Ist Jerusalem eine heilige islamische Stadt?

Es besteht ein großer Unterschied zwischen einer Stadt, die in den Augen Gottes heilig ist und einer, heiligen islamischen Stadt

Mohamad Tawhidi, The Jerusalem Post, Jan. 26, 2019

Der Heilige Koran sagt klar, dass das Heilige Land, Jerusalem, der jüdischen Nation des Mose, den Israeliten, gehört. (Foto: zur Verfügung gestellt)

Jerusalem ist Heimat von rund 400.000 Muslimen, aber ist es eine gemäß dem Islam heilige Stadt?

Das ist eine Frage, die die Mehrheit der Muslime in der politischen und akademischen Welt versucht zu umgehen, einfach deshalb, weil sie eine recht ungemütliche Diskussion eröffnet. Fakt ist: Ein Muslim, der eine solche Frage stellt, könnte sich schweren Konsequenzen ausgesetzt sehen; zum Beispiel könnte die Gesellschaft seinen/ihren Glauben infrage stellten.

Bis 2014 war ich ein Islamist, der das jüdische Volk verabscheute, offen dafür Krieg gegen es zu führen. Heute jedoch habe ich viele Freunde unter jüdischen Glaubensführern. Dieser Wandel war nicht politisch, er war eher theologisch. Kurz gesagt, begann ich bestimmte Behauptungen infrage zu stellen, die mir von meinen Lehrern und der muslimischen Gemeinschaft beigebracht worden waren. Ich begann mich zu fragen: Gehört Jerusalem wirklich dem Islam und den Muslimen?

Um diese lebenswichtige Frage zu beantworten, müssen wir untersuchen, wie Städte gemäß dem Islam heilig werden.

Heilige Städte im Islam

Die Menschheitsgeschichte hindurch ist jede Religion mit einem Gebiet in Verbindung gestanden, das geheiligt, respektiert und verehrt worden ist. Der Islam ist da nicht anders. Es gibt im Islam zehn heilige Städte, darunter Mekka, Medina, Qom, Kerbela und Nadschaf – aufgrund deutlicher Verse im Koran, die ihre Herrlichkeit bestätigen oder aufgrund von Aussagen des Propheten Mohammed, der den Muslimen ihre Erhebung bestätigt.

Es gibt einen großen Unterschied dazwischen, dass eine Stadt in den Augen Gottes heilig ist und dass sie eine heilige islamische Stadt ist. Beispielsweise werden alle Prophetengräber, Geburtsorte und Gegenden, wo Wunder stattfanden, als im Islam heilig betrachtet, aber sie sind keine ausdrücklich islamischen Orte. Ein heiliger islamischer Ort ist einer, an dem ein bedeutendes islamisches Ereignis stattgefunden hat, entweder durch Allah oder durch den Propheten Mohammed.

Jerusalem in islamischen heiligen Schriften

Der Heilige Koran erklärt sehr klar, dass das Heilige Land, Jerusalem, der jüdischen Nation des Moses, den Israeliten gehört.

„Und wie Moses zu seinem Volke sprach: «O mein Volk, besinnt euch auf Allahs Huld gegen euch, als Er aus eurer Mitte Propheten erweckte und euch zu Königen machte und euch gab, was Er keinem anderen (Volke) auf der Welt gegeben.“ (Ab Sure 5,20)

Dieser Vers macht auch deutlich, dass Gott „(dieses Land) niemandem in der Welt gegeben hat“ außer der jüdischen Nation.

Aus diesem Vers und weiteren mit ähnlichem Inhalt erkennen wir, dass Jerusalem eine gemäß Gott heilige Stadt ist, aber sie ist keine heilige islamische Stadt, denn Tatsache ist, dass ihre Heiligkeit vor der Existenz des Islam festgesetzt wurde.

Nach dem Entstehen des Islam, im Jahr 621 unserer Zeitrechnung, wird geglaubt, dass der Prophet Mohammed eine übernatürliche und spirituelle nächtliche Reise zur Al-Aqsa-Moschee (der fernen Moschee) unternahm. Dieses Ereignis wird im Koran in den folgenden Versen berichtet: „Preis Ihm, Der bei Nacht Seinen Diener hinweg führte von der Heiligen Moschee zu der Al-Aqsa (Fernen) Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, auf dass Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigen. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Sure 17,1)

Zwei entscheidende Dinge müssen zu den oben angeführten Versen thematisiert werden:
1. Dass der Prophet Mohammed an einen Ort reiste, mach diesen nicht „islamisch“.
2. Es gibt wenig Belege, dass die „Al-Aqsa-Moschee“ sich tatsächlich in Jerusalem befindet und es gibt eine große Zahl Muslime, die glauben, dass „die Ferne Moschee“ eine Anspielung auf eine Moschee in den Himmeln ist, nicht auf der Erde; infolge der Tatsache, dass die heutige Al-Aqsa-Moschee zu Lebzeiten des Propheten Mohammed nicht existierte, ist es für ihn unmöglich sie besucht zu haben.

Jahrhunderte vor dem Propheten Mohammed sind Botschafter des Judentums wie des Christentums nach Jerusalem gekommen, um ihre heiligen Schriften zu predigen. Daher kann es nicht historisch genau sein zu sagen, dass Mohammed vor ihnen den Islam nach Jerusalem brachte.

Bis zum Umzug Mohammeds nach Medina im Jahr 622 und der offiziellen Gründung des Islam dort, war der Islam eine Minderheitsreligion, verglichen mit den beiden fest etablierten Religionen des Judentums und des Christentums. Außerdem änderten die Bürger Jerusalems, die zum Islam konvertierten, nur ihren Glauben, nicht die gesamte Geschichte der Stadt.

Daher behaupten weder die islamischen heiligen Schriften noch die Geschichte, dass Jerusalem eine heilige islamische Stadt ist.

Jerusalem trifft auf den Islam

Im Mai 632 unserer Zeitrechnung ernannte der Prophet Mohammed Osama ibn Said zum Kommandeur seiner Armee, um in einer vereinbarten Schlacht in Palästina auf die Römer zu reagieren.

Am nächsten Tag machte sich Osama mit seiner Expedition auf den Weg, aber dann erfuhr er, dass Mohammed gestorben war und kehrte deswegen nach Medina zurück. Kalif Abu Bakr befahl Osama dann seine Armee auf 3.000 Männer zu verstärken und die Einwohner des Königreichs Moab und das von den Byzantinern gehaltene Darum anzugreifen und so viele zu töten oder gefangen zu nehmen, wie möglich, was Osama tat.

Dieses Ereignis beweist, dass es bis zum Ableben des Propheten Mohammed keine Muslime dort in dem Landstrich gab, den wir heute als Palästina kennen und dass es von den byzantinischen Römern bewohnt war.

Der Prophet Mohammed hätte auch keinen Krieg gegen eine Stadt voller Muslime geführt. In Wirklichkeit kam der Islam als Religion offiziell im Jahr 636 nach Palästina, vier Jahre nach dem Tod Mohammeds und während der Herrschaft von Omar, de, zweiten Kalifen des Islam.

Das islamische Kalifat führte einen Angriff auf Jerusalem aus, das von den byzantinischen Römern regiert wurde. Die Stadt wurde ab dem November dieses Jahres vier Monate lang belagert. Nach vier Monaten Entbehrungen und Gemetzel übergab der orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Sophronius, im Jahr 637 die Stadt dem Kalifen Omar. Als der Kalif Omar erkannte, dass der Islam in der Region immer noch eine Minderheit war, führte er das System der Jizyah ein, mit dem er Christen und Juden zwang dem islamischen Kalifat eine Steuer zu zahlen.

Nach einem Massaker an den Bürgern Jerusalems kam unser Kalif Omar nach Jerusalem, um seine Statthalter zu ernennen. Dann baute er, was wir heute als die „Al-Aqsa-Moschee“ kennen, von der viele Muslime fälschlich glauben, sie sei vom Propheten Mohammed gebaut worden.

