Die wahre Geschichte von Christentum und Islam

Raymond Ibrahim, 23. Februar 2015

US-Präsident Barack Hussein Obamas verurteilte gerade die mittelalterliche christliche Geschichte, um den modernen Islam zu entlasten; das erinnert daran, wie kläglich ignorant (oder bewusst irreführend) viele Menschen im Westen bezüglich der wahren Geschichte des christlichen Europa und des Islam sind.

Das Problem besteht darin, dass diejenigen, die Sachen wie die Kreuzzüge verurteilen – einschließlich der „Mainstream“-Akademiker, -Journalisten, -Filmemacher und -Politiker – das tun ohne den historischen Kontext zu erwähnen. Schlimmer noch: Sie implizieren, dass „wir“ den Kontext bereits kennen: üble Päpste und gierige Ritter nutzten die Christenheit aus, um muslimisches Land und Reichtum zu erobern. Oder wie Karen Armstrong es ausdrückte: „Die Vorstellung, dass der Islam sich durch das Schwert aufdrängte, ist eine Einbildung des Westens, erfunden in der Zeit der Kreuzzüge, als es in Wahrheit westliche Christen waren, die brutale heilige Kriege gegen den Islam führten.“

Die wahre Geschichte des Christentums und des Islam ist die Antithese einer solchen Behauptung. Überlegen Sie einmal einen Moment:

Nur ein Jahrzehnt nach der Geburt des Islam im 7. Jahrhundert brach der Jihad aus Arabien aus. Neben all den Tausenden von Kilometern antiker Länder und Zivilisationen, die auf Dauer erobert wurden – darunter Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, der Irak, der Iran und Teile von Indien und China – wurde auch ein Großteil Europas zu der einen oder andern Zeit durch das Schwert des Islam erobert.

Zu den Staaten und Territorien, die angegriffen wurden und/oder unter muslimische Herrschaft fielen, gehörten (um ihnen ihre modernen Namen ohne besondere Reihenfolge zu geben): Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Sizilien, die Schweiz, Österreich, Ungarn, Griechenland, Russland, Polen, Bulgarien, die Ukraine, Litauen, Rumänien, Albanien, Serbien, Armenien, Georgien, Kreta, Zypern, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Weißrussland, Malta, Sardinien, Moldawien, die Slowakei und Montenegro.

846 wurde von muslimisch-arabischen Angreifern geplündert und der Vatikan geschändet; rund 600 Jahre später, 1453, wurde die andere große Basilika, Heilige Weisheit (oder Hagia Sophia) von muslimischen Türken dauerhaft erobert. (Bis heute feiern die türkischen Muslime die Plünderung von Konstantinopel, das reichlich Raub und Abschlachten erlebte.)

Zu den wenigen Regionen Europas, die wegen ihrer nordwestlichen Entlegenheit direkter islamischer Besatzung entgingen, gehören Großbritannien, Skandinavien und Deutschland. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht von Islam angegriffen wurden. In der Tat beteten die Christen im am weitest entfernt gelegenen Nordwesten Europas, in Island, darum, dass Gott sie vor dem „Terror des Türken“ bewahre. Das war nicht reine Paranoia; noch 1627 überfielen muslimische Korsaren die nördliche christliche Insel, nahmen vierhundert Gefangene und verkauften sie auf den Sklavenmärkten von Algiers.

Auch Amerika entging ihnen nicht. Ein paar Jahre nach der Gründung der Vereinigten Staaten, 1800, wurden amerikanische Handelsschiffe im Mittelmeer geplündert und ihre Matrosen von muslimischen Korsaren versklavt. Der Botschafter von Tripolis erklärte Thomas Jefferson, dass die Muslime das „Recht und die Pflicht haben Krieg gegen sie [die Nichtmuslime] zu führen, wo immer sie sie finden könnten, und so viele wie möglich zu versklaven, die sie gefangen nehmen können.“

Kurz gesagt: Rund ein Jahrtausend lang – durchbrochen von einem Gegenaktion der Kreuzzüge, den der moderne Westen wie besessen dämonisiert – stellte der Islam eine existenzielle Bedrohung des christlichen Europa und in Erweiterung der westlichen Zivilisation dar.

