Das war der eigentliche erste Zionistenkongress

Uns wird oft erzählt, dass „der jüdische Staat in Basel gegründet wurde“, der Stadt, in der der erste Zionistische Kongress zusammentrat. Allerdings versammelten sich 15 Jahre früher Juden in der Stadt Focşani in Rumänien, um für die Siedlung im Land zu werben. Israel Gilad, ein Mitglied der Ersten Aliyah-Vereinigung und Urenkel des Gründers von Rosch Pina und Zikhron Ya’akov, möchte unsere Leser an die erinnern, die vor Herzl kamen…

Israel Gilad, (Goldenberg), the Librarians, 6. September 2022

Teilnehmer der Konferenz Hovevei Zion in Kattowitz, 1884. Teh Pritzker Family Nationla Photography Collection, Nationalbibliothek Israels.

1878 versammelten sich Europas Großmächte zum Berliner Kongress, um die Beute aus dem russischen und rumänischen Sieg über das Osmanische Reich im Russisch-türkischen Krieg aufzuteilen. Rumänien und Bulgarien riefen danach ihre Unabhängigkeit aus, dabei versprachen sie allen Einwohnern die Staatsbürgerschaft. Führend waren dabei der britische Premierminister Benjamin Disareli und der französische Justizminister Adolf Crémieux. Disraeli war Abkömmling einer zum Christentum konvertierten jüdischen Familie und Crémieux war selbst Jude.

Rumänien unternahm alles in seiner Macht, um diesen Schritt zu verhindern. Es setzte Jahre früher beschlossene Gesetze durch, die die Juden des Landes diskriminierten und ihre Lebensgrundlage zerstörten. Die Gesetze waren vorher nicht umgesetzt worden. Dieses Handeln, das die bereits brutale Realität des jüdischen Lebens in Osteuropa verschlimmerte, spornte die Juden an die Idee einer Rückkehr ins Land Israel zu unterstützen, eine Vorstellung, die sich bei den Juden der Region zu verbreiten begann.

Ende 1880 veröffentlichte David Gordon, der Herausgeber der jüdischen Zeitung Hamagid, einen Artikel, der die Bemühungen zur Organisation von Siedlungsvereinen für das Land Israel analysierte. Eine Schlussfolgerung lautete, dass kleine Organisationen oder Einzelpersonen bei dem Ziel scheitern würden „eine große landwirtschaftliche Siedlung für unser Volk im Land unserer Vorfahren zu gründen“. Er glaubte, eine starke Zentralkörperschaft, ähnlich der „Alliance“ der französischen Juden, gegründet werden sollte, die die Organisation und Siedlung leitet.

Porträt von David Gordon, dem Herausgeber von Hamagid. The Abraham Schwadron Collection, Nationalbibliothek Israels

Die erneuerte jüdische Siedlung im Land Israel hatte zu der Zeit nur zwei Kolonien, Gei Oni (das sich später in Rosch Pina entwickeln sollte) und Petah Tikva; beide wurden 1878 mit dem Ziel gegründet eine landwirtschaftliche Siedlung zu schaffen, die ihren Einwohnern einen Lebensunterhalt bieten sollte. Die Einwohner von Gei Oni mussten ihre Siedlung aufgrund von landwirtschaftlichem Scheitern aufgeben, während die Leute von Petah Tikva unter schweren Anfällen von Malaria litten. Bis Anfang 1880 waren die Gründer beider Kolonien gezwungen nach Safed und Jerusalem zurückzukehren, wo sie mit halukkah-Geldern (in jüdischen Gemeinden in Europa gesammelte Almosen, die an jüdische Einwohner des Landes Israel verteilt wurden) überlebten.

Gordons Idee war einfach: Die Grundlage der Organisation sollten die lokalen Vereine sein, die in Palästina Land kaufen sollten; jede Kolonie sollten eine gewisse Zahl an Bauernfamilien einsetzen (gemäß der Erlaubnis des Sultans bis zu 150 Haushalte), um darin zu arbeiten, so dass die Siedler von der Landwirtschaft leben. Gordon glaubte, dass eine große Zahl an Kolonien schließlich zur Anerkennung des Landes Israel als Heimat und Staat des jüdischen Volkes führen würde.

Am 13. März 1881 wurde der russische Zar Alexander II. von einer Terrorgruppe ermordet. Zu deren Mitgliedern gehörte eine jüdische Frau. Es folgten Pogrome an russischen Juden, die drei Jahre lang weitergingen. Die bei den Juden als „Stürme im Süden“ bekannten Pogrome motivierten Gruppen in Russland die Immigration nach Palästina zu organisieren. Die Juden Rumäniens, die erkannten, dass die Ereignisse in Russland sich bald verbreiten würden, erhöhten ebenfalls die Mitgliedschaft in zionistischen Vereinigungen.

Der Kongress in Focşani, der Beginn der Ansiedlung, „Hibat Zion“ und die zionistische Organisation

Ich würde behaupten, dass die zionistische Bewegung am 30. Dezember 1881 (nach dem julianischen Kalender) in Focşani in Rumänien gegründet wurde, beim eigentlichen „ersten Zionisten-Kongress“, an dem 51 Delegierte aus 32 Siedlungsorganisationen teilnahmen, die sich in der jüdischen Schule der Stadt trafen. Die Konferenz dauerte zwei Tage, während denen fünf Mitglieder gewählt wurden, um als „Zentralkomitee zur Besiedlung des Landes Israel und Syriens“ zu dienen. Samuel Pineles, ein zionistischer Aktivist aus Rumänien, wurde zum Vorsitzenden des Komitees und dessen Sekretär gewählt. Pineles, ein weiser und gewandter Organisator, leitete die Konferenz mit Links im Wissen, wann er, abhängig von den Umständen, entscheidend handeln und wann er flexibel sein musste.

Porträt von Samuel Pineles. Sammlung Abraham Schwadron, Nationalbibliothek Israels

Die beim Kongress in Focşani gegründete Bewegung, die später in Hovevei Zion (Liebhaber Zions) oder Hibat Zion (Liebe Zions) umbenannt werden würde, setzte sich als Ziel „die Lösung des Problems des rumänischen Judentums durch sofortige Immigration ins Land Israel, landwirtschaftliche Besiedlung und unabhängige Arbeit seitens der Siedler“. In seinem hebräischen buch Die Fackel wurde in Rumänien entzündet (Ha-Avuka Hudleka be-Rumanyah) schreibt Mosche Schaerf, dass der Kongress in Focşani „ein neues Phänomen in der jüdischen Geschichte war“.

Und so entstand das Zentralkomitee für die erste jüdische Siedlungsbewegung im Land Israel. Es finanzierte und managte die Gründung von zwei Kolonien: Zichron Ya’akov, das komplett von ihm gemanagt wird; und Rosch Pina, dem es lediglich Hilfe leistete.

Das Komitee schickte mit vier Reisen rund 120 Familien (mehr als 600 Leute) ins osmanische Palästina; diese brachten mehr als die Hälfte der ersten Siedlerwelle. Die erste zionistische Pionier-Gruppe, die ankam, war eine Gruppe aus der Stadt Moineşti; sie kaufte das Land in Gei Oni, auf dem sie Rosch Pina gründeten.

Samuel Pineles führte die zionistische Bewegung in Rumänien bis zu seinem Tod 1928 mit Ausnahme von rund fünf Jahren, während der er seine Aufmerksamkeit persönlichen geschäftlichen Dingen zuwandte.

Leider ging das Zentralkomitee für die Besiedlung des Landes Israel und Syriens im Frühjahr 1883 bankrott. Ende September in dem Jahr überwies das Komitee die Aktiva der von ihm gegründeten Kolonie, Zichron Ya’akov, in die Schirmherrschaft des Barons Edmund James de Rothschild.

