Leonard Cohens Lieder des Yom Kippur-Kriegs

Mit einem Auftritt, der nie wirklich erklärt wurde, kam der legendäre Sänger in die Wüste, um in den blutigsten Wochen des Krieges für die Truppen zu singen.

Matti Friedman, Tablet Magazine, 4. Mai 2022

Leonard Cohen 1973 in der Wüste Sinai (Foto: Isaac Schokal)

Es gab immer etwas Kryptisches an „Lover Lover Lover“, dem Klassiker der kanadischen Musik-Ikone Leonard Cohen von 1974; er war der „poet of rock“ (Poet des Rocks). Der Song mag nicht so berühmt sein wie Cohens „Hallelujah“, aber er wurde von den Fans geliebt und war dem Sänger wichtig, der vier Jahrzehnte später noch immer Konzerte gab. Aber was bedeutete er? Warum schrie er in der ersten Zeile „Father, change my name“ (Vater, ändere meinen Namen)? Das klang nicht wie ein Liebeslied. Genauso wenig die Feststellung, dass ein Körper als „Waffe“ dienen könne oder die Hoffnung, dass der Song selbst als „Schild gegen den Feind“ dienen würde. Wer war dieser Feind? Und wer war das Publikum?

2009 beendete Cohen eine Welttournee mit einem Auftritt in Israel, wo ich lebe. Im Alter von 75 legte er einen der größten letzten Auftritte der Musikgeschichte hin. Das kam, nachdem er aus einem buddhistischen Kloster in Kalifornien auftauchte, um festzustellen, dass sein ehemaliger Manager sein Bankkonto leergeräumt hatte; er ging wieder auf Reisen und entdeckte, dass er in den Pantheon der Popmusik aufgestiegen war. Vielleicht waren Sie unter den Glücklichen, die eines dieser Konzerte erlebten. Ich wuchs in Kanada auf, wo Cohen immer als nationaler Schatz betrachtet worden ist, aber bis dahin hatte ich kaum wertgeschätzt, dass er in Israel denselben Status hatte. Als hier Karten in den Verkauf gingen, brachen die Telefonleitungen innerhalb von Minuten zusammen. Fünfzigtausend Menschen erschienen in Tel Aviv.

Den Grund für die intensive Verbindung kannte ich nicht, bis ein Artikel in einer Lokalzeitung eine Erklärung vorstellte. Es hatte mit einer Erfahrung zu tun, die Cohen lange Zeit zuvor mit Israelis geteilt hatte, im Herbst 1973. Mein Versuch herauszufinden, was passiert war, wurden zu Jahren der Recherche und Interviews und irgendwann zu einem Buch mit dem Titel Who By Fire, in dem es darum geht, wie ein Krieg und ein Sänger aufeinanderstoßen, um einen außergewöhnlichen Moment der Musik zu schaffen. Es stellte ich heraus, dass ein Strang der Geschichte mit „Lover Lover Lover“ und dem Kampf eines großen Künstlers oder eines jeden von uns damit im Zusammenhang steht, dass das Ziehen des Universums mit dem Magnetismus unseres eigenen Volksstamms und der Vergangenheit in Einklang gebracht wird.

Die zweite Woche des Oktober 1973 war eine der schlimmsten in der Geschichte Israels. Um 14 Uhr am 6. Oktober, das war der jüdische Fastentag Yom Kippur, starteten Ägypten und Syrien Überraschungsangriffe. Überall in Israel ertönten Sirenen, ein ägyptischer Bomber schoss eine gelenkte Rakete auf Tel Aviv, die Grenzverteidigungen zerbröckelten, die Luftwaffe begann an Flugzeugen und Piloten auszubluten, Verluste der Armee kletterten von Hunderten in die Tausende und die Israelis waren von Verzweiflung gepackt. In diesem Moment stiefelte ein verschrobener  Barde aus Montreal aus dem Rauch der Schlacht in der Wüste Sinai auf eine selbst verfügte Suche.

Lenoard Cohens Auftauchen schien damals so seltsam wie heute und ist nie richtig erklärt worden, obwohl dies in Israel eine der Geschichten zum Yom Kippur-Krieg geworden ist, die jeder kennt, genauso wie die berühmten Schlachten. Cohen war bereits ein internationaler Star. Drei Jahre zuvor hatte er vor einer halben Million Menschen beim Isle of Wight Festival gespielt, das größer war als Woodstock und wo wilde Fans Joan Baez mit Zwischenrufen störten, mit Flaschen nach Kris Kristofferson warfen und die Bühne samt Jimmi Hendrix darauf abbrannten, sich aber beruhigten, als Cohen nach Mitternacht auf die Bühne kam und sie hypnotisierte. Er war einer der größten Namen der Sechziger. Und hier war er jetzt im Nahen Osten, am Rande einer mit rauchgeschwärzten Panzern und Leichen in verkohlten Tarnanzügen übersäten Wüste, spielte ohne Verstärker für eine kleine Gruppe Soldaten mit einer Munitionskiste als Bühne. Einige Soldaten wussten nicht einmal, wer er war. Andere schon und konnten nicht begreifen, was um alles in der Welt er hier machte.

Wie er in den Krieg geriet und was ihn nach Israel zog oder trieb, ist eine andere Geschichte, eine, die ich mit Hilfe eines bemerkenswerten Manuskripts enträtselte, das er über die Erfahrung schieb und dann beiseite legte. Als er die Front im Sinai erreichte, war er in Begleitung einer Spontan-Band aus vier israelischen Musikern unterwegs. In einer Beschreibung  einer lange eingegangenen Zeitschrift, die das israelische Äquivalent des Rolling Stone war, saßen Soldaten nachts nach einem Tag der Kämpfe im Sand. Einige rauchten. Cohen kam an, trug Khaki. Er sprach in ernstem Englisch zu ihnen, was nicht alle verstanden. „Dieses Lied ist eines, das Zuhause gehört werden sollte, in einem warmen Raum mit einem Drink und einer Frau, die du liebst“, sagte er. „Ich hoffe, ihr werdet euch alle bald in dieser Situation wiederfinden.“ Er spielte „Suzanne“. Das Publikum für diese seltsame Tour war ein Querschnitt junger Israelis im schlimmsten Moment ihres Lebens – aufgewühlte Infanteristen, halb taube Artilleristen, Teenagermädchen aus einer zerstörten Radarstation, die gerade erlebt hatten, dass fünf Freunde getötet wurden. Ich verbrachte eine Menge Zeit damit sie ausfindig zu machen, um zu hören wie sie sich fühlten.

Eines der Konzerte fand auf einem Fliegerhorst namens Hatzor statt, wo Piloten in amerikanischen Phantom-Jets und französischen Mystères von sowjetischen Flugabwehrraketen in einer Menge abgeschossen wurden, wie die israelische Luftwaffe es nie erlebt hatte. Piloten schlossen die Reißverschlüsse ihrer Fliegeranzüge, verließen ihre Unterkünfte und verschwanden für immer. Diese Tour bezog ihre einzigartige Wirksamkeit aus der Tatsache, dass ein Sänger, dessen Themen die menschliche Unvollkommenheit und Vergänglichkeit und die kurzen Freuden waren, die deine Nacht versüßen können, sich mitten unter Leuten spielend wiederfand, für die diese flüchtigen Kräfte nichts Abstraktes waren, was in die Luft eines Wohnheims schwebt. Sie wussten, dass der Tod auf sie wartete, wenn das Konzert endete. Jeder war ernst. Kein Geld wechselte die Hände. Die Leute waren aufmerksam.

Auf dem Fliegerhorst spielte Cohen die Hits, die jeder kannte: „Suzanne“, „So Long Marianne“, „Bird on the Wire“. Der Auftritt verlief derart gut, dass einer der Offiziere die Musiker anflehte noch einmal zu spielen und in der Pause zwischen den beiden Auftritten schrieb Cohen ein Lied.

Eine der angenehmen Seiten für dieses Buch zu recherchieren, bestand darin Zeit mit den kleinen Notizbüchern zu verbringen, die Cohen während und nach dem Krieg schrieb und die im Nachlass des Sängers erhalten sind. Hier fand ich Gekritzeltes, halbe Gedankengänge, hingeworfene Zeilen und die ersten Schimmer von Liedern, die irgendwann Millionen kannten. Auf einer Seite eines kleinen orangen Notizbuchs, das er in Israel dabei hatte, schrieb er (und wenn sie Cohens Arbeit kennen, dann atmen Sie durch, denn Sie sehen die Geburt von etwas Berühmten):

Ich fragte meinen Vater, ich bat
ihn um einen anderen Namen

Das ist die embryonische Version von „Lover Lover Lover“. Es ist eine interessante Idee, damit anzufangen, besonders weil die Israelis sagen, dass Cohen darum bat ihn nicht mit Leonard anzusprechen, sondern mit Eliezer, seinem hebräischen Namen.

Cohen stellte den Song beim zweiten Auftritt auf dem Fliegerhorst vor, berichten zwei seiner Bandkollegen – der Liedermacher Oschik Levy, der neben der Bühne stand und  zuhörte und Matti Capsi, ein 23-jähriger, der bei der allerersten Vorstellung des Liedes Gitarre spielte; heute ist er selbst eine israelische Musiklegende. Cohen verfeinerte ihn, während die Band weiter durch den Krieg zog. In seinem unveröffentlichten Manuskript erwähnt Cohen die Vorstellung, dass er die Soldaten tatsächlich beschützen könne: „Ich sagte mir: Vielleicht kann ich einige der Leute mit diesem Song beschützen.“ Das könnte den Textteil über den „Schild gegen den Feind“ in dem Lied erklären.

„Lover Lover Lover“ ist ein Kriegslied. Es ist nicht klar, auf welchen „Lover“ er sich im Refrain bezieht, der dieses Wort einfach siebenmal anstimmt und fleht „komm zu mir zurück“. Aber wenn wir das Lied als eine Art Gebet verstehen, könnte das Wort vielleicht im Sinne des biblischen Hoheliedes erscheinen, wo Gottes Anwesenheit in Worten erotischer Liebe beschrieben wird. Wenige verlangen so eindringlich nach dieser Gegenwart wie Soldaten. Cohen wuchs in einer jüdischen Gemeinschaft auf, als Enkel eines gelehrten Rabbiners und er kannte die Bibel (und kannte, das Gefühl hat man, die erotischen Teile, besser als die anderen).

Oder vielleicht ist das nur ein klassischer Kriegsrefrain, ein Ausdruck der Sehnsucht nach jemandem, der weit weg ist, wie Konstantin Simonows „Warte auf mich“, das Lieblingsgedicht der Frontowiki der Roten Armee des Zweiten Weltkriegs. In diesem Lied beginnt jeder Vers mit: „Warte auf mich und ich werde zurückkommen.“ Cohens Mutter Mascha war muttersprachlich Russin und vielleicht sang sie ihm als Kind in den Jahren des Weltkriegs Simonow vor. Jeder, der Soldat gewesen ist, weißt, dass dieses Gefühl das mächtigste ist, weit stärker als Patriotismus oder Wut. Forscher, die die Musik der GIs in Vietnam studierten, fanden heraus, dass zwar Filme nach dem Krieg es so schienen ließen, als sei die Filmmusik mit „For What It’s Worth“ und „Fortunate Son“ politisch, die Lieder der Truppen aber tatsächlich die über Einsamkeit und Sehnsucht waren, so wie „Leaving on a Jet Plane“.

