giordano stammt). Dazu gibt es eine Umfrage: „Hat gelungene Integration etwas mit der Religion zu tun?“ Die Leser haben eine mehr als klare Meinung, die sich offenbar nicht mit dem Kasten von den als Gegenpol eingefügten (?) wunderschönen Fotos deutscher Moscheen widerspiegelt. Diese Leser nehmen insgesamt weit klarer Stellung als die Zeitung selbst. Das zeigt sich bei Giordanos Text auch in den Kommentaren; dort hat ein Umay erst einmal losgekotzt – er bekommt (meist) sachliche Prügel für seinen Blödsinn und seine Falschaussage zu Christen und Kirchen in der Türkei. Und das lässt etwas vermuten:

Es erscheint so, als würden die Redakteure nicht ganz hinter dem stehen, was in ihrem Blatt geschrieben und auf den Internetseiten eingestellt wird, sondern nur die Leserschaft bedienen, die sie über die Überschriften und Neben-Angebote umerziehen wollen, wie beim Palin- und das McCain-Quiz. Letzteres wird eingeleitet mit: John McCain – die Bilder seiner Kriegsgefangenschaft gingen um die Welt. Doch was wissen Sie noch über den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten? Testen Sie sich selbst. Ist es unverschämt, hier zu vermuten, dass „doch was wissen Sie…“ dem Leser sagen soll: Du weißt nicht wirklich und die Kriegsgefangenschaft ist kein Argument – als wenn sie je das einzige gewesen wäre. (Ich habe versucht das Palin-Quiz zu machen und bin im McCain-Quiz gelandet, wobei ich mir gleichzeitig das erste „falsch“ einhandelte, weil die Beantwortung der Frage, in welchem Krieg McCain Kriegsgefangener war, mir die Belehrung einbrachte, dass Sarah Palin Gouverneurin von Alaska ist. Als dann als nächstes die Frage kam welchen Beruf die Eltern McCains ausübten, habe ich das Quiz abgebrochen.) Wo ist das Obama-Quiz? Oder muss man diesen Kandidaten nicht besser kennenlernen? Und was ist mit seinem „Vize“, Joe Biden? Na ja, vielleicht zu gefährlich, interessierte Leser könnten auf die Idee kommen despektierliche Fragen zu stellen.

Zurück zu den Kommentaren der Leser: Bei Sarah Palins Interview frohlockt einer, dass endlich die Wahrheit über die Verleumdung des Amtsmissbrauchs ans Licht kommt. Weitere Pro-Palin/McCain-Kommentare folgen, aber auch Sinnfreies findet seinen Weg (“… und der Irak hat Massenvernichtungswaffen. Das ist alles so schmutzig!“ – was soll denn damit gesagt werden?). Die Leser machen also wohl aus, was inhaltlich in der WELT steht. Bis auf eines: Obamas Fragwürdigkeiten werden ausgeklammert. Kritisches zu McCain/Palin – so weit hergeholt oder unsinnig auch immer – wird gerne geschrieben oder übernommen. Die Obama-Probleme werden nirgendwo thematisiert. Eine Google-Suche mit dem Stichwort „Obama“ für die Seiten der WELT ergibt nicht einen Link zu etwas Kritischem. Dafür steht ein Link dort zu „Gemäßigte Republikaner entdecken ihre Liebe zu Obama“ (merke: Republikaner sind gemeinhin Extremisten) – die Hillary Clinton-Frauen, die gegen Obama sind, hat es dort vielleicht nie gegeben, jedenfalls führt die Suchmaschine nichts in dieser Richtung (vielleicht muss man erst die 465 weiteren Artikel durchforsten und Monate zurück gehen?).

Ein Link-Kasten zu „Wen die Hollywood-Stars wählen würden“ fördert „McCain-Helferin erfindet Angriff eines Schwarzen“ – was konservative Journalisten/Blogger wie Michelle Malkin schon bei der Meldung des angeblichen Angriffs vermuteten. Gibt es Artikel, die die reichlich vorhandenen Fälle falscher, selbst zugefügter Hass-Verbrechen gegen Linke berichten? Gibt es Artikel, die die wirklichen An- und Übergriffe gegen Anhänger von McCain/Palin weiter geben (jüngste Beispiele hier, hier und hier)?