Und darin liegt der Haken: Heute , ob in Oberschulen oder an Universitäten gelehrt, ob von Hollywood dargestellt oder in den Nachrichtenmedien, ist das vorherrschende historische Narrativ das, dass die Muslime die historischen „Opfer“ der „intoleranten“ westlichen Christen sind. (Sehen sie sich meine Antwort auf einen Fox News-Moderator an, der fragte, warum Christen Muslime immer verfolgt haben.)

Hier stehen wir also und bezahlen den Preis dafür eine ahistorische Gesellschaft zu sein: Ein paar Jahre nach den islamischen Anschlägen vom 9/11 – nur die jüngsten in einem Jahrhunderte dauernden, Kontinente überspannenden Jihad gegen den Westen – wählten die Amerikaner (zweimal) einen Mann mit einem muslimischen zweiten Vornamen und Erbe zum Präsidenten; einen Mann, der die Kreuzzüge verurteilt, während er offen dieselbe islamische Ideologie stärkt, die christliche Krieger Jahrhunderte lang bekämpften.

Die europäischen Ahnen der Vereinigten Staaten – die alle irgendwann den Islam zurückschlugen oder von ihm erobert wurden – müssen in ihren Gräbern rotieren.

Doch all das ist Geschichte, sagen Sie? Warum das wieder aufwärmen? Warum es nicht lassen und weitergehen, ein neues Kapitel von gegenseitiger Toleranz und Respekt aufschlagen, selbst wenn die Geschichte ein wenig retouchiert werden muss?

Das wäre eine einigermaßen plausible Haltung – wäre es nicht so, dass rund um dem Globus Muslime immer noch denselben imperialen Impuls und intolerantes Herrenmenschentum zur Schau stellen würden wie ihre erobernden Vorfahren. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die muslimische Welt derzeit nicht in der Lage ist den Westen durch konventionellen Krieg zu besiegen.

Es könnte aber auch sein, dass dies nicht möglich ist. Dank der Ignoranz von Geschichte überlaufen Muslime Europa unter dem Deckmantel der „Einwanderung“, lehnen Assimilierung ab und bilden Enklaven, die in moderner Ausdruckweise „Ghettos“ genannt werden, in islamischen Begrifflichkeiten aber ribat – Frontposten in zu erobernden Gebieten, wo auf die eine oder andere Weise Jihad gegen die Ungläubigen geführt wird.

All das führt zu einem weiteren, vielleicht noch wichtigeren Punkt: Wenn die wahre Geschichte des Westens und des Islam auf den Kopf gestellt wird, welche anderen historischen „Orthodoxien“, mit denen hausiert wird, sind dann auch noch falsch?

War das finstere Mittelalter wirklich wegen der „erstickenden“ Kräfte des Christentums umnachtet? Oder war das finstere Mittelalter – das „zufällig“ in denselben Jahrhunderten liegt, in denen der Jihad Europa ständig verwüstete – ein Produkt einer anderen erstickenden „Religion“? War die spanische Inquisition – ebenfalls von Obama verurteilt – ein Abbild christlichen Barbarismus oder war sie zumindest zum Teil ein Abbild christlicher Verzweiflung vis-à-vis den vielen Muslimen, die zwar behaupteten zum Christentum übergetreten zu sein, aber in Wirklichkeit taqiyya betrieben und als Maulwürfe lebten, um zu versuchen die christliche Nation zu untergraben, damit sie zum Islam zurückkehrt?

Erwarten Sie nicht die wahren Antworten auf diese und weitere Fragen von denen zu bekommen, die die fingierte Wissenschaftslehre des Westens machen, bewachen und verbreiten. In der Zuikunft (welche auch immer das sein mag) wird die über unsere Zeit geschriebene Geschichte wahrscheinlich hervorheben, wie unsere Ära, die ironischerweise das „Informationszeitalter“ genannt wird, kein Zeitalter war, in dem die Menschen so gut informiert waren, sondern ein Zeitalter, in dem Desinformation derart weit verbreitet und nicht hinterfragt war, dass Generationen an Menschen in Blasen alternativer Wirklichkeiten lebten – bis diese schließlich platzten.

