Welche Beziehung hat der Islam zum Christentum?

Theologische Analyse der Bibel und des Koran

Mark Drurie, Lausanne Global Analysis, November 2021 (s. auch: Middle East Forum, November 2021)

Der Koran ist in der heutigen Welt ein Buch von höchster Bedeutung und Einfluss. Er ist der Grundtext des Islam und über die islamische Scharia formt er Rechtssysteme, Politik, Ethik, Kulturen und Gottesdienst eines Viertels der Weltbevölkerung.

Der faszinierende Koran

Es gibt vieles am Koran, das schwer zu versehen ist und rätselhaft erscheinen kann. Er ist nicht einfach zu lesen. Das für Christen Faszinierende am Koran sind jedoch vielleicht seine vielen Anspielungen auf biblische Geschichten und Personen. Obwohl der Islam sich in den letzten 1.400 Jahren als die härteste Herausforderung der Christenheit herausgestellt hat, indem er vier der fünf Patriarchate der Pentarchie der Spätantike eroberte und dann islamisierte – Alexandria, Jerusalem, Antiochia und Konstantinopel – bezieht der Koran vieles aus der Bibel. Die zwei am häufigsten angeführten Personen im Koran sind Moses (136-mal) und Abraham (69-mal). Jesus wird mit sechsmal namentlich so oft angeführt wie Mohammed.

Eines der auffälligsten Dinge bei der Bibel im Koran ist die rätselhafte Kombination von Wissen und fehlender Kenntnis. Obwohl er zum Beispiel hunderte Verweise auf biblische Personen und Ereignisse enthält, scheint der Koran Maria, die Mutter Jesu (Hebräisch: Miriam) für dieselbe Person zu halten wie die Schwester von Moses und Aaron. In einer Sure (Kapitel) des Koran namens „Die Familie von Imran“ (das biblische Amram aus Exodus/2. Mose 6,20) gibt es einen Bericht, gemäß dem Maria „der Frau Amrams“ geboren wurde, woraufhin von Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer groß gezogen wird (Sure 3,35-37). Dann wiederum wird Maria in Sure 19,28 die „Schwester Aarons“ genannt. [1] Diese Beobachtungen werfen die Frage auf: „Wie kann der Koran so viel von der Bibel wissen, während er gleichzeitig nicht weiß, dass zwischen der Familie von Amram und der Familie von Jesus von Nazareth tausend Jahre lagen?“

Das ist beileibe nicht die einzige Ungereimtheit zwischen Bibel und Koran. Einige andere sind das Auftauchen von Haman, ein aus dem Buch Esther bekannter Name, am Hof des Pharao zur Zeit Moses (Sure 28,6), die Teilnahem eines „Samaritaners“ am Tanz um das goldene Kalb aus Exodus 32 (Sure 20,85/87/95) und ein Hinweis darauf, dass Saul seine Krieger aufgrund dessen aussuchte, ob sie Wasser mit ihren Händen schöpften oder direkt mit dem Mund tranken (Sure 2,249), was mit Sicherheit auf die Geschichte von Gideon in Richter 7 zurückgeht.

Ich erwähne diese Diskrepanzen zwischen Koran und Bibel nicht aus apologetischen oder polemischen Zwecken, sondern einfach um die Bedeutung der Frage zu unterstreichen: „Was macht so viel aus der Bibel im Koran?“

Eine „christliche Irrlehre“?

Im Lauf der Jahrhunderte bestand eine wiederholte Reaktion auf das reichhaltige und merkwürdige biblische Material im Koran in dem Schluss, dass der Islam aus dem entstand, was ursprünglich eine Art sektiererisches Christentum sei. So behauptete Johannes von Damaskus in einem Schreiben ein Jahrhundert nach Mohammed, dass dieser „nach einem Gespräch mit dem arianischen Mönch über das Alte und das Neue Testament seine eigene Irrlehre erschuf“.[2] Zu anderen Berühmtheiten, die ähnliche Ansichten vertraten, gehören Thomas von Aquin, Nikolaus von Cusa und Martin Luther, von denen einige arianschen Einfluss angeben, andere nestorianischen. Bis in moderne Zeiten ist diese Sichtweise so verbreitet, dass es als konventionelle christliche Erklärung für das im Koran gefundene biblische Material betrachtet wird.

Diese Einordnung des Islam als christliche Irrlehre hat zwei gegensätzliche Impulse gefördert. Einer besteht in der Korrektur der Dinge, die als „Fehler“ angesehen werden. Das war der Ansatz von Johannes von Damaskus. Eine gegensätzliche Antwort ist das gewesen, was Bischof Kenneth Cragg einen Prozess der Wiederherstellung bezeichnete.[3] Craggs Idee der Wiederherstellung lautete, dass Christen die Abweichung vom Evangelium rückgängig machen sollten, indem sie das Böse beseitigen, das den wahren Christus im Islam verdeckt. Dieser Ansatz will bestätigen, was im Koran wahr ist, indem es enthüllt wird. Einige Autoren – und Cragg ist ein Beispiel – haben argumentiert, dass das Böse nur aufgrund christlichen Versagens vorhanden ist, weil „der Islam sich in einem Umfeld der unvollkommenen Christenheit entwickelte“.[4] Folglich ist für Cragg die Rückgewinnung ebenfalls eine „Wiederherstellung“.[5]

Eine alternative These

Was aber, wenn „Korrektur“ wie auch „Rückgewinnung“ fehlgeleitet sind? Was, wenn die Gesamtvorstellung, der Islam sei aus christlichen Wurzeln entstanden, ein abwertender Fehler ist? Ist es möglich, dass weder der Korrektur-Ansatz noch der Wiederherstellungs-Ansatz gilt?

In meinem Buch The Qur’an and Its Biblical Reflexes[6] (Der Koran und seine biblischen Reflexe) erkundete ich eine alternative These: dass es eine tiefe theologische Trennung zwischen der Bibel und dem Koran gibt, die zu tief ist, als dass man die Ansicht aufrechterhalten kann, der Islam sei auf irgendeine sinnvolle Weise aus dem Christentum oder Judentum entstanden. Ja, der Koran integriert biblisches (und außerbiblisches) christliches wie jüdisches Material, funktioniert sie aber um, damit sie einer radikal anderen Agenda dienen: Der Koran marschiert zum Trommelschlag seiner eigenen theologischen Trommel. Ich kam zu dem Schluss, dass schon der schiere Umfang biblischer Spiegelungen im Koran kein wirklicher Beleg für eine tiefer gehende „Stammbaum“-Verwandtschaft zwischen Islam und Christenheit gibt.

Ein mittelalterliches persisches Manuskript zeigt Mohammed, wie er Abraham, Moses und Jesus beim Gebet leitet.

In einem Beispiel verweist der Koran wiederholt auf Jesus (Isa) und bezeichnet ihn sogar als den Messias (al-Masih), aber dabei handelt es sich um einen Christus ohne Christologie, denn es gibt keine Erklärung dafür, was ein Messias ist. Der Klangzustand des messianischen Titels ist in den Koran übertragen worden, aber nicht seine Bedeutung.

Der theologische Unterschied zwischen Bibel und Koran geht tiefer als oberflächliche Ähnlichkeiten anfangs nahelegen könnten. Zum Beispiel fehlt dem Koran eine Bundestheologie, um eine rettende Beziehung zwischen Menschen und Allah zu formulieren. Eine sorgfältige linguistische Analyse der arabischen Worte mithaq und ahd im Koran, die manchmal als „Bund“ übersetzt werden, offenbart, dass der Gott des Koran keine wechselseitigen, verpflichtenden Bindungen zu Menschen eingeht; solche Beziehungen gibt es nur zwischen menschlichen Wesen. Vermeintliche koranische „Bündnisse“ zwischen Gott und den Menschen im Koran sind in Wirklichkeit Verpflichtungen, die dieser Gott seinen menschlichen Sklaven auferlegt.

Selbstverständlich entlehnt der Koran üppig Material aus christlichen und jüdischen Quellen, aber nicht, um seine Theologie auszuformen. Zum Beispiel war die Vorstellung von Kriegsführung im Namen Gottes bei Christen zur Zeit des Koran aktuell; dieser griff das auf und arbeitete Ideen und Praktiken aus dem zeitgenössischen Christentum ein,[7] aber der Koran macht das ohne auf biblische Theologien der Kriegsführung zurückzugreifen. Stattdessen entwickelte er auf kreative Weise seine eigene Kriegstheologie, die in das passt, was aus zeitgenössischen christlichen Methoden in einen Rahmen vorislamischer arabischer Überfallskultur entnommen ist.[8]

Auf den ersten Blick ist der Monotheismus eine theologische Idee, die Bibel und Koran gemeinsam haben, aber der erste Eindruck kann täuschen. In der Thora geht es im Aufruf zum Monotheismus ausschließlich um Bundestreue zu Yahwe: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (Deut./5. Mose 5,7). Die Vorstellung des Koran zu Gottes Einzigkeit gründet hingegen in arabischen Vorstellungen von einer Auftraggeber-Günstling-Beziehung und ist in der Aussage negativ, dass keine Vorstellung von Anstandspartnerschaft (schirk) auf Gott angewendet werden kann. Diese Metaphern verdanken der Bibel wenig bis gar nichts, sondern gründen in den Werten der arabischen Kultur, zum Beispiel der Erkenntnis, dass es für Sklaven verheerend ist zwei Herren zu gehören (Sure 39,29).

Zur Liste biblischer theologischer Schlüsselkonzepte, die nicht in die koranische Theologie aufgenommen wurden, gehört die Vorstellung der Anwesenheit Gottes, das Konzept der Heiligkeit und die Idee, dass Sünde eine Verletzung der Beziehung ist, die durch Buße repariert werden kann.

Wenn kein Stammbaum, was dann?

Viele Christen gehen davon aus, dass der Islam sich aus dem Judentum und dem Christentum entwickelte. Das ist selbst eine Ausdrucksform der herkömmlichen Ansicht des Islam als „christlicher Irrlehre“. Dahinter steckt die Annahme eines „Stammbaum“-Modells, in dem die Wurzel das Judentum ist. Diese bildet dann das Christentum und dann später den Islam als Zweige aus. Meine Forschung legt nahe, dass diese Denkart ein Irrtum ist, der zu viel auf oberflächliche Ähnlichkeiten und nicht genug auf Theologie achtet.

