Wie Nazis in Ägypten halfen Juden davon zu „überzeugen“, dass sie das Land verlassen

Bataween, Point of No Return, 31. Januar 2023

Nur Tage nach dem Internationalen Holocaust-Gedenktag passt es, sich and die Tatsache zu erinnern, dass tausende Nazis sich in den 1950-er Jahren in Nassers Ägypten wechselten. Laut einem neuen Buch – Nazis on the Nile von Vivyan Kinross – bildeten frühere Wehrmachtssoldaten, Raketenwissenschaftler, Chemie-Ingenieure, Waffenhersteller und Waffenhändler, Veteranen deutscher Spezialeinheiten ägyptische Soldaten darin die Briten in der Suez-Kanalzone und die Israelis im Gazastreifen zu bekämpfen. Die Briten entdeckten deutsche Subversionstaktiken in der ägyptischen Außenpolitik, Propaganda- und Geheimdienst-Operationen und Ägypten wandte Zwangsmaßnahmen an, um seine jüdische Bevölkerung nach der Suez-Krise von 1956 zu überzeugen das Land zu verlassen. Für die Familie von Edna Anzarut Turner stand das Menetekel schon vor der Vertreibung an der Wand. Sie erzählte Point of No Return ihre Geschichte.

Otto Skorzeni 1943

„Ich war bereits in England und meine Mutter begab sich zum schweizerischen Botschafter. Sie wollte mir über deren diplomatische Post etwas Geld schicken.

Sie kannte ihn sehr gut.

Als er sie sah, rang er nach Luft: „Madame Anzarut, was machen Sie noch hier? Das Land ist voller Nazis. Otto Skorzeni ist hier. Wollen Sie als Lampenschirm enden? Gehen Sie, verlassen Sie das Land so bald wie möglich.“

Wie auch immer, sie war nicht in der Lage mir Geld zu schicken.

Sie eilte nach Hause, nahem den britischen Pass meines Vaters und ihren eigenen, brachte sie zum ägyptischen Passamt, wo sie Ausreise- und Einreise-Visa beifügten.

Sie kaufte Flugtickets, packte für jeden einen Koffer, eine Decke. Sie füllte alle Vasen unseres Hauses mit Blumen und brachte die Autos zu verschiedenen abgelegenen Garagen und warf die Schlüssel in den Nil.

Am nächsten Tag warteten sie auf das Taxi.

Es wurde an die Tür gehämmert. Geschrei: „EFTAH, EFTAH!“ (Macht die Tür auf.)

Es war nicht das Taxi, es waren zwei herrische Polizisten mit dem Räumungsbefehl.

Meine Eltern sahen sie einfach an und die Situation war derart unpassend, dass sie beide in unkontrolliertes Gelächter ausbrachen.

Offenbar blickten die Polizisten völlig verdutzt aus der Wäsche. Niemand hatte ihnen jemals so ins Gesicht gelacht.

Meine Eltern sagten ihnen, sie seien zu spät dran. Sie würden das Land verlassen, ohne dass man sie vertreiben müsse.

Sie zeigten ihnen die zwei Koffer und dann brüllte mein Vater sie an: „IMSCHIE, IMSCHIE, BARRA, BARRA … je SCRAM…“, in dem Moment, als der Taxifahrer ankam.

Meine Eltern warfen noch einmal einen letzten Blick auf ihr schönes, elegantes Haus und die mit Blumen gefüllten Vasen … und das war’s dann.

Mein Vater starb sechs Jahre später infolge von stressbedingtem Speiseröhrenkrebs.

Ednas Vater war 52, ihre Mutter 47. Sie hat nie wieder geheiratet.

Queen Elizabeth II. und Israel

Barry Shaw, Facebook, 15. September 2022

Als ich beim World Summit on Counter-Terrorism war, fragten mich eine Reihe Israelis (vermutlich, weil sie wussten, dass ich aus dem Vereinten Königreich stamme), warum Queen Elizabeth nie Israel besuchte und einige fragten mich, ob ich glaube, das sei so, weil sie Israel nicht mag. Einer deutete sogar an, sie sei wegen ihres Versäumnisses vielleicht antisemitisch.

Ein paar Leute schrieben – auf Facebook-Messages und in Kommentaren – dass sie sicher seien, die Queen sei antisemitisch, weil sie Jordanien und Ägypten besuchte, aber nie Israel. Das war ihnen „Beweis“ genug, um zu wissen, dass sie Juden hasst.

Unsinn. Ich kenne eine Reihe anderer Königsfamilien und Staatsoberhäupter, die Israel auch nicht besucht haben, aber das macht sie oder ihr Land nicht antisemitisch.

Die Königin oder der König entscheiden nicht über das Protokoll oder Reisen. Das wird vom britischen Außenministerium über Berater und Terminplaner diktiert.

Zweitens und eindringlicher erzähle ich Leuten die Anekdote des Besuchs des israelischen Premierministers Shimon Peres im Buckingham Palace.

Er brachte als Geschenk für die Queen die besondere Kopie eines Dokuments aus dem israelischen Nationalarchiv mit, einen vom Vater der Queen, König George VI., unterzeichneten Brief, in dem er schrieb, dass er den jüdischen Staat anerkennt.

Jeder, der – wie ich – eine Audienz mit Shimon Peres erlebte, ob die Zusammenkunft nun groß oder klein war, weiß, dass er mit seiner Zeit und der der anderen sehr großzügig umging. Wenn er redete, gab es keine Bremsen, die ihn stoppten.

Als Peres im Palast ankam, wurde er über das Palast-Protokoll informiert. Wie er den Raum zu betreten hatte, dass er nicht sprechen durfte, bis die Queen ihn ansprach, die Audienzwürde nur mit ihnen beiden stattfinden und dass er keine Sekunde länger als 20 Minuten bei ihr bleiben könne.

Zwanzig Minuten nach Beginn des Treffens blieb die Tür geschlossen. Das begleitende Team und die Hof-Bediensteten wurden nervös, als Peres auch nach einer halben Stunde noch nicht wieder auftauchte.

Es dauerte vierzig Minuten, bis Queen Elizabeth die königliche Glocke läutete, um anzuzeigen, dass die Audienz zu Ende war.

Die königlichen Türen öffneten sich und dann machte Queen Elizabeth etwas Außergewöhnliches. Sie begleitete Shimon Peres aus dem Raum , wo er sie der israelischen Delegation vorstellte, die ihn in den Buckingham Palace begleitete hatte.

Es gibt Weltführer, die Israel nicht mögen, aber Queen Elizabeth gehörte nicht dazu.

Barry Shaw
International Public Diplomacy Director
Israel Institute for Strategic Studies

Nein! Die Juden lebten in arabischen Ländern nicht „glücklich“

Laut dem israelfeindlichen Narrativ lebten Juden und Araber friedlich zusammen – bis natürlich die „Zionisten“ kamen, um die „wunderbare“ Beziehung zu verderben.

David Collier, Beyond the Great Divide, 29. Januar 2023

Das ist eine der widerlichsten Umschreibungen von Geschichte. Es mag stimmen, dass die Juden in Europa eine schlimmere Zeit hatten – eine ablenkende Redenwendung, dich ich sogar von Akademikern gehört habe – aber machen wir uns nichts vor: Ist das industrielle Abschlachten von 6 Millionen Juden wirklich die Latte, an der wie die Dinge messen wollen?

Der ganze Text steht hier.

Die uralte Geschichte Israel

gefunden auf Facebook:

Links: Das erste Mal, dass der Name ‚Israel‘ (Yisrael) außerhalb der Bible gefunden wurde: Die Mernepta-Stele [aka Israel-Stele], datiert auf das 13. Jahrhundert v.Chr. (1213 bis 1203 v.Chr.)

Mitte: Das erste Mal, dass er Name ‚Hebräer‘ (Hibiru) außerhalb der BIbel gefunden wurde: Die Amarna-Briefe, 14. Jahrundert v.Chr. (1350-er bis 1330-er Jahre v.Chr.)

Rechts: Das erste Mal, dass der Name ‚David‘ außerhalb der Bibel gefunden war: Die ‚Tel Dan-Stele‘, spätes 9. Jahrhundert v.Chr. erwähnt das ‚Haus David‘ (bytdwd/Beth David)

Von den Nazis gestohlen: Die Wiederentdeckung eines Buches in Jerusalem

Die lange Reise eines Buches Leviticus, das während der Nazi-Zeit in einem Keller in Wien versteckt wurde, bevor es schließlich seinen Weg in das Konservierungs- und Restaurations-Labor der Nationalbibliothek Israels fand.

Daniel Lipson, the Librarians, 14. September 2022

In den Sammlungen der Nationalbibliothek Israels begegnete uns vor kurzem eine einzigartige Ausgabe des Buches Mesilat Yescharim. Das Buch war einem Jungen 1936 zur Bar Mitzwa geschenkt worden. Tragischerweise kamen der Empfänger des Geschenks und seine Familie einige Jahre später ums Leben. Die Nazis plünderten in der Reichskristallnacht und der folgenden Zeit viele jüdische Bibliotheken in Österreich. Dazu gehörten die Jüdische Gemeindebibliothek in Wien (die Bibliothek  der IKG) und die Bibliothek des Jüdischen Theologischen Seminars (ITLA), Privat-Bibliotheken, Buchläden und Verlagshäuser.

Die meisten Bücher wurden nach Berlin in die riesige Bibliothek geplünderter Bücher des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) gebracht. Teile dieser Bibliothek wurden bei der Bombardierung der deutschen Hauptstadt zerstört, andere Teile wurden nach dem Krieg entdeckt. Wir wissen nicht genau, welche Route dieses Bar Mitzwa-Geschenk nahm, aber in den 1950-er Jahren wurden dank der hartnäckigen Bemühungen der Nationalbibliothek und mit Hilfe des Religionsministeriums sowie mit Zustimmung der übriggebliebenen jüdischen Gemeinde Wiens viele Bücher, darunter dieses, in die Nationalbibliothek Israels gebracht. Ein von der Bibliothek angebrachtes Etikett informiert, dass das Buch von den Juden Wiens in Gedenken an die Opfer des Holocaust gespendet wurde.

„Gespendet von der jüdischen Gemeinde Wiens in Erinnerung an die Opfer des Holocaust“ – ein an dem während des Holocaust gestohlenen und später in Wien gefundenen Büchern angebrachtes Etikett

Einige Wochen später entdeckten wir ein weiteres interessantes Buch, das einst im Wien vor dem Holocaust einem Juden gehörte. Laut der alten Bibliotheksaufzeichnungen von 1956 wurde das Buch Der Pentateuch: Buch Leviticus – mit Onkelos-Übersetzung und Kommentar von Raschi, alsTeil der Arbeit des Projekts „Diaspora-Schatz“ zur Bibliothek geschickt, das nach dem Holocaust Bücher aus Europa nach Israel brachte.

Wir konnten an dem Buch zuerst kein Etikett finden, also war nicht klar, ob diese Ausgabe tatsächlich von den Nazis geplündert wurde.

Pentateuch, Leviticus, 1797/98, Innenseite des Buchdeckels mit kaum sichtbarem Etikett unter dem Papier

Wegen des Verdachts, dass dieses Buch tatsächlich den Holocaust überlebt hatte, brachte ich zu Hagar Millman, einer Konservatorin der Abteilung des Labors für Konservierung und Restauration der Nationalbibliothek Israels. „Sobald das Buch im Labor ankam und angesichts der Möglichkeit, dass es den Holocaust überlebt hatte, nahm ich sofort unsere Spezialausrüstung zur  Hand, um festzustellen, was sich unter der Innenseite des Bucheinbandes befand“, sagt Millman. „Es ist schwer meine Aufregung zu beschreiben, als ich das unter der Seite versteckte Etikett entdeckte. Ich wusste sofort, dass dies ein besonderer Gegenstand war, der eine verworrene Reise hinter sich hatte, bevor er schließlich die Nationalbibliothek erreichte und dass er eine faszinierende Geschichte haben musste.“

Das freigelegte Etikett

Vor der Behandlung des Buches wurde ein schriftlicher Bericht über seinen Zustand erstellt, zudem wurde der Gegenstand fotografiert, damit wir seinen Zustand vor und nach der Restauration vergleichen konnten. Die Entfernung der Papier-Abdeckung des Etiketts und all der Klebereste war ein extrem heikler Prozess, der mehrere Stunden dauerte und Spezialwerkzeug erforderte – einen dünnen Spachtel, Pinzetten und ein Skalpell, kontrollierte Raumfeuchtigkeit und reversible Klebstoffe.

Hagar Millman legt das verborgene Etikett frei

Auf der Rückseite des Buchdeckels fanden wir ein weiteres wichtiges Etikett, das von einem weißen Aufkleber und einer Stoffbindung am Rücken ebenfalls teilweise verdeckt war (das Buch war irgendwann neu gebunden worden, so das einen Stoffbindung das Etikett teilweise verdeckte).

Das teilweise verdeckte Etikett des Instituts für Orientstudien auf der Rückseite des Einbandes vor der Restaurierungsarbeit

„Auch hier war sehr feinfühlige Arbeit vonnöten, bis ich in der Lage war das gesamte Etikett freizulegen, was es möglich macht die Geschichte des Gegenstandes zurückzuverfolgen“, sagt Millman.

Das Etikett tritt unter einem gestreiften Stoffeinband hervor, dessen Überreste links zu sehen sind
Der äußere Einband des Buchs mit dem Etikett des Instituts für Orient-Studien, der einmal von einem Aufkleber und später einer Neubindung verdeckt war.

Der Aufkleber „Spende“ der jüdischen Gemeinde Wien, der zum Teil verdeckt war, zeigt definitiv, dass das Buch aus Österreich nach Israel geschickt worden war. Aber das war nur die Hälfte der Geschichte.

Während des Krieges wurden viele Bücher aus der zentralen Bibliothek der Oberschule der NSDAP an Österreich weitergegeben; die Schule wurde vom Hauptideologen der Nazi-Bewegung, Alfred Rosenberg, gegründet. Die Bücher wurden überall in Europa geplündert, nicht nur bei der österreichischen jüdischen Gemeinschaft. Eine Unterschrift und ein Stempel auf den ersten Seiten des Buches und der vor kurzem im Labor freigelegte Aufkleber auf der Rückseite des Einbandes führten zur  Herkunft des Buches.

Laut dem Titelbild wurde das Buch 1798 in Wien gedruckt. Die Unterschrift oben auf dieser Seite war von einem Mann namens Sheftel Bientz, der wahrscheinlich einer der ersten Besitzer des Buches war. Auf derselben Seite gab es auch einen Stempel des Wiener Zweigs der Agudath Israel. Da war eine interessante Wendung, weil der Sekretär dieser Organisation in Wien die Person war, die die Ausgabe der Mesilat Yescharim 1936 dem Jungen zur Bar Mitzwa schenkte; er schrieb auch die Widmung darin. Es ist möglich, dass beide Bücher durch seine Hände gingen.

Die Frontseite des Buchs mit der Unterschrift oben auf der Seite und dem Stempel des Wiener Zweigs der Agudath Israel

Das Etikett auf der Rückseite des Buchs lautet: Orientalisches Institut – Universität Wien und darunter findet sich das Wort Leihgabe, was andeutet, dass das Buch ursprünglich nicht der Universitätsbibliothek gehörte.

Wie kam ein Buch, das einer ultraorthodoxen Organisation gehörte, in die Universität Wien?

Kurt Schubert war ein österreichischer Student, der die Nazis und ihr Handeln ablehnte, aber aus offensichtlichen Gründen war er nicht in der Lage seine Meinung öffentlich zu äußern. Infolge seines Asthmas war er vom Militärdienst befreit und nutzten die Kriegsjahre, um akademischen Studien nachzugehen. Schubert schrieb sich an der Universität Wien ein, wo er bei Professor Viktor Christian studierte, einem Assyriologen, der auch Mitglied der SS war und zu seinen Forschungsaktivitäten gehörte die Exhumierung von Skeletten von Juden zum Zweck von Rassen- und Erbtests.

Als Teil der Bemühungen die Nazi-Ideologie unter deutschen Akademikern zu verbreiten, gründete SS-Chef Heinrich Himmler 1935 die Organisation Ahnenerbe. Universitäts-Forscher, die in der Organisation dienten, wurden damit beauftragt die Wurzeln des deutschen Volks festzustellen und die Überlegenheit der arischen Rasse zu beweisen. Ahnenerbe übergab aus jüdischen und anderen Bibliotheken geplünderte Bücher an Professor Christian und beauftragte ihn sie in der Hoffnung zu katalogisieren, dass sie den Forschern bei ihrem Studium der bald ausgelöschten jüdischen Rasse helfen würde. Während weitere Bücher aus Österreich, Deutschland und Polen ankamen, halfen Schubert und andere Studenten ihrem Professor bei seiner Arbeit.

Anstelle des Militärdienstes wurde Schubert zum Luftschutzwart gemacht. Im Dienst entdeckte er einen Keller im jüdischen Zentrum von Wien, in dem viele Bücher aus den Gemeindebibliotheken gelagert waren. Mit dem Argument, dass sie ein Brandrisiko seien gewann er Professor Christians Einverständnis die Bücher dem Institut für Orientstudien an der Universität Wien zu übergeben. So rettete Schubert rund 20.000 Bücher und als der Krieg endete, gab er sie dem zurück, was von Wiens jüdischer Gemeinde übrig geblieben war. Diese und andere Bücher gelangten schließlich nach Israel, begleitet von Schubert selbst, der eingeladen wurde den neuen Staat zu besuchen.

Der Pentateuch, den wir entdeckten, wurde vermutlich genau in diesem Wiener Keller aufbewahrt. Er wurde an die Universität Wien übergeben, zusammen mit den angehefteten Etikett der Universität und zur Verwendung für antisemitische akademische Forschung. Dank Schubert und der jüdischen Gemeinde Wien steht er heute in der Nationalbibliothek zur Ansicht und Forschung zur Verfügung.

Vor 75 Jahren: Vertreter der Araber sagen, sie werden die Juden besiegen, weil arabisches Leben nicht viel wert ist

Elder of Ziyon, 16. Januar 2023

Vom berühmten Journalisten und Historiker Jon Kimche, aus der Palestine Post, 14. Januar 1948:

Eine führende arabische Persönlichkeit, die dem Führer der Höhen Arabischen Exekutive nahe steht, der gerade von einer Reise durch die meisten arabischen Hauptstädte zurückkehrte, gab mir gestern ein Bild von der Palästina-Lage, wie arabische Führer sie sehen.

… Der Konflikt in Palästina ist unvermeidlich, meinte er; und es sollte lieber von einer drückenden Wirtschaftsblockade des jüdischen Staates begleitet werden, die weiter gehen würde, bis die eine oder die andere Seite bereit ist bedingungslos zu kapitulieren.

Die Araber würden den Kampf abbrechen, sagte er, wenn die Juden den jüdischen Staat und die Zuwanderung aufgeben. Andere Bedingungen wären nicht akzeptabel.

Die Husseinis, sagte er, waren zuversichtlich, dass sie langfristig  – vielleicht in drei oder vier Jahren – den jüdischen Staat brechen und die Unterwerfung des palästinensischen Judentums erzwingen könnten, auch wenn das die palästinensischen Araber eine enorme Anzahl an Leben kosten würde. Die Araber hätten einen großen Vorteil, weil für sie Leben nicht viel wert sei und sie in Palästina im Gegensatz zu den Juden wenig zu verlieren hätten.

Zur Diskussion der militärischen Organisation innerhalb von Palästina schätzte er, dass die Juden in der Eröffnungsphase eine effektiv schlagkräftige Truppe von rund 10.000 Männern haben und dass die den Arabern zur Verfügung stehende Streitmacht um 5.000 aktive Guerillas betragen würde. Er kalkulierte, dass die Vorfälle von Kämpfen und terroristischem Handeln gegen nicht teilnehmenden Arabern allmählich Araber in den Konflikt hineinziehen würden, die gegenwärtig dagegen und nicht bereit sind mit in den Kampf zu ziehen und das würde eine ständige Quelle für die Verstärkung der arabischen Kräfte werden würden.

Er verließ sich auf Veränderungen  in der internationalen Situation, die dem jüdischen Staat langfristig große Probleme schaffen würden; dieser müsste seine Ressourcen und Lebensmittelversorgung weitgehend von Übersee beziehen.

„So sehen wir es“, schloss dieser Araber. „Wir unterschätzen die Stärke der Juden nicht und wir glauben, dass das Thema nicht so sehr durch reine Waffenmacht entschieden wird, sondern letztlich von der Entscheidung, wer politisch, psychologisch und moralisch zerbrechen wird. Darauf setzen wir alles. Es wird ein langer Kampf werden und er straffe Nerven erfordert.“

Der hervorgehobene Text sagt mehr, als es den Anschein hat. Er sagt, dass die palästinensischen Araber keine so emotionale Verbindung zum Land hatten wie die Juden, also hätten sie „wenig zu verlieren“ – wenn nötig, konnten sie an andere Orte in der arabischen Welt gehen. Die Juden hatten diesen Luxus nicht.

Die Araber denken, dass die jüdische Wertschätzung menschlichen Lebens sie demoralisieren und zur Flucht zwingen würde, aber sie hatten keinen Ort, an den sie gehen könnten. Das ist der Grund warum dieser Analytiker richtig falsch lag – die arabischen Kämpfer hatten wenig Anreiz ihr Leben zu riskieren, während die Juden keine andere Wahl hatten als fest zu stehen und ihr Land zu verteidigen.

Heute könnte eine Analogie zur Ukraine gezogen werden – eine Seite kämpft um ihre Heimat und die andere beansprucht zwar dasselbe Land, ihre Kämpfer interessiert es aber nicht so stark, obwohl sie weit mehr militärische Aktiva zur Verfügung haben. Und genauso wie die arabische Welt damals ist die russische Seite zufrieden damit langfristig vorzugehen, in dem Denken, dass sie die andere Seite zur Kapitulation zwingen wird, indem ihnen die Ressourcen und die Lebensmittel ausgehen.

Was es in der Davidstadt Neues gibt

Treten Sie unter das modernen Jerusalem, um das antike Jerusalem zu betreten und treten Sie in die Fußstapfen der Pilger.

Jonathan Feldstein, Lay of the Land, 24. Januar 2023

2. Samuel Kapitel 11 erzählt die Anfänge der Beziehung zwischen König David und Batseba. Wäre es nicht faszinierend gewesen, wenn David als Teil seines Planes Uriah – dem Ehemann Batsebas – einen Brief geschrieben hätte, nachdem dieser in den Krieg zog, um plausibel bestreiten zu können, dass Uriah getötet wurde, damit David frei wäre hinter der schönen Batseba her zu sein? Was, wenn dieser Brief nicht nur nie zugestellt worden wäre, sondern wenn er heute gefunden würde, zusammen mit König Davids Siegel; und wenn er mit der antiken hebräischen Redensart „Unzustellbar, zurück zum Absender“ versehen gewesen wäre? Wohin würde Davids Brief zurückgeschickt werden?

Wenn ein solcher Brief entdeckt würde, wäre es nur einer von zahlreichen archäologischen Funden der letzten Jahrzehnte, die auf die Wahrhaftigkeit der biblischen Berichte zu König David und der unverwüstlichen Verbindung des jüdischen Volks zu Jerusalem hinweisen. Bis die Davidstadt vor rund 150 Jahren entdeckt wurde und vor nur ein paar Jahrzehnten Ausgrabungen begannen, konnte legitim auf fehlende tatsächliche Beweise für die Existenz von König David hingewiesen werden was die biblischen Berichte als spekulativ aushöhlte. Seitdem machen es die unbestreitbaren Beweise aller Nachweise unmöglich, auf irgendeine seriöse Weise die Existenz Davids zu bestreiten und das wirft eine Wolke der Unredlichkeit auf diejenigen, die sie immer noch bestreiten, leugnen, dass er sein Königreich in Jerusalem errichtete, es zum religiösen Zentrum des jüdischen Volks machte und dass es das 3.000 Jahre später immer noch ist.

„Treppe zum Himmel“: Die Pilgerstraße in Jerusalem – auch als Treppe zum Himmel bekannt – wurde bei den rituellen Prozessionen zum Aufstieg vom Teich zum Tempel, dem heiligsten Ort des Judentums, genutzt.

Die Davidstadt ist genau dort, wo sich König Davids Palast befand. Dort wäre sein Brief an Uriah geschrieben worden und dorthin würde er zurückgeschickt. Wenn man dort steht und den Bericht darüber liest, wie er erstmals Batseba beim Baden zusah, kann man sich genau vorstellen, wo das stattfand. Die in den letzten Jahrzehnten ans Tageslicht gebrachten archäologischen Beweise sind außergewöhnlich gewesen. Dazu gehört etwas so Banales wie eine antike Toilette, durch die Wissenschaftler bestimmen konnten, was Jerusalems Einwohner aßen, als sie belagert wurden. Dazu gehört die Freilegung der Pilgerstraße, über die Scharen an jüdischen Pilgern beim Aufstieg auf den Tempelberg entlang gingen. Diese Pilger – darunter die gewöhnlichen Juden bis zu berühmteren wie Jesus – reisten aus dem gesamten Land Israel nach Jerusalem, um den Tempelberg zu besuchen, bezeichnenderweise an den drei großen jüdischen Festtagen von Pessah, Sukkoth (Laubhüttenfest) und Schawuot (Wochenfest). Zu den auf der Pilgerstraße gefundenen bemerkenswerten Beweisen gehören Münzen aus dem ersten Jahrhundert und eine Glocke des Gewands des Hohepriesters. Aber es gibt mehr.

Ein Schritt in die richtige Richtung. Eine aktuelle Analyse von mehr als 100 Münzen, die unter den Stufen der Straße gefunden wurden, deuten auf den Anfang und die Vollendung des Baus unter Pontius Pilatus hin, der der offizielle Vertreter Roms war und den Vorsitz im Verfahren gegen Jesus hatte sowie seine Kreuzigung befahl. (Foto: Jonathan Feldstein)

Vor kurzem fragte ich Ze’ev Orenstein, den Direktor der Davidstadt für internationale Angelegenheiten: „Was gibt es Neues in der antiken Davidstadt?“Neben dem, was er über die anhaltenden Grabungen an der Pilgerstraße – die weiterhin nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist – teilte er einige der faszinierenden antiken Funde mit, die gerade ans Tageslicht gefördert wurden. Vor unserem Gespräch erhielt ich einen privaten Rundgang mit Shira, einem herausragenden Führer, der zum Leben erweckte, wie das Leben m antiken Jerusalem tatsächlich war. Dazu gehörte ein Gang entlang eines Großteils der Pilgerstraße, die noch nicht für die Öffentlichkeit geöffnet ist und zu sehen, wie die Grabungen vorangehen.

Unter der Oberfläche: die Verbindung der Juden zu Jerusalem kann nicht bestritten werden, stellt der Autor fest, während er persönlich eine vergrabenen Vergangenheit erlebt, die buchstäblich ausgegraben wird. (Foto: Jonathan Feldstein)

Ze’ev verriet, dass zusätzlich zu den aktuellen Ausgrabungen Pläne verkündet wurden, die verbleibenden zwei Drittel des Teichs von Siloah auszugraben, eines biblischen Ortes, der für Christen wie Juden von Bedeutung ist. Der Teich von Siloah befindet sich am unteren Ende der Pilgerstraße und ist der Ort, an dem die Pilger ein rituelles Reinigungsbad nahmen, bevor sie den letzten Teil von rund 800 Metern auf den Tempelberg selbst zurücklegten.

