Das Problem ist nicht der Islamische Staat, sondern islamischer Hass

Raymond Ibrahim, 10. Mai 2017 (FrontPage Magazine)

Eine Lüge verbirgt die Wahrheit. Und hässliche, aber verborgene Wahrheiten haben nie eine Chance eingestanden, angegangen und gebessert zu werden. Wegen dieser einfachen Binsenwahrheit hat eine der größten Lügen unserer Zeit – dass im Namen des Islam begangene Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat – einen eigentlich schwachen Islam zur Geißel der modernen Welt gemacht, ohne das es ein Zeichen der Erleichterung am Horizont gibt.

Daher ist es nützlich die von den Lügnern in Regierung, Medien und akademischer Welt verwendeten Hauptstrategie zu entlarven: 1) die arttypischen, aber chronischen täglichen Berichte über muslimische Gewalt gegen Nichtmuslime rund um den Globus werden ignoriert; 2) nur spektakuläre muslimische Gewalt werden angesprochen, die dann, weil sie fast immer von professionellen Jihadistengruppen begangen werden, als begrenzte, zeitweilige, örtliche Probleme dargestellt werden können: Besiegt diese bestimmte „Terrorgruppe“ und das Problem verschwindet.

Als Beispiel brachten Sie bitte die islamischen Angriffe auf christliche Kirchen. Letzten Monat, als zwei ägyptische Kirchen mit Bomben angegriffen wurden, was zu 51 Toten Gläubigen führte, stellte jedermann rasch heraus, dass etwas namens „ISIS“ – das natürlich „nichts mit dem Islam zu tun hat“ – dafür verantwortlich war.

Ostersonntag 2016 wurden fast 5.000km von Ägypten entfernt in Pakistan rund 70 Christen bei einem Bombenanschlag getötet, der sich ausdrücklich gegen Osterfeiern richtete. Damals wurde uns erzählt, dass etwas namens „Taliban“ – hat ebenfalls nichts mit dem Islam zu tun – dafür verantwortlich war.

Derweil werden rund 5.000km westlich von Ägypten, in Nigeria, Christen ebenfalls angegriffen. Dort sind 11.500 Cristen getötet und 13.000 Kirchen zerstört worden. Nach Angaben der offiziellen Darstellung ist etwas namens „Boko Haram“ dafür verantwortlich. Das ist eine weitere Gruppe, die gewohnheitsmäßig an Weihnachten und Ostern Kirchen bombardiert; eine weitere Gruppe, von der uns erzählt wird, das sie „nichts mit dem Islam zu tun hat“, sondern ein begrenztes, zeitweiliges und örtliches Problem ist: Besiegt sie und das Problem verschwindet.

Das Problem besteht nicht nur darin, dass die Lügner in den Medien, der Regierung und der akademischen Welt es ablehnen die Zusammenhänge herzustellen und darauf bestehen jede der erwähnten Gruppen als eigene, eingeschränkte Gruppe mit unterschiedlichen „politischer“ oder „territorialer“ Motivation zu behandeln – wovon nichts mit dem Islam zu tun hat. Das größere Problem ist: Gewöhnliche Muslime, die nicht „ISIS“, „Taliban“, „Boko Haram“ oder „Al-Qaida“ genannt werden, begehen ähnliche Taten – und das regelmäßiger – obwohl dies von den Großen Medien selten erwähnt wird, damit die Leute nicht anfangen die Zusammenhänge herzustellen.

Folglich sind, obwohl ISIS den Bombenanschlag vor Ostern auf eine Kirche für sich beanspruchte, sind es gewöhnliche ägyptische Imame, „die der Öffentlichkeit über Lautsprecher Hass und Gewalt gegen Christen predigen“; es sind gewöhnliche Muslime, die „alle zwei oder drei Tage“ Christen verfolgen; gewöhnliche Muslime, die Muslime randalieren und töten, wann immer ein Gerücht aufkommt, dass eine Kirche gebaut werden soll oder dass ein junge Kopte Mohammed „lästerte“ oder dass ein Christ mit einer muslimischen Frau ausgeht. Kurz gesagt: Es sind gewöhnliche Muslime – nicht ISIS – die dafür sorgen, dass Ägypten der schlimmste Staat des 21. Jahrhunderts ist, um dort als Christ zu leben.

Gleichermaßen sind es, auch wenn die Taliban die Osterbomben von 2016 für sich reklamieren, gewöhnliche Muslime, die in Pakistan Christen fast täglich diskriminieren, verfolgen, versklaven, vergewaltigen und ermorden, was diesen Staat zum viertschlimmsten der Welt macht, um dort als Christ zu leben. Und obwohl Boko Haram immer für die spektakuläreren Anschläge auf Christen und ihre Kirchen verantwortlich gemacht wird, sind es gewöhnliche Muslime, einschließlich muslimischer Fulani-Hirten, die Nigeria zum zwölftschlimmsten Staat macht, um dort als Christ zu leben.

Das ist das wahre Problem. Während die Medien die Terrorgruppen als Verantwortliche für besonders spektakuläre Anschläge nennen mögen, werden wenige zugeben, dass Muslime allgemein überall in der Welt ähnliche Gewalttaten und Intoleranz gegen Nichtmuslime betreiben. In der Tat sind Muslime – aller Rassen, Nationalitäten, Sprachen und soziopolitischen und wirtschaftlichen Hintergründe, kaum nur „Terrorgruppen“ – verantwortlich für die Verfolgung von Christen in der 50 schlimmsten Staaten der Welt dafür Christ zu sein. Entsprechend ist, was „extremistische“, „terroristische“ und „militante“ Gruppen tun, nur die auffällige Spitze des Eisbergs dessen, was Muslime überall auf der Welt tun. (S. die Berichte „Muslim Persecution of Christians[1], die ich seit Juli 2011 jeden Monat zusammenstelle und die die pausenlose Diskriminierung, Verfolgung und Blutbad bezeugen. Jeder monatliche Bericht enthält Dutzende Gräueltaten, von denen die meisten rund um die Uhr berichtet würden, würden sie von Christen an Muslimen verübt.)