Dafür wird die künstliche Aufregung um den von der Partei bezahlten neuen Kleiderschrank-Inhalt Palins intensiv durch’s Blatt gejagt, als würden damit Steuergelder verschwendet (dabei behält sie sie nicht einmal, sondern sie werden mit größter Wahrscheinlichkeit nach der Wahl mit Gewinn versteigert und der Erlös einer wohltätigen Sache gespendet!) – während die SpendenBetrügereien und die WählerregistrierungsFälschungen durch Obamas Team (Google-Suche) und ihm nahe stehende Organisationen kein Thema sind.

Ist das das Fazit, das wir ziehen müssen? Die „Springer-Presse“ als nur noch vorgeblich konservative Zeitung(en), die ihren Lesern zwar noch teilweise das geben, was die wissen wollen, sie aber versuchen umzuerziehen, indem sie ihnen Stimmung machende Schlagzeilen ins linke Propaganda-Lager liefern und teilweise Informationen vorenthalten? Indem sie nur vordergründig Kritisch-Konservatives bieten, mit linkem Mainstream-Denken und Parolen versetzen, damit das heraus kommt und vom Leser möglichst bald gedacht, was alle anderen auch in der veröffentlichten Meinung propagieren?

Würde der letzte ehrliche Reporter bitte die Lichter ausmachen?

Vorbemerkung: Orson Scott Card ist Demokrat und Zeitungskolumnist. Er beschreibt den Zustand der US-Medien in diesem Präsidentschafts-Wahlkampf. Aber damit beschreibt er mindestens genauso hart und klar den Zustand der europäischen/deutschen Medien, die sich an Obama berauschen und die Republikaner als das Übel der Supermacht USA schlechthin darstellen. Er führt ein paar sehr dringend zu verbreitende Fakten an, die überall willentlich ignoriert oder unter den Teppich gekehrt werden. Bei uns weiß wohl kaum jemand, wer Freddie Mac und Fannie Mae sind – einfach deshalb, weil niemand darüber informiert wird, dass diese beiden staatlichen Finanzinstitutionen der Anfang der Krise waren und wieso es dazu kommen konnte. Das jetzt im Einzelnen zu erklären, wäre hier zu viel. Die aus Cards Text zu entnehmenden Informationen sollten allerdings ausreichen zu erkennen, was hinter im Groben das Kernproblem des Anfangs dieser Krise war.

Orson Scott Card, Meridian, 22.10.2008

Ein offener Brief an die lokale Tageszeitung – fast jede lokale Tageszeitung in Amerika:

Ich erinnere mich daran, wie ich All the President’s Men las und dachte: Das ist Journalismus. Man tut, was nötig ist, um die Wahrheit zu bekommen und legt es der Öffentlichkeit vor, weil die Öffentlichkeit das Recht hat, das zu wissen.

Diese Immobilienkrise kam nicht aus dem Nichts. Sie war keine vage Auswirkung der bösen Bush-Administration. Sie war direktes Ergebnis der politischen Entscheidung aus den 1990-er Jahren, die Regeln für die Vergabe von Krediten zu lockern, damit Hypotheken für arme Leute einfacher zu bekommen sind. Fannie Mae und Freddie Mac wurden ermächtigt riskante Kredite zu genehmigen.

Was ist ein riskanter Kredit? Es ist ein Kredit, den der Kreditnehmer wahrscheinlich nicht in der Lage ist zurückzuzahlen.

Das Ziel dieser Regeländerung war es, den Armen zu helfen – was besonders Mitgliedern der Minderheiten helfen sollte. Aber wie hilft es diesen Leuten, ihnen einen Kredit zu geben, den sie nicht zurückzahlen können? Sie ziehen in das Haus, ja, aber wenn sie die Rückzahlungen nicht einhalten können, verlieren sie das Haus – zusammen mit ihrer Kreditwürdigkeit.

Am Ende sind sie schlechter dran als vorher.

Das war völlig vorhersehbar und Fakt ist, dass viele das vorher sahen. Eine politische Partei im Kongress und in der Exekutive versuchte wiederholt die Regeln zu verschärfen. Die andere Partei blockierte jeden solchen Versuch und versuchte sie zu lockern.

Darüber hinaus gaben Freddie Mac und Fannie Mae politische Spenden an genau die Mitglieder des Kongresses, die ihnen erlaubten die unverantwortlichen Kredite zu vergeben. (Allerdings ist es mir ein Rätsel, warum Quasi-Bundesbehörden das zu tun erlaubt ist. Das ist so, als würde das Pentagon dem Wahlkampf von Politikern Gelder zukommen lassen, die für die Erhöhung des Verteidigungshaushaltes sind.)

