Kiefern-Verleumdung

Elder of Ziyon, 26. November 2016

Antiisraelische und arabische Internetseiten veröffentlichen den Kommentar des antisemitischen Gilad Atzmo zu den Bränden in Israel, in dem er die Brände – wem sonst? – den Juden zur Last legt. Insbesondere macht er die Kiefern dafür verantwortlich, die der Jewish National Fund pflanzte:

Israels ländliche Landschaft ist vollgestopft mit Kiefern. Diese Bäume sind für die Region neu. Die Kiefern wurden Anfang der 1930-er Jahre vom Jüdischen Nationalfond (JNF) in Palästina eingeführt; es handelte sich um einen Versuch „das Land zurückzugewinnen“. Bis 1935 hatte der JNF 1,7 Millionen Bäume auf einer Gesamtfläche von 1.750 Morgen Land gepflanzt. Im Verlauf von 50 Jahren pflanzte der JNF mehr als 260 Millionen Bäume, weitgehend auf beschlagnahmtem Palästinenserland. Das alles machte er in einem verzweifelten Versuch die Trümmer der ethnisch gesäuberten Palästinenserdörfer und ihrer Geschichte zu verbergen.

Im Verlauf der Jahre unternahm der JNF einen kruden Versuch palästinensische Zivilisation und Vergangenheit auszulöschen, versuchte aber auch Palästina wie Europa aussehen zu lassen. Der palästinensische Naturwald wurde ausgerottet. Gleichermaßen wurden die Olivenbäume entwurzelt. Die Kiefern nahmen ihre Platz ein. Im südlichen Teil des Carmel nannte die Israelis einen Bereich „Kleine Schweiz“. Inzwischen ist nicht mehr viel von er „kleinen Schweiz“ übrig geblieben.

… Ungeachtet seiner nuklearen Fähigkeiten, seiner kriminellen Armee, der Besatzung, des Mossad und seiner Lobby überall auf der Welt scheint Israel verletzbar zu sein. Es ist verheerend vom Land entfremdet, das es als sein eigenes beansprucht und zu pflegen vorgibt. Wie die Kiefer sind der Zionismus, Israel und der Israeli in der Region fremd.

Die Kiefer, die der JNF so viele Jahre lang pflanzte, ist die Aleppo-Kiefer, pinus halepensis (in Israel als Jerusalem-Kiefer bekannt). Sie ist im gesamten Mittelmeerraum zu finden, von Marokko bis Syrien. Der JNF wählte diesen Baum nicht, um Israel wie Europa aussehen zu lassen; diese Lüge wird von Mondoweiss nachgeplappert. Einheimische Aleppokiefer-Wälder gibt es auf dem Karmel und in Galiläa.

Zudem wurden Kiefern in Palästina von Reisenden im 19. Jahrhundert beobachtet. In der von The Popular Cyclopædia of Biblical Literature 1856 steht:

Die große Zypresse gibt es nur in Palästina, wird von Menschen in Gärten und auf Friedhöfen sowie anderen offenen Plätzen in den Städten kultiviert. Aber als Spontangewächs des Landes finden wir auf den Gipfeln und Hügelketten den Walnussbaum, die Baumerdbeere, den Lorbeerbaum usw., während auf den ehemals bewaldeten Höhen verschiedene Kiefernarten, kleine und große, immer noch die Stellung behaupten.

Was besonders den Carmel betrifft, so schreibt die Jewish Encyclopedia von 1907, er sei „von Helmeichen und Kiefern bedeckt“.

Damit hat Atzmon auf gewisse Weise recht: Juden sind in der Region genauso einheimisch wie die Aleppokiefer.

Der Koran ist der Beweis

gefunden auf Facebook:

gravity-verbieten

Dr. Zakir Naik ist ein indischer islamischer Prediger und ausgebildeter Arzt, der mit seinem Fernsehprogramm etwa 100 Millionen Zuschauer haben soll. Er gilt als einer der führenden salafistischen Missionare. In Indien darf er derzeit nicht predigen.

Der König der Lügen herrscht über BDS

Steve Apfel, Israel National News, 18. September 2016

Selbst einige „eingetragene“ Zionisten haben ihren Wagen an den Boykott-Zug angehängt. Warum der Drang dem wehzutun, was du liebst? Für Zionisten bemerkenswert, könnte angefügt werden, kommt die Begeisterung ihrer Herzen nicht aus der Verteidigung Israels, sondern davon über den Staat Verdammung auszukippen, was sie mit einem Klumpen Schmerz und Hartnäckigkeit tun, die Fördergelder durch Stiftungen, Karrieremöglichkeiten und sogar eine Tür im Weißen Haus öffnet.

Gewöhnliche Verurteiler Israels geben sich damit zufrieden antizionistisch zu sein. Ohne das Mysterium ihrer jüdischen Landsleute können sie lästig sein. Wenn Antizionisten brüllen „Stoppt die Verfolgung der Palästinenser!“ oder „Apartheid Israel!“ oder „Beendet die Besatzung!“ oder „Stoppt den Völkermord!“, dann wird einem schwer ums Herz. Mantras lullen Leute in den Schlaf, die sie nicht hypnotisieren können. Formel-Schlagwörter und Banner zermürben die Geduld. Empörung ist kein Gefühl mit großer Macht an Ausdauer; die Öffentlichkeit vergisst, weshalb sie Rache haben sollte und gewöhnt sich daran. Selbst Hass, der so bitter ist und tief sitzt, wie der auf Israel, braucht Abkühlpausen, um die Wirksamkeit zu erhalten und zu verlängern. Doch der Vollzeit-Antizionist wird nicht nachlassen. Ein wenig von ihm wird viel bewirken können.

Doch tief in uralten Vorurteilen begraben finden sich menschliche Kuriositäten, die das Leben schreibt. Die von Israel besessene Menge, stellen wir fest, besteht aus besessenen Leuten, die auf merkwürdige Weise denken und entsprechend handeln. Sie schaffen Fakten und arbeiten daran sie zu verwirklichen. Sie sind bereit Menschen zu schaden, von denen sie vorgeben ihnen beizustehen. Sie spinnen Garn über ein Land, das viele auf einer Landkarte nicht zeigen können, verwenden ihre Zeit darauf es von der Landkarte zu schicken. Akademiker rangieren den Intellekt aus, während Anwälte das Recht aussetzen.

Ihre Muster-Leitlinie ist von Merkwürdigkeiten dieser Art überlagert. Die Boykott-Bewegung, sollten Sie das nicht wissen, hat eine solche.

„BDS ist eine globale Bewegung, die auf friedliche Weise daran arbeitet wirtschaftlichen und politischen Druck auf Israel auszuüben, damit es die erklärten Zielen der Bewegung befolgt, die lauten:

  1. Das Ende von (1) israelischer Besatzung; (b) Kolonisierung arabischen Landes; (c) Israels Sicherheitsmauer.
  2. Volle Gleichberechtigung für arabisch-palästinensische Bürger Israels.
  3. Respekt für das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge.

Bis diese Ziele erreicht werden, wird die Kampagne verschieden Formen gewaltfreier Strafmaßnahmen gegen Israel durchführen, bis es die Regeln des Völkerrechts befolgt.

Hier sind edle Gefühle zu loben. Hier finden sich Bedingungen und Ziele, die mit friedlichen Mitteln verfolgt werden. Hier ist Festlegung auf gewaltfreies Verhalten. Hier ist ernster Respekt für das Recht und ein reiner Wunsch danach, dass das Recht befolgt wird. Hier sind Strafen, die ein fehlgeleitetes Land in die richtige Richtung stupsen sollen. Was kann man daran nicht mögen? Die Fallen, die in diese Mutti-Apfelkuchen-Äußerung eingearbeitet wurden: Die kann man nicht mögen. Daher die Notwendigkeit für einen Rat, der sie offenbaren und entwaffnen wird.

Einer taucht in der Bedingung am Ende auf: „…bis [Israel] die Regeln des Völkerrechts befolgt.“ Mit diesem Satz beginnt der Zusammenbruch – und auch noch schnell. Antizionisten werden mitgerissen, nicht zu den fünf öffentlichen Zielen, sondern zu einem eingebetteten Endergebnis: dem Zusammenbruch und der Kapitulation Israels. Der BDS-Bienenstock könnte, bevor der dicke Tag kommt, sich selbst abwracken und ruinieren. Eine weitere Täuschung atemberaubender Chutzpe schützt die summende Mannschaft vor einem solchen Schicksal.

Aber fangen wir mit den fünf Forderungen an: Vier davon eiern auf Beinen aus Sperrholz, während die fünfte nicht aufstehen kann. Stellen Sie Kriege des Nahen Ostens, seine Gesetze und Geschichte auf den Kopf oder drehen Sie ihn auf links – Israel ist kein Kolonisator und sollte zufällig jemandes Land besetzt sein, dann dürften die arabischen Palästinenser die Besetzer sein. Und die Mauer, die eingerissen werden muss? Wenn die Sicherheitssperre irgendjemandes Recht verletzt, dann das Recht der menschlichen Verbitterung und Verschleppungstaktik. Was palästinensische Flüchtlinge und ihr Rückkehrrecht angeht (wenn verstreute Gruppen nach einem halben Jahrhundert des nicht assimilierten Lebens in Ländern mit ausreichenden Ressourcen zum Integration der Bruderschaft der Menschen noch so genannt werden können), nun, es gibt kein solches Recht weder im Recht noch in Verträgen noch unter moralischen Konventionen.

Die fünft Forderung – volle Gleichberechtigung für palästinensische Bürger Israels – ist nicht künstlich, aber überflüssig. Volle Gleichberechtigung haben sie bereits. Würden andere palästinensische Gruppierungen ihre rechte Hand für dieses Schicksal geben? Würden sie einfach? Denken Sie an die 3.500 Palästinenser, die im syrischen Konflikt festhängend getötet wurden. Denken Sie an die palästinensische Horde, die derzeit im Lager Yarmuk bei Damaskus belagert werden und aufgrund von Entbehrungen sterben. Denken Sie an Palästinenser, die im Gazastreifen oder auch der Westbank unter korrupten und unterdrückerischen Oberherren darben. Gleichberechtigung! Im gesamten Nahen Osten schwelgen nur die palästinensischen Araber in Israel in den Rechten und Privilegien von Königsfamilien.

