Ist ein an Juden armes Europa nicht länger Europa?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Im Verlauf der letzten Monate haben eine Reihe führender europäischer Politiker erklärt, wie wichtig es ist, dass die Juden weiter in ihren verschiedenen Ländern wohnen bleiben. Führende Regierungsmitglieder behaupten zudem, dass sie ihr Äußerstes tun werden, um ihre jüdischen Gemeinschaften vor der steigenden Flut antisemitischer Angriffe zu schützen.

Der Grund für diese Äußerungen entstammt einer Reihe von Faktoren. Der Hauptsächliche ist der Anstieg der tödlichen Anschläge auf Juden durch muslimische Europäer. Die jüngsten davon sind Morde, die in Brüssel, Paris und Kopenhagen stattfanden. Diesen kann man andere Akte antisemitischer Gewalt hinzufügen, die zum größten Teil durch Muslime verübt wurden, so die Anschläge auf Synagogen und Geschäfte in Frankreich während des letzten Sommers.

Ein weiterer Faktor ist die Zunahme der tatsächlichen Auswanderung europäischer Juden, hauptsächlich aus Frankreich, verbunden mit einem größeren Interesse an Treffen mit israelischen Aliyah-Funktionären.1 Noch ein Einfluss ist die vorherrschende Diskussion darüber, ob Juden in Europa eine Zukunft haben oder nicht. Schließlich gibt es Aufrufe verschiedener Israelis, einschließlich des Premierministers Benjamin Netanyahu, dass Israel das natürliche Zuhause der europäischen Juden ist.2

Der französische Premierminister Manuel Valls ist der freimütigste der europäischen Führungspolitiker, die glauben, dass Juden in Europa bleiben sollten. Der jüdische Filmemacher Claude Lanzmann schrieb in einem Artikel mit dem Titel „Frankreich ohne Juden wäre nicht Frankreich“3, auf den sich Valls am nächsten Tag in einer wichtigen Rede in der französischen Nationalversammlung bezog. Valls sagte: „Claude Lanzmann schrieb einen wunderbaren Artikel in Le Monde: Ja, sagt es dem Angesicht der Welt: Ein Frankreich ohne Juden ist nicht Frankreich.“4 In seiner Rede verwies Valls auch auf die Aussagen der französischen Ministerin Ségolène Royale. Sie hatte dasselbe Empfindung zum Ausdruck gebracht, als sie in Jerusalem der Beerdigung der vier im koscheren Pariser Supermarkt ermordeten Juden beiwohnte.5 Der französische Präsident François Hollande sagte: „Juden haben ihren Ort in Europa und besonders in Frankreich. Es liegt an uns, für alle Juden Frankreichs, weiter gefasst für alle Bürger Frankreichs Sicherheit, Respekt, Anerkennung und Würde sicherstellen“.6

Ein aufmerksamer Beobachter könnte anmerken, dass es in all diesen Äußerungen ein entscheidendes Eingeständnis nicht gab: „Frankreich ist nicht länger Frankreich, da es ohne Auswahl Millionen Muslime aus Ländern herein ließ, in denen Antisemitismus grassiert.“ Dazu gehören Einwanderer aus Algerien, wo 87% der durch die ADL Befragten antisemitische Ansichten zum Ausdruck brachten; aus Tunesien, wo 86% der Befragten antisemitische Ansichten haben; und Marokko, wo 80% der Befragten antisemitisch waren.7 Eine Reaktion auf diese muslimische Masseneinwanderung besteht darin, dass die rechtsextreme Front National nach Angaben vieler aktueller Meinungsumfragen Frankreichs führende Partei ist.8 Bei den Provinzwahlen vom März wurde sie die zweitstärkste Partei.