In The Qur’an and its Biblical Reflexes schrieb ich, dass „eine Herausforderung die Beziehung des Islam zu Judentum und Christentum darin besteht auf einen konzeptionellen Rahmen für die Entstehung eines Glaubens zu verweisen, der ein Muster umfangreicher Einflüsse in Kombination mit Beweisen bedeutender Abkoppelungen aufweist, von dem wir wissen, dass es beim Koran der Fall ist.“[9] Wenn Islam und Christentum nicht in einer Art Verwandtschaftsbeziehung stehen, wie sollen wir dann eine Beziehung in Begriffe fassen, die in einem sehr großen Ausmaß biblischer Inhalte resultierte, die in den Koran übernommen wurden? Wenn nicht Stammbaum, was dann?

In The Qur’an and its Biblical Reflexes habe ich mich auch auf zwei Metaphern gestützt. Die eine ist eine Bau-Metapher. Die Beziehung des Islam zum Christentum ist nicht wie die einer Kirche, die in eine Moschee umgewandelt wurde, wie die Hagia Sophia in Istanbul. Sie ist mehr wie eine Kirche, die abgerissen wurde und deren Material für den Bau einer Moschee umfunktioniert wurde; eher wie die Säulen in der Moschee in Qairawan in Tunesien, die aus lange abgerissenen früheren Kirchen neu verwendet wurden.[10]

Die andere Metapher, auf die ich mich stützte, war linguistische Bastardisierung. Einige Sprachen werden dadurch gebildet, dass man Material aus einer Superstrat-Sprache und einer Substratsprache (oder mehreren) vermengt. Ein Beispiel ist das haitianische Kreolisch, für das Französisch das Superstrat war und die Substratsprachen untergeordnete westafrikanische Sprachen waren. Das Ergebnis ist, dass Wörter aus dem haitianischen Kreolisch weitgehend französisch sind, aber seine Grammatik, Morphologie und Phonologie – ihr Kern – rein westafrikanisch.

Ich regte an, dass der Koran aus einem Prozess der Hybridisierung hervorging, in dem christliche und jüdische Einflüsse das Superstrat boten, während die vorislamische arabische Sprache und Kultur das Substrat lieferte, einschließlich eines Großteils der Theologie.

Abschließende Überlegungen

Die Beobachtung, dass der Koran keine „Stammbaum“-Beziehung zu Judentum und Christenheit hat, sollte keinesfalls als herabsetzend angesehen werden. Wenn der Koran „weder ein textlicher Ableger der Bibel ist, noch zu einem genetischen Stammbaum an ihrer Seite verbunden ist“,[11] dann können Christen von dem Denken befreit werden, der Islam sei eine Art christlicher Irrlehre und anfangen ihn als das zu begreifen, was er tatsächlich ist und nicht, was er Christen scheinbar auf den ersten Blick sein könnte.

Die hier angebotene Sichtweise, so sie gültig ist, könnte tiefgreifende Auswirkungen für die Koexistenz zwischen den beiden Religionen haben, darunter für den religionsübergreifenden Dialog. Sie hat auch Folgen für Mission. Sie bedeutet, dass sowohl Missionare als auch Dialogpartner die Aufgabe der „Korrektur“ oder der „Rückholung“ beiseitestellen können, denn diese beiden gegensätzlichen Ansätze sind eigentlich nur zwei Seiten derselben „Irrlehre“-Münze.

Meine Ergebnisse bieten eine Einladung an Christen, mit frischem Blick über die Ähnlichkeiten und (großen) Unterschiede zwischen Islam und den beiden biblischen Glauben – Judentum und Christentum –nachdenken.


[1] Muslimische Gelehrte waren sich natürlich bewusst, dass dieser Identifikation im Widerspruch zu den biblischen Berichten steht und einige Muslime den Vorschlag ablehnen würden, dass der Koran die Maria aus den Evangelien mit Mirimam vom Exodus identifiziert. Stattdessen schlagen sie vor, dass diese Koranabschnitte so typologisch interpretiert werden, d.h. „Schwester von Aaron“ bedeutet, dass sie vom selben Stamm wie Aaron war.

[2] Daniel John Janosik: John of Damascus, First Apologist to the Muslims: The Trinity and Christian Apologetics in the Early Islamic Period (Eugene, OR: Pickwick, 2016), S. 261.

[3] Kenneth Cragg, The Call of the Minaret 2nd edn (Maryknoll, NY: Orbis, 1985), S. 218-42.

[4] Cragg, The Call of the Minaret, S. 219.

[5] Cragg, The Call of the Minaret, S. 220.

[6] Mark Durie: The Qur’an and Its Biblical Reflexes: Investigations into the Genesis of a Religion (Maryland: Lexington, 2018).

[7] Thomas Sizgorich: Violence and Belief in Late Antiquity: Militant Devotion in Christianity and Islam (Philadelphia: University of Pennsylvania Press), S. 275.

[8] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 229–39.

[9] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 254.

[10] Ich verdanke diese hilfreichen Metaphern Dudley Woodberrys „Contextualization among Muslims Reusing Common Pillars, International Journal of Frontier Missions 13:4, (1996), S. 171-86.

[11] Durie, The Qur’an and Its Biblical Reflexes, S. 256.

„Ja, aber“ – Entlarvung des Kerns der Verteidigung des Islam

Raymond Ibrahim, 15. November 2021

„Ja, aber…“ Das ist das, was inzwischen den Kern aller muslimischen Apologetik repräsentativ geworden ist. Wann immer eine islamische Doktrin oder Prinzip beschuldigt wird Hass, Gewalt, Frauenfeindlichkeit usw. zu propagieren, eilen seine Verteidiger herzu und argumentieren: „Ja, ein paar Muslime verdrehen diese Lehrer für ihre Ziele, aber die Doktrin lehrt in Wirklichkeit etwas anderes.“

Zum Beispiel bot der muslimische Kleriker Usama Hasan in seiner Verteidigung der taqiyya, die Täuschung erlaubt – ob unter eingeschränkten oder breiten Umständen ist strittig – die folgende „ja, aber“-Erklärung:

Es stimmt, dass hartgesottene islamistische Terroristen wie der Al-Qaida und ISIS-Unterstützer Usman Kahn, der in der Fishmongers‘ Hall zwei Menschen ermordete [nachdem er vorgab „rahbilitiert“ zu sein], das Prinzip der taqiyyah missbrauche, um ihrer Sache zu dienen. Aber der Vorwurf, dass alle Muslime generell religiös verpflichtet sind zu lügen und das routinemäßig tun, ist sowohl gefährlich als auch unwahr.

Aber wie soll der Ungläubige wissen, welcher Muslime „das Prinzip der taqiyyah missbraucht“ und welcher nicht, insbesondere da nicht wenige Muslime überzeugt sind, dass der Islam ihnen erlaubt zu lügen und zu täuschen – solange das zu tun als Hilfe für die Förderung der Sache des Islam gesehen werden kann (auf Grundlage des Einsatzes von Täuschung durch ihren eigenen Propheten)? Mit anderen Worten: Das wahre Problem ist nicht, dass „hartgesottene islamistische Terroristen“ diese oder jene muslimische Doktrin „missbrauchen“, sondern vielmehr, dass solche Lehren fundamental unethisch sind und als solche seit den frühen Anfängen des Islam immer dazu geeignet waren „missbraucht“ zu werden.

Bedenken Sie z.B. dieses arabischsprachige Video eines muslimischen Klerikers in Ägypten, der anspricht, wie Terroristen islamische heilige Schriften „missbrauchen“, um das Töten von Nichtmuslimen zu rechtfertigen. Er sprach besonders den Bombenanschläge auf koptisch-orthodoxe Kirchen an, die in den letzten Jahre Dutzende christliche Gläubige in Ägypten den Tod brachten.

In seiner Predigt sagte Scheik Samir Haschisch, dass diejenigen Muslime, die Bomben gegen Kirchen richten und Ungläubige töten, oft einen Sahih-Hadith (eine Äußerung, die Mohammed zugeschrieben und als authentisch angesehen wird), wo der Prophet sagte: „Ein Muslim darf nicht aufgrund des Berichts eines kafir [eines Nichtmuslim oder Ungläubigen] getötet werden.“ Nachdem er sagte, dass der Hadith nicht das uneingeschränkte Gemetzel an Nichtmuslimen rechtfertigt, legte Haschisch genauer dar:

Der Hadith selbst ist natürlich authentisch… Aber der Hadith bedeutet nicht, dass wer auch immer ohne Grund irgendjemanden aus den Völkern des Buchs [Christen und Juden] tötet, das mit Recht getan hat. Der Hadtih schließt einfach die Todesstrafe von den möglichen Bestrafungen aus. Mit anderen Worten: Der Muslim, der einen Nichtmuslim ohne Grund tötet – hat er Unrecht oder nicht? Er hat Unrecht. Muss er bestraft werden oder nicht? Er muss bestraft werden – aber unter Ausschluss der Todesstrafe. Lasst ihn verurteilt werden, aber tötet ihn nicht. Warum? Wegen dem, was der Hadith sagt. Der Prophet sagte: „Ein Muslim darf nicht aufgrund des Berichts eines kafir [Ungläubigen] getötet werden.“ Warum? Weil sein Blut nicht gleich ist. Das Blut des Muslim ist höherwertig. Nennt es Rassismus oder wie immer ihr wollt, aber natürlich ist das Blut des Muslim höherwertig. Das steht nicht zur Diskussion. [meine eigene Übersetzung]

Beachten Sie, dass der Scheik zwar geltend macht, dass Radikale den Hadith verdrehen, um etwas zu sagen, was er nicht sagt – dass jeder Muslim, der einen Ungläubigen tötet, von jeder Bestrafung ausgenommen ist – was der Hadith aber wirklich sagt – dass das Leben eines Muslim wertvoller ist als das Leben eines Nichtmuslims – wenig besser und möglicherweise gar schlimmer ist.

Oder betrachten Sie, wie eine weitere gebildete muslimischer Gelehrte versuchte der Versklavung und Vergewaltigung nichtmuslimischer Frauen Glanz zu verleihen. Während sie Sure 4,3 diskutierte, die über ungläubige Kriegsgefangene als „Eigentum“ berichtet, erklärte Suad Saleh, eine Professorin für islamische Doktrin an der Al-Azhar-Universität in Ägypten, korrekterweise, dass „weibliche Kriegsgefangene ‚diejenigen sind, die euer Eigentum sind‘. Um sie zu demütigen, wurden sie zum Eigentum der Armeekommandeure oder eines Muslim und er kann Sex mit ihnen haben, wie er Sex mit seinen Frauen hat.“

Aber dann fuhr die Al-Azhar-Professorin damit fort so zu sprechen, als sei das wahre Problem nicht die Institutionalisierung der Sexsklaverei durch den Islam, sondern eher, wie manche Muslime sie zum Nachteil des Images des Islam missbrauchen. Sie sagte:

Manche [muslimische] Opportunisten und Extremisten, die nur dem Islam schaden, sagen: „Ich werde eine Frau aus Ostasien bringen, [als Sexsklavin] unter dem Status des ‚Besitzes der rechten Hand‘. Und mit der Zustimmung meiner Frau werde ich dieser Frau einen Raum in diesem Haus zuweisen und werde Sex mit ihr als Sklavenmädchen haben.“ Das ist Unsinn. Das wird vom Islam gar nicht angeordnet. Der Islam sagt, dass eine Frau entweder ein Ehefrau oder eine Sklavin ist. Sklaven in legitimem Besitz kommen von Kriegsgefangenen.

