Die Schlacht von Kulikowo: Russische Befreiung von der muslimischen Horde

Raymond Ibrahim, 8. September 2020

Sergeij Prisekins Wiedergabe von Kulikowo (1980)

Am 8. September 1380 begann Russland seinen langen Marsch zur Befreiung vom Tatarenjoch, durch eine Schlacht, die für die russische Geschichte genauso wichtig ist wie die Schlachten von Tours und Wien es für den Westen sind.

Als sie Russland um 1240 eroberten, waren die Mongolen noch heidnisch, aber bis 1300 waren sie gründlich islamisiert. Arabisch wurde übernommen, „das gesamte muslimische Religionsestablishment aus Kadis, Muftis und dergleichen kam in Sarai auf, der Hauptstadt der Goldenen Horde an der Unterwolga“, und „die Scharia, das muslimische religiöse Recht“ herrschte uneingeschränkt. „Mit dieser russisch-tatarischen Eroberung trat die Gesellschaft in den Mainstream des mittelalterlichen christlich-muslimischen Grenzlebens“, heißt: Es trat in ein bekanntes Paradigma aus Feindschaft und Krieg ein, unterbrochen nur von riesigen Summen an Gold und Sklaven, die aus Russland an die Horde flossen.

1327 bat der Schewkal – „der Vernichter der Christenheit“, wie es in einer russischen Chronik heißt – der Cousin des Khan Usbek seinen Khan um einen Gefallen: „Erlaube mir nach Rus zu gehen, um ihren christlichen Glauben zu vernichten, ihre Prinzen zu töten und dir ihre Frauen und Kinder zu bringen.“ Usbek stimmte zu. An der Spitze einer gewaltigen Horde drang Schewkal nach Russland ein, „mit großer Überheblichkeit und Gewalt. Er führte starke Verfolgung von Christen ein, wofür er Gewalt, Plünderung, Folter und Misshandlung nutzte.“ Die Russen machten sich auch bezüglich der Gründe hinter ihrem (erneuten) Leid nichts vor: Überall in ihren Chroniken „erscheinen sie als Verteidiger des Glaubens, die darum kämpften die Christenheit vor den marodierenden, von ihrer religiös bedingten Feindschaft getriebenen Ungläubigen zu retten.“ Darüber hinaus sind die „mongolischen Gräuel“ immer „als Vorfälle in einem anhaltenden Religionskrieg“ verzeichnet.

Als 1359 die Infrastruktur der Goldenen Horde infolge von internem Konflikt zu zerbrechen begann, fing das Fürstentum Moskau (oder Muskowy) seinen Lehensherren zu trotzen. Als wollte Khan Mamai die Rebellen zermalmen und „den Russen den Islam aufzwingen“ und brach 1380 mit, geben einige Quellen an, rund 100.000 Turko-Tataren nach Moskau auf. Sie prahlten, sie würde ihre Schwerter „am russischen Land und dem christlichen Glauben gegen die Panzerung der Muslime auf die Probe stellen“; die Russen nahmen die Herausforderung an.

Unter der Führung des Großprinzen Dimitri Iwanowitsch von Moskau zogen rund 50.000 Russen los und trafen den Khan auf dem Kulikowo-Feld nahe des Don und einiger Zuflüsse. Die feindlichen Armeen waren so riesig, dass sie sich über 13 Kilometer verteilten. Die Christen positionierten sich strategisch zwischen den Flüssen und den dichten Wäldern, womit sie die Manövrierfähigkeit und Möglichkeiten der tatarischen Reiter ihre Flanken zu umgehen einschränkten.

„Ich werde weder mein Gesicht schützen noch in den hinteren Reihen verstecken, sondern lasst uns alle als Brüder gemeinsam kämpfen“, sagte Dimitri in Reaktion auf die Bitten seiner Adligen sich nicht in Gefahr zu begeben: „Für die Christenheit möchte ich vor allen anderen sterben, mit Tat wie mit dem Wort, so dass alle andere, die es sehen, tapfer werden.“ (Praktischer erklärte der Großprinz: „Es ist besser, wir fallen in der Schlacht, als dass wir Sklaven dieser Ungläubigen werden.“)

Sobald die Schlacht am 8. September 1380 – vor 640 Jahren – begann, „gab es ein so großes Massaker und bitteren Kampf und großen Lärm, wie es ihn in russischen Fürstentümern noch nie gegeben hatte“, schreibt ein Chronist; Blut floss wie starker Regen und es gab viele Tote auf beiden Seiten.“ Obwohl sie zwei zu eins unterlegen waren, „wollten die Russen Rache für die Angriffe der Tataren“; sie kämpften mit wildem Zorn. Dimitri hielt Wort und war an vorderster Front zu finden, „schlug auf die rechts und links ein, tötete viele; er selbst war umgeben von vielen [Tataren] und wurde viele Male an Kopf und Körper getroffen“.

Nach Stunden erbitterter Kämpfe und trotz schwerer Verluste schafften es die Russen mit Hilfe versteckter Kavallerie, die aus den umgebenden dichten Wäldern heraus angegriffen hatte, die Muslime in die Flucht zu schlagen. Und so führte Großprinz Dimitri – der, als er erfuhr, dass die Mongolen geflohen waren, sofort aufgrund seines starken Blutverlustes vom Pferd fiel und fast starb – den ersten großen russischen Sieg gegen ihre tatarischen Unterdrücker an, seit das „Joch“ 150 Jahre zuvor begann. Damit zerschlug die Schlacht von Kulikowo den Mythos der mongolischen Unbesiegbarkeit und verlieh Moskau große Ehre.

Allerdings war die volle Befreiung noch ein Jahrhundert entfernt. Denn 1382 marschierten die neu gruppierten und erholten Tataren in Moskau ein, brannten fast die gesamte Stadt nieder und hinterließen 24.000 Leichen. Aber das widerstandsfähige Herzogtum war weiter der wichtigste russische Dorn im Auge der Horde. 1409 warnte Emir Edigei den Großprinzen Wassili Dimitrivitsch davor die volle Zahlung der Jizya zurückzuhalten – „damit kein Übel deinen Herrschaftsbereich befällt und die Christen ihrem endgültigen Untergang begegnen und unsere Wut und Krieg über euch kommen!“ Weil die Warnung ignoriert wurde, kam Edigei abschlachtend, plündernd, brandschatzend daher, auch nach Moskau, obwohl er es nicht erobern konnte.

Was auf dem Feld von Kulikowo getan wurde, war nicht rückgängig zu machen; im Verlauf der nächsten Jahrzehnte nahm Moskau weiter an Stärke und Geltung zu, während die Horde an beidem weiter abnahm. Schließlich trafen im Oktober 1480 – genau hunderte Jahre nach Kulikowo – die beiden Armeen am Fluss Ugra aufeinander und „damit endete die Zaren der Horde“, wie es ein Chronist ausdrückte. „Dann waren wir in unserem russischen Land frei von der Last der Unterwerfung unter den Muslim und begannen uns zu erholen wie vom Winter in den klaren Frühling.“

Yarmuk: Inspiriation für ISIS und „folgenreichste“ Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen

Raymond Ibrahim, 20. August 2020

Am 20. August 636 fand die wohl folgenreichste Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen statt – die vom Yarmuk. Nur vier Jahre nach dem Tod des muslimischen Propheten Mohammed entschied das militärische Aufeinandertreffen nicht nur, ob das arabische Glaubensbekenntis aufblüht oder stirbt; sie wurde zur Hauptquelle der Inspiration und Anweisung für Jihadisten über Jahrhunderte, direkt bis zum Islamischen Staat. Und doch sind sich nur wenige im Westen der Existenz der Schlacht von Yarmuk bewusst – weit weniger davon, wie sie gegenwärtige islamische Terroristen motiviert.

