Muslime fordern ungewollt Verbot des Islam

Raymond Ibrahim, 23. April 2018 (PJ Media)*

Genau dieselbe Logik, die Muslime in westlichen Ländern für ihre fortgesetzten Bemühungen zur Kriminalisierung von antiislamischem Reden anführen, würde erfordern, dass der Islam selbst kriminalisiert wird.

Mohammed al-Issa, Generalsekretär der Muslimischen Weltliga, argumentiert: „Europa muss mehr tun um … religiöses Hassreden zu kriminalisieren.“ In einem Interview mit Reuters sagte dieser prominente Saudi am 9. April: „Wir glauben, dass die europäischen Länder, in denen es heute so viel Diskussionen gibt, und andere Länder rund um den Globus … Hass und Verachtung für Anhänger von Religionen kriminalisieren müssen, weil dies die Sicherheit der Gemeinschaft gefährdet.“

„Hass und Verachtung für Anhänger von Religionen“, über die sich Muslime beschweren, ist ein überkonfessionelles Codewort für „Islamophobie“. So verkündete am 5. April Ömer Serdar, ein ranghoher Vertreter der in der Türkei herrschenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, dass er und eine „Gruppe türkischer Abgeordneter ins Herzen Europas reisen werden“, wo sie „untersuchen werden, ob die Behörden Maßnahmen gegen die Feindseligkeit der islamophoben Diskriminierung des Alltagslebens von Muslimen treffen“. Danach „werden sie sich während ihrer Besuche in Deutschland, Frankreich und Belgien mit staatlicher Obrigkeit treffen“ und „das Thema der Ausgrenzung diskutieren“.

All das steht im Einklang mit Politik der Organisation der Islamischen Zusammenarbeit (OIC), der „kollektiven Stimme der muslimischen Welt“ und zweitgrößten zwischenstaatlichen Organisation nach den Vereinten Nationen. Seit Jahren – besonders nachdem ein Muslim ein Dutzend Menschen in den Büros von Frankreichs Charlie Hebdo massakrierte, weil die satirische Karikaturen Mohammeds veröffentlichte – hat die OIC die Vereinten Nationen aufgefordert die „Verunglimpfung von Religionen“ zu kriminalisieren – heißt die Kritik am Islam.

Jeder – insbesondere Muslime – scheinen die große Ironie zu übersehen. Wenn internationales Recht Reden, Karikaturen, Bücher und Filme auf der Grundlage verbieten würde, dass sie Religionen verunglimpfen, dann würden diese Gesetze die gesamte Religion des Islam verbieten.

Bedenken Sie, was „Verunglimpfung“ bedeutet. Typische Wörterbuch-Definitionen beinhalten „verleumden des Rufs eines anderen“ und „falsche oder ungerechtfertigte Verletzung des guten Rufs eines anderen, so durch Verleumdung oder üble Nachrede“. Aber im muslimischen Gebrauch bedeutet Verunglimpfung einfach alles, was islamische Sensibilitäten verletzt oder beleidigt.

Um aber in der internationalen Gemeinschaft an Boden zu gewinne, bleiben die OIC und andere zynisch dabei, dass solche Gesetze alle Religionen vor Verunglimpfung schützen sollten, nicht nur den Islam (während muslimische Regierungen selbst Kirchen verbieten, Kruzifixe zerstören und Bibeln verbrennen). Unaufrichtige oder nicht, die Formulierung der OIC legt nahe, dass jede Äußerung, die die religiösen Gefühle anderer „beleidigt“, verboten werden sollte.

Was müssen wir dann mit den religiösen Kerntexten des Islam tun –angefangen beim Koran höchstselbst?

Der Koran verleumdet, verunglimpft und diffamiert wiederholt den Ruf bestimmter anderer Religionen. Beachten Sie diese Textstellen über das Christentum:

  • Sure 5,73: Fürwahr, ungläubig sind, die da sagen: «Allah ist der Dritte von Dreien.»
  • Sure 5,72: Fürwahr, ungläubig sind, die da sagen: «Allah ist kein anderer denn der Messias, Sohn der Maria.»
  • Sure 9,30: Die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. … Allahs Fluch über sie!

Das Wort „Ungläubiger“ (kafir) ist einer der abfälligsten Begriffe des Islam. Was wäre, würde ein Kerntext des Christentums – oder auch nur eine westliche Kariktur – erklären: „Ungläubige sind, die, die sagen Mohammed sei der Prophet Gottes – möge Gott sie verfluchen“?

Wenn Muslime das als heftige Verunglimpfung des Islam ansehen – und das würden sie, mit all den dazugehörigen Krawallen, Morden usw. – dann muss zugestanden werden, legt man dasselbe Maß an, dass der Koran Christen und das Christentum verunglimpft.

Bedenken Sie, wie das christliche Kreuz, von Milliarden verehrt, im Islam verunglimpft wird. Gemäß kanonischen Hadithen, wird Jesus (der „Prophet Isa“), wenn er wiederkehrt, alle Kreuze vernichten. Mohammed, der niemals erlaubte, dass das Kreuz in seiner Gegenwart auftauchte, befahl einmal jemandem, der ein Kreuz trug, „dieses Götzenstück von sich zu werfen“.

Was wäre, wenn christliche Bücher und westliche Filme besonders die heiligen Symbole des Islam – vielleicht den schwarzen Stein in Mekkas Kaaba – als „Götzentum“ bezeichneten, die Mohammed selbst bei seiner Wiederkehr zerstören wird? Wenn Muslime das als Verunglimpfung des Islam betrachten würden – und das würden sie, mit all den dazugehörigen Krawallen, Morden usw. – dann müsste, legt man dasselbe Maß an, eingestanden werden, dass islamische Lehre das christliche Kreuz verunglimpft.

Hier ist vielleicht die ausdrücklich widerlichste Form der Verunglimpfung christlicher Gefühle: Gemäß den höchst maßgeblichen Koranauslegern, einschließlich dem verehrten Ibn Kathir, wird Mohammed im Paradies mit der Jungfrau Maria verheiratet und mit ihr kopulieren.

Stellen Sie sich irgendetwas – in einem christlichen Kerntext oder einer Karikatur – vor, das, sagen wir, Mohammeds „Lieblingsfrau“ Aische, die „Mutter der Gläubigen, als im Himmel mit einem falschen Propheten verheiratet darstellt, mit dem sie Sex hat.

Wenn Muslime das als große Verunglimpfung des Islam betrachten – und das würden sie, mit all den dazugehörigen Krawallen und Morden usw. – dann müsste, legt man dasselbe Maß an, eingestanden werden, dass die maßgeblichsten Koranausleger die Jungfrau Maria verunglimpfen.

Solche Verunglimpfungen des Christentums ist kaum fast nicht auf die heiligen Kernschriften des Islam beschränkt. Fakt ist, dass moderne muslimische Gelehrte und Scheiks übereinstimmen: Es ist erlaubt das Christentum zu verunglimpfen und zu verspotten. „Islam Web“, das der Regierung von Qatar gehört, gab sogar eine Fatwa aus, die die Beleidigung des Christentums legitimiert.

Die größte Ironie in all dem besteht darin, dass die „Verunglimpfung“, über die die Muslime sich beschweren – und die immense Gewalt und Blutvergießen überall auf der Welt veranlasst – sich um Dinge wie Karikaturen und Filme dreht, die von Einzelnen gemacht werden, die nur sich für sich selbst stehen. Andererseits verleumdet und verurteilt der Islam – mit einem anderen Wort: „verunglimpft“ – über seine heiligsten und verbindlichsten Texte alle anderen Religionen.

Es ist dieses Problem – das gefühlt „göttliche“ Recht des Islam zu verunglimpfen und zu vernichten – das die internationale Gemeinschaft thematisieren müsste.

