Der Bombenanschlag auf das Restaurant Sbarro und warum Oslo versagte

Zwei Jahrzehnte nach dem terroristischen Massaker in Jerusalem bleibt der Vorfall eine notwendige, grausige Erinnerung an den grundlegenden Charakter eines Konflikts, der nicht durch israelische Zugeständnisse gelöst werden kann.

Jonathan S. Tobin, Israel National News, 11. August 2021

Der Terroranschlag auf das Sbarro (Foto: Flash90)

Nächsten Monat werden die Amerikaner den 20. Jahrestag der Anschläge vom 9/11 begehen. Das Trauma bleibt im Gedächtnis eines jeden bestehen, der damals lebte. Aber während dieser Tag des Terrors nie vergessen werden wird, weil er ein Ereignis ist, das Außen- und Verteidigungspolitik prägt, wird er schnell so belanglos werden wie der japanische Angriff auf Pearl Harbor.

Die letzten amerikanischen Truppen ziehen sich aus Afghanistan zurück, während Washington mit Gleichgültigkeit auf die Beweise reagiert, dass die Taliban – die Gruppe, die die Angreifer des 9/11 beherbergten und möglich machten – in Kabul schnell wieder das Sagen haben werden, zwei Jahrzehnte, nachdem US-Truppen sie als Teil einer Reaktion auf die Terroranschläge in die Flucht schlugen.

Aber etwas mehr als einen Monat vor dem 11. September erlitt Israel einen Terroranschlag, der zwar im Ausmaß geringer war als der Angriff auf New York und Washington, aber ebenfalls traumatisch. Und im Gegensatz zur amerikanischen Reaktion auf die Anstrengungen von Al-Qaida ist das, was am 9. August 2011 geschah immer noch entscheidend für das Verständnis nicht nur der israelischen Einstellungen gegenüber der Vorstellung eines Friedensprozesses mit den palästinensischen Arabern, sondern der Notwendigkeit, dass der jüdische Staat Verteidigungsmaßnahmen trifft, um sicherzustellen, dass die Ereignisse dieses Tages sich nicht wiederholen.

Ein Jahr nach Beginn des palästinensischen Abnutzungskriegs, der als Zweite Intifada bekannt wurde, schnallte eine palästinensische Araberin einem Selbstmord-Bomber eine Vorrichtung mit Sprengstoff, Nägeln und Schraubenmuttern um. Ihr Ziel war eine Filiale der Pizzakette Sbarro an Jerusalems Zion-Platz an der verkehrsreichen Kreuzung der King George Street und der Jaffa Road.

Das Verbrechen wurde von Ahmad Ahlam al-Tamimi geplant, einer damals 20-jährigen palästinensischen Araberin, die den Ort des Anschlags auswählte und den Bomber zu der Pizzeria führte. Sie glaubte, das Restaurant sei ein gutes Ziel, weil es ein beliebter Ort für Familien war, um ihre Kindern am Freitagnachmittag in der Hektik vor Sabbat zu verpflegen.

Zusammen mit dem Mörder wurden in dem Restaurant 15 Israelis und Touristen, darunter sieben Kinder getötet. Weitere 130 wurden von der Bombe verletzt, viele davon furchtbar verstümmelt, die so gestaltet war, dass nicht nur einfach Tod zugefügt wurde, sondern grauenhafte Verletzungen.

In einem Interview im Palästinenserfernsehen war Tamimi 2012 weiter stolz auf das, was sie getan hatte – und weidete sich sogar an der Erinnerung in einem Bus in Jerusalem gewesen zu sein, als die Nachricht von dem Bombenanschlag gesendet wurde und sie hörte, dass die anderen arabischen Fahrgäste die steigenden Todeszahlen feierten.

Natürlich sind 20 Jahre eine lange Zeit. Dank dem Bau der Sicherheitsbarriere zwischen einem Großteil der von der PA regierten „Westbank“ und Israel gehören Ereignisse wie die Bombe vom Sbarro, die während einer Intifada, die sich auf solche Gräueltaten konzentrierte, alltäglich geworden waren, heute der Vergangenheit an. Folgende Bemühungen palästinensisch-arabischen „Widerstands“, bei dem das Abschlachten von Juden das Ziel ist, beschränken sich auf ziellose Stichangriffe sowie das weitgehend sinnlose Schießen von Raketen nach Israel durch die Hamas und den Islamischen Jihad (von denen die meisten von der Eisernen Kuppel und dem Arrow-Luftverteidigungssystem abgefangen werden und viele Projektile oft zu kurz fliegen). Durch sie dürften mehr Araber als Juden geschädigt werden.

Warum sollten wir uns dann immer noch an den Sbarro-Bombenanschlag erinnern, außer um die Opfer zu ehren?

Dieses traurige Kapitel ist mehr als nur eine Tragödie, der gedacht werden sollte. Es gibt ein Problem mit so viel von dem, was als in den Mainstream-Medien als informierte Kommentare zum Konflikt durchgeht. Diejenigen, die hirnlos israelische Zugeständnisse und territoriale Rückzüge, einschließlich in Jerusalem fordern, haben anscheinend das Schlachtfest im Sbarros so vergessen wie andere Terroranschläge, die schließlich mehr als 1.000 Israelis das Leben kosteten.

Sie haben auch vergessen, was der unsinnigen, wenn auch blutigen, fünfjährigen Kampagne der palästinensischen Araber vorausging und warum es unter den Israelis einen breiten Konsens gibt, der sich von Mitte-links bis Rechts erstreckt und zurecht begreift, dass bei den palästinensischen Arabern und ihren Führern kein plausibler Friedenspartner irgendeiner Art zu finden ist.