Was Ägyptens Professorin Saleh, Scheik Haschisch und viele andere Gelehrte offensichtlich nicht begreifen, ist, dass inhärent ungerechte Gesetze – solche, die die sexuelle Versklavung von Frauen aus dem einfachen Grund erlauben, dass sie Nichtmuslime sind oder unter der Annahme agieren, dass der Wert menschlichen Lebens auf ihrem Status als Muslime oder Nichtmuslime gründet – immer „missbraucht“ werden.

Sure 2,256 besagt zum Beispiel, dass es im Islam keinen Zwang gibt. Aber weil andere Koranverse Muslime aufrufen Christen und  Juden zu hassen und Krieg gegen sie zu führen (Sure 60,4, 3,28, 9,29), ist es nur natürlich, dass in Vergangenheit und Gegenwart Zwangskonversionen üblich waren. Immerhin kann für die Hölle bestimmte, sozial entrechtete Ungläubige dazu zu bringen den Islam anzunehmen als selbstlose Tat rational gemacht werden. Darüber hinaus hilft es den Islam mächtig zu machen, was immer etwas Gutes ist. So erklärte ein Menschenrechtsbericht bei der Diskussion zügellosen sexuellen Missbrauchs und Zwangskonversion christlicher Mädchen in Pakistan:

Die dunkle Seite der Zwangskonversion zum Islam ist nicht nur auf die religiösen Muslimgruppen beschränkt, sondern involviert auch kriminelle Elemente, die Vergewaltigung und Entführung betreiben und dann ihre abscheulichen Verbrechen damit rechtfertigen ihre Opfer zwangsweise zum Islam zu konvertieren. Die muslimischen Fundamentalisten freuen sich diesen Kriminellen Unterschlupf zu bieten und nutzen die Ausrede, dass sie ihrer heiligen Sache der Vermehrung der Muslimbevölkerung einen großen Dienst erweisen. (Hervorhebung hinzugefügt)

Genauso sagt Sure 9,29-29, dass Krieg gegen Völker des Buches nur Enden kann, wenn Letztere zustimmen ihren muslimischen Herren Tribut (jizya) zu zahlen. Und sie zahlten in der Tat, mehr als ein Jahrtausend lang, bis die Praxis dank europäischen Drucks in der Kolonialzeit formell abgeschafft wurde. Apologeten sagen, dass Sure 9,29 bedeutet, Christen und Juden  müssen die Jizya an Repräsentanten des islamischen Staats zahlen, nicht einfach irgendeinem Muslim. Heute hingegen betrachten Kriminelle mit muslimischem Hintergrund, die mit den Grundlagen von Sure 9,29 vertraut sind – dass Ungläubige bekriegt werden müssen, bis die zahlen – Christen und andere Minderheiten in ihrer Mitte als Sparschweine: Sie sind Freiwild für Raub, Plünderung und Entführung um Lösegeld zu erpressen – manchmal sogar getötet zu werden, nachdem Lösegeld gezahlt wurde – wie die koptischen Christen in Ägypten bezeugen können.

Ein muslimischer Kleriker und Sozialhilfeempfänger in Großbritannien formulierte es so, als er britische Steuerzahler einmal zu „Sklavenerklärte:

Wir nehmen die Jizya, die ohnehin unser haq ist [Arabisch für „Lohn“ oder „Recht“] ist. Die normale Situation ist übrigens die, Geld von den kafir [Ungläubigen] zu nehmen, nicht wahr? Das ist also die normale Situation. Sie geben uns das Geld – ihr arbeitet, gebt uns das Geld, Allahu Akbar. Wir nehmen das Geld.

Kurz gesagt: Das Problem ist weniger, dass manche Muslime die Doktrin der taqiyya „missbrauchen“ – sondern eher, dass eine Doktrin, die Lügen und Täuschung sakralisiert, überhaupt existiert; das Problem ist weniger, dass einige Muslime fälschlich glauben, dass sie keine Bestrafung verdienen, wann immer sie „minderwertige“ Ungläubige töten – sondern dass islamische heilige Schriften überhaupt lehren, dass muslimisches Blut „höherwertig“ ist als nichtmuslimisches Blut; das Problem ist weniger, dass manche Muslime nicht streng den Regeln des Islam zu sexueller Versklavung von Ungläubigen-Frauen folgen – sondern dass der Koran überhaupt erlaubt nichtmuslimische Frauen zu versklaven; das Problem ist weniger, dass manche Muslime den Auftrag des Koran ignorieren, dass es keinen Zwang in der Religion gibt – sondern dass er überhaupt Feindschaft und Krieg gegen Nichtmuslime fordert; das Problem ist weniger, dass manche Muslime nicht den Regeln des Islam dazu folgen, wer das Recht hat von Ungläubigen die Jizya einzusammeln – sondern dass er überhaupt die finanzielle Erpressung von Nichtmuslimen zulässt.

Es ist kein Trost zu erfahren, dass islamische heilige Schriften falsch interpretiert werden, um diese Ungerechtigkeit zu fördern, wenn ihre wahre Interpretation in Wirklichkeit genau diese Ungerechtigkeit erlaubt.

Der vergessene Kreuzzug des Christoph Columbus gegen den Jihad

Raymond Ibrahim, 14. Oktober 2021

Ein weiterer Columbus Day ist gekommen und vorbei. Obwohl er mit den üblich Denunzierungen und erbostem Wokeismus wegen des angeblichen „Völkermords“ durch den italienischen Entdecker gegen Einheimische „gefeiert“ wurde, gab es eine einflussreiche Stimme, die Columbus verteidigte: Am 11. Oktober unterzeichnete Floridas Gouverneur Ron DeSantis eine Proklamation, aus der hier ein Auszug folgt:

Columbus steht als einzigartige Persönlichkeit in der westlichen Zivilisation da, der Mut, Risikobereitschaft und Heldentum angesichts enormer Widrigkeiten veranschaulicht; als Visionär, der die Möglichkeiten der Erforschung über die Grenzen Europas hinaus sah; und als Gründervater, der die Grundlagen für das legte, was eines Tages die Vereinigten Staaten von Amerika werden sollte, die des Columbus Day damit gedenkt, dass sie ihren Bundesdistrikt [den Zusatz zu Hauptstadt] nach ihm benannten.

Das stimmt zwar alles, aber Columbus steht für und ist eine Erinnerung an etwas anderes, das heute wenig bekannt, wenn nicht gar komplett vergessen ist: Er war zu allererst, ein Kreuzzügler – ein bekennender Feind des Jihad; bei seinen Forschungsreisen ging es in erster Linie darum die islamischen Sultanate zu umgehen und letztlich zu kontern, die Europa umgaben und terrorisierten – nicht darum Gewürze zu finden.

Als er geboren wurde, befand sich der damals mehr als 800 Jahre alte Krieg mit dem Islam – oder eher die Verteidigung gegen den Jihad – auf einem Allzeithoch. 1453, als Columbus 2 Jahre alt war, brandschatzten die Türken endgültig Konstantinopel, ein mit Gräueln überfrachtetes Ereignis, das die Christenheit in ihrem Innersten erschütterte.

Im Verlauf der folgenden Jahre fuhren die Muslime damit fort tief in den Balkan vorzudringen, hinterließen dabei viel Tod und Zerstörung, wobei Millionen Slaven versklavt wurden. (Ja, die zwei Worte sind etymologisch verwandt und das aus genau diesem Grund.)

1480, als er 29 Jahre alt war, schafften die Türken es sogar in Columbus‘ Heimat Italien einzudringen, wo sie in der Stadt Otranto 800 Christen rituell köpften – und ihren Erzbischof durchsägten – weil sie es ablehnten den Islam anzunehmen.

Das war der Kontext, in dem Spaniens Monarchen Ferdinand und Isabella – selbst bekennende Kreuzzügler, besonders die Königin, die 1492 die Jahrhunderte dauernde Reconquista Spaniens mit der Befreiung Granadas vom Islam abschloss – Columbus in ihre Dienste nahmen.

Sie finanzierten seine ehrgeizige Reise im Versuch – wie des der Historiker Louis Bertrand ausdrückte – „einen endgültigen und entschiedenen Kreuzzug gegen den Islam über die westindischen Inseln“ zu beginnen. (Das ging natürlich in die Hose und gipfelte in der zufälligen Entdeckung der Neuen Welt.)

Viele Europäer waren überzeugt, dass sie, wenn sie nur die Völker östlich des Islam erreichen konnten – die, wenn sie nicht christlich, zumindest „noch nicht von der mohammedanischen Plage infiziert“ waren, um es mit Papst Nikolaus V. (gest. 1455)) zu sagen – den Islam zwischen sich zerquetschen könnten. (Der Plan war Jahrhunderte alt und verband die Legende des Priesterkönigs Johannes, dem angeblichen christlichen Monarchen, der im Osten regierte und eines Tages nach Westen marschieren würde, um die Christenheit durch die Vernichtung des Islam zu rächen.)

All das geht klar aus Columbus‘ Briefen hervor: In einem verweist er auf Ferdinand und Isabella als „Feinde der elenden Sekte des Mahommet“, die „entschlossen sind mich in Regionen der Indien zu schicken, um zu sehen [wie die] Menschen dort bei den Kriegsbemühungen helfen können].“ In einem weiteren Schreiben an die Monarchen, nachdem er die Neue Welt erreichte, bietet Columbus an eine Armee „für den Krieg und die Eroberung Jerusalems“ auszuheben.

Spanien und Columbus waren auch nicht die ersten, die diese Strategie umsetzten; sobald Portugal 1249 vom Islam geräumt worden war, begann sein Militär ins muslimische Afrika vorzudringen. „Die große und alles überragende Motivation hinter der explosiven Energie und dem expansiven Intellekt von Prinz Heinrich dem Seefahrer [geb. 1394]“, schreibt der Historiker George Grant, „war der schlichte Wunsch das Kreuz zu nehmen – um das kämpfende Schwert über Afrika zu tragen und damit eine neues Kapitel im heiligen Krieg der Christenheit gegen den Islam zu eröffnen.“ Er begann all diese Entdeckungsreisen, weil „er danach strebte zu wissen, ob es in den dortigen Teilen irgendwelche christlichen Prinzen gab“, die „ihm gegen die Feinde der Glaubens helfen würden“, schrieb ein Zeitgenosse.