Leonard Cohen spielt in der Wüste Sinai. Zu seiner Linken findet sich Ariel Sharon (Foto: Yaakovi Doron)

Ein mysteriöses Detail in der Geschichte von „Lover Lover Lover“ tauchte erstmals auf, als ich Schlomi Gruner interviewte, der 1973 junger Offizier in einer improvisierten Infanterieeinheit war, die einige der härtesten Kämpfe im Sinai erlebte. Er und seine Freunde waren eines Abends auf der anderen Seite des Suezkanals, lagerten in einem aus dem Fallschirm eines von ihnen abgeschossenen ägyptischen Piloten gefertigten Zelt. Er war in der Wüste unterwegs und suchte nach Sprit für den Jeep der Einheit, als er mit leeren Händen zurückkam und einen Typen mit einer Gitarre sah, der auf einem falsch herum in den Sand gelegten Helm saß. Er kannte die Stimme; Leonard Cohen war da. Das machte keinen Sinn, aber es war wahr. Er sang „Lover Lover Lover“.

Als wir uns unterhielten, erinnerte sich Schlomi besonders an einen Vers, der sich mit den israelischen Soldaten identifizierte, in dem er sie „Brüder“ nannte. Damals waren die arabischen Staaten gegen Israel aufmarschiert und die meisten Länder Europas lehnten es ab Versorgungsflügen auch nur zu erlauben auf ihrem Weg nach hier aufzutanken. Die Israelis hatten das Gefühl intensiver Ausgrenzung. Es berührte ihn zu wissen, dass jemand wie Cohen den langen Weg nach Israel gekommen war und in den Sinai reiste, um sie zu treffen. Der Sänger war keine Flugzeugladung Waffen oder Verstärkung, aber seine Anwesenheit bedeutete etwas und genauso seine Worte: „Brüder“ ließ keinen Raum für Spekulationen darüber, wo Cohen stand. Das Problem: Es gibt in dem Lied keinen solchen Vers.

Zuerst dachte ich, Schlomi irrt sich. Die Erinnerung ist eine unzuverlässige Quelle, besonders in Augenblicken von extremem Stress, wie ich aus eigener Erfahrung in Uniform weiß. Aber dann fand ich einen Zeitungsartikel, veröffentlicht in einer israelischen Zeitung während des Krieges, in dem der Reporter festhielt, dass Cohen gerade einen neuen Song namens „Lover Lover Lover“ geschrieben hatte und einen Vers zitierte, der wie der klang, von dem Schlomi sprach.

Es war Cohens kleines oranges Notizbuch, das das Rätsel löste. Nach dem ersten Entwurf von „Lover Lover Lover“ unter der Überschrift „Fliegerhorst“ erscheinen acht Zeilen in der Handschrift des Sängers:

Ich ging hinab in die Wüste
um meinen Brüdern kämpfen zu helfen
Ich wusste, dass sie nicht falsch lagen
Ich wusste, dass sie nicht Recht hatten
aber Knochen müssen aufstehen und gehen
und Blut muss sich bewegen
und Männer gehen, um hässliche Linien zu ziehen
über den heiligen Boden

Um meinen Brüdern kämpfen zu helfen. Kein Wunder, dass diese Zeile für die Israelis herausstach. Und kein Wunder, dass Cohen sich schnell fing und anfing auf Abstand zu gehen. Das Zurückrudern hatte natürlich mit seinem Verständnis von dem zu tun, wo immer in diesen Wochen seine persönlichen Loyalitäten lagen, dass er als Poet größer sein musste als die Israelis und größer als dieser Krieg. Wenn man ihn fragte, wer in diesen Wochen sein Feind war, dann denke ich, es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er einfach gesagt hätte – Unmenschlichkeit.

Die Änderung dürfte durchaus mit einem bestimmten Moment in dem Krieg zu tun haben, der ein Bruchpunkt war. In seinem Manuskript beschrieb er es so:

Hubschrauber landet. In dem großen Wind beeilen sich Soldaten ihn zu entladen. Er ist voller Verletzter. Ich sehe ihre Bandagen und ich halte mich vom Weinen ab. Das sind junge Juden, sterbend. Dann sagt mir jemand, dass das ägyptische Verwundete sind. Meine Erleichterung verblüfft mich. Ich hasse das. Ich hasse meine Erleichterung. Das ist unverzeihlich. Das ist Blut an deinen Händen.

Seine Stammesidentifikation war zu weit gegangen. In dem  Notizbuch sieht man, dass er kurz nach dem Aufschreiben von „Lover Lover Lover“ bereits seine Meinung zu ändern begann. Die Worte „um meinen Brüdern kämpfen zu helfen!“ sind durchgestrichen und ersetzt durch „um die Kinder kämpfen zu sehen“. Jetzt ist er ein Beobachter, der von außen zusieht, vielleicht sogar nach unten blickt. Aber das kann auch nicht richtig geklungen haben und als der Song ein paar Monate später veröffentlicht wurde, war der ganze Vers weg. Wenn Cohen später „Lover Lover Lover“ aufführte, bestätigte er, wo er ihn schrieb, sagte aber, er sei für Soldaten „auf beiden Seiten“. Als drei Jahre vergangen waren, behauptete er bei einem Konzert in Frankreich 1976, er habe den Song „für die Ägypter und die Israelis“ geschrieben – in dieser Reihenfolge.

In diesen Jahren, als die amerikanische Armee noch in Vietnam war, spielten die meisten populären Künstler nicht für Truppen, weil es so aussehen könnte, als stimmten sie dem Krieg zu. Man muss schon so hoch entwickelt sein, durch die Politik auf die Menschlichkeit der Soldaten zu sehen. Johnny Cash und seine Frau June Carter reisten 1969 nach Vietnam, verbrachten ein paar Wochen auf einem  Militärflugplatz namens Long Binh, sangen für die Männer, die in den Busch zogen und für die, die in den Sanitätshubschraubern zurückkamen. „Ich konnte es kaum aushalten“, schrieb Cash, aber er ging hin. Und James Brown ging mit ein paar Bandmitgliedern 1968 hin, trotz der Unbeliebtheit des Krieges und trotz des Rassenhasses, der Brown und Amerika selbst bedrohte; die Tour begann direkt nach der Ermordung von Martin Luther King Jr. Er erzählte die Geschichte in Interviews mit der Washington Post und mit Jet und hätte auch für Cohen sprechen können.

Brown spielte zuerst auf dem Militärflugplatz Tan Son Nhut bei Saigon, tourte dann 16 Tage lang, zwei Shows an jedem Stopp, ließ sich zwischen den Gigs intravenös rehydrieren. Er behauptete, dass selbst die Vietcong sich anschlichen, um die Musik zu hören. „Wir machten es nicht wie Bob Hope“, sagte Brown. „Wir gingen da hin, wo die Eidechsen Schusswaffen trugen! Wir gingen da hin, wo sich das Zeug aus Apocalypse Now abspielte.“ Jede Menge Leute mochten den Krieg nicht. „Nun, auch ich mag den Krieg nicht“, sagte er, „aber wir haben Soul Brothers [Afroamerikaner] da drüben.“

(Friedmans Buch „Who By Fire: War, Atonement, and the Resurrection of Leonard Cohen“ wurde am 5. April 2022 veröffentlicht)

Araber bewunderten Nazi-Deutschland – nicht trotz, sondern wegen des Völkermords

Elder of  Ziyon, 28. April 2022

Hier sind ein paar Zeitungsausschnitte dazu, wie die arabische Welt die Nazis nach ihrer Niederlage unterstützte.

Die Daily Times-News aus Burlington (North Carolina) vom Donnerstag, 28. August 1958:

Arabische Studenten in Deutschland bewundern Hitler
Bonn – Westdeutschlands wichtigste jüdische Zeitung hat von einem Gespräch zwischen einer Reihe junger Westdeutscher und einem Paar syrischer Jurastudenten aus Damaskus über Adolf Hitler berichtet, das in einer westdeutschen Jugendherberge gehört wrude.
Die jungen Syrer – zwei von vielen arabischen Studenten, die dieses Jahr an westdeutschen Universitäten eingeschrieben sind – sollen laut eines Berichts der „Allgemeinen Wochenzeitung der Juden“ aus Düsseldorf Hitler üppig mit Lob überschüttet haben.
Sie bezeichneten ihn als „wahrhaft ausgezeichneten Mann“. Sie sagten, er war ungeheuer mutiger Führer, der auf eigene Faust mit Europa kämpfte. Sie sagte, der einzige Grund, dass er derzeit in Verruf stehe, sei, dass er den Krieg verloren habe.
Die jungen deutschen Studenten widersprachen auf die für viele, aber nicht alle im Land, charakteristische Weise den Syrern energisch. Sie sagten, Hitler war ein „Verrückter“. Sie sagten, seine Hauptleistung sei die Zerstörung Deutschlands und ganz Europa kurz und klein zu schlagen gewesen. Sie verurteilten Hitler derart beharrlich, dass die Syrer ihnen am Ende vorwarfen keine „echten Deutschen“ zu sein.
Deutschland ist eines der Länder, die junge Araber sich am liebsten aussuchen, um im Ausland zu studieren.

Das Edmonton Journal, Alberta (Kanada) vom 22. Februar 1960:

Vorteile des Nationalsozialismus
Ironischerweise ist für Deutsche das Vermächtnis der Nazizeit im Nahen Osten von Vorteil. Viele Araber bewundern den Nazi-Antisemitismus.
„Heil Hitler“ ist im Nahen Osten eine übliche Begrüßung für deutsche Geschäftsleute und diese haben gelernt, das als Höflichkeitsformel zu akzeptieren. Es trifft sogar zu, dass viele Firmen diskret Veteranen von Rommels Afrikakorps bevorzugen, wenn sie Vertriebler für den Nahen Osten einstellen.
Rommle und das Afrikakorps werden von den Arabern immer noch vergöttert, weil sie die Briten bekämpften. Laut ihrer auf dem Kopf gestellter Logik scheinen viele Araber das Gefühl zu haben, Rommel habe ihren Kampf gegen die Briten geführt.
Schließlich gibt es noch die Horden nicht unverbesserlicher Hitleranhänger, die im Nahen Osten untergetaucht sind, als das Dritte Reich zusammenbrach. Heute sind viele davon in Positionen mit Wohlstand im Nahen Osten aufgestiegen und in der Lage westdeutschen Firmen bei der Gewinnung von Aufträgen und anderen wirtschaftlichen Gefälligkeiten eine große Hilfe zu sein.

Die englischsprachige jordanische Tageszeitung Jerusalem Times veröffentlichte am 24. April 1961 diesen „offenen Brief an Eichmann“:

Sehr geehrter Eichmann,

Ich spreche zu Ihnen ich Ihrer Glaszelle, um ein Wort des Mitgefühls für Ihre derzeitige Zwangslage auszusprechen. Deutsches Genie hat Sputniks und Raketen und alle möglichen Dinge erfunden, denen es versagt geblieben ist die Katastrophe zu verhindern, die über Sie hereingebrochen ist.

