Im amerikanischen Bürgerkrieg geht es um jüdisch-christliche Werte

Dennis Prager, FrontPage Mag, 1. April 2021

Konservative reden oft von jüdisch-christlichen Werten und dass der aktuelle Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten und dem Rest des Westens im Wesentlichen ein Kampf zwischen diesen Werten und der Linken ist, die jüdisch-christliche Werte ablehnt.

Sie haben recht.

Aber sie erklären selten, was jüdisch-christliche Werte sind. Ohne Erklärung ist es jedoch sinnlos jüdisch-christliche Werte anzuführen.

Lassen Sie mich das deshalb jetzt tun.

Zuerst ein Wort zu dem Begriff. Manche Juden und Christen finden den Begriff verwirrend, wenn nicht gar anstößig, da Judentum und Christentum unterschiedliche Theologien haben. Aber niemand spricht von jüdisch-christlicher Theologie, nur von jüdisch-christlichen Werten.

Jüdisch-christliche Werte ist eigentlich ein anderer Begriff für biblische Werte. Judentum und Christentum gründen beide auf dem Alten Testament – seinem Gott, seinen Zehn Geboten, seiner Mahnung den Nächsten zu lieben wie sich selbst, Gott zu lieben, ein heiliges Leben zu führen usw. Christen glauben zudem an das Neue Testament, aber nur ein Gegner des Christentums würde argumentieren, dass das Neue Testament die Werte des Alten aufhebt.

Hier sind sie:

1. Objektive moralische Standards kommen von Gott. Wie ich geschrieben und in einem PragerU-Video und andernorts gesagt habe: Wenn es keinen Gott gibt, der Mord für falsch erklärt, kann Mord subjektiv falsch aber objektiv nicht falsch sein. Während es also natürlich Nichtgläubige geben kann, die Mord, Diebstahl und anderes Handeln für falsch halten, sind das ohne Gott Meinungen, nicht Fakten. Ohne den Gott der Bibel gibt es keine moralischen Fakten.

2. Gott richtet über unser Verhalten und daher sind wir Gott für unser Verhalten Rechenschaft schuldig. Außerhalb einer religiösen Weltsicht gibt es kein höheres Wesen, dem wir moralisch rechenschaftspflichtig sind.

3. Genauso, wie Moral von Gott herrührt, gilt das für Rechte. Alle Menschen „sind von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet“, verkündet die amerikanische Unabhängigkeitserklärung.

4. Der Mensch ist einzigartig kostbar. Während die Bibel wiederholt grausames Verhalten gegenüber Tieren verbietet (einem Tief eine Gliedmaße abzuschneiden oder auszureißen, um sie zu essen als Mittel den Rest des Tieres zu erhalten; einem Tier keinen Ruhetag zu gönnen; das Verbot ein Tier zu essen, während es auf dem Feld arbeitet), ist nur der Mensch als Bild Gottes geschaffen.

5. Die Welt gründet auf einer göttlichen Ordnung, was göttlich verordnete Unterscheidungen bedeutet. Zu diesen Unterscheidungen gehören: Gott und Mensch, Mann und Frau, Mensch und Tier, Gut und Böse sowie die Natur und Gott.

6. Menschen sind nicht grundsätzlich gut. Daher ist das wichtigste moralische Bestreben gute Menschen zu machen. Religiöse Juden und Christen begreifen, dass der größte Kampf im Leben der mit dem eigenen Charakter ist. Für die Gegner jüdisch-christlicher Werte findet der größte moralische Kampf nicht mit dem eigenen Charakter statt, sondern mit der Gesellschaft (insbesondere mit der amerikanischen Gesellschaft).

7. Exakt deshalb, weil wir nicht grundsätzlich gut sind, dürfen wir nicht darauf vertrauen, dass unser Herz uns zu angemessenem Verhalten leitet. Die Straße zur Hölle ist mit guten Herzen gepflastert. Gefühle machen uns menschlich, aber sie können nicht unser Leben steuern. Das allein trennt die nach der Bibel Lebenden von den Linken.

8. Alle Menschen sind nach Gottes Bild geschaffen. Daher hat Rasse keine Bedeutung. Wir alle stammen von Adam und Eva ab, deren Rasse nie erwähnt wird. Dass viele religiöse Menschen rassistische Ansichten vertraten, bezeugt nur die fast unbegrenzte Fähigkeit der Menschen das Gute zu verfälschen.

9. Fürchte Gott, nicht Menschen. Gottesfurcht ist eine Grundlage der Moral. Im Buch Exodus wurde ägyptischen Hebammen vom Pharao befohlen alle neugeborenen hebräischen Jungen zu töten. Sie missachteten den Gottkönig von Ägypten. Warum? „Die Hebammen fürchteten Gott.“ Im Amerika von heute fürchten die meisten Leute die gedruckten, elektronischen und sozialen Medien, statt dass sie Gott zu fürchten.

10. Menschen haben einen freien Willen. In der säkularen Welt gibt es keinen freien Willen, weil alles menschliche Verhalten den Genen und der Umwelt zugeschrieben wird. Nur eine religiöse Weltanschauung, die die Existenz einer göttlichen Seele postuliert – etwas, das von Genen und Umwelt unabhängig ist – erlaubt einen freien Willen.

11. Freiheit. Amerika wurde auf dem Glauben gegründet, dass Gott uns frei haben will. Auf der Freiheitsglocke ist nur eines geschrieben (abgesehen vom Namen der Firma, die die Glocke fertigte). Es ist ein Vers aus der Bibel: „Proclaim Liberty Throughout All the Land Unto All the Inhabitants thereof.“ [3. Mose 25,10: Ruft Freiheit für alle Bewohner des Landes aus.] Die aktuellen Angriffe auf die persönliche Freiheit – in der amerikanischen Geschichte ohne Beispiel – gehen von denen aus, die die Bibel als moralische Führung ablehnen (einschließlich mehr als ein paar Juden und Christen, die sich dem Angriff angeschlossen haben, weil sie in Highschool und Universität mit antireligiösen Ansichten indoktriniert worden sind).

Wenn jüdisch-christliche Prinzipien aufgegeben werden, folgt irgendwann das Böse. Man muss nicht glauben, um das anzuerkennen. Viele säkulare Konservative erkennen, dass das Ende der Religion im Westen zu moralischem Chaos führt – was genau das ist, was wir heute erleben und genau das, was wir in Europa im letzten Jahrhundert erlebten. Als das Christentum in Europa starb, bekamen wir Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus. Was werden wir in Amerika bekommen, wenn das Christentum und die jüdisch-christlichen Werte sterben?