Christen weisen auf den Teich von Siloah als die Stelle, an der Jesus (laut Johannes 9) einen blinden Mann heilte. Tatsächlich gibt es wenig, wenn überhaupt etwas zur Davidstadt, das für Christen nicht so bedeutend ist wie für die Juden. Jesus war ein Jude des ersten Jahrhunderts und ging dort umher und betete dort. Sein Leben und die zentrale Rolle des Tempels als Teil der jüdisch-biblischen Geschichte zu verstehen, ist wesentlich dafür die jüdischen Wurzeln des Christentums zu begreifen.

Von römischen Helmen zu Bauhelmen: 2.000 Jahre später gibt es immer noch Arbeit an derselben Straße (Foto: Jonathan Feldstein)

Wunder sind in Jerusalem nicht ungewöhnlich, manche sind sogar unfassbar. Ze’ev teilte auch die „übernatürliche“ Art, wie die Pilgerstraße nur zufällig bei Reparaturarbeiten an einem geborstenen Abwasserrohr wiederentdeckt wurde, das ungewollt eine Reihe antiker Steinstufen abdeckte, die zum Teich von Siloah führten – und der Rest ist buchstäblich Geschichte.

Bestätigung der Richtigkeit der biblischen Geschichte Jerusalems ist nicht nur eine Frage der Bekräftigung des eigenen Glaubens, obwohl das sehr wichtig ist. Wenn Menschen heute die Geschichte nicht kennen oder sie kennen und bewusst revidieren, damit sie zu ihrem eigenen Narrativ passt, widerlegen das die Beweise aus der Davidstadt. Das Leugnen biblischer Geschichte in Jerusalem ist besonders unerhört, weil das die Überzeugungen sowohl der Christen als auch der Juden untergraben soll. Diese Taktik der Antisemiten besteht darin, auf der Grundlage, dass Juden keine  historische Verbindung zu Israel allgemein und zu Jerusalem im Besonderen hätten, laut ihre Opposition zu Israels Existenzrecht zu äußern. Trotz der historischen Beweise, die diese Lüge widerlegen, ist das aber ein Narrativ, dass von palästinensischen Arabern regelmäßig verbreitet wird, insbesondere bei der UNO. Ihr Ziel ist es zu versuchen das jüdische Volk aus seiner angestammten Heimat auszulöschen.

Jubel in Jerusalem: Ein künstlerischer Eindruck der Pilgerstraße bei einem jüdischen Fest (Foto:Kobi Herati, Davidstadt)

In der Davidstadt ist es möglich eine biblische Version der Verbindung der Punkte zu spielen. Man kann Wahrzeichen und Artefakte sehen, die auf zahlreiche Bibelverse und zu historischen Berichten von Josephus und anderen zu verweisen.

In ein paar Jahren werden Pilger des 21. Jahrhunderts in der Lage sein die ganze Länge der Pilgerstraße abzuschreiten, angefangen vom Teich von Siloah bis zu den südlichen Stufen des Tempelbergs. Sie sind zwar noch nicht in der Lage in einem Geschäft entlang des Weges die für Opfer im Tempel benötigten Dinge zu kaufen, können sie die archäologischen Beweise für ihre biblische heilige Schrift an genau den Orten bestätigen, wo sie allesamt stattfanden. Was ans Tageslicht geholt wird, bietet den unbestreitbaren Beweis für den biblischen Bericht über König David und die Verbindung des jüdischen Volks zu Jerusalem – buchstäblich zu Füßen aller.

In die Bibel eintauchen. Junge Touristen in einem Abschnitt des Teichs von Siloah, wo jüdische Pilger sich in antiker Zeit reinigten, bevor den Rest des Tempelberg erstiegen.

Die Wiedereröffnung der alten Straße

Wenn die Pilgerstraße in zwei Jahren für die Öffentlichkeit eröffnet wird, wird es das erste Mal in zwei Jahrtausenden sein, seit die Römer Jerusalem und den Tempel eroberten und zerstörten, dass dieser antike Weg offen ist.

Ich möchte dabei sein und Sie hier willkommen heißen, bei dieser Feier dabei zu sein