Was versteckt sich hinter den Angriffen auf die Beschneidung?

24. Oktober 2013 um 12:39 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa, Gesellschaftspolitik | 19 Kommentare
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Das Judentum gegen Angriffe auf jüdische Rituale zu verteidigen wird allmählich selbst zu einem Ritual. Eine gerade erfolgte Empfehlung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE) die Beschneidung zu verbieten, hat Israel und das europäische Judentum einmal mehr in die Defensive gebracht. Der Knesset-Ausschuss für Aliyah kam zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, an der auch israelische und internationale jüdische Organisationen teilnahmen; Thema war, wie dieser Beschluss annulliert werden kann.1

Das Schema dieser defensiven Reaktionen wurde letztes Jahr festgelegt, nachdem ein deutsches Gericht in Köln entschied, Beschneidung sei in seinem Zuständigkeitsbereich illegal. Derselbe Knesset-Ausschuss hielt damals, im Juli 2012 eine Dringlichkeitssitzung ab. Danach wurden von Israel und jüdischen Organisationen große Anstrengungen unternommen die Entscheidung zu bekämpfen.2 Im Dezember wurde in Deutschland ein Gesetz verabschiedet, mit dem die Beschneidung legal bleiben sollte.3 Davor wurde bereits von jüdischen Organisationen weltweit ein ähnlicher Kampf gegen ein Gesetz in den Niederlanden geführt, das sich gegen die rituelle Schlachtung, das Schächten richtete. Das vorgelegte Gesetz wurde der Zweiten Kammer verabschiedet, die Erste Kammer passierte es aber im Juni 2012 nicht.4

Angriffe auf jüdische Rituale in Europa werden sich in der Zukunft wahrscheinlich wiederholen. Israel und die Juden werden davon regelmäßig überrascht. Die Menschen fragen: „Warum wussten wir das vorher nicht?“ oder „Warum unternahmen wir nicht unser Möglichstes, um das zu verhindern, statt dann darauf zu reagieren?“ Die Antwort im derzeitigen Fall ist: Das Thema war nicht auf der Agenda, aber ein Antrag wurde von der deutschen SPD-Abgeordneten Marlene Rupprecht im letzten Moment in eine Debatte zum Kinderschutz eingebracht.

Es wurde wieder gefragt, was die Knesset, das israelische Außenministerium und die Oberrabbiner sowie die jüdischen Organisationen im Ausland, einschließlich den USA, tun können. Eine weitere Frage ist, ob der Angriff auf Grundlage der freien Religionsausübung bekämpft werden sollte. Oder sollten andere Überlegungen eingebracht werden? Im Fall der Beschneidung gibt es eine Vielzahl von Berichten über die gesundheitlichen Vorteile der männlichen Zirkumzision.5 Dies könnte in Diskussionen ein gutes Argument sein, doch es lenkt von der Wahrheit ab. Juden führen die männliche Beschneidung durch, weil sie eines der Grundgebote der jüdischen Religion und ein Zeichen der Dazugehörigkeit ist, nicht aus gesundheitlichen Überlegungen.

Ein weiterer, wiederkehrender Aspekt der Reaktionen auf die Angriffe auf Rituale ist die Frage, mit wem die Juden zusammenarbeiten sollen. Muslime sind von Versuchen das rituelle Schlachten und die Beschneidung zu verbieten ebenfalls betroffen. Zusammenarbeit mit ihnen hat politische Fragen zur Folge. Während Israel beim Europarat Beobachter ist, ist die Türkei Mitglied. Würde Letztere angesichts der gespannten Verhältnisse der beiden wollen, dass mögliche Zusammenarbeit offengelegt wird? Darüber hinaus gibt es viel mehr Muslime in Europa als Juden. Ihr Gewicht bei Wahlen ist in den meisten Ländern weit stärker. Es gibt jedoch bezüglich Zeitpunkt und Durchführung grundlegende Differenzen. Juden beschneiden am achten Tag, Muslime können das bis zur Pubertät tun. Während jüdische Beschneider dafür ausgebildet sind, ist das bei Muslimen nicht immer der Fall und sie lassen die Operation oft von Ärzten vornehmen.

