Den jüdischen Staat delegitimieren

DryBones, 11. Juni 2015

Das Schockierende an Bernard Boutons Beitrag zu Irans antisemitischem Holocaust-Karikaturenwettbewerb, der Palästinenser als „Opfer eines Holocaust“ darstellt, besteht darin, dass wir von der Karikatur nicht schockiert sind. Wir sind aus dem einfachen Grund nicht schockiert, weil in den letzten Jahren von Karikaturen überflutet wurden, die bizarrerweise behaupten, dass die Juden die Täter eines Holocaust an den palästinensischen Arabern sind. „Bizarr“, weil es die unsäglichen Realitäten des wahren Holocaust verharmlost; öffentliche Buchverbrennungen, Zerstörung von Synagogen, Ausschluss aus Schulen, Boykott von Geschäften, das Zusammentreiben von Zivilisten, die öffentlich erniedrigt und in Viehwaggons in Todeslager abtransportiert wurden, Nummern auf die Arme tätowiert bekamen, als Häftlinge verhungerten, sterilisiert, gefoltert wurden, sich zu Tode arbeiten mussten, in Gaskammern getrieben wurden, Babys, die lebend in Öfen geworfen wurden, um Kugeln zu sparen usw. usw. usw… Nichts davon hat irgendeine Parallele im Umgang mit den palästinensischen Arabern. Wie kommt es dann, dass diese irrationalen Karikaturen, die Judenhass fördern und Gewalt und mörderische Angriffe von „wahren Gläubigen“ auf Juden entfachen, von Karikaturisten wie Bernard Bouton und so vielen anderen gezeichnet werden?

Eric Hoffer untersuchte im 20. Jahrhundert in seinem Buch „Die wahren Gläubigen“ die Mechanismen und Taktiken der Massenbewegungen, die versuchten seine Welt zu erobern und umzugestalten – Bewegungen wie der Nationalsozialismus, Faschismus, Kommunismus, Sozialismus, Anarchismus usw. Er kam zu dem faszinierenden und entlarvenden Schluss, dass „eine Massenbewegung ohne den Glauben an einen Gott aufkommen und sich verbreiten kann, aber niemals ohne den Glauben an einen Teufel“. Der Nationalsozialismus fand seinen „Teufel“ in „der Bedrohung“, die die Juden für die Welt darstellten. Der volle Name der Nazipartei war „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“, aber wer erinnert sich, dass ihre Ideen und Ideale andere waren als Judenhass und rassische Überlegenheit? Ihre Identität und Überzeugungen wurden von ihrem wahnsinnigen Judenhass zerstört. Heute sind wir im 21. Jahrhundert Zeugen des Aufstiegs einer weiteren Massenbewegung, die anstrebt die Welt zu erobern und zu verändern. Sie wird Islamismus genannt. Und ihr „Teufel“ ist, wie der der Nazis, „die Bedrohung der Welt durch die Juden“. Die Identität des Islam und seine Überzeugungen sind vom wahnsinnigen Judenhass der Islamisten vernichtet worden. „Antisemitismus“ ist ein Synonym für Judenhass. Er ist ein Begriff, der 1879 von einem Deutschen namens Wilhelm Marr erfunden wurde.

Um Boutons Karikatur zu verstehen, muss man begreifen, dass Antisemitismus Verhaltens- und Kulturvirus ist, der die Gesellschaft infiziert. Wie in Virus, der einen Computer infiziert oder ein Virus, der einen Menschen infiziert, besteht der Hauptstoß dieses Virus den Wirt zu übernehmen, den er infiziert. Sein Ziel ist es sich auf jeden weiteren Wirt zu übertragen, mit dem er in Kontakt kommt. Boutons Karikatur ist, sehr einfach ausgedrückt, mit dem Virus des Judenhasses infiziert. Wie jemand, der einen Virus hat und die Krankheit durch Niesen verbreitet, kann der Karikaturist Bouton (und andere wie er) die Krankheit nicht kontrollieren, die ihn infiziert und zwingt andere zu infizieren. In den 1930-er Jahren stellten die Nazis eine begrenzte Zahl an Bildern viralen Antisemitismus zusammen. In einer Studie, die ich an der Yale University für die Initiative zum Interdisziplinären Studium des Antisemitismus und Rassismus (YIISA) erstellte und die von der Yale University Press veröffentlicht wurde, stellte ich fest, dass der von Nazis geschaffene Satz viraler Bilder, der in Karikaturen eingebettet wird, in zwei Stränge unterschieden werden kann; der eine Strang beantwortet die Frage, was die Juden sind (gehörnte Teufel, Spinnen, Schlangen, mit Fangzähnen bewehrte Vampire, Ratten usw.). Der zweite Strang beantwortete die Frage, was Juden tun (Babys töten, Blut trinken, die Medien kontrollieren, die Banken besitzen, die Welt beherrschen usw.). Diese beiden viralen Karikaturenstränge infizierten die Leser mit der Vorstellung, dass sie wahrscheinlich Opfer der mächtigen, dämonischen Juden sein würden.

Und wie die Nazis vor ihnen nutzten die Islamisten erfolgreich genau diese viralen Karikturenbilder, um ihre antijüdischen Verleumdungen und ihren Judenhass zu verbreiten.

Fotos von Konzentrationslagern zeigen jedoch, dass die Juden selbst nicht bedrohliche, schwache, bedauernswerte Opfer waren, die für andere keine glaubwürdige Bedrohung waren. Das stellte eine Herausforderung für die Verbreitung des Antisemitismus dar. Antisemiten begannen als Reaktion darauf zu bestreiten, dass der Holocaust jemals stattgefunden hatte. Holocaust-Leugnung ging jämmerlich daneben, doch es liegt in der Natur eines Virus, dass er resistente Stränge entwickelt. Und sie bildete ich ein dritter Strang heraus, der Holocaust-resistent ist. Seine viralen Bilder streiten die Nazi-Gräuel nicht ab und leugnen auch nicht die Schrecken des Holocaust. Dieser neue Strang nutzt Karikaturen, um das Konzept zu verbreiten, dass die Juden die Nazis sind und dass der Holocaust Wirklichkeit ist und von den Juden begangen wurde!!

Der Gebrauch dieses neuen Holocaust-Karikatur-Strangs ist ein Versuch eine potenzielle Basis von 1,57 Milliarden Muslimen (die mehr als 23% der Weltbevölkerung ausmacht) aufzustacheln eine winzige jüdische Bevölkerung von etwa 14 Millionen (weniger als 0,2 Prozent der Weltbevölkerung) anzugreifen und Nichtmuslime zu ermutigen diesen Judenhass als berechtigt zu akzeptieren, was uns dazu bringt den traurigen Fall des Bernard Bouton zu begutachten, eines französischen Karikaturisten und Präsident der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen (FECO). Weniger als sechs Monate nach den drei Tagen des Charlie Hebdo-Terrors in Frankreich, bei dem Juden in einem Pariser Supermarkt angegriffen und getötet wurden, weil sie Juden waren, erleben wir in einem Frankreich, das Juden gegenüber zunehmend feindselig wird, einen französischen Karikaturisten, der seine „Juden sind die Täter des Holocaust“-Karikatur als Beitrag für den zweiten iranischen „Holocaust-Karikturen-Wettbewerb“ offeriert.

