Kommentar zum Großhirn Steinmeier

Zum Jahresabschluss ein Kommentar von Barry Shaw auf Facebook (31.12.2016)

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier schaffte es in mein Buch „Dumme Äußerungen dummer Politiker“, als er am 28. Dezember sagte: „Ein demokratisches Israel kann es nur mit einer Zweistaatenlösung geben.“

Diesem arroganten Politiker ist offenbar nicht bewusst, dass Israel seit seiner Gründung 1948 der einzige demokratische Staat im Nahen Osten gewesen ist, trotz der Tatsache, dass es in dieser Zeit keine „zwei Staaten“ gegeben hat.

Der legte in seiner Dummheit noch nach, als er twitterte: „Israelische Siedlungen in besetzten Gebieten gefährden Möglichkeit des Friedensprozesses.“

Könnte es nicht all die gewalttätigen Zurückweisungen der palästinensischen politischen Führung sein, die Frieden unmöglich gemacht haben?

Steinmeier sollte sich etwas Bildung beschaffen. Stattdessen will er der nächste Präsident Deutschlands werden.

Gott helfe Deutschland und Gott helfe Israel, wenn das eintritt.

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Sammlung zu Uri Avnery (3): 3 kurze Anmerkungen

Uri Avnery und seine Aktionen gegen Israel:

Hier noch ein Beispiel, wie Avnery der einzigen Demokratie des Nahen Ostens alles abspricht, was sie ausmacht; wie er die freie Presse Israels (die einzige solche im Nahen Osten) verunglimpft und über Tatsachen lügt; wie er die einzigen Armee der Welt, die bewusst zur Schonung von Zivilisten eigene Verluste in Kauf nimmt, als Terrorinstrument darstellt (Quelle: nai-Nachrichten, 23.05.2002; Hervorhebungen durch heplev):

Uri Avnery schadet Israel
Der israelische Linksextremist Uri Avnery bekräftigte in einem seiner jüngsten Interviews mit der saudischen Zeitung A-Sharq al-Awsat anti-israelische Stellungnahmen der arabischen Parteien. „Die israelischen Panzer rasen in die palästinensischen Dörfer hinein und zerstören die Häuser und Autos der armen Palästinenser. Die israelischen Soldaten schiessen wild um sich und töteten u.a. auch palästinensische Ärzte“, so Avnery, der aber nicht nur die Israelische Verteidigungsarmee für die Krisensituation verantwortlich machte, sondern auch die israelische Presse. Laut Avnery unterstützt die israelische Presse die Politik Israels und beschuldigt diese eine Zensur nach sowjetischem Muster zu führen. „Das ist typisch Uri, der ständig unseren Feinden hilft und unsere Stellung vor der Weltöffentlichkeit schwächt“, sagte uns der Knessetabgeordnete Eli Cohen.
Arutz-7, Email-Nachrichten vom 3.10.2002 im Bericht über die Gerichtsverhandlung gegen Marwan Barghouti

Während der Staatsanwalt dafür plädierte, dass Barghouti bis zum Ende des Verfahrens gegen ihn wegen vieler mörderischer Terroraktionen in Untersuchungshaft bleibt, schrie draußen [vor dem Gerichtsgebäude] mindestens einer der Demonstranaten – Gush Shaloms Uri Avnery – „Die Intifada wird gewinnen!“
Was nur einmal mehr zeigt, wie krank im Hirn dieser Mann ist. Er rechtfertigt alles, was palästinensische Terroristen tun und unterstützt selbst schlimmste Terrorführer.

Sammlung zu Uri Avnery (2): Brief an einen Piloten

von Uri Avnery, ArabNews.com, 27. August 2002 (Kommentare: heplev)

Ich habe das Interview Ihres Kommandeurs, Generalmajor Dan Halutz, gelesen und wie viele andere in Israel und außerhalb war ich geschockt.

Am 23. Juli warf einer Ihrer Kameraden (oder vielleicht Sie selbst?) eine 1000kg-Bombe auf ein Haus in einem eng besiedelten Viertel in Gaza. Das Ziel war, ohne Gerichtsverfahren [wie sollte er vor Gericht gestellt werden – er wurde von der PA und anderen geschützt, Israel konnte ihn nicht festnehmen und er plante weitere Massaker!] Salah Shehadeh, einen Hamas-Aktivisten [Uri, Aktivisten schwingen Plakate und verteilen Flugblätter, sie planen keinen Massenmord!], zu exekutieren. Neben ihm wurden 16 Nachbarn, darunter 11 Kinder getötet. Dutzende anderer Männer, Frauen und Kinder wurden verwundet.