Exposé: Belgien begeht Selbstmord

Giulio Meotti, Israel National News, 9. Februar 2015

Wenn die Hauptstadt der Europäischen Union den Bach runter geht, geht Europa den Bach runter. Und die Einzelheiten sind schlimmer als man sich vorstellen kann.

Belgien hat die höchste Pro-Kopf-Zahl islamischer Terroristen, die zum Kämpfen nach Syrien und in den Irak gingen, als jedes andere europäische Land. Brüssel ist die Hauptstadt des heiligen Krieges wie auch der Europäischen Union.

Der erste europäische Bürger, der auf dem Schlachtfeld des Jihad starb, war Muriel Degauque, ein belgisches katholisches Mädchen. Sie stammte aus Charleroi, konvertierte zum Islam, änderte ihren Namen in Myriam und starb in der Nähe von Bagdad als menschliche Bombe.

Zwei Tage vor dem 11. September schafften es zwei in Belgien rekrutierte Tunesier den afghanischen Kommandeur Massud, einen Feind der Al-Qaida und der Taliban, zu töten.

Und die Terrorzelle der Bombenanschläge von Madrid 2004 kamen aus der Stadt Maaseik.

Wie konnte Maaseik, die Stadt des christlichen Malers Van Eyck, zum Zentrum islamischen Terrorismus in Europa werden?

Sie nennen es „Belgistan“; es ist die traurige Evolution eines wohlhabenden, gelangweilten und skeptischen Landes, einer Welt aus Cafés, Theatern, städtischen Vereinen, Weinen, geistreichen Gesprächen, Glockenspielen, Bibliotheken, begüterten Genossenschaften.

Brüssel war dazu bestimmt wie London, Paris oder Athen zu werden, DER Ort des nationalen Zusammenschlusses Europas. Der Homo Belgicus hätte das höchste Beispiel der Synthese des europäischen Durchschnittsbürgers. Doch das Land ist krank.

Belgien hält nicht nur den Rekord für Jihadisten in Europa, es ist auch das europäische Land mit der höchsten Selbstmordrate. Der bekannteste Selbstmord ist der des Nobelpreisträgers für Medizin Christian de Duve, der sich vor zwei Jahren vor seinen vier Kindern selbst tötete.

Sechs Selbstmorde pro Tag. Mit einer auf mehr als 20 pro 100.000 Einwohnern geschätzten Selbstmordrate bricht Belgien alle Rekorde in Westeuropa. Der weltweite Durchschnitt beträgt 14,5 pro 100.000 Einwohner. Selbstmord ist in der Tat die Hauptsterbeursache bei Belgiern im Alter von 25 bis 44 Jahren und liegt – hinter Autounfällen – bei den 15 bis 24-jährigen an zweiter Stelle.

Die tragische Statistik würde noch steigen, wenn wir die Tausenden Toten mitzählen, die unter dem Euthanasiegesetz stattfinden – mit sechs Toten pro Tag. Belgien ist auch Stätte des ersten „Supermarkt des Todes“. In Flémalle, einer belgischen Stadt nicht weit von Lüttich. Die Grabsteine? In der vierten Reihe. Die Kronen? Rechts in der Ecke. Die Särge? Links.

Ein Land, das von Nihilismus beherrscht wird, wo der Islam bereits die größte Religion ist. In den Schulen der Hauptstadt Europas hat das Lehren der muslimischen Religion die der Schüler katholischen Glaubens überflügelt. Volle 43 Prozent lernen Islam; dieselbe Zahl stand für Oberschulen bei 41,4; 27,9 Prozent nehmen Kurse in „säkularer Moral“ (Atheismus) und nur 23,3 Prozent entscheiden sich für Unterricht im katholischen Glauben.