Eine wahrlich traurige Angelegenheit, einen französischen Karikaturisten zu sehen, der mit den Feinden Frankreichs und der westlichen Zivilisation kollaboriert. Man hätte erwartet, dass der Präsident der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen für die Freilassung der iranischen Karikaturistin Atena Farghadani kämpft, gegen die von einem iranischen Gericht eine zwölfjährige Gefängnisstrafe verhängt wurde, weil sie auf ihrer Facebook-Seite eine Karikatur postete, die die sie nicht mochten. Man hätte erwartet, dass der Präsident der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen gegen den kometenhaften Aufstieg des Judenhasses in Frankreich kämpft. Man hätte vom Präsidenten der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen erwartet, dass er gegen die Boykottierung des jüdischen Staates, seiner Universitäten und seiner Produkte kämpft. Doch in Boutons Fall wären diese Erwartungen klar falsch gewesen. Er kann sich nicht selbst heilen und den antisemitischen Virus abstoßen, der seine Psyche und seine Arbeit infiziert hat. Kapitulation vor der Krankheit ist so viel einfacher als Mut, Selbsterkenntnis und Widerstand.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (31.05.-06.06.2015)

Sonntag, 31.05.2015:

Die PA lässt wieder hetzen: In einem Musikvideo singt ein bewaffneter Kindersoldat zu trainierenden und schießenden Terroristen. Abbas-Berater Sultan Abu Al-Einein sagt, der Widerstand müsse wiederbelebt werden, damit es „tägliche Konfrontation mit dem Feind“ gibt. Weil das Gewehr der PalAraber stärker ist als man glaubt.

Die PA hat Terrorismus verurteil – der darin bestehen soll, dass sich Juden auf dem Tempelberg befinden.

War auch zu erwarten: Er hatte den Antrag auf Ausschluss Israels aus der FIFA zurückgezogen, aber Jibril Rajoub will weiter daran arbeiten, dass dieser eingebracht und beschlossen wird.

Einmal mehr betonte die Hamas, dass sie weite israelische Soldaten entführen will. Das ist der beste Weg Terroristen aus israelischen Gefängnissen freizubekommen.

Beim Besuch von Walter Steinmeier sagte Netanyahu, die Palästinenser sollten ihre Delegitimierungsbemühungen einstellen und ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückkehren. Der einzige gangbare Weg sind direkte Gespräche. Er glaube, dass die Lösung in zwei Staaten für zwei Völker besteht.

Montag, 01.06.2015:

Die PA zerstört weiter jede Chance auf Frieden, indem sie ihre Kinder lehrt, dass Juden eine innewohnende boshafte Natur haben und Konflikt Teil des Islam ist. Aktuell strahlen sie im Kinderprogramm des Fernsehens ein Mädchen mit einem Gedicht aus, in dem es u.a. heißt, Juden seien „barbarische Affen“, „die übelsten Kreaturen“, und „die, die Allahs Propheten ermordeten“.

Dass Jibril Rajoub seinen Antrag auf Ausschluss Israels aus der FIFA zurückgezogen hat, kommt bei den PalArabern gar nicht gut an. Die Palestinina BDS Campaign geifert, er habe seine Verpflichtung nicht erfüllt. Aus dem Gazastreifen nennt man ihn einen Feigling. Und vieles mehr.

Jetzt dürfen Juden auf dem Tempelberg nicht einmal mehr von den öffentlichen Wasserspendern trinken. Anweisung der Polizei!

Shimon Peres und Wissenschaftsminister Danny Danon haben ein neues Technikprojekt initiiert, bei dem sich jüdische und arabische Studenten/Schüler aus ganz Israel online treffen, um sich besser oder überhaupt erst kennenzulernen.

Heckmeck:
Es steinmeiert wieder Israel: Er hat die Hoffnung, dass alle Seiten sich bewusst sind, dass wir hier (in Gaza) auf einem Pulverfass sitzen und sichergestellt werden muss, dass die Lunte nicht angezündet wird. Das Risiko einer neuen Eskalation kann nur entscheidend reduziert werden, wenn wir „wirtschaftliche Entwicklung im Gazastreifen zusätzlich zur humanitären Hilfe und Wiederaufbau leisten“. Und das ginge nur mit offenen Grenzen. Was voraussetzt, dass es keine Raketenangriffe auf Israel mehr gibt. [Kommentar: Das Risiko kann nur reduziert werden, wenn die Ideologie der Hamas beseitigt wird! Und wenn auch die PA aufhört zu hetzen und die Bevölkerung zum Judenhass zu erziehen. Geschieht das nicht, ist alle sonstige Hilfe sinnlos. Und das muss auch Herr Steinmeier endlich einmal begreifen!]

Dienstag, 02.06.2015:

Die Sicherheitskräfte der Hamas warnen: Junge israelische Frauen geben auf Facebook vor Araberinnen zu sein und suchen Kontakt mit jungen Arabern des Gazastreifens, um sie in Fallen zu locken und Informationen für Israel zu sammeln.

Kindersendung im PA-Fernsehen: Eines Tages werden wir Jaffa, Haifa, Akko und Nazareth zurückerobern.

Das ist wohl die falsche Adresse: Die Regierung der Niederlande gab eine Reiseempfehlung/-warnung aus, in der vor Steine werfenden Siedlern in Judäa und Samaria gewarnt wird. (Vor Steine werfenden Arabern wird nicht gewarnt…)

Mittwoch, 03.06.2015:

Die Hisbollah wurde gestern nicht von der israelischen Luftwaffe angegriffen. Das war ein Fehler, der dadurch zustande kam, dass gleichzeitig mit dem Auftauchen israelischer Kampfflugzeuge in der Region eine syrische Rebellengruppe einen Hisbollah-Posten angriff.

Die PA – das sind die mit dem zu wenig Geld für die Versorgung der eigenen Bevölkerung – hat einen neuen Fernsehsender gegründet, der als Zielgruppe die israelischen Araber hat. Das Programm des Senders ist klar: Hetze gegen Israel und Aufhetzung der Araber dort.

Donnerstag, 4. Juni 2015:

Die Islamistengruppe, die die letzten Raketen nach Israel schoss, hat gelobt weitere Raketenangriffe zu starten und „die Juden anzugreifen“ (NICHT die „Zionisten“ – „die Juden“).