Siegel der Stadt Focşani in Rumänien. Foto: Nadav Mann, Bitmuna. Aus der Sammlung Kfar Tavor, the Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels

Während Sukkot (dem Laubhüttenfest) 1882 traf Baron Rothschild Rabbi Mohilever, der von Rabbi Zadoc Kah, dem Oberrabbiner der französischen Juden begleitet wurde. Der Baron stimmte Rabbi Mohilevers Anfrage zu in Palästina eine Siedlung zu gründen und bot später ein wirtschaftliches Sicherungsnetz für die meisten der Siedlungen der ersten Welle an, die bankrott gegangen waren. Die Philanthropie des Barons verhinderte, dass die Siedlungen kollabierten, was, wäre der Fall tatsächlich eingetreten, zu einer großen Krise des Vertrauens in das zionistische Ziel geführt hätte.

Im November 1884 trat die Konferenz von Kattowitz zusammen und gründete offiziell die Bewegung „Hibat Zion“ und mit ihr wurde die Führung der Bewegung vom rumänischen ans russische Judentum übergeben.

Wir müssen zugeben, dass Hibat Zion als Bewegung ein Fehlschlag war, was ihre Fähigkeit angeht Pioniere zu motivieren und sie im Land Israel anzusiedeln. Die Bewegung agierte in „Salven“, die in erster Linie Reaktionen auf Pogrome und institutionalisierten Antisemitismus waren. Als Theodor Herzl auf der Bildfläche erschien, war die Führung der Bewegung in Osteuropa glücklich den Stab der gesamten zionistischen Bewegung an ihn weiterzugeben.

Im August 1897 trat in Basel der „Erste Zionistische Kongress“ zusammen – aber wie am Anfang dargelegt, lehne ich diesen offiziellen Titel ab. Wenn jemand mit der Zählung beim Kongress von Focşani bginnt, dann war der Kongress in Basel die siebte Versammlung.

Herzl war ein außergewöhnlich talentierter Journalist und der verehrte Anführer der zionistischen Bewegung, der sogar aus eigener Tasche ihre Aktivitäten finanzierte. Er gründete auf dem Kongress in Basel die World Zionist Organization und baute im Vergleich mit dem vorhergehenden einen eindrucksvollen Verwaltungsapparat auf. Trotzdem waren die praktischen Erfolge der zionistischen Organisation in ihren frühen Jahren bestenfalls unbedeutend. In den ersten Jahren schwand die Mitgliederzahl der Bewegung, der politische Zionismus konnte wenige Errungenschaften aufweisen und die Siedlungsaktivität der Organisation im Land Israel war bis etwa 1910 überschaubar.

Die Teilnehmer der Konferenz „Hovevei Zion“ 1890 in Odessa. Bitmuna, Sammlung Lancet. The Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels

Die Siedlungsaktivitäten der Zionist Organization folgte Herzls Konzept „keine Charta, keine Aliyah“ und brachte daher in diesen ersten Jahren nichts zustande. Die erste unter der Schirmherrschaft der Zionist Organization gegründete Siedlung war Degania im Jahr 1909. Erst Ende der 1930-er Jahre wurde die Zionist Organization zur Hauptsiedlungsbewegung und selbst dann gründete sie nur Kibbuzim und Moschawim (Gemeinschafts- und kooperative landwirtschaftliche Siedlungen).

Der Zusammenbruch und die Rettung der Siedlungen im Land Israel

Baron Rothschilds Zustimmung die Besiedlung im Land Israel zu finanzieren und sie vor dem Zusammenbruch zu retten sollte nicht vergessen werden. Die Gründerväter der jüdischen Siedlung im osmanischen Palästina zahlten allerdings den Preis dafür damit, dass sie ihre Unabhängigkeit verloren und Tagelöhner für den Baron wurden. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir unsere Schuld diesen frühen Pionieren gegenüber anerkennen und ihnen zugestehen, was ihnen zusteht.

David Ben-Gurion erkannte Baron Edmund de Rothschild als  den einzigen an, der einen Ehrenplatz in der zionistischen Geschichte beanspruchen konnte, weil er mehr für die Besiedlung des Lands israel getan hatte als jeder andere oder jedes Gremium. Damit bagatellisierte Ben-Gurion das Tun udnd ei schwere Arbeit der Organisationen und Pioniere, die von 1882 bis 1897 aktiv waren und Herzls World Zionist Organization vorausgingen.

All das begann vor hundertfünfundzwanzig Jahren, als der Kongress in Basel der „Erste Zionistische Kongress“ genannt wurde, obwohl sein voller Name „Der Erste Weltzionisten-Kongress“ lautete. Der Kongress in Basel war in Wirklichkeit der siebte seiner Art. Bis heute ist der erste Kongress des Zentralkomitees für die Besiedlung des Landes Israel und Syriens den meisten Juden unbekannt. Ich habe meine Ergebnisse hier in der Hoffnung veröffentlicht, dass Historiker eines Tages dieses historische Versehen im üblichen zionistischen Narrativ korrigieren werden.

Afrikanische feministische Sklavenhändler vs. weiße männliche Sklavenbefreier

Hollywood macht Filme über schwarze Sklavenhändlerinnen, aber nicht über die toten weißen Männer, die die Sklaverei beendeten.

Daniel Greenfield, FrongPage Mag, 20. September 2022

Angespornt vom Erfolg der Black Panther beschloss Sony aus den „Amazon“Agojie-Kriegern der Dahomey, der Inspiration der fiktiven Kriegerinnen eines Comic-Buchs, einen Film zu machen.

„Woman King“ hatte ein $50 Millionen-Budget, um die echte Wakanda zum Leben zu erwecken. Er stieg bei der Premiere ganz oben bei Box Office ein, als schwarz-nationalistische Geschichte weiblicher Ermächtigung über heldenhafte Sklavenhändler. Während nie ein Film, der die Konföderation feiert, gedreht werden würde, sind afrikanische Sklavenhändler, die hunderttausende Sklaven verkauften und Massenopfer darbrachten, Hollywood-Helden.

Trotz der Tatsache, dass der Film mit der weißen Schauspielerin Maria Bello aus Coyote Ugly, Gina Prince-Bythewood, entstanden war, wurde sichergestellt, dass „People of Color“ bei der Produktion federführend waren. Prince-Bythewood, die von ihrer leiblichen weißen Mutter zur Adoption freigegeben und von einem weißen Paar nahe der Weinberge von Monterey aufgezogen wurde, behauptete, sie habe „wegen ihrer Verbindung zum Material“ geweint, das einen der schlimmsten Sklavenhändler-Stämme in Afrika verherrlicht.

Die absurde Wokeness von Woman King weitete sich sogar so weit aus, dass Prince-Bythewood behauptete sie haben die Vergewaltigungsszene des Films an „Christine Blasey Fords Zeugenaussage bei der Nominierungsanhörung für Brett Kavanaugh zum Richter am obersten Gerichtshof“ angelehnt. Und die Medien schleimen entsprechend.

Aber dann begannen die Proteste in den sozialen Medien.

Die Dahomey und die Kriegerinnen hatten hunderttausende Mitglieder rivalisierender Stämme in die Sklaverei verkauft. Sie hatten auch die grausamen Massenopfer-Rituale an ihren Sklaven beaufsichtigt.

Während schwarz-nationalistische Filme routinemäßig Geschichte ignorieren, traf dieser bei einigen Nachkommen von Sklaven einen Nerv, besonders auf den Bahamas. Die von den Dahomey verkauften Sklaven wurden meistens nach Brasilien verschifft, das für seine Massen an toten schwarzen Arbeitern berüchtigt war. Die von der britischen Marine abgefangenen Sklavenschiffe ließen die Sklaven allerdings gelegentlich auf den Bahamas frei.

