Angela Merkel im Wunderland aufwecken

Michael Freund, Jerusalem Post, 24. August 2016

Jeder, der nach überzeugenden Beweisen sucht, dass die europäische Zivilisation unaufhaltsam auf ihren selbstverschuldeten Untergang zurast, muss nur den völlig hirnverbrannten Bemerkungen zuhören, die letzte Woche die deutsche Kanzlerin Angela Merkel von sich gab.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Norddeutschland bestand Merkel darauf – offenbar ohne eine Miene zu verziehen – dass die jüngste starke Anstieg islamisch-jihadistischer Anschläge, die viele Deutsche nervös gemacht haben, absolut nichts mit der Flut von über einer Million Flüchtlingen aus Syrien und dem Nahen Osten zu tun habe, die ihre Land im vergangenen Jahr überrannt haben.

„Das Phänomen des islamistischen Terrorismus des IS“, sagte Merkel, „ ist nicht ein Phänomen, das durch die Flüchtlinge zu uns gekommen ist.“ [1] Stattdessen, sagte sie, sei es eine Herausforderung, die „wir auch schon vorher hatten“.

Es gibt da nur ein kleines Problem mit Merkels Äußerung: Sie stimmt einfach nicht.

Vielleicht kann sie sich nicht erinnern, aber es war erst vor einem Monat, am 24. Juli, dass ein syrischer Asylbewerber namens Mohammed Daleel einen Selbstmordbomben-Anschlag vor einem Musikfestival in Ansbach in Bayern verübte, bei dem er sich selbst tötete und 15 Personen verletzte.

An demselben Tag zog in Reutlingen ein weiterer syrischer Flüchtling eine Machete und benutzte sie, um eine Schwangere abzuschlachten, während am 18. Juli ein afghanischer Migrant sich bei Würzburg entschied Fahrgäste in einem Zug mit einem Beil anzugreifen.

Alle drei Anschläge wurden von Möchtegern-Flüchtlingen verübt, die im Zug von Merkels Politik der offenen Tür nach Deutschland kamen; es verschlägt einem also den Atem, dass sie versucht die Verbindung zwischen Europas Migrantenkrise und der Zunahme des islamischen Terrorismus zu bestreiten.

Tatsächlich war es vor weniger als zwei Wochen, dass ein ranghoher deutscher Verfassungsschützer öffentlich zugab, dass es ISIS-Terroristen gibt, die als Asylsuchende in das Land einreisten.

„Wir müssen akzeptieren, dass wir Hit-Teams und Schläferzellen auch hier in Deutschland haben., sagte Manfred Hauser, Vizepräsident des bayrischen Verfassungsschutzes der BBC.[2] Er fügte hinzu: „Wir haben substantielle Hinweise, dass sich unter den Flüchtlingen auch ‚Hit Teams‘ befinden. Es gibt hunderte solcher Berichte, einige von Flüchtlingen selbst.“ Diese Berichte würden nun geprüft, aber es gebe „eindeutige Hinweise“ darauf, dass in Deutschland IS-Kommando-Strukturen existieren, die Terrorangriffe wahrscheinlich machen.

Angesichts all der Belege des Gegenteils ist klar, dass Merkels Behauptung zu den Flüchtlingen wenig mehr als Wunschdenken sind, die an Wahnvorstellung grenzen.

Natürlich sind die Politiker der gesamten Welt dafür bekannt, dass sie annehmen, sie könnte damit davon kommen zu alberne Dinge zu sagen, weil die Menschen ein kurzes Gedächtnis haben. Offenbar gilt dasselbe auch für Berlin.

Doch Merkels Widerwille zuzugeben, was praktisch jeder sonst auf diesem Planeten begreift, ist weit beunruhigender, schon weil sie darauf hindeutet, wie abgeneigt sie und andere westliche Führungspolitiker sind der unbestreitbaren Bedrohung entgegenzutreten, die der islamisch-jihadistische Terrorismus für unsere kollektive Zukunft darstellt.

Immerhin war das Menetekel seit letztem Jahr schon die ganze Zeit vorhanden, als ISIS öffentlich zu behaupten begann, dass er erfolgreich Terroristen nach Europa geschmuggelt habe. Jeder von der libyschen Regierung bis zum ungarischen Premierminister hat gewarnt, dass der Zustrom an Flüchtlingen nach Europa unausweichlich zunehmendem islamischem Terrorismus auf dem Kontinent zur Folge haben würde.