Die Gegner waren das oströmische Imperium unter Kaiser Heraclius und das neu geborene arabische Kalifat unter dem zweiten Kalifen Omar. Nach ein paar Jahren muslimischer Plünderungen im damals christlich-römischen Syrien trafen die beiden Mächte entlang des Flusses Yarmuk aufeinander. Der Austausch der beiden Generale vor der Schlacht – des römisch-armenischen Vahan und Khalid bin al-Walids (das sehr verehrte und beinahe kannibalistische „Schwert Allahs) – ist aufschlussreich:

Der christliche Kommandierende begann damit diplomatisch Arabiens harte Lebensbedingungen und verarmte Wirtschaft dafür verantwortlich zu machen, dass die Araber keine andere Wahl hätten als römische Länder zu überfallen. Entsprechend war das Imperium zufrieden sie mit Lebensmitteln und Geld zu versorgen, unter der Bedingung, dass sie nach Hause zurückkehren. „Es war nicht Hunger, der uns hierher brachte“, antwortete Khalid kühl, „sondern wir Araber haben den Brauch Blut zu trinken und uns wird gesagt, dass das Blut der Römer das süßeste seiner Art ist, also kamen wir hierher, um euer Blut zu vergießen und es zu trinken.“

Vahans diplomatische Maske fiel auf der Stelle und er begann eine Tirade gegen den unverschämten Araber: „Also wir dachten, ihr kommt auf der Suche nach dem, was eure Brüder immer suchten“ – Plünderung, Erpressung oder Landsknechtsarbeit. „Aber leider haben wir uns geirrt. Ihr kommt, um Männer zu töten, Frauen zu versklaven, Reichtum zu plündern, Gebäude zu zerstören und wollt uns von unserem eigenen Land vertreiben.“ Bessere Leute hatten versucht dasselbe zu tun, wurden aber immer besiegt, fügte Vahan mit Blick auf die kürzlich stattgefundenen Persischen Kriege hinzu, bevor er fortfuhr:

Was euch angeht, gibt es kein niedrigeres und abscheulicheres Volk – erbärmliche, verarmte Beduinen. … Ihr begeht Ungerechtigkeiten an der eigenen Nation und jetzt an unserer. … Welche Verwüstung habt ihr geschaffen! Ihr reitet Pferde, die euch nicht selbst gehören und tragt Kleidung, die nicht die eure ist. Ihr schafft euch Vergnügen mit jungen weißen Frauen Roms und versklavt sie. Ihr esst Essen, das nicht das eure ist und füllt eure Hände mit Gold, Silber und wertvollen Dingen [die nicht euch gehören]. Jetzt finden wir euch mit all unserem Besitz und der Beute, die ihr unseren Glaubensbrüdern genommen habt – und wir überlassen euch alles, wollen weder die Rückgabe noch tadeln wir euch. Alles, was wir von euch wollen, ist, dass ihr unser Land verlasst. Aber wenn ihr das ablehnt, werden wir euch vernichten!

Das Schwert Allahs war nicht beeindruckt. Er begann den Koran zu rezitieren und sprach von einem Mohammed. Vahan hörte in stiller Verbitterung zu. Khalid rief den christlichen General auf die Schahada zu proklamieren – „es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ – und damit den Islam anzunehmen, im Tausch für Frieden; er fügt hinzu: „Du musst auch beten, Zakat zahlen, die Haddsch zum heiligen Haus [in Mekka] pilgern, Jihad gegen die führen, die Allah ablehnen, … und dich mit denen anfreunden, die Allahs Freunde sind und gegen die sein, die gegen Allah sind“, ein Verweis auf die polarisierende Doktrin des al-wala‘ wa al-bara‘. „Wenn du ablehnst, kann es zwischen uns nur Krieg geben… Und du wirst Männern gegenüber stehen, die den Tod so lieben wie du das Leben.“

„Mach, was dir gefällt“, antwortete Vahan. „Wir werden unsere Religion niemals aufgeben oder dir Jizya zahlen.“ Die Verhandlungen waren vorbei.

Die Dinge spitzten sich – ziemlich buchstäblich – zu, als 8.000 marschierende Muslime vor dem römischen Lager erschienen, die die abgeschlagenen Köpfe von 4.000 Christen auf ihren Speeren trugen. Das waren die Überreste von 5.000 Mann Verstärkung, die aus Amman gekommen waren, um sich der römischen Armee in Yarmuk anzuschließen. Die Muslime hatten sie überfallen und abgeschlachtet. Dann, als laute „Allahu Akbar“-Schreie das muslimische Lager erfüllten, stießen die hinter den verbliebenen 1.000 christlichen Gefangenen stehenden Muslime, diese um und schnitten ihnen vor den Augen ihrer Glaubensbrüder, die arabische Quellen als in „kompletter Fassungslosigkeit“ beschrieben werden, die Köpfe ab.

Es sollte also Krieg sein: 30.000 christliche Römer gegen 24.000 muslimische Araber am Fluss Yarmuk in Syrien. Am Vorabend der Schlacht, schreibt der Historiker A.I. Akram, „verbrachten die Muslime die Nacht in Gebet und Aufsagen des Koran und erinnerten einander an die zwei Segnungen, die auf sie warteten: entweder Sieg und Leben oder Märtyrertum und das Paradies.“

Auf die Christen wartete kein derartiger Kitzel. Sie kämpften um Leben, Familie und Glauben. Während seiner Rede vor der Schlacht erklärte Vahan: „Diese Araber hier vor euch wollen … eure Kinder und Frauen versklaven.“ Ein anderer General warnte die Männer hart zu kämpfen, sonst würden die Araber „eure Ländereien erobern und eure Frauen vergewaltigen“. Solche Ängste waren nicht unberechtigt. Noch während die Römer vor der Schlacht im Gebet knieten, paradierte der arabische General Abu Sufyan auf seinem Ross, schwenkte seinen Speer und ermahnte die Muslime zum „Jihad auf die Weise Allahs“, damit sie „Land und Städte der Christen erobern und ihre Kinder und Frauen versklaven“ können.“

Die Schlacht dauerte sechs Tage an. Am 20. August 636, dem sechsten und letzten Tag, brach ein Staubsturm – etwas, woran die Araber gewöhnt waren, ihre Gegner weniger – aus und verursachte Massenchaos, besonders für die Römer, deren große Zahl an Infanteristen sich als kontraproduktiv erwies. Die Nacht brach an. Dann, berichtet der Historiker Antonio Santosuosso,

hallte der Boden wider vom furchterregenden Lärm muslimischen Geschreis und Schlachtgebrülls. Schatten änderten sich plötzlich in Klingen, die das Fleisch durchdrangen. Der Wind brachte die Schreie von Gefährten, als der Feind heimlich unter dem infernalischen Lärm von Becken, Trommeln und Schlachtgebrüll in die Reihen einbrach. Es muss noch furchterregender gewesen sein, weil sie nicht erwartet hatten, dass die Muslime im Dunkeln angriffen.

Muslimische Kavalleristen übten weiter Druck auf die zusammengedrängte und geblendete römische Infanterie aus; dazu nutzten sie die Hufe und Knie ihrer Rösser, um die ermüdeten Kämpfer niederzuwerfen. Schließlich bis an den Rand der Schlucht gedrängt fiel Reihe um Reihe der kaiserlichen Armee die steilen Abhänge hinunter in den Tod. „Die byzantinische Armee, die zusammenzustellen Heraclius brauchte, hatte aufgehört zu existieren“, schreibt der britische Generalleutnant und Historiker John Bagot Glubb. „Es gab keinen Rückzug, kein Handeln einer Nachhut, keinen Kern Überlebender. Es war nichts übrig geblieben.“

Als der Mond den Nachthimmel füllte und die Sieger den Getöteten alles genommen hatten, klangen „Allahu Akbar“-Schreie und „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ durch das Yarmuk-Tal, berichtet der arabische Chronist.

Nur ein paar Jahrzehnte nach Yarmuk waren alle antiken christlichen Länder zwischen Syrien im Osten und Marokko im Westen – fast 6.500km – vom Islam erobert worden. Anders ausgedrückt: Zwei Drittel des ursprünglichen, älteren und wohlhabenderen Territoriums der Christenheit waren dauerhaft vom Krummsäbel des Jihad geschluckt worden. (Schließlich und Dank der späteren Türken „eroberten muslimische Armeen drei Viertel der christlichen Welt“, wird der Historiker Thomas Madden zitiert.)

Aber anders als die germanischen Barbaren, die in den Jahrhunderten zuvor nach Europa eindrangen und es eroberten, nur um sich in die Religion, Kultur und Zivilisation des Christentums zu assimilieren und seine Sprachen – Latein und Griechisch – zu übernehmen, zwangen die Araber den eroberten Völkern ihren Glauben und Sprache auf, so dass die einst auf die Arabische Halbinsel beschränkten „Araber“ heute die „Arabische Welt“ mit 22 Staaten im gesamten Nahen Osten und Nordafrika bilden.

Das wäre nicht der Fall und die Welt hätte sich radikal anders entwickelt, hätte das oströmische Reich die Invasoren besiegt und sie zurück nach Arabien geschickt. Kein Wunder, dass Historiker wie Francesco Gabrieli der Meinung sind, dass „die Schlacht am Yarmuk zweifelsohne wichtigere Folgen hatte als fast jede andere in der Weltgeschichte“.

Darüber hinaus und wie der aufmerksame Leser bemerkt haben wird, sind die Kontinuität der Worte und Taten des Islamischen Staats im Irak und Syrien (ISIS) und die seiner Vorgänger von vor fast 1.400 Jahren gespenstisch ähnlich. Das ist natürlich Absicht. Wenn ISIS proklamiert: „Amerikanisches Blut ist das beste und wir werden es bald schmecken“, oder „Wir lieben den Tod so, wie ihr das Leben liebt“, oder „Wir werden eure Kreuze zerschlagen und eure Frauen versklaven“, dann zitieren sie wortgetreu – und stellen sich damit in die Fußstapfen von – Khalid bin al-Walid und seinen Gefährten, den ursprünglichen Eroberern Syriens.

Gleichermaßen gründet die Beschwörung der Huris, der den Märtyrern versprochenen himmlischen Sexsklavinnen des Islam, auf mehreren Anekdoten von am Yarmuk sterbenden Muslimen, die von diesen unsterblichen Konkubinen im Paradies willkommen geheißen werden. Das Gleiche gilt für die choreografierte rituelle Abschlachtung von „Ungläubigen“, am berüchtigsten die der 21 koptischen Christen am Strand in Libyen, die der rituellen Abschlachtung von 1.000 gefangen genommenen römischen Soldaten am Vorabend der Schlacht nachgeahmt worden ist.

Hier ist also eine Erinnerung daran, dass die Lektionen aus der militärischen Geschichte des Islam und des Westens alles andere als akademisch sind und bis heute Bedeutung haben – zumindest für die Jihadisten, deren Denkweise anzuerkennen viele im Westen immer noch ablehnen.

Die Hagia Sophia und die Kathedrale von Córdoba: der Jihad-Faktor

Raymond Ibrahim, 7. August 2020

Was uns gehört, ist unseres und was dir gehört, ist auch unseres. Das ist eine der Hauptbotschaften von Muslimen nach der gerade erfolgten Entscheidung das Museum Hagia Sophia – ursprünglich als christliche Kathedrale gebaut und ein Jahrtausend lang genutzt – wieder in eine Trophäen-Moschee umzuwidmen.

Beachten Sie zunächst die jüngste und bewusste Darstellung der Eroberungssymbole und das allgemeine Gefühl islamischen Triumphalismus:

Der erste Tag der Gebete seit der Veränderung des Status der Hagia Sophia war letzten Freitag [24. Juli]. Tausende versammelten sich unter dunklen Vorhängen, die die einst glitzernden Mosaike mit der Darstellung Christi und der Jungfrau Maria abdeckten. Der oberste Imam des Landes, Ali Erbas, hatte ein Schert in der Hand, als er seine Predigt auf der Kanzel hielt. Auf Nachfrage hierzu sagte er: „Das ist eine Tradition in Moscheen, die das Symbol von Eroberung sind.“ Draußen versammelten sich Tausende, die griechenfeindliche Parolen skandierten. Zur Feier des Ereignisses wurden Gedenkmünzen gefertigt.

Statt diese Betonung des jihadistischen Charakters ihrer Religion abzulehnen (oder das zumindest vorzugeben), forderten ermutigte Muslime rund um die Welt die „Rückgabe“ anderer Bauten.

„Als Minimum“, sagte Scheik Sultan bin Muhammad al-Qasimi, einer der Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, ein paar Tage nach der islamischen Annexion der Hagia Sophia durch die Türkei, „fordern wir die Rückgabe der Moschee von Córdoba [derzeit die Kathedrale von Córdoba in Spanien], die der Kirche gewährt wurde, da dieses Geschenk, das denen [den Christen] nicht gehört, die sie nicht verdienen.“

In ähnlicher Weise antwortete der türkische Historiker Mehmet Özdemir in einem Interview auf Papst Franziskus‘ immens knappe, gar zaghafte Überlegung zur Umwandlung der Hagia Sophia in einem Moschee – „Ich denke an die Hagia Sophia und ich bin sehr traurig“ – der Papst „sollte auch wegen der in Kirchen umgewandelte Moscheen während Al-Andalus Trauer fühlen“. Ein weiterer türkischer Historiker, Lüfti Seyban, bekräftigte denselben Punkt; er erklärte, es werde eine Ungerechtigkeit an den Muslimen der Welt begangen, dass ihnen nicht erlaubt wird da zu beten, was einmal die Große Moschee von Córdoba war, die heute als die katholische Kathedrale Mariä Aufnahme in den Himmel dient.

Die Botschaft ist klar: Wenn die Hagia Sophia, von der jeder weiß, dass sie vor tausend Jahren als Kathedrale gebaut und genutzt wurde, ohne unangefochten in eine Moschee umgewidmet werden kann – mit einem Schwert schwingenden Imam – dann sollte die Kathedrale von Córdoba, die ehemalige Große Moschee, wieder zu einer Moschee gemacht werden.

Aber war sie wirklich ursprünglich als Moschee gebaut worden, wie so viele behaupten, oder war auch sie ursprünglich eine eroberte Kirche?

In einem Interview zu dieser Frage im Catholic World Report bietet Darío Fernández-Morera, Dozent an der Northwestern University und Autor von The Myth of the Andalusian Paradise, viele Belege, die den Schluss untermauern, dass „die [Große] Moschee nicht nur an einer christlichen Stätte, sondern auch unter Verwendung von Material eines christlichen Gebäudes aus dem sechsten Jahrhundert gebaut wurde, das von Muslimen im neunten Jahrhundert zerstört wurde“.

Es lohnt sich, das ganze Interview u lesen, da es viele detaillierte Informationen zum historischen Umgang des Islam mit Kirchen bietet.

Wann immer muslimische Chroniken christliche Kirchen in Spanien erwähnen, dann nur, um sich mit ihrer Zerstörung oder ihrer Umwandlung zu Moscheen zu brüsten. Christliche Kirchen in Moscheen umzuwidmen ist während der muslimischen Eroberungen Standard-Praxis gewesen. Die berühmte Omajjaden-Moschee von Damaskus zum Beispiel wurde mit Material der großen griechischen Basilika Johannes der Täufer gebaut worden, die an der Stelle stand und die von den arabischen Eroberern niedergerissen wurde…

Die Ursprünge der Großen Moschee sind nicht anders.

Die christliche Basilika des Heiligen Vinzenz von Córdoba [gebaut im sechsten Jahrhundert] wurde vom gefeierten Omajjaden-Herrscher Abd-al-Rahman I. (731 bis 788) abgerissen, dessen Statuen jeden Ort im heutigen Spanien zieren. Mit ihrem Material ließ er die Moschee von Córdoba an derselben Stelle bauen.