In der Schule lernten Sie mit Sicherheit die Worte des berühmten Gedichts von Bialik, unserem Nationalpoeten: „Sogar Satan hat die Rache an einem kleinen Kind nicht erfunden.“ [Aber offensichtlich die Palästinenser – siehe die Opfer in der Sbarro Pizzeria und andernorts. Und offensichtlich hat Satan die Maßnahme erfunden, Jugendliche zu „Märtyrern“ werden zu lassen; ein Volk einer Gehirnwäsche zu unterziehen, damit es aus lauter „Shahiden“ besteht und Menschen loszuschicken, damit sie sich unter Frauen und Kindern selbst in die Luft jagen.]

Ich nehme an, dass Sie nach diesem Akt von Gewissensbissen geplagt sind, dass Sie sich Ihre Kinder ansehen und sagen: „Kinder sind Kinder. Wie können ihre Kinder für die Lage verantwortlich sein?“ [Ich vermute, dass diese Annahme richtig ist. Wie sieht es bei den Palästinensern aus? Sind sie „von Gewissensbissen geplagt“, nachdem ihre Kinder sich unter Kindern und Jugendlichen selbst sprengen?]

Und jetzt kommt Ihr Kommandeur daher und sagt, Sie hätten keine Probleme mit Ihrem Gewissen. Ich weiß nicht, ob er die Wahrheit sagt oder Sie verleumdet.

Der General sagt, dass er Ihnen erzählte: „Sie haben Ihre Aufgabe perfekt ausgeführt… Sie taten genau das, was man Ihnen sagte… Sie sind nicht einen Zentimeter nach rechts oder links abgewichen… Sie haben kein Problem.“

Diejenigen, die mit dieser Aktion Probleme haben und gegen sie protestierten (so wie ich), werden von dem General „herzblutende Menschen“ und „eine unbedeutende und lärmende Minderheit“ genannt… [Ich denke, er liegt mit dieser Annahme richtig.]

Er beschuldigt uns, wir würden „es wagen Mafia-artige Erpressung unseren Kämpfern gegenüber zu benutzen… Verrat ist verboten… Im Gesetz muss nach einem Paragraphen gesucht werden, der sie in Israel vor Gericht bringt… das erinnert mich an die dunklen Zeiten des jüdischen Volks, als eine Minderheit unter uns andere Juden bespitzelte.“ [Wie hätten wir jemals annehmen können, dass du dein eigenes Volk unterstützt, Uri?]

Er verurteilt auch die „Besessenheit einiger Journalisten… ihnen ist langweilig… als springen sie auf jede Kleinigkeit an…“

Diese extremen Äußerungen belegen nicht die geistige Nüchternheit des Generals, der sagt, dass er „ein tiefes Gefühl der Gerechtigkeit und Moral“ hat. Ich würde sagen, dass auf dem Kopf des Generals die blaue Mütze brennt.* Jedes Wort verrät Hysterie. [Höchstens die Hysterie derer, die gegen jede Militäraktion hetzen und jede israelische Aktion zum Kriegsverbrechen stempel, wie du es tust, Uri.]

Aber dieser Stil muss tiefe Angst verursachen. Die Worte hätten natürlich geklungen, wären sie von einem General in Argentinien oder Chile während der Militärdiktaturen geäußert worden oder von einem türkischen Offizier, der dabei ist die zivile Regierung zu stürzen. Wenn ein Israeli solche Worte gegen die Medien und die Zivilgesellschaft benutzt [Hat er nicht, er hat sie gegen eine winzige Gruppe von Extremisten benutzt], dann geht ein Warnlicht an. Und das um so mehr, als er nicht fristlos entlassen, sondern im Gegenteil, öffentlich gelobt wurde. [Mach weiter, Junge, die Palästinenser sind die Engel und die Juden die Teufel! Wie wäre es, wenn du dich mit ein paar Neonazis zusammen tust? Sie würden dir absolut zustimmen!]

Die israelische Demokratie verliert ihr Maß. Aber ich will mit Ihnen nicht über Dan Halutz sprechen, sonder über Sie selbst. [Na, das war ja wohl kein Gespräch, sondern eine Verleumdungstirade!]

Wer sind Sie? Was sind Sie?