Die Jerusalemer Moschee mit der goldenen Kuppel ist den Muslimen als „Qubbat al-Sakhrah“ (Felsendom) bekannt und wurde 691 von der Omajjaden-Dynastie vollendet, dem nachfolgenden islamischen Kalifat. Für Muslime wäre es wohl nicht zulässig, in der Al-Aqsa-Moschee und im Qubbat al-Sakhrah zu beten, wenn diese auf überfallenem und besetztem Land errichtet wurden.

Im neunten Jahrhundert beherrschte die Fatimiden-Dynastie, ein schiitisch-islamisches Kalifat, große Bereiche Nordafrikas. Sie waren auch Terroristen, die in Palästina eindrangen und in Jerusalem Christen massakrierten, weil die sich auf die Seite der Römer von Byzanz stellten, die versucht hatten, ihr Land zurückzuerobern. Der berüchtigte Kalif des Fatimiden-Kalifats Al-Hakim verursachte der gesamten Region großen Schaden, tötete sogar Johann VII., den Patriarchen von Jerusalem, eine Provokation, die den Grundstein für den ersten Kreuzzug legte. Infolge der Niederlage der Kreuzritter wurden Muslime zur Mehrheit, durch das Schwert und nicht durch den Stift.

Bis dahin war die gesamte Mittelmeerküste Palästinas erobert worden, gefolgt von einer Reihe Massaker am christlichen Volk und einem Völkermord, der sich bis nach Damaskus und Beirut ausbreitete. Der Islam wurde in Palästina bis zum 9. Jahrhundert zur etablierten Religion und wurde während der Mameluken-Ära zwischen 1250 und 1516 zur Mehrheitsreligion der Region.

Daher kamen wir Muslime nicht als Prediger nach Palästina und konvertierten seine Nation zu Muslimen. Wir ermordeten ihre Führer und führten Serienmassaker aus, geführt von terroristischen sunnitischen wie von schiitischen islamischen Kalifen. Die Bürger Palästinas mögen zum Islam konvertiert sein, aber Palästina kann keinesfalls als muslimisches Land betrachtet werden. Natürlich kann man diese Haltung bestreiten, aber Fakt ist, dass die Juden lange, selbst bevor das Christentum aufkam, in diesem Land waren. Ihre uralten kulturellen Verbindungen bleiben ungebrochen, so wie es jedes Pessah gesagt wird: „Nächstes Jahr in Jerusalem.“

Unsere arabisch-muslimischen Vorfahren kamen als Eroberer aus ihren Wüsten und nicht als Lernende, nicht als Führende, nicht um bei anderen Führung zu suchen. Sie glaubten, dass sie ausreichend Wissen und Weisheit hatten und dass sie nichts von anderen lernen mussten. Diese Illusion meiner Glaubensbrüder besteht bis heute fort, trotz der Tatsache, dass die Welt sich verändert hat.

Beunruhigende Ereignisse in der islamischen Geschichte

Andererseits verstehe ich den muslimischen Kampf um Jerusalem nicht. Islamisches Recht verbietet streng sich zu erleichtern, während man in Richtung Mekka blickt. Tatsächlich sind Toiletten in allen islamischen Ländern und den meisten muslimischen Häusern so angelegt, dass man nicht Richtung Mekka blickt; der Grund ist Respekt für die heilige Stadt. Dennoch berichtet Bukhari, dass unser Prophet Mohammed sich absichtlich und wiederholt erleichterte, während er in Richtung Mekka gewandt war, obwohl er sich stattdessen auch in eine andere Richtung hätte wenden können.

Macht es Sinn, dass Palästinenser für Jerusalem sterben, wenn ihr geliebter Prophet es vorzog, seinen Darm in dessen Richtung zu entleeren?
Ob Palästina jüdisches Land ist oder ob Israel ein Staat ist, sind zwei völlig verschiedene Diskussionen. Ein Muslim mag Israel als Staat ablehnen, aber er kann die Tatsache nicht abstreiten, dass die gesamte Region, einschließlich Palästinas, faktisch jüdisches Land ist.


Der Autor ist ein im Iran geborener australisch-schiitischer Imam und Präsident der Islamic Association of South Australia.

Warum „abrahamitischer Dialog“ Unterwerfung unter den Islam ist

Islamisches Überlegenheitsdenken und vorsätzliche Ignoranz

Andrew Bostom, FrontPage Mag, 11. Februar 2020

Die US-Botschafterin beim Heiligen Stuhl Callista Gingrich meinte in einer offiziellen schriftlichen Stellungnahme am 16. Januar 2020 in ihrer Residenz zu Beginn der sogenannten „Initiative abrahamitischer Religionen“ (AFI) begeistert:

Die Initiative abrahamitischer Religionen dient als machtvolle Demonstration, dass durch Bruderschaft, Kooperation und gegenseitigen Respekt zwischen den abrahamitischen Religionen Frieden in unserer Welt möglich ist.

Im Februar 2019, befahl der Despot der VAE, Scheik Al-Nayan zur Feier der Unterzeichnung der Deklaration von Abu Dhabi im Zusammenhang mit dem Besuch von Papst Franziskus und Ahmed al-Tayeb, dem Großimam der Al-Azhar Universität – dem Papst-Äquivalent des sunnitischen Islam zum Vatikan – den Bau des Hauses der Abrahamitischen Familie auf der Insel Saadiyat in Abu Dhabi. Als Botschafterin Gingrich am 14. Januar 2020 ihre Ausführungen für die AFI in der Villa Richardson live hielt, würdigte sie die Unterschrift des Großimams Tayeb unter dem „Dokument zur menschlichen Brüderlichkeit“ von Abu Dhabi als entscheidende Inspiration für die Initiative:

Die Initiative Abrahamitscher Religionen wurde zum Teil vom bahnbrechenden Dokument zu menschlicher Brüderschaft und Zusammenleben inspiriert, unterzeichnet von Papst Franziskus und dem Großimam der Al-Azhar in Abu Dhabi im letzten Jahr.

Großimam Al-Tayeb eine herausragende grundlegende Rolle in der AFI zu gewähren, hätte an sich den jüdischen (ganz besonders) und christlichen Teilnehmern zu denken geben müssen.

Als Ägyptens Großmufti und seit 2010 bis heute Großimam als Papst-Gegenstück im Vatikan des sunnitischen Islam, der Al-Azhar-Universität, hat Al-Tayeb Bomben-Mordanschläge gut geheißen, mit denen Juden ermordet wurden, darunter Nichtkombattanten; er verurteilte Juden auf ewig, wobei er sie mit Zionisten gleichsetzte und Sure 5,82 anführte – ein zentraler, antisemitischer Vers – die „Muslime seit Beginn des Islam vor 1.400 Jahren in Not brachten“; er beschuldigte den „globalen Zionismus“ der Geburtshilfe für ISIS und ähnliche Jihad-Terrorgruppen um „den Nahen Osten zu zerstören“; er behauptete, das „zionistische Gebilde“, d.h. Israel, plane Komplotte um „gegen die Kaaba [in Mekka] und auf die Moschee des Propheten [in Medina] zu marschieren. Das ist in ihren Köpfen und Herzen“; er bestritt (ungeachtet seiner eigenen eklatanten Beispiele!) schon nur die Existenz von Antisemitismus: „Das Thema Antisemitismus ist eine Lüge, die weiter Nationen bis auf den heutigen Tag täuscht“; dazu lehnte er grundlegende Gewissensfreiheit ab und billigte das Töten von „unbußfertigen“ Leuten, die den Islam verlassen haben.

Al-Tayebs innige Beteiligung an der AFI und die klare Verwurzelung der Bewegung in den VAE, im Kernland des Islamtums, ist krankhaft kennzeichnend für die Tatsache, dass „Abrahamismus“ exemplarisches islamisches Herrenmenschentum ist.