Es ist es wert wiederholt zu werden: Die Medien decken den Islam nicht nur, indem sie vorgeben, die von islamischen Gruppen gegen Nichtmuslime verübten spektakulären Anschläge seien begrenzt, lokal und überaus unbedeutend, „haben nichts mit dem Islam zu tun“. Sie decken den Islam, indem sie nicht über die tagtägliche Verfolgung von nicht muslimischen Erfahrungen durch die Hände gewöhnlicher Muslime – muslimischer Einzelpersonen, muslimischer Mobs, muslimischer Polizei und muslimischer Regierungen (einschließlich Amerikas engster „Freunde und Verbündeter“) – und kaum nur muslimische „Terroristen“. Sie wagen es nicht die Zusammenhänge herzustellen und ein ganzheitliches Bild anzubieten, das dies nicht nur diese oder jene Gruppe anklagt, sondern den Islam allgemein.

Entsprechend muss die Welt weiterhin unter islamischer Aggression leiden. Diese Lügen haben nict nur erlaubt, dass in der muslimischen Welt zahllose Unschuldige in Vergessenheit verfolgt wurden, sondern sie haben erlaubt, dass dieselbe Verfolgung in Amerika und Europa Einzug hält, in jüngster Zeit über Massenimmigration.

Die Tatsache bleibt: Eine hässliche Wahrheit muss erst einmal eingeräumt werden, bevor sie behoben werden kann. Es mag schwer sein eine hässliche Wahrheit zuzugeben – dass der Islam, nicht der „radikale Islam“ Hass auf und Gewalt gegen Nichtmuslime fördert – aber alles darunter wird einfach nur weiter die Lüge nähren, hießt: weiterhin Jihad und Terror nähren.

Kurz gesagt: Das Problem besteht weniger im „Islamischen Staat“; es besteht im islamischen Hass. Ersterer ist nur eine der vielen zweitweise vorhandenen und historischen Erscheinungsformen des Letzteren, der als integraler Teil des Islam Zeit und Raum überschreitet.

[1] Verfolung von Christen durch Muslime

Ein Blick zurück auf die Konferenz der Hamas-Fassadengruppe in Rotterdam

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Am 15. April 2017 lief in Rotterdam die hauptsächlich von der Hamas-Fassadenorganisation Palestine Return Centre (PRC) organisierte Konferenz ohne Störungen ab. Sie ist nur  eine weitere Bekundung der Realität in den Niederlanden. Trotz der lokalen Opposition von Tanja Hoogwerf für die Partei Leefbaar Rotterdam im Stadtrat beschränkten sich die niederländischen Reaktionen auf dieses Treffen der Terrorfront auf ein paar wenige politische Äußerungen und Artikel. Das war nicht völlig der fehlenden Bereitschaft gegen die Konferenz zu demonstrieren geschuldet. Eine von den Niederländischen Christen für Israel geplante stille Demonstration war von den Behörden in Rotterdam verboten worden, weil sie nicht für die Sicherheit der Demonstranten garantieren konnten.[1]

Die Sicherheit derer zu gewähren, die den Terror unterstützen, war allerdings kein Problem. Das beweist einmal mehr die andauernde, gefährliche Islamisierung, die in den Niederlanden stattfindet. Die in Schieflage geratene Stadt Rotterdam hat die höchste Arbeitslosenquote des Landes (mehr als 11%) und ist ein Beispiel für dieses zunehmende Problem.[2] Gefährliche Islamisierung sollte jedoch nicht mit unpolitischen religiösen und sozialen muslimischen Aktivitäten verwechselt werden.

Carel Brendel, ein führender Journalist im Ruhestand, listet neun suspekte Teilnehmer an der Konferenz in Rotterdam auf. Einige erhielten Preise der Hamas, andere halfen der Hamas mit der Gaza-Flottille und wiederum andere sind Hamas-Lobbyisten oder offizielle Vertreter des PRC. Manche Teilnehmer waren Mitglieder der Muslimbruderschaft.[3] Bei der Konferenz aufgehängte Landkarten der Palästinensergebiete beinhalteten Israel nicht, was die völkermörderische Einstellung der Hama spiegelt.

Zu den Rednern auf der Konferenz gehörte Nourdin El-Ouali, Führer der örtlichen muslimischen Partei NIDA: Er setzte das Schicksal der Palästinenser mit dem von Rotterdam im Zweiten Weltkrieg gleich, das von den Deutschen heftig bombardiert worden war. Ein weiterer Redner war der belgische Libanese Dyab Abou Jahjah. Er erklärte, all diejenigen, die zum Boykott der Konferenz aufriefen, würden Terror unterstützen. Abou Jahjah war Anfang des Jahres von der belgischen Tageszeitung De Standaard als Kolumnist gefeuert worden, nachdem er auf seiner Facebook-Seite einen Terroranschlag in Jerusalem legitimiert hatte.[4]

„Die gefährliche Islamisierung in Rotterdam hat sich auf vielfältige Weise gezeigt, darunter in Themen zum palästinensisch-israelischen Konflikt. 2008 gab es im Stadtrat einen Versuch eine Städtepartnerstadt mit Gaza einzugehen. Wäre das erfolgreich gewesen, dann hätte es direkten Kontakt zwischen der Stadt Rotterdam und den im Gazastreifen sitzenden Befürwortern des Völkermords an Juden von der Hamas gegeben. Der Antrag wurde von der Sozialistischen Partei und den Grün-Linken im Stadtrat eingebracht. Unterstützt wurde er von verschiedenen Mitgliedern der Arbeitspartei.[5]

Es gibt regelmäßige Bekundungen gefährlicher Einstellungen durch Muslime in den Niederlanden. Bürger mit türkischer Nationalität stimmten gerade in der türkischen Volksabstimmung zur Frage ab, ob dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mehr Einfluss auf die Regierung seines Landes gegeben werden soll. Rund 82.000 türkische Staatsangehörige in den Niederlanden befürworteten die Vorschläge des Referendums, weniger als 34.000 waren dagegen. Mehr als 70% der türkischen Wähler in den Niederlanden unterstützen Erdoğan, im Vergleich dazu waren in Deutschland 63% für die Verfassungsänderung.[6]

Der Parteichef der deutschen Grünen, Cem Özdemir, dessen Vater aus der Türkei stammt, reagierte mit der Aussage, man könne „nicht in Deutschland der Vorzüge der Demokratie genießen und in der Türkei eine Diktatur wählen. Todesstrafe, die Unterdrückung von Minderheiten und Kinderehen passen nicht zur Werteordnung der Bundesrepublik Deutschland.“[7] Dieselbe Argumentation sollte für die Erdoğan-Anhänger in den Niederlanden gelten.