„Antisemitismus light“ im zeitgenössischen Deutschland

Evyatar Friesel, BESA Center Perspective Paper Nr. 1.974, 23. März 2021

Antiisrael-Demonstranten beim Al-Quds-Marsch in Berlin (Foto: Montecruz-Foto via Jewish Policy Center)

Seien wir ehrlich: Israelis interessiert das Problem des Antisemitismus nicht. Das ist ein Fehler, denn antisemitische Ansichten in ihren verschiedenen Fassungen und Verkleidungen beeinflussen weiterhin internationale Einstellungen zum jüdischen Staat. Dass Antisemitismus in Deutschland mit anderem Hass in einen Topf geworfen wird hat zu einer Form von „Antisemitismus light“ geführt, der so tückisch ist wie seine früheren Verkörperungen.

Am 20. Dezember 2020 veröffentlichte die englische Ausgabe von Ha’aretz einen Artikel unter der Schlagzeile „In Deutschland läuft eine Hexenjagd gegen Israelkritiker. Kulturelle Leiter haben die Nase voll.“ Der Text diskutierte die Initiative GG 5.3 Weltoffenheit (nicht die erste ihrer Art), eine Oppositionserklärung von mehr als 30 Direktoren deutscher Kultur- und Forschungsinstitutionen gegen einen Beschluss des Bundestags vom Mai 2019, der die BDS-Bewegung verurteilte. „Der gemeinsame Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus und jede Form von gewaltbereitem religiösem Fundamentalismus steht im Zentrum unserer Initiative“, heißt es in der Erklärung. Dieses Ziel wurde, so die Kritiker, von der Haltung des Bundestags getrübt: „Unter Berufung auf diese Resolution werden durch missbräuchliche Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs wichtige Stimmen beiseite gedrängt und kritische Positionen verzerrt dargestellt.“

Was verstehen zeitgenössische Deutsche unter „Antisemitismus“? In den letzten Jahren hat das Thema über Bücher, Artikel und Erklärungen viel Aufmerksamkeit gewonnen. Im deutschen wissenschaftlichen und öffentlichen Denken ist ein Trend entstanden: Judenhass wird mit anderen kulturellen Standpunkten kombiniert, so wie in der oben angeführten Erklärung. Die Idee ist, dass Antisemitismus und Antiislamismus beides Ausdrucksformen von Hass sind und Deutsche genauso gegen Antisemitismus sind wie gegen Hass auf alle Ausländer.

Das Ergebnis ist eine Art „Antisemitismus light“, der weniger ein argumentierter Standpunkt, als vielmehr eine Haltung ist – eine mit sehr viel Einfluss und weit verbreitet. Das läuft auf eine Aufweichung des Themas hinaus und stellt damit ein problematisches Verständnis von Judenfeindlichkeit dar. Der Moment, in dem das Wort „und“ erscheint, wird Antisemitismus in die Ecke gedrängt.

Verschlimmert wird das Problem dadurch, dass oft falsche Verbindungen hergestellt werden. Erstens ist das Thema als Problem von Fremdenfeindlichkeit zu behandeln fehlgeleitet, da moderne Juden keine Fremden in ihren eigenen Ländern sind. Albert Einstein, Liese Meitner, Sigmund Freud, Gustav Mahler, Walter Rathenau und viele weitere waren in ihren Ländern gut integrierte Bürger und Führungspersönlichkeiten westlicher Kultur.

Antisemitismus hat auch nichts mit Antiislamismus zu tun. Sie zu koppeln ist das Ergebnis einer oberflächlichen Vermischung der psychologischen und sozialen Bedeutungen des Wortes „Hass“. Judenfeindlichkeit und Antiislamismus haben nichts gemeinsam, was ihre historischen Wurzeln, kulturellen Inhalt oder aktuelle Bedeutung angeht. In Hinsicht auf Rassismus war Antisemitismus in Nazideutschland ein wichtiger Faktor, füllt aber heute keine Rolle aus. Trotzdem wird Antisemitismus im gegenwärtigen öffentlichen Diskurs selten allein erwähnt. Es ist politisch korrekt geworden Judenhass an irgendeinen anderen kulturellen oder sozialen Faktor des öffentlichen Lebens zu binden.

Weitere Verwirrung beim Erkunden des Antisemitismus kommt aus den Sozialwissenschaften. Über eine unangemessene Anpassung von Ansichten aus der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule des 20. Jahrhunderts wird Antisemitismus als eine antimoderne Position beschrieben. Historische Analyse zeigt allerdings, dass Antisemitismus nie antimodern war – er passte sich immer an die aktuellen kulturellen und politischen Trends der jeweiligen Zeit an, wie er das mit dem neuen Antiisraelismus getan hat. Dann gibt es die Vorstellung, dass Antisemiten nicht in der Lage sind abstrakt zu denken. Im Gegenteil: Judenhasser dachten immer und denken auch weiter in abstrakten Begriffen. Ihre Auffassungen über Juden und das Judentum beruhen nicht und beruhten nie auf der Realität.

Allgemeiner wird Antisemitismus regelmäßig als rechtes ideologisches Phänomen beschrieben, gemildert von der gelegentlichen schockierten Offenbarung: „Der Antisemitismus hat die Mitte der Gesellschaft erreicht!“ In Wirklichkeit ist Judenhass nie aus irgendeiner ideologischen Ecke aufgetaucht und kam „plötzlich“ in höflicher Gesellschaft an. Judenfeindlichkeit war immer in der sozialen Mitte etabliert und bewegte sich dann abhängig von den Umständen in die eine oder anderer ideologische Richtung.

Heutzutage hat das israelfeindliche Muster des Judenhasses viel Unterstützung bei Liberalen und Linken, Leuten, die Toleranz und Verständnis für alles predigen, außer für den jüdischen Staat. Sie unterstützen die BDS-Bewegung oder machen bei ihr mit, was einen Wolf im Schafspelz darstellt: Sie ist ein politisches Unterfangen mit dem Ziel der Vernichtung Israels im Namen von demokratischen und humanitären Werten.

Wie soll man solche ideologische Unordnung erklären, die das Verständnis des Judenhasses verwischt und Anstrengungen gegen Antisemitismus in verschiedene Richtungen lenkt? Ein wichtiger Grund scheint die besondere Art und Weise zu sein, wie mit der historischen Dimension der Judenfeindlichkeit in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung umgegangen wird. Der wissenschaftlich-historische Ansatz, wie er von Poliakov, Katz, Bauer, Wistrich, Schwarz-Friesel, Nirenberg und vielen anderen gut zum Ausdruck gebracht wird, erklärte Antisemitismus als kulturellen Faktor, der tief in westlicher Kultur wurzelt und eine Jahrtausendgeschichte hinter sich hat. Der chamäleonartige Charakter des Antisemitismus wird betont: Im Lauf der Jahrhunderte veränderte er, wie er sich ausdrückt sowie seine Maximen und passte sich den sich verschiebenden kulturellen Trends und gesellschaftlichen Bedingungen in westlichen Gesellschaften an, blieb aber immer dasselbe: Hass auf Juden und das Judentum.

Jahrhunderte lang waren die wesentlichen judenfeindlichen Argumente religiöse, während sie in modernen Zeiten überwiegend säkular geworden sind. Vom späten 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts dominierte der Rassenansatz. Vom späten 20. Jahrhundert an erfolgte eine Verwandlung: die „Israelisierung“ des Antisemitismus. Der jüdische Staat – der lebendigste Ausdruck heutigen jüdischen Lebens – ist zum Ziel einer neuen Generation von Antisemiten geworden. Diese Verschiebung begann in den 1960-er Jahren und wurde von Jean Améry bereits 1969 beschrieben.

Die Verinnerlichung des historischen Ansatzes im gegenwärtigen akademischen und öffentlichen Verständnis (wenn er tatsächlich auftritt) folgt jedoch einem dubiosen Muster. Ein Grundsatz der historischen Position wird schlicht missachtet: dass Judenhass einzigartig ist. Bei Forschern und Personen der Öffentlichkeit ist eine unausgesprochene Nichtbereitschaft aufgekommen, Judenfeindschaft als Phänomen zu akzeptieren, das in westlichem kulturellem Bewusstsein von allein fortbesteht, gelegentlich verbunden mit grundlegend nicht damit in Zusammenhang stehendem Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antimodernismus oder irgendeinem anderen sozialen oder ideologischen Standpunkt.

Es hat sich ein gedämpfter Widerstand gegen die Anerkennung der Judenfeindlichkeit nicht als Vorurteil, sondern als Doktrin, die tief in der westlichen Kultur eingebettet ist, festgesetzt. So erklärte Jean-Paul Sartre schon 1954: „Was sich der Antisemit wünscht, was er vorbereitet, ist der Tod des Juden.“

Warum die Mehrdeutigkeit zu Antisemitismus? Es scheint im zeitgenössischen westlichen Bewusstsein einen Bruch zwischen dem objektiven und dem subjektiven Verständnis der Judenfeindlichkeit zu geben. In der Situation hilft die Tatsache nicht, dass die verbalen Fähigkeiten gewisser Forscher, die sich mit dem Thema beschäftigen, über ihre kognitive Klarheit hinausgehen – mit anderen Worten: Es ist schwer zu verstehen, was sie tatsächlich meinen. Judenhass scheint ein von der Gesellschaft anerkanntes Phänomen zu sein – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt.

Die absurde Präsentation von Juden und Judentum als Gefahr für die Menschheit und die jüngsten Schrecken der Schoah zwang die Menschen zu einer Abrechnung. Wir rutschen hier in den heiklen Bereich des subjektiven öffentlichen Verhaltens, der Vorsicht erfordert: Scheinbar benötigt eine volle Anerkennung von Judenhass als unabhängigem Faktor mit tiefen Wurzeln in der westlichen Kultur (was letztlich bedeutet, dass etwas Gegenwärtiges, bewusst und unbewusst, in der kognitiven und emotionalen Haltung eines jeden Einzelnen) eine Maßnahme der Selbstreflexion und Einsicht, die auf der persönlichen Ebene schwierig und in der weiteren sozialen Umgebung vielleicht unmöglich ist. Offensichtlich können Jahrhunderte an Judenhass nicht von mehreren Jahrzehnten des Insichgehens (soweit das geschehen ist) überwunden werden. Es sieht so aus, als neigen Menschen, einschließlich gelehrter Akademiker, einem weichen Antisemitismus zu – einem, der mit bestehenden sozialen und kulturellen Kategorien wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antimodernität, Antiislamismus usw. vergleichbar und an diese anpassbar ist, sogar negativ. Das Ergebnis ist „Antisemitismus light“.

Die oben erwähnte Initiative GG 5.3 Weltoffenheit, die sich gegen den BDS-Bundestagsbeschluss von 2019 richtet, ist ein Beispiel für den Ansatz des „Antisemitismus light“. In typischer Weise vermischt die Erklärung Antisemitismus mit Rassismus, Extremismus und Fundamentalismus. Das Hauptargument – dass „unter Berufung auf diese Resolution durch missbräuchliche Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs wichtige Stimmen beiseite gedrängt und kritische Positionen verzerrt dargestellt“ werden – ist ein deutlicher Hinweis auf die Verwechslung zweier unterschiedlicher Dinge, Antiisraelismus und Israelkritik. Die beiden durcheinander zu bringen ist ein Ergebnis davon, dass der historische Ansatz zu Judenhass von denen nicht akzeptiert wird, die „Antisemitismus light“ betreiben.

Die historische Position, die Judenfeindlichkeit als ein sich entwickelndes Phänomen erklärt, betrachtet Antiisraelismus als führenden Ausdruck zeitgenössischen Antisemitismus. Das hat nichts mit Kritik an von der israelischen Regierung eingenommenen Standpunkten zu tun. Israelische Politik wird jeden Tag kritisiert, auch in Israel selbst. Aber gegen schon die reine Existenz des jüdischen Staats zu sein oder seine Beseitigung oder „Transformation“ zu fordern ist Judenhass in neuem Gewand.

Was bewegte die Unterzeichner zu der oben beschriebenen Erklärung? Um einen amerikanischen Ausdruck zu verwenden: „Was lässt sie Ticken?“ Hass auf Juden scheint nicht das treibende Element zu sein. Ihr Verständnis von Antisemitismus ist anscheinend so begrenzt, wie das, das sie kritisieren wollen.

„Antisemitismus light“ entwickelt Material für lange Artikel, laute Äußerungen und große Konferenzen sowie gut dotierte Forschungsprogramme. Als Ergebnis davon wird der wahre Judenhass beiseitegeschoben, der nach wie vor sehr lebendig und gefährlich ist. Vor kurzem schrieb ein deutscher Professor, der sich selbst als Humanist beschreibt, der israelischen Botschaft in Berlin: „Israel ist eine Anomalie und sollte um unser aller willen friedlich aufgelöst werden.“

Die erschreckende Seite der Judenfeindlichkeit – ihre immerwährende Dimension, Anpassungsfähigkeit an moderne Gegebenheiten und üble Kraft im Schatten westlicher „Kultur“ – wird mit einer Schicht „korrekter“ Phrasen kaschiert.

Mit klaren Augen betrachtet ist „Antisemitismus light“ eine Ausdrucksform der intellektuellen Verwirrung des Themas, die derzeit bei vielen Deutschen (und Europäern) existiert. Es ist höchste Zeit solche Einstellungen zu überdenken. Antisemitismus ist nach wie vor vorhanden und daran gibt es nichts, was „light“ ist.

Black Lives Matter ist ein politisch korrektes ISIS

Die Zerstörung historischer und/oder antiker Gräber kennzeichnet jedes große totalitäre Phänomen der Geschichte. ISIS machte es, BLM macht es heute. Op-ed.

Giulio Meotti, Israel National News, 13. März 2021

von ISIS zerstörtes Kloster (Archivfoto, twitter)

Als Vorspiel zur Hinrichtung von Marie Antoinette wurde die Krypta der Bourbonen geöffnet. Die Leichen wurden entfernt und mitten in der Nacht gab es eine Menge Verkehr der Knochen der toten Könige, die aus den Särgen geholt wurden und denen man abnahm, was sie an kostbaren Steinen an sich trugen.

ISIS ging in seiner Grausamkeit so weit das Jona-Grab in Mossul zu zerstören, das des chaldäischen Erzbischofs von Mossul Paulos Jaraj Rahho, das des Priesters Ragheed Ghanni und das der Heiligen in Mar Eilan, um nur ein paar zu nennen.

Die Zerstörung historischer und/oder antiker Gräber kennzeichnet jedes große totalitäre Phänomen der Geschichte.

Der von Black Lives Matter inspirierte sogenannte Antirassismus ist nicht weniger grotesk, zumindest bisher.

Zum Dossier der Orte, die vom Stadtrat von Edinburg mit „Sklaverei und Kolonialismus“ in Verbindung gebracht wurde, gehört das Grab von Adam Smith, verriet der Telegraph. Der Philosoph der Aufklärung, der erste Markttheoretiker und „Vater des Kapitalismus“ ist in der Stadt Canongate Kirkyards beerdigt.

Der Labour-geführte Rat hat eine Überprüfung von Orten begonnen, die nach den Black Lives Matter-Protesten „Rassismus und Unterdrückung aufrechterhalten“, für problematische Denkmäler mit der Option der „Beseitigung oder Neuinterpretation“. Smiths Grabstein und seine Statue auf der Royal Mile werden jetzt von der „Slavery and Colonialism Legacy Review Group“ des Stadtrats überprüft, die darüber berichten wird, wie es „umgestaltet“ werden kann.

Mit diesem Tun gräbt der Westen sein eigenes Grab.

Warum kann die Linke ihren eigenen Antisemitismus nie erkennen?

Jüdische Einzigartigkeit macht Judenhasser wahnsinnig und noch stärker bei der Linken

Melanie Phillips, 2. Februar 2021

In seinem neuen Buch Jews don’t count[1]stellt David Baddiel fest, dass Leute auf der Linken das Problem es Antisemitismus nicht auf demselben Niveau behandeln wie Vorurteile zu Rasse, Sexualität oder Geschlecht.

Ich persönlich begann in den 1980-er Jahren zweierlei Maß zu Antisemitismus festzustellen, als ich schrieb, dass Antisemitismus zum „Vorurteil, das niemand auszusprechen wagt“ geworden war.

Das war, als die Linke Israels als „Nazis“ bezeichnete, weil sie versuchten die Terror-Infrastruktur der Palästinensischen Befreiungsorganisation aus dem Libanon zu beseitigen. Es war, als Leute offen zu sagen begannen: „Juden machen so viel Geld / sie sind so stammesverbunden / sie stecken immer gegen alle andere zusammen“.

Unter Linken einfach schon das Wort „Antisemitismus“ zu erwähnen verursachte hingegen sofortige eisige Kühle, provozierte Augenrollen oder sorgte für den Vorwurfe: „Du benutzt Antisemitismus, um Israels Gräueltaten reinzuwaschen.“

Erst als das Thema Jeremy Corbyns Labour Party so spektakulär um die Ohren flog, wurde diese letzte Anschuldigung selbst endlich als Form von Judenhass anerkannt. Und dann war das nur deshalb, weil Corbyn derart links war, dass er als völlig inakzeptabel galt, so dass Juden ansatzweise das Gefühl bekamen, es sei sicher das A-Wort zu benutzen.

Warum also bestreitet die Linke den Antisemitismus in ihrer Mitte oder grenzt ihn aus? Und warum sind so viele Juden immer noch so nervös deswegen eine negative Reaktion zu bekommen, sollten sie darüber bei der Linken reden, außer im Kontext der corbynisierten Labour Party?

Ein offensichtlicher Faktor ist, dass in progressiven Kreisen marxistische Annahmen oft absorbiert worden sind, ohne dass ihr Ursprung erkannt wird. Wie Marx selbst glauben viele Linke, dass Kapitalismus übel und weiß ist, dass Kapitalismus von Juden geführt wird, dass Geld Macht ist und dass Juden so viel Geld und Macht haben, dass sie die kapitalistische Welt anführen.

Natürlich sind die meisten Juden weder reich noch mächtig. Sie sind auch nicht alle weiß. Aber der Glaube, dass sie es sind, bedeutet, dass sie niemals als Opfer gelten dürfen. Statt also von den Linken in die Liste der Unterdrückten aufgenommen zu werden, werden Juden von ihnen offen zu den Privilegierten gezählt.

Das linke Narrativ der systematischen Unwahrheiten und Verleumdungen zu Israel, es sei ein kolonialistischer Staat, der das eingeborene Volk des Landes entwurzelt und weiterhin unterdrückt, spielt im Gegenzug in diese Ausdruckswiese von Macht und Bedrohung durch Juden hinein.

Entscheidend ist, dass die auf der Linken glauben sie stünden für nicht infrage zu stellende Tugenden und die einzig schlechten Leute sind ihre Gegner. Also sind nur die Rechten antisemitisch, während die Linken das nie sein können. Das ist der Grund, dass für die Labour Party Antisemitismus in den eigenen Reihen eine Krise ist, die sie nicht lösen kann.

Aber so bedeutend all das auch ist, es liefert nicht die ganze Erklärung. Wir müssen wohl noch tiefer in das Vorurteil selbst eintauchen.

Im Kern des Antisemitismus liegen Ressentiment, Neid und Angst vor Juden als den anderen und Außergewöhnlichen. Die Vorstellung, dass sie glauben „auserwählt“ zu sein, nur um eine einzigartige Last zu tragen, wird übel als Privileg missverstanden.

Daher treibt die Andeutung jüdischer Außergewöhnlichkeit Antisemiten in den Wahnsinn. Jeder Verweis auf die außergewöhnliche Anzahl jüdischer Nobelpreisträger oder das außergewöhnliche Ausmaß jüdischer Philanthropie oder der außergewöhnlichen Zahl wissenschaftlicher Erfindungen, die aus Israel kommen und der Welt nutzen, verstärkt die Angst und das Ressentiment bezüglich jüdischer „Macht“ nur noch.

Zu viele Juden, die sich der Gefahr bewusst sind als „anders“ gesehen zu werden, schrecken selbst dafür zurück jüdische Außergewöhnlichkeit einzugestehen. Indem sie vor kultureller Macht niederknien, streben sie danach linke Ideologie nicht vor den Kopf zu stoßen.

Und Hass gegen jüdische Außergewöhnlichkeit füttert diese Ideologie. Unter dem Mantra der „Gleichheit“ gestattet das keine Werte-Hierarchien. Sie misstraut Unterscheidungen und Unterschieden; sie glaubt, dass die Besonderheiten einer jeden Kultur dem abflachenden Dogma universalistischer Werte nachgeben müssen.

Aber die jüdische Identität, Religion und Tradition gründen auf Unterscheidungen, Unterschieden und moralischen Hierarchien. Also beleidigt jüdische Außergewöhnlichkeit das Dogma der Linken in jeder Beziehung. Und dazu gehört auch die Außergewöhnlichkeit von jüdischem Leid.

Kein anderes Volk hat über so viele Jahrtausende solch entschlossene Versuche erlebt es auszulöschen. Ebenso unterschied sich der Holocaust von allen anderen Verbrechen gegen die Menschheit oder auch anderen Völkermorden, denn die Schoah war ein einzigartiger Versuch ein Volk, die Juden, vom Angesicht der Welt zu löschen.

Die relativistische Linke hingegen will alles Leiden gleichmachen. Was der Grund ist, dass Holocaust-Gedenken zunehmend mit anderen Völkermorden und Verbrechen gegen die Menschheit als gleichwertig zur Schoah bezeichnet wird, die damit unweigerlich herabgestuft wird.

Das ist der Grund, dass Oberrabbiner Mirvis in seiner BBC-Radiosendung Thought for the Day[2] am Holocaust-Gedenktag nicht erklärte, was er meinte, als er feststellte, dass der Holocaust einzigartig war – und tatsächlich nutzte er in seinen Gedanken zur Bedeutung der Schoah, das Wort „Juden“ überhaupt nicht.

Das Judentum ist einzigartig, das jüdische Volk ist einzigartig und Antisemitismus ist einzigartig: das unmissverständlichste, geistesgestörteste und tödlichste Vorurteil der Geschichte. Aber jüdische Einzigartigkeit linkem Dogma im Weg. Das ist der Grund, weshalb bei den Eiferern der Opferkultur judenfeindliches Vorurteil nicht zählt.

[1] Juden zählen nicht

[2] Gedanke des Tages

Keine Objektivität bitte, wir sind Linke

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 17. Februar 2021

Die amerikanische Linke war noch nie so in die Wissenschaften und die Expertenklasse verliebt, von der sie behauptet sie würde sie überflüssig zu machen. Jede ihrer Obsessionen gewinnt den Schein der Legitimität, wenn sie im Satz irgendwo „laut den Wissenschaften“ einfügt, dem gewöhnlich ein „mach dies“ oder „wenn du nicht“ vorausgeht.

Und doch gibt es in China großes Interesse an den Wissenschaften, aber in Amerika ist sie auf dem Weg aus ihnen hinaus.

Die MINT liegen auf dem Hackblock der sozialen Gerechtigkeit, unter Belagerung auf und außerhalb der Universitäten mit Forderungen nach Gleichheit und Diversität, die sich auch in weniger Wissenschaft und mehr soziale Gerechtigkeit übersetzt. Wissenschaften werden von Soziale-Gerechtigkeit-Trupps als das Werk toter weißer Männer verurteilt und die neue linke Ideologie lehnt die Vorstellung ab, dass die Summe von 2 und 2 sich konsequent zu irgendetwas aufaddiert – außer zu systemischem Rassismus.

Öffentliche Schulen in Seattle behaupten, dass westliche Mathematik „benutzt wird, um farbige Menschen und Gemeinschaften zu entrechten“. Ein Professor für Bildung der University of Illinois beharrte drauf, dass „Mathematik selbst als Weiß sein wirkt“.

„Unsere Forschungsarbeiten werden zu Veröffentlichungen in den Medien, Büchern und Gesetzen, die schwarzenfeindliche Narrative verstärken. In den MINT schaffen wir Technologien, die jeden Teil unserer Gesellschaft beeinflussen und regelmäßig zu Waffen gegen Schwarze gemacht werden“, insistierte Shut Down STEM [Schafft MINT ab]. „Die Beweise für systemischen Rassismus in den Wissenschaften durchziehen diese Nation“, behauptete die Zeitschrift Science.

Das den Wissenschaften innewohnende Problem ist, dass sie Objektivität benötigen. Und Objektivität ist das, was Linke aus demselben Grund hassen, weshalb jeder Kult das tut. Objektivität behauptete, dass wir die Wahrheit finden können, indem wir in jedem Bereich vom Journalismus bis zur Teilchenphysik von unseren Überzeugungen und Emotionen einen Schritt zurück tun.

Die Linke besteht darauf, dass wir unsere Voreingenommenheiten nicht durch Objektivität überschreiten, sondern durch Subjektivität.

Der politisch korrekte Weg die Wahrheit zu entdecken, besteht darin das eigene weiße Privileg zu begreifen und die Geschichte der menschlichen Zivilisation zu dekonstruieren, nicht in der Suche nach Belegen oder Beweisen.

Die Wahrheit kommt nicht durch objektive Fakten, sondern durch subjektive, „gelebte Erfahrungen“ unterdrückter Minderheiten, deren Leiden als Offenbarung der Wahrheit wirkt. Das ist nicht die Wahrheit im wissenschaftlichen Sinn, sondern im religiösen Sinn, wobei die Minderheiten als Märtyrer uns mit ihrem Leiden unsere Sünden offenbaren.

Um objektiv zu sein, darauf bestehen Linke, muss man einfach nur die eigenen Vorurteile ablehnen und die wichtige Arbeit der Überprüfung des eigenen weißen Privilegs als Reaktion auf die Offenbarung des Leids von Minderheiten in Amerika prüfen.

Wenn aber Objektivität unmöglich ist und wissenschaftliche Objektivität nur Weiß sein und Kolonialismus bedeutet, dann ist die einzige legitime Objektivität die, die behauptet, dass linke Überzeugungen und Werte absolut wahr sind. Die Sowjetunion versuchte die Wissenschaften zu kontrollieren und stützte Lyssenkoismus, weil dieser eine Vision der Wissenschaften anbot, wie die kommunistische Hierarchie sie haben wollte, statt dem, was sie war, während Regelungstechnik unterdrückt wurde, weil sie eine Vision der Realität bot, die die Partei als Bedrohung empfand.

Kommunistische Bosse mochten die Vorstellung eines einfach zu formenden Landwirtschaftssystems, mochten aber die Vorstellung nicht, dass Roboter Arbeiter ersetzen. Die tatsächlichen Wissenschaften spielten gegenüber den ideologischen Einseitigkeiten ignoranter Ideologen eine untergeordnete Rolle, denn diese waren überzeugt, dass sie bereits Zugang zu einer höheren Wahrheit hatten.

Klingt das bekannt?

Der Kalte Krieg stellte westliche wissenschaftliche Objektivität gegen östliche ideologische Subjektivität. Und die Objektivität gewann. Sie gewann in einem solchen Ausmaß, dass die Wissenschaftler in Moskau oder Schanghai sich nicht darum kümmerten ideologische Texte wie die Artikel Stalins oder die Sprüche Maos zu konsultieren, bevor sie forschten.

Aber im Westen stirbt die Objektivität weg.

Beschuldigungen des „Weiß seins“ sind für die akademische Welt Amerikas das, was die Denunzierung von Reaktionären, Kosmopoliten oder Idealismus für sowjetische Wissenschaftler waren. Diese Signale dienen derselben Funktion; sie warnen Wissenschaftler, dass sie sich auf ideologisch gefährlichem Terrain bewegen, wenn sie nach der Wahrheit suchen.

Warum also behauptet die Linke die Wissenschaften zu lieben, wenn sie sie hasst und von ihr bedroht wird?

Der Marxismus begann als verfälschte Nachahmung einer Pseudo-Wissenschaft. Die Zeit und zahllose Überarbeitungen haben ihn in keiner Weise verbessert. Die Linke liebt die Idee der Wissenschaften, solange sie ihre Agenden widerspiegelt und bleibt ihren verrückten Ideen untertan. Lassen Sie einfach die Objektivität raus.

Derselbe Krieg tobt im Journalismus.

„Der amerikanische Blick aus dem Nichts, besessen von ‚Objektivität‘, Journalismus von beiden Seiten, ist ein gescheitertes Experiment. Wir müssen die Normen unseres Feldes grundlegend zurücksetzen. Der alte Weg muss weg. Wir müssen unsere Industrie umbauen, zu einer, die von einem Ort moralischer Klarheit aus agiert“, geiferte Wesley Lowery von der New York Times.

Moralische Klarheit ist das, was auch kommunistische Apparatschiks wollten. Ihre Moral und ihre Klarheit.

Die Gegensätzlichkeit von moralischer Klarheit und Objektivität behauptet, dass wir entweder moralisch oder auf der Suche nach der Wahrheit sein können, aber nicht beides. Moralische Klarheit fordert bedingungslose Treue gegenüber einem Glaubenssystem. Und das Glaubenssystem muss durchdringen, welche Arbeit auch immer wir tun, ansonsten ist unsere Arbeit unmoralisch.

Diese durch und durch kommunistische Idee war in Amerika einst in bestimmte kulturelle und akademische Randgewässer verbannt, wird aber heute zunehmend zentrale Bedingung dafür im öffentlichen Leben zu agieren.

Das ist der Grund, weshalb Unternehmen sich beeilt haben absurde Erklärungen abzugeben, die Black Lives Matter beipflichten.

Moral kommt in linker Ideologie aus der Politisierung von allem, weil der zentrale Kampf der Menschheit, der früher ein Klassenkampf war und derzeit ein Rassenkampf ist und morgen ein sexueller sein könnte, der alles in einem pseudoreligiösen Kampf um die Erlösung der Menschheit durchdringt.

Apolitisch oder objektiv zu sein bedeutet die Offenbarung zu leugnen, dass wir uns alle dem Kampf anschließen müssen.

Es steht mehr auf dem Spiel als abstrakte Ideen. Das Vermächtnis der Aufklärung trennte die individuelle Moral von der objektiven Wahrheit. Moral wurde persönlich und gemeinschaftlich statt kollektiv und diese Überzeugungen wurden umso wertvoller, wenn man sich mit einem Universum konfrontiert sah, das sie nicht immer widerspiegelte. Die Reaktion auf dieses Universum zerstörte den Glauben einiger und erhielt den Glauben anderer. Und manche derer, die ihren Glauben verloren, nutzen falsche Begründungen, um einen anderen zu erfinden.

Das ist die Herkunft der Linken. Ihre Ideen wollten eine kollektive Moral, die die Realität miteinander verschmilzt, indem sie darauf bestand, dass sie die Prinzipien entdeckt hatte, die aus der Welt ein Utopia machen würden.

Die Verführung des pseudowissenschaftlichen und pseudoreligiösen Kults der Linken besteht darin, dass sie Theokratie ohne Gott anbietet. Ihre Anhänger glauben, dass sie für eine moralische Ordnung kämpfen, die absolut wahr ist und dass die Unterwerfung unter diese moralische Ordnung die Konflikte der Theodizee lösen wird, ein moralisches Universum wieder herstellt, das mit unseren moralischen Ansichten übereinstimmt. Das ist die tragische Lüge der Linken.

Das utopische Himmelreich kommt nie an. Je schlimmer die Dinge werden, desto mehr muss die Gesellschaft wegen ihrer sozialen Sünden von ihren üblen Sitten gesäubert werden. Die Ideologie der Zeit vor der Revolution reduzierte soziales Versagen auf eine einzige Grundursache, aber selbst wenn die Revolution kommt und die Grundursache des Klassenkampfs oder des Rassismus beseitigt sind, beginnt das System jemand anderes zu jagen, um ihm Schuld zuzuschreiben.

Das ist das, was wir derzeit durchleben.

In ihrer pseudoreligiösen und pseudowissenschaftlichen Torheit glaubt die Linke, dass Leiden – das ihrer Klassen- oder Rassen-Märtyrer oder der festgelegten Unterdrücker – die Wahrheit darstellt. Sie greift die Wissenschaften an, indem sie darauf besteht, dass das Leiden der Arbeiterklasse oder von farbigen Trans-Leuten eine Wahrheit darstellt, die über die mangelhaften Schlussfolgerung des menschlichen Geistes hinausgeht, vor der jeder niederknien muss.

Wahrheit, erzählt sie uns, kommt aus Empathie und Schuld, nicht daher, dass man einen Schritt Abstand von seinen Emotionen nimmt.

Wie wir uns angesichts von etwas fühlen, kann eine moralische Wahrheit darstellen. Aber was wir deswegen unternehmen, erfordert objektives Denken. Die Ablehnung dieser Realität durch die Linken ist der Grund weshalb sie am Ende immer versagt.

Die Linke nutzt das Elend anderer für Macht und Ego aus. Sie will keine Antworten. Sie will Idealismus in Hass, Angst und Schuldgefühle verwandeln. Das ist der Grund dass sie die Wahrheit hasst. Ihre Verfälschung von Religion und Wissenschaften ist eine Lüge und ihre Propheten und Experten erklären ihr Versagen nie.

Objektivität ermöglicht einer moralischen Gesellschaft ihre Probleme zu lösen. Die Linke befindet sich mit der Objektivität im Krieg, weil sie nicht will, dass diese Probleme gelöst werden. Objektivität würde ihr die Macht wegnehmen.

Für Postmodernismus geht Identität vor Vernunft

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 20. September 2020

Vor vielen Jahren, während der Moderne (im Gegensatz zur „Postmoderne“, in der wir heute leben), hatte ich einen Job, zu dem es gehörte elementare Logik zu lehren. Beim wahrscheinlich wichtigsten Thema ging es um informelle Trugschlüsse, diese übel überzeugenden Argumentationstricks, die farbenfrohe Namen wie „kein wahrer Schotte“, „Motte und Baily“ und „Roter Hering“ (Ablenkungsmanöver) haben. Einer meiner Lieblinge ist eine Form des an der eigentlichen Frage Vorbeigehens (unter der Annahme, Sie wollen etwas beweisen). Ich nenne sie den Irrtum der Unwiderlegbaren Behauptung.

Was ist eine unwiderlegbare Behauptung? Ein Beispiel ist die Äußerung von Anhängern der Schriftstellerin Alisa Rosenbaum (allgemein bekannt als Ayn Rand), das einzig rationale Motiv für menschliches Handeln sei Eigeninteresse. Antworten Sie mit Beispielen offensichtlich rationaler Selbstlosigkeit – der Milliardär, der sein Vermögen weggab, Mutter Teresa usw. – lautet die Antwort, dass der psychische Wert ihres Handelns für diese Einzelpersonen größer war als der Wert des Geldes oder der Annehmlichkeiten, die sie opferten. Es lag in ihrem eigenen Interesse sich gut zu fühlen und zu opfern ließ sie sich gut fühlen.

Egal, was man als Beispiel anführt, der Argumentierende wird subtil Selbstinteresse umdefinieren, damit das eingeschlossen ist. Die Möglichkeit diesen Irrtum zu entlarven, besteht in der Frage: „Was würde als Gegenbeispiel zählen?“ Jeder Vorschlag mit empirischem Inhalt – also etwas, das etwas Neues über die Welt ausdrückt – muss von Fakten unangenehm gemacht werden können. Wenn es keine vorstellbare Tatsache gibt, die ihn als falsch erweisen könnte, deutet das darauf hin, dass es kein Vorschlag zur Welt ist – sondern, dass es um die Bedeutung der Worte darin geht.

Wenn also Ihr Freund mit einem Gegenbeispiel kommt, wenn es keine vorstellbaren Fakten gibt, die es falsifizieren könnten, dann wissen Sie, dass er „Eigeninteresse“ so definiert, dass alle rationalen Motive einbezogen werden. Mit anderen Worten: Er nimmt an, was er zu beweisen behauptet.

Ein weiteres Beispiel ist die unglückliche aktuelle Vorstellung von „weißer Zerbrechlichkeit“, in der die Aussage alle Weißen seien Rassisten nicht widerlegt werden kann, weil der Versuch das zu tun als prima facieBeweis für Rassismus gilt. Die zahlreichen privaten und öffentlichen Vorhaben, die gutes Geld dem Autor eines Buches zu dem Thema gezahlt haben, hätte  mich für weit weniger anheuern können, um zu erklären, warum die Unwiderlegbarkeit einer Äußerung in der Regel andeutete, dass sie Teil eines Zirkelschlusses ist.

Es gibt eine weitere Art unwiderlegbarer Aussagen, nämlich die Berufung auf private Tatsachen. Eine private Tatsache ist eine, die nur demjenigen zugänglich ist, der von ihr spricht und daher nicht widerlegt werden kann. Wenn ich zum Beispiel sage, dass ich gerade an schöne Blumen denke, kann niemand schlüssige Beweise liefern (zumindest beim aktuellen Stand der Hirnforschung), dass meine Äußerung falsch ist. Ich bin der einzige, für den mein Denken wahrnehmbar ist.

Eine private Tatsache zu äußern ist an sich nicht irreführend. Ich könnte in der Tat an schöne Blumen denken. Aber wenn eine private Tatsache sowohl als Erklärung der Welt, die Folgen haben könnte, und gleichzeitig als unwiderlegbare Äußerung dargestellt wird, dann schrillen die Alarmglocken. Man kann nicht beides haben: Entweder die Äußerung betrifft nur einen selbst und in diesem Fall kann sie nicht angefochten werden; oder es geht um die Welt und es könnte Belege geben, die dagegen sprechen, dass sie war ist.

Ein Beispiel: Angenommen, ich würde sagen, dass ich – ein neunfacher Großvater – in Wirklichkeit eine Frau bin. Ich könnte diese Aussage unterstützen, indem ich mich auf eine private Wahrnehmung meines Geschlechts berufe, die sich von meinem biologischen Geschlecht und der sozialen Rolle unterscheidet, die ich in den letzten 77 Jahren gespielt habe. Weil dieses Geschlecht von  niemand anderem wahrnehmbar ist, kann niemand meine Äußerung widerlegen. Ich bin der einzige, der wissen kann, ob sie wahr oder falsch ist.

Jemand könnte argumentieren, dass die Definition von „Geschlecht“, die ich zu nutzen scheine, sich vom allgemeinen Gebrauch dieses Wortes unterscheidet. Aber solange ich konsequent bin, habe ich keine Täuschung begangen. Das Logik-Problem kommt auf, wenn ich darauf bestehe, dass sich meine soziale Rolle in jeder Hinsicht ändern muss, angefangen mit Pronomen bis hin zu WC-Privilegien, sozial angemessener Kleidung und jeder anderen von Geschlechterrollen abhängigen Überlegung. In diesem Fall habe ich darauf bestanden, dass meine private Tatsache bezüglich des Geschlechts in Wirklichkeit eine empirische Tatsache nach dem Vorbild des biologischen Geschlechts ist. Es geht nicht einfach um mich selbst, sondern darum, dass es Folgen in der realen Welt hat. Und das ist irreführend.

Ich bringe das nur als Beispiel (meine volle Betrachtung des Transgenderismus findet sich hier). Beachten Sie, dass die Reaktion auf Einwände kein Versuch wäre die Logik zu rechtfertigen. Stattdessen bestünde sie darin zu sagen, dass jeder, der die Forderungen nicht akzeptiert, dass Gender-Erklärungen als wahr akzeptiert werden und dass es ernste Strafen in der realen Welt für jeden geben soll, der sie überschreitet, ein transphober Cis-Gender-Unterdrücker ist.

Was hier geschieht ist, dass viele Dinge, die den „nicht Woken“ als absurd erscheinen, tatsächlich aus einer einzigen ideologischen Wurzel sprießen: dem Postmodernismus von Lyotard, Foucault, Derrida und anderen. Das ist die Quelle für die Exzesse der politischen Korrektheit, Mikroaggressionen, Intersektionalität, Identitätspolitik, Transgenderismus, Postkolonialismus, Rassen- und Genderstudien, „Queer-Theorie“; moralischem, kulturellem und erkenntnistheoretischem Relativismus; die Ersetzung von Geschichte durch „Narrative“, Misstrauen gegenüber den Naturwissenschaften, Angriffen auf freie Meinungsäußerung, das Verschmelzen von Rede und Gewalt – ich könnte ständig immer weiter machen. Eine Ausstellung dieser Verbindungen aus liberaler Perspektive, die es durchaus wert ist gelesen zu werden, ist in einem aktuellen Artikel von Helen Pluckrose mit demTitel „How French ‘Intellectuals’ Ruined the West: Postmodernism and Its Impact, Explained“ [Wie französische Intellektuelle den Westen zugrunderichteten: Postmodernismus und seine Auswirkungen erklärt] zu lesen.

Um es stark zu vereinfachen: Postmodernisten glauben, dass es keine objektive Wahrheit gibt; was als solche dargestellt wird, ist Teil eines sozialen Konstrukts, das so gestaltet ist, dass es Gruppen an der Macht („Unterdrücker“) ermöglicht andere unterdrückt zu halten – besonders über „People of Color“, aber auch über Frauen, sexuelle und Gender-Minderheiten, Behinderte und andere. Wegen der Verbreitung der Narrative sind die Unterdrücker nicht in der Lage die Ansicht der Unterdrückten zu verstehen, egal, wie wohlmeinend sie sein mögen. Angewandt wurde das besonders von Edward Said in seinem Buch „Orientalismus“ auf die (nicht jüdischen) Völker des Nahen Ostens, vermutlich das beliebteste Einzelwerk in Lehrplänen der Nahoststudien-Fakultäten.

Identität steht in der postmodernen Theorie an erster Stelle. Was du bist, bestimmt, wo du hineinpasst, nach welchen Narrativen du lebst und natürlich, ob du ein Unterdrücker oder unterdrückt bist. Vielleicht erklärt dies die Wut, die sich gegen Jessica Krug und Rachel Dolezal richtet, die sich eine rassische Identität „aneigneten“, die ihnen nicht gehörte (obwohl es mit angeeignetem Geschlecht diesbezüglich keine Probleme zu geben scheint).

Postmodernisten lehnen die Aufklärungskonzepte hauptsächlich aus dem Grund ab, dass objektive Wahrheit, Toleranz gegenüber Widerspruch und Menschenrechten, stillschweigend von denen unter uns akzeptiert werden, die sich als Liberale oder Konservative bezeichnen. All diese werden als Artefakte eines unterdrückerischen Sozialsystems betrachtet. Selbst die Mathematik ist des Rassismus beschuldigt worden!

Das ist der Grund, dass Postmodernisten Argumente gegen Transgenderismus und weiße Zerbrechlichkeit (und so weiter) nicht ernst nehmen. Sie betrachten sie als schlichten Ausdruck des unterdrückerischen Narrativs, das sie alle gebar und die progressive Antwort besteht darin die Redner von einer Plattform auszuschließen oder zu „streichen“ oder sie (vielleicht in der nicht so weit entfernten Zukunft) in einen Gulag zu schicken.

Der Postmodernismus und seine Kinder Postkolonialismus, kritische Rassentheorie, Intersektionalität, Transgenderismus und alle die anderen sind Jahrzehnte lang in der Brust der akademischen Welt herangewachsen; aber wie die Kreatur aus Alien sind sie einfach in die Welt da draußen ausgebrochen. Obwohl die Ideologie mit internen Ungereimtheiten behaftet ist, betrachtet sie die Forderung nach Widerspruchsfreiheit nur als weiteres Mittel für Unterdrückung. Identität setzt Vernunft außer Kraft.

Man kann argumentieren, dass eine Kombination aus politischer Instabilität in der entwickelten Welt und Naturphänomene wie die Coronavirus-Epidemien das Versinken der Menschheit in ein weiteres „Dunkles Zeitalter“ herbeiführen. Sollte das eintreten, dann würde keine Philosophie besser passen als der Postmodernismus.

Nur dagegen sein ist der falsche Ansatz

Paula R. Stern, Facebook, 8. Oktober 2020

Ich habe Tage lang überlegt, ob ich das schreiben soll, aber es hat so sehr überhand genommen, dass ich das Gefühl bekam, ich müsse etwas tun.

Eine negative Botschaft ist eine ineffektive Botschaft.

Ich sage Firmen immer, wenn ihre Hauptbotschaft mit der Angst oder der Verletzbarkeit der Leute spielt, dann ist es vielleicht an der Zeit zurück ans Reißbrett zu gehen. Verbreitet eine positive Botschaft. Das kommt bei den Leuten etwas viel besser an. Sagt mir, warum ich euer Produkt brauche, nicht warum das Produkt der Konkurrenz stinkt.

Wir alle kennen dieses Geschäft, aber in der Politik vergessen wir das irgenwie.

Die amerikanische Politik ist das perfekte Beispiel. Ich musst immer noch jemanden finden, der mir etwas erklärt, warum er für Biden stimmt, das nicht „Er ist nicht Trump“ ist. Das ist keine positive Sichtweise und keine positive Botschaft.

Es erinnert mich an die palästinensische Autonomiebehörde. Wie lautet die Hauptbotschaft ihrer Charta? Kein Israel! Hm, wie wäre es damit mir zu sagen, was positiv ist und nicht eure gesamte Existenz und Identität auf dem Völkermord an einer Nation und der Vernichtung eines Staates zu gründen? Kein Wunder, dass sie als Volk keine Fortschritte gemacht haben. Sie wollen nicht voran kommen, sie wollen zerstören. Ich rede von der Führung, nicht dem Durchschnittsmenschen auf der Straße.

Die israelische Politik ist natürlich nicht anders. Mein gesamter Feed ist voll mit Leuten, die das Wort „geh“ als Profilbild haben. Es richtet sich gegen Netanyahu und wie sehr sie ihn aus dem Amt haben wollen.

„Geh“? Kannst du das wirklich nicht besser? Sie protestieren auf der Straße dafür, dass Bibi zurücktreten soll, statt die Leute zu ermutigen rauszugehen und Bibi demokratisch aus dem Amt zu wählen. Das wäre eine positive Botschaft. Sagt mir, ich soll wählen gehen. Sagt mir, wer ihn ersetzt, schreibt nicht einfach nur „geh“.

Wie kann das eine positive Botschaft sein?

Jeder konzentriert sich auf Negatives und das ist so außer Kontrolle geraten, dass die Leute Trump bei seiner Infektion mit COVID wörtlich einen negativen Ausgang wünschen! Echt jetzt, Leute? Sind wir so tief gesunken?

Ich verstehe: Ihr mögt den Mann nicht, ihr glaubt, er ist verrückt. Ich könnte zustimmen oder auch nicht. Aber jemandem, der mit einem Virus infiziert ist, etwas Schlechtes wünschen? Kommt schon, das könnt ihr besser.

Dasselbe gilt für Bibis Familie. Ja, sein Sohn sagt schwachsinnige Sachen. Auch seine Frau. Aber ihnen etwas Schlechtes wünschen? Kommt schon, das muss aufhören.

Ich habe immer noch keinen Post eines „Bibi-Hassers“ gefunden, der ihm Anerkennung wegen des Deals mit den USA zollt. Wie kann jemand das Positive daran leugnen? Ganz zu schweigen von all den anderen Gesprächen, die mit der arabischen Welt laufen. Können wir nicht zugeben, dass er etwas machte, was Lob verdient? Nein, denn das ist positiv und er ist Bibi. Nichts Positives gestattet.

Wir stecken alle gemeinsam in dieser Pandemie, sie ist der ultimative Gleichmacher der Gesellschaft. Keine Armen und Reichen mehr, keine Berühmten und Unberühmten, wir alle stehen vor derselben Bedrohung und wir können alle etwas Positives brauchen.

Ich sagte euch nicht, was ihr tun sollte, aber ich sage euch, dass so viel Hass und Negativität anzustauen nicht gut ist, für niemanden, auch nicht für euch. Hauptsächlich für euch.

Versucht Positives zu verbreiten. Ihr werdet euch um einiges besser fühlen.

Ist nur meine unbedeutende Meinung.