Klar hat Palästina existiert. Es wurde Israel. Das heutige „Palästina“ hat NICHTS mit dem Palästina von vor 1948 zu tun.

Elder of Ziyon, 6. Oktober 2019

Eines der dümmeren Argumente, die aufgebracht werden, lautet, dass Münzen, Briefmarken und Plakate aus der Zeit des britischen Mandats, auf denen Palästina steht, beweisen, dass es einen unabhängigen Staat Palästina gab.

Was die Leute nicht begreifen: Palästina wurde Israel.

Alle Regierungsorganisationen und –büros wurden von „Palästina“ in Israel umbenannt. Die Anglo-Palestine Bank wurde zur Bank Leumi. Die Palestine Post wurde die Jerusalem Post. Das Palestine Orchestra wurde das Israel Philharmonic Orchestra. Der Palästinensische Fußballverband wurde zum Israelischen Fußballverband.

Jedes Tourismus-Plakat für Palästina vor 1948 wurde von Zionisten erstellt.

Vor 1948 wollten Araber in Palästina allgemein nicht Palästinenser genannt werden. Sie waren dagegen eine palästinensische Währung oder Briefmarken zu schaffen.

Alles, was rechtlich „Palästina“ hieß, wurde Israel. Es war vor 1948 von Zionisten dominiert und das ging nach 1948 weiter.

Was die Leute heute „Palästina“ nennen, hat absolut nichts mit dem britischen Mandat Palästina zu tun. Es ist etwas vollkommen neu Konstruiertes. Es gibt absolut keine Verbindung zwischen der heutigen palästinensischen Autonomiebehörde oder ihrer Institutionen und denen von Palästina vor 1948.

Jedes einzelne Mal, wenn jemand palästinensische Geschichte behauptet indem auf irgendein offizielles Logo, Dokument oder eine Zeitung vor 1948 gezeigt wird, dann wird gelogen. Alles war entweder britisch oder zionistisch und die weit überwiegende Mehrheit dieser Beispiele wurde israelisch.

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Die Angreifer von 1967…

gefunden auf Facebook:

1967 wurde Israel von Syrien, Ägypten und Jordanien angegriffen.

Es wurde nie von Palästina angegriffen…
WEIL ES DAS NIE GAB.

Die Schlacht von Lepanto: Ein militärischer und ein „Sieg für die Moral“ über den Islam

Raymond Ibrahim, 8. Oktober 2019

Zeichnung der Folter und folgenden Häutung von Marco Bragadin, weil er die Einladung zum Islam ablehnte.

Der heutige Tag war geschichtlicher Zeuge eines der umwälzendsten Zusammenstöße zwischen dem Islam und dem Westen – einer, bei dem letzerer ersteren ausnahmsweise zerschlagen und gedemütigt hat. 1570 landeten die muslimischen Türken – im Gestalt des osmanischen Reiches – auf der Insel Zypern, was Papst Pius V. veranlasste 1571 eine Art „Heiliger Liga“ der maritimen katholischen Saaten zu fordern, die vom spanischen Reich geführt wurde. Bevor sie Zypern erreichen und befreien konnten, wurde die letzte Festung in Famagusta durch Verrat eingenommen.

Nach dem Versprechen sicheren Abzugs, wenn sie sich ergeben, hatte der osmanische Kommandeur Ali Pascha – wegen seines frommen Hintergrunds als Müezzinzade („Sohn des Muezzin“) bekannt – sein Wort gebrochen und ein massives Abschlachten begonnen. Er befahl dem Festungskommandeur Marco Antonio Bragadin Nase und Ohren abzuhacken. Ali lud dann den verstümmelten Ungläubigen ein den Islam und das Leben anzunehmen: „Ich bin Christ und so will ich leben und sterben“, antwortete Bragadin. „Mein Körper gehört euch. Foltert ihn, wenn ihr wollt.“

Also wurde er an einen Stuhl gefesselt, wiederholt am Mast einer Galeere hochgezogen und unter  Spott ins Meer fallen gelassen: „Sieh, ob du deine Füße sehen kannst, großer Christ, ob du Hilfe für Famagusta kommen sehen kannst!“ Der verstümmelte und halb ertrunkene Mann wurde dann in die Nähe der St. Nicholas-Kirche getragen – heute eine Moschee – und an eine Säule gebunden, wo er langsam bei lebendigem Leib gehäutet wurde. Die Haut wurde hinterher mit Stroh ausgestopft und zu einer makabren Puppe des toten Kommandeurs genäht; dann paradierte man ihn unter Spott vor den höhnenden muslimischen Eroberern herum.

Die Nachricht davon und andere fortgesetzte Gräueltaten und Kirchenschändungen auf Zypern und Korfu brachten die Heilige Liga auf und sie setzte Segel gen Osten. Ein Blutbad folgte, als die beiden gegnerischen Flotten – 600 Schiffe und 140.000 Mann, von beiden auf osmanischer Seite mehr – schließlich aufeinander trafen und am 7. Oktober 1571 vor der Westküste Griechenlands bei Lepanto zusammenprallten. Ein Zeitgenosse gibt an:

Die größere Heftigkeit der Schlacht dauerte vier Stunden an und war so blutig und entsetzlich, dass die See und das Feuer eins zu sein schienen, rot vor Blut, bedeckt mit maurischen Mänteln, Turbanen, Köchern, Pfeilen, Bögen, Schilden, Rudern, Kisten, Behältern und anderer Kriegsbeute und vor allem menschlichen Leichen. Christen wie Türken, einige tot, andere verwundet, manche auseinandergerissen und wieder andere noch nicht ihrem Schicksal ergeben im Todeskampf, ihre Kraft mit dem Blut aus ihren Wunden dahinschwindend, das in solchen Mengen floss, dass das gesamte Meer davon gefärbt war, aber trotz all des Leides waren unsere Männer nicht von Mitleid für den Feind bewegt … Obwohl sie um Gnade bettelten wurde auf sie geschossen und mit Piken eingestochen.

Der Schlüsselmoment kam, als die Flaggschiffe der gegnerischen Flotten, die osmanische Sultana und die christliche Real, ineinander krachten und sich gegenseitig enterten. Chaos setzte ein, als überall Männer miteinander rangen, selbst die Großadmiräle wurden in dem Getümmel gesehen. Ali Pascha feuerte Pfeile und Don Juan schwang den Säbel und das Kriegsbeil, jeweils eins davon in jeder Hand.

Am Ende „gab es eine unendliche Zahl Toter“ auf der Real, während „eine enorme Anzahl großer Turbane, die so zahlreich zu sein schienen wie es der Feind gewesen, auf der rollenden Sultana zu sehen waren – die Köpfe noch darin.“ Der Don tauchte lebend auf, der Pascha jedoch nicht.

Frühes Gemälde der Schlacht von Lepanto

Als die Mitglieder der türkischen Zentral-Flotte Alis Kopf auf einer Pike auf der Sultana sahen und ein Kreuz, wo vorher die Flagge des Islam flatterte, setzte massive Demoralisierung ein und der Nahkampf auf dem Wasser war bald vorbei. Die Heilige Liga verlor zwölf Galeeren und zehntausend Mann, aber die Osmanen verloren 230 Galeeren – von denen 117 von den Europäern gekapert wurden – und dreißigtausend Mann. Es war ein Sieg erster Klasse und die gesamte Christenheit – katholisch, orthodox und protestantisch – jubelte.

Praktisch gesprochen änderte ich jedoch wenig. Zypern wurde von der Heiligen Liga nicht befreit. „Indem wir euch Zypern abrangen, haben wir euch einen Arm abgeschlagen“, erinnerten die Osmanen den venezianischen Botschafter ein Jahr später. „Indem ihr [bei Lepanto] unsere Flotte besiegt habt, habt ihr uns den Bart geschoren. Ein einmal abgeschlagener Arm wird nicht wieder nachwachsen, aber ein geschorener Bart wächst dem Rasierten um so besser nach.“

Trotzdem bewies der Sieg, dass die erbarmungslosen Türken, die in vorangehenden Jahrzehnten und Jahrhunderten einen Großteil Osteuropas erobert hatten, aufgehalten werden konnten. Lepanto legte nahe, dass die Türken mit einem Frontalangriff besiegt werden konnten – zumindest auf dem Meer, das seit kurzem die neuesten Jagdgründe der islamischen Mächte geworden war. Wie Miguel Cervantes, der bei der Schlacht dabei war, den Don Quixote so bewegt sagen ließ: „Dieser Tag … war für die Christenheit so freudig, weil die ganze Welt erfuhr, wie falsch es gewesen war zu glauben, die Türken seien auf See unsichtbar.“

Moderne Historiker bestätigen diese Einstellung. Der Militärhistoriker Paul K. Davis gibt an: „Mehr als ein militärischer Sieg war Lepanto einer für die Moral. Jahrzehnte lang hatten die osmanischen Türken Europa Angst eingejagt und die Siege von Süleiman dem Prächtigen verursachten dem christlichen Europa schwere Sorgen … Christen jubelten über diesen Rückschlag für die Osmanen. Der Nimbus der osmanischen Macht wurde durch diese Schlacht beträchtlich getrübt und das christliche Europa ermutigt.“

Egal wie spektakulär, der Seesieg konnte jedoch die Macht nicht erschüttern, die vor allem eine Landmacht war – so dass mehr als ein Jahrhundert später, 1683, rund 200.000 bewaffnete Osmanen bis nach Wien vorgedrungen waren und es belagerten.

Aber das – und was danach bis heute geschah – ist eine andere Geschichte.

Die verschwiegene Geschichte von „Hava Nagila“

Unentdeckt: die früheste bekannte Version des hebräischen Liedes

Edwin Seroussi/James Loeffler, The Tablet, 19. September 2019

Jedes Lied trägt viele Geschichten in sich. Bevor es eine universale jüdische Hochzeits-Hymne wurde, ein europäischer Fußballgesang und ein jüdisches Musical-Klischee par excellence, begann das hebräische Lied „Hava Nagila“ als chassidische Volkslied-Melodie. Die vielen Leben des Liedes haben eine preisgekrönte Dokumentation, eine israelische Schlacht vor Gericht und ein Generationen andauerndes Zerwürfnis zwischen zwei jüdischen Familien hervorgebracht. Aber seine tatsächliche Entstehung blieb geheimnisumwoben. Wie konnte eine osteuropäische Volksweise zum zionistischen akustischen Symbol werden, nur um sowohl seine religiösen wie seine politischen Formen abzustreifen und sich einmal mehr in eine allgemeine Ode an die Freude zu verwandeln?

Die Geschichte beginnt mit dem Musiker Abraham Zvi Idelsohn. 1882 in Feliksburg im Nordwesten des russischen Reiches (dem heutigen Lettland) geboren, ließ er sich in Libau zum Kantor ausbilden, bevor er in den 1890-er Jahren zum Studium ans Berliner Stern-Konservatorium und die Leipziger Musikakademie ging. Idelsohn arbeitete dann als Kantor in Leipzig, Regensburg und Johannesburg (Südafrika). 1907 siedelte er mit seiner Familie nach Jerusalem über.

In direkter Nachbarschaft zu Eliezer Ben-Yehuda, dem Vater des modernen Hebräisch, setzte sich Idelson als persönliches Ziel eine moderne hebräische Musik zu schaffen, die die nationale Wiedergeburt jüdischen Lebens in seiner angestammten Heimat begleitet. Im Geist des zionistischen Philosophen Ahad Ha’am begann Idelsohn all die Reichtümer jüdischer musikalischer Traditionen zu sammeln, die er im osmanischen Palästina und in der gesamten Diaspora fand. Unter Verwendung der aufkommenden Aufzeichnungstechnologie begann er Volkslieder zu transkribieren und machte Aufnahmen vor Ort, um einen alt-neuen Musikklang zu formen, der (aus seiner Sicht) authentisch jüdisch sein würde. Das bedeutete das aufzudecken, von dem er sich vorstellte, es sei die älteste Schicht von Melodien aus der Zeit vor dem Exil, die allen jüdischen Traditionen gemeinsam war und sie von den fremden Zugängen durch das Exil zu befreien.

Idelsohns Projekt war ein ungeniert politisches. Er verurteilte die kulturelle und spirituelle „Assimilation“, die er unter deutschen Juden erlebte. Er griff die anderen jüdischen Musiker an, weil sie in die europäische klassische Musik strömten, statt sich für ihr eigenes Erbe zu interessieren. Viele seiner Innovationen – das erste große hebräische Liederbuch für Schule und Synagogen, das erste Schulbuch zur Geschichte der jüdischen Musik, die erste hebräische Oper und sein bahnbrechendes zehnbändige Werk Hebräisch-orientalischer Melodienschatz (1914-1932) – sollten Zionismus verbreiten, Juden dazu drängen eine nationale kulturelle Identität anzunehmen, die in den gemeinsamen Quellen des erneuerten kulturellen Lebens in Zion wurzelt. Wie andere Architekten dieser neuen hebräischen Kultur spürte Idelsohn jüdisch-religiöser Kultur nach, um sie als neue säkular-nationale Traditionen zu gestalten.

Idelsohns Manuskript-Skizze von „Hava Nagila“, arrangiert für Gesang und Piano. (National Library of Israel)

In diesem Zusammenhang fand 1918 die Premiere von Idelsohns neuem Lied „Hava Nagila“ statt, bei einem Konzert für gemischte Chöre in Jerusalem. Der genaue Veranstaltungsort des ersten Auftritts ist unklar, aber es scheint bei einer öffentlichen Feier zu einem von drei Ereignissen vorgestellt worden zu sein: der gerade abgegebenen Balfour-Erklärung vom 2. November 1917, General Allenbys Übernahme der Kontrolle Jerusalems und Palästinas am Ende des Ersten Weltkriegs oder des Legens des Grundsteins für die hebräische Universität im Juni 1918. Auf jeden Fall feiert der Kontext zionistischen politischen Gewinn. Und die Eröffnungszeile von Idelsohns hebräischem Text verdeutlicht das Gefühl eines bedeutsamen Ereignisses: „Hava nagila, hava nagila / Hava nagila we nis-mechah“ – „Kommt, lasst uns jubeln, lasst uns jubeln, lasst uns jubeln und fröhlich sein“. Diese Zeilen sind dem Vers aus Psalm 118,24 nahe: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.“ Dieser wird während des Hallel rezitiert, den besonderen Dank-Psalmen, die der jüdischen Liturgie zu Festen und anderen freudigen Gelegenheiten hinzugefügt wurden. Für einen zionistischen Aktivisten wie Idelsohn hätte es keine bessere Gelegenheit für die Vorstellung eines solchen Liedes geben können als die fühlbaren Anfänge der Erfüllung des Traums von einer jüdischen nationalen Heimstatt.

Was ist mit der Melodie? Viel später, 1932, schrieb Idelsohn, dass er die Melodie ursprünglich 1915 von einem Sadegurer Chassiden in Jerusalem transkribierte. Die Sadegurer Chassiden-Gemeinde verfolgt ihre Wurzeln in die Stadt Sadigura in der Bukowina des Kaiserreichs Österreich-Ungarn (heutige Ukraine) zurück. Ihr Gründer, Rabbi Avrohom Yaakov Friedman, war einer von sechs Söhnen des Rabbiners Yisrael Friedman, der mit seinem Hofgefolge wegen politischer und religiöser Verfolgung von der anderen Seite der Grenze im russischen Rizhin in die Sicherheit des österreichisch-ungarischen Reiches floh. Jeder der Söhne des Riziner Rebbe gründete eine eigene Dynastie. Die Sadegurer Chassidim blieben bis zum Ersten Weltkrieg auf diese Stadt konzentriert; dann flohen ihre Leiter nach Wien und schließlich 1938 nach Tel Aviv.

Der Ankunft der Sadegurer in Palästina Ende der 1930-er Jahre ging eine Untergruppe voraus, die sich Jahrzehnte vorher als Teil der konstanten, wenn auch nicht massiven chassidischen Immigration in das osmanische Palästina ansiedelte. So war es möglich, dass Idelsohn dieser Gemeinschaft 1915 in oder um Jerusalem begegnete, kurz bevor er zwangsweise in die osmanische Armee rekrutiert wurde, in der er während Teilen des Ersten Weltkriegs als Militär-Kapellmeister in Gaza diente. Andererseits verbrachte Idelsohn den Winter 1913 und Anfang 1914 auf einer Spendensammel-Reise nach Berlin und Wien. Also hörte er die Melodie vielleicht dort.

Einer der Gründe, dass wir das nicht sicher wissen, sind die Störungen und Ortswechsel in Idelsohns Leben. Kurz nachdem er „Hava Nagila“ erdachte, verließ Idelsohn Palästina auf spektakuläre Weise, zuerst nach Europa und schließlich nach Cincinnati, wo er einen neuen Lehrauftrag für jüdische Liturgie am Hebrew Union College annahm. Sein Weg vom zionistischen Kulturaktivisten zum akademischen Ausbilder an dem unerschütterlich nichtzionistischen Reform-Seminar war steinig. Idelsohn begrüßte eindeutig die Chance den Kurs des amerikanischen Judentums zu beeinflussen und seine Prägung erweist sich in der Art, wie die jüdische Reform- wie auch die konservative Bewegung anfingen Musik in ihre Bildungs- und Gemeindearbeit einzubringen. Aber er hatte damit zu kämpfen sich sozial und wirtschaftlich anzupassen und vermisste seine engere Familie, von der viele nach Johannesburg gezogen waren. Die Vermutungen seiner Kollegen bezüglich seiner Politik halfen auch nicht. Genauso wenig ein unbedeutender Skandal, der Idelsohn und einen Vertrauensmann aus dem Mittleren Westen involvierte, der den zugewanderten Professor betrog. Dann kam eine kräftezehrende Krankheit, die zur Frühpensionierung führte und dazu, dass er selbst nach Südafrika zog, wo er 1938 starb.

Derweil verbreitete sich Idelsohns Lied wie ein Lauffeuer in der jüdischen Welt. Unmittelbar nach seiner Premiere in Jerusalem, schrieb er später, „verbreitete sich Hava schnell im ganzen Land“, eines von einer Reihe neu komponierter Pionier-Lieder, die dann Gunst in Kibbuzim und Moschawim Gefallen fanden. Auf dem Weg nach Cincinnati produzierte er in Berlin 1922 die erste kommerzielle Aufnahme dieses gefeierten „palästinensisch“-hebräischen Liedes, eine Produktion, die weiter zur Verbreitung von „Hava Nagila“ über den Jischuw hinaus beitrug. Gleichzeitig kurbelten seine Veröffentlichungsanstrengungen rasch das Profil des Liedes. „Hava Nagila“ erschien in der zweiten Ausgabe seines hebräischen „Sänger“, ebenfalls 1922 in Berlin gedruckt. Danach drang es in den späten 1920-er und den 1930-er Jahren schnell in zionistischen Jugendkreisen und Sommerlager in Europa und Nordamerika vor.

Idelsohns Veröffentlichung von „Hava Nagila“ 1922 in „Sefer haschirim“ (Berlin) (Dank an das Jewish Music Research Center an der Hebräischen Universität Jerusalem)

Derweil dauerten Fragen zu „Havas“ Herkunft und Idelsohns Rolle bei seiner Autorenschaft an. Ein Gericht in Tel Aviv deckte in den 1960-ern eine bittere gerichtliche Auseinandersetzung um Lizenzgebühren des Liedes auf. Jahrzehnte lang haben die Nachkommen von Kantor Mosche Nathanson, einem in Jerusalem geborenen Kantor, der nach New York City zog, nachdem er in seiner Jugend mit Idelsohn studierte, behauptet, er sei es gewesen, der praktisch die unsterblichen Worte auf die Melodie gesetzt hatte, die von seinem Lehrer als Teil einer Aufgabe gestellt wurde. Die Dokumentation Hava Nagila: The Movie aus dem Jahr 2012, stellte lebende Mitglieder der beiden Familien vor, die in rhetorischem Kampf um die Autorenschaft des Liedes feststeckten.

Viele Jahre lang sind Forscher zu dem Schluss gekommen, dass es kaum die Möglichkeit gab noch irgendetwas über den Ursprung von „Hava Nagila“ verifizieren zu können. Bis vor ein paar Wochen. Im August kehrte einer von uns (Edwin Seroussi) in die Klau-Bibliothek des Hebrew Union College (HUC) in Cincinnati zurück, 40 Jahre, nachdem er das Privileg hatte zwei Monate dort zu verbringen, um die große Birnbaum-Sammlung jüdischer Musik zu katalogisieren, die von der Klau-Bibliothek beherbergt wird. Mit der enthusiastischen Zusammenarbeit der heutigen Bibiotheksmitarbeiter erkannten wir, dass mehrere, Idelsohn gehörende wichtige Aufzeichnungen an seinem letzten Arbeitsplatz verblieben – dem HUC. Dieses Material in die Öffentlichkeit zurückzubringen war das Ziel des letzten Besuchs.

Als Idelsohns Familie ihn – fast völlig gelähmt – 1937 nach Südafrika brachte, begleitete ihn sein Besitz. Diese Sammlung beinhaltete seine umfangreiche Korrespondenz sowie viele seiner Schriften, Fotografien und Partituren. In den frühen 1960-er Jahren stifteten seine Erben sie der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem (heute die Nationalbibliothek Israels). Trotzdem hatte Idelsohn zuvor der Klau-Bibliothek des HUC in Cincinnati einige seiner wichtigen Manuskriptbände gestiftet. Er gestaltete sogar einen Sonderkatalog für diese Dinge. Aus unbekannten Gründen blieben diese kostbaren Materialien jedoch ein Dreivierteljahrhundert unbearbeitet und wurden erst vor kurzem zur Konservierung und Katalogisierung wieder erfasst.

Einzigartig in dieser wiedergefundenen Idelsohniana sind seine Hefte, sechs an der Zahl, in denen er die Melodien eintrug, die er beginnend 1907 sammelte, während er seine Feldforschung im osmanischen Palästina betrieb die er mit seinen eigenen Kompositionen mischte. In den folgenden Jahrzehnten sollten diese wahllos gesammelten Melodien, entsprechend ihrer Ursprungsgemeinden aufgezeichnet, seine große Publikation ausmachen, den Orientalisch-hebräischen Melodienschatz. Er hinterließ zudem komplette Entwürfe und Manuskripte seiner zwei wichtigen Bücher Jüdische Musik in ihrer historischen Entwicklung (1929) und Jüdische Liturgie in ihrer Entwicklung (1932) sowie viele andere Dokumente und zusätzliche Korrespondenz.

Eines der Hefte, „I4a“ im Originalkatalog, beinhaltet, was offenbar die früheste und Originalnotierung der Melodie ist, die schließlich das Lied „Hava Nagila“ werden sollte. Dieses Heft ist, anders als die anderen, nicht datiert, sondern beinhaltet ein Lied aus dem Jahr 1906. Es erscheint jedoch so, dass Idelsohn in den Folgejahren Material hinzufügte.

Die früheste Notierung der Melodie, die schließlich das Lied „Hava Nagila“ werden sollte (Dank an die Klau-Bibliothek, Hebrew Union College – Institute for Religion, (CN) Idelsohn 4a)

Von rechts nach links geschrieben, wie Idelsohn einen Großteil seiner Musik aus der Zeit um 1908 bis er Palästina 1921 verließ, ist dieses chassidische niggun fast identisch mit der normgebenden Version von „Hava Nagila“, die bis heute kursiert. Wie erwähnt behauptete Idelsohn in Band 9 des Melodienschatzes (1932), dass er die Melodie 1915 bei in Palästina lebenden Chassiden des Sadigura-Hofstaats sammelte. Angesichts dieser neuen Entdeckung könnte es jedoch durchaus sein, dass er die Melodie schon früher sammelte, höchstwahrscheinlich ein paar Jahre vor dem Ersten Weltkrieg. Solche Ungenauigkeiten sind in seinen späteren Publikationen nicht unüblich.

Ein wichtiges Detail aus diesen frühen Notierungen der Melodie ist erwähnenswert. Andererseits schrieb Idelsohn auf Hebräisch „Chasidit krilovitz me-Sadigura“ d.h. „chassidische [Melodie des] Krilowitz aus Sadigura“. Dieses subtile Detail könnte implizieren, dass die „Sadigura-Krilowitz“-Anmerkung, die oben auf der Version des niggun in Band 9 von Idelsohns Schatz sich nicht notwendigerweise auf zwei Städte bezieht, die beide chassidische Gerichte hatten, Sadhora/Sadigura (in der Bukowina in der Ukraine) und in Krilowitz (in Podolia in der Ukraine), aus denen die Melodie stammen. Diese Anmerkung kann auch so gelesen werden, dass eine Person (natürlich einen Chassid) namens Krilowitz (ein übrig gebliebener Familienname) kennzeichnet, der aus Sadigura stammt und trotzdem öffnet die Präposition „aus“ in der Anmerkung die Möglichkeit eine bestimmte Einzelperson zu lokalisieren, die Idelsohn die inzwischen allgegenwärtige jüdische Melodie weltweit überlieferte.

Die am tiefsten gehende Kritik am Zionismus war gemäß Gerschom Scholem eine Zeile, die vom deutsch-jüdischen Philosophen Hermann Cohen geäußert wurde: „Diese Typen wollen einfach glücklich sein.“ Vielleicht ist das genau das, was Idelsohn im Sinn hatte, als er eine chassidische Melodie als zionistische Hymne neu fasste. Aber Musik hat ihre eigenen Regeln. Letztlich ging „Hava Nagila“ über seine mystischen Wurzeln in Osteuropa und seine moderne hebräische Neufassung im osmanischen/britischen Palästina hinaus, um ein universales Symbol jüdischen Glücklichseins zu werden. Was Idelsohn aus dem Schicksal seines Liedes heute machen würde – oder aus dem Zionismus – kann man nicht beantworten. Aber das Geheimnis seiner Herkunft ist heute ein wenige näher daran gelöst zu werden.

Eine Sicht auf Israel

Joseph Puder, FrontPageMag, 8. Juli 2019

Für viele ist Israel heute die Startup-Nation, ein wohlhabender und militärisch mächtiger Staat. Dazu wurde es nicht über Nacht. Einige radikale antiisraelische Stimmen beschreiben Israel fälschlich als „weiß“. Die Fakten lauten jedoch anders. Es gibt mehr als hunderttausend Immigranten aus Äthiopien, afrikanische Wirtschaftsmigranten zu tausenden und Mizrahi-Juden aus dem arabischen Nahen Osten, die rund die Hälfte der Bevölkerung stellen. Israelis aller Farben und Überzeugungen lassen die Wüste erblühen, überwinden die Härten von Kriegen, Terror und absorbieren Millionen jüdische Flüchtlinge ohne natürliche Ressourcen zu haben.

Israel ist heute für seinen einzigartigen Unternehmer- und Innovationsgeist bekannt; es begann seine Unabhängigkeit 1948 aber als Land, das seiner natürlichen und finanziellen Ressourcen beraubt war. Ein weit verbreiteter Witz im Land lautete so: „Moses schlug die falsche Richtung ein. Statt die Israeliten vom Sinai ins Land aus Milch und Honig nordöstlich des Sinai zu führen, hätte er es nach Osten über das Rote Meer nach Saudi-Arabien bringen sollen. Auf diese Weise hätten wir Öl und Reichtum gehabt.“

Witz beiseite, der jüdische Staat hatte in seinen frühen Jahren keine Geldreserven, wenig wirtschaftliche Infrastruktur und wenig öffentliche Dienstleistungen. In den 1950-er Jahren führte die Regierung Rationalisierungen ein, was als Zeitalter der „Tzena“ (Enthaltung) bekannt war. An Familien wurden Lebensmittelmarken ausgegeben, die ihnen den Kauf von begrenzten Mengen an Zucker, Mehl und Öl sowie Eiern im Monat erlaubte. Auch Fleisch war rationiert und rotes Fleisch war damals selten und teuer. Als kleines Kind in den 1950-ern und junger Teenager in den 1960-ern erinnere ich mich an die Knappheit an Kinderspielzeug. Dieser Reporter spielte mit Streichholzschachteln, die zu imaginären Panzern wurden, die Auschwitz befreiten und die Juden retteten. Ich wuchs mit Familien aus Holocaust-Überlebenden auf, einschließlich meiner eigenen. Ihre Torturen formten den Geist der Kinder, auch dieses Reporters.

Israel hatte damals eine quasi-sozialistische Wirtschaft, es fehlte großer Privatbesitz an wirtschaftlichen Firmen. Banken, die nationale Fluggesellschaft El Al, Israelis Schifffahrtsflotte ZIM waren in Staatsbesitz und wurde vom Staat betrieben. Und was nicht die Regierung besaß, besaßen die Gewerkschaften oder die Histadrut. Es war eine kritische Zeit in der Geschichte des Landes, die mit einem massiven Zustrom an Immigranten aus Europa, dem Nahen Osten und dem Maghreb ( Nordafrika) zusammenfiel, die Wohnungen, Nahrung, Kleidung, und Arbeit bekommen mussten. Angesichts der Kapitalknappheit, fiel die Last mit diesen Problemen klarzukommen dem öffentlichen Sektor zu.

Es sollte bemerkenswert sein, dass in Israels Unabhängigkeitskrieg 1948 ein volles Prozent der jüdischen Bevölkerung getötet wurde und die Infrastruktur des Landes in Unordnung war. Die USA und Großbritannien verhängten während des Krieges und danach ein Embargo für Waffenverkäufe, während Israels Feinde Ägypten, Jordanien (das von einem britischen Offizier namens Glubb Pasha kommandiert wurde), Irak, Libanon und Syrien bereits etablierte Staaten waren und sich auf ihre bestehenden großen Arsenale zählen konnten. Die Jahrzehnte der 1950-er und 1960-er waren alles andere als friedlich. Fedayyin (Terroristen) aus dem Gazastreifen überquerten die Grüne Linie nach Israel mit dem Ziel Israelis zu töten und Farmland sowie Industrieeinrichtungen zu vernichten. Angegriffen wurden Busse, was vielen Frauen und Kindern den Tod brachte. Das führte schließlich zum Sinai-Feldzug von 1956, bei dem Israel die ägyptischen Streitkräfte im Sinai besiegte und den Suezkanal erreichte. Der Sechstage-Krieg, rund ein Jahrzehnt später, erlebte, wie Israel eine überaus verblüffende Großtat mit dem Sieg über drei große arabische Armeen innerhalb von sechs Tagen ausführte.

Nach dem Krieg waren die engen Grenzen des Landes nun weiter und boten dem kleinen Land mehr Sicherheit, was die frühere enge Taille von nur 15km zwischen der Grenze und dem Mittelmeer löschte, in der seine Hauptbevölkerungszentren und der internationale Flughafen lagen. Die Euphorie des Sechstage-Krieges klang 1969 ab, da Israel sich dem Abnutzungskrieg gegenüber sah, bei dem der Cousin dieses Reporters getötet wurde. In diesem Krieg gerieten israelische Piloten mi ihren sowjetischen Pendants aneinander und schossen ein paar dutzend sowjetische MiGs in Luftkämpfen ab.

In den 1970-ern dominierte die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation) das Jahrzehnt, besonders vor dem Yom Kippur-Krieg von 1973. Ein Krieg, in dem Israel an seinem heiligsten Tag des Jahres angegriffen wurde und sich bis zum Sieg wehrte, allerdings zu einem hohen Preis an Leben und Material. Am Ende des Jahrzehnts, 1979, ereignete sich das Wunder des Friedens mit Ägypten. Im selben Jahr entstand auch die Islamische Republik Iran, das weltführende, staatlich gesponserte Terrorregime.

Die 1980-er erlebten zwei große Kriege in der Region, dein zwischen Iran und Irak (1980 – 1988), der das Leben von mehr als einer Million Soldaten und Zivilisten forderte. Im Vergleich dazu war der Zweite Libanonkrieg 1982 auf der Skala von Tod und Zerstörung ziemlich unbedeutend. Immerhin beseitigte Israel die PLO-Gefahr aus dem Libanon. 1981 eliminierte Israel die Atombestrebungen des irakischen Diktators (Saddam Hussein) durch die Zerstörung des Atomreaktors Osirak in einer Aktion mit dem Codenamen „Operation Opera“.

Im wirtschaftlichen Sektor reduzierte der israelische Stabilisierungsplan der Regierung vom Juli 1985 die Beteiligung der Regierung an der Wirtschaft sowie die öffentlichen Ausgaben (von rund 60% des BSP auf 43%). Die Schulden wurden von 163% auf 78% reduziert. Zusätzlich wurden die Verteidigungsausgaben von 20% des BSP auf 10% gekürzt. Aus US-Darlehen für die Verteidigungskäufe wurden Zuschüsse gemacht. Bis Mitte 1986 wurde die Inflation aus dem dreistelligen Bereich in den zweistelligen auf rund 20% heruntergebracht.

Anfang der 1990-er verstärkte die Ankunft von mehr als einer Million Immigranten aus der ehemaligen Sowjetunion die innere Nachfrage dramatrisch. Das führte zu beschleunigtem wirtschaftlichem Wachstum und eine starke Zunahme der Investitionen. Die 1990-er erlebten die Oslo-Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO, unterzeichnet auf dem Rasen des Weißen Hauses Ende September 1993. Ein Jahr später unterzeichnete Jordanien einen Friedensvertrag mit Israel. Trotz der Oslo-Vereinbarungen stachelte Yassir Arafat, der PLO-Vorsitzende, zu palästinensischem Terror auf, wozu mörderische Bombenanschläge gehörten, was die Israelis gegenüber der Möglichkeit einen Friedenspartner zu haben verbittern ließ.

Das 21. Jahrhundert begann mit der von Arafat initiierten Intifada, die bis 2004 andauerte. Friedensouvertüren und beträchtliche Zugeständnisse der israelischen Premierminister Barak und Olmert in den Jahren 2000 und 2008 führten nicht zu einem Durchbruch. Die Palästinenser lehnten beide Chancen ab. Die israelische Wirtschaft andererseits erfuhr einen fantastischen Boom. Tyler Cowen schrieb in einem Text in Bloomberg Opinion (6. Juni 2019): „Im letzten halben Jahrhundert oder so entwickelte sich Israel von einem relativ armen Land in eines der 25 reichsten der Welt, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen. Israel hat das weitgehend durch Handel, Integration in die Weltwirtschaft, Liberalisierung der Wirtschaft und große Investitionen in den Techniksektor und Startups, oft mit Unterstützung der Regierung, erreicht.“ Fakt ist: Israels Pro-Kopf-Einkommen 2018 stand bei $41.581,119, sein Bruttosozialprodukt bei $392 Milliarden und seine Wachstumsrate lag bei erstaunlichen 4,4% für 2018. Israel hat seit dem Export von Orangen und Phosphaten weit gebracht: zu einem der führenden Hightech-Exporteure, darunter Wassertechnologie, medizinisches Gerät und hochentwickelte Waffen.

Um eine Perspektive dafür zu bekommen, wie dramatisch Israel sich verändert hat, stellte dieser Reporter in einer Podiumsdiskussion auf dem Capitol Hill vor Kongressmitgliedern und Mitarbeitern heraus, dass bis in die Letzten Jahrzehnte eine Reise von Tel Aviv nach Jerusalem sie zweieinhalb Stunden gekostet hätte. Heute würde diese Fahrt außerhalb der Rushhour nur 30 bis 35 Minuten dauern. Israels Infrastruktur hat enorme Erweiterungen durchgemacht, es gibt jetzt vierspurige Autobahnen durch das ganze Land und komfortable Eisenbahnen. Israel ist nicht nur reich geworfen, es ist ein komfortables Land, um darin zu leben und zu reisen.

Überbleibsel

The Times of Israel, 13. August 2019

Zahlen- und waffenmäßig weit unterlegen kämpfte eine kleine Gruppe Fallschirmjäger und Panzer und überlebte den Ansturm syrischer Soldaten und Panzer am Tel Saki in einer der ersten Schlachten des Yom Kippur-Kriegs 1973.

35 Israelis starben in diesen drei Tagen der Schlacht, 3 wurden gefangen genommen und die meisten anderen israelischen Soldaten wurden verwundet.

Die erstaunliche Geschichte können Sie hier lesen (in Englisch).

Tel Saki liegt auf den südlichen Golanhöhen.

 

Wie Muslime aus Jerusalem eine heilige Stadt des Islam machten

Ägypter identifieziren sich mit den Pharaonen und Syrer und Libanesen mit den Phöniziern, also entschieden die palästinensischen Araber sich zu behaupten zu den Jebusitern zu gehören, einem ausgestorbenen Stamm, der in Jerusalem lebte, bevor es von den Juden erobert wurde.

Dr. Alex Grobman, Israel National News, 2. Juni 2019

Präsident Donald Trumps historische Entscheidung vom 6. Dezember 2017 Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, hat einen Sturzbach negativer und positiver Reaktionen ausgelöst. Der wesentliche Punkt in Trumps Äußerung lautet:

„Heute erkennen wir das Offensichtliche an. Was macht eine Hauptstadt aus; wann wurde Jerusalem Israels Hauptstadt; wie sieht die jüdische Beziehung zu Jerusalem aus; wie übernahm Jerusalem eine solch bedeutende Position im Islam?

Die National Geographic Society definiert eine Hauptstadt als „eine Stadt, in der die Regierung einer Region verortet ist. Dort stehen die Regierungsgebäude und die Regierungsführer arbeiten dort.“ Gemäß dieser Definition ist Jerusalem Israels Hauptstadt. Die Knesset, Israels gesetzgebender Regierungszweig, der Oberste Gerichtshof und die offiziellen Residenzen des Premierministers und des Präsidenten befinden sich in Jerusalem.

Jerusalem ist Israels ewige Hauptstadt

Als König David Jerusalem ca. 1.000 v.Chr. zu Israels Hauptstadt machte, wurde Jerusalem zum Zentrum der Souveränität der jüdischen Nation. Die jüdische Geschichte hindurch ist die Stadt Israels Hauptstadt geblieben. Die Zentralität Jerusalems für Juden spiegelt sich in ihren täglichen Gebeten, Feiertagen, Ritualen und leidenschaftlichem Anflehen Gottes zu seiner Wiederherstellung.

Für Rabbi Joseph B. Soloveitchik hat Jerusalem seine Heiligkeit nie verloren. Rabbi Abraham Joschua Heschel erklärte, wie der Zionismus „aus der Erinnerung, aus Ritual und Gebet, aus Glauben an die Verheißung, aus Loyalität gegenüber den biblischen Geboten nie die eigene Herkunft zu vergessen, unsere Verbindung, nie die Hoffnung auf Zion und Jerusalem aufzugeben“ geboren wurde.

Bei Hochzeiten, an den freudigsten Ereignissen des eigenen Lebens, sagen Juden Psalm 137 auf: „Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren.“

Wie, wann und warum entwickelte sich Jerusalem dann zu einer wichtigen muslimischen Stadt?

Der Historiker Daniel Pipes weist darauf hin, dass Jerusalem im Koran, in muslimischen Gebeten nie erwähnt wird, niemals Hauptstadt eines souveränen muslimischen Staates wurde oder Zentrum muslimischer Kultur oder Forschung war. Es kam auch nicht viel politische Bedeutung aus Jerusalem.

Im Gegenteil dazu erscheint Jerusalem in der Thora 669-mal auf und Zion (das allgemein Jerusalem oder zu anderen Gelegenheiten das Land Israel bezeichnet) 154-mal, zusammen also 823 Male.

Wie wandelte sich der Status von Jerusalem von einer vernachlässigten oder fast unbedeutenden heiligen Stadt zu einem ansehnlichen Teil des arabisch-muslimischen Lebens, fragt der Historiker Yitzak Reiter. Im Islam ist die Heiligkeit eines Ortes nicht statisch. Die Hierarchie der Heiligkeit während der formgebenden Jahre kann sich als Ergebnis politischer und sozialer Umstände verändern.

Der Historiker Mosche Gil erklärt, dass Jerusalem in den frühen Jahren des Islam Iliya genannt wurde. Muslime nutzten den Namen Iliya noch im zehnten Jahrhundert. Es war auch als Medinat Beyt al-Maqdis, Stadt des Tempels bekannt. Die Araber begannen erst im elften Jahrhundert den Namen Al-Quds, den arabischen Namen für Jerusalem, zu nutzen. Die Stadt wurde für Muslime erst in der Omayyaden-Zeit (661-750) heilig. Bis dahin war sie nur Juden heilig.

Die Verwandlung Jerusalems in eine muslimische heilige Stadt begann, nachdem Kalif Abd al-Malik den Felsendom auf dem Tempelberg baute, der vier Jahre später, 692, vollendet wurde, schreibt Gil. Der Bau der al-Aqsa-Moschee, die von Abd al-Maliks Söhnen ebenfalls auf dem Tempelberg gebaut wurde, dauerte rund zehn Jahr, von 706 bis 717.

Der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee

Einmal fertiggestellt, zogen der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee tausende Muslime auf dem Weg nach Mekka an, übertrugen auf sie eine religiöse und spirituelle Qualität. Im Gegenzug wurden Traditionen um diese heilige Stätte geschaffen, die mit dem Koran und den Hadithen [muslimischen Traditionen von Erklärungen und Entscheidungen, die angeblich von Mohammed selbst stammen] in Verbindung stehen. Gemäß dem Hadith trug der Engel Gabriel Mohammed nach Jerusalem, von wo er in den Himmel aufstieg.

Schließlich wurde die gesamte Stadt Jerusalem für den Islam heilig. Eine umfangreiche Literatur der Mohammed zugeschriebenen Traditionen, die man als Lobrede für Jerusalem kennt, wurde produziert. Die Heiligkeit der Stadt fordert, dass Muslime an diesen Heiligtümern beten. Ein Gebet in Jerusalem zu sprechen wurde gemäß einer Berechnung 500-mal mehr wert als an jedem anderen Ort. Jerusalem, Mekka und Medina waren die drei Orte, die Mohammed den Koran gaben.

Jerusalem würde der Ort sein, an dem alle Moscheen sich am Ende der Tage versammeln werden und wo die Trompete für die Wiederauferstehung der Toten geblasen wird. Auch Palästina garantierte Lob, weil der Koran es als geheiligtes Land bezeichnet.

Arabische Quellen streiten über den Zweck dieser prachtvollen Gebäude. Mehrere Zwecke sind vorgeschlagen worden: Abd al-Malik wollte die Aufmerksamkeit von Mekka nach Jerusalem umlenken, als er regierte; sie sollten die religiöse Bedeutung Jerusalems für Muslime zeigen; sie sollten die christlichen Kirchen und Klöster an Schönheit übertrumpfen und damit die Überlegenheit des Islam vermitteln. Eine aktuelle Studie betont, das Ziel habe darin bestanden die Juden und Christen zu beeinflussen Muslime zu werden.

Reiter vermerkt, dass dreihundert Jahre nach Ende der Omayyaden-Zeit die Ayyubiden (12./13. Jahrhundert) Jerusalems Ansehen stärkten, während Muslime den Krieg gegen die Kreuzritter vorbereiteten. Zur Zeit der Kreuzritter dominierten Juden und Christen die Einwohnerschaft in Palästina. Die arabischen Stämme lebten in den Grenzgebieten.

Nachdem die Briten Palästina im Ersten Weltkrieg eroberten, überhöhte Haddsch Amin al-Husseini, der Mufti von Jerusalem, die Bedeutung der Al-Aqsa-Moschee und Jerusalem in Reaktion zur vermeintlichen Bedrohung durch den Zionismus.

Am Ende des Sechstage-Kriegs 1967, fügt Reiter an, schufen palästinensische Araber neue Mythen, indem sie lange vergessene islamische Traditionen, Interpretationen und Überzeugungen zu den Moscheen wiedereinführten. Diese neu definierten Mythen halfen muslimisch-religiöse Leidenschaften zu entzünden, um die Herrschaft über Ostjerusalem und die heiligen Stätten wiederherzustellen.

„Al-Aqsa in Gefahr“

Das führte zur Strategie „Al-Aqsa ist in Gefahr“, obwohl der Tempelberg unter der Kontrolle der muslimische Waqf steht. Reiter fügt an, dass es zur Hervorhebung der Notwendigkeit die Moschee schützen zu müssen folgendes gibt: Besuche der Moschee als Teil einer politischen Pflicht sowie als religiöse Verantwortung, Sonderkonferenzen und zahlreiche Predigten, in denen die Al-Aqsa und Jerusalem im Vordergrund stehen; und Kundgebungen sowie politische Proteste.

Teil des Versuchs besteht darin die religiöse Verbindung der Juden zu Jerusalem, der Kotel und besonders zum Tempelberg zu leugnen. Versuche alle Spuren des Tempels zu vernichten, werden tams al ma’alem genannt, Arabisch für „löschen der Zeichen“, gibt Mordechai Kedar an, ein führender Experte für arabisch-islamische Gruppen.

Vortäuschung einer historischen Vergangenheit für die palästinensischen Araber

Erfundene Geschichte ist ein weiterer Teil dieses Plans. Die Ägypter identifizieren sich mit den Pharaonen und die Syrer und die Libanesen mit den Phöniziern, also beschlossen die palästinensischen Araber, obwohl sie von der Arabischen Halbinsel stammen, zu behaupten Teil der Jebusiter zu sein, eines untergegangenen kanaanitischen Stammes, der in Jerusalem lebte, bevor es von den Juden erobert wurde.

Die palästinensischen Araber behaupten auch eine Verbindung zu Saladin zu haben, dem Gründer der Ayyubiden-Dynastie, die Jerusalem von den Kreuzrittern befreite. Ein zukünftiger Saladin, glauben sie, wird Jerusalem von den „neuen Kreuzrittern“ „befreien“ – den Juden, die Jerusalem regieren.

Einen letzte Anmerkung

Der Konflikt zwischen Israel und den palästinensischen Arabern ist ein Religionskrieg, der zu endlosen Kommissionen, Konferenzen und Übereinkommen geführt hat, die auf der wahnhaften Annahm beruhen, man könne mit Leuten verhandeln, die glauben Juden seien Ungläubige, die ihr Land stahlen.

Kedar erklärt: „Der religiöse Grund wurzelt im Konzept des Islam von sich selbst als einem Glauben, dessen Auftrag es ist sowohl dem Judentum als auch dem Christentum ein Ende zu setzen und alles, was einst jüdisch oder christlich war, zu erben: Land, Gotteshäuser und Menschen.“

Jerusalem ist tausende Jahre lang die heiligste Stadt des jüdischen Volkes gewesen. Einen frohen Jerusalem-Tag!