Im Jul 2000 reiste der damalige israelische Premierminister Ehud Barak nach Camp David, wo er zusammen mit dem Gastgeber, Präsident Bill Clinton, PLO-Führer Yassir Arafat die Erfüllung des Versprechens der Formel „Land für Frieden“ der Oslo-Vereinbarungen von 1993 anbot. Arafat wurde ein Deal angeboten, der den Palästinensern Unabhängigkeit in fast der gesamten „Westbank“, dem Gazastreifen und einem Teil der Stadt Jerusalem gegeben hätte. Im Tausch dafür war alles, was er zu tun hatte, zuzustimmen den Konflikt für immer zu beenden.

Arafats Antwort lautete „nein“. Ein paar Monate später was es immer noch „nein“, als Barak das Angebot bei Gesprächen in der ägyptischen Grenzstadt Taba noch versüßte. Im Widerspruch zu den Erwartungen vieler Israelis und der meisten Beobachter des Auslands war das Ziel der von ihm geführten palästinensisch-arabischen nationalistischen Bewegung kein unabhängiger Staat an der Seite Israels, sondern ein Palästinenserstaat anstelle des einen jüdischen auf diesem Planeten.

Aber als Arafat Barak zum zweiten Mal abgewiesen hatte, hatte er auf das israelische Friedensangebot eine entschiedener Antwort gegeben, indem er die Orgie terroristischer Morde lancierte, die mit dem neutral klingenden Begriff „Zweite Intifada“ keimfrei gemacht wurde.

In den folgenden Jahren versuchten sich die folgenden US-Administrationen an derselben „Land für Frieden“-Formel mit ähnlich fehlendem Erfolg, weil Mahmud Abbas – Arafats angeblich „moderaterer“ Nachfolger – nicht fähiger war Frieden zu schließen, selbst wenn er dem zugeneigt gewesen wäre.

Dieselbe Art Aufstachelung zu Mord an Juden seitens der offiziellen palästinensischen Medien und Bildungsinstitutionen, die zu Massakern wie im Sbarro führten, geht heute weiter. Und in einem Anflug grausamer Ironie sitzt Tamimi heute frei wie ein Vogel in Jordanien, als Ergebnis der Entscheidung des ehemaligen Premierministers Benjamin Netanyahu mehr als 1.000 Terroristen freizulassen, um den 2005 von der Hamas entführten Soldaten Gilad Shalit frei zu bekommen, darunter solche mit Blut an den Händen wie sie.

Genauso schlimm: Präsident Joe Bidens außenpolitisches Team agiert immer noch so, als sei die Annahme über „Land für Freiden“ und eine Zweistaatenlösung so berechtigt, wie sie es war, als Präsident Bill Clinton im Sommer 2000 glaubte, er werde den Friedensnobelpreis gewinnen. Für sie ist es so, als hätten das Friedensangebot von Camp David sowie das folgende Blutvergießen nie stattgefunden. Sie und die Basis der Demokratischen Partei, die eine noch feindseligere Haltung gegenüber Israel vorziehen würde, handeln immer noch so, als würden die israelischen Sicherheitskontrolle in den ansonsten autonom regierten Bereiche der palästinensischen Autonomiebehörde in der „Westbank“ ein Akt der Unterdrückung sein statt notwendige Selbstverteidigung.

Die Palästinenser und ihrer Führer müssen begreifen, dass diese israelischen Anstrengungen eine Rückkehr zu Bombenanschlägen wie während der Intifada zu einem Rohrkrepiere macht. Aber auch sie handeln und reden immer noch, als sei die Anerkennung der Legitimität eines jüdischen Staates – egal, wo seine Grenzen gezogen werden – etwas, das sie nie tun werden. Die Israelis wissen, dass ein Rückzug aus der „Westbank“ und die Entwurzelung hunderttausender Juden aus ihren Heimen in Jerusalem und den Gebieten keinen Frieden bringen wird. Es würde, wie der Abzug aus dem Gazastreifen 2005, ihr Land nur weniger sicher machen.

Sbarro ist immer noch wichtig, nicht nur wegen seines Grausens, sondern weil die Dummheit, die die Serie der Ereignisse zur Runde des Terrorismus in Gang setzte, in den unrealistischen Forderungen nach einem Ende der „Besatzung“ und Unterstützung von BDS-Kampagnen, die vom Antisemitismus derer inspiriert wird, die behaupten die einzigen zu sein, die für Frieden und Menschenrechte eintreten, immer noch gesund und munter ist. Anständige Menschen sollten nicht nur die Erinnerung an die Opfer vom 9. August 2021 als Segen behalten, sondern auch niemals erlauben, dass die Lektionen des Scheiterns von Oslo vergessen werden.

Der Krieg, den Sie nicht sehen: eine klarsichtige Ansicht

Ein Krieg ist im Gang – aber nicht der, an den Sie denken. Dies ist ein echter Schlüssel zu Frieden im Nahen Ostern.

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 19. Mai 2021

Kontext ist wichtig. Nirgendwo ist er wichtiger als im Nahen Osten.

Der aktuelle massive Abtausch von Raketenfeuer in Israel und dem Gazastreifen wurde von einem Streit um vier palästinensische Häuser in einem Viertel von Jerusalem namens Scheik Jarrah ausgelöst. Ein wenig Hintergrund: Juden haben dort Generationen lang gewohnt, wurden aber alle von den Jordaniern bei deren Einmarsch getötet oder vertrieben. Die palästinensischen Familien in Scheik Jarrah, die selbst Generationen dort wohnten, gaben immer zu, dass die Juden zuerst da waren und dass die Seiten daran arbeiten sollten Koexistenz und Kompromiss zu finden, trotz der geteilten Verluste und Schmerzen.

Das ist kein unbedeutendes Detail. Es ist aber im Großteil der Berichterstattung zum jüngsten tödlichen Konflikt verloren gegangen.

