Die Schlacht von Tours: Als der Westen dem Islam „mannhaft Widerstand leistete“

Raymond Ibrahim, 10. Oktober 2020

Am 10. Oktober 732 rettete eine gewaltige Schlacht Westeuropa davor islamisch zu werden.

Genau hundert Jahre nach dem Tod des Propheten des Islam, Mohammed, im Jahr 632 – ein Jahrhundert, das die Eroberung tausender Quadratkilometer ehemals christlicher Länder erlebte, darunter Syrien, Ägypten, Nordafrika und Spanien – befand sich der Krummsäbel des Islam 732 im Herzen Europas und stand der stärksten Militärmacht des Kontinents gegenüber, den Franken.

Nachdem die muslimischen Horden, die Berichten zufolge 80.000 Mann zählen sollten, den Großteil des südwestlichen Frankreich verheert hatten, trafen sie am 10. Oktober irgendwo zwischen Poitiers und Tours auf 30.000 fränkische Infanteristen unter der Führung von Karl Martell. Ein anonymer arabischer Chronist des Mittelalters beschrieb die Schlacht wie folgt:

Nahe des Flusses Owar [Loire] wurden die beiden großen Heerscharen der zwei Sprachen [Arabisch und Latein] und der beiden Glaubensbekenntnisse [Islam und Christentum] gegeneinander aufgestellt. Die Herzen von Abd al-Rahman, seinen Hauptleuten und seine Männer waren voller Zorn und Stolz und sie waren die ersten, die den Kampf begannen. Die muslimischen Reiter stürmten heftig und oft vorwärts gegen die Bataillone der Franken, die mannhaft Widerstand leisteten; bis die Sonne unterging fielen viele auf beiden Seiten.

Der Angriff der Muslime bestand komplett aus überstürztem Anstürmen und erwies sich als ineffektiv, denn „die Männer des Nordens standen als bewegungslose Mauer, sie waren wie ein Eisgürtel zusammengefroren und waren nicht aufzulösen, während sie die Araber mit dem Schwert erschlugen. Die Austrasier [Ostfranken], riesig an Leib und mit eiserner Hand, schlugen im heftigen Kampf mutig zu“, schreibt ein Chronist. Die Franken weigerten sich die Reihen aufbrechen zu lassen und aufeinander folgende Reiter durch die Lücken zu galoppieren zu lassen, worauf die arabische Kavallerietaktik sich verließ. Stattdessen festigten sie ihre Reihen und „in einem Band um ihren Häuptling [Karl] aufgezogen trugen die Männer der Austrasier alles vor sich aus. Ihre unermüdlichen Hände trieben ihre Schwerter auf die Brüste [des Feindes] hinab.“

Der Militärhistoriker Victor Davis Hanson bietet eine praktischere Sicht:

Wenn die Quellen von „einer Mauer“ sprechen, einer „Eismasse“ und „unbeweglichen Reihen“ Infanteristen, sollten wir uns ein buchstäbliches menschliches Bollwerk vorstellen, fast unverwundbar, mit geschlossenen Schilden vor gepanzerten Körpern, die Waffen ausgestreckt, um die Unterleiber eines jeden islamischen Reiters zu treffen, der dumm genug war im Galopp die Franken zu treffen.

Wie erwartet war die Schlacht ein bewunderungswürdiges Durcheinander: „Muslime ritten in großen Gruppen los, schlugen auf die unbeholfeneren Franken ein und ritten dann fort, während die feindlichen Linien vorrückten.“

In Reaktion „stieß jeder fränkische Soldat, das Schild erhoben, seinen Speer entweder in das Bein oder das Gesicht des Reiters und die Flanke seines Pferdes, dann schlitzte und stach er mit seinem Schwert zu, um den Reiter niederzustrecken, während er gleichzeitig sein Schild – die schwere eiserne Beule in seiner Mitte eine eigene beeindruckende Waffe – gegen das entblößte Fleisch rammte. Allmahlich rückten die Franken als Masse vor, um dann weiter auf die gefallenen Reiter zu ihren Füßen einzutreten und sie zu erstechen – wobei sie immer engen Kontakt miteinander hielten.“

Einmal umzingelten Allahs Krieger Karl und hatten ihn in der Falle, aber „er kämpfte so erbittert, wie die hungrigen Wölfe, die über einen Hirschen herfallen. Durch die Gnade unseres Herrn richtete er ein großes Gemetzel bei den Feinden des christlichen Glaubens an“, schreibt der Chronist Denis. „Da wurde er erstmals ‚Martell‘ genannt, denn wie ein eiserner Hammer, aus Stahl und jedem anderen Metall schlug er auf alle seine Feinde in der Schlacht ein und schlug sie.“

Als die Nacht über das Feld des Gemetzels hereinbrach, lösten die beiden blutig geschlagenen Armeen sich von einander und zogen sich in ihre Lager zurück. Im Morgengrauen bereiteten die Franken sich auf die Fortsetzung der Schlacht vor, mussten aber entdecken, dass die Muslime im Schutz der Dunkelheit geflohen waren. Ihr Herr, Abdul, war im Kampf am Tag zuvor getötet worden und die Berber – von seiner Knute befreit und nachdem sie den fränkischen Eifer gekostet hatten – zogen offensichtlich das Leben und etwas Beute dem Märtyrertum vor. Sie flohen alle zurück nach Süden – wobei sie weiter alles plünderten, brandschatzten und versklavten, was ihnen begegnete. Im Bewusstsein, dass seine Stärke in seiner „Eismauer“ lag, verfolgte Karl sie nicht.

Die Folgen „war, wie bei allen Kämpfen der Kavallerie, ein blutiges Chaos, übersät mit tausenden verwundeter oder sterbender Pferde, aufgegebener Beute und toten und verwundeten Arabern. Wenige der Verwundeten wurden gefangen genommen – angesichts ihrer bisherigen Geschichte aus Mord und Brandschatzung.“ Die ältesten Quellen führen astronomische Zahlen getöteter Muslime an, bei nur einem Bruchteil getöteter Franken. Wie auch immer die wahren Zahlen aussehen, in dieser Schlacht fielen beträchtlich weniger Franken als Muslime. Selbst arabische Chronisten verweisen auf das Gefecht als den „Bodenbelag der Märtyrer“, was nahe legt, dass der Boden mit muslimischen Leichen übersät war.“

„Die freudige Botschaft wurde bald in der katholischen Welt verbreitet“ und die überlebenden Chroniken der Zeit – einschließlich der erwähnten und anonymen Araber – stellen diesen Sieg als gewaltig, wenn nicht gar apokalyptisch dar. Tatsächlich ist Tours von all den vielen Schlachten zwischen dem Islam und dem Christentum seit Beginn der zeitgenössischen Chroniken bis in die Moderne eine der, wenn nicht die meist gefeierte des Westens. Denn obwohl das Mittelmeer verloren war und obwohl Überfälle auf die europäische Küste zu einem festen Bestandteil wurden, wurde der Islam auf die iberische Halbinsel beschränkt, wodurch das westliche Europa sich organisch entwickeln konnte.