Bereits heute ist einer von drei Menschen in Brüssel Muslim, der häufigste Name ist Mohammed und bis 2035 wird sie eine Stadt mit einer muslimischem Mehrheit sein.

Die großen Momente des Lebens wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen sind in Belgien nicht länger mit dem Christentum verbunden; es ist ein Land, dessen Symbole lange die Kathedrale von Antwerpen, der Hund von St. Hubert und die (von Papst Martin V. gegründete) Universität Leuven waren.

Heue sind nur 7,2 Prozent der Eheschließungen in Brüssel katholisch, nur 14,8% der Kinder werden getauft und es dort sind nur 22,6 Prozent der Beerdigungen katholisch. Das ist das Ende des Katholizismus.

Vor kurzem entschieden die belgischen Behörden, dass der Grundfeiertage der europäischen Kultur wie Allerheiligen, Weihnachten und Ostern, durch die neutraleren „Herbstfeiertag“, „Winterfeiertag“ und „Frühlingspause“ ersetzt werden sollen. Und vor zwei Jahren hatte der säkularisierte Weihnachtsbaum sein Debüt, als Symbol eines Landes, das transparent, seelenlos geworden ist: ein Weihnachtsbaum aus Stahl, Lichtern und Videoprojektionen.

Gleichzeitig übernahm Belgien die radikalste Form des Multikulturalismus, den Europa je gekannt hat. 1974 erkannte die belgische Regierung offiziell die islamische Religion an. Das erste Ergebnis dieser Anerkennung war die 1975 erfolgte Übernahme der Integration der islamischen Religion in den Lehrplan der Schulen. Die Muslime in Belgien sind zu 75 Prozent fundamentalistisch.

„Eine radikalisierte Jugend, die westliche Werte ablehnt“, schreibt der flämische Journalist Hind Fraihi: „In Brüssel gibt es Inseln wie Molenbeek, wo man kaum glauben kann, dass man in Belgien ist.“

Derweil floriert die Mission. Die Gesamtzahl der zum Islam übergetretenen Belgier wird auf 20.000 geschätzt. In den Gerichten greift die Scharia in die Urteile von Richtern ein und in Antwerpen ist das erste Gericht eingerichtet worden, das nach islamischem Recht richtet. Öffentliche Schulen geben Halal-Mahlzeiten aus.

In den letzten Jahren sind in vielen Bereichen von Brüssel die Frauen verschwunden und tauchten unter voller Verschleierung wieder auf. Einen Steinwurf entfernt von den EU-Institutionen predigen Imame gegen Brüssel, die „Hauptstadt der Ungläubigen“.

Die Juden werden überall angegriffen.

Viele Kirchen bleiben von außen unverändert. Aber im Inneren sind viele zu Moscheen geworden, so wie die Maria-Hilf. In einer Kirche in Brügge wird das „Heilige Blut“ aufbewahrt, das ein Graf von Flandern nach den Kreuzzügen aus Palästina mitbrachte. Aber das „Winder der Verflüssgung“ sagten die Fremdenführer, findet nicht mehr statt und das schon seit mehreren Jahrhunderten.

Es ist vertrocknet. Das Symbol eines ausgetrockneten und verlorenen Europa.

Nenne mir die Religion des Friedens

gefunden auf Facebook:

Name-the-religion-of-peace

Wenn sie ernst genommen werden wollen, wird es Zeit, dass die moderaten Muslime entscheidend agieren, damit dieses Bild nicht das vorherrschende bleibt – außer sie stimmen insgeheim doch zu…

Mir ist egal, dass Muslime sich vor Synagogen stellen

Marc Goldberg, Times of Israel blogs, 21. Februar 2015

In der Folge eines terroristischen Mordes an einer Synagoge in Kopenhagen haben viele norwegische Muslime sich entschlossen Solidarität mit der dortigen jüdischen Gemeinde zu zeigen. Sie werden eine Position außerhalb einer Synagoge beziehen, um sie zu „beschützen“, indem sie einen „menschlichen Friedensring“ darum bilden.

Ich wünschte, sie täten das nicht.