Als gerade ein friedlicher Kompromiss möglich schien – einer, der den ursprünglichen jüdischen Einwohnern erlauben sollte ihr Eigentum wiederherzustellen, während gleichzeitig die derzeitigen palästinensisch Bewohner verbleiben können – drohte jedoch die palästinensische Autonomiebehörde den palästinensischen Familien für den Fall, dass sie dem Deal mit Israel zustimmen; das führte zu einem langgezogenen (aber noch nicht abgeschlossenen) Zwangsräumungsprozess.

Immer auf der Suche nach Möglichkeiten Zwietracht zu säen, nutzte die PA die Geschichte als Auslöser zur Aufstachelung zu gewalttätigen Protesten an der muslimischen heiligen Stätte, der „Al-Aqsa“-Moschee. Hunderte Randalierer warfen Sprengsätze und Felsbrocken. Die israelische Polizei reagierte mit nicht tödlichen Mitteln zu Kontrolle von Menschenmengen, um die heiligen Stätten und diejenigen unschuldigen Muslime zu schützen, die einfach nur beten wollten.

Gesamtopferzahl: Null.

Inzwischen begann die Hamas willkürlich Raketen auf Jerusalem zu schießen, womit sie sich offensichtlich Geltung verschaffen wollten. (Fakten sind wichtig: Die Hamas ist eine international als Terrororganisation anerkannte Gruppe, die über die Palästinenser des Gazastreifens herrscht und die PA hat gerade erst Wahlen gestrichen, von denen vorausgesagt wurde, dass die Hamas sie gewinnen würde.)

In einer ironischen Umkehr des üblichen Narrativs war es in Wirklichkeit die IDF mit ihrem Raketenschild Eiserne Kuppel, die die Al-Aqsa schützte, während die vom Iran finanzierte Hamas die Moschee in die Schusslinie brachte, ganz zu schweigen von der diversen Bevölkerung. Raketen erschütterten dann andere Städte in ganz Israel, einschließlich Tel Avivs, am häufigsten in Bereichen ohne jegliche militärische Ziele. Das Trommelfeuer begann am Montag, den 10. Mai.

Tatsache: Hamas tötet Palästinenser

Hier ist eine ernüchternde Statistik, die irgendwie auf dem Radarschirm der vom Nahen Osten besessenen Öffentlichkeit fehlt: Ungefähr ein Drittel der Hamas-Raketen und Flugkörper ging zu kurz und schlug im Gazastreifen ein. Tatsächlich tötete ein solcher Treffer am ersten Tag des Konflikts 17 Menschen, darunter drei Kinder. In der Folge schlugen weitere Hunderte ein, was für die meisten, wenn nicht alle Toten unter den [zivilen] Palästinensern verantwortlich sein könnte.

Das ist ein entscheidendes Detail. Israels Reaktion: Präzisionsangriffe auf militärische Einrichtungen, denen vorab Warnungen vorausgingen, die Gebäude zu evakuieren. Die Hamas muss immer noch Beweise vorlegen, dass irgendein palästinensischer Zivilist durch israelisches Feuer getötet wurde statt durch die Raketen der Hamas. Inzwischen, während dies geschrieben wird, hat die Hamas rund 3.400 Raketen auf Israel geschossen, die Israelis und Palästinenser gleichermaßen töten und verstümmeln. Schlimmer noch: Die Hamas schießt diese Raketen aus zivilen Bereichen – ein doppeltes Kriegsverbrechen: von Zivilisten aus auf Zivilisten zu schießen.

Die Wahrheit ist wichtig. Nirgendwo ist das wichtiger als im Nahen Osten. Wenn Frieden das Ziel ist, dann müssen wir die Kriegstreiber identifizieren.

Krieg und Frieden

In dem komplexen Milieu des Nahen Ostens – mit konkurrierenden Narrativen, Verdrehung und dem Staub der Stürme in sozialen Medien – ist es schwierig zu verstehen, was passiert. Lassen Sie mich vorschlagen, dass das, was sich jetzt tragischerweise entfaltet, die Geschichte von gewöhnlichen Menschen ist, die den Schmerz des anderen spürten und versuchten Frieden zu schließen, was aber von der palästinensischen Autonomiebehörde verhindert wurde.

Ja, auch das ist eine Kriegsgeschichte, aber nicht die, an die Sie denken.

Es ist ein Krieg gewöhnlicher Palästinenser und Israelis gegen eine Terrororganisation und eine korrupte PA-Regierung, die beide ihre Ressourcen aufwenden, um das palästinensische Volk zu unterdrücken, Israelis anzugreifen und den Frieden, koste es, was es wolle, zu verhindern.

Der dramatische und tödliche Konflikt in Israel und dem Gazastreifen hat zurecht die Aufmerksamkeit der gesamten Welt ergriffen. Wir in Israel sind daran gewöhnt die „hasbara“ (PR)-Schlacht zu verlieren, aber im Moment ist die Wahrheit wiederherzustellen wichtiger als Israels Ruf auf der Weltbühne zu retten.

Über die Ursprünge des aktuellen Desasters – und die Quelle der tödlichen Zerstörung – die Wahrheit zu erzählen ist entscheidend, wenn wir an eine friedliche Lösung – und Zukunft – glauben wollen.

Es mag radikal scheinen das zu sagen, aber Frieden ist nicht gar so schwer: Wir müssen aufhören ihn zu verhindern. Genauer gesagt, müssen wir diejenigen korrekt bestimmen und aufhalten, die ihn verhindern. Wenn die palästinensische Regierung über Ihren „Märtyrerfonds“ von jährlich $400 Millionen Geld für Terrorismus ausgibt oder die Palästinenser bedroht, sie dürften nicht mit ihren jüdischen Nachbarn zusammenzuleben, dann ist es das, was Krieg schafft.

Unsere Rolle als Weltgemeinschaft besteht darin Terrorgruppen so stark zu treiben, dass sie vom Verhindern von Frieden abgehalten werden und den Menschen, die ihn so verzweifelt wollen, eine Chance zu geben ihn zu erreichen.