Derzeitige Bemühungen könnten einen Weg finden den Beschluss der PACE dadurch schadlos zu machen, dass Nachbesserungen eingeführt werden. Dieselbe Bedrohung wird aber wahrscheinlich auch in anderen Ländern auftreten. In Norwegen z.B. wirbt die oppositionelle Zentrumspartei für das Verbot der Beschneidung. Die Wahren Finnen, drittgrößte Partei in Finnland und dort in der Opposition, unterstützt ebenfalls das Verbot der Beschneidung.

Über den Kampf für den Schutz jüdischer Rituale hinaus gibt es eine zweite Dimension, die Fragen einer anderen Art aufwirft. Waren alle Unterstützer des Antibeschneidungsantrags im PACE rein vom Kindeswohl motiviert? War das, was geschah, lediglich ein Zusammenprall zweier universaler demokratischer Werte – von denen der andere die freie Religionsausübung ist? Man sollte nicht naiv sein. Es gibt einen wichtigen, andauernden Kampf gegen Religion, da Europa sich in Richtung Säkularisierung bewegt. Es gibt auch in einigen politischen Kreisen einen starken Wunsch, den Muslimen das Leben unbequem zu machen. Probleme für durch diese antimuslimischen Handlungen betroffene Juden werden oft als Kollateralschäden betrachtet. Das bedeutet aber, dass bei diesen Angriffen auf die Beschneidung Antisemitismus eine Rolle spielt.

Die Juden und Israel sollten auch eine dritte wichtige Dimension des Themas in ihre Überlegungen einbeziehen. Antisemitismus in seiner antiisraelischen Form hat in Europa große Höhen erreicht. Mindestens 150 Millionen der 400 Millionen Europäer ab 16 Jahren aufwärts glauben, dass Israel einen völkermörderischen Krieg gegen die Palästinenser führt oder sich ihnen gegenüber verhält wie die Nazis gegenüber den Juden. Solch extrem falsche Ansichten zu anderen zu haben ist ein Anzeichen einer weit verbreiten, kriminellen Einstellung unter den Europäern.

In diesem Zusammenhang kommen Verbindungen zwischen Angriffen auf jüdische Rituale und verschiedene antiisraelische Maßnahmen auf. Die Europäische Union betreibt eine starke Verzerrung des internationalen Rechts gegen Israel. Dazu gehört die vorgeschlagene diskriminierende Gesetzgebung zu israelische Siedlungen. Das wurde in einem jüngst an Catherine Ashton, die Hohe Vertreterin der EU für Außenpolitik geschickten Brief offengelegt, den mehr als tausend Juristen aus vielen Ländern unterschrieben. Da das Klima des Hasses in Europa inzwischen weit verbreitet ist, sind antijüdische und antiisraelische Gesetze vielerorts viel leichter durchzusetzen. Angriffe auf jüdische Rituale zu bekämpfen, ohne dem Grundproblem direkt die Stirn zu bieten ist für die israelische Regierung eine höchst unangebrachte Politik.

1 http://www.jpost.com/Diplomacy-and-Politics/Circumcision-ceremonies-should-be-held-at-Israeli-embassies-in-Europe-328699
2 http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-News/Berlin-to-introduce-law-to-allow-circumcision
3 http://www.dw.de/circumcision-remains-legal-in-germany/a-16399336
4 http://www.volkskrant.nl/vk/nl/2686/Binnenland/article/detail/3273615/2012/06/19/Senaat-verwerpt-verbod-rituele-slacht.dhtml
5 http://online.wsj.com/news/articles/SB10001424127887324798904578531063301112102

Abschaffung der christlichen Wertekultur

24. Oktober 2013 um 8:15 | Veröffentlicht in Deutschland, Gesellschaftspolitik | 22 Kommentare
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Ulrich Sahm, 23. Oktober 2013 (direkt vom Autor)

Weihnachtliche Kinderbilder, aber bitte ohne „Christliches“.

Eine große Stadt in Deutschland hat dieser Tage Pflegeltern offiziell aufgefordert, „weltanschaulich neutrale“ Weihnachts- Kinderbilder für eine öffentliche Präsentation beizusteuern. Gleiche Regeln gelten auch in Schweizer Schulen, wie der Tagesanzeiger schon 2009 berichtete.