Die tatsächliche Geschichte der Dahomey der „Sklavenküste“ hat sabotiert, was als geschmeidige Einführung für The Women King und seine vermischte Geschichte von weiblicher Stärkung und schwarzem Nationalismus gedacht war. Aber während The Women Kings feministische Krieger im wahren Leben Verbrecher waren, die halfen zahllose Schwarze zu versklaven, gab es wahre Helden, die den Sklavenhandel bekämpften.

Leider waren das weiße Männer. Inzwischen lange tot und von linken, revisionistischen Historikern verleumdet.

Black Lives Matter veranstaltete zwar einen eigenen Amoklauf in Großbritannien, aber es war die britische Kriegsmarine, die afrikanische und muslimische Sklavenhändler bekämpfte. In Dahomey and the Dahomeyans beschrieb Frederick Forbes, ein britischer Marineoffizier, der sich aufmachte, um den Monarchen dazu zu bewegen den Sklavenhandel zu beenden, „Wachen an Amazonen“, die in einem Festzug einem Mitglied des Königsharems hinterhergingen und ihr mit Schirmen Schatten gaben. Ein solcher Schirm war „mit 1948 Kieferknochen verziert“.

Wenn reiche Dahomey starben, nahmen sie einige ihrer Frauen und Sklaven als menschliche Opfer mit. Es wurden groß angelegte Massenopfer dargebracht, darunter die brutale und schreckliche Tötung hunderttausender Sklaven zur Ehre der monströsen Monarchen der Dahomey.

Ein im Parlament vorgelegter Bericht von 1860 beschrieb, wie „eine große Grube gegraben wurde, die ausreichend menschliches Blut aufnehmen sollte um ein Kanu schwimmen zu lassen. 2.000 Personen werden bei dieser Gelegenheit geopfert.“ Die Getöteten waren Gefangene aus anderen Stämmen, wo die „jungen Leute dieser Gefangenen in die Sklaverei verkauft wurden und die Alten gemäß des großen Brauchs getötet werden“.

Die New York Times druckte eine Beschreibung ab, laut der „tausende Leuten geopfert wurden (geköpft und hinterher in Stücke geschnitten) und tausende wurden als Sklaven behalten werden“.

Das ist die echte Wakanda.

Es waren die Briten und die Amerikaner, die diesem Albtraum durch Kolonialismus und Imperialismus ein Ende setzten. Schon vor dem Bürgerkrieg hatten die Vereinigten Staaten den Webster-Ashburton-Vertrag (für Daniel Webster) unterschrieben, nach dem die US Navy und die Royal Navy Patrouille fuhren, um Sklavenschiffe abzufangen.

Bemühungen der US Navy Sklavenschiffe abzufangen reichen sogar bis 1820 zurück, als der Kongress den James Monroe Piracy Act verabschiedete. Sklaven zu importieren war bereits 1807 unter der Aministration Jefferson verboten worden, aber der Monroe Act setze den Sklavenhandel mit Piraterie gleich.

Jeder Amerikaner, der „an einer fremden Küste jeglichen Neger oder Mulatten ergreift, der nach den Gesetzen eines der Staaten oder Territorien der Vereinigten Staaten nicht zum Dienst oder Arbeit verpflichtet ist, mit der Absicht diesen Neger oder Mulatten zu einem Sklaven zu machen oder solch einen Neger oder Mulatten auf einem Schiff oder Fahrzeug mit der erwähnten Absicht in Empfang nimmt, so soll dieser Bürger oder diese Person als Pirat verurteilt werden; und bei Verurteilung deshalb soll er vor dem Bezirksgericht der USA in dem Bezirk, in den er verbracht oder gefunden wird, den Tod erleiden.“

Berühmte Navy-Fahrzeuge, darunter die USS Constitution, die USS Constellation und die USS Yorktown jagten Sklavenschiffe, die Sklaven aus Afrika in diese Hemisphäre brachten und brachten sie auf. Die African Squadron der US Navy, die vor der „Sklavenküste“ segelte und bis nach Kuba patrouillierte, schaffte es mehr als hundert Sklavenschiffe aufzubringen.

Aber es war das britische Embargo der Dahomey und Druck auf Brasilien und Portugal, das sich bei der Beendigung des Sklavenhandels als besonders effektiv erwies. All diese toten weißen Männer beendeten den Sklavenhandel über das Wasser. Später kämpften die britischen Imperialisten dafür den Handel mit Sklaven über Land nach Ägypten und in den muslimischen Nahen Osten zu beenden. Sie waren erfolgreich, bis das Ende des Kolonialismus die alten und neuen Arten des Sklavenhandels wiederherstellte, was Frachtladungen an Menschen aus Afrika und Asien in den Nahen Osten brachte, in brutale islamische Tyranneien wie Qatar, wo sie sich zu Tode arbeiten müssen, ganz ähnlich wie vor den grauenhaften Tagen des europäischen Imperialismus.

Das sind Filme, die gemacht werden und Geschichten, die erzählt werden sollten, die von britischen weißen Männern handeln, die schon lange tot sind, die ihr Leben riskierten, um den von der heldenhaften afrikanisch-feministischen Kriegern der Dahomey praktizierten Sklavenhandel zu stoppen. Und diese Filme werden nie gemacht werden, weil sie nicht ins Narrativ passen, das vom 1619-Projekt und Ibram X. Kendi vorgegeben werden, nach dem Sklaverei ein europäisches Verbrechen an Afrika war statt ein islamisches und afrikanisches Stammesverbrechen, das von Europäern beendet wurde.

Insbesondere vom europäischen Imperialismus und Kolonialismus, den Linke so gerne hassen.

Das Ausmaß des afrikanischen Sklavenhandels war massiv. Er umfasste einen Großteil der Geschichte und der bekannten Welt. Es gab schon vor über tausend Jahren schwarze Sklaven in China. Der Nahe Osten ist übersät mit großen Bevölkerungen ehemaliger schwarzer Sklaven und in einigen Fällen aktueller Sklaven. Die amerikanische Rolle beim Sklavenhandel war sowohl im Umfang und Ausmaß relativ kurz. Er ist eine Sünder, aber er war gewiss nicht, wie Obama es formulierte, unsere Ursünde. Er war ein Verbrechen, das in Afrika begann.

Westler hatten die Sklaverei nicht erfunden, aber sie unternahmen mehr als alle anderen um ihr ein Ende zu setzen.

Das ist eine Wahrheit, die nicht erzählt werden darf. Und Hollywood macht lieber Filme, die Sklavenhändler feiern, solange es sich um schwarze Frauen handelt, statt tote weiße Männer, die für das Ende der Sklaverei kämpften.

Die 5 besten Momente Israels in der UNO

Chaim Lax, HonestReporting, 22. September 2022

Am Donnerstag sollte der israelische Premierminister Yair Lapid vor den versammelten Repräsentanten der Nationen der Welt auftreten und als Teil des Eröffnungstreffens der 77. Sitzung der UNO-Vollversammlung reden über Themen von entscheidender Wichtigkeit für den Jüdischen Staat reden.

Wenn Lapid ans Podium tritt, wird er sich einer Reihe langer und würdevoller Führungspolitiker und Repräsentanten anschließen, die vor der internationalen Gemeinschaft aufgetreten sind, um für Israel einzutreten sowie seine Bürger und ihr Recht auf Leben in Frieden und Sicherheit zu verteidigen.

Im Verlauf der letzten 75 Jahre sind eine Reihe mit Israel verbundene Momente in der UNO herausgestanden, sowohl wegen ihrer Wichtigkeit und ihres langfristigen Einflusses.

Die folgenden sind die fünf Top-Momente Israels bei den Vereinten Nationen (in chronologischer Reihenfolge):

1. Die Abstimmung zum Teilungsplan der UNO (1947)

Einer der wichtigsten Momente Israels in der UNO ereignete sich tatsächlich vor der Gründung des jüdischen Staates.