Die maßgebliche „abrahamitische“ Theologie des Islam wurzelt in Sure 3,67 und ihrer Exegese. Das wird vielleicht am besten durch das Prisma von Al-Tayebs unmittelbarem Vorgänger als Großimam der Al-Azhar demonstriert, dem verstorbenen Mohammed Sayyid Tantawi (verst. 2010), wohl der größte moderne sunnitisch-islamische Koran-Kommentator. Tantawi behauptete:

Dieser edle Vers [Sure 3,67] erwähnt Abraham und entlarvt diejenigen Ungläubigen aus dem Volk des Buches, die behaupteten, dass Abraham Jude oder Christ war, denn dies zeigt, dass, anders als Abraham, sie es waren, die Vielgötterei betreiben… Es gibt hier eine Anspielung auf die islamische Nation (umma) und ein Eingeständnis, dass die Anhänger Mohammeds es mehr wert sind mit Abraham verbunden zu werden als das Volk des Buches, denn die Gläubigen strebten nach der Wahrheit und glaubten an sie. Umgekehrt strebte das Volk des Buches nach Weltlichem und Materiellem statt nach Himmlischem und Spirituellem. Sie gaben die Wahrheit auf und folgten ihren Lüsten und Begierden.

Tantawis Fußnote zu Sure 3,67 endet mit einem Bekenntnis zu verschwörerischem islamischem Judenhass:

Nach diesen wiederholten Appellen an das Volk des Buchs und nach all den vorgelegten brillanten Argumenten und Beweisen, die für die Gültigkeit und Wahrhaftigkeit dieser Religion [Islam] einstanden und nach all den ihnen entgegen geschleuderten Maßregelungen und Ermahnungen, weil sie sich von der Wahrheit abkehrten und auch andere von ihr abbrachten, berichtete der Koran einige der boshaften Wege, die die Juden verfolgten, um mit dem Islam und den Muslimen mit List und Klugheit umzugehen.

Der verstorbene Professor Ismail al-Faruqi (gest. 1968) war der muslimische Pate des Paradigma der „abrahamitischen Religion“ für interreligiösen Dialog. Faruqi wurde von der Al-Azhar Universität in Islamstudien ausgebildet (1954-1958) und war Stipendiat an der McGill University, wo er Judaismus und Christentum studierte, bevor er in Karachi (Pakistan) Islamstudien und an der Chicago University sowie der Syracuse University Geschichte der Religionen lehrte. Ab 1968 bis zu seinem Tod 1986 war Faruqi sowohl Professor für Islamstudien als auch Geschichte der Religionen an der Temple University. Im Vorwort zu Faruqis „Islam and Other Faiths“ [Der Islam und andere Religionen], einem Kompendium seiner Aufsätze über zwei Jahrzehnte hinweg, geschrieben von John Esposito, Professor an der Georgetown University und Direktor von deren Center For Muslim-Christian Understanding, ist vermerkt:

Seine [Faruqis] Reden, Teilnahme und Führungsrolle bei interreligiösen Treffen und Organisationen, gesponsert vom Weltkirchenrat, dem Vatikan und dem Inter Religious Peace Colloquium, für das er von 1977 bis 1982 Vizepräsident war, machten ihn zum erkennbarsten muslimischen Beitragenden im Dialog der Weltreligionen. In seinen Schriften legte er die Prinzipen und Grundlagen für muslimische Beteiligung an interreligiösem Dialog dar.

Bat Ye’or fasste 2004 in ihrem Buch Eurabia: The Euro-Arab Axis mit offener Prägnanz zusammen, wieso Faruqis „abrahamitische“ Konzeption von „interreligiösem Dialog“ ein giftiges Gebräu islamischen Herrenmenschentums ist, das einzige sich entschuldigende, bereinigte Diskussion des Islam zulässt, während gleichzeitig Jihad-Krieg zur Aufbürdung der universalen, auf der Scharia gründenden Ordnung des Islam unterstützt wird – insbesondere gegenüber dem jüdischen Israel.

Faruqis eigene Worte bieten unwiderlegbare Bestätigung der Zusammenfassung durch Bat Ye’or, einschließlich der von der klassischen zur modern gewordenen islamisch-theologischen Grundlage für „Abrahamismus“ und Jihadismus.

[Faruqi über abrahamitischen, interreligiösen Dialog] „Die Theorie des Islam zu anderen Religionen, gestützt von der Erfahrung aus vierzehn Jahrhunderten, bestimmt immer noch die Loyalität und Unterstützung von einer Milliarde Muslimen weltweit … Wenn interreligiöser Dialog über den Austausch von Information und Höflichkeiten hinausgehen soll, muss er eine religiöse Norm in Begrifflichkeiten haben, die den Unterschied zwischen den Religionen bilden kann. Diese religiösen Normen müssen den Dialogpartnern gemeinsam sein. Der Islam findet diese Norm in din al-fitrah (d.h. Islam, der Urreligion, der der Menschheit gemein ist) … Der Islam deutete an, dass die religiöse Tradition ein menschlicher Auswuchs einer ursprünglichen al-fitrah ist. Es war diese islamische Idee … eine abrahamitische Einheit von Judentum, Christentum und Islam auf Grundlage der Hanifi-Religion [s. Sure 3,67] Abrahams, die din al-fitrah, eine echte Möglichkeit. Es gab sie tatsächlich in der muslimischen Welt, bis westlicher Imperialismus, Kolonialismus und Zionismus kamen sie zu untergraben. Ihre Anstrengung ist vergebens gewesen. Der Muslim wird weiterhin an diese Einheit glauben und für sie arbeiten, zuversichtlich, dass sein Gott [d.h. Allah!], den er als den einzig Wahren kennt, keine andere Religion wünschen kann… Die islamische Haltung gegenüber anderen Religionen, der alle Religionen unter ein einziges Dach oder din al-fitrah gebracht hat, befriedigt die einzige Bedingung für konstruktiven Dialog und interreligiöse Beziehungen… Verglichen mit den Geschichten anderer Religionen ist die Geschichte des Islam strikt weiß, was die Tolerierung anderer Religionen angeht… Nichts liegt der Wahrheit ferner und ist nachteiliger für die Beziehung von Muslimen zu Nichtmuslimen, als die Behauptung, dass der Islam mit dem Schwert verbreitet wurde.“

[Faruqi über Jihad-Krieg und islamischen Imperialismus:] „Vom islamischen Staat erhoffen sich alle Muslime, dass eines Tages die gesamte Welt dazu gehört. Der Pax Islamica, den der islamische Staat bietet … Die Doktrin des Jihad oder Heiligen Krieges ist im Islam gültig. … Wie das muslimische Individuum innerhalb des Dar al-Islam (Ländereien unter m muslimischer Herrschaft) betrachtet sich der islamische Staat – völlig zu Recht – als Statthalter Allahs in Raum und Zeit, eine Berufung, die dem islamischen Staat eine große Verantwortung aufgibt. Der islamische Staat bestätigt enthusiastisch und stolz seine Verantwortung Ungerechtigkeit zu überwinden, wo immer Menschen sie verursacht haben – selbst wenn das auf der anderen Seite des Mondes passiert ist. Diese Theorien im Fall arabischen Widerstands gegen den Zionismus anzuwenden … die muslimische Sicht ist, dass die Zionisten in Palästina die Aggressoren sind … Die Prinzipien des Islam, wie sie sind, verpflichten die Muslime gemäß ihres Glaubens in Widerstand gegen diesen Raub aufzustehen, um die Gerechtigkeit wiederherzustellen.“

Faruqis moderne Anwendung dieser islamischen religiösen Doktrin auf „abrahamitischen Dialog“ hat einen interreligiösen Dialog erzeugt, der ihn insgesamt dem Islam unterwirft. Christliche und jüdische religiöse und diplomatische Leitungspersönlichkeiten erscheinen gewollt ignorant gegenüber dem klassischen und modernen, auf der Scharia basierenden Herrenmenschentum, das die Teilnahme ihrer muslimischen Gegenüber an der Initiative abrahamitischer Religionen animiert. Solche uninformiert und rücksichtslos unterwürfige Beschäftigung mit „interreligiösem Dialog“ innerhalb von vom Islam festgesetzten Parametern verwirklicht das Konzept al-Faruqis, des modernen Paten der „abrahamitischen Einheit“, als „der einzigen Bedingung für konstruktiven Dialog unter Wechselbeziehung“ und „nichts liegt der Wahrheit ferner und schadet den Beziehungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen stärker als die Behauptung, dass der Islam durch das Schwert verbreitet wurde“.