Und das Recht frei und offen den Hang des Islam zu Verunglimpfung und Vernichtung zu diskutieren ist das, was die internationale Gemeinschaft schützen muss.

* Ibrahim schreibt vom Christentum. Dasselbe gilt für den Umgang mit und das Verhältnis des Islam und seiner Gelehrten zum dem Judentum.

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Ja, „der Islam ist Teil unserer Geschichte“

Raymond Ibrahim, FrontPage, 6.April 2018

Der erste Vizepräsident der Europakommission, Frans TImmermans, übte gerade den Vorsitz eines Runden Tisches mit zehn muslimischen Imamen aus sechs EU-Mitgliedsstaaten (Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Italien und den Niederlanden) aus. Hinterher verkündete Timmermans: „Die Kommission tritt entschieden für Diversität in Europa ein. Der Islam ist Teil unserer Geschichte, der Islam ist Teil unserer Gegenwart und der Islam will Teil unserer Zukunft sein.“

Solche Behauptungen sind so wahr wie die Annahmen, auf denen sie gründen – und wie solche Annahmen in historischen Fakten oder Fiktion gegründet sind. Wenn er seine Behauptungen zur historischen Rolle des Islam in Europa damit einleitet, dass er sagt: „Die Kommission tritt entschieden für Diversität in Europa ein“, dann ist klar, welche Wahrnehmung Timmermans beschwört.

Die wahre, historisch dokumentierte Rolle, die der Islam spielte, hat eine ganz andere Geschichte zu erzählen: Im frühen siebten Jahrhundert brachen Schwerter schwingende Araber aus der Arabischen Halbinsel aus und eroberten innerhalb von ein paar Jahrzehnten rund zwei Drittel dessen, was damals die christliche Welt darstellte – von Syrien und Ägypten im Osten bis Karthago und Spanien im Westen mit allem, was dazwischen lag. Einhundert Jahre nach dem Tod ihres Propheten (der traditionell ins Jahr 632 gelegt wird), befanden sie sich im Herzen Frankreichs, wo dank ihrer Niederlage bei Tours 732 und weiterer Frankensiege ganz Europa nicht auch erobert wurde.

Aber wo Ländereien nicht unterworfen werden konnten, konnte immer noch Leibern erobert werden und die nächsten zwei Jahrhunderte kehrte sich der Jihad in einen gigantischen Sklavenhandel mit europäischem Fleisch, da Überfälle zum Sklavenfang praktisch keinen Teil Europas unberührt ließen (selbst die Wikinger-Überfälle in Nordeuropa waren in erheblichem Maß von arabischem Gold getrieben).

Im zehnten und elften Jahrhundert bekehrten sich die Türken – die sich den Jihad-Ethos sich noch mehr als die Araber zueigen machten – zum Islam und wurden seine neuen Standartenträger. Obwohl sie nennenswerten Siege und Eroberungen vorweisen konnten – insbesondere nach dem Sieg der Seldschuken 1071 gegen das oströmische Reich – wurde der Jihad gegen Europa erst unter den Osmanen ernsthaft erneuert: im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert wurde ein Großteil des Balkan brutal unterworfen und Konstantinopel – der ursprüngliche Erzfeind des Islam – 1453 schließlich (und furchtbar) geplündert.

Das osmanische Vorrücken ging unvermindert weiter – der europäische Sieg 1571 in Lepanto war mehr symbolisch als sonst etwas – und 1683 wurde Wien von hunderttausenden Muslimen eingekesselt. So wie fast ein Jahrtausend zuvor, als 732 der islamische Vormarsch nach Europa gestoppt wurde, sorgte ein christlicher Sieg vor Wien nur dafür, dass die Muslime in ihre bescheidenere Rolle als Sklavenhändler weißen Fleisches zurückverfielen: Vom fünfzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert versklavten muslimische Sklavenhändler vom Khanat auf der Krim im Osten bis zur Berberküste im Westen mehr als fünf Millionen Europäer – im späten 18. Jahrhundert auch amerikanische Seeleute, was die Berberkriege herbeiführte.

Der vielleicht aufschlussreichste Aspekt dieser hier angeführten Geschichte ist der erwiesene rote Faden in entschieden islamischen Begriffen: die muslimische Vorstellung, dass alle Ungläubigen drei Alternativen haben – Übertritt, bereitwillige Kapitulation über den Jizya/Dhimmi-Status oder den Tod; die mutwillige und massenhafte Zerstörung von Kirchen, Kreuzen und allem Christlichen; die sadistischen Gräueltaten, die jeder Beschreibung spotten; die „Allahu Akbar“-Rufe und andere Jihad-Parolen; die Beschwörung von Versprechen des Koran auf ein sexuell sinnlichen Paradiese für die, die im Jihad fallen – sie alle sind in praktisch jeder Begegnung zwischen Muslimen und Europäern präsent, von der schicksalhaften Schlacht von Yarmuk im Jahr 636 bis zu Amerikas Erfahrungen mit den Berbern um 1800, wie sie ausgiebig in meinem in Kürze erscheinenden Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West (Schwert und Säbel: Vierzehn Jahrhunderte Krieg zwischen Islam und dem Westen).

So sieht in Wahrheit die Rolle aus, die der Islam in Europas Vergangenheit spielte.

Was seine Rolle in der Vergangenheit angeht, so ist sie darauf gebaut, dass Europa diese unerschütterliche Geschichte der Feindseligkeit komplett ignoriert – wenn es sie nicht vorsätzlich verdreht; dass es Muslime in Massen in ihren Ländern willkommen heißt – und das im Namen der „Diversität“; dass es dementsprechend leidet und sich dann fragt, was sie, die europäischen Gastgeberländer, falsch machten.

Bedenkt man den unerschütterlichen Part, den der Islam in der Vergangenheit spielte und in der Gegenwart weiter spielt, dann bleibt abzuwarten, ob der Westen seine Zukunft auf Fakten oder auf Fiktionen aufbaut – wobei er in beiden Fällen seinen gerechten Verdienst dafür erhält.

Warum Jerusalem nicht die drittheiligste Stätte des Islam ist

Joseph Farah, WorldNetDaily, 18. Februar 2018

Sie haben zweifellos gehört, dass Jerusalem die drittheiligste Stadt des Islam darstellt.

Das ist nachweisbar falsch.

Oder vielleicht haben Sie in Wikipedia gelesen oder auf CNN gehört, dass die Al-Aqsa-Moschee das drittheiligste Gotteshaus des Islam ist.

Auch das ist nachweisbar gelogen.

Oder vielleicht haben Sie von der Abstimmung in der UNESCO im Jahr 2016 gehört, die jegliche Verbindung Israels zum Tempelberg bestritt, indem nur mit seinem islamischen Namen „Haram al-Scharif“ auf ihn verwiesen wurde.,

Bevor ich zu Geschichte dieser Mythen komme, diesen abirrenden Legenden, diesen antisemitischen Fiktionen aus der Hölle, lassen Sie mich erzählen, warum jeder mit einem klaren Kopf und objektivem, rationalen Verstand die Wahrheit trotz der machtvollen Täuschung sehen kann, die einen Zauber über die Welt gelegt hat – vorsätzlich, mit politischem Ziel und auch erst vor kurzem.

Jeder sollte anerkennen, dass die heiligste Stätte Nummer eins im Islam Mekka ist, die Kaaba, die jedes Jahr Millionen Pilger anzieht – vielleicht mehr als jeder andere religiöse Schrein der Welt. Während zum Beispiel jedes Jahr 5 Millionen Menschen die Vatikanstadt besuchen, reisen 18 Millionen Muslime nach Saudi-Arabien, fast alle von ihnen nach Mekka, das Nichtmuslimen nicht erlaubt die Stadt zu betreten. Allein die jährliche fünftägige Haddsch zog 2017 mehr als 2 Millionen an.