Gibt es hier nicht eine Story? Verlangt nicht der Journalismus, dass unsere Tageszeitungen die Wahrheit darüber bringen, was uns in eine Lage gebracht hat, wo der einzige Ausweg das Vertrauen in unsere Wirtschaft zu erhalten eine 700 Milliarden-Dollar-Rttungsaktion ist? Solltet ihr nicht dem Geld folgen und sehen, welche Politiker persönlich von der Deregulierung der Hypothekenvergabe profitierten?

Ich habe keine Zweifel: Wenn diese Fakten auf die Republikanische Partei oder John McCain als Schuldige gedeutet hätten, würdet ihr das als Riesenskandal behandeln. „Housing-Gate“, mit Sicherheit; oder „Fannie-Gate“.

Statt dessen waren es Senator Christopher Dodd und der Abgeordnete Barney Frank, beides Demokraten, die leugneten, dass es überhaupt Probleme gab, die die Forderungen der Bush-Administration zurückwiesen eine Regulierungsbehörde aufzubauen, die Fannie Mae und Freddie Mac kontrollieren sollten; und es waren sie, die diese beiden Institutionen immer weiter pushten, um immer noch weiter die minderwertigen Hypotheken zu fördern, fast bis zu dem Augenblick, als das zusammenbrach.

Thomas Sowell zeigt in einem Aufsatz bei Townhall.com (Titel: Do Facts Matter? – Spielen Fakten eine Rolle?) auf: „Alan Greenspan warnte sie vor vier Jahren. Ebenso der Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsberater des Präsidenten. Genauso wie Bushs Finanzminister.“

Hier sind die Fakten: Es war absolut möglich diese Krise zu verhindern. Die Partei, die jeden Versuch sie zu verhindern blockierte war – die Demokratische Partei. Die Partei, die versuchte sie zu verhindern war – die Republikanische Partei.

Doch als Nancy Pelosi der Bush-Administration und der republikanischen Deregulierung vorwarf die Krise verursacht zu haben, habt ihr von der Presse sie wegen dieser Lüge nicht zur Rechenschaft gezogen. Statt dessen habt ihr die Republikaner kritisiert, die sich an dieser Lüge gestört haben und es ablehnten für die Rettungsaktion zu stimmen!

Wie bitte? Nicht der Lügner, sondern die Opfer der Lüge sind verantwortlich zu machen?

Gehen wir dem Geld nach… direkt zu dem Präsidentschaftskandidaten, der die Nummer zwei der Empfänger der Wahlkampfunterstützung von Fannie Mae ist.

Und nach Freddie Raines, dem CEO von Fannie Mae, der 90 Millionen Dollar machte, während er sie vor die Wand fuhr, wegen seiner Inkompetenz gefeuert wurde, machte ließ sich ein Präsidentschaftskandidat tatsächlich von ihm zur Immobilienfrage beraten. Wenn dieser Präsidentschaftskandidat John McCain gewesen wäre, hättet ihr das einen großen Skandal genannt und wir würden jeden Tag in eurer Zeitung Artikel stehen haben, wie inkompetent und korrupt er sei.

Statt dessen war dieser Kandidat Barack Obama und so habt ihr die Story begraben; und als die McCain-Kampagne es wagte Raines einen „Berater“ der Obama-Kampagne zu nennen – weil diese Wahlkampftruppe seinen Rat gesucht hatte – da habt ihr Obamas Leute damit davonkommen lassen McCain der Lüge zu beschuldigen, nur weil Raines nicht als offizieller Berater der Kampagne Obamas aufgelistet ist.

Solche zweideutigen Pingeligkeiten würdet ihr von einem Republikaner niemals tolerieren.

Wenn ihr, die ihr unsere tägliche Lokalzeitung produziert, wirklich irgendwelche Grundsätze hättet, würdet ihr diese Story hämmern, denn der Wohlstand aller Amerikaner wurde von dem dummen, kurzsichtigen, politischen selbstsüchtigen und möglicherweise korrupten Handeln führender Demokraten riskiert, auch von Obama.