2016 überlegte der Rotterdamer Bürgermeister Ahmed Aboutaleb von der Arbeitspartei, ob er an einer Handelsmission nach Israel teilnehmen sollte. Die sozialistische Partei, NIDA und die Grün-Linken waren gegen diese Reise.[8] 2015 besuchte Aboutaleb auf einer Wirtschaftsreise mit sechs Rotterdamer Ratsherren jedoch Saudi-Arabien.[9]

Auf der Konferenz in Rotterdam sprach auch Jan Wijenberg, ehemaliger niederländischer Botschafter in Saudi-Arabien und dem Jemen. Er behauptete, die Juden seien seit den 1920-er Jahren des Faschismus schuldig.[10]

Es gibt in den Niederlanden weit weniger Kritik an Saudi-Arabien als an Israel. Um heftige Kritik an Saudi-Arabien zu finden, muss man eine beliebte Satiresendung ansehen, nicht aber der niederländischen Regierung zuhören. Der Moderator der Sendung, Arjen Lubach, sagte, die Niederlande kämpfen gemeinsam mit Saudi-Arabien gegen Terroristen, treiben Handeln mit dem Land und seine Königsfamilien sind befreundet. Lubach erwähnte, dass, als der ehemalige König von Saudi-Arabien 2015 starb, alle Freunde des Königs eingeladen wurden. Die Niederlande schickten ihre „wuchtigste Delegation“, König Willem Alexander und Außenminister Bert Koenders von der Arbeitspartei. Lubach beschrieb dann eine Reihe extrem antidemokratischer Maßnahmen, die Saudi-Arabien mit ISIS gemeinsam hat. Dazu gehören die Todesstrafe, Gliedmaßen als Strafe für Verbrechen abzutrennen und Kinderehen. Er merkte an, die Niederlande würden sich auf selbstfahrende Autos vorbereiten, während Saudi-Arabien nicht einmal selbst fahrende Frauen hat.[11]

Auf der Rotterdamer Konferenz wurde ein Flugblatt mit Empfehlungen verteilt, welche Parteien der Niederlande man unterstützen sollte. Dazu gehörten die Sozialistische Partei, die Grün-Linken, die Arbeitspartei, die türkisch-marokkanische DENK und die Tierschutzpartei.[12] Einige dieser Parteien sind vielleicht nicht so glücklich damit zu wissen, dass der Blick vor den Völkermord-Plänen der Hamas wegzusehen so ausdrücklich belohnt werden könnte.

Der verdächtige Charakter der Konferenz gewann internationale Beachtung. Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Dekan des Simon Wiesenthal Center, schrieb dem niederländischen Premierminister Mark Rutte.[13] Jeff Daube, Israel-Direktor der Zionist Organization of America, machte einen Kongressabgeordneten auf sie aufmerksam.[14] Beide Briefe wurden veröffentlicht und können im Internet gelesen werden. Die Artikel der jüdischen Nachrichtenagenturen JTA[15] und JNS[16] zur Konferenz wurden weithin zitiert. Es gab auch Artikel in internationalen[17] und israelischen Medien.[18] Mehrere dieser Artikel wurden an die Mitglieder des Stadtrats von Rotterdam verteilt.

In den letzten Wochen wurde die Aufmerksamkeit auf die ambivalente Rolle von Bürgermeister Aboutaleb bezüglich der Konferenz in Rotterdam und dem Verbot der stillen Gegendemonstration gelenkt. Nach den tödlichen Terroranschlägen in Paris im Januar 2015 ging er an die Öffentlichkeit und sagte, es gebe in den Niederlanden keinen Platz für diejenigen, die diese Anschläge befürworten. Er erklärte: „Um Himmels Willen, packt eure Koffer und geht fort.“[19]

Es könnte durchaus sein, dass Aboualebs jüngste Einstellungen ein wichtiges Zeichen einer radikalen Meinungsänderung seinerseits ist. Das könnte eine Folge der Ergebnisse der Parlamentswahlen von 2017 sein, als DENK in Rotterdam die Arbeitspartei hinter sich ließ. Aboualebs zukünftiges Verhalten zu beobachten sollte jedoch nur einer der Aspekte der Beobachtung von Entwicklungen in der hochproblematischen Stadt Rotterdam sein.

[1] www.volkskrant.nl/binnenland/geen-toestemming-voor-protest-tegen-palestijnse-manifestatie-in-rotterdam~a4487223/; https://christenenvoorisrael.nl/2017/04/stille-tocht-israel-rotterdam-toegestaan/

[2] http://www.ad.nl/rotterdam/gemeente-rotterdam-heeft-hoogste-werkloosheid~af6b22aa

[3] Bart Schut: In het hol van de leeuw. NIW, 21. April 2017

[4] http://www.standaard.be/cnt/dmf20170109_02664460

[5] Joost de Haas: Links Rotterdam wil Gaza als zusterstad. Telegraaf, 23. September 2008.

[6] www.welt.de/politik/ausland/article163774902/In-diesen-Laendern-leben-die-groessten-Erdogan-Fans.html

[7] www.welt.de/politik/deutschland/article163759287/Oezdemir-stellt-klare-Forderung-an-Deutschtuerken.html

[8] http://www.ad.nl/rotterdam/aboutaleb-moet-afzien-van-bezoek-aan-israel~aa9fab8b/

[9] www.ad.nl/rotterdam/aboutaleb-geeft-hypocriet-signaal-af~a2b81928/

[10] Bart Schut, “In het hol van de leeuw,” NIW,  21 April 2017.