Mekka

Spirituelle Pilgerreisen sind im Islam eine große Sache und die heilige Stätte Nummer zwei des gesamten Islam ist vermutlich Medina, wo Mohammed beerdigt ist.

Pilgerreise nach Medina

Aber nach Mekka und Medina gibt es genau genommen viel Streit, selbst unter Muslimen, was die drittheiligste Stadt des Islam sei. Warum? Während Mekka und Medina allen muslimsischen Anhängern Mohammeds und Allahs heilig ist, sind nicht alle davon  Sunniten. Anhänger des sunnitischen Islam stellen etwa 80 Prozent oder rund 1,2 Milliarden der Muslime weltweit. Aber die anderen 20 Prozent sind Schiiten, die nicht weniger als 300 Millionen stellen. Und schiitische Muslime verehren Heiligtümer in zwei anderen Städten im Irak – Nadschaf und Kerbela.

Wie viele machen während der schiitischen Arba’in-Pilgerschaft jährlich eine Pilgerreise von Nadschaf nach Kerbela? Halten Sie ihre Burka oder Keffiyeh fest: Mache Berichte schreiben von 30 Millionen aus bis zu 40 Ländern, die oft Angriffe sunnitischer Terroristen trotzen und in der Regel barfuß reisen. Stimmt. Diese Arba’in-Pilgerreise ist eine weit längere als die fünftägige Mekka-Haddsch und gemäß vieler Quellen in den schieren Zahlen der Teilnehmer eine weit größere.

Arba’in-Pilgerreise

Jetzt lassen Sie uns die Al-Aqsa und den Felsendom und Jerusalem betrachten.

Wie viele Muslime pilgern nach Jerusalem? Israel beherbergt jedes Jahr insgesamt rund 2 Millionen Touristen aus aller Welt, aber nur ein winziger Bruchteil davon sind Muslime. Touristen in Israel sind ethnisch vielfältig, aber fast alle sind Juden und Christen. Und bitte erzählen Sie mir nicht, Muslime seien nicht willkommen, denn sie sind es. 2014 – die jüngste Statistik, die ich finden konnte, zeigte 26.700 Touristen aus Indonesien, 23.000 aus der Türkei, 17.700 aus Jordanien, 9.000 aus Malaysia und 3.300 aus Marokko. Und das waren die größten Zahlen.

Aber vielleicht glauben Sie, dass Muslime nicht mehr nach Jerusalem, ihrer drittheiligsten Stadt, kamen, nachdem Israel sie 1967 wiedervereinigte. Ganz im Gegenteil. Es gab kaum irgendein Interesse an Jerusalem, als Jordanien die Al-Aqsa und den Felsendom unters seiner Kontrolle hatte. Selbst König Hussein besuchte Jerusalem während der Zeit, in der er einen Teil der Stadt zwei Jahrzehnte lang kontrollierte, nie.

Wenn Sie weiter zurückgehen wollen, vor die erste zionistische Aliyah, dann können Sie sehen, wie der Felsendom ca. 1875 aussah – verlassen, völlig verfallen, nicht besucht. Fakt ist, dass er sein berühmtes goldenes Kuppeldach erst 1950 unter jordanischer Kontrolle erhielt; und das musste 1993 unter israelischer Hoheit erneuert werden.

Der Felsendom 1875

Während wir anfangen in der Geschichte zurückzugehen, wollen wir im Koran nach Jerusalem suchen. Lassen Sie mich ihnen die Zeit sparen. Sie können aufhören zu suchen. Sie werden es nicht finden. Es ist nicht vorhanden, auch wenn ein Abschnitt, den wir im Koran lesen, tatsächlich den Bau der Al-Aqsa inspirierte.

Der muslimische „Anspruch“ auf Jerusalem gründet auf dem, was in Sure 17,1 geschrieben steht, die gesagt: „Preis Ihm, Der bei Nacht Seinen Diener hinwegführte von der Heiligen Moschee zu der Fernsten Moschee.“ Wie wurde diese „fernste Moschee“ zu der, die von Mohammed in einem Traum besucht wurde, zu der er auf einem fliegenden Kamel oder Pferd ritt?

Zu Lebzeiten Mohammeds war Jerusalem vom byzantinischen Reich besetzt. Während Mohammed bereits 632 starb, wurde Jerusalem von Muslime erst 638 erobert. Als sie kamen, gab es natürlich nirgendwo in Jerusalem eine Moschee oder einen Felsendom, nur Kirchen. Eine dieser Kirchen soll auf dem Tempelberg gebaut gewesen sein. Sie könnte sogar in die Al-Aqsa-Moschee umgewandelt worden sein. Fakt ist, dass sowohl der Dom als auch die Moschee unzweifelhaft erkennbaren byzantinischen Architektureinfluss aufweisen.

Als Rivalen der Nachfolger Mohammeds Jerusalem von den Christen eroberten, bauten sie erst einmal den Felsendom, einen Schrein, von dem die Eroberer glaubten, er stehe am Ort des zweiten Tempels, der vom römischen Reich 70 n.Chr. zerstört worden war. Der Dom wurde 691 fertiggestellt und die Al-Aqsa-Moschee 20 Jahre später oder 80 Jahre nach dem Tod Mohammeds. Die „Himmelfahrt“ Mohammeds vom Felsen unter dem Dom, so glaubt man, wurde in dieser Zeit von Kalif Omar hervorgezaubert, der eine neue heilige Stätte bauen wollte, um der in Mekka Konkurrenz zu machen.

Gleichwohl setzt sich die Idee der Errichtung dieses Schreins und der Al-Aqsa-Moschee auf dem alten Tempelberg als permanente islamische heilige Stätten nicht durch, wie wir über den Vergleich mit den anderen in  Mekka, Medina, Nadschaf und Kerbela sehen können.

Fakt ist: Während der gesamten Zeit des islamisch-osmanischen Reichs, das Jerusalem bis zum Ersten Weltkrieg kontrollierte, und nicht vor 1929 weckten der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee auch nur irgendein leidenschaftliches Interesse im Islam. Und dann geschah das dank Adolf Hitlers muslimischem Freund Haddsch Amin al-Husseini, dem Großmufti von Jerusalem, der seine radikalen Anhänger an Mohammeds „Nachreise“ erinnerte. Er schürte den Mythos, um in dem Jahr die Unruhen anzustoßen.

Dann nutze ein weiterer Träumer, Yassir Arafat, nach dem Sechstagekrieg von 1967, in dem Israel Jerusalem unter seiner Kontrolle wiedervereinigte, die heiligen Stätten, um den Anspruch des Islam auf die Stadt anzuregen, die er „Al-Quds“ nannte. Arafat bekann auch die Lüge, dass nie ein jüdischer Tempel auf dem Tempelberg stand, obwohl ausgerechnet das der Grund ist, dass der Dom und die Moschee auf dem gebaut wurden, von dem Omar glaubte es seien das Fundament des Tempels.

Auf einer Eben hat der Propaganda-Coup den Großteil der Welt getäuscht – in einem Ausmaß, dass die meisten Muslime den Al-Quds-Mythos glauben. Dafür randalieren sie weltweit. Sie begehen Terrorismus im Namen ihrer „Befreiung“. Sie boykottieren, de-investieren, verhängen Sanktionen, werfen mit Steinen, schießen Raketen, beginnen Intifadas und mehr.

Aber eins tun sie nicht. Sie besuchen sie nicht. Sie unternehmen keine Pilgerreisen. Macht euch euren Reim drauf.

