Eine Waffenstillstandslinie ist keine Grenze eines Palästinenserstaates: Widerlegung des Mythos der Grünen Linie

Chaim Lax, HonestReporting, 31.August 2022

In einem Meinungs-Artikel für die Washington Post verwies der bekannte israelische Aktivist und Journalist Gershom Gorenberg häufig auf die Grüne Linie als „Israels „Grenze“. Gorenberg ist weit davon entfernt der einzige zu sein, der die Linie, die Israel 1948 bis 1967 von seinen arabischen Nachbarn trennte, als „Grenze“ zu bezeichnen (siehe hier und hier). Selbst die Europäische Union verweist in ihren Bestimmungen dafür, welche israelischen Einheiten EU-Gelder qualiziert sind, auf Israels „Grenzen von vor 1967“.

Der Begriff „Grenze“ ist jedoch eine Fehlbenennung, weil er eine vereinbarte dauerhafter Grenzziehung zwischen zwei souveränen Einheiten bezeichnet.

In Wirklichkeit ergab sich die Gründe Linie als Ergebnis einer Waffenstillstandsvereinbarung zwischen den Israelischen Verteidigungskräften (IDF) und arabischen Armee am Ende des Unabhängigkeitskriegs von 1948.

In diesem Text werden wir einen Blick auf die Geschichte der Grünen Linie, ihren Status nach dem Sechstage-Krieg 1967 und darauf werfen, was das für zukünftige Friedensverhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) bedeutet.

Die Herkunft der Grünen Linie

Als der Unabhängigkeitskrieg Anfang 1949 zu Ende ging, traten Israel und seine kriegerischen Nachbarn (Ägypten, Jordanien, Syrien und der Libanon) in Waffenstillstandsgespräche ein, ein Versuch die Feindseligkeiten zu beenden und Waffenstillstands-Vereinbarungen einzuführen.

Von Februar bis Juli 1949 arbeitet Israel Waffenstillstandsvereinbarungen mit jedem seiner Nachbarn aus. Als Teil dieser Vereinbarungen wurden Waffenstillstandslinien festgelegt, die das Territorium abgrenzte, das israelische Militärkräfte von den bewaffneten Kräften seiner benachbarten arabischen Länder trennte.

Aufgrund der nachdrücklichen Forderung Ägyptens, Jordaniens und Syriens während der Waffenstillstandsverhandlungen beinhaltet jede dieser Vereinbarungen Klauseln, die unmissverständlich erklären, dass diese Linien keine offiziellen Grenzen sind und keinerlei zukünftige territoriale Ansprüche irgendeines Landes beeinträchtigen.

Die Waffenstillstandsvereinbarung, die zwischen Israel und Jordanien erzielt wurde, erklärt: „Den Demarkationslinien des Waffenstillstands … ist von den Parteien zugestimmt worden, ohne das damit zukünftige territoriale Vergleiche oder Grenzlinien oder Ansprüche einer der Parteien dazu beeinträchtigt werden.“

Er erklärt zudem, dass die Vereinbarung „ausschließlich von militärischen Überlegungen diktiert ist“ und keine Auswirkungen auf eine zukünftige Friedensregelung haben wird.

Gleichermaßen heißt es im Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und Ägypten: „Die Demarkationslinien des Waffenstillstands werden in keiner Weise als politische oder territoriale Grenzen gedeutet.“

Diese Interpretation der Waffenstillstandsvereinbarungen von 1949 wurde vom früheren Vizepräsidenten des Internationalen Strafgerichtshofs, Stephan Schwebel, bestätigt, der in Justice in International Law schrieb: „Die Waffenstillstandsabmkommen von 1949 bewahren ausdrücklich die territorialen Ansprüche aller Parteien und behaupten nicht endgültige Grenzen zwischen ihnen festzulegen.“

Damit sieht man, dass die Grüne Linie nie als offizielle Grenze gedacht war und einzig den Waffenstillstand zwischen Israel und seinen Nachbarn kennzeichnete, bis ein ordnungsgemäßes Friedensabkommen erreicht würde.

Trotzdem sollte die Grüne Linie die nächsten 18 Jahre, ohne dass eine Friedensregelung in Sicht war, als Trennungslinie zwischen den Israelischen Verteidigungskräften und den Militärs seiner umgebenden arabischen Nachbarn bestehen bleiben.

Resolution 242 des Sicherheitsrats: Die Grüne Linie nach dem Sechstage-Krieg

Am 5. Juni 1967 begann Israel nach einer Reihe von Ägypten begangener Kriegsakte einen Präventivschlag gegen das Land. Dem folgte bald schwerer Beschuss israelischer Streitkräfte wie zivilen Zentren durch Jordanien (obwohl Israel an Jordanien appelliert hatte sich aus dem Krieg herauszuhalten).

Aus sechs Tagen intensiver Kämpfe ging Israel siegreich hervor; es übernahm die Kontrolle über die Wüste Sinai, den Gazastreifen, die Golanhöhen, die Westbank und Ostjerusalem.

Sobald der Sechstage-Krieg endete, wurde die Grüne Linie praktisch nicht weiter existent, weil sie die Realität vor Ort nicht mehr wiedergab.

Am 22. November 1967 verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat im Nachgang die Resolution 242. Unter anderem rief die Resolution Israel auf sich „aus in dem jüngsten Konflikt besetzten Gebieten zurückzuziehen“ und dass alle involvierten Länder „in Frieden und sicheren und anerkannten Grenzen leben“ sollten.

Obwohl manche diese Resolution so interpretieren, dass sie von Israel fordere auf die Grüne Linie zurückzukehren, war das nie ihre ursprüngliche Absicht.

In einem 1974 gegebenen Interview erklärte Lord Caradon, der britische Botschafter bei der UNO, der die Resolution 242 vorlegte, dass sie nicht zur Rückkehr auf die Grüne Linie aufruft, denn „es wäre falsch gewesen zu fordern, dass Israel auf seine Positionen vom 4. Juni 1967 zruückkehrt, weil diese Positionen nicht erstrebenswert war und künstlich waren … sie waren lediglich Waffenstillstandslinien.“

Das wurde zusätzlich von Arthur Goldberg bestätigt, dem US-Botschafter bei der UNO, der half die Resolution 242 zu formulieren; er hielt fest, dass die Resolution „das Ausmaß des Rückzugs“ nicht festlegt.

