Palästinensisches Eigentor des Tages: Der Bahnhof von Haifa im Jahr 1900

David Lange, Israellycool, 28. Dezember 2020

Der nächste Propaganda-Tweet ist aus dem November, aber ich habe den Verdacht, er wird niemals alt werden.

Die palästinensische Stadt Haifa im Jahr 1900, d.h. 48 Jahre vor der Existenz des zionistischen Gebildes

Weil ja nichts so sehr „palästinensische Stadt“ sagt wie

das osmanische Reich.

Sie sehnen sich so sehr nach der Rückkehr in die Tage, in denen sie unter der Herrschaft der wahren Kolonialisten lebten … statt unter der Herrschaft des indigenen Volks des Landes zu leben, das nach so vielen Jahren im Exil zurückkehrte.

Palästinensische Fotofälschung des Tages

David Lange, Israellycool, 27. Dezember 2020

In einem anderen Eintrag widerlegte ich die Lüge, dass seit 1948 Millionen Palästinenser von Israel getötet worden sein sollen.

Zu dem Post gehörte als Beispiel dieser Tweet:

5.100.000 Palästinenser sind von Israel seit 1948 ausgelöscht worden. Erkläre mit bitte, wieso das kein Völkermord ist.

Es stellt isch heraus, dass nicht nur die Behauptung des Tweets eine Lüge ist, sondern auch das dafür benutzte Foto.

Die irakische Mutter Wafaa Hussein betrauert ihren toten Sohn Thaer (6) in der Leichenhalle von Baquba, nördlich von Bagdad, 16. September 2007. Der Junge wurde von einem nicht identifizierten Heckenschützen erschossen, als er mit seiner Familie in einem öffentlichen Bus von Bagdad nach Baquba fuhr. AFP Foto/STR (Foto-Herkunft müsste heißen: AFP via Getty Images)

Sie lügen wirklich bei fast allem.

Nur in Israel: Soldaten gratulieren

Elder of Ziyon, 9. Dezember 2020

Das ist Gold!

Von Joshua Berman auf Facebook:

Unser Sohn Amichai machte heute Abend seiner neuen kallah Neta Dagan in einer schönen Gegend unter den Sternen einen Heiratsantrag. Plötzlich erschienen zwei Soldaten, die aus den Büschen kamen und seltsame Ausrüstung dabei hatten. „Wir sind von einer Aufklärungseinheit und sind hier bei einer Übung für Wärmebild-Fotografie. Wir sahen, dass ihr euch verlobt und dachten, ihr würdet vielleicht ein paar Fotos davon haben wollen.“

Nach dem ersten Satz hätte ich geschworen, er schreibt darüber, dass Repräsentanten der Galaktischen Föderation auftauchten.

Die Geschichte einer Skulptur: Der brüllende Löwe von Tel Hai

Ein Jahrhundert ist seit dem Fall von Tel Hai vergangen; dies ist die Geschichte der Skulptur Brüllender Löwe von Abraham Melnikoff.

Gil Weissblei, the Librarians, 18. März 2019

„Ist Ihnen Melnikoff bekannt?“ Dan Ben Amotz und Haim Hefer fragen ihre Leser am Anfang einer der Geschichten zu Hebron in der Sammlung von Geschichten und zweifelhaften Berichten, die als Yalkut HaKzavim (Ein Sack Fabeln) bekannt ist. „Diese Geschichte handelt von seinem Bruder oder seinem Vater. Sie handelt von ihm“, fahren sie fort, in der Annahme, dass zur Zeit, als sie das schreiben, jeder Israeli genau wusste, von wem sie reden. Wir kommen zu dieser großen Erzählung zurück, die bei den Kämpfern des Palmach beliebt wurde, weil das meiste davon erstaunlicherweise wahr ist. Aber zuerst – für diejenigen, die nicht wissen, wer Melnikoff ist oder wovon wir reden – wollen wir mit einer kurzen Einführung beginnen; dazu sollen uns Dokumente aus seinem persönlichen Archiv helfen, die in der Nationalbibliothek erhalten sind und Antworten auf einige der Rätsel rund um sein Leben enthalten.

Wenige, die die Skulptur Der brüllende Löwe besuchen, der neben der Grabstätte von Joseph Trumpeldor und seinen Kameraden am Tel Hai steht, bemerken, dass der Schöpfer dieses beeindruckenden Denkmals ebenfalls nahebei beerdigt ist. Abraham Melnikoff, einer der Gründungsväter der modernen hebräischen Skulpturszene, fand seinen letzte Ruhestätte bei den Gräbern der Mitglieder der Organisation „HaSchomer“ am Fuß des Denkmals, mit dem er am meisten identifiziert wird. Aber Melnikoffs turbulentes Leben begann weit weg von den Hügeln Galiläas. Er wurde 1892 in Bessarabien geboren, eine Region, die damals unter der Herrschaft des russischen Zaren stand.