Die Affäre Mahathir: Eine Fallstudie zum Antisemitismus des Alltags-Islam

Manfred Gerstenfeld, Jerusalem Viewpoints Nr. 506, 2. November 2003

  • Auf dem Gipfel der Organisation der Islamischen Konferenz stellte der malaysische Premierminister Mohammed Mahathir als Gastgeber die Beziehungen zwischen den Muslimen und den Juden als weltweite, frontale Konfrontation dar; er bot einige neue Beispiele für eine „jüdische Verschwörung“ an. Seine Worte fanden weithin Beifall.
  • Da der EU-Gipfel zur gleichen Zeit stattfand, wurde vorgeschlagen, dass eine Verurteilung von Mahathirs Bemerkungen in der Schlusserklärung zu verurteilen. Das wurde aber vom französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem griechischen Premierminister Costas Simitis abgeblockt. Statt dessen wurde die Verurteilung an die italienische EU-Präsidentschaft delegiert.
  • Ein Editorial der New York Times sagte, dass die Weigerung der EU auf dem eigenen Gipfel Mahathirs Rede zu verurteilen, trägt zur „Sorge bei, dass Ausbrüchen von Antisemitismus mit nicht entschuldbarer Nonchalance begegnet wird“, während ein Editorial in Le Monde anmerkte, dass „solche Worte in der arabisch-islamischen Welt normal sind, wo sie als offensichtliche Wahrheit gelten… und diese direkte Form des Rassismus, simpel und einfach als normale Kategorie der ‚politischen Debatte’ praktiziert wird.’“
  • Das Wichtige an der Affäre Mahathir ist, dass sie in kurzer Zeit und in einer konzentrierten Art und Weise das tief greifende antisemitische Gedankengut offen legt, das in großen Schichten der muslimischen Eliten wie auch des muslimischen Mainstreams vorhanden ist.
  • Die Affäre Mahathir ist auch eine wichtige Fallstudie für die Analyse westlicher Reaktionen auf islamischen Antisemitismus.

Sündenböcke für islamische Schwächen

Der zehnte Gipfel der Organisation der islamischen Konferenz (IOC) – an dem die Führer von 57 Staaten teilnahm – wurde am 16. Oktober 2003 in Putrajaya in Malaysia eröffnet. In seiner Willkommensrede griff der malaysische Premierminister Mohammed Mahathir, Gastgeber der Konferenz, die Juden und den Westen an. Sein Hauptthema war, die Schwäche des Islam zu beklagen und darüber zu sprechen, wie das berichtigt werden könnte. Seine Worte fanden weit gehend Beifall. Mit seinen Worten über die Juden startete Mahathir eine Kettenreaktion, die weit gehende Beweis für den Charakter und die Dynamik des Antisemitismus des Alltags-Islam liefern sollte.

Während Mahathirs Rede viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde, ist viel wichtiger, was hinterher geschah. Die Fragen, die gestellt werden müssen, lauten: Wer verurteilte Mahathir und wie? Wer unterstützte ihn und wie? Und wer schwieg?

Muslime und Juden: Eine weltweite Konfrontation?

In seiner Rede stellte Mahathir die Beziehungen zwischen Muslimen und Juden als eine weltweite, direkte Konfrontation dar. Obwohl er den Juden nur einige wenige Sätze widmete, gab er einige neue Beispiele für das, was Antisemitismus-Studien „die Theorie der jüdischen Verschwörung“ nennen. Mahathir sagte:

„1,3 Milliarden Muslime können nicht von ein paar Millionen Juden besiegt werden. Es muss einen Weg geben. Und wir können nur einen Weg finden, wenn wir anhalten um nachzudenken, um unsere Schwächen auszuwerten und unsere Stärken, zu planen, Strategien zu entwerfen und dann zurückzuschlagen.

Wir sind eigentlich sehr stark. 1,3 Milliarden Menschen können nicht einfach weggewischt werden. Die Europäer töteten sechs Millionen von zwölf Millionen Juden. Aber heute beherrschen die Juden diese Welt über Stellvertreter. Sie lassen andere für sich kämpfen und sterben.

Wir stehen gegen ein Volk, das denkt. Sie überlebten nicht 2000 Jahre Pogrome, indem sie zurückschlugen, sondern indem sie nachdachten. Sie erfanden und förderten den Sozialismus, den Kommunismus, die Menschenrechte und die Demokratie, damit es so schien, als sei ihre Verfolgung falsch, damit sie sich gleicher Rechte wie die anderen erfreuen könnten. Damit haben sie die Kontroller über die meisten mächtigen Länder gewonnen und sie, diese winzige Gemeinschaft, sind eine Weltmacht geworden. Wir können sie nicht allein durch Stärke besiegen. Wir müssen ebenfalls unser Hirn benutzen.“[1]

Mythen werden schaffen

Die weltweite Aufmerksamkeit, die Mahathirs antisemitischen Bemerkungen gewidmet wurde, überschattete den Rest seiner Rede, die eine Reihe von Anmerkungen enthielten, die typisch sind für einen Großteil des Diskurses der islamischen Führer. Mahathir sagte: „Wir sind alle Muslime. Wir werden alle unterdrückt. Wir werden alle gedemütigt.“

Er fügte hinzu: „Wir sind nun 1,3 Millionen. Wir haben die größten Öl-Reserven der Welt. Wir haben großen Reichtum. Wir sind nicht so unwissend wie die Jahilliah [die Unwissenden der vor-islamischen Zeit], die den Islam begrüßten. Wir kennen die Werke der Weltwirtschaft und ihrer Finanzen. Wir kontrollieren 50 der 180 Staaten der Welt.“ Er schloss: Weil die islamischen Länder sich nicht gegen die Welt da draußen zusammenschließen, nutzen sie ihre Macht nicht effektiv.

Viele der „Fakten“, die Mahathir bezüglich der Muslime anbrachte, waren Falschdarstellungen. Es ist schwierig zu behaupten, dass alle Muslime gedemütigt würden. Vielen Einwohnern der ölreichen Staaten geht es ziemlich gut; dort sind es Muslime, die andere Muslime erniedrigen, sie manchmal behandeln wie Sklaven. Mahathir vermied es, das Fehlen von Demokratie zu erwähnen oder das Vorhandensein von viel Korruption in der islamischen Welt, die für so viele ihrer Probleme verantwortlich ist. Mahathir ersetzte diese Tatsachen durch Märchen.

Internationale Reaktionen

Mahathirs antisemitische Angriffe führten zu vielen Reaktionen der westlichen Welt. Adam Ereli, Sprecher des US-Außenministeriums, sagte: „Wir betrachten sie mit der Abscheu und dem Hohn, den sie verdienen.“[2] Einige Tage später, auf dem Asien-Pazifik-Gipfel in Bangkok, sagte Präsident Bush Mahathir – nach dem, was Scott McClellan als Sprecher des Weißen Hauses sagt – dass seine Worte darüber, dass die Juden den Westen über Stellvertreter kontrollieren, „falsch und polarisierend sind… Sie stehen dem, was ich glaube, diametral entgegen.“[3] Mahathir jedoch leugnete, dass Bush ihn tadelte.[4]

Der australische Premierminister John Howard kommentierte Mahathirs OIC-Rede so: „Jede Andeutung von jedem, egal, wo in der Welt, dass die Welt in jüdische und nicht-jüdische Gruppierungen geteilt sei, ist historisch unhaltbar und falsch und wird von den meisten Australiern als widerlich angesehen.“[5]

Später erklärte der australische Außenminister Alexander Downer auf dem Asien-Pazifik-Gipfel: „Wir betrachten den Antisemitismus als inakzeptabel und die australische Regierung hofft, dass es keine weiteren Kommentare dieser Art geben wird.“[6]