Im Februar 1947 kündigte die britische Regierung ihre Absicht an das britische Mandat für Palästina zu beenden, was die Frage der Zukunft des Landes an die UNO übergab.

Als Reaktion richtete die UNO das United Nations Special Committee on Palestine (UNSCOP – UNO-Sonderkomitee für Palästina) ein und beauftragte es damit eine Lösung für die Palästina-Frage zu finden.

Nach einem Treffen mit Repräsentanten der britischen Verwaltung, der jüdischen Gemeinschaft und der arabischen Gemeinschaft (trotz des offiziellen arabischen Boykottes des Komitees), empfahl die Mehrheit der UNSCOP-Mitglieder der UNO, dass das Land in einen jüdischen und einen arabischen Staat geteilt und Jerusalem zu einer internationalen Stadt werden sollte.

Obwohl der Vorschlag die Größe ihres Heimatlandes reduzierte, außerdem ihre heiligste Stadt unter internationale Verwaltung gebracht werden sollte, unterstützte die jüdische Gemeinschaft die Teilung in überwältigender Zahl. Die Mehrheit der arabischen Gemeinschaft lehnte sie ab.

Am 29. November 1947 wurde der Teilungsplan der UNO-Vollversammlung in ihrer Sitzung zur Abstimmung vorgelegt. Im verabschiedet zu werden, benötigte sie eine Zweidrittel-Mehrheit der Stimmen.

Nach zionistische Aktivisten im Vorlauf der Abstimmung unermüdlich Lobbyarbeit leisteten, wurde der Teilungsplan als Resolution 181 mit den Ja-Stimmen von 33 Ländern angenommen; 13 waren dagegen und 10 enthielten sich.

Obwohl der Teilungsplan nie umgesetzt wurde, betrachten ihn viele als das erste Mal, dass die internationale Gemeinschaft die Legitimität eines jüdischen Staates im Heimatland des jüdischen Volks akzeptierte.

2. Abba Ebans „historische“ Rede (1967)

Nach Israels mirakulösem Sieg über Ägypten, Syrien und Jordanien im Sechstage-Krieg hielt die UNO-Vollversammlung einen Dringlichkeitssitzung, um den Konflikt im Nahen Osten zu diskutieren. Angeführt von der Sowjetunion nutze eine Reihe von Ländern diese Sondersitzung dafür Israel wegen seines Verteidigungskriegs zu verurteilen und beschuldigten es sich kriegslüstern und Aggressiv zu verhalten.

Nach einer Rede des sowjetischen Premiers am 19. Juni 1967 trag Israels Botschafter bei der UNO, Abba Eban vor das Plenum, um auf die gegen den jüdischen Staat gerichteten Anschuldigungen zu antworten sowie Israels Handeln während des Krieges zu verteidigen.

Der für seine geschickte Redekunst und scharfen Witz bekannte Eban war bereit wegen der Rede gefeiert worden, die er am zweiten Tag des Krieges vor dem Sicherheitsrat hielt; diese war von einem Beobachter als „eine der größten diplomatischen Reden aller Zeiten“ beschrieben worden.

Am 19. Juni vertrat Eban einmal mehr Israels Fall vor der internationalen Gemeinschaft effektiv, indem er den kriegerischen Geist beschrieb, de Israels Feinde vor dem Krieg gepackt hatte, das Versagen der internationalen Gemeinschaft die Spannungen vor dem Krieg im nahen Osten und Jerusalems Hoffnung auf Ruhe und eine friedliche Zukunft zu reduzieren.

Abba Ebans wortgewandte Darstellung bei der Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung war so inspirierend, dass sie später als Audio-Aufzeichnung mit dem Titel Abba Eban: His Memorable, Historic Speech of June 19, 1967 (Abba Eban: Seine denkwürdige historische Rede vom 19. Juni 1967) veröffentlicht wurde.

3. Israel vs. Yassir Arafat bei der Vollversammlung (1974)

Am 13. November 1974 wurde Yassir Arafat, der damalige Vorsitzende der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) eingeladen im Plenum der Vollversammlung zu sprechen, womit er der erste seit 1965 wurde, der kein Repräsentant einer Regierung, der das machte.

Gekleidet mit einer traditionellen Keffiyeh auf dem Kopf und einem Pistolenholster an der Hüfte beinhaltete Arafats 90-minütige Rede Anprangerungen Israels, forderte eine Einstaatenlösung und behauptete, der Zionismus sei eine Art imperialer Kolonialismus.

Arafats Ansprache wurde oft vom Applaus der Repräsentanten des Sowjetblocks, ostasiatischer Staaten und afrikanischer Länder unterbrochen.

Das Vermächtnis dieser Rede ist gewesen, dass die UNO der PLO Nichtstaaten-Beobachterstatus verlieh sowie die Bedeutung, die Arafats Schlusssatz gegeben wurde: „Ich komme zu Ihnen mit einem Olivenzweig in einer Hand und der Waffe eines Freiheitskämpfers in der anderen. Lassen Sie den Olivenzweig nicht aus meiner Hand fallen.“

Für Israel war Arafats Einladung zu den Vereinten Nationen ein Schlag ins Gesicht, weil die PLO damals vom jüdischen Staat als Terrororganisation betrachtete; Grund waren die Anschläge der PLO auf israelische Zivilisten und Infrastruktur, darunter ein versuchter Bombenanschlag auf die nationale Wasserversorgung, grenzübergreifende Überfälle und die Ermordung von 21 Schulkindern ein Jahr zuvor.

In Reaktion auf Arafats Rede trat Israels Botschafter bei der UNO Yosef Tekoah ans Podium und bezeichnete die PLO als „Mörder“ und „Agenten des Todes“.

Gegenüber den Delegationen, die in der Vollversammlung repräsentiert wurden, sprach Tekoah sogar noch offener; er erklärte: „Die Mörder von Sportlern bei den Olympischen Spielen in München, die Schlächter von Kindern in Ma’alot, die Ermordung von Diplomaten in Khartoum gehören nicht in die internationale Gemeinschaft.“

4. Der israelische Botschafter Chaim Herzog zerreißt die UNGA-Resolution 3379 (1975)

Weniger als ein Jahr nach Arafats Rede vor der UNO stimmte die Vollversammlung für Resolution 3379, die den Zionismus mit Rassismus gleichsetzte. Die Resolution, die vom Sowjetblock, den arabischen Staaten und einige afrikanischen Staaten unterstützt wurde, wurde mit 72 Stimmen dafür, 35 dagegen und 32 Enthaltungen verabschiedet.

Während eine Reihe Länder sich gegen die Resolution und ihre antisemitische Prägung aussprachen, wurde eine der überzeugensten Reden von Israels Botschafter bei der UNO – und zukünftigem israelischen Präsidenten – gehalten: Chaim Herzog.

Herzog begann seine Antwort damit, dass er festhielt, dass die Abstimmung zur Delegitimierung des jüdischen Staates auf den Jahrestag der Kristallnacht fiel und  tauchte dann tief in die Geschichte des Judentums, des Zionismus und des Antisemitismus ein.

Herzog wies auch auf die Integration der Araber in die israelische Gesellschaft hin, womit er bewies, dass die Behauptungen Lügen und Unwahrheiten waren.

Der Höhepunkt seiner Rede kam am Ende, als Herzog den versammelten Nationen ankündigte: „Für uns, das jüdische Volk, entbehrt diese Resolution, die auf Hass, Fälschung und Arroganz gründet, jeglicher Moral oder juristischen Wertes. Für uns, das jüdische Volk, ist das nicht mehr als ein Stück Papier und wir werden damit wie mit einem solchen umgehen“ – und dann zerriss er den Text der Resolution in zwei Hälften.

Die Resolution wurde 1991, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, schließlich widerrufen.