Was für ein Pech, Eichmann, dass Sie diesen Schweinen gestattet haben Sie zu verhaften und ihr Schauspiel aufzuführen. Aber sorgen Sie sich nicht, Eichmann, das wird ihnen am Ende auf den Kopf fallen.

Hören Sie, Eichmann, Ihnen wird vorgeworfen sechs Millionen dieser Brut ausgestreut [sic] zu haben. Ob das stimmt oder nicht, ist für unsere Diskussion der Sache kein Thema, aber was wir sagen möchten, ist dies: Wenn Sie es tatsächlich geschafft haben sechs Millionen von ihnen zu liquidieren und wenn die verbleibenden sechs Millionen entscheiden dafür waren den Arabern so viel Verwüstung und Leid zuzufügen und sie aus ihren Häusern zu werfen, dann fragen wir uns, wie das Ergebnis aussehen würde, wenn die sechs Millionen ausgestreuten [sic] erlaubt worden wäre zu überleben. Wahrscheinlich wäre ein ähnliches Schauspiel in einem anderen Teil der arabischen Länder aufgeführt worden. Mit der Liquidierung von sechs Millionen haben Sie das Ausmaß der Katastrophe minimiert und der Menschheit einen wahren Segen zuteilwerden lassen. Sie, lieber Eichmann, können sich die Gefühle der Million oder so arabischen Flüchtlinge in diesem Drama vorstellen…

Das Ziel dieses Prozesses besteht schlicht darin mehr Touristen in den besetzten Teil zu locken und ihn für Spendensammlung und für die Häutung des Rests der Menschheit auszunutzen.

Aber seien Sie mutig, Eichmann, finden Sie Trost in der Tatsache, dass dieser Prozess eines Tages in der Liquidierung der verbleibenden sechs Millionen gipfeln wird, um Ihr Blut zu rächen und die Art, in der sie von genau denselben Leuten entführt und vor Gericht gebracht wurden, die eine Million gefoltert und aus ihren Häusern vertreiben wurden.

Genauso aus derselben Quelle:

In der libanesischen Zeitung al-Anwar vom 9. Juni 1960 gab es eine Karikatur, die Ben-Gurion und Eichmann zeigte, wie sie einander anbrüllen. Der Text unter der Zeichnung lautet:

Ben-Gurion: „Sie verdienen die Todesstrafe für den Mord an sechs Millionen Juden.“
Eichmann: „Es gibt viele, die argumentieren, dass ich die Todesstrafe verdiene, weil ich den Job nicht zu Ende gebracht habe.“

Die 5 größten israelischen Kriegsverbrechen, die nie stattfanden

Adin Haykin, 22. August 2021

IDF-Soldat mit einem syrischen Kriegsgefangenen 1967

1. Das Tantura-Massaker

Der israelische Journalist Amir Gilat veröffentlichte in Ma’ariv einen Artikel zu einem Massaker in Tantura, der sich hauptsächlich auf eine Magisterarbeit stützt, die von dem Studenten Theodore Katz bei der Universität Haifa eingereicht wurde. In der Abhandlung Der Exodus der Araber aus den Dörfern am Fuß des Bergs Karmel sagte Katz, israelische Streitkräfte hätten im Zeitraum 1947 bis 1949 während des Palästina-Kriegs 1948 240 Araber aus Tantura getötet.

Bei der Entdeckung, dass sie öffentlich auf den Seiten von Israels größter Zeitung Kriegsverbrechen beschuldigt wurden, waren Veteranen des 33. Bataillons der Alexandroni-Brigade empört. Sie behaupteten, dass die Schlacht um Tantura eine strategische war, ein Versuch den Waffenschmuggel über das Meer und Lebensmittel zu stoppen und zu verhindern, dass die Straße von Haifa nach Tel Aviv abgeschnitten wurde; und dass während des gesamten Überlebenskampfes in einem blutigen Krieg, den die Araber anfingen, die striktesten ethischen Standards eingehalten wurden. Während der Kampf um Tantura schwierig war – 14 Mitglieder des IDF-Bataillons und rund 40 Araber wurden bei den Straßenkämpfen getötet – bestanden die Veteranen darauf, dass Katz wegen des Massakers gelogen hatte.[1]

Am Ende des Prozesses, den Katz mit Geldern der palästinensischen Autonomiebehörde bezahlte, wurde er verpflichtet auf seine eigene Kosten Zeitungsanzeigen zu veröffentlichen, in denen er sich von den Lügen über das Massaker komplett distanziert und jede Möglichkeit ausschloss sie großzügig als „umstrittene Version“ zu bezeichnen.

Katz‘ Anzeigen erklärten:

Nach mehrfacher Überprüfung der Beweise bin ich jetzt über allen Zweifel hinaus sicher, dass es keine Grundlage für all die Anschuldigungen gibt, dass nach der Kapitulation von Tantura von der Alexandroni-Brigade oder einer anderen Einheit der IDF Einwohner getötet wurden. Ich möchte klarstellen, dass das, was ich schrieb, missverstanden wurde und dass ich nicht nahelegen wollte, es hätte in Tantura ein Massaker gegeben, auch glaube ich nicht, dass es in Tantura je ein Massaker gab.

2. Massenexekution an ägyptischen Kriegsgefangenen in El-Arisch

Nicht zufrieden mit diesen lange widerlegten Mythen, führte Norman Finkelstein

„unanfechtbare Augenzeugenberichte israelischer Soldaten sowie die Aussage eines israelischen Militärhistorikers, dass die IDF während des Juni-Kriegs zig ägyptische Kriegsgefangene hinrichtete.“

ins Feld.

26. Juni 1967: Verletzter Kriegsgefangener wird im Krankenhaus des Atlit-Kriegsgefangenengeländes in Israel medizinisch versorgt.
links: 31. Juli 1967: Nach der medizinischen Behandlung durch Israel werden verletzte ägyptische Kriegsgefangene für die Reise nach Kairo zu einem Krankenwagen des Roten Kreuzes gebracht.
rechts: 31. Juli 1967: In einem Ambulanz-Flugzeug des Roten Kreuzes verabschiedet sich ein ägyptischer Kriegsgefangener einem Israel.

Es werden keine weiteren Beweise geliefert, aber seine Fußnote führt Presseberichte zur Zeugenaussage des „Augenzeugen“ Gabi Bron und des „Militärhistorikers“ Aryeh Yitzhaki an. Beide Quellen haben diese ihnen zugeschriebenen Äußerungen ausdrücklich als Erfindungen der Medien bestritten. Ägyptische Kriegsgefangene „wurden nicht erschossen und es gab keine Massenmorde“, bestätigte Bron. „Tatsächlich halfen wir den Gefangenen, gaben ihnen Wasser und in den meisten Fällen schickten wir sie in Richtung des [Suez]-Kanals.“ Yitzhaki, der kein Militärhistoriker war, sondern Bürokraft in einem Militärarchiv, war noch deutlicher: „In keinem Fall initiierte Israel Massaker“, schrieb er. „Im Gegenteil, es unternahm alles in seiner Macht stehende, um sie zu verhindern.“ Die in Finkelsteins Berichten erwähnten konkreten Beispiele erwiesen sich als legitime Kriegshandlungen; so stellte sich eine angebliche Massentötung hunderter Kriegsgefangener in El-Arisch im Sinai als eine Schlacht mit Feindkräften heraus, die einen israelischen Konvoi angriffen. Und all das war schon Jahre bekannt, bevor Finkelstein sich entschied die Anschuldigungen zu wiederholen. Die Schlussfolgerungen sollten offensichtlich erscheinen.[2]

3. Das Lydda-Massaker

Ldyya, 1948“ (The New Yorker, 21. Oktober 2013), wurde von dem bekannten und talentierten israelischen Journalisten Ari Shavit geschrieben. In Shavits sehr irreführender und sogar widersprüchlicher Schilderung schlossen sich israelische Soldaten, geführt von einem gewissen Oberstleutnant Mosche Dayan und bewaffnet mit

einem gigantischen gepanzerten Fahrzeug, auf dem eine Kanone montiert ist, drohenden Halbkettenfahrzeugen und mit Maschinengewehren ausgerüsteten Jeeps

anderen israelischen Kräften beim Angriff auf Lydda (und das benachbarte Ramle) in Israels Unabhängigkeitskrieg an. Geführt von Dayans marodierenden Streitkräften übernahmen die Israelis die Kontrolle von „Schlüsselstellungen“ in der Stadt, aber am nächsten Tag flammten die Kämpfe wieder auf und

innerhalb von 30 Minuten wurden 250 Palästinenser getötet. Der Zionismus hatte in der Stadt Lydda ein Massaker vollführt.

Ist das wirklich das, was passierte?

Der Oberkommandierende der Operation in Lydda, Mosche Kelman, traf sich mit den Führern der Stadt, um die Kapitulationsbedingungen auszuhandeln, angefangen mit Simon Garfeh, dem griechisch-orthodoxen Archimandrit von Lydda. Garfeh gab den folgenden Bericht, wie er vom Historiker Dan Kurzman aufgezeichnet wurde:

„Ich bin der Archimandrit von Lydda“, verkündete er. „Ich hoffen, ihr seid in Frieden gekommen.“

„Wenn es der Wunsch des Volks dieser Stadt ist mit uns in Frieden zu leben“, versicherte ihn Kelman, „dann werden wir sehr glücklich sein. Sie können ihre Geschäfte öffnen und das normale Leben weiterführen. Können Sie die Kapitulation veranlassen?“

„Ich werde es versuchen“, antwortete der Prälat… „Ich werde die Führer der muslimischen und der christlichen Gemeinschaft bitten sich sofort mit uns in meiner Wohnung oben zu treffen.“

Dann wies er eine Hilfskraft an zur Großen Moschee zu laufen, um die Muslimführer zu holen und schickte einen weiteren zu seiner eigenen Kirche, um die christlichen Führer zu bringen, die dort Zuflucht gefunden hatten.

Etwa eine Stunde später saßen ein Dutzend arabischer Honoratioren in Garfehs Wohnzimmer, nippten Kaffee und plauderten mit den Geistlichen der Kirche, Kelman und anderen israelischen Offizieren. Schließlich setzte Kelman seinen Kaffee ab und sprach zu ihnen:

„Meine Herren, die Stadt ist erobert und wir wollen eure Kooperation. Wir schlagen vor, dass ihr die Bürger findet, die die Versorgungsunternehmen betrieben haben, damit eure Leute ohne Verzögerung wieder Wasser und Strom haben. Aber zuerst müsst ihr unsere Friedensbedingungen akzeptieren: Übergabe aller kämpfenden Personen und aller Waffen innerhalb von 24 Stunden. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, müssen wir handeln.“

„Wir stimmen zu“, sagte einer der Araber in stiller Resignation. „Dürfen die Einwohner hierbleiben, wenn sie das wünschen?“

„Ja, das dürfen sie“, antwortete Kelman, „wenn sie hier friedlich leben.“
(Genesis 1948. Dan Kurzman, S. 514)

Es schockiert, dass Shavit das nicht einmal andeutet. Warum ließen Shavit und seine Lektoren die entscheidende Tatsache aus, dass Lydda sich ergeben und zugestimmt hatte sich zu entwaffnen und in Frieden zu leben und dass die Israelis zugestimmt hatten, dass sie dort bleiben konnten? Warum ignorierten Shavit und die berühmten „Faktenchecker“ des New Yorker Kurzmans entscheidendes Interview?