Damit ist jede arrogante Forderung in diesem Apfelkuchen ein übler Schwindel. All die aufgeblasenen Rechtschaffenen, die von Boykott besessen sind, brauchen nur hinzusehen und sie würde sehen. Vielleicht haben sie es ja getan. Vielleicht hatten sie Angst hinzusehen. Vielleicht wissen sie, dass ein Pinup-Antizionist bereits hingesehen hat und was er sah ihn wütend machte. Der Pinup Norman Finkelstein verschütte seinen Ingrimm, als er von Democracy Now interviewt wurde. „Die BDS-Bewegung“, sagte Herr Finkelstein unverblümt, „ ist ein verlogener Kult, geführt von unehrlichen Gurus, die clever als Menschenrechtsaktivisten posieren wollen, während ihr wahres Ziel die Vernichtung Israels ist.“

Es war eine größere Kultfigur nötig, um die wirklich heftige Chutzpe zu entkleiden, die fundamentale und fatale Täuschung. Wenn nicht das Pin-up, dann hatte das Gehirn des Antizionismus die Ehre, Noam Chomsky. Bevor er das tat, legte er ein erstes Prinzip des Boykotts fest. Weil er Menschen schädigt, in deren Namen ein Boykott verhängt wird, darf man ihn nicht verhängen, wenn die betroffenen Leute es nicht wollen. „Fordert im Fall Israels die Bevölkerung einen Boykott? Nun, offensichtlich nicht.“ Der große Linguist hatte unerlässliche Voraussetzung für den Boykott Israels ermittelt. Um ethisch vertretbar und gerecht zu sein, muss der Aufruf von der Basis der arabischen Palästinenser kommen, nicht von außen.

Ein Jahr nach der Festschreibung des großen Prinzips begann die BDS-Kampagne am 9. Juli 2005 – zufälligerweise – auf einen „Aufruf von innen“ zu antworten. Daraus wurde großes Aufheben gemacht. Ilan Pappe, ein Akademiker, das schon lange an vorderster Front der Kampagne zur Schädigung Israels steht, betonte ganz besonders Chomskys Insistieren auf dem Aufruf von innen. „BDS begann als Aufruf von innerhalb der besetzten Zivilgesellschaft, begrüßt von anderen Palästinensergruppen und umgesetzt in weltweites Handeln.“

Die Bedeutung dieser Behauptung kann nicht übertrieben werden. Um legitim zu sein, muss der Impuls zum Boykott Israels von innen heraus kommen. Weil die Palästinenser die volle Wucht tragen würden, musste es ihr Aufruf sein. Sie allein haben das Recht bei der internationalen Gemeinschaft für den Boykott Israels Lobbyarbeit zu leisten. Keine ehrenwerte Regierung, Menschenrechtsgruppe oder Aktivist könnte einen Boykott unterstützen, wenn der Anstoß von Blendern in der entwickelten Welt kommt. Niemand, am wenigsten all die im Behaglichen sitzenden Campus-Radikalen, sollten sich erdreisten den Palästinensern zu sagen, was gut für sie ist.

Wiederauftritt Ilan Pappe – inzwischen mit einem bequemen Lehrstuhl an der Exeter University in Großbritannien. Er lässt sich aus dem Elfenbeinturm zu einem Interview herab. Nach dem er für den Boykott warb, indem er proklamierte, die „besetzte Gesellschaft“ habe dazu aufgefordert, bettelt Pappe jetzt diese Gesellschaft zur Abwechslung mal etwas für sich selbst zu tun. Die Interviewerin ist recht aufgebracht.

„Nun, die Palästinenser haben BDS begonnen“, erinnert Ruba Salih Pappe.
„Ja“, sagt Pappe und zieht eine Grimasse. „Nicht wirklich, aber ja. Für die Geschichte, ja.“
„Das ist wichtig!“, schrie die entsetzte Interviewerin auf.

Pappe stimmt widerstrebend zu: „Das ist nicht wahr, aber es ist wichtig.“ An diesem unbehaglichem Punkt wechselt er das Thema. Mit den Worten David Colliers aus Beyond the great divide“: „Was Pape nahezulegen scheint ist, dass die Palästinenser nicht zum Boykott aufriefen, sondern dass wir ihnen sagten sie sollten zum Boykott aufrufen.“

Der Glaube an die gute und notwendige Lüge ist in das antizionistische Denksystem eingebettet. Pappe ist dem Glauben eine durchgerüttelte Karriere hindurch treu geblieben. „Ich habe weniger Interesse an dem, was passiert ist, als an dem, wie Menschen das betrachten, was passiert ist“, sagte Pappe 1999. „Meine Ideologie beeinflusst meine … Schriften. Der Kampf wird um Ideologie geführt, nicht um Fakten. Wer weiß, was die Fakten sind?“

Tatsächlich hat wusste König der Lüge nie etwas. In seiner Amtszeit an der Universität Haifa betreute er eine Abschlussarbeit über ein angebliches Massaker an 200 Arabern durch eine jüdische Einheit im Mai 1948. Nachdem die Veteranen dieser Einheit ihr Gerichtsverfahren vor einem Gericht in Tel Aviv gewannen, wurde der Student angewiesen sich dafür zu entschuldigen, dass er sie verleumdete. Und Pappe? Der Akademiker – Ehre, wen Ehre gebührt – baute nie eine Fassade auf. Ideologie herrscht, nicht Integrität. Er ließ sich nie von Fakten stören. Zionisten und ihr kolonialistisches Implantat sind hoffnungslos böse. Punkt.

Nachdem er die Geschichte des eines Massakers gefördert hatte, schlägt der König der Lüge weiter damit um sich. Für die Geschichtsschreibung sei es wichtig, dass die Menschen an das Monster Israel glauben und dass die „palästinensische Gesellschaft unter Besatzung“ BDS startete. Ohne diese ethische Untermauerung, das weiß Pappe, würde die Boykottmaschinerie hilflos abstürzen.

Ist jeder Boykotteur ein König der Lüge? Sind die Zionisten Juden? Dieser rätselhafte Haufen, der davon entzückt ist ihre Mitjuden zu boykottieren? Würden sie wissen, dass ein Mann, den sie wahrscheinlich verehren, die Decke von der großen Lüge gerissen hat? Noam Chomsky ging auf Democraticunderground.com heftig in die Offensive. „Die gegenwärtige BDS-Bewegung“, sagte Chomsky, „wird von einer Ein-Mann-NGO geführt, die fälschlich behauptet das palästinensische Volk zu repräsentieren“.

Die Quintessenz lautet, dass Antizionisten darüber hinwegsehen und täuschen. Sie stellen Forderungen, (a) von denen sie ein völkermörderisches Ergebnis erwarten, (b) bei der sie sich auf schäbige Täuschung verlassen, (c) die Fähigkeit der Palästinenser, dass sie wissen, was sie wollen, mit Verachtung behandeln und (d) den stabilen, freien Dynamo eines jüdischen Landes durch eine weitere Scharia-Diktatur zu ersetzen.

Bevor sie ein Land hatten, wurden die Juden gehasst. Sie wurden gehasst, als die Vereinten Nationen dafür stimmten ihnen Land zu geben, so winzig das auch war. Sie wurden gehasst, als sie der Teilung des Landes zustimmten. Sie wurden gehasst, als sie von sich aus für Frieden einem Austausch von noch mehr Land zustimmten, das sie zu einem ruinösen Preis gewonnen hatten. Heute werden Juden dafür gehasst, dass sie auf einzigartige Weise überleben und gedeihen. Für dieses Wunder könnten sie bizarrerweise nicht mit dem Segen Gottes verpflichtet sein, sondern de Fluch des Feindes.

Zuckerbrot und Peitsche – die Hintergründe des Blutbades in Palästina

Ein kommentierter Lügenschwall von Norman G. Finkelstein in der FAZ, 14. Mai 2002 (Im Internet 2 Teile)

14. Mai 2002 – Der Nahost-Konflikt hat in Deutschland eine vielschichtige Debatte ausgelöst: Über das militärische Vorgehen Israels in den Palästinensergebieten, über die Rolle Deutschlands als Vermittler und auch über die Schwierigkeiten deutscher Kritik am Staate Israel. FAZ.NET hat die Debatte mit Berichten, Kommentaren und einem Forum begleitet. In diesem Gastbeitrag äußert sich nun der Politikwissenschaftler Norman Finkelstein, der mit seinem Buch über „Die Holocaust-Industrie“ in Amerika und in Deutschland eine Kontroverse über den Umgang mit Auschwitz ausgelöst hat. Jetzt prangert er nicht weniger kontrovers die israelische Regierung für ihre Besatzungspolitik an.

Während des Junikrieges 1967 besetzte Israel das Westjordanland und den Gazastreifen und vollendete damit die zionistische Eroberung des damals unter britischem Mandat stehenden Palästina. [Das an sich ist schon gelogen. Es fängt damit an, dass „Palästina“ nicht mehr unter britischem Mandat stand; und es geht damit weiter, dass Israel (dummerweise) sofort und Jahre lang gesagt hat, dass es dieses Land nicht will, sondern es den Arabern „zurückgeben“ möchte – gegen Frieden. Außerdem lässt Finkelstein völlig außer Acht, wie es dazu kam, dass Israel die Gebiete eroberte: durch arabische Kriegstreiberei und völkerrechts- und vertragswidrige Handlungen, die Israel zum Krieg zwangen!] In den Nachkriegsjahren debattierten die Vereinten Nationen über die Modalitäten zur Beilegung des arabisch-israelischen Konfliktes. [Eben: die UN – nicht die Araber, die hatten ihre „Drei Nein“ beschlossen!] Auf der fünften Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung, die unmittelbar nach Kriegsende zusammenkam, herrschte „weitgehende Übereinstimmung“ über den „Rückzug der bewaffneten Streitkräfte aus dem Gebiet der benachbarten arabischen Staaten, die während des jüngsten Krieges besetzt worden waren“, da „alle darin übereinstimmen, dass es keine Gebietseinnahmen durch militärische Eroberung geben darf“, so UN-Generalsekretär U Thant.
[Diese so wiedergegebenen Zitate lassen außer Acht, dass
1.) die eroberten Gebiete westlich des Jordan und nördlich des Sinai an der Mittelmeerküste vom Völkerrecht her nicht den arabischen Nachbarstaaten gehörten; bis heute handelt es sich völkerrechtlich um umstrittene Gebiete!
2.) dass der Beschluss des Sicherheitsrats hierzu – Resolution 242 – ausdrücklich NICHT den Rückzug aus „den Gebieten“ forderte, sondern Israel territoriale Zugeständnisse als Folge des Krieges machte! Die Formulierung der Resolution „aus besetzten Gebieten“ (ausdrücklich NICHT „den Gebieten“ oder „allen besetzten Gebieten“ sollte nach Darstellung der Verfasser der Resolution ganz bewusst die Möglichkeit schaffen, dass Israel sich nicht zu hundert Prozent auf die Waffenstillstandslinien von 1948/49 zurück ziehen musste. Das hatte heftige Diskussionen und teilweise Unmut ausgelöst, wurde aber durchgesetzt – was die arabischen Staaten veranlasste, diese Resolution in Bausch und Bogen abzulehnen und sie für ungültig zu erklären. Was sie heute nicht daran hindert, die Resolution 242 umzuinterpretieren…]

Gebietsnahme unzulässig

In den anschließenden Überlegungen des Sicherheitsrates wurde genau diese Forderung nach einem vollständigen israelischen Abzug gemäß dem Prinzip der „Unzulässigkeit der Gebietseinnahme durch Krieg“ in der Resolution 242 der Vereinten Nationen festgeschrieben, zusammen mit dem Recht eines „jeden Staates in der Region“ auf Anerkennung seiner Souveränität. [Zur Festschreibung der Grenzen s.o.; was mich bei Finkelstein wundert: Er weiß anscheinend nicht, dass es dort keinen Staat gab, dass dort kein Staat eingerichtet werden sollte, sondern dass Jordanien und Ägypten völkerrechtswidrige und nicht anerkannte Annektionen vorgenommen hatten. Was für Kenntnisse hat dieser Mann überhaupt? Er lässt auch geflissentlich außer Acht, dass es dazu eines Partners auf der arabischen Seite bedarf, der es ernst meint – was bis heute seitens der Palästinenser komplett fehlt!] Eine nach wie vor geheim gehaltene Studie des amerikanischen Außenministeriums kommt zu dem Schluss [wenn die geheim ist, wie weiß er davon?], dass die USA die „Unzulässigkeits“-Klausel der Resolution 242 unterstützten und lediglich „kleinere“ und „gegenseitige“ Grenzanpassungen einräumten. Der israelische Verteidigungsminister Moshe Dayan ermahnte seine Kabinettskollegen später, die Resolution 242 nicht zu billigen, weil „sie den Rückzug auf die Grenzen vom 4. Juni bedeutet und weil wir mit dem Sicherheitsrat bezüglich dieser Resolution in Konflikt stehen“. [Was denn nun: Grenzanpassungen oder Rückzug auf die Grenzen vom 4.6.67? Finkelstein sollte sich mal entscheiden, was er nun davon hält. Na ja, hat er ja vorhin schon! Im Übrigen, wenn man den ganzen Dayan-Text liest, dann wird heraus stellen, dass er vor einer falschen Auslegung der Resolution in der Zukunft warnt.]

Eine Modifizierung der UN-Resolution 242 zur Beilegung des israelisch-palästinensischen Konfliktes [Für Finkelstein scheint es nie einen arabisch-israelischen Konflikt gegeben zu haben. Das war er aber, bis in die späten 80-er Jahre, als König Hussein die Palästinenser aus der jordanischen Staatsbürgerschaft entließ, damit die einen eigenen Staat gründen sollten.] sah erstmals Mitte der siebziger Jahre die Schaffung eines palästinensischen Staates im Westjordanland und dem Gazastreifen vor, sobald Israel sich auf die Grenzen vor Juni 1967 zurückzog. [Wenn das stimmt, dann hätte sich Dayans Befürchtung schon nach wenigen Jahren bestätigt.] Mit Ausnahme der USA und Israels (und gelegentlich auch eines an die USA gebundenen Staates) herrschte in den vergangenen 25 Jahren internationale Übereinstimmung über die Formulierung des vollständigen Rückzugs/der vollen Anerkennung, auch „Zwei-Staaten“ Regelung genannt. [Und was ist mit den Weigerungen der Araber? Die spielen für Finkelstein offenbar keine Rolle!] Die USA legten ihr alleiniges Veto zu den Resolutionen des Sicherheitsrates von 1976 und 1980 ein, die eine Zwei-Staaten Regelung vorsahen, welche von der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO und den arabischen Frontstaaten mitgetragen wurde. [Was Wunder: Seit 1974 gilt der Phasenplan der PLO: Jedes Stückchen Land unter allen Umständen in die Hände bekommen, um einen Fuß in der Tür zu haben, ein Sprungbrett, von dem aus es sich besser militärisch kämpfen lässt als vom „Ausland“ aus.] Eine Resolution der Vollversammlung im Dezember 1989, die sich dieser Regelung anschloss, wurde mit einer Stimmenmehrheit von 151 zu 3 angenommen (keine Enthaltungen). Die drei Gegenstimmen kamen von Israel, den USA und der Dominikanischen Republik. [Das Problem all dieser Resolutionen: Sie setzen vorherige (242) teilweise außer Kraft und forderten 100 Prozent Vorleistungen der Israelis, Rückzug und Abgabe aller Verhandlungsmassse. Das ist keine Voraussetzung für Friedensverhandlungen, da die Araber dann keinerlei Anlass mehr zu ihnen haben. Sie können dann die Verhandlungen platzen lassen und ihren Krieg wieder aufnehmen. Und das bisherige Verhalten der UNO in Fällen von arabischer Missachtung von UN-Beschlüssen zeigt auf: die UNO wird auf keinen Fall pro Israel eingreifen, wenn die Araber ihren Völkermord wieder aufnehmen wollen.]

Bantustan-Lösung

Von Anfang an widersetzte sich Israel beharrlich dem vollständigen Rückzug aus den Besetzten Gebieten und bot Palästina stattdessen eine Bantustan-Lösung nach südafrikanischem Muster an. [Schlichtweg unwahr.] Die PLO, die der internationalen Übereinkunft zugestimmt hatte, konnte jedoch nicht abgesetzt werden, als „Ablehnung“ und der Druck auf Israel sich verstärkten, das Zwei-Staaten-Abkommen anzuerkennen. Im Juni 1982 marschierte Israel daraufhin im Libanon ein, wo sich das Hauptquartier der PLO befand, um die so genannte „Friedensoffensive“ der PLO abzuwehren. (Avner Yaniv, Dilemmas of Security) [Volle Verleumdung: Die Operation hieß nicht umsonst “Frieden für Galiläa”! Die Friedensoffensive der PLO sah so aus, dass massiver Beschuss – Artillerie und Raketen – aus dem Südlibanon auf das nördliche Israel statt fand. Um dieser Bedrohung, die ständig verstärkt wurde, ein Ende zu setzen und wegen Hilferufen aus dem Libanon setzte Israel die Armee in Bewegung, nicht um Frieden zu verhindern! Man kann sich schon mit Ignoranz und Verdrehungen die Wahrheit so biegen, dass sie dem eigenen ideologischen Weltbild passt!]

Im Dezember 1987 erhoben sich die Palästinenser im Westjordanland und dem Gazastreifen in einem im wesentlichen gewaltfreien Aufstand (Intifada) gegen die israelische Besatzung. [Wenn man Steine werfen, um damit Menschen zu treffen, als gewaltfrei ansieht; wenn man den Druck als gewaltfrei ansieht, mit dem die nicht gleich geschalteten Menschen dort zum Mitmachen gezwungen wurden; wenn Terrorakte mit Bomben und Molotov-Cocktails als gewaltfrei ansieht. Im Verhältnis zu der jetzigen Situation war es allerdings „gewaltfreier“] Mit einem brutalen Vergeltungsschlag (außergerichtliche Hinrichtungen, Massenverhaftungen, Häuserzerstörung, willkürliche Folterungen, Verschleppungen, und so weiter [typisches, heute fortgesetztes Muster der Verleumdung: Jede Maßnahme zum Schutz der eigenen Bürger wird Israel als unzulässige Brutalität und übertriebene Gewalt vorgeworfen. Die Ursachen für diese Maßnahmen werden vernachlässigt, sogar als „gewaltfrei“ bezeichnet!] schlug Israel schließlich den Aufstand nieder. [Das war wohl eher so, dass sie „Intifada I“ im Sande verlief, weil die Israelis sich nicht davon erpressen ließen.] Zu der Niederlage der Intifada kam verschärfend hinzu, dass die PLO mit der Zerstörung des Irak, dem Auseinanderfallen der Sowjetunion und der ausbleibenden finanziellen Unterstützung durch die Golfstaaten weitere Verluste hinnehmen musste. [Ist das so schlimm? Dem Terror konnte damit Boden entzogen werden, denn die PLO agierte ausschließlich mit Hilfe von Terror!] Die USA und Israel nutzten diese Gelegenheit, um die bereits bestechliche und nun in Verzweiflung geratene PLO-Führung als Surrogat israelischer Macht zu nutzen. [Im Gegenteil: Der Westen – ok, einschließlich der USA – holte Arafat und seine Kumpane vom Müllhaufen der Geschichte zurück, statt die Palästinenser vor Ort zu nutzen!] Hierin liegt die eigentliche Bedeutung des „Friedensprozesses“, der im September 1993 in Oslo ins Leben gerufen wurde: ein palästinensisches Bantustan zu schaffen, indem man die PLO mit den Insignien von Macht und Einfluss ködern wollte. [Kann ich nur eins zu sagen: Schwachsinn!]

Realität und Mythos

„Die Besetzung dauerte an“ nach Oslo, stellte ein erfahrener israelischer Kommentator fest [Welcher? Uri Avnery?], „auch wenn sie aus der Ferne gesteuert wurde und mit Zustimmung des palästinensischen Volkes, das nur durch die PLO als seinem „alleinigen Repräsentanten“ vertreten wurde“. [Nochmals: Gegen den ausdrücklichen Willen der Berater und Sicherheitsdienste! Israel wurde das aufgedrückt, warum, weiß der Geier! Die Regierung Rabin machte aus Ignoranz der PLO-„Regeln“ für die Bekämpfung Israels mit. Und dass die PLO als „alleiniger Repräsentant“ eingesetzt wurde, widerspricht jedem Demokratie-Verständnis.] Und noch einmal: „Es gibt keinen Zweifel darüber, dass „Kooperation“ auf Basis der derzeitigen Machtverhältnisse nicht mehr ist als eine gut getarnte permanente Vorherrschaft Israels und die palästinensische Selbstbestimmung eine pure Beschönigung dessen ist, was in Wahrheit einer Bantustisierung gleichkommt.“ (Meron Benvenisti, Intimate Enemies) [Aha, der. Den kenne ich nicht. Aber macht wohl nichts. Was spricht eigentlich dagegen, dass Israel und die Palästinenser Zug um Zug die Sache erledigen sollten? Die Palästinenser sollten komplette Verantwortung und Freizügigkeit haben – das ist nicht Bantustan. Und dass die EU und alle anderen auf diesen Zug aufsprangen und ihn maßgeblich mit bestimmten, spricht auch dagegen. Diese einseitige anti-US- und anti-Israel-Haltung ist sachlich jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Sie spricht nur für eines: Dass völlig undifferenziert palästinensisch-arabische Verleumdungen übernommen und als Tatsachen verbreitet werden.]

Nach sieben Jahren immer wieder unterbrochener Verhandlungen und einer Reihe neuer Abkommen, mit denen den Palästinensern die wenigen Bonbons [wie bitte? – vorhandene Kontrolle über 98% der eignen Bevölkerung, dazu volle staatliche Souveränität durch Endstatus-Verhandlungen in Aussicht und Finkelstein schreibt von wenigen Bonbons?], die am Verhandlungstisch von Oslo für sie abgefallen waren, wieder weggenommen wurden (die Zahl der jüdischen Siedler in den Besetzten Gebieten hatte sich inzwischen sogar verdoppelt) [die Siedlungsfrage war für die Endstatusverhandlungen vorgesehen. Und was hatten die Israelis wieder weggenommen? Nichts! Sie haben aber zeitweise, so lange der Druck des Westens nicht zu groß war, die von ihnen versprochenen Maßnahmen nicht weiter geführt, weil die PA den ihren bis dahin – und bis heute – nicht einmal ansatzweise nach kam. Finkelstein lässt einmal mehr die Gründe für Israels Handeln außer Acht und unterstellt ihm ein Handeln, das so nicht stattgefunden hat!], kam im Juli 2000 in Camp David die Stunde der Wahrheit. Präsident Clinton und Premierminister Barak stellten Arafat das Ultimatum, einem Bantustan formal zuzustimmen oder ansonsten die volle Verantwortung für das Scheitern des „Friedensprozesses“ zu tragen. [Blödsinn – von „Folgen“ und einem Scheitern des „Friedensporzesses“ war überhaupt nicht die Rede, bis der Oberterrorist seinen Krieg Ende September 2000 begann!] Arafat lehnte wie erwartet ab. Entgegen dem von Barak und Clinton sowie einem staatstreuen Medium verbreiteten Mythos sah die Realität so aus, dass „Barak die Insignien für eine palästinensische Unabhängigkeit angeboten hatte“, berichtet ein Sonderberater des britischen Außenministeriums, „gleichzeitig sollte die Unterwerfung der Palästinenser bestehen bleiben.“ (The Guardian, 10. April 2002; weitere Details und eine kritische Hintergrundbetrachtung siehe Roane Carey, ed., The New Intifada) [Das sollte der Herr einmal belegen! Aber er handelt gemäß der palästinensisch-arabischen Propaganda: Tische eine Lüge oft genug auf, dann wird sie schon geglaubt! Wo bitte, wäre das ein Bantustan nach südafrikanischem Apartheitsmuster gewesen? Dafür gibt es keinerlei Hinweise! Und außerdem: Die Palästinenser waren es, die beweisen mussten, dass sie mit den Israelis leben wollten, nicht umgekehrt!]

Vor diesem Hintergrund ist die Antwort Israels auf den jüngsten saudischen Friedensplan zu betrachten. [Einspruch, denn völliger Unsinn! Sie ist einzig und allein auf Grundlage des palästinensischen Terrors zu betrachten. Wenn der eingestellt wird – und zwar nicht nur so, dass die israelischen Sicherheitsmaßnahmen greifen, sondern dass diese nicht mehr nötig sind, dann wird ein Schuh draus!] Ein israelischer Kommentator, der für die israelische Tageszeitung Haaratz schreibt, stellt fest, dass der saudische Plan „in erstaunlicher Weise jenen Plänen ähnelt, die Barak bereits vor zwei Jahren vorgeschlagen haben will.“ [Den Blödsinn kann sich in Israel auch nur Haaretz leisten. Muss es vielleicht, um nicht die linksextremistische Leserschaft um Yossi Beilin et al. zu verlieren. Aber selbst, wenn er Recht hätte: Dann hätten die Araber ja auch „Bantustan“ vorgeschlagen! Herr Finkelstein sollte sich mal entscheiden, ob das Barak-Clinton-Angebot nun unredlich war oder nicht!] Hätte Israel tatsächlich hinter einem vollständigen Abzug als Gegenleistung für eine Normalisierung mit der arabischen Welt gestanden, hätten der saudische Plan und seine einhellige Billigung auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga Jubel hervorrufen müssen. Tatsächlich jedoch löste er eine gespannte Ruhe in Israel aus. (Aviv Lavie, 5. April 2002) [Und warum: Weil einmal mehr verlangt wurde, dass Israel sämtliche Verhandlungsmasse aufgibt und keinerlei Spielraum mehr behält, was den Arabern jegliche Gründe für Verhandlungen erspart hätte. Was daraus folgt, dürfte jeder wissen, der ein wenig Ahnung davon hat, wie die arabische Seite denkt und handelt, statt ihr westliche Denkmuster und westlichen guten Willen zu unterstellen.] Wie dem auch sei, die Heuchelei von Barak – und Clinton -, die Palästinenser hätten in Camp David ein überaus großzügiges Angebot Israels abgelehnt, diente als wichtiger moralischer Deckmantel für die anschließenden Gräueltaten. [Welche Gräueltaten? Wie wäre es mit Belegen? Er sollte einmal anführen, was er darunter versteht, wenigstens Beispiele. Aber dann könnte sich heraus stellen, dass diese „Beweise“ widerlegt werden und das Kartenhaus der Argumentation des Herrn zusammenfällt.]
Teil II:

Nachdem die Zuckerbrotmethode keinen Erfolg brachte, griff Israel nun zur Peitsche. Zwei Voraussetzungen mussten jedoch erfüllt sein, bevor Israel seine militärische Überlegenheit würde einsetzen können: „grünes Licht“ aus den USA und ein hinreichender Vorwand. Bereits im Sommer 2000 berichtete die amtliche Jane´s Information Group, Israel verfüge über Pläne für eine massive und blutige Invasion der Besetzten Gebiete. [1.) Was eine grundsätzliche Planung hätte sein müssen, weil Israel immer mit arabischem Terror und Krieg rechnen muss; aber 2.) Wer sagt denn, dass Jane’s Recht hatte und eine Tatsache und nicht nur eine Vermutung publizierte – also Spekulation?] Aber die USA legten ihr Veto gegen dieses Vorhaben ein [wage ich schlichtweg zu bezweifeln, dass darüber überhaupt gesprochen wurde – Finkelstein spekuliert einmal mehr] und auch Europa machte seine Ablehnung hierzu gleichermaßen deutlich. Nach dem 11. September jedoch kamen die USA wieder ins Spiel. Scharons Ziel die Palästinenser niederzuschlagen passte nun grundsätzlich in die Zielsetzung der amerikanischen Regierung, nach den Anschlägen auf das World Trade Center jeden noch bestehenden Widerstand in der arabischen Welt gegenüber der amerikanischen Vorherrschaft zu brechen. [Das alte, antiamerikanische und linke Schema des Denkens bricht weiter durch: die USA sind die Bösen, die nur eins wollen: totale Herrschaft auf Kosten anderer. Das kennen wir seit Vietnam und das wird damit immer noch nicht richtiger. Abgesehen davon: Wie kommt es dann, dass Israel seine Pläne der Besetzung erst im Juli 2002 ausführte???] Durch ihre starke Willenskraft und trotz einer in hohem Maße korrupten Führung gelten die Palästinenser als die widerstandskräftigste und hartnäckigste populäre Kraft in der arabischen Welt. Sie in die Knie zu zwingen käme einem vernichtenden psychologischen Schlag gegen die gesamte Region gleich. [Das ist die erste Behauptung dieser bisherigen mehr als drei Seiten, wo ich Finkelstein zustimme. Aber er scheint es als Katastrophe für die Welt anzusehen, wenn die Terroristen in die Knie gezwungen werden. Und er will einfach nicht wahr haben, dass ein Palästinenserstaat entstehen könnte, der die PLO nicht beinhaltet und dadurch funktionieren könnte.]

Nach dem grünen Licht aus USA brauchte Israel nun lediglich noch den passenden Vorwand. Wie vorherzusehen war, heizte Israel die Gewaltspirale an. Sobald die palästinensischen Terroranschläge aufgehört hatten, gab es immer wieder neue Mordtaten an palästinensischen Führern. [Ach ja, jetzt ist Israel verantwortlich dafür, dass die PA ihren Verpflichtungen nicht nach kam und es die Terroristen selbst aus dem Verkehr ziehen muss! Übrigens: Diese „Mordtaten“ gab es auch schon vorher, Finkelstein tut aber so, als sei das etwas Neues gewesen. Außerdem „vergisst“ er geflissentlich, dass die Terroranschläge nicht aufhörten, weil die Palästinenser das wollten, sondern weil die Israelis enorm viele Erfolge in der Terrorabwehr hatten. Wieder wird die Ursache des Geschehens verschwiegen, die Notwendigkeit der Verteidigung als Eskalation bezeichnet. So kann man natürlich alles verdrehen, bis es in die eigene Ideologie passt!] „Nach der Zerstörung der Häuser in Rafah und Jerusalem gaben sich die Palästinenser weiter gemäßigt in ihren Aktionen,“ beobachtete Shulamith Aloni von der israelischen Partei Meretz. [Das ist die linksextremste Partei im israelischen Spektrum, eine winzige parlamentarische Minderheit die, die am liebsten jede israelische Regierung zum Teufel schicken und Arafat wohl mit Friedenspreisen überschütten möchte. Warum führt eigentlich Finkelstein immer Außenseiter, die jenseits der Grenze zur Bedeutungslosigkeit stehen, als Kronzeugen für seine wüsten Verleumdungen an?] „Scharon und sein Verteidigungsminister befürchteten offenbar, sie müssten zum Verhandlungstisch zurückkehren und beschlossen daher etwas zu unternehmen. Sie ließen den Fatah-Aktivisten Raad Karmi liquidieren. [Alle unzulässige Gewalt geht von Sharon aus? Und die Palästinenser sind die Idioten, die immer wieder auf die jüdische Verschwörung herein fallen? So blöde sind nicht einmal die!] Sie waren sich im klaren darüber, dass diese Tat nicht unbeantwortet bleiben würde und dass wir den Preis mit dem Blut unserer Bürger würden bezahlen müssen.“ (Yediot Aharonot, 18. Januar 2002) Israel wartete tatsächlich sehnsüchtig auf diese blutige Antwort. [Allein für diesen Satz sollte Finkelstein wegen Beleidigung und Verleumdung vor Gericht gestellt werden. Jeder Israeli, der ihm auf der Straße begegnet, würde ihm ins Gesicht spucken und könnte seine Lüge anhand des eigenen Lebens widerlegen.] Als die Terrorangriffe der Palästinenser dann das gewünschte [dito!] Maß überstiegen, konnte Scharon den Krieg erklären und seine Vernichtung der wehrlosen palästinensischen Zivilbevölkerung fortsetzen. [Jau, die eigenen Maschinengewehre, Bomben, Raketen, Sprengstoff und was weiß ich noch alles machen die Palästinenser zu wehrlosen Bauern im Schachspiel der imperialistischen Israelis und Amerikaner! Und die getöteten Terrorführer sind alles Zivilisten! Und vor allem ist die palästinensische Bevökerung durch den Massenmord zahlemnäßig halbiert worden oder was?]

Israelischer Schlachtruf

Nur diejenigen, die bewusst die Augen verschließen, bemerken nicht, dass Israels jüngster Einmarsch in das Westjordanland eine exakte Spiegelung des Einmarsches in den Libanon im Juni 1982 ist. [Das ständige Hin und Her, Rein und Raus hat es im Libanon nicht gegeben; dort ging man klassisch militärisch vor: Artillerie, Panzer usw. schossen und bereiteten das Gelände vor. Wo sind die massiven Beschießungen von palästinensischen Stellungen, das Plattmachen von ganzen Landstreifen? Schon wieder beweist Finkelstein Unkenntnis und Ignoranz, die ins Perverse umschlagen.] Um das Ziel der Palästinenser nach einem unabhängigen Staat an der Seite Israels [Was weiß der Mann wirklich vom Nahen Osten? Er ignoriert die ausdrücklichen Ziele der PLO = Vernichtung des jüdischen Staates.] zu zerschlagen – die „Friedensoffensive der PLO“ – hatte Israel im August 1981 seinen Einmarsch in den Libanon vorbereitet. Hierzu brauchte Israel grünes Licht von der Reagan-Administration und einen passenden Anlass. Zu seinem großen Verdruss und trotz mehrfacher Provokationen konnte Israel an seiner Nordgrenze keinen palästinensischen Angriff herbeiführen. [Wenn er damit offenen Krieg mit einem frontalen Angriff „regulärer Einheiten“ durch die Palästinenser meint, hat er sogar Recht – bis auf die Verleumdung, dass Israel das provozieren wollte. Aber wenn er ständigen Beschuss Nordisraels mit Verletzten und Toten keinen Angriff nennen will, dann hat er einfach den Bezug zur Realität verloren.] Israel verstärkte also die Luftangriffe über Südlibanon und nach einer besonders mörderischen Attacke [wieder wird die Ursache der Schläge vernachlässigt – die Palästinenser saßen nicht friedlich auf der anderen Seite der Grenze und wollten in Ruhe gelassen werden!], bei der zweihundert Zivilisten getötet wurden (darunter 60 Personen eines palästinensischen Kinderkrankenhauses), übte die PLO mit der Ermordung eines Israelis schließlich [schließlich? Will der Mann allen Ernstes behaupten, das sei die einzige israelfeindliche Mordaktion der Palästinenser gewesen?] Rache. Nachdem Israel nun den nötigen Anlass hatte und von der Reagan-Regierung grünes Licht bekam, marschierten seine Truppen in den Libanon ein. Mit demselben Schlachtruf, „den palästinensischen Terror auszurotten“, zog Israel nun voran, eine wehrlose Bevölkerung zu vernichten und tötete 20.000 Palästinenser und Libanesen, in der Mehrzahl Zivilisten. [Der Herr weiß einmal mehr nicht Bescheid. Die Toten wurden hauptsächlich durch die PLO und die radikal-islamischen Terroristen verursacht. In der Mehrheit kamen Libanesen um – und zwar christliche Falangisten, was dann deren schändliches Massaker in den Lagern Sabra und Shatila zur Folge hatte. Aber das ist Herrn Finkelstein ja zu sehr Detail, als dass er sich damit beschäftigen wollte. Und es macht seine Sicht kaputt, da würde ja seine „Argumentation“ platzen!]

Das Problem mit der Bush-Administration, so hören wir immer wieder, liegt darin, dass sie sich zu wenig im Nahen Osten engagiert habe. Diese diplomatische Lücke sollte nun die Nahostmission von Collin Powell schließen. Aber wer hat Israel grünes Licht für die Massaker gegeben? [Welche Massaker? Die einzigen Massaker, die veranstaltet werden, sind die der arabisch-palästinensischen Terroristen! Im Übrigen ist der jüdische Staat kein Vasall der USA, der ausschließlich auf deren Befehl und Genehmigung handelt.] Wer lieferte die F-16 Raketen [F-16 sind Flugzeuge, keine Raketen – so viel erneut zur Kompetenz des Herrn (oder des Übersetzers der FAZ….] und Apache Hubschrauber an Israel? Wer legte zu den Resolutionen des Sicherheitsrates, nach denen internationale Beobachter eingesetzt werden sollten, um für eine Eindämmung der Gewalt zu sorgen, sein Veto ein? [Was diese Beobachter bewirken, sehen wir ständig wieder neu in Hebron und dem Südlibanon: die Terroristen agieren unter dem Schutz der UNO, statt von ihr daran gehindert zu werden zu massakrieren!] Und wer lehnte soeben den Vorschlag der obersten Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen, Mary Robinson, ab, ein Untersuchungsteam in die palästinensischen Gebiete zu entsenden, um die Hintergründe und Ausmaße des Massakers herauszufinden? (IPS, 3. April 2002) [Israel – und es hatte guten Grund dazu. Frau Robinson hat sich als ausgesprochene Israel-Hasserin profiliert, was durch die Besetzung der „Untersuchungskomission“ bestätigt wurde.]

„Geist von Auschwitz“

Man stelle sich folgendes Szenario vor: A und B sind des Mordes angeklagt. Es stellt sich heraus, dass A die Mordwaffe an B lieferte, A gab B das Startsignal und A verhinderte, dass Beobachter auf die Schreie der Opfer antworteten. Würde das Urteil lauten, dass A nur unzureichend in den Fall eingebunden war oder dass A den Mord in genau demselben Maß zu verantworten hat wie B? [Ist kein Vergleich zum Nahen Osten: B hatte Waffen, weil das „Opfer“ Terror ausübte und das Leben von B bedrohte. Wenn B die Waffen nicht benutzt hätte, wäre B tot! Das ist Notwehr. Finkelsteins Ignoranz von Ursache und Wirkung erfährt hier ihren Höhepunkt. Er würde wohl jeden Verbrecher frei sprechen, der bei seinem Mordanschlag auf einen Bürger von diesem verletzt würde und das Opfer wegen Mordversuch vor Gericht stellen.]

Um den palästinensischen Widerstand zu brechen, hat ein ranghoher israelischer Offizier Anfang dieses Jahres die Armee dringend aufgefordert, „die Methoden zu analysieren und zu verinnerlichen…, nach denen die deutsche Armee im Warschauer Ghetto vorging.“ (Haaretz, 25. Januar 2002, 1. Februar 2002) Betrachtet man das jüngste israelische Blutbad im Westjordanland [Welches? Das angebliche Massaker in Jenin?], so scheint es, dass die israelische Armee den Rat ihres Offiziers befolgt hat – palästinensische Rettungswagen und medizinisches Versorgungspersonal wurden angegriffen [stimmt so nicht: Sie wurden angehalten und von der Teilnahme an den Kämpfen auf der Seite der palästinensischen Terroristen abgehalten; in ihnen wurden Terroristen transportiert, es wurden Waffen gefunden und der generelle Missbrauch der Wagen für die palästinensische Kampfführung hat dazu geführt, dass die Israelis sie erst nach Beendigung der Kämpfe in die Kampfzone ließen], Journalisten wurden angegriffen [auch so nicht richtig – sie begaben sich gegen den ausdrücklichen Rat und die ausdrückliche Anordnung der Armee in die Kampfzonen und gerieten in Kreuzfeuer], palästinensische Kinder wurden „aus Spaß“ getötet (Chris Hedges, ehemaliger Chef des Büros der New York Times in Kairo [Ach, gerade der? Der war nicht alleine und es gibt Leute, die die Lügen in seinem „Tagebuch“ widerlegen! Dass Finkelstein sich auf den beruft, ist wirklich der Gipfel der Verblödung der Leser!]), alle palästinensischen Jungen und Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren wurden wie Vieh zusammen getrieben [Wie Vieh? Da ist er wieder, der Vergleich der Israelis mit den Nazis. Die Bilder haben nicht einmal Ähnlichkeit mit dem, was Nazideutschland mit den jüdischen Transporten anstellte!], mit Handschellen gefesselt und vermummt, am Handgelenk wurde ihnen eine Nummer aufgedrückt [EINE (!) israelische Einheit hat mit Filzschreibern Nummer auf Arme geschrieben, damit ihr keine Verwechslungen bei den Untersuchungen auf Waffen unterlaufen – und sie hat dafür in Israel mächtig Druck bekommen, was Finkelstein natürlich nicht interessiert], palästinensische Inhaftierte wurden willkürlich gefoltert [keine Beweise! Widerspricht auch der Vorgehensweise der Israelis], die palästinensische Zivilbevölkerung erhielt keine Nahrung und kein Wasser, sie wurde von der Stromversorgung abgeschnitten und auch jegliche medizinische Versorgung wurde ihr verweigert. [schlichtweg nicht wahr] Die palästinensischen Nachbargebiete wurden wahllos aus der Luft angegriffen [eben nicht! Dass sie keine Luftangriffe flogen ist der Grund, weshalb die israelische Armee hohe Verluste hatte!], palästinensische Zivilisten als Schutzschilde benutzt [Quatsch], palästinensische Häuser, in denen die Bewohner sich zusammendrängten, wurden von Panzern niedergewalzt. [ebenfalls Unsinn. Nur dort, wo sich „Kämpfer“ verschanzten, die nicht bereit waren sich zu ergeben, wurden Häuser durch Bulldozer eingerissen – die Armee tat alles, damit die Menschen in Sicherheit gebracht wurden, BEVOR es nötig wurde das Haus zu zerstören.] Es scheint so, als habe die israelische Armee auf den Rat des Offiziers gehört. Ellie Wiesel – Hauptfürsprecher der Holocaust-Industrie [ach, daher weht der Wind! Finkelstein will einmal mehr sein Lieblingsthema hervor holen und jedem ans Bein pinkeln, dem er damit schaden kann! Wäre schön, wenn er wenigstens die Namen richtig schreiben würde: Elie Wiesel, mit einem l!] – wies jegliche Kritik eines antisemitisch motivierten Vorgehens [jetzt sollen die Juden an sich wieder selbst die Antisemiten und die Araber die Opfer des jüdischen Antisemitismus sein? Herr Finkelstein, überlegen Sie bitte einmal, wie der Begriff Antisemitismus entstanden ist und was er zu bedeuten hat!] zurück und gab Israel seine bedingungslose Unterstützung. Er sprach von dem „großen Schmerz“, den seine wütende Armee habe erdulden müssen. (Reuters, 11. April; CNN, 14. April) [„wütend“ dürfte wohl die interpretatorische Einfügung Finkelsteins sein. Wenn nicht, dann bezieht sich „wütend“ auf die Lage nach den Kämpfen, nicht vorher oder während.]

Inzwischen hat der portugiesische Literaturnobelpreisträger Jose Saramago den „Geist von Auschwitz“ herangezogen, um die Gräueltaten der Israelis zu beschreiben. [Und? Was qualifiziert ihn dazu? Doch wohl ausschließlich seine blinde Unterstützung der Arafat-Verbrecher! Das macht seine Behauptung noch unmöglicher als sie ohnehin schon ist.] Ein belgischer Parlamentarier erklärte öffentlich, Israel „macht aus dem Westjordanland ein Konzentrationslager.“ (The Observer, 7. April 2002). [Qualifikation für diese „Wertung“? Nada! Vielleicht die, dass Belgien einer der EU-Staaten ist, der an generell jeder antiisraelischen Aktion beteiligt ist.] Angesichts derartiger Vergleiche empören sich Israelis aller politischen Parteien. Wenn die Israelis nicht als Nazis angeklagt werden wollen, dann müssen sie eben aufhören, wie Nazis zu handeln. [Und wieder sind wir da, wo Finkelstein mit seinem Buch von der Holocaust-Industrie hin will: Die Juden sind Nazis und haben es verdient, dass man ihnen das Fell über die Ohren zieht.]

Norman G. Finkelstein wurde der deutschen Öffentlichkeit durch sein umstrittenes Buch „Die Holocaust-Industrie“ bekannt. Der amerikanische Politikwissenschaftler, der 1953 in Brooklyn geboren wurde, ist der Sohn von Holocaust-Überlebenden.
Text: @sat, Bildmaterial: dpa, AP

Das ist Finkelstein in Reinkultur. Der Mann ist ein jüdischer Antisemit (in der wirklichen Bedeutung des Begriffs): Er lehnt alles Jüdische ab, das Selbstbewusstsein und Rechte für Juden als Juden einklagt. Er betet die palästinensische Propaganda nach, ohne dass Belege dafür überhaupt existieren. Er ignoriert bewusst alles, was gegen die Palästinenser spricht; für ihn gibt es nur einen Aggressor: die Juden. In seinen Äußerungen geht er mindestens so weit wie Uri Avnery, den ich bisher immer für den schlimmsten jüdischen Antisemiten gehalten habe. Und er wird wahrscheinlich behaupten, dass er sich nicht gegen die Juden, sondern nur gegen die israelische Regierung äußert. Aber welchen Unterschied macht das? Er wird von den Antisemiten der Welt, von den Terroristen der Welt und von den Schreibtischmördern der Welt als Beweis dafür angeführt, dass auch Juden ihre Meinung teilen und damit alle anderen Juden im Unrecht sind (so, wie Uri Avnery den „alternativen Nobelpreis“ erhielt). Die unsägliche Schwadroniererei Finkelsteins, die auf linken (leider nicht einmal linksextremen!) Stereotypen basiert, entbehrt jeder Grundlage in den Tatsachen. Einige einfache Vergleiche können ihn widerlegen. Bereits einige wenige der von ihm ausgelassenen Tatsachen strafen ihn Lügen. Aber leider wird das von der Allgemeinheit nicht wahr genommen. Sie sieht einen Juden, der die Palästinenser schützt und für die „Unterdrückten“ eintritt. Dass das mit der Realität nichts mehr zu tun hat, spielt dabei keine Rolle mehr.

Norman Finkelstein veröffentlichte 1995 ein Buch unter dem Titel „Image and Reality of the Isreali-Palestine Conflikt“ (Image und Wirklichkeit des israelisch-palästinensischen Konflikts, auch auf Deutsch übersetzt). Daniel Pipes schrieb damals in einer Rezension dazu:

Finkelstein hasst den Staat Israel mit einer Heftigkeit, die das Markenzeichen einiger jüdischer Intellektueller zu sein scheint (u.a. insbesondere von Noam Chomsky und Israel Shahak). In jeder der sechs Abhandlungen nimmt er einen Aspekt der zionistischen Geschichte auf und macht „systematische Schieflagen“ geltend. In Normalsprache ausgedrückt, befindet er Israel immer als das Böse. Zionismus ist von innen heraus rassistisch (und sein größter Führer, David Ben Gurion, war „komisch“ rassistisch). Die neu geborene israelische Staat vertrieb absichtlich seine arabischen Bewohner. Israel war allein verantwortlich für den Ausbruch der Kriege von 1967 und 1973.

Die hartnäckige Anführung des Nazismus mag der schädlichste Aspekt des Buches sein. Durch die Widmung an seine Eltern, die beide als Überlebende der Nazi-KZs angeführt werden, schafft sich der Autor überlegene jüdische Glaubwürdigkeit. Dadurch privilegiert vergleicht er Israel immer wieder einmal mit den Nazis – und zwar aus den nichtigsten Anlässen. In „Der zionistische Mythos“ vergleicht er es mit der Nazi-Behauptung, vom Holocaust nichts gewusst zu haben. Die zionistische Vorstellung eines „Landes ohne Volk für ein Volk ohne Land“ erinnert ihn an Hitlers Streben nach „Lebensraum“. Die israelische Militärdoktorin der „Reinheit der Waffen“ ruft [bei ihm] auch Nazismus-Erinnerung hervor.

Finkelstein reitet – wie viele desillusionierte Zionisten – besessen auf Israels Fehlern herum und zeigt keinerlei Interesse an den Arabern … Wie diese Schreiber geht der Autor über eine Hälfte der Macht-Gleichung hinweg, die er als nicht der Würde seiner Beachtung betrachtet. Letztendlich ist Finkelsteins Selbsthass eine hässliche Art des Narzissmus.

So gesehen setzt Finkelstein mit seinem Artikel in der FAZ diese Sichtweise nur konsequent weiter um. Das macht sie nicht richtiger. Aber dass eine angesehene Zeitung diesen Müll auch noch anfordert und abdruckt, lässt an der Seriosität dieses Organs doch stark zweifeln.

Kritik: Israels Staatsgründung auf schwankendem moralischem Grund – Der andere Zionismus

Robert F. Barsky, Die Wochenzeitung (Schweiz), 25. Juli 2002 (Übersetzung: Lothar Baier)

Prominente Zionisten wie Albert Einstein hatten keineswegs ein jüdisch bestimmtes Palästina im Auge.

Angesichts der Medienberichterstattung könnte man meinen, dass jenen ein Schweigegebot auferlegt wurde, die die gegenwärtige Nahostkrise aus einem anderen Blickwinkel sehen als dem Entweder-oder der totalen Unterstützung der palästinensischen Sache oder der militärischen Lösungen Ariel Scharons. [Einmal abgesehen davon, dass Sharon nicht nur militärische Lösungen hat bzw. anstrebt: Wer ein Schweigegebot vermutet, der sollte Zeugen dafür anführen, nicht nur spekulieren, wie das hier gemacht wird!] In keinem einzigen Mainstream-Medium wird auf die Geschichte verwiesen, was ein bezeichnendes Licht auf die objektive Ironie wirft, die den gegenwärtigen Kreislauf von Mord und Opfer in Israel beschreibt und zugleich aufrechterhält.

Die Gründer des Staates Israel haben erstens gegen den Willen und Rat führender ZionistInnen gehandelt, jener ZionistInnen, die heute zur Rechtfertigung der Existenz des Staates herangezogen werden. [auch hier: Namen, Belege!] Diese plädierten entweder für eine Aufteilung der Macht unter den verschiedenen, im damals mehrheitlich arabischen Palästina lebenden Gruppen [na und? Die Araber lehnten das ab! Sie wollten ein judenreines Gebiet! So viel nur zur  Realitätsnähe dieses Ziels – nicht nur im Nachhinein, aber besonders auch aus heutiger Sicht. Das als Kronzeugentum gegen die Gründung Israels anzuführen, zeigt nur, wie ignorant der Autor gegenüber Fakten ist.] oder für die Errichtung einer Region im Nahen Osten als Zufluchtsstätte für unterdrückte Menschen. Der Schutz Israels gegen Eindringlinge entstammt somit nicht dem Verlangen, eine wohleingerichtete Erfüllung eines Versprechens zu bewahren. Er ist die energische Verteidigung einer gescheiterten Ideologie des Universalismus und Sozialismus und zugleich ein Sieg von Militarismus und Nationalismus, gegen die sich Zionisten vor 1948 wandten. [Weiter wird die „andere Seite“ und deren Ziele und Kriegshetze bzw. deren Kriegsbeginn komplett vernachlässigt. Die „Argumente“ ziehen nicht, weil die Ursachen für den angeblichen Militarismus der Juden nicht berücksichtigt wird; ganz zu schweigen davon, das die Juden das nicht wollten, sondern um ihr nacktes Überlegen kämpfen mussten!]

Zweitens wurden mit der Gründung des Staates Israel die Ziele der zionistischen Bewegung eher beseitigt als erfüllt. Viele jüdische Persönlichkeiten weigern sich bis heute, das Wort «Israel» auszusprechen. [Hier wird eine Minderheit als übergroße Mehrheit dargestellt.] Selbst wenn sie sich dort aufhalten, sprechen sie lieber von «Palästina» und dem, was es bedeutete. [Ich würde sagen, diese Leute – wie gesagt eine Minderheit! – haben ein sehr seltsames Geschichtsverständnis, das ihre Wurzeln verdrängt und einer Vernichterdefinition folgen.] Die verhältnismässig wenigen Juden, die für einen jüdischen Staat in Palästina gekämpft hatten, galten bei vielen Zionisten, auch bei in Palästina lebenden Juden, als extremistische Nationalisten. [Das dürfte wohl mehr als übertrieben sein. Als Theodor Herzl auf einem Kongress Anfang des 20. Jahrhunderts verkündete, Großbritannien biete den Juden Uganda als Heimstatt an, gab es Tumulte; die Zionisten waren nicht bereit Israel aufzugeben.] Grossbritannien und die USA wurden von zionistischer Seite aufgefordert, jedes derartige Staatsprojekt zugunsten einer binationalen oder föderalen Lösung zurückzuweisen. [Einmal mehr: von wem? Die bloße Behauptung wird nicht belegt!] Die Staatslösung gewann erst dann einen Anschein von Realismus, als sich bei den Weltmächten wegen ihrer eigenen antisemitischen, den Genozid nicht verhindernden Dispositionen ein Schuldbewusstsein regte. [Das mag für die Westmächte gelten, aber nicht für die Juden. Sie wollten, wenn sie denn schon nicht mit den Arabern gemeinsam leben durften, wenigstens den eigenen Staat – obwohl sie weiter lieber die Gemeinsamkeit verfolgten.]

Drittens waren viele amerikanische Juden während des Zweiten Weltkriegs gegen eine Masseneinwanderung europäischer und russischer Juden in die USA. Einmal, weil sie damals verächtlich auf die Schtetl-Juden herabschauten, und zum anderen, weil sie wahrscheinlich zu Recht befürchteten, die in den USA ohnehin virulenten antisemitischen Gefühle würden noch ganz andere Proportionen annehmen. Der Umstand, dass amerikanische Juden die Bildung eines jüdischen Staates oder von etwas Vergleichbarem befürworteten, ist ebenso sehr Ausdruck ihrer eigenen Interessen als amerikanische Bürger wie ihrer Neigung zum frommen Wunsch «nächstes Jahr in Jerusalem».

Schliesslich erfüllt die Gründung des Staates Israel keinerlei jüdische Verpflichtung; sie steht sogar der traditionellen Überzeugung entgegen, dass das Ende des Exils wie auch der Wiederaufbau des Zweiten Tempels erst mit der Ankunft des Messias möglich werden. [So viel zu den geschichtlichen Kenntnissen des Autors. Er hat keine Ahnung, dass es sich um den dritten Tempel handeln würde – der zweite war der Tempel, der nach dem babylonischen Exil gebaut kurz vor der Geburt Jesu von Herodes verschönert wurde. Außerdem wird wieder eine kleine, extreme Gruppe – die heute noch vom Wehrdienst befreit ist – auf das ganze Judentum geschlossen. Der Autor will die Meinung einer kleinen Minderheit repräsentativ und allein gültig machen.]

Geschichtslektionen

Diese Standpunkte lassen sich erhärten, wenn man etwas weiter in die Zeit zurückgeht als in den Medien üblich. Die Idee des «Zionismus» war nur eine unter vielen Triebkräften, die Leute dazu brachten, Osteuropa und die frühere Sowjetunion zu verlassen. Von den 2,4 Millionen Juden, die zwischen 1881 und 1914 ihrer Region den Rücken kehrten, gingen nur drei Prozent nach Palästina. Davon sahen viele dies nur als «einen vorübergehenden Halt auf dem Weg in den Westen». Dafür gab es vielerlei Gründe: Von den knappen, in Palästina für eine Einwanderung zur Verfügung stehenden menschlichen und materiellen Ressourcen über den ungewissen Status der Region bis zum Gefühl, das Zachary Lockman** ausdrückt: «Nächstes Jahr in Jerusalem» sei mehr religiöser Traum als praktisches Ziel, auch weil das Ende des Exils, die Erlösung der Juden und die Wiedereinsetzung in das von Gott versprochene Land erst am durch die Ankunft des Messias besiegelten Ende der Geschichte einträten. [Dass die Juden Russland/die UdSSR verließen, weil sie dort wirtschaftlich, politisch, religiös und als Menschen verfolgt und ermordet wurden, kann nicht als Negation der Ziele des Zionismus in „Palästina“ gelten. Dass nur wenige nach Israel gingen, liegt vor allem daran, dass es dort für nicht religiöse Juden nicht attraktiv war, weil das Land wirtschaftlich kaum etwas zu bieten hatte. Aber die dort hin gingen, gingen sehr bewusst dort hin. Aber mit dieser Argumentation jetzt hier den Zionismus diskreditieren zu wollen, widerlegt das, was der Autor oben sagte – dass führende Zionisten gegen die Einwanderung nach Israel waren. Er sollte sich schon entscheiden, was denn nun richtig ist.]

Die Idee einer jüdischen Heimstatt in Palästina gewann erst 1917 an Realismus [Was heißt Realismus? Zu dieser Zeit gab es eine ganze Reihe neu-jüdischer Orte, die vor allem von Russland-Juden gegründet worden waren.], als Arthur James Lord Balfour im Auftrag der Regierung Seiner Majestät und des Kabinetts Lord Rothschild die Unterstützung des zionistischen Traums zusicherte. Doch sogar in diesem Schlüsseldokument, das heutige Zionisten ständig heranziehen, um ihre rückhaltlose Unterstützung jeglicher israelischer Politik zu rechtfertigen, findet sich ein bedeutsamer, die jüdisch-arabischen Beziehungen betreffender Passus. «Die Regierung Ihrer Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk in Palästina und wird alle Anstrengungen unternehmen, das Erreichen dieses Ziels zu erleichtern, wobei jedoch unmissverständlich festzuhalten ist, dass nichts unternommen werden wird, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der vorhandenen nichtjüdischen Bevölkerungen in Palästina oder die Rechte und den politischen Status, die Juden in irgendeinem anderen Land geniessen, beeinträchtigen könnte.» [Und? Was soll das bedeuten? Dass die Juden zu Unrecht in dieses Land gingen? Es kann ja wohl nur bedeuten, dass der Autor dem Mythos folgt, dass es dort eine Unmenge arabischer „Ureinwohner“ gab, die von den Juden verdrängt wurden. Dass das Unsinn ist, belegen die bevölkerungsstatistischen Angaben und die Reiseberichte der Zeit bis etwa 1920.]

Dies wurde wenige Jahre später im britischen Weissbuch klargestellt [Wann genau? Dass die Briten nach der Erteilung des Völkerbund-Mandats immer mehr unternahmen, um ihren Verpflichtungen nicht nachzukommen und den Arabern in die Hände zu spielen, ist bekannt. Das Weißbuch dürfte bereits aus dieser Zeit stammen.], das auf «überzogene Deutungen» der Balfour-Deklaration anspielt, wonach die «vorgesehene Aufgabe die Schaffung eines vollständig jüdischen Palästina» sei, eines Landes «so jüdisch, wie England englisch ist». Entsprechend diesem Dokument «betrachtet die Regierung Seiner Majestät alle derartigen Erwartungen als nicht realisierbar und strebt nichts Derartiges an». [Was vor allem belegt, dass die Regierung Seiner Majestät sich dem Mandat widersetzt.] Weiterhin hat die Regierung «das Verschwinden oder die Unterordnung der arabischen Bevölkerung, Sprache und Kultur in Palästina» nicht beabsichtigt, und «die Bestimmungen der Deklaration (…) ziehen in Betracht, dass Palästina nicht als Ganzes in eine jüdische Heimstatt umgewandelt, sondern dass eine solche Heimstatt ‘in Palästina’ gegründet werden sollte». [Das bestätigt meine vorherigen Bemerkungen. Allerdings habe ich darüber hinaus meine Zweifel, dass der Autor weiß oder bereit ist nicht zu verschweigen, dass das Mandat Palästina nicht nur das Gebiet westlich des Jordan umfasst, sondern auch das gesamte heutige Jordanien. Mit dieser „Begründung“ ging das Vereinigte Königreich nämlich an die Schaffung des haschemitischen Königreichs östlich des Jordan. Diese Darstellung jetzt auf die Region westlich des Jordan zu übertragen, ist historisch unredlich.]

Einsteins Zionismus

Weshalb diese «Heimstatt» alle denkbaren Unterdrückten, nicht nur Juden, aufnehmen sollte, wurde in Stellungnahmen prominenter Zionisten jener Zeit begründet. Zu ihnen gehörte auch Albert Einstein, der sich an eine zionistische Studentenorganisation namens Avukah wandte, eine damals äusserst wichtige, heute aber völlig vergessene amerikanische zionistische Studentengruppe. Ihren Vorsitz führte eine Zeit lang Zellig Harris, ein strukturaler Linguist und Lehrer Noam Chomskys. Das Programm von Avukah fand so sehr die Zustimmung von Leuten wie Einstein, dass dieser bei seiner Ankunft in den USA 1929 ausschliesslich unter der Schirmherrschaft dieser Organisation öffentlich zu sprechen bereit war. Die «Avukah Student News» verbreiteten diese Ansprache über Radioverbindung von der Ost- bis zur Westküste, ebenso in England und Deutschland. Einstein erwähnte darin «die Schwierigkeiten, die gegenwärtig auf uns in Palästina zuzukommen scheinen», namentlich infolge der britischen Beschränkung der jüdischen Immigration. «Zweifellos sind bestimmte Stellungnahmen und Massnahmen vonseiten britischer Offizieller jüngst auf Kritik gestossen. Dennoch können wir uns mit Kritik nicht begnügen, sondern müssen aus dem, was kürzlich geschehen ist, Lehren ziehen. An erster Stelle müssen wir auf unsere Beziehungen zum arabischen Volk achten. Wenn wir diese Beziehungen pflegen, werden wir imstande sein, in der Zukunft das Anwachsen gefährlicher Spannungen zu verhindern, die als Vorwand für feindseliges Handeln uns gegenüber benützt werden könnten. Wir können dieses Ziel durchaus erreichen, weil unser Aufbau in Palästina bisher so verlaufen ist und auch weiterhin so verlaufen muss, dass er ebenfalls den realen Interessen der arabischen Bevölkerung dient …» [Mit anderen Worten: dass Einstein in die USA ging und sich an Avukah wandte, macht ihn zum Zionisten? Dass er sich Gedanken über „Palästina“ machte, macht ihn zum Zionisten? Und auch noch zum repräsentativen, der mehr Autorität bezüglich des Zionismus hat als ein David Ben Gurion? Übrigens: Unterstellt der Autor damit, dass David Ben Gurion und seine Mitpolitiker die Ziele nicht vertraten, die Einstein verkündete: ein Miteinander und ein friedliches Auskommen mit den Arabern? Diese Unterstellung wäre historisch ebenso wenig haltbar wie die anderen, die ich oben bereits anführte.]

In einem persönlichen Briefwechsel mit Chaim Weizmann schrieb Einstein im gleichen Jahr: «Wenn wir keinen Weg zu ehrlicher Zusammenarbeit und zu ehrlichen Verhandlungen mit den Arabern finden, dann haben wir nichts aus unserer zweitausendjährigen Leidensgeschichte gelernt, und wir verdienen das Schicksal, das uns ereilen wird. Vor allem sollten wir uns nicht allzu sehr auf die Engländer verlassen. Denn wenn wir nicht zu einer wirklichen Kooperation mit den führenden Arabern gelangen, werden uns die Engländer, wenn auch nicht offiziell, so doch de facto, fallen lassen. Und sie werden unseren Untergang mit altbekanntem, frommem Aufblicken zum Himmel bei gleichzeitiger Unschuldsbeteuerung beklagen, doch einen Finger werden sie nicht rühren» (29. November 1929). [Die Einschätzung Einsteins wurde von den Juden in Israel zu großen Teilen geteilt. Sie belegt aber nicht, dass die Juden in Israel weniger friedfertig waren als Einstein. Der Autor vernachlässigt weiter die arabische Seite und ihre Feindschaft zu den Juden, die nicht überwindbar zu sein scheint. Die Schuld für das Nichtverstehen weist er den Juden zu.]

In einer 1938 vor dem National Labour Committee for Palestine gehaltenen Ansprache sagte Einstein: «Ich möchte sehr viel lieber ein vernünftiges Übereinkommen mit den Arabern auf der Grundlage friedlichen Zusammenlebens sehen als die Schaffung eines jüdischen Staates.» Ein Motiv, den Frieden zwischen beiden Gruppen zu fördern, war die Unterstützung breiterer sozialistischer Strömungen in der Region. [Es war den Arabern sch…egal, ob die Juden religiös waren oder Sozialisten oder Idioten – sie terrorisierten sie und bekämpften alles Jüdische.] Im April 1935 kündigte ein Leitartikel auf der ersten Seite des Avukah-Bulletins eine «Einheitsfront» zwischen Juden und Arabern an, die in den Streik traten gegen die Iraq Petroleum Company. In ihrem Besitz befand sich das in Haifa gelegene Terminal der Mossul-Pipeline. Hinter der Company standen amerikanische, britische, niederländische und französische Interessen. «Obgleich der Streik als solcher nicht nebensächlich ist», heisst es im Leitartikel, «liegt seine wirkliche Bedeutung in den politischen Kräfteverhältnissen. Der Streik war gemeinsam unterstützt und angeführt von der Jewish Federation of Labour und der Arab National Workers Federation. Die vereinte Front dieser beiden Organisationen macht mehr als deutlich, dass Juden und Araber, was auch immer ihre politischen Differenzen sind, in beiden betreffenden Grundsatzangelegenheiten zusammenarbeiten können.» [Was aber nicht heißt, dass die Araber sich damit für die Juden begeistern konnten; so lange die Juden ihnen nutzen konnten, haben sie sie gerne genutzt. Es hat schon 1912 ein arabischer Führer gesagt, dass die Juden nur kommen sollten, sie sollten das Land aufbauen und dann würde man sie wieder vertreiben. Warum also nicht auch in diesem Fall? Dass der Autor das Beispiel anführt, zeigt lediglich auf, dass er unterstellt, die Juden hätten die Chancen vermasselt und die arabische Seite brüskiert und trügen so die Schuld für die arabische Feindschaft. Ich frage mich, wer den Anstoß zu dieser gemeinsamen arabisch-israelischen Aktion gegeben hat. Ich könnte wetten: es waren die Juden, nicht die Araber; denn die Juden waren eigentlich immer die, die die Initiative zu Gemeinsamkeit zeigten, selbst dann noch, als die 7 arabischen Armeen Israel im Mai 1948 überfielen.]

Zuflucht für Erniedrigte

In dieser Sicht erschien Palästina als ein Ort neuer, auf sozialistischen Grundsätzen beruhender menschlicher Beziehungen, dank deren unterdrückte Menschen der Region eher in der Lage sein werden, zu überleben und ihre Möglichkeiten als Arbeiter und als kulturelle Wesen zu erkunden. Mordecai Bentov, ein Mitglied des Kibbutz Artzi, veröffentlichte in derselben «Avukah»-Ausgabe einen Brief, der den Gedanken entwickelt, «dass Palästina am Ende ein integraler Bestandteil einer Art Föderation der nahöstlichen Länder werden wird. Es ist durchaus denkbar, dass diese Föderation eines Tages auch die Türkei, Persien und andere Länder einschliesst.» Für Bentov war das Problem «der Einbeziehung Palästinas in eine solche Föderation nicht auf rassischer, sondern sozialistischer Grundlage zu lösen, je nachdem, ob es dem Fortkommen des Sozialismus nützen oder schaden würde». [Als wenn das nicht weniger ideologisch motiviert war als das, was der Autor den angeblich nicht repräsentativen Zionisten unterstellt. Und wieder lässt er die arabische Seite und ihre Motive und Ziele außen vor.]

In der gleichen Ausgabe des Avukah-Bulletins schilderte Zellig Harris terroristische Angriffe während jüngster arabischer Streiks, namentlich wahllose Angriffe gegen jüdische Siedler und ihr Land, das Abbrennen von Bäumen, die gepflanzt worden waren, um ein Land zu erhalten, das aufgrund «arabischer Besetzung fast eine Wüste» geworden war. Hervorzuheben war die jüdische Taktik Havlaga, das heisst Nichtvergeltung terroristischer Akte von Arabern, obgleich die Siedler zur Vergeltung in der Lage gewesen wären. Das Motiv für diese Zurückhaltung spricht ein weiteres Mal für den Gedanken arabisch-jüdischer Kooperation, denn auf der einen Seite wäre «die einzige Antwort, wahllos, durch ähnlichen Terrorismus, andere Araber zu töten, was viele Juden aus Prinzip ablehnten». Doch was für Harris noch wichtiger war: «Die Juden weigerten sich, mit Terror zu antworten, weil sie das nicht als einen Krieg zwischen Juden und Arabern betrachteten. Ein Araber war nicht notwendig ein Feind. Feinde waren die Anstifter und Führer sowie die Terrorbanden, die als Werkzeuge dienten. Mit dem arabischen Volk selbst hofften die Juden immer noch, einen Frieden und eine Verständigung zu erreichen.» [Womit die Fronten geklärt wären: Was der Autor bisher den amerikanischen „Zionisten“ zuschrieb, gilt für die „palästinensischen“ Zionisten genauso. Bisher klang das aber sehr viel anders.]

Der Gedanke einer Trennung von Juden und Arabern in Palästina wurde damals auch erwogen – und zurückgewiesen. Ein am 10. Februar 1939 an Louis Brandeis gesandtes Dokument fasst Diskussionen zusammen, die auf der Dritten Konferenz mit Vertretern der Jewish Agency geführt wurden. Im Beisein des britischen Premierministers Chamberlain, von Dr. Wise, Ben Zwi und Macdonald schlug Weizmann, Präsident der zionistischen Jewish Agency, vor, dass Palästina ein binationaler Staat sein sollte, in dem manche Bereiche unter britischer Rechtsprechung verblieben. Die binationale Idee wurde 1939 auch in einem Artikel von Dr. Magnes von der Hebrew University vertreten, woraufhin eine Gruppe prominenter Juden in Palästina – Henrietta Szold, Dr. Magnes, Martin Buber, Julius Simon, Präsident der Palestine Economic Corporation, Moshe Smilansky von der Palestine Jewish Farmers League – einen Einheitsverband (Ichud) gründete, um dieses Ziel zu erreichen und eine Annäherung zwischen Juden und Arabern auf politischem, sozialem und ökonomischem Gebiet zu fördern.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahte die Aussicht, dass die internationale Gemeinschaft die Einrichtung eines jüdischen Staates in Palästina unterstützen würde, wenn auch nur, um eine Form von Wiedergutmachung für den Holocaust anzubieten. Dies erwies sich als schwerer Schlag für jene, die gegen diese Option gekämpft hatten. Bis Mai 1947 hat das Exekutivkomitee der Hashomer Hatzair Arbeiterpartei in Jerusalem das binationale Palästina zu seiner Sache gemacht, und zwar mit der Begründung, es sei «das beste Programm im Hinblick auf die Realisierung zionistischer Ziele auf binationaler Basis und bei schrittweiser Sicherung der Kooperation zwischen Juden und Arabern zum Zweck der Bildung eines gemeinsamen Staats bei gleichzeitiger ungehinderter jüdischer Einwanderung». [Und was haben die Araber dazu gesagt?]

Diese Schrift kritisiert den Status quo, eine Teilung von der Art, wie sie von der britischen Royal Commission vorgeschlagen wurde, und die Idee einer Bildung von Kantonen nach Schweizer Muster heftig. Sie kommt zum Schluss, dass diese «Alternativen nichts weniger als verhängnisvoll sind und unvermeidlich in einem grauenhaften Scheitern enden würden». Erst jetzt, angesichts des gegenwärtigen Kreislaufs von Selbstmordattentaten und nationalistischem Militarismus, erfahren wir die wahre Bedeutung dieser schicksalsschweren, bequemerweise aber vergessenen Worte. [Ach ja? Noch einmal – und ich weiß nicht, wie oft das solchen Leuten noch vorgehalten werden muss: Was war die Position der Araber? Der Autor gibt zu, dass die Juden sehr lange dafür waren, das Gebiet gemeinsam zu bewohnen und auch einen eventuellen Staat gemeinsam zu gestalten. Was er aber geflissentlich verdrängt oder bewusst unterschlägt, ist und bleibt die arabische Seite, die arabische Position der Ablehnung der Juden und des Ziels sie zu vertreiben. Diesen schwer wiegenden Anteil an dem Versuch der Zweistaaten-Lösung und selbst deren Ablehnung sollte man nun wirklich endlich einmal in die Geschichte mit einbeziehen!]

————–

Insgesamt kann man nur sagen, dass der Autor ideologisch motiviert sehr viel Stuss schreibt. Er vernachlässigt – bewusst oder unbewusst – grundlegende Tatsachen und Zusammenhänge, die nicht in sein links-antiisraelisches Bild passen. Historisch gesehen ist seine Arbeit unsauber und nicht haltbar. Und zum guten Schluss wird dem heutigen Israel dasselbe Verhalten und dieselbe Motivation unterstellt wie den palästinensischen Terroristen. Das setzt dem Ganzen die Krone auf!

Der „schwankende moralische Grund“, den der Autor der israelischen Staatsgründung bescheinigt, existiert zwar in seiner Fantasie, entbehrt aber jeglicher faktischen Grundlage, weil er von falschen bzw. nicht existenten Fakten ausgeht. – heplev