Mahmud Abbas verlieh einer Terroristin, die 1967 ein Kino in die Luft jagte, den „Militärischen Ehrenstern“ für seine „Pionierrolle im Kampf“ und „das Gute für die Öffentlichkeit“.

Heckmeck:
Saeb Erekat bestritt Gerüchte, dass die PA Geheimgespräche mit Israel führt.

Freitag, 05.06.2015:

Hassan Nasrallah droht damit im nächsten Krieg „Millionen“ Israelis heimatlos zu machen. Die Zeit, „in der die Israelis unsere Häuser zerstörten und die ihren behielten, ist seit 2006 beendet“, behauptete er.

Die Hamas ließ am Donnerstag wissen, dass die Unterscheidung zwischen „Flüchtlingen von 1948“ und „Evakuierten von 1967“ nur aus propagandistischen Gründen und wertlose Verhandlungen vorgenommen wurde, die die Palästinenser schwächten und die Rechte der palästinensischen Flüchtlinge wertlos machten.

Hamas wettert wieder einmal über „Aggression“ Israels, weil die Luftwaffe diese Woche in Reaktion auf die Raketenangriffe auf israelische Zivilisten Angriffe auf Terrorziele flog. Die Angriffe hätten den Waffenstillstand verletzt.

Robert Wistrich sel.A. – ein leidenschaftlicher Verteidiger des jüdischen Volks

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Robert_WistrichProfessor Robert Wistrich war der führende Historiker in Sachen Antisemitismus und veröffentlichte auch in anderen Feldern der Geschichte wichtige Bücher. Die Kombination aus seiner intellektuellen Tiefe und fruchtbaren Autorenschaft spiegelten sein Expertentum zu vielen Aspekten im Bereich des Antisemitismus. Seine Präsenz war am wichtigsten in einem Bereich, in dem die Zahl der Forscher leider nicht mit der jüngsten Explosion des Hasses und seiner Mutationen mitgehalten hat; das reicht von der Verachtung der jüdischen Religion und des jüdischen Volkes bis zur Verleumdung des jüdischen Staates.

Robert war ein Sprecher und Repräsentant des jüdischen Volkes – Rollen, denen er vollkommen verpflichtet blieb. Zu den vielen von ihm geführten Projekten gehörte die gemeinsam vom Simon Wiesenthal Center und der UNESCO erstellte Ausstellung „Buch, Volk, Land – die 3.500-jährige Beziehung des jüdischen Volks zum Heiligen Land“. Etwas ganz Anderes war seine Mitgliedschaft in der 1999 gegründeten Internationalen Katholisch-Jüdischen Historischen Kommission, die die Rolle von Papst Pius XII. während des Zweiten Weltkriegs neu beurteilte. Robert ließ seine Integrität nicht durch Druck aus Kirchenquellen beeinträchtigen, was schließlich zur verfrühten Einstellung der Arbeit der Kommission beitrug.

Wenn man den Nachruf für einen derart herausragenden Intellektuellen schreibt, zeigen seine Biographie und seine vielen menschlichen Qualitäten einige Aspekte seiner Persönlichkeit; wichtige weitere kann man sehen, wenn man sich auf einiges aus seinem großartigen analytischen Werk konzentriert.

Vor Jahrzehnten las ich eine Veröffentlichung der World Union of Jewish Students. Unter den vielen von Studenten geschriebenen Artikeln gab es einen, der weit aus dem Rest hinausragte. Auf diese Weise begegnete mir Roberts Name zum ersten Mal.

Antisemitismus-Studien wurden dank des französischen Wissenschaftlers Léon Poliakov (1910 – 1997) zum Forschungsfeld; Poliakov schrieb einen Großteil der fundamentalen Arbeit in diesem Bereich. Es war jedoch die Entwicklung eines Instituts auf hohem Niveau nötig, um das Feld in größerem Umfang abzudecken und Robert war bei diesem Unterfangen entscheidend. Er war Neuburger-Professor für Europäische Geschichte und Jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Als Robert 2002 zum Leiter des Vidal Sassoon International Center wurde, verwandelte er dieses in einen Ort, der ein breites Spektrum an Antisemitismus-Forschung veröffentlichte, das viele Länder und Themen abdeckte.

Robert war nicht nur ein sehr geschickter Autor, sondern auch ein durchdachter Redner. Als Kind polnisch-jüdischer Eltern in der Sowjetunion geboren, war Englisch nicht seine Muttersprache, sondern eine der Sprachen, die er beherrschte. Dies und sein enzyklopädisches Wissen erlaubten es ihm tiefe Einsicht in verschiedene Kulturen zu gewinnen.

Es ist unmöglich Roberts gesamte Arbeiten zu besprechen, ohne einen überlangen Aufsatz zu schreiben – also werde ich mich auf einige seiner jüngeren Veröffentlichungen konzentrieren. Sein magnum opus, „A Lethal Obsession“ (Tödliche Besessenheit), trägt den Untertitel „Anti-Semitism from Antiquity to the Global Jihad“ (Antisemitismus von der Antike bis zum weltweiten Jihad) und kam im Jahr 2010 heraus. Seine einzelnen Kapitel können als eigenständige Aufsätze gelesen werden.

In seinem Buch widmete Robert ein ganzes Kapitel den „Juden gegen Zion“. Er behandelte die Geschichte der selbsthassenden Juden ab den Apostaten im christlichen Spanien nach den Massakern an den Juden im Jahr 1391. Er verwies zu einer Äußerung, die bereits zur Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert vom Wiener Dramatiker Arthur Schnitzler zitiert wurde: „Antisemitismus hatte keinen Erfolg, bis die Juden anfingen ihn zu fördern.“ Extrem masochistische Tendenzen, einschließlich psychologischer Selbstgeißelung, die bei Juden regelmäßig vorkommt, gehen wahrscheinlich über die in anderen Kulturen hinaus. Ein Beispiel war Roberts tödliche Analyse des österreichischen, jüdischen Nachkriegskanzlers Bruno Kreisky, einem sozialistischen Reinwäscher ehemaliger Nazis.

Viele Wissenschaftler sehen weg, wenn es um den von muslimischen Staaten und Teilen der muslimischen Bevölkerung in westlichen Ländern ausgehenden, weit verbreiteten Antisemitismus geht. Trotz der Gegenreaktionen blieb Robert freimütig, als sein nach dem 9/11 ursprünglich in Englisch veröffentlichten Aufsatz über muslimischen Antisemitismus auf Deutsch aktualisiert und wieder aufgelegt wurde. Darin machte Robert geltend, dass der Hardcore-Antisemitismus in der arabischen und muslimischen Welt nur mit dem von Nazideutschland vergleichbar ist. Eine solche Meinung zu äußern war weit mehr als eine akademische Beurteilung. Es war eine mutige Tat. Weniger scharfe Kritik am extrem üblen Phänomen muslimischer Gesellschaften wurde bereits als Islamophobie bezeichnet. Solche Kritik wird ständig nicht nur von Muslimen, sondern auch von vielen „politisch korrekten“ Westlern abgewürgt. Robert erklärte ausdrücklich, dass muslimischer Hass auf Israel und Juden „ein eliminierenatorischer Antisemitismus mit Völkermord-Dimension“ ist.