Die Tatsache, dass die Große Moschee, wie so viele andere Moscheen, ursprünglich eine christliche Kirche war – und während der Reconquista wieder zu einer gemacht wurde – sollte jeglichen muslimischen Anspruch auf die Stelle in Córdoba zu den Akten legen. Dank eines inzwischen sehr bekannten Grundes ist das jedoch nicht der Fall. Fernández-Morera fährt fort:

Es überrascht nicht, dass die archäologischen und dokumentarischen Beweise [die die Ansicht bestätigen, dass die Große Moschee ursprünglich als die Basilika des Heiligen Vinzenz gebaut wurde] werden von Archäologen, die von der linken Stadtregierung Córdobas beauftragt wurde, von einem Archäologen des spanischen Centro Superior de Investigaciones Cientificas und der United Nations Educational, Scientific and  Cultural Organisation (UNESCO) zurückgewiesen, die nichts zugeben wollen, das den muslimischen Anspruch an der Kathedrale von Córdoba untergraben könnte. Sie befinden sich auf derselben ideologischen Seite wie diese Akademiker, die die Existenz einer Zurückeroberung bestreiten. Nichts darf zugelassen werden, das den Islam untergräbt…

Es ist wichtig im Gedächtnis zu behalten, dass die nicht angefochtene Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee nicht nur zu Forderungen angespornt hat die Kathedrale von Córdoba wieder zu einer Moschee zu machen; diese Forderung soll die islamische Übernahme der Türkei entlasten. Beachten Sie die Logik des türkischen Gelehrten Khalid Yacinen zu dieser symbolischen Beziehung:

Als Spanien die Muslime währender Inquisition vertrieb, verwandelte es die Große Moschee von Córdoba in eine Kathedrale, in der es Muslimen bis heute verboten ist zu beten… Die Türkei [andererseits] hat entschieden Muslimen zu erlauben in der Hagia Sophia Gebete zu sprechen. Das ist kaum vergleichbar damit, dass man in der Großen Moschee von Córdoba dafür verhaftet wird, etwas auf Arabisch zu sagen oder aus ihr eine Kathedrale zu machen.

Fernándes hingegen stellte fest:

Eine wahre Analogie zur Geschichte der Kathedrale von Córdoba wäre es, die Stätte der Hagia Sohia umzuwidmen und das Gebäude in das zurückzukehren, was sie vor der muslimischen Eroberung war, nämlich eine christliche Stätte mit einer der größten jemals gebauten Kirchen – der Basilika Hagia Sophia, Heilige Weisheit.

Mit anderen Worten: Die einzige echte Verbindung zwischen den beiden Gebäuden in Spanien und Konstantinopel besteht darin, dass sie beide von Muslimen erobert und umgewandelt wurden oder wie im Fall des Heiligen Vinzenz ausgeschlachtet und Moscheen daraus gemacht wurden. Während aus einer, der Hagia Sophia, vor kurzem eine Moschee gemacht wurde, womit der Triumph des Islam über „Ungläubige“ erneut kundgetan wurde, bleibt die andere ein Kathedrale – und das ist anscheinend nicht hinnehmbar, nicht nur für Muslime, sondern auch für die Linke, die auf der Leugnung und Umschreibung von Geschichte gedeiht.

Die neuesten „Rassisten“: Die europäischen Vergewaltigungsopfer des Islam

Raymond Ibrahim, 13. Juli 2020 (auch auf Gatestone Institute)

Die weit verbreitete Vorstellung, dass, wann immer die Rassen aufeinanderprallen, nur Minderheiten die Opfer sein können, ist wohl kaum auf die jüngsten Proteste/Krawalle in Amerika beschränkt. Elemente dieses Denkens tauchen oft in anderen, besonders in bizarren Zusammenhängen auf.

Beispielsweise werden britische Frauen, einschließlich tatsächlicher Vergewaltigungsopfer, die die Aufmerksamkeit auf das Phänomen „asiatischer“ (muslimisch-pakistanischer) Prostitutionsbanden, lenken, vom „Woke“-Establishment attackiert.

Vor kurzem wurde in Großbritannien Sarah Champion, eine Labour-Politikerin und Abgeordnete für Rotherham (dem Epizentrum der Prostitutionsringe) beschuldigt, „die Flammen des Rassenhasses zu schüren“ und „wie eine neofaschistische Mörderin zu agieren“. Ihr Verbrechen: Sie hatte es gewagt zu behaupten: „Britannien hat damit ein Problem, dass britisch-pakistanische Männer weiße Mädchen vergewaltigen und ausbeuten.“

Dieselben Elemente, die Champion beschuldigen eine „Mörderin“ zu sein, charakterisierten das Programm Großbritanniens zur Bekämpfung von Extremismus, Prevent, als eines, das „auf einer Grundlage von Islamophobie und Rassismus aufbaut“.

Ein paar Wochen zuvor verriet ein Artikel mit dem Titel „I was raped by Rotherham grooming gang—now I still face racist abuse online“ (Ich wurde von Prostitutionsbande in Rotherham vergewaltigt – jetzt werde ich online rassistisch beleidigt“), dass ihr muslimischer Vergewaltiger sie während der mehr als 100 Male, die sie in ihrer Jugend von der pakistanischen Prostitutionsbande vergewaltigt wurde, als „eine weiße F*tze, eine weiße Hure und eine weiße Schlampe“ bezeichnete.

„Wir müssen radikale und religiös Schwerverbrechen begreifen, wenn wir sie verhindern und die Menschen davor beschützen wollen, und auch um sie korrekt zu verfolgen“, sagte sie in ihrem letzten Interview.

Vorbeugung, Schutz und Strafverfolgung – allesamt werden behindert, weil wir uns weigern die religiösen und rassistischen Projekte der Prostitutionsbanden anzusprechen… Diese Weigerung sagt ihnen, dass es in Ordnung ist Weiße zu hassen.

Ellas Versuch die „religiösen und rassistischen Aspekte“ des Missbrauchs von ihr und vielen anderen Mädchen hervorzuheben, führt nur zu „jeder Menge Beschimpfungen durch Linksextreme und radikalfeministische Akademiker“, sagte sie: Solche Gruppen „gehen online und versuchten jedem Widerstand zu leisten, den sie als Nazi, Rassist, Faschist oder weißen Herrenmenschen betrachten“:

Rassismus gegen Weiße ist ihnen egal, weil sie zu glauben scheinen, diesen gebe es nicht. Sie haben versucht mich niederzustrecken und kritisieren mich ständig und das geht schon Monate so. Sie versuchen mich abzuschalten, mich mundtot zu machen … ich habe in meinem Leben nie einen solchen Hass erlebt. Sie beschuldigen mich „für weiße Pädophile einzutreten“ und etwas „finster Dämonisches“ zu sein.

Die Schuld oder zumindest die Verantwortung dem Opfer zuzuweisen ist nicht auf Großbritannien beschränkt. Nach Angaben eines Berichts vom 9. August 2019 „wurden in der schwedischen Stadt Uppsala … vier Frauen in genauso vielen Tagen vergewaltigt“. Obwohl die Polizei es versäumte die Beschreibung der Vergewaltiger zu veröffentlichen – in der Regel ein sicheres Zeichen für ihre Herkunft – gaben sie Warnungen aus, Frauen sollten „darüber nachdenken, wie sie sich verhalten“, „vorausdenken“ und „nicht alleine aus dem Haus gehen“.

In Deutschland vergewaltigten sieben muslimische Migranten eine Teenagerin in einem Park, nachdem sie sie in einer Disco in Freiburg unter Drogen setzten. Der Polizeichef warnte deutsche Frauen davor „sich durch Alkohol oder Drogen verwundbar zu machen“.

Ratschläge gegen Alkohol, Drogen und rücksichtsloses Verhalten wären willkommener und ernster zu nehmen, würden sie nicht unter Zwang erfolgen. Und wie die Dinge stehen, ist das ein Ablenkungsmanöver.

Nachdem Mobs muslimischer Migranten zum Beispiel sage und schreibe eintausend Frauen am Sylvesterabend 2016 in Köln sexuell belästigten, rief Bürgermeisterin Henriette Reker die Frauen auf „besser vorbereitet zu sein, besonders im anstehenden Karneval. Dafür werden wir online Leitfäden veröffentlichen, die diese jungen Frauen sich durchlesen können, um sich vorzubereiten“.