Shavit verschweigt seinen Lesern auch die Tatsache, dass die bedrängten Israelis nach der Kapitulation von Lydda einen beträchtlichen Teil ihrer Streitkräfte abzogen, weil sie woanders gebraucht wurden. Dayans Bataillon zum Beispiel begab sich nach Süden, um am Kampf um den Negev teilzunehmen. (Mosche Dayan: Story of My Life. S. 112)

Schon am nächsten Tag, dem 11. Juli, schickten die Jordanier eine Patrouille in die Außenbezirke der Stadt, die aus einem Panzer und zwei gepanzerten Autos bestand, um die Stärke der Israelis zu sondieren. Shavit erwähnt das – er sagt, es waren „zwei jordanische gepanzerte Fahrzeuge“.

Aber aus irgendeinem Grund bezeichnet er sie weder als „gigantische gepanzerte Fahrzeuge“ noch als „bedrohlich“. Vielleicht haben nur Israelis gigantische gepanzerte, bedrohliche Fahrzeuge.

Shavit sagt, dass die „zwei Fahrzeuge keine militärische Bedeutung hatten“. Also war eines dieser Fahrzeuge in den Händen der Israelis von großer Bedeutung, aber zwei in den Händen der Jordanier aus irgendeinem Grund irrelevant.

Wie auch immer die Erklärung für diese Widersprüche aussehen mag, die jordanische Patrouille geriet in Schwierigkeiten und musste sich den Weg aus dem Dorf freischießen. Die Einwohner, die offenbar dachten, das sei ein jordanischer Angriff zur Rückeroberung der Stadt, fingen an die verbliebenen israelischen Soldaten zu attackieren. Fünf israelische Wachen vor der Dahmasch-Moschee waren die ersten Getöteten und fast sofort brachen in der gesamten Stadt Schießereien aus. (Kurzman, S. 515)

Trotz der Kapitulationsvereinbarung und dem Versprechen die Waffen zu übergeben mussten die Israelis, die jetzt nur 500 Mann zählten, die Stadt in einer weiteren verzweifelten Schlacht erneut erobern.

Bei Kämpfen von Haus zu Haus um Heckenschützen auszumerzen und diesmal ohne Pardon war ein Großteil der Stadt innerhalb einer Stunde wieder unter Kontrolle und geschätzte 200 Araber waren tot.

Aber die Dahmasch-Moschee kämpfte immer noch, gehalten von geschätzten 70 Kämpfern und mit einer unbekannten Zahl weiterer Personen im Inneren. Statt einen verlustreichen Frontalangriff zu starten, beschloss Oberstleutnant Kelman die Mauern der Moschee mit einer als PIAT bekannten panzerbrechenden Waffe zu durchbrechen und dann sollte ein Zug in das Gebäude eindringen.

Nachdem die PIAT gefeuert war, stellten die Männer, die das Gebäude stürmten, fest, dass die Verteidiger tot waren, getötet von der Wirkung des panzerbrechenden Projektils im engen Raum der Moschee. (Kurzman S. 515/16)

Die zweite Schlacht zur Eroberung von Lydda war vorbei, aber jetzt stellte sich den Israelis die schwierige Frage, was sie mit den Einwohnern tun sollten. Die zwei Führer der Stadt fürchteten im Wissen, dass sie ihr Wort zu kapitulieren und sich zu entwaffnen gebrochen hatten und besonders im Wissen, dass die fünf israelischen Soldaten vor der Moschee massakriert und ihre Leichen verstümmelt worden waren, dass die Israelis sich jetzt revanchieren würden.

Es überrascht kaum, dass die Israelis nicht in der Stimmung waren den Einwohnern eine weitere Chance zu geben ihr Versprechen in Frieden zu leben zu brechen. Aber natürlich richteten die Israelis sie nicht hin und verübten kein „Massaker“ an ihnen. Stattdessen wurden die Einwohner angewiesen die Stadt zu evakuieren und in Richtung der jordanischen Linien und Ramallah zu ziehen.[3]

4. Das Massaker von Jenin

Zu den am umstrittensten und am stärksten falsch dargestellten Fakten über die Kämpfe in Jenin gehören die Zahl der getöteten Palästinenser und das Ausmaß der Zerstörung. Ursprünglich behaupteten die offiziellen Vertreter der Palästinenser, im „Massaker von Jenin“ seien hunderte getötet worden. Zum Beispiel erklärte der damalige PA-Minister für Lokalregierungen Saeb Erekat am 10. April auf CNN, eine Woche nach Beginn des achttägigen Einsatzes: „Ich fürchte, ich muss sagen, dass die Zahl der palästinensischen Toten bei den israelischen Angriffen jetzt die Zahl von mehr als 500 erreicht hat.“ (Eine tiefgehende Übersicht über die PA-Desinformation finden Sie im Hintergrundbericht auf CAMERA On Campus vom Herbst 2002.) Als internationale Arbeiter später das Lager untersuchten und keine Beweise für ein Massaker fanden, setzen die palästinensischen Offiziellen die Todesrate drastisch niedriger auf 56 an, eine Zahl, die mit dem übereinstimmt, was Israel geschätzt hatte. (Washington Times, 1. Mai)[4]

5. Deir Yassin

Viele Jahrzehnte lang wurde auf Grundlage der falschen Schätzung von Raanan geglaubt, die Zahl der Opfer liege bei 250. Moderne Forschung setzt die Zahl etwa bei der Hälfte davon an. Sharif Kan’ana von der Universität Bir Zeit interviewte Überlebende und veröffentlichte 1988 Zahlen; 107 Dörfler waren gestorben, 11 davon bewaffnet; es gab 12 Verwundete.[5] Der israelische Forscher Eliezer Tauber schreibt, dass insgesamt 101 Menschen getötet wurden, 61 davon definitiv unter Kampfbedingungen (darunter 24 bewaffnete Kämpfer, die übrigen Familienmitglieder, die bei ihnen waren); bei 18 konnte die Todesursache nicht festgestellt werden; bei etwa 10 war der Tod in einer „Grauzone“, deren Beschreibung diskutiert werden kann; und weitere 11 waren Mitglieder einer einzigen Familie, die von einem einzelnen Irgun-Mitglied niedergeschossen wurden.[6]


[1] https://blog.camera.org/2015/06/debunking_the_lies_focus_on_ta.html

[2] Paul Bogdanor: The Jewish Divide Over , S. 142

[3] What Happened at Lydda

[4] https://www.camera.org/article/palestinian-spokesmen-jenin-lies-and-media-indifference/

[5] https://www.ee.bgu.ac.il/~censor/katz-directory/05-12-14gelber-palestine-1948-appendix-II-what-happened-in-deir-yassin-english.pdf

[6] https://www.inn.co.il/news/351252


[1] https://blog.camera.org/2015/06/debunking_the_lies_focus_on_ta.html

Es gab 1948 keinen zionistischen Plan für ethnische Säuberung

Adin Haykin, the Librarians, 30. Juli 2021

Nein, es gab keinen zionistischen Plan alle Palästinenser zu vertreiben, das war nie die Grundlage der zionistischen Vision, auch während keiner Phase im israelischen Unabhängigkeitskrieg offizielle Politik.

Die Zionistische Vision: Zusammenleben

War die Vertreibung eine ideologische Basis der zionistischen Bewegung?

Herzl und die „Entfernung der Armen“

Viele antizionistische Quellen wie „The Question of Palestine“ von Edward W. Said, nutzten dieses Zitat von Theodor Herzl:

„Sowohl der Prozess der Enteignung als auch der Entfernung der Armen muss taktvoll und umsichtig ausgeführt werden.“

Zusätzlich zu der Tatsache, dass das Zitat überhaupt nicht von den Palästinensern oder Arabern spricht, ist hier der volle Kontext dieses Zitats:

„Wenn wir das Land einnehmen, werden wir dem Staat, der uns empfängt sofortigen Nutzen bringen. Wir müssen das Privateigentum auf den uns zugewiesenen Grundstücken behutsam enteignen. Wir werden versuchen die mittellose Bevölkerung über die Grenze zu bringen, indem wir für sie in den Transitländern Arbeit besorgen, während wir jegliche Beschäftigung in unserem Land verweigern. Die Landbesitzer werden auf unsere Seite kommen. Sowohl der Prozess der Enteignung und die Entfernung der Armen müssen taktvoll und umsichtig ausgeführt werden … Es ist selbstverständlich, dass wir Personen anderen Glaubens respektvoll tolerieren und ihr Eigentum, ihre Ehre und ihre Freiheit mit den härtesten Zwangsmitteln schützen. Dies ist ein weiterer Bereich, in dem wir der gesamten Welt ein großartiges Beispiel geben … Sollte es viele solche immobilen Eigentümer in individuellen Bereichen geben [die uns ihre Grundstücke nicht verkaufen], werden wir sie einfach dort lassen und unseren Handel in der Richtung anderer Bereiche entwickeln, die uns gehören.“

Theodor Herzl: „Schützt ihr Eigentum ihrer Ehre und ihren Frieden“

Hier ist Herzls Vision aus seinem Buch Altneuland von 1902 (S. 59):

„Blicken Sie nur da hinaus ins Feld! Ich erinnere mich noch aus meiner Knabenzeit, daß hier Sümpfe waren. Diese Zone hat die neue Gesellschaft ziemlich billig erworben und hat ihn zu dem besten Boden gemacht. Die Äcker gehören zu diesem sauberen Dorf, das Sie dort auf dem Hügel sehen. Es ist ein arabisches Dorf – Sie erkennen das an der kleinen Moschee. Diese armen Menschen sind viel glücklicher geworden, sie können sich ordentlich ernähren, ihre Kinder sind gesünder und lernen etwas. In nichts von ihrem Glauben und ihren alten Gebräuchen ist eingegriffen worden — nur mehr Wohlfahrt ist ihnen zuteil geworden.“

Ben Gurion: Die Araber vertreiben? „eine gefährliche Uotpie“

Schon 1915 argumentierte Ben-Gurion:
„Unser Ziel steht nicht im Gegensatz zur arabischen Gemeinschaft im Land; wir haben nicht vor die Araber auszugrenzen oder sie von ihrem Land zu vertreiben und ihren Platz einzunehmen.