An dem Treffen teilnehmende Pflegeeltern rätselten, wie dieser „kultursensible“ Auftrag ausgeführt werden könne. Das Jesuskind in der Krippe, Maria und Josef, der Weihnachtsstern von Bethlehem und sogar eine Kerze seien nicht akzeptabel, weil deutlich christliche Symbole. Die Idee der Darstellung eines jüdischen Hanukka-Leuchters, dessen 8 Kerzen in der Weihnachtszeit im Rahmen des jüdischen Lichterfestes angezündet werden, wurde auch verworfen, weil ebenfalls weltanschaulich nicht neutral. Ein Teilnehmer kam schließlich auf die Idee, die Kinder einen Coca Cola Lastwagen malen zu lassen. Schließlich war die Farbe des Weihnachtsmann-Mantels ursprünglich und bis heute ein Markenzeichen des amerikanischen Getränkeherstellers.

Die Idee, schon Kinder im Rahmen der öffentliche Bildung „weltanschaulich neutral“ zu erziehen und ein eindeutig religiöses Fest auf Bildern, aber ohne seine Symbole darzustellen, ist recht originell, offenbar aus Rücksicht auf muslimische Kinder.

Eine Tagesmutter erzählt: „Jeden Donnerstag singe ich mit einer Kita-Gruppe. 20 Kinder aus 9 Nationen. Freche Lieder- ernste Lieder, deutsch, englisch, französisch, senegalesisch- was halt gerade passt und Spaß macht. Nun will die Kita Martini vorbereiten. Ich sortiere also meine Liederschätze für Herbst und Winter und erfahre: Nichts Religiöses… bitte ausschließlich Laternenlieder und für den Advent bitte ohne Jesus, Maria und Josef. In der nächsten Singstunde zeigt mir ein kleines chinesisches Mädchen, dass es auch anders geht. Es sagt, dass es ein Lied kenne, was wir noch nicht gesungen hätten…und fängt ganz leise an: “Weist du wie viel Sternlein stehen…” in dem Moment ist mir alles egal- ich pfeif auf Political Correctness und singe mit dem Kind zusammen weiter: ” Gott der Herr hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet…” Die Anderen hören zu… Die Kindergärtnerin fragt leise: “Hast du das von deiner Mutter?” – „Nein“ antwortet die Kleine, „meine Mutter kann doch kein Deutsch…“

Der Tagesanzeiger veröffentlichte Beispiele für Lieder, die von Jesus handeln und deshalb die religiöse Freiheit nicht-christlicher Kinder tangieren könnten:

- Alle Jahre wieder
- Der Heiland ist geboren
- Es ist ein Ros entsprungen
- Ihr Kinderlein kommet
- O du selige Nacht
- Stille Nacht, heilige Nacht

Weniger unumstritten sind Lieder ohne Jesus, beispielsweise „O Tannenbaum“.

Die Regeln sind in der Neufassung des Schulgesetzes von Bremen vom 28. Juni 2005 im Paragrafen 59b Abs. 4 festgeschrieben. Da steht: „Die öffentlichen Schulen haben religiöse und weltanschauliche Neutralität zu wahren. Dieser Verpflichtung muss das Verhalten der Lehr- und Betreuungskräfte in der Schule gerecht werden. Die Lehrkräfte und das betreuende Personal müssen in jedem Fach auf die religiösen und weltanschaulichen Empfindungen aller Schülerinnen und Schüler sowie auf das Recht der Erziehungsberechtigten Rücksicht nehmen, ihren Kindern in Glaubens- und Weltanschauungsfragen Überzeugungen zu vermitteln. Diese Pflichten der Lehrkräfte und des betreuenden Personals erstrecken sich auf die Art und Weise einer Kundgabe des eigenen Bekenntnisses. Auch das äußere Erscheinungsbild der Lehrkräfte und des betreuenden Personals darf in der Schule nicht dazu geeignet sein, die religiösen und weltanschaulichen Empfindungen der Schülerinnen und Schüler und der Erziehungsberechtigten zu stören oder Spannungen, die den Schulfrieden durch Verletzung der religiösen und weltanschaulichen Neutralität gefährden, in die Schule zu tragen.“

Es bleibt ein Trost: Wenn irgendwann kein deutsches Kind mehr christliche Lieder singen kann und niemand mehr weiß, warum wir Weihnachten feiern, können wir ja immer noch die Chinesen fragen.

(c) Ulrich W. Sahm

Bist du für freie Meinungsäußerung um jeden Preis?