In Syrien, wo ISIS das syrische Volk unterdrückte, und in Afghanistan, wo Al-Qaida und die Taliban das afghanische Volk unterdrückten, haben wir als internationale Gemeinschaft dieses Phänomen richtig verstanden. Hamas und die PA sind genauso wenig „die Palästinenser“, wie man ISIS als „das syrische Volk“ bezeichnen kann. Palästinenser und Israelis sind Opfer dieser Gruppen. Langfristig sind wir das alle.

Lasst uns der Wahrheit, Kontext und Klarsichtigkeit verpflichtet sein, während wir uns anstrengen Israelis und Palästinenser in einen wenn auch vielleicht nur unsicheren Zustand sofortiger Ruhe zurückzubringen und von da aus schließlich zu wahrem Frieden und Koexistenz, was durchaus erreichbar ist.

Im Fokus: Das Jordantal als Israels strategische Verteidigungslinie

Akiva van Koningsveld, HonestReporting, 25. Januar 2021

Nach dem von arabischen Ländern initiierten Sechstage-Krieg von 1967 erweiterte Israel infolge seines dröhnenden Sieges das unter seiner Kontrolle stehenden Territorium. Während die Halbinsel Sinai später als Teil des Friedensabkommens von 1979 an Ägypten zurückgegeben wurde und während Israel 2005 komplett aus dem Gazastreifen abzog, hat der jüdische Staat die Westbank (auch mit ihrem biblischen Namen Judäa und Samaria bekannt) bisher nicht in vollem Umfang aufgegeben worden; diese war ab 1948 zwei Jahrzehnte lang durch Jordanien verwaltet worden und dazu gehört, was entscheidend ist, das Jordantal.

Abgesehen von historischen, religiösen und juristischen Ansprüchen haben aufeinander folgende israelische Regierungen oft Sicherheitserwägungen dafür angeführt, den Bereich zu behalten, der als „Israels östliche Verteidigungslinie“ bezeichnet worden ist. Von daher hat das Thema in von den USA vermittelten Friedensgesprächen mit den Palästinensern, die die gesamte Westbank als Teil ihres zukünftigen Staates beanspruchen, oft eine herausragende Rolle gespielt.

In dieser Hinsicht hat, während die exakte Politik des neu eingeführten Präsidenten Joe Biden bezüglich der Westbank noch nicht bekannt ist, sein Anwärter auf das Außenministerium, Tony Blinken, behauptet, dass die aktuelle Administration Israels Sicherheit als „sakrosankt“ betrachtet. Gleichzeitig sagte er, dass der 46. amerikanische Präsident für die Zweistaatenlösung wirbt und gegen einseitige Schritte sowohl der Israelis als auch der Palästinenser ist.

Israels Bedarf an strategischer Tiefe

Verteidigungsexperten haben wiederholt die Notwendigkeit sogenannter „strategischer Tiefe“ bestätigt. Das Journal 1921 der US Infantry Association fasst diese militärische Philosophie zusammen: „Alle wesentlichen Elemente der Verteidigung sollten mit Tiefe organisiert sein. Wenn der vordere Verteidigungsbereich erobert wird, wird der Widerstand von denen weiter hinten fortgesetzt.“

Vor dem UNO-Teilungsplan von 1947 warnten einige prominente Mitglieder der zionistischen Bewegung vor der Gründung eines jüdischen Staates ohne das, was sie als zu verteidigende Grenzen betrachteten. In einer Rede vor Mitgliedern des britischen Parlaments beschrieb Ze’ev Jabotinsky 1937 eine solches zukünftiges Land:

Das meiste ist Tiefland, während die arabische Reserve komplett Hügel sind. Auf die arabischen Hügel können Kanonen gestellt werden, weniger als 15 Meilen von Tel Aviv und 20 Meilen von Haifa entfernt; innerhalb von ein paar Stunden können diese Städte zerstört, die Häfen unbrauchbar gemacht und die meisten der Orte überrannt werden, egal, wie heldenmütig ihre Verteidiger sind.

Später sind israelische Führungskräfte so weit gegangen die Linien von vor 1967 als „Auschwitz-Grenzen“ zu bezeichnen; sie zeigten, dass Israel im Vergleich ähnlich groß ist wie New Jersey oder Wales[1] und damit anfällig für Angriffe. Vor dem Sechstage-Krieg war die engste Stelle in Israels Mitte nur 15 Kilometer breit.

Die Militärdoktrin der IDF drückt es so aus: „Angesichts der fehlenden territorialen Tiefe des Landes muss die IDF die Initiative ergreifen, wenn es als notwendig erachtet wird und, sollte es angegriffen werden, das Schlachtfeld schnell in Feindesland verlegen.“

Von einem taktischen Standpunkt aus argumentieren viele Analysten, dass die Anwesenheit der IDF in der Westbank die Israelis vor Terrorismus beschützt. Aus dem hügeligen Jordantal liegt der Flughafen Ben-Gurion durchaus in Reichweite selbst einfacher Raketen. Darüber hinaus haben Experten festgestellt, dass der jüdische Staat, wenn sich der Luftraum über der Westbank nicht unter israelischer Kontrolle befindet, Mühe haben würde, einkommende Angriffe zu vereiteln.

„Heute würden feindliche Kampfbomber drei Minuten brauchen, um vom Jordan kommend die Westbank und Israel (65,5km) bis zum Mittelmeer zu überfliegen“, meinte Israels früherer nationaler Sicherheitsberater Yaakov Amidror vor über zehn Jahren. „Wenn Israel für die Reaktion weniger als drei Minuten hat, wäre die Bereitstellung einer angemessenen Luftverteidigung durch Jagdflugzeuge oder Luftabwehrraketen fraglich“, fügte er hinzu.

US-Politik: Grenzen für Israel, die es verteidigen kann

Unmittelbar nach dem Ende des Krieges 1967 bat der damalige US-Verteidigungsminister die Joint Chiefs of Staff (den Generalstab) eine Studie zu erstellen, die einen Überblick über Israels strategische Notwendigkeiten bezüglich der von ihm eroberten Territorien gibt.

