Hass auf dem Spielfeld: Antisemitismus im Sport

Gideon Ben-Zvi, HonestReporting, 23. August 2020

Sport ist ein großer Einiger, schafft Gelegenheiten für Kontakte von Menschen aus einer breiten Vielzahl von Hintergründen. Doch obwohl das relativ wenig berichtet wird, erfahren jüdische Sportler in der großen Welt des Sports Antisemitismus und in einigen Fällen grassiert dieser.

Von München in die muslimische Welt

Antisemitismus wird zwar heiß diskutiert, besonders weil er die erhitzte Debatte um das Wesen und die Politik des Staates Israel verbindet, aber er ist auch im Sport ein Phänomen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist der von Palästinensern geführte Terroranschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972, bei dem 11 israelische Athleten getötet wurden. Seitdem hat sich Antisemitismus im Sport verbreitet, weil reiche Länder mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung im Nahen Osten und Asien begonnen haben internationale Veranstaltungen auszurichten.

Zu den Beispielen der Schikane gegen israelische Sportler gehören:

  • 2019: Die Regierung von Malaysia verweigerte der israelischen Para-Schwimmmannschaft Visa, wodurch ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Japan diesen Sommer verhindert wurde.
  • 2019: Der iranische Judo-Weltmeister Seed Mollai verlor absichtlich einen Kampf gegen den niedriger gesetzten Ruslan Mussajew aus Kasachstan, um einen Kampf gegen den israelischen Judoka Sagi Muki zu vermeiden.
  • 2018: Die Anwesenheit der israelischen Mannschaft bei einem Jugend-Handballturnier in Doha löste Forderungen aus, die Qataris sollten ihre Kinder aus dem Turnier nehmen. Allgemeiner nutzen große Teile der Bevölkerung die sozialen Medien, um sich von der Teilnahme Israels an vielen internationalen Wettkämpfen in Qatar zu distanzieren.

Bruria Bigman, Sprecherin des israelischen Olympischen Komitees gibt an: „Israelische Athleten haben unter etlichen Fällen von Diskriminierung und Ausgrenzung gelitten. Das Israelische Olympische Komitee verurteilt diesen Trend, der der Internationalen Olympischen Charta widerspricht.“

Leider beschränkt sich dieser Versuch israelische Sportler zu boykottieren nicht auf den Nahen Osten.

Nicht nur in der muslimischen Welt, nicht nur gegen Israelis

Antisemitismus im Sport ist ein weltweites Phänomen. Zu den jüngsten Beispielen gehören:

  • Ein bekannter Sportkommentator in Griechenland beschuldigte den amerikanisch-israelischen Trainer David Blatt wegen der umstrittene Niederlage seiner Athener Mannschaft zu lügen, weil er jüdisches Blut hat.
  • Der ehemalige Basketballspieler Cody Decker sagte, Antisemitismus „grassiert überall im Sport“. In einem aktuellen Interview beschrieb Decker mehrere Vorfälle aus seiner Karriere, bei denen er herausgepickt wurde, weil er Jude ist und von Fans und Mannschaftsmitgliedern mit judenfeindlichen Beleidigungen bedacht wurde.
  • 2011 verklagte Jason Bailey, ein amerikanischer Eishockey-Profi, die Anaheim Ducks aus der NHL; er sagte aus, dass die Trainer des angegliederten Teams hätten ihn antijüdischen Schikanen ausgesetzt.

Bekannter sind Beispiele, in die europäische Fußballfans verwickelt sind. Ein Bericht des britischen Parlaments mit dem Titel „Antisemitismus im europäischen Fußball: Wunde im schönen Spiel“ kam zu dem Schluss, dass Hooligans in einer Reihe von Ländern wiederholt antisemitische Gesten, darunter den Nazigruß und hasserfüllte Parolen gegen Juden verwendet haben.

Kann Hass aus dem Sport vertrieben werden?

Auf einer Konferenz zu Antisemitismus im Sport im Jahr 2019 stimmten mehrere Experten überein, dass Hassreden hauptsächlich über das Internet in den Mainstream eingebracht wird. Insbesondere das Aufkommen der sozialen Medien ist eine Wende gewesen. Vor kurzem haben Berichte Licht darauf geworfen, wie Verschwörungstheorien, Rassismus, Fanatismus und Antisemitismus sich auf Online-Plattformen gezeigt haben. Zum Beispiel können in einige Fällen Dutzende Millionen Menschen mit einem einzigen Tweet erreicht werden.

Nach Angaben der Anti-Defamation League hat es in den letzten Monaten eine beträchtliche Zunahme antisemitischer Posts in sozialen Medien gegeben. Aus diesem Grund gibt es einen wachsenden Chor, der fordert, dass die Technologiegiganten eine klare Definition dessen annehmen, was Antisemitismus ist und verhindern, dass solche Inhalte verbreitet werden.

Tibi Galis, Executive Director des Auschwitz Institute for Peace and Reconsiliation hat gewarnt, dass Massengräuel mit einfachen Dingen wie Hassreden bei Sportveranstaltungen beginnen.

„Sport ist oft der erste Ort, an dem wir Erscheinungsformen gefährlichen Redens hören“, sagte er. „Die Frage lautet: ‚Wie können wir das sportliche Umfeld zu einem besseren machen?‘“ Zum Glück haben sich Sportstars gegen Vorurteile geäußert. Das Fehlen massiver Empörung in Reaktion auf aktuelle Vorfälle antisemitischer Tweets und Postings von Prominenten aus Sport und Unterhaltung ist sehr beunruhigend.

Der erste Schritt Antisemitismus anzupacken – im Sport und andernorts – besteht eindeutig darin ihn zu benennen. Nur dann kann er effektiv bekämpft werden. Aus diesem Grund sollten die Social Media-Giganten erwägen eine robustere Antisemitismus-Definition anzunehmen und ihre Politik für Hassreden energisch aufrecht zu erhalten.

Bis dahin werden die Antisemiten weiter punkten.

Die Schlacht von Manzikert: Die „Unterwerfung der Christenheit durch den Islam“

Raymond Ibrahim, 26. August 2020

Gemälde von Romanus Diogenes‘ Gefangennahme in Manzikert; (rechts: Skizze seines letzten Widerstands)

Am 26. August 1071 fand eine der entscheidendsten Schlachten der Weltgeschichte statt – die von Manzikert, die die Gründung des modernen Staates Türkei im ehemals christlichen Kleinasien initiierte.

Was an diesem Tag und den zu ihm führenden geschah, ist es wert erneut berichtet zu werden.

1019 „betraten erstmals die blutrünstigen Bestien … die barbarische Nation Ungläubiger, genannt Türken, Armenien“ in Ostanatolien „und schlachteten unbarmherzig die christlichen Gläubigen mit dem Schwert“, schreibt ein Chronist. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde praktisch ganz Armenien dezimiert: Hunderttausende wurden abgeschlachtet oder versklavt und tausende Kirchen niedergebrannt oder geschändet, einschließlich ihrer Umwidmungen in Moscheen:

Wer ist in der Lage das Geschehen und die ruinösen Ereignisse zu berichten, die den Armeniern widerfuhren, denn alles war mit Blut bedeckt. … Wegen der großen Zahl an Leichen stank das Land und ganz Persien war mit zahllosen Gefangenen gefüllt; so wurde diese gesamte Nation betrunken vom Blut. Alle menschlichen Wesen christlichen Glaubens waren in Tränen aufgelöst und in trauriger Bedrängnis…

Auch gab es wenig Zweifel darüber, was die Feindschaft der Türken antrieb: „Diese Nation der Ungläubigen“, erklärte ein Militärkommandeur, „kommt wegen unseres christlichen Glaubens gegen uns und sie haben vor die Verordnungen der Anbeter des Kreuzes zu zerstören und die christlichen Gläubigen auszulöschen.“ Daher „passt es und ist richtig, wenn alle Gläubigen mit dem Schwert hingehen und für den christlichen Glauben sterben.“ Viele waren derselben Meinung; die Berichte erzählen von Mönchen und Priestern, Vätern, Ehefrauen und Kindern, alle lumpig bewaffnet, aber pflichteifrig bereit ihre Lebensart zu schützen, herzuzukommen, um sich den Invasoren entgegenzustellen – nur um abgeschlachtet oder versklavt zu werden.