Ein Paradebeispiel für eine Historikern zu muslimischen Beziehungen zu Juden und Christen ist Bat Ye’or; sie liefert diese scharfsinnige, bemerkenswert zusammengefasste Dekonstruktion der Vision Faruqis und der Konsequenzen des Festhaltens an den „Faruqi-Regeln“, die den „abrahamitischen“ interreligiösen Dialog einhält.

„Muslime, sagt al-Faruqi, glauben an und streben weiterhin nach dieser Vereinigung der Weltreligionen, bis es nur eine Religion gibt, die in der Welt herrscht, die der Islam ist.“

Sex-Sklaverei: ein islamisches Sakrament?

ISIS mag es popularisiert haben, aber das Konkubinat ist integraler Bestandteil des Islam

Raymond Ibrahim, FrontPageMag, 20. Februar 2020

Ist die sexuelle Versklavung nichtmuslimischer Frauen eine Idee des Islamischen Staats oder lediglich eine islamische Idee?

Erstens: Für den Fall, dass es noch Zweifel gibt, dass Mitglieder von ISIS nicht nur überzeugt waren, es sei ihr islamisches Recht „Ungläubige“ sexuell zu versklaven, sondern dass dies zu tun gottesfürchtig sei, bedenken Sie diesen Bericht von 2015: „In dem Augenblicken, bevor er das 12-jährige [nichtmuslimische] Mädchen vergewaltigte, nahm sich der Kämpfer des Islamischen Staats die Zeit ihr zu erklären, dass das, was er jetzt tun würde, keine Sünde sei. Weil das noch nicht 13 Jahre alte Mädchen eine andere Religion als den Islam praktizierte, gab ihm der Koran nicht nur das Recht sie zu vergewaltigen – er billigte und ermutigte das, insistierte er.“ „Er sagte“, erinnerte sich die 12-jährige, „dass er mit meiner Vergewaltigung Gott näher käme.“

Jedes Mal, wenn er kam um mich zu vergewaltigen, betete er“ erinnerte sich ein anderes Mädchen, das 15 Jahre alt war. „Er sagte, mich zu vergewaltigen sei sein Gebet zu Gott. Ich sagte ihm: ‚Was du mir antust, ist falsch und es wird dich nicht näher zu Gott bringen.‘ Und er sagte: ‚Nein, es ist erlaubt. Es ist halal.‘“

Solche Behauptungen stehen natürlich im Einklang mit einer Frage-und-Antwort-Broschüre zum Thema, die 2015 vom Islamischen Staat veröffentlicht wurde:

Frage 1: Was ist al-sabi?

Al-Sabi ist eine Frau aus den ahl al-harb [dem „Volk des Krieges“, das sind nicht unterworfene Nichtmuslime], die von Muslimen gefangen genommen wurde.

Frage 2: Was macht al-sabi zulässig?

Was al-sabi erlaubt macht [d.h. was es zulässig macht eine solche Frau gefangen zu nehmen] ist ihr Unglaube. Nicht glaubende [Frauen], die gefangen genommen und in den Wohnsitz des Islam gebracht wurden, sind uns erlaubt, nachdem der Imam sie [unter uns] verteilt.

Frage 3: Können alle ungläubigen Frauen gefangen genommen werden?

Es gibt keinen Konflikt unter den Gelehrten, dass es erlaubt ist nicht gläubige Frauen gefangen zu nehmen, die von ursprünglichem Unglauben gekennzeichnet sind [kufr asli], wie die kitabiyat [Frauen aus dem Volk des Buchs, d.h. Juden und Christen] und Polytheisten. Die Gelehrten streiten allerdings um die Frage der Gefangennahme der vom Glauben abgefallenen Frauen. Der Konsens neigt dazu sie zu verbieten, obwohl manche Wissende glauben, es sei erlaubt. Wir [ISIS] neigen dazu den Konsens anzuerkennen…

Frage 4: Ist es erlaubt Geschlechtsverkehr mit einer Gefangenen zu haben?

Es ist erlaubt mit einer Gefangenen Geschlechtsverkehr zu haben. Allah der Allmächtige sagte: „Denjenigen, die ihre Scham hüten, außer gegenüber ihren Gattinnen oder was ihre rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt, denn sie sind (hierin) nicht zu tadeln…“ [Sure 23, 5-6]

Frage 5: Ist es erlaubt Geschlechtsverkehr mit einer Gefangenen zu haben, unmittelbar nachdem sie in Besitz genommen wurde?

Wenn sie Jungfrau ist, kann er [ihr Herr] Geschlechtsverkehr mit ihre haben, sobald er sie in Besitz genommen hat. Ist sie das nicht, muss jedoch zuerst ihr Uterus gereinigt werden…

In diesem kritischen Moment kommt eine wichtige Frage auf: Gründen diese Überzeugungen auf den eigenen Interpretationen des Islam durch ISIS – wie uns „Experten“ wiederholt erzählen – oder gründen sie auf islamischen Standardlehren?

Die Beweise deuten klar auf letzteres. Gerade erst berichtete zum Beispiel Reuters am 2. Februar 2020: „Der Mann, den die Polizei erschoss, nachdem er in einem Amoklauf mit einem Messer auf einer geschäftigen Londoner Straße zwei Menschen verletzte … beschrieb jesidische Frauen als Sklavinnen und sagte, der Koran habe es ihm erlaubt sie zu vergewaltigen.“ Ein paar Wochen früher, Ende Dezember, führten afrikanische Migranten in Paris „wiederholt Allah, den Koran und Mekka an“, während sie in Paris eine Minderjährige vergewaltigten (Original). Man kann immer so weiter machen; bedenken Sie nur die folgenden Zitate, die auf die andauernden Skandale der Banden in Großbritannien begrenzt sind, die junge Mädchen zu Prostituierten heranzogen:

  • Muslimische Missbrauchstäter zitierten den Koran als sie mich prügelten“, sagte eines der zahllosen Vergewaltigungsopfer.
  • Die Männer, die mir das antaten, hatten keine Gewissensbisse“, sagte ein anderes Opfer muslimischer Vergewaltiger.
  • Ein wegen Vergewaltigung verurteilter Muslim gab zu, nichtmuslimische Mädchen sexuell miteinander zu teilen sei „eine religiöse Vorschrift“.

Keiner diese Männer war Mitglied des Islamischen Staats; sie waren einfach Muslime. Wenn sie dieselbe Anschauung bezüglich der sexuellen Knechtschaft nicht muslimischer Frauen hatten, dann weil der Islam – nicht der Islamische Staat als Nebenprodukt – das propagiert.

Hier als Beispiel, wie der verstorbene amerikanische Professor Majid Khadduri (1909-2007), „international anerkannt als eine der führenden Autoritäten für islamisches Recht und Rechtslehre“, das Thema höflich anfasste – und nur im Plusquamperfekt, als wollte er sagen, dies ist es, wie die Muslime sich einst verhielten, jetzt aber nicht mehr. Aus War and Peace in the Law of Islam: Krieg und Frieden im Recht des Islam):

Der Begriff Beute (ghanima) wird besonders auf gewaltsam von Nichtmuslimen erworbenes Eigentums angewendet. Dazu gehören jedoch nicht nur (bewegliches und unbewegliches) Eigentum, sondern auch Personen, ob in der Kapazität des asra (Kriegsgefanger) oder sabi (Frauen und Kinder). … Wenn die Sklaven-Person eine Frau war, war es dem Herrn erlaubt eine sexuelle Beziehung mit ihr als Konkubine zu haben.

„Kriegsbeute“ ist natürlich korrekt. Ein Menschenrechtsaktivist sagte in einer Diskussion über die Vergewaltigung eines neunjährigen christlichen Mädchens durch einen Muslim in Pakistan: „Solche Vorfälle gibt es regelmäßig. Christliche Mädchen gelten als Ware, die nach Belieben beschädigt werden darf. Sie zu missbrauchen ist ein Recht. Gemäß der Mentalität der Gemeinschaft ist das nicht einmal ein Verbrechen. Muslime betrachten sie als Kriegsbeute.“

Darüber hinaus ist nichtmuslimische Frauen als „Kriegsbeute“ zu behandeln nicht nur auf die Welt alter religiöser Texte oder „extremistischer“ Gruppen beschränkt. Es war grundlegendes Merkmal – und oft Motivation – für mehr als ein Jahrtausend Krieg gegen die nichtmuslimische Welt (allein 15 Millionen Europäer wurde für sexuelle Zwecke versklavt – einschließlich Männer und Jungen).