Bereits 1918 argumentierte David Ben-Gurion:
„Hätte der Zionismus die Einwohner Palästinas vertreiben wollen, dann wäre das eine gefährliche Utopie und eine schädliche, reaktionäre Illusion gewesen.“[1]

David Ben-Gurion: „Palästina wird dem jüdischen Volk und seinen arabischen Einwohnern gehören.“

1926 argumentierte Ben-Gurion als Generalsekretär des Bundes jüdischer Arbeiter (Histadrut), der führenden sozio-ökonomischen jüdischen Organisation im Mandat Palästina mit Verantwortung für den entstehenden geheimen militärischen Zweig der Hagana (Hebräisch für Verteidigung) der jüdischen Gemeinschaft (oder wie sie landläufig bekannt ist: Jischuw): „Die arabische Gemeinschaft im Land ist ein organischer, untrennbarer Teil Palästinas; sie ist ins Land eingebettet, in dem sie arbeitet und wo sie bleiben wird. Der Zionismus ist nicht entstanden, um sie zu enterben oder auf ihrer Zerstörung zu gedeihen … Nur ein Verrückter kann dem jüdischen Volk in Palästina solch einen Wunsch zuschreiben. Palästina wird dem jüdischen Volk und seinen arabischen Einwohnern gehören.“[2]

Jabotinsky: „Die Araber werden glücklich sein“

Bereits 1905 protestierte der rechtgerichtete jüdische Führer Ze’ev Jabotinsky gegen die Misshandlung von Arabern durch einige jüdische Dorfbewohner; er bestand darauf, dass „wir die Araber korrekt und freundlich behandeln, ohne jede Gewalt oder Ungerechtigkeit“.[i3]

Er bekräftigte seine Haltung in Die Eiserne Mauer:
„Ich bin bereit, einen Eid abzulegen, der uns und unsere Nachkommen verpflichtet, dass wir niemals etwas tun werden, was dem Grundsatz der Gleichberechtigung zuwiderläuft, und dass wir niemals versuchen werden, jemanden hinauszuwerfen. Dies scheint mir ein recht friedliches Credo zu sein.“

Ze’ev Jabotinsky: „Behandelt die Araber korrekt und freundlich, ohne jegliche Gewalt oder Ungerechtigkeit.“

Elf Jahre später hatte Jabotinsky den Vorsitz beim Entwurf einer Verfassung für das jüdische Palästina. Nach deren Bestimmungen sollten Araber und Juden sowohl die Privilegien als auch die Pflichten der Eigenstaatlichkeit teilen, einschließlich vor allem des Militär- und des öffentlichen Dienstes; Hebräisch und Arabisch sollten rechtliche dieselbe Stellung genießen und:

„In jedem Kabinett, in dem der Premierminister Jude ist, soll der Posten des stellvertretenden Premierministers einem Araber angeboten werden und umgekehrt.“[4]

Von der Peel-Kommission gefragt, ob er immer noch die Ansicht vertritt, dass „langfristig das jüdische Dorf nicht erfolgreich sein kann, ohne dass das arabische Dorf auch Erfolg hat“, antwortete Jabotinsky:
„Ja. Ich denke, insgesamt stimmt das und ich denke Palästina, so wie ich es erträume, sollte ein Land sehr glücklicher Araber sein. … Wenn wir zur Mehrheit werden und das Land reich machen und all seine Möglichkeiten entwickeln und all seine Ressourcen nutzen, dann wird es einen Wohlstand geben, in dem die Araber glücklich sein werden.“[5]

Vom Gründer Herzl über Ben-Gurion zu Jabotinsky lautete die Vision nicht Vertreibung, sondern Zusammenleben.

Die Peel-Kommission: Eine zionistische Transfer-Vereinbarung?

Antizionistische Autoren benutzen typischerweise die Protokolle einiger Treffen der Jewish Agency Executive im Juni 1938 als Beweis, dass „die meisten Führer des Jischuw, einschließlich Ben-Gurion, einen jüdischen Staat ohne arabische Minderheit oder mit einer so kleinen arabischen Minderheit wie möglich haben wollten und eine „Transfer-Lösung“ unterstützten (Ilan Pappé zitiert Benny Morris in „The Israel / Palestine Question“).

War der Transfer wirklich eine zionistische Idee?
Unterstützte die zionistische Führung diese Idee wirklich?

Der britische Vorschlag

Das erste Mal, dass die Idee einer Teilung Palästinas, in Kombination mit Bevölkerungstransfer und -austausch von einem zuständigen Gremium vorgelegt wurde, war im Bericht der Britisch-Königlichen Kommission zu Palästina unter dem Vorsitz von Lord Peel, veröffentlicht im Juli 1937. Der Bericht schlug vor, dass das Mandat Palästina, so wie es 1922 im Völkerbund beschlossen wurde, nicht handhabbar war; er legte einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan für die Teilung des Landes in einen souveränen und unabhängigen arabischen Staat aus Transjordanien, vereint mit rund 80% des Territoriums Westpalästinas sowie einen souveränen und unabhängigen jüdischen Staat auf rund 20% Westpalästinas vor, dazu eine Enklave mit den Heiligen Orten Jerusalem und Bethlehem, die unter einem neuen Mandat verbleiben würden.[6]

Insgesamt wurde den Arabern mit Transjordanien 96% des Mandats Palästinas angeboten und den Juden nur 4%.

Der Vorschlag der Peel-Kommission; ein jüdischer Staat in blau, ein arabischer Staat in grün, ein Mandat in gelb.

Nach Überzeugung der Königlichen Kommission bot diese Teilung die einzig konstruktive und dauerhafte Lösung des arabisch-jüdischen Konflikts um Palästina. Die Kommission war sich jedoch durchaus der Tatsache bewusst, dass die Demarkationslinie zwischen den beiden Staaten, die mit der Absicht gezogen worden war – so weit wie möglich – ethnisch einheitliche Gebiete zu schaffen, beträchtliche arabische und jüdische Minderheiten in den vorgeschlagenen Staaten gelassen hatte. Die jüdische Minderheit im arabischen Staat war relativ klein. Laut den von der Königlichen Kommission angegebenen Zahlen gab es nur rund 1.250 Juden. Die arabische Minderheit in dem vorgeschlagenen jüdischen Staat war jedoch ungleich größer. Sie schloss rund 225.000 Personen ein. Die Kommission betonte beharrlich, dass „die Existenz dieser Minderheiten deutlich das ernsthafteste Hindernis für die reibungslose und erfolgreiche Durchführung der Teilung darstellt. Das ‚Minderheitenproblem‘ ist in den letzten Jahren nur allzu vertraut geworden, in Europa wie in Asien. Es ist eines der ärgerlichsten und hartnäckigsten Produkte des Nachkriegs-Nationalismus geworden; und der Nationalismus in Palästina ist, wie wir gesehen haben, eine mindestens so intensive Kraft wie an jedem anderen Ort in der Welt… Wenn die Regelung sauber und endgültig sein soll, muss diese Frage der Minderheiten mutig angegangen und bestimmt damit umgegangen werden. Sie erfordert höchste Staatskunst seitens aller Beteiligter.“

Die Königliche Kommission wies darauf hin, dass mit dem Austausch der griechischen und türkischen Bevölkerung nach dem griechisch-türkischen Krieg 1923 für die Lösung dieses dornigen Problems ein „lehrreicher Präzedenzfall“ geliefert worden sei. Sie empfahl mit Nachdruck die Akzeptanz einer ähnlichen Lösung für die jüdischen und arabischen Minderheiten in den zukünftigen arabischen und jüdischen Staaten. Die Kommission gab der Hoffnung Ausdruck, wenn angesichts des offenkundigen Vorteils für beide Nationen „die Chancen zukünftiger Spannungen aufs Äußerste reduziert werden können“, die arabischen und jüdischen Führer „dieselbe hohe Staatskunst zeigen könnten wie die der Türken und der Griechen und dieselben mutigen Entscheidungen um des Friedens willen treffen.“

Was den vorgeschlagenen Transfer angeht, ob er freiwillig oder zwingend erfolgen sollte, nahm die Kommission einen praktischen Standpunkt ein. Bezüglich des Berglandes in Nordgaliläa mit seiner komplett arabischen Bevölkerung glaubte die Kommission, dass es nicht notwendig sei einen größeren Austausch an Land und Bevölkerung auszuführen, als auf freiwilliger Basis bewirkt werden könnte; aber in den Ebenen, einschließlich Beisan, und den jüdischen Kolonien in dem voraussichtlich arabischen Staat „sollte Teil der Vereinbarung sein, dass im schlimmsten Fall der Austausch verpflichtend sein würde“.[7]

Kurz gesagt: Die Idee des Transfers wurde der zionistischen Agenda von den Briten (in den Empfehlungen der Königlichen Peel-Kommission zu Palästina von 1937) eher aufgezwungen als selbst entwickelt.

Mythen und Fakten zur zionistischen Antwort auf die Peel-Kommission

Die palästinensische Internet-Informationsseite „Palestine Remembered“ erkärte: „Ben-Gurion betonte, dass die Peel-Kommission zu akzeptieren keine statischen Grenzen für den zukünftigen jüdischen Staat bedeuten würde“. Der Artikel stützt sich auf den Historiker Benny Morris. Man sollte sich erinnern, dass Morris einer der „neuen Historiker“ war und anscheinend hat er inzwischen seine Ansichten geändert. Dennoch zitieren antizionistische Elemente immer noch aus seinen Büchern, alten wie neuen. Die Internetseite „Palestine Remembered“ zitiert aus seinem Buch einen Auszug aus Ben-Gurions Brief von 1938:

„Ich bin zufrieden mit dem Teil des Landes, aber auf der Grundlage der Annahme, dass wir, nachdem wir nach der Gründung des Staates eine starke Truppe aufgebaut haben – die Teilung des Landes aufheben und ins ganze Land Israel expandieren werden.“

Hier ist das ganze Protokoll:

Herr Ben-Gurion: Der Ausgangspunkt für eine Lösung der Frage der Araber im jüdischen Staat ist aus seiner Sicht die Notwendigkeit den Boden für eine arabisch-jüdische Vereinbarung zu bereiten; er unterstützt die Gründung des jüdischen Staates [auf einem kleinen Teil Palästinas], nicht weil er mit dem Teil des Landes zufrieden ist, sondern auf der Grundlage der Annahme, dass nach dem Aufbau einer großen Streimacht nach der Gründung des Staates – wir die Teilung [des Landes zwischen den Juden und den Arabern] beenden und wir in das ganze Land Israel expandieren werden.

Herr Shapira [ein JAE-Mitglied]: Auch mit Gewalt?

Herr Ben-Gurion: Nein. Durch gegenseitige Übereinkunft und jüdisch-arabische Vereinbarung. Solange wir schwach sind und die Araber weder die Notwendigkeit sehen noch das Interesse haben eine Allianz mit uns zu schließen. Solange, wie es den Arabern so scheint, dass sie unser Wachstum stoppen und uns eine kleine Minderheit sein lassen können, werden sie versuchen das zu tun. Er denkt nicht, dass es arabische Zustimmung zu massenhafter jüdischer Immigration gibt, solange die Juden schwach und wenige sind. Erst wenn wir eine große Macht werden – und die Gründung eines jüdischen Staates wird mehr dazu beitragen als alles andere – werden die Araber die Notwendigkeit erkennen eine Vereinbarung mit uns zu erzielen. Und da der Staat nur eine Phase in der Verwirklichung des Zionismus ist und er den Boden für unsere Expansion in das gesamte Land über eine jüdisch-arabische Vereinbarung vorbereiten muss, sind wir verpflichtet den Staat auf eine Weise zu führen, die uns die Freundschaft der Araber sowohl innerhalb als außerhalb des Staates einbringen wird. Daher ist die Frage der Araber im jüdischen Staat keine gewöhnliche Minderheitsfrage, sondern eine der fundamentalen Fragen unserer zionistischen Politik. Der Staat wird natürlich Ordnung und Sicherheiit durchsetzen müssen und wird das nicht nur über Moralisieren und „Bergpredigen“ machen, sondern auch mit Maschinengewehren, sollte das nötig werden. Aber die arabische Politik des jüdischen Staates muss nicht nur auf volle Gleichberechtigung der Araber zielen, sondern auf ihre kulturelle, soziale und wirtschaftliche Gleichstellung und zwar mit der Hebung ihres Lebensstandards auf den der Juden.“[8]

Alles, was Ben-Gurion vorschlug, war, dass die Frage der Araber im zukünftigen jüdischen Staat mit friedlichen Mitteln über eine „arabisch-jüdische Verinbarung“ gelöst werden sollte.