2012 wurde From Ambivalence to Betrayal: The Left, the Jews, and Israel“ (Von Ambivalenz zu Verrat: Die Linke, die Juden und Israel) veröffentlicht. Das Buch enthält das Kapitel Great Britain: A Suitable Case for Treatment? (Großbritannien: Ein passender Fall für Therapie?) Robert hat in Großbritannien studiert, wo der Unterricht zu klassischer britischer Literatur im Lehrplan der Schule fast immer von antisemitischer Natur war. Roberts Analyse begann mit Chaucers Canterbury Tales (Die Canterbury-Erzählungen) aus dem späten 14. Jahrhundert und Christopher Marlowes The Jew of Malta (Der Jude aus Malta) vom Ende des 16. Jahrhunderts. Er sprach sich unmissverständlich gegen die Weißwaschung des Antisemitismus in Shakespeares Kaufmann von Venedig aus.

Vielleicht mehr als jeder andere hat Robert bewiesen, dass Antisemitismus nicht nur in der Geschichte Europas tief verwurzelt, sondern dass er ein integraler Bestandteil der europäischen Kultur ist. Ich überzeugte ihn einmal am Jerusalem Center for Public Affairs einen Vortrag über die lange Tradition des intellektuellen Antisemitismus zu halten. Er illustrierte, wie jede Veränderung im sozialen Umfeld eine Mutation des Antisemitismus mit sich bringt. In Europa legte der katholische Antisemitismus die ideologische Infrastruktur, von der aus sich ein Großteil der Dämonisierung der Juden, des Judentums und des jüdischen Volks entwickelte. Von Martin Luther und dem Protestantismus zur Aufklärung, Voltaire eingeschlossen, von den großen deutschen, idealistischen Philosophen über frühe französische Sozialisten bis zu Karl Marx – viele Intellektuelle und innovative Bewegungen gaben ihren eigenen „Beitrag“ zum Antisemitismus.

Robert war ein leidenschaftlicher und unermüdlicher Kämpfer für seine Ideen. Ich hatte das Privileg zum letzten Mal mit diesem Kampfgenossen gegen die vielen üblen Feinde des jüdischen Volkes und Mann der Prinzipien während des jüngsten Weltforum zur Bekämpfung von Antisemitismus, ein paar Tage vor seinem Tod zu sprechen – ein ausführliches Gespräch, wie immer anregend und angenehm. Seine Zielstrebigkeit blieb bis zum letzten Moment ungebrochen. Wie alle großen Intellektuellen wird er durch das Vermächtnis seiner umfassenden Arbeiten und seines originellen Denkens weiterleben.

Knallchargen

Yitzhak Herzog, Parteichef der Avoda (Arbeitspartei in Israel) – er vertraut darauf, dass Obama einen „guten Deal“ mit dem Iran macht. Klar doch…

Ban Ki-moon, UNO-Generalsekretär – er macht Israels Demokratie(fähigkeit) davon abhängig, dass der jüdische Staat den PalArabern einen Staat gibt. Ohne Palli-Terrorstaat ist Israel keine Demokratie? Was raucht der?

Margot Wallström, Außenministerin (Schweden) – sie begreift immer noch nicht, was das für eine Reaktion in Saudi-Arabien und der arabischen Welt ist, die auf ihre Kritik an saudischen Strafen erfolgte (sie wurde von der Arabischen Liga ausgeladen, Schweden bekommen keine Visa mehr für Saudi-Arabien). Besonders stößt ihr auf, dass dort ihre Kritik an den Kriminalstrafen als Kritik am Islam verstanden/ausgelegt wurde. Da das Strafrecht in Saudi-Barbaria aus der göttlichen Scharia kommt, kann das nicht anders verstanden werden – aber das zu begreifen wird der Dame und ihrer Regierung wohl nie gelingen.

Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister (Bonn) – er musste auf Teufel komm raus das höchste Fest der Christenheit in ein Multikulti-Event uminterpretieren und lief damit an der Realität noch mehr vorbei, als es sonst schon üblich ist.

Hillary Clinton, Politikerin – weshalb hat die Hamas im Krieg gegen Israel die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde benutzt und ihre Waffen unter Zivilisten versteckt? Liegt an der Geografie, nicht an religiösem Extremismus, Hass auf Israel, Propagandazielen, Todessehnsucht, Menschenverachtung der Terrorisaten. Nein, die haben einfach keinen Platz im Gazastreifen, können also gar nicht anders…

Das Auswärtige Amt (Regierung der Bundesrepublik Deutschland): Die Ermordung von 1,5 Millionen Armeniern durch die osmanischen Türken war kein Völkermord. Grund: Der Begriff des Völkermords wurde erst 1951 in Kraft getreten. Damit, Herr Außenminister Steinmeier, sollten Sie auch ganz korrekt sagen: Der Holocaust war ebenfalls kein Völkermord – denn der fand vor 1951 statt!

Die Protokolle der Weisen des Zionismus

redshift, 11. April 2015

Evelyn Hecht-Galinski ist eine deutsche Antizionistin, deren hauptsächliche Qualifikation dafür, sich öffentlich zu Israel und Palästina zu äußern, darin besteht, dass sie die Tochter eines ehemaligen Vorsitzenden Zentralrats der Juden ist, der einflussreichsten jüdischen Organisation Deutschlands.

Vielleicht ist es ihr jüdischer Hintergrund, der sie veranlasste einem Ereignis Beachtung zu schenken, das größtenteils nur in israelischen Medien berichtet wurde: dass der Islamische Staat die Kontrolle über das Viertel/das Flüchtlingslager Yarmuk in Damaskus übernimmt. Yarmuk ist eines der vielen kleinen Ghettos, die in der arabischen Welt für palästinensische Flüchtlinge errichtet wurde – und für ihre Kinder und Kindeskinder, die auch alle als Flüchtlinge behandelt werden – denen die arabischen Staaten die Einbürgerung verweigern, weil sie befürchten, die Palästinenser zu gut zu behandeln könnte deren Verlangen die Juden aus Palästina zu vertreiben dämpfen könnte.