Chaim Herzogs glühende Rede im Namen des jüdischen Volks inspiriert und ermutigt weiterhin bis heute Verteidiger Israels und der Menschenrechte. Am 40. Jahrestag der Abstimmung veranstalteten sowohl die Knesset als auch die UNO selbst (!) Feiern, die Herzogs bewegender Worte gedachten.

5. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu verwendet visuelle Hilfen, um vor dem Iran zu warnen (2009 bis 2018)

Als der am längsten dienende Premierminister Israels hatte Benjamin Netanyahu zahlreiche Gelegenheiten gehabt vor der UNO-Vollversammlung als Teil ihrer Eröffnungssitzung zu sprechen.

Ab 2009 nutzte Netanyahu das Podium der UNOGA, um die Welt vor der zunehmenden Bedrohung für Israel und die internationale Gemeinschaft durch den Iran zu warnen.

Ein Markenzeichen der Reden Netanyahus vor der UNO über den Iran bestand darin visuelle Hilfsmittel einzusetzen, um seine Punkte zu unterstreichen.

2009 hielt Netanyahu bei seiner Verurteilung des damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschads Holocaust-Leugnung vor den versammelten Nationen der Welt Originalkopien der Nazipläne für den Holocaust hoch und fragte rhetorisch: „Ist dieses Protokoll eine Lüge?“ Und: „Sind auch diese Pläne Lügen?“

2012 brachte Netanyahu eine Karikatur-artige Zeichnung einer Bombe mit und malte dann eine rote Linie darauf, die Israels „rote Linie“ für die Entwicklung von Atomwaffen durch die Islamische Republik symbolisierte.

2018 nutzte Netanyahu bei seiner Rede vor der Vollversammlung das Bild einer geheimen iranischen Atomanlage, eine Landkarte von Hisbollah-Standorten in Beirut und als Landkarte der Atomanlagen des Iran, um sein Argument über die Bedrohung durch die Islamische Republik und ihre regionalen Stellvertreter zu verdeutlichen.

Wenn auch ohne visuelle Hilfe, so nutzte Netanyahu bei seiner Rede 2015 dramatische Redekunst vor der Vollversammlung. Nachdem er die internationale Gemeinschaft wegen ihres „ohrenbetäubenden Schweigens“ angesichts der iranische Bedrohung Israels und des jüdischen Volks heftig tadelte, starrte Netanyahu die versammelten Delegierten 45 Sekunden lang schweigend an.

Arabische Internetseite: Die Chasaren haben den Zionismus angefangen

Elder of Ziyon, 22. September 2022

Die palästinensische Seite AIKhanadq hat eine bizarre Geschichte ausgegraben.

Einige zeitgenössische Autoren schreiben den „Zionismus“ dem Berg Zion in Jerusalem zu und dass er im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstand. Die Wahrheit deutet allerdings darauf hin, dass er ein Produkt des 12. Jahrhunderts n.Chr. war, weil bei den „chasarischen Juden“ auftauchte, einem Volk türkischer Herkunft. Ihr Einfluss reichte vom Schwarzen Meer im Westen bis zum Kaspischen Meer im Osten, das ihren Namen trug, das Kaspische Meer und vom Kaukasus im Süden bis zur Wolga im Norden. Im Jahr 740 n.Chr. nahmen der Chasarenkönig, sein Hof und sein Militär die jüdische Religion an und das Judentum wurde bei den Chasaren die offizielle Staatsreligion und es war etwas Einzigartiges bei den Heiden. Damit betrachteten die „Juden der Chasaren“ sich als „Gottes auserwähltes Volk“, das das „Rückkehrrecht“ ins „Verheißene Land“ Palästina habe.

Der Historiker Arthur Koestler sagte in seinem Buch „The Khazar Empire and Ist Legacy, the Thirteenth Tribe“ [Das Chasaren-Reich und sein Vermächtnis: der dreizehnte Stamm], dass es noch eine Kleinigkeit zum Thema der Chasaren gibt, etwas halb Mythisches, nahe an historischer Folklore, das bis heute überlebt. Im Chasaren-Land gab es eine messianische Bewegung und das war ein primitiver Versuch Palästina mit Waffengewalt zurückzuholen. Sie sagen: „Es ist die Zeit, in der Gott Sein Volk, das Volk Israel aus allen Ländern in der heiligen Stadt Jerusalem sammeln wird“, und sie führen an, dass „Salomo, der Son von Diji, Elias ist“ (einer der Propheten der Thora) und dass sein Sohn der erwartete Retter ist.

Es ist klar, dass diese Einladungen den jüdischen Gruppen m Nahen Osten galt und ihr Einfluss scheint schwach gewesen zu sein. Weil der nächste Schritt erst zwanzig Jahre später erfolgte, als der junge „Menachem“ sich „Daoud al-Ruy“ nannte und sich den Titel „Der Wartende Retter“ verlieh. Obwohl seine Bewegung im Chasaren-Land entstand, zog sie bald nach Kurdistan, wo der sogenannte „David“ mit Hilfe der Chasaren eine große bewaffnete Streitmacht sammelte, darunter lokale Juden, und sie übernahmen erfolgreich den befestigten Wald von Ahadi, nordöstlich von Mossul und vielleicht hoffe er seine Armee von dort nach Edessa zu führen, um mit Gewalt durch Syrien ins Heilige Land zu gelangen.

Der Autor behauptet, dass David Alroy, ein ziemlich berühmter falscher Messias, der erste war, der Juden zurück nach Israel führen wollte – und er war Chasare, nicht wirklich Jude. Daher hat der Zionismus selbst nichts mit dem Judentum zu tun uns ist nur eine falsche Bewegung, geschaffen von falschen Juden!

Ich habe manche Behauptung gesehen, dass Alroy Chasare war, aber ich habe keine Beweise dafür gesehen – er lebte Jahrhunderte nachdem das Chasaren-Königreich fiel und er lebte in Persien, nicht im früheren Chasaren-Land. Also scheint die gesamte Theorie bloße Erfindung.

Darüber hinaus geht die Geschichte falscher jüdischer Messiasse, die versuchen Juden zurück nach Israel zu führen, Alroy um Jahrhunderte voraus.  Wenn das Beweis für die Wurzeln des Zionismus als Bewegung der Rückkehr der Juden nach Israel ist, dann reicht der Zionismus  in die Tage von Bar Kochba zurück!

Lasst uns die Lügen in Abbas‘ UNO-Rede auflisten

Elder of Ziyon, 25. September 2022 (3 Teile, hier in einen zusammengetragen)

Wie er es jedes Jahr macht, hielt Mahmud Abbas vor der UNO eine israelfeindliche Rede. Und wie jedem anderen Wort im Protokoll war sie voller Lügen.

Hier sind einige davon, auf Grundlager des offiziellen Redetextes (manchmal improvisiert er etwas außerhalb des Textes, oft gibt er dabei noch mehr Antisemitismus preis…)

Ich spreche zu  Ihnen im Namen von mehr als 14 Millionen palästinensischen Menschen, deren Eltern und Großeltern vor 74 Jahren die Tragödie der „Nakba“ durchlebten und sie leben immer noch unter den Auswirkungen diese „Nakba“, die für die Menschheit eine Schande ist, besonders für die, die dieses abscheuliche Verbrechen ausheckten, planten und  ausführten.

Die „Nakba“ ereignete sich, weil Araber das Konzept eines jüdischen Staates innerhalb keiner Grenzen akzeptierten. Sie beschlossen zu kämpfen. Niemand „plante“ die Araber zu vertreiben. Es war ein Krieg, den die Araber anfingen, kein von den Juden begonnenes „abscheuliches Verbrechen“.

Beachten Sie, dass seine Definition von „Palästinenser“ jeder ist, der 1947/48 in Palästina lebte. Heißt: Jeder, der dort Jahrhunderte vorher lebte und wegging, ist kein Palästinenser. Abbas gibt zu, dass das Konzept des „palästinensischen Volks“ weniger als ein Jahrhundert alt ist.