Doch Merkel und ihre Kollegen können oder wollen den Fehler einfach nicht zugeben, den sie machten, als sie sich entschieden mehr als eine Millionen Menschen nach Europa hereinzulassen, von denen viele aus dem Westen und seinen Werten gegenüber feindlich eingestellten Staaten kommen, ohne sich auch nur ansatzweise um eine Überprüfung zu kümmern, wer sie waren.

Man bedenke: Berichte vom Beginn diesen Jahres deuteten darauf hin, dass 80 Prozent der Flüchtlinge, die Deutschland erreichen, keinerlei Ausweispapiere haben. Aber um in München oder Frankfurt ein Prepaid-Handy zu kaufen, muss man irgendeine Identifizierung vorlegen.

Das bedeutet, dass in Merkels Deutschland eine Person, die keinerlei unterstützenden Dokumente vorlegen kann, sich dauerhaft im Land niederlassen kann, aber der Kauf eines Prepaid-Handys als zu riskant angesehen wird. Macht das irgendeinen Sinn? Wer Probleme hat zu begreifen, wie die Kanzlerin denkt, steht damit nicht alleine.

Wie der Protagonist in Lewis Carrolls Klassiker Alice im Wunderland von 1865 scheint Merkel durch ein Kaninchenloch in eine alternative Realität gefallen zu sein, in der Logik und gesunder Menschenverstand schlicht nicht gelten.

Aber wo Carrolls Buch nur eine unterhaltende Kindergeschichte war, hat Merkels Torheit Auswirkungen auf die reale Welt, die sich bereits als tödlich erwiesen haben.

Und wenn ihre bockige Entschlossenheit Millionen Flüchtlinge aus dem Nahen osten im Herzen Europas ohne wirkliche Chance sie zu integrieren und sie absorbieren nicht umgedreht wrid, wird das auf Jahre und sogar Jahrzehnte hinaus verhängnisvolle Folgen haben. Islamisch-jihadistischer Terrorismus und Gewalt werden weiter außer Kontrolle geraden und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sie sich weiter über die Grenzen Europas hinaus ausbreiten.

Aber wenn uns Alice im Wunderland irgendetwas lehrt, dann die, dass die Hoffnung nie mehr als eine Dosis Eigenwahrnehmung entfernt ist.

Im letzten Kapitel des Buches verliert Alice die Geduld mit Herzkönig und Herzdame und den grotesken Vorgängen, die sie betreiben; sie sagt ihnen schließlich: „Wen interessiert ihr? Ihr seid nichts als ein Stapel Spielkarten!“ Die Spielkarten fliegen davon und Alice wacht plötzlich auf, den Kopf im Schoß ihrer Schwester und sie erkennt, dass alles nur ein böser Traum war. Mit anderen Worten: Als Alice wieder bei Sinnen war, war der Tag gerettet.

Hoffen wir, dass jemand endlich Angela Merkel aufweckt und sie und den Rest ihrer gleichgesinnten Schelme aus ihrem selbstgeschaffenen Wunderland zurückholt, bevor es zu spät ist.

[1] DIE WELT, 18.08.2016

[2] Rheinische Post, 12.08.2016

Vergesst Erklärungen, konzentriert euch auf Gründe, warum der Westen gegen den Islam verliert

Raymond Ibrahim, 8. August 2016

Der effektivste Weg ein Problem zu lösen besteht darin, es zuerst in seine einfachsten Teile zu zerlegen – seine nackten Elemente.

Das war der absolut wichtigste Punkt eines Artikels, in dem ich gerade geltend machte:

Wenn es zur Verbindung zwischen Islam und Gewalt gegen Nichtmuslime kommt, muss eine Tatsache akzeptiert werden: Die Mehrheit in Führungs- und Obrigkeitspositionen im Westen sind entweder Lügner oder dumm – oder beides.

Es gibt keine Alternative.

Sowohl in den Kommentaren auf meiner Seite als auch denen auf anderen Internetseiten, die den Artikel einstellten, sowie durch E-Mails waren viele anderer Ansicht. Sie argumentierten, dass es andere Alternativen gibt und meine Abgrenzung – Dummkopf, Lügner oder beides – zu einfach ist.