Tatsächlich versuchte die Sowjetunion zwei Tage vor der Annahme der Resolution 242 eine Resolution durchzubringen, die von Israel den Rückzug auf die Grüne Linie verlangt hätte. Dieser Vorschlag wurde rundheraus abgelehnt.

Damit betrachtet die Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats entgegen populärer Überzeugung die Grüne Linie nicht als wichtig und verlangt von Israel keineswegs den Rückzug auf die Waffenstillstandslinien von 1949.

Der Grund, dass Israel nicht verpflichtet wurde sich auf die Grüne Linie zurückzuziehen, lautete, dass diese Waffenstillstandslinien in Übereinstimmung mit Resolution 242 keine „sicheren Grenzen“ darstellen würden. Sollte Israel zur Grünen Linie zurückkehren, wäre die überwiegende Mehrheit ihrer zivilen Zentren unter direkter Bedrohung sowohl aus der Westbank als auch dem Gazastreifen stehen.

An seiner engsten Stelle wäre Israel zwischen Mittelmeer und seiner östlichen Grenze nur 16km breit.

Dass diese Waffenstillstandslinien, die umgangssprachlich als die „Auschwitz-Linien“ bezeichnet worden sind, nicht zu verteidigen waren, wurde von US-Präsident Lyndon Johnson im Juni 1967 festgehalten, als er sagte, ein israelischer Rückzug auf die Grüne Line wäre ein Rezept für „erneute Feindseligkeiten“.

Johnsons Kommentare wurden vom US-Generalstab in einem Telegramm bestätigt, in dem es hieß: „Von einem strikt militärischen Standpunkt aus müssten Israel einiges des eroberten Territoriums behalten, um militärisch sich zu verteidigende Grenzen zu verschaffen.“

Die Grüne Linie in zukünftigen Verhandlungen

Obwohl sie seit 1967 erloschen ist, glauben manche, die Grüne Linie werde die Grundlage einer zukünftigen Verhandlungslösung zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde sein.

Wie schon festgehalten, würde ein Friedensplan, der die Grüne Linie zu Israel dauerhafter Grenze macht, dazu führen, dass der jüdische Staat praktisch nicht zu verteidigen ist.

Aus diesem Grund erklärte Premierminister Yitzhak Rabin 1995: „Die Grenze des Staates Israel … wird jenseits der Linien liegen, die vor dem Sechstage-Krieg bestanden.“§

Selbst währen seiner Verhandlungen mit Yassir Arafat im Jahr 2000, die weitreichende Zugeständnisse seitens Israels vorsahen, hatte Premierminister Ehud Barak nie vor einen vollen israelischen Rückzug auf die Grüne Linie vorzunehmen.

Gleichermaßen erklärte ein Brief von Premierminister Ariel Sharon an US-Präsident George W. Bush aus dem Jahr 2004: „Es ist unrealistische zu erwarten, dass der Ausgang von Endstatus-Verhandlungen ein voller und kompletter Rückzug auf die Waffenstillstandslinien von 1949 sein wird, und alle bisherigen Versuche eine Zweistaatenlösung auszuhandeln haben zu demselben Schluss geführt.“

Dieser Brief wurde später von US-Repräsentantenhaus in Resolution 460 bestätigt, dem der Senat beipflichtete.

Zu guter Letzt: Als Israel den Bau der Sicherheitsbarriere begann, um während der zweiten Intifada die Zahl der palästinensischen Terroranschläge auf israelische Zivilisten zu reduzieren, machte Ariel Sharon deutlich, dass diese zwar weitgehend die Grüne Linie als Grundlage hatte (obwohl einige sich nach Osten und Westen der Waffenstillstandslinie erstreckte), die Sicherheitsbarreir eaber keine politische Realität spiegelt; sie war einzig dazu gedacht israelischen Zivilisten Schutz zu bieten.

Wie aus der Analyse oben zu erkennen ist, war die Grüne Linie nie dazu gedacht eine permanente Grenze zwischen Israel und seinen Nachbarn zu sein. Stattdessen sollte sie vorübergehend die Stellungen der IDF und der anderen Militärs markieren, die an Israels Unabhängigkeitskrieg beteiligt waren.

Im Gegensatz zum Narrativ, das von großen Medien wie der Washington Post verbreitet werdne, war die Grüne Linie niemals eine dauerhafte Grenze.

Und keine israelische Regierung, wo immer sie im  politischen Spektrum stehen mag, wird zulassen, dass das, das einst eine Waffenstillstandslinie war, zu einer dauerhaften Grenze werden wird.

Wer spricht für die arabische Welt über Israel?

Es gibt weiterhin Zeichen der Unterstützung für Koexistenz. Aber das Israel-Bashing bei einer Debatte im UNO-Sicherheitsrat ist eine Erinnerung daran, dass volle Akzeptanz noch nicht vorhanden ist.

Jonathan S. Tobin, Israel HaYom, 14.August 2022

Welches dieser zwei Dinge ist wichtiger, wenn es darum geht die arabische Akzeptanz Israels zu beurteilen? Ist es ein saudischer Social Media-Influencer, der ein virales Video erstellte, das die israelische Nationalhymne „Hatikvah“ auf der Oud spielt? Oder ist es die Rede, die früher diese Woche der ägyptische Botschafter bei den Vereinten Nationen hielt, der den jüdischen Staat verurteilte und sogar noch von palästinensischen „Märtyrern“ sprach, nachdem seine eigene Regierung geholfen hatte einen Waffenstillstand zwischen Jerusalem und der Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Jihad zu vermitteln.

Es wäre nett, glaubte man, das Oud-Video erzähle uns mehr über die künftige Richtung des Nahen Ostens. Aber die Rede des ägyptischen Botschafters Osama Abdel Khalek sollte nicht ignoriert werden. Sie demonstrierte, dass selbst die Militärregierung in Kairo, die Israel als unverzichtbaren Verbündeten in ihrem eigenen Kampf gegen die Muslimbruderschaft und deren Hamas-Verbündeten betrachtet, Angst hat, dass die öffentliche Meinung des bevölkerungsreichsten Landes der Region immer noch viel zu durchnässt vom Judenhass ist, um öffentlich für ihren Nachbarn einstehen.