Ein Memo der US-Regierung von Ende Juni 1967, das 1979 freigegeben wurde, von heutigen Experten aber größtenteils ignoriert wird, beschrieb das, was als „Minimum-Territorium … das Israel gerechtfertigt behalten könnte, um eine effektivere Verteidigung gegen mögliche konventionellen arabischen Angriff und Terrorüberfälle zu ermöglichen“. Gemäß den damaligen US-Militärchefs gestatteten „anerkannte taktische Prinzipien“ Israel Schneisen der Westbank, dazu Teile des Gazastreifens und die zuvor von Syrien gehaltenen Golanhöhen zu behalten.

Diese Realität wurde in der Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats aufgegriffen, die im November 1967 beschlossen wurde. Die gemäß dem Völkerrecht bindende Resolution, forderte Israel auf, aus „im jüngsten Konflikt besetzte Gebieten“ abzuziehen. Wie der ehemalige Botschafter bei der UNO Dore Gold feststellte, war die Formulierung bewusst so formuliert, dass sie gewährleistete, dass von Israel nicht verlangt wird aus „allen“ diesen Gebieten abzuziehen.

„Die Entscheidung wurde auf höchster Ebene der US-Regierung getroffen und war Thema direkter Kommunikation zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml“, betonte Gold in einer Analyse der damals vorherrschenden amerikanischen Politik. Darüber hinaus bestätigte Resolution 242 das Recht aller Staaten in der Region „in Frieden innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen, frei von Bedrohungen oder Gewaltakten zu leben“.

Das Jordantal: „entscheidend für Israels nationale Sicherheit“

Nur Tage, bevor die Joint Chiefs of Staff ihre Ergebnisse vorlegten, schlug der damalige israelische Minister Yigal Allon vor, was als „Allon-Plan“ bekannt werden sollte. Unter anderem forderte die Initiative, dass im Jordantal jüdische Gemeinden gebaut werden sollten, um als Puffer gegen mögliche Angriffe aus dem Osten zu dienen.

Tatsächlich ist die Angelegenheit lange eine Quelle großer Sorge gewesen. Während des Unabhängigkeitskriegs 1948 zum Beispiel schickten arabische Armeen Panzer nicht nur aus dem benachbarten Jordanien und Syrien ein, sondern auch aus dem Irak, dessen nächste Grenze zum Jordantal nur rund 350km weit weg ist.

Kritiker haben zwar argumentiert, dass Israels Militärpräsenz in der Westbank den Yom Kippur-Krieg von 1973 nicht verhinderte, aber das Jordantal spielt weiter eine zentrale Rolle in Diskussionen zu Israels Verteidigungsanforderungen.

Mit Blick auf die Palästinenser bleiben israelische Politiker aus dem größten Teil des politischen Spektrums derzeit dabei, dass das Jordantal für immer in israelischer Hand bleiben muss. Der jüngste US-Friedensvorschlag, entwickelt von der Administration Trump, thematisiert diesen Beinahe-Konsens.

„Das für Israels Sicherheit entscheidend wichtige Jordantal wird unter israelischer Souveränität bleiben“, heißt es in dem US-Plan. An den Osthängen der Bergkette der Westbank stationierte israelische Streitkräfte könnten eine zahlenmäßig überlegene Armee aufhalten, bis der Staat Israel seine Reserve mobilisiert, was 48 Stunden dauern kann.“

Obwohl die Sache weit davon entfernt ist gelöst zu sein, ist es schwierig sich einen Ausgang vorzustellen, bei dem das strategische Territorium letztendlich in der einen oder anderen Form nicht als Israels Sicherheitsgrenze im Osten definiert wird.

(Bild: Abir Sultan/AFP via Getty Images)

[1] in Deutschland vergleichbar mit Hessen

Ist die Zweistaatenlösung ein Alarmzeichen für Antisemitismus?

Während Trumps Präsidentschaft hörten wir diesen Kehrreim selten … Zweistaatenlösung … und es war ein Genuss das los zu sein, wie bei einem schlechten Zahn. Op-ed.

Jack Engelhard, Israel National News, 28. Februar 2021

US-Außenminister Antony Blinken (Foto des Außenministeriums, Ron Przysucha)

Ist das Werben für eine Zweistaatenlösung antisemitisch?

Die Rufe nach einer Zweistaatenlösung kommen bereits schnell und wild. Was keine Überraschung ist, da jetzt Biden im Weißen Haus sitzt; aber trotzdem ist es genauso beunruhigend.

Die Nachrichtenmedien begannen damit (lesen Sie hier nach) und wie aufs Stichwort kommt Außenminister Antony Blinken daher und sagt, dass Israel nur über eine Zweistaatenlösung Frieden und Sicherheit haben kann.

Ich schätze, er ist nicht ganz auf dem Laufenden.

Denn es ist selten so friedlich und sicher gewesen wie heute, da die palästinensischen Araber ins Abseits gestellt und die Abraham-Vereinbarungen fröhlich ohne sie unterschrieben wurden.

Der arabisch-israelische Konflikt ist also nicht mehr so, wie er war, sondern im aktiven Konflikt weitgehend auf die palästinensischen Araber, auf ihre unerbittliche Terrorkampagne gegen den jüdischen Staat reduziert.

Sie hatten nichts zu sagen, als Israel mit den VAE, Bahrain, dem Sudan und Marokko am Tisch saß, was beweist, dass selbst anderen Arabern inzwischen dämmert, dass die palästinensischen Araber nie die Lösung, sondern immer das Problem waren. Offenbar ist das nicht gut genug oder vielleicht ist es zu gut für Leute, die den Gedanken nicht ausstehen können, dass Israel so gut klar kommt, wie es das tut.