Es gibt einen zweiten Punkt, den ein solcher Beobachter aufbringen könnte. Hypothetisch kann man fragen: Selbst wenn die gesamte jüdische Gemeinschaft Frankreich verlassen sollte, wie viel Einfluss würde das tatsächlich auf die französische Gesellschaft haben? Die Positionen der auswandernden Anwälte, Ärzte, Journalisten, Politiker, Philosophen, Geschäftsinhaber, Künstler usw. würden recht schnell durch andere aufgefüllt. Wir haben in Europa extreme Präzedenzfälle für ein solches Phänomen während der deutschen Besatzung erlebt, als viele Juden zunächst aus ihren Berufen verbannt wurden.

Ein derart massiver Abgang von Juden hätte jedoch einen großen symbolischen Einfluss auf das Image Frankreichs. Im Januar sagte Valls gegenüber Journalisten, dass Frankreich ein Staat ist, in dem es „territoriale, soziale und ethnische Apartheid“ gibt.9 Der Weggang vieler Juden würde Frankreichs Merkmal als scheiternde Demokratie eine zusätzliche Dimension geben.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich ebenfalls zum Thema und sagte: „Wir sind froh und dankbar, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt… Wir möchten gerne mit Juden, die heute in Deutschland sind, weiter gut zusammenleben.“10 Die psychologische Bedeutung der jüdischen Präsenz in Deutschland – die hauptsächlich aus Immigranten aus Russland besteht – ist in diesem Land weit größer als in Frankreich, obwohl sie einen weit kleineren Prozentsatz der Gesamtbevölkerung ausmacht. Angesichts der deutschen Nazi-Vergangenheit dient die Anwesenheit von Juden als wichtige Image-Verbesserung, dass das Deutschland von heute nicht nur ein ganz anderes ist, sondern auch eine gesunde Demokratie.

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz sagte, die jüdische Gemeinschaft in Österreich solle wachsen. Wir „…müssen hart daran arbeiten, für Sicherheit zu sorgen, damit Menschen jüdischen Glaubens nicht gezwungen sind, auszuwandern. Aber Europa ohne Juden wäre nicht Europa.“11

Die dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt sagte nach den tödlichen Terroranschlägen in einer Kopenhagener Synagoge im Februar: „Die jüdische Gemeinde ist seit Jahrhunderten in diesem Land gewesen. Sie gehören zu Dänemark, sie sind Teil der dänischen Gemeinschaft und wir würden ohne die jüdische Gemeinde in Dänemark nicht dieselben sein.“12

Der britische Premierminister David Cameron beschränkte sich auf die Aussage, dass Briten „unvorstellbar wachsam“ sein sollten und merkte etwas zur Umsetzung erhöhter Sicherheitsmaßnahmen an: „Diese Schritte werden wegen dem unternommen, was in Paris geschah und wegen der Situation, der wir uns allgemein gegenüber sehen.“13

Mehrere dieser Äußerungen europäischer Führungspolitiker waren direkte Reaktionen auf Netanyahus Aufrufe an europäische Juden nach Israel einzuwandern – seine Reaktion auf die Flut an antisemitischen Anschlägen in Frankreich. Netanyahu hatte gesagt: „Man kann erwarten, dass diese Welle an Terroranschlägen weiter geht, einschließlich antisemitischer und mörderischer Anschläge. Wir sagen den Juden, unseren Brüdern und Schwestern: Israel ist euer Zuhause und das eines jeden Juden. Israel wartet mit offenen Armen auf euch.“14

Man mag sich fragen, ob es weise war, dass der israelische Premierminister eine solche Erklärung abgab. Einige Israelis und Juden glauben, dass Juden aus Liebe zum Land nach Israel kommen sollten, statt aus Angst dort zu bleiben, wo sie derzeit leben. Das klingt wie eine sehr politisch korrekte Reaktion, aber in Wirklichkeit ist gehört die große Mehrheit der jüdischen Einwanderer durch die gesamte Geschichte Israels hindurch in die zweite Kategorie. Vor diesem Hintergrund sollte Israel nicht zum Unbehagen der vielen in Europa wohnenden Juden beitragen. Es würde ausreichen zu sagen, dass Juden, die nach Israel kommen möchten, willkommen sind.