Macht all das Columbus und in Erweiterung Ferdinand und Isabella – ganz zu schweigen von der gesamten Christenheit – zu „Islamophoben“, wie die wenigen modernen Kritiker, die den islamischen Hintergrund der Reise des Columbus erwähnen, es oft zum Vorwurf machen?

Die Antwort lautet: Ja – aber nicht in der Art, wie das Wort heute verwendet wird. Während das griechische Wort phobos immer „Angst“ bedeutet hat, impliziert seine Verwendung heute „irrationale Angst“. Bedenkt man jedoch, dass der Islam fast tausend Jahre vor Columbus die Christenheit wiederholt angriff, bis zu dem Punkt, dass er drei Viertel von dessen ursprünglichem Territorium schluckte, darunter Jahrhunderte lang Spanien; dass die jüngste Wiederholung des Islam in Gestalt der osmanischen Türken, in der Zeit von Columbus in der Verheerung des Balkan und des Mittelmeers bestand; und dass der Islam selbst Jahrhunderte nach Columbus den Westen immer noch terrorisierte – 1683 mit 200.000 Jihadisten auf Wien marschierte und Amerika in seinen ersten Krieg als Nation provozierte – ist schon die Andeutung, dass historische christliche Angst vor dem Islam „irrational“ sei, selbst der Gipfel des Irrationalen.

Wie der Islam Christus verstümmelt

Raymond Ibrahim, 2. November 2021

Der Islam beansprucht Abraham, Moses und Jesus nicht nur; er beansprucht offensichtlich auch postbiblische Personen wie den Heiligen Georg. Das erklärt ein aktueller Artikel in My London, dessen wahrer Zweck es offenbar ist „Gemeinsamkeiten“ von Christen und Muslimen zu beteuern. So erfahren wir, dass sich „am Tag des Heiligen Georg, der in der östlichen Christenheit am 6. Mai begangen wird, Muslime im Raum Nazareth der christlichen Verehrung des Heiligen anschließen“.

Das Judentum findet ebenfalls seinen Weg in diesen Artikel religiösen Synkretismus: „Nach Angaben einiger Sufi-Traditionen sind der [hebräische] Prophet Elias, Al-Khidr [eine Figur aus dem Koran] und er Heilige Georg alle ein und dieselbe Person. Sie glauben, Elias erschiene zu verschiedenen Zeiten in der Menschheitsgeschichte unter unterschiedlichen Namen, um heimgesuchten Gläubigen in Krisenzeiten zu helfen.“

Der gesamte Artikel ist ein Zeugnis der weit verbreiteten Überzeugung, weil Judentum, Christentum und Islam viele gleiche Persönlichkeiten aufweisen, Verständigung zwischen den frei Glauben nicht nur einfach sei, sondern das natürlichste ist, was man tun kann.

In dieser Kalkulation fehlt die allerwichtigste Tatsache, nämlich dass der Islam mit biblischen Personen nicht so umgeht, wie das es Christentum tut. Christen akzeptieren die hebräische Bibel (das „Alte Testament“), wie sie ist. Sie fügen nichts hinzu, nehmen nichts weg und verzerren die Berichte über die Patriarchen nicht, auf die die Juden sich stützen.

Umgekehrt stützt sich der Islam zwar auch auf Personen aus dem Alten und Neuen Testament – wegen des Gewichts des Altertums, das an ihre Namen gebunden ist – gestaltet sie aber auf eine Weise neu, die ihn selbst bestätigt und das Judentum wie das Christentum ungültig macht. Das verbrennt Brücken eher statt sie zu bauen.

Bedenken Sie zum Beispiel den Umgang des Islam mit Jesus (im Koran „Isa“). Der Islam bestreitet nicht nur vehement, dass Christus der Sohn Gottes ist, sondern ein neues Buch über islamische Quellen unterstreicht unabsichtlich die Tatsache, dass „Isa die Antithese Jesu“ ist – sein Doppelgänger.

Obwohl das Buch Muslim Sources of the Crusader Period (Muslimische Quellender Kreuzritter-Zeit) der Professoren James E. Lindsay und Suleiman Mourad jede Menge wichtiger Dokumente aus dieser Ära enthält, darunter erstmalige Übersetzungen, sind die Schriften von Ibn ‘Asakir (1105-1175) – ein einflussreicher islamischer Gelehrter, der auch die populären Vierzig Hadithe für die Aufstachelung zum Jihad – über Jesus, basierend auf etablierten Hadithen, für unser Thema relevant. Von Anfang bis Ende nutzt Ibn ‘Asakir, wie alle anderen muslimischen Gelehrten vor und nach ihm, Jesus, um den Islam zu bestätigen und den von Christus begründeten tatsächlichen Glauben für ungültig zu erklären.

Nach Angaben dieser muslimischen Berichte wird Jesus in der Tat zurückkehren – christliche „Brückenbauer“ zum Islam können sich darüber freuen – aber nur um „die Kreuze zu brechen, die Schweine zu schlachten, die Jizya-Steuer für Nichtmuslime zu beenden, Krieg gegen die Völker des Buchs (d.h. Juden, Christen, Zoroastrier usw.) und anderes Gesetzwidriges zu führen…“ (S. 158) Kurz gesagt: Der Jesus des Islam scheint ein Jihadist auf Augenhöhe mit ISIS zu sein.

Hier eine Auswahl aus Ibn ‘Asakris „Biografie“ von Jesus/‘Isa (aus Muslim Sources of the Crusader Period):

Er zitiert Mohammed mit der Behauptung, wer immer bereit ist ihn – Mohammed – Christi gleichzustellen sowie dem ältesten christlichen Glaubensbekenntnis (1. Kor. 15,3-7) zu bestreiten, wird in den Himmel kommen.

Wer immer bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, alleine und ohne Partner, und dass Mohammed Sein Diener und Bote ist und dass Jesus Sein Diener und Bote ist, der Sohn Seines Dieners, Sein Wort, das er Maria gab und ein Geist von Ihm, den wird Allah dafür, dass er das sagt, ins Paradies lassen (S. 159).

Wenn eine Frau zu Jesus sagt: „Gesegnet ist der Leib, der dich gebar und die Brust, an der du gesäugt wurdest“, antwortete ein schockierter Jesus: „Nein, sondern gesegnet ist der, der den Koran liest und dem folgt, was darin steht.“ (S. 159)

In mehreren dieser Hadithe scheint Mohammed die Absicht zu haben sich selbst Jesus gleichzustellen. So auch, als seine Kinderbraut Aischa den Propheten fragt: „Wenn Ich länger lebe als du, würdest du mir erlauben neben dir beerdigt zu werden?“ „Nein“, antwortet Mohammed, „an diesem Ort ist nur Raum für mein Grab, für Abu Bakrs Grab [Mohammeds Gefährte und Nachfolger bzw. der erste Kalif], für ‘Omars Grab [Mohammeds Gefährte und der zweite Kalif] und für das Grab von Jesus, dem Sohn von Maria“ (S. 160).

In einem weiteren Bericht sagt Mohammed: „Die biblischen Propheten sind Geschwister gleicher Abstammung. Ich und Jesus sind Geschwister, weil er mich prophezeite und es gibt keine Propheten zwischen mir und ihm“ (S. 161).

In noch einem Bericht stellt Ibn ‘Asakir Jesus als hinter moch einem anderen Kalifen (Muawiya I.) betend dar: Dann, „nachdem Jesus sein Gebet beendet, wird er seine Lanze nehmen, auf den Antichrist zugehen und ihn töten. Dann wird Jesus sterben und die Muslime werden ihn waschen und beerdigen“ (S. 161).

So sieht die Transformation – oder Mutation – aus, der Jesus in der muslimischen Tradition unterzogen wurde. Und von Christen wird erwartet, dass sie dies als mögliche „Brücke“ zum Islam betrachten, als Quelle der „Gemeinsamkeiten“?

Zufällig ist das dasselbe wie bei anderen biblischen Persönlichkeiten. Bedenken Sie Abraham (Ibrahim), nach dem die gesamte „abrahamitische“ Bewegung benannt ist. Während Juden und Christen sich auf andere Aspekte Abrahams konzentrieren – erstere sehen ihn als ihren fleischlichen Patriarchen, letztere als ihren Patriarchen im Glauben oder im Geist (s. z.B. Gal. 3,6) – verlassen sie sich beide auf denselben wörtlichen Bericht Abrahams, wie er in Genesis (1. Buch Mose) zu finden ist.

Im muslimischen Bericht hingegen wird der Hass eingeführt und veranschaulicht, den Muslime für Nichtmuslime haben müssen: „Ihr habt doch ein schönes Vorbild in Ibrahim“, informiert Allah die Muslime in Sure 60,4: „und denjenigen, die mit ihm waren, als sie zu ihrem Volk sagten: ‚Wir verleugnen euch, und zwischen uns und euch haben sich Feindschaft und Haß auf immer offenkundig gezeigt, bis ihr an Allah allein glaubt.‘“

Tatsächlich ist dieser Vers DER Eckstein-Vers, den alle „radikalen“ Muslime, besonders die des Islamischen Staats, als Beweis anführen, dass Muslime alle Nichtmuslime hassen müssen. Mit anderen Worten: Weit entfernt davon als Brücke zwischen Islam und Judentum und Christentum zu dienen, lehrt Abraham die Muslime, sie müssen Juden und Christen hassen.

Man kann immer so weiter machen: Gemäß islamischen Traditionen ist Maria, die Mutter Christi, Mohammeds „Ehefrau“ im Himmel – noch eine weitere Darstellung, die die kaum „Brücken“ zu schlagen scheint, besonders nicht zu Katholiken.

Hier haben wir sicherlich etwas Seltsames: Wenn gewisse Leute – nämlich Weiße – sich, sagen wir, die oberflächliche Kleidung anderer Menschen „aneignen“ oder sich so kostümieren, dann wehe! Alles ist Übel. Aber wenn der Islam sich etwas aneignet und die zentralen Personen zweier Religionen (Judentum und Christentum) komplett pervertiert, sollen Juden und Christen sich dabei gut fühlen, es als Gelegenheit für „Aussöhnung“ mit dem Iran betrachten. Interessant, wie das läuft.

Um es klar zu sagen: Die muslimische Aneignung und folgende Verstümmelung biblischer Personen ist eine Quelle von Problemen, nicht für Lösungen. Das ist einzig säkulares Denken, das sich nicht über die oberflächliche Tatsache erheben kann, dass drei Religionen dieselben Personen beanspruchen – und sie deshalb letztlich „miteinander auskommen“ müssen – die sie nicht begreifen und nie begreifen werden. Der Artikel zum Heiligen Georg in My London – der übermäßig viel Menge Zeit damit verbringt Witze über das Trinken in Kneipen zu reißen – ist ein perfektes Beispiel.