Aus genau diesem Grund haben führende westliche Historiker wie Godefroid Kurth (gest. 1916) bis weit ins 20. Jahrhundert Tours weiter als „eines der größten Ereignisse in der Weltgeschichte“ betrachtet, „da davon die Frage abhing, ob die christliche Zivilisation weiter bestehen würde oder der Islam in ganz Europa die Vorherrschaft erringt.“

Historische Zitate in diesem Artikel wurden dem Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West des Autoren entnommen.

Das größte Beispiel für muslimische Täuschung (taqiyya) in der Geschichte des Westens

Raymond Ibrahim, 9. Oktober 2020

Sultan bin Muhammad al-Qasimi

Vor kurzem erfuhren wir, dass Scheik Dr. Sultan bin Muhammad al-Qasimi, Mitglied des Obersten Rats der VAE und Herrscher von Scharjah, die Umgestaltung der Kathedrale von Cordoba zurück zur Moschee von Cordoba, weil Spaniens Christen „sie nicht verdienen“.

Was uns nicht gesagt wurde, ist das, was ihn veranlasste das zu sagen – der hochwichtige Zusammenhang dieser Forderung – nämlich sein neues Buch Die Inquisition (arabisches Original hier). Al-Qasimi will damit zeigen, wie die spanische Inquisition Muslime missbrauchte; offensichtlich glaubt er, das sei ein starkes Argument dafür, dass Spanien die Kathedrale in eine Moschee verwandelt, als eine Art von „Wiedergutmachung“.

Während einer arabischsprachigen Satellitensendung mit Diskussion seines neuen Buches sagte er (Übersetzung):

So Allah will, wird dieses Buch etwas bewirken; und hier fordern wir zumindest die Rückgabe der Moschee von Cordoba an uns. Ich habe das früher schon gefordert und sie informierten mich, dass die Stadt sie der Kirche gegeben hat. Also sagte ich ihnen: „Derjenige, der nicht besitzt, gab demjenigen, der nicht verdient.“ Denn das ist unser Besitz als Muslime; darüber hinaus ist ihre Rückgabe leicht und nahe bevorstehend, so Allah will.

Mit anderen Worten und weil sein Buch argumentiert, dass Spanien extrem mit seinen Muslimen umging – einschließlich der erzwungenen Bekehrung zum Christentum gegen ihren Willen – ist das Mindeste, was es jetzt tun kann die Kathedrale an den Islam fallen zu lassen.

Der Scheik ignoriert aber nicht nur die Tatsache, dass „die Moschee [von Cordoba] nicht nur auf einer christlichen Stätte gebaut wurde, sondern auch unter Verwendung der Materialien des im neunten Jahrhundert zerstörten christlichen Gebäudes aus dem sechsten Jahrhundert“, genauso ignoriert er, warum Spanien die Muslime überhaupt erst einer Inquisition unterzog.

1492 ging die Reconquista mit der Kapitulation Granadas zu Ende. Statt nach Nordafrika zu abzuwandern – woher die meisten ihrer jihadistischen Verbündeten, nämlich die Almoraviden und die Almohaden stammten – entschieden sich die fast eine halbe Million Muslime der Bevölkerung im Land zu bleiben. Ihnen wurden anfangs milde Konditionen gewährt, einschließlich des Rechts ins Ausland zu reisen und den Islam friedlich auszuüben. Allerdings begannen sie, wann immer sich die Gelegenheit bot, viele schwer niederzuschlagende Aufstände – von denen mehrere „die Steinigung, Zerstückelung, Enthauptung, das Pfählen und Verbrennen von Christen bei lebendigem Leib“ beinhalteten – und regelmäßig mit muslimischen Mächten aus dem Ausland (z.B. den osmanischen Türken) konspirierten, um Spanien wieder dem Islam zu unterwerfen.

Ein letzter „muslimischer Aufstand im Jahr 1499 und die Niederschlagung dieser Revolte 1501 führte zu einem Edikt, dass Muslime zum Christentum übertreten oder die Halbinsel verlassen müssen“. Anders als im gängigen Volksglauben war die Motivation dafür weniger religiöser, sondern vielmehr politischer Natur; es ging weniger darum Muslime zu „guten Christen“ zu machen, sondern darum sie zu „guten Bürgern“ zu machen. Solange sie Muslime bleiben, womit sie unter der höchst kontroversen Doktrin von „Loyalität und Feindschaft“ agierten, würden sie dem christlichen Spanien gegenüber feindlich gesinnt und abtrünnig bleiben; und weil Säkularismus, Atheismus, Multikulturalismus oder einfach allgemein „Wokeness“ damals keine Optionen waren, bestand der einzige praktische Weg darin, dass Muslime ihren Tribalismus ablegen und in einem christlichen Königreich voll partizipieren konnten, den Glauben anzunehmen.

Unter solchen Umständen ist die Scharia klar: Muslime sollten versuchen auszuwandern. Aber es hat immer eine wichtige Mahnung gegeben: Wann immer Muslime sich unter der Obrigkeit von Ungläubigen wiederfinden, können sie fast alles sagen und tun – Mohammed anprangern, sich taufen lassen und die Kommunion empfangen, das Kreuz ehren, alles, was dem Islam Anathema ist – solange ihre Herzen dem Islam treu bleiben.

So sieht die Doktrin der taqiyya aus, die traditionell den Modus Operandi des Islam unter nichtmuslimischer Obrigkeit festlegt. Noch vor der Reconquista in Spanien „hatten sunnitische Muslime die taqiyya ins Feld geführt, um Verheimlichung unter christlicher Herrschaft in anderen Zeiten und Regionen zu rechtfertigen, darunter Sizilien nach der Eroberung durch die Normannen 1061 bis 1091 und die byzantinischen Märsche“. Daher überrascht es nicht, dass taqiyya den Islam im Spanien nach der Reconquista definierte; eine Obrigkeit verwies auf eine Fatwa von 1504, die die muslimischen Untertanen Spaniens drängt taqiyya als „theologisches Schlüsselelement für das Studium des spanischen Islam“ anzuwenden.