Mancher argumentiert, dass diejenigen westlichen Führungspersönlichkeiten, die es ablehnen den Islam mit Gewalt und Terrorismus in Verbindung zu bringen, schlicht „politisch korrekt“ oder „feige“ sind oder gekaufte „Verräter“; oder sie sorgen sich um ihre Karrieren oder versuchen bewusst eine möglichen Weltkonflikt zu entschärfen, d.h. einen „Zusammenprall der Zivilisationen“.

Andere argumentieren, dass viele westliche Führungspolitiker ernsthaft glauben, dass der Islam nichts mit Terrorismus zu tun hat, weil sie nicht in der Lage sind über den Tellerrand hinauszusehen – weil sie ihre westliche Erkenntnislehre hinter sich zu lassen; oder wie sie „wahnhaft“ oder „überoptimistisch“ sind usw. usf.

Hier haben wir das Problem: Abhängig davon, welcher westliche Führungspolitiker und/oder Fernsehquassler behauptet, dass der Islam keine Verbindung zu Gewalt hat – heißt: Jeder Fall soll sich beurteilt werden – können all diese Erklärungen richtig sein.

Dennoch sind sie nur das – Erklärungen, warum diese Leute behaupten, was sie über den Islam angeben. Keine dieser Erklärungen ändert die Tatsache, dass das, was sie letztlich sagen, entweder eine direkte Lüge ist oder das Produkt eines weichen Hirns.

Ob nun aufgrund „politischer Korrektheit“, „Feiheit“, „Verrat“ oder gar ehrlicher Angst vor einem internationalen Konflikt: Diejenigen, die behaupten der Islam sei frei von Gewalt, sind letzten Endes Lügner.

Gleichermaßen argumentieren andere: „Durch Täuschung verursachter Schaden ist schlimmer als Schaden, der durch Dummheit entsteht, denn er wird wissentlich zugefügt.“ Ich bin anderer Meinung: Schaden ist Schaden, ungeachtet der Ursache. Ob jemand dich absichtlich überfährt oder da versehentlich macht, das Ergebnis ist dasselbe: Du bist tot.

Es ist wichtig diese Unterscheidungen zu begreifen, um durch den Nebel zu sehen. Wie immer die Motivation aussieht, jeder, der behauptet der Islam lehre keine Gewalt und Intoleranz gegen Nichtmuslime, ist letztlich ein Lügner oder dumm oder ein wenig von beidem – und nichts anderes.

Egal, ob du von einem Dummkopf oder einem Lügner regiert wirst, du steckt in Problemen.

Ist das Thema einmal auf diese einfache Gleichung heruntergebrochen, wird klar, wie und warum ein eigentlich schwacher Islam eine solche Bedrohung für den Westen geworden ist: Dummköpfe und Lügner haben das Steuer in der Hand.

Wie an die Situation in Ordnung bringen kann, wird noch klarer: Einfach von ihnen abkehren und sie von der Macht holen. Der Rest ist Details.

2006: Niederländische Universität zensiert wissenschaftlichen Vortrag zu muslimischem Antisemitismus

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Vor zehn Jahren erreichte die Zensur eines Vortrags zu muslimischem Antisemitismus an der Universität Utrecht die internationalen Medien.[1] Das Opfer dieser Zensur, Professor Pieter van der Horst, war ein führender, international bekannter Akademiker, der an der Universität frühes Christentum und Judaismus lehrte. Er war außerdem Mitglied der Königlich-Niederländischen Akademie, deren Mitglieder die führenden Wissenschaftler der Niederlande sind.

Am 16. Juni 2006 hielt Van der Horst seine Abschiedsvorlesung zum Thema „Der Mythos des jüdischen Kannibalismus“.[2] Darin erläuterte er die Geschichte vom mehr als zweitausend Jahre alten, vorchristlichen griechischen Antisemitismus bis zur Popularität der antijüdischen Ritualmordvorwürfe in der zeitgenössischen arabischen Welt. Am selben Tag schrieb die niederländisch-jüdische Wochenzeitung NIW; dass der Text der Vorlesung vom Rektor der Universität stark zensiert worden war.[3] Van der Horst bestätigte später diese Behauptung in einem Artikel im Wall Street Journal mit dem Titel „Tying Down Academic Freedom“.[4]

Darin erwähnt Van der Horst, dass er sich als Ergebnis des akademischen Drucks gezwungen sah Teile seiner Vorlesung zu streichen. Er entfernte zum Beispiel den folgenden Absatz: „Ein Großteil der (zeitgenössischen) islamischen Verunglimpfung der Juden hat seine Wurzeln im deutschen Faschismus. Hitlers Mein Kampf steht in vielen Ländern des Nahen Ostens auf den Bestseller-Listen. Die Sympathie für den Nationalsozialismus reicht in die Tage des Führers zurück. Der Palästinenserführer Haddsch Amin al-Husseini, Großmufti von Jerusalem, kollaborierte sogar stark mit Hitler. Er verbrachte die Kriegsjahre in Berlin und besuchte Auschwitz, eine Reise, die seine Pläne beflügelte in Palästina ein Konzentrationslager zu bauen.“

Vor dem Termin der Vorlesung wurde Van der Horst von Willem Hendrik Gispen, dem Rektor der Universität, aufgefordert vor einem Komitee zu erscheinen; dort wurde ihm gesagt, dass die Universität ihn vor sich selbst schützen müsse. Wenn er die Bezüge auf den islamischen Antisemitismus nicht lösche, könnte er von gewalttätigen Muslimgruppen bedroht werden. Er würde außerdem der Fähigkeit der Universität Brücken zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu bauen Schaden zufügen. Um das Ganze noch schlimmer zu machen behauptete das Komitee fälschlich, das wissenschaftliche Niveau von Van der Horsts Vorlesung sei schwach gewesen.

Van der Horst erwähnte, dass Gispen ihm sagte, er habe vierundzwanzig Stunden zu entscheiden, ob er die umstrittenen Passagen entfernt, ansonsten würde er seine „Verantwortung als Rektor“ wahrnehmen. Obwohl die konkrete Bedeutung dieser Drohung unklar war, verstand Van der Horst die deutliche Botschaft: Die Universität Utrecht strebt nach politischer Korrektheit statt nach akademischer Wahrheit. Anfangs war er eingeschüchtert und löschte den umstrittenen Text aus seiner Vorlesung.[5]

Als der unzensierte Text veröffentlicht wurde, wurde bekannt, dass Van der Horst auch auf die Verbreitung des Antisemitismus im Iran, Syrien und den Palästinensergebieten verwiesen hatte. Über Letzte schrieb er: „Die Rohheit der dort zu findenden antijüdischen Gehirnwäsche übertrifft die schlimmsten Erwartungen. In vielen palästinensischen Schulbüchern werden Kinder Jahr um Jahr gelehrt, dass es eine heilige Pflicht ist das jüdische Volk zu vernichten, weil Juden, als Kinder Satans, gegen Gott rebellieren und gegen die Menschheit und den Islam konspirieren.“[6]

Van der Horsts Vorlesungstext war damals bereits eine Untertreibung. Sie erwähnte nicht einmal, dass der damalige Präsident des Iran, der fanatisch antisemitische Hassprediger Mahmud Ahmadinedschad, regelmäßig zu Völkermord aufstachelte.

Die Affäre Van der Horst und mehrere damit verbundene Lügen entwickelten sich in viele Richtungen. Artikel und Kommentare für und gegen Gispen und Van der Horst erschienen in großen niederländischen Zeitungen. Die Tageszeitung NRC gab einem Leitartikel den Titel: „Der ängstliche Rektor.“[7]

Im Interview mit NRC zu der Affäre gab Gispen ausweichende Antworten. Er lenkte im Interview mit irrelevanten Bemerkungen ab, so mit Äußerungen, dass seine jüdische Frau und Töchter Davidsterne tragen. Gispen behauptete außerdem, er brauche Personenschutz, nachdem die Universität Utrecht den Namen ihres Wissenschaftsinstituts für Nanomaterialien änderte, die den niederländischen Chemiker Peter Debye ehrte, der vor dem Krieg einen Nobelpreis erhalten hatte. Dieser hatte bei antijüdischen Maßnahmen kollaboriert und Briefe mit „Heil Hitler“ unterschrieben, als er in Nazideutschland arbeitete. Gispen behauptete aber nicht, dass die Drohungen, die er erhalten hatte, irgendetwas mit Muslimen zu tun hatten.[8] Nebenbei bemerkt: Debyes Name wurde 2008 wieder eingesetzt.[9]

NRC sollte später fälschlich behaupten, dass fünf von sieben Rektoren niederländischer Universitäten Gispens Zensur befürworteten. Arnold Heertje, ein bekannter emeritierter Wirtschaftsprofessor, befragte sie heran und stellte fest, dass nur zwei Gispens Zensur unterstützten.[10]