Der Außenminister Neuseelands, Phil Goff, sagte: „Wir haben Sorge über den Sprachgebrauch, der Erinnerungen an so genannte jüdische Verschwörungen zurück bringt.“[7]

Der scheidende kanadische Premierminister Jean Chrétien, der ebenfalls am Asien-Pazifik-Gipfel teilnahm, lehnte es ab Mahathir persönlich zu kritisieren, als er dazu auf einer Pressekonferenz in Bangkok aufgefordert wurde, und verwies auf eine frühere Stellungnahme seines Außenministeriums. Der Toronto Star schrieb: „Jean Chrétien erlitt gestern einen unerwarteten Verlust. Er verlor seine Zunge… Chrétien begrüßte Mahathir mit einem herzlichen Händedruck, wie viele andere Staatsmänner auch. Aber er hielt den Mund und sagte nichts zum Thema Antisemitismus.“[8]

Die EU ist gespalten

Der britische Außenminister Jack Straw berief den malaysischen Hochkommissar ein, um sich über Mahathirs Worte zu beschweren. Das Außenministerium erklärte: „Es ist besonders betrüblich, dass einige positive und willkommene Aspekte in Mahathirs Rede, so die Betonung von Verhandlungen als Weg zum Frieden, von rassistischen Bemerkungen verdeckt und überschattet wurden.“[9] Auch das deutsche Auswärtige Amt bestellte malaysische Diplomaten ein um sich zu beschweren.[10]

Italien hat derzeit die Präsidentschaft der Europäischen Union inne. Der italienische Außenminister Franco Frattani sagte Reportern: „Der [malaysische] Premierminister benutzte Ausdrücke, die enorm beleidigend und sehr antisemitisch waren und … den Prinzipien der Toleranz, des Dialogs und des Verständnisses zwischen der westlichen Welt und der islamischen Welt entgegen laufen.“[11]

Da der EU-Gipfel zur gleichen Zeit stattfand, wurde vorgeschlagen, eine Verurteilung von Mahathirs Bemerkungen in die 19-seitige Abschluss-Erklärung aufzunehmen. Nach Angaben von Ha’aretz, besagte der Entwurf: „seine inakzeptablen Kommentare behindern alle unsere Bemühungen, ethnische und religiöse Harmonie zu fördern und haben keinen Platz in einer anständigen Welt. Solch falsche und antisemitische Bemerkungen sind für Muslime ebenso beleidigend wie für andere.“[12]

Aber der französische Präsident Jacques Chirac war dagegen, dass diese Zeilen in die Erklärung übernommen wurden; und der griechische Premierminister Costas Simitis unterstützte Chirac, wie Ha’aretz berichtete. Nach einer von der französischen Botschaft in Israel herausgegebenen Erklärung verurteilte Chirac Mahathirs Bemerkungen, betrachtete aber den EU-Gipfel als einen unpassenden Ort dies zu erklären. Pierre Filatoff, Sprecher der französischen Botschaft, sagte Agence France Presse, adss „die Eu-Richtlinien nicht erlauben, dass solche Erklärungen [die den Antisemitismus verurteilen] in solche Dokumente aufgenommen werden.“[13] Offenbar dachten die Regierungschefs der meisten EU-Staaten anders.

Daher wurde entschieden, dass die italienische Präsidentschaft des Rats der Europäischen Union eine Erklärung auf ihrer Internetseite abgeben würde, die besagt: „Die EU verurteilt die Sätze sehr, die vor Kurzem von Dr. Mahathir in seiner Rede zur Eröffnung der 10. Sitzung der Islamischen Gipfelkonferenz in Putrajaya, Malaysia, machte… Solche Worte behindern alle unsere Bemühungen, die inter-ethnische und religiöse Harmonie zu fördern und haben in einer toleranten Welt absolut keinen Platz.“[14]

Chiracs Unklarheit gegenüber den Juden entlarvt

Nun hatte Präsident Chirac reichlich Gründe zufrieden zu sein. Er hatte einmal mehr seine Freundschaft mit der islamischen Welt bewiesen. Er hatte die Verurteilung eines ihrer Führer bei einem wichtigen EU-Treffen verhindert und mit einer italienischen Erklärung auf einer EU-Internetseite, wie auch durch eine Erklärung durch die französische Botschaft in Israel ersetzt.

Es war allerdings Mahathirs Reaktion, die Chirac entlarvte. Der malaysische Premierminister dankte Chirac dafür, dass er die Erklärung des EU-Gipfels blockierte, die seine Rede verurteilen sollte. Die malaysische Tageszeitung The Star zitierte Mahathir Worte zu Chirac: „Ich denke, er versteht es besser. Jeder, der die ganze Rede liest, wird verstehen, was ich sage. Ich war wirklich besorgt, dass die Muslime gegen mich sein würden, aber es waren die Europäer, die gegen mich waren. Ich kann sie nicht verstehen.“[15]

Chirac war nun in einer Situation gefangen, in der er Schadensbegrenzung betreiben musste. Hätte er nicht reagiert, hätte ihn das als den Antisemitismus stillschweigend akzeptierend bloß gestellt und die Erklärung der französischen Botschaft in Israel als unwichtige, unbedeutende Geste gegenüber den Juden erwiesen.

Daher antwortete Chirac am 19. Oktober an Mahathir und sagte: „Ihre Bemerkungen zur Rolle der Juden provozierte heftigen Widerspruch in Frankreich und der Welt.“[16] Chirac drückte auch seine Zustimmung dazu aus, dass Mahathir ein Ende der palästinensischen Selbstmordanschläge auf Israelis forderte. Trotzdem kamen die Franzosen mit ihrer besonderen Stellungnahme aus Paris drei Tage zu spät, womit sie Chiracs Unklarheit gegenüber den Juden weiter bloß stellten. Chirac sieht sich zunehmenden Schwierigkeiten in der Beibehaltung der Fassade gegenüber, er sei Israel gegenüber kritisch eingestellt, den Juden aber freundlich gesonnen.

Vor Kurzem führte Israel Singer, Vorsitzender der Exekutive des World Jewish Congress, an, dass während der Rückgabe-Verhandlungen in den 1990-er Jahren Chiracs Verhalten einem klassischen Muster folgte, dass man antiisraelisch ist und dann versucht, das durch Unterstützung der Diaspora-Juden zu kompensieren. Bei einer späteren Gelegenheit sagte Chirac Singer allerdings, dass Juden die Ursache des Antisemitismus in Frankreich und andernorts seien.[17]

Bei einem Treffen mit Leitern des Simon Wiesenthal-Zentrums (SWC) im Mai 2003 stritt Chirac das Vorhandensein des Antisemitismus in Frankreich ab. Er behauptete, dass die Angriffe auf Juden lediglich suburbanes Rowdytum seien. Chirac erwähnte auch, dass er ein Jahr vorher einen palästinensischen Studenten in Frankreich zum Mittagessen in den Elysée-Palast eingeladen hatte, nachdem der Student ihm gesagt hatte, er wolle nach Palästina zurückkehren, um Juden zu töten. Als die SWC-Leiter zu ihrem nächsten Treffen, unweit von Chiracs Residenz, gingen, wurden einige von ihnen, die eine Yarmulke trugen, von Zaungästen durch antisemitische Bemerkungen beleidigt, z.B.: „Jude raus aus Frankreich.“

Die Rolle der Griechen

Frankreichs Verbündeter in der Affäre Mahathir – die griechischen Sozialisten – haben eine lange Geschichte von antijüdischem Rassismus. Bereits 1982 verglich der sozialistische Premierminister Andreas Papandreou – Vater des heutigen Außenministers George Papandreou – öffentlich die Israelis mit den Nazis.[18]