Wenn ihr, die ihr unsere tägliche Lokalzeitung produziert, wirklich persönliche Ehre hättet, würde ihr es unerträglich finden, das amerikanische Volk glauben zu lassen, dass die Republikaner irgendwie für diese Krise verantwortlich zu machen ist.

Es gibt Präzedenzfälle. Obwohl Präsident Bush und seine Regierung niemals sagte, dass der Irak 9/11 gesponsert hat oder damit in Verbindung stand, konntet ihr es nicht ertragen, dass die Amerikaner diese falsche Ansicht hatten – also habt ihr uns mit der Tatsache beprügelt, dass es eine solche Verbindung nicht gab. (Und dabei habt ihr dann den falschen Eindruck erweckt, dass Bush sie belogen hätte und sagte, es habe eine Verbindung gegeben.)

Hättet ihr irgendwelche Grundsätze, dann würdet ihr doch sicher jetzt, wo das amerikanische Volk dabei ist Präsident Bush und John McCain für eine Krise verantwortlich zu machen, die sie zu verhindern versuchten, und sich gerade Barack Obama wegen einer Krise zuzuwenden beginnen, die er zu schaffen half, mindestens genauso schwer daran arbeiten diesen falschen Einbruch zu korrigieren.

Euer Job als Journalisten ist es, die Wahrheit zu sagen. Das behauptet ihr auch zu tun, wenn ihr das Geld der Menschen annehmt, um eure Zeitung zu kaufen oder zu abonnieren.

Aber genau jetzt stimmt ihr einer großen, fetten Lüge zu oder verbreitet sie aktiv – der, dass die Immobilienkrise irgendwie Bush, McCain und den Republikanern zur Last gelegt werden sollte. Ihr habt das amerikanische Volk trainiert für alles Schlechte – selbst für das schlechte Wetter – Bush verantwortlich zu machen und sie antworten so, wie ihr es sie gelehrt habt.

Wenn ihr irgendwelche persönliche Ehre hättet, würde jeder Reporte rund Herausgeber darauf bestehen die Wahrheit zu sagen – selbst wenn es den Wahlchancen eures Lieblingskandidaten schaden würde. Denn das ist es, was ehrenhafte Leute tun. Ehrliche Menschen sagen die Wahrheit sogar dann, wenn ihnen die vermutlichen Konsequenzen nicht gefallen. Das ist es, was Ehre bedeutet. So verdient man sich Vertrauen.

Barack Obama ist nur ein weiterer Politiker und kein besonders weiser. Er hat seine Ignoranz und Naivität immer wieder offenbart – und ihr habt das unter den Teppich gekehrt und als Nichts behandelt.

In der Zwischenzeit habt ihr bei der Schmierenkampagne gegen Sarah Palin mitgemacht, brutale Angriffe auf sie wegen der Schwangerschaft ihrer unverheirateten Tochter berichtet – während ihr gleichzeitig den Ehebruch von John Edwards viele Monate lang ignoriert habt.

Also frage ich euch: Habt ihr überhaupt irgendwelche Standards? Wisst ihr überhaupt, was Redlichkeit bedeutet?

Ist die Leute dazu zu bringen für Obama zu stimmen für euch so wichtig, dass ihr alles über Bord werft, für das der Journalismus stehen sollte?

Ihr solltet euch an die Art erinnern, wie die National Organization of Women ihre Integrität über Bord kippte, als sie Bill Clinton trotz seines gut bekannten Musters sexueller Ausnutzung machtloser Frauen unterstützte. Wer hört NOW noch zu? Wir wissen, dass sie für nichts stehen; sie haben keine Grundsätze.

Das ist der Punkt, an dem wir uns genau jetzt befinden.

Es ist nicht zu spät. Ihr wisst, dass wäre die Situation umgekehrt, und wenn sie McCain schaden und Obama helfen würde, ihr Himmel und Hölle in Bewegung setzen würde, um die wahre Story hinauszuposaunen.

Wenn ihr eure Ehre erlösen wollt, dann werdet ihr schwer schlucken und eine Liste der Storys machen, die ihr abdrucken würdet, wäre es McCain gewesen, der Geld von Fannie Mae bekommen hätte, wäre es McCain gewesen, dessen Wahlkampf-Kampagne sich von einem diskreditierten CEO hätte beraten lassen, wäre es McCain gewesen, der gegen die Verschärfung der Kreditvergabepraxis gestimmt hätte.