Yarmuk hat schon seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs reichlich Anteil am Unglück gehabt. Weil es als Brutstätte für Oppositionsaktivitäten galt, wurde es von Regierungstruppen beschossen und erlitt eine lang anhaltende Belagerung, die darauf ausgelegt war die Zivilbevölkerung Yarmuks auszuhungern. Hecht-Galinski, deren antizionistisches Geschwafel vor allem deshalb beliebt ist, weil sie als Jüdin Dinge sagen kann, die aus dem Mund eines Deutschen nicht toleriert würden, vermerkte, dass niemand sonst Yarmuk wahrzunehmen schien, selbst jetzt, wo der Islamische Staat die Kontrolle über das Viertel übernommen hat und anfängt seine köpfende Form von Recht auszuüben.

Was aber macht eine überzeugte Antizionistin, wenn sie mit einem der stichhaltigendsten Beweise konfrontiert wird, dass all das Gerede von „palästinensischer Solidarität“ nichts als hohle Phrasen sind, dazu angelegt die Tatsache zu vertuschen, dass diese Menschen nur eine gute Fassade für den guten alten Kampf gegen das jüdische Volk ist? Nun, sie schiebt natürlich Israel die Schuld zu. Denn Hecht-Galinski ist überzeugt, dass die Welt Palästina als Ganzes auf Befehl Israels ignoriert (wobei sie ignoriert, dass zum Beispiel Associated Press mehr Reporter dazu abgestellt hat über Palästina zu berichten, als über das gesamte Afrika südlich der Sahara); der einzige Grund, dass sich niemand um Yarmuk kümmert, kann nur israelische Intervention sein.

Und so schloss Hecht-Galinski in ihrem verzweifelten Versuch ihre Interpretation der Lage im Nahen Osten aufrechtzuerhalten, ihr Klagen über das Leid der Palästinenser in Yarmuk wie folgt: „I(sraelischer) S(ecret) I(ntelligence) S(ervices)“ – die Anspielung auf eine Verschwörungstheorie, die zuerst in iranischen Staatsmedien veröffentlicht wurde, wo man behauptete, von Edward Snowden verratene Dokumente würden beweisen, dass die USA und Israel sich zugunsten des Islamischen Staates einmischen. Natürlich gibt es diese Dokumente nicht und Snowden wusste nichts von einer solchen Einmischung.

Aber es bleibt immer etwas hängen.

Gideon Levy von Ha’aretz verbreitet sein antiisraelisches Gift im Ausland

CAMERA, 17. April 2015

Die israelische Tageszeitung Ha’aretz hat in Israel eine minimale Kundschaft. Nach Angaben einer kürzlich erfolgten Studie von Target Group Index (TGI) betrug die Leserschaft von Ha’aretz lediglich 5,8% des Nachrichtenmarkts. Und selbst dieser Minimalanteil ist höher als er noch letzten Sommer während der IDF-Operation Fels in der Brandung zur Beendigung des Hamas-Raketenfeuers war. Damals lagen die Zahlen noch niedriger, weil einer großen Zahl Abonnementskündigungen, die durch ein Op-Ed des Kolumnisten Gideon Levy ausgelöst waren, in dem er israelische Piloten dafür verurteilte, dass sie ihre militärischen Befehle ausführten. Die meisten Israelis erkannten Ha’aretz als das, was sie ist: eine ideologische Zeitung mit einer linksextremen Redaktionspolitik, die mehr an Interessenvertretung interessiert zu sein scheint als an objektiver Sammlung von Nachrichten.

Gideon Levy sitzt in der Redaktionsleitung und schreibt für die Zeitung eine wöchentliche Kolumne, „Twilight Zone“, sowie politische Leitartikel. Er ist in Israel als erbitterter antiisraelischer Ideologe und Aktivist bekannt, der vor kurzem verhaftet wurde, weil er IDF-Soldaten bespuckte und verfluchte, der oft Ereignisse erfindet, um seine radikale Agenda zu unterstützen. Seine Fan-Gemeinde besteht in erster Linie aus weiteren Israelhassern und Aktivisten, während Mainstream-Israelis und -Journalisten ihn als unredlichen Propagandisten ablehnen (s. z.B. „Colleague Takes Gideon Levy to Task“ und “Former Editor Marmari Speaks Out On ‘Apartheid’ Poll Scandal” sowie auch hier).

Von dem Mainstream-Medien seines eigenen Landes diskreditiert, hat Levy Interesse daran gefunden seine Giftigkeit und die Werbung für Boykotte gegen den jüdischen Staat ins Ausland zu verlegen, wo er uneingeweihtes Publikum mit unehrlichen Verleumdungen gegen Israel beeinflussen kann (s. z.B. „Haaretz’s Levy FUels Anti-Israel Distortions – In Croatia“). Er verkauft sich als heldenhaften Erzähler der Wahrheit, der „es zu seinem Auftrag gemacht“ hat, wie kürzlich ein kanadischer Interviewer ihn beschrieb, „Zeugnis vom palästinensischen Leben in den besetzten Gebieten ablegt“. Levy gibt die Verachtung seiner Landsleute für ihn zu, aber er schreibt sie nicht seinen verleumderischen Schriften Erfindungen zu. Stattdessen versucht er für sich ein Image als Whistleblower zu pflegen, der sich den Hass seiner Landsleute zuzieht, weil er angeblich die hässliche Wahrheit über sie enthüllt. Ihm wird bei dieser Aufgabe von antizionistischen und antisemitischen Organisationen geholfen und Beihilfe geleistet, dazu von Auslandsjournalisten, die nur allzu bereit sind von Israel das Schlimmste zu glauben und diesem verlogenen Ideologen eine Plattform zu bieten, von der aus er Propaganda gegen sein Land auswürgen kann.

Levy beendete gerade eine einwöchige, durch acht Städte führende Redetour quer durch Kanada, die von Canadians for Justice and Peace in the Middle East (CJMPME) gesponsert wurde – einer antiisraelischen BDS-Gruppe (Boykott, De-Investition und Sanktionen). Zu den Mitsponsoren der einzelnen Veranstaltungen gehörten antiisraelische Gruppen wie die Arab Students Association, Solidarity for Palestinian Human Rights, die Palestinian Student Association und Justice for Palestinians. Die erwähnten Gruppen sind Levys offensichtliche Verbündete und Unterstützer, die eine gemeinsame Sache haben: Israel zu diffamieren. Störender waren aber die Fakultäten an den Universitäten, die einige der lokalen Vorträge Levys mitsponserten. Dazu gehörte das Department of Near and Middle Eastern Civilizations an der University of Toronto, das Department of Political Science der University of Alberta und das Department of Writing der University of Victoria.