Mehr als fünf Millionen Palästinenser haben seit 54 Jahren unter der israelischen Militärbesatzung gelitten.

In der Westbank und dem Gazastreifen gab es nach dem Sechstage-Krieg weniger als eine Million Araber.

Es ist klar geworden, meine Damen und Herren, dass Israel, das die Resolutionen internationaler Legitimität abstreitet, beschlossen hat nicht unser Partner im Friedensprozess zu sein. Israel ist derjenige, der die Oslo-Vereinbarungen zerstört hat, die es mit der palästinensischen Befreiungsorganisation unterzeichnete. Es ist derjenige, der mit seiner aktuellen Politik vorsätzlich geplant und beschlossen hat die Zweistaatenlösung zu vernichten, was schlüssig beweist, dass sie nicht an Frieden glauben, aber mit der Politik der Auferlegung einer vollendeten Tatsache roher Gewalt und Aggression verhängt und daher kein israelischer Partner ist, mit dem man redet.

Oslo starb in der zweiten Intifada, inszeniert von den Führern der PLO, die geschworen hatten allen Terror zu stoppen. Israel versuchte es Jahre lang danach weiter mit Frieden und die PLO – zuerst Arafat, dann Abbas – sagten weiter nein. Das ist historischer Revisionismus von Abbas.

Das beendet daher die vertragliche Beziehung zu uns und mat die Beziehung zwischen dem Staat Palästina und Israel zu einer Beziehung zwischen einem Besatzungsstaat und einem besetzten Volk und nichts anderes. Wir werden uns mit Israel nur noch auf dieser Grundlage beschäftigen und wir fordern von der internationalen Gemeinschaft mit ihm ebenfalls auf dieser Grundlage umzugehen. Das  ist Israels Alternative, nicht unsere.

Die palästinensische Autonomiebehörde, die Abbas einseitig zum „Staat Palästina“ erklärte, wurde von den Oslo-Vereinbarungen geschaffen. Wenn er sagt, diese hätten keine juristische Kraft, dann ist er der Präsident von – nichts.

Abbas will die Vorteile von Oslo haben, aber nicht die Verantwortung.

Israel führt eine verzweifelte Kampagne unser Land zu beschlagnahmen und seine kolonialen Siedlungen auszubreiten und unsere Ressourcen zu plündern, als sei dieses Land leer und hätte keine Eigentümer, genauso, wie es das 1948 machte.

Die Palästinenser habe das seit Jahrzehnten von sich gegeben. Trotzdem ist der Anteil des Landes, das Israel für Siedlungen legalisiert hat, praktisch dasselbe, das es vor 25 Jahren war.

Übrigens: 1948 betrug der Anteil des Landes, den Araber privat besaßen, rund 20%. Der Rest gehörte dem herrschenden Land.

(Teil 2: Elder of Ziyon, 25. September 2022)

Darüber hinaus ließ die israelische Regierung die Bildung rassistischer jüdischer Terrororganisationen zu, die Terrorismus gegen unser Volk ausüben und bot ihnen Schutz, während sie die Palästinenser angreifen und zu ihrer Vertreibung aus ihren Heimen auffordern. An der Spitze dieser Terrororganisationen stehen die Hilltop Youth [Hügelkuppen-Jugend], die Preisschild-Gruppen, Lahava und die Tempel-Getreuen und diese Terrororganisationen werden von Mitgliedern der israelischen Knesset geleitet und in diesem Kontext rufen wir die internationale Gemeinschaft auf diese Terrororganisationen auf die Liste des Welt-Terrorismus zu sezten.

Haben diese Gruppen Bomben gegen arabische Busse gelegt oder ihre Mitglieder ermutigt Araber zu töten? Davon weiß ich nichts. Allerdings haben einige von ihnen illegale Dinge getan und sie wurden von der israelischen Polizei verhaftet. Zu behaupten, Israel würde sie unterstützen, ist als eine weitere Lüge.

Abbas versucht zu sagen, dass Israel all dessen schuldig ist, dessen er selbst schuldig ist. Immerhin sind die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden Teil seiner Fatah-Organisation und beansprucht  den Verdienst für Terroranschläge.

Israel hat uns angesichts einer fieberhaften Siedlungsattacke vom Land nichts übrig gelassen, um unseren unabhängigen Staat zu gründen, wo also soll unser Volk in Freiheit und Würde leben? Wo werden wir unsere unabhängigen Staat gründen, um in Frieden mit unseren Nachbarn zu leben?

Die Situation mit dem Land ist praktisch dieselbe wie während des Oslo-Prozesses.

Israel verhängt gefälschte Bildungs-Lehrpläne in unseren Schulen im besetzten Jerusalem, was das Völkerrecht verletzt und stört die Präsidentschafts- und Legislativwahlen in Palästina, indem es palästinensische Bürger Jerusalems daran hindert an ihnen teilzunehmen, wie es bei den bisherigen Wahlen (1996, 2005, 2006) der Fall war und verfügt rassistische Gesetze, womit es ein System von Rassendiskriminierung verewigt, eine Apartheid gegen unser Volk vor der internationalen Gemeinschaft und umgeht Rechenschaft und Strafe, warum also Israel nicht zur Verantwortung ziehen, weil es Völkerrecht verletzt?

Hier ist ein ganzer Batzen an Lügen.

Israel ermutigt arabische Schulen in Jerusalem den israelischen Lehrplan zu verwenden, es erzwingt nichts.

Der Lehrplan ist exakt und die Kritik der Palästinenser daran ist grotesk.

Israel hält Araber in Jerusalem nicht davon ab an Wahlen teilzunehmen; sie brauchen nur ein paar Minuten zu fahren, um zu einem Wahllokal zu kommen – oder sei können in Poststellen abstimmen. Abbas ist derjenige, der Israel als Ausrede benutzt hat keine Wahlen durchzuführen.

Israel hat keine rassistischen Gesetze. Die Listen der israelfeindlichen Gruppen sind nicht diskriminierend.

Israel verewigt kein System der Rassendiskriminierung. Es behandelt arabische und jüdische Bürger gleich und es behandelt Nichtbürger anders als Bürger, so wie jedes andere Land es auch tut.

Israel praktiziert keine Apartheid und das zu behaupten ist schlicht eine antisemitische Verleumdung.

Israel hat die wiederholte Verletzung unseres Landes und die aktuelle Schließung des Sitzes von sechs palästinensischen Menschenrechtsorganisationen, die in palästinensischem Territorium agieren, im Rahmen des palästinensischen und des Völkerrechts, nachdem es sie in der Vergangenheit beschuldigt hatte Terrororganisationen zu sein, während die ganze Welt diese Anschuldigung ablehnte und verurteilt, nachdem bestätigt wurde, dass sie haltlos war.

Die Verbindungen zwischen diesen Gruppen und Terrororganisationen, besonders der PFLP, stehen außer Frage.

(Teil 3: Elder of Ziyon, 25. September 2022)

Seit seiner Gründung hat Israel brutale Verbrechen an unserem Volk begangen, als es während und nach dem Krieg 1948 529 palästinensische Dörfer zerstörte, ihre Einwohner daraus vertrieb und 950.000 Palästinenser, mehr als die Hälfte davon damals Palästinenser, aus ihren Heimen vertrieb, wie die Aufzeichnungen der United Nations Works and Relief Agency (UNRWA) festhalten. Und seit 1948 bis heute mehr als 50 Massaker begingen, die das Leben zehntausender Kinder, Frauen und Alten und unschuldigen Leuten forderten und jeder erinnert sich an das Massaker an den Kindern im Krieg geben den Gazastreifen im letzten Jahr, bei dem 67 Kinder getötet wurden.

Jede einzelne dieser Zahlen ist eine Lüge.