Dann werdet ihr sie drucken, obwohl jede einzelne dieser wahren Geschichten mit dem Finger auf die Verantwortung der unbesonnenen Demokratischen Partei zeigen würde, die den Wohlstand unserer Nation riskierte, damit sie sich gut fühlen konnten, weil sie den Armen helfen; und ihr würdet einen angemessenen Teil der Verantwortung Obama vor die Tür legen.

Ihr werdet auch die Wahrheit über John McCain erzählen: dass er als Senator versuchte zu tun, was nötig war, um diese Krise abzuwenden. Ihr werdet die Wahrheit über Präsident Bush erzählen: dass seine Administration mehr als einmal versuchte den Kongress dazu zu bewegen die Kreditvergabe auf verantwortliche Weise zu regulieren.

Diese Krise ist vom Kongress gemacht, angefangen während der Clinton-Administration, damit, dass Demokraten den Weg in die Krise anführten und jeden Versuch blockierten rechtzeitig aus ihr herauszukommen.

Wenn ihr bei unserer lokalen Tageszeitung weiterhin die Amerikaner dazu bringt zu glauben und so abzustimmen, als hätten Präsident Bush und die Republikaner diese Krise verursacht, dann schliet ihr euch dieser Lüge an.

Wenn ihr nicht die Wahrheit über die Demokraten – einschließlich Barack Obama – sagt und das mit derselben Energie tut, die ihr einsetzten würdet, wenn die Schurken Republikaner wären – dann seid ihr nach keinem Standard Journalisten.

Ihr seit nur die PR-Maschinerie der Demokratischen Partei und es ist an der Zeit, dass ihr alle gefeuert werdet und echte Journalisten geholt werden, damit wir endlich eine Nachrichten-Zeitung in unserer Stadt bekommen.

Linker Wahlkampf, linke Fairness

Vom Lager Barack Hussein Obamas ist man inzwischen einiges gewohnt. Es wird nichts ausgelassen, womit man den Gegenkandidaten – noch lieber seine nominierte Vizepräsidentin – verunglimpfen und persönlich diffamieren kann. Der größte Teil der US-Medien (in Europa ist es nicht wirklich anders) mischt kräftig mit und ist alles andere als neutral, sondern geriert sich als Wahlkampf-Truppe des Jung-Senators aus Illinois. Jüngstes Beispiel für die Verleumdungs-Kampagne ist der Versuch John McCain lächerlich zu machen, weil der „keine E-Mails verschicken kann“. Tenor: Der ist zu blöde dafür. Die Wahrheit: Aufgrund seines Aufenthalts im „Hanoi Hilton“ und der überaus gesundheitsfördernden Behandlung dort kann McCain eine Tastatur nur unter starken Schmerzen bedienen und es dauert, bis er etwas geschrieben hat. Statt dessen sitzt er mit seiner Frau zusammen, liest seine E-Mails und diktiert er seine Antworten, seine Frau tippt sie ins Laptop – und das war schon im Jahr 2000. McCain war ein Pionier des Wahlkampfes im Web. Es bleibt abzuwarten ob The One (oder einer seiner Hilfsarbeiter) sich für die Verleumdung entschuldigen wird; ich wage das zu bezweifeln. Einer der Gründe, vielleicht der wichtigste, wird von Melanie Phillips in anderem Zusammenhang beschrieben. Sie zeigt auf, wo die wahren Extremisten des Westens zu finden sind und was sie antreibt:

Die Stasi-Taktiken des Obama-Lagers

Melanie Phillips, diary, 12. September 2008

Andrew Bolt zerpflückt in der australischen HeraldSun die Versuche der Medien Sara Palin zu vernichten, indem man sich auf ihr erstes Fernsehinterview zu außenpolitischen Fragen stürzt, um herauszufinden, ob sie weiß wer Putin ist. Wie Bolt zeigt, machen sie damit allerdings sich selbst lächerlich.

Wie James Taranto im Blog des Wall Street Journal schreibt, sinkt die Obamasphäre von Hysterie auf Sittenlosigkeit herab, indem sie Palins Entscheidung ihren Sohn Trig auf die Welt zu bringen als offensichtlichen Beweis dafür benutzen, sie sei für ein Amt nicht geeignet. Wenn sie Trig sehen, dann sehen sie kein kleines, verletzbares menschliches Wesen; sie sehen die Kraft der Liebe nicht, die über Unglück triumphiert; alles, was sie sehen, ist ein behindertes Etwas, dem niemals zu leben hätte erlaubt werden dürfen.

Beleidigend und widerlich, in der Tat – und wie entlarvend für das „liberale“ Bewusstsein – aber was das auch zeigt: Die Salon-Kommunisten haben begriffen, dass diese Wahl ihre Agenda des sozialen und moralischen Nihilismus einfach stoppen könnte, die sie als progressive Politik tarnen. Deswegen all das Heulen und Klagen und Kleiderzerreißen und dazwischen werden – auf beiden Seiten des Atlantiks – die Giftpfeile auf Sarah Palin abgeschossen. Das ist der Grund, weshalb Sozialkonservative überall – das sind Leute, die den Lügen die Wahrheit vorziehen, das Richtige dem Falschen, Moral der Anarchie und die Fortführung westlicher Zivilisation den diese bedrohenden Kräften des Totalitarismus – erfolgreich den Kopf aus dem Schützengrabens stecken und ein Zeichen sehen, mit den sie nie gerechnet hatten: dass die Zivilisation tatsächlich bereit sein könnte sich zu wehren.

Inzwischen ist das Lager Obama, so scheint es, in akuter Gefahr einen kollektiven Nervenzusammenbruch zu erleiden. Sie haben völlig vergessen, das The One eigentlich gegen John McCain im Rennen ist und haben sich erlaubt sich statt dessen auf seine Mitkandidatin zu fixieren. Obama sieht aus und klingt verunsichert aus und ist verunsichert – eine Tatsache, die an sich schon schwer schädigend ist; wenn er wegen einer Hockey Mom [dt: Fußball-Mutter/Tennis-Mutter] aus Alaska auseinanderbricht, wie zum Teufel würde er sich verhalten, wenn er sich mit Ahmadinedschad auseinandersetzen muss? Ist Obama ein Mann oder ein Elch?

Offensichtlich hat das Obama-Lager Dutzende Leute schnellstens nach Alaska geschickt, um die Leichen in Palins Keller zu finden, von denen sie einfach wissen, dass es sie geben muss. Unfähig die Tatsache zu verarbeiten, dass die Linke ihre rechtmäßige Machterlangung nicht bekommen könnte, von der wir alle wissen, dass sie ihnen nach der natürlichen Grundordnung es Universums zu steht, verhält sie sich wie eine amerikanische Stasi.

Und je mehr sie sich in der grotesken Art verhält, desto kontraproduktiver ist das alles. Palin ist eine Art Kontrastmittel für die US-Wählerschaft: So mehr sie ins System eindringt, desto stärker werden die Bosheit und pure Niedertracht der Demokratischen Partei und ihre Einpeitscher-Rüpel ind en Medien um sie herum in ihrer Krankhaftigkeit beleuchtet. Das Ergebnis ist, dass die Medien und die Demokraten sich schlicht unsäglichen Schaden zufügen, insbesondere, weil die Blogosphäre die auf Palin geschleuderten Besudelungen so schnell zerschießen, wie sie gemacht werden.

Aber hey: Das ist die einzige Art, wie die Linken mit „der Rechten“ umzugehen wissen. Sie schrecken charakteristischerweise davor zurück sich durch angemessene Argumente mit ihren politischen Gegnern über die Diskussion der Fragen auseinanderzusetzen. Nein, was sie statt dessen ausnahmslos tun, ist auf Beschimpfung und Verleumdung zurückzugreifen, auf Rufmord und die Karriere beendende Etiketten wie „rassistisch“, „sexistisch“, „homophob“, „islamophob“, „rechtsextrem“, „fundamentalistisch“ und den ganzen restlichen Haufen davon. Denn ihr Ziel ist nicht die Diskussion, sondern ihren Gegner insgesamt zu vernichten und somit den Streit abzuwürgen, bevor er in Gang kommen kann.

Was sagt uns das? Dass die totalitäre Linke sich vor Auseinandersetzungen fürchtet, weil sie selbst weiß, dass sie auf sehr wackeligem Boden steht. Sie hat kein Vertrauen in ihre eigenen angeblichen Überzeugungen. Sicher, es ist Angst einflößend, wenn die Gegner den Kampf um den Wahlerfolg gewinnen könnte; aber viel dringender ist, dass sie von Angst besessen, dass die recht haben könnten. Das ist der wahre Grund, dass die Linke niemals eine Auseinandersetzung haben will – für den Fall, dass dies ihr selbst die Plattheit ihrer eigenen Haltung offen legt.