Levy wurde zudem in kanadischen Radiosendungen interviewt, darunter die Mike Eckford Show auf Radio CKNW in Vancouver, die am 27. März ausgestrahlt wurde, und Michel Enrights überregional ausgestrahlte Sonntagsausgabe auf CBC, dem landesweiten kanadischen Sendernetz, am 29. März. Dort verbreitete Levy weiteres antiisraelisches Gift. Seine Stimme kochte vor scheinheiliger Wut, als Levy Israel als einziges für den palästinensisch-israelischen Konflikt verantwortlich machte, palästinensischen Terrorismus rechtfertigte und zu Boykotte und Bestrafung Israels durch Mächte des Auslands drängte.

Während der Lokalradio-Moderator Mike Eckford unterwürfig Levy antiisraelische Tiraden ehrfürchtig akzeptierte, stellte Radiomoderator Enright Levy mehrere herausfordernde Fragen, die Levy geschickt umging; er schaffte es das Thema zurück zur Dämonisierung Israels zu bringen. Eckford führte Levy mit einem langen, kriecherischen Zitat aus dem angeblichen Interview des radikal antiisraelischen Journalisten Johann Hari mit Levy ein, das im Independent (London) erschien. (Wie sich herausstellte, hatte Hari vorgegeben Levy persönlich interviewt zu haben, obwohl der lediglich Teile, die ihm gefielen, aus verschiedenen Levy-Kolumnen zusammengeschnitten hatte.) Während des gesamten Interviews kroch Eckford Levy hinten rein, behandelte ihn als Helden, schmeichelte ihm, stellte ihm kriecherische Fragen und ebnete Levy den Weg Israel, seine Presse, sein Volk und seine Führungskräfte zu verunglimpfen. CBCs Michael Enright forderte Levy dagegen zu palästinensischem Terrorismus und Hetze, die BDS-Bewegung gegen Israel und Antisemitismus heraus. Levy hielt jedoch an seiner Linie fest und nutzte das landesweite Programm, um sein antiisraelisches Gift zu verbreiten.

Unten folgen einige Zitate aus den beiden Radio-Interviews, die Krampen von Levy Redetouren im Ausland verkörpern.

Gegen einen jüdischen Staat

„Mein Traum ist ein einziger Staat, ein demokratischer Staat mit gleichen Rechten für alle, mit gleichen Gesetzen für jeden, gleichberechtigte Menschen. Es klingt im Moment wie ein Traum, aber ich sehe keine andere realistische Alternative…. Ich mache mir weniger Sorgen um eine jüdische Mehrheit, weil ich an einem gerechten Ort leben will und ich glauben, dass er Charakter Israels durch das Regime geformt werden wird, nicht von seiner ethnischen Mehrheit. Er kann einfach ein binationaler Staat sein und ein sehr ungerechter jüdischer Staat…“ (CKNW)

Beschuldigung aller israelischer Führungspolitiker

„Israelische Premierminister behaupteten einer nach dem anderen, dass sie das Ziel hatten die Besatzung zu beenden, behaupteten, sie hätten das Ziel einen unabhängigen Palästinenserstaat zu ermöglichen und unternahmen gleichzeitig alles Mögliche, um diese Möglichkeiten zu verhindern…“ (CKNW)

Unterstellung israelischer Presse-Einseitigkeit

„Die Berichterstattung ist sehr, sehr einseitig, entmenschlicht die Palästinenser systematisch und sehr, sehr eingeschränkt, das Minimum des Minimums…“ (CKNW)

Rechtfertigung der Hamas-Raketenangriffe auf Zivilisten innerhalb Israels Grüner Linie

„Man sollte fragen, warum sie ihre Raketen schießen. Man sollte fragen, welche andere Möglichkeit man den in Gaza lebenden Palästinensern lässt, die im größten Gefängnis der Erde leben. Wir wollen offen sein. Wann immer sie aufhören Raketen zu schießen, vergessen die Welt und Israel sie. Sehen Sie sich das jetzt an, sie sind wieder vergessen…“ (CBC)

Verurteilung der Militäroperation Israels zum Stopp des Hamas-Raketenfeuers nach Israel

„… Hunderte wurden für nichts getötet und Hunderte Frauen und Kinder wurden für nichts getötet…“ (CKNW)

„… Hunderte palästinensischer Frauen und Kinder wurden für nichts getötet…“ (CBC)

Rechtfertigung palästinensischen Terrorismus im Allgemeinen

„Die Palästinenser besitzen keine Armee. Und ihre einziger Weg für ihre Freiheit zu kämpfen, für ihre Rechte, geht über das, was wir Terrororganisationen nennen. Leider. Welche andere Wahl haben wir ihnen gelassen?“ (CBC)

„… Wenn man das Problem lösen will, muss man sich fragen, was einen jungen Palästinenser, der nicht dazu geboren wurde zu töten, dazu bringt sein Leben zu opfern und diese furchtbaren Gräueltaten und Verbrechen gegen Zivilisten in Tel Aviv, in Jerusalem und überall zu begehen. Wenn man nicht fragt warum, wird man das niemals lösen. Und man muss fragen, warum. Und man muss zu dem Schluss kommen, dass man ihn in die Ecke drängt, in der er nichts mehr zu verlieren hat…“ (CBC)

Ausblendung palästinensischer Hassrede und Indoktrination Jugendlicher gegen Israel, um Israel zu beschuldigen

„Glauben Sie mir, mach so vielen Jahren der Berichterstattung zu den besetzten Gebieten und den Palästinensern: Da gibt es eine Mehrheit der Palästinenser, die mit Israel in Frieden leben wollen, einschließlich der jungen Menschen, wenn man einfach nur die Realität ändert. Sie hat sich in den letzten Jahren zu Schlimmeren verändert, denn diese jungen Menschen, sie brauchen nicht viel, um Israel zu hassen. Wissen Sie, es reicht ihnen mitten in der Nacht aufzuwachen und israelische Soldaten zu sehen, die ihre Eltern vor ihren Augen erniedrigen. Es reicht ihnen aus ihren Schulen zu gehen und israelische Soldaten zu sehen, die von Zeit zu Zeit einige von ihnen schlagen, auf jemanden schießen.“ (CBC)

Werbung für Wirtschaftsboykott gegen Israel

„Boykott war in Südafrika sehr effektiv, sehr effektiv… Das Regime in der Westbank und das Regime im Gazastreifen sind ein Apartheidregime. Was ist es, wenn nicht Apartheid, wenn ein Volk nichts besitzt, keine Ressourcen und keine Rechte. Und ich frage: Warum war es legitim, das mit Südafrika zu tun und warum ist es nicht legitim, das mit Israel zu tun? Glauben Sie wirklich, die Veränderung wird von alleine kommen? Ich wünschte, wir würden das nicht brauchen. Für mich als Israeli ist es sehr problematisch Boykott zu fordern, denn ich selbst boykottiere Israel nicht. Ich lebe dort. Aber ich kann Ihnen sagen, dass man Israel schütteln muss, weil Israel jemanden braucht, um es vor sich selbst zu retten.“ (CBC)

Verunglimpfung der Unterstützung der USA für Israel: Drängt die USA Israel zu bestrafen

„… Israel ist eine regionale Supermacht in der Region mit der totalen, automatischen, blinden Unterstützung der USA wie kein anderer Staat in der Welt…“ (CBC)

„Viele Male, wenn jemand die Beziehungen zwischen den USA und Israel beobachtet, kann man sich fragen, wer genau von den beiden die Supermacht ist und wer wen in die Tasche steckt. Es ist nicht sehr klar und für mich ist es ein Rätsel und ich habe nie das Geheimnis der einseitigen Beziehungen verstanden, in der Israel alles bekommt und nichts gibt und niemals amerikanischen Ersuchen zuhört und das internationale Recht ignoriert und auch viele Male amerikanischen Ratschlag. Aber Herr Netanyahu ging jedenfalls ein paar Schritte weiter als jeder andere israelische Premierminister. Ich denke, er überschritt einige rote Linien, die kein westlicher Führungspolitiker jemals zu überschreiten gewagt hätte; er mischte sich sehr brutal gegen Obama und das Weiße Haus in Washington in die amerikanische Innenpolitik ein. Und jetzt ist es an der Zeit, dass Herr Obama Rache nimmt und es scheint so, dass er das tut. Das einzige Problem damit ist: Wo war er in den letzten sechs Jahren? Ich meine, warum erst jetzt? Und wie viel kann er in seinen letzten zwei Jahren im Amt [gegen Netanyahu] unternehmen? Das ist immer noch eine offene Frage.“ (CKNW)

„Kanada ist in seinem Verhalten, das muss ich leider sagen, alles andere als ein echter, aufrichtiger Freund Israels; dass es die Besatzung unterstützt, seine Verbrechen unterstützt, die Siedlungen unterstützt, ist alles andere als Freundschaft mit Israel. Und ich denke, es ist nicht irrtümlicherweise so, dass es so viele Ähnlichkeiten zwischen dem kanadischen Premierminister Stephen Harper und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu gibt. Ich denke, sie teilen viele gleiche Werte, beide verbreiten Angst auf eine systematische Weise, um an der Macht zu überleben. Und ich denke, im Endeffekt sollte jeder sich selbst fragen, ob diese automatische und blinde Unterstützung Freundschaft ist. Würden Sie einen echten Freund automatisch und blind unterstützen? Wäre das Freundschaft? Oder würden Sie ihn kritisieren, wenn Sie das Gefühl hätten, es wäre nötig? Heute ist diese Art von Unterstützung, die Verbrechen der Besatzung unterstützt, die ignoriert, was Israel anderen antut, keine Freundschaft.“ (CBC)

Dass Levy ein bornierter Radikaler ist, der dieselben antiisraelischen Falschmeldungen wieder und wieder hinrotzt, überrascht objektive Nachrichtenkonsumenten nicht, die den palästinensisch-israelischen Konflikt verfolgen. Auslands-Publikum jedoch ist sich der extremen Einseitigkeit Levys und der Ha’aretz nicht bewusst. Levy selbst formulierte es so, als er seine Erfahrung beschrieb, in Kanada endlich Beachtung zu finden:

„Es ist wie ein Wunder. Ich bin hier wiedergeboren, denn ich bin so viel Sympathie und wohlwollende Fragen nicht gewohnt… Ich bin wirklich, wirklich bewegt und überrascht angesichts des Willkommens…“ (Radio CKNW, Mike Eckford Show, 27. März 2015)

Indem er seine schadenden Botschaft auf diese Sorte naiven Zielpublikums umleitet, schürt Levy Israel-Feindlichkeit und wirbt für Boykott und den jüdischen Staat schädigende Politik.

Vier einfache Schritte zur Beendigung des Nahost-Konflikts

Ted Belman, Israel National News, 7. April 2015

Dennis Ross und David Makovsky argumentieren in „Israels Drang zur Selbstzerstörung“, dass Netanyahu den Palästinenser Hoffnung bieten oder sich einer Wiederbelebung der Delegitimierungsbewegung stellen muss. Sie haben sicherlich recht darauf hinzuweisen, dass die Delegitimierungsbewegung wachsen wird, aber sie liegen mit ihrer Behauptung falsch, dass die Israels Antwort sein muss den Palästinensern Hoffnung zu machen.

Sie argumentieren, was Israel brauche sei der Beginn der Kapitulation noch bevor die Verhandlungen aufgenommen, geschweige denn abgeschlossen sind. Sie wollen, dass Israel seine Verhandlungsmasse für nichts aufgibt.

Die Palästinenser hoffen nicht darauf, dass sie einen Staat bekommen; sie hoffen einen Staat zu vernichten, nämlich Israel.

Nicht Israel muss guten Vertrauenswürdigkeit bieten, sondern die Palästinenser müssen beweisen, dass sie ernsthaft Frieden wollen.

Das Problem mit den Empfehlungen von Ross und Makovsky besteht darin, dass sie vorschlagen eine (jedenfalls von der internationalen Gemeinschaft) vorherbestimmte Lösung zu erzielen: zwei Staaten für zwei Völker auf Grundlage er Linien von 1967 mit Landtausch, einem geteilten Jerusalem und einer „gerechten Lösung“ für die palästinensischen Flüchtlinge, von denen es nur noch wenige (60.000) lebende, echte Flüchtlinge gibt – und für ihre Millionen Nachkommen. Was ist eigentlich aus „alle Angelegenheiten müssen verhandelt werden“ geworden?

Zudem ignorieren die Empfehlungen viele Bedrohungen Israels an dessen Grenzen. Ross und Makovsky gehen davon aus, dass die Bedrohungen sich irgendwann in Luft auflösen, bieten aber keine Argumente dazu, warum das so sein wird. Sie wollen, dass Israel sich selbst in Gefahr bringt, indem es „Hoffnung“ bietet. Und das, als die größte dieser Bedrohungen – der Iran – gerade wegen des von der Obama-Administration verhandelten Deals größer wird, der – wie Netanyahu es ausdrückt, ihnen den Weg zur Bombe ebnet.

Am 13. März 2015 berichtete Arutz-7: „Irans Basij-Kommandeur: Israel muss von der Landkarte gewischt werden.“ Die Times of Israel berichtete:

„Der Kommadeur der Basij-Miliz der Iranischen Revolutionsgarden sagte, Israel von der Landkarte zu löschen sei ‚nicht verhandelbar‘, so ein Bericht in Israel Radio am Dienstag.

„2014 sagte Naqdi, der Iran verstärke seine Anstrengungen zur Bewaffnung der Westbank-Palästinenser zum Kampf gegen Israel und fügte hinzu, der Schritt werde zu Israels Vernichtung führen, berichtete Irans Nachrichtenagentur Fars… Die Bewaffnung der Westbank hat begonnen und den Menschen dieser Region werden Waffen geliefert“, sagte Naqdi. „Die Zionisten sollten wissen, dass der nächste Krieg nicht auf die aktuellen Grenzen beschränkt sein und die Mudschaheddin werden sie zurückdrängen“, fügte er hinzu. Naqdi behauptete, dass ein Großteil des Arsenals der Hamas, ihrer Ausbildung und ihres technischen Knowhows im Konflikt mit Israel während des Sommers vom Iran zur Verfügung gestellt wurde.“

Ein großer Krieg zeichnet sich ab, dem die Obama-Administration Hilfe leistet und begünstigt, doch Ross und Makovsky ignorieren Israels Wirklichkeit und Gefahr.

Israel National News berichtete am 1. April 2015: „IDF-Szenario für den nächsten Hisbollah-Krieg: 1.500 Raketen pro Tag… Armee aktualisiert Schadensschätzungen für einen möglichen Krieg im Norden, erwartet Dutzende oder Hunderte Tote pro Tag… IDF-Experten schätzen, dass die Zahl der Raketen, die den Norden Israels an einem bestimmten Tag treffen werden,1.000 bis 1.500 betragen wird und die Zahl der täglich getöteten Menschen wird im zwei-, vielleicht sogar dreistelligen Bereich liegen.“

Obamas neuer Bettgenosse, der Iran, ist verantwortlich dafür, dass der Hisbollah ein enormes Arsenal an Raketen zur Verfügung steht, angeblich mehr als 60.000, mit denen in Israel Chaos und Verwüstung angerichtet werden soll. Ross und Makovsky erwähnen diese Bedrohung nicht.

Darüber hinaus ist die internationale Gemeinschaft verantwortlich für das Fehlen einer Lösung, weil sie weiter unterstützt, was sie als die schwächere Seite wahrnimmt. Normalerweise wird z.B. ein Arbeitskampf, bei dem die Arbeiter zugeschlagen haben, beigelegt, wenn beide Seiten sich entscheiden zu ihren Forderungen einen Kompromiss einzugehen; Gründe dafür ist wirtschaftliche Notwendigkeit. Im „Friedensprozess“ werden die Palästinenser auf Schritt und Tritt unterstützt, sowohl politisch als auch finanzielle und man lässt sie als schuldlos gelten. So haben sie keinerlei Grund oder Notwendigkeit Kompromisse einzugehen.

Diese Unterstützung hat den Zweck von Oslo konterkariert. Rabin sagte eins, dass die Palästinenser sich dem Willen Israels beugen müssten, weil Israel der Stärkere sei und alle Trümpfe in der Hand halte oder so etwas Ähnliches. Was er nicht einkalkulierte war, dass die internationale Gemeinschaft die Palästinenser den Palästinensern helfen und so eine Regelung unmöglich machen würde.

Daher wäre mein erster Vorschlag, die vorherbestimmte Lösung beiseite zu legen. Stattdessen sollte der einzige Parameter die Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats sein.

Zweitens sollte man die Seiten in Ruhe lassen. Hört auf die Palästinenser finanziell oder politisch zu unterstützen.

Drittens: Die UNRWA sollte abgeschafft und die sogenannten Flüchtlinge sollten auf die gleiche Weise neu angesiedelt werden, wie es mit allen Flüchtlingen weltweit gemacht wird. Resolution 393 der UNO-Vollversammlung sieht das vor.

„4. Erwägt, dass, ohne Beeinträchtigung von Absatz 11 der Resolution 194 (III) der Vollversammlung vom 11. Dezember 1948, die Wiedereingliederung der Flüchtlinge in das Wirtschaftsleben des Nahen Ostens, entweder durch Repatriierung oder Neuansiedlung unerlässlich ist als Vorbereitung für die Zeit, wenn internationale Hilfestellung nicht länger verfügbar ist sowie für die Verwirklichung der Friedensbedingungen und Stabilität in der Region.“

Die Resolution empfiehlt „Wiedereingliederung der Flüchtlinge in das Wirtschaftsleben des Nahen Ostens entweder durch Repatriierung oder Neusansiedlung“. Es gibt keinen Grund, dass diese „Flüchtlinge“ nicht auch überall in der Welt neu angesiedelt werden können, so wie die syrischen Flüchtlinge neu angesiedelt werden. Oder normalisiert sie einfach dort, wie sie sind, indem ihnen die Staatsbürgerschaft gegeben wird. Wenn die Gastgeberländer das tun ablehnen, dann müssen sie in Ländern neu angesiedelt werden, wo das möglich ist.

Es würde enorm helfen, wenn die Standarddefinition dessen, was ein Flüchtling ist, angewandt würde, statt auch ihre Nachkommen als Flüchtlinge anzusehen.

Ich sollte herausstellen, dass das „Rückkehrrecht“ aus Resolution 194 hergeleitet wird, die wie allle Resolutionen der UNO-Vollversammlung nur eine Empfehlung war.

Die Weltgemeinschaft trägt durch Beibehaltung des Flüchtlingsstatus für diese Menschen zum Stillstand im „Friedensprozess“ bei. Weil das „Rückkehrrecht“ aufrechterhalten wird, verstärken sie die Unlösbarkeit.

Viertens: Unterstützt die Auswanderung der Palästinenser aus Judäa und Samaria und dem Gazastreifen (statt ihn wieder aufzubauen). Dort leben aktuell rund 3,5 Millionen Araber. Wenn die Welt 2 Millionen von ihnen aufnehmen würde, könnte Israel seine Souveränität auf diese Gebiete ausweiten und den verbleibenden Arabern die Staatsbürgerschaft oder Autonomie anbieten. Damit wäre der Konflikt vorbei.

Zusammengefasst: Wenn der Westen den Konflikt beenden will, sollte er die „Flüchtlinge“ neu ansiedeln und 2 Millionen Araber aufnehmen. So einfach ist das.

Stattdessen ziehen es Ross und Makovsky vor von Israel zu fordern, dass es den Handel akezptiert, den sie vorherbestimmen – auf eigenes Risiko. Israel, weil es überleben will, wird nicht bereit sein das zu tun.

Es ist schon ironisch: Genau zu der Zeit, in der Obama jetzt bereit ist seine Optionen für das Aufzwingen einer Lösung zu überdenken, die Unterstützung für eine „Zweistaatenlösung“ zur Lösung des israelische-arabischen Konflikts in den Vereinigten Staaten weniger beliebt als sie es in den vergangenen zwei Jahrzehnten war, heißt es in einer neuen Meinungsumfrage der von Washington Post und ABC News.