Heertje begriff, wie scheinheilig die Leiter der Universität Utrecht waren. Er schrieb, dass Gispens Verhalten von Angst motiviert war, die Universität würde Marktanteile verlieren, weil muslimische Studenten und Imame davon abgeschreckt würden dort zu studieren. Er sagte, der Rektor habe sich wie ein Sekundarschulleiter verhalten, der die Zahl der Schüler seiner Schule maximieren will. Eine solch geschäftsorientierte Gesinnung gegenüber akademischer Freiheit sei für Universitäten schädigend. Zuvor hatte Heertje die Frage aufgeworfen, ob jemand, der mit der akademischen Freiheit auf diese Weise umgeht, als Rektor einer Universität dienen kann.[11]

Die Affäre Van der Horst erklärt auf einen Schlag eine weit verbreitete Politik der akademischen Welt und den Kampf, den Menschen durchmachen müssen, wenn sie für eine Wahrheit einstehen, die als nicht politisch korrekt betrachtet wird. Zehn Jahre danach sehen wir noch deutlicher, was in dieser Affäre auf dem Spiel stand. Die Leiter der Universität Utrecht waren extreme Feiglinge und Opportunisten, bereit die akademische Freiheit zu auszuhöhlen und die Wahrheit zur weit verbreiteten, unumstrittenen Antisemitismus in der muslimischen Welt zu verschleiern.

Diese Affäre hatte auch eine interessante Nachwirkung. Nach diesen Ereignissen wurde international bekannt, dass die Israelische Akademie der Wissenschaften Van der Horst zu einem Vortrag nach Israel eingeladen hatte. In einer ironischen Reaktion auf die Universität Utrecht hieß es in der Einladung, Van der Horst könne sprechen, worüber er wolle und es würde kein Einfluss auf die Inhalte seines Vortrags ausgeübt, „so, wie es in akademischen Kreisen üblich“ ist.[12]

Van der Horst hielt zudem zwei brillante Vorträge im Jerusalem Center for Public Affairs, nämlich „Die ägyptischen Anfänge der langen Geschichte des Antisemitismus“[13] und „Der Ursprung des christlichen Antisemitismus“.[14] Damals sagte ich Van der Horst, es sei ein guter Nebeneffekt der Affäre. Davor war er ein sehr respektierter Professor, aber nur in seinem Forschungsbereich bekannt. Als Ergebnis der Öffentlichkeit zu der Zensur seiner Vorlesung kannten jetzt viel mehr Niederländer seinen Namen als den eines wichtigen Wissenschaftlers.

[1] Manfred Gerstenfeld: Utrecht University: The Myth of Jewish Cannibalism, Censorship, and Fear of Muslim Intimidation. Academics Against Israel and the Jews. Center for Public Affairs, Jerusalem, 2007, S. 236-241.

[2] Der unzensierte Text der Vorlesung auf Niederländisch ist hier zu lesen: www.franklinterhorst.nl/Toespraak%20prof%20van%20der%20Horst.htm

[3] Ted de Hoog: Censuur in Holland. NIW, 16. Juni 2006.

[4] Pieter W. Van der Horst: Tying Down Academic Freedom. Wall Street Journal, 30. Juni 2006; auf Deutsch etwa: Akademische Freiheit wird gefesselt.

[5] ebenda

[6] Pieter W. Van der Horst: De Mythe van het joodse kannibalisme (De ongecensureerde versie). CIDI, Den Haag, 2006. (Niederländisch); www.franklinterhorst.nl/Toespraak%20prof%20van%20der%20Horst.htm

[7] De bange rector. NRC Handelsblad, 15. Juni 2006. (Niederländisch)

[8] Jannetje Koelewijn: Ik ben niet bang en van censuur is geen sprake. NRC Handelsblad, 22. Juni 2006.

[9] http:// volkskrant.nl/archief/utrecht-geeft-het-debye-instituut-zijn-naam-terug~a924493/

[10] Arnold Heertje: De Rector is geen manager: Academische censuur. Trouw, 30. Juni 2006.

[11] Arnold Heertje: Zwijgen over antisemitisme. Parool, 21. Juni 2006.

[12] Gerstenfeld, S. 240

[13] http://jcpa.org/article/the-egyptian-beginning-of-anti-semitism%E2%80%99s-long-history/

[14] http://jcpa.org/article/the-origins-of-christian-anti-semitism/ (s. auch: Antisemitische Elemente im Neuen Testament)

Europa hat den islamischen Krieg verloren

Giulio Meotti, Israel National News, 25. Juli 2016

Das Wall Street Journal veröffentlichte gerade einen schockierenden Artikel, der aufdeckte, was Patrick Calvar, der Direktor von Frankreichs Allgemeinem Geheimdienst, durch den Kopf geht:

„Die Konfrontation ist unausweichlich“, sagte Calvar. Es gibt geschätzte 15.000 Salafisten unter den sieben Millionen Muslimen Frankreichs, „deren radikal-fundamentalistische Überzeugung viele der überwiegend muslimischen sozialen Wohnungsbauten an den Rändern von Städten wie Paris, Nizza oder Lyon dominieren. Ihre Prediger rufen zu einem Bürgerkrieg auf, alle Muslime hätten den Auftrag die Schurken von den Straßen zu wischen“.

Ja, Frankreich ist auf dem Weg in die „unvermeidliche Konfrontation“. 84 Erwachsene und Kinder sind gerade in Nizza mit einem LKW zu Tode gefoltert worden, dessen Fahrer einer Wache sagte, er bringe den Feiernden des französischen Feiertags der egalitären Werte Eiskrem. Eine offensichtliche Geste der Leichenhysterie, aber eigentlich ein vom internationalen Jihad und vielen europäischen Muslimen gefeiertes, spektakulär horrendes Massaker.

Derweil erneuerte Europa gerade seine Vorstellung der oberflächlicher Phrasendrescherei. Nehmen Sie die Erklärungen der französischen Führungspolitiker nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo, das Theater und Restaurants in Paris und jetzt in Nizza. Es sind immer dieselben.

Niemand kämpft diesen Krieg tatsächlich. Europa will einfach in Ruhe gelassen werden.

Auf der Asche des World Trade Center nahm George W. Bush den Kampf an. In jenen Jahren bewiesen die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten sich als „das stärkere Pferd“ und die Kräfte des „schwächeren Pferdes“ der Al-Qaida begann zu verzagen. Als die Islamisten in die Defensive gedrängt wurden, nahm die Zahl der Rekruten ab. Angriffe auf Städte des Westens ließen nach.

Nach acht Jahren Barack Hussein Obamas und Europas Rückzug aus dem Krieg gegen den Terror scheint der Westen das schwächere Pferd und die Islamisten das stärkere zu sein.

Vor ein paar Tagen frage ich Professor Bruce Thornton von der California State University, was Europa tun sollte, um diesen schrecklichen Trend umzukehren. Seine Antwort war aufschlussreich: „Es gibt keinen politischen Willen den totalen Krieg gegen ISIS zu führen. Dafür bräuchte man 100.000 Soldaten und massive Bombenangriffe, um so viele Jihadisten wie möglich zu eliminieren. Wir müssten die Einsatzregeln aussetzen, die den Leuten des Feindes Vorrang vor unseren eigenen geben. Zuhause müssten wir die Abschiebungen verstärken und öffentlich fordern, dass muslimische Gemeinden im Westen sich vom Jihadismus und Scharia-Recht distanzieren.“

Natürlich werden Europa und der Westen keine dieser wichtigen und deutlich formulierten Maßnahmen übernehmen.

– Radikale Islamisten haben bereits Europas Universitäten, Moscheen und Außenbezirke der Städte infiltriert.

– Der institutionelle Islam ist in der Lage gewesen die Europäer zu überzeugen, dass Terror „nichts mit dem Islam zu tun hat“.

– Die Mainstream-Medien lehnen es ab, den Namen des Feindes auch nur zu buchstabieren und bereitet gerade neue Artikel über die nächsten Opfer des Jihad vor.

– Papst Franz ist eifrig dabei Milde für jeden zu predigen.

– Die Überbleibsel des europäischen Judentums flieht aus dem Alten Kontinent.

– Europas Armeen werden mit jedem Tag kleiner.

Geben Sie alle Hoffnung auf: Ohne eine große Kulturrevolution und Schock ist Europa verloren, die Islamisten werden gewinnen! Und während das abläuft, werden wir mehr und mehr unserer Freiheit und Zivilisation an den Großen Jihad abgeben.