Die Abraham-Vereinbarungen schienen zu demonstrieren, dass in der arabischen und islamischen Welt eine Zeitenwende im Gang war. Nach einem Jahrhundert puren Hasses, ist der Konsens der Araber und Muslime gebrochen worden, dass Krieg gegen den Zionismus und die Juden ein integrales Element ihrer Identität sei. Ihre Regierungen waren es müde von palästinensischer Uneinsichtigkeit in Geiselhaft genommen zu werden. Die Entscheidung der vier Staaten, die die Beziehungen mit Israel 2020 als Teil der erfolgreichen diplomatischen Initiative der Administration Trump normalisierten – die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan – zeigte, dass der Zugriff, den die Palästinenser seit Generationen auf die Meinung in der Region hatten, nicht länger sicher war.

Erwartungen, dass viele weitere Staaten bald dem Friedenskreis mit Israel beitreten werden, mögen unrealistisch gewesen sein. Dennoch erzeugen Entscheidungen, die noch nicht ganz Normalisierung darstellen, wie Saudi-Arabiens Bereitschaft israelischen Flugzeugen zu erlauben durch seinen Luftraum zu fliegen, Hoffnung. Herzerwärmende Gesten wie der Besuch einer Gruppe Imame in Auschwitz – geleitet von einem ranghohen saudischen Kleriker – im Jahr 2020 und die Wärme, mit der der saudische Social Media-Influencer Israel angenommen hat, zeigen alle, dass Veränderung in der Luft liegt.

Trotzdem muss die Idee, dass israelfeindliche Meinung bei Arabern und Muslimen auf dem Rückzug ist, von mehr als einem Gefühl des Realismus zum Tempo der Veränderungen gedämpft werden.

Palästinensische Terrorbewegungen haben immer noch die Sympathie westlicher „Progressiver“, die durch Ideen intersektionaler Mythen und Kritischer Rassentheorie über Israel und den Juden als Symbole von „weißem Privileg“. Das antizionistische Narrativ ist also immer noch Teil des Katechismus der internationalen „Menschenrechts“-Bewegung und ihrer wichtigen Organe wie Amnesty International, Human Rights Watch und dem UNO-Menschenrechtsrat.

Genauso, wenn nicht beunruhigender, sind die Beweise, dass selbst bei den arabischen Staaten, die Frieden mit Israel geschlossen haben, die Umarmung Israels weit davon entfernt ist rückhaltlos oder wirklich populär zu sein. Die autoritären Regierungen, die die Beziehungen normalisiert haben, mögen den jüdischen Staat als dringend benötigten Verbündeten gegen die größere Bedrohung betrachten, die vom Iran ausgeht, sowie als Handelspartner, der ihren Eintritt in den globalen kommerziellen Markt erleichtern kann. Aber die Tatsache bleibt, dass der Widerwille weiterer Staaten, die Abraham-Vereinbarungen auszuweiten, nicht komplett dem fehlenden Enthusiasmus für das Projekt seitens der Administration Biden, seit diese ins Amt kam, geschuldet ist.

In der Region gab es wenig Sympathie dafür, dass der Palästinensische Islamische Jihad einen kurzen Krieg begann, indem er tausend Raketen und andere Projektive nach Israel schoss. Tatsächlich saß sogar die Hamas – ihr Rivale um die Unterstützung der palästinensischen Islamisten und selbst der Vernichtung des jüdischen Staates verschrieben – die Kämpfe aus.

Doch als die Situation im UNO-Sicherheitsrat diskutiert wurde, wiederholten die beiden Staaten, die als erste Frieden mit Israel schlossen – Ägypten und Jordanien – einiges von der gehässigen Rhetorik, die vom Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörde gegen den jüdischen Staat ausgespien wurde.

Jordanien machte einzig Israel und die Tatsache, dass Juden erlaubt wird den Tempelberg zu besuchen für die Gewalt verantwortlich. Die Jordanier werden als Hüter der muslimischen und christlichen heiligen Stätten in Jerusalem betrachtet und sprechen von der jüdischen Präsenz in der Stadt als illegitim. Sie ignorierten den Terrorismus des PIJ und das Raketenfeuer, das die israelische Reaktion auslöste.

Besonders bitter waren die Äußerungen des ägyptischen Botschafters, der von allen in den Zusammenstößen getöteten Gazanern als „Märtyrern“ sprach – womit er sowohl die Mehrheit, die PIJ-Kämpfer meinte, als auch die Zivilisten. Er verurteilte auch Israels Anstrengungen sich gegen Gruppen zu verteidigen, die Ägypten selbst als boshafte Feinde betrachtet. Es gab keinen Hinweis darauf, dass die überwiegende Mehrheit der getöteten und verletzten Nichtkombattanten Opfer von Raketen des PIJ waren, die zu kurz flogen und ihre Ziele in Israel nicht erreichten und damit Palästinenser innerhalb des Gazastreifens trafen.

Selbst die VAE, die ansonsten ein Muster an Kooperation mit Israel und dieses Jahr Mitglied im UNO-Sicherheitsrat sind, nutzten ihre Gelegenheit zu sprechen, um sich der Verurteilung der Dreistigkeit der Juden den heiligsten Ort des Judentums zu besuchen anzuschließen, was als „Einfall in die Höfe der Al-Aqsa-Moschee“ in Jerusalem bezeichnet wurde.

Spielt irgendetwas davon eine Rolle?

Israelische Diplomaten bei den Vereinten Nationen sprechen oft davon, wie ihre arabischen Kollegen über den Konflikt in der Öffentlichkeit auf die eine Weise und im Privaten sehr anders reden. Die UNO kann als bloße Quasselbude ohne Macht abgetan werden. Aber das ignoriert den sehr realen Schaden, den UNO-Organisationen Israel zufügen können und die denen helfen, die es boykottieren und zerstören wollen.

Selbst wenn arabische Äußerungen in der Weltorganisation lediglich eine zynische Show sind, ist die Tatsache, dass sie es für notwendig halten sich so zu benehmen, nicht gerade unbedeutend.

Die öffentliche Meinung in Ägypten und Jordanien ist immer noch stark antisemitisch und hinkt weit hinter den Führern ihres Lands her, wenn es darum geht Israel zu akzeptieren. Die Volkskultur in der arabischen Welt ist Israel und Juden gegenüber ebenfalls immer noch feindlich. Es gibt kein Zeichen einer Grundströmung, die hinter einer Allianz oder engeren Beziehungen steht. Im Gegenteil, selbst Regierungen, die Frieden geschlossen haben, sind auf der Hut nicht zu weit zu gehen, wenn es darum geht den palästinensischen Wunsch nach Israels Vernichtung aufzugeben. Autoritäre Regime in Ägypten, Jordanien und am Golf sind nicht von Genehmigung des Volks abhängig. Aber sie sind sich äußerst bewusst, dass sie, wenn sie Israel zu nahe zu kommen, den Radikalen Munition liefern, die vom Iran unterstützt danach streben sie zu stürzen.