Sobald das Edikt zu Übertritt oder Auswanderung erschien, nahm fast die gesamte Bevölkerung Granadas – hunderttausende Muslime – offen das Christentum an, blieben aber Krypto-Muslime. Öffentlich gingen sie zur Kirche und tauften ihre Kinder; Zuhause rezitierten sie den Koran, predigten unvergänglichen Hass auf die Ungläubigen und ihre Verpflichtung al-Andalus zu befreien.

Dass diese „Moriscos“ (Maurenchristen) – heißt: selbsterklärte muslimische Konvertiten zum Christentum, die weiterhin „maurisch“ oder islamisch waren – alles unternahmen, um ihre Täuschung unterzuschieben, ist nicht zu bezweifeln, wie ein Historiker erklärte:

Damit ein Morisco als guter Christ durchging, brauchte es mehr als eine einfache Aussage diesbezüglich. Es benötigte eine anhaltende Ausübung mit hunderten einzelner Äußerungen und Handlungen unterschiedlicher Art, von denen viele vielleicht wenig per se mit Ausdrücken des Glaubens oder Ritualen zu tun hatten. Verstellung [taqiyya] war eine institutionalisierte Praxis Morisco-Gemeinschaften, zu der reguläre Verhaltensmuster von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurden.

Trotz dieser aufwändigen Maskerade bekamen die Christen das zunehmend mit: „Mit der Erlaubnis und dem Freibrief, den ihre verhasste Sekte ihnen erteilte“, merkte ein frustrierter Spanier an, „konnten sie äußerlich und ohne zu sündigen jede Religion vortäuschen, solange sie ihre Herzen trotzdem ihrem falschen Blender von Propheten widmeten. Wir sahen so viele von ihnen, die starben, während sie das Kreuz anbeteten und gut von unserer katholischen Religion sprachen, die aber im Innern ausgezeichnete Muslime waren.“

Christen versuchten anfangs mit den Moriscos zu diskutieren; sie erinnerten sie daran, wie sie überhaupt erst zu Muslimen wurden: „Euer Vorfahr war Christ, obwohl er sich zum Muslim machte“, um der Verfolgung zu entgehen oder seinen sozialen Status zu verbessern; also „musst du jetzt Christ werden“. Als das scheiterte, wurden Korane beschlagnahmt und verbrannt; dann wurde Arabisch, die Sprache des Islam, verboten. Als auch das fehlschlug, wurden extremere Maßnahmen getroffen; das ging so weit, dass ein Morisco „nicht einmal ein Messer besitzen durfte, das keine abgerundete Spitze hat, damit er damit keinen Christen verletzt“.

Ein muslimischer Chronist fasst diese Zeiten so zusammen: „Muslime, die noch in Andalus verblieben, waren zwar der Erscheinung nach Christen, aber nicht in ihren Herzen; denn heimlich verehrten sie Allah…. Die Christen überwachten sie mit höchster Wachsamkeit und viele wurden entdeckt und verbrannt.“

So sahen die Ursprünge der spanischen Inquisition aus (die sich entgegen der landläufigen Meinung viel stärker gegen Muslime als gegen Juden richtete). Denn egal, wie viele Moriscos „das Erscheinungsbild einer absolut friedlichen Unterwerfung darboten“, schrieb ein Historiker des 19. Jahrhunderts, „so blieben sie dennoch fundamentale Muselmanen, die nach einer günstigen Gelegenheit Ausschau hielten und geduldig auf die Stunde der Rache warteten, die von ihren Prophetien versprochen war.“

Als dann 1568 ein Gerücht aufkam, dass die osmanischen Türken endlich gekommen seien, sie zu befreien, drehten die vormals „moderaten“ Muslime bei Granada „im Glauben, die Tage unter christlicher Herrschaft seien vorbei, durch. Im ganzen Land wurden Priester angegriffen, verstümmelt oder ermordet; einige wurden bei lebendigem Leibe verbrannt; einer wurde in ein Schwein eingenäht und gegrillt; die schönen christlichen Mädchen wurden emsig vergewaltigt, einige fortgeschafft, um in die Harems marokkanischer und algerischer Machthaber einzuziehen.“

Da Muslime niemals einer ungläubigen Obrigkeit gegenüber loyal sein konnten – sie konspirierten ständig mit fremden Muslimen und betrieben Subversion – und wenn Übertritt zum Christentum wegen des Glaubenssystems der taqiyya keine Lösung war, dann verblieb nur ein Möglichkeit: Zwischen 1609 und 1614 wurden alle Moriscos von der Halbinsel nach Afrika vertrieben, von wo der Islam fast ein Jahrtausend zuvor erstmals nach Spanien eingedrungen war.

Das ist natürlich eine vollständigere Erklärung dafür, warum Spaniens Muslime der Inquisition unterzogen wurden, als al-Qasimi aus offensichtlichen Gründen zuzugeben bereit ist: Vortäuschende und immer subversive Muslime (in der Vergangenheit oder der Gegenwart) gewinnen nicht viel Mitgefühl – gewiss keines, das Spanien beginnen lässt Zugeständnisse zu machen.

Er scheint auch die große Ironie zu verpassen: Zumindest befreiten die Spanier ihr eigenes Land und gaben denen, deren Vorfahren einmarschiert waren, die Gelegenheit es unbehelligt zu verlassen. Das ist weit nachsichtiger als die Weise, wie der Islam sich immer verhalten hat – in nichtmuslimische Länder einzumarschieren und Ungläubigen drei Optionen zu geben: konvertieren, als unterjochte Dhimmis leben oder sterben – wie der gelehrte Scheik sehr wohl weiß.

Die Schlacht von Kulikowo: Russische Befreiung von der muslimischen Horde

Raymond Ibrahim, 8. September 2020

Sergeij Prisekins Wiedergabe von Kulikowo (1980)

Am 8. September 1380 begann Russland seinen langen Marsch zur Befreiung vom Tatarenjoch, durch eine Schlacht, die für die russische Geschichte genauso wichtig ist wie die Schlachten von Tours und Wien es für den Westen sind.

Als sie Russland um 1240 eroberten, waren die Mongolen noch heidnisch, aber bis 1300 waren sie gründlich islamisiert. Arabisch wurde übernommen, „das gesamte muslimische Religionsestablishment aus Kadis, Muftis und dergleichen kam in Sarai auf, der Hauptstadt der Goldenen Horde an der Unterwolga“, und „die Scharia, das muslimische religiöse Recht“ herrschte uneingeschränkt. „Mit dieser russisch-tatarischen Eroberung trat die Gesellschaft in den Mainstream des mittelalterlichen christlich-muslimischen Grenzlebens“, heißt: Es trat in ein bekanntes Paradigma aus Feindschaft und Krieg ein, unterbrochen nur von riesigen Summen an Gold und Sklaven, die aus Russland an die Horde flossen.