Der Völkermord an den Armeniern: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Das Massaker an 1,5 Millionen Christen war letztlich ein heftiges Segment eines uralten und fortdauernden Kontinuums.

Raymond Ibrahim, 8. September 2021 (Doc Emet Productions)

Am 24. April 2021 wurde Joe Biden zum ersten amtierenden US-Präsidenten, der formell den Völkermord an den Armeniern anerkannte. Worum ging es bei diesem Völkermord und welche Bedeutung hat er heute?

Das Genocide Education Project [Bildungsprojekt Völkermord] bietet eine Zusammenfassung dieses tragischen Ereignisses, das sich während des Ersten Weltkriegs abspielte, nämlich von 1915 bis 1917:

Mehr als eine Million Armenier starben als Ergebnis von Hinrichtungen, Verhungern, Krankheiten, der brutalen Umwelt und körperlichem Missbrauch. Ein Volk, das seit fast 3.000 Jahren in der östlichen Türkei lebte [mehr als doppelt so lange wie die eindringenden islamischen Türken Anatolien besetzt hatten, das man heute als „Türkei“ kennt] verlor seine Heimat und wurde im ersten groß angelegten Völkermord des zwanzigsten Jahrhunderts tiefgreifend dezimiert. Anfang 1915 gab es rund zwei Millionen Armenier in der Türkei; heute sind es weniger als 60.000… Trotz der gewaltigen Menge an Beweisen, die auf die historische Realität des Völkermords an den Armeniern deutet – Berichte von Augenzeugen, offiziellen Archiven, fotografischen Beweisen, die Berichte von Diplomaten und die Aussagen von Überlebenden – ist die Leugnung des Völkermords an den Armeniern von nachfolgenden Regimen in der Türkei ab 1915 bis heute weiter gegangen.

Die Beweise sind in der Tat überwältigend. Schon 1920 hörte Resolution 359 des US-Senats Augenzeugenberichte zu „Vergewaltigung, Verletzung, Folter und Tod, die ihre unvergesslichen Erinnerungen in hundert schönen armenischen Tälern und der Reisende in der Region ist selten frei von Beweisen dieses gewaltigsten Verbrechens aller Zeiten.“

In ihren Memoiren Ravished Armenia beschreibt Aurora Mardiganian, wie sie vergewaltigt und in einen Harem gesteckt wurde (in Übereinstimmung mit den Kriegsregeln des Islam). Anders als tausende anderer armenischer Mädchen, die nach ihrer Schändung weggeworfen wurden, schaffte sie es zu entkommen. In der Stadt Malatia sah sie 16 gekreuzigte chirstliche junge Frauen: „Jedes der Mädchen war lebend an ihr Kreuz genagelt worden“, schrieb sie, „Nägel durch ihre Füße und Hände, nur ihr Haar wehte im Wind, bedeckte ihre Körper.“ (Solche Szenen wurden im Dokumentarfilm Auction of Souls von 1919 festgehalten, der sich in Teilen auf Mardiganians Memoiren stützt.)

Kurz gesagt: Dass die Türken im Ersten Weltkrieg einen vorsätzlichen Völkermord an den Armeniern inszenierten und ausführten, ist – für diejenigen, die sich noch um Fakten kümmern – eine unbestrittene Tatsache, ungeachtet dessen, wer ihn anerkennt und wer nicht (die Türkei selbst verkörpert die zweite Kategorie).

Trotzdem gehen die von den Türken an den Armeniern begangenen Gräueltaten weit über den Völkermord an den Armeniern hinaus. Fakt ist, dass es angemessener ist letzteres nicht als Einzelereignis zu betrachten, sondern als besonders heftiges Segment eines uralten und andauernden Kontinuums.

Der Völkermord vor dem Völkermord

Der anfängliche Völkermord an den Armeniern begann etwas mehr als tausend Jahre früher, als muslimische Stammesangehörige erstmals begannen in ein damals viel größeres Armenien zu strömen und es in das zu verwandeln, was es heute ist: der östliche Teil der modernen Türkei.

1019 „drang mit dem ersten Erscheinen der blutrünstigen Bestien die brutale Nation der Türken nach Armenien ein … und metzelte die christlichen Gläubigen gnadenlos mit dem Schwert nieder“, schreibt Matthäus von Edessa (gest. 1144), ein führender Chronist für diese Zeit. Drei Jahrzehnte später gingen die Überfälle praktisch nonstop weiter. 1049 erreichte der Gründer des Seltschuken-Reichs, Sultan Tughril Bey (regiert von 1037 bis 1063) die nicht ummauerte Stadt Arzden westliche des Vansees und „übergab die gesamte Stadt dem Schwert, was heftiges Gemetzel verursachte, ganze hundertfünfzigtausend Menschen“.

Nach der gründlichen Plünderung der Stadt befahl er, dass sie – einschließlich der 800 Kirchen – in Brand gesetzt und in eine Wüste verwandelt wird. Arzden war „voller Leichen“ und niemand „konnte die zählen, die in den Flammen umkamen“. Achthundert Ochsen und vierzig Kamele waren nötig, um die gewaltige Beute hinauszukarren, zumdeist aus den Kirchen Arzdens geholt. „Wie hiervon berichten, mit einer von Tränen erstickten Stimme?“, fährt Matthäus fort, von den vielen abgeschlachteten Armeniern, die „ohne Gräber zurückgelassen“ und „Beute der Aas-Bestien wurden, dazu „der Exodus der Frauen … die mit ihren Kindern in die Sklaverei und zu ewiger Knechtschaft verurteilt wurden! Das war der Anfang der Unglücksserie Armeniens“, klagt der Chronist, „also hört diesem melancholischen Vortrag zu.“

Andere Zeitgenossen bestätigen die Zerstörung, die Arzden heimsuchte. „Wie ausgehungerte Hunde“, schreibt Aristakes (gest. 1080), ein Augenzeuge; die Türken „warfen sich auf unsere Stadt, umzingelten sie und drängten hinein, massakrierten die Männer und mähten alles nieder wie Schnitter in den Feldern, machten die Stadt zu einer Wüste. Ohne Gnade verbrannten sie alle, die sich in den Häusern und Kirchen versteckt hatten.“

Elf Jahre später, während der türkischen Belagerung von Sabastia (dem heutigen Sivas) im Jahr 1060 wurden 600 Kirchen zerstört und „viele [weitere] Jungfrauen, Bräute und Damen wurde in Gefangenschaft geführt.“ Ein weiterer Überfall auf armenisches Territorium erlebte „viele und zahllose Menschen, die [zu Tode] verbrannt wurden.“ Die Gräuel sind zu zahlreich, als dass Matthäus sie noch erzählen könnte und er resigniert in Klagen:

Wer kann das Geschehen und die ruinösen Ereignisse berichten, die über die Armenier kamen, denn alles war mit Blut bedeckt… Wegen der großen Zahl der Leichen stank das Land und ganz Persien war angefüllt mit unzähligen Gefangenen; so betrank sich die gesamte Nation der Bestien am Blut.

Dann belagerte von 1064 bis 1065 Tughrils Nachfolger, Sultan Mohammed bin Dawud Chagrhi – der Nachwelt als Alp Arslan bekannt, einer der meistgefeierten Helden der mordernen Türkei – Ani, die befestigte Hauptstadt Armeniens, damals eine große und bevölkerungsreiche Stadt. Das donnernde Bombardement der Belagerungsmaschinen Mohammeds ließ die gesamte Stadt erbeben und zahllose zu Tode erschrockene Familie werden in den Erinnerungen als zusammengedrängt und weinend beschrieben.

Einmal eingedrungen begannen die Türken – Berichten zufolge bewaffnet mit zwei Messern in jeder Hand und einem weiteren im Mund – „gnadenlos die Einwohner der Stadt abzuschlachten … und ihre Leichen aufeinander zu häufen… Unzählige und zahllose Jungen mit aufgeweckten Gesichtern und schöne Mädchen wurden zusammen mit ihren Müttern weggeschafft.“

Nicht nur etliche christliche Quellen dokumentieren die Plünderung der armenischen Hauptstadt – eine zeitgenössische hält bündig fest, dass Mohammed „durch Massaker und Feuer aus Ani eine Wüste machte“ – das tun auch muslimische Quellen, oft in apokalyptischen Worten: „Ich wollte die Stadt betreten und mit meinen eigenen Augen sehen“ erklärte ein Araber. „Ich versuchte eine Straße zu finden ohne über die Leichen gehen zu müssen. Aber das war unmöglich.“

So gewinnt man eine Vorstellung davon, wie die armenisch-türkischen Beziehungen begannen – fast ein Jahrtausend vor dem Völkermord an den Armeniern 1915 bis 1917. Die Türken setzten die Armenier in den Jahrhunderten dazwischen natürlich weit mehr aus – Sultan Abdulhamid massakrierte von 1894 bis1896 bis zu 300.000 Armenier im Namen des Islam – aber das sollte als kurzer Blick in die Vergangenheit reichen.

Ein heiliger Hass

Zwar sind menschliche Eroberungszüge so alt wie die Zeit selbst, aber warum war die anfängliche türkische Eroberung Armeniens derart überschwemmt mit überzogen grausamen Tagen? Die Antwort lautet, dass für die Türken und andere muslimische Völker die Eroberung „der anderen“ mit einem frommen Grundprinzip durchtränkt ist – einer Ideologie, die eine notwendige Zutat für sadistischen Hass und seinen natürlichen Höhepunkt ist: Völkermord. Juden und Christen wurde gelehrt, dass Mord und Vergewaltigung „Sünde“ ist, genau das nahm für die bereits raublustigen Türken eine edle und heilige Rolle an, solange ihre Opfer Nichtmuslime waren, was sie von Haus aus zu Feinden machte – „Ungläubige“, für die das islamische Recht fordert, dass sie getötet, unterworfen oder versklavt werden müssen.

So schrieb Gregory Palamas, ein Geistlicher, der von den Türken gefangen genommen wurde, 1354: „Sie leben vom Bogen, dem Schwert und Ausschweifungen, finden Vergnügen daran Sklaven zu nehmen, widmen sich Mord, Plünderung, Beute … und sie begehen nicht nur diese Verbrechen, sondern sie glauben sogar – was für eine Verirrung – dass Gott ihnen das absegnet!“ Die Armenier waren sich schon bewusst, was die türkische Feindschaft antrieb: „Sie griffen uns wegen unseres christlichen Galubens an und sie sind erpicht darauf den christlichen Glauben auszulöschen“, erklärte ein David, ein armenischer Stammesführer, seinen Landsleuten während der Invasionen der Muslim im elften Jahrhundert.