Oberflächliche Solidaritätsbekundungen sind gut und schön, aber was wir brauchen ist etwas weit Reelleres. Kein vernünftiger Mensch hat jemals bezweifelt, dass es jede Menge Muslime da draußen gibt, die glücklich sind Seite an Seite mit Juden zu leben. Ich würde es aber lieber sehen, dass die muslimische Gemeinschaft aktive Maßnahmen ergreifen, um den Extremismus in ihren eigenen Moscheen, Schulen und Institutionen einzudämmen. Das brauchen nicht nur die Juden, das brauchen alle.

Wird irgendeiner der Politiker Europas, in deren Händen die Macht liegt den islamischen Extremismus anzugehen, überhaupt irgendetwas tun um sicherzustellen, dass man sich mit dem wirklichen Problem beschäftigt?

Vielleicht könnten sie daran arbeiten den islamischen Extremismus zu entgegenzuwirken, statt den Premierminister Israels anzugreifen, weil er den Juden sagt, sie sollten Aliyah machen. Natürlich würde ich von europäischen Politikern nichts anderes erwarten als von Aufrufen des israelischen Premierministers Europa den Rücken zu kehren und nach Israel zu ziehen empört zu sein. Solche Aufrufe dienen als Erinnerung an das europäische Versagen, wenn es darum geht das Judentum als integrierten Teil Europas zu akzeptieren.

Der Zionismus ist eine jüdische und eine europäische Ideologie. Er wurde in Europa als Reaktion auf einen Hass auf Juden geboren. Eines Hasses, dessen Name – Antisemitismus – von einem Judenhasser geprägt wurde, der seinen Hass wissenschaftlicher klingen lassen wollte. Jedes Mal, wenn Sie jemanden argumentieren hören, er könne nicht antisemitisch sein, weil er selbst Semit ist, sehen Sie, dass diese Bemühung Früchte trägt.

Der einzige Grund, dass Israel existiert, ist Europas schäbiger Umgang mit den Juden. Die Tatsache, dass Juden im 21. Jahrhundert Europa weiter verlassen, um in Scharen nach Israel zu gehen, ist eine brutale Erinnerung an das europäische Versagen gegenüber den Juden. Kein Wunder, das europäische Politiker es persönlich nehmen – es ist eine brutale Anklage ihrer Unfähigkeit.

Im April gibt es in Southampton eine Konferenz unter dem Titel „Internationales Recht und der Staat Israel“. Der Zionismus wird auf Grundlage von Menschenrechten attackiert werden. Das ist Europas großes Thema. Die linke Brutstätte für Ideen von Toleranz, Aufklärung und viele andere nette, puschelige Philosophien werden immer ein Problem haben; er ist eine jüdische Ideologie, der dem „aufgeklärten“ Europa den Spiegel vorhält und ihm sein wahres Gesicht zeigt.

Wie aufgeklärt kann Europa denn sein, wenn die Juden dort kein Zuhause finden können? Statt sich mit den Folgen einer solchen Frage zu beschäftigen, würden europäische Intellektuelle weit lieber Israel attackieren und delegitimieren. Das ist einfacher und benötigt weit weniger Prüfung des eigenen Gewissens.

In Southampton wird man die üblichen Einwände gegen Israel ausrollen. Israel wird als ethnischer Staat angegriffen werden, der nicht allen seinen Bürgern Menschenrechte oder Demokratie bietet. Es wird als die Vorherrschaft einer Gruppe betreibend verschrien werden, obwohl es in Wirklichkeit schlicht das Ergebnis davon ist, dass Juden einen Staat gründeten, in dem sie die Gleichberechtigung finden können, die sie in Europa entzogen bekamen. Hätte Europa den Juden diese Rechte geboten, dann wäre der Zionismus natürlich gar nicht erst entstanden.

Darüber hinaus: Hätten die Europäer es geschafft ein Umfeld zu schaffen, in dem Juden als Gleichberechtigte behandelt werden, würden sie jetzt nicht fliehen.