Der modernisierende Herrscher von Saudi-Arabien, Kronprinz Mohammed bin Salman, hat unter der Hand engere Beziehungen zu Israel aufgenommen, obwohl das noch keine Normalisierung darstellt. Aber selbst die Saudis fürchten die Möglichkeit einer störrischen arabischen Straße. Das wird noch durch gerechtfertigte Sorgen wegen eines neuen und sogar schwächeren Atomdeals zwischen dem Westen und dem Iran verschärft, der bald abgeschlossen werden könnte, was den Eindruck verstärkt, dass die Theokraten in Teheran – und nicht die Moderaten in Riyad oder Kairo – das „starke Pferd“ der Region sind. Ein neuer Pakt wird Irans Wirtschaft und Militär stärken und könnte auch helfen die Meinung in denjenigen Staaten zu beeinflussen, die Beziehungen zu Israel haben.

Die Beharrlichkeit der arabischen und muslimischen Feindschaft gegenüber Israel anzuerkennen, negiert nicht die historische Bedeutung der Abraham-Vereinbarungen. Tatsächlich lautet, wie mir Jason Greenblatt, der Nahost-Friedensbotschafter der Administration Trump in einem Interview sagte, die Frage, die zu den Saudis gestellt werden muss, nicht, was sie nicht getan haben, sondern welche Strecke sie von ihrer früheren Haltung der unablässigen Feindschaft sie zurückgelegt haben.

Dennoch ist die optimistische Vorstellung, dass alle Barrieren zwischen Israel und der arabischen sowie muslimischen Welt fallen, bestenfalls verfrüht. Judenhass ist immer noch weit populärer als die Akzeptanz Israels. Solange das stimmt – und die Regierungen, die Frieden schlossen, sind diktatorisch und spiegeln nicht den Volkswillen ihrer Bevölkerung – kann der bisher in Richtung echter Frieden gemachte Fortschritt nicht als unumkehrbar betrachtet werden. Das ist ein ernüchternder Gedanke, der israelische Strategie genauso prägen sollte wie die andernorts, die dem Irrtum erliegen, der Konflikt um sein Existenzrecht sei vorbei.

Der hundertste Jahrestag

Dry Bones, 24. Juli 2022

Am 100. Jahrestag des Mandats träumen wir von einer WAHREN Zweistaatenlösung: einem jüdischen Staat Israel und einem haschemitischen Königreich Palästina.

David Singer erklärt: The REAL Two-State Solution. (Tel Belman hat auch was dazu geschrieben – ist hier auf dem Blog übersetzt.)

Zweistaatenlösung oder jordanische Option? Ihr habt die Wahl.

Ted Belman, Jihad Watch, 25. Juli 2022

Joe Biden ist in Israel gekommen und gegangen und hat wenig vorzuweisen. Er hat jedoch einige Trümmer zurückgelassen, die die Bühne für Israels anstehende Wahlen bereiten.

Währen der seine  Unterstützung für die Zweistaaten-Lösung (ZSW) bestätigte, fuhr er fort mit: „Die Boden ist im Moment nicht bereitet die Verhandlungen wieder aufzunehmen“, und: „Die Zweistaaten-Lösung ist immer noch der beste Weg Frieden und Demokratie für Israelis und Palästinenser sicherzustellen; allerdings sehe ich diese Lösung den Horizont noch nicht.“

Sowohl Premierminister Yair Lapid als auch Verteidigungsminister Benny Gantz teilen diese Sicht. Lapid sagte: „Eine Zweistaatenlösung ist eine Garantie für einen starken, demokratischen Staat Israel mit einer jüdischen Mehrheit.“

Derweil ging Gantz näher auf seine vor kurzem mit vielen bemerkenswerten Kommentaren bei der Aspen Conference in den USA gehaltene Rede. Er begann: „Ich denke, die Abraham-Vereinbarungen können heute helfen die palästinensische Autonomiebehörde zu stärken und eine Realität der Trennung und zweier Einheiten aufzubauen.“

Er fuhr mit der Erklärung fort, er sei „glücklich, dass ich die Drohung der Annexion Judäas und Samarias blockiert habe.“ Die was?

Ich denke, er bezog sich auf seine Praxis als Verteidigungsminister illegale arabische Bautätigkeit in Area C zu ermöglichen. Als wäre das noch nicht genug, bot er „Gesten“ an, die selbst über die Legalisierung solcher Bauten weit hinausgingen:

– Genehmigung der Registrierung von 5.500 staatenlosen Personen ins palästinensische Bevölkerungsregister, zusätzlich zu bereits genehmigten 12.000.

– Genehmigung von sechs Masterplänen für Palästinenser in Judäa und Samaria – Bestätigung der Gültigkeit in Hizme, Hermela; Erlaubnis in Paciks, Hares, Kisan und Tir zu siedeln.

– Erhöhung der Quote an Arbeitern aus dem Gazastreifen, denen die Einreise zu Arbeit und Handeln in Israel erlaubt ist, um weitere 1.500 auf eine Gesamtquote von 15.500.

– Öffnung eines neuen Übergangs – „Salem“ – im nördlichen Judäa und Samaria, über den israelische Araber in die Stadt Jenin fahren können.

Gantz unterstützt aktiv den Fayyad-Plan, den die EU finanziert und politisch stützt. Der Plan ist so gestaltet, dass Area C in Verletzung der Oslo-Vereinbarungen illegal übernommen wird und soweit haben sie damit Erfolg.

Folglich stimmen Lapid und Gantz überein, dass die Palästinenser von Israel getrennt werden müssen, damit Israel ein demokratischer Staat mit einer jüdischen Mehrheit bleibt. Allerdings erwähnte keiner von beiden auch nur im Geringsten den Anspruch auf Souveränität über Judäa und Samaria, unser biblisches Kernland. Tatsächlich demonstriert ihr gemeinsames Schweigen zu dieser Sache eindeutig ihre völliges Desinteresse das zu tun.