1327 bat der Schewkal – „der Vernichter der Christenheit“, wie es in einer russischen Chronik heißt – der Cousin des Khan Usbek seinen Khan um einen Gefallen: „Erlaube mir nach Rus zu gehen, um ihren christlichen Glauben zu vernichten, ihre Prinzen zu töten und dir ihre Frauen und Kinder zu bringen.“ Usbek stimmte zu. An der Spitze einer gewaltigen Horde drang Schewkal nach Russland ein, „mit großer Überheblichkeit und Gewalt. Er führte starke Verfolgung von Christen ein, wofür er Gewalt, Plünderung, Folter und Misshandlung nutzte.“ Die Russen machten sich auch bezüglich der Gründe hinter ihrem (erneuten) Leid nichts vor: Überall in ihren Chroniken „erscheinen sie als Verteidiger des Glaubens, die darum kämpften die Christenheit vor den marodierenden, von ihrer religiös bedingten Feindschaft getriebenen Ungläubigen zu retten.“ Darüber hinaus sind die „mongolischen Gräuel“ immer „als Vorfälle in einem anhaltenden Religionskrieg“ verzeichnet.

Als 1359 die Infrastruktur der Goldenen Horde infolge von internem Konflikt zu zerbrechen begann, fing das Fürstentum Moskau (oder Muskowy) seinen Lehensherren zu trotzen. Als wollte Khan Mamai die Rebellen zermalmen und „den Russen den Islam aufzwingen“ und brach 1380 mit, geben einige Quellen an, rund 100.000 Turko-Tataren nach Moskau auf. Sie prahlten, sie würde ihre Schwerter „am russischen Land und dem christlichen Glauben gegen die Panzerung der Muslime auf die Probe stellen“; die Russen nahmen die Herausforderung an.

Unter der Führung des Großprinzen Dimitri Iwanowitsch von Moskau zogen rund 50.000 Russen los und trafen den Khan auf dem Kulikowo-Feld nahe des Don und einiger Zuflüsse. Die feindlichen Armeen waren so riesig, dass sie sich über 13 Kilometer verteilten. Die Christen positionierten sich strategisch zwischen den Flüssen und den dichten Wäldern, womit sie die Manövrierfähigkeit und Möglichkeiten der tatarischen Reiter ihre Flanken zu umgehen einschränkten.

„Ich werde weder mein Gesicht schützen noch in den hinteren Reihen verstecken, sondern lasst uns alle als Brüder gemeinsam kämpfen“, sagte Dimitri in Reaktion auf die Bitten seiner Adligen sich nicht in Gefahr zu begeben: „Für die Christenheit möchte ich vor allen anderen sterben, mit Tat wie mit dem Wort, so dass alle andere, die es sehen, tapfer werden.“ (Praktischer erklärte der Großprinz: „Es ist besser, wir fallen in der Schlacht, als dass wir Sklaven dieser Ungläubigen werden.“)

Sobald die Schlacht am 8. September 1380 – vor 640 Jahren – begann, „gab es ein so großes Massaker und bitteren Kampf und großen Lärm, wie es ihn in russischen Fürstentümern noch nie gegeben hatte“, schreibt ein Chronist; Blut floss wie starker Regen und es gab viele Tote auf beiden Seiten.“ Obwohl sie zwei zu eins unterlegen waren, „wollten die Russen Rache für die Angriffe der Tataren“; sie kämpften mit wildem Zorn. Dimitri hielt Wort und war an vorderster Front zu finden, „schlug auf die rechts und links ein, tötete viele; er selbst war umgeben von vielen [Tataren] und wurde viele Male an Kopf und Körper getroffen“.

Nach Stunden erbitterter Kämpfe und trotz schwerer Verluste schafften es die Russen mit Hilfe versteckter Kavallerie, die aus den umgebenden dichten Wäldern heraus angegriffen hatte, die Muslime in die Flucht zu schlagen. Und so führte Großprinz Dimitri – der, als er erfuhr, dass die Mongolen geflohen waren, sofort aufgrund seines starken Blutverlustes vom Pferd fiel und fast starb – den ersten großen russischen Sieg gegen ihre tatarischen Unterdrücker an, seit das „Joch“ 150 Jahre zuvor begann. Damit zerschlug die Schlacht von Kulikowo den Mythos der mongolischen Unbesiegbarkeit und verlieh Moskau große Ehre.

Allerdings war die volle Befreiung noch ein Jahrhundert entfernt. Denn 1382 marschierten die neu gruppierten und erholten Tataren in Moskau ein, brannten fast die gesamte Stadt nieder und hinterließen 24.000 Leichen. Aber das widerstandsfähige Herzogtum war weiter der wichtigste russische Dorn im Auge der Horde. 1409 warnte Emir Edigei den Großprinzen Wassili Dimitrivitsch davor die volle Zahlung der Jizya zurückzuhalten – „damit kein Übel deinen Herrschaftsbereich befällt und die Christen ihrem endgültigen Untergang begegnen und unsere Wut und Krieg über euch kommen!“ Weil die Warnung ignoriert wurde, kam Edigei abschlachtend, plündernd, brandschatzend daher, auch nach Moskau, obwohl er es nicht erobern konnte.

Was auf dem Feld von Kulikowo getan wurde, war nicht rückgängig zu machen; im Verlauf der nächsten Jahrzehnte nahm Moskau weiter an Stärke und Geltung zu, während die Horde an beidem weiter abnahm. Schließlich trafen im Oktober 1480 – genau hunderte Jahre nach Kulikowo – die beiden Armeen am Fluss Ugra aufeinander und „damit endete die Zaren der Horde“, wie es ein Chronist ausdrückte. „Dann waren wir in unserem russischen Land frei von der Last der Unterwerfung unter den Muslim und begannen uns zu erholen wie vom Winter in den klaren Frühling.“

Yarmuk: Inspiration für ISIS und „folgenreichste“ Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen

Raymond Ibrahim, 20. August 2020

Am 20. August 636 fand die wohl folgenreichste Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen statt – die vom Yarmuk. Nur vier Jahre nach dem Tod des muslimischen Propheten Mohammed entschied das militärische Aufeinandertreffen nicht nur, ob das arabische Glaubensbekenntis aufblüht oder stirbt; sie wurde zur Hauptquelle der Inspiration und Anweisung für Jihadisten über Jahrhunderte, direkt bis zum Islamischen Staat. Und doch sind sich nur wenige im Westen der Existenz der Schlacht von Yarmuk bewusst – weit weniger davon, wie sie gegenwärtige islamische Terroristen motiviert.