Es handelt sich um Leute, die vorgeben zu wissen, was das Beste ist, aber von der Tatsache beunruhigt sind, dass Israel existiert. Punkt. Für sie gibt es ein Wort … Antisemiten.

Sie konzentrieren sich auf Israel, als gehe sie das etwas an und wollen es nicht in Ruhe lassen, ob es sich um eine ganze Partei handelt (die Demokraten) oder um irgendeinen zweitklassigen Komiker, der auf Saturday Night Life judenfeindlichen Hass versprüht.

Glück ist für sie – Leute wie Blinken und seinen Vorgänger Kerry – ein jüdischer Staat, der immer weniger jüdischer Staat und immer mehr zum palästinensisch-arabischen Staat wird.

Auf derselben Frequenz senden auch Typen wie Roger Waters und Peter Beinart.

Das wird diese Israelis lehren sich vorzustellen, sie seien endlich im Land ihrer biblischen Väter zuhause.

Während der gesamten Präsidentschaft Trumps hörten wir diesen Kehrreim selten … Zweistaatenlösung … und das war eine Erleichterung. Es war ein Genuss ihn los zu sein wie einen schlechten Zahn.

Jetzt ist es wieder in Mode, weil alle Antisemiten wieder in Mode sind.

Ich verwende diesen Begriff nicht leichtfertig.

Ich weiß ich nicht, wie es Ihnen geht, aber was mich angeht, ist mir dieser Begriff … Zweistaatenlösung … nicht geheuer und es wird mir dabei ganz anders.

Für mich klingt er so wie für einen schwarzen Menschen das N-Wort. Er sorgt für dasselbe Gefühl von grundloser Respektlosigkeit, Anfeindung und Hass.

Er sagt, dass Juden … Israelis … nur ein halbes Volk sind und daher nur ein halbes Land verdienen.

Das ist purer Rassismus.

Er sagt, dass die Israelis Eindringlinge sind, die nur mieten, während die palästinensischen Araber die wahren Eigentümer seien.

Das ist pure Bigotterie.

Er sagt, wenn die Juden bleiben wollen, müssen sie das als Bettler tun und deshalb Jerusalem zugunsten der Palästinenser aufgeben.

Er sagt, dass die Juden nicht gedeihen dürfen oder das Land erweitern dürfen, bis sie die Erlaubnis der Vereinigten Staaten haben … und die der Welt.

Er sagt, dass die Juden immer bereit sein müssen herausgerissen zu werden, wie im Gazastreifen, wann immer die Welt sagt, wir sollten so handeln, wie sie sagt.

Er sagt, dass die Juden 2.000 Jahre nach der Zerstreuung und nachdem sie endlich ihr Ziel erreichten, „dahin zurückgehen sollen woher sie kamen“ (das zufällig Israel ist).

Er sagt, dass Juden nicht die Herren über ihr eigenes Schicksals sind.

All das ist purer Antisemitismus und das höre ich, wenn ich „Zweistaatenlösung“ höre und ich bin der Ansicht, dass Personen, die diesen Begriff verwenden, als Antisemiten gebrandmarkt und beschämt werden sollten.

Das würde der Stimmung unserer Zeit entsprechen, einer Zeit, in der Menschen so schnell ihre Empfindlichkeiten aussprechen, außer für Juden, die nicht schreien dürfen, wenn sie verletzt sind.

Es ist an der Zeit ihn gegen sie zu wenden.

Die von den Medien ignorierte Geschichte: Palästinenserführer sind sogar dagegen zu Juden freundlich zu sein

Elder of Ziyon, 15. Februar 2021

Die New York Times veröffentlichte eine Wohlfühl-Geschichte über ein Programm des Bible Lands Museum in Jerusalem, in dem zehnjährige religiöse jüdische Kinder mit zehnjährigen Arabern spielen und lernen, die in Ostjerusalem leben.

Wie es bei den Mainstream-Medien oft der Fall ist, liegt die wahre Geschichte in dem, was sie beschlossen nicht zu berichten.

Zum größten Teil haben israelische Juden immer danach gedürstet Freunde ihrer arabischen Nachbarn zu sein, denen auf der anderen Straßenseite, wie denen im gesamten Nahen Osten. Solche Programme hat es in Israel viele gegeben, einige selbst erstellt und einige von der EU oder den USA finanziert – Sportprogramme, Unterstützungsgruppen, wissenschaftliche Programme.

Die Palästinenser sind immer absolut gegen diese Programme gewesen. Sie betrachten sie als die schlimmstmögliche Beleidigung: „Normalisierung“.

Im Verlauf des letzten Wochenendes gab es eine Konferenz der parlamentarischen Versammlung des Mittelmeers. Weil Israel eine Delegation entsandte, verließ die algerische Delegation die Konferenz.

Palästinensergruppen lobten die Algerier und sagten: „Sich der Normalisierung in all ihren Formen entgegenzustellen ist eine moralische, arabische und religiöse Pflicht.“ Offizielle Vertreter der Palästinenser fielen ein.

Ebenfalls am letzten Wochenende gab es ein Forum gegen Normalisierung mit Israel mit Teilnehmern aus der gesamten arabischen Welt. Dr. Mustafa Barghouti, Mitglied des PLO-Zentralrats, der als moderat gilt, sagte: „Normalisierung stellt einen Dolchstoß in den Rücken der palästinensischen Sache und des palästinensischen Volks dar.“

Die Palästinenser planen noch für diesen Monat die „erste internationale Konferenz zum Widerstand gegen die Normalisierung mit der israelischen Besatzung“.

Seit Jahren ist die Palästinenserführung gegen jegliche genau solche Friedensprogramme gewesen, wie sie von der New York Times beschrieben wurde – weil sie „Normalisierung“ sind.