Weit verbreiteter Antisemitismus unter griechischen Politikern, der Presse und in der Gesellschaft wird vom Simon Wiesenthal-Zentrum zunehmend offen gelegt. Auf dem Human Dimension Meeting der OSZE/ODHIR in Warschau am 14. Oktober 2003 präsentierte Dr. Shimon Samuels vom SWC einen langen Bericht mit dem Titel „Zwanzig Monate antisemitischer Beschimpfungen in Griechenland, März 2002 bis Oktober 2003“. Er forderte die griechische Regierung auf angemessene Maßnahmen gegen die antisemitische Offensive in ihrem Land zu treffen, die die Vorschriften der EU und internationale Konventionen verletzen.[19]

Presse-Reaktionen

Die westliche Presse berichtete ausführlich über die Affäre Mahathir. Die New York Times schrieb in einem Editorial: „Sympathie für die Not der Muslime darf nicht mit der Akzeptanz des Rassismus verwechselt werden. Die meisten Muslime sind tatsächlich mies behandelt – von ihren eigenen Führern, die sich auf nutzlosen Gipfeltreffen versammeln, statt ihren Völkern zu geben, was sie am dringendsten brauchen: Menschenrechte, Ausbildung und Demokratie. Die Europäische Union wurde aufgefordert die Rede von Herrn Mahathir in seiner Schlusserklärung zum gestrigen Ende des eigenen Gipfels zu verurteilen. Sie entschied sich, das nicht zu tun und trug so weiter zu der Sorge bei, dass den Ausbrüchen des Antisemitismus mit unentschuldbarer Nonchalance begegnet wird.“[20]

Einige Tage später glich die Zeitung diese Ansichten mit einem Artikel von Paul Krugmann aus, der größtenteils die USA für den Antiamerikanismus in der muslimischen Welt verantwortlich machte. Krugmann nannte Mahathirs Bemerkungen „unentschuldbar“, versuchte aber trotzdem sie zu erklären.[21] Krugman war gewitzter als Mahathir. Als er erklärte, dass Bush Scharon bedingungslos unterstützt, da war das eine weitaus elegantere Art, den Trugschluss auszudrücken, dass die Juden die Welt über Stellvertreter beherrschen.

Richard Cohen, Kolumnist der Washington Post, verwies auf die Standing Ovations, die die Zuhörerschaft des Gipfels Mahathirs Rede gab: „Zu Mahathirs Claqueuren gehörten der saudische Kronprinz Abdullah, Pakistans Präsident Pervez Musharraf, unser Bursche in Afghanistan, Hamid Karzai und sogar Russlands Wladimir Putin, der die große muslimische Minderheit seines Landes repräsentierte… Aber was große Teile der islamischen Welt korrumpiert und schwächt, sind nicht die Juden in New York oder Tel Aviv, sondern ihre nur den eigenen Interessen dienende und unfähig Führung – mit anderen Worten, einige genau von denen, die dort standen und die Rede bejubelten.“[22]

Zuraidah Ibrahim von Singapurs Straits Times kommentierte die Rede: „Um ihr die freundlichste Wendung zu geben, die möglich ist, könnte man sagen, dass er nur versuchte, die Muslime dazu aufzurufen, von den Juden zu lernen, wie sie versuchen die Erniedrigung und Unterdrückung von Jahrhunderten abzustreifen. Dass er die Juden dafür lobte, dass sie ein positives Beispiel waren: Sie antworteten auf die Verfolgung durch Benutzung ihres Gehirns, nicht ihrer Stärke. Aber es dabei zu lassen, würde bedeuten, seine gefährliche und unverantwortliche Beschreibung der Muslime als in einer monumentalen Konfrontation gegen die Juden stehend unter den Teppich zu kehren. Die traurige Wahrheit ist aber, dass das ein Satz ist, den man von Muslimen oft hört. Muss es so sein? Müssen Muslime die Welt in solch Unheil verkündenden Begriffen betrachten, als sie gegen uns?… Es ist leicht, alle Probleme der Welt auf entweder den islamischen Terrorismus oder eine jüdische Verschwörung zu reduzieren. Aber das bedeutet nicht, dass es richtig ist.“[23]

Die französische Zeitung Le Monde schrieb in einem Editorial, dass niemand die Halle verließ, als Mahathir seine antisemitischen Kommentare abgab. Der Autor wunderte sich, warum niemand ging und schlug vor: „Nicht aus Höflichkeit gegenüber dem Gastgeber dieses zehnten Gipfels. Nicht aus Apathie. Aus einem viel ernsteren Grund. Denn die Zuhörer stimmten ihm zu. Weil solche Worte in der arabisch-islamischen Welt Gemeingut sind, wo sie als offensichtliche Wahrheit gelten und regelmäßig von Regierungen und der – oft kontrollierten – Presse geäußert werden – und von Lehrern… und diese direkte Form des Rassismus wird einfach so als normale Kategorie der ‚politischen Debatte’ gehandhabt – die leider Gottes in unsere [französischen] Vororte eingedrungen ist.“ Die Zeitung schließt, dass Mahathir sich erlaubt hat friedliche Mittel zur Bekämpfung der „Juden“ anzukündigen. Er sollte wissen, dass seine Rede Terrorismus nährt.[24]

Jüdische Reaktionen

Das israelische Außenministerium verurteilte Mahathirs Rede. Ebenso Minister Natan Scharansky, der sagte: „Dies ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass der Antisemitismus in seiner primitivsten und vulgärsten Form die offizielle Agenda eines respektierten internationalen politischen Forums formt, das sich in diesem Fall aus fast einem Drittel der Welt zusammensetzt. Dieser Vorfall ist nur möglich gemacht worden durch die Gleichgültigkeit und die fehlende Sorge, die von der westlichen Welt gezeigt wird, wenn sie mit eklatantem Antisemitismus konfrontiert wird. Wir alle wissen, wie diese Dinge anfangen – immer mit den Juden; aber die Geschichte hat uns immer wieder gelehrt, dass es nie mit den Juden endet.“[25]

David Harris, geschäftsführender Direktor des American Jewish Committee, sagte: „Diese Art von Sprachgebrauch, der den Juden eine ganze Reihe dämonischer Mächte zuschreibt, erinnert an den gröbsten und abscheulichsten Antisemitismus der Geschichte.“[26] Später sagte er: „Dies ist ein guter Test in Sachen internationaler Reaktionen auf Fanatismus. Handelt es sich um Verurteilungen, denen ‚Business as usual’ folgt, oder haben die Verurteilungen Zähne?“[27]

Das Simon Wiesenthal-Zentrum verurteilte Mahathirs Rede als „eine Schmährede, die Hitler und Goebbels stolz gemacht hätte … Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Dekan des SWC griff Mahathir als einen gefährlichen Rassisten an, ‚dessen hasserfüllte Rhetorik praktisch eine Einladung zu weiteren antisemitischen Angriffen ist’.“[28]

Die Anti-Defamation League (ADL) drückte in einer Presseerklärung „Wertschätzung derer aus, deren Länder und Politiker die antisemitische Rede des malaysischen Premierministers Mahathir Mohammed beim Gipfel der Organisation Islamischer Staaten heftig und vehement verurteilten, nannte aber die, die sich mit der Rede einverstanden erklärten oder deren Reaktion Schweigen war, ‚willige Komplizen bei der Verbreitung von Mahathirs Hass’.“[29]

ADL-Direktor Abraham Foxman drückte besondere Wertschätzung für die Europäische Union, Italien, Spanien und Deutschland aus und fügte hinzu: „Wir sind besonders empört über das Handeln des französischen Präsidenten Jacques Chirac und des griechischen Premierministers Costas Simitis, die den Einschluss einer Verurteilung von Mahathirs antisemitischer Rede in die offizielle Schlusserklärung des EU-Gipfels blockierten. Durch ihr skandalöses Verhalten sind diese Länder willfährige Komplizen bei der Verbreitung dieser Worte des Hasses.“[30]