Ein weiteres Zitat, das sie verwenden, ist Ben-Gurions Kommentar zum von der Peel-Kommission vorgeschlagenen Plan von 1937 wie folgt:

„Wir müssen ARABER VERTREIBEN und ihren Platz einnehmen … und wenn wir Gewalt anwenden müssen, nicht die Araber des Negev und Transjordaniens enteignen, sondern unsere Rechte garantieren an diesen Orten zu siedeln – dann haben wir Gewalt zur Verfügung.“

Hier ist wieder das komplette Protokoll:

„Und dann werden wir Gewalt anwenden müssen und werden das ohne zu zögern tun – aber nur, wenn wir keine andere Wahl haben. Wir haben nicht den Wunsch und sehen nicht die Notwendigkeit Araber zu vertreiben und ihren Platz einzunehmen. All unser Streben baut auf der Annahme auf – durch all unsere Aktivität im Land [Israel] bewiesen – dass es genug Platz im Land für uns und die Araber gibt. Aber wenn wir Gewalt anwenden müssen – nicht um die Araber des Negev und Transjordaniens zu enteignen, sondern unser eigenes Recht uns an diesen Orten niederzulassen zu garantieren – dann werden wir die Gewalt zur Verfügung haben.“8

Ein weiteres Zitat, das Antizionisten erwendetn ist eines des Präsienten des Zionistischen Exekutivkomitees, Menachem Ussischkin aus dem JNF-Managementtreffen vom Juni 1938:
„Wenn Sie mich fragen, ob es moralisch ist 60.000 Familien aus ihren Wohnorten zu entfernen und sie irgendwo andershin zu transferieren, während wir sie natürlich mit dem Mitteln zur Neuansiedlung ausstatten – Ich sage euch, das ist moralisch.“

Das volle Protokoll:

„Wenn ihr mich fragt, ob es moralisch ist 60.000 Familien aus Orten zu nehmen, in denen sie jetzt leben und sie an einen anderen Ort zu transferieren, wobei ihnen natürlich alle Mittel zur Neusansiedlung gegeben werden – dann sage ich euch, dass es moralisch ist, denn wenn es möglich ist dem jüdischen Volk neun Zehntel seiner Geschichte in seinem historischen Heimatland (einschließlich Transjordanien) zu rauben, ihnen jeden Stand dort zu verweigern und ihm zu verbieten hinzugehen und sich niederzulassen und Land dort zu kaufen – und das nach all den Hoffnungen, die uns eingeflößt wurden und all den Verpflichtungen durch die Balfour-Erklärung und das Mandat des Völkerbundes usw. usw.; wenn all das moralisch ist, dann ist uns einen kleinen Streifen Land zu geben und einen Teil der Araber zu nehmen, zu transferieren und sie auf eine besser gestellte Weise anzusiedeln [als die in der sie sich heute befinden] so moralisch, wie es nur sein kann. Ich bin bereit vor dem Herrn und dem Völkerbund zu stehen und das Moralische der Sache zu verteidigen. Aber es keine Frage der Moral, die hier zur Debatte steht, sondern die der Durchführbarkeit; und ich sage hier, dass wir Juden das nicht machen können… da kann nur von der britischen Regierung gemacht werden, wenn sie das wünscht.“8

Mit anderen Worten: Ussischkin betrachtete den Transfer einiger Araber durch die britische Obrigkeit (nicht durch die zionistische Bewegung) als direkte Folge des Peel-Teilungsplan – gegen den er in erster Linie opponierte – statt als ein anzustrebendes Ideal; die Moral war in seinen Augen ein Resultat dessen, dass 90 Prozent des Landes Israel seinen rechtmäßigen Eigentümern zwangsweise genommen wurde. Hätte die Königliche Kommission nicht diesen bestimmten Vorschlag gemacht, hätte es keine Notwendigkeit des „Süßungsmittels“ des Transfers gegeben.

Ein weiteres verzerrtes Zitat von Ben-Gurion:
„Ich unterstütze den Zwangstransfer. Ich betrachte ihn nicht als unmoralisch.“

Das Protokoll des Treffens liest sich wie folgt:
„Ich sah in dem Peel-Plan zwei positive Dinge: Die Ideen eines Staates und verbindlichen Transfer… Ich unterstütze verbindlichen Transfer. Ich sehe darin nichts Unmoralisches, aber Zwangstransfer kann nur von England ausgeführt werden, nicht von den Juden… Es ist für uns nicht nur unvorstellbar ihn auszuführen, sondern es ist für uns auch unvorstellbar ihn vorzuschlagen.“8

Was also beschloss die Zionistenführung in der Folge der Peel-Kommission?
Die Schlussfolgerungen der Jewish Agency vom 7. Juni 1938:

1. Die Verfassung des jüdischen Staates wird auf den allgemeinen Stimmrechten all seiner erwachsenen Bürger, ungeachtet ihrer Religion, Rasse, Geschlecht oder Klasse gründen…

2. Der jüdische Staat wird die Rechte der religiösen und nationalen Minderheiten schützen und die freie Religionsausübung sowie Gewissensfreiheit aller Gemeinschaften und Bürger sicherstellen.

3. Jede religiöse Gemeinschaft wird völlige Freiheit genießen ihre eigenen Vorkehrungen dafür zu treffen ihre Religion zu praktizieren, ohne die öffentliche Ordnung und die Grundlagen der Moral zu untergraben. Die Feiertage einer jeder Religionsgemeinschaft werden als offizielle Ruhetage dieser Gemeinschaft anerkannt.

4. Es wird keine Diskriminierung zwischen den Bürgern des jüdischen Staates auf Grundlage von Rasse, Religion, Geschlecht oder Klasse geben.

5. Hebräisch wird die Staatssprache sein. Aber jeder nationalen Minderheit wird volle Freiheit gegeben ihre eigene Sprache bei der Bildung ihrer Kinder und bei Bewältigung der übrigen internen Bedürfnisse zu verwenden.

6. Die arabische Minderheit wird in der Lage sein die arabische Sprache nicht nur in ihren eigenen bildenden, religiösen und kommunalen Institutionen zu verwenden, sondern auch bei ihren Kontakten mit allen staatlichen Institutionen. In jedem Distrikt, Stadt oder Dorf, in dem die Araber die Mehrheit bilden, werden alle Regierungsankündigungen auch auf Arabisch veröffentlicht werden.

7. Der jüdische Staat wird sich nicht mit voller rechtlicher Gleichstellung all seiner Bürger zufrieden geben, sondern auch bewusste Anstrenungen unternehmen die Lebensqualität der arabischen Minderheit auf das kulturelle, soziale und ökonomische Niveau der jüdischen Mehrheit zu bringen – über verpflichtende Bildung für alle Kinder, medizinische und hygienische Dienste, besondere Gesetzgebung zum Schutz der Arbeiter in Industrie und Landwirtschaft sowie der Kultivierung des allgemeinen Gewerkschaftswesens und Markt-Kooperation ohne ethnische Diskriminierung bei jüdischen und arabischen Arbeitern, Bauern, Freiberuflern, Industriellen und Händlern.

8. Bis die Barrieren zwischen den Lebensstandards der jüdischen Mehrheit und der arabischen Minderheit verwischt sein werden, wird der Staat einen fairen Anteil seiner Arbeitsplätze und Dienste arabischen Mitarbeitern und Arbeitern des öffentlichen Dienstes zu gleichen Gehältern wie jüdischen Mitarbeitern und Arbeitern des öffentlichen Dientses gewährleisten. Zusätzlich werden arabische Repäsentanten einen fairen Anteil an den gewählten Institutionen des Staates gewährleisten, ohne konfessionelle Wahlen zu institutionalisieren.

9. Zusammen mit seinem wirksamen Schutz der Minderheitenrechte in allen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebensbereichen wird der Staat bestrebt sein. bei all seinen Bürgern ein gegenseitiges Bewusstsein dafür zu verankern Mitglieder desselben Staates zu sein und wird jede gezielte Aktoin und Organisation dabei fördern Barrieren zwischen ethnischen Gruppen und Religionen in allen offiziellen Bereichen zu zerstören.

Daher der oben erwähnte Kommentar von der Woodhead-Kommission, dass „uns im Auftrag der Juden deutlich gemach twurde, dass die jüdsche Meinung gegen die Ausübung jeglichen Grades an Zwang ist“.

Mythen zur zionistischen Antwort auf den Teilungsplan von 1947

Laut derselben Internseite „Palestine Remembered“ war dies hier die zionistische Antwort auf die Teilung:
„Ben-Gurion freute sich und war traurig, als die UNO für die Teilung Palästinas in zwei Staaten stimmte, einen palästinensischen und einen jüdischen. Er freute sich, weil die Juden ‚endlich‘ ein eigenes ‚Land‘ hatten. Andererseits war er traurig, weil sie fast die Hälfte von Palästina ‚verloren‘ hatten und weil sie mit einer beträchtlichen einer beträchtlichen palästinensischen Minderzeit fertig werden mussten, deutlich mehr als 45% der Gesamtbevölkerung. In den folgenden Zitaten werden Sie sehen, wie er auch erklärte, dass ein „jüdischer Staat“ nicht überleben kann, wenn er zu 60% jüdisch ist, was impliziert, dass etwas unternommen werden musste, um das sogenannte ‚arabische Demografie-Problem‘ zu beheben.“

Das Zitat von Ben-Gurion, das sie benutzen:

„In dem Bereich, der dem jüdischen Staat zugewiesen ist, gibt es nicht mehr als 520.000 Juden und rund 350.000 Nichtjuden, zumeist Araber. Zusammen mit den Juden Jerusalems wird die Gesamtbevölkerung des jdüsichen Staats zur Zeit seiner Gründung bei einer Million liegen, darunter fast 40% Nichtjuden. Eine solche Zusammensetzung [der Bevölkerung] bietet keine stabile Grundlage für einen jüdischen Staat. Diese [demografische] Tatsache muss in aller Klarheit und Dringlichkeit gesehen werden. Mit einer solchen Zusammensetzung [der Bevölkerung] kann es nicht einmal absolute Gewissheit geben, dass die Kontrolle in den Händen der jüdischen Mehrheit bleibt … Es kann keinen stabilen und starken jüdischen Staat geben, solange er eine jüdische Mehrheit von nur 60% hat.“

Aber ist dieses Gedankenlesen bei Ben-Gurion korrekt? Gab es wirklich einen Hinweis auf die Transfer-Idee in der Rede? Ein rascher Blick auf den Text, dem Morris sein Zitat entnahm, wird anfangen dieses Rätsel zu entwirren:

„In den dem jüdischen Staat zugewiesenen Territorium gibt es jetzt mehr als 520.000 Juden (abgesehen von den Jerusalemer Juden, die auch Bürger des Staates sein werden) und rund 350.000 Nichtjuden, die fast alle Araber sind. Einschließlich der Juden Jerusalems würde der Staat eine Anfangsbevölkerung von rund einer Million haben, von denen fast 40 Prozent Nichtjuden wären. Diese Zusammensetzung [der Bevölkerung] stellt keine solide Basis für einen jüdischen Staat dar; und diese Tatsache muss in all ihrer Deutlichkeit und Schärfe gesehen werden. In einer solchen Zusammensetzung kann es nicht einmal volle Gewissheit geben, dass die Regierung von einer jüdischen Mehrheit gestellt wird… Es kann solange keinen stabilien und starken jüdischen Staat geben, wie er eine jüdische Mehrheit von nur 60 Prozent hat und solange diese Mehrheit aus nur 600.000 Juden besteht…
Wir stehen einer neuen Bestimmung gegenüber – wir sind dabei die Herren unseres eigenen Schicksals zu werden. Das erfordert eine neue Herangehensweise an all unsere Lebensfragen. Wir müssen all unsere Geistesgewohnheiten überprüfen, all unsere Handlungssysteme, um zu sehen, in welchem Maß sie zu unserer neuen Zukunft passen. Wir müssen in Begriffen eines Staates denken, in Begriffen von Unabhängigkeit, in Begriffen der vollen Verantwortung für uns selbst – und für andere.“[9]

Der Originaltext macht die alternative Lösung für dieses Problem deutlich: Aliya [jüdische Immigration].

