Zum Scheitern verdammt: Frankeichs gesamte Antiterror-Initiativen

Raymond Ibrahim, 10. November 2020 (PJ Media)

Im Licht der aktuellen Flut tödlicher Terroranschläge in Frankreich und anderen europäischen Ländern kommt eine kritische Frage auf: Wie kann man ein und für allemal „Extremismus“ im Westen lebender muslimischer Gemeinschaften ausmerzen?

Westliche Führungspolitiker antworten gewöhnlich damit alles und jedes anzuführen, von neuen „Initiativen“ zur Förderung engerer Beziehungen zwischen muslimischen Gemeinschaften und ihren Gastgebernationen bis zu Maßnahmen zur Überwachung von Krisenherden und Moscheen.

Beklagenswerterweise hat die Geschichte bereits bewiesen, dass selbst weit drakonischere Maßnahmen gegen den Islam – von der Sorte, die moderne westliche Menschen sich nicht einmal vorstellen können, ganz zu schweigen von ihrer Umsetzung – zum Scheitern verurteilt sind.

Bedenken Sie die historischen Erfahrungen des Nachbarn Frankreichs: Spanien. Im achten Jahrhundert drangen Muslime aus Afrika auf die iberische Halbinsel vor und eroberten sie brutal. Christen wurden massakriert und unterjocht; Kirchen wurden zerstört und/oder zu Moscheen gemacht. Bis Ende des fünfzehnten Jahrhunderts jedoch – nach Jahrhunderten der Kriege, um Spanien vom Islam zu befreien (die Reconquista) – erstreckte sich die christliche Herrschaft auf jeden Flecken der Halbinsel.

Muslime blieben hingegen zumeist auf Granada konzentriert. Ursprünglich wurden ihnen milde Bedingungen gewährt. Muslime konnten weiter ihre Religion praktizieren, in ihren eigenen Gemeinschaften die Scharia zu vollziehen und sogar frei zu reisen.

Trotzdem rebellierten Muslime bei jeder sich bietenden Gelegenheit und begannen viele schwer zu unterdrückende Aufstände, von denen einige „die Steinigung von Christen, ihre Zerstückelung, Pfählung und Verbrennung bei lebendigem Leib“ gehörten. Muslime konspirierten zudem regelmäßig mit muslimischen Mächten des Auslands (d.h. Nordafrikanern, osmanischen Türken) im Bemühen Spanien wieder dem Islam zu unterwerfen.

Als die spanische Krone schließlich von diesem „inneren Feind“ die Nase voll hatten, verfügte sie 1501, dass alle Muslime die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten hatten: Zum Christentum zu konvertieren oder Spanien zu verlassen. Die Motivation war weniger religiöser, sondern mehr politischer Art; es ging weniger darum Muslime zu „guten Christen“ und mehr darum sie zu „guten Staatsbürgern“ zu machen. Solange sie Muslime blieben – womit sie unter der hoch kontroversen Doktrin der „Loyalität und Feindschaft“ agierten – blieben sie dem christlichen Spanien gegenüber feindselig und illoyal; und Säkularismus, Atheismus, Multikulturalismus oder einfach „Wokeness“ waren damals keine Optionen, der einzig praktische Weg, wie Muslime ihren Tribalismus abstreifen und einem christlichen Königreich gegenüber loyal sein konnten, bestand darin, sich dessen Glauben zu eigen zu machen.

Spaniens gesamte muslimische Bevölkerung – hunderttausende Muslime – reagierte mit der offenen Annahme des Christentums, während sie Kryptomuslime blieben, in Übereinstimmung mit der muslimischen Doktrin der Taqiyya. Diese lehrt, wann immer Muslime sich unter der Obrigkeit von Ungläubigen befinden, dann dürfen sie fast alles sagen und tun – Mohammed verurteilen, sich taufen lassen und die Kommunion empfangen, der Kreuz verehren – solange ihre Herzen dem Islam treu bleiben. In der Öffentlichkeit gingen diese neu konvertierten „Christen“ also in die Kirche und tauften ihre Kinder; zuhause rezitierten sie den Koran, predigten unsterblichen Hass auf die Ungläubigen und schmiedeten Plänen, wie sie das christliche Spanien vernichten konnten.

Dass diese „Moriscos“ – das sind selbsterklärte muslimische Konvertiten zum Christentum, die immer noch „Mauren“, islamisch, waren, wie sie bekannt wurden – alles unternahmen, um den Spaniern ihre Täuschung unterzuschieben, kann nicht bezweifelt werden, wie ein Historiker erklärt:

Damit ein Morsico als guter Christ durchging, brauchte es mehr als eine einfache Stellungnahme in dieser Richtung. Es bedurfte einer anhaltenden Darbietung mit hunderten von Einzelaussagen und Taten unterschiedlicher Art, von denen viele wenig mit Glaubensaussagen oder Ritualen per se zu tun haben mussten. Verstellung [taqiyya] war eine institutionalisierte Praxis in Morisco-Gemeinschaften, die regelrechte Verhaltensmuster von einer Generation an die nächste weitergaben.

Trotz dieser aufwändigen Maskerade begriffen die Christen zunehmend, was los war: „Mit Erlaubnis und Lizenz, die ihre verfluchte Sekte ihnen gewährte“, bemerkte ein frustrierter Spanier, „konnten sie äußerlich jede Religion vortäuschen und ohne zu sündigen, solange sie ihre Herzen trotzdem ihrem falschen Betrüger von einem Propheten ergeben blieb. Wir sahen so viele von ihnen, die starben, während sie das Kreuz anbeteten und gut von unserer katholischen Religion sprachen, die aber im Innern exzellente Muslime waren.“

Christen versuchten anfangs mit den Morsicos zu argumentieren; sie erinnerten sie daran, wie sie überhaupt erst zu Muslimen wurden: „Euer Vorfahr war Christ, obwohl er sich selbst zum Muslim machte“, um Verfolgung zu entgehen oder seinen sozialen Status zu verbessern; also „musst du jetzt auch Christ werden“. Als das fehlschlug, wurden Korane beschlagnahmt und verbrannt; dann wurde Arabisch, die Sprache des Islam verboten. Als auch das nichts nutzte, wurden extremere Maßnahmen getroffen; das ging so weit, dass ein Morsico „nicht einmal ein Taschenmesser besitzen durfte, um damit zu essen, wenn es keine abgerundete Spitze hatte, damit er keinen Christen damit anfallen konnte“.

Ein muslimischer Chronist fasste diese Zeiten zusammen: „Solche Muslime, die weiter in Andalus verblieben, waren, wenn auch der Erscheinung nach Christen, das aber in ihren Herzen nicht; denn heimlich beteten sie Allah an. … Die Christen beobachteten sie mit größter Wachsamkeit und viele wurden entdeckt und verbrannt.“

Das waren die Ursprünge der spanischen Inquisition (die, anders als allgemein geglaubt, mehr die Muslime als die Juden zum Ziel hatte). Denn egal, wie sehr die Moriscos „das Erscheinungsbild einer überaus friedlichen Unterwerfung darboten“, schrieb ein Historiker des 19. Jahrhunderts, „blieben sie trotzdem grundsätzlich Muselmanen, die nach einer günstigen Gelegenheit suchten und geduldig auf die Stunde der Rache warteten, die von ihren Prophetien verheißen waren.“

Als 1568 ein Gerücht aufkam, dass endlich die osmanischen Türken eingetroffen waren, rastete daher Spaniens kryptomuslimische Fünften Kolonne „im Glauben, die Tage unter christlicher Herrschaft seinen vorbei“ aus; überall im Land wurden Priester angegriffen, verstümmelt oder ermordet; einige wurden bei lebendigem Leib verbrannt; einer wurde in ein Schwein eingenäht und gegrillt; die schönen christlichen Mädchen wurden emsig vergewaltig, einige in die Harems marokkanischer und algerischer Potentaten geschickt.“

Wenn Muslime ihren ungläubigen Obrigkeiten gegenüber nie loyal sein konnten – ständig mit ausländischen Muslimen konspirierten und den Staat untergruben, auch mit Auslandsmuslimen – und wenn der Übertritt zum Christentum keine Lösung war, blieb am Ende nur eine Lösung: zwischen 1609 und 1614 wurden alle Moriscos von der Halbinsel nach Afrika vertrieben, von wo aus der Islam fast ein Jahrtausend vorher erstmals nach Spanien eingedrungen war.

Die Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen. Viele Christen in Spanien – und der Papst in Rom – fanden sie zu brutal; einige schlugen als Alternative die Kastration aller männlichen Moriscos vor. Doch am Ende kam die Monarchie zu dem Schluss, dass es keine andere Garantie gegen die ständigen Subversionen und sporadischen Anfälle an Terrorismus gab als die komplette Eliminierung des Islam aus Spanien.

Der Punkt hier ist, dass Spanien alles Menschenmögliche unternahm, um seine muslimische Bevölkerung zu assimilieren und ihren Hass auf christliche „Ungläubige“ aufzugeben – einschließlich sie zu zwingen zum Christentum zu konvertieren und ihre Kinder ins Christentum zu gebären und ihre Hingabe zu beobachten – und selbst das reichte nicht aus, Dank des religiösen Glaubenssystems der taqiyya, die Europas muslimische Bevölkerung immer noch durchdringt.

Als solche sind alle „Antiextremistismus“-Maßnahmen, die Frankreich und andere westlichen Staaten unternehmen – von denen keine einzige jemals auch nur ansatzweise so extrem sein wird wie die im vormodernen Spanien und von denen die meisten sich aktuell um dumme Plattitüden wie „sie werden uns nicht spalten“ drehen, um Macron nach der Enthauptung zu zitieren – zum Scheitern verurteilt.

Geköpfte Ungläubige gegen Angst vor Islamophobie

Politische Korrektheit wird sicherstellen, dass im Westen weiter nichtmuslimische Köpfe rollen

Raymond Ibrahim, FrontPage Magazine, 22. Oktober 2020

Ein 18-jähriger muslimischer Mann köpfte letzten Freitag [16.10.2020] in Frankreich einen Lerher, weil der seinen Schülern im Zug der Diskussion über freie Meinungsäußerung eine Karikatur des islamischen Propheten Mohammed zeigte.

Einige Wochenspäter tötete ein anderer Muslim in Pakistan einen amerikanischen Bürger ebenfalls wegen „Blasphemie“. Gegen den ermordeten Mann, Tahir Naseem, wurde gerade wegen Blasephmie vor Gericht verhandelt – was als Höchststrafe den Tod hat – als Faisal Khan (15) hereinkam und das Feuer auf ihn eröffnete. Während Kahn „das Gesetz brach“, indem er die Waffe einsetzte, ist das pakistanische Recht mitfühlend gegenüber der Ansicht des Mörders, dass Blasphemie ein Verbrechen ist, das mit dem Tod bestraft werden muss.

In Frankreich gibt es kein Blasphemie-Gesetz und freie Meinungsäußerung ist oder wurde als grundlegendes Recht aller Bürger erachtet. In diesem Sinne würde die Regierung Frankreichs, anders als die Regierung Pakistans, den geköpften Lehrer Samuel Paty offensichtlich nicht wegen irgendeiner Blasphemie zur Verantwortung ziehen.

Und doch scheinen hier die Unterschiede zwischen Frankreich und Pakistan innerhalb des Kontextes dieser beiden Verbrechen zu enden: Während Pakistan und viele andere muslimische Staaten die Blasphemiegesetze des Islam aufrecht erhalten, tun Frankreich und andere westliche Staaten so, als habe der Islam keine Blasphemie-Gesetze. Immerhin soll anzuerkennen, dass der Islam in der Tat die Bestrafung und den Tod von „Gotteslästerern“ gegen Mohammed – ganz zu schweigen von jeglicher Zahl anderer „problematischer“ Scharia-Bestimmungen wie dem Tod für vom Glauben Abgefallene – fordert, „islamophob“ sein.

Kurz gesagt: Während muslimische Staaten wie Pakistan die Blasphemie-Gesetze des Islam aktiv bestätigen, dulden westliche Staaten wie Frankreich sie passiv, indem sie vorgeben, es würde diese nicht geben und sie müssten daher nicht thematisiert werden.

Das Ergebnis ist dasselbe: Muslime – ob nun in islamischen oder in westlichen Staaten – lernen und verbreiten weiter die unverfälschten Lehren des Islam, ungehindert.

Ein Unterschied ist natürlich, dass Muslime sich zwar frei fühlen können ihren Überlegenheitsanspruch in der islamischen Welt offen zu zeigen – Khan ist in Pakistan praktisch ein Nationalheld, weil er Naseem tötete – im Westen aber lernen ihn zu verbergen und sich „an die Regeln zu halten“, soweit sie das tun müssen; und westliche Obrigkeiten leisten nur allzu fröhlich Gegenleistung – bis zu einem Zeitpunkt, an dem einer der Muslime entgleist; an diesem Punkt geben die Behörden vor schockiert zu sein und reden von „Problemen mit der Geistesgesundheit“, „Missständen“ oder „Extremismus“.

Damit und trotz der Tatsache, dass Muslime in Vergangenheit und Gegenwart „Gotteslästerer“ töten, eine gut dokumentierte Tatsache des Lebens ist, sagten französische Beamte: „Es gibt immer noch Fragen dazu, ob der Mörder radikalisiert wurde oder ob es ein anderes Motiv gegeben haben könnte.“ Nicht nur ist die Vorstellung, dass es ein „anderes Motiv“ gegeben haben könnte, völlig abwegig; die einzige Alternative, dass er „radikalisiert“ wurde, impliziert zudem, dass Gotteslästerer zu töten für den Islam irgendwie seltsam oder „extrem“ sei, obwohl das immer Standard war und noch ist.

Oder beachten Sie die widersprüchliche Botschaft des französischen Präsidenten. Während er über die Enthauptung von Paty sprach, sagte Emmanuel Macron:

Es war kein Zufall, dass der Terrorist einen Lehrer tötete, weil er die Republik und ihre Werte töten wollte. Die Aufklärung ist die Möglichkeit unserer Kinder, woher auch immer sie kommen, woran auch immer sie glauben, ob sie glauben oder nicht, welche Religion auch immer sie haben, zu freien Bürgern zu werden.

Bedenken Sie, wie völlig blind für die Realität des Islam – die sich um eine berüchtigte drakonische Reihe an Gesetzen, die Scharia, dreht – die Behauptung ist, dass „Kinder, woher auch immer sie kommen, woran auch immer sie glauben … welche Religion auch immer sie haben“ sich einfach in „freie Bürger“ entwickeln sollen, selbst wenn das, was sie glauben und ihre Religion sie lehrt, genau das Gegenteil ist.

Macron fuhr fort: „Sie werden uns nicht spalten. Das ist das, was sie schaffen wollen und wir müssen zusammenstehen.“

Wer sind „sie“? Die offizielle Antwort lautet, dass es typische „Terroristen“ sind, die die ansonsten „friedlichen“ Lehren des Islam „verdrehen“.

In Wirklichkeit sind es nicht „sie“, die „uns spalten“ wollen, sondern der Kern der Lehrern ihrer Religion, die – weit davon entfernt Muslime aufzufordern mit Nichtmuslimen „zusammenzustehen“ –sie dazu auffordert abseits zu stehen (über die hoch polarisierende Koran-Doktrin des Hassen und Lieben für den Islam).

Bis zu der Zeit, in der solch einfache Wahrheiten anerkannt werden – und ihnen gemäß gehandelt wird – werden weiter die Köpfe von Ungläubigen rollen und Politiker werden weiterhin bedeutungslose Plattitüden von sich geben.

Frankreichs oberflächliche Auseinandersetzungen mit gewalttätigen Muslimen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; eine frühere, englische Version wurde vom BESA Center veröffentlicht)

Frankreich hat unlösbare Probleme mit Teilen seiner muslimischen Bevölkerung. Wahrscheinlich gibt es keine akzeptablen Maßnahmen innerhalb des Rahmenwerks einer liberalen Demokratie, die angemessen mit dieser Konfrontation umgehen kann, selbst wenn es den politischen Willen gäbe das zu tun.

Präsident Emmanuel Macron ist sich dieses Problems seit Jahren bewusst gewesen. Er hat sich deutlich dafür ausgesprochen, dass die Regierung sich mit den damit zusammenhängenden Fragen beschäftigt. Dennoch hat er vor Ort relativ wenig getan. Derzeit bieten die Probleme der Pandemie eine bequeme Ausrede für Untätigkeit.

In den letzten Wochen übernahm allerdings die Realität. Am16. Oktober wurde in Conflas-Sainted-Honorine, einem Vorort nordwestlich von Paris, ein Oberschullehrer ermordet. Er wurde von einem 18-jährigen Muslim mit einem großen Messer geköpft. Das Opfer hatte seinen Schülern umstrittene Karikaturen des Propheten Mohammed von Charlie Hebdo gezeigt.[1]

Der Vater eines der muslimischen Schüler wütete deswegen im Internet. Er wurde vom zukünftigen Mörder kontaktiert, dem Sohn eines tschetschenischen Immigranten, der vor mehr als 10 Jahren nach Frankreich gekommen war. Dieser junge Mann bezahlte einige Schüler dafür ihm den Lehrer zu zeigen, damit er den Richtigen ermordete. Der Mörder wurde hinterher von der Polizei erschossen.

Dem folgte ein öffentlicher Aufschrei. Macron und seine Regierung begriffen, dass zügig gehandelt werden muss. Ein Regierungsprogramm wurde angekündigt, das aus Dutzenden Razzien und der Verhaftung von Einzelpersonen sowie der Auflösung von ein paar Muslimverbänden mit Verbindungen zum radikalen Islam bestand. Eine davon war das „Scheikh Yassin-Kollektiv“, benannt nach dem Gründer der Terrororganisation Hamas. Frankreichs Innenminister Gerard Darmanin sagte, der Vorsitzende, Abdelhakim Sefrioui, gab eine Fatwa gegen den Lehrer aus.[2] Darüber hinaus wurde die Ausweisung einer Reihe radikaler Asylsuchender angekündigt.[3]

Es folgten weitere Vorfälle. Der schwerste war ein Terroranschlag am 29. Oktober in Nizza. Ein Tunesier tötete drei Menschen. Einen weiteren Strang der Gewalt gab es, als ein armenisches Denkmal nahe Lyon von pro-türkischen Parolen und Inschriften mit den Namen von Grauen Wölfen, einer extremistischen türkischen Organisation, versehen wurde.[4]

Im Hintergrund gab es bereits zur Zeit der Enthauptung des Lehrers mindestens einen bedeutenden Grund für Macron zu handeln. Die nächsten Präsidentschaftswahlen werden 2022 stattfinden. Wie die Dinge zur Zeit stehen, scheint es so, dass – wie bei der Wahl 2017 – Macron und Marine Le Pen, die Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Nationale Sammlung in die Stichwahl gehen werden.

Nach dem Mord gab Le Pen eine Pressekonferenz. Sie sagte, Frankreich brauche Kriegsrecht, um „eine organisierte und bereits bestehende Truppe“ zu bekämpfen. Le Pen fügte hinzu, dass Macron eine unzureichende und anachronistische Einhegungsstrategie vorgeschlagen habe, während die Lage einer Strategie der Rückeroberung erfordere.[5]

Macron war ein Vorzeigeschüler des französischen akademischen Elite-Establishments. Er ist weit intelligenter und sachkundiger als Le Pen. Macron ist zudem ein besserer Diskutant, wie in der Stichwahl-Debatte während der Wahl von 2017 deutlich wurde. Doch bei einer zukünftigen Debatte wird Le Pen ein enormes Argument für sich haben: Es gibt eine große Bedrohung für die fundamentalen Werte und Gesellschaft, die aus einem beträchtlichen Teil der im Land lebenden muslimischen Gemeinschaft kommt. Es könnte sogar sein, dass sie das Wort „Teil“ streicht.

Die regelmäßig zur Zahl der Muslime in Frankreich propagierte Schätzung lautet 6%. Das ist höchstwahrscheinlich zu niedrig angesetzt. In einer Debatte kann Le Pen sagen: „Sie haben viel vom Problem mit den radikalen Muslimen geredet und Sie sind damit nicht strukturell umgegangen.“ Sie kann viele Beispiele anführen, weil die Zahl der Ghettos in Frankreich – fast komplett von Muslimen bevölkert – weiter auf 750 geschätzt wird und nicht gesunken ist. Die Behörden haben große Probleme diese sogenannten „No-Go-Areas“ zu betreten. Jeder weitere Vorfall ab heute bis zu den Wahlen kann von Le Pen genutzt werden, um ihre Sache zu stärken.

Es gibt zwei Stufen der Überlegung, die in Bezug auf Le Pens Vorschlag und ihre Vereinbarkeit mit dem französischen Recht aufkommen. Die erste ist, dass innerhalb der Regeln einer liberalen Demokratie gewalttätige Muslime vermutlich nicht effektiv bekämpft werden können. Grundlegend könnte es im Zweifelsfall durchaus sein, dass im notwendigen Kampf gegen radikale Muslime eine Mehrheit der Franzosen es vorzieht außerhalb der von der liberalen Demokratie gesetzten Grenzen zu handeln.

Viele Jahre lang ist in Europa die zum Teil abwegige Idee propagiert worden, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen Muslimen und Islamisten gibt. In diesem Konzept werden Islamisten als Anhänger des politischen Islam definiert. Andere religiöse Muslime konzentrieren sich auf die spirituellen Aspekte des Islam. In Wirklichkeit ist der Unterschied weit weniger klar. Muslimische Bevölkerungen zeigen ein durchgehendes Muster. Am einen Extrem befinden sich Leute, die erklären, sie seien Muslime, weil sie als solche geboren wurden. Ihre Bindung an den Islam endet damit in der Praxis. Am ganz anderen Ende gibt es diejenigen, die glauben, der Islam lehre die Eroberung der Welt – sei es mit dem Wort oder mit dem Schwert.

Die Unterschiede zwischen den Extremen sind zwar gewaltig, aber es gibt Bewegung entlang dieser Linien. Der Mörder des Lehrers war kein bekannter Radikaler. Er war in den letzten zehn Jahren, seit er und seine Familie in Frankreich wohnten, nicht als solcher identifiziert worden. Unter den Millionen Muslimen im Land kann das kein isolierter Fall sein. Einige derer, die heute nicht gewalttätig sind, können schnell radikalisiert werden und umgekehrt. Ein zusätzlicher Faktor, der vermutlich bei der Radikalisierung eine Rolle spielt, ist die hohe Arbeitslosigkeit bei jungen Muslimen.

Die Rolle grundlegender französischer Werte ist ebenfalls sehr wichtig. Trennung von Staat und Religion ist ein Schlüsselelement der Identität der französischen Gesellschaft. Somit hat der Schutz des säkularen Staates hohe Priorität. Die Schriftstellerin Caroline Fourest – eine langjährige Kritikerin vieler Aspekte des Islam – hat vor kurzem geschrieben, dass Frankreich sein Observatorium für Säkularismus braucht, „die Vergiftungskampagnen überwachen muss, statt sie zu schützen“.[6]

Wenn Frankreich beginnt noch aktiver gegen radikale Muslime vorzugehen, könnte das zu einer ganzen Bandbreite stärkerer Reaktionen aus muslimischen Ländern führen. Die Türkei, die bereits angespannte Beziehungen zu Frankreich hat, ist einer der Kandidaten hier zum Anführer zu werden. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat gesagt, Macron benötige eine Überprüfung seiner geistigen Gesundheit. Aktuell gibt es einige Boykotte französischer Produkte in der muslimischen Welt.[7] Weit schlimmer war die Äußerung des ehemaligen malaysischen Premierministers Mohamad Mahathir: „Die Muslime haben das Recht wütend zu sein und Millionen Franzosen wegen der Massaker der Vergangenheit zu töten.“[8]

Zahlreiche Autoren in Nachbarländern haben herausgestellt, dass der Einfluss der Enthauptung und die ihr dort erteilten Öffentlichkeit unbedeutend waren. Das ist ein Indikator dafür, wie eingeschränkt das europäische Bewusstsein in diesem wichtigen Bereich ist. Die Tatsache, dass es Probleme radikaler und gewalttätiger Muslime auch in mehreren anderen europäischen Ländern gibt, bietet einen zusätzlichen Gesichtspunkt. Dennoch steht Frankreich an vorderster Front der Herausforderung, die radikale Muslime für die liberale Demokratie darstellen.

Die aktuellen Scharmützel der französischen Regierung mit radikalen Muslimen werden langfristig als nicht mehr denn eine Fußnote in einem gewaltigen, lang hingezogenen Kampf betrachtet werden. Dabei handelt es sich um einen Kampf, für den ein Großteil der Grundlagenforschung nicht erledigt wurde. Jerome Forquet, einer der führenden gesellschaftspolitischen Kommentatoren, hat das prägnant formuliert: „Ein Rennen hat begonnen; wegen der ideologischen Blindheit, Fehleinschätzung oder Angst die Dinge beim Namen zu nennen, ist bereits viel Zeit verloren worden.“[9]

[1] www.bbc.com/news/world-europe-54573356

[2] http://www.timesofisrael.com/head-of-pro-hamas-group-and-school-parent-said-behind-fatwa-on-beheaded-teacher/

[3] www.politico.eu/article/macron-brandishes-actions-against-radical-islam-in-face-of-criticism/

[4] www.bbc.com/news/world-europe-54787028

[5] http://www.politico.eu/article/marine-le-pen-sees-political-opening-after-teacher-beheading-in-france/

[6] http://www.marianne.net/agora/vous-naurez-pas-nos-tetes

[7] http://www.bbc.com/news/world-europe-54683738

[8] http://www.independent.co.uk/news/world/europe/muslims-france-malaysian-pm-mahathir-mohamad-

[9] www.lefigaro.fr/vox/societe/jerome-fourquet-comprendre-la-pyramide-de-l-islamisme-radical-20201021, http://www.crif.org/fr/revuedepresse/france-jerome-fourquet-comprendre-la-pyramide-de-lislamisme-radical

Die sexuelle Versklavung weißer Frauen durch den Islam

Und sie wird in Bildern dargestellt.

Raymond Ibrahim, FrontPage Magazine, 6. Oktober 2020

Letztes Jahr provozierte eine politische Partei in Deutschland Streit, als sie in ihrem Wahlkampf das folgende Gemälde nutzte, um einen der Gründe zu illustrieren, dass sie gegen Immigration sind.

1866 in Frankreich gemalt und mit dem Titel „Sklavenmarkt“ wurde das Bild so beschrieben: Es zeigt „einen schwarzen, offenbar muslimischen Sklavenhändler, der eine nackte junge Frau mit viel hellerer Haut einer Gruppe Männer zu Begutachtung zeigt“, vermutlich in Nordafrika.

Die Alternative für Deutschland (AfD) stellte mehrere Poster dieses Gemäldes samt dem Slogan „Damit Europa nicht Eurabia wird“ auf. Viele auf beiden Seiten des Atlantiks waren von seiner Verwendung „getriggert“; selbst das amerikanische Museum, in dem das Originalgemälde zu finden ist, schickte der AfD einen Brief, in dem darauf „bestanden wurde, dass sie es unterlässt dieses Gemälde zu benutzen“ (obwohl es sich in öffentlichem Besitz befindet).

Objektiv gesagt: Das fragliche Gemälde „Sklavenmarkt“ porträtiert eine Realität, die sich im Verlauf der Jahrhunderte zahllose Male abspielte: Muslime aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten haben es lange Zeit auf europäische Frauen abgesehen – so sehr, dass im Verlauf er Jahrhunderte Millionen von ihnen versklavt wurden (s. Sword and Scimitar für umfassende Dokumentation).

Tatsächlich gibt es etwas anderes – ein weiteres Medium neben dem Schreiben – das diese Realität dokumentiert: Zahllose weitere Gemälde, neben dem fraglichen zu Entführung, Menschenhandel und sexueller Versklavung europäischer Frauen; alle zusammen unterstreichen sie die Allgegenwart und Bekanntheit dieses Phänomens. In der Tat war dies ein so bekanntes Thema, dass viele Künstler und Maler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sich darauf spezialisierten, oft auf Grundlage ihrer eigenen Augenzeugenberichte. (Eine Galerie drückte es so aus: „Viele der wichtigsten Maler reisten selbst [in die muslimische Welt] und was sie malten, hatte die Skizzen zur Grundlage, die sie in ihrer Zeit dort anfertigten…)

Unten folgen 20 solcher Gemälde (es gibt viele weitere). Neben der Angabe des Namens des Künstlers, des Jahres der Entstehen des Bildes und, wo möglich, des Titels – Informationen, die oft schwer zu ermitteln sind – habe ich meine Anmerkungen auf die wichtigen Nebenbemerkungen und Klarstellungen beschränkt, zumeist in den ersten Gemälden, was die restlichen für sich selbst sprechen lässt. Sie folgen.

„Die bulgarischen Märtyrerinnen“ von Konstantin Makowsky, 1877. Es stellt Ereignisse vom Jahr davor dar, als osmanische irreguläre Soldaten (die sogenannten Baschi-Bazouk oder „Wirrköpfe“) die christlichen Frauen Bulgariens und ihre Kinder vergewaltigten und massakrierten. Der amerikanische Journalist MacGahan, der aus Bulgarien berichtete, schrieb Folgendes über diesen Vorfall: „Wenn ein Mohammedaner eine bestimmte Zahl Ungläubige getötet hat, ist er sich des Paradieses sicher, egal, welche Sünden er begangen haben mag… Der gewöhnliche Muselmane geht vom Grundsatz breiterer Akzeptanz aus und zählt auch Frauen und Kinder mit… die Baschi-Bazouk rissen, um die Zählung zu erhöhen, schwangere Frauen auf und töteten die Ungeborenen.“

„Die Entführung der Frauen der Herzegowina“ von Jaroslaw Čermák, 1861. Aus der offiziellen Beschreibung des Museums: „Verstörend und extrem aufrüttelnd stellt es eine weiße, nackte [und schwangere?] Christin dar, die von osmanischen Söldnern aus ihrem Dorf entführt wird, die ihren Ehemann und ihr Baby getötet haben.“

„Die Entführung“ von Eduard Ansen-Hofmann (1820-1904)

„Der Sklavenmarkt“ von Otto Pilny, 1910.

„Entführt“ von Eduard Ansen-Hofmann (1820-1904).

„Namona“ von Henri Tanoux, 1883)

„Der bittere Zug der Sklaverei“ von Ernest Norman, 1885.

Auswahl der Favoritin“ von Guilio Rosati (1858-1917).

„Die neue Sklavin“ von Eduard Ansen-Hofmann, (1820-1904).

„Begutachtung der Sklaven“ von Ettore Cercone, 1890.

„Sklavenhändler“ von Otto Pilny, 1919.

„Sklavenmarkt“ von Eduard Ansen-Hofmann,1900.

„Verhandlungen im Sklavenhandel“ von Fabio Fabbi (1861-1946).

„Weißen-Sklaverei im Osten – Gang zum Sklavenmarkt“ von Harper’s Weekly, April 1875.

„Sklavenmarkt“ von Eduard Ansen-Hofmann (1820-1904).

„Die serbische Konkubine“ von Jean-Joseph Benjamin-Constant, 1876.

„Sklavenmarkt“ von Émile Jean-Horace Vernet, 1836.

„Sklavenmarkt“ von Jean-Leon Gerome, 1871.

„Gefangene im Harem“ von Eisenhut Ferencz, 1903.

„Szene aus dem Harem“ von Fernand Cormon, 1877.

Die Schlacht von Tours: Als der Westen dem Islam „mannhaft Widerstand leistete“

Raymond Ibrahim, 10. Oktober 2020

Am 10. Oktober 732 rettete eine gewaltige Schlacht Westeuropa davor islamisch zu werden.

Genau hundert Jahre nach dem Tod des Propheten des Islam, Mohammed, im Jahr 632 – ein Jahrhundert, das die Eroberung tausender Quadratkilometer ehemals christlicher Länder erlebte, darunter Syrien, Ägypten, Nordafrika und Spanien – befand sich der Krummsäbel des Islam 732 im Herzen Europas und stand der stärksten Militärmacht des Kontinents gegenüber, den Franken.

Nachdem die muslimischen Horden, die Berichten zufolge 80.000 Mann zählen sollten, den Großteil des südwestlichen Frankreich verheert hatten, trafen sie am 10. Oktober irgendwo zwischen Poitiers und Tours auf 30.000 fränkische Infanteristen unter der Führung von Karl Martell. Ein anonymer arabischer Chronist des Mittelalters beschrieb die Schlacht wie folgt:

Nahe des Flusses Owar [Loire] wurden die beiden großen Heerscharen der zwei Sprachen [Arabisch und Latein] und der beiden Glaubensbekenntnisse [Islam und Christentum] gegeneinander aufgestellt. Die Herzen von Abd al-Rahman, seinen Hauptleuten und seine Männer waren voller Zorn und Stolz und sie waren die ersten, die den Kampf begannen. Die muslimischen Reiter stürmten heftig und oft vorwärts gegen die Bataillone der Franken, die mannhaft Widerstand leisteten; bis die Sonne unterging fielen viele auf beiden Seiten.

Der Angriff der Muslime bestand komplett aus überstürztem Anstürmen und erwies sich als ineffektiv, denn „die Männer des Nordens standen als bewegungslose Mauer, sie waren wie ein Eisgürtel zusammengefroren und waren nicht aufzulösen, während sie die Araber mit dem Schwert erschlugen. Die Austrasier [Ostfranken], riesig an Leib und mit eiserner Hand, schlugen im heftigen Kampf mutig zu“, schreibt ein Chronist. Die Franken weigerten sich die Reihen aufbrechen zu lassen und aufeinander folgende Reiter durch die Lücken zu galoppieren zu lassen, worauf die arabische Kavallerietaktik sich verließ. Stattdessen festigten sie ihre Reihen und „in einem Band um ihren Häuptling [Karl] aufgezogen trugen die Männer der Austrasier alles vor sich aus. Ihre unermüdlichen Hände trieben ihre Schwerter auf die Brüste [des Feindes] hinab.“

Der Militärhistoriker Victor Davis Hanson bietet eine praktischere Sicht:

Wenn die Quellen von „einer Mauer“ sprechen, einer „Eismasse“ und „unbeweglichen Reihen“ Infanteristen, sollten wir uns ein buchstäbliches menschliches Bollwerk vorstellen, fast unverwundbar, mit geschlossenen Schilden vor gepanzerten Körpern, die Waffen ausgestreckt, um die Unterleiber eines jeden islamischen Reiters zu treffen, der dumm genug war im Galopp die Franken zu treffen.

Wie erwartet war die Schlacht ein bewunderungswürdiges Durcheinander: „Muslime ritten in großen Gruppen los, schlugen auf die unbeholfeneren Franken ein und ritten dann fort, während die feindlichen Linien vorrückten.“

In Reaktion „stieß jeder fränkische Soldat, das Schild erhoben, seinen Speer entweder in das Bein oder das Gesicht des Reiters und die Flanke seines Pferdes, dann schlitzte und stach er mit seinem Schwert zu, um den Reiter niederzustrecken, während er gleichzeitig sein Schild – die schwere eiserne Beule in seiner Mitte eine eigene beeindruckende Waffe – gegen das entblößte Fleisch rammte. Allmahlich rückten die Franken als Masse vor, um dann weiter auf die gefallenen Reiter zu ihren Füßen einzutreten und sie zu erstechen – wobei sie immer engen Kontakt miteinander hielten.“

Einmal umzingelten Allahs Krieger Karl und hatten ihn in der Falle, aber „er kämpfte so erbittert, wie die hungrigen Wölfe, die über einen Hirschen herfallen. Durch die Gnade unseres Herrn richtete er ein großes Gemetzel bei den Feinden des christlichen Glaubens an“, schreibt der Chronist Denis. „Da wurde er erstmals ‚Martell‘ genannt, denn wie ein eiserner Hammer, aus Stahl und jedem anderen Metall schlug er auf alle seine Feinde in der Schlacht ein und schlug sie.“

Als die Nacht über das Feld des Gemetzels hereinbrach, lösten die beiden blutig geschlagenen Armeen sich von einander und zogen sich in ihre Lager zurück. Im Morgengrauen bereiteten die Franken sich auf die Fortsetzung der Schlacht vor, mussten aber entdecken, dass die Muslime im Schutz der Dunkelheit geflohen waren. Ihr Herr, Abdul, war im Kampf am Tag zuvor getötet worden und die Berber – von seiner Knute befreit und nachdem sie den fränkischen Eifer gekostet hatten – zogen offensichtlich das Leben und etwas Beute dem Märtyrertum vor. Sie flohen alle zurück nach Süden – wobei sie weiter alles plünderten, brandschatzten und versklavten, was ihnen begegnete. Im Bewusstsein, dass seine Stärke in seiner „Eismauer“ lag, verfolgte Karl sie nicht.

Die Folgen „war, wie bei allen Kämpfen der Kavallerie, ein blutiges Chaos, übersät mit tausenden verwundeter oder sterbender Pferde, aufgegebener Beute und toten und verwundeten Arabern. Wenige der Verwundeten wurden gefangen genommen – angesichts ihrer bisherigen Geschichte aus Mord und Brandschatzung.“ Die ältesten Quellen führen astronomische Zahlen getöteter Muslime an, bei nur einem Bruchteil getöteter Franken. Wie auch immer die wahren Zahlen aussehen, in dieser Schlacht fielen beträchtlich weniger Franken als Muslime. Selbst arabische Chronisten verweisen auf das Gefecht als den „Bodenbelag der Märtyrer“, was nahe legt, dass der Boden mit muslimischen Leichen übersät war.“

„Die freudige Botschaft wurde bald in der katholischen Welt verbreitet“ und die überlebenden Chroniken der Zeit – einschließlich der erwähnten und anonymen Araber – stellen diesen Sieg als gewaltig, wenn nicht gar apokalyptisch dar. Tatsächlich ist Tours von all den vielen Schlachten zwischen dem Islam und dem Christentum seit Beginn der zeitgenössischen Chroniken bis in die Moderne eine der, wenn nicht die meist gefeierte des Westens. Denn obwohl das Mittelmeer verloren war und obwohl Überfälle auf die europäische Küste zu einem festen Bestandteil wurden, wurde der Islam auf die iberische Halbinsel beschränkt, wodurch das westliche Europa sich organisch entwickeln konnte.

Aus genau diesem Grund haben führende westliche Historiker wie Godefroid Kurth (gest. 1916) bis weit ins 20. Jahrhundert Tours weiter als „eines der größten Ereignisse in der Weltgeschichte“ betrachtet, „da davon die Frage abhing, ob die christliche Zivilisation weiter bestehen würde oder der Islam in ganz Europa die Vorherrschaft erringt.“

Historische Zitate in diesem Artikel wurden dem Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West des Autoren entnommen.