Trotz seiner Einwände wurde der sensible Jugendliche, der Talent fürs Zeichnen zeigte, von seinen Eltern nach Wien geschickt, um dort Medizin zu studieren. Kurz danach führten die Meinungsverschiedenheiten wegen seiner Zukunft dazu, dass seine Eltern ihre finanzielle Unterstützung einstellten. In der Folge verließ er die Schule und begann zu reisen; schließlich kam er in die Vereinigten Staaten. Dort, sollte er später erzählen, traf er den berühmten Schriftsteller Jack London, mit dem er sich anfreundete. Die beiden wurden sogar von der örtlichen Polizei festgenommen, nachdem eine ihrer regelmäßigen abendlichen Zechtouren böse endete.

Der Wunsch Kunst zu studieren siegte schließlich über ein Leben der Reisen und Abenteuer und 1917 schrieb sich der 25-jährige Melnikoff in der Kunstschule in Chicago ein. Doch trotz seines brillanten Talents und der Versprechen seiner Lehrer nach einer glänzenden Zukunft konnte er dort den Kurs nicht durchhalten und im März 1918 meldete sich Melnikoff freiwillig für die Jüdische Legion. Er sollte seine junge Frau und seine Tochter, die ein paar Monate zuvor geboren wurde und den Namen Bat Zion erhielt, nie wieder sehen.

Die Kämpfe im Nahen Osten waren bald vorbei und nach einem kurzen Aufenthalt in einem britischen Armeelager in Ägypten kam Melnikoff nach Palästina. Er sollte ein paar Jahre später nach Ägypten zurückkehren, auf der Suche nach einem Bild eines brüllenden Löwen.

Abraham Melnikoff 1922 in Jerusalem. Unbekannter Fotograf, Abraham Melnikoff-Archiv, ARC.4* 1956 03 49

Selbst nachdem er seine Uniform auszog und einer der Führer der Gemeinschaft junger hebräischer Künstler wurde, die gegen die Bezalel-Schule für Kunst und Handwerk rebellierte, nahm Melnikoff weiterhin Waffen in die Hand, wenn das nötig war. Der starke, muskuläre junge Mann war einer der Verteidiger Jerusalems während der Krawalle von 1920 und die Nachricht, dass Trumpeldor und seine Kameraden in Galiläa gefallen waren, machte ihn fassungslos.

Melnikoff demonstrierte sein Talent als Bildhauer mit vielen eindrucksvollen Denkmälern, die im ganzen Land errichtet wurden; das größte und am beeindruckendste davon war das Denkmal für General Allenby in Beer Sheva. Diese Skulptur sollte ihm eines Tages große Schmerzen bereiten, nachdem es von einem Mob wütender Randalierer zerschlagen wurde.

Melnikoff bei der Arbeit an seinem Porträt Allenbys in seinem Studio am Damaskustor, 1922. Fotograf unbekannt. Abraham Melnikoff-Archiv, ARC. 4* 1956 03 42

Trotzdem waren die 1920-er Jahre der Höhepunkt seiner Kreativität: Melnikoff, der die Vereinigung jüdischer Künstler leitete, wurde ausgewählt, um die Skulptur für das Denkmal des Grabs des zionistischen Autors und Philosophen Ahad Ha’am zu schaffen und er hatte Pläne für viele weitere große Gedenk-Skulpturen.

Foto des Gipsmodells des Denkmals, das Melnikoff für das Grab von Ahad _Ha’am in Tel Aviv gestaltete. Abrahem Melnikoff-Archiv, ARC. 4* 1956 03 07

Die Gelegenheit, auf die Melnikoff gewartet hatte, kam Ende 1928, als der Philanthop Sir Alfred Mond, erschütterte davon, dass noch kein Denkmal für die Verteidiger des Tel Hai errichtet worden war, beschloss es selbst zu finanzieren. Er suchte Melnikoff persönlich aus, um das Projekt durchzuführen das zu schaffen, was vielleicht das erste moderne national-zionistische Denkmal überhaupt war.

Der tatkräftige Künstler präsentierte den Leitern der nationalen Institutionen, die das Projekt beaufsichtigten, einen organisierten Vorschlag. Er hatte vor eine Skulptur in der Form eines brüllenden Löwen zu schaffen, die aus galiläischem Stein nahe Tel Hai geschlagen wurde. Yitzhak Sadeh wurde angeworben, um Melnikoff zu helfen und zusammen fanden sie den Stein, den Arbeiter unter Sadehs Anleitung herausbrechen sollten, damit er dem Künstler geliefert wurde.