Colin Rubenstein, geschäftsführender Direktor des Australian/Israel and Jewish Affairs Council (AIJAC) sagte, dass Mahathirs „niederträchtige Behauptungen waren wahrscheinlich die eklatantesten und heftigsten antisemitischen Äußerungen, die in von einer wichtigen Person in der Welt in den letzten Jahrzehnten öffentlich gemacht wurden.“[31]

Amnon Dankner, Redakteur der israelischen Zeitung Ma’ariv, veröffentlichte eine harsche Kritik des Verhaltens Chiracs. Auf eine moderatere, trotzdem kritische Art sprach sich die französisch-jüdische Organisation CRIF gegen die Haltung der Europäischen Union und der französischen Regierung: „Es scheint uns so zu sein, dass die Proteste der Europäischen Union ungenügend ist und rein formal. Über einen formalen Brief an den Premierminister von Malaysia hinaus erwarten wir von Frankreich eine starke, ernsthafte Stellungnahme von globalem Einfluss gegen barbarische Äußerungen.“[32] Französisch-israelische Spannungen waren eine weitere Nebenfolge der Affäre Mahathir.

Mahathirs antisemitische Vergangenheit

Mahathir hat eine lange Geschichte an antisemitischen Bemerkungen. Nach Angaben der BBC News-Internetseite sagte Mahathir bereits 1970 – lange bevor er Premierminister wurde: „Die Juden sind z.B. nicht nur hakennasig, sondern können instinktiv mit Geld umgehen.“[33]

Im Dezember 1997 veröffentlichte der World Jewish Congress (WJC) eine politische Depesche, die dem malaysischen Antisemitismus unter Mahathir gewidmet war. Sie besagt unter anderem: „1983 wurden die ‚Protokolle der Weisen von Zion’ in Malaysia gedruckt… In einer Rede auf dem Treffen der Bewegung der Blockfreien 1986 erklärte Mahathir, dass ‚die Ausweisung der Juden aus dem Heiligen Land vor 2000 Jahren und die Unterdrückung der Juden durch die Nazis hat sie nichts lernen lassen. Wenn überhaupt, dann hat das die Juden in genau die Monster verwandelt, die sie in ihrem Propagandamaterial so rundheraus verurteilen. Sie sind Schüler des verstorbenen Dr. Goebbels gewesen.“[34]

Im Mai 1998 veröffentlichte Business Week einen Brief von ADL-Direktor Abraham Foxman mit der Überschrift „Mahathirs Antisemitismus ist eine alte Geschichte“, in dem er schrieb: „Obwohl der malaysische Premierminister Mahathir Mohammed versucht, die antijüdischen Bemerkungen zu rechtfertigen, die er im letzten Jahr von sich gab, müssen wir daran erinnern, dass diese geschmacklosen Kommentare mit seiner langen antisemitischen Geschichte und Glauben an eine jüdische Verschwörung zum Sturz Malaysias in Einklang stehen. Daher waren seine Kommentare, eine jüdische Verschwörung sei für Malaysias wirtschaftlichen Abschwung verantwortlich, nicht überraschend.“[35]

Auf der Wirtschaftskonferenz in Davos 1999 kritisierte Mahathir die Juden mit Argumenten, die an die Protokolle der Weisen von Zion erinnern. Er macht die jüdische Verbindung für Asiens Wirtschaftsprobleme verantwortlich.[36]

Der pensionierte israelische Botschafter Mosche Yegar, der in den 60-er Jahren mehr als ein Jahr in Malaysia lebte, veröffentlichte im Sommer 2003 einen Aufsatz mit dem Titel „Malaysia – Antisemitische Politik ohne Juden“. Darin erwähnte er, wie der Premierminister des Landes im Juni 1983 Israel wegen des Feldzugs im Libanon kritisierte und es „die unmoralischste Regierung der Welt“ nannte.“[37] 1997 behauptete Mahathir, seine Regierung habe Angst die Juden planten Malaysias Wirtschaft und die anderer muslimischer Länder zu zerstören.[38]

Malaysias Dreifach-Reaktions-Strategie

Angesichts der unerwartet großen Kritik entwickelte Malaysia eine dreifache Reaktions-Strategie. Das erste Element war der Versuch, durch widersprüchliche Stellungnahmen führender Politiker eine Nebelwand zu werfen. In einem Interview mit dem australischen Fernsehsender Nine Network sagte der malaysische Außenminister Sayed Hamd Albar, dass Mahathir missverstanden worden sei. Er fügte hinzu: „Ich bin zuversichtlich, dass er keine antijüdischen Gefühle hegt.“[39] Aber am nächsten Tag sagte Mahathir: „Ich bin beschuldigt worden antisemitisch zu sein, während das, was ich sagte, sich lediglich auf Fakten stützte. Das ist meine Sicht der Dinge.“ Er fügte hinzu: „Dies sind Fakten der Geschichte und mir zu sagen, ich könne geschichtliche Tatsachen nicht erwähnen, bedeutet mir das Recht auf freie Rede abzusprechen.“[40] Er fuhr in den nächsten Tagen auch fort die antisemitischen Flammen zu schüren.

Ein zweites Element der malaysischen Reaktions-Strategie war es, andere islamische Führer für die Unterstützung Mahathirs zu mobilisieren oder zu erklären er sei falsch interpretiert worden. Der iranische Präsident Mohammed Khatami behauptete, dass Mahathir des Antisemitismus zu beschuldigen „westliche Propaganda sei… Kein Muslim ist antisemitisch.“[41]

Der pakistanische Präsident, General Pervez Muscharraf sagte auf einer Pressekonferenz: „Ich denke nicht, dass er zum Krieg gegen die Juden oder irgendetwas derartiges aufrief. Er drückte seine eigenen Gedanken aus… aber ich bin sehr sicher, dass er die Muslime nicht aufforderte gegen irgendjemanden in den Krieg zu ziehen.“[42] Der Präsident Afghanistans, Hamid Karzai, sagte: „Dr. Mahathir sprach nur über Fragen, denen die muslimische Welt sich stellen muss und was die Muslime tun sollten.“[43]

Der ägyptische Außenminister Ahmad Maher argumentierte, dass Mahathirs Bemerkungen aus dem Zusammenhang gerissen worden seien. Wenn man die gesamte Rede lese, würde sie aufzeigen, dass er „in Wirklichkeit eine kluge und tief gehende Bewertung der Probleme gegeben habe, denen sich die Muslime gegenüber sehen.“[44] Faruk Kaddoumi von der PLO beobachtete, dass Mahathir die Wahrheit gesagt habe, „aber Israel und seine Sympathisanten tendieren dazu, jede Stellungnahme gegen sie als Antisemitismus zu betrachten. Sie beschuldigen uns, während sie unser Land besetzt halten, unser Volk töten und behaupten, wir seien Terroristen.“[45]

Abdikassim Salad Hassan, Präsident von Somalia, erklärte: „Meine Begleitung und ich fanden Dr. Mahathirs Rede sehr geradeaus und tief gehend. Er versuchte nicht Hass zu schüren oder die Muslime aufzustacheln, gegen die Juden in den Krieg zu ziehen, sondern seine Rede handelte davon sich zu vereinigen, um sich den Bedrohungen durch die Juden zu stellen.“[46]