Genauso vielsagend ist, dass der brutalste Umgang immer für diejenigen reserviert war, die sichtbar ihr Christentum verkünden. Während der erwähnten Plünderung von Arzden „verbrannten die muslimischen Invasoren Priester, die sie in den Kirchen gefangen nahmen und metzelten diejenigen nieder, die sie außerhalb fanden. Sie gaben den nicht Toten Schweinefleisch-Stücke in die Hände, um uns zu beleidigen“ – Muslime halten das Schwein für unrein – „und machten sie zu Objekten von Gespött für alle, die sie sahen.“

Gleichermaßen wurden während der Einnahme von Ani Geistliche und Mönche „verbrannt, während andere bei lebendigem Leib von Kopf bis Fuß enthäutet wurden“, schreibt Matthäus. Jedes Kloster und jede Kirche – davor war Ani als „die Stadt der 1001 Kirchen“ bekannt – wurde geschändet und in Brand gesetzt. Ein eifersüchtiger Jihadist kletterte auf die Hauptkatedrale der Stadt „und riss das schwere Kreuz herunter, das auf der Kuppel stand und warf es zu Boden.“ Das aus reinem Silber gefertigte, zerbrochene, „mannshohe“ Kreuz – und jetzt symbolisch für die Macht des Islam über die Christenheit – wurde als Trophäe in das heutige Aserbaidschan geschickt, um dort eine Moschee zu schmücken.

Der Völkermord an den Armeniern und Religion

Trieb dieselbe frühe muslimische Feindschaft gegen „Ungläubige“ auch den Völkermord an den Armeniern 1917 bis 1917 an? Leider hat der Westen seit diesem Vorkommnis in der Regel durch eine einzige, säkulare Weltanschauung artikuliert, das einzig Faktoren wie Territorialstreit und Nationalismus berücksichtigt. Dieser Ansatz hat zwar einen gewissen Wert, projiziert aber auch ausnahmslos westliche Motivation auf enorm andere Völker und Projekte.

Tatsächlich war es die religiöse Identität der Armenier, die letztlich zum Völkermord an ihnen führte. Das wird von der oft übersehenen Tatsache unterstrichen, dass die Türken, zusammen mit der Tötung von 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg auch schätzungsweise 750.000 Griechen und 300.000 Assyrer – alles Christen – systematisch massakrierten. So fragte ein Professor für Armenien-Studien rhetorisch: „Wenn er [der Völkermord an den Armeniern] eine Fehde zwischen Türken und Armeniern war, wie erklärt sich dann der gleichzeitig von den Türken an den christlichen Assyrern verübte Völkermord?“ Aus türkischer Sicht war das hauptsächliche Gemeinsame von Armeniern, Assyrern und Griechen, dass sie alle christliche „Ungläubige“ und daher existenzielle Feinde waren.

Der Völkermord als solcher kann als Höhepunkt des Jihad des Osmanischen Reichs gegen seine christliche Bevölkerung betrachtet werden. Nach Angaben des Buchs Year of the Sword: The Assyrian Christian Genocide [Das Jahr des Schwertes: Der assyrisch-christliche Völkermord] aus dem Jahr 2017 „wurde die Politik der ethnischen Säuberung von pan-islamischem und religiösem Fanatismus geschürt. Christen wurden als Ungläubige [kafir] betrachtet. Der Aufruf zum Jihad, am 29. November 1914 erlassen und aus politischen Gründen inszeniert, war Teil des Plans … sie zu kombinieren und über das Land der Christen hinwegzufegen und sie auszulöschen.“ So wie mit Armeniern und Greichen erzählen Augenzeugen-Berichte vom Ausstechen von Augen bei Assyrern und der Gruppenvergewaltigung ihrer Kinder auf Kirchenaltären – Kennzeichen von jihadistischem Sadismus. Nach Angaben von Schlüsseldokumenten war all dieses Teil eines „osmanischen Plan zum Auslöschen der Christen der Türkei“.

Was das Argument angeht, dass all diese völkermörderischen Gräueltaten, weil sie während des Ersten Weltkriegs stattfanden, letztlich ein Spiegel genau dessen waren – Krieg mit all seinen tödlichen Zerstörungen – so sieht die Realität anders aus. Krieg war nur ein Faktor, weil er für die Türken der Deckmantel war um das zu tun, was sie ohnehin schon lange tun wollten. Nach Beschreibung der Massaker als „administrativer Holocaust“ stellte Winston Churchill korrekt fest: „Die Gelegenheit [Erster Weltkrieg] bot die Lichtung des türkischen Bodens von einer christlichen Rasse.“ Oder mit den klaren Worten von Talaat Pascha, dem de facto-Führer des osmanischen Reichs während des Völkermords an den Armeniern von 1915 bis 1917: „Die Türkei nutzt den Krieg, um seine internen Feinde, d.h. die indigenen Christen, gründlich zu beseitigen, ohne dabei von äußerer Intervention gestört zu werden… Die Sache ist geklärt. Es gibt keine Armenier mehr.“

Der Krieg in Nargony-Karabach

Leider deuten aktuelle Ereignisse an, dass die Türken, weit davon entfernt Reue wegen des Völkermords an den Armeniern zu zeigen, diese immer noch mit völkermörderischer Absicht betrachten.

Im Oktober 2020 brach zwischen Armenien und seinem anderen muslimischen Nachbarn Aserbaidschan ein Krieg um das umstrittene Gebiet aus, das wir als Nagorny-Karabach kennen. Obwohl es tausende von Jahren armenisch und als Artsakh bekannt war und nach der Auflösung der UdSSR überwiegend armenisch blieb, wurde es Aserbaidschan zugewiesen, was Probleme verursachte und in dem aktuellen Krieg gipfelte. (Siehe: „15 Artsakh War Myths Perpetuated By Mainstream Media – 15 Kriegsmythen zu Artsakh, die von den Mainstream-Medien perpetuiert werden.)

Die Türkei schloss sich rasch ihren Religionsbrüdern in Aserbaidschan an und führte den Krieg gegen Armenien wohl sogar an, obwohl der Streit sie eindeutig nicht betraf. So fragte Nikol Paschinyan, Armeniens Premierminister, am 1. Oktober 2020 rhetorisch: „Warum ist die Türkei 100 Jahre nach der Auflösung des Osmanischen Reichs in den Südkaukasus zurückgekehrt?“ Seine Antwort: Um den Völkermord an den Armeniern fortzusetzen.“

Unter anderem finanzierte die Türkei „Jihadistengruppen“, die die Scharia duchsetzen, um den französischen Präsidenten Macron zu zitieren, die in Syrien und Libyen agiert hatten – einschließlich der Hamza-Division, die auf Seiten der Muslimbruderschaft steht und nackte Sexsklavinnen in Gefängnissen hielt – um die Armenier zu terrorisieren und abzuschlachten.

Einer dieser gefangenen Söldner gestand, dass ihm „eine monatliche Vergütung von $2.000 für den Kampf gegen die ‚Kafir‘ in Artsakh versprochen wurde, dazu 100 Dollar extra für jeden geköpften Kafir.“ (Kafir, oft als „Ungläubiger“ übersetzt, ist Arabisch für jeden Nichtmuslim, der es verfehlt sich dem Islam zu unterwerfen, was sie automatisch zu Feinden macht.)

Neben anderem ISIS-artigen Verhalten, das von dieser islamischen Söldner-Koalition aus Türken und Aserbaidschanern begangen wurde, folterten sie eine Intellektuelle, behinderte 58-jährige Frau bis zur Unkenntlichkeit, indem sie ihr sadistisch die Ohren, Hände und Füße abhackten, bevor sie sie schließlich hinrichteten. Ihre Familie konnte sie nur über ihre Kleidung identifizieren. Gleichermaßen zeigt Videomaterial getarnte Soldaten, die einen alten armenischen Mann überwätligen und zu Boden zwingen, der schreit und sie um Gnade anfleht, bevor sie ihm lässig die Kehle mit einem Messer durchschneiden. Bei einem Vorfall – und wie es im Verlauf der Zeiten unzählige Male geschehen ist – stand ein Jihadist auf einer armenischen Kirche, nachdem deren Kreuz abgebrochen wurde und brüllte triumphierend „Allahu Akbar“.

Zufälligerweise und wie man hätte erwarten können, teilt Aserbaidschen die islamische Feindlichkeit der Türkei gegenüber Armeniern. Nach Angaben eines Berichts vom 27. März 2021, wurden im Verlauf von nur zwei Wochen mindestens drei armenische Kirchen in der Region Nagorny-Karabach verwüstet oder zerstört – obwohl im November ein Waffenstillstand erklärt wurde. Videoaufzeichnungen zeigen aserbaidschanische Truppen, die eine der Kirchen betraten, lachten, spotteten, traten und darin befindliche christliche Gegenstände verunstalteten, darunter ein Fresko des letzten Abendmahls. Die Flagge der Türkei taucht auf den Uniformen aserischer Soldaten auf, was diesen Staat weiter hineinzieht. Als sie herankommen, sagt einer der Soldaten: „Lasst uns jetzt in die Kirche gehen, dort werde ich Namaz verrichten.“ Namaz ist ein Bezug auf muslimisches Gebet; wenn Muslime in nichtmuslimischen Tempeln beten, werden diese Tempel sofort zu Moscheen. In Reaktion auf dieses Video veröffentlichte Arman Tatoyan, ein armenischer Menschenrechtsaktivist, eine Erklärung:

Der Präsident Aserbaidschans und die Obrigkeit des Landes haben seit Jahren eine Politik des Hasses, der Feindschaft, ethnischen Säuberung und des Völkermords gegenüber Armenien, die Bürger von Armenien und dem armenischen Volk eingeführt. Die türkische Obrigkeit hat dasselbe getan oder offen zur selben Politik ermutigt.

Zum Beispiel sagte er, dass Aserbaidschans Präsident Alijew Anfang März stolz erklärte: „Die junge Generation ist mit Hass auf den Feind aufgewachsen“. Mit Feind meinte er Armenier.