Wir überspringen die bürokratischen Hindernisse, denen Melnikoff sich gegenüber sah, bevor das Herausbrechen begann und kehren zu der Erzählung am Beginn unserer Geschichte zurück. Was hatten Ben Amotz und Hefer über Melnikoff zu sagen?

„Als Melnikoff gebeten wurde die Skulptur des Löwen für Trumpeldors Grab zu erstellen“, erzählten sie, „sagte er zuerst, er müsse eine echten Löwen sehen. Und so wurde ihm gesagt: Geh und finde einen Löwen für dich. In dieser Zeit gab es im Land keinen einzigen Löwen, den man sich ansehen konnte. Er ging zu Dr. Bodenheimer in Jerusalem, der etwas von Tieren verstand und fragte ihn auf Deutsch, wo man einen echten Löwen finden könne. Wo ist der Zoo? Er hielt folgende Antwort: ‚Kannst du das Brüllen der Wüstenbestien hören? Dort wirst du den Zoo finden.‘ Er ging los, und ging immer weiter, bis er schließlich ankam … und einmal angekommen lief er direkt zum Löwenkäfig.“ Hefer und Ben Amotz beschreiben anschaulich, wie Melnikoff den verantwortlichen ägyptischen Beamten bestechen musste, um die Erlaubnis zu bekommen den Löwenkäfig zu betreten und die Tiere zu skizzieren.

In Melnikoffs Archiv aufbewahrte Fotografien und Dokumente zeigen, dass diese Geschichte tatsächlich nicht nur eine erfundene Erzählung war: Melnikoff konsultierte Schimon Fritz Bodenheimer, einen der ersten Zoologen im Mandat Palästina, der ihm half nach Ägypten und in den Zoo von Gizeh zu kommen. Wir können annehmen, dass Bodenheimer diesen gewaltigen 1911 eröffneten Zoo gut kannte. Obwohl wir keine Aufzeichnungen über die Schmiergelder haben, die Melnikoff über den offiziellen Eintritt hinaus zu zahlen gezwungen war, ist es vertretbar anzunehmen, dass dies der Fall war. Erstaunlich war aber, dass Melnikoff statt Papier und Bleistift, die er nach Angaben der Geschichte aus der Tasche zog, holte er eine Kamera heraus, die ihm gegeben wurde und mit der er prompt anfing die Löwen zu dokumentieren, die er dort sah. Die Fotos der Löwen vom Zoo in Gizeh in Melnikoffs Archiv zeigen die Hilfe, die er von dortigen Mitarbeiten bekam, sie ihn Posen zu halten, die für die Vorbereitung der Skulptur nötig waren. Es ist bemerkenswert darüber nachzudenken, dass der hier dokumentierte ägyptische Löwe das Modell war, mit dessen Bild eines der berühmtesten zionistischen Monumente geschaffen wurde.

Fotos aus dem Zoo in Gizeh, September 1932. Abraham Melnikoff-Archiv, ARC. 4* 1956 03 38

Der Stein, den Melnikoff auswählte, wurde erst Ende 1930 gebrochen, wonach er die schwierige Arbeit des Bildhauens begann. Die wenigen unscharfen Fotografien, die in Melnikoffs Papieren überlebten, zeigen einen unbekannten Teil des Prozesses – den, den Stein mit extrem primitiven Methoden an Ort und Stelle zu ziehen.

Aufrichtung des Denkmals in Tel Hai, ca. 1931. Abraham Melnikoff-Archiv, ARC. 4* 1956 03 39

Melnikoff dokumentierte den Augenblick, der von seiner Kamera eingefangen wurde, in seinen Memoiren: „Der Steinblock begann seine letzte Reise zur Basis des Monuments um 11 Uhr vormittags und stand Nachmittags um 17:30 Uhr vor Ort. Nach zwei Jahren harter, technischer Arbeit sah ich die Proportionen des Denkmals zum ersten Mal. Es war sehr beeindruckend, aber ich muss zugeben, dass es von der Umgebung geschluckt wurde.“

Enthüllung des Denkmals für die Helden von Tel Hai, 23. Februar 1934. Fotograf nbekannt. Abraham Melnikoff-Archiv, ARC.4* 156 03 41

Das Denkmal wurde am 23. Februar 1934 enthüllt, etwa fünf Jahre, nachdem die Arbeit begonnen hatte und fast vierzehn Jahre nachdem Tel Hai fiel. Bei starkem Regen wurde eine beeindruckende Feier gehalten, an der die gesamt Führung des Jischuw teilnahm. Melnikoff wartete nicht auf die vernichtenden Besprechungen, die bald verbreitet wurden und ein paar Tage nach der Feier verließ er das Land. Der britische zionistische Anwalt und Leiter Harry Sacher lud ihn nach England ein, um Porträt-Büsten seiner Familie zu erstellen; das versprach ihm gute Arbeitsbedingungen und ein großzügiges Gehalt, vielleicht als Ausgleich für Melnikoffs Leiden und Opfer während der schwierigen Jahre der Arbeit in Tel Hai.