Einige der angeblich in der Datenbank aufgeführten Dörfer hatten 1948 Null Bevölkerung – und Null Gebiet – schafften es aber irgendwie auf magische Weise „Flüchtlings“-Nachkommen zu haben!

Die meisten Historiker (Morris, Khalidi) schätzen weit weniger entvölkerte Dörfer und Gemeinden.

Die meisten palästinensischen Araber wurden 1948 nicht vertrieben, sondern gingen von sich aus, weil sie Angst hatten.

UNRWA behauptet keinen 950.000 Flüchtlinge – sie sagte, es waren 725.000. Und selbst das ist eine Übertreibung.

50 Massaker durch Israel? Nur 15 sind für Wikipedia erwähnenswert, wo jeder alles einstellen kann.

Zehntausende Kinder, Frauen, Alte und unschuldige Palästinenser, die von Israel getötet wurden? Das ist absurd. Können hier Sie selbst nachrechnen.

Selbst die Behauptung von 67 im Gazastreifen 2021 getöteten Kindern ist eine Lüge (die UNO gibt weniger an), aber fast alle wurden getötet, als Israel legitime Kriegsziele beschoss.

Wir akzeptieren nicht, dass wir die einzige Seite bleiben, die sich an die Vereinbarungen hält, die wir 1993 mit Israel unterzeichnet haben, Vereinbarungen, die vor Ort nicht länger existent sind, weil Israel sie ständig verletzt.

Die Palästinenser halten sich nicht einmal an die grundlegendsten Teile des Oslo-Prozesses, angefangen mit den ersten Brief von 1993, den Arafat unterschrieb und in dem er behauptete alle Unterstützung des Terrors zu beenden. Ich habe vor kurzem viele Verstöße der Palästinenser gegen die Oslo-Vereinbarungen aufgeführt. Die palästinensische Liste israelischer Verstöße habe ich nicht gesehen, also kann nicht leicht zeigen, dass das eine wahrscheinliche Lüge ist.

Daher lege ich heute dieser UNO-Organisation, dem Anspruch der internationalen Legitimität in dieser Welt, ein formelles Ersuchen vor die Resolution 181 der Vollversammlung umzusetzen, die 1947 die Grundlage für die Zweistaatenlösung legte, ebenso Resolution 194, die das Rückkehrrecht der Palästina-Flüchtlinge fordert.

Die gesamte arabische Welt lehnte beide Resolutionen einstimmig ab. Israel akzeptierte sie (194 mit  Vorbehalten, welche Flüchtlinge genau zurückkehren konnten). Heute sagt Abbas, er will sie umsetzen, sieben Jahrzehnte später?

Das ist ein Witz.

UNGA 194 forderte kein „Rückkehrrecht“. Sie verwendete diesen Rechte-Sprachgebrauch ausdrücklich nicht. Israel gestattete vielen zurückzukehren und bot vielen weiteren an das zu tun – und das wurde abgelehnt.

Das „Rückkehrrecht“ ist ein Märchen, das dazu dienen soll den jüdischen Staat zu vernichten. Und das ist genau das, was Abbas heute fordert. Ist es nicht seltsam, dass ein angeblicher nationaler Führer fordert, dass sein Volk zu seinem Feind geht, den er als Apartheidstaat betrachtet? Entweder, er weiß, dass die Apartheid-Verleumdung eine Lüge ist, oder ihm ist das Wohlergehen seiner eigenen Leute egal.

Vielleicht muss ich daran erinnern, dass Israels Verpflichtung diese zwei Resolutionen umzusetzen eine Bedingung der Annahme seiner Mitgliedschaft in Ihrer geschätzten internationalen Organisation war.

Das ist nur eine weitere palästinensische Lüge. Es gibt keine Bedingungen stellende Formulierungen in der Resolution, die Israel als UNO-Mitgliedstaat akzeptiert.

Aller Ruhm den rechtschaffenen Märtyrern des palästinensischen Volks, die den Welt der Freiheit und Unabhängigkeit mit ihrem reinen Blut erleuchteten.

Anders als der Rest seiner Rede ist das keine Lüge.

Diese Äußerung und sein folgender Sprachgebrauch, mit dem er Häftlinge ehrte, ist ausdrückliche Unterstützung von Terrorismus und Terroristen.

Und niemand bei der UNO oder in den Medien prangert ihn dafür an.

Als Personal von Alitalia Juden vor einem Pogrom rettete

Als in Libyen zu Beginn des Sechstage-Kriegs Krawalle ausbrachen, kam unerwartete Rettung

Yossi Melman, Ha’aretz, 6. Juni 2022

Ein Kämpfe gegen Gaddafi schaut sich die Dar Bischi-Synagoge in Tripolis an, 2011 (Foto: Reuters / Suhaib Salem)

Rom – Rund zwei Dutzend Männer und Frauen in ihren Siebzigern und Achtzigern, alle voller Emotionen, stiegen nacheinander die  Bühne hinauf. Einige hatte Probleme mit dem Gehen und ihnen wurde von jungen Familienmitgliedern geholfen. Es handelte sich um Mitarbeiter der Alitalia, die einst im Büro der Fluggesellschaft in Tripolis in Libyen arbeiteten, samt ihren Familien.

Bei der Feier, die von der Vereinigung Libyscher Juden in Italien gefördert wurde und im Mai in einem Hotel in Roms Villa-Borghese-Park stattfand, erhielten alle Urkunden der Anerkennung dafür, dass sie während des Pogroms und der Krawalle in Libyen während des Sechstage-Kriegs vor 55 Jahren 2.500 gefährdete Juden retteten.

Die meisten der Geehrten hatten nie jemandem etwas von den Ereignissen erzählt, nicht einmal der engsten Familie, die jetzt bei der Feier zum ersten Mal von ihren anteilnehmenden und mutigen Taten hörten, mit denen sie ihr eigenes Leben riskierten.

Eine Straße in der Altstadt von Tripolis, Libyen 1949. Rechts ist eine jüdische Frau, die ein Barakanas und ein Taschentuck um den Kopf trägt. (Foto: Freer / AP)

„Wir taten, was getan werden musste. Wir glaubten damals nicht und wir glauben heute nicht, dass wir Helden sind. Es war für uns alle eine offensichtliche humanitäre Tat“, sagte Umberto Vaccarini, nachdem er die Bühne verließ, in der Hand die Anerkennungs-Urkunde mit seinem Namen.

Der heute über 80-jährige Vaccarini war damals stellvertretender Manager des Alitalia-Büros in Tripolis. Jeder einzelne der jetzt nicht mehr anonymen Alitalia-Helden erhielt eine Urkunde mit seinem oder ihrem Namen und dne Worten „mit besonderer Wertschätzung“.

Die Urkunden wurden von Dr. Sileno Candelaresi überreicht, dem Präsidenten der Stiftung Goldener Löwe von Venedig, die auch die Preise beim renommierten Filmfestival der Stadt verleiht.

Dr. Sileno Candelaresi, Präsident der Stiftung Goldener Löwe (2. v.l.) neben Walter Arbib und Umberto Vaccarini bei der Feier zur Ehrung des Alitalia-Personals, das Juden half im Juni 1967 aus Libyen herauszukommen. (Foto: Yossi Melman)

Jahrelanger Kampf

Die ersten Juden kamen nachweislich vor rund 2.800 Jahren nach Libyen und ließen sich an der Mittelmeerküste nieder. Im Lauf der Jahre fanden weiter Juden ihren Weg dorthin, als die Region nacheinander von den Römern, den Byzantinern, den Spaniern, den Arabern, den Türken und die Italienern erobert wurde. Jeder Eroberung hinterließ ihr Zeichen bei der örtlichen jüdischen Gemeinschaft – aber der größte Eindruck wurde von der italienischen Besatzung hinterlassen, die 1911 begann.

Unter italienischer Herrschaft  erweiterte die jüdische Gemeinschaft sich und blühte auf; viele Juden wurden wohlhabende Grundbesitzer. Jedenfalls bis 1936.