Einer der Piloten erklärte einem Interviewer, Vered Levy-Barzilai: „Es gibt die Einzigartigkeit und die Schönheit der Pilotenwelt. Du sitzt da oben, in Ruhe, mit einem weiten Raum. Es gibt keine Geräusche, keinen Krach, kein Geschrei. Du bist ganz auf das Ziel konzentriert, du hast weder den Schmutz noch den Schrecken des Schlachtfelds. Du erledigst deinen Auftrag und machst dich auf den Nachhauseweg.“

Dan Halutz beschreibt diese Gefühle ebenfalls [Ich dachte, Uri wollte nicht mehr von Dan Halutz reden?]: „Wenn Sie wirklich wissen wollen, was ich fühle, wenn ich eine Bombe werfe, dann will ich es Ihnen sagen: Ich spüre einen leichten Hüpfer des Flugzeugs als Ergebnis des Lösens der Bombe. Eine Sekunde später ist sie weg und das war’s. Das ist es, was ich fühle.“

„Das war’s.“

Da unten geschehen furchtbare Dinge, verstümmelte Körper fliegen durch die Luft, verwundete Menschen winden sich in Schmerz, Menschen sind unter Schutt begraben und krächzen ihre letzen Töne, Frauen weinen über den Leichen ihrer Kinder, eine Szene aus der Hölle, nicht zu unterscheiden von einem Selbstmordanschlag – und „das war’s.“ [Ist es dir jemals in den Sinn gekommen, Uri, dies könnte eine verärgerte Reaktion auf ständige Belästigung sein, durch tendenziöse Fragen, wie du sie immer stellst – bei denen immer geleugnet wird, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung hat und immer gesagt wird, die Palästinenser hätten ein Recht Juden zu terrorisieren?]

Ein leichter Hüpfer des Flugzeugs und dann ab nach Hause zu einer warmen Dusche und einem Bett. Ich muss zugeben, dass es mir schwer fällt, mir diese Erfahrung vorzustellen. [Mir nicht. Es ist nicht viel anders als eine Last fallen zu lassen, um dann ohne sie weiter zu gehen. Die Ergebnisse erfahre ich später. Dann werden sie mir durch den Kopf gehen.]

Ich diente in der Infanterie, ich sah, auf wen ich schoss und wer auf mich schoss; ich konnte jederzeit verwundet (was auch passierte) oder getötet werden. Es fällt mir schwer mir die Erfahrung einer Person vorzustellen, die sich oben am Himmel befindet und Tod und Zerstörung sät, ohne selbst in Gefahr zu sein. [Das ist halt der Unterschied: Du weißt nicht, wie das ist und willst es nicht wissen. Du willst lieber weitere Juden tot sehen als solche Erfahrungen als Einsatzerfahrung werten.]

Ist dieser Pilot – Sie! – Zweifeln ausgesetzt? Stellt er sich manchmal selbst in Frage? Fragt er sich, ob eine bestimmte Aktion erlaubt ist, moralisch richtig? Oder wird er – Sie! – ein Roboter, ein „Profi“, der stolz auf seine perfekte Kontrolle der ihm anvertrauten atemraubenden Todesmaschine ist und auf die „exakte“ Ausführung seiner Befehle? [Hast du je einem Palästinenser eine solche Frage gestellt, Uri?]

Ich weiß, dass nicht alle Piloten Roboter sind. Ich sehe immer noch Oberst Yigal Shohat vor mir, wie er von einem Blatt abliest, seine Stimme von Gefühlen zitternd, bei seinem historischen Aufruf an seine Piloten-Kollegen und die Auszubildenden der Luftwaffe, dass sie offenkundig illegale Befehle verweigern sollten, genau solche wie diese Aktion in Gaza. [Oh, er hat die Gaza-Aktion erwähnt? – Natürlich nicht. In welchem Zusammenhang stand dieser Aufruf? Rechtfertigt er, dass praktisch jede Verteidigungsmaßnahme des israelischen Militärs als Kriegsverbrechen bezeichnet wird?] Shohat, ein Kriegsheld, der über Ägypten abgeschossen wurde und dessen Bein von einem ägyptischen Chirurgen amputiert wurde, ist das genaue Gegenteil von Halutz.

Sie müssen sich entscheiden – ein menschliches Wesen wie Shohat zu sein, sensibel gegenüber den Leiden der anderen, oder ein Roboter wie Halutz, der einen kleinen Hüpfer spürt, wenn er Dutzende menschlicher Wesen umbringt. [Ich denke, er muss sich anders entscheiden, Uri – etwas, das du nie in deinem Leben bereit sein wirst anzuerkennen: Er hat sich zu entscheiden, ob er Befehlen folgt, die Israel am Leben erhalten oder ob er sein Volk vergisst und es dem Untergang überlässt.]

Die Regeln des Krieges wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg geschaffen, einem der fürchterlichsten in den Annalen Europas, einem Holocaust, indem ein Drittel der deutschen Nation ausgelöscht und zwei Drittel Deutschlands verwüstet wurde. Die internationalen Konventionen gründen auf der Überzeugung, dass selbst in einem harten Krieg, wenn jede Seite um ihre Existenz kämpft, die Gebote der menschlichen Moral eingehalten werden müssen. [Hast du das je von den Palästinensern verlangt? Ich habe nie davon gehört. Nur, dass du gesagt hast, ihr Terror sei kein Terror.]