Ähnlich wurde in Österreich eine 20 Jahre alte Frau, die in Wien an einer Bushaltestelle wartete, von vier muslimischen Männern angegriffen, geschlagen und ausgeraubt – von denen einer, der „damit anfing seine Hände durch mein Haar zu ziehen und klar machte, dass es in seinem kulturellen Hintergrund kaum blonde Frauen gibt“ – und die Polizei reagierte damit dem Opfer zu sagen, sie solle sich die Haare färben:

Zuerst hatte ich Angst, aber mehr als alles andere bin ich jetzt wütend. Nach dem Übergriff sagte man mir, dass Frauen nach 8 Uhr abends nicht alleine auf der Straße sein sollten. Und sie gaben mir noch einen anderen Rat, sagten mir, ich solle mein Haar dunkel färben und mich auch nicht so provokativ kleiden. Indirekt bedeutet das, dass ich zum Teil an dem Schuld war, was mir zustieß. Das ist massiv beleidigend.

In Norwegen besteht Unni Wikan, eine Professorin für Sozialanthropologie an der Universität Oslo, darauf, dass „norwegische Frauen ihren Teil der Verantwortung für diese Vergewaltigungen zu übernehmen haben“, weil muslimische Männer ihr Kleidungsverhalten provokativ finden. So viel zu der feministischen Behauptung, dass Frauen sich anziehen und so promiskuitiv und provokant verhalten können, wie sie wollen – und wehe dem Mann, der das fehlinterpretiert (es sei denn, er gehört einer rassischen oder religiösen Minderheit an).

Professorin Wikans Schlussfolgerung lautete nicht, dass im Westen lebende muslimische Männer sich westlichen Normen anpassen müssen, sonder genau umgekehrt: „Norwegische Frauen müssen erkennen, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft lieben und sich dem anpassen.“

Selbst wenn es um Vergewaltigung geht, dann ist das Opfer, wenn sie weiß ist und der Vergewaltiger nicht, überhaupt kein Opfer; schlimmer: sie ist eine „Rassistin“ und „Hasserin“, die womöglich verdient, was ihr widerfuhr und mehr. „Dem Opfer die Schuld geben“ ist mit aller Macht zurück und gewinnt überall im Westen an Boden.

Die Schlacht von Covadonga: Ein in Spanien eingepflanztes „Senfkorn“ christlicher Befreiung von muslimischer Herrschaft

Raymond Ibrahim, 28. Mai 2020

Ein Denkmal für Pelayo, das der Stelle Covadonga gedenkt.

Vor fast 1.300 Jahren, am 28. Mai 722[*], wurde eine kleine, aber überaus wichtige Schlacht geschlagen, die für die nächsten achthundert Jahre christlich-muslimischer „Koexistenz“ in Spanien bestimmend war: die Schlacht von Covadonga.

Zehn Jahre zuvor waren Araber und Afrikaner – „Mauren, unter dem Banner des Islam – „gottlos in Spanien eingedrungen, um es zu zerstören“, wie es in einer Chronik von 754 heißt. Einmal auf europäischem Boden angekommen „verwüsteten sie herrliche Städte, verbrannten sie mit Feuer; verurteilten Herrscher und mächtige Männer zum Kreuz und schlachteten Jugendliche und Kleinkinder mit dem Schwert“.

Nachdem sie in der Schlacht von Guadalete – „nie gab es im Westen eine blutigere Schlacht als diese“, schrieb der muslimische Chronist al-Hakam, „denn die Muslime zogen ihre Krummsäbel drei Tage lang nicht von ihnen [den Christen] zurück“ – auf Spaniens westgotische Adlige trafen und sie besiegten, rückten die Invasoren in Spanien weiter Richtung Norden vor, „wobei sie keinen Ort passierten, den sie nicht reduzierten und seinen Wohlstand in Besitz zu nehmen, denn der allmächtige Allah hatte die Herzen der Ungläubigen mit Schrecken geschlagen.“

Solcher Schrecken (Terror) wurde entsprechend des Koran (Sure 3,151; Sure 8,121 usw.) bewusst kultiviert. Zum Beispiel schlachteten, kochten die Invasoren christliche Gefangene und gaben vor sie zu essen, während sie andere freiließen, die entsetzt flohen und „das Volk von Andalus [Spanien] informierten dass die Muslime sich von menschlichem Fleisch ernähren“, womit sie „in nicht geringem Maße zur Verstärkung der Panik der Ungläubigen beitrugen“, schrieb al-Maqqari, ein weiterer muslimischer Chronist.

Entgegen der Behauptung, dass Spanien leicht kapitulierte, weil die muslimische Herrschaft nicht schlimmer und möglicherweise der westgotischen Herrschaft vorzuziehen war, vermerken sogar muslimische Chronisten, dass „die Christen sich mit äußerster Kraft und Entschlossenheit verteidigten und groß war die Verwüstung, die sie in den Reihen der Gläubigen anrichteten“. In Córdoba verschanzten sich z.B. eine Reihe Spanier in einer Kirche. Obwohl „die Belagerten keine Hoffnung auf Rettung hatten, waren sie so stur, dass sie, als ihnen Sicherheit unter der Bedingung angeboten wurde, dass sie entweder den Islam annehmen oder die Jizya zahlen, ablehnten zu kapitulieren und als die Kirche in Brand gesetzt wurde, kamen sie alle in den Flammen um“, schrieb al-Maqqari. Die Ruinen dieser Kirche wurde ein Ort „großer Verehrung“ späterer Generationen an Spaniern, wegen „des von den Menschen, die darin starben, gezeigten Mutes und des Durchhaltevermögens im Kampf für ihre Religion.“

Am Ende hatten die einheimischen Spanier zwei Optionen: die muslimische Herrschaft hinzunehmen oder „in die Berge zu fliehen, wo sie Hunger und verschiedene Arten des Todes riskierten“. Pelagius, besser bekannt als Pelayo (685 – 737), ein Verwandter des „Schwertträgers“ von König Roderich, der Guadalete überlebte, folgte beiden Strategien. Nach der Schlacht zog er sich nach Norden zurück, wo die muslimische Herrschaft noch schwach war; dort stimmte er zu ein Vasall von Munnuza, einem lokalen Häuptling zu werden. Mit Hilfe einiger „Kriegslisten“ „heiratete“ Munnuza Pelayos Schwester – etwas, dem der Schwertträger „keinesfalls zustimmte“. Da er Missfallen über die Ergreifung seiner Schwester zum Ausdruck gebracht hatte und weil er die Zahlung der Jizya (Tribut) eingestellt hatte, wurden Muslime geschickt „ihn verräterisch zu verhaften“ und „in Ketten gelegt“ zurückzubringen. Nicht in der Lage die ankommende Schar zu bekämpfen „weil sie so zahlreich waren“, „erklomm Pelayo einen Berg“ und „schloss sich so vielen Menschen an, wie er finden konnte, die sich eilig versammelten“.

Dort, in den tiefsten Winkeln der Berge Asturiens – dem einzig übriggebliebenen freien Ort, im Nordwesten Spaniens – erklärten die versammelten christlichen Geflüchteten Pelayo zu ihrem neuen König; damit war das Königreich Asturien geboren.