Trotz dieses Ziels das Land den Arabern zu überlassen, besteht Gantz darauf das als „zionistische Angelegenheit“ zu beschreiben. Der Ausblick auf diese Politik erinnert schrecklich an Herzls Annahme des britischen Vorschlags Ugandas, der beim Zionistischen Kongress 1903 auf den Tisch gelegt wurde.

Die Jewish Virtual Library hält fest:

Herzl machte zwar deutlich, dass dieses Programm keinen Einfluss auf das Endziel des Zionismus haben würde, einem jüdischen Gemeinwesen im Land Israel, löste der Vorschlag beim Kongress einen Sturm aus und führte beinahe zu einer Spaltung der zionistischen Bewegung. Als Ergebnis der Vereinigung verschiedener Gruppen, die Herzls Uganda-Vorschlag  wurde im Zeitraum von 1903 bis 1905 die Jewish Territorial Organization (ITO) gegründet.

Diese Spaltung besteht bis heute fort.

Tatsächlich unterstützte die Linke Mosche Dayans Handeln, als er den Tempelberg nach der Eroberung Jerusalems 1967 den Arabern übergab aus zwei Gründen. Der erste war, dass sie keinen heiligen Krieg mit dem Islam starten wollten, von dem Dayan sagte, er werde das Ergebnis sein, wenn man ihn behielte; und der zweite war, dass sie die Rolle der jüdischen Religion in Israel untergraben wollten.

Nach dem Unabhängigkeitskrieg weitete Israel seine Souveränität über das ganze Land über die Teilungslinien hinaus aus, was einem Gesetz entsprach, das als Ben-Gurions Gesetz bekannt wurde. Leider lehnte es es ab, das mit allem Land zu tun, das es im Krieg von 1967 eroberte. Der Grund, weshalb das nicht gemacht wurde, war, dass die linke Regierung sich nicht mit in den besagten Landstrichen lebenden Arabern auseinandersetzen wollte und sei nicht als biblisches Kernland betrachtete. Als Ergebnis wurde die Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats beschlossen.

Heute unterstützt die Mitte-Linke aus demselben Grund Judäa und Samaria loszuwerden. Sie ziehen es vor, dass Israel ein „Staat all seiner Bürger“ ist, statt der Nationalstaat der Juden.

Zusammengefasst will die Linke die Rolle der Religion i Israel zurückdrängen und sie wollen sich von den Palästinensern trennen.

Israels Probleme begannen ernsthaft mit der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen (1993 und 1995), die von der Mitte-Links-Regierung ausgehandelt und mit einer Stimme Mehrheit genehmigt wurden. Der schlimmste Teil der Oslo-Vereinbarungen war, dass Israel Arafat und 50.000 seiner Terrorkumpane nach Israel einladen musste. Sie wurden zum Fluch der Existenz Israels.

Der zweite kolossale Fehler war 2005 aus dem Gazastreifen abzuziehen. Diese Handlung wurde ebenfalls von der Mitte-Linken begünstigt. Als Ergebnis sind wir vier ergebnislosen Kriegen mit dem Gazastreifen ausgesetzt worden.

2005 sagte Olmert beim Israel Policy-Forum auf dem Weg zur Abkoppelung: „Wir sind des Kämpfens müde. Wir sind des Mutig seins müde. Wir sind des Gewinnens müde. Wir sind es Siegens über unsere Feinde müde.“

Innerhalb eines Jahres wurde er Premierminister und sagte: „Wir wollen, dass sie unsere Freunde sind, unsere Partner, unsere guten Nachbarn. Und ich glaube, das ist nicht unmöglich.“ Und: „Frieden ist über Zugeständnisse erreichbar. Wir alle wissen das.“ Tun wir das? Was ist mit „Frieden durch Stärke“?

Glaubt er immer noch, dass es „nicht unmöglich ist“? Glauben Gantz und Lapid das?

Warum wirbt die Mitte-Linke immer noch für die Zweistaatenlösung? Warum lehnen sie es ab aus der Vergangenheit zu lernen? Warum ignorieren sie, dass die Chartas sowohl der PLO als auch der Hamas die Vernichtung des Staates Israel auffordern? Sie wissen doch sicher, dass die Zweistaatenlösung eine Fantasie ist und nie wahr werden wird.

Caroline Glick veröffentlichte 2014 The Israeli Solution: A One-State Plan for Peace in the Middle East [Die Israel-Lösung: Ein Einstaaten-Plan für Frieden im Nahen Osten]. Darin schlug sie vor, Israel solle alles Land westlich des Jordan mit Ausnahme des Gazastreifens annektieren und bot den Arabern einen Weg zur Staatsbürgerschaft an.

Das war der Rechten akzeptabler, weil es Judäa und Samaria für Israel behielt ohne die jüdische Mehrheit zu gefährden. Aber die Mittel-Linke lehnte das ab, weil sie die Trennung von den Palästinensern wollten.

Im Juli 2022 veröffentlichte das saudische Organ al-Alrabiya The Hashemite Kingdom of Palestine [Das haschemitische Königreich Palästina] von Al Schihabi:

Dieses vorgeschlagene vergrößerte Königreich würde das heutige Jordanien, den Gazastreifen und die Westbank (von Palästinensern bewohnte Gebiete umfassen, die auf eine zusammenhängende Weise und physisch mit Jordanien verbunden sind.

Das ist weit entfernt von der arabischen Friedensinitiative der Arabischen Liga von 2002, die von Saudi-Arabien angeführt wurde.

Zweifellos würden Gantz und Lapid sie lieben. Gäbe es keine Alternative, würden auch einige der israelischen Rechten das besser finden als den Status quo.

Aber es gibt eine Alternative, sie ist als jordanische Option bekannt, die bald einsatzbereit sein wird.

Sie integriert dieselbe Erkenntnis asi Ali Schahabis Plan, unterscheidet sich aber in zwei Schlüsselaspekten, nämlich dazu, wo die Westgrenze sein wird und ob die neue Einheit ein Königreich oder eine Republik sein wird.

Die jordanische Option erfordert von Jordanien zur Republik zu werden, mit dem Jordan als Westgrenze.

Mein Artikel How the Jordan Option will impact Israel [Welche Auswirkungen die jordanische Option auf Israel haben wird] erklärt das detailliert.

Sowohl die Linke als auch die Recht in Israel werden sie lieben und die Palästinenser zum größten Teil auch.

Ich sagte voraus, dass die Rechte während der anstehenden Wahlen für die jordanische Option werben wird. Folglich wird der sich daraus ergebende Wettbewerb zwischen der Fantasie der Zweistaatenlösung und der jordanischen Option den Wählern eine klare Gelegenheit geben zu wählen, ob sie ihr Schicksal einmal an das Scheitern der Vergangenheit koppeln oder diese neue Option, die jordanische Option, mit der neuen jordanischen Republik verfolgen wollen.

Im Ergebnis wird die Rechte eine überzeugende Mehrheit der Sitze und einen ernsthaften Weg zum Frieden für die Araber wie Juden gewinnen.

Der Bombenanschlag auf das Restaurant Sbarro und warum Oslo versagte

Zwei Jahrzehnte nach dem terroristischen Massaker in Jerusalem bleibt der Vorfall eine notwendige, grausige Erinnerung an den grundlegenden Charakter eines Konflikts, der nicht durch israelische Zugeständnisse gelöst werden kann.

Jonathan S. Tobin, Israel National News, 11. August 2021

Der Terroranschlag auf das Sbarro (Foto: Flash90)

Nächsten Monat werden die Amerikaner den 20. Jahrestag der Anschläge vom 9/11 begehen. Das Trauma bleibt im Gedächtnis eines jeden bestehen, der damals lebte. Aber während dieser Tag des Terrors nie vergessen werden wird, weil er ein Ereignis ist, das Außen- und Verteidigungspolitik prägt, wird er schnell so belanglos werden wie der japanische Angriff auf Pearl Harbor.

Die letzten amerikanischen Truppen ziehen sich aus Afghanistan zurück, während Washington mit Gleichgültigkeit auf die Beweise reagiert, dass die Taliban – die Gruppe, die die Angreifer des 9/11 beherbergten und möglich machten – in Kabul schnell wieder das Sagen haben werden, zwei Jahrzehnte, nachdem US-Truppen sie als Teil einer Reaktion auf die Terroranschläge in die Flucht schlugen.

Aber etwas mehr als einen Monat vor dem 11. September erlitt Israel einen Terroranschlag, der zwar im Ausmaß geringer war als der Angriff auf New York und Washington, aber ebenfalls traumatisch. Und im Gegensatz zur amerikanischen Reaktion auf die Anstrengungen von Al-Qaida ist das, was am 9. August 2011 geschah immer noch entscheidend für das Verständnis nicht nur der israelischen Einstellungen gegenüber der Vorstellung eines Friedensprozesses mit den palästinensischen Arabern, sondern der Notwendigkeit, dass der jüdische Staat Verteidigungsmaßnahmen trifft, um sicherzustellen, dass die Ereignisse dieses Tages sich nicht wiederholen.

Ein Jahr nach Beginn des palästinensischen Abnutzungskriegs, der als Zweite Intifada bekannt wurde, schnallte eine palästinensische Araberin einem Selbstmord-Bomber eine Vorrichtung mit Sprengstoff, Nägeln und Schraubenmuttern um. Ihr Ziel war eine Filiale der Pizzakette Sbarro an Jerusalems Zion-Platz an der verkehrsreichen Kreuzung der King George Street und der Jaffa Road.

Das Verbrechen wurde von Ahmad Ahlam al-Tamimi geplant, einer damals 20-jährigen palästinensischen Araberin, die den Ort des Anschlags auswählte und den Bomber zu der Pizzeria führte. Sie glaubte, das Restaurant sei ein gutes Ziel, weil es ein beliebter Ort für Familien war, um ihre Kindern am Freitagnachmittag in der Hektik vor Sabbat zu verpflegen.

Zusammen mit dem Mörder wurden in dem Restaurant 15 Israelis und Touristen, darunter sieben Kinder getötet. Weitere 130 wurden von der Bombe verletzt, viele davon furchtbar verstümmelt, die so gestaltet war, dass nicht nur einfach Tod zugefügt wurde, sondern grauenhafte Verletzungen.

In einem Interview im Palästinenserfernsehen war Tamimi 2012 weiter stolz auf das, was sie getan hatte – und weidete sich sogar an der Erinnerung in einem Bus in Jerusalem gewesen zu sein, als die Nachricht von dem Bombenanschlag gesendet wurde und sie hörte, dass die anderen arabischen Fahrgäste die steigenden Todeszahlen feierten.

Natürlich sind 20 Jahre eine lange Zeit. Dank dem Bau der Sicherheitsbarriere zwischen einem Großteil der von der PA regierten „Westbank“ und Israel gehören Ereignisse wie die Bombe vom Sbarro, die während einer Intifada, die sich auf solche Gräueltaten konzentrierte, alltäglich geworden waren, heute der Vergangenheit an. Folgende Bemühungen palästinensisch-arabischen „Widerstands“, bei dem das Abschlachten von Juden das Ziel ist, beschränken sich auf ziellose Stichangriffe sowie das weitgehend sinnlose Schießen von Raketen nach Israel durch die Hamas und den Islamischen Jihad (von denen die meisten von der Eisernen Kuppel und dem Arrow-Luftverteidigungssystem abgefangen werden und viele Projektile oft zu kurz fliegen). Durch sie dürften mehr Araber als Juden geschädigt werden.

Warum sollten wir uns dann immer noch an den Sbarro-Bombenanschlag erinnern, außer um die Opfer zu ehren?

Dieses traurige Kapitel ist mehr als nur eine Tragödie, der gedacht werden sollte. Es gibt ein Problem mit so viel von dem, was als in den Mainstream-Medien als informierte Kommentare zum Konflikt durchgeht. Diejenigen, die hirnlos israelische Zugeständnisse und territoriale Rückzüge, einschließlich in Jerusalem fordern, haben anscheinend das Schlachtfest im Sbarros so vergessen wie andere Terroranschläge, die schließlich mehr als 1.000 Israelis das Leben kosteten.

Sie haben auch vergessen, was der unsinnigen, wenn auch blutigen, fünfjährigen Kampagne der palästinensischen Araber vorausging und warum es unter den Israelis einen breiten Konsens gibt, der sich von Mitte-links bis Rechts erstreckt und zurecht begreift, dass bei den palästinensischen Arabern und ihren Führern kein plausibler Friedenspartner irgendeiner Art zu finden ist.