Ein angeborener Hass

Der erwähnte Hass, der immer ein Vorläufer von Völkermord ist, ist in der modernen Türkei überall offensichtlich. Man muss nur der religiös aufgeladenen Tirade eines Türken dazu zuzuhören, dass alle Armenier „Hunde“ sind und dass jeder, der in der Türkei gefunden wird, für eine Idee abgeschlachtet werden sollte:

Was macht ein Armenier in meinem Land? Entweder der Staat wirft sie raus oder wir töten sie. Warum lassen wir sie leben? … Wir werden sie abschlachten, wenn es an der Zeit ist… Das hier ist türkischer Boden. Wie können wir osmanische Enkel sein? … Das Volk der Türkei, das Ehre, Würde hat und Allah muss die Köpfe der Armenier in der Türkei abschneiden. Es ist für jeden unehrenhaft einen Armenier zu treffen und ihn nicht zu töten… Wenn wir Menschen sind, lasst uns das tun – lasst es uns für Allah tun… Jeder, der  zuhört: Wenn du Allah liebst, bitte verbreite dieses Video von mir an alle…

Genauso sagte eine Frau in Antwort auf eine Frage, die zufällig befragte Passanten in der Türkei auf der Straße gestellt wurde– „Wenn Sie etwas ungestraft tun können würden, was würden Sie tun?“ – vor der Videokamera: „Was ich tun würde? 20 Armenier köpfen.“ Dann blickte sie direkt in die Kamera und lächelte, wobei sie mit dem Kopf nickte.

Mancher dürfte argumentieren, dass diese beiden genannten Beispiele nur Indizien sind – heißt, sie spiegeln türkische Wut, die durch den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan herbeigeführt wurde. Aber wenn das der Fall wäre, was hat das mit der Tatsache zu tun, dass der türkische Hass und Gewalt gegen Armenier Jahre vor den Nagorny-Karabach-Konflikt zurückreicht?

Beachten Sie ein paar Beispiele – die alle vor dem aktuellen Konflikt auftraten und daher keine Verbindung dazu haben – ohne besondere Sortierung:

2013 wrude eine 85-jährige Armenierin in ihrer Wohnung in Istanbul erstochen. Nur für den Fall, dass irgendjemand das Motiv missverstehen könnte, ritzte der türkische Mörder ein Kreuz in ihre nackte Leiche. Nach Angaben des Berichts „markiert dieser Angriff den fünften auf alte armenische Frauen (eine hat ein Auge verloren) in den letzten zwei Monaten.“ In einem Fall wurde eine achtzigjährige armenische Frau von einem maskierten Mann auf den Kopf geboxt und, nachdem sie auf den Boden kollabierte, wiederholt getreten.

Am Sonntag, 23. Februar 2019 wurden drohende Graffiti-Botschaften auf der Haupteingangstür der Armenischen Kirche der Heiligen Mutter Gottes in Istanblu gefunden. Das armenische Patriarchat von Konstantinopel sagte in einer Erklärung: „Es wurden rassistische und Hass-Reden sowohl in Englisch als auch in Arabisch geschrieben, die sagte: Ihr seid erledigt!“ Ein armenisches Parlamentsmitglied twitterte: „Jedes Jahr werden jede Menge Hass-Attacken gegen Kirchen und Synagogen ausgeführt. Nicht nur die Täter, sondern auch die Menschen, die hinter ihnen stehen, sollten angesprochen werden. Vor allem sollte die Politik, die den Hass produziert, beendet werden.“

Im August 2020 wurden ein armenischer Friedhof und eine Kirche geschändet. Nach Angaben des Berichts „wurden die Überreste aus den Gräbern geholt und die Knochen der Verstorbenen wurden überall verstreut“ (hier gibt es Bilder).

Am 22. Mai 2020 kletterte ein Mann am hellichten Tag auf den Zaun einer historischen armenischen Kirche in Istanbul, riss ihr Metallkreuz ab und warf es zu Boden, was auf einem Überwachungsvideo eingefangen wurde. Zwei Wochen zuvor brach ein weiterer Türke in die Heiligkreuz ein, eine historische armenische Kathedrale in der Osttürkei; er sagte die adhan auf – das islamische Gebet, das traditionell von Moscheen ausgerufen wird, durchsetzt mit „Allahu Akbar“-Rufen.

An diesem Punkt scheint es zunehmend so, dass, wenn es den völkermörderischen Hass der Türkei auf Armenier betrifft, Religion nicht nur ein Faktor ist, sondern der entscheidende Faktor. Dies zeigt sich offensichtlich darin, dass so, wie die Türkei einen Völkermord gegen andere Christen außer den Armeniern beging – insbesondere Griechen und Assyrer – sich auch die zeitgenössische türkische Feindschaft gegen alle Christen, nicht nur Armenier, richtet. Bedenken Sie die folgenden Beispiele, die nichts mit Armeniern zu tun haben und die vor dem Nagorny-Karabach-Konflikt auftraten.

2009 brach eine Gruppe junger Türken – darunter der Sohn eines Bürgermeisters – in einen Bibelverlag in Malatya ein. Sie fesselten seine drei christlichen Angstellten, folterten sie sadistisch Stunden lang und schlachteten sie schließlich ab; einer von ihnen war Deutscher. „Wir machten das nicht für uns, sondern für unsere Religion“, sagte einer der Beschuldigten später. „Lasst das den Feinden unserer Religion eine Lehre sein.“ Sie wurden später alle aufgrund einer Formalität freigelassen.

Ende 2019 stach ein 16-jähriger muslimischer Junge einem koreanischen christlichen Evangelisten mehrmals ins Herz; der 41 Jahre alte Ehemann und Vater starb kurz darauf. Monate zuvor wurde ein „86 Jahre alter Grieche in seinem Haus mit gefesselten Händen und Füßen ermordet aufgefunden“; Berichten zufolge wurde er „gefoltert“.

2019 schlugen zwei muslimische Männer einen christlichen Teengar auf der Straße, nachdem sie feststellten, dass er ein Kruzifix um den Hals trug. Die Protestantische Kirchenvereinigung sagte in Reaktion drauf: „Dieser Angriff ist das Ergebnis des zunehmenden Hasses auf Christen in der Türkei. Wir laden Regierungsvertreter ein gegen Hassreden zu handeln.“

Viel üblicher als die gezielten Schläge gegen oder das Töten von Christen – aber nicht weniger repräsentativ für den Hass – sind Angriffe, die mit Kirchen zu tun haben. Als ein Mann 2018 das Feuer auf die katholische Kirche der Heiligen Maria in Trabzon eröffnet, war das nur der jüngste von mehreren Anschlägen auf diese Kirche. Nur Wochen zuvor wurde eine improvisierte Bombe in ihren Garten geworfen; 2016 verwüsteten „Allahu Akbar“ brüllende Muslime die Kirche, auch mit Vorschlaghämmern; 2011 wurde die Kirche ins Visier genommen und wegen ihrem sichtbaren Kreuz bedroht; und 2006 wurde ihr katholischer Priester, Andrea Santoro, erschossen, während er beim Gottesdienst betete.

Ebenfalls mit „Allahu Akbar“-Rufen und „für die Al-Aqsa-Moschee wird Rache genommen“ warf ein weiterer Muslim 2015 einen Molotowcocktail auf die orthodoxe Kirche Aya Triada in Istanbul, was sie teilweise in Brand setzte. Bei einem weiteren Vorfall schlugen und traten 2016 vier Türken an die Tür der Agape-Kirche in der Schwarzmeer-Region – wieder mit „Allahu Akbar“-Rufen, mit denen sie ihre jihadistischen Motive bewiesen.

2014 störte eine zufällige Bande einen Taufgottesdienst in Istanbul. Sie drängten sich in die Kirche, brüllten Obszönitäten; einer bedrohte mit einem Messer die Anwesenden. „Das ist nicht das erste Mal und es wird nicht das letzte Mal sein“ antwortete ein lokaler Christ.

Ende 2019 waren Christen in der Kirche des Heiligen Paulus in Antalya versammelt; ein Mann, der Beleidigungen brüllte und die Gottesdienstbesucher physisch bedrohte, sagte, er würde „großes Vergnügen daran haben Christen zu vernichten, da er sie als eine Art Parasitentum an der Türkei betrachtete“.

Einer der alarmierendsten Vorfälle ereignete sich 2015: Volle 15 Kirchen erhielten Morddrohungen wegen „Leugnung Allahs“. „Pervertierte Ungläubige“, hieß es in einem Schreiben, „Die Zeit, da wir eure Hälse treffen, kommt bald. Möge Allah die Ehre und das Lob erhalten.“ „Drohungen sind für die protestantische Gemeinde, die in diesem Land lebt, nichts Neues; sie wollen ihrer Kinder hier groß ziehen“, kommentierte ein Kirchenleiter.

Im März 2020 wurden auf nur einem christlichen Friedhof in Ankara rund 200 zerstörte Grabsteine gefunden. Getrennt davon, aber etwa zur gleichen Zeit, zerbrachen Schänder ein Kreuz vom Grab einer kürzlich verstorbenen Katholikin; nur Tage davor wurde ihr Beerdigungsgottesdienst von „Allahu Akbar“-Schreien unterbrochen.

Bei der Diskussion all dieser Anschläge auf alles und jedes Christliche – Menschen, Gebäude und sogar Gräber – machte der türkische Journalist Seyfi Genç dafür ein „Milieu des Hasses“ verantwortlich:

Aber dieses hasserfüllte Umfeld kam nicht aus dem Nichts. Die Samen dieses Hasses werden verbreitet, angefangen in Grundschulen, über vom nationalen Bildungsministerium gedruckte Bücher, die Christen als Feinde und Hochverräter darstellen. Die Indoktrination geht über Zeitungen und Fernsehsender weiter, die auf einer Linie mit der Staatspolitik liegen. Und natürlich schüren die Predigten in Moscheen und das Gerede in Kaffeehäusern diesen Hass weiter.

All das ist eine Erinnerung daran, dass die Hauptzutat – religiös inspirierter Hass – die zum Völkermord an Christen (Armeniern, Griechen, Assyrern) von 1915 bis 1917 führte, nicht nur gesund und munter ist, sondern zunimmt – und zweifellos darauf wartet umgesetzt zu werden, sobald sich die nächste Gelegenheit bietet.

In seiner Stellungnahme zum Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern am 24. April 2021 sagte Präsident Biden: „Jedes Jahr an diesem Tag gedenken wir den Leben all derer, die in der osmanischen Zeit beim Völkermord an den Armeniern starben und verpflichten uns erneut zu verhindern, dass solch eine Gräueltat jemals wieder geschieht.“ [Hervorhebung hinzugefügt]

Das klingt zwar vielversprechend, aber bis die Zeit kommt, dass die Wurzel des Völkermords an den Armeniern – die Wurzel für die anhaltende Verfolgung hunderter Millionen von Christen heute –erkannt und angegangen wird, müssen alle derartigen Behauptungen der Wachsamkeit als bloßes Theater betrachtet werden.