Verschiedene jüdische Leiter haben erklärt, dass ihre Gemeindeglieder nicht die Absicht haben auszuwandern und dass ihr natürlicher Wohnort dort ist, wo sie derzeit leben. Das ist bis in dem Maß weitgehend richtig, dass dies, welche Art Auswanderung es geben und wie sie zahlenmäßig aussehen wird, nur für einen kleinen Prozentsatz der örtlichen jüdischen Bevölkerungen gilt.15

Das heutige Europa ist weit vom Deutschland der Kristallnacht von 1938 entfernt. Damals steckte die Regierung hinter der antisemitischen Gewalt. Derzeitige europäische Regierungen wollen antisemitische Gewalt verhindern, könnten aber vielleicht nur mäßig dazu in der Lage sein. Wenn diese Aggressionen – und besonders die Tötungen – zunehmen sollten, würde die Abwanderung von Juden aus Europa weiterhin weit von einem vollständigen Exodus entfernt sein, selbst wenn die Zahlen der Gehenden wahrscheinlich weit größer wären als die derzeitigen. In der Zwischenzeit sind die Bemerkungen willkommen, auch wenn sie zumeist nur rhetorische Übungen sind.

 

1 Sam Sokol/Herb Keinon: Sharansky to „Post“: 50,000 French Jews inquired about aliya in 2014. The Jerusalem Post, 6. Januar 2015.
2 Peter Beaumont: Leaders reject Netanyahu calls for Jewish mass migration to Israel. The Guardian, 16. Februar 2015.
3 Claude Lanzmann: Oui, la France sans les juifs n’est pas la France. Le Monde, 12. Januar 2015.
4 Discours de Manuel Valls à l’Assemblée nationale en hommage aux victimes des attentats. Gouvernement.fr, 13. Januar 2015.
5 Ségolène Royal: La France sans les juifs de France n’est pas la France. LCP: Assemblée Nationale, 12. Januar 2015.
6 Face aux propos de Nétanyahou, les chefs d’Etat européens rassurent la communauté juive. Le Monde, 16. Februar 2015.
7 ADL Global 100, Anti-Defamation League, 2014.
8 Zachary Davies Boren: France’s National Front: Marine Le Pen’s far-right party is leading in the polls ahead of next month’s local elections. The Independent, 23. Februar 2015.
9 Manuel Valls évoque ‘un apartheid territorial, social, ethnique’ en France. Le Monde, 20. Januar 2015.
10 DIE WELT: Merkel verspricht Juden Sicherheit in Deutschland. 16. Februar 2015
11 ORF, 16. Februar 2015.
12 Shyrin Ghermezian: Prime Minister Thorning-Schmidt Says Danish Jews „Belong to Denmark“. The Algemeiner, 16. Februar 2015.
13 AFP: Security for UK Jews to be tightened says Cameron. YNet, 17. Januar 2015.
14 Peter Beaumont: Leaders reject Netanyahu calls for Jewish mass migration to Israel. The Guardian, 16. Februar 2015.
15 Danish Jews: ‘It won’t be terror that makes us go to Israel’. The Jerusalem Post, 16. Februar 2015.

Verkehrsleitung (6)

Mancherorts muss man anscheinend dem Hirn auf die Sprünge helfen (oder das Sprachverständnis schulen), wie dieses Beispiel aus Österreich zeigt:

Durchfahrt-Schlagbaum

Andere haben als Schilderaufsteller selber so ihre Probleme damit:

bitte-weiterfahren

Allerdings scheint um sich zu greifen, dass Senioren im Verkehr nicht wirklich gemocht werden:

zukunftAWO-Seniorenzentrum

Und Schwangere sollen sich – kein Wunder bei unserem Gesundheitskostenproblem – besonders beeilen:

schwangere_15minuten

Die Bitte vorsichtig zu fahren, hat ansheinend manchmal direkte Konsequenzen, wird sie nicht beachtet:

Thank-you-for-driving-carefully

Es könnte aber auch sein, dass der Fahrer vorher hinter diesem Fahrzeug fuhr und dadurch abgelenkt war:

Will-ST DU 69

Oder er hatte eine der hier angekündigten Begegnungen:

Low-Flying-Aircraft

Hier wird er hoffentlich nicht unterwegs gewesen sein…

Raumfahrzeuge

Ob das vor dem Golfplatz hier steht und das von Harrison Ford missverstanden wurde?

Mir ist egal, dass Muslime sich vor Synagogen stellen

Marc Goldberg, Times of Israel blogs, 21. Februar 2015

In der Folge eines terroristischen Mordes an einer Synagoge in Kopenhagen haben viele norwegische Muslime sich entschlossen Solidarität mit der dortigen jüdischen Gemeinde zu zeigen. Sie werden eine Position außerhalb einer Synagoge beziehen, um sie zu „beschützen“, indem sie einen „menschlichen Friedensring“ darum bilden.

Ich wünschte, sie täten das nicht.

Oberflächliche Solidaritätsbekundungen sind gut und schön, aber was wir brauchen ist etwas weit Reelleres. Kein vernünftiger Mensch hat jemals bezweifelt, dass es jede Menge Muslime da draußen gibt, die glücklich sind Seite an Seite mit Juden zu leben. Ich würde es aber lieber sehen, dass die muslimische Gemeinschaft aktive Maßnahmen ergreifen, um den Extremismus in ihren eigenen Moscheen, Schulen und Institutionen einzudämmen. Das brauchen nicht nur die Juden, das brauchen alle.

Wird irgendeiner der Politiker Europas, in deren Händen die Macht liegt den islamischen Extremismus anzugehen, überhaupt irgendetwas tun um sicherzustellen, dass man sich mit dem wirklichen Problem beschäftigt?

Vielleicht könnten sie daran arbeiten den islamischen Extremismus zu entgegenzuwirken, statt den Premierminister Israels anzugreifen, weil er den Juden sagt, sie sollten Aliyah machen. Natürlich würde ich von europäischen Politikern nichts anderes erwarten als von Aufrufen des israelischen Premierministers Europa den Rücken zu kehren und nach Israel zu ziehen empört zu sein. Solche Aufrufe dienen als Erinnerung an das europäische Versagen, wenn es darum geht das Judentum als integrierten Teil Europas zu akzeptieren.

Der Zionismus ist eine jüdische und eine europäische Ideologie. Er wurde in Europa als Reaktion auf einen Hass auf Juden geboren. Eines Hasses, dessen Name – Antisemitismus – von einem Judenhasser geprägt wurde, der seinen Hass wissenschaftlicher klingen lassen wollte. Jedes Mal, wenn Sie jemanden argumentieren hören, er könne nicht antisemitisch sein, weil er selbst Semit ist, sehen Sie, dass diese Bemühung Früchte trägt.

Der einzige Grund, dass Israel existiert, ist Europas schäbiger Umgang mit den Juden. Die Tatsache, dass Juden im 21. Jahrhundert Europa weiter verlassen, um in Scharen nach Israel zu gehen, ist eine brutale Erinnerung an das europäische Versagen gegenüber den Juden. Kein Wunder, das europäische Politiker es persönlich nehmen – es ist eine brutale Anklage ihrer Unfähigkeit.

Im April gibt es in Southampton eine Konferenz unter dem Titel „Internationales Recht und der Staat Israel“. Der Zionismus wird auf Grundlage von Menschenrechten attackiert werden. Das ist Europas großes Thema. Die linke Brutstätte für Ideen von Toleranz, Aufklärung und viele andere nette, puschelige Philosophien werden immer ein Problem haben; er ist eine jüdische Ideologie, der dem „aufgeklärten“ Europa den Spiegel vorhält und ihm sein wahres Gesicht zeigt.

Wie aufgeklärt kann Europa denn sein, wenn die Juden dort kein Zuhause finden können? Statt sich mit den Folgen einer solchen Frage zu beschäftigen, würden europäische Intellektuelle weit lieber Israel attackieren und delegitimieren. Das ist einfacher und benötigt weit weniger Prüfung des eigenen Gewissens.

In Southampton wird man die üblichen Einwände gegen Israel ausrollen. Israel wird als ethnischer Staat angegriffen werden, der nicht allen seinen Bürgern Menschenrechte oder Demokratie bietet. Es wird als die Vorherrschaft einer Gruppe betreibend verschrien werden, obwohl es in Wirklichkeit schlicht das Ergebnis davon ist, dass Juden einen Staat gründeten, in dem sie die Gleichberechtigung finden können, die sie in Europa entzogen bekamen. Hätte Europa den Juden diese Rechte geboten, dann wäre der Zionismus natürlich gar nicht erst entstanden.

Darüber hinaus: Hätten die Europäer es geschafft ein Umfeld zu schaffen, in dem Juden als Gleichberechtigte behandelt werden, würden sie jetzt nicht fliehen.

Der Zionismus dient dazu den Europäern zu sagen, dass die Gesellschaften, auf die sie so stolz sind, dabei sind zu scheitern. Diese Kritik ist der Grund, dass wir solch eine heillose Abwehrhaltung in einem Interview auf Channel 4 erleben, wo einem israelischen Journalisten, der Antisemitismus offenlegte, „Provokation“ vorgeworfen wurde. Wir sehen ihn, wenn Politiker auf den Aufruf eines israelischen Premierministers Juden auffordert Europa zu verlassen, mit rechtschaffener Empörung und persönlichen Angriffen reagieren.

Es ist viel einfacher das irrelevante Handeln einer Reihe von muslimischen Aktivisten zu feiern oder Bibi Netanyahu zu attackieren oder sogar bewaffnete Wachen vor Synagogen zu stellen, als die darunterliegenden Probleme in der europäischen Gesellschaft zu verändern, die sicherstellen, dass tausende junger europäischer Muslime loslaufe, um im Islamischen Staat zu kämpfen und zu sterben.

Es ist dieses europäische Bedürfnis vorzugeben, dass alles gut ist, das zu dem Narrativ geführt hat, das wir überall um uns herum erleben. Das ist der Grund, dass wir jede Menge über Lassanna Bathily hören, der für seine Rolle beim Verstecken von Juden während des Anschlags au feinen koscheren Supermarkt in Paris mit der französischen Staatsbürgerschaft geehrt wird, aber nicht über das heldenhafte Verhalten von Yoav Hattab. Er wurde getötet, als er einen Terroristen angriff, der bereits vier Menschen getötet hatte. In diesem Zusammenhang ist es Bathily, der zum Helden gemacht wird, während Hattab auf ein paar Nachrichtenmeldungen und einem Grab in Jerusalem überlassen wird.

Hattab, der Sohn des Oberrabbiners von Tunesien, passte nicht in ein europäisches Narrativ, das lieber einen Muslim als Helden gelobt sehen möchte, weil er Juden im Kühlschrank versteckte und weglief, als einen Juden, der einen bewaffneten muslimischen Terroristen angriff und dabei getötet wurde. Das erste Narrativ fördert den Mythos der Koexistenz, der es Politikern gestattet Aufrufe zur Bekämpfung des islamischen Extremismus abzuleiten, dem sie es erlaubt haben während ihrer Zuständigkeitszeit aufzublühen. Letzteres könnte – was der Himmel verhüten möge – dafür sorgen, dass Juden ermutigt werden lieber für sich zu kämpfen als weiter den Soldaten an ihrer Türschwelle und der Regierung und Parlament ausgeliefert zu sein.

Wenn europäische Politiker glücklich damit sind Wachen vor jüdische Ziele zu stellen und es ablehnen das Problem des radikalen Islam anzugehen oder es überhaupt beim Namen zu nennen, dann wissen wir, dass die Dinge sich nicht ändern werden. In diesem Europa werden die Juden schwach und wehrlos bleiben, die Hilfe eines Staates benötigen, der zeigen wird, wie wunderbar es ist bewaffnete Waffen und Worte der Verurteilung gegen Antisemitismus zu liefern. Aber die Juden brauchen bewaffnete Wachen nur wegen des Versagens Europas sich mit seinem jüdischen Problem auseinanderzusetzen – vielleicht eher mit seinem muslimischen Problem. Wir brauchen verurteilende Worte und Soldaten vor unseren Gemeindehäusern nur, weil den Führungspolitikern in ganz Europa der Mut fehlt sich des Problems des Judenhasses anzunehmen, der in ihrer Gesellschaft eitert, wie es immer schon gewesen ist.

Wäre es den europäischen Politikern ernst mit dem Antisemitismus fertigzuwerden, würden wir sehen, dass sie muslimische Organisationen und Institutionen angehen, die ihre Gemeinden mit Hass auf Juden, Christen und Demokratie indoktrinieren. Stattdessen sehen wir, dass sie von genau den Politikern gefeiert werden, die behaupten den Extremismus auszumerzen. Das ist dieselbe Geisteshaltung, mit der der damaligen Leiter des Muslim Council of Britain zeitgleich mit dem damaligen Oberrabbiner Jonathan Sacks in den Adelsstand erhoben wurde. Der eine verrichtete gemeinnützige Arbeit und repräsentierte die jüdischen Gemeinschaft, während der andere eine Organisation anführte, die weiterhin den Holocaust-Gedenktag boykottierte und den Tod britischer Soldaten forderte.

Aber natürlich kann man keinen Juden ehren, ohne das auch mit einem Muslim zu tun. Offenbar ist dafür jeder Muslim gut. Es ist diese klassische Geisteshaltung, diese Ermutigung des Anscheins des Fair Play in Sachen einer substanziellen Politik, die uns überhaupt erst in diesen Schlamassel gebracht hat.

Ich schlage vor, dass man es Fortschritt nennen sollte, wenn Europas Politiker sich jetzt gegen Antisemitismus äußern statt ihn zu ermutigen oder sogar begehen. Doch dieser „Fortschritt“ kommt zu spät und ist zu wenig. Wir müssen nicht länger warten, bis die europäischen Politiker die Kurve kriegen; wir müssen uns nicht darauf verlassen, dass Muslime für ein nettes Foto vor Synagogen stehen, das allen erlaubt vorzugeben alles sei in Ordnung. Ich würde sogar viel lieber sehen, dass diese Muslime uns unsere Gemeindehäuser verteidigen lassen würden und sich auf die Bekämpfung des Extremismus konzentrierten, der in ihren Gemeinden so um sich greift.

Aus diesen Gründen also habe ich so gar kein Interesse daran, dass Muslime vor Synagogen sthen und sehr viel Interesse daran zu wissen, was die europäischen Regierungen tun wollen, um den islamischen Extremismus auszumerzen, den sie viel zu lange ignoriert haben.

Nachtrag:
Da waren alle so glücklich, dass eine Gruppe Muslime einen „Friedenskreis“ um die Synagoge von Oslo bilden wollen. Dieser Gruppe ist aber auch ein Problem: Genau dieselben Muslime sind – zumindest in entscheidenden Teilen – Israelhasser; einer der Hauptorganisatoren der Aktion hat das zur Genüge auf Facebook kundgetan und lässt dabei Verschwörungstheorien nicht aus.

Derweil in Rotterdam, Niederlande: Gegen die Juden der Niederlande…

Tundra Tabloids, 19.02.2015

Niemand kann mir erzählen, dass Europas Antiisrael-Bullensch… kein Antisemitismus ist.

Holland_Rotterdam_Antisemiten
Mike Doran:
Die Bewegung gegen Juden in Holland.
Aufkleber in Zug in Rotterdam.

Anmerkung heplev: Wer Zweifel hat, dass Antiisraelismus Antisemitismus ist, braucht sich eigentlich nur anzuhören/anzusehen, wie normal von den „Pro-Palästinensern“ das Wort „Jude“ statt „Israeli“ oder „Zionist“ benutzt wird.