In Jerusalem wird der 29. November gefeiert

The Real Jerusalem Streets, 30. November 2016

Der 29. November 1947

Wichtig genug, um der Name einer Straße in Jerusalem zu sein.

Es war der Tag, an dem die UNO die Resolution 181 beschloss,
um wieder einen jüdischen Staat in unserer angestammten Heimat zu gründen.

„Die UNO-Abstimmung: Damals und heute“
war am 29. November das Thema einer Konferenz

auf der der ehemalige Botschafter Danny Ayalon die Schlüsselrede hielt.

Am Nachmittag gab es Workshops zu den Themen
Antizionismus, BDS, Hass-Einseitigkeit und jüdische Rechte.

Die Podiumsdiskussion am Morgen zu öffentlicher Diplomatie zur Formung sozialen Handelns
wurde vom ehemaligen Chefredakteur der Jerusalem Post moderiert.

Barry Shaw, Olga Deutsch, Avital Leibovich, Asher Fredman
und Ashley Perry (v. links nach rechts) sprachen zu aktueller Interessenvertretung.

Zipporah Porath gab einen Augenzeugenbericht
zur Aufregung, die die Straßen Jerusalems vor so vielen Jahren füllte,
als die UNO ihre erste und letzte pro-israelische Resolution möglich machte.

Die World Zionist Organization beging 70 Jahre seit der historischen Abstimmung

mit Musik und israelischem Tanz.

Leitende Zionisten befanden sich erneut auf dem Balkon und beobachteten die Geschehnisse.

Das sind Yaakov Hagoel und Avraham Dudevani zur Linken,
Natan Sharansky in der Mitte
und Theodor Herzl rechts im Foto.

Lichter und Bilder wurden auf das Gebäude projiziert.

Hätte sich Theodor Herzl eine solche Szene vorstellen können?

Er stellte sich gewiss nie vor, dass David Ben-Gurion ein Selfie macht,
während er direkt neben ihm steht.

Das Datum 30. November 1947 war
der Beginn des Massenexodus der Juden aus arabischen Ländern,
des jüdischen Nakba-Tags.

Die meisten kamen nach Eretz Yisrael
und begannen nach vielen Entbehrungen ein neues Leben.

Dieses Jahr wurde am 30. November Sigid gefeiert.
Nach Tausenden Jahren, in denen sie auf die Bergkuppen gingen

und sich nach der Rückkehr nach Jerusalem sehnten,
ist der äthiopische Feiertag ein offizieller israelischer Feiertag geworden.

Der 30. November ist am Abend zudem Rosch Chodesch Kislew,
also fangen die Straßen eben tanzenden Israelis und Äthiopiern an

mit Sufganiot gesäumt zu werden.

Die Jahreszeit der Hanukkah-Donuts hat begonnen.

Ali Abunimah sehnt sich nach einem kiefernfreien Palästina

Petra Marquart-Bigman, Elder of Ziyon, 28. November 2016

Gerade konzentrierte sich Elder of Ziyon in seinem Eintrag Kiefern-Verleumdung auf einen Kommentar des berüchtigten Antisemiten Gilad Atzmon, der die in vielen Teilen Israels letzte Woche wütenden Waldbrände als die Rache der Natur an den bösen zionistischen Bemühungen beschrieb „Palästina wie Europa aussehen zu lassen“, indem angeblich nicht einheimische Kiefern gepflanzt werden. Nun, wie EoZ zeigte, sind Kiefern in der Region heimisch – was Atzmons triumphierende Schlussfolgerung zunichte macht: „Wie die Kiefer sind der Zionismus, Israel und der Israeli in der Region fremd.“

Aber Atzmons ingorante Tirade war nicht einmal originell: Die Behauptung, dass Zionisten Kiefern pflanzten „um Palästina wie Europa aussehen zu lassen“, ist bei antiisraelischen Aktivisten ziemlich beliebt und ist z.B. auch in einem langatmigen Artikel bei „Electronic Intifada“ (EI) aus dem Jahr 2010 zu finden, in dem Max Blumenthal sich hämisch über das vernichtende Feuer auf dem Carmel freute: „die nicht einheimischen Bäume des JNF waren für die Umwelt in Palästina schlecht geeignet“ und „brannten in der trockenen Hitze wie Zunder“. Es war unvermeidlich, dass Blumenthal später den EI-Artikel für „Goliath“, seine Dämonisierung Israels in Buchform, wieder aufbereitete.