Das Saladin-Paradigma: In islamischen Terroristen das „Gute“ finden

Raymond Ibrahim, 10. Oktober 2021

Imam Irafan Chischti, Berater der britischen Regierung zu „Terrorabwehr“

Ein „moderater“ muslimischer Kleriker und Berater für Terrorbekämpfung der britischen Regierung wurde vor kurzem auf Film erwischt, wie er Israel als „Terroristenstaat“ bezeichnete und „Märtyrer“ – Jihadisten-Code für Selbstmordbomber – pries.

Während seiner Rede erzählte Imam Irafan Chischti der Menge: „Wenn sie ‚Mudschaheddin‘, heilige Kriege, werden wollten, dann sollten sie dem muslimischen General Saladin nacheifern, der die Kreuzritter 1187 aus Palästina vertrieb.“ Dann jammerte er: „Wo ist der moderne Saladin?“

Die Wahl Saladins ist insofern interessant, als er auf viele Weisen sinnbildlich für den palästinensischen Terrorismus steht: Weithin, besonders im Westen, wird er zwar als Freiheitskämpfer und Befreier betrachtet, aber der Sultan war in Wirklichkeit ein Terrorist der Sorte ISIS.

Bedenken Sie kurz einige Tatsachen zu dieser historischen Persönlichkeit, die ansonsten sowohl in der muslimischen wie in der westlichen Welt gelobt wird. Nach Angaben seines Biografen Baha‘ al-Din, liebte Saladin es Koran-Vorträge zu hören, betete pünktlich und „hasste Philosophen, Häretiker und Materialisten sowie alle Gegner der Scharia“ (eine passende Beschreibung all der westlichen Apologeten, die ihn aktuell rühmen).

Nachdem er die Kreuzritter 1187 in der Schlacht von Hattin besiegte, ließ Saladin, statt Lösegeld für sie zu fordern oder sie zu versklaven, wie es damals üblich war, die Krieger-Mönche der Militärorden der Templer und Malteser vor sich in einer Szene abschlagen, die seit langem die propagandistischen Hinrichtungsvideos von ISIS inspiriert.[*] Dann ließ er das Wahre Kreuz, die kostbarste Reliquie der Christenheit, ergreifen und paradierte sie auf den Kopf gestellt in Dreck und Mist zu muslimischen Jubelschreien und Gespucke umher.

Natürlich könnte es Saladins westliche Apologeten nicht weniger egal sein; immerhin hatten es die Kreuzritter „nicht anders verdient“. Außerdem werden alle Kriege – auch Saladins „Befreiungs“-Krieg – schmutzig.

Was soll man dann mit der Tatsache anfangen, dass er Ägyptens indigene Christen, die Kopten stark verfolgte – darunter durch Kreuzigung und Aufhängen vieler tausender von ihnen und routinemäßig die Kreuze abzubrechen und ihre Kirchen zu teeren – obwohl die Kopten, die Saladin als „den Unterdrücker der Kreuzesanbeter“ bezeichnen, nichts mit den Franken oder den Kreuzrittern zu tun hatten? (s. A Sword Over the Nile, S. 127, 131, 141 und 142).

Fakt ist, dass Saladin einen virulenten Hass auf das Christentum hatte – die Art, wie ISIS und Ihresgleichen ihn zum Ausdruck bringen – der über diesen Konflikt mit den Kreuzrittern weit hinaus ging. Saladins Ruhestandswunsch war es darüber hinaus, so sein muslimischer Biograph, in das christliche Europa einzumarschieren und Jihad gegen es zu führen, „bis auf dem Angesicht dieser Erde nicht ein einziger der nicht an Allah Gläubigen übrig ist oder dass ich bei dem Versuch sterben werde“.

Nichts davon hat westliche Historiker davon abgehalten Saladin als Tugend-Vorbild hinzustellen – eines, von dem der Westen lernen kann. So die angesehene amerikanische Historikerin Dana Carleton Munro,

Wenn wir dies [die Eroberung Jerusalem durch die Kreuzfahrer 1099] mit dem Verhalten Saladins vergleichen, als er 1187 Jerusalem von den Christen eroberte, dann haben wir einen auffallenden Unterschied zwischen den beiden Zivilisationen und erkennen, was die Christen durch den Kontakt mit den Sarazenen [Muslimen] im Heiligen Land lernen können.

Beachten Sie die Verwendung des Präsens: „lernen können“. Saladin – für ISIS und militante Terroristen in aller Welt ein Held – wird im Westen als Beispiel hochgehalten, von dem „intolerante“ Christens heute lernen müssen.

In Wirklichkeit sieht die Folge von Saladins Eroberung Jerusalems 1187 einmal mehr wie etwas aus, das direkt aus dem Manuskript von ISIS kommt. Obwohl er vielen Christen erlaubte sich loszukaufen, befahl Saladin auch, dass rund 15.000 Christen in die Sklaverei verkauft wurden. „Frauen und Kinder zusammen kamen auf 8.000 und wurden schnell unter uns aufgeteilt, was Muslimen angesichts ihrer Klagen ein Lächeln brachte“, schrieb Mohammed al-Isfahani, einer der Vertrauten Saladins, der bei Jerusalems Kapitulation anwesend war, bevor er eine sadomasochistische Tirade begann, mit der die sexuelle Erniedrigung europäischer Frauen durch muslimische Männer gerühmt wird:

Wie viele gut bewachte Frauen wurden entweiht … und mickrige Frauen gezwungen sich auszuliefern und Frauen, die versteckt worden waren [Nonnen] ihrer Sittsamkeit entkleidet … und freie Frauen besetzt [heißt: „penetriert“] und edle für harte Arbeit genutzt und schöne Dinge ausgetestet und Jungfrauen entehrt und stolze Frauen entjungfert … und fröhliche zum Weinen gebracht! Wie viele [muslimische] Edelmänner nahmen sie als Konkubinen, wie viele leidenschaftliche Männer entflammten für sie und Junggesellen wurden von ihnen befriedigt und durstige Männer von ihnen gesättigt und unruhige Männer waren in der Lage sich leidenschaftlich an ihnen auszutoben.

Das ist also die wahre Geschichte Saladins. Wie gesehen interessiert allerdings keiner dieser ISIS-artigen Aspekte die vielen westlichen Historiker, die sich dem Reinwaschen des vormodernen Islam verschrieben haben; stattdessen konzentrieren sie sich auf den einzelnen Aspekt seiner Karriere und heben ihn hervor, den man positiv erscheinen lassen kann – dass er Jerusalem von den Kreuzritter“-Besatzern“ „befreite“, dass er ein muslimischer Verteidiger gegen christliche Übeltäter war.

Interessanterweise wird genau dieses Muster von diesen vielen westlichen Kommentaren des Reinwaschens des modernen Islam dupliziert. Damit konzentrieren westliche Apologeten, obwohl islamische Terrororganisationen wie die Hamas und die Hisbollah die Weltanschauung von ISIS teilen, auf den einen Aspekt ihres Tuns und heben ihn hervor, mit dem man ihn positiv erscheinen lassen kann – dass sie einen „Befreiungs“-Krieg gegen die „zionistischen Besatzer“ führen, dass sie die muslimischen Verteidiger gegen jüdische Übeltäter sind.

Auf jeden Fall kann man so verstehen, warum alles war, was Imam Irfan Chischti tun musste, sich „entschuldigen“, um wieder in seinen hoch bezahlten Job als „Terrorbekämpfungs“-Experte in Großbritannien eingesetzt zu werden: „Manche meiner Worte spiegeln eine klare Fehleinschätzung, in der Hitze des Moments“, sagte er, „und spiegeln nicht meine Gefühle oder die Gefühle des Publikums. Ich erkenne heute an, dass meine schlecht gewählten Worte die jüdische Gemeinschaft vor den Kopf gestoßen haben und biete meine tiefste Entschuldigung an.“

Natürlich gehören all diese „schlecht gewählten Worten“, die er zurücknehmen würde, sicherlich nicht die über Saladin; denn nur wenige im Westen wissen, wer der wahre Saladin war oder was das „Saladin-Paradigma“ ist: Der westliche Hang einen edlen Aspekt von Muslimen zu finden, abzuleiten und zu verbessern, die ansonsten islamische Terroristen wären – ein Paradigma, das heute noch gesund und munter ist.


[*] Nachdem er prahlte: „Ich werde das Land von diesen zwei unreinen Rassen [Templer und Malteser] reinigen“, befahl Saladin „das ssie geköpft werden sollten, weil er beschloss sie lieber tot als eingesperrt zu ahben“, schreibt der Augenzeuge Baha‘ al-Din: „Bei ihm befand sich eine ganze Gruppe Gelehrter und Sufis und eine bestimmte Anzahl frommer Männer und Asketen; jeder bettelte darum, dass es ihm erlaubt werde einen von ihnen zu töten und zog sein Krummschwert und rollte die Ärmel auf. Saladin, mit Freude im Gesicht, saß auf seinem Podium; die Ungläubigen zeigten völlige Verzweiflung, die Truppen wurden in ihren Reihen aufgestellt, die Emire standen in Zweierreihe. Es gab einige, die sauber schlugen und schnitten und ihnen wurde dafür gedankt.“ Nachdem  er sagte, dass einige dieser Möchtegern-Henker nicht die Traute hatten das rituelle Gemetzel fortzusetzen, konzentrierte sich Baha‘ al-Din auf einen, der „Unglauben tötete, um dem Islam Leben zu geben“: „Ich sah dort den Mann, der verächtlich lachte und metzelte, der redete und handelte, wie viele Versprechen er erfüllte, wie viel Lob er erntete, die ewigen Belohnungen, die er sich mit dem von ihm vergossenen Blut sicherte, die fromme Arbeit, die er seinem Konto mit einem vom ihm abgetrennten Hals hinzufügte.“ (Gabrieli, S. 138/139)

„Normalisierung ist ein Verbrechen an der islamischen Ummah“

Elder of Ziyon, 5. Oktober 2021

Aus Irans IQNA:

Der prominente schiitische Kleriker Scheik Isa Qassem verurteilte die Schritte der Regierung von Bahrain die Verbindungen zum israelischen Regime zu normalisieren als Verbrechen an der islamischen Ummah.

„Was wirst du in der Geschichte über die Eröffnung der Botschaft des Besatzungsregimes und den Besuch des zionistischen Außenministers Lapid in Bahrain schreiben und dem Willkommen der Herrscher Bahrains außer der der Schande der Regierung und dem Verbrechen gegen den Islam, die islamische Ummah und das Volk von Bahrain? Und welche Lücke das zwischen der Regierung dem Volk schaffen will?“, twitterte der Top-Kleriker.

Ausnahmsweise ist es nicht Israel, das das „Verbrechen“ begeht – sondern Staaten, die die Beziehungen zu Israel normalisieren.

Bedenkt man, dass Israel Beziehungen zu 164 Staaten hat, ist das eine Menge krimineller Aktivitäten.