Im Jul 2000 reiste der damalige israelische Premierminister Ehud Barak nach Camp David, wo er zusammen mit dem Gastgeber, Präsident Bill Clinton, PLO-Führer Yassir Arafat die Erfüllung des Versprechens der Formel „Land für Frieden“ der Oslo-Vereinbarungen von 1993 anbot. Arafat wurde ein Deal angeboten, der den Palästinensern Unabhängigkeit in fast der gesamten „Westbank“, dem Gazastreifen und einem Teil der Stadt Jerusalem gegeben hätte. Im Tausch dafür war alles, was er zu tun hatte, zuzustimmen den Konflikt für immer zu beenden.

Arafats Antwort lautete „nein“. Ein paar Monate später was es immer noch „nein“, als Barak das Angebot bei Gesprächen in der ägyptischen Grenzstadt Taba noch versüßte. Im Widerspruch zu den Erwartungen vieler Israelis und der meisten Beobachter des Auslands war das Ziel der von ihm geführten palästinensisch-arabischen nationalistischen Bewegung kein unabhängiger Staat an der Seite Israels, sondern ein Palästinenserstaat anstelle des einen jüdischen auf diesem Planeten.

Aber als Arafat Barak zum zweiten Mal abgewiesen hatte, hatte er auf das israelische Friedensangebot eine entschiedener Antwort gegeben, indem er die Orgie terroristischer Morde lancierte, die mit dem neutral klingenden Begriff „Zweite Intifada“ keimfrei gemacht wurde.

In den folgenden Jahren versuchten sich die folgenden US-Administrationen an derselben „Land für Frieden“-Formel mit ähnlich fehlendem Erfolg, weil Mahmud Abbas – Arafats angeblich „moderaterer“ Nachfolger – nicht fähiger war Frieden zu schließen, selbst wenn er dem zugeneigt gewesen wäre.

Dieselbe Art Aufstachelung zu Mord an Juden seitens der offiziellen palästinensischen Medien und Bildungsinstitutionen, die zu Massakern wie im Sbarro führten, geht heute weiter. Und in einem Anflug grausamer Ironie sitzt Tamimi heute frei wie ein Vogel in Jordanien, als Ergebnis der Entscheidung des ehemaligen Premierministers Benjamin Netanyahu mehr als 1.000 Terroristen freizulassen, um den 2005 von der Hamas entführten Soldaten Gilad Shalit frei zu bekommen, darunter solche mit Blut an den Händen wie sie.

Genauso schlimm: Präsident Joe Bidens außenpolitisches Team agiert immer noch so, als sei die Annahme über „Land für Freiden“ und eine Zweistaatenlösung so berechtigt, wie sie es war, als Präsident Bill Clinton im Sommer 2000 glaubte, er werde den Friedensnobelpreis gewinnen. Für sie ist es so, als hätten das Friedensangebot von Camp David sowie das folgende Blutvergießen nie stattgefunden. Sie und die Basis der Demokratischen Partei, die eine noch feindseligere Haltung gegenüber Israel vorziehen würde, handeln immer noch so, als würden die israelischen Sicherheitskontrolle in den ansonsten autonom regierten Bereiche der palästinensischen Autonomiebehörde in der „Westbank“ ein Akt der Unterdrückung sein statt notwendige Selbstverteidigung.

Die Palästinenser und ihrer Führer müssen begreifen, dass diese israelischen Anstrengungen eine Rückkehr zu Bombenanschlägen wie während der Intifada zu einem Rohrkrepiere macht. Aber auch sie handeln und reden immer noch, als sei die Anerkennung der Legitimität eines jüdischen Staates – egal, wo seine Grenzen gezogen werden – etwas, das sie nie tun werden. Die Israelis wissen, dass ein Rückzug aus der „Westbank“ und die Entwurzelung hunderttausender Juden aus ihren Heimen in Jerusalem und den Gebieten keinen Frieden bringen wird. Es würde, wie der Abzug aus dem Gazastreifen 2005, ihr Land nur weniger sicher machen.

Sbarro ist immer noch wichtig, nicht nur wegen seines Grausens, sondern weil die Dummheit, die die Serie der Ereignisse zur Runde des Terrorismus in Gang setzte, in den unrealistischen Forderungen nach einem Ende der „Besatzung“ und Unterstützung von BDS-Kampagnen, die vom Antisemitismus derer inspiriert wird, die behaupten die einzigen zu sein, die für Frieden und Menschenrechte eintreten, immer noch gesund und munter ist. Anständige Menschen sollten nicht nur die Erinnerung an die Opfer vom 9. August 2021 als Segen behalten, sondern auch niemals erlauben, dass die Lektionen des Scheiterns von Oslo vergessen werden.

Der Krieg, den Sie nicht sehen: eine klarsichtige Ansicht

Ein Krieg ist im Gang – aber nicht der, an den Sie denken. Dies ist ein echter Schlüssel zu Frieden im Nahen Ostern.

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 19. Mai 2021

Kontext ist wichtig. Nirgendwo ist er wichtiger als im Nahen Osten.

Der aktuelle massive Abtausch von Raketenfeuer in Israel und dem Gazastreifen wurde von einem Streit um vier palästinensische Häuser in einem Viertel von Jerusalem namens Scheik Jarrah ausgelöst. Ein wenig Hintergrund: Juden haben dort Generationen lang gewohnt, wurden aber alle von den Jordaniern bei deren Einmarsch getötet oder vertrieben. Die palästinensischen Familien in Scheik Jarrah, die selbst Generationen dort wohnten, gaben immer zu, dass die Juden zuerst da waren und dass die Seiten daran arbeiten sollten Koexistenz und Kompromiss zu finden, trotz der geteilten Verluste und Schmerzen.

Das ist kein unbedeutendes Detail. Es ist aber im Großteil der Berichterstattung zum jüngsten tödlichen Konflikt verloren gegangen.

Als gerade ein friedlicher Kompromiss möglich schien – einer, der den ursprünglichen jüdischen Einwohnern erlauben sollte ihr Eigentum wiederherzustellen, während gleichzeitig die derzeitigen palästinensisch Bewohner verbleiben können – drohte jedoch die palästinensische Autonomiebehörde den palästinensischen Familien für den Fall, dass sie dem Deal mit Israel zustimmen; das führte zu einem langgezogenen (aber noch nicht abgeschlossenen) Zwangsräumungsprozess.