Ein lebenswichtiger Teil des linken Denkens ist die Annahme, dass links zu sein die einzig sinnvolle/anständige/mit hohen Grundsätzen versehene Haltung ist, die man einnehmen kann und die daher nie falsch sein kann; das ist so, weil von der Linken abzuweichen „rechts“ ist und die Rechte ist unverbesserlich bösartig. (Die Vorstellung, dass gegen die Linke zu sein, nicht unbedingt „rechts sein“ muss oder überhaupt irgendeine andere Haltung annehmen kann als sich gegen die Ideologie und ihre brutalen Auswirkungen stellen kann, ist etwas, das die Linke einfach nicht in den Kopf bekommen kann.) Und so besteht der wirkliche Albtraum darin, dass, wenn sich herausstellt, dass „der Rechte“ tatsächlich mit irgendetwas richtig liegt und der Linke falsch, die Tatsache zu akzeptieren den Linken nach seiner eigenen Definition in einen bösartigen Rechten verwandelt. Seine gesamte moralische und politische Identität wird zusammenzubrechen und er wird Hörner und einen Schwanz entwickeln. Um als jede Möglichkeit zu verhindern, dass diese Katastrophe passiert, muss der Gegner eliminiert werden.

Das wird gerade mit Sarah Palin gemacht. Das ist der Grund, dass ihr Interview im Moment falsch berichtet und verdreht wird, obwohl Millionen Menschen es gesehen und gehört haben. Das ist der Grund, warum sie alle zwei Minuten mit einer neuen Verleumdung angegriffen wird. Das ist der Grund, weshalb ihre ganze Familie auf den Kopf gestellt wird, während die Medien zu den ernsthaft beunruhigenden Fragen zu Obamas Verbindungen und Ansichten kein Wort verliert. Das wird schnell zu einer Wahl über groben Machtmissbrauch. McCain sollte diese Frage aufnehmen und so laut und wütend damit hausieren gehen, wie er kann.

Das von Phillips beschriebene Phänomen des linken Umgangs mit Andersdenkenden hat Tradition. DAS haben sie ausnahmsweise nicht von den immerzu Empörten gelernt (sie haben denen eher demonstriert, wie effektiv es sein kann und die haben es weidlich genutzt), sondern von den Nazis, setzen aber auch das Vorgehen von Lenin und Stalin (von denen es die Nazis zum Teil übernommen haben). Vielleicht könnte es auch sein, dass diese Gemeinsamkeit beim Vorgehen gegen Konkurrenten/Gegner die Linke so anfällig für Sympathie gegenüber extremistisch-tyrannisch gesinnte Religionsvertreter macht.

Nachtrag: Och, guck, Zettel findet das auch: Das Niedermachen aller, die nicht der eigenen Subkultur angehören, habe ich eigentlich immer nur bei Linken angetroffen.

Die Rede…

… zusammengefasst:

(abgekupfert bei Ivo Bosic; der hat’s von Slate)

Weitere lesenswerte Kommentare (in der Reihenfolge, wie ich sie gelesen habe, ohne Wertung):
Messias Obama (Antibürokratieteam)
Warum ärgern wir uns nicht über Obama? (Libertas Cara)
Obama schlägt Jesus (Joachim Steinhöfel)
Obama ist eine Naturkatastrophe (Gideon Böss)
Kleingedrucktes (Bissige Liberale ohne Gnade)
Obama: Champion im Nichtssagen (Bettina Röhl)
Yes, you can (send more soldiers) (No Blood for Sauerkraut)
Deutschlands Lieblingsamerikaner (Lizas Welt)
Die gefährlichen Tagträume des Barack Obama (Castollux)

englische:
Barack Obama, the John Lennon Candidate (Richard Landes)
Obama promises to „tear down walls“ between Muslims and the rest of the world (Dhimmi Watch)
Rush knows what moment it is (Power Line Blog)
Obama in Berlin (Michael Rubin: Leadership is about more than rhetoric)
One World? Obama’s on a different Planet (John R. Bolton in der Los Angeles Times)

Und zum guten Schluss etwas über die deutschen Fernsehsender und Obamas Rede:
Der Pfeifton, der muss weg (F.A.S. in der FAZ)