Porträt-Büste der Sacher-Kinder. Foto: Photo Plastica, Tel Aviv. Abraham Melnikoff-Archiv, ARC.4* 1956 03 31

Diesmal verließ Melnikoff seine Familie nicht. Seine zweite Frau Charlotte und ihre junge Tochter Chava schlossen sich ihm bald an und sie ließen sich schließlich in London nieder.

Melnikoff mit seiner Ehefrau Charlotte und Tochter Clara, Tel Aviv 1929.Fotograf unbekannt. Abraham Melnikoff-Archiv, ARC.4* 1956 03 65

Für Melnikoff waren die nächsten erfolgreiche Jahre: Er legte seinen gewagten Stil ab, gewann aber Anerkennung von Mitgliedern der britischen Aristokratie, Regierung und Upper Class. Männer und Frauen strömten in Scharen an die Seite des kühnen, in Russland geborenen Kämpfers, der eine Skulptur von General Allenby mitten in der Wüste Palästinas geschaffen hatte, ein staunenswerter Violinist war und sogar Kurzgeschichten in geschliffenem Englisch verfasste. Einer der Höhepunkte seines Erfolgs war die Anfertigung der Büste des britischen Premierministers Winston Churchill, der bereit war Zeit in seinem engen Terminkalender zu schaffen, um dem Künstler Modell zu sitzen.

Abraham Melnikoff mit dem Modell der Büste von Winston Churchill, ca. 1941. Abraham Melnikoff-Archiv, ARC. 4* 1956 03 29

Die Jahre des Zweiten Weltkriegs waren schwierig: Melnikoffs Londoner Studio wurde bei einem deutschen Bombenangriff zusammen mit vielen seiner fertigen Arbeiten schwer beschädigt. Er war gezwungen seine geliebte Frau (die 1949 starb) zu verlassen und sein Kind auf ein Internat zu schicken. Ein Herzinfarkt ließ ihn über die Rückkehr nach Israel nachdenken, aber Jahre vergingen und er war nicht in der Lage sich seinen Traum zu erfüllen. Inzwischen kehrte seine Tochter Chava nach Israel zurück und passte sich gut an das dortige Leben an.

Melnikoff plante seine Reise nach Israel lange, war aber erst nach viel Geschmeichel von Freunden und Familie in der Lage das durchzuziehen. Im November 1958 schrieb ein Freund aus London an Chava Melnikoff: „[Melnikoff] hat noch nicht beschlossen in einen Kibbuz zu gehen, Kfar Giladi oder einen anderen. Er wird sein Geld nutzen müssen, um ein Studio im Kibbuz zu bauen, aber er wird vom Kibbuz eine Unterkunft erhalten […] Er scheint mir sehr zufrieden mit der Tatsache zu sein, dass er nach Israel reist und besonders, dass er dich bald trifft.“

Als Melnikoff im Sommer 1959 in Israel ankam, war er ein völlig anderer Mensch als der junge Künstler, der es 25 Jahre zuvor verlassen hatte. Als sein Gesundheitszustand sich verschlechterte, schwanden seine Pläne für neue Skulpturen und Denkmäler. Eine Gruppe Skulpturen, die er zur Mitnahme eingepackt hatte, kam nach vielen Problemen bei der Reise aus London an und er musste Zollgebühren zahlen, damit der Zoll im Hafen von Haifa sie ihm aushändigte. Auf dem Weg dorthin erlitt Melnikoff einen Schlaganfall und kurz darauf starb er. Wir werden die traurige Geschichte, was aus seinen Skulpturen und seinem künstlerischen Erbe wurde, die weitgehend verschwanden, ein anderes Mal behandeln.

Einen Tag nach seinem Tod, am 5. September 1960, wurde Abraham Melnikoff auf dem Friedhof von Tel Hai bestattet. Seine letzte Ruhestätte liegt, wie von ihm gewünscht, am Fuß des Denkmals des brüllenden Löwen, der sein ganzer Stolz war.

Weitere Bilder der Aufrichtung der Skulptur „Der brüllende Löwe“.