Palästinensische Schulen – einschließlich der von der UNRWA betriebenen – lehnten die Teilnahme am Programm „Seeds of Peace“ (Friedenssamen) ab, einem Programm, das der heutige Präsident Biden befürwortet hat. Der Grund? Weil jedes gemeinsame israelisch-palästinensische Projekt, solange es nicht so geschaffen ist, dass es Israel letztlich vernichtet, als „Normalisierung“ betrachtet wird.

Und im Palästinensersprech wird aus Normalisierung Erniedrigung und Schande.

Hanan Aschrawis Organisation Miftah ist gegen jede Art von palästinensisch/israelischem Friedensprogramm. Dennoch wird sie von der EU finanziert.

Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, wie seht schon der Gedanke an Freundschaft zwischen Palästinensern und Juden für die meisten Palästinenser Anathema ist.

Die einzigen Menschen, die gegen Programme wie dem des Bible Lands Museum sind, sind Palästinenser und ihre Anhänger. Das ist die wahre Geschichte – und das ist eine Story, die von den Mainstream-Medien selten zur Sprache gebracht wird.

Die geistesgestörte Wiederholung des Scheiterns

Bis die Palästinenser begreifen, dass der Konflikt vorbei ist und sie verloren haben, ist nichts möglich. Die Geschichte hat das zur Genüge demonstriert.

Alex Nachumson, Israel HaYom, 5. Februar 2021

Einsteins Definition für Wahnsinn ist auf den israelisch-palästinensischen Konflikt bezogen so überstrapaziert worden, dass sie banal ist. Leider macht sie das nicht weniger wahr.

Im Verlauf der letzten Wochen haben wir erlebt, wie die Administration von US-Präsident Joe Biden die Karrieren aller möglichen Offiziellen mit langer und geschichtsträchtigen Historie der Fehlschläge bei der Lösung des Konflikts wiederbelebt.

Ein Beispiel ist der neue Staatssekretär im US-Außenministerium für Israel-Palästina, Hady Amr, der von 2014 bis 2017 als stellvertretender Sondergesandter für israelisch-palästinensische Verhandlungen diente.

Lesen Sie das Letzte noch einmal. Amr war Bevollmächtigter für Verhandlungen, die es nicht gab. Mit anderen Worten: Er war nicht einmal in der Lage die grundlegenden Kriterien seiner Arbeitsplatzbeschreibung zu erfüllen.

Leider spiegelt sich die Ironie davon nicht einmal ansatzweise bei der neuen US-Administration gegenüber den Palästinensern.

„Die Aussetzung der Hilfe für das palästinensische Volk hat weder politischen Fortschritt noch sichere Zugeständnisse von der Palästinenserführung gebracht“, sagte Außenamtssprecher Ned Price gerade bei einem Pressebriefing.

Das Außenministerium attackiert damit eine Politik, die in den Augen seiner Vertreter seit vier Jahren keinen Erfolg hatte und ersetzt sie durch eine Politik, die davor fast 25 Jahre lang eine noch größere Katastrophe war.

Die Tatsache bleibt, dass die palästinensische Haltung sich seit den Oslo-Vereinbarungen nicht einen einzigen Zentimeter bewegt hat. Während israelische Führungspolitiker offen und ständig die Voraussetzung der „zwei Staaten für zwei Völker“-Lösung akzeptierten, überaus großzügige Friedensangebote machten, Territorium abgaben, anerkannten, dass alle Themen auf dem Tisch liegen und zugestimmt haben überall zu jeder Zeit zu verhandeln, hat sich die palästinensische Haltung lediglich verhärtet.

Die palästinensische Autonomiebehörde hat sogar das Angebot des ehemaligen israelischen Premierministers Ehud Olmert mit 100 Prozent Zugeständnissen in fast allen Fragen abgelehnt, weil PA-Führer Mahmud Abbas es ablehnte Klauseln zum „Ende der Ansprüche“ und „Ende des Konflikts“ zu unterschreiben, die in eine folgende Vereinbarung geschrieben würden.

Diese eine simple Tatsache sollte bei jedem nachhallen, der an der Lösung des Konflikts interessiert ist. Sie ist die einzige Sperre und Hindernis für sein Ende.

Bevor die Palästinenser nicht begreifen, dass der Konflikt vorbei ist und dass sie verloren haben, ist nichts möglich. Die Geschichte und die Fakten haben das zur Genüge demonstriert.

Zu dem fehlgeschlagenen Oslo-Paradigma des Angebots von mehr Hilfe und politischem guten Willen im Tausch für palästinensische Zugeständnisse zurückzukehren, hat einfach nie funktioniert. Es gibt absolut keine Belege für dessen Effektivität die Nadel auch nur einen Millimeter zu bewegen.

Das Gegenteil trifft zu. Zugeständnisse und Kompromiss anzubieten ist lediglich ein Anreiz für das schlechte Benehmen der Palästinenser und ihre Bockigkeit.

Wir haben das mit der tödlichen zweiten Intifada erlabt, die sofort nach dem großzügigen Angebot des damaligen israelischen Premierministers Ehud Barak im Jahr 2000 begonnen wurde. Der Zweite Libanonkrieg von 2006 wurde nicht lange angefangen, nachdem Israel mit der Abkoppelung komplett aus dem Gazastreifen abzog und Raketensalven auf Israel regneten – was zur Operation Gegossenes Blei nach der Konferenz von Annapolis 2008 führte.

An der diplomatischen Front hat sich die palästinensische Haltung nicht dahin entwickelt der von Israel zu begegnen; sie hat sich rückwärts entwickelt.

Die Palästinenser lehnen es ab die Lösung „zwei Staaten für zwei Völker“ zu unterstützen. Sie lehnen es ab Israel als nationale Heimat des jüdischen Volks anzuerkennen und reden weiter offen vom ultimativen Sieg über den jüdischen Staat. Diese Verweigerung wird in den Bereichen Politik, Diplomatie, Religion, Bildung und sogar im Unterhaltungssektor verstärkt.