„Als er das hörte, befahl der König [der muslimische Gouverneur von Córdoba], ergriffen von einem wahnsinnigen Zorn, einer aus ganz Spanien zusammengezogenen sehr großen Armee hinzugehen und die ungläubigen Rebellen gefügig zu machen. Die Invasoren – 180.000, wenn man den Chronisten glauben darf – umzingelten Pelayos Berg. Sie schickten Oppa, einen Bischof und/oder zum Dhimmi gewandelten Adligen, um mit ihm am Eingang der Höhle zu reden: „Wenn die gesamte versammelte Armee der Goten nicht in der Lage war den Islameliten [in Guadalete] standzuhalten, wie sehr wirst du in der Lage sein, dich auf diesem Berggipfel zu verteidigen? Mir erscheint das schwierig. Höre stattdessen auf meinen Rat und rufe deine Seele von dieser Entscheidung zurück, damit du Nutzen aus den vielen guten Dingen ziehen und die Partnerschaft der Chaldäer [Araber] genießen kannst.“

Pelyao antwortete: „Ich werden mit den Araber nicht in Freundschaft verkehren, schon gar nicht mich ihrer Obrigkeit unterwerfen. Dann prophezeite der Rebell etwas, das im Verlauf von fast acht Jahrhunderten erfüllt werden würde: „Hast du die heiligen Schriften nicht gelesen, dass die Kirche Gottes einem Senfkorn gleicht, das durch göttliche Gnade wieder auferweckt wird?“ [Markus 4,30-32]

Der Dhimmi bestätigte, dass es so sei; der Geflüchtete fuhr fort: „Christus ist unsere Hoffnung, dass durch diesen kleinen Berg, den du sieht, das Wohlergehen Spaniens und die Armee des gotischen Volks wiederhergestellt werden wird. … Daher verachte ich diese Menge und ich habe keine Angst vor ihr. Was die Schlacht angeht, mit der du uns drohst, so haben wir auf unserer Seite einen Fürsprecher in der Gegenward des Vaters, das ist der Herr Jesus Christus, der uns von diesen wenigen befreien kann.“ Ende der Diskussion.

Dort in Covadonga – was „Höhle der heiligen Jungfrau“ bedeutet – begann am 28. Mai 722 die Schlacht. Ein Schauer aus Felsbrocken regnete in den engen Pässen auf die Muslime hernieder, wo ihre Zahl nichts zählte und nur Verwirrung stiftete. Danach brachen Pelayo und seine Rebellenbande aus ihren Höhlen und Verstecken hervor und richteten ein großes Gemetzel an ihnen an; die, die dem Blutbad entflohen, wurden von den jetzt ermutigten Bergbewohnern aufgespürt und niedergemäht. „Der maurischen Macht wurde ein entscheidender Schlag versetzt … Der Vormarsch der Flut der Eroberung wurde gehemmt. Die Spanier gewannen in ihrer schwärzesten Stunde an Herz und Hoffnung; und der Traum von der muslimischen Unbesiegbarkeit war gebrochen.“

Einige muslimische Feldzüge – Jihade – folgten, um das asturische Königreich zu erobern und die „Christen des Nordens kannten kaum die Bedeutung von Ruhe, Sicherheit oder Annehmlichkeiten des Lebens.“ Trotzdem sollte das Senfkorn nicht verderben. „Ein lebenswichtiger Funke war immer noch da“, schrieb Edward Gibbon; „ein paar unbesiegbare Geflüchtete zogen ein Leben in Armut und Freiheit in den asturischen Tälern vor; die zähen Bergbewohner schlugen die Sklaven des Kalifen zurück.“ Darüber hinaus wurden „alle, die wegen der maurischen Herrschaft unzufrieden waren, alle, die an der Hoffnung einer christlichen Erholung festhielten, alle, die Mahomet verabscheuten von dem Leben in Armut und Freiheit angezogen.“

Mitte des achten Jahrhunderts hatte der „lebenswichtige Funke“ sich verbreitet, um den gesamten Nordwesten der Halbinsel zu umfassen; im Verlauf der folgenden Jahrhunderte hatten sich allerlei Königreiche aus diesem Senfkorn heraus entwickelt, deren Kernidentität um den Widerstand gegen den Islam – später zur Reconquista erklärt – kreiste. Covadonga wurde zum Symbol des christlichen Widerstands gegen den Islam und eine Inspirationsquelle für die, die – in Pelayo zugeschriebenen Worten – den salus spanie, die Rettung Spaniens erreichen sollten.

Nach Jahrhunderten brutaler Kriege wurde 1492 das letzte von Muslimen gehaltene Territorium Spaniens, Granada, befreit. Und das alles trat dank Pelayos asturischem Senfkorn ein, das fast achthundert Jahre zuvor in der Schlacht von Covadonga gepflanzt wurde.

Trotz der Bedeutung des Gefechts für Spanien – es wurde regelmäßig gefeiert, darunter 1918 (auf der Höhe der Spanischen Grippe) in Anwesenheit spanischer Monarchen – bleibt es im Westen praktisch unbekannt, wird auf dem Altar politischer Korrektheit und Mythen vom islamischen „Goldenen Zeitalter“ geopfert.

[*] Obwohl wissenschaftlicher Konsens derzeit das Datum 28. Mai 722 stützt, setzten früher Historiker das Datum der Schlacht auf 718 fest.

Der Islam kriecht auf einen Berg europäischer Leichen

Ein weiterer wichtiger Moment in der Geschichte

Raymond Ibrahim, FrontPageMagazine, 17. Juni 2020

Anfang dieser Woche, am 15. Juni, ereignete sich im Jahr 1389 eine zentrale militärische Begegnung zwischen dem Islam und dem Westen: die Schlacht im Kosovo. In ihrem Gefolge wurde der Islam zur dominierenden Kraft in Osteuropa – er unterwarf einen Großteil des Balkans bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die Geschichte dieser Schlacht – und warum Osteuropas moderne Nachfolgen der Religion Mohammeds gegenüber argwöhnisch bleiben, folgt:

Als der türkische Gründer des osmanischen Reiches, Osman Bey – dessen kleines Emirat im westlichsten Teil Anatoliens (oder Kleinasiens) konzentriert war – 1323 im Sterben lag, sagte er seinem Sohn und Nachfolger Orhan, er solle „den Islam mit deinen Waffen verbreiten“ und zwar nach Osteuropa.

Eifrig machte sein Sohn genau das; Der Reisende Ibn Batutua, der Orhan einst in Bursa traf, stellte fest, obwohl der Jihadist einige hunderte byzantinische Festungen eingenommen hatte, „war er nie einen ganzen Monat lang in einer von ihnen geblieben“, denn er „kämpft ständig gegen die Ungläubigen und hält sie unter Belagerung“. Christliche Städte fielen wie Dominosteine: Smyrna 1329, Nicäa 1331 und Nicomedia 1337. Bis 1340 befand sich ganz Nordwest-Anatolien unter türkischer Kontrolle. Inzwischen und um einen europäischen Zeitgenossen zu zitieren, „waren die Feinde des Kreuzes und die Mörder des christlichen Volkes, das sind die Türken, von Konstantinopel durch einen Kanal von drei oder vier Meilen getrennt“.

Bis 1354 schafften es die osmanischen Türken unter Orhans Sohn Suleiman, die Dardanellen zu überqueren und in die aufgegebene Festungsstadt Gallipoli einzuziehen, womit sie ihren ersten festen Halt in Europa hatten: „Wo es Kirchen gab, zerstörte er sie oder mache aus ihnen Moscheen,“ schreibt ein osmanischer Chronist: „Wo es Kirchenglocken gab, zerbrach Suleiman sie und warf sie in Feuer. Deshalb gibt es anstelle der Glocken heute Muezzine.“

Gereinigt von allem christlichen „Dreck“ wurde Gallipoli, wie ein späterer osmanischer Bey prahlte, „zum muslimischen Hals, der jede christliche Nation verschlingt – der die Christen würgt und vernichtet“. Aus dieser heruntergekommenen, aber strategisch platzierten Festungsstadt begannen die Osmanen eine Terrorkampagne durch die Landschaft, immer davon überzeugt, sie würden Gottes Werk tun. „Sie leben vom Bogen, dem Schwert und Ausschweifung, fanden Vergnügen daran Sklavinnen zu nehmen und widmete sich Mord, Plünderung und Ausbeutung“, erklärte Gregory Palamas, ein orthodoxer Metropolit, der in Gallipoli gefangen genommen wurde; er fügte hinzu: „Und sie begingen nicht nur diese Verbrechen, sondern sie glaubten – welche Verirrung – Gott würde das gut finden!“

Nach Orhans Tod im Jahr 1360 und unter seinem Sohn Murad I. – der erste seiner Linie, der den Titel „Sultan“ übernahm – begann der gen Westen gerichtete Jihad in den Balkan hinein ernsthaft und war unaufhaltsam. Bis 1371 hatte er seinem Sultanat Teile von Bulgarien und Mazedonien einverleibt, was Konstantinopel jetzt derart einkreiste, das „ein Bürger einfach dadurch das Reich verlassen konnte, dass er Stadt durch ihre Tore verließ“.

Daher überrascht es nicht, dass es, als Prinz Lazar von Serbien (geb. 1330) Murads Invastionsstreitkräfte 1387 besiegte, „es wilde Freude bei den Slawen des Balkans gab. Serben, Bosnier, Albaner, Bulgaren, Walachen und Ungarn aus den Frontprovinzen sammelten sich alle um Lazar wie nie zuvor, entschlossen die Türken aus Europa hinauszutreiben.“

Murad reagierte am 15. Juni 1389 auf diese Unverschämtheit im Kosovo. Dort kämpfte eine mehrheitlich serbische Koalition, verstärkt durch Kontingente aus Ungarn, Polen und Rumänien – zwölftausend Männer unter der Führung von Lazar – gegen 30.000 Osmanen, die der Sultan selbst anführte. Trotz des anfänglichen Sturzregens an türkischen Pfeilen stürmte die serbische schwere Kavallerie durch die osmanischen Linien und brach den linken Flügel auf; der osmanische rechte unter Murads ältestem Sohn Bayezid wirbelte herum und umzingelte die Christen. Der chaotische Zusammenprall dauerte Stunden.

Am Abend vor der Schlacht hatte Murad Allah angefleht und um „die Gunst gebeten für den wahren Glauben, den Märtyrertod zu sterben“. Irgendwann gegen Ende der Schlacht wurde sein Gebet erhöht. Gemäß der Tradition bot Miloš Obilić, ein serbischer Ritter, an zu den Osmanen überzulaufen, vorausgesetzt dass ihm angesichts seines hohen Ranges erlaubt werde sich dem Sultan persönlich zu unterwerfen. Sie brachten ihn vor Murad und nachdem Miloš in falscher Unterwerfung niederkniete, stürzte er sich auf den muslimischen Kriegsherrn und rammte ihm einen Dolch tief in den Bauch (andere Quellen sagen „mit zwei Stichen, die aus seinem Rücken wieder herausgingen“). Die ansonsten langsamen Wachen des Sultans reagierten damit den Serben in Stücke zu hacken. In Blut getränkt und Blut spuckend lebte Murad lange genug um zu sehen, wie sein Erzfeind, der inzwischen gefangen genommene Lazar, vor ihn gebracht, gefoltert und enthauptet wurde. Als kleine Versöhnlichkeit könnte es dem sterbenden Märtyrer ein Lächeln ins Gesicht gebracht haben.

Murads Sohn Bayezit übernahm sofort das Kommando: „Seine erste Anordnung als Sultan an der Leiche seines Vaters war der Befehl seinen Bruder mit einer Bogensehne zu erdrosseln. Das war Yakub, sein Mit-Kommandierender in der Schlacht, der sich auf dem Feld ausgezeichnet hatte und bei seinen Truppen beliebt war.“ Als nächstes brachte Bayezid die Schlacht zu einem entscheidenden Ende; er warf alles, was er hatte, gegen den Feind, führte die Abschlachtung jedes einzelnen übrigen Christen an – wobei aber noch mehr seiner eigenen Männer starben.

Auf das riesige Feld strömten so viele Vögel, um an den Leichen zu schlemmen, dass die Nachwelt sich des Kosovo als „Amselfeld“ erinnerte. Zwar handelte es sich praktisch um ein Unentschieden – oder bestenfalls einen Pyrrhus-Sieg der Osmanen – doh spürten die Serben, mit weniger Männern und Ressourcen, im Vergleich zu dem im Aufwind befindlichen muslimischen Imperium, den Stich stärker.

In den Jahren nach der Schlacht vom Kosovo war die osmanische Kriegsmaschine nicht mehr aufzuhalten: Die Nationen des Balkan wurden von den Muslimen erobert – nachdem es ein Jahrtausend des Jihad Widerstand geleistet hatte, fiel 1453 auch Konstantinopel an den Islam – und sie blieben Jahrhunderte lang unter osmanischer Herrschaft.

Das kollektive Gedächtnis der nicht allzu lange zurückliegenden Erfahrungen der Osteuropäer mit und unter dem Islam sollten nie unterschätzt werden, wenn man darüber nachdenkt, warum sie beträchtlich misstrauischer – wenn nicht geradezu feindselig – ihm und seinen Migranten gegenüber sind als ihre westlichen, liberalen Gegenüber.

So erklärte der ungarische Premierminister Victor Orbán einmal:

Wir wollen Frankreich, Belgien und alle anderen Länder nicht kritisieren, aber wir glauben, jedes Land hat das Recht zu entscheiden, ob es eine große Anzahl an Muslimen in einem Land haben will. Wenn sie mit ihnen leben wollen, dann können sie das tun. Wir wollen das nicht und wir glauben, wir haben das Recht zu entscheiden, dass wir keine große Anzahl an muslimischen Menschen in unserem Land haben wollen. Wir mögen die Folgen davon eine große Zahl muslimischer Gemeinschaften zu haben nicht, die wir in anderen Ländern sehen und ich sehe keinen Grund dafür, dass irgendjemand anderes uns dazu zwingt Möglichkeiten zu schaffen in Ungarn zusammenzuleben, die wir nicht haben wollen… Ich muss sagen, wenn es darum geht mit muslimischen Gemeinschaften zusammenzuleben, dann sind wir die einzigen, die Erfahrung haben, denn wir hatten die Möglichkeit diese Erfahrung 150 Jahre lang zu machen.

Und diese Jahre – 1541 bis 1699, während das islamisch-osmanische Reich Ungarn besetzte – sind angefüllt mit Massakern, der Versklavung und der Vergewaltigung von Ungarinnen.

Das „Bild der Hölle“: Die Belagerung Maltas durch den Islam

Erinnerung an den terroristischen Jihad gegen die winzige Insel

Raymond Ibrahim, FrontPage Magazine, 20. Mai 2020

Diese Woche in der Geschichte begann am 18. Mai 1565 eine der symbolisch wichtigsten militärischen Begegnungen zwischen dem Islam und Europa: Die osmanischen Türken belagerten die winzige Insel Malta; das zugehörige Bombardement wurde damals als das heftigste angesehen, dem ein Gebiet jemals ausgesetzt wurde.

Um den Beginn des 16. Jahrhunderts begannen muslimische Piraten aus Algier das christliche Mittelmeer zu terrorisieren. Wie ihre Kollegen an Land waren auch sie von Mohammeds Versprechen indoktriniert und ermutigt: „Ein Feldzug zu See ist wie zehn Feldzüge an Land“, hatte der Prophet gesagt. „Und wer auf See seine Orientierung verliert ist wie einer, der sein Blut auf dem Weg Allahs vergießt“ – heißt, er wird entweder hier oder im Jenseits belohnt. Die Beutelust der Piraten wurde entsprechend von Träumen vom „Märtyrertum“ verstärkt.

Als Süleyman „der Prächtige“ – unter Muslimen besser bekannt als Süleyman „der Ghazi“ (Jihadist/Plünderer) – 1520 osmanischer Sultan wurde, nahm er auf der Stelle den berüchtigtsten dieser Berber-Piraten, Khair al-Din Barbarossa, in seinen Dienst und half ihm den Meer-Jihad gegen Europa zu betreiben. Die folgende Terrorherrschaft zwang die Europäer entlang der Mittelmeerküste die Tage ihrer Vorfahren in den Jahrhunderten vor den Kreuzzügen erneut zu durchleben, als das Mittelmeer erstmals von Jihad und Sklavenfängerei überschwemmt wurde. Im Verlauf der folgenden zwei Jahrzehnte wurden hunderttausende Europäer wurden versklavt, so dass 1541 „Algier von christlichen Gefangenen wimmelte und es wurde üblich zu sagen, dass ein christlicher Sklave kaum ein fairer Tauschhandel für eine Zwiebel war“.

Trotz der Erfolge des seegestützten Jihad „wirst du nichts Gutes tun“, riet ein erfahrener Korsar Süleyman, „bis du das Vipernnest ausgeräuchert hat“. Er bezog sich auf die Malteser-Ritter, die kurz nach dem Ersten Kreuzzug entstanden (ca. 1099) und inzwischen als Johanniterorden mit Hauptsitz in Malta bekannt war. Süleyman hatte sie 1522 von Rhodos vertrieben – wo sie zweihundert Jahre lang alle osmanischen Marineanstrengungen durchkreuzt hatten – und Kaiser Karl V. vom Heiligen Römischen Reich hatte den heimatlosen Maltesern 1530 die Insel Malta vermacht. Sie waren die Reaktion des Kaisers auf die Korsaren des Sultans – und mehr als drei Jahrzehnte lang Süleyman ein Dorn im Auge.

Im März 1565, nachdem sie schließlich beschlossen hatten dieses „Hauptquartier der Ungläubigen“ zu beseitigen, entsandte Süleyman eine der größten Flotten, die jemals aufgestellt wurden – mit rund dreißigtausend Osmanen an Bord – um die winzige Insel einzunehmen, die eine Gesamt-Kampfbevölkerung von achttausend hatte. Papst Pius IV. beschwor die Könige Europas Malta zu helfen; vergeblich: Der König von Spanien „hat sich in die Wälder zurückgezogen“, beschwerte sich der Papst, „und Frankreich, England und Schottland werden von Frauen und Knaben regiert.“ Nur der Vizekönig des benachbarten Sizilien reagierte, aber er brauchte Zeit um Rekruten aufzubringen.

Jean Parisot de Valette (1494 – 1568), der Großmeister der Ritter – „sein Gemüt ist eher traurig“, aber „für sein Alter [einundsiebzig] ist er sehr robust“ und „sehr fromm“ – traf Vorbereitungen für die anstehende Belagerung; dazu gehörte, dass er seinen Männern erklärte, was auf dem Spiel stand: „Eine beachtliche Armee aus kühnen Barbaren bricht über diese Insel herein“, warnte er; „Die Leute, meine Brüder, sind die Feinde Jesu Christi. Heute geht es um die Verteidigung unseres Glaubens, ob das Buch des Evangelisten [das Evangelium] von dem des Koran verdrängt werden wird. Gott fordert von uns zu dieser Gelegenheit unser Leben, das bereits seinem Dienst gewidmet ist. Glücklich werden die sein, die dieses Opfer als erstes erbringen werden.“

Am 18. Mai begannen die Osmanen das pausenlose Bombardement; zuerst zielten sie auf St. Elmo, eines der Schlüsselforts von Malta. „Mit dem Gebrüll der Artillerie und der Arkebusen den haarsträubenden Schreien, dem Rauch und Feuer und Flammen“, schrieb ein Chronist, „schien es so, als dass die ganze Welt kurz vor dem Explodieren stand.“ Die zahlenmäßig haushoch unterlegenen und bald ermüdeten Verteidiger, denen befohlen war „mutig zu kämpfen und ihr Leben den Barbaren so teuer wie möglich zu verkaufen“, machten genau das; und für jeden das Fort verteidigenden Christen fielen zahlreiche muslimische Belagerer. Nachdem sie mehr als einen Monat allem widerstanden hatten, was die Osmanen gegen sie ins Feld führen konnten, wurde St. Elmo, inzwischen ein Haufen Schutt, am 23. Juni schließlich gestürmt und erobert.

Praktisch alle 1.500 Verteidiger wurden abgeschlachtet. Dasselbe grausige Schicksal, dem Salah al-Din (Saladin) Jahrhunderte früher die entschiedensten Feinden des Islam übergeben hatte – die Tempelritter und die Malteser in der katastrophalen Schlacht von Hattin (1187) – wurde jetzt ihren Erben zuteil. Die Johanniter „wurden kopfüber an eiserne Ringe gehängt … und ihre Schädel wurden gespalten, ihre Brustkörbe geöffnet und ihre Herzen herausgerissen.“ Der osmanische Kommandeur Mustafa befahl, dass ihre verstümmelten Leichname (zusammen mit einem maltesischen Priester) an hölzerne Kreuze genagelt und in den großen Hafen treiben gelassen wurden, um die zusehenden Verteidiger zu verhöhnen und zu entmutigen.

Das misslang: Der einundsiebzigjährige Valette hielt eine donnernde und trotzige Rede vor den zusammengedrängten Christen, enthauptete alle muslimischen Gefangenen und schoss ihre Köpfe aus Kanonen auf die türkischen Belagerer. Die Osmanen unterwarfen den Rest der Insel dem zur damaligen Zeit anhaltendsten Bombardement der Geschichte (insgesamt wurden rund 130.000 Kanonenkugeln verschossen). „Ich weiß nicht, ob das Bild der Hölle die schreckliche Schlacht beschreiben kann“, schrieb ein Zeitgenosse: „Das Feuer, die Hitze, die ständigen Flammen aus den Flammenwerfern und die Feuerreifen; der dicke Rauch, der Gestank, die ausgeweideten und verstümmelten Leichen, das Zusammenprallen der Waffen, das Stöhnen, Schreien und Weinen, das Brüllen der Schusswaffen … Männer, die einander verwunden, töten, kriechen, zurückwerfen, fallen und schießen.“

Obwohl der Rest der Forts in Schutt gelegt wurde, floss viel muslimisches Blut für jeden gewonnenen Zentimeter; denn „wenn sie auf Armeslänge herankamen, war der Krummsäbel dem langen Zweihand-Schwert der Christen nicht gewachsen“. Verzweifelte Kämpfe ergossen sich auf die Straßen, wo sogar maltesische Frauen und Kinder sich daran beteiligten.

Es war jetzt Ende August und die Insel war immer noch nicht eingenommen; das und die massenhaften Verluste führten zu massiver Demoralisierung im osmanischen Lager. Verschämtes Gerede von einer Aufhebung der Belagerung hatte bereits begonnen, als Siziliens Vizekönig Garcia de Toledo schließlich mit fast zehntausend Soldaten in der Bucht des heiligen Paulus ankam. Dort, wo der Apostel einst Schiffbruch erlitt, spielte sich die letzte Szene dieses Armageddon ab. Als die neu Angekommenen die abziehenden Osmanen vernichtend schlugen, die schließlich am 11. September flohen – einem Tag, der 2001 wissentlich oder unwissentlich von den jihadistischen „Nachkommen“ der Osmanen gerächt wurde.

„Derart übel war der Gestank in der Bucht“, die von den zahllosen aufgedunsenen muslimischen Leichen überflutet war, „dass kein Mensch sich ihr nähern konnte.“ Bis zu zwanzigtausend Osmanen und fünftausend Verteidiger starben. Nach vierzig Jahren erfolgreicher Feldzüge gegen Europa erlitt Süleyman endlich seine erste große Niederlage. Ein Jahr später erlag er dem Tod, er war einundsiebzig Jahre alt.

Wichtiger für Europa ist, dass dank Maltas mutigem Widerstand erstmals ein Riss in der osmanischen Rüstung wahrzunehmen war; es zeigte, dass eine winzige, aber entschlossene Streitmacht gegen eine bis dahin als unaufhaltbar geltende osmanische Kriegsmaschinerie bestehen konnte.

Als osmanische Streitkräfte 1570 auf der Insel Zypern einfielen, gelang es daher dem Papst 1571 leicht eine „Heilige Liga“ aus katholischen Seefahrerstaaten zu bilden, die vom spanischen Reich geführt wurde. Zum Entsetzen aller – Christen wie Muslime – siegte die Heilige Liga bei der Schlacht von Lepanto. Wie Miguel Cervantes, der bei der Seeschlacht dabei war, den schillernden Don Quixote sagen ließ: „Dieser Tag … war so freudig für die Christenheit, weil die ganze Welt erfuhr, wie falsch sie gelegen hatte zu glauben, dass die Türken auf See unbesiegbar waren.“

Aber dieser Gedanke wurde erstmals sechs Jahre zuvor realisiert, durch die heldenhafte Verteidigung Maltas – als der Strom des Krieges zwischen dem Islam und Europa erstmals Letzeren seine Gunst zuwandte.