Die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri schlug ähnliche Töne an. Sie behauptete, die Auslandsmedien hätten Mahathirs Rede falsch interpretiert, was die Informationslücke zwischen muslimischen und nicht muslimischen Ländern aufzeige: „Das ist der Grund, warum es mehr Kommunikation zwischen diesen beiden Seiten geben sollte, um die wahre Botschaft des Islam rüber zu bringen, die im Grunde genommen eine der Toleranz und Moderation ist. Wir müssen unsere eigenen Werte vermitteln.“[47]

Die malaysischen Medien, das dritte Element in der Strategie der malaysischen Regierung, hoben hervor, dass Mahathir fehlinterpretiert wrude,[48] während sie die Reaktionen der westlichen Staatsmänner kritisierten. Ahmed A. Talib schrieb in der New Strait Times: „Stellen Sie sich vor. Dies sind Reaktionen so genannter Welt-Staatsmänner, die oft erklärten, dass sie die Befürworter der Redefreiheit und der demokratischen Lebensweise seien… Einige von uns rasteten fast aus, als wir die Nachricht aus London lasen: ‚Großbritannien bestellt malaysischen Diplomaten wegen Kommentaren über Juden ein.’ Jemand in Kuala Lumpur macht eine Bemerkung über Juden und ein Vertreter der Regierung wird von einer ausländischen Regierung her zitiert.“[49]

Ein weiterer Kolumnist der Zeitung, Schamsul Akmar, schrieb, die Frage, ob die Juden die Welt kontrollierten, bleibe offen. Er fügte hinzu: „Sollte der Rest der Welt auch den Völkermord ignorieren, der von den Israelis an den Palästinensern verübt wird, nur weil Washington dazu schweigt?“[50]

Sehr wenige Stimmen in den islamischen Medien verurteilten Mahathirs Erklärungen, was beweist, wie tief sitzend der Antisemitismus in der so genannten „moderaten“ islamischen Welt ist.

Schlussfolgerungen

Die Nebelwand, die die Malaysier um die Worte ihres Premierministers schaffen wollten, hielt nicht lange an. Am 21. Oktober sagte Mahathir der Bangkok Post: „Erst kürzlich führte eine japanische Zeitung meine Rede darauf zurück, dass ich antisemitisch sei… Sie nehmen einen Satz heraus, in dem ich sage, dass die Juden die Welt kontrollieren. Nun, die Reaktion der Welt zeigt, dass sie die Welt kontrollieren. Die Europäer und die Amerikaner und andere wollen mich verurteilen, obwohl ein Typ sagte, alle Muslime seien Terroristen. Hat die Europäische Union eine Resolution verabschiedet, die sagt, dass dies gegen Muslime ist?“[51] Er fügte an, dass er Juden unter seinen Freunden habe, womit er die klassische Spruch derer, die ihren Antisemitismus weg erklären müssen. Mahathir hat außerdem regelmäßig die USA, Australien, die Europäer, Homosexuelle und viele andere angegriffen.[52]

Die Bedeutung der Affäre Mahathir ist, dass sie in einer kurzen Zeitspanne und in einer konzentrierten Art und Weise den tief gehenden antisemitischen Gedanken bloß legte, der in großen Teilen der muslimischen Eliten wie Gesellschaft vorhanden ist. Es gibt keine Scham, öffentlich die abscheulichsten antisemitischen Darstellungen zu benutzen, darunter die der „Protokolle der Weisen von Zion“. Dieses Fälschungswerk wird in der gesamten islamischen Welt regelmäßig neu veröffentlicht.

So verursachte Mahathir eine weit reichende Demonstration des Antisemitismus des Alltags-Islam. Die Affäre Mahathir dient nun als zentraler Beweis dieses Antisemitismus, die Reste der reichlich vorhandenen antijüdischen Materials aus der islamischen Welt dient als unterstützender Beleg dieses alltäglichen Rassismus.

Schließlich wurde Mahathirs Worten auf dem islamischen Gipfel applaudiert; später stellten sich viele andere hinter sie. Diese Reaktionen zeigen, dass die islamische Welt – in der kaum jemand demokratisch gewählt ist – nicht nur für die Juden gefährlich ist, sondern genauso für den Rest der Menschheit. Über diese extremen Muslime hinaus, die Völkermord mit dem arabischen Ausdruck „Jihad“ predigen, hat die Affäre Mahathir demonstriert, wie problematisch die Ideenwelt der alltäglichen islamischen Gesellschaft für den Westen ist. Sie ist ebenfalls eine wichtige Fallstudie für die Analyse westlicher Reaktionen auf islamischen Antisemitismus.

[1] News Desk: Dr. Mahathir Opens 10th OIC Summit. The Star, 16. Oktober 2003. (Dieser Artikel enthält den vollen Text der Rede.)

[2] What They Say about Mahathir’s Remarks on Jews. Straits Times, 19. Oktober 2003.

[3] Darren Schuettler: Bush Tells Mahathir His Jew Remarks are “Wrong”. Reuters, 20. Oktober 2003.

[4] Nirmal Ghosh: Mahathir Downplays Bush Criticism. Straits Times, 23. Oktober 2003.

[5] ebenda

[6] Anti-Jewish Remarks May Mar Mahathir’s Political Swan Song. Sydney Morning Herald, 20. Oktober 2003.

[7] ebenda

[8] Martin Regg Cohn: Chretien Has No Comment on Mahathir. Toronto Star, 21. Oktober 2003.

[9] John Aglionby: West Accuses Malaysian PM of Racism. Guardian, 18. Oktober 2003.

[10] ebenda

[11] Straits Times, 19. Oktober 2003.

[12] Sharon Sadeh/Yoav Stern/Amiram Barkat: EU Condemns Malaysian PM’s Remarks on Jews, But No Apology is Forthcoming. Ha’aretz, 19. Oktober 2003.

[13] Chirac Backed EU Condemnation of Malaysian PM: Spokeswoman. EU Business, 19. Oktober 2003.

[14] Italian Presidency of teh Council of the European Union [Internetseite]. 16. Oktober 2003.

[15] Devid Rajah/Clarence Chua: Mahathir Thanks Chirac for Support. The Star, 19. Oktober 2003.

[16] France Condemns Mahathir Speech on Jews. Reuters, 19. Oktober 2003.

[17] Manfred Gerstenfelds Interview mit Israel Singer: Restitution: The Second Round. Post-Holocaust and Anti-Semitism, 2. November 2003.

[18] Daniel Perdurant: Anti-Semitism in Contemporary Greek Society. In: Analysis of Current Trends in Anti-Semitism, Nr. 7, Jerusalem (Hebrew University), 1995, S. 10.

[19] Simon Wiesenthal-Zentrum: Twenty Months of Anti-Semitic Invective in Greece. März 2002 – Oktober 2003, 14. Oktober 2003.

[20] Editorial – Islamic Anti-Semitism. New York Times, 18. Oktober 2003.

[21] Paul Krugman: Listening to Mahathir. New York Times, 21. Oktober 2003.

[22] Richard Cohen: Return to Wannsee. Washington Post, 21. Oktober 2003.

[23] Zuraidah Ibrahim: Insight: Drop that Jews vs Muslims Worldview. Sunday Times, 18. Oktober 2003.

[24] L’editorial du Monde – Antisemitisme. Le Monde, 19. Oktober 2003 (auf Französisch).

[25] Wie von Minister Scharanskis Büro berichtet.

[26] Presseerklärung des American Jewish Committee: AJC Condemns Anti-Semitic Remarks by Malaysian Prime Minister. 16. Oktober 2003.

[27] Ron Kampeas: After Mahathir’s Anti-Semitic Remarks, Jews Wonder If Outrage Will Yield Change. JTA, 21. Oktober 2003.

[28] Presseerklärung des Simon Wiesenthal Center: Mahathir’s OIC Diatribe Would Make Hitler and Goebbels Proud and is a Warrant for Anti-Semitic Terