Die Wüste zum Blühen bringen

Kay Wilson, Israellycool, 2. April 2021

Tief betroffen vom ihn umgebenden Antisemitismus und zunehmender Armut in seiner Vorkriegsheimat Polen beschloss Simcha Blass, er müsse nach Eretz Yisrael reisen, um seine Zukunft dort zu überprüfen. Sollte er schließlich beschließen sich dort niederzulassen, bräuchte Blass einen Lebensunterhalt. Noch in Warschau erfand er eine Maschine, die Weißen pflanzt und die Ernte von Feldfrüchten um massive 300 Prozent erhöht. Eine reiche Versorgung mit Lebensmitteln bedeutete, Juden würden nicht länger von britischem oder arabischem Wohlwollen abhängig sein. Begeistert wegen des Abenteuers machte er sich auf den Weg, aber leider fand der intellektuelle Blass es in der unbekannten Umgebung von Eretz Yisrael schwierig sein eigenes Produkt zu vermarkten und seine Erfindung scheiterte.

Mit Hitlers Aufstieg zur Macht und den sich in Polen für Juden ausbreitenden Umständen beschloss er und seine Frau aus Bialystok zu holen, damit sie sich ein Leben weit weg von dem sich zusammenbrauenden Sturm aufbauen könnten. Er überlegte, dass selbst wenn es unter den proarabischen Briten war, könnte das Leben in Eretz Yisrael nicht schlimmer sein als in dem zunehmend feindlichen Klima in seiner Heimat Polen, wo die meisten Juden jetzt infolge brutaler Steuern, die einzig ihrer Gemeinschaft auferlegt wurden, von Armut gebeutelt waren.

Blass und seine Frau richteten ihr Zuhause in Deganya Bet ein, einem Kibbuz am idyllischen Ufer des Kinneret. Dort kam er zu dem Schluss, dass das Hauptproblem in der jüdischen Heimat eigentlich nicht ein Mangel an Weizen war, wie er zuerst glaubte, sondern ein Fehlen zugänglichen Wassers.

Mit dem grassierenden politischen Chaos unter der britischen Herrschaft machte sich Smicha Blass daran die erste Pipeline in den Negev zu bauen. Sein Ziel war die Worte des Propheten Jesaja zu erfüllen und die Wüste erblühen zu lassen. Also wollte er jeden Flecken trockenen Landes für jüdische Siedlung geeignet machen. Er landete eines Tages einen Glückstreffer, als er es schaffte einige Wasserrohre zu bekommen, die die Briten während Luftangriffen verwendet hatten, um Brände zu löschen. Die Rohre waren perfekt. Als Ergebnis davon, dass er sie in der Wüste verlegte, entstanden elf jüdische Bauerngemeinschaften auf dem wüsten Land. Die Wüste erblühte entgegen aller Wahrscheinlichkeit und das in einem Ausmaß, dass die Fülle der Feldfrüchte und Blumen später die UNO anstieß den größten Teil des Negev in die Grenzen des jüdischen Staates einzubeziehen.

Blass‘ neugieriger Verstand ruhte nie. Direkt neben seinem Haus befand sich eine Gruppe trockener und durstiger Bäume. Es kam ihm seltsam vor, dass von ihnen nur ein einziger blühte. Als er den Mutterboden aushob, um herauszufinden, warum dem so war, entdeckte er ein Leck in einer mechanischen Verbindung. Unter dem Mutterboden tropfte Wasser in die einsamen Wurzeln. Diese Entdeckung bildete den Anfang einer atemberaubenden landwirtschaftlichen Reform, die eine Welt voller Möglichkeiten eröffnen sollte.

Der Kibbuz Hatzerim wurde die perfekte Umgebung zur Entwicklung des Prototypen dieser Tröpfchenbewässerung. Mit dem stolzen Ziel diese Technologie in ärmere Länder zu exportieren nutzte Blass das reichlich vorhandene Wüstenland, um seine Erfindung zu perfektionieren, die die Welt verändern sollte. Tröpfchenbewässerung verwandelte das Leben von Millionen Bauern in mehr als 150 Ländern, was ermöglichte, dass auf jedem Land höhere Erträge zu produzieren und dabei Wasser, Dünger und Energie einzusparen.

Der polnische Jude veränderte die Welt für immer. Durch seine Brillanz und Hingabe seine Talente zum Wohl der Menschheit zu nutzen, stellte er sicher, dass Millionen Menschen weltweit überleben und gedeihen.

Von einer 1700 Jahre alten Buddha-Statue zu einem 75 Jahre alten Buddhisten: ein kurzer Bericht über islamische Aggression

Krishna Priya, Jihad Watch, 20. März 2021

Wir haben zwar die Gräueltaten ausgiebig diskutiert, die von islamischen Jihadisten gegen Christen und Hindus entfesselt wurde, aber Jihadisten begehen oft dieselben Gräuel an Sikhs, Jains und Buddhisten. Zusammen bilden diese Gruppen Mikro-Minderheiten auf dem indischen Subkontinent.

Obwohl Buddhisten in Myanmar und Sri Lanka stark vertreten sind, bilden sie immer noch eine Minderheit in den riesigen Bevölkerungsgruppen des Subkontinents. Wie stehen also die Chancen dass diejenigen, die die größte religiöse Bevölkerungsgruppe der Region in ihrem Land, die Hindus,  drangsaliert haben, dass sie die Mikro-Minderheiten in Ruhe lassen?

„Du kannst voller Freundlichkeit und Liebe sein, aber du kannst nicht neben einem tollwütigen Hund schlafen“, sagte der 52-jährige buddhistische Mönch Ashin Wirathu aus Myanmar. Er bezog sich auf Muslime. Wir fragen uns, was einen friedfertigen Mönch dazu treiben könnte mit einem derart grausamen Kommentar aufzuwarten.

Im März 2001 sprengte die islamische Jihad-Gruppe Taliban die Buddhas von Bamiyan in Afghanistan. Mit 38 und 55 Metern Höhe waren die Zwillingsstatuen monumentale Wunder der antiken Kunstfertigkeit aus dem sechsten Jahrhundert. Aber sie wurden zerstört, weil sie in all ihrer Erhabenheit von Talibanführer Mullah Mohammad Omar als „Götzen der Ungläubigen“ abgetan wurden.

Sieben Jahre später, als die Tehriek-e-Taliban das Swat-Tal in Pakistan überrannten, wurde die Statue des meditierenden Buddha aus dem siebten Jahrhundert eines ihrer ersten Opfer.

Im Juli 2020 wurde ein 1.700 Jahre altes buddhistisches Götterbild zerstört, das in Pakistan entdeckt worden war und von dem man glaubte, es sei ein Produkt der Gandhara-Zivilisation. Auf Veranlassung eines islamischen Geistlichen brachten Bauarbeiter Vorschlaghämmer zu dem „unislamischen“ antiken Relikt und schlugen es in Stücke.

2013 wurden Haider Ali, Mujibullah, Imtiyaz und Tarique Ansari in Haft genommen, weil sie im Tempelkomplex Bodh Gaya dreizehn Bomben legten. Das ist ein wichtiger buddhistischer Pilgerort in Bihar (Indien) und wird von großen Gruppen Buddhisten von allen Enden der Welt aufgesucht. Obwohl die Sprengsätze vor der Explosion entdeckt wurden, wurden zwei Mönche in dem Chaos verletzt. Mit der Lage in Myanmar als Hintergrundgeschichte zur Rechtfertigung ihrer erwogenen Gewalt gegen die Buddhisten haben die Jihadisten sie oft in Ländern angegriffen, in denen die muslimische Bevölkerung dominiert.

Zu glauben, sie seien für ihre Gewalt auf einen Vorwand angewiesen, wäre jedoch naiv. Die Universität Nalanda in Indien war ein geehrtes Kloster und Epizentrum des Lernens vom fünften bis ins zwölfte Jahrhundert. Unterstützt vom buddhistischen Kaiser war es in seiner Zeit das, was Cambridge oder Oxford heute sind. 1193 brach der türkische Eindringling Muhammad Bakhtiyar Khilji mit seiner Armee aus Plünderern über die Schatzkammer des astronomischen Wissens, der Mathematik, Medizin und Philosophie herein und machte sie dem Erdboden gleich. Die Wohnanlage der Universität beherbergte 2.000 Lehrer und 10.000 Studenten, von denen tausende geköpft und bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Die riesige Sammlung mit 9 Millionen Manuskripten brannte drei Monate lang.

Vorfälle mit Brandschatzung und Plünderung sind durch die Geschichte hindurch aufgezeichnet, sie gehen zurück bis 712/13 n.Chr., als die Stadt Bukhara im heutigen Usbekistan von den Arabern verwüstet wurde. Moscheen traten an die Stelle buddhistische Klöster und buddhistische Heiligtümer wurden überall in zentralasiatischen Gebieten abgerissen, die vom arabischen General von Khorasan, Qutayban ibn Muslim, angegriffen wurden.

In der jüngeren Geschichte erlitt 1985 der Buddhistentempel Borobudur in Magelang auf Zentral-Java schwere Schäden, nachdem 9 von Mohammed Jawas, Abdulkadir Ali Alhabsyi und dem blinden muslimischen Prediger Husein Ali Al Habsyi gelegte Bomben dort explodierten.

Ein weiteres südasiatisches Land, Bangladesch, erhält von internationalen Gremien gewaltige Summen zur Entwicklung seiner Infrastruktur und Lebensbedingungen. Diese Hilfe hat wenig getan, um die Jihadisten Bangladeschs zu bilden, die sich dafür bewaffnet haben seine Minderheiten rund um die Uhr anzugreifen. Wenn es nicht die Hindus sind, sind sie hinter den Buddhisten her.

2012 wurden zwölf buddhistische Tempel und Klöster sowie 50 Häuser von einem 25.000 Personen starken lokalen Mob geplündert. Ein angeblicher Facebook-Eintrag eines Buddhisten, der den Koran kritisierte, hatte die Wut entfacht. Später wurde festgestellt, dass kein Buddhist einen solchen Facebook-Eintrag gemacht hatte.

2016 war ein 75 Jahre alter buddhistischer Mönch zu Tode gehackt worden; seine Leiche barg man aus einem buddhistischen Tempel im Bezirk Bandarban in Bangladesch. Er war nur einer von vielen aus der Minderheitsgemeinschaft, die in dieser Zeit vermutlich von Jihadisten ermordet wruden.

Buddhistische Mönche haben friedliche Kundgebungen organisiert und forderten ein Eingreifen der UNO wegen der unaufhörlichen islamisch-jihadistischen Angriffe auf die Buddhisten Bangladeschs. Wir warten auf Handeln der UNO aufgrund des bescheidenen Appels.

Wir hören weiter so viel über uighurische Muslime, die von der Regierung Chinas misshandelt werden. Dieser Missbrauch ist nicht gerechtfertigt. Aber was uns nicht erzählt wird ist, dass Uighuren ursprünglich Buddhisten im Königreich Qocho und Turfan waren. Sie wurden in einem „heiligen Krieg“, den Chagatai Khizr Khwaja gegen das buddhistische Königreich führte, angegriffen und mit dem Schwert bekehrt. Viele der Bekehrten-Nachkommen behielten keine Erinnerung an ihr buddhistisches Erbe und hegten dieselbe Einstellung gegenüber den „Ungläubigen“ wie jeder normale Jihadist das tut. Aber noch einmal: Ist das nicht so, wie jede Bevölkerung, die zu dieser Ideologie bekehrt wurde, unerbittlich ermahnt wird zu denken, sich zu verhalten und zu funktionieren?

„Das Historische Palästina“ – ein irreführender Anachronismus

Aslo Aizenberg, HonestReporting, 29. März 2021

Das „historische Palästina“ ist ein landläufig verwendter Begriff, wenn der arabisch-israelische Konflikt diskutiert wird. Die Wendung suggeriert, dass in der Vergangenheit eine als Palästina bekannte Nation existierte, wobei das Wort „historisch“ den Eindruck vermittelt, dass diese Nation in der Region tief verwurzelt ist und damit einen natürlichen Anspruch hat in Form eines modernen Staats namens Palästina wiederbelebt zu werden. Indem auf das Land so ohne Erwähnung jüdischer Geschichte verwiesen wird, wird auch subtil angedeutet, dass jüdische Präsenz in der Region fremd ist.

Dieser Artikel diskutiert die Herkunft und Evolution der Verwendung von „Palästina“ als Ortsname und dass aktuelle Vorstellungen des „historischen Palästina“ allesamt auf einem falschen Verständnis der geografischen und politischen Historie der Region beruhen.

Das historische Palästina im heutigen Gebrauch bezieht sich auf das Territorium, das jetzt Israel, die Westbank und den Gazastreifen umfasst. Hier sind mehrere markante Beispiele der Verwendung des Begriffs.

  • Saeb Erekat, Chefunterhändler der palästinensischen Autonomiebehörde, erkärte in einem im Mai 2019 in der New York Times veröffentlichten Kommentarartikel, die Palästinenser würden Israel in den „Grenzen von 1967, gleichbedeutend mit 78 Prozent des historischen Palästina“ anerkennen.[i] Auf welches „historische Palästina“ bezog sich Erekat und umfasst Israel wirklich 78% dieses „historischen“ Territoriums?
  • Die Columbia Journalism Review veröffentlichte im Januar 2019 einen Artikel mit der Überschrift „Palstinensische Bürger Israels kämpfen darum ihre Geschichte zu erzählen“, in der der Autor behauptete: „Das historische Palästina unter osmanischer und britischer Kontrolle hatte eine blühende arabische Presse.“[ii] War Palästina jemals ein Territorium unter osmansicher Kontrolle?
  • Ein Artikel im The Washington Report vom Juni 2019 zu Nahost-Angelegenheiten über Trumps „Deal des Jahrhunderts“ für den Frieden im Nahen Osten erklärt, dass der Deal dem „neue Palästina“ die Verantwortung „über 12 Prozent des historischen Palästina“ überlassen könnte.[iii] Welches Gebiet des Landes wurde verwendet, um bei dieser Zahl anzugelangen?
  • Präsident Abbas stellte im November 2012 in seiner Rede vor den Vereinten Nationen Folgendes fest: „Die Zweistaatenlösung, d.h. der an der Seite des Staates Israel koexistierende Staat Palästina, repräsentiert den Geist und das Wesen des historischen Kompromisses, der in der Prinzipienerklärung von Oslo verkörpert wird, der vor 19 Jahren zwischen der Palästinenesischen Befreiungsorganisation (PLO) und der Regierung Israels unter der Schirmherrschaft der USA auf dem Rasen des Weißen Hauses unterschriebenen Vereinbarung, ein Kompromiss, bei dem das palästinensische Volk um des Friedensschlusses willen akzeptierte seinen Staat auf nur 22% des Territoriums des historischen Palästina zu gründen.“[iv] Ist diese Zahl von 22% akkurat?

Geografische Geschichte des Heiligen Landes

Palästina, oder offiziell „Provinica Syria Palaestina“, war ein von den Römern 135 n.Chr. erfundener Name als Ersatz für „Judäa“, im Versuch, nach der Niederlage Bar Kohbas bei der jüdischen Rebellion gegen das römische Reich alle Bezeichnungen des Judentums in der Region zu verdrängen. Ebenso wurde Jerusalem offiziell in Aelia Capitolina umbenannt. Im vierten Jahrhundert wurde die Provinz in drei kleinere Einheiten aufgeteilt: Palaestina Prima, Palaestina Secunda und Palaestina Tertia (s. Karte A). Beachten Sie, dass die neuen Provinzen horizontal organisiert waren und Gebiete auf beiden Seiten des Jordan umfassten.

Karte A. Das römische Palästina

Im frühen siebten Jahrhundert kam in Arabien der Islam auf und muslimische Armeen begannen große Teile des Nahen Ostens zu erobern, darunter im Jahr 640 n.Chr. die drei „Palaestinas“. Die muslimischen Eroberer behielten die römisch-byzantinische Teilung der Region weitgehend bei: Paleastina Prima wurde in „Jund Filastin“ (Militärdistrikt Filastin) umbenannt und Palaestina Secunda wurde nach dem Jordan in „Jund Al-Urdunn“ umbenannt. Palaestina Tertia hörte auf ein eigener Distrikt zu sein und wurde Teil des Wüstenterritoriums im Süden. Jund Filastin und Jund Al-Urdunn umfassten zwei von fünf Provinzen (dazu gab es Jund Dimaschk, Jund Hims und Jund Kinnasrin), die eine größere geografische Region bildeten, die auf Arabisch als „Esch-Scham“ oder „Bilad al-Scham“ bekannt war. Bilad al-Scham bedeutete „Land der linken Hand“, im Gegensatz zu „Bilad al-Yaman“, was „Land der rechten Hand“ bedeutete. Wenn man in Mekka oder Medina stand und nach Osten schaute, lag Bilad al-Scham zur Linken oder im Norden, während Bilad al-Yaman rechts oder im Süden lag. „Esch-Scham“ bezog sich auch auf die Stadt Damaskus und seine weitere Bedeutung war, dass die gesamte Region von Damaskus aus regiert wurde. Esch-Scham wurde später mit „Syrien“ und dem Konzept von „Großsyrien“ assoziiert, was weiter unten diskutiert wird.

Esch-Scham und die Jud-Distrikte bleiben bis zur Eroberung durch die christlichen Kreuzritter 1099 in Kraft. Das neu geformte Lateinische Königreich Jerusalem begann als kleines Territorium, weitete sich dann allmählich aus, um ein Gebiet zu umfassen, das sich in seiner größten Ausdehnung von einem Punkt nördlich von Beirut bis zur Wüste Sinai und auf beiden Seiten des Jordan erstreckte, wie Karte B zeigt. Die christlichen Herrscher nannten keine Provinz oder Bezirk Palästina. Im Verlauf der nächsten zwei Jahrhunderte führte eine Serie von miltärischen Aktionen mit einem Hin und Her zwischen Muslimen und Christen zu fließenden Grenzen, aber am Ende des dreizehnten Jahrhunderts wurden die Kreuzritter von den Mameluken komplett vertrieben. Die Kreuzritter-Periode und die Gründung des Lateinischen Königreichs Jerusalem flößten innerhalb der christlichen Welt ein Bewusstsein des heiligen Landes als einer geografischen Einheit ein und verstärkten religiöse Zuordnungen mit der Region, die bis ins 19. und 20. Jahrhundert weitergetragen wurden.


Karte B: das Lateinische Königreich Jerusalem

Die Mameluken blieben die nächsten Jahrhunderte in Kontorolle und führten neue geografische Einteilungen ein; sie benannten Provinzen entsprechend ihrer Hauptstädte. Die meiste Zeit dieser Periode war das Land beiderseits des Jordan in sechs Distrikte eingeteilt, deren Hauptstädte in Gaza, Hebron, Jerusalem, Ludd, Nablus und Qaqun (eine Stadt nördlich von Jaffa) waren. Wie bei früheren muslimischen Reichen wurden diese Distrikte als Teil eines größeren Territoriums Esch-Scham/Bilad al-Scham betrachtet, deren Zentrum Damaskus war. Die Mameluken nannten keinerlei Territorium Palästina/Filastin, das inzwischen wenig andere Bedeutung hatte als der frührere Name einer Provinz des lange untergegangenen christlichen, römisch-byzantinischen Imperiums zu sein.

1516 wurden die Mamluken von einem weiteren muslimischen Imperium abgelöst, dem der osmanischen Türken, die aus Kleinasien kamen. Die Türken führten neue gegrafische Bezeichnungen für ihre Eroberungen ein; sie teilten das Territorium in Verwaltungsprovinzen ein, die als Eyalets bekannt waren. Anfangs wurde der größte Teil des Territoriums, das heute Syrien, den Libanon, Jordanien, Israel, die Westbank und den Gazastreifen ausmacht (die als die „modernen Staaten“ bezeichnet werden können) in das einzelne Eyalet Sam eingegliedert, das allgemein der armen Region entsprach, die man als „Esch-Scham“ kannte. Einmal mehr war es so, dass die Osmanen keinerlei Territorium als Palästina/Filastin bezeichneten, obwohl die Osmanen natürlich die Geschichte der Region und ihre alten Namen kannten. Palästina war zudem für Juden ein irrelevanter Name geworden, sie zogen “Eretz Israel” (Land of Israel) vor; gleiches gilt für die Araber und Muslime, die weiterhin von Esch-Scham sprachen. Selbst bei Christen war Palsätina ein verlorener Name für den Großteil des osmanischen Gebiets, da sie es vorzogen die Region das „Heilige Land“ oder „Judäa“ zu nennen.

Die Verwaltungsgrenzen und Namen der Eyalets veränderten sich im Verlauf der Jahrhunderte mehrmals und im frühen 19. Jahrhundert wurde das Eyalet Sam in drei neue Eyalets aufgeteilt: Aleppo, Sidon und Damaskus. Die Gegend, die üblicherweise mit dem Heiligen Land assoziiert wird, bestand im Großen und Ganzen aus den Eyalets Sidon und Damaskus, also wurde die Verwaltung vom heutigen Libanon und Syrien aus gehandhabt. 1864 verfügten die Osmanen eine weitere Neuorganisation der Verwaltung, die die alten Eyalets zugunsten neuer Provinzen abschaffte, die Vilayets hießen, die dann weiter in Unterbezirke aufgeteilt wurden, die Sanjaks hießen. Jedes Vilayet wurde von einem Vali oder Generalgouverneur und jeder Sanjak wurde von einem Mutesarrif regiert. Die Neuorganisation schuf ein neues Vilayet Suriya (die arabische Form von Syrien), das im Wesentlichen eine Union der früheren Eyalts Sidon und Damaskus war, wobei der Vali in Damaskus saß, das den Großteil des Territoriums dser modernen Staaten umfasste. Die Gründung dieser Provinz war das erste Mal, dass der Name „Syrien“ von den Osmanen offiziell verwendet wurde, um ein Gebiet zu benennen.

Weniger als ein Jahrzehnt später, 1873, führten die Osmanen eine weiterte Verwaltungsänderung bei den Bezirken ein, indem ein Teil des Vilalyet Suriya genommen wurde, um daraus eine Provinz namens „Mutasarrifiya Jerusalem“ zu machen. Eine Mutasarrifiya (oder Mutessariflik) war eine Provinz ähnlich einem Vilayet mit einem Gouverneur, der direkt dem Sultan unterstand. Der Sultan schuf diese Provinz mit Hauptquartier in Jerusalem, das ihm direkt unterstand, weil die heilige Stadt in der Weltpolitik immer wichtiger wurde, hauptsächlich infolge des zunehmenden europäischen Interesses an der Region. 1888 wurde das Vilayet Suriya mit der Schaffung eines neuen Vilayets Beirut weiter verkleinert; das Vilayet Beirut enthielt fünf Sanjaks: Latakia, Tripoli, Beirut, Akko und Nablus. Diese Verwaltungstrukturt, wie Karte C sie zeigt, blieb bis zum Ersten Weltkrieg allgemein stabil.[v] Der lila Bereich zeigt das verkleinerte VIlayet Syrien, die neue Mutasarrifiya Jerusalem ist rosa. Das neue Vilayet Beirut liegt nördlich der Mutasarrifiya Jerualem in orange. Mit dieser Organisation waren Bereiche, die normalerweise als Teil Palästinas gelten – z.B. Nablus, Haifa und Akko – Teil der Provinz Beirut, was nicht ungewöhnlich ist, weil die Osmanen zwischen Bereichen im heutigen Norden Israels und dem Süden des Libanon keinen Unterschied machten. Die einzige Gemeinsamkeit durch die ganzen Verwaltungsänderungen unter osmanischer Kontrolle hindurch besteht darin, dass Palästina als Ortsname niemals in Betracht kam, nicht einmal für eine kleinere Verwaltungseinheit wie einen Sanjak. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war „Palästina“ als Ort fast ein Jahrtausend lang nicht mehr existent, ein Überbleibsel antiker römischer Herrschaft.[vi]

Karte C: Osmanische Verwaltungseinheiten (Vilayets) 1903

Karte C (2)

Palästina: Pflege eines antiken Namens

Selbst unter den osmanischen Türken, die die Region Jahrunderte lang kontrollierten und ihre eigenen politischen Grenzen unterhielten, die den lange ausgestorbenen Ort namens „Palästina“ nicht enthielten, und obwohl niemand in der Region sich als „Palästinenser” betrachtet hätte, kam der Begriff im 19. Jahrhundert wieder in Gebrauch – aber nicht durch die Araber oder jüdische Einwohner der Region oder die herrschenden Osmanen, sondern durch Christen aus dem Ausland. Irgendwann in der europäischen Renaissance mit ihrem erneuerten Interesse an der klassischen Welt, kam wieder christliches Interesse an dem römischen Namen „Palaestina“ auf, später gestärkt durch Napoleons Vorstoß in den Nahen Osten im Jahr 1799. Obwohl er von den Osmanen, Juden, Muslimen, Arabern und sogar den meisten Christen lange schon ausrangiert wurde, wurde der Jahrhunderte alte Name für das alte römische Land Jesu und der Bibel wieder aktuell.[vii]

Der erste Versuch ein eingenes Gebiet namens „Palästina“ präzise zu kartieren und abzugrenzen wird normalerweise Pierre Jacotin, einem Mitglied der Entourage Napoleons, zugeschrieben und kurz nach der Expedition veröffentlicht. Im 19. Jahrhundert wurden viele weitere Landkarten produziert, aber die Version mit der höchsten Qualität wurde 1878 vom Palestine Exploration Fund veröffentlicht. Diese Landkarten hatten wenig mit der Wirklickeit der tatsächlichen politischen Grenzen gemein, die von der türkischen Obrigkeit etabliert wurden und gründeten stattdessen auf Vorstellungen eines Gebiets, das in der Bibel umrissen war. Ein Gelehrter der Geografie der Region  des 19. Jahrhunderts erklärte: „… diese Kartographen waren vielleicht mehr damit beschäftigt das Buch Josua zu illustrieren als daran, zukünftigen Historikern des osmanischen Reiches zu helfen…“[viii] Wie man erwarten konnte, varriierten die Karten zudem beträchtlich, da die Kartografen unsicher waren, wie das Territorium auf Grundlage von nur verbalen Beschreibungen in antiken Texten gezeigt werden sollte. Ein Beispiel findet sich in Karte D, die 1892 in Deutschland veröffenlicht wurde. Sie zeigt Palästina sowie eingeklinkt die antiken Stämme Israels und das Hochland von Judäa.[ix] Die Encyclopedia Britannica von 1911 beschreibt die Unklarheit dieses schwammigen Ortes namens Palästina:

PALÄSTINA, ein geografischer Name, der eher lose verwendet wird. Etymologische Genauigkeit würde erfordern nur den schmalen Küstenstreifen so zu bezeichnen, der einst von den Philistern besetzt war, von denen der Name abgeleitet ist. Er wird jedoch herkömmlicherweise als Name für ein Territorium verwendet, das im Alten Testament als Erbteil der Hebräer vor dem Exil angegeben wird; somit könnte allgemein gesagt werden, dass es sich um das südliche Drittel der Provinz Syrien handelte. Außer im Westen, wo das Land ans Mittelmeer grenzt, kann die Grenze des Landes auf der Karte nicht als definitive Linie festgelegt werden. Die modernen Unterteiliungen unter der Zuständigkeit des osmanischen Reichs sind keineswegs deckungsgleich mit denen der Antike und bieten daher keine Grenze, nach der Palästina genau vom Rest Syriens im Norden oder von der Sinai bzw. der Arabischen Wüste im Süden und Osten getrennt werden kann; es gibt auch keine Aufzeichnungn antiker Grenzen, die ausreichen, um die vollen und eindeutigen Grenzen angeben, um die komplette Grenzziehung für das Land möglich macht… Nimmt man als Anhaltspunkt die natürlichen Gegebenheiten, die diesen Gegebenheiten am besten entsprechen, dann können wir Palästina als den Streifen Land beschreiben, der sich entlang des Ostufers des Mittelmeers von der Mündung des Flusses Litani oder Kasimiya (33° 20‘ N) nach Süden bis zur Mündung des Wadi Ghuzza erstreckt; Letzteres stößt bei 31° 28‘ N, etwas südlich von Gaza, ans Meer und verläuft dann in südöstlicher Richtung, so dass es an seiner nörldichen Seite den Ort Beersheba einschließt. Nach Osten gibt es eine solche Grenze nicht. Es stimmt, dass der Jordan eine Abgrenzungslinie zwischen dem westlichen und dem östlichen Palästina bildet; aber es praktisch nicht zu sagen, wo letzteres endet und die Arabische Wüste beginnt. Vielleicht ist die Linie der PIlgerstraße von Damaskus nach Mekka die geeignetste mögliche Grenze.

Wie in dieser maßgeblichen, in Großbritannien veröffentlichten Enzyklopädie veröffentlicht, gehörten zu Palästina Teile des heutigen Südliblllanon und Territorium östlich des Jordan, aber wenig von der Wüste Negev.

Karte D: In Deutschlanad veröffentlichte Landkarte Palästinas, 1892

Das historische Palästina: ein Anachronismus

Die tatsächliche politische Geografie der Region wurde in den meisten Weltatlanten akkurat dargestellt, korrekt in Karten des osmanischen Reichs der Türkei einbezogen oder genauer der „asiatischen Türkei“ (wie schon in Karte C gezeigt), gegenüber der „europäischen Türkei“. Diese Landkarten zeigen korrekt die osmanischen Einteilungen, ohne dass Palästina zu finden war, weil es nicht existierte. Seltsamerweise, aber entsprechend dem biblischen Interesse am Heiligen Land seitens Christen in Europa und Amerika, beinhalteten dieselben modernen Weltatlanten neben der der osmanischen Türkei zusätzlich eine Karte von „Palästina“, wie man an disem Beispiel von Rand, McNallys „Geschäftsatlas“ sehen kann, der 1892 veröffentlicht wurde (s. Karte E, ähnlich dem deutschen Beispiel in Karte D).[x] Diese kuriose Entscheidung wäre ähnlich einem Weltaltas von 2019, der zum Beispiele eine Landkarte des modernen Irak wiedergibt und dann auf einer anderen Seite eine Landkarte des antiken Sumer zeigt – ohne dass eine andere antike Landkarte oder untergeganger Geograife irgendeines anderen Landes angeboten wird. Warum gaben diese zeitgenössischen Atlas-Verlage eine Karte Palästinas an, die auf die Römerzeit zurückging? Wegen des Glaubens, dass das Land Jesu ein Lese-Muss war, selbst in einem Atlas, der sich der Darstellung der modernen Welt widmete.

Karte E: In den USA veröffentlichte Lankarte Palästinas, 1892

Viele moderne Historiker haben diesen Anachronismus übernommen, beschreiben oder zeigen manchmal Palästina, wie es angeblich während der Zeit der Osmanen erschien.[xi] All diese Darstellungen sind allerings fehlerhaft, da die Osmanen kein einziges Gebiet als Palästina bezeichneten oder den Namen in irgendeiner offiziellen Funktion verwendeten.[xii] Leider ist es Brauch geworden die heutige typische Definition des „historischen Palästina“ (d.h. des Gebiets, das das heutige Israel, die Westbank und dne Gazastreifen umfasst) über die Landkarten des osmanischen Reichs zu legen, womit der falsche Eindruck vermittelt wird, die Definition von heute gründe auf irgendeine Weise auf osmanischer Geografie.

Die Briten und Franzosen sollten später das osmanische Vilayet-System ebenfalls ignorieren; stattdessen zerstückelten sie die Region einzig auf Grundlage der Bedürfnisse der beiden Mächte. Bemerkenswert ist: Als die Briten nach dem Ersten Weltkrieg mit den Franzosen über die Grenzen des neuen Mandats Palästina verhandelten, gründete die ursprüngliche britische Haltung auf der vagen biblischen Benennung des Landes Israels als „von Dan bis Beersheva“ (1. Samuel 24,2) liegend. Gideon Berger, ein bekannter Erforscher der Geografie der Region, erklärt: „Diese biblische Formel, die von den die Bibel kennenden Briten vorgetragen wurde, ist schnell zur zentralen Formel bei der Festlegung der zukünftigen Grenzen Palästinas geworden.“[xiii]

Diese in der heutigen Diskussion über den Konflikt beschworenen, von oden Europäern des zwanzigsten Jahrhunderts geschaffenen Grenzen werden heute als langjährig und heilig behandelt, während die osmanischen Benennungen eine lange zurückliegende Erinnerung. Ein weiterer Kernfehler in der heutigen Verwendung von „historisches Palästina“ ist, dass die gebräuchliche Definition Gebiete östlich des Jordan ausschließt, obwohl die ganze Geschichte hindurch, von der römisch-byzantinischen Zeit bis ins 19. Jahrhundert, Landkarten bis zur ursprünglichen Bildung des britischen Mandats Palästina, Teile des modernen Jordanien IMMER als Teil Palästinas betrachtet wurden.

Es ist in Wirklichkeit „das historische Syrien“

Während sich die Begrifflichkeiten des heiligen Landes oft auf Palästina konzentirerten, ist es für das Verständnis der geografischen Geschichte der Region wichtig die Verwendung und Geografie von Syrien zu verstehen. Genau genommen übernahmen die Osmanen „Syrien“ als den Namen für eines ihrer Vilayets, das die Jahrhunderte alte Bezeichnung der Region als „Esch-Scham“ ersetzte. Über den Einfluss der christlich-arabischen Literatur und westeuropäischer Verwendung während des 19. Jahrhunderts kam es dazu, dass die moderne arabische Form von Syrien (oder „Suriya“) in regelmäßigen Gebrauch kam und Ende des Jahrhunderts ersetzte er selbst im muslimisch-arabischen allgemeinen Gebrauch Esch-Sham oder Bilad al-Scham. Die modernen Staaten, einschließlich Israls, waren eigentlich alle Teil dessen, was besser als das „historische Syrien“ oder seinem früheren Gegenstück Esch-Scham beschrieben würde, nicht als „historisches Palästina“, eine Tatsache, die in der heutigen Diskussion über den Nahen Osten komplett verloren gegangen ist. Eine ausgezeichnete Darstellung davon, wie die Region allgemein als Syrien bekannt war, findet sich in Karte F, veröffentlicht vom französischen Geografen Vital Cuinet im Jahr 1896, die das Vilayet Syrien und die osmanischen Verwaltungseinheiten zeigt.

Karte F: Das osmanischei Syrien

Die damalige lokale arabische Bevölkerung hätte ebenfalls allgemein die gesamte Region als Syrien und sich selbst als „Syrer“ (oder nach dem früheren Namen Esch-Scham/Bilad al-Scham) bezeichnet, wie sie es in den aufeinander folgenden muslimischen Reichen viele Jahrhunderte lang gemacht hatten. Diese präzise Erinnerung an „Groß-Syrien“ dauerte Jahrzehne lang, wie es Faiz El-Khouri, Minister der syrischen Gesandtschaft in Washington in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 14. Mai 1947 zur Palästina-Frage ausdrückte:

… Ich möchte der Vollversammlung gerne erklären, wie die Position Syriens in Bezug auf Palästina aussieht. Ich denke, die meisten von Ihnen, wenn nicht alle, wissen, dass Palästina eine syrische Provinz war. Es gibt dort geografische, historische, rassische und religiöse Verbindungen. Es gibt nicht einen einzigen Unterschied zwischen den Palästinensern und den Syrern und ohne die Balfour-Erklärung und die Bestimmungen des Mandats wäre  Palästina heute eine syrische Provinz, wie sie das früher immer war.[xiv]

Ein früheres Beispiel der Verbindungen zu Syrien ist in einer Resolution des Ersten Kongresses der Muslimisch-Christlichen Gesellschaft zu finden, der im Januar 1918 in Jerusalem stattfand. Er wurde zusammengerufen, um arabische Delegierte für die erste Friedenskonferenz nach dem Ersten Weltkrieg auszuwählen. In der Resolution hieß es: „Wir betrachten Palästina als Teil des arabischen Syrien, da es von diesem zu keiner Zeit getrennt war. Wir sind mit ihm durch nationale, religiöse, sprachliche, natürliche, wirtschaftliche und geografische Bande verbunden.“[xv] Es gab eine deutliche Anerkenntnis, dass Palästina eine künstliche Schöpfung des christlichen Europa war und der Kongress es vorzog sich auf die lange bestehende Benennung der Region als Syrien zu konzentrieren.

Natürlich sind all diese Fakten im heutigen Diskurs verloren gegangen, mit einer Verschleierung der historischen Wirklichkeit, es habe ein eigenständiges sowohl ethnisches als auch geografisches palästinensisches Bewusstsein gegeben, das aber erst im 20. Jahrhundert aufkam. Syrien ist der bei weitem genauere Begriff, der auf die Menschen und die Geografie der Region angewendet werden sollte, wenn das Wort „historisch“ verwendet wird.

Die Bildung des modernen Palästina

Palästina als formell-politische Einheit entstand als Ergebnis von Handeln, das von den wichtigsten Alliierten Mächte nach dem Ersten Weltkrieg auf der im April 1920 abgehaltenen Konferenz von San Remo unternommen wurde. Die Resolution von San Remo mit Datum vom 25. April 1920 war das Dokument, das offiziell ein Mandat für Palästina schuf und den Briten die Kontrolle über das Gebiet übertrug. Die Resolution wies die „Mandatsmacht“, also die Briten, an, eine nationale Heimstatt für das jüdische Volk in der neuen Entität einzurichten; die Grundlage dafür war die zuvor ausgegebene Balfour-Erklärung.

Am 1. Juli 1920 setzten die Briten die in der Resolution von San Remo umrissenen Vereinbarungen um und beendeten die Militärverwaltung des Territoriums, das offiziell „Occupied Enemy Territory Administration“ (OETA) hieß. Palästina war geboren. Die ursprünglichen Grenzen des Mandats Palästina, wie sie von den Hauptmächten in der Region – Großbritannien und Frankreich – vereinbart waren, einschließlich des gesamten Territoriums, das heute Israel, Jordanien, die Westbank und den Gazastreifen beinhaltet. Die Briten wählten den Namen „Palästina“ in Übereinstimmung mit christlich-europäischer Tradition, wobei sie wiederum lokale Terminologie und osmanische Benennungen ignorierten. Als Zugeständnis an die jüdische Bevölkerung und in Bestätigung der Balfour-Erklärung fügten sie der hebärischen Form des Namens Palästina die Initialen „aleph“ und „yud“ (die für Eretz Israel standen, das „Land Israel“) hinzu. Im Verlauf der nächsten drei Jahre sollten ständige Verhandlungen mit den Franzosen und andere regionale Ereignisse zu beträchtlichen Veränderungen der Grenzen des Mandats Palästina führen. Diese modifizierten Grenzen sollten schließlich die Grenzlinien für die Staaten des heutigen Nahen Ostens und wiederum als scheinbar heilige historische Grenzen kanonisiert werden.

Während dieser Diskussionen zwischen den Mächten beschlossen die Briten aus Gründen, die über den Umfang dieses Artikels hinausgehen, einseitig 77% des den Briten in San Remo bewilligten Mandats Palästina herauszunehmen und unter die Kontrolle Abdallahs zu stellen, den sie den neuen Emir von Transjordanien nannten (siehe Karte G). Diese neue arbische Gebilde, das in Wirklichkeit Teil des „historischen Palästina“ war, wurde offiziell am 11. April 1921 aus der Taufe gehoben. Wie so oft wird dieses entscheidende Ereignis in der geografischen Geschichte der Region heute normalerweise ignoriert. Die meisten Diskussionen über den Konflikt erkennen nicht an, dass das moderne Jordanien ethnisch und geografisch immer das gleiche Gebiet gewesen ist wie Bereiche westlich des Jordan.

Karte G: das britische Mandat Palästina

Schlussfolgerung

Es ist schwer die alte Realität von unserer modernen Terminologie zu trennen und die sich ständig ändernden Ortsnamen zu organisieren. Zur Verwirrung trägt die Tatsache bei, dass christliche Fremde im 19. und frühen 20. Jahrhundert beschlossen antike Gebiete und Ortsnamen mit Grenzen wiederzubeleben und aufrechtzuerhalten, obwohl weder die aktuellen politischen Herrscher des Territoriums noch die örtlichen Einwohner für diese Ortsnamen eine Verwendung hatten. Hier sind die Schlüsselfolgerungen, die Teil des Diskurses zur Geschichte der Region werden sollten:

  • Palästina war ein Provinzname, der von den Römern im Jahr 135 n.Chr. eingeführt wrude, um „Judäa“ zu ersetzen und nach der Niederwerfung der jüdischen Rebellion alle anderen Spuren jüdischen Lebens in der Region zu ersetzen. Die muslimischen Eroberer im 7. Jahrhundert behielten den Namen „Filastin“, um eine Provinz zu bezeichnen, aber ab der christlichen Eroberung wurde der Name nicht mehr verwendet.
  • Die muslimischen Mameluken, die die Christen besiegten, bezeichneten keinerlei Territorium als Palästina/Filastin und genauso wenig machten es die osmanischen Türken, die die Region ab dem frühen 16. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg kontrollierten. Fast ein Jahrtausend lang wurde der Ortsname „Palästina“ nicht verwendet, ein lange vergessenes Überbleibsel römischer Herrschaft in der Antike.
  • Der Begriff „Palästina“ wurde von christlichen Europäern im 19. Jahrhundert wieder aufgrund seiner Verbindung zur Bibel und zum Land Jesu wieder regelmäßig verwendet. Weder die osmanischen Türken noch die örtlichen Bewohner verwendeten zu dieser Zeit den Begriff „Palästina“.
  • Europäer zeichneten im 19. und frühen 20. Jahrhundert Landkarten von „Palästina“auf Grundlage antiker biblischer Vorstellungen von dieser Region und steckten sie anachronistisch in moderne Atlanten des Gebiets, obwohl ein solches Gebilde nicht existierte. Die tatsächlichen Ortsnamen und Grenzen der Region waren in denselben Atlanten unter dem korrekten Titel „asiatische Türkei“ zu finden. Das wäre so, als würden Westler heute darauf bestehen den irak als historisches Sumer zu bezeichnen und Landkarten des antiken Sumer in zeitgenössischen Atlanten einbinden, ohne uralte Karten für irgendeinen anderen Staat.
  • Das Palästina während der Römerzeit, wie sie in von Europäern im 19. Jahrhundert erstlelten Landkarten und der Bildung des Mandats Palästina 1920 gezeigt wurden, schlossen immer Gebiet östlich und westlich des Jordan ein. Auch der südliche Libanon gehörte dazu, der sich historisch nicht von Bereichen in Nordisrael unterschied. Das wird von zahlreichen geografischen Studien der Region bestätigt, die im 19. Jahrhundert, von britischen Geografen geleitet durchgeführt wurden (z.B. veröffentlichte der Palestine Exploration Fund 1881 „An Introduction to the Survey of Western Palestine“, wo Westpalästina am Jordan endet und Ostpalästina auf der anderen Seite).
  • Das nach dem Ersten Weltkrieg unter britische Kontrolle gestellte Mandat Palästina entsprach der Tatsache, dass Palästina in all seinen Verkörperungen immer Territorium auf beiden Seiten des Jordan beinhaltete.
  • Als die Briten 1921 eigenmächtig beschlossen auf 77% des Territoriums des Originalmandats Transjordanien zu schaffen, behielten sie nur 23%, den Teil westlich des Jordan, unter dem Namen „Palästina“. Irgendwie wurde in den Jahrzehnten nach dieser Trennung die Vorstellung von „Palästina“ und dem „historischen Palästina“ nur auf Teile westlich des Jordan eingeschränkt.
  • Der Teilungsplan von 1947, der die Aufteilung des Mandats Palästina in einen jüdischen Staat und einen arabischen Staat empfahl, gewährte dem jüdischen Staat etwa 56% des Territoriums – aber das waren nur 13% des ursprünglichen Mandats Palästina. Fakt ist, dass der Teilungsplan den Arabern pratisch zwei Staaten auf dem Mandat Palästina einräumte, die 87% des Originalmandats umfassten.
  • Nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1948 weitete der neue Staat Israel sein Territorium auf etwa 78% des reduzierten Mandats Palästina aus, während die Westbank und der Gazastreifen sich auf 22% des Gebiets beliefen.
  • Als Abbas sagte, das palästinensische Volk werde um des Friedens willen einen Staat auf nur 22% des Territoriums des „historischen Palästina“ akzeptieren, lag er grob falsch. Da das historische Palästina notwendigerweise Gebiete östlich und westlich des Jordan einschließt, wie das ursprüngliche Mandat Palästina es akkurat widerspiegelte, beläuft sich das Land, das Jordanien, die Westbank und den Gazastreifen umfasst, heute 82% des Gesamtgebiets. Israel ist ein Staat, der am Ende einen Anteil von weniger als 15% des Mandats Palästina hatte.
  • Die meisten Leute verwenden heute die Grenzen des Mandats Palästina nach 1921 als ihre Definition des „historischen Palästina“, obwohl diese künstlich geschaffenen Grenzen in Wirklichkeit ahistorisch, neuer und künstlich geschaffen sind. „Mandat Palästina“ wäre ein genauerer Begriff gewesen und sollte von den Medien anstelle von „historisches Palästina“ verwendet werden.
  • In den heutigen Diskussionen wird vergessen, dass es weit genauer wäre die Region „historisches Syrien“ zu nennen, da die allgemeine Region des heutigen Israel, der Westbank, des Gazastreifens, Jordaniens, Syriens und des Libanon geografisch und ethnisch Teil einer politischen Einheit waren, die als Esch-Scham und später Syrien bekannt waren. Die lokale Bevölkerung hätte sich zudem nicht als Teil dieses Territoriums betrachtet. Ohne die Wiederbelebung des Namens Palästina durch das christliche Europa irgendwann im 19. Jahrhundert hätte sich sicher Syrien als Name der Region durchgesetzt, so wie es Jahrhunderte lang gewesen war. Das oben angeführte Zitat durch den Minister der syrischen Gesandtschaft in Washington von 1947 macht das deutlich.


Quellen:

Biger, Gideon: The Boundaries of Modern Palestine, 1840-1947 (RoutledgeCurzon, London, 2004).

Doumani, Beshara B: Rediscovering Palestine: Merchants and Peasants in Jabal Nablus (1700-1900, University of California Press, Berkeley, 1995).

Dowty, Alan: Israel/Palestine (Polity Press, Cambridge, 2005).

Hopkins, I.W.J.: Nineteenth-Century Maps of Palestine: Dual-Purpose Historical Evidence, Imago Mundi (Bd. 22., 1968, S. 30-36).

Kark, Ruth(Hg.): The Land that Became Israel, Studies in Historical Geography (Yale University Press, New Haven, 1989). Eintrag von Gideon Biger: The Names and Boundaries of Eretz-Israel (Palestine) as Reflections of Stages in its History, S. 1-22.

Le Strange, Guy: Palestine Under the Moslems, A Description of Syria and the Holy Land from A.D. 650 to 1500 (Alexander P. Watt, London, 1890).

Lewis, Bernard: Islam in History (Second Edition; verwendetes Kapitel: Palestine: On the History and Geography of a Name, S. 153-165) (Open Court, Chicago, 1993)

Mandel, Neville J.: The Arabs and Zionism Before World War I (University of California Press, Berkeley, 1976).

Ma’oz, Moshe (Hg.): Studies on Palestine During the Ottoman Period (Magnes Press, Jerusalem, 1975). Eintrag von: Porath, Yehoshua: The Political Awakening of the Palestinian Arabs and their Leadership Towards the End of the Ottoman Period, S. 351-381.

MacCoun, Townsend: The Holy Land in Geography and in History, Bd. II (MacCoun, New York, 1897).

Parkes, James: History of Palestine From 135 A.D. to Modern Times (Oxford University Press, New York, 1949).

Pitcher, Donald Edgar: An Historical Geography of the Ottoman Empire (E.J. Brill, Leiden, Netherlands, 1972).

Porath, Yehoshua: The Emergence of the Palestinian-Arab National Movement 1918-1929 (Frank Cass, London, 1974).

Richter, Julius: A History of Protestant Missions in the Near East (Fleming H. Revell Company, New York, 1910).

Zachs, Fruma: The Making of A Syrian Identity, Intellectuals and Merchants in Nineteenth Century Beirut (Brill, Leiden, 2005).


[i] Erekat, Saeb: Trump Doesn’t Want Peace. He Wants Palestinian Surrender. New York Times, 22. Mai 2019. https://www.nytimes.com/2019/05/22/opinion/trump-israel-palestinian-peace-plan.html

[ii] Berger, Miriam: Palestinian citizens of Israel struggle to tell their stories. Columbia Journalism Review, 11. Januar  2019. https://www.cjr.org/analysis/palestinian-citizens-of-israel-musawa.php

[iii] Cook, Jonathan: The ‘Deal of the Century’ Would Force Palestinians to Swallow a Bitter Pill. Washington Report on Middle East Affairs. Juni/Juli 2019, S. 8-10. https://www.wrmea.org/2019-june-july/the-deal-of-the-century-would-force-palestinians-to-swallow-a-bitter-pill.html

[iv] (29. November 2012) Erklärung von Präsident Abbas vor der Verabschiedung der Resolution 67/19 zum Status Palästinas bei den Vereinten Nationen. http://palestineun.org/29-november-2012-statement-of-president-abbas-before-the-adoption-of-resolution-6719-on-the-status-of-palestine-in-the-united-nations/

[v] Dodd, Mead & Company, 1903

[vi] Zu den Quellen für diesen Teil gehröt Kark (Biger-Artikel); s. 15-18; Parkes, S. 87-88; Le Strange (S. 5 und 27), MacCoun, S. 107-109; Pitcher, S. 128 und 141; Zachs, S. 95-102;  Lewis, S. 158.

[vii] Biger (Kark), p. 19.

[viii] Hopkins, p. 30, 36.

[ix] F.A. Brockhaus, Leipzig, 1892.

[x] Rand, McNally & Cos Enlarged Business Atlas, Chicago, 1892.

[xi] siehe z.B. Dowty, S. 19.

[xii] Doumani, S. 261.

[xiii] Biger, S. 68

[xiv] Achte Plenarsitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen (A/2/PV.78) in der Vollversammlungshalle in Flushing Meadow, New York, 14. Mail 1947 um 15 Uhr.

[xv] Porath, S. 82.

Kenne deine Geschichte: Die Flagge Palästinas

David Lange, Israellycool, 11. März 2021

Wie ich bereits oft auf dieser Seite [hepev: Israellycool] weisen die Israelhasser gerne regelmäßig auf Artefakte aus dem damaligen Palästina, um irgendwie beweisen zu wollen, dass damals ein Staat Palästina existierte und daher heute existiert.

Wie die Münzen. Und die Gullideckel.

Kein Israel-Unterstützer hat jedoch jemals behauptet, dass es „Palästina“ nie gab. Wir erkennen an, dass es damals ein britisches Mandat Palästina gab und davor ein Gebiet namens Palästina als Teil des osmanischen Reichs.[1] Wir akzeptieren nur nicht, dass es jemals einen Staat „Palästina“ gab, der von einer palästinensischen Nation geführt wurde, bevor Israel entstand. Und die Geschichte ist auf unserer Seite.

All das ist eine Einführung für die folgenden, für die Hasser unangenehmen Fakten: Die Flagge Palästinas nach Angaben des Völkerbundes vor der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948.

Das rumänische „Illustrierte enzyklopädische Wörterbuch“, 1928:

Das französische Larousse-Wörterbuch, 1934:

Interessanterweise sieht diese Flagge aus Världens Huvudstäder (1936) ziemlich genau wie die heutige israelische Flagge aus, statt so wie die anderen oben.

Trotzdem denke ich, Sie verstehen.

Zufälligerweise sah die Flagge nach Angaben Großbritanniens ganz anders aus.

 

[1] Anmerkung heplev: Dieser wurde allerdings nur von den Europäern so genannt

Zehn fantastische Schlösser und Burgen in Israel

Von an einer Klippe hängenden Palästen in der Wüste bis zu Rittersälen und eindrucksvollen Festungen ist Israel der Ort, an dem man ich in glänzender Rüstung vorstellen kann

Naama Barak, Irael21c, 26. Februar 2021

Wenn man an Israel denkt, sind Burgen vermutlich nicht das Erste, was einem einfällt. Was eine Schande ist, bedenkt man, dass das Land einige wahrlich prächtige davon aufweisen kann.

Einige von ihnen gehen tausende Jahre zurück, während andere jünger sind, aber es handelt sich bei allen um Monumente faszinierender Geschichte, verlorener Imperien und von Machtkämpfen, die ihre eigene Netflix-Show wert sind.

Hier haben wir sie auf unsere 10 besten Burgen und Festungen gekürzt, die bewundert werden, während Sie Ihre feinsten Kleider tragen.

  1. Chateau Belvoir

Foto der Burg Belvoir via Shutterstock.com

Wie viele der Burgen und Festungen, die über Israel verteilt sind, wurde Chateau Belvoir von den Kreuzrittern gebaut, die vom 12. bis ins 13. Jahrhundert über das Land und später Teile davon herrschten. Die in der Nähe des Sees Genezareth gelegene Burg ist konzentrisch was bedeutet, dass sie zwei Reihen Verteidigungsmauern hat, die eine innerhalb der zweiten.

Sie wurde von ihren muslimischen Eroberern Anfang des 13. Jahrhunderts zerstört, um sicherzustellen, dass Kreuzritter-Streitkräfte sie in der Zukunft nicht noch einmal besetzten, aber zum Glück zerstörten sie nur das oberste Geschoss und füllten den Burggraben auf, so dass das Fundament intakt blieb und heute angesehen werden kann. Heute weist die Burg als Teil eines Nationalparks nicht nur großartige Ruinen auf, sondern auch einen atemberaubenden Panoramablick.

Foto der Burg Belvoir von Altosvic via Shutterstock.com

2. Burg Cafarlet

Foto der Burg Cafarlet von Tokar via Shutterstock.com

Die Burg Cafarlet innerhalb des stillen Moschaw Habonim an Israels Küste ist eher mysteriös, weil es wenig historische Aufzeichnungen dazu gibt. Sie wurde wahrscheinlich im achten oder neunten Jahrhundert von muslimischen Herrschern des Landes Israel gebaut, zusammen mit ähnlichen Festungen, die entlang der Küste gebaut wurden, um es vor eindringenden byzantinischen Christen zu schützen.

Die rechtwinklige Burg hat Wachtürme an jeder Ecke, die alle saniert wurden, als sie von den Kreuzrittern übernommen wurde. Schließlich wurde die Gegend wieder von muslimischen Eroberern übernommen und die Burg und der sie umgebende Bereich verfielen. Heute liegt der Ort abseits und wird nicht gepflegt, also ist es vielleicht am besten sie aus der Entfernung zu genießen.

  1. Die David-Zitadelle

Foto der David-Zitadelle von Aleksander Todorovic via Shutterstock.com

Als eines der bekanntesten Wahrzeichen Jerusalems ist die David-Zitadelle am Eingang zur Altstadt ein großer, imposanter Komplex, der ursprünglich vor etwa 2.000 Jahren der Ort von König Herodes‘ Wachtürmen war. Von arabischen Herrschern Jerusalems wurde daraus dann eine Burg gemacht, die von den Kreuzrittern weiter befestigt wurde und die die zurückkehrenden arabischen Herrschern dann weiter befestigten. Das Minarett, das sie heute ziert, wurde von den Osmanen hinzugefügt, die sie zudem mit einem Graben umgaben. Heute beinhaltet die Zitadelle archäologische Funde, das Davidturm-Museum und eine sehr eindrucksvolle Licht- und Ton-Show.

  1. Die Burg Nimrod

Die Burg Nimrod an den Hängen des Hermon in Nordisrael sieht aus, als stamme sie direkt aus dem Set von „Game of Thrones“, so mittelalterlich sieht sie aus. Der riesige Komplex wurde von muslimischen Herrschern an einer strategischen Stelle gebaut, um die wichtige Straße nach Damaskus zu schützen.

Sie wird seit hunderten Jahren nicht mehr genutzt, krönt aber die Landschaft immer noch sehr stark, was sogar den besuchenden Mark Twain dazu brachte sie als die „stattlichste Ruine dieser Art weltweit“ zu bezeichnen. Heute ist sie ein Nationalpark, für die Öffentlichkeit geöffnet, die sich an einer uralten Stein-Inschrift, interessanter Architektur und großartiger Aussichten erfreuen kann.

Die alte Burg Nimrod in Israels Norden ist ein atemberaubendes Beispiel für die vielen Burgen und Festungen des Landes. Foto von Nina Mikryukova via Shutterstock.com

  1. Burg Monfort

Foto der Burg Montfort von Shimon Bar via Shutterstock.com

Die Burg Montfort ist eine einzigartige Kreuzritterburg, weil sie nicht gebaut wurde, um das christliche Königreich vor arabischen Invasoren zu schützen, sondern als Unterkunft für die Verwaltung des Deutschritter-Ordens und um diese vor rivalisierenden Kreuzrittern zu schützen. Im13. Jahrhundert gebaut, befindet sich auf einem steilen Felsvorsprung im nördlichen Galiläa, umgeben von grünem Wald. Heute ist sie Teil eines Nationalparks, der auch Heimat für seltene und gefährdete Pflanzen ist.

Foto der Burg Montfort von Setz Aronstam via Shutterstock.com

  1. Masada

Foto Masadas von StockStudio Arials via Shutterstock.com

Als möglicherweise die umwerfendste Festung auf dieser Liste ist Masada eine der führenden archäologischen Stätten. Dieser auf einer Felsklippe in der jüdischen Wüste thronende Komplex beherbergte Paläste des Königs Herodes und war der Ort, an dem jüdische Rebellen sich gegen die Römer verschanzten, bis sie sich – laut Tradition – im Jahr 74 n.Chr. selbst töteten, um nicht in Gefangenschaft zu geraten.

Heute ist der Masada-Nationalpark einer der beliebtesten Touristenorte; der Zugang erfolgt über zwei Wanderwege oder die weniger strapaziöse Seilbahn. Die beste Zeit für einen Besuch ist bei Sonnenaufgang, wenn die Wüste und das angrenzende Tote Meer aufleuchten.

  1. Festung Apollonia

Foto der Apollonia von Yosefer via Shutterstock.com

Die an der Küste gelegene Apollonia ist eine antike Stadt, gegründet spätestens im vierten Jahrhundert v.Chr. Sie war die Heimat von Samaritern, Griechen, Römern, Muslimen, Kreuzrittern, jüdischen Immigranten und zuletzt vermögenden Israelis. Die Kreuzfahrer hinterließen eine Spur Flecken in Form einer Festung, die ins Meer hinausragt. Die Festung bestand nur 24 Jahre lang in vollem Umfang, bevor sie von muslimischen Eroberern geschleift wurde. Heute ist sie ein beliebtes Naturreservat, zu dem auch eine römische Villa, ein Burggraben und eine Moschee gehören.

Foto der Apollonia von Alla Khananashvili via Shutterstock.com

  1. Kastell Antipatris

Foto von Kastell Antipatris durch Tokar via Shutterstock.com

Kastell Antipatris ist auch als Binar Bashi bekannt, eine Version des türkischen Wortes für Quelle. Sie wurde im späten 16. Jahrhundert von den osmanischen Herrschern des Landes Israel gebaut, um den Durchgang zwischen den Quellen – oder Quellköpfen – des Flusses Yarkon zu bewachen und sitzt an der antiken Handelsroute Via Maris zwischen Ägypten und Syrien. Das beeindruckende Kastell ist heute Teil des Tel Afek-Nationalparks, der einen See und umfangreiche Erholungsgebiete aufweist.

Foto des Kastell Antipatris von Tatiana Bambulevich via Shutterstock.com

  1. Johanniter-Festung in Akko

Foto der Johanniter-Festung von Ilia Torlin via Shutterstock.com

Der Kreuzritterorden der Johanniter baute die beeindruckende Festung in Akko im 12. Jahrhundert, als sie und andere christliche Gemeinschaften in der Hafenstadt residierten. Zu den Überresten ihres groß angelegten Komplexes gehört ein Hof, ein schwer gesichertes Tor mit Torturm und der Speisesaal der Ritter – ein riesiger, säulengetragener gemauerter Raum, von dem man sich vorstellen kann, dass er von Rittern in glänzender Rüstung wimmelt, die ihren Spießbaten verzehren.

Foto der Johanniterfestung von Akko von RICIfoto via Shutterstock.com

  1. Festung Atlit

Foto der Festung Atlit von Hadas Parush/Flash90

Als die Kreuzritter im 13. Jahrhundert ihre Festung in Atlit bauten, wussten sie nicht, dass sie eines Tages ein Kommandolager der israelischen Marine werden würde, das die Öffentlichkeit, die sie nicht betreten darf, fasziniert. Abgesehen davon, dass sie eine riesige und gut befestigte Burg ist, war der Ort das letzte Kreuzritter-Bollwerk im Land Israel, aus dem die letzten christlichen Ritter zurück nach Europa abzogen.

Jahre später wurden Steine der Festung für den Bau neuer Gebäude in nahe gelegenen Städten genutzt und die ganze Stätte erlitt im 19. Jahrhundert Schäden durch ein Erdbeben. Sie ist immer noch imposanter Anblick, besonders wenn man an die geheimnisvollen Taucher denkt, die darunter lauern.

Foto der Festung Atlit von Hadas Parush/Flash90

 

Wissenschaftliche Arbeit von 1948 zeigt, dass palästinensisch-arabische Kultur praktisch nicht existierte

Elder of Ziyon, 8. Juli 2019

Hier sind Auszüge aus „The Cultural Life of the Palestinian Arabs“ (Das Kulturleben der palästinensischen Araber), veröffentlicht im November 1948 im Journal of Educational Sociology, S. 232 – 239, das von der American Sociological Association herausgegeben wurde:

Der palästinensische Araber kann mit keinerlei bemerkenswerter kreativer Fähigkeit im Bereich der Künste (wie Theater und Musik) oder wegen der Opposition des islamischen Glaubens solcher Künste wie Malerei oder Skulpturen prahlen. In den letzten Jahren hat es in einigen der Länder Zeichen einer künstlerischen Erweckung gegeben, besonders in Ägypten. Bisher ist das in Palästina nicht der Fall. Theater, Tanz und Musik sind jedoch Kunstarten, die dem arabischen Geist näher sind. Es gibt einige Gruppen, die versuchen in diesen Bereichen kreativ zu werden, aber bisher hat keine von ihnen einen Eindruck in der arabischen Gemeinschaft hinterlassen. Wenn die Araber in Palästina ein professionelles Schauspiel sehen wollen, laden sie eine Gruppe aus Ägypten ein.

In arabischen Kinos gezeigte Filme sind amerikanische oder britische Importe. Wenn arabische Filme gezeigt werden, sind diese aus Ägypten importiert. Im Vergleich mit europäischen Standards sind arabisch produzierte Filme technisch schwach und künstlerisch primitiv.

Auch im Bereich der Literatur gibt es mehr Importe als Kreativität. Die Gruppen, die ein arabisches Buch lesen wollen, wenden sich an die Literatur anderer arabischer Länder, insbesondere aus Ägypten.

Da die meisten der Gebildeten unter ihnen Französisch oder Englisch lesen, gibt es keine allzu große Nachfrage nach einheimischer Kreativität.

Von 1919 bis 1932 wurden 54 arabische Bücher (einschließlich Magazinen und Broschüren) veröffentlicht, durchschnittlich weniger als 4 Bücher pro Jahr. Von 1933 bis 1944 wurden 155 Bücher veröffentlicht (darunter all die Propaganda-Literatur, die sich mit den Krawallen beschäftigte), durchschnittlich weniger als 13 Bücher pro Jahr.

Mit Ausnahme von Schulbüchern hatte kein einziges Buch eine zweite Auflage. Die Erstauflage hat nicht mehr als 1.000 Exemplare, manchmal sogar weniger.

Politische Publikationen sind die populärste Art von Literatur bei den Arabern. Die meisten davon schimpfen auf die Zionisten und die jüdische nationale Heimstatt. Manche behandeln den inneren Konflikt zwischen den verschiedenen Gruppen und von arabischen Angelegenheiten außerhalb Palästinas. Der Höhepunkt dieser Art von Literatur wurde während der Krawalle von 1936 bis 1939 erreicht. Soweit es politische Bücher angeht, ist bis heute nicht ein einziges grundlegendes Buch erschienen, das sich aus einer wissenschaftlichen, soziologischen oder historischen Perspektive mit der arabischen Gemeinschaft beschäftigt.

Kulturelle und journalistische Zeitungen leiden unter Provinzialismus und fehlenden Vielfalt. Der Grund dafür ist hauptsächlich die Abwesenheit freien Denkens. Meinungen, insbesondere solche zu Zionismus, sind festgeschrieben und unveränderbar. Selbst in internen Angelegenheiten wird nie Zweifel am Status quo erhoben. Kommentare sind selten originell. In typisch orientalischer Manier wimmeln sie in Form und Stil vor Epigrammen, Sprichwörtern, Übertreibungen, Pedanterie und Wiederholungen.

Im Allgemeinen besteht die Politik der arabischen Presse darin nach arabischer Unabhängigkeit zu schreien, die Bedeutung der pan-arabischen Einheit zu betonen und extremen Nationalismus zu nähren. Sie verurteilen jüdische Immigration, Kolonialismus und den Landverkauf an Juden. Selbst in ihrer Propaganda bringen die arabischen Zeitungen nicht die Meinung der Massen zum Ausdruck, wie es während der letzen Jahre eine breite Kluft zwischen der Politik der Zeitungen und der wahren Meinung des ansässigen Durchschnittsarabers gezeigt hat. Der Grund dafür ist das erste Prinzip einer jeden öffentlichen Ankündigung; sie muss Hass für die jüdische Sache sein, ob der Durchschnittsaraber dies Meinung nun teilt oder nicht.

Sehr wenige Bücher, kein Theater, kein Tanz, keine Musik, keine Künste, Zeitungen, die lediglich Propagandaventile sind. Die gesamte palästinensische Kultur wurde aus Ägypten oder anderen arabischen Staaten importiert.

Nur ein weiterer Beleg, dass es kein nennenswertes palästinensisches Volk gab, bevor Israel wiedergeboren wurde.

Winston Churchill in Palästina – 100 Jahre danach

„Die Gründung einer jüdischen nationalen Heimstatt in Palästina wird für die ganze Welt ein Segen sein.“

Lee Pollock, Land of Israel, 24. März 2021

Winston Churchill in Tel Aviv, 1921. Aus der Pritzker Familiy National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels

Am 24. März 1921 traf ein Zug aus Kairo in Gaza ein, einer Stadt, mit rund 15.000 arabischen und weniger als 100 jüdischen Einwohnern, die knapp vor der südwestlichen Grenze zwischen dem neu geschaffenen britischen Mandatsgebiet Palästina lag. Das Völkerbund-Mandat war Großbritannien elf Monate zuvor unter den Bedingungen der Konferenz San Remo erteilt worden.

In dem Zug befanden sich drei wichtige britische Passagiere, darunter Sir Herbert Samuel, ein erfahrener jüdisch-liberaler (und zionistischer) Politiker, der zum ersten britischen Hochkommissar für Palästina ernannt worden war, sowie ein gerissener Oberst der Armee, der über unvergleichliche Vertrautheit mit dem Nahen Osten verfügte, T. E. Lawrence.

Porträt von Herbert Samuel, aufgenommen kurz nach seiner Ernennung zum Hochkommissar für Palästina, ca. 1920 (Foto: Yaakov Ben Dov; aus der Abraham Schwadron Portrait Collection, Archiv der Nationalbibliothek Israels)

Der dritte Passagier war Winston Spencer Churchill, ein weiterer erfahrener Politiker, der nur ein paar Wochen zuvor Kolonialminister geworden war, verantwortlich für Britanniens Verwaltung sowohl Palästinas als auch für das, was als geplantes Parallel-Mandat in Mesopotamien vorgesehen war.

Churchill, Samuels und Lawrence hatten fast drei Wochen in Kairo verbracht, wo sie sich mit anderen ranghohen britischen Amtspersonen trafen, um die Überbleibsel des osmanischen Reichs neu zu formen und die neuen arabischen Königreiche Irak und Transjordanien zu schaffen.

Churchill blieb acht Tage in Palästina; das war sein einziger offizieller Besuch im Heiligen Land. Er war jüdischen Zielen für eine nationale Heimstatt in Palästina, die Großbritannien im November 1917 in der Balfour-Erklärung zugesichert hatte, bereits wohl gesonnen, obwohl seine Unterstützung von Bedenken zu den Kosten der Verwaltung des neuen Mandats und eine noch stärkere Besorgnis bezüglich der Fähigkeit der jüdischen Gemeinschaft und ihrer bevölkerungsstärkeren arabischen Nachbarn zur Koexistenz gedämpft war.

Ungeachtet seiner Zweifel dienten Churchills Erfahrungen während dieses Besuchs dazu sowohl seine Bewunderung für das jüdische Volk als auch seine Unterstützung des Zionismus zu festigen. Er quartierte sich im Government House in Jerusalem ein, traf sich sowohl mit arabischen als auch mit jüdischen Delegationen. Als talentierter Amateurmaler fand er noch Zeit ein wunderschönes Landschaftsbild eines Sonnenuntergangs über der Stadt zu malen, eine Arbeit, die sich immer noch im Besitz seiner Nachkommen befindet.

Am 27. März weihte er den neuen britischen Militärfriedhof auf dem Ölberg ein und am folgenden Tag traf er sich mit Emir Abdallah, dem neu vorgesehenen König von Transjordanien, um dessen Sorge wegen des Tempos der jüdischen Zuwanderung in das Gebiet zu lindern. Während Abdallah nicht ganz besänftigt war, stimmte Churchill zu, dass jüdische Siedlung östlich des Jordan verboten wird.


Churchill mit Bischof MacInnes von Jerusalem bei der Gedenkfeier auf dem Miltärfriedhof auf dem Skopusberg, 26. März 1921 (American Colony Photo Dept. / Library of Congress)

Winston Churchill, TE Lawrence und Emir Abdallan im Garten des Government House in Jerusalem, 1921 (Foto: G. Erich Matson / Library of Congress)

Zwei Tage später pflanzte er auf dem Skopusberg an der Stelle der zukünftigen Hebräischen Universität einen Baum, wobei er den versammelten Würdenträgern sagte: „Mein Herz ist voller Sympathie für den Zionismus. Die Gründung einer jüdischen nationalen Heimstatt in Palästina wird für die ganze Welt ein Segen sein.“

Herbert Samuel und Winston Churchill (mit der Schaufel) bei der Baumpflanzungs-Zeremonie an der zukünftigen Stelle der Hebräischen Universität in Jerusalem, 28. März 1921 (Foto: G. Eric Matson / Library of Congress)

Winston Churchill spricht bei der Baumpflanzungs-Zeremonie an der zukünftigen Stelle der Hebräischen Universität in Jerusalem, 28. März 1921 (Foto: American Colony Photo Dept. / Library of Congress)

Am Tag darauf empfing Churchill eine Delegation des Kongresses der palästinensischen Araber, deren 35 Seiten starker Protest gegen zionistische Aktivitäten eine Vielzahl antisemitischer Sprachbilder enthielt: „Der Jude ist klüngelhaft und unnachbarlich. Er wird die Privilegien und Vorteile eines Landes genießen, aber nichts zurückgeben.“

Churchill wies ihre Behauptungen energisch zurück und sagte:

„Es ist offenkundig richtig, dass die Juden eine nationale Heimstatt haben sollten, wo einige von ihnen wiedervereint werden. Und wo sonst könnte das sein, als in diesem Land Palästina, mit dem sie mehr als 3.000 Jahre aufs Engste vertraut und zutiefst verbunden sind.“

Der danach kommenden jüdischen Delegation sagte Churchill:

„Die Sache des Zionismus ist eine, die viel mit sich bringt, das für die ganze Welt gut ist und nicht nur für das jüdische Volk; er wird der arabischen Bevölkerung Wohlstand und Fortschritt bringen.“

Bevor er am Abend des 30. März nach Kairo zurückkehrte, besuchte Churchill die zwölf Jahre alte jüdische Stadt Tel Aviv, wo er sich mit Bürgermeister Meir Dizengoff traf und dann die landwirtschaftliche Siedlung Rischon LeZIon. Bei seiner Rückkehr nach London sagte er dem Unterhaus:

„Jeder, der die Arbeit der jüdischen Siedlungen gesehen hat, wird von den enorm produktiven Ergebnissen beeindruckt sein, die sie auf dem höchst unwirtlichen Boden erreicht haben.“

Bürgermeister Meir Dizengoff (hinten rechts) hört zu, wie Winston Churchill auf dem Rotschild-Boulevard zum Stadtrat von Stadtrat von Tel Aviv spricht, 1921. (aus der Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels)

Churchill hoffte, dass die Juden Palästinas – und der mehrheitlich jüdische Staat, der nach seiner Vorstellung eines Tages daraus hervorgehen könnte – in einer friedlichen und produktiven Beziehung mit ihren arabischen Nachbarn leben würden.

Diese Erwartung ist teilweise mit einem kalten Frieden mit den großen Staaten Wirklichkeit geworden, mit denen Israel nach 1948 drei Kriege ausfocht und heute mit einem neuen, wärmeren mit den Golfstaaten. Trotzdem würde er – hundert Jahre nach seinem Besuch – feststellen, dass friedliche Koexistenz zwischen innerhalb der Grenzen dessen lebenden Menschen, was damals das Mandat Palästina war, herausfordernd und ungewiss bleibt.