[11] http://www.youtube.com/watch?v=pYr4-qrDHCI

[12] wnl.tv/2017/04/15/stemadvies-hamas-conferentie-stem-op-linkse-partijen-want-anti-israel/

[13] http://tundratabloids.com/2017/04/swcs-rabbi-cooper-writes-dutch-pm-rutte-over-hamas-affiliated-groups-participation-in-upcoming-conference/

[14] http://tundratabloids.com/2017/04/netherlands-mayor-of-rotterdam-not-taking-seriously-prc-connection-with-jew-hating-terorrist-org-hamas/

[15] www.jta.org/2017/03/03/news-opinion/world/dutch-anti-semitism-watchdog-asks-government-to-ban-hamas-front-conference

[16] www.jns.org/latest-articles/2017/3/28/pro-hamas-conference-in-netherlands-could-encourage-anti-semitism-critics-warn#.WQGyrGmGO7Q=

[17] www.huffingtonpost.com/entry/will-rotterdam-mayor-aboutaleb-allow-a-conference-led_us_58b58033e4b02f3f81e44c4b

[18] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/20364

[19] http://www.elsevier.nl/politiek/article/2015/01/aboutaleb-als-het-je-hier-niet-bevalt-rot-toch-op-1678247W/

Hört auf die Realität zu ignorieren

2005 wagte es der französische Philosoph Alain Finkielkraut die gefährlichen Sympathien der französischen Linken für den ethnisch-religiösen Angriff des Islam auf den Westen zu entlarven. * Obwohl der ein entschiedener Linker war, wurde er wegen seiner Betrachtungen gekreuzigt.

Dror Eydar, Israel HaYom, 28. April 2017

Demonstration gegen Israel in Paris (Archiv; Foto: AP)

1.

Ok, gut. Die französische Präsidentschaftskandidatin Marin Le Pen ist eine Extremistin. Eine Antisemitin. Fremdenfeindlich. Eine Gefahr für die Demokratie. Sie kann nicht an die Macht gewählt werden. Jetzt, wo wir das aus dem Weg haben, können wir da von dem reden, was wirklich auf dem Spiel steht? Jedes Mal, wenn ein großes Volk mit einer absolut demokratischen Wahl eine Partei oder einen Kandidaten wählt, der sich nicht im Einklang mit den politischen Plattform der Medien befindet, wird sofort das „dumme“ Volk verhöhnt. Jedes Mal, wenn eine Demokratie tatsächlich ihr grundlegendstes Prinzip umsetzt – Wahlen, bei denen jede Stimme, ob sie nun von einem Adligen oder einfachen Bürger abgegeben wird, einem Philosophen oder einem Analphabeten, hat bei der Stimmabgabe dasselbe Gewicht – wird die Wahl in Frage gestellt.

Wir sind im Predigen sehr gut. Wir sind hochqualifiziert im der Öffentlichkeit nicht zuhören. Wir sind großartig darin uns zu rühmen aufgeklärter zu sein als die Massen, die für populistische Kandidaten stimmen. Aber das Volk, das „populus“, sind das „demos“, das der Demokratie ihren Namen gibt – die Herrschaft des Volkes.

Stimmt, manchmal werden gefährliche Tyrannen gewählt und zerstören ihr Land. Aber im Allgemeinen sind es nicht offensichtliche Tyrannen, die in die Kategorie der „gefährlichen Kandidaten“ fallen. US-Präsident Donald Trump, Verfechter des britischen Brexit und sogar Premierminister Benjamin Netanyhau werden von den Medien allesamt als solche bezeichnet. Und das sind nur die letzten zwei Jahre. Es gibt noch jede Menge weitere Beispiele für die Verachtung und Arroganz, die sich wegen ihrer demokratischen Wahl gegen das Volk richten.

Nachdem wir jetzt Le Pen mit Beleidigungen überhäuft und die Welt vor ihren gefährlichen Gepflogenheiten gewarnt haben, werden Millionen französischer Wähler sie trotzdem noch wählen. Sie könnte immer noch gewinnen. Aber nehmen wir mal an, dass alle politischen Lager für ihren Rivalen stimmen – wird das den extremistischen Geist zurück in die Flasche stecken und alles zurück zur Normalität bringen? Was werden dann die Millionen französischer Bürger, die für sie gestimmt haben, umprogrammiert sein? Werden sie uns die Aufgabe ersparen den Versuch zu unternehmen zu verstehen, warum um alles in der Welt Millionen Franzosen zu dem Schluss kamen, dass Le Pen die Antwort auf ihre Probleme ist? Wir lernen einfach nie etwas daraus.

Wie sieht der Zustand Frankreichs aus? Wie der Zustand des demokratischen Traums der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, der seit dieser Revolution 1789 wie ein Geist über der französischen Republik hängt?

2.

Im Oktober 2005 brachen außerhalb von Paris Krawalle aus und verbreiteten sich schnell in andere Teile Frankreichs. Ansammlungen aus muslimischen und afrikanischen Immigranten gingen zu gewalttätigen Demonstrationen auf die Straße, setzten Autos in Brand, warfen Brandsätze auf öffentliche Institutionen und sorgten für zwei Tote. Auf der Höhe der Krawalle interviewte Ha’aretz den jüdisch-französischen Philosophen Alain Finkielkraut, der lange Zeit ein offensichtlicher Sprecher für die Linke war. Fast 12 Jahre sind seit der Veröffentlichung des Interviews vergangen und rückblickend klangen seine Worte fast prophetisch. Genauso die Reaktion, die sie auslösten.

2005 sagte Finkielkraut, die französische Presse „würde sehr gerne diese Krawalle auf ihre soziale Dimension reduzieren, um sie als Revolte von Jugendlichen aus den Vororten gegen ihre Lage, gegen die von ihnen erlittene Diskriminierung, gegen die Arbeitslosigkeit zu begreifen.“

„Das Problem besteht darin, dass die meisten dieser Jugendlichen Schwarze oder Araber mit einer muslimischen Identität sind. Sehen Sie, in Frankreich gibt es auch andere Immigranten, der Lage schwierig ist – Chinesen, Vietnamesen, Portugiesen – und sie machen bei den Krawallen nicht mit. Daher ist klar, dass dies eine Revolte mit einem ethno-religiösen Charakter ist“, sagte er.