Die Urkunde mit der Anerkennung des Muts des Alitalia-Mitarbeiters Umberto Vaccarini. (Foto: Yossi Melman)

Unter Benito Mussolini erließ das damals faschistische Italien die Rassengesetze, die Juden verbot Universitäten zu besuchen, Arbeitsplätze bei der Regierung zu haben und bei Ausschreibungen Gebote abzugeben; Juden, die ausländische Staatsbürgerschaft hatten, was bei vielen der Fall war, wurde verboten das Land zu verlassen.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs verschlimmerte ihre Lage sich und die libyschen Juden lebten in sehr harten Umständen. Juden, die die Staatsbürgerschaft alliierter Länder hatten, wurden ausgewiesen und andere wurden in Internierungslager, Arbeitslager und Konzentrationslager gesteckt. Rund 500 starben im Lager Giado (alias Jado) im westlichen Libyen und hunderte weitere wurden nach Italien geschickt und von dort in die Konzentrationslager Bergen-Belsen in Deutschland und Reichenau in Österreich deportiert.

Erst im Oktober 2010, nach einem Jahre dauernden Kampf, stimmte die israelische Regierung endlich zu Holocaust-Überlebenden aus Libyen Entschädigungen im Rahmen der Beihilfefähigkeits-Kriterien gemäß des Gesetzes für die Opfer von Nazi-Verfolgung von 1957 zu gewähren.

Ein Alitalia-Flugzeug rollte auf dem internationalen Flughafen von Rom. Die nationale Fluggesellschaft Italiens spielte eine nicht bekannt gemachte Rolle bei der Rettung vieler 1967 in Libyen festsitzender Juden. (Foto: Alessia Pierdomenico / Bloomberg)

Im Dezember 1942 befreiten die Briten und Alliierten Libyen und Tunesien von der deutsch-italienischen Besatzung und das Leben der Juden war schienbar wieder in geordneten Bahnen. Aber nicht lange. 1951 wurde Libyen unabhängig und wurde zu einer konstitutionellen und vererblichen Monarchie erklärt. Noch davor, besonders nach Beginn des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948/49, hatten die Beziehungen zwischen Juden und den libyschen Behörden allerdings eine Wende zum Schlimmeren genommen und von Zeit zu Zeit gab es Krawalle und Ausbrüche von Gewalt gegen Juden.

Libyen wurde für Juden allmählich zu einem gefährlichen Ort. Rudn 38.000 Juden wohnte 1948 in Libyen, aber sieben Jahre später waren nur 7.000 übrig. Die meisten derer, die weggingen, waren nach Israel ausgewandert, während eine Minderheit nach Italien zog. Die Juden, die in Libyen blieben, wurden von den Regierungen von König Idris regelmäßig schweren Schikanen ausgesetzt.

Am 5. Juni 1967, dem Tag des Ausbruchs des Sechstage-Kriegs, versammelten sich hunderte Araber auf den Straßen von Tripolis und setzten jüdische Geschäfte und Wohnhäuser in Brand.

Zivile Gefangene mit erhobenen Armen, als die israelische Armee im Juni 1967 die Altstadt von Jerusalem betrat. (Foto: Fondation Gilles CARON/Gamma-Rapho via Getty Images)

Die Polizei war nicht in der Lage die Mobs zu kontrollieren und der Ausnahmezustand wurde ausgerufen. Es war nicht ungewöhnlich festzustellen, dass Polizisten mit den Randalierern kollaborierten oder nicht eingriffen, um sie vom Wüten abzuhalten. An diesem Tag wurden 60 Prozent der privaten und öffentlichen Aktiva abzuhalten. Die Synagoge Bet El und ihre 10 prachtvollen, mit Silber und Elfenbein dekorierten Thora-Rollen wurden zusammen mit hunderten religiöser Bücher und Judaica am Tag der Krawalle komplett zerstört.

Während des Pogroms, das mehrere Tage anhielt, wurden mindestens zehn Juden getötet und Dutzende weitere verletzt. Aus Angst um ihr Leben versteckten sich die Juden ihren Häusern. Sie wagten sich nicht herauszukommen und ihre Vorräte schwanden stetig dahin.

Juden mit ausländischer Staatsbürgerschaft flehten die Botschaften und Konsulate dieser Länder um Hilfe an, aber diese konnten nicht viel tun. Und dann, auf der Höhe des Terrors, kam die Rettung aus einer unerwarteten Quelle. Sein Name war Renato Tarantino – ein nichtjüdischer Italiener, der das Alitalia-Büro in Tripolis leitete und echten Adel und Mitgefühl an den Tag legte, als er wah, was in der Stadt geschah.

Überlebende Mitglieder der Familie Tarantino nehmen für Renato Tarantino die Urkunde im Empfang; er leitete in den 1960-er Jahren das Alitalia-Büro in Tripolis (Libyen). (Foto: Yossi Melman)

Vor Hass schäumend

Tarantino und sein Stellvertreter, Vaccarini, machten sich sofort daran so viele Juden wie möglich zu retten, zusammen mit anderen Alitalia-Mitarbeitern, die beeindruckende Kreativität zeigten. Unter Verwendung ihres Status und ihrer Verbindungen im Land führten sie eine Reihe Listen, direkt unter der Nase der libyschen Behörden.

Sie retteten verzweifelte Juden, die es irgendwie in der Hoffnung zum Flughafen geschafft hatten ein Flugticket zu kaufen, nur um festzustellen, dass sie von libyschen Gepäckträgern umgeben waren, die vor Hass schäumten und sie verfluchten und anspuckten. Die Alitalia-Mitarbeiter schirmten die Juden körperlich ab, schlugen die Randalierer zurück und setzten die Juden in ihre Autos und fuhren sie in Sicherheit.

Bei anderen Gelegenheiten setzten sie die Juden in die erste Reihe. „Wir erfanden Ausreden, um Passagiere von Flügen zu nehmen und wir setzten die Juden an Bord, weil wir wussten, dass ihr Leben wirklich in Gefahr war“, sagte Vaccarini.

Im Inneren der Synagoge Dar al-Bischi in der ummauerten Altstadt von Tripolis in Libyen (Foto. Diaa Hadid / AP)

Er schätzte, dass die Alitalia-Mitarbeiter in diesen dramatischen Tagen rund 2.500 Juden retteten, indem sie sie nach Rom flogen.

Eine weitere List der Alitalia-Mitarbeiter ermöglichte es Juden einiges von ihrem Eigentum aus Libyen hinauszuschmuggeln. Einer dieser Juden war Victor Magiar, der heute in Rom lebt. „Die Leute von Alitalia ermöglichten es mir und meiner Familie Dutzende Tickets zu den am weitesten entfernten Zielen zu kaufen, die man sich vorstellen kann: New York, Rio de Janeiro, Miami. Als wir sicher in Rom landeten, nehm die Firma die Tickets schnell zurück und erstattete großzügig das Geld“, erinnerte er sich bei der Feier.

Ein anderes Mal beschloss das Personal, als ein Flugzeug sich auf den Start vorbereitete, zögerten sie das hinaus. Dann öffneten sie die Tür des Frachtraums, entfernten eine Menge Gepäck und brachen jüdische Passagiere an Bord, die keinen Sitz für den Flug bekommen hatten bekommen können.

„Wir sind wegen Ihres Vaters hier“, sagte Magiar der Frau, Tochter und den Enkeln des verstorbenen Renato Tarantino. „Wir werden das nie vergessen.“

Zur Vervollständigung: Der Abend wurde vom libysch-italienisch-israelisch-kanadischen Geschäftsmann und Philantropen Walter Arbib organisiert. Sein Familienheim wurde bei dem Pogrom niedergebrannt und er und seine Mutter Yolanda wurden Dank Tarantino gerettet.