Der Zionismus dient dazu den Europäern zu sagen, dass die Gesellschaften, auf die sie so stolz sind, dabei sind zu scheitern. Diese Kritik ist der Grund, dass wir solch eine heillose Abwehrhaltung in einem Interview auf Channel 4 erleben, wo einem israelischen Journalisten, der Antisemitismus offenlegte, „Provokation“ vorgeworfen wurde. Wir sehen ihn, wenn Politiker auf den Aufruf eines israelischen Premierministers Juden auffordert Europa zu verlassen, mit rechtschaffener Empörung und persönlichen Angriffen reagieren.

Es ist viel einfacher das irrelevante Handeln einer Reihe von muslimischen Aktivisten zu feiern oder Bibi Netanyahu zu attackieren oder sogar bewaffnete Wachen vor Synagogen zu stellen, als die darunterliegenden Probleme in der europäischen Gesellschaft zu verändern, die sicherstellen, dass tausende junger europäischer Muslime loslaufe, um im Islamischen Staat zu kämpfen und zu sterben.

Es ist dieses europäische Bedürfnis vorzugeben, dass alles gut ist, das zu dem Narrativ geführt hat, das wir überall um uns herum erleben. Das ist der Grund, dass wir jede Menge über Lassanna Bathily hören, der für seine Rolle beim Verstecken von Juden während des Anschlags au feinen koscheren Supermarkt in Paris mit der französischen Staatsbürgerschaft geehrt wird, aber nicht über das heldenhafte Verhalten von Yoav Hattab. Er wurde getötet, als er einen Terroristen angriff, der bereits vier Menschen getötet hatte. In diesem Zusammenhang ist es Bathily, der zum Helden gemacht wird, während Hattab auf ein paar Nachrichtenmeldungen und einem Grab in Jerusalem überlassen wird.

Hattab, der Sohn des Oberrabbiners von Tunesien, passte nicht in ein europäisches Narrativ, das lieber einen Muslim als Helden gelobt sehen möchte, weil er Juden im Kühlschrank versteckte und weglief, als einen Juden, der einen bewaffneten muslimischen Terroristen angriff und dabei getötet wurde. Das erste Narrativ fördert den Mythos der Koexistenz, der es Politikern gestattet Aufrufe zur Bekämpfung des islamischen Extremismus abzuleiten, dem sie es erlaubt haben während ihrer Zuständigkeitszeit aufzublühen. Letzteres könnte – was der Himmel verhüten möge – dafür sorgen, dass Juden ermutigt werden lieber für sich zu kämpfen als weiter den Soldaten an ihrer Türschwelle und der Regierung und Parlament ausgeliefert zu sein.

Wenn europäische Politiker glücklich damit sind Wachen vor jüdische Ziele zu stellen und es ablehnen das Problem des radikalen Islam anzugehen oder es überhaupt beim Namen zu nennen, dann wissen wir, dass die Dinge sich nicht ändern werden. In diesem Europa werden die Juden schwach und wehrlos bleiben, die Hilfe eines Staates benötigen, der zeigen wird, wie wunderbar es ist bewaffnete Waffen und Worte der Verurteilung gegen Antisemitismus zu liefern. Aber die Juden brauchen bewaffnete Wachen nur wegen des Versagens Europas sich mit seinem jüdischen Problem auseinanderzusetzen – vielleicht eher mit seinem muslimischen Problem. Wir brauchen verurteilende Worte und Soldaten vor unseren Gemeindehäusern nur, weil den Führungspolitikern in ganz Europa der Mut fehlt sich des Problems des Judenhasses anzunehmen, der in ihrer Gesellschaft eitert, wie es immer schon gewesen ist.