Die Palästinenser reden immer noch stolz von Sumud, was „Standhaftigkeit“ bedeutet und die Wurzel dieser gewalttätigen Verweigerungshaltung ist. Diese Haltung untermauert jede Handlung, die die Palästinenserführung unternahm und die gebrochen werden muss, um den Konflikt zu beenden.

Die PA wird nicht sehen, dass diese Schritte von der Administration Biden als Gesten des guten Willens unternommen wurden, sondern eher als Bestätigung, dass ihre Strategie Erfolg hat. Sie müssen keinen Zentimeter aufgeben, um viel zu gewinnen. Das ist immer wieder nachgewiesen worden.

Erst wenn die Palästinenser begreifen, dass sie nicht nur nichts gewinnen, sondern dass sie verlieren werden, wird ihre Entschlossenheit den Kampf fortzusetzen gebrochen werden. Das sollte das Ziel sein.

Das Zuckerbrot wurde wiederholt ausprobiert und hat versagt die Palästinenser an den Verhandlungstisch zu bringen. Es ist Zeit für die Peitsche.

Eine Peitsche, die ihren Willen den Konflikt weiterzuführen bricht, ist eine, die Israel Frieden und Sicherheit und den Palästinensern eine bessere, von der Last des Konflikts befreite Zukunft bringen wird.

Die Tatsache, dass die Fehlschläge der Vergangenheit wiederholt werden, ist kein gutes Zeichen für Israels Sicherheit, auch nicht für eine helle Zukunft der Palästinenser.

Leider sind Paradigmen schwer zu brechen, selbst wenn sie den Tatsachen widersprechen.

In der ergebnisorientierten Geschäftswelt würde jemand, der für Verhandlungen verantwortlich ist und der nicht in der Lage war die beiden Seiten auch nur zusammenzubringen, sofort von seinem Posten entfernt; sein Ruf läge in Trümmern.

Amrs Ernennung ist ein Paradigma für Scheitern, das letztlich wiederholt werden wird.

Andere Ergebnisse durch genau dieselbe fehlgeschlagene Politik zu erwarten, ist Wahnsinn, aber er ist auch tödlich, weil als Ergebnis dieses Irrsinns mit Sicherheit mehr Leben verloren gehen werden.

Im israelisch-palästinensischen Konflikt herrscht trotz des Klischees Einsteins Definition leider immer noch.

Gedankenverlorenes Territorium: Wir werden beweisen, dass all diese israelisch-arabischen Friedensvereinbarungen wertlos sind, indem wir sicherstellen, dass sie fehlschlagen

PreOccupied Territory, 15. Dezember 2020

von John Kerry, ehem. US-Außenminister:

Boston – Fast bis auf den letzten Mann haben wir Angehörigen von Barack Obamas Präsidentschafts-Administration die aktuelle Flut der Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und verschiedenen muslimischen Staaten abgelehnt, da wir Jahre lang verfochten haben, dass kein Separatfrieden zwischen Israel und der weiteren arabischen oder muslimischen Welt eintreten kann, wenn der Konflikt mit den Palästinensern ungelöst bleibt. Die einzig verbliebene Option, wenn wir unsere langjährigen Annahmen verteidigen wollen, bleibt uns nur jedes dieser Abkommen kurzzuschließen oder handlungsunfähig zu machen, das diese Parteien in den letzten Monaten erzielten.

Die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan haben allesamt seit Oktober Vereinbarungen mit Israel unterschrieben und diplomatisches Geflüster deutet an, dass mehrere andere solche Staaten in den Startlöchern sitzen. Die Administration Trump versuchte, besonders durch Jared Kushner, die führenden Annahmen der außenpolitischen Elite aus mehreren Jahrzehnten zu untergraben, insbesondere dass die Straße zu israelisch-arabischer Aussöhnung über Ramallah oder Gaza führen muss. Die jüngste Reihe ihrer offensichtlichen Erfolge, die Vermittlung von einem Vertrag nach dem anderen, wo der Rest von uns so lange scheiterte, kann nur eines bedeuten: Wir müssen alles versuchen um zu zeigen, dass sie falsch liegen und dass niemand es wagen darf den üblichen Weisheiten zu trotzen, die seit den frühen 1990-er Jahren vorherrschten. Wenn nötig mit der Sabotage dieser Vereinbarungen.

Es ist mir daher eine Freude ohne Ende, dass es so scheint, als würde die kommende Administration Biden alles in ihrer Macht stehende tun, um diese nicht hinnehmbare Welle der Normalisierung zwischen Israel und der arabischen Welt rückgängig zu machen, sie aufzuhalten, abzuschwächen oder anders zunichte zu machen. Die gesamte Zukunft liegt in Ausgewogenheit! Womit ich die zukünftige Karriere aller Thinktank-Promis, Diplomaten, Unterhändler und anderer meine, die den größten Teil ihres Lebens der letzten fünfzig Jahre mit dem Argument verbrachten, dass Druck auf Israel Kompromisse bei seinen Kerninteressen einzugehen den einzig machbaren Weg zu Frieden mit der arabischen Welt darstellt.

Wenn meine gleichgesinnten Kollegen und ich schnell genug handeln, können wir diesen Schaden für unsere Karrieren verhindern, aber das muss schnell – oh, welch gemischte Gefühle ich zu diesem Wort habe – gehen, damit diese neue Situation nicht in die Realität zementiert wird und unsere lebenslangen Behauptungen immer weniger glaubwürdig werden. Und das endet damit, dass wir weniger Einladungen zu Vorträgen erhalten, unsere Bücher verkaufen sich nicht mehr und – was am schlimmsten ist – wir genießen keinen legitimen Zugang mehr zu dem elitären, zwanglosen Antisemitismus, der so viele von uns antreibt!

Wir brauchen keine weiteren Beweise, dass all dieser Frieden für die Zukunft der Region und die Welt einfach fürchterlich ist.