Plan Dalet, ein Masterpaln für ethnische Säuberung?

Gelehrte wie Sharif Kan’ana, Ilan Pappé, Rashid Khalidi, Baruch Kimmerling und Walid Khalidi haben behautpet, das Hauptziel von Plan D sei die Vertreibung der Palästinenser aus Palästina gewesen.

Diese Anschuldigungen stützen sich auf einen einzelnen Absatz der 75 Seiten des Plans D und verweisen auf einen von vielen Aspekten des Plans, während dieser Absatz aus dem Kontext gerissen und die wirkliche Aufgabe des Plans ignoriert und verschleiert wird: Den jüdischen Staat vor einer anstehenden Invasion von außen zu verteidigen, die von innerer arabischer Subversion unterstützt wird. Wie sah der wirkliche Plan D aus, wie unterscheidet er sich von dem von den Palästinensern erfundenen?

Mitte März 1948 vervollständigte die Planungsabteilung des Generalstabs der Haganah einen Gesamtplan für die Beendigung des Mandats, der als Plan D bekannt ist (sein Vorgänger, Plan C, war 1946 gegen interne Krawalle lokaler Araber entworfen worden und im Februar 1948 nur in Teilen in Bewegung gesetzt worden). Der von den Planern angenommene Feind bestand aus palästinensischen Kämpfern und der ALA [Arab Liberation Army]. Abgesehen von der möglichen Intervention von Einheiten der Arabischen Liga, die Teil der britischen Garrison im Land war, wurde ein Einmarsch anderer regulärer arabischer Armeen bis Anfang Mai 1948 nicht als plausible Möglichkeit ernst genommen. Obwohl er Gegenangriffe in Betracht zog, war Plan D ein defensiver Plan; seine Ziele lauteten:
(1) Schutz der Grenzen des kommenden jüdischen Staates entsprechend der Teilungslinie;
(2) Sicherung seines territorialen Zusammenhangs angesichts der Einmarschversuche;
(3) Gewährleistung der Bewegungsfreiheit uaf den Straßen und
(4) Ermöglichen der Fortsetzung essentieller täglicher Abläufe.

Planungen auf Generalstabsebene bechränkten sich auf schematische Leitlinien. Weil sie mit Kampf beschäftigt waren, hatten die meisten Brigade-Hauptquartiere keine Zeit dafür die Planung zu vollenden oder sich in die Einzelheiten zu vertiefen. Plan D war nicht „ideologisch“, wie die Palästinenser es darstellen, genauso wenig war er eine „Doktrin“, wie Kimmerling behauptet. Er war eine praktische Reaktion auf eine entstehende Gefahr. Er war jedoch noch nicht einmal eine operationelle Blaupause, wie die meisten israelischen Arbeiten über den Krieg seit der Veröffentlichung der „Geschichte der Haganah“ ihn beschrieben haben. Seine Planer – Israel Ber und Mosche Pasternak unter der Führung und Aufsicht von Yigael Yadin – formulierten Prinzipien und Handlungsabläufe und Zuweisung von Aufträgen und Zielen an die Haganah-Brigaden Sie gingen nicht auf die Taktiken zur Erreichung dieser Ziele ein.

Plan D listete Routen, Brücken, Regierungsgebäude und Polizeifestungen auf, die Haganah-Brigaden sofort nach dem Abzug der Briten hätten besetzen sollen. Diese waren erforderlich für die Ausführung der Verteidigungsphasen von Plan D. Abgesehen von Dörfern an den Hauptstraßen und Eisenbahnlinien überließen die Planer jedoch die Entscheidungen bezüglich des Schicksals der arabischen Dörfer, die „erobert, gewischt oder zerstört“ werden sollten den Überlegungen der Brigade und schrieben keine allgemeine Politik vor.

Die Besetzung von Dörfern war notwendig, um den einmarschierenden Armeen die Nutzung von Hauptstraßen und potenziellen Basen zum Angriff auf benachbarte jüdische Siedlungen zu verwehren. Die Anweisungen forderten den Abris von Dörfern, die nicht auf Dauer zu halten waren. Ein weiterer Absatz ging auf die Einzelheiten der Methode zur Übernahme eines arabischen Dorfes ein:
„Umzingelt das Dorf und durchsucht es [nach Waffen]. Im Fall von Widerstand – vernichtet die bewaffneten Kräfte und verjagt die Bevölkerung über die Grenze… Wenn es keinen Widerstand gibt, sollte in dem Dorf eine Garrison stationiert werden… Der Garrisonskommandeur sollte alle Waffen, Radioempfänger und Fahrzeuge beschlagnahmen. Alle poltisch Verdächtigen sollten festgenommen werden. Ernennt nach Befragung der entsprechenden politischen Vertreter lokale Institutionen zur Verwaltung der internen Angelegenheiten des Dorfes.“

Der Text stellte unmissverständlich klar, dass Vertreibungen nur diejenigen Dörfer betrafen, die gegen die Haganah kämpften und ihrer Besetzung Widerstand leisteten und nicht alle arabischen Weiler. Ähnliche Richtilinien betrafen die Besatzung arabischer Viertel in gemischten Orten.[10]

Das Transfer-Komitee – das Komitee, das es nie gab

Das Transfer-Komitee wurde angeblich von Nicht-Kabinett-Mitgliedern der ersten Regierung Israels im Mai 1948 gebildet und hatte die Vertreibung der palästinensischen Araber aus ihren Städten und Dörfern sowie die Verhinderung ihrer Rückkehr zum Ziel.

Morris formuliert es so:

„Tatsächlich hatte Ben-Gurion, laut Weitz, nicht nur die ‚weiße Politik‘ genehmigt, sondern geglaubt, das vorgeschlagene Handeln Israels (Zerstörung der Dörfer, Verhinderung der Ernten, Ansiedlung von Juden an aufgegebenen Stellen) sollte Vorrang vor den Versuchen haben Flüchtlinge an anderen Stellen wieder anzusiedeln (heißt: Verhandlungen mit arabsichen Ländern über Wiederansiedlung, Einschätzung von Entschädigung und so weiter).“

Morris fährt damit fort, diese als „die Vorschläge des Transfer-Komitees“ zu beschreiben und anzudeuten, dass Ben-Gurion sie genehmigte. Aber sagte Weitz Ben-Gurion wirklich, dass das „Komitee bereits begonnen hatte“ Dörfer zu zerstören? Autorisierte Ben-Gurion „die Vorschläge des Transfer-Komitees“? Ganz und gar nicht, wie Weitz selbst erklärt:

„Ich sagte, dass ich [und nicht das „Transfer-Komitee, wie es von Morris falsch zitiert wird] bereits Anweisungen gegeben hatte hier und dort Dörfer zu „nachzubessern“ – und er genehmigte es. Damit gab ich mich zufrieden.“

Weitz‘ Verwendung der ersten Person ist wichtig: Als Direktor der Landentwicklungsabteilung des Jüdischen National-Fonds war er direkt an der Frage der verlassenen palästinensischen Dörfer beteiligt. Darüber hinaus kam das „Transfer-Komitee“, von dem Morris schreibt, nie zustande. Bei demselben Treffen sagte Ben-Gurion Weitz ausdrücklich, dass er schon die Existenz eines solchen Komitees absolut ablehnte. Weitz drückte es so aus: „Er würde gerne ein begrenztes Treffen einberufen und ein Komitee ernennen, das das Thema behandelt. Er stimmt der [Exitenz] unseres vorläufigen Komitees nicht zu.“

Nachdem er diese entscheidenden Fakten zurückhielt, warf Morris Ben-Gurion dann vor, es sorgfältig „vermieden zu haben Spuren seiner eigenen Beteiligung“ bei den Aktivitäten des Transfer-Komitees zu hinterlassen. Um seine falsche Behauptung zu untermauern schreibt Morris den Eintrag in Ben-Gurions Tagebuch zu diesem Treffen um. Der tatsächliche Text lautet wir folgt:

„Er [das heißt: Weitz] schlug vor mit den arabischen Regierungen die Ansiedlung dieser Araber in arabischen Staaten zu diskutieren. Das ist [viel] zu früh und unpassend.“

Ben-Gurion akzeptierte Weitz‘ Vorschläge zur Ansiedlung der Araber im Ausland nicht. Stattdessen bezeichnete Ben-Gurion Letzteres als irrelevant und ungerechtfertigt, weil der Krieg noch lange nicht vorbei war und er sich bezüglich des Flüchtkingsproblems noch nicht entschieden hatte.[11]

Schlussfolgerung

Laut allen verfügbaren Beweisen hatte die zionistische Führung nie einen Plan zur ethnischen Säuberung oder Zwangstransfer von Arabern aus Palästina, weder von den Gründern des Zionismus, noch während der Peel-Kommission 1937 und auch nicht während des Krieges von 1948.


[1] Zechuyot Ha’Yehudim Ve’Zulatam B’Eretz Yisrael. Nachdruck in Anachnu U’schcheneinu, S. 31.

[2] Ben-Gurion: The Right oft he Jews and Non-Jews in Palestine; 1918, in seinem Anachnu  USchkheneinu, S. 31-32. Ben-Gurion: The Hebrew Worker and the Arab worker; 1926, ebenda, S. 105.

[3] Ze’ev Jabotinsky: Was is to be Done?“ (1905); in seinem Ktavim Zioniim Rischnonim, Jerusalem (Eri Jabotinsky), 1949, S. 209/10.

[4] Jabotinsky: The Jewish War Front; S. 216-220.

[5] Jabotinsky: The Jewish War Front; S. 216-2020; Palestine Royal Commission: Notes of Evidence; S. 379.

[6] “the one an Arab State consisting of Trans-Jordan united with that part of Palestine…” (der eine arabische Staat, der aus diesem mit Transjordanien vereinten Teil Palästinas besteht…)

[7] Population Transfers in Asia. Joseph B. Schechtman, Hallsby Press, NY 1949, Kapitel 3.