Wäre es den europäischen Politikern ernst mit dem Antisemitismus fertigzuwerden, würden wir sehen, dass sie muslimische Organisationen und Institutionen angehen, die ihre Gemeinden mit Hass auf Juden, Christen und Demokratie indoktrinieren. Stattdessen sehen wir, dass sie von genau den Politikern gefeiert werden, die behaupten den Extremismus auszumerzen. Das ist dieselbe Geisteshaltung, mit der der damaligen Leiter des Muslim Council of Britain zeitgleich mit dem damaligen Oberrabbiner Jonathan Sacks in den Adelsstand erhoben wurde. Der eine verrichtete gemeinnützige Arbeit und repräsentierte die jüdischen Gemeinschaft, während der andere eine Organisation anführte, die weiterhin den Holocaust-Gedenktag boykottierte und den Tod britischer Soldaten forderte.

Aber natürlich kann man keinen Juden ehren, ohne das auch mit einem Muslim zu tun. Offenbar ist dafür jeder Muslim gut. Es ist diese klassische Geisteshaltung, diese Ermutigung des Anscheins des Fair Play in Sachen einer substanziellen Politik, die uns überhaupt erst in diesen Schlamassel gebracht hat.

Ich schlage vor, dass man es Fortschritt nennen sollte, wenn Europas Politiker sich jetzt gegen Antisemitismus äußern statt ihn zu ermutigen oder sogar begehen. Doch dieser „Fortschritt“ kommt zu spät und ist zu wenig. Wir müssen nicht länger warten, bis die europäischen Politiker die Kurve kriegen; wir müssen uns nicht darauf verlassen, dass Muslime für ein nettes Foto vor Synagogen stehen, das allen erlaubt vorzugeben alles sei in Ordnung. Ich würde sogar viel lieber sehen, dass diese Muslime uns unsere Gemeindehäuser verteidigen lassen würden und sich auf die Bekämpfung des Extremismus konzentrierten, der in ihren Gemeinden so um sich greift.

Aus diesen Gründen also habe ich so gar kein Interesse daran, dass Muslime vor Synagogen sthen und sehr viel Interesse daran zu wissen, was die europäischen Regierungen tun wollen, um den islamischen Extremismus auszumerzen, den sie viel zu lange ignoriert haben.

Nachtrag:
Da waren alle so glücklich, dass eine Gruppe Muslime einen „Friedenskreis“ um die Synagoge von Oslo bilden wollen. Dieser Gruppe ist aber auch ein Problem: Genau dieselben Muslime sind – zumindest in entscheidenden Teilen – Israelhasser; einer der Hauptorganisatoren der Aktion hat das zur Genüge auf Facebook kundgetan und lässt dabei Verschwörungstheorien nicht aus.

Eigentlich beginnt der europäische Antisemitismus oben

Evelyn Gordon, Commentary Magazine, 11. Feb. 2015

Dass die Obama-Administration unerklärlicherweise abstritt, dass der Anschlag auf einen koscheren Supermarkt in Paris möglicherweise antisemitisch sein könnte, überschattete das andere Schmankerl an der Antisemitismus-Front von gestern. Deutsch-jüdische Organisationen aufgebracht, weil einer von der Bundesregierung eingerichteten Expertenkommission, die den Kampf gegen Antisemitismus beraten soll, kein einziger Jude angehört. Es ist schwer vorstellbar, dass eine Kommission zu – sagen wir mal – Vorurteilen gegenüber Muslimen oder Schwarzen Repräsentanten der ins Visier genommenen Gemeinschaft ausschließen würde. Doch die wichtigere Sorge besteht darin, dass ein Gremium ohen Juden eine der Hauptmanifestationen des modernen Antisemitismus ignorieren wird, wie eine weitere deutsche Entscheidung gerade letzte Woche veranschaulichte: Ein Gerichtsurteil, dass nichts Antisemitisches dabei ist eine Synagoge in Brand zu setzen, um gegen israelisches Handeln im Gazastreifen zu protestieren.

In den Fall involviert waren zwei deutsch-palästinensische Erwachsene, die im Juli Molotowcocktails auf die Wuppertaler Synagoge warfen und damit 800 Euro Schaden anrichteten. Das Gericht entschied, dass der Anschlag nicht antisemitisch war und ließ sie deshalb mit Bewährungsstrafen und gemeinnütziger Arbeit davonkommen. Und warum war das nicht antisemitisch? Weil die Täter, sagte das Gericht, nur versuchten auf den Gaza-Konflikt „aufmerksam zu machen“, der damals zwischen der Hamas und Israel tobte. Und natürlich ist nichts Antisemitisches dabei, wenn man Juden in einem Land angreife, um die Taten anderer Juden in einem anderen Land „aufmerksam zu machen“; sie sind doch alle Juden, oder nicht? Zweifellos würde das Gericht gleichermaßen verständnisvoll sein, wenn Israelis eine deutsche Kirche anzündeten, um auf dieses widerliche Urteil „aufmerksam zu machen“.

Das Urteil ist auch kein Ausreißer; es ist ziemlich repräsentativ für das Denken der deutschen Eliten. Letztes Jahr veröffentlichte Prof. Monika Schwarz-Friesel von der Technischen Universität Berlin eine Studie, die 10 Jahre Hasspost untersuchte, die an den Zentralrat der Juden in Deutschland und die israelische Botschaft in Berlin geschickt wurde. Zu ihrer Überraschung kamen nur 3 Prozent von Rechtsextremen, während mehr als 60 Prozent von gebildeten Mitgliedern „des sozialen Mainstream“ stammten. Und diese Briefe waren nicht bloße „Israelkritik“; sie beinhalteten klassisch antisemitische Äußerungen wie „Es ist möglich, dass der Mord an unschuldigen Kindern in eure lange Tradition passt“ oder „In den letzten 2000 Jahren habe ihr Land gestohlen und Völkermord begangen“.

Unnötig zu erwähnen, dass die gebildeten Eliten in anderen europäischen Ländern nicht viel besser sind. Letzten Monat z.B. bekam ein BBC-Reporter Feuer, weil er implizierte, dass der Anschlag auf den koscheren Supermarkt in Paris irgendwie gerechtfertigt sei, weil „die Palästinenser durch jüdische Hände auch enorm leiden“. Und erst letzte Woche „entschuldigte“ sich Britanniens Sky News dafür, dass man Bilder aus dem Gazastreifen zu einem Laufband zeigte, das während eines Interviews mit dem britischen Oberrabbiner zum Holocaust-Gedenktag „Erinnerung an Auschwitz“ zeigte; die „Entschuldigung“ verteidigte die ursprüngliche Entscheidung als „logisch“, obwohl zugegeben wurde, das sie im Nachhinein betrachtet „unglücklich“ war. Was könnte schließlich logischer sein, als implizit einen Krieg, bei dem rund 2.100 Palästinenser (und 72 Israelis“ getötet wurden, mit der vorsätzlichen Vernichtung von sechs Millionen Juden zu vergleichen?

In der Tat ist dieser Vergleich für viele Westler so „logisch“, dass während des Gaza-Kriegs Israels Holocaust-Museum Yad Vashem es für nötig befand einen besonderen FAQ-Bereich auf seiner Internetseite einzurichten, in dem erklärt wird, warum der Krieg nicht mit dem Holocaust vergleichbar ist, warum Palästinenser keine Opfer von Völkermord sind und warum der Gazastreifen kein Ghetto ist. Man sollte glauben, dass das selbstverständlich ist, doch in einer Welt, in der 35 Prozent der Deutschen sagen Israel behandle die Palästinenser genauso wie die Nazis die Juden behandelten und in der die Briten Israel stärker verabscheuen als jedes andere Land bis auf Nordkorea, ist das eindeutig nicht der Fall.

Kurz gesagt: Moderner Antisemitismus kann nicht bekämpft werden, indem man ein Problem angeht, das viel zu viele Mitglieder der gebildeten Eliten Europas nicht sehen wollen: Wer den heutigen Antisemitismus verbreitet, kommt in erster Linie aus ihren eigenen von Israel besessenen Reihen, nicht vom rechtsextremen Rand. Und man kann nicht anders als sich zu fragen, ob Juden bei der deutschen Expertenkommission genau deshalb außen vor gelassen werden, weil sie die Dreistigkeit haben könnten darauf hinzuweisen.