Er argumentierte, dass es nicht Rassismus ist, der die Wut auslöste. „Sie [die Krawalle] als eine Reaktion auf französischen Rassismus zu betrachten bedeutet gegenüber dem breiten Hass blind zu sein: den Hass auf den Westen, der als für alle Verbrechen schuldig angesehen wird.“ In diesem Zusammenhang wird Frankreich als klarer Repräsentant des Westens betrachtet.

Im kulturell-politischen Klima der Zeit war eine solche Äußerung gleichbedeutend mit beruflichem Selbstmord und Finkielkraut wusste das. Aber er erwartete keinesfalls die Intensität der von seinen Worten hervorgerufenen Gegenreaktion.

„Wir neigen dazu aus ‚edlen‘ Gründen die Sprache der Wahrheit zu hören. Wir ziehen es vor ‚Jugendliche‘ zu sagen statt ‚Schwarze‘ oder ‚Araber‘. Aber die Wahrheit darf nicht geopfert werden, egal, wie edel die Gründe auch sein mögen“, sage er gegenüber Ha’aretz. „Und natürlich müssen wir Verallgemeinerungen vermeiden. Es geht nicht um Schwarze und Araber als Ganzes, sondern um einige Schwarze und Araber.“ Vor zwölf Jahren kannte Frankreich die radikal-islamistischen Terroranschläge der letzten Jahre noch nicht. Finkielkraut beschrieb die Krawalle als „ein antirepublikanisches Pogrom“, begangen von „Menschen in Frankreich, die Frankreich als Republik hassen“. Vielleicht legte das die Grundlage für die Schrecken, die später folgten.

Teile der arabisch-muslimischen Welt haben „dem Westen den Krieg erklärt“, sagte er und erklärte: Zu „sagen, dass dies aus dem kolonialen Zusammenbruch entstanden ist“ sei nur eine Ausrede. Das wahre Problem gehe viel tiefer. „Wir sind Zeugen einer islamischen Radikalisierung, die in ihrer Gesamtheit erklärt werden muss, bevor wir zum Fall Frankreich kommen, zu einer Kultur, die, statt sich mit ihren Problemen zu beschäftigen, nach einer schuldigen Seite von außen sucht. Es ist leichter eine externe schuldige Seite zu finden. Es ist verlockend sich zu sagen, dass man in Frankreich vernachlässigt wird und zu sagen: ‚Gib, gib‘.“

3.

Was der jüdisch-französische Philosoph noch alarmierender fand als diesen Hass auf den Westen, war, was er so beschrieb: „seine Verinnerlichung im französischen Bildungssystem und die Identifikation mit ihr durch die französischen Intellektuellen.“ Diese Intellektuellen, stellte er fest, hatten ein Verständnis für die Gewalt entwickelt und betrachteten die Randalierer in einem romantischen Licht als unterdrückte Revolutionäre.

„Stellen Sie sich einen Moment vor, das wären Weiße wie in Rostock in Deutschland. Jeder hätte sofort gesagt: ‚Faschismus wird nicht toleriert.‘ Wenn ein Araber eine Schule in Brand steckt, ist das Rebellion. Wenn ein Weißer das tut, ist es Faschismus. Ich bin ‚farbenblind‘. Böse ist böse, egal in welcher Farbe. Und das ist böse, für den Juden, der ich bin, ist das völlig untragbar“, sagte er.

Es gibt eine antisemitische Sichtwiese, dass Juden beim Geschäft der Sklaverei eine Schlüsselrolle spielten Finkielkraut zeigte schon 2005 auf, dass „der Hauptsprecher dieser Theologie in Frankreich heute Dieudonne ist [ein schwarzer Standup-Künstler, der mit antisemitischen Äußerungen einen Aufruhr auslöste]. Heute ist er der wahre Förderer des Antisemitismus in Frankreich und nicht Le Pens Front National.“ Lasse Sie nicht außer Acht, dass Finkielkraut und Le Pen an den entgegengesetzten Ende des politischen Spektrums stehen.

Eine von Finkielkrauts wichtigsten Beboachtungen war, dass wir uns in einem Zustand des „fortwährenden Kriegs gegen Rassismus“ befinden. Jedes problematische Phänomen wird sofort als rassistisch erklärt und das seit jeder ernsten Diskussion des Themas ein Ende. Das ist der Grund, warum „das Wesen dieses Antirassismus auch überprüft werden muss“, drängte er.

„Ich denke, dass die hochtrabende Idee des ‚Kriegs gegen den Rassismus‘ sich allmählich in ein abscheulich unaufrichtige Ideologie verwandelt.“ Paradoxerweise „wird Antirassismus für das 21. Jahrhundert das werden, was der Kommunismus für das 20. Jahrhundert war. Eine Quelle der Gewalt.“

„Heute werden Juden im Namen des antirassistischen Diskurses angegriffen“, sagte er. Das soll nicht heißen, dass es Diskriminierung und Rassismus nicht gibt – natürlich gibt es sie. „Aber die Darstellung von Ereignissen als Reaktion auf französischen Rassismus ist komplett abwegig.“

Er war pessimistisch, was Frankreichs Fähigkeit angeht das Problem zu überwinden. „Es gibt in Frankreich etwas – eine Art Leugnung, deren Ursprung in der bobo [bourgeois und bohemien] liegt, bei den Soziologen und Sozialarbeitern – und niemand wagt es etwas anderes zu sagen. Dieser Kampf ist verloren. Ich bin zurückgelassen worden.“ Er wusste ganz genau, wovon er redete.

Die Reaktion auf das Interview war 2005 ähnlich zur aktuell von Le Pen-Wählern ausgelösten (mit den offensichtlichen Unterschieden). Finkielkraut wurde des Rassismus beschuldigt und in Frankreich sowie ganz Europa praktisch gekreuzigt. All seine Menschenrechtsbemühungen und unverblümte Liberalismus halfen ihm nicht im Geringsten. Letztlich gab er nach, ging zur linken „Kirche“ zur Beichte und entschuldigte sich. Aber was ist mit der Wahrheit? Haben wir das Problem gelöst, indem wir Finkielkrauts Beobachtungen zurück in die Flasche stopften? Wurde Frankreich ein besserer Ort? Was es besser darauf vorbereitet sich dem Bösen entgegenzustellen, das es herausfordert?