Machen Sie es sich nicht leicht, indem Sie die primitiven Sprüche von Halutz übernehmen, der alles damit rechtfertigt, dass Shehadeh eine „bösartige Inkarnation“ war, Worte, die seine ultrarechte Sichtweise verraten. Shehadeh wurde nicht vor Gericht gestellt. [Hey, Uri, warum hast du ihn uns nicht geholt, damit er vor Gericht gestellt werden konnte?] Keine seiner angeblichen Taten wurde bewiesen. Aber sogar, wenn bewiesen worden wäre, dass er ein gefährlicher Feind war, rechtfertigt das in keiner Weise die Tötung seiner Nachbarn. Das Argument, dass diese Massentötung die Ermordung von Juden verhinderte, zieht nicht. [Wirklich? Wie kommt es dann, dass Israel diese Aktionen nur dann ausführt, wenn es absolut sicher ist, dass es sich um mehr als eine angenommene Gefahr handelt? Für Uri Avnery reicht es nicht aus, dass der Massenmörder mehr als ein Schreibtischtäter ist. Es reicht nicht aus, dass er sich mit seinen Plänen brüstete. Nein, für Uri Avnery ist ein Täter erst dann erwiesenermaßen ein Täter, wenn er sich selbst gerade in die Luft gesprengt hat. Vorher könnte es ja sein, dass er den Sprengstoff nur transportiert!] Als der Pilot die Bombe warf, war er sicher, dass er viele Menschen umbrachte, während Shehadehs Fähigkeit zu töten nur eine Vermutung war. [Uri, glaubst du wirklich immer noch, dass dieser „Kommandeur von Freiheitskämpfern“ nichts plante? Nach dem, was er schon geplant hatte und wofür seine Organisation steht?] Andererseits war sicher, dass diese Tötung zu weiteren Racheakten führen würde und dass viel jüdisches Blut deshalb fließen würde. [Klar, Hamas wartet immer erst, dass ihre Leute umkommen, bevor die Terrorkampagne fortgesetzt wird!]

Außerdem besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen einer Guerillagruppe und einer mächtigen Armee, die im Auftrag eines Staates agiert. [Ja, Uri, genau! Eine „Guerillagruppe“ handelt durch Terror. Du glaubst, dass Terror gerechtfertigt ist. Aber wenn Juden sich verteidigen, ist das nicht gerechtfertigt.]

Hätten Sie ihrem Kommandeur unter diesen Umständen gesagt. „Ich weigere mich diesen Befehl auszuführen, denn er ist offensichtlich illegal“? Das israelische Gesetz und die menschliche Moral verpflichten Sie dazu. Aber Dan Halutz sagt: „Weigerung einen Einsatz zu fliegen gehört nicht zu den Regeln meines Spiels.“ Wie sehen IHRE Spielregeln aus? [Nun, DEINE Spielregeln kennen wir inzwischen, Uri: Liebe Palästinenser, bringt so viele Juden um, wie ihr wollt, ich werde das immer rechtfertigen! Wenn es einen jüdischen Antisemiten gibt, dann bist du die am besten entwickelte Ausgabe davon!]

* Eine Anspielung auf ein jüdisches Sprichwort: „Auf dem Kopf des Diebes brennt der Hut“ – was heißt, dass sein Verhalten seine Schuld verrät.

Sammlung zu Uri Avnery (1): Avnery und der Postzionismus auf Tournee

Jonathan Schanzer, Middle East Forum, 8. April 2002

Der namhafte Friedensaktivist, Journalist und dreifache Knesset-Abgeordnete Uri Avnery zog während seiner jüngsten US-Tour große Massen an.

Avnery ist eine Kultfigur unter Israels ultra-linken Politikern geworden. Er ist seit langer Zeit Kritiker der Palästinenser-Politik Israels und ein standhafter Befürworter der Zweistaaten-Lösung trotz des jahrelangen palästinensischen Krieges gegen Israel und trotz offensichtlicher Verbindungen zwischen der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und den Terrorgruppen, die für hunderte israelischer Toter in den letzten Jahren verantwortlich sind.

Als solcher steht Avnery unter den Führern des Postzionismus – einer Bewegung, die aus pro-palästinensischen Israelis besteht, die langsam das Gefüge der israelischen Gesellschaft demontieren. Denen hier in Amerika nicht unähnlich, die die Terroranschläge gegen Amerika entschuldigen, versucht die Postzionisten-Bewegung Israel selbst als Wurzel der palästinensischen Brutalität darzustellen.

Eine intensivere Betrachtung von Avnerys postzionistischer politischer Vision enthüllt eine Missachtung des Sicherheitsbedürfnisses seines eigenen Landes. Sie spiegelt eine reflexartige Antwort der schnellen Lösungen auf einige der problematischsten Fragen der heutigen Nahost-Politik wider. Avnery gab tatsächlich eine Reihe alarmierender Stellungnahmen ab, die noch einmal untersucht und korrigiert werden müssen.

Der militante Islam

Avnery beschäftigte sich nie angemessen mit der Bedrohung, die der militante Islam für einen zukünftigen palästinensischen Staat darstellt; auch nicht die Aussichten auf Frieden oder, noch wichtiger, der israelischen Sicherheit. Er tut die Gefahr, die von Hamas und Islamischem Jihad ausgeht, ab und behauptet, ihre Popularität liege unter den Palästinensern „irgendwo zwischen 10 und 15 Prozent“. „Als die Intifada ausbrach“, erklärte er, wurden diese Gruppen populärer, motivierter und unternahmen kühnere Aktionen. Wenn dieser Krieg beendet ist, wird diese Popularität wieder zurück gehen.“

In Wirklichkeit wird die Popularität von Hamas und Islamischem Jihad unter den Palästinensern nach einer Umfrage vom 30. Oktober (2001) durch die Birzeit-Universität in Ramallah auf fast 30% geschätzt. Alarmierender ist aber die Tatsache, dass 75% aller Palästinenser deren Taktiken, insbesondere die Selbstmord-Anschläge gegen israelische Zivilisten, befürworten.

Palästinensische Islamisten-Gruppen sind klar das größte Sicherheitsrisiko für Israel und stellen daher das größte Hindernis für den Frieden dar. Avnery und seine Unterstützer müssen erkennen, dass, so lange der Vorsitzende der Autonomiebehörde, Yassir Arafat, die islamistischen Militanten frei agieren lässt und israelisches Leben bedroht ist, „Land für Frieden“ ein falsches Konzept und die Schaffung eines palästinensischen Staates ein unmöglicher Traum ist.

Palästinensische Flüchtlinge

Herr Avnery argumentiert, dass es ein Vorbild für den palästinensisch-israelischen Frieden gibt: „Eine Reihe von (palästinensischen) Flüchtlingen muss in Israels Kernland zurück kehren. Das ist nötig, um die Wunden durch eine symbolische Geste zu heilen. Wir glauben, dass Israel 50.000 Flüchtlinge pro Jahr über einen Zeitraum von zehn Jahren annehmen sollte, was eine halbe Million Flüchtlinge in zehn Jahren ergibt.“

Avnery sagt, dass nach der Aufnahme von einer Million sowjetischer Juden in den letzten Jahren „dies keine Gefahr für die Grundzüge der Demographie Israels ist“. Aber Avnery liegt wieder einmal falsch. Trotz des jüngsten Zustroms sowjetischer Juden ist Israel immer noch demographisch verwundbar.

Anfang des Jahres veröffentlichte der Journalist Yair Sheleg einen Artikel unter dem Titel „Die Araber sind eine demographische Bedrohung“, in der die demographischen Probleme Israels, wie sie die Palästinenser und die israelischen Araber darstellen, dokumentiert werden. Er führt an, dass die Geburtenrate unter Muslimen in Israel (4,6 Kinder pro Frau) fast doppelt so hoch ist wie unter israelischen Juden (2,6 Kinder pro Frau). Heute ist ungefähr jeder fünfte israelische Staatsbürger Muslim. In 20 Jahren wird die Rate bei einem Drittel liegen. Danach ist es nur eine Frage der Zeit, bis die jüdische Mehrheit verloren geht.

Was die muslimische Welt durch Gewalt nicht hat erreichen können, wird langsam und heimlich erreicht. Avnery muss erkennen, dass eine weitere halbe Million Muslime die wachsenden Probleme nur verschlimmern würde.

Jerusalem

Herr Avnery tritt für die Teilung Jerusalems ein. Er behauptet, dass wir vom Beispiel Roms lernen könnten, „das sich Italien und der Vatikan teilen“.

Der Vatikan allerdings kann nicht mit der PA verglichen werden. Erstens steht die PA unter der Kontrolle Yassir Arafats, eines Mannes, der seine Karriere als Terrorist begonnen hat, während der Vatikan unter die Schirmherrschaft des Papstes fällt, der unermüdlich für den Weltfrieden arbeitet. Weiterhin verlangt die Palästinenser-Charta die Zerstörung Israels, während der Vatikan keine solchen Vorstellungen zu Italien hat. Und schließlich hat Ostjerusalem eine Bevölkerung von 155.000 Menschen, die bereit sind, einen Krieg im Namen des Nationalismus zu führen, während der Vatikan über keinerlei demographisches oder ideologisches Äquivalent verfügt.

Avnery lehnte wiederholt ab, den Kriegszustand des palästinensischen Volks wahrzunehmen, womit er einen Mangel an Scharfsinn und Verständnis für die auf der Hand liegenden Dinge offenbart.

Indem er die israelische Politik als Haupthindernis für den Frieden nannte, rief Avnery die amerikanischen Juden auf, Premierminister Ariel Sharon in Frage zu stellen und herauszufordern. Jüdische Amerikaner, sagte er, hätten Angst gegen Israels Besetzung der palästinensischen Gebiete zu opponieren, weil sie „Angst haben wie Antisemiten zu klingen“.

„Selbst wenn Israel das Haus Caligulas1 wählen würde“, sagte er, „würde es die organisierte Unterstützung der amerikanischen Juden erhalten.“ Mit den amerikanischen Juden hinter der Friedens-Vision, so sagte er seinen Zuhörern, „rettet ihr Israel vor sich selbst.“

Diese Kommentare, obwohl oberflächlich und ohne Beleg, würde auch Avnerys Landsleute wütend machen. Während die amerikanischen Juden oft eine starke Verbindung zu den Israel betreffenden Dingen haben, weiß Avnery, dass letztlich die wichtigen politischen Entscheidungen bezüglich Israel den Israelis – und ihnen allein – überlassen werden müssen.

Schlussfolgerung

In einer Schlussanalyse mag eine Zwei-Staaten-Lösung unvermeidbar sein, aber Herrn Avnerys Plan für die Umsetzung ignoriert oder weist die kritischsten Fragen meist weit von sich. Eine kritische Betrachtung der palästinensisch-israelischen Diplomatie der letzten Jahre zeigt, dass es diese Mentalität war, die hauptsächlich zum Untergang des Friedensprozesses geführt hat.

© Middle East Forum 2002

Fußnote:
1   Caligula: römischer Kaiser, gilt als einer der schlimmsten Willkürherrscher und Mörder des römischen Reiches

Unsinn aus Israel (3): Professor Danny Gur

Es soll keiner glauben, in Israel würde alles richtig gemacht. Aber neben den alltäglichen Fehlern und Unzulänglichkeiten gibt es auch extremen Unsinn:

Am 15. März 2002 erschien auf der Titelseite von Ha’aretz eine große Anzeige, aus der IMRA zitiert:

„…Man muss verstehen, dass genau so, wie Menachem Begin als Kommandeur der Irgun seinen Terror gegen die Briten erst beendete, nachdem ein Arrangement zur Beendung der Besatzung erreicht war, auch Arafat den Terror fort führen muss, bis das Problem der israelischen Besatzung gelöst ist; denn ein Waffenstillstand seinerseits würde bedeuten, dass die Siedlungen legitimiert sind…“
Prof. Danny Gur

IMRA-Kommentar: Ohne die Aktivitäten der Irgun und der verschiedenen palästinensischen Terror-Aktivitäten zu vergleichen, sollte festgestellt werden, dass Arafat eine Reihe von Vereinbarungen unterschrieben hat, die das palästinensische Volk dazu verpflichtet, sich nicht in gewalttätigen Aktivitäten zu engagieren. Im Gegenzug wurde er vom Müllhaufen der Geschichte geholt und über die autonomen Gebiete gesetzt usw. Menachem Begin erfreute sich nie solcher Arrangements.

Abgesehen von dem, was IMRA hier kommentiert, geht der Vergleich von Prof. Gur völlig an den Realitäten vorbei und deshalb sollte doch auf diese Vergleiche eingegangen werden:
Weder hat die Irgun mit ihren Terrorakten die Unabhängigkeit Israels oder den Abzug der Briten verursacht;
noch war die Irgun eine Gruppe, die von der Bevölkerungsmehrheit befürwortet oder unterstützt wurde.
Die Irgun war eine kleine Extremistengruppe, die fast einen innerisraelischen Bürgerkrieg ausgelöst hätte, noch bevor der Staat Israel überhaupt entstanden war.
Menachem Begin beendete seine Terroristen-Karriere und wurde später Politiker, ein erfolgreicher Premierminister, der Frieden mit Ägypten schloss – und diesen Frieden auch einhielt. Im Gegensatz dazu verfolgt der Terrorist Arafat als „Politiker“ weiter seine terroristischen Ziele.

Unsinn aus Israel (2): Shimon Peres

Es soll keiner glauben, in Israel würde alles richtig gemacht. Aber neben den alltäglichen Fehlern und Unzulänglichkeiten gibt es auch extremen Unsinn:

Shimon Peres bezweifelt, dass Ariel Sharon ein Partner für den Frieden ist:

Der Spiegel in einem Interview (Ausgabe vom 29.07.2002):
SPIEGEL: Nicht nur Palästinenser, auch viele Israelis zweifeln daran, dass Scharon ein Partner für den Frieden sein kann.
PERES: Auch ich habe meine Zweifel. Aber was mache ich damit? Soll ich sie sammeln? Scharon kann auch nicht alles tun, was er will. Wir stecken in einer Krise, und schon denken die Leute, das ist das Ende der Welt. Die Welt hört nicht auf, Krisen wohl.
Es ist schon seltsam, dass er an Sharon zweifelt (der nur auf Palästinenserterror reagiert), aber Arafat noch nach 18 Monaten Terror als „Partner für den Frieden“ ansah. Erst jetzt bequemt er sich dazu, das in Zweifel zu ziehen, versucht aber weiter mit Arafats Kumpanen auf gutem Fuß zu stehen und mit ihnen Abkommen zu erzielen, die nicht eintreten werden.

Arutz-7 berichtet in seinen e-mail-Nachrichten vom 28.07.2002, dass die „Professoren für ein starkes Israel“ folgendes Statement zu Peres abgaben:

Wenn der Außenminister, Architekt des 100-prozentigen Fiaskos von Oslo, sagt, dass die Eliminierung eines Chefterroristen ein „100-prozentiger Fehler“ ist, dann bildet das einen Rekord an Unverschämtheit. Wenn der Außenminister, Oslo-Architekt und Vater des Oslo-Krieges, Zweifel äußert, ob der Premierminister ein Partner für den Frieden sein kann, während der Herr Minister weiter seinem Mit-Friedensnobelterror-Preisträger den Hof macht, dann ist das ein Rekord in Zynismus…“

„Die Welt“ berichtet, dass Schimon Peres diese Äußerungen über Regierungschef Ariel Scharon und dessen Palästinenser-Politik im „Spiegel“ dementierte. Peres sagte im israelischen Rundfunk, seine Worte seien „schlecht übersetzt und verzerrt worden“… Er sei gefragt worden, ob Scharon Frieden erreichen könne. Darauf habe er geantwortet, Scharon sei nicht allmächtig und der Frieden hänge nicht allein von ihm ab.
Es ist nicht das erste Mal, dass Peres „falsch zitiert“ oder „schlecht übersetzt“ wurde. Fragt sich nur, wie das kommt? Warum drückt er sich so missverständlich aus?

IMRA berichtet am 30.05.2002:

Außenminister Shimon Peres sagte Israel Radio im Morgenprogramm des 30. Mai 2002, dass „man über Oslo sagt: ‚Warum habt ihr ihnen Gewehre gegeben?‘ – Aber Gewehre spielen keine Rolle. Was wichtig ist, sind Selbstmord-Bomber.“ Peres sagte dies zwei Tage nachdem ein Terrorist mit einem einzigen Sturmgewehr drei Teenager ermordete und ein anderer Terrorist einen Israeli in seinem Auto erschoss – auch mit einem Gewehr.

IMRA kommentiert dies so:

Wenn Herr Peres einen Blick auf die Liste der detailliert auf der Internetseite seines eigenen Ministeriums aufgeführten Terroranschläge werfen würde, könnte er feststellen, dass es viele Fälle gibt, in denen Israelis im Laufe der Zeit des Oslo-Experiments des Herr Peres mit den Gewehren ermordet wurde, „die keine Rolle spielen“.

Es ist nicht verwunderlich, dass es Shimon Peres ungemütlich wird, wenn man ihn mit dem puren, zerstörerischen Wahnsinn seines eigenen Tuns konfrontiert. Aber statt zu versuchen Teil einer Lösung zu sein, bleibt Herr Peres Teil des Problems. CIA-Chef Tenet ist auf dem Weg in die Region, der das bizarre Ziel hat, die palästinensische Befreiungsarmee zu stärken und effektiver zu machen (damit sie israelische Sicherheitsbemühungen teurer machen kann?), statt mit dem Ziel den Umfang der palästinensischen Sicherheitskräfte zu stutzen und sie in eine innenpolitische Polizei zu formen, die wie Bereitschaftspolizei ausgerüstet ist, statt wie Fallschirmjäger. In diesem Zusammenhang vertritt Herr Peres die Meinung, dass es „keine Rolle spielt“, dass es zehntausende palästinensischer Soldaten gibt, die mit Sturmgewehren ausgerüstet sind.

Mit der Meinung, dass „Gewehre keine Rolle spielen“, hilft Herr Peres, den Druck zu untergraben die sofortige Entwaffnung der verschiedenen illegalen palästinensischen Milizen vorzunehmen.

Warum will Peres die Forderung an die Palästinenser, die Beschränkung der Waffen als erste Aufgabe der Palästinenser zu erfüllen, nicht unterstützen? Vielleicht, weil Herr Peres nicht will, dass die Wirklichkeit in seine Pläne eingreift. Aus der Sicht von Shimon Peres stehen der israelische Rückzug und die Ausrufung eines palästinensischen Staates kurz bevor: Eine Deklaration hier, eine Unterschriften-Zeremonie da; ein paar Tage lang fahren die Palästinenser ihren Durst nach isrealischem Blut auf ein paar „wenige“ Morde zurück und dann sind wir wieder bei den gedankenschweren Tagen, „den Wind der Geschichte blasen“ zu hören.