Die türkischen Horden waren unter der Zuständigkeit des aufsteigenden Stammes der Seldschuken mit Armenien auch nicht zufrieden; sie ritten weiter gen Westen über die Ebene Anatoliens, damals Teil des oströmischen Reiches („Byzanz“), wo sie eine Spur aus Rauch und Zerstörung hinterließen. Als er 1068 Kaiser wurde, machte Romanus Diogenes es sich zur Aufgabe zu handeln. 1069 hatte er eine gewaltige Armee zusammengezogen und war tief nach Kleinasien hineinmarschiert, wobei er zahlreiche Städte von den Türken befreite.

Die beiden Streitkräfte trafen schließlich nahe der Stadt Manzikert, direkt nördlich des Sees Van, aufeinander. Der türkischer Sultan Mohammed bin Dawud – der Nachwelt besser bekannt als „Alp Arslan“ oder „heldenhafter Löwe“ – schickte eine Delegation, um mit Romanus über „einen Vorwand für Frieden“ zu verhandeln, wohingegen in Wirklichkeit „Zeit geschunden“ werden sollte, erklärte Michael Attaleiates, der dabei war. Das „ermunterte den Kaiser nur zum Krieg“.

Romanus wies die Emissäre ab, zwang sie vor ihm auf die Knie zu gehen und befahl ihnen ihrem Sultan zu sagen, dass „es keinen Vertrag geben wird … und keine Rückkehr nach Hause, außer nachdem ich den Ländereien des Islam angetan habe, was den Ländereien Roms [Byzanz] angetan worden ist“. Nachdem er „die Botschafter mit größter Verachtung entlassen“ hatte, stachelte Romanus seine Männer „mit Worten außerordentlicher Gewalt“ zum Krieg auf.

Mohammed hielt seine Männer zum Jihad an und erinnerte sie an ihr Win-Win-Szenario: „Wenn uns der Sieg über sie gegeben wird, [nun gut]. Wenn, nicht werden wir als Märtyrer in den Garten einziehen.“ „Wir sind bei dir!“, brüllten die Männer im Gleichklang, als er seine Tirade beendete, gefolgt von einer Salve an „Allahu Akbar“, die Berichten zufolge „die Berge schüttelte“.

So trafen, als „Militärmusik von beiden Seiten erschallte und der Staub des Schlachtfeldes aufstieg wie Wolken im Himmel“, die beiden Armeen an diesem schicksalhaften Freitag, dem 26. August 1071 aufeinander.

Die Schlacht verlief wie üblich: Türkische Reiter in Sichelformation, die ihre wenigen Mitglieder verbarg, preschten voran und schossen Salven von Pfeilen ab, bevor sie sich rasch zurückzogen. Scharen römischer Männer und Pferde fielen; einige verließen sogar die Reihen und flohen. Unerschrocken behielt Romanus die Linie zusammen und marschierte mit seinen Kräften voran; aber weil den Türken unbegrenzt Terrain zur Verfügung stand, um sich zurückfallen zu lassen, gelang es der christlichen Armee nicht sie zu stellen und zu erledigen, während die Türken weiterhin effektive Taktiken des Zuschlagens und Zurückziehens anwandten.

Als der Tag fast vorbei war, befahl Romanus eine Kehrtwende zurück ins Lager, den einzigen Ort, wo seine Männer verpflegt und ihre Pferde getränkt werden konnten. Sobald er zurückkehrte, begannen die Türken einen umfassenden Angriff, „warfen sich wild, mit furchterregendem Geschrei auf die Römer“. Chaos setzte ein. „Alle schrien wirr durcheinander und ritten in Unordnung durcheinander; niemand konnte sagen, was vorging… Es war wie ein Erdbeben mit Geheul, Schweiß und einem raschen Ansturm von Angst, Staubwolken und vor allem ritten Türken überall um uns herum“, erinnerte sich Attaleiates später.

Romanus‘ Varangianergarde (die aus nordischen Kriegern bestehende Eliteeinheit des Imperiums, die immer an den Kaiser gebunden war, dem sie diente) wurde umzingelt und obwohl sie heldenhaft kämpfte bis auf den letzten Mann getötet. Als er sah, dass er „verlassen und komplett von Hilfe abgeschnitten war, zog [Romanus] sein Schwert aus der Scheide und war sich auf seine Feinde, tötete viele von ihnen und schlug andere in die Flucht. Aber er wurde von einer Menge Feinde umringt und an der Hand verwundet. Sie erkannten ihn und er wurde komplett umzingelt; ein Pfeil verwundete sein Pferd, das ausglitt und hinfiel, seinen Reiter mit sich zog. So wurde der Kaiser der Römer gefangen genommen und in Ketten vor den Sultan geführt.“

Schlimmer noch: Der einst stolze und kaiserliche Romanus wurde der erste römische Kaiser in mehr als tausend Jahren, der die schmähliche Erfahrung machte auf dem Schlachtfeld gefangengenommen zu werden. „Diejenigen, die entkamen, waren ein winziger Bruchteil“, vermerkt ein weiterer Chronist. „Von der Mehrheit wurden einige gefangen genommen, der Rest massakriert.“ Ein muslimischer Chronist bestätigt, dass die Christen „in einem solchen Ausmaß getötet wurden, dass ein Tal, in dem die beiden Seiten aufeinandertrafen, [mit ihren Leichen] gefüllt war.“

Sultan Mohammed erklärte den Sieg und sandte schnell in aller Eile „das Kreuz und was den Byzantinern abgenommen worden war“ nach Bagdad und „der Kalif und die Muslime frohlockten. Bagdad wurde in nie da gewesener Weise geschmückt und Kuppeln errichtet. Es war ein großer Sieg der Art, wie der Islam ihn zuvor nicht gesehen hatte“, schreibt ein Historiker aus Damaskus.

Die Schlacht öffnete darüber hinaus die Tür für die dauerhafte Eroberung Kleinasiens. Bevor er ermordet wurde, hatte der heldenhafte Löwe den Türken befohlen „wie die Löwenjungen und die Adlerjungen, die Tag und Nacht die Landschaft durchstreifen, die Christen erschlagen und der römischen Nation keine Gnade geben“. Das machten sie; und „die Emire verbreiteten sich wie Heuschrecken über das Antlitz des gesamten Landes“, drangen in jede Ecke Anatoliens vor, brandschatzten die meisten wichtigen Städte, einschließlich Ephesus, Heimat des heiligen Johannes des Evangelisten, Nicäa, wo im Jahr 325 das Bekenntnis des Christentums formuliert wurde und Antiochia, den ursprüngliche Sitz des heiligen Petrus.

„Alles, was übrig gelassen wurde, waren verwüstete Felder, umgeschlagene Bäume, verstümmelte Leichen und von Angst in den Wahnsinn getriebene oder in Flammen stehende Städte.“ Berichtet wurde, dass hunderttausende anatolische Christen massakriert oder versklavt wurden. Bis Anfang 1090 hatten die Türken die letzte christliche Bastion genommen, Nicomedia, nur knapp einen Kilometer vor Konstantinopel, vor der engsten Stelle des Bosporus.

Fünf Jahre später war der erste Kreuzzug im Gang.

Mohammed bin Dawud sollte von den Muslimen allgemein und besonders von den Türken geehrt werden. Denn der „Sieg des Seldschuken-Sultans in Manzikert war nicht nur ein militärischer Triumph über den byzantinischen Kaiser“, erklärt die Historikerin Carole Hillenbrand. „Seine Gefangennahme symbolisierte die Unterwerfung der Christenheit durch den Islam. Manzikert wurde als erster Schritt einer monumentalen Geschichte wahrgenommen, in der von Türken geführte Dynastien die Christen besiegen und den Triumph des Islam erklären sollten“.