Die Gegner waren das oströmische Imperium unter Kaiser Heraclius und das neu geborene arabische Kalifat unter dem zweiten Kalifen Omar. Nach ein paar Jahren muslimischer Plünderungen im damals christlich-römischen Syrien trafen die beiden Mächte entlang des Flusses Yarmuk aufeinander. Der Austausch der beiden Generale vor der Schlacht – des römisch-armenischen Vahan und Khalid bin al-Walids (das sehr verehrte und beinahe kannibalistische „Schwert Allahs) – ist aufschlussreich:

Der christliche Kommandierende begann damit diplomatisch Arabiens harte Lebensbedingungen und verarmte Wirtschaft dafür verantwortlich zu machen, dass die Araber keine andere Wahl hätten als römische Länder zu überfallen. Entsprechend war das Imperium zufrieden sie mit Lebensmitteln und Geld zu versorgen, unter der Bedingung, dass sie nach Hause zurückkehren. „Es war nicht Hunger, der uns hierher brachte“, antwortete Khalid kühl, „sondern wir Araber haben den Brauch Blut zu trinken und uns wird gesagt, dass das Blut der Römer das süßeste seiner Art ist, also kamen wir hierher, um euer Blut zu vergießen und es zu trinken.“

Vahans diplomatische Maske fiel auf der Stelle und er begann eine Tirade gegen den unverschämten Araber: „Also wir dachten, ihr kommt auf der Suche nach dem, was eure Brüder immer suchten“ – Plünderung, Erpressung oder Landsknechtsarbeit. „Aber leider haben wir uns geirrt. Ihr kommt, um Männer zu töten, Frauen zu versklaven, Reichtum zu plündern, Gebäude zu zerstören und wollt uns von unserem eigenen Land vertreiben.“ Bessere Leute hatten versucht dasselbe zu tun, wurden aber immer besiegt, fügte Vahan mit Blick auf die kürzlich stattgefundenen Persischen Kriege hinzu, bevor er fortfuhr:

Was euch angeht, gibt es kein niedrigeres und abscheulicheres Volk – erbärmliche, verarmte Beduinen. … Ihr begeht Ungerechtigkeiten an der eigenen Nation und jetzt an unserer. … Welche Verwüstung habt ihr geschaffen! Ihr reitet Pferde, die euch nicht selbst gehören und tragt Kleidung, die nicht die eure ist. Ihr schafft euch Vergnügen mit jungen weißen Frauen Roms und versklavt sie. Ihr esst Essen, das nicht das eure ist und füllt eure Hände mit Gold, Silber und wertvollen Dingen [die nicht euch gehören]. Jetzt finden wir euch mit all unserem Besitz und der Beute, die ihr unseren Glaubensbrüdern genommen habt – und wir überlassen euch alles, wollen weder die Rückgabe noch tadeln wir euch. Alles, was wir von euch wollen, ist, dass ihr unser Land verlasst. Aber wenn ihr das ablehnt, werden wir euch vernichten!

Das Schwert Allahs war nicht beeindruckt. Er begann den Koran zu rezitieren und sprach von einem Mohammed. Vahan hörte in stiller Verbitterung zu. Khalid rief den christlichen General auf die Schahada zu proklamieren – „es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ – und damit den Islam anzunehmen, im Tausch für Frieden; er fügt hinzu: „Du musst auch beten, Zakat zahlen, die Haddsch zum heiligen Haus [in Mekka] pilgern, Jihad gegen die führen, die Allah ablehnen, … und dich mit denen anfreunden, die Allahs Freunde sind und gegen die sein, die gegen Allah sind“, ein Verweis auf die polarisierende Doktrin des al-wala‘ wa al-bara‘. „Wenn du ablehnst, kann es zwischen uns nur Krieg geben… Und du wirst Männern gegenüber stehen, die den Tod so lieben wie du das Leben.“

„Mach, was dir gefällt“, antwortete Vahan. „Wir werden unsere Religion niemals aufgeben oder dir Jizya zahlen.“ Die Verhandlungen waren vorbei.

Die Dinge spitzten sich – ziemlich buchstäblich – zu, als 8.000 marschierende Muslime vor dem römischen Lager erschienen, die die abgeschlagenen Köpfe von 4.000 Christen auf ihren Speeren trugen. Das waren die Überreste von 5.000 Mann Verstärkung, die aus Amman gekommen waren, um sich der römischen Armee in Yarmuk anzuschließen. Die Muslime hatten sie überfallen und abgeschlachtet. Dann, als laute „Allahu Akbar“-Schreie das muslimische Lager erfüllten, stießen die hinter den verbliebenen 1.000 christlichen Gefangenen stehenden Muslime, diese um und schnitten ihnen vor den Augen ihrer Glaubensbrüder, die arabische Quellen als in „kompletter Fassungslosigkeit“ beschrieben werden, die Köpfe ab.

Es sollte also Krieg sein: 30.000 christliche Römer gegen 24.000 muslimische Araber am Fluss Yarmuk in Syrien. Am Vorabend der Schlacht, schreibt der Historiker A.I. Akram, „verbrachten die Muslime die Nacht in Gebet und Aufsagen des Koran und erinnerten einander an die zwei Segnungen, die auf sie warteten: entweder Sieg und Leben oder Märtyrertum und das Paradies.“

Auf die Christen wartete kein derartiger Kitzel. Sie kämpften um Leben, Familie und Glauben. Während seiner Rede vor der Schlacht erklärte Vahan: „Diese Araber hier vor euch wollen … eure Kinder und Frauen versklaven.“ Ein anderer General warnte die Männer hart zu kämpfen, sonst würden die Araber „eure Ländereien erobern und eure Frauen vergewaltigen“. Solche Ängste waren nicht unberechtigt. Noch während die Römer vor der Schlacht im Gebet knieten, paradierte der arabische General Abu Sufyan auf seinem Ross, schwenkte seinen Speer und ermahnte die Muslime zum „Jihad auf die Weise Allahs“, damit sie „Land und Städte der Christen erobern und ihre Kinder und Frauen versklaven“ können.“

Die Schlacht dauerte sechs Tage an. Am 20. August 636, dem sechsten und letzten Tag, brach ein Staubsturm – etwas, woran die Araber gewöhnt waren, ihre Gegner weniger – aus und verursachte Massenchaos, besonders für die Römer, deren große Zahl an Infanteristen sich als kontraproduktiv erwies. Die Nacht brach an. Dann, berichtet der Historiker Antonio Santosuosso,

hallte der Boden wider vom furchterregenden Lärm muslimischen Geschreis und Schlachtgebrülls. Schatten änderten sich plötzlich in Klingen, die das Fleisch durchdrangen. Der Wind brachte die Schreie von Gefährten, als der Feind heimlich unter dem infernalischen Lärm von Becken, Trommeln und Schlachtgebrüll in die Reihen einbrach. Es muss noch furchterregender gewesen sein, weil sie nicht erwartet hatten, dass die Muslime im Dunkeln angriffen.

Muslimische Kavalleristen übten weiter Druck auf die zusammengedrängte und geblendete römische Infanterie aus; dazu nutzten sie die Hufe und Knie ihrer Rösser, um die ermüdeten Kämpfer niederzuwerfen. Schließlich bis an den Rand der Schlucht gedrängt fiel Reihe um Reihe der kaiserlichen Armee die steilen Abhänge hinunter in den Tod. „Die byzantinische Armee, die zusammenzustellen Heraclius brauchte, hatte aufgehört zu existieren“, schreibt der britische Generalleutnant und Historiker John Bagot Glubb. „Es gab keinen Rückzug, kein Handeln einer Nachhut, keinen Kern Überlebender. Es war nichts übrig geblieben.“

Als der Mond den Nachthimmel füllte und die Sieger den Getöteten alles genommen hatten, klangen „Allahu Akbar“-Schreie und „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ durch das Yarmuk-Tal, berichtet der arabische Chronist.

Nur ein paar Jahrzehnte nach Yarmuk waren alle antiken christlichen Länder zwischen Syrien im Osten und Marokko im Westen – fast 6.500km – vom Islam erobert worden. Anders ausgedrückt: Zwei Drittel des ursprünglichen, älteren und wohlhabenderen Territoriums der Christenheit waren dauerhaft vom Krummsäbel des Jihad geschluckt worden. (Schließlich und Dank der späteren Türken „eroberten muslimische Armeen drei Viertel der christlichen Welt“, wird der Historiker Thomas Madden zitiert.)

Aber anders als die germanischen Barbaren, die in den Jahrhunderten zuvor nach Europa eindrangen und es eroberten, nur um sich in die Religion, Kultur und Zivilisation des Christentums zu assimilieren und seine Sprachen – Latein und Griechisch – zu übernehmen, zwangen die Araber den eroberten Völkern ihren Glauben und Sprache auf, so dass die einst auf die Arabische Halbinsel beschränkten „Araber“ heute die „Arabische Welt“ mit 22 Staaten im gesamten Nahen Osten und Nordafrika bilden.

Das wäre nicht der Fall und die Welt hätte sich radikal anders entwickelt, hätte das oströmische Reich die Invasoren besiegt und sie zurück nach Arabien geschickt. Kein Wunder, dass Historiker wie Francesco Gabrieli der Meinung sind, dass „die Schlacht am Yarmuk zweifelsohne wichtigere Folgen hatte als fast jede andere in der Weltgeschichte“.

Darüber hinaus und wie der aufmerksame Leser bemerkt haben wird, sind die Kontinuität der Worte und Taten des Islamischen Staats im Irak und Syrien (ISIS) und die seiner Vorgänger von vor fast 1.400 Jahren gespenstisch ähnlich. Das ist natürlich Absicht. Wenn ISIS proklamiert: „Amerikanisches Blut ist das beste und wir werden es bald schmecken“, oder „Wir lieben den Tod so, wie ihr das Leben liebt“, oder „Wir werden eure Kreuze zerschlagen und eure Frauen versklaven“, dann zitieren sie wortgetreu – und stellen sich damit in die Fußstapfen von – Khalid bin al-Walid und seinen Gefährten, den ursprünglichen Eroberern Syriens.

Gleichermaßen gründet die Beschwörung der Huris, der den Märtyrern versprochenen himmlischen Sexsklavinnen des Islam, auf mehreren Anekdoten von am Yarmuk sterbenden Muslimen, die von diesen unsterblichen Konkubinen im Paradies willkommen geheißen werden. Das Gleiche gilt für die choreografierte rituelle Abschlachtung von „Ungläubigen“, am berüchtigsten die der 21 koptischen Christen am Strand in Libyen, die der rituellen Abschlachtung von 1.000 gefangen genommenen römischen Soldaten am Vorabend der Schlacht nachgeahmt worden ist.

Hier ist also eine Erinnerung daran, dass die Lektionen aus der militärischen Geschichte des Islam und des Westens alles andere als akademisch sind und bis heute Bedeutung haben – zumindest für die Jihadisten, deren Denkweise anzuerkennen viele im Westen immer noch ablehnen.

Die Hagia Sophia und die Kathedrale von Córdoba: der Jihad-Faktor

Raymond Ibrahim, 7. August 2020

Was uns gehört, ist unseres und was dir gehört, ist auch unseres. Das ist eine der Hauptbotschaften von Muslimen nach der gerade erfolgten Entscheidung das Museum Hagia Sophia – ursprünglich als christliche Kathedrale gebaut und ein Jahrtausend lang genutzt – wieder in eine Trophäen-Moschee umzuwidmen.

Beachten Sie zunächst die jüngste und bewusste Darstellung der Eroberungssymbole und das allgemeine Gefühl islamischen Triumphalismus:

Der erste Tag der Gebete seit der Veränderung des Status der Hagia Sophia war letzten Freitag [24. Juli]. Tausende versammelten sich unter dunklen Vorhängen, die die einst glitzernden Mosaike mit der Darstellung Christi und der Jungfrau Maria abdeckten. Der oberste Imam des Landes, Ali Erbas, hatte ein Schert in der Hand, als er seine Predigt auf der Kanzel hielt. Auf Nachfrage hierzu sagte er: „Das ist eine Tradition in Moscheen, die das Symbol von Eroberung sind.“ Draußen versammelten sich Tausende, die griechenfeindliche Parolen skandierten. Zur Feier des Ereignisses wurden Gedenkmünzen gefertigt.

Statt diese Betonung des jihadistischen Charakters ihrer Religion abzulehnen (oder das zumindest vorzugeben), forderten ermutigte Muslime rund um die Welt die „Rückgabe“ anderer Bauten.

„Als Minimum“, sagte Scheik Sultan bin Muhammad al-Qasimi, einer der Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, ein paar Tage nach der islamischen Annexion der Hagia Sophia durch die Türkei, „fordern wir die Rückgabe der Moschee von Córdoba [derzeit die Kathedrale von Córdoba in Spanien], die der Kirche gewährt wurde, da dieses Geschenk, das denen [den Christen] nicht gehört, die sie nicht verdienen.“

In ähnlicher Weise antwortete der türkische Historiker Mehmet Özdemir in einem Interview auf Papst Franziskus‘ immens knappe, gar zaghafte Überlegung zur Umwandlung der Hagia Sophia in einem Moschee – „Ich denke an die Hagia Sophia und ich bin sehr traurig“ – der Papst „sollte auch wegen der in Kirchen umgewandelte Moscheen während Al-Andalus Trauer fühlen“. Ein weiterer türkischer Historiker, Lüfti Seyban, bekräftigte denselben Punkt; er erklärte, es werde eine Ungerechtigkeit an den Muslimen der Welt begangen, dass ihnen nicht erlaubt wird da zu beten, was einmal die Große Moschee von Córdoba war, die heute als die katholische Kathedrale Mariä Aufnahme in den Himmel dient.