Die britischen Wahlen, die Juden und Israel

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Großbritanniens Abgang aus der Europäischen Union, Zuwanderungsprobleme und der Nationale Gesundheitsdienst sind Schlüsselthemen der anstehenden britischen allgemeinen Wahlen am 8. Juni. Es scheint so, als habe für Juden nur die Zuwanderung Aspekte von besonderer Bedeutung. Die konservative Premierministerin Theresa May hat gesagt, tragfähige Nettoimmigration liege bei mehreren Zehntausend, eine Schätzung, die weit niedriger liegt als die augenblickliche Zahl.[1] Eine solche Politik wird die aktuell hauptsächlich nicht selektive Immigration aus muslimischen Ländern berühren, deren Mehrheiten oder beträchtliche Bevölkerungsanteile Antisemiten sind.[2]

Aus einem logischen Blickwinkel heraus sollten Israel und die Juden bei allen Wahlen kein Thema sein. Doch wenn es um Antisemitismus geht, verflüchtigt sich die Vernunft allzu oft. Zu Beginn des Wahlkampfs suspendierten die Liberaldemokraten bereits Ashuk Ahmed. Zu diesem Kandidaten eines Wahlkreises in Luton war herausgefunden worden, dass er sich in der Vergangenheit antisemitisch geäußert hatte.[3] Die Partei zog zudem die Kandidatur von David Ward zurück, der sich ebenfalls antisemitisch geäußert hatte.[4] Seit mehr als einem Jahr gibt es eine enorme Diskussion zu Antisemitismus in der Labour Party. Jedes Mal, wenn er bezwungen zu sein scheint, kommt er wieder hoch. Derzeit betrifft das Thema hauptsächlich den ehemaligen Londoner Bürgermeister Ken Livingstone, der weiterhin Nationalsozialismus und Zionismus miteinander in Verbindung bringt.[5]

Die 270.000 Juden im Vereinten Königreich stellen etwa 0,4% der britischen Gesamtbevölkerung. Damit kann die jüdische Stimme den Wahlausgang nur in ein paar wenigen Wahlkreisen beeinflussen. Die Abgeordneten in diesen werden voraussichtlich wieder antreten. Sie sind pro-jüdisch und pro-Israel. Solange es keine größeren Stimmungsumschwünge gibt, werden die meisten wieder gewählt werden.

Die Wiederwahl jüdischer Abgeordneter ist eine andere Sache. In den vergangenen zwölf Monaten sind einige jüdische Labour-Abgeordnete mit großen Mengen extremer Hassmails bombardiert worden. Luciana Berger hat Tausende erhalten, von denen einige ihr mit Vergewaltigung und Mord drohen – all das in Reaktion auf ihre Kritik an der Weigerung der Labour Party Antisemitismus zu verurteilen.[6] Eine weitere jüdische Abgeordnete, Ruth Smeeth, erhielt 25.000 Schmäh-Botschaften.[7] Dokumente haben aufgedeckt, dass die linke Gruppe Momentum versucht hat „radikale“ Muslime zu rekrutieren, um die jüdische Labour-Abgeordnete Louise Ellman als Kandidatin abzulösen.[8]

Infolge der kurzen Zeitspanne bis zu den Wahlen hat Labour entschieden, dass alle aktuellen Abgeordneten sich, wenn sie das wünschen, wieder zur Wahl stellen können. Damit können Versuche Kandidaten der Partei auf Lokalebene abzusetzen keine Rolle spielen. Umfragen sagen voraus, dass Labour dutzende Sitze verlieren wird. Zu diesen könnten nicht nur mehrere jüdische Abgeordnete gehören, sondern auch eine Reihe Labour-Freunde Israels.[9] Im letzten Parlament war ein jüdischer Labour-Abgeordneter der extremste antiisraelische Hassschürer – der altgediente Gerald Kaufmann. Er verstarb im Februar.

Wenn Antisemitismus gezielt gegen jüdische Kandidaten eingesetzt wird, dann erwarten manche Experten, dass dies ihnen helfen könnte wiedergewählt zu werden, da sie als Opfer wahrgenommen werden. Eine aus jüdischer Sicht weitere interessante Frage lautet, was in Wahlkreisen mit großer muslimischer Bevölkerungsmehrheit geschehen wird. Die Zahl der Muslime im Königreich beträgt heute mehr als 3 Millionen.[10] Bei den Wahlen 2015 erklärte der Think Tank Henry Jackson Society, die muslimischen Wähler könnten möglicherweise in einem Viertel der Wahlkreise den Ausgang entscheiden.[11]

Einige Kandidaten dürften im Wahlkampf antiisraelische Argumente und die Anerkennung Palästinas verwenden, selbst wenn dies bei den letzten Wahlen kein wichtiges Thema war. Andererseits können Muslime ebenfalls Kandidaten in aller Stille wissen lassen, was von ihnen erwartet wird. Wo es eine starke muslimische Bevölkerung gibt, werden die Kandidaten wahrscheinlich das sagen, was diese Wähler zu hören wünschen.

Das Board of Deputies, die Dachorganisation der britischen Juden, hat vor kurzem sein Jüdisches Manifest aktualisiert.[12] Dieses Dokument legt die Themen vor, die zu verstehen Regierung und Parlament aufgefordert werden und listet die Anliegen auf, von denen man möchte, dass sie sie vertreten. „Zehn Verpflichtungen“ fassen die 44 Seiten dieses Dokuments zusammen.