[8] „Falsifying the Reocrd: Benny Morris, David Ben-Gurion and the ‚Transfer‘ Idea“; Israel Affairs, Bd. 4 Nr. 2, Winter 1997.

[9] David Ben-Gurion: Yoman Ha-milhama [Kriegstagebuch], Tel Aviv 1982, Bd. 1, S. 22.


[10] Gelber Yoav: Palestie 1948. Anhang I: History and Invention: Was Plan D a Bluepringt for „Ethnic Cleasing?“

[11] Efraim Karsh: Benny Morris and the Reign of Error

Der Tempelberg, damals und heute

Am 4. Tag von Pessach vor 1.974 Jahren löste ein römischer Soldat eine jüdische Revolte aus. Es dauerte damals 7 Jahr Jerusalem zu besiegen und heute?

Daniel Pinner, Israel National News, 21.April 2022

Modell des Tempelbergs (iStock)

Wie diese Kolumnen vor kurzem berichteten, hat die Vereinte Arabische Liste gedroht aus der Regierung auszutreten, sollte Juden weiterhin erlaubt werden auf dem Tempelberg zu beten.

Man muss ihnen zugestehen, dass sie ihre Wählerschaft treu vertreten, die sie in die Knesset wählte – die Islamische Bewegung, verbündet mit der Muslimbruderschaft.

Der Zeitpunkt ist von Bedeutung:

Es war der Tag, an dem sie das sagten, der vierte Tag von Pessach, der 18. Nisan des Jahres 3808 (48 n.Chr.), als die erste größere jüdische Revolte gegen die römische Besatzung Israels begann. Und sie wurde direkt von einem römischen Eingriff in jüdisches Gebet im heiligen Tempel ausgelöst.

Der letzte König von Judäa war Agrippa, der den Thron von Judäa im Jahr 37 n.Chr. bestiegen hatte; Judäa war nominell ein jüdisches Königreich, tatsächlich aber ein Rom komplett untergeordneter Vasallenstaat und das schon ein ganzen Jahrhundert lang.

König Agrippa war bei seiner Geburt, von seiner Abstammung her, seiner Bildung und seiner Ideologie mehr Römer als Jude. Aber mit seiner Thronbesteigung gab er seiner jüdischen Seite den Vorzug und regierte so gut er konnte in Übereinstimmung mit dem Gesetz der Thora.

Dementsprechend widersetzte er sich, obwohl er von Rom ernannt worden war, den Römern direkt, verteidigte und stärkte die jüdische Identität Judäas.

Das machte in bei den Massen in Israel in Israel ungeheuer beliebt – und für die Römer gefährlich subversiv. Trotzdem wagten die Römer es nicht ihn abzusetzen; sie fürchteten eine Revolte der jüdischen Massen zu provozieren.

Es war während der Herrschaft Agrippas, dass der Kaiser Caligula, der sich regelmäßig als Gott darstellte, forderte eine Statue seiner Person müsse im heiligen Tempel in Jerusalem errichtet werden. Agrippa überzeugte Caligula, wie gefährlich das sein könnte und sorgte dafür, dass er den Erlass aufhob.

Aber als Agrippa im Jahr 44 n.Chr. starb, schafften die Römer die jüdische Monarchie komplett ab und ernannten stattdessen Prokuratoren, um Judæa (so die lateinisierte Schreibweise) zu regieren.

Der dritte Prokurator, Ventidius Cumanus, hatte angeordnet, dass römische Soldaten in und um den  heiligen Tempel stationiert werden, wann immer mehr als 6 Juden sich dort versammelten (was in der Praxis praktisch ständig bedeutete). Und an diesem vierten Tag des Pessach heute vor 1.974 Jahren beschloss ein römischer Soldat ein wenig Spaß zu haben.

Als die Juden beteten und die Festopfer darbrachten, kehrte er ihnen den Rücken zu, lüpfte seine Tunika und zeigte ihnen seinen nackten Hintern, wozu er mit seinen Lippen Geräusche machte, denen die meisten von uns im Alter von zehn Jahren entwachsen sind

Die Juden, erbost angesichts dieser Schändung, griffen spontan die römische Garnison an. Das eskalierte schnell in einen landesweiten Aufstand, die erste große jüdische Revolte gegen die römische Besatzung – unbeschreiblich mutig, aber letztlich hoffnungslos.

Josephus Flavius (Antiquities of the Jews, XX:5:3 und War of the Jews, II:12:3-7) schätzt, dass 20.000 Juden bei diesen anfänglichen Kämpfen getötet wurden, während Eusebius (Ecclesiatical History, Buch 20, Kapitel 5) ihre Zahl auf 30.000 festsetzt.

Das war nur der Anfang.

Zwei Jahre später wurde ein offizieller Vertreter Roms, Stephanus, nahe Jerusalem angegriffen und ausgeraubt. Und die Römer verhängten Vergeltungsmaßnahmen gegen alle umliegenden Dörfer. Einer der Soldaten fand eine Thora-Rolle und zerriss sie, während er die jüdischen Dorfbewohner beschimpfte.

Das provozierte beinahe eine weitere großflächige Rebellion, die Ventidius Cumanus knapp vermied, indem er den Soldaten zum Tode verurteilte.

Und so ging das Leben in Judæa weiter, unterbrochen von regelmäßigen Aufständen und Minirevolten, bis zur ersten großen jüdischen Revolte im Jahr 3826 (66 n.Chr.). Und diese Revolte, die letztlich zur Zerstörung des Heiligen Tempels führte, wurde ebenfalls von Ereignissen ausgelöst, die im Heiligen Tempel begannen.

Gessius Florus war 64 n.Chr. zum Prokurator ernannt worden und war von Anfang an den Juden gegenüber feinselig. Nach zwei Jahren zunehmender Spannungen bestand die endgültige Entrüstung, die die Große Revolte auslöste, darin, dass Florus einen Monat nach Pessach, am 16. Iyyar, die Schatzkammer des Heiligen Tempels plünderte; er forderte 17 Talente Gold, was im Wert einer Tonne entspricht.

Einige Juden mit archetypischem jüdischem Humor gingen mit Körben im Umfeld von Jerusalem herum und sammelten Geschenke für Florus; sie stellten ihn als Bettler dar, der Almosen brauchte. Dieser Sarkasmus ist überaus verständlich; aber der von dieser Demütigung erboste Florus schickte eine Einheit Soldaten los, um Jerusalem zu plündern und blutige Rache an den dortigen Juden zu nehmen.

Innerhalb weniger Tage erhoben sich die Juden Jerusalems in solcher Wut entbrannt, dass sie die Römer vertrieben und die volle jüdische, souveräne Unabhängigkeit der Stadt wiederherstellten.

Eine der ersten Änderungen, die der Kohen Gadol (Hohepriester) Elazar ben Channania einführte, war das Ende des täglichen Opfers für den Kaiser in Rom; das war eine offene Erklärung der Revolution gegen Rom.

Und von da an breitete sich die jüdische Revolte rasch aus.

Überall im Land wurde die römische Armee von jüdischen Kräften geschlagen – vorwiegend die Kanna’im (die Zelogen), kommandiert von Yochanan ben Levi aus Gusch Halav, Simon Bar Giora und Elazar ben Simon (nicht zu verwechseln mit dem Tanna Elazar bar Simon, dem Sohn von Rabbi Simon bar Yochai).

Die Verteidigung Jerusalems wurde von Yosef Ben Guion (der 68 im Kampf getötet wurde) und dem Kohen Gadol Chanania geführt.

Ihnen gegenüber lagen Jerusalem belagernd vier römische Legionen – die Fünfte, Zwölfte und Fünfzehnte im Westen und die Zehnte auf dem Ölberg im Osten. Diese Legionen wurden von Titus, der neun Jahre später römischer Kaiser werden sollte, und seinem Stellvertreter geführt, dem abtrünnigen Juden Tiberius Julius Alexander.

Diese Pattsituation dauerte vier Jahre; Tiberius war entschlossen den Stillstand zu durchbrechen und Jerusalem zu erobern.

Im Jahr 70 wandte Titus eine List an, die sehr wahrscheinlich vom jüdischen Verräter Tiberius vorgeschlagen wurde: Er erlaubte jüdischen Pilgern Jerusalem ungehindert zu betreten, um Pessach zu feiern und ihre Pessachopfer darzubringen und schloss dann die Ausgänge. Die Übervölkerung war unhaltbar, die Infrastruktur der Stadt war nicht in der Lage eine so angeschwollene Bevölkerung zu versorgen und Essens- und Wasser-Vorräte waren schnell aufgebraucht.

Titus schickte dann einen weiteren abtrünnigen Juden und römischen Speichellecker, den Historiker Josephus Flavius, um mit den jüdischen Kommandeuren einen Waffenstillstand auszuhandeln. Sie ließen ihn abblitzen, schossen ihn mit einem Pfeil an und verletzten ihn (zweifellos einer der Gründe, dass Josephus‘ Bericht über den Krieg so brutal einseitig gegen die jüdischen Verteidiger ist).

Die römischen Streitkräfte rückten danach auf Jerusalem vor, durchbrachen die kurz zuvor gebaute dritte (äußere) Mauer rund fünf Wochen nach Pessach und die zweite Mauer ein Woche später. Dann griffen sie die erste (innerste) Mauer und die Festung Antonia (an der Nordwest-Ecke des Tempelbergs) an und wurden von den jüdischen Verteidigen zurückgeschlagen, die das Herz Jerusalems am 28. Iyyar verteidigten (auf den Tag 1.897 Jahre bevor Israel im Sechstage-Krieg Jerusalem von jordanischer Besatzung befreite).

Titus gruppierte seine Legionen um, baute einen Belagerungswall und begann rund sieben Wochen später einen erneuten Angriff; er durchbrach die erste Mauer und nahm am 17. Tammuz die Festung Antonia ein.

Nach drei Wochen grausamer, blutiger Kämpfe und verzweifelten wie heldenhaften Widerstands der jüdischen Kräfte eroberten Titus‘ römische Legionen den Rest Jerusalems und zerstörten am 9. Av den Heiligen Tempel.

Die Große Revolte war praktisch zu Ende. Der Kaiser Vespasian schlug eine Münzserie mit der Inschrift „Judæa Capta“. Der einzig verbleibende Rebellen-Stützpunkt war Metzada (Masada) in der Wüste Juda, 4km westliche des Toten Meeres, dessen Verteidiger weitere drei Jahre durchhalten sollten.

Die gesamte Macht des römischen Imperiums hatte sieben Jahre gebraucht die Juden zu besiegen. In der Verteidigung ihres angestammten Landes kämpften die Juden hartnäckiger um ihre souveräne Unabhängigkeit als jede andere Nation im Imperium.

So sieht unsere nationale Geschichte in unserem Land aus.

Heute steht Premierminister Nafatali Bennett vor einer furchtbar schwierigen Entscheidung, was – wie die großen jüdischen Revolten gegen Rom all die Jahrhunderte zuvor – mit dem Tempelberg in Jerusalem beginnt.

Die nächsten Tage werden uns sagen, ob er oder ob er nicht in der Lage ist die Standards zu erfüllen, die die jüdische Geschichte und Schicksal einem Führer in Israel abfordert.