Die Botschaft ist klar: Wenn die Hagia Sophia, von der jeder weiß, dass sie vor tausend Jahren als Kathedrale gebaut und genutzt wurde, ohne unangefochten in eine Moschee umgewidmet werden kann – mit einem Schwert schwingenden Imam – dann sollte die Kathedrale von Córdoba, die ehemalige Große Moschee, wieder zu einer Moschee gemacht werden.

Aber war sie wirklich ursprünglich als Moschee gebaut worden, wie so viele behaupten, oder war auch sie ursprünglich eine eroberte Kirche?

In einem Interview zu dieser Frage im Catholic World Report bietet Darío Fernández-Morera, Dozent an der Northwestern University und Autor von The Myth of the Andalusian Paradise, viele Belege, die den Schluss untermauern, dass „die [Große] Moschee nicht nur an einer christlichen Stätte, sondern auch unter Verwendung von Material eines christlichen Gebäudes aus dem sechsten Jahrhundert gebaut wurde, das von Muslimen im neunten Jahrhundert zerstört wurde“.

Es lohnt sich, das ganze Interview u lesen, da es viele detaillierte Informationen zum historischen Umgang des Islam mit Kirchen bietet.

Wann immer muslimische Chroniken christliche Kirchen in Spanien erwähnen, dann nur, um sich mit ihrer Zerstörung oder ihrer Umwandlung zu Moscheen zu brüsten. Christliche Kirchen in Moscheen umzuwidmen ist während der muslimischen Eroberungen Standard-Praxis gewesen. Die berühmte Omajjaden-Moschee von Damaskus zum Beispiel wurde mit Material der großen griechischen Basilika Johannes der Täufer gebaut worden, die an der Stelle stand und die von den arabischen Eroberern niedergerissen wurde…

Die Ursprünge der Großen Moschee sind nicht anders.

Die christliche Basilika des Heiligen Vinzenz von Córdoba [gebaut im sechsten Jahrhundert] wurde vom gefeierten Omajjaden-Herrscher Abd-al-Rahman I. (731 bis 788) abgerissen, dessen Statuen jeden Ort im heutigen Spanien zieren. Mit ihrem Material ließ er die Moschee von Córdoba an derselben Stelle bauen.

Die Tatsache, dass die Große Moschee, wie so viele andere Moscheen, ursprünglich eine christliche Kirche war – und während der Reconquista wieder zu einer gemacht wurde – sollte jeglichen muslimischen Anspruch auf die Stelle in Córdoba zu den Akten legen. Dank eines inzwischen sehr bekannten Grundes ist das jedoch nicht der Fall. Fernández-Morera fährt fort:

Es überrascht nicht, dass die archäologischen und dokumentarischen Beweise [die die Ansicht bestätigen, dass die Große Moschee ursprünglich als die Basilika des Heiligen Vinzenz gebaut wurde] werden von Archäologen, die von der linken Stadtregierung Córdobas beauftragt wurde, von einem Archäologen des spanischen Centro Superior de Investigaciones Cientificas und der United Nations Educational, Scientific and  Cultural Organisation (UNESCO) zurückgewiesen, die nichts zugeben wollen, das den muslimischen Anspruch an der Kathedrale von Córdoba untergraben könnte. Sie befinden sich auf derselben ideologischen Seite wie diese Akademiker, die die Existenz einer Zurückeroberung bestreiten. Nichts darf zugelassen werden, das den Islam untergräbt…

Es ist wichtig im Gedächtnis zu behalten, dass die nicht angefochtene Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee nicht nur zu Forderungen angespornt hat die Kathedrale von Córdoba wieder zu einer Moschee zu machen; diese Forderung soll die islamische Übernahme der Türkei entlasten. Beachten Sie die Logik des türkischen Gelehrten Khalid Yacinen zu dieser symbolischen Beziehung:

Als Spanien die Muslime währender Inquisition vertrieb, verwandelte es die Große Moschee von Córdoba in eine Kathedrale, in der es Muslimen bis heute verboten ist zu beten… Die Türkei [andererseits] hat entschieden Muslimen zu erlauben in der Hagia Sophia Gebete zu sprechen. Das ist kaum vergleichbar damit, dass man in der Großen Moschee von Córdoba dafür verhaftet wird, etwas auf Arabisch zu sagen oder aus ihr eine Kathedrale zu machen.

Fernándes hingegen stellte fest:

Eine wahre Analogie zur Geschichte der Kathedrale von Córdoba wäre es, die Stätte der Hagia Sohia umzuwidmen und das Gebäude in das zurückzukehren, was sie vor der muslimischen Eroberung war, nämlich eine christliche Stätte mit einer der größten jemals gebauten Kirchen – der Basilika Hagia Sophia, Heilige Weisheit.

Mit anderen Worten: Die einzige echte Verbindung zwischen den beiden Gebäuden in Spanien und Konstantinopel besteht darin, dass sie beide von Muslimen erobert und umgewandelt wurden oder wie im Fall des Heiligen Vinzenz ausgeschlachtet und Moscheen daraus gemacht wurden. Während aus einer, der Hagia Sophia, vor kurzem eine Moschee gemacht wurde, womit der Triumph des Islam über „Ungläubige“ erneut kundgetan wurde, bleibt die andere ein Kathedrale – und das ist anscheinend nicht hinnehmbar, nicht nur für Muslime, sondern auch für die Linke, die auf der Leugnung und Umschreibung von Geschichte gedeiht.

Die neuesten „Rassisten“: Die europäischen Vergewaltigungsopfer des Islam

Raymond Ibrahim, 13. Juli 2020 (auch auf Gatestone Institute)

Die weit verbreitete Vorstellung, dass, wann immer die Rassen aufeinanderprallen, nur Minderheiten die Opfer sein können, ist wohl kaum auf die jüngsten Proteste/Krawalle in Amerika beschränkt. Elemente dieses Denkens tauchen oft in anderen, besonders in bizarren Zusammenhängen auf.

Beispielsweise werden britische Frauen, einschließlich tatsächlicher Vergewaltigungsopfer, die die Aufmerksamkeit auf das Phänomen „asiatischer“ (muslimisch-pakistanischer) Prostitutionsbanden, lenken, vom „Woke“-Establishment attackiert.

Vor kurzem wurde in Großbritannien Sarah Champion, eine Labour-Politikerin und Abgeordnete für Rotherham (dem Epizentrum der Prostitutionsringe) beschuldigt, „die Flammen des Rassenhasses zu schüren“ und „wie eine neofaschistische Mörderin zu agieren“. Ihr Verbrechen: Sie hatte es gewagt zu behaupten: „Britannien hat damit ein Problem, dass britisch-pakistanische Männer weiße Mädchen vergewaltigen und ausbeuten.“

Dieselben Elemente, die Champion beschuldigen eine „Mörderin“ zu sein, charakterisierten das Programm Großbritanniens zur Bekämpfung von Extremismus, Prevent, als eines, das „auf einer Grundlage von Islamophobie und Rassismus aufbaut“.

Ein paar Wochen zuvor verriet ein Artikel mit dem Titel „I was raped by Rotherham grooming gang—now I still face racist abuse online“ (Ich wurde von Prostitutionsbande in Rotherham vergewaltigt – jetzt werde ich online rassistisch beleidigt“), dass ihr muslimischer Vergewaltiger sie während der mehr als 100 Male, die sie in ihrer Jugend von der pakistanischen Prostitutionsbande vergewaltigt wurde, als „eine weiße F*tze, eine weiße Hure und eine weiße Schlampe“ bezeichnete.

„Wir müssen radikale und religiös Schwerverbrechen begreifen, wenn wir sie verhindern und die Menschen davor beschützen wollen, und auch um sie korrekt zu verfolgen“, sagte sie in ihrem letzten Interview.

Vorbeugung, Schutz und Strafverfolgung – allesamt werden behindert, weil wir uns weigern die religiösen und rassistischen Projekte der Prostitutionsbanden anzusprechen… Diese Weigerung sagt ihnen, dass es in Ordnung ist Weiße zu hassen.

Ellas Versuch die „religiösen und rassistischen Aspekte“ des Missbrauchs von ihr und vielen anderen Mädchen hervorzuheben, führt nur zu „jeder Menge Beschimpfungen durch Linksextreme und radikalfeministische Akademiker“, sagte sie: Solche Gruppen „gehen online und versuchten jedem Widerstand zu leisten, den sie als Nazi, Rassist, Faschist oder weißen Herrenmenschen betrachten“:

Rassismus gegen Weiße ist ihnen egal, weil sie zu glauben scheinen, diesen gebe es nicht. Sie haben versucht mich niederzustrecken und kritisieren mich ständig und das geht schon Monate so. Sie versuchen mich abzuschalten, mich mundtot zu machen … ich habe in meinem Leben nie einen solchen Hass erlebt. Sie beschuldigen mich „für weiße Pädophile einzutreten“ und etwas „finster Dämonisches“ zu sein.

Die Schuld oder zumindest die Verantwortung dem Opfer zuzuweisen ist nicht auf Großbritannien beschränkt. Nach Angaben eines Berichts vom 9. August 2019 „wurden in der schwedischen Stadt Uppsala … vier Frauen in genauso vielen Tagen vergewaltigt“. Obwohl die Polizei es versäumte die Beschreibung der Vergewaltiger zu veröffentlichen – in der Regel ein sicheres Zeichen für ihre Herkunft – gaben sie Warnungen aus, Frauen sollten „darüber nachdenken, wie sie sich verhalten“, „vorausdenken“ und „nicht alleine aus dem Haus gehen“.

In Deutschland vergewaltigten sieben muslimische Migranten eine Teenagerin in einem Park, nachdem sie sie in einer Disco in Freiburg unter Drogen setzten. Der Polizeichef warnte deutsche Frauen davor „sich durch Alkohol oder Drogen verwundbar zu machen“.

Ratschläge gegen Alkohol, Drogen und rücksichtsloses Verhalten wären willkommener und ernster zu nehmen, würden sie nicht unter Zwang erfolgen. Und wie die Dinge stehen, ist das ein Ablenkungsmanöver.

Nachdem Mobs muslimischer Migranten zum Beispiel sage und schreibe eintausend Frauen am Sylvesterabend 2016 in Köln sexuell belästigten, rief Bürgermeisterin Henriette Reker die Frauen auf „besser vorbereitet zu sein, besonders im anstehenden Karneval. Dafür werden wir online Leitfäden veröffentlichen, die diese jungen Frauen sich durchlesen können, um sich vorzubereiten“.

Ähnlich wurde in Österreich eine 20 Jahre alte Frau, die in Wien an einer Bushaltestelle wartete, von vier muslimischen Männern angegriffen, geschlagen und ausgeraubt – von denen einer, der „damit anfing seine Hände durch mein Haar zu ziehen und klar machte, dass es in seinem kulturellen Hintergrund kaum blonde Frauen gibt“ – und die Polizei reagierte damit dem Opfer zu sagen, sie solle sich die Haare färben:

Zuerst hatte ich Angst, aber mehr als alles andere bin ich jetzt wütend. Nach dem Übergriff sagte man mir, dass Frauen nach 8 Uhr abends nicht alleine auf der Straße sein sollten. Und sie gaben mir noch einen anderen Rat, sagten mir, ich solle mein Haar dunkel färben und mich auch nicht so provokativ kleiden. Indirekt bedeutet das, dass ich zum Teil an dem Schuld war, was mir zustieß. Das ist massiv beleidigend.

In Norwegen besteht Unni Wikan, eine Professorin für Sozialanthropologie an der Universität Oslo, darauf, dass „norwegische Frauen ihren Teil der Verantwortung für diese Vergewaltigungen zu übernehmen haben“, weil muslimische Männer ihr Kleidungsverhalten provokativ finden. So viel zu der feministischen Behauptung, dass Frauen sich anziehen und so promiskuitiv und provokant verhalten können, wie sie wollen – und wehe dem Mann, der das fehlinterpretiert (es sei denn, er gehört einer rassischen oder religiösen Minderheit an).

Professorin Wikans Schlussfolgerung lautete nicht, dass im Westen lebende muslimische Männer sich westlichen Normen anpassen müssen, sonder genau umgekehrt: „Norwegische Frauen müssen erkennen, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft lieben und sich dem anpassen.“

Selbst wenn es um Vergewaltigung geht, dann ist das Opfer, wenn sie weiß ist und der Vergewaltiger nicht, überhaupt kein Opfer; schlimmer: sie ist eine „Rassistin“ und „Hasserin“, die womöglich verdient, was ihr widerfuhr und mehr. „Dem Opfer die Schuld geben“ ist mit aller Macht zurück und gewinnt überall im Westen an Boden.