Die erste Verpflichtung, die das Jüdische Manifest wünscht, lautet sich „Extremismus und Hassverbrechen, einschließlich Antisemitismus, Islamophobie und weiteren Formen des Hasses“ entgegenzustellen. Man sollte hier anmerken, dass das Vereinte Königreich das einzige Land ist, das für die Verwendung im Inland eine Definition von Antisemitismus übernommen hat, die des Internationalen Holocaust-Gedenkallianz. Für Islamophobie gibt es keine anerkannte Definition. Dieser Begriff wird oft missbraucht https://www.theguardian.com/politics/2017/apr/26/lib-dems-criticised-over-reselection-of-ex-mp-censured-for-antisemitism, um jede Kritik an Muslimen und dem Islam einzubeziehen, einschließlich der Erwähnung von problematischem Verhalten und Einstellungen eines beträchtlichen Teils der muslimischen Bevölkerung.

Der zweite Punkt der Verpflichtungen lautet: „Werben für gute Beziehungen, Verstehen und Kooperation zwischen allen Gemeinschaften Großbritanniens“. Man sollte hier erwähnen, dass die Kampagne gegen Antisemitismus letztes Jahr ein Dokument dazu veröffentlichte und zu dem Schluss kam: „Zu jedem einzelnen Punkt war es bei weitem wahrscheinlicher, dass britische Muslime zutiefst antisemitische Ansichten vertreten, als es bei der britischen Bevölkerung insgesamt der Fall war.“[13]

Eine weitere Verpflichtung betrifft die Verteidigung der Rechte auf eine jüdische Lebensweise, einschließlich koscherem Fleisch, religiöser Kleidung, Beschneidung und flexibel arbeiten zu können, um der Einhaltung des Sabbat und der Feiertage entgegenzukommen. Weitere Verpflichtungen beinhalten Anstrengungen zu unternehmen des Holocaust zu gedenken und ihn zu verstehen, für eine dauerhafte und umfassende Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts einzutreten, das Zusammenführen von Gemeinschaften und Widerstand gegen die Gemeinschaften trennende Boykotte zu fördern, die Bedeutung des Glaubens zu bekräftigen, die Kultur religiöser und kulturell sensibler Jugend- und Sozialfürsorgedienste zu unterstützen, für eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu werben und jüdisches Erbe und kulturelle Institutionen zu unterstützen.

Es bleibt abzuwarten, ob das Jüdische Manifest genutzt und von Kandidaten veröffentlicht werden wird. Auf jeden Fall ist ein solches Dokument zu haben auch für Juden in anderen Ländern hilfreich.

[1] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/theresa-may-immigration-target-100000-reaffirms-commitment-still-aims-reduce-a7694021.html

[2] http://global100.adl.org/

[3] http://www.dailymail.co.uk/news/article-4443446/Lib-Dems-forced-suspend-anti-Semitic-candidate.html

[4] https://www.theguardian.com/politics/2017/apr/26/lib-dems-criticised-over-reselection-of-ex-mp-censured-for-antisemitism

[5] https://www.thejc.com/comment/comment/livingstone-labour-and-antisemitism-1.435821

[6] www.dailymail.co.uk/news/article-3566667/Jewish-Labour-MP-speaks-vile-anti-semitic-abuse-subjected-online-bullies.html; www.timesofisrael.com/jewish-labour-mp-posts-anti-semitic-abuse-she-received-online/

[7] http://www.dailymail.co.uk/wires/pa/article-3770866/Labour-MP-Ruth-Smeeth-urges-Jeremy-Corbyn-shame-trolls.html

[8] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3791204/Corbyn-backing-Momentum-group-trying-recruit-radical-Muslims-bid-select-Jewish-Labour-MP-Louise-Ellman-leaked-files-reveal.html

[9] http://www.thejc.com/news/uk-news/labour-s-pro-israel-mps-face-wipe-out-1.436505

[10] http -country-doubles-decade-immigration-birth-rates-soar.html

[11] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3061596/Muslim-vote-decide-25-seats-Victory-quarter-British-constituencies-decided-Islamic-voters.html

[12] http://www.bod.org.uk/wp-content/uploads/2016/12/Board-of-Deputies-Jewish-Manifesto-2016-edition.pdf

[13] https://antisemitism.uk/british-muslims/

Die ambivalente Haltung Großbritanniens gegenüber dem muslimischen Terror

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Einmal mehr erlebt die Welt die britische Ambivalenz gegenüber muslimischem Terror. Das Vereinte Königreich war starr vor Schreck, als der 52 Jahre alte Khalid Masood am 22. März vor dem Parlamentsgebäude vier Menschen tötete und 29 verletzte.[1]

Das war nicht der erste durch islamische Ansichten motivierte tödliche Anschlag von Terroristen in Großbritannien. 2005 töteten Bombenzündungen in der Londoner U-Bahn und in Bussen 52 Menschen und verletzten Hunderte weitere.[2] 2013 wurde der britische Soldat Lee Rigby „verstümmelt und fast enthauptet, dann von Michael Adebowale (22) und Michael Adobolajo (28) ermordet, die ihm vor der Kaserne von Woolwich im Südosten Londons aufgelauert hatten.[3]

Die britische Ambivalenz gegenüber Terror ist offensichtlich. Trotz der entsetzlichen Natur der früheren Vorfälle sind Terrorunterstützer im Oberhaus willkommen. Am 27. Oktober 2016 war Baroness Tonge, ehemalige liberaldemokratische Abgeordnete und heute unabhängige Peer, die Gastgeberin. Die Teilnehmer des Treffens waren Mitglieder des palästinensischen PRC (Palestinian Return Center – Palästinensisches Rückkehrzentrum).[4] Die Zusammenkunft startete eine Kampagne, dass Großbritannien sich am 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung von 1917 entschuldigen soll, mit der das Empire sich zur Unterstützung für das jüdische Volk in Palästina verpflichtete. Ohne Widerspruch durch Baroness Tonge, die dem Treffen vorstand, wurde Israel mit ISIS auf eine Stufe gesetzt und es wurde behauptet, dass Juden ihren eigenen Völkermord provozierten.[5]

Am 15. März lieferte Lucy Scott Moncrieff, die Kommissarin für Standards des Oberhauses, ein Urteil ab, die Baroness habe trotz überwältigender Belege des Gegenteils ehrenhaft gehandelt.[6] Ein paar Wochen davor schrieb Rabbi Abraham Cooper, der stellvertretende Dekan des Simon Wiesenthal Center, der Kommissarin, der unter anderem die Aufmerksamkeit auf einen Brief lenkte, den Tonge der britisch-jüdischen Verteidigungsorganisation Cummunity Security Trust (CST) schickte. In diesem Brief behauptete sie, Israel sei die Ursache von Antisemitismus. Darüber hinaus schrieb sie, dass der CST, eine Organisation britischer Juden, verpflichtet sei israelisches Handeln zu verurteilen.[7] Ihre Äußerung implizierte, dass Juden, die nicht in Israel wählen können, für dessen Handeln verantwortlich gemacht werden müssen.

Die Kommissarin des Oberhauses hätte einen weitere Fall berücksichtigen müssen. Das Vereinte Königreich war das erste Land, das die Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz IHRA) für die heimische Verwendung akzeptierte.[8] Wendet man deren Bestimmungen auf verschiedene Äußerungen an, die Lady Tonge im Lauf der Jahre von sich gab, kann man eine Vielzahl antisemitischer Aussagen feststellen.[9] Ein Beispiel für Antisemitismus aus der IHRA-Definition lautet: „Juden kollektiv für Handeln des Staats Israel verantwortlich machen.“ Tonges Brief an den CST läuft darauf hinaus.

Ein weiteres Beispiel: 2004 sagte Tonge, wenn sie Palästinenserin wäre, würde sie in Erwägung ziehen Selbstmordbomberin zu werden.[10] Das passt in ein weiteres Beispiel der IHRA-Definition für Antisemitismus – „im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Auffassung von Religion zum Tötens von Juden oder ihnen Schaden zuzufügen aufzurufen oder es zu rechtfertigen.“[11]

Tonge verwendete zudem eine zeitgenössische antiisraelische Version des alten Ritualmordvorwurfs, indem sie eine Ermittlung erfundener Vorwürfe forderte, israelische medizinische Teams hätten Organe „geerntet“, als sie 2010 nach Haiti kamen, um Menschen nach dem Erdbeben zu helfen.[12]

Ein weiterer Aspekt des im Oberhaus von Lady Tonge geleiteten Treffens betrifft die von ihr Eingeladenen, das Palestinian Return Centre. Der erfahrene niederländische Journalist Carel Brendel hat den Hintergrund des PRC detailliert recherchiert.[13] Er zitiert den Verfassungsschutzbericht des deutschen Innenministeriums von 2011, in dem es heißt: „Die HAMAS tritt in Europa nicht offen auf. Als Forum nutzt sie stattdessen u.a. das „Palestinian Return Centre“ (PRC) mit Sitz in London (Großbritannien).“[14] Brendel zitiert auch Verfassungsschutzberichte der Bundesländer Berlin und Nordrhein-Westfalen mit ähnlichen Schlussfolgerungen. Er berichtet, dass zwei der Schlüsselpersonen der Konferenz sich mit der Hamas identifizieren und als loyale Anhänger der Organisation gelten.

Der Daily Telegraph stellt heraus, dass das PRC in Großbritannien mit der Muslim Association of Britain in Beziehung steht, dem wichtigsten britischen Zweig der Muslimbruderschaft. Sie haben auch gemeinsame Direktoren. Das PRC hat auf seinen jährlichen Konferenzen regelmäßig Hamas-Führer empfangen.[15]

2011 veröffentlichte das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center ein Dokument über das PRC. Es begann mit der Erklärung: „Das Palestine Return Centre (PRC) ist ein palästinensisches Zentrum für antiisraelische Propaganda, das 1996 in London gegründet wurde. Es steht in Verbindung mit der Hamas und der Muslimbruderschaft und einige seiner ranghohen Personen sind Hamas-Aktivisten, die in Großbritannien Zuflucht fanden. Seine Gründung wurde auf die Grundlage der Ablehnung der Oslo-Vereinbarungen und einer heftigen Ablehnung des Existenzrechts des Staates Israel gestellt.“[16]

Das Vereinte Königreich ist nicht das einzige Land der Welt, das die Augen vom terrorunterstützenden Charakter des PRC abwendet. Die niederländische Regierung schweigt ebenfalls zur anstehenden Konferenz „Palästinenser in Europa“, die vom PRC in Rotterdam geleitet wird und am 15. April stattfinden soll.[17] Das bedarf allerdings einer weiteren Analyse.

[1] http://edition.cnn.com/2017/03/23/europe/london-attack/

[2] http://www.bbc.com/news/uk-33253598

[3] http://www.dailymail.co.uk/news/article-2515493/Soldier-Lee-Rigby-murdered-mutilated-decapitated-Woolwich-attack-court-hears.html

[4] http://jewishnews.timesofisrael.com/breaking-baroness-tonge-suspended-by-liberal-democrats/

[5] http://www.thetimes.co.uk/article/jews-blamed-for-holocaust-at-shameful-house-of-lords-event-m86q69tl0

[6] http://www.publications.parliament.uk/pa/ld201617/ldselect/ldprivi/142/142.pdf

[7] http://www.huffingtonpost.com/entry/baroness-jenny-tonges-embraces-historys-oldest-hate_us_5894f273e4b061551b3dfe72

[8] https://holocaustremembrance.com/media-room/stories/working-definition-antisemitism

[9] https://heplev.wordpress.com/2016/08/15/lady-jenny-tonge-gehoert-zu-den-fuehrenden-britischen-anstiftern-von-antisemitismus/

[10] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19290 – _ftn4

[11] http://www.holocaustremembrance.com/media-room/stories/working-definition-antisemitism

[12] http://www.theguardian.com/politics/2010/feb/13/jenny-tonge-sacked-israel-comments

[13] http://www.carelbrendel.nl/2017/02/03/de-aboutaleb-hamas-conferentie-factcheck/

[14] http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2012/vsb2011.pdf?__blob=publicationFile; S. 280.

[15] http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/11398538/How-the-Muslim-Brotherhood-fits-into-a-network-of-extremism.html

[16] http://www.terrorism-info.org.il/data/pdf/pdf_11_339_2.pdf

[17] http://www.huffingtonpost.com/entry/will-rotterdam-mayor-aboutaleb-allow-a-conference-led_us_58b58033e4b02f3f81e44c4b