20. September 2012 um 19:20 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, die Welt+Islam, Gesellschaftspolitik | 1 Kommentar
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An einige Freunde und Kollegen hatte ich diese Satire verschickt:

Erschöpfte Islamisten bitten darum, Propheten nicht so oft hintereinander zu schmähen

Daraufhin erhielt ich von einer Kollegin folgende Antwort:

Bin ein Freund von Kabarett und Satire.

Bei Witzchen bzgl. Glaubensfragen finde ich jedoch, ist eine vorsichtige Haltung eher angebracht.
Gerade bei der Veröffentlichung eines solchen Schmähfilmes, von dem man gehört hat, dass er ziemlich geschmacklos sein soll, ist Vorsicht geboten.
M.E. können da Aktionen ins Rollen gebracht werden, die hinterher kaum zu stoppen sind und das nur, weil eine Handvoll Blödmänner mal kurz etwas “Spaß” haben und provozieren wollte.
Heißes Eisen das ganze…

Was denkst du? Bist du für freie Meinungsäußerung um jeden Preis ?

Meine Antwort:

Liebe XXX,

ich habe die Schnauze voll von dem Herumgeeiere um Kritik am Islam.
Keine andere Religion agiert derart mörderisch und will derart Sonderprivilegien haben wie die islamischen Extremisten (und leider oft nicht nur die Extremisten).

Das Problem ist nicht der Film, so beschissen oder unmögilch er auch sein mag. Darum geht es nicht. Seine Qualität hat nichts mit den Morden und Anschlägen zu tun. Es ist egal, wie gut oder schlecht der Film ist – da wird ein Grund gesucht, um den Westen anzugreifen, die Freiheit des Westens anzugreifen und einzuschränken und ist alles recht. Uns soll aufgezwungen werden, was diese Leute unter islamischem Recht verstehen: Unterwerfung aller unter die Scharia. Die hätten genauso randaliert und gehetzt und Mord gefordert, wenn es ein qualitativ guter Film gewesen wäre.
Es geht nicht um den Film. Es geht um die Aktionen der gewalttätigen Muslime, die das zum Anlass für Mord und Totschlag nehmen.
Wenn davor zurückgewichen wird, geben wir unsere Freiheit auf.
Freiheit gibt es nicht mit einem “ja, aber” – entweder Freiheit oder Unfreiheit.

Wenn diese Leute in diesen Länder (oder auch im Westen) auf so etwas mit Gewalt bis hin zum Mord reagieren, dann haben die ein Problem das sie angehen müssen. Ich bin nicht bereit, dass wir uns denen beugen. Freiheuit muss verteidigt werden. Zu Kuschen heißt sich der Gewalt und einer mörderischen Ideologie zu unterwerfen. Das kann und werde ich nie akzeptieren.

Dieses Satirestück hat mir besonders gefallen, weil ich finde, dass auf solche “Demonstrationen” mit dem ganzen dort betriebenen mörderischen Hass mit einer verstärkten Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen/-Darstellungen/-Filmen usw. reagiert werden sollte, bis diese miesen Typen gar nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.

Die ganze “Diskussion” über diese Randale, Krawalle, Gewalt und Morde geht in eine völlig falsche Richtung. Und deshalb werde ich immer und überall alles verbreiten, was nach meiner Meinung dem Ansinnen der Extremisten entgegen wirkt. Das schließt Aktionen wie die Pro-Dingse NICHT ein, denn diese sind selbst Extremisten, die sich da auf einen Zug setzen.
Aber dass die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo neue Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, ist m.E. eine der ganz wenigen richtigen Entscheidungen. Zwei US-Blogs haben die Dinger bisher auch veröffentlicht. Hier bei uns wird es kein Medium geben, das das auch macht, dazu sind sie a) zu feige und b) erhalten sie von Politik und Justiz keine Rückendeckung ihre Meinung frei zu äußern.
Jeder Scheißdreck, der sich gegen Christen und ihren Glauben richtet, wird als alles Mögliche verteidigt und ggf. noch als Kunst deklariert. Gegen andere Religionen geht es genauso. Nur eine Religion, die darf nicht mal ansatzweise kritisiert werden, es darf kein Witz darüber gemacht werden, es darf nichts getan werden, was die Extremisten aufregen könnte – also kommt die Unterwerfung.

Soll man das wirklich akzeptieren?
Oder sollen wir als Christen auch so agieren, damit unser Glaube nicht weiter beleidigt wird?

Lieben Gruß
heplev

Was ist aus Amerika geworden?

28. September 2010 um 22:03 | Veröffentlicht in Gesellschaftspolitik, USA | 2 Kommentare
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Leserbrief an eine US-Zeitung:

Ist Amerika das Land der Klientelinteressen und zur Heimat von zweierlei Maß geworden?

Schaun mer mal: Wenn wir den Kongress belügen, ist das eine schwere Straftat – wenn der Kongress uns belügt, ist das nur Politik; wenn wir einen Schwarzen nicht mögen, sind wir Rassisten – wenn ein Schwarzer Weiße nicht mag, dann übt er sein Recht nach dem ersten Verfassungszusatz aus; die Regierung gibt Millionen aus, um Kriminelle zu rehabilitieren – und sie tut fast nichts für die Opfer; in öffentlichen Schulen kann man lehren, dass Homosexualität in Ordnung ist, aber dabei sollte man das Wort Gott tunlichst nicht gebrauchen; man kann ein ungeborenes Kind töten, aber es ist falsch einen Massenmörder hinzurichten; wir verbrennen in Amerika keine Bücher – jetzt schreiben wir sie um; die Bedrohung durch Kommunismus und Sozialismus wurden wir los, indem wir ihre Vertreter Progressive nennen; wir sind nicht in der Lage unsere Grenze zu Mexiko dicht zu halten, haben aber kein Problem damit den 38. Breitengrad in Korea zu beschützen; wenn man gegen Präsident Obamas Politik protestiert, ist man ein Terrorist – aber wenn man amerikanische Flaggen oder George Bush-Puppen verbrennt, ist das die Wahrnehmung der Rechte durch den ersten Verfassungszusatz.

Man kann im Fernsehen oder im Internet Pornografie bekommen, aber man sollte lieber keine Weihnachtskrippe in der Öffentlichkeit aufstellen; wir haben in Amerika alle Kriminellen eliminiert – wir nennen sie jetzt krank; wir können einen menschlichen Fötus für medizinische Forschung benutzen, aber es ist falsch ein Tier dafür zu nehmen.

Wir nehmen Geld von denen, die hart arbeiten und geben es denen die nicht arbeiten wollen; wir unterstützen alle die Verfassung, aber nur dann, wenn sie unsere politische Ideologie unterstützt; wir haben immer noch freie Meinungsäußerung, aber nur dann, wenn wir politisch korrekt sind; Erziehung durch Eltern ist durch Ritalin und Videospiele ersetzt worden; das Land der Möglichkeiten ist jetzt das Land der Zuteilungen; die Ähnlichkeit zwischen Hurrican Katrina und der Öl-Katastrofe besteht darin, dass keiner der beiden Präsidenten irgendwelche Hilfe leistete [das sehe ich deutlich anders – heplev].

Und wie gehen wir heutzutage mit einer großen Krise um? Die Regierung ernennt ein Komitee, um zu bestimmen, wer schuld ist, diejenigen dann zu bedrohen, ein Gesetz zu verabschieden, die Steuern zu erhöhen; uns zu sagen, das Problem sei gelöst, damit sie sich wieder ihrem Wahlkampf zur Wiederwahl zuwenden können.

Was ist mit dem Land der Freien und der Heimat der Mutigen geschehen?

Irgendwelche Unterschiede zu den Verhältnissen bei uns? Abgesehen natürlich davon, dass bei uns die freiheitlichen Traditionen der USA noch nie vorhanden waren.

Britannien bewies, wie Recht er hat

20. September 2010 um 19:56 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Gesellschaftspolitik | Hinterlasse einen Kommentar
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Melanie Phillips, diary, 17. September 2010

Papst Benedikt XVI ist einer der tiefgründigsten Denker unserer Zeit, der eine große Sorge um das Überleben der westlichen Zivilisation angesichts der Angriffe sowohl von innen wie von außen mit sich trägt. Als er heute in Großbritannien ankam, sprach er vom

aggressiven Säkularismus,

der die traditionellen Werte und kulturellen Ausdrucksweisen der Nation nicht länger wertschätzt oder auch nur toleriert. In seiner Rede an die Königin sprach er von Großbritanniens historischem

Respekt für Wahrheit und Gerechtigkeit, für Barmherzigkeit und Wohltätigkeit,

die aus christlichen Prinzipien abgeleitet wurden. Im Gegensatz dazu zeigte der Atheismus, wie

der Ausschluss Gottes, der Religion und Tugenden aus dem öffentlichen Leben letztlich zu einer gestutzten Vision von Mensch und Gesellschaft und damit zu einer „reduktiven Vision von Person und ihrem Schicksal“ führt.

Die Reaktion auf seinen Besuch ist von aggressiven Säkularisten dominiert, die sich der brutal reduktiven Vision des Menschen als nicht ehr als zufällige Anordnung von Atomen verschrieben haben und eine widerliche Intoleranz für den Papst und die von ihm geführte Religion zum Ausdruck brachten.

Vor seiner Ankunft sagte einer seiner Schlüsselberater, Kardinal Kaspar, einem deutschen Magazin,

jemand, der auf Heathrow landet, könnte glauben, er befinde sich in einem „Land der Dritten Welt“, da es dort eine solch große Vielzahl an Gesichtern gibt.

Passender Kommentar – Millionen Briten, einschließlich vieler Einwanderer, würden zustimmen, da sie das ständig denken und sagen. Er sagte auch,

Großbritannien sehe sich eines „aggressiven neuen Atheismus“ gegenüber und „Christen werden benachteiligt“.

Absolut richtig. Das Ergebnis der Aussprache dieser unbequemen Wahrheiten war ein Sturm der Missbilligung, in dem sich Kardinal Kaspar dann als „wegen Gicht“ zu unpässlich wiederfand, um den Pontifex überhaupt zu begleiten.

Ich würde sagen die britische Reaktion gibt dem Vatikan Spiel, Satz und Sieg. Hätte die Briten vorgehabt die Wahrheit der päpstlichen Analyse den moralisch analphabetischen, beängstigend intoleranten und moralisch und intellektuell degradierten Zustand mit blinkenden Neonlichtern auszuleuchten, dann hätten sie das nicht besser machen können.

WDR: Sarrazin mach Rechtsradikale salonfähig

27. August 2010 um 7:10 | Veröffentlicht in Deutschland, Gesellschaftspolitik, WDR | 4 Kommentare

Und die Begründung (heute Morgen zwischen 7.30 und 8.00 Uhr) geht so: Im Internet wird er heiß diskutiert, erstaunlich nüchtern und ganz viel in Foren, die sonst mit Politik nichts zu tun haben. Viele stimmen ihm zu; viele sagen, er habe vielleicht Recht. Die Rechtsradikalen kümmern sich kaum drum und sagen nur, sie würden das schon seit Jahren sagen. Damit macht Sarrazin die Rechtsradikalen salonfähig.

So kann man sich das natürlich drehen: Man überlässt den Rechtsradikalen ein Thema, das den Menschen unter den Nägeln brennt. Und wenn dann einer sich dazu äußert, dann macht man die Rechtsradikalen salonfähig. Auf die Idee, dass man die Leute denen eher in die Arme treibt, weil man sich des Themas nur mit „Neonazi“, „rassistisch“ und ähnlichen Vokabeln „annimmt“, kommen die selbstgerechten Multikulti-Korrekten nicht. Das würde ja dafür sorgen müssen, dass sie sich tatsächlich mit der Sache auseinandersetzen und ein paar Fakten anzuerkennen.

Die Rechtsradikalen können das Thema besetzen, weil sich sonst niemand ernsthaft drum kümmert. Womit Ansichten wie die Sarrazins (und einer Mehrheit der Bürger) automatisch „rechtsradikal“ werden. Dass hier eine ideologische Umkehrung vorgenommen wird, wird nicht gesehen, wird nicht akzeptiert; macht man die Herrschaften darauf aufmerksam, empören sie sich. Sie sind doch die Guten.

Unter diesen Voraussetzungen ist es eigentlich erstaunlich, dass die Rechtsextremisten bei Wahlen immer noch so schlecht abschneiden. Könnte es sein, dass der ganz normale Bürger viel nüchterner und vernünftiger denkt als dieser ganze linkslastige, politisch korrekte, ideologisch verpeilte Brei in Medien, Politik und „Intelligenz“?

Nicht Sarrazin macht die Rechtsradikalen salonfähig; wenn, dann sind es die Scheuklappenträger, die sich mit dem Thema nicht wirklich auseinandersetzen und es den Rechtsradikalen schenken.

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