Zu den in Israel letzte Woche wütenden Brände warb Ali Abunimah prompt wieder für Blumenthals Artikel von 2010, wobei er die Behauptung betonte, dass das „zionistische Regime Wälder pflanzte, um Spuren der Palästinenser auszulöschen“.

In einem weiteren Tweet hielt Abunimah dafür, dass „Israels Nutzung von ‚Waldpflanzung‘ mit schlecht geeigneten Baumarten zur Eroberung palästinensischen Landes ist die Wurzel aller Brände“ ist. Er verlinkte zu einem JTA-Artikel, den er anscheinend nicht gelesen hatte: In dem Artikel stand nichts davon, dass Israel „schlecht geeignete Baumarten“ pflanzte, sonder im Gegenteil: Der JNF-Direktor für Waldwirtschaft wurde zitiert, wie er „diese Pionier-Kiefern“ dafür pries, dass sie „eine wundervolle Arbeit für die erste Generation“ leisteten. Der Artikel erwähnt zudem ausdrücklich die „Aleppo-Kiefer, die auch als Jerusalem-Kiefer bekannt ist“ – also hätte Abunimah, der immerhin behauptet Palästinenser zu sein, feststellen können, dss die Kiefer nicht nach einem Ort in Europa benannt wurde…

Aber Abunimah bestand darauf, dass „Brände in ‚Israel‘ vom Pflanzen nicht einheimischer Kiefern durch europäische Siedler und katastrophales zionistisches Land-Mismanagement verursacht“ sind; er verhöhnte sogar Jack Mendel, einen Journalisten der britischen Jewish News: „‘Journalist‘ @mendelpol glaubt ich erfinde die Fakten zu zionistischen Kolonisatoren, die Palästina mit hoch entzündlichen, nicht einheimischen Kiefern füllen.“

Nun, wenn Abunimah sich die Mühe gemacht hätte den von ihm so hilfreich verlinkten JTA-Artikel zu lesen, dann hätte er gewusst, dass seine „nicht einheimischen Kiefern“ nach der inzwischen so unglücklichen syrischen Stadt Aleppo benannt wurde und er könnte tatsächlich auch etwas über „Land-Mismanagement“ erfahren haben:

„Seit Jahrhunderten war die Gegend von einem Flickwerk an gedrungenem, dichtem, niedrigen Wald bedeckt, besonders in den einheimischen Waldgebieten auf dem Karmel, Galiläa und den judäischen Hügeln. Aber zur Zeit, als die frühen zionistischen Siedler ankamen, war ein Großteil des Waldlandes dezimiert worden, weil er im Verlauf der Jahre als Feuerholz, Baumaterial, Weideland für ihre Ziegen und Schafe und in der osmanischen Zeit auch für Bahngleise verwendet wurden.“

Lassen Sie mich hinzufügen, dass ich nicht glaube irgendjemand würde jemals Abunimah beschuldigen, er erfinde Fakten – seine Bilanz ist klar: Er erfindet immer Lügen über den „zionistischen Kolonisator“. Wie es sich trifft, offenbarten die diesmal von ihm erfundenen Lügen sein mangelndes Wissen zum historischen Palästina, von dem er behauptet, es sei sein Heimatland.

Da aber Abunimah der Sohn eines ranghohen jordanischen Diplomaten ist und vermutlich manchmal seine Familie in Jordanien besucht, habe ich einen Vorschlag: Wenn er sie das nächste Mal besucht, könnte er einen Familienausflug zum Waldschutzgebiet Dibeen planen, einem „unberührten Lebensraum für Kiefern und Eichen“, der „Aleppo-Kiefern“ haben soll, die „zu den ältesten und größten des Königreichs gehören“. Nach Angaben eines Reiseführers ist es eher klein, aber trotzdem „ein hübsches Ziel für Frieden und Stille“ – wie wär’s Ali Abunimah? Um sich einzustimmen, könnten Sie die entsprechende Seite im „Magic Jordan“ nachlesen, die vermerkt, dass zum Dibeen-Wald die „einheimische Aleppo-Kiefer“ gehört und der „repräsentativ für die Wildnis ist, die einst einen großen Teil des nordwestlichen Jordanien bedeckte“.

Zugegeben, die Fotogallerie der Seite bietet einige Ansichten des Schutzgebiets, die genauso aussehen wie diese Orte in Israel, das monströs böse Zionisten aus öden Hügeln in „kleine Schweizen“ verwandelten – und es ist ein deprimierender Gedanke, dass manche Leute sich wünschen könnten das alles niederzubrennen, nur weil es nicht in ihre ignoranten Vorstellungen eines ursprünglich öden Palästina passt.

Kiefern-Verleumdung

Elder of Ziyon, 26. November 2016

Antiisraelische und arabische Internetseiten veröffentlichen den Kommentar des antisemitischen Gilad Atzmo zu den Bränden in Israel, in dem er die Brände – wem sonst? – den Juden zur Last legt. Insbesondere macht er die Kiefern dafür verantwortlich, die der Jewish National Fund pflanzte:

Israels ländliche Landschaft ist vollgestopft mit Kiefern. Diese Bäume sind für die Region neu. Die Kiefern wurden Anfang der 1930-er Jahre vom Jüdischen Nationalfond (JNF) in Palästina eingeführt; es handelte sich um einen Versuch „das Land zurückzugewinnen“. Bis 1935 hatte der JNF 1,7 Millionen Bäume auf einer Gesamtfläche von 1.750 Morgen Land gepflanzt. Im Verlauf von 50 Jahren pflanzte der JNF mehr als 260 Millionen Bäume, weitgehend auf beschlagnahmtem Palästinenserland. Das alles machte er in einem verzweifelten Versuch die Trümmer der ethnisch gesäuberten Palästinenserdörfer und ihrer Geschichte zu verbergen.

Im Verlauf der Jahre unternahm der JNF einen kruden Versuch palästinensische Zivilisation und Vergangenheit auszulöschen, versuchte aber auch Palästina wie Europa aussehen zu lassen. Der palästinensische Naturwald wurde ausgerottet. Gleichermaßen wurden die Olivenbäume entwurzelt. Die Kiefern nahmen ihre Platz ein. Im südlichen Teil des Carmel nannte die Israelis einen Bereich „Kleine Schweiz“. Inzwischen ist nicht mehr viel von er „kleinen Schweiz“ übrig geblieben.

… Ungeachtet seiner nuklearen Fähigkeiten, seiner kriminellen Armee, der Besatzung, des Mossad und seiner Lobby überall auf der Welt scheint Israel verletzbar zu sein. Es ist verheerend vom Land entfremdet, das es als sein eigenes beansprucht und zu pflegen vorgibt. Wie die Kiefer sind der Zionismus, Israel und der Israeli in der Region fremd.

Die Kiefer, die der JNF so viele Jahre lang pflanzte, ist die Aleppo-Kiefer, pinus halepensis (in Israel als Jerusalem-Kiefer bekannt). Sie ist im gesamten Mittelmeerraum zu finden, von Marokko bis Syrien. Der JNF wählte diesen Baum nicht, um Israel wie Europa aussehen zu lassen; diese Lüge wird von Mondoweiss nachgeplappert. Einheimische Aleppokiefer-Wälder gibt es auf dem Karmel und in Galiläa.

Zudem wurden Kiefern in Palästina von Reisenden im 19. Jahrhundert beobachtet. In der von The Popular Cyclopædia of Biblical Literature 1856 steht:

Die große Zypresse gibt es nur in Palästina, wird von Menschen in Gärten und auf Friedhöfen sowie anderen offenen Plätzen in den Städten kultiviert. Aber als Spontangewächs des Landes finden wir auf den Gipfeln und Hügelketten den Walnussbaum, die Baumerdbeere, den Lorbeerbaum usw., während auf den ehemals bewaldeten Höhen verschiedene Kiefernarten, kleine und große, immer noch die Stellung behaupten.

Was besonders den Carmel betrifft, so schreibt die Jewish Encyclopedia von 1907, er sei „von Helmeichen und Kiefern bedeckt“.

Damit hat Atzmon auf gewisse Weise recht: Juden sind in der Region genauso einheimisch wie die Aleppokiefer.

Israels eigenartige Lage

Der folgende Artikel wurde von Eric Hoffer geschrieben, einem einzigartigen amerikanischen Hafenarbeiter und Sozialphilisophen.
Hoffer lebte von 1902 bis 1983. Er schrieb neun Bücher, unzählige Artikel und hunderte von Essays. Er erhielt die Presidential Medal of Freedom. Den folgenden Artikel schrieb er 1968!!

Eric Hoffer (LA Times, 26.05.1968)

Die Juden sind ein eigenartiges Volk: Dinge, die anderen Nationen erlaubt sind, sind den Juden verboten.

Andere Nationen jagen tausende, sogar Millionen Menschen fort und es gibt (trotzdem) kein Flüchtlingsproblem. Russland machte das. Polen und die Tschechoslowakei machten es. Die Türkei vertrieb eine Million Griechen und Algerien eine Million Franzosen. Indonesien warf Gott weiß wie viele Chinesen hinaus – und niemand sagt ein Wort über Flüchtlinge. Aber im Fall von Israel wird die geflohene arabische Bevölkerung zu ewigen Flüchtlingen. Jeder besteht darauf, dass Israel jeden einzelnen Araber zurücknimmt. Arnold Toynbee nennt die Flucht der Araber eine Gräueltat, die schlimmer ist als alles, was die Nazis an Verbrechen begingen. Wenn andere Nationen auf dem Schlachtfeld siegreich sind, diktieren sie die Friedensbedingungen. Aber wenn Israel siegreich ist, muss es um Frieden betteln.

Jeder erwartet von den Juden, dass sie die einzigen wahren Christen in dieser Welt sind. Wenn andere Nationen geschlagen sind, überleben sie und erholen sich; aber sollte Israel besiegt werden, würde es zerstört. Hätte Nasser letzten Juni [HE: also 1967!] triumphiert, hätte er Israel von der Landkarte gewischt und niemand würde einen Finger gehoben haben um die Juden zu retten.

Keine Verpflichtungserklärung an die Juden, durch welche Regierung auch immer (einschließlich unserer eigenen [also der amerikanischen]) ist das Papier wert, auf dem sie geschrieben ist.1 Die ganze Welt schreit auf, wenn Menschen in Vietnam sterben oder wenn zwei Neger in Rhodesien exekutiert werden. Aber während Hitler Juden abschlachtete, machte ihm niemand Vorwürfe.

Die Schweden, die wegen dem, was wir in Vietnam tun, bereit sind die diplomatischen Beziehungen mit Amerika abzubrechen, gaben keinen Mucks von sich, als Hitler die Juden abschlachtete.2 Sie schickten ihm Eisenerz und Kugellager und warteten seine Truppentransporter für Norwegen.

Die Juden sind in der Welt allein.3 Wenn Israel überlebt, wird das einzig wegen jüdischer Anstrengungen und jüdischer Mittel geschehen. Und doch ist im Moment Israel unser einziger verlässlicher und bedingungsloser Verbündeter. Wir können uns mehr auf Israel verlassen als Israel sich auf uns. Und man muss sich nur vorstellen, was im letzten Sommer passiert wäre, hätten die Araber und ihre russischen Hintermänner den Krieg gewonnen, um zu erkennen, wie lebenswichtig das Überleben Israels für Amerika und den Westen im Allgemeinen ist.

Ich habe eine Vorahnung, die mich nicht verlassen will; wie es Israel ergeht, so wird es uns allen ergehen. Sollte Israel zugrunde gehen, dann wird unser Holocaust folgen.


Anmerkungen des Übersetzers:

1 – damals aktuelles Beispiel: Die UNO garantierte für eine entmilitarisierte Zone auf dem Sinai, folgte aber ohne einen Mucks dem Ausweisungsbefehl Nassers. Die von Präsident Eisenhower 1956 den Israelis gegebene Garantie spielte 1967 für Johnston keine Rolle mehr – die Amerikaner hielten sich draus.
Ähnliche Beispiele gibt es auch heute noch in der aktuellen Politik: Die UN-Beobachter im Südlibanon beobachten die Aktivitäten der Hizbollah und unternehmen nichts, machen noch nicht einmal der UNO gegenüber Meldung darüber; es besteht sogar der Verdacht, dass sie mit den Terroristen zusammen arbeiten. Die TIPH in Hebron lässt sich von den Palästinensern für deren Zwecke missbrauchen und berichtet ausschließlich über angebliche israelische Untaten; ein Bericht über palästinensische Übergriffe, Anschläge und Mordversuche liegt nicht vor!
2 – auch heute lehnen sich die Schweden weit aus dem Fenster, wenn es um die Verurteilung und Verunglimpfung der Israelis geht: Die schwedische Außenministerin beschimpfte kürzlich die israelische Regierung unflätig und nannte US-Präsident George W. Bush „dumm“ (und einiges mehr), während sie für den Chefterroristen Arafat ausschließlich Lob fand.
3 – Ich hoffe, dass wenigstens wir Christen uns dem nicht anschließen. Ich kenne inzwischen einige Christen, die bereit sind für Israel zu kämpfen und auf die Barrikaden zu gehen. Israel darf nicht allein bleiben!

 

Der Krieg gegen die Geschichte

Clifford D. May, Israel HaYom, 16. November 2016

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“ Das war, wie Sie sich vielleicht erinnern, die Parole des totalitären Staats, den sich George Orwell in seinem klassischen Roman „1984“ ausdachte.

Heute operationalisieren verschiedene Gruppen Islamisten – die wir als diejenigen definieren können, die sich dem islamischen Herrenmenschentum verschrieben haben – dieses Konzept; sie versuchen die geschichtlichen Aufzeichnungen zur Unterstützung ihrer totalitären Ambitionen zu modifizieren.

Sechs Monate vor dem Anschlag vom 11. September 2011 befahl Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar die Zerstörung der antiken Buddhas von Bamiyan in Afghanistan. Warum? Weil diese monumentalen Statuen Erinnerungen an eine Zeit waren, als das Land nicht islamisch war.

2012 zerstörte Ansar Dine, eine JIhadistengruppe, die mit Al-Qaida verbunden ist, die uralten Schreine, Gräber und Moscheen in Timbuktu. Warum? Weil diese für eine Version des Islam standen, der in afrikanischer Kultur „mariniert“ ist – und daher als irrgläubig angesehen wurde.

Am berüchtigtsten hat der Islamische Staat das religiöse und historische Erbe Syriens und des Irak demontiert, Stätten wie einen Tempel in Palymar, der dem kanaanitischen Gott Baal gewidmet war, christliche Kirchen in Niniveh und von Muslimen, deren Interpretation der heiligen Schriften von der der Möchtegern-Kalifatsbauer abweicht, zerstört.

UNESCO, die UNO-Agentur, deren angeblicher Auftrag die Förderung der Weltkultur ist, hat eine weniger bewegliche, aber vielleicht nicht weniger effektive Herangehensweise an diesen Krieg gegen die Geschichte gewählt. Die Absicht besteht darin nachzuweisen, dass Jerusalems heiligste Stätten den Muslimen gehören und dass Juden und Christen keine gültigen religiösen und historischen Ansprüche an dieser antiken Stadt haben – niemals hatten, niemals haben werden.

Eine Resolution diesbezüglich wurde von sieben mehrheitlich muslimischen Staaten zugunstend er Palästinenserführer gestützt und letzten Monat von UNESCO-Mitgliedern verabschiedet. Nur die USA, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Litauen und Estland stimmten dagegen. Sechsundzwanzig Länder entschieden sich für Enthaltung – als würden sie die Wahrheit nicht kennen oder als sei die Wahrheit etwas ohne Konsequenzen.

Einige prominente Einzelpersonen haben ihre Stimme dagegen erhoben. Selbst Irina Bokova, die Generaldirektorin der UNESCO, sagte, die Abstimmung habe die Verantwortung der Organisation verletzt „die Trennungen zu überbrücken, die dem Charakter Jerusalems als Stadt vieler Religionen schaden“.

Ein Sprecher von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon sagte: „Das geteilte Erbe dreier monotheistischer Religionen der heiligen Stätten sollte nicht infrage gestellt werden.“

Mehr als drei Dutzend Mitglieder des US-Kongresses, Republikaner wie Demokraten, verurteilten die Resolution. „Weltgremien haben nicht das Recht Geschichte umzuschreiben“, sagte die Abgeordnete Alcee Hastins (Demokratin aus Florida). Steny Hoyer (Dem., Maryland) nannte die Resolution „einen gefährlichen Versuch die Geschichte auszulöshen“. Der Abgeordnete Red Lieu (Dem., Kalifornien) nannte sie „tollwütig antisemtisch und antichristlich“. Der Abgeordnete Peter Roskam (Rep., Illinois) erkannte sie als „drastische Verletzung des internationalen Religionsfriedens“.

Im letzten Monat kündigten PA-Vertreter zudem eine „Kampagne entschuldigt euch für Balfour“ an, ein eigener, aber zugehöriger Versuch der Manipulation der Geschichte. Um Ihre Erinnerung anzustoßen: Die Balfour-Erklärung war ein diesen Monat vor 99 Jahren geschriebener Brief des britischen Außenministers Lord Arthur Balfour, der das Recht des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung in einem Teil seines angestammten Heimatlandes anerkannte.

Sie wurde vom Völkerbund, der damaligen internationalen Gemeinschaft, übernommen. Die PA und ihre Verbündeten behaupten nun, die Balfour-Erklärung sei ein „Verbrechen“ gewesen – und fordern eine Entschuldigung.

In Wahrheit gab die Balfour-Erklärung progressiven Ansichten Ausdruck. Jahrhunderte lang wurde der Großteil des Nahen Ostens vom osmanischen Reich regiert. Doch der türkische Sultan Mehmed VI. machte den Fehler sich im Ersten Weltkrieg mit den Deutschen zu verbünden. Nicht lange nach dem Ende dieses Konflikts sollte sein einst mächtiges Reich von den siegreichen Briten und Franzosen aufgelöst werden.

Sie waren keine Heiligen, aber sie waren bereit Völkern Autonomie zu gewähren, die lange Untertanen der Osmanen waren. Die Balfour-Erklärung sprach auch von den „Bürger- und religiösen Rechten der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina“.

Drei Jahre später gab der Völkerbund Großbritannien ein Mandat zur Regierung von Palästina. Die östlichen drei Viertel dieses Territoriums wurden zu dem, was heute das Haschemiten-Königreich Jordanien ist. Andere neue arabischen Staaten auf ehemals unter dem osmanischen Joch befindlichen Gebiete sind der Libanon, Syrien, der Irak und Saudi-Arabien.

1947 schlug die UNO die Gründung zweier Staaten im westlichen Palästina vor – eines arabischen und eines jüdischen. Die Anführer der palästinensischen Juden akzeptierten diese Zweistaatenlösung. Die Führer der palästinensischen Araber (sie hatten den Namen „Palästinenser“ noch nicht als den ihren und nur ihren übernommen) lehnte sie. Im Jahr darauf griffen Jordanien, Ägypten, Syrien, der Libanon und der Irak den frisch gebackenen jüdischen Staat an.

Der Konflikt endete nicht mit einer Friedensvereinbarung und Grenzen, sondern nur mit einem Waffenstillstand und Waffenstillstandslinien – Linien, die von 1949 bis 1967 hielten, als Israel einen weiteren Verteidigungskrieg gegen seine Nachbarn führte, einen, der damit endete, dass Israel den Ägypten den Gazastreifen und Jordanien die Westbank einschließlich Jerusalems abnahm.

Das sollte nicht vergessen werden. Während der Jahre der jordanischen Besatzung waren Juden aus Jerusalems Altstadt verbannt und sie durften nicht an der Westmauer beten. Zahlreiche jüdische religiöse Stätten in Jerusalem wurden geschändet oder zerstört.

Und jetzt begrüßt ein UNO-Gremium eine verfälschte Version der Vergangenheit dieser Stadt, während die palästinensische Autonomiebehörde die Balfour-Erklärung – eine Erklärung zur Unterstützung eines vielfältigen Nahen Ostens – als Straftat darstellt.

Das endet hier nicht. Die Palästinenser sollen heute darüber nachdenken die UNESCO aufzufordern, sie solle verlangen, dass die Israelis ihnen die Schriftrollen vom Toten Meer übergeben, fast 1.000 religiöse Texte, zumeist in Hebräisch und Aramäisch, die auf die Zeit des Zweiten Tempels zurückgehen.

Man ist versucht zu sagen: „Man kann das nicht erfinden.“ Aber natürlich kann man das. Orwell tat es. Die Frage ist, ob wir seitdem etwas gelernt haben.