Unsinn aus Israel (1): B’Tselem

Es soll keiner glauben, in Israel würde alles richtig gemacht. Aber neben den alltäglichen Fehlern und Unzulänglichkeiten gibt es auch extremen Unsinn:

B’Tselem und die Opfer-Statistik

Am 25.09.2003 veröffentlichte die israelische „Menschenrechtsorganisation“ B’Tselem in einer Presseerklärung ihre Daten von 3 Jahren „Intifada“.

Wie IMRA feststellt, benutzten B’Tselems Presseerklärungen bisher den Begriff „palästinensische Zivilisten“, um alle palästinensischen Opfer mit Ausnahme der Selbstmord-Bomber zu beschreiben. Diesmal sei das Wort „Zivilisten“ aus der Beschreibung der Palästinenser heraus gelassen worden. Noam Hoffstater, Sprecher von B’Tselem, erklärte IMRA gegenüber heute [25.09.2003], dass B’Tselems Interpretation des Völkerrechts sei, dass alle Palästinenser, einschließich der Mitglieder der illegalen Milizen und der offiziellen bewaffneten Kräfte der Palästinenser technisch „zivilen“ Status hätten, da es keine bewaffneten palästinensischen Kräfte gibt, die nach Völkerrecht eine „Armee“ darstellten.

Ich finde das schon sehr seltsam. Welchen Status haben diese bewaffneten Palästinenser dann? Wenn sie keine Kämpfer im militärischen Sinne sind, dann dürften sie wohl Verbrecher sein, die illegal Waffen besitzen und einsetzen. Aber diesen Status hat B’Tselem den Terroristen noch nie zuweisen wollen! Das ist eine Organisation, die mit Lüge und Selbstbetrug arbeitet!


B’Tselem: Israel ist Schuld

Am Samstag, 24.08.2002 wurde die Palästinenserin Iklas Yassin (35, Mutter von 7 Kindern) wegen angeblicher Kollaboration mit den Israelis von den Al Aksa-Märtyrerbrigaden erschossen. Ihr Sohn wurde Freitag „verhaftet“, gefoltert und erfand eine Geschichte, um mehr Folter zu entgehen (ein Bild des Jungen). Darin beschuldigte er seine Mutter. Daraufhin wurde diese aus ihrem Haus verschleppt, „verhört“ (gefoltert) und ihr „Geständnis“ gefilmt. Dabei wurde sie von einem nicht sichtbarern Mann gefragt, ob ihr Geständnis unter Zwang erfolgte, sie sagte „nein“.
Ein Führer der Al Aksa-Märtyrerbrigaden erklärte gegenüber AP, seine Gruppe sei gezwungen „mit eiserner Hand durchzugreifen“, um Kollaboration mit Israel zu verhindern.
„Ich weiß, dass diese Frau Kinder hatte, aber wir hatten keine Wahl. Wir ließen ihren Sohn leben, damit er die Kinder versorgen kann“, sagte er unter dem Siegel der Anonymität.
Gefragt, warum seine Gruppe Folter benutze, sagte er: „Das ist der einzige Weg, Geständnisse von solchen Leuten zu bekommen, die ihr Volk verraten.“

Angsichts dieser Dinge kann man der israelischen Menschenrechtsgruppe B’Tselem nur zu ihren Aussagen gratulieren: Sie hatten zwar zu sagen, dass der Mord in Tulkarm eine „eindeutige Verletzung der Menschenrechte war, wie jeder Vorfall einer Exekution oder eines Mordes.“ Aber sie fügten gleich hinzu: „Wenn es stimmt, dass sie eine Kollaborateurin war, dann tragen die israelischen Streitkräfte, die sie rekrutierten, eine schwere Verantwortung für das was seitdem geschah; sie haben ihr Leben gefährdet.“

Herzlichen Glückwunsch, B’Tselem, einmal mehr ist vorschnell gegen Israel geschwafelt worden, ohne dass die Zusammenhänge berücksichtigt wurden. Hauptsache, die israelische Armee bekommt eins auf den Deckel! Statt sich intensiver mit den Verbrechen der Terroristen zu beschäftigen (die sind nur eine Randbemerkung wert!), wird ohne Beleg ein nicht existenter Zusammenhang hergestellt, mit dem man diejenigen, die den Kampf gegen diesen Terror führen müssen, belastet und zu Verbrechern stempelt. Wer solche Freunde hat, braucht sich vor seinen Feinden nicht zu fürchten!