All dies ist zudem eine Erinnerung, dass ISIS nicht – wie es vom westlichen Establishment immer gemacht wird – augenblicklich als Autorität zu islamischen Themen abgelehnt werden sollte. Tatsächlich – und wie der Rest seiner Frage- und Antwort-Broschüre zu Sexsklaverei klarstellt – folgt ISIS akribisch den obskuren Details der Scharia, um eine merkwürdige Fassade der „Moral“ beizubehalten (es gibt eine ganze Reihe an Einschränkungen) und geht sogar so weit anzudeuten, dass Sklaven zu befreien eine tugendhafte Tat ist (Q&A 27).

Der wirkliche Unterschied zwischen ISIS und anderen Muslimen besteht darin, dass erstere erfrischenderweise sehr unverblümt ist, was die Lehren des Islam angeht (so wie als sie deutlich machten, dass ihr Hass auf die westliche Welt auf der Scharia gründet, nicht auf Unmut, obwohl dieses Paradigma lange als Tarnung für islamische Terrorgruppen funktionierte, wie Al-Qaida durchaus wusste).

Mich erinnert das an eine alte Sendung auf Arabisch, bei dem die Moderatorin zwei prominente muslimische Kleriker fragte: „Ist gemäß der Scharia Sklavensex immer noch anwendbar?“ Die beiden ulema lehnten eine klare Antwort ab – hier heuchelten sie, da schweiften sie ab. Als sie nachhakte, stürmte einer der Kleriker aus dem Studio. Er kehrte schließlich zurück und die Moderatorin erklärte ihre unentwegtes Fragen höflich: „Neunzig Prozent der Muslime, mich eingeschlossen, verstehen das Thema des Sexsklaverei im Islam nicht und haben Schwierigkeiten es zu schlucken“, bat sie inständig, worauf der Scheik das Thema beendete, indem er sagte: „Das müssen Sie nicht verstehen!“

Jedenfalls wird von hier an klar, warum so viele muslimische Männer – über die Mitglieder von ISIS hinaus – „ungläubige“ Frauen in Europa und andernorts als „ein Stück Fleisch“ betrachten und so behandeln. So erklärt die hochwichtige Antwort auf die dritte Frage in der ISIS-Broschüre korrekt: „Es gibt keinen Streit unter den Gelehrten darüber, dass es erlaubt ist nicht gläubige Frauen [die durch ihren] ursprünglichen Glauben [kuft asli, was hießt, dass sie als Nichtmuslime geboren waren] beschrieben sind wie die kitabiyat [Frauen aus dem Volk des Buches, d.h. Juden und Christen] und Polytheisten gefangen zu nehmen.“

So sieht der Einfluss des islamischen „Sakraments“ aus, eingefangen im Koran (Sure 4,3; 23,5-6 usw.): Alle nicht muslimischen Frauen – seien sie Atheistinnen, Christinnen, Jüdinnen, Polythistinnen usw. – sind Freiwild für Entführung und Versklavung. Sie existieren ganz einfach für das „Vergnügen muslimischer Männer“, wie ein Möchtegern-Vergewaltiger einst einer unwilligen jungen Christin sagte, bevor er sie ermordete.

Große islamische Konferenz zu Reformen behält Radikalismus bei

Raymond Ibrahim, 20. Februar 2020

Im Westen weitgehend unbekannt und kaum berichtet war die Al-Azhar-Universität in Ägypten gerade Gastgeber einer zweitägigen Konferenz, an der am 27. und 28. Januar die führenden Kleriker und Politiker aus 46 Staaten teilnahmen. Unter dem Titel „Erneuerung im islamischen Denken“ ist sie derzeit die bedeutendste Antwort auf Präsident Sisis Aufruf zu Reformen, den er am 1. Januar 2015 nachdrücklich erhob.

Die Konferenz konzentrierte sich auf die drängendsten Themen, die die islamische – und in einigen Fällen die nicht islamische – Welt betreffen, darunter Frauenrechte, Regierung und Gesellschaft und natürlich die Frage der „Radikalisierung“ sowie das Aufkommen von Jihad-Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat usw.

Ich habe mir mit großem Interesse viele der Podiumsgespräche angesehen und hoffe in den kommenden Wochen zu einigen davon etwas anzumerken, aber vorläufig möchte ich diskutieren, was aus den Schlussbemerkungen des Großimams der Al-Azhar (und gutem Freund von Papst Franziskus), Scheik Ahmed al-Tayeb, zu erfahren ist.

Erstens warf er in einvernehmlicher Zustimmung der anderen anwesenden Kleriker die Tür zur Möglichkeit der Reform einer großen Anzahl an Themen zu: „Erneuerung“, verkündete er:, „ist bei den Texten keineswegs möglich, die unumstößlich sind, was ihre Gewissheit und Stabilität angeht; was die Texte angeht, die nicht völlig zuverlässig sind, so sind sie abhängig von ijtihad [Neuinterpretation, besonders auf Grundlage sich ändernder Umstände].“

Klar ausgedrückt: Die Lehren derjenigen islamischen Texte, die als komplett glaubwürdig angesehen werden – deren wichtigster der Koran ist, dazu bestimmte Hadithe, einschließlich gemäß des Mainstream-Sunnitentums alle neun Bände des Sahih Bukhari – unterliegen keinerlei Veränderung; nur die zweitrangigen islamischen Texte, darunter viele weitere Bände mit Hadithen, die sira (Biographie Mohammeds) und andere geschichtliche Werke, stehen für Diskussion zur Verfügung.

Das Problem besteht natürlich darin, dass manche – viele – der schlimmsten Lehren, die die islamische und die nichtislamische Welt plagen, direkt den Texten entstammen, die als völlig verlässlich gelten. Der Koran zum Beispiel erlaubt sehr klar die sexuelle Versklavung nichtmuslimischer Frauen, dass man seine Ehefrau schlägt und natürlich Polygamie; der Koran ruft Muslime auf, Nichtmuslime zu hassen und, wenn das vorteilhaft ist, Krieg gegen sie zu führen – nur weil sie Nichtmuslime sind.

Die sich daraus ergebende „Belastung“ den Versuch zu unternehmen „islamisches Denken zu erneuern“, während sich gleichzeitig nicht mit bestimmten Texten und lehren beschäftigt wird, ist in Tayebs Abschlussbemerkungen zur Frage das Jihad zu erkennen:

Jihad im Islam ist nicht synonym mit Kampf; stattdessen sind die Kämpfe, die vom Propheten Mohammed und seinen Gefährten praktiziert wurden, eine seiner Arten; und er soll die Aggression der Aggressoren gegen Muslime abwehren, statt jemanden zu Töten, der in Fragen der Religion beleidigt, wie es die Extremisten behaupten. Die etablierte Scharia-Regel im Islam verbietet die Feindschaft gegenüber denen, die gegen die Religion opponieren. Sie zu bekämpfen ist verboten – solange sie nicht die Muslime bekämpfen.

Würde das doch nur stimmen! Die Welt hätte sich auf radikal andere Weise entwickelt- Aber leider widersprechen Al-Tayebs Worte sowohl mehr als einem Jahrtausend islamischer Ideologie – einschließlich den in diesen „nicht anzuzweifelnden“ Texten – als auch der islamischen Geschichte:

Beginnend mit Mohammed – dessen spätere Kriege kaum defensiver Natur waren, sondern vielmehr Raubzüge, die ihm und seinen Anhängern mehr Macht und Bedeutung über Nichtmuslime verschaffen sollten – dann unter den ersten „gerechten“ Kalifen sowie praktisch allen folgenden Sultanen und Herrschern bestand der Jihad aus der „Einladung“ der benachbarten Nichtmuslime, sie sollten den Islam annehmen oder sich zumindest seiner politischen Obrigkeit unterwerfen (als Dhimmis); wenn Nichtmuslime sich weigerten, wie sie das fast immer machten, wenn sie darauf bestanden ihre eigene religiöse Identität und ihre Freiheit vom Islam zu behalten, dann wurde der Jihad ausgerufen, in das Land der Nichtmuslime eingedrungen und hinterher sah es aus wie ein ISIS-Schauplatz mit Pyramiden aus Schädeln, niedergebrannten Kirchen und anderen Kult-Tempeln sowie Sklavenmärkten für Frauen und Kinder, die die Landschaft übersäten.

Fast 1.400 Jahre lang ging das so weiter. Man muss sich nur eine Karte der muslimischen Welt von heute ansehen und erkennen, dass die weit überwiegende Mehrheit davon – der gesamte Nahen Osten, Nordafrika, die Türkei, Zentralasien bis nach Pakistan und weiter – gewalttätig im Namen des Jihad erobert wurde. Jedem muslimischen Kind wird das in der Grundschule gelehrt; es ist eine Quelle des Stolzes und der Bestätigung.

Kurz gesagt: Manche dieser als gegen „Erneuerung“ oder Neuinterpretation sakrosankt angesehenen Texte lehren tatsächlich Problematisches; genauso wenig werden Erneuerungen, die auf Lügen aufgebaut sind – solche Lügen wie die absurde Behauptung, dass der Jihad immer defensiv oder zum Schutz der Muslime war und ist, niemals offensiv und zur Verbreitung des Islam betrieben wird – niemals Wurzeln schlagen und wachsen.

Das ist kurz und knapp das Problem mit der viel gepriesenen internationalen Konferenz, die vor kurzem in der Al-Azhar Universität auf Veranlassung von Präsident Sisi stattfand. Während es jede Menge Ermutigung und progressives Gerede gab, muss leider viel davon in den Bereich genau dessen verwiesen werden – Gerede.

Aufgedeckt: Die Rolle des Islam im transatlantischen Sklavenhandel

Raymond Ibrahim, 10. Februar 2020

Die Geschichte des Islam mit dem Westen ist eine der unwandelbaren Feindseligkeit und seismischen Zusammenstöße, oft von ersterem initiiert. Nach den Standards der Geschichte ist nichts zwischen den beiden Zivilisationen so gut dokumentiert wie dieser lange Krieg. Entsprechend wussten mehr als ein Jahrtausend lang gebildete wie weniger gebildete Europäer – letztere vielleicht instinktiv – dass der Islam ein militanter Glaube ist, der Jahrhunderte lang angriff und in seinen Heimatländern Gräueltaten beging, alles im Namen von „heiligem“ Krieg“ oder Jihad.

Diese Tatsachen sind in jüngerer Zeit radikal „nachgebessert“ worden. Gemäß dem vorherrschenden Narrativ – wie es von Mainstream-Medien und Hollywood, Gelehrten und Politikern, Akademikern und „Experten“ aller möglichen Art hochgehalten wird – war der Islam historisch progressiv und friedfertig, während das vormoderne Europa fanatisch und räuberisch war.

Was immer sonst über solch auf den Kopf stellende Behauptungen gesagt werden kann – und davon gibt es vieles – sie werfen die Frage auf: Wenn eine früher bestens bekannte, gut dokumentierte und von Gräueln belastete Geschichte auf eine Art revidiert werden konnte, die ihre Antithese als Wahrheit präsentiert – bei wenig Widerspruch oder Anfechtung – wie sieht es dann mit den subtileren, aber ebenfalls negativen Einflüssen des Islam auf die Geschichte aus, die von der Art, die anders als die bereits erwähnten Jahrhunderte der Gewalt gegenüber Europa, nicht so umfassend dokumentiert oder so offensichtlich sind, sondern ernste historische Nachforschung erfordern?

Nehmen wir die Rolle des Islam bei der Ermöglichung  des transatlantischen Sklavenhandels – der ansonsten fast immer als exklusiv europäisches Unternehmen dargestellt wird.

Sklaverei ist natürlich so alt wie die Menschheit. Jahrhunderte vor dem Aufkommen des Islam waren Europäer – Athener, Spartaner, Römer – stark mit Sklavenhandel beschäftigt. Mit dem Aufkommen des Christentums und so wie es sich durch das römische und nachrömische Reich (circa im 4. bis 7. Jahrhundert) verbreitete, war die Institution der Sklaverei auf dem Wege unterzugehen.

Dann kam der Islam. Er war nicht der erste, der menschliches Fleisch ausbeutete, aber er war in der post-klassischen, mittelalterlichen, vormodernen und selbst modernen Zeit der Beste in seiner Perfektionierung und seinem Aufblühen, wobei durch die Jahrhunderte hindurch unzählige Millionen Nichtmuslime versklavt wurden (eine Quelle deutet an, dass allein 15 Millionen Europäer versklavt wurden).

Wie üblich war es für diejenigen, die nahe am Islam waren oder ständig mit ihm in Kontakt standen, nur natürlich, dass sie von demselben Laster der Entmenschlichung – und damit Ausnutzung – des „anderen“ angesteckt wurden. Schließlich sind die wenigen Fälle von Christen in Europa, die Sklaven kauften und verkauften weitgehend auf den langen Krieg mit dem Islam beschränkt. Maltas Johanniter-Ritter zum Beispiel reagierten auf die islamischen Sklavenraubzüge mit der Versklavung der Sklavenjäger und anderer Muslime. Gleichermaßen waren auch die zuerst in den afrikanischen Sklavenhandel involvierten Europäer – die Spanier und Portugiesen – ebenfalls diejenigen, die Jahrhunderte lang Seite an Seite mit Muslimen lebten (denwn von al-Andalus) – oft in Gewalt und selbst von ihnen versklavt.

Islamische Sklaven-Raubzüge nach Afrika begannen Mitte bis Ende des siebten Jahrhunderts; damals wurde nach Angaben muslimischer Quellen eine astronomische Zahl Afrikaner – Millionen – im Namen des Jihad versklavt. In der Zeit, als zur See fahrende Europäer die Küsten Westafrikas erreichten, war der islamische Sklavenhandel bereits ein Riesengeschäft.

Moderne westliche Historiker sind sich zwar bewusst, dass es afrikanische „Stammesangehörige“ waren, die feindliche Stammesmitglieder an Europäer verkauften, erwähnen aber nicht, dass die „Stammes“-Differenzen oft darum kreisten, wer Muslim war und wer nicht.

So erklärte John Alembillah Azumah, ein afrikanischer Akademiker und der Autor von The Legacy of Arab-Islam in Africa (Das Vermächtnis des arabischen Islam in Afrika) in einem Interview:

Die Sklaverei war ein sehr wichtiger Teil der islamischen Expansion in Westafrika und sogar im Sudan und das ab der frühesten Zeit islamischen Vordringens in Afrika. … Sklaverei war ein endemischer Teil der islamischen Interaktion mit Afrika. Und in Westafrika gehörten zur Periode des 18. und 19. Jahrhunderts massive Sklavenraubzüge und Sklavenhandel; und viele der Sklaven, die gefangen, verkauft und in den transatlantischen Sklavenhandel geschickt wurden [wurden von Muslimen gefangen]); die meisten derer, die damals Versklavung betrieben, waren muslimische Gemeinschaften. [Hervorhebung hinzugefügt]

Ein Blick auf  historische Landkarten scheint das zu bestätigen: Die Westküste Afrikas, wo Gefangene versklavt und an Europäer verkauft wurden, waren Brutstätten jihadistischer Sklavenraumzüge. Die Bevölkerungen vom Senegal bis nach Angola – die Regionen, wohin wohl die meisten Afroamerikaner ihre Stammbäume verfolgen können – waren vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in etwa zur Hälfte islamisch, zur Hälfte heidnisch.

Genauer gesagt: Wenn heute, wo die Sklaverei im größten Teil der Welt endlich formell abgeschafft ist, muslimische Gruppen immer noch auf Sklavenhandel überall in Afrika bestehen – „Sklaverei ist in Afrika 400 Jahre nach Beginn des transatlantischen Sklavenhandels weit verbreitet“ lautete eine aktuelle Schlagzeile – sollte die Rolle, die Muslime bei der Ermöglichung des transatlantischen Sklavenhandels spielten, offensichtlich sein.

Leider und wie erwähnt ist es jedoch so, dass die offensichtlichen Dinge der islamischen Geschichte – wie mehr als ein Jahrtausend nicht provozierter Jihad-Angriffe auf Europa – auf eine Weise abgeändert wurden, die die Antithese als Wahrheit präsentiert; und die hinterhältige oder subtile Rolle des Islam die Geschichte hindurch, darunter die Ermöglichung des transatlantischen Sklavenhandels, wird ungehört bleiben.

Als Randbemerkung mag hier eine gute, allgemeine Faustregel helfen all die gefälschten, pro-islamischen und reingewaschenen Geschichten zu durchdringen, die verbreitet werden: Um zu wissen, was der Islam in der Vergangenheit machte, schauen Sie einfach darauf, was er in der Gegenwart tut; und dazu gehört ein florierender Untergrund– und natürlich auch offener Sklavenmarkt.

Derweil werden Europäer/Christen – die genau genommen diejenigen waren, die die Sklaverei international ächteten – weiter für diese tragische Episode der Geschichte allein verantwortlich gemacht werden.

Beweist Muslim-Gewalt gegen Muslime, dass Jihad politisch angetrieben ist?

Demontage einer weithin vertretenen – aber falschen – Ansicht.

Raymond Ibrahim, Front PageMag, 3. Februar 2020

Am 18. Januar begann eine schiitische Rebellengruppe einen Terrorangriff im Jemen, der 111 Menschenleben forderte.

Tage zuvor gewann ein pakistanischer General Volkes Stimmung, wann immer Muslime Mitmuslime töten, indem er sagte: „Diejenigen, die unschuldige [Muslime] in einer Moschee ins Ziel nahmen, können niemals wahre Muslime sein.“ Er bezog sich auf den Selbstmord-Bombenanschlag an einer Moschee, der 15 Leben forderte.

So lautet der Kern einer der größten Behauptungen, dass islamischer Terrorismus weit politischer als religiös getrieben sei. Damit erklärte, nach einem weiteren Terroranschlag, der 2016 das Leben von Muslimen in Bangladesch forderte, Premierminister Scheik Hasina: „Jeder, der an Religion glaubt, kann so etwas nicht tun. Sie haben keine Religion, ihre einzige Religion ist der Terrorismus.“

Vielleicht formulierte Barack Obama es am prägnantesten: Der Islamische Staat „spricht nicht für den Islam“, sagte er nach dem Terroranschlag in San Bernardino, der im Dezember 2015 14 Tote hinterließ. „Sie sind Verbrecher und Mörder, Teil eines Todeskults… Darüber hinaus sind die weit überwiegende Mehrheit der Terroropfer weltweit Muslime.“

Westliche Medien sind in diesem Punkt besonders lautstark. Nach dem Terroranschlag von Paris 2015, bei dem 130 Menschen getötet wurden, veröffentlichte der britische Independent einen Artikel mit dem Titel: „Paris attacks: Isis responsible for more Muslim deaths than western victims.“ (Anschläge von Paris: ISIS für mehr muslimische Tote als westliche Opfer verantwortlich). Das Daily Beast argumentierte: „Vor dem Horror von Paris tötete ISIS tagtäglich Muslime. Wir Muslime verachten diese wahnsinnigen Leute mehr als es jeder andere tut… Aber die Opfer Nummer Eins dieser barbarischen Terrorgruppe sind Muslime. Das ist unbestritten.“

Zusammen mit der Distanzierung des Islam von Gewalt – es ist nicht vorgesehen, dass wahre Muslime Mitmuslime im Namen des Jihad töten – vernebelt dieses Argument das Thema, wer die wahren Opfer des islamischen Terrorismus sind, weiter: „Warum wird das Abschlachten von Nichtmuslimen durch Muslime – ob nun Europäer, Amerikaner, Israelis oder christliche Minderheiten unter dem Islam – als ideologisch von einem „anti-Ungläubigen“-Animus getrieben dargestellt, wenn es Muslime selbst sind, die die Hauptopfer stellen?

Das Problem dieses allzu simplen Arguments besteht allerdings darin, dass Muslime, die andere Muslime bekämpfen, ihre Opfer nicht als Muslime betrachten. Tatsächlich betrachten Sunniten und Schiiten sich gegenseitig als falsche Muslime oder bestenfalls Häretiker, die sich dem „wahren Islam“ unterwerfen müssen. Daher ihr immerwährender Krieg. Während westliche Fernsehschwätzer dazu tendieren, alle als „Muslime“ in einen Topf zu werfen – womit sie zu dem irrigen Schluss kommen, dass Jihad-Gruppen unislamisch sind, weil sie „Mitmuslime“ töten – betrachtet jede Gruppe die andere als den Feind.

Ein dem muslimischen Propheten Mohammed zugeschriebener Spruch bestätigt diese Ansicht: „Diese, meine umma [Nation] wird sich in 73 Sekten spalten; eine wird im Paradies sein und 72 werden in der Hölle sein.“ Gefragt, welche Sekte die eine Wahre sei, antwortete der Prophet: „al-jama’a“, das ist die Gruppe, die dem Beispiel oder der „sunna“ Mohammeds am wörtlichsten folgt.

Das hat zu takfirk gefühft – einem arabischen Wort, das jeder Muslim fürchtet und das immer dann auftaucht, wenn eine einzelne muslimische Gruppe eine andere muslimische Einzelperson oder Gruppe beschuldigt kuffar zu sein – also Nichtmuslime, Ungläubige, deren Blut straflos vergossen werden kann. Takfirk hat es seit seiner Gründung neben dem Islam gegeben, angefangen mit den khawarij (Chardschiten) – die Muslime rituell schlachteten, weil sie dem Buchstaben des Gesetzes nicht folgten – und war/ist die Hauptbegründung, die für Jihad zwischen verschiedenen muslimischen Nationen und Reichen die Geschichte hindurch verwendet wurde.

Mit anderen Worten: Wenn Sunniten oder Schiiten einander abschlachten, dann tun sie das mit genau derselben Logik wie wenn sie christliche Minderheiten oder europäische, amerikanische und israelische Bürger abschlachten: Alle sind Ungläubige, die entweder den wahren Islam annehmen oder unterworfen werden oder sterben müssen.

Im November 2017 zum Beispiel übernahm der Islamische Staat die Verantwortung für einen Bombenanschlag auf eine saudische Moschee in Ägypten mit mehr als 300 Toten. Einige Zeit davor hatte ein ISIS-Kommandeur im Sinai „den Hass der Gruppe gegen Sufis und ihre Bräuche umrissen, darunter die Verehrung von Gräbern, die Opferschlachtung von Tieren und was er ‚Hexerei und Wahrsagerei‘ nannte“. ISIS hatte zudem den Sufismus als eine „Seuche“ bezeichnet, die „ausgemerzt“ gehört. Entsprechend köpfte ISIS vor einem Jahr Sulayman Abu Hiraz, einen Sufi-Kleriker, der über 100 Jahre alt sein sollte, aufgrund des Vorwurfs der Hexerei.

Muslime haben andere Muslime unter dem Vorwurf abgeschlachtet, sie seien „nicht islamisch genug“ oder von vornherein die falsche „Art“ von Muslimen. Wenn überhaupt, dann ist der Gedanke, dass Muslime mehr Muslime als Nichtmuslime töten, Grund für die Frage: Was können dann Nichtmuslime – wie der westliche Ungläubige – erwarten?

Der Minderwertigkeitskomplex der muslimischen Welt

Raymond Ibrahim, The American Thinker, 1. Februar 2020

Muslime in aller Welt sind begeistert von den aktuellen Nachrichten: „Die Universität Harvard stuft den Koran als bestes Buch zu Gerechtigkeit ein“, lautet die Schlagzeile eines Berichts, der am 20. Januar 2020 von Youm7 veröffentlicht wurde; Youm7 ist eine beliebte ägyptische Nachrichtenseite, die von Millionen Arabisch lesenden besucht wird. Dort heißt es:

Die offizielle Internetseite des World Muslim Communites Council sagte in sozialen Medien nach ausführlichen wissenschaftlichen Studien, die die Regeln des Rechts im Edlen Koran untersuchten, hat die amerikanische Universität Harvard den Edlen Koran als bestes Buch für Gerechtigkeit eingestuft. … In seiner abschließenden Bewertung zitierte das Klassifikationskomitee der Harvard University Verse aus dem Edlen Koran, die bestätigen, dass der Edle Koran ein Buch voller Regeln humanen Rechts ist … und dass der Islam keinen Raum für Ungerechtigkeit hat, sondern stattdessen Toleranz und Respekt für andere beinhaltet.

Mehrere andere führende Nachrichten-Internetseiten und Zeitungen – einschließlich Al-Ahram, Ägyptens am weitesten verbreitete Zeitung, zudem in Staatsbesitz, gegründet 1875 – brachten die Story, gefolgt von allen möglichen triumphierenden Feiern in den sozialen Medien.

Aber stimmt sie? Verkündete Harvard so etwas? Nein. Die wahre Geschichte lautet, dass schon 2012 eine Gruppe Jura-Studenten eine Reihe historischer Zitate auf die Wände eines Gebäudes in Harvards malte, die sich mit Recht beschäftigen. Als „Worte des Rechts“ bekannt, bestehen sie aus 33 Zitaten einer Vielzahl von Denkern und Zivilisationen – darunter afrikanische, chinesische, europäische und hinduistische – von 600 v.Chr. bis zur Gegenwart. Unter einigen der eher wiedererkennbaren zitierten Namen und Dokumente sind Cicero, Augustinus, Thomas von Aquin, die Magna Charta, Benjamin Franklin, Immanuel Kant, Gandhi und Martin Luther King Jr.

Unter diesen 33 befindet sich genau ein islamisches Zitat, das aus dem Koran abgeleitet ist:

O die ihr glaubt, seid Wahrer der Gerechtigkeit, Zeugen für Allah, auch wenn es gegen euch selbst oder die Eltern und nächsten Verwandten sein sollte! Ob er (der Betreffende) reich oder arm ist, so steht Allah beiden näher. Darum folgt nicht der Neigung, dass ihr nicht gerecht handelt! (Sure 4,135)

Das war’s – die gesamte Story. Es gab weder „ausführliche wissenschaftliche Studien“ noch „Klassifikationskomitees“, die Harvard dazu brachten zu verkünden, der Koran sei das „beste Buch zu Recht“. Stattdessen wurde ein islamisches Zitate für wert befunden in 32 weitere, nicht islamische Zitate einbezogen zu werden.

Was soll man mit dieser beschämenden Begebenheit anfangen? Warum sollten Muslime eine solche Geschichte erfinden? Wichtiger noch: Warum sollte es sie überhaupt kümmern, was das ungläubige Harvard denkt?

Für die Eingeweihten ist die Antwort einfach: Muslime suche immer und überall nach Bestätigung von außen. Warum? Weil eine zunehmende Zahl von ihnen den nagenden Verdacht haben, dass ihre Religion nicht gerecht ist.

Tatsächlich müssen sie nicht weiter weg suchen, als in genau dem Koran-Kapitel/der Sure (4, al-Nisa‘, „die Frauen“), aus der der viel gefeierte „Gerechtigkeits“-Vers (4,135) entnommen wurde; da begegnen Sie jeder Menge von entschieden ungerechten Versen, darunter die Erlaubnis Frauen sexuell zu versklaven – sie zu kaufen und zu verkaufen – die den Ehemännern erlauben ihre Frauen zu schlagen – weil Männer Frauen „überlegen“ sind (4,34) – und so weiter.

Was kann entsprechend beruhigender sein als intellektuelles Lob des Islam durch Westler?

Betrachten Sie dieses arabische Op-Ed zum „Minderwertigkeitskomplex“ des Iran, das ich 2011 übersetzt habe [ins Englische – heplev]. Obwohl sein Autor, Khaled Montaser, ein ägyptischer Intellektueller, sich auf all den Rummel konzentriert, der ausbricht, wenn ein Westler zum Islam konvertiert – tatsächlich oder nicht – trifft das Wesen dieses Arguments perfekt zu und wirft ein Licht auf dieses jüngste Harvard-Fiasko:

Wir Muslime haben einen Minderwertigkeitskomplex und sind furchtbar empfindlich der Welt gegenüber, haben das Gefühl, dass unsere islamische Religion ständige, praktisch tägliche Bestätigung durch Übertritte von Europäern oder Amerikanern zum Islam benötigt. Welch begeisterte Freunde überwältigt uns, wenn ein  Europäer oder Amerikaner seinen Übertritt zum Islam verkündet – Beweis, dass wir uns in einem ständigen Zustand der Angst, Alarm und chronischen Erwartung von westlicher  oder amerikanischer Validierung befinden, dass unsere Religion „okay“ ist. … Und [triumphierend] wir schlagen auf unsere Trommeln und blasen in unserer Hörner und ziehen den Konvertiten in unsere Rückständigkeit, damit er mit uns am Ende der Schlange der Faulheit steht, in der muslimischen Welt, in der in den letzten 500 Jahren keinerlei neue wissenschaftlichen Erfindungen auftauchten. Manchmal ziehen die Konvertiten in unsere Länder um – nur, um in ein kleines Boot zu steigen und über die Hochsee in ihre eigenen Länder zurückzukehren.

Dann geht er dazu über zu diskutieren, wie die arabische Welt – in Gestalt „unserer Medien und von Internetseiten … unserer Schriftsteller und Intellektuellen“ – frohlockte, als sie fälschlicherweise glaubte, der deutsche Autor Henryk Broder habe den Islam angenommen, auf Grundlage von sarkastischen Bemerkungen, die er machte: „Aber wir sind ein Volk, das nicht fähig ist Sarkasmus zu begreifen, denn dieser erforderte in wenig Denken und verstandesmäßige Betrachtung. Und wir lesen mit großer Schnelligkeit und einem hoffnungsvollen Auge, nicht mit einem Auge für die Wahrheit oder die Wirklichkeit.“

Montaser fährt fort:

Wie kommt es, dass Buddhisten für die, die zu ihrer Religion konvertieren, keine Feste veranstalten, wie wir es tun? Und einige dieser Konvertiten sind weit berühmter als Broder. Wussten Sie, dass Richard Gere, Steven Seagal, Harrison Ford – einige von Hollywoods berühmteste Schauspieler – zum Buddhismus konvertierten? Was machten die buddhistischen Länder Asiens bezüglich dieser Prominenten? Was machten die Buddhisten in China und Japan? Tanzten und sangen sie und priesen und marschierten durch die Straßen oder erkannten sie den Eintritt dieser Leute in den Buddhismus einfach als Sache freier Überzeugung an? … Es reicht den Buddhisten, dass diese Prominenten die elektronischen Güter ihrer Staaten kaufen – ohne jegliches Betteln oder Lockmittel.

Ein Schlussgedanke: Muslimische Begeisterung über ein kleines – und oft unaufrichtiges – Kompliment findet seine Parallele nur im Verhalten des westlichen Establishments: Regierung, Medien und akademische Welt haben alle die Gewohnheit ein kleines (und oft unehrliches) Kompliment für den Islam hervorzuheben und sich darauf zu versteifen – so wie das „andalusische Paradies“ (eine Mär) – während die zahlreichen Mängel des Islam verdrängt werden.

Und es ist eine Erinnerung, dass statt dem Islam zu schmeicheln, ihn offen und ehrlich zu kritisieren – objektiv, ohne Groll oder Übertreibung – das potenziell eine der machtvollsten, wenn auch weitgehend ungenutzten Strategien der westlichen Welt ist, die viel dazu beitragen könnte den Islam zu neutralisieren; und zwar ohne Gewalt.