Kein Wunder also, dass zusammen mit einem anderen Mohammed – dem Sultan, der 1453 Konstantinopel eroberte, der türkische Präsident Erdoğan es niemals versäumt diesen Sultan Mohammed bin Dawud, den „heldenhaften Löwen“ und Geißel der Christenheit, zu ehren (wenn nicht ihn nachzuahmen.

Yarmuk: Inspiriation für ISIS und „folgenreichste“ Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen

Raymond Ibrahim, 20. August 2020

Am 20. August 636 fand die wohl folgenreichste Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen statt – die vom Yarmuk. Nur vier Jahre nach dem Tod des muslimischen Propheten Mohammed entschied das militärische Aufeinandertreffen nicht nur, ob das arabische Glaubensbekenntis aufblüht oder stirbt; sie wurde zur Hauptquelle der Inspiration und Anweisung für Jihadisten über Jahrhunderte, direkt bis zum Islamischen Staat. Und doch sind sich nur wenige im Westen der Existenz der Schlacht von Yarmuk bewusst – weit weniger davon, wie sie gegenwärtige islamische Terroristen motiviert.

Die Gegner waren das oströmische Imperium unter Kaiser Heraclius und das neu geborene arabische Kalifat unter dem zweiten Kalifen Omar. Nach ein paar Jahren muslimischer Plünderungen im damals christlich-römischen Syrien trafen die beiden Mächte entlang des Flusses Yarmuk aufeinander. Der Austausch der beiden Generale vor der Schlacht – des römisch-armenischen Vahan und Khalid bin al-Walids (das sehr verehrte und beinahe kannibalistische „Schwert Allahs) – ist aufschlussreich:

Der christliche Kommandierende begann damit diplomatisch Arabiens harte Lebensbedingungen und verarmte Wirtschaft dafür verantwortlich zu machen, dass die Araber keine andere Wahl hätten als römische Länder zu überfallen. Entsprechend war das Imperium zufrieden sie mit Lebensmitteln und Geld zu versorgen, unter der Bedingung, dass sie nach Hause zurückkehren. „Es war nicht Hunger, der uns hierher brachte“, antwortete Khalid kühl, „sondern wir Araber haben den Brauch Blut zu trinken und uns wird gesagt, dass das Blut der Römer das süßeste seiner Art ist, also kamen wir hierher, um euer Blut zu vergießen und es zu trinken.“

Vahans diplomatische Maske fiel auf der Stelle und er begann eine Tirade gegen den unverschämten Araber: „Also wir dachten, ihr kommt auf der Suche nach dem, was eure Brüder immer suchten“ – Plünderung, Erpressung oder Landsknechtsarbeit. „Aber leider haben wir uns geirrt. Ihr kommt, um Männer zu töten, Frauen zu versklaven, Reichtum zu plündern, Gebäude zu zerstören und wollt uns von unserem eigenen Land vertreiben.“ Bessere Leute hatten versucht dasselbe zu tun, wurden aber immer besiegt, fügte Vahan mit Blick auf die kürzlich stattgefundenen Persischen Kriege hinzu, bevor er fortfuhr:

Was euch angeht, gibt es kein niedrigeres und abscheulicheres Volk – erbärmliche, verarmte Beduinen. … Ihr begeht Ungerechtigkeiten an der eigenen Nation und jetzt an unserer. … Welche Verwüstung habt ihr geschaffen! Ihr reitet Pferde, die euch nicht selbst gehören und tragt Kleidung, die nicht die eure ist. Ihr schafft euch Vergnügen mit jungen weißen Frauen Roms und versklavt sie. Ihr esst Essen, das nicht das eure ist und füllt eure Hände mit Gold, Silber und wertvollen Dingen [die nicht euch gehören]. Jetzt finden wir euch mit all unserem Besitz und der Beute, die ihr unseren Glaubensbrüdern genommen habt – und wir überlassen euch alles, wollen weder die Rückgabe noch tadeln wir euch. Alles, was wir von euch wollen, ist, dass ihr unser Land verlasst. Aber wenn ihr das ablehnt, werden wir euch vernichten!

Das Schwert Allahs war nicht beeindruckt. Er begann den Koran zu rezitieren und sprach von einem Mohammed. Vahan hörte in stiller Verbitterung zu. Khalid rief den christlichen General auf die Schahada zu proklamieren – „es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ – und damit den Islam anzunehmen, im Tausch für Frieden; er fügt hinzu: „Du musst auch beten, Zakat zahlen, die Haddsch zum heiligen Haus [in Mekka] pilgern, Jihad gegen die führen, die Allah ablehnen, … und dich mit denen anfreunden, die Allahs Freunde sind und gegen die sein, die gegen Allah sind“, ein Verweis auf die polarisierende Doktrin des al-wala‘ wa al-bara‘. „Wenn du ablehnst, kann es zwischen uns nur Krieg geben… Und du wirst Männern gegenüber stehen, die den Tod so lieben wie du das Leben.“

„Mach, was dir gefällt“, antwortete Vahan. „Wir werden unsere Religion niemals aufgeben oder dir Jizya zahlen.“ Die Verhandlungen waren vorbei.

Die Dinge spitzten sich – ziemlich buchstäblich – zu, als 8.000 marschierende Muslime vor dem römischen Lager erschienen, die die abgeschlagenen Köpfe von 4.000 Christen auf ihren Speeren trugen. Das waren die Überreste von 5.000 Mann Verstärkung, die aus Amman gekommen waren, um sich der römischen Armee in Yarmuk anzuschließen. Die Muslime hatten sie überfallen und abgeschlachtet. Dann, als laute „Allahu Akbar“-Schreie das muslimische Lager erfüllten, stießen die hinter den verbliebenen 1.000 christlichen Gefangenen stehenden Muslime, diese um und schnitten ihnen vor den Augen ihrer Glaubensbrüder, die arabische Quellen als in „kompletter Fassungslosigkeit“ beschrieben werden, die Köpfe ab.

Es sollte also Krieg sein: 30.000 christliche Römer gegen 24.000 muslimische Araber am Fluss Yarmuk in Syrien. Am Vorabend der Schlacht, schreibt der Historiker A.I. Akram, „verbrachten die Muslime die Nacht in Gebet und Aufsagen des Koran und erinnerten einander an die zwei Segnungen, die auf sie warteten: entweder Sieg und Leben oder Märtyrertum und das Paradies.“

Auf die Christen wartete kein derartiger Kitzel. Sie kämpften um Leben, Familie und Glauben. Während seiner Rede vor der Schlacht erklärte Vahan: „Diese Araber hier vor euch wollen … eure Kinder und Frauen versklaven.“ Ein anderer General warnte die Männer hart zu kämpfen, sonst würden die Araber „eure Ländereien erobern und eure Frauen vergewaltigen“. Solche Ängste waren nicht unberechtigt. Noch während die Römer vor der Schlacht im Gebet knieten, paradierte der arabische General Abu Sufyan auf seinem Ross, schwenkte seinen Speer und ermahnte die Muslime zum „Jihad auf die Weise Allahs“, damit sie „Land und Städte der Christen erobern und ihre Kinder und Frauen versklaven“ können.“

Die Schlacht dauerte sechs Tage an. Am 20. August 636, dem sechsten und letzten Tag, brach ein Staubsturm – etwas, woran die Araber gewöhnt waren, ihre Gegner weniger – aus und verursachte Massenchaos, besonders für die Römer, deren große Zahl an Infanteristen sich als kontraproduktiv erwies. Die Nacht brach an. Dann, berichtet der Historiker Antonio Santosuosso,

hallte der Boden wider vom furchterregenden Lärm muslimischen Geschreis und Schlachtgebrülls. Schatten änderten sich plötzlich in Klingen, die das Fleisch durchdrangen. Der Wind brachte die Schreie von Gefährten, als der Feind heimlich unter dem infernalischen Lärm von Becken, Trommeln und Schlachtgebrüll in die Reihen einbrach. Es muss noch furchterregender gewesen sein, weil sie nicht erwartet hatten, dass die Muslime im Dunkeln angriffen.

Muslimische Kavalleristen übten weiter Druck auf die zusammengedrängte und geblendete römische Infanterie aus; dazu nutzten sie die Hufe und Knie ihrer Rösser, um die ermüdeten Kämpfer niederzuwerfen. Schließlich bis an den Rand der Schlucht gedrängt fiel Reihe um Reihe der kaiserlichen Armee die steilen Abhänge hinunter in den Tod. „Die byzantinische Armee, die zusammenzustellen Heraclius brauchte, hatte aufgehört zu existieren“, schreibt der britische Generalleutnant und Historiker John Bagot Glubb. „Es gab keinen Rückzug, kein Handeln einer Nachhut, keinen Kern Überlebender. Es war nichts übrig geblieben.“

Als der Mond den Nachthimmel füllte und die Sieger den Getöteten alles genommen hatten, klangen „Allahu Akbar“-Schreie und „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ durch das Yarmuk-Tal, berichtet der arabische Chronist.

Nur ein paar Jahrzehnte nach Yarmuk waren alle antiken christlichen Länder zwischen Syrien im Osten und Marokko im Westen – fast 6.500km – vom Islam erobert worden. Anders ausgedrückt: Zwei Drittel des ursprünglichen, älteren und wohlhabenderen Territoriums der Christenheit waren dauerhaft vom Krummsäbel des Jihad geschluckt worden. (Schließlich und Dank der späteren Türken „eroberten muslimische Armeen drei Viertel der christlichen Welt“, wird der Historiker Thomas Madden zitiert.)

Aber anders als die germanischen Barbaren, die in den Jahrhunderten zuvor nach Europa eindrangen und es eroberten, nur um sich in die Religion, Kultur und Zivilisation des Christentums zu assimilieren und seine Sprachen – Latein und Griechisch – zu übernehmen, zwangen die Araber den eroberten Völkern ihren Glauben und Sprache auf, so dass die einst auf die Arabische Halbinsel beschränkten „Araber“ heute die „Arabische Welt“ mit 22 Staaten im gesamten Nahen Osten und Nordafrika bilden.

Das wäre nicht der Fall und die Welt hätte sich radikal anders entwickelt, hätte das oströmische Reich die Invasoren besiegt und sie zurück nach Arabien geschickt. Kein Wunder, dass Historiker wie Francesco Gabrieli der Meinung sind, dass „die Schlacht am Yarmuk zweifelsohne wichtigere Folgen hatte als fast jede andere in der Weltgeschichte“.

Darüber hinaus und wie der aufmerksame Leser bemerkt haben wird, sind die Kontinuität der Worte und Taten des Islamischen Staats im Irak und Syrien (ISIS) und die seiner Vorgänger von vor fast 1.400 Jahren gespenstisch ähnlich. Das ist natürlich Absicht. Wenn ISIS proklamiert: „Amerikanisches Blut ist das beste und wir werden es bald schmecken“, oder „Wir lieben den Tod so, wie ihr das Leben liebt“, oder „Wir werden eure Kreuze zerschlagen und eure Frauen versklaven“, dann zitieren sie wortgetreu – und stellen sich damit in die Fußstapfen von – Khalid bin al-Walid und seinen Gefährten, den ursprünglichen Eroberern Syriens.

Gleichermaßen gründet die Beschwörung der Huris, der den Märtyrern versprochenen himmlischen Sexsklavinnen des Islam, auf mehreren Anekdoten von am Yarmuk sterbenden Muslimen, die von diesen unsterblichen Konkubinen im Paradies willkommen geheißen werden. Das Gleiche gilt für die choreografierte rituelle Abschlachtung von „Ungläubigen“, am berüchtigsten die der 21 koptischen Christen am Strand in Libyen, die der rituellen Abschlachtung von 1.000 gefangen genommenen römischen Soldaten am Vorabend der Schlacht nachgeahmt worden ist.

Hier ist also eine Erinnerung daran, dass die Lektionen aus der militärischen Geschichte des Islam und des Westens alles andere als akademisch sind und bis heute Bedeutung haben – zumindest für die Jihadisten, deren Denkweise anzuerkennen viele im Westen immer noch ablehnen.

Huri oder Hure? Die „72 Jungfrauen“ des Islam sehnen sich nach „Märtyrer“-Muslimen

Raymond Ibrahim, 13. August 2020

In einem PMW-Artikel vom 22. Juli 2020 heißt es:

Seit die palästinensische Autonomiebehörde im Jahr 2000 ihre Terrorkampagne – die zweite Intifada – begann, hat sie den terroristischen Märtyrern versprochen, dass sie als Muslime im Paradies mit 72 dunkeläugigen Jungfrauen belohnt werden. Die Versprechen werden in Religionslektionen, Äußerungen politischer Persönlichkeiten sowie Gedichten und Musikvideos geäußert, während Beerdigungsanzeigen als „Hochzeits-Anzeigen“ formuliert werden.

Als aktuelles Beispiel führt der Artikel ein palästinensisches Musikvideo an, das „die Zuschauer daran erinnert, dass der Tod als ‚Märtyrer‘ in Wirklichkeit eine ‚Hochzeit‘ mit den 72 Jungfrauen im Paradies ist“. Ein weiteres Video zeigt einen palästinensischen Kleriker, der jungen Kindern eine Gehirnwäsche mit Träumen von „Märtyrertum“ und der folgenden „Ehe mit den dunkeläugigen Jungfrauen im Paradies“ verpasst – während, die seine Worte nicht zu bemerken scheinen, „Allahu Akbar!“ schreien.

Wer sind diese „dunkeläugigen Jungfrauen im Paradies“, die sich – wie eine andere palästinensische Persönlichkeit es formulierte – nach diesen Muslimen „sehnen“, die nach den Worten des Koran „töten und getötet werden“ (Sure 9,111)?

Der korrekt arabische Begriff für diese Gebilde ist hur al-‘ayn, allgemein bekannt als die deutsche Transkription Huri. Es handelt sich um übernatürliche, himmlische Frauen – „mit großen Augen“ und „großen Brüsten“, sagt der Koran (Suer 56,22; 78,33) – geschaffen von Allah für den ausdrücklichen Zweck seine Lieblinge auf ewig sexuell zu befriedigen. (Ob das Wort „Hure“ etymologisch mit dem arabischen huri verbunden ist oder nicht, ist letztlich irrelevant, da sie beide derselben Funktion zu dienen scheinen.)

Einer dieser kanonischen Hadithe – eine Mohammed zugeschriebene Äußerung, die der Mainstream-Islam als wahr anerkennt – den alle jihadistischen Organisationen regelmäßig anführen, lässt Mohammed sagen:

Der Märtyrer [schahid, einer, der für den Islam kämpfend stirbt] ist für Allah besonders. Ihm wird vom ersten Tropfen Blut an [das er vergießt] vergeben. Er sieht seinen Thron im Paradies … Und er wird mit zweiundsiebzig huris kopulieren. [s. Sure 44,54; 52,20; 55,72 und 56,22].

Während die Huris im westlichen Hirn Bilder von spärlich bekleideten Geistern und/oder anderen wilden Erzählungen aus den Arabischen Nächten wachrufen – und damit als „Märchen“ ohne Funktion jemanden anzuspornen abgetan werden – lautet die Tatsache, dass der Wunsch nach diesen unsterblichen Konkubinen muslimische Männer in Gegenwart und Vergangenheit zu Taten selbstmörderischen Terrors getrieben haben, wie sowohl in muslimischen wie auch westlichen geschichtlichen Quellen aufgezeichnet wurde.

Was religiöse Begeisterung und Leidenschaft für den heiligen Krieg angeht“, schreibt der Historiker Marius Canard, „so ist gewiss, dass zahlreiche Muslime von diesem Gefühl bewegt wurden … Es gibt zahlreiche Berichte, die Kombattanten beschreiben, die mit freudigem Herzen in den Tod gehen, wobei sie Visionen der himmlischen Huris sehen, die ihnen zurufen und Zeichen geben.“

Tatsächlich werden die Huris als ständig auf den Schlachtfeldern des Jihad präsent dargestellt, die ihre Möchtegern-Liebhaber locken; sie sollen in ihre Arme stürmen, indem sie in wilde Akte des „Märtyrertums“ betreiben. Das erweist sich aus der ersten militärischen Begegnung des Westens mit dem Islam, der schicksalhaften Schlacht von Yarmuk (636). Dort stieß ein Muslim auf einen gefallenen Kameraden „der zu Boden geschlagen worden war und ich sah, wie er seine Finger in den Himmel erhob. Ich verstand, dass er frohlockte, denn er sah die Huris“. Ein arabischer Stammesführer sagte seinen Männern, dass ein Frontalangriff auf die „christlichen Hunde“ synonym mit einem „Sturm in die Umarmung der Huris“ ist!

Die muslimischen Prediger hörten nicht auf die Kämpfer [in Yarmuk] anzuspornen: Bereitet euch auf die Begegnung mit den Huris mit den großen schwarzen Augen vor“, erklärte ein persischer Historiker im Mittelalter. „Und natürlich hat es nie einen Tag gegeben, an dem mehr Köpfe fielen, als am Tag von Yarmuk.“

Fast ein Jahrtausend später, am Abend vor der Plünderung von Konstantinopel im Jahr 1453, führten die osmanischen Türken ebenfalls die Huris ins Feld, um den Kampfgeist der Männer zu entfachen. Wanderderwische „besuchten die Zelte, um das Verlangen nach Märtyrertum und die Versicherung eine unsterbliche Jugend inmitten der Flüsse und Gärten des Paradieses und in den Armen der schwarzäugigen Jungfrauen [Huris] zu verbringen einzuflößen“. In der entscheidenden Schlacht von Mohacs 1526 besiegten siebzigtausend muslimische Invasoren – beschrieben als Anhänger des „Jihad und Märtyrertums“, erpicht auf „ein immerwährendes glückliches Leben“ mit „den Huris“ – das bis dahin mächtige Königreich Ungarn, bauten eine massive Pyramide aus Schädeln und kehrten mit hunderttausend Sklaven nach Konstantinopel zurück.

Von Anbeginn an haben westliche Beobachter die faszinierenden Auswirkungen auf den Sirenenruf der Huris bestätigt. Marco Polo (gest. 1324) erklärte, warum die Haschaschin (daher kommt das englische Wort „assassin“ – Attentäter/Mörder) oder Nizari-Ismailis, eine schiitische Sekte, nach der Ermordung ihres Zieles nicht flohen, sondern darauf warteten von den Garden oder Begleitern ihrer Opfer zergehackt zu werden: Sie waren erpicht darauf ins „Paradies einzutreten, wo jede Art sinnlicher Befriedigung zu finden sei, in der Gesellschaft schöner Nymphen [Huris]“.

In einem „interreligiösen Dialog“ zwischen Kalif Omar II. und Kaiser Leo III. schrieb letzterer: „Wir [die Christen] erwarten nicht dort [im Himmel] keinen Umgang mit Frauen zu haben, die für immer Jungfrauen bleiben“, denn „wir setzten keinen Glauben in solche dumme Erzählungen, die von extremer Ignoranz und Heidentum erzeugt sind.“ Aber „für euch, denen körperliche Laster gegeben sind und die ihr nie gewusst habt diese zu zügeln, ihr, die euer Vergnügen allem Guten vorzieht, ist das genau der Grund, dass ihr den Bereich des Himmels als wertlos betrachtet, ist er nicht mit Frauen bevölkert“, mit denen ihr Sex habt – ein Verweis auf die Huris.

Wenn Muslime, insbesondere mit salafistischer Überzeugung – praktisch alle Jihadisten sind Salafisten – die Welt des frühen Islam bewundern und ihr nacheifern, dann sollte es nicht überraschen, dass die Huris über die Eröffnungsanekdoten zu palästinensischer Indoktrination hinaus immer noch ihren Zauber wirken.

Zum Beispiel wurde Naa’imur Rahman, ein Muslim aus Nordlondon, „für schuldig befunden zu planen die Tore der Downing Street zu sprengen und Theresa May zu ermorden… motiviert war er davon nach dem Anschlag im Paradies Jungfrauen zu treffen, hörte das Gericht.“ Während der Diskussion mit einem Undercover-Polizisten sagte Rahman, er sei begierig „ihr [May] den Kopf abzunehmen, yeah“.

Ich will in den jannah [Himmel] gehen, wenn ich das mache. Ich will nicht zurückkommen. Ich will, dass sie mich töten, aber ich will einfach mein Ding tun, bevor ich getötet werde… Ich habe viel an die hur al-ayn [Huris] gedacht … Inschallah [so Gott will] werde ich sie bald treffen.

Vor der Schlacht um Mossul Ende 2016 sagte der „Kalif“ des Islamischen Staats Abu Bakr al-Baghdadi:

Alle [die im Kampf sterben] ohne Ausnahme werden als Märtyrer ins Paradies gehen. Darüber hinaus werdet ihr mit viermal so vielen Huris als andere Märtyrer ins Paradies eingehen. Denn genauso, wie ihr jetzt zu mir steht, so werden sie zu euch stehen – oder unter euch oder über euch – so dass ihr vergessen könnt, was euch an Gewalt, Tod und Erniedrigung in diesem Krieg zustoßen wird.

All das ist eine Erinnerung, dass die muslimische Denkweise und die Motivation hinter dem Jihad vielfältig und facettenreich sind – und sogar diejenigen einschließt, die gar nicht an Allah und das Leben im Jenseits glauben. Bedauerlicherweise scheinen das im Westen nur wenige zu begreifen. So sagte ein französischer Reporter, der den Islamischen Staat infiltrierte und einige Zeit dort verbrachte: „Ich habe nie irgendwas vom Islam gesehen. Keinen Willen die Welt zu verbessern“, nur „selbstmörderische“ Männer, die sich darauf freuen als „Märtyrer“ zu sterben, wie sie im erklärten, ihr „Weg ins Paradies“, wo „Frauen [Huris] auf uns warten“.

Bis westlich-säkulare Köpfe aufhören die eigenen ausschließlich materialistischen Weltanschauungssyteme auf die Jihadisten zu projizieren und anfangen die Anschauungen und Motivationen des Islam zu dessen eigenen Bedingungen zu begreifen, wird der Westen weiter den ältesten und einfachsten Ratschlag zur Kriegsführung ignorieren: „Kenne deinen Feind.“

 

Die Hagia Sophia und die Kathedrale von Córdoba: der Jihad-Faktor

Raymond Ibrahim, 7. August 2020

Was uns gehört, ist unseres und was dir gehört, ist auch unseres. Das ist eine der Hauptbotschaften von Muslimen nach der gerade erfolgten Entscheidung das Museum Hagia Sophia – ursprünglich als christliche Kathedrale gebaut und ein Jahrtausend lang genutzt – wieder in eine Trophäen-Moschee umzuwidmen.

Beachten Sie zunächst die jüngste und bewusste Darstellung der Eroberungssymbole und das allgemeine Gefühl islamischen Triumphalismus:

Der erste Tag der Gebete seit der Veränderung des Status der Hagia Sophia war letzten Freitag [24. Juli]. Tausende versammelten sich unter dunklen Vorhängen, die die einst glitzernden Mosaike mit der Darstellung Christi und der Jungfrau Maria abdeckten. Der oberste Imam des Landes, Ali Erbas, hatte ein Schert in der Hand, als er seine Predigt auf der Kanzel hielt. Auf Nachfrage hierzu sagte er: „Das ist eine Tradition in Moscheen, die das Symbol von Eroberung sind.“ Draußen versammelten sich Tausende, die griechenfeindliche Parolen skandierten. Zur Feier des Ereignisses wurden Gedenkmünzen gefertigt.

Statt diese Betonung des jihadistischen Charakters ihrer Religion abzulehnen (oder das zumindest vorzugeben), forderten ermutigte Muslime rund um die Welt die „Rückgabe“ anderer Bauten.

„Als Minimum“, sagte Scheik Sultan bin Muhammad al-Qasimi, einer der Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, ein paar Tage nach der islamischen Annexion der Hagia Sophia durch die Türkei, „fordern wir die Rückgabe der Moschee von Córdoba [derzeit die Kathedrale von Córdoba in Spanien], die der Kirche gewährt wurde, da dieses Geschenk, das denen [den Christen] nicht gehört, die sie nicht verdienen.“

In ähnlicher Weise antwortete der türkische Historiker Mehmet Özdemir in einem Interview auf Papst Franziskus‘ immens knappe, gar zaghafte Überlegung zur Umwandlung der Hagia Sophia in einem Moschee – „Ich denke an die Hagia Sophia und ich bin sehr traurig“ – der Papst „sollte auch wegen der in Kirchen umgewandelte Moscheen während Al-Andalus Trauer fühlen“. Ein weiterer türkischer Historiker, Lüfti Seyban, bekräftigte denselben Punkt; er erklärte, es werde eine Ungerechtigkeit an den Muslimen der Welt begangen, dass ihnen nicht erlaubt wird da zu beten, was einmal die Große Moschee von Córdoba war, die heute als die katholische Kathedrale Mariä Aufnahme in den Himmel dient.

Die Botschaft ist klar: Wenn die Hagia Sophia, von der jeder weiß, dass sie vor tausend Jahren als Kathedrale gebaut und genutzt wurde, ohne unangefochten in eine Moschee umgewidmet werden kann – mit einem Schwert schwingenden Imam – dann sollte die Kathedrale von Córdoba, die ehemalige Große Moschee, wieder zu einer Moschee gemacht werden.

Aber war sie wirklich ursprünglich als Moschee gebaut worden, wie so viele behaupten, oder war auch sie ursprünglich eine eroberte Kirche?

In einem Interview zu dieser Frage im Catholic World Report bietet Darío Fernández-Morera, Dozent an der Northwestern University und Autor von The Myth of the Andalusian Paradise, viele Belege, die den Schluss untermauern, dass „die [Große] Moschee nicht nur an einer christlichen Stätte, sondern auch unter Verwendung von Material eines christlichen Gebäudes aus dem sechsten Jahrhundert gebaut wurde, das von Muslimen im neunten Jahrhundert zerstört wurde“.

Es lohnt sich, das ganze Interview u lesen, da es viele detaillierte Informationen zum historischen Umgang des Islam mit Kirchen bietet.

Wann immer muslimische Chroniken christliche Kirchen in Spanien erwähnen, dann nur, um sich mit ihrer Zerstörung oder ihrer Umwandlung zu Moscheen zu brüsten. Christliche Kirchen in Moscheen umzuwidmen ist während der muslimischen Eroberungen Standard-Praxis gewesen. Die berühmte Omajjaden-Moschee von Damaskus zum Beispiel wurde mit Material der großen griechischen Basilika Johannes der Täufer gebaut worden, die an der Stelle stand und die von den arabischen Eroberern niedergerissen wurde…

Die Ursprünge der Großen Moschee sind nicht anders.

Die christliche Basilika des Heiligen Vinzenz von Córdoba [gebaut im sechsten Jahrhundert] wurde vom gefeierten Omajjaden-Herrscher Abd-al-Rahman I. (731 bis 788) abgerissen, dessen Statuen jeden Ort im heutigen Spanien zieren. Mit ihrem Material ließ er die Moschee von Córdoba an derselben Stelle bauen.

Die Tatsache, dass die Große Moschee, wie so viele andere Moscheen, ursprünglich eine christliche Kirche war – und während der Reconquista wieder zu einer gemacht wurde – sollte jeglichen muslimischen Anspruch auf die Stelle in Córdoba zu den Akten legen. Dank eines inzwischen sehr bekannten Grundes ist das jedoch nicht der Fall. Fernández-Morera fährt fort:

Es überrascht nicht, dass die archäologischen und dokumentarischen Beweise [die die Ansicht bestätigen, dass die Große Moschee ursprünglich als die Basilika des Heiligen Vinzenz gebaut wurde] werden von Archäologen, die von der linken Stadtregierung Córdobas beauftragt wurde, von einem Archäologen des spanischen Centro Superior de Investigaciones Cientificas und der United Nations Educational, Scientific and  Cultural Organisation (UNESCO) zurückgewiesen, die nichts zugeben wollen, das den muslimischen Anspruch an der Kathedrale von Córdoba untergraben könnte. Sie befinden sich auf derselben ideologischen Seite wie diese Akademiker, die die Existenz einer Zurückeroberung bestreiten. Nichts darf zugelassen werden, das den Islam untergräbt…

Es ist wichtig im Gedächtnis zu behalten, dass die nicht angefochtene Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee nicht nur zu Forderungen angespornt hat die Kathedrale von Córdoba wieder zu einer Moschee zu machen; diese Forderung soll die islamische Übernahme der Türkei entlasten. Beachten Sie die Logik des türkischen Gelehrten Khalid Yacinen zu dieser symbolischen Beziehung:

Als Spanien die Muslime währender Inquisition vertrieb, verwandelte es die Große Moschee von Córdoba in eine Kathedrale, in der es Muslimen bis heute verboten ist zu beten… Die Türkei [andererseits] hat entschieden Muslimen zu erlauben in der Hagia Sophia Gebete zu sprechen. Das ist kaum vergleichbar damit, dass man in der Großen Moschee von Córdoba dafür verhaftet wird, etwas auf Arabisch zu sagen oder aus ihr eine Kathedrale zu machen.

Fernándes hingegen stellte fest:

Eine wahre Analogie zur Geschichte der Kathedrale von Córdoba wäre es, die Stätte der Hagia Sohia umzuwidmen und das Gebäude in das zurückzukehren, was sie vor der muslimischen Eroberung war, nämlich eine christliche Stätte mit einer der größten jemals gebauten Kirchen – der Basilika Hagia Sophia, Heilige Weisheit.

Mit anderen Worten: Die einzige echte Verbindung zwischen den beiden Gebäuden in Spanien und Konstantinopel besteht darin, dass sie beide von Muslimen erobert und umgewandelt wurden oder wie im Fall des Heiligen Vinzenz ausgeschlachtet und Moscheen daraus gemacht wurden. Während aus einer, der Hagia Sophia, vor kurzem eine Moschee gemacht wurde, womit der Triumph des Islam über „Ungläubige“ erneut kundgetan wurde, bleibt die andere ein Kathedrale – und das ist anscheinend nicht hinnehmbar, nicht nur für Muslime, sondern auch für die Linke, die auf der Leugnung und Umschreibung von Geschichte gedeiht.

Hagia Sophia: Türkische Märchen und Historische Fakten

Raymond Ibrahim, 15. Juli 2020

Millionen orthodoxer und andere Christen in aller Welt waren entweder schockiert, wütend und/oder traurig, als sie vor kurzem erfuhren, dass die Türkei gerade die Umwandlung des Museums Hagia Sophia – ursprünglich als orthodoxe Kathedrale gebaut und ein Jahrtausend lang so genutzt – in eine Moschee genehmigt wurde.

In einer langen Rede zur Begründung dieser Entscheidung, die er persönlich herbeiführte, sagte der türkische Präsident Erdoğan Folgendes:

Die Eroberung Istanbuls [Konstantinopels] und die Umwandlung der Hagia Sophia [Griechisch für „Heilige Weisheit“] in eine Moschee gehört zu den glorreichsten Kapiteln der türkischen Geschichte. Am 29. Mai 1453 betrat der [osmanische] Sultan Mohammed II. die Stadt nach einer langen Belagerung und begab sich direkt in die Hagia Sophia. Als die Byzantiner im Inneren der Hagia Sophia voller Angst und neugierig ihr Schicksal erwarteten, betrat Mohammed die Hagia Sophia, versicherte den Menschen, dass sie ihr Leben und ihre Freiheiten behalten würden… Dann sagte er den ersten adhan [Gebetsruf] auf. Damit beurkundete er seine Eroberung. Dann führte er in einer Ecke der Hagia Sophia zwei Dankbarkeits-Kniefälle aus. Mit diesem Schritt demonstrierte er, dass er die Hagia Sophia zu einer Moschee gemacht hatte… Die Kuppeln und Wände dieses großartigen Ortes der Anbetung schwangen seitdem 481 Jahre lang mit Gebeten und tabirs [„Allahu Akbar“-Rufen] mit [bis sie 1934 zum Museum wurde].

Eine solch andächtige Nacherzählung  ist nur geringfügig hagiographischer als die Haltung führender türkischer Historiker wie Professor Selim Akdogan. Auf Al-Jazira bestand er kürzlich darauf, dass Sultan Mohammed die Hagia Sophia eigentlich von den eroberten christlichen Kirchgängern „gekauft“ habe.

Ist diese rosige Wiedergabe korrekt? Glücklicherweise müssen wir uns nicht auf türkische Propaganda verlassen; wir haben Primärquellen, die genau beschreiben, was die Türken und Sultan Mohammed nach der Eroberung Konstantinopels und seiner Hagia Sophia 1453 taten. (Alle in der folgenden Schilderung verwendeten Zitate wurden zeitgenössischen Quellen entnommen, zumeist von Augenzeugen, wie sie in Kapitel 7 von Sword and Scimitar dokumentiert sind.)

Als sie am 29. Mai 1453 erst einmal in der Stadt waren, „gaben die wütenden türkischen Soldaten kein Pardon“:

Als sie ihr Massaker veranstaltet hatten und es keinen Widerstand mehr gab, waren sie erpicht darauf zu plündern und durchstreiften die Stadt, stahlen, plünderten, töteten, vergewaltigten, nahmen Männer, Frauen, Kinder, alte Männer, junge Männer, Mönche, Priester, Menschen aller Arten und in allen Zuständen… Es gab Jungfrauen, die aus unruhigem Schlaf aufwachten und diese Räuber mit blutigen Händen und wutverzerrten Gesichtern über sich stehend vorfanden… [Die Türken] zerrten sie, rissen sie, entehrten sie, vergewaltigten sie an den Kreuzungen und ließen sie sich den furchtbarsten Verbrechen unterwerfen… Zarte Kinder wurden brutal von den Brüsten ihrer Mütter gerissen und Mädchen wurden erbarmungslos fremden und furchtbaren Einheiten gegeben und eintausend andere furchtbare Dinge geschahen…

Weil tausende Bürger geflohen waren und sich in der Hagia Sophia versteckten, bot die uralte Basilika eine exzellente Sklavlenernte, sobald ihre Türen mit Äxten aufgeschlagen waren. „Einer der Türken sah nach der gefangenen Person, die am wohlhabendsten zu sein schien, ein zweiter bevorzugte ein hübsches Gesicht unter den Nonnen… Jeder räuberische Türke war erpicht darauf seine Gefangene an einen sicheren Ort zu bringen und dann zurückzukehren, um sich einen zweiten und einen dritten Preis zu sichern… Dann konnte man lange Ketten Gefangener die Kirche und ihre Heiligtümer verlassen sehen, die wie Vieh oder Schafherden getrieben wurden.“

Manchmal bekämpften sich die Sklavenhalter bis zum Tod wegen „irgendeiner wohlgeformten jungen Frau“, auch wenn viele der letzteren es „vorzogen sich in die Brunnen zu werfen und zu ertrinken, statt den Türken in die Hände zu fallen“.

Nach dem sie die Hagia Sophia, eine der größten und ältesten Kirchen der Christenheit – zur Zeit ihrer Eroberung fast tausend Jahre alt – in Besitz genommen hatten, „betrieben die Invasoren alle Arten von Widerwärtigkeiten darin, machten sie zu einem öffentlichen Bordell“. Auf „ihren heiligen Altären“ inszenierten sie „Perversionen mit unseren Frauen, Jungfrauen und Kindern“, darunter mit „der Tochter des Großfürsten, die sehr schön war“. Sie wurde gezwungen „sichmit dem Kruzifix unter ihrem Kopf auf den Großaltar der Hagia Sophia zu legen und sich dort vergewaltigen zu lassen“.

Als Nächstes „paradierten sie das [Haupt-] Kruzifix [der Hagia Sophia] in verhöhnender Prozession durch ihr Lager, schlugen Trommeln vor ihm, kreuzigten Christus erneut mit Bespucken und Gotteslästerungen und Flüchen. Sie setzten ihm eine türkische Mütze auf und riefen spöttisch: „Seht, der Gott der Christen!“

Praktisch alle anderen Kirchen in der alten Stadt erlitten dasselbe Schicksal. „Die Kreuze, die auf den Dächern oder an den Wänden der Kirche angebracht waren, wurden herabgerissen und auf ihnen herumgetrampelt.“ Die Eucharistie wurde auf den Boden geworfen; heiligen Ikonen wurde das Gold genommen, sie wurden „auf den Boden geworfen und getreten“. Bibeln wurde die goldene oder silberne Beleuchtung genommen, bevor man sie verbrannte. „Ikonen wurden ausnahmslos den Flammen übergeben.“ Patriarchengewänder wurden Hunden auf die Hüften gelegt; Priestergewänder wurden auf Pferde gelegt.

„Überall war Unglück, jeder wurde von Schmerz berührt“, als Sultan Mohammed schließlich groß in die Stadt einzog. „In jedem Haus gab es Wehklagen und Weinen, Schreie an den Kreuzungen und Trauer in allen Kirchen; das Stöhnen Erwachsener und die Schreie der Frauen begleiteten Plünderung, Versklavung, Aufteilung und Vergewaltigung.“

Der Sultan ritt zur Hagia Sophia, stieg vom Pferd und ging hinein, „bestaunte den Anblick“ der großen Basilika. Nachdem sie von ihren Kreuzen, Statuen und Ikonen gesäubert war – Mohammed höchstpersönlich kippte ihren Hauptaltar um und trampelte darauf herum – befahl er einem Muezzin die Kanzel zu besteigen und „ihre abscheulichen Gebete erklingen zu lassen. Dann stieg dieser Sohn des Frevels, dieser Vorreiter des Antichristen, auf den heiligen Tisch, um seine eigenen Gebete von sich zu geben“, womit er „aus der Großen Kirche in einen heidnischen Schrein für seinen Gott und seinen Mahomet machte.“

Um seinen Triumph abzurunden ließ Mohammed die „elenden Bürger Konstantinopels“ während den abendlichen Feiern vor seine Männer schleifen und „befahl, dass zur Belustigung viele von ihnen in Stücke gehackt werden“. Der Rest der Bevölkerung der Stadt – volle fünfundvierzigtausend – wurden in Ketten gelegt, um als Sklaven verkauft zu werden.

So viel zu Erdoğans Behauptung, dass Sultan Mohammed „den Menschen ihrer Leben und Freiheiten versicherte“ oder dass die Hagia Sophia ordentlich „gekauft“ wurde.

Auf jeden Fall ist dies die Geschichte, die Millionen Türken rühmen. In den bereits erwähnten Worten Erdoğans, ihres Präsidenten: „Die Eroberung Istanbuls und die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee gehören zu den prächtigsten Kapiteln der türkischen Geschichte.“

Wenn Eroberung, unfassbare Gräueltaten und Vergewaltigungen, die Schändung der Kirchen – alle im Namen des Jihad begangen – „die prächtigsten Kapitel der türkischen Geschichte“ sind, dann fragt man sich, wie die Ruhmes-Zukunftspläne der Türkei aussehen.

Anmerkung: Zitierte Auszüge in der obigen Schilderung sind dem Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West, entnommen.

Mit Hass indoktriniert: Palästinensische Schulen sind typisch muslimische Schulen

Raymond Ibrahim, 24. Juli 2020

Palästinensische Schulkinder mit Hass zu indoktrinieren und gegen die Existenz Israels zu sein grassiert, stellte eine gerade durchgeführte Studie fest, nachdem fast 400 Schulbücher und mehr als 100 Lehrerhandbücher untersucht wurden, die das Bildungsministerium der palästinensischen Autonomiebehörde zwischen 2013 und 2020 ausgegeben hat.

Nach Angaben des Autors Dr. Arnon Groiss vom Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center hat diese Bildung der Aspekte:

[1] Delegitimierung der Existenz des Staates Israel und die Anwesenheit von Juden im Land Israel, einschließlich der Ablehnung der Existenz von jüdischen heiligen Stätten im Land Israel; [2] Dämonisierung Israels und der Juden: „Der zionistische Feind“ ist gemäß der Beschreibung in den Schulbüchern insgesamt böse und stellt eine existenzielle Bedrohung für die Palästinenser dar, die als ultimative Opfer beschrieben werden, ohne gemeinsame Verantwortung für den Konflikt; und [3] Heranabildung zu einem gewalttätigen Kampf zur Befreiung des Landes Israel (Palästina) ohne Bildung zu Frieden und Koexistenz. In keinem der PA-Schuldbücher ist irgendeine Aufforderung zur friedlichen Lösung des Konflikts oder irgendeine Erwähnung der Koexistenz mit Israel zu finden.

Ein ausgesprochen religiöses Element durchdringt weiterhin die palästinensischen Ansichten zu Israel, soweit sie sie nicht sogar dominiert. Nach Angaben eines früheren Berichts zu diesem Thema, ebenfalls von Groiss, werden „Juden außerhalb des Konflikts auch im religiösen Kontext dämonisiert. Sie werden als seit Beginn an korrupte Nation und als Feinde des Islam seit den frühesten Tagen dargestellt.“

Unter Anführung des Koran und anderer islamischer heiliger Schriften lehren palästinensische Schulbücher: „Die Korruption der Kinder Israel auf Erden war der Grund für ihre Vernichtung und wird es sein“; und obwohl er mit ihnen verbündet war, war sich Mohammed „der Hinterlist und Verschwörungen der Juden bewusst“.

Darüber hinaus „islamische traditionelle Ideale des Jihad und des Märtyrertums werden verherrlicht und ihnen einen besondere Rolle im Befreiungskampf zugewiesen. Tatsächlich gibt es eine Sprachübung, die zu Märtyrertum besonders ermutigt.“

Dass palästinensische Schulkinder dazu indoktriniert werden Juden zu hassen scheint zwar eine Besonderheit des israelisch-palästinensischen Konflikts zu sein – heißt, es mag als Produkt von Politik und Missständen erscheinen – aber tatsächlich ist es Teil eines größeren Trends: Schulbücher in einer Vielzahl anderer muslimischer Staaten lehren ebenfalls Hass auf „andere“ – selbst diejenigen, die weit von einer Position entfernt sind Muslime zu „unterdrücken“ werden in Wirklichkeit von diesen unterdrückt.

2018 zum Beispiel gab die US-Kommission für internationale religiöse Freiheit eine Erklärung aus, in der es hieß, es sei „enttäuschend, in saudischen Schulbüchern aufhetzerische Inhalte zu finden, von denen man vorher annahm, dass sie entfernt worden seien“. Die Kommission „entdeckte Inhalt, der für Gewalt und Hass auf religiöse Minderheiten und andere wirbt“, oft in Verbindung zur islamischen Doktrin der „Loyalität und Feindseligkeit“, die von Muslimen auf Grundlage des Koran (z.B. Sure 60,4) verlangt zu lieben, was Allah liebt und zu hassen, was Allah hasst – wozu „Ungläubige“, also Nichtmuslime, gehören.

Ein gesonderter Bericht, veröffentlicht von Human Rights Watch im Jahr 2017, berührte den Indoktrinationsprozess: „Schon im ersten Schuljahr werden Schüler in saudischen Schulen Hass auf alle gelehrt, die als einen anderen Glauben habend oder einer anderen Denkschule angehörig wahrgenommen werden … Die Lektionen in Hass werden mit jedem folgenden Jahr verstärkt.“ Weiter Besorgnis erregend ist, dass solche hasserfüllten Texte nicht auf saudische Schulen begrenzt sind, sondern weiterhin weithin in Madrassen in der ganzen Welt, einschließlich in den USA, verbreitet werden.

Schulen in Pakistan lehren ihre Kinder weiterhin „Christen und andere religiöse Minderheiten zu hassen“, stellte ein Bericht aus 2017 fest.

Statt Hass-Material zu verringern und von religiösem Extremismus abzubringen [wie die Regierung es nach einem besonders tödlichen islamischen Terroranschlag auf eine Schule versprach, bei der im Jahr 2014 132 Schüler getötet wurden] scheint das Gegenteil zu geschehen, wobei der Trend zu einem noch einseitigeren Lehrplans zuzunehmen scheint und in Pakistans öffentlichen Schulen noch mehr religiöser Extremismus gelehrt wird.

Ein pakistanisch-christlicher Leiter sagte 2019, dass religiöse „Minderheiten als Ungläubige betrachtet und in Schulbüchern negativ dargestellt werden, die Vorurteile gegen Minderheiten propagieren.“ Deswegen:

Geben viele Minderheiten ihren Kindern islamische Namen, damit sie nicht als Christen ausgesondert zu potenziellen Zielen für Diskriminierung in Grund- und Mittelschulen sowie auf Oberschulebene werden… in vielen Fällen werden Minderheiten angehörende Schüler in öffentlichen Schulen misshandelt.“

Auch Schulbücher in der Türkei dämonisieren Nichtmuslime. Eine ehemalige Muslima, die zum Christentum konvertierte, sprach aus eigener Erfahrung, als sie erklärte, dass „ihre Meinung von Christen sehr schlecht war, wegen all der Dinge, die sie und andere in einer muslimischen Gesellschaft über Christen gelehrt wurden“. Nach Angaben der Konvertitin, die heute in den USA lebt und das Pseudonym Cerya Little angenommen hat, „ist eine christenfeindliche Gesinnung ein großer Teil der nationalen Identität, deshalb steht jeder oder alles, was Christliches propagiert, automatisch unter Verdacht“.

Schulbücher lehrten sie, dass „es die Christen waren, die das Land und die Reichtümer der muslimischen Welt plündern wollen“ und dass Türken nur damit reagierten „zu verteidigen, was rechtlich ihres war“. (In Wirklichkeit besteht die heutige Türkei aus Gebieten, die mehr als ein Jahrtausend christlich waren, bevor sie im Namen des Jihad brutal erobert wurden.)

„Alles wird verwendet, um die Christen wie Verbrecher aussehen zu lassen“, sagte sie und fügte hinzu: „Das ist in allen muslimischen Ländern dasselbe.“

Und das ist der Punkt. Wenn palästinensische Schulkinder indoktriniert werden Israel und Juden zu hassen, weil sie „ihnen das Land gestohlen“ hätten und sie überhaupt unterdrücken, was erklärt dann die Tatsache, dass andere Kinder überall in der islamischen Welt ebenfalls indoktriniert werden andere Nichtmuslime zu hassen, insbesondere entrechtete christliche Minderheiten, die, weit davon entfernt über Muslime zu „herrschen“, jetzt von ihnen verfolgt werden?

Die Antwort – das im Islam tiefsitzende Gefühl von Herrenmenschentum und Hass auf „den anderen“ – sollte offensichtlich sein.

Stattdessen hilft Hass auf entmachtete religiöse Minderheiten tatsächlich zu erklären, warum Israel derart verunglimpft wird. Wenn, wie es muslimischen Kindern gelehrt wird, Ungläubige immer zu ihren Füßen legen müssen – „Muslime sind die Herren Jerusalems und keine Stimme soll höher sein als ihre Stimme [dort]“, lehren palästinensische Texte – dann wird wohl nur kriegerische Empörung übrig bleiben, wo immer Muslime sich unter der Obrigkeit von „Ungläubigen“ befinden.