Immer auf der Suche nach Möglichkeiten Zwietracht zu säen, nutzte die PA die Geschichte als Auslöser zur Aufstachelung zu gewalttätigen Protesten an der muslimischen heiligen Stätte, der „Al-Aqsa“-Moschee. Hunderte Randalierer warfen Sprengsätze und Felsbrocken. Die israelische Polizei reagierte mit nicht tödlichen Mitteln zu Kontrolle von Menschenmengen, um die heiligen Stätten und diejenigen unschuldigen Muslime zu schützen, die einfach nur beten wollten.

Gesamtopferzahl: Null.

Inzwischen begann die Hamas willkürlich Raketen auf Jerusalem zu schießen, womit sie sich offensichtlich Geltung verschaffen wollten. (Fakten sind wichtig: Die Hamas ist eine international als Terrororganisation anerkannte Gruppe, die über die Palästinenser des Gazastreifens herrscht und die PA hat gerade erst Wahlen gestrichen, von denen vorausgesagt wurde, dass die Hamas sie gewinnen würde.)

In einer ironischen Umkehr des üblichen Narrativs war es in Wirklichkeit die IDF mit ihrem Raketenschild Eiserne Kuppel, die die Al-Aqsa schützte, während die vom Iran finanzierte Hamas die Moschee in die Schusslinie brachte, ganz zu schweigen von der diversen Bevölkerung. Raketen erschütterten dann andere Städte in ganz Israel, einschließlich Tel Avivs, am häufigsten in Bereichen ohne jegliche militärische Ziele. Das Trommelfeuer begann am Montag, den 10. Mai.

Tatsache: Hamas tötet Palästinenser

Hier ist eine ernüchternde Statistik, die irgendwie auf dem Radarschirm der vom Nahen Osten besessenen Öffentlichkeit fehlt: Ungefähr ein Drittel der Hamas-Raketen und Flugkörper ging zu kurz und schlug im Gazastreifen ein. Tatsächlich tötete ein solcher Treffer am ersten Tag des Konflikts 17 Menschen, darunter drei Kinder. In der Folge schlugen weitere Hunderte ein, was für die meisten, wenn nicht alle Toten unter den [zivilen] Palästinensern verantwortlich sein könnte.

Das ist ein entscheidendes Detail. Israels Reaktion: Präzisionsangriffe auf militärische Einrichtungen, denen vorab Warnungen vorausgingen, die Gebäude zu evakuieren. Die Hamas muss immer noch Beweise vorlegen, dass irgendein palästinensischer Zivilist durch israelisches Feuer getötet wurde statt durch die Raketen der Hamas. Inzwischen, während dies geschrieben wird, hat die Hamas rund 3.400 Raketen auf Israel geschossen, die Israelis und Palästinenser gleichermaßen töten und verstümmeln. Schlimmer noch: Die Hamas schießt diese Raketen aus zivilen Bereichen – ein doppeltes Kriegsverbrechen: von Zivilisten aus auf Zivilisten zu schießen.

Die Wahrheit ist wichtig. Nirgendwo ist das wichtiger als im Nahen Osten. Wenn Frieden das Ziel ist, dann müssen wir die Kriegstreiber identifizieren.

Krieg und Frieden

In dem komplexen Milieu des Nahen Ostens – mit konkurrierenden Narrativen, Verdrehung und dem Staub der Stürme in sozialen Medien – ist es schwierig zu verstehen, was passiert. Lassen Sie mich vorschlagen, dass das, was sich jetzt tragischerweise entfaltet, die Geschichte von gewöhnlichen Menschen ist, die den Schmerz des anderen spürten und versuchten Frieden zu schließen, was aber von der palästinensischen Autonomiebehörde verhindert wurde.

Ja, auch das ist eine Kriegsgeschichte, aber nicht die, an die Sie denken.

Es ist ein Krieg gewöhnlicher Palästinenser und Israelis gegen eine Terrororganisation und eine korrupte PA-Regierung, die beide ihre Ressourcen aufwenden, um das palästinensische Volk zu unterdrücken, Israelis anzugreifen und den Frieden, koste es, was es wolle, zu verhindern.

Der dramatische und tödliche Konflikt in Israel und dem Gazastreifen hat zurecht die Aufmerksamkeit der gesamten Welt ergriffen. Wir in Israel sind daran gewöhnt die „hasbara“ (PR)-Schlacht zu verlieren, aber im Moment ist die Wahrheit wiederherzustellen wichtiger als Israels Ruf auf der Weltbühne zu retten.

Über die Ursprünge des aktuellen Desasters – und die Quelle der tödlichen Zerstörung – die Wahrheit zu erzählen ist entscheidend, wenn wir an eine friedliche Lösung – und Zukunft – glauben wollen.

Es mag radikal scheinen das zu sagen, aber Frieden ist nicht gar so schwer: Wir müssen aufhören ihn zu verhindern. Genauer gesagt, müssen wir diejenigen korrekt bestimmen und aufhalten, die ihn verhindern. Wenn die palästinensische Regierung über Ihren „Märtyrerfonds“ von jährlich $400 Millionen Geld für Terrorismus ausgibt oder die Palästinenser bedroht, sie dürften nicht mit ihren jüdischen Nachbarn zusammenzuleben, dann ist es das, was Krieg schafft.

Unsere Rolle als Weltgemeinschaft besteht darin Terrorgruppen so stark zu treiben, dass sie vom Verhindern von Frieden abgehalten werden und den Menschen, die ihn so verzweifelt wollen, eine Chance zu geben ihn zu erreichen.

In Syrien, wo ISIS das syrische Volk unterdrückte, und in Afghanistan, wo Al-Qaida und die Taliban das afghanische Volk unterdrückten, haben wir als internationale Gemeinschaft dieses Phänomen richtig verstanden. Hamas und die PA sind genauso wenig „die Palästinenser“, wie man ISIS als „das syrische Volk“ bezeichnen kann. Palästinenser und Israelis sind Opfer dieser Gruppen. Langfristig sind wir das alle.

Lasst uns der Wahrheit, Kontext und Klarsichtigkeit verpflichtet sein, während wir uns anstrengen Israelis und Palästinenser in einen wenn auch vielleicht nur unsicheren Zustand sofortiger Ruhe zurückzubringen und von da aus schließlich zu wahrem Frieden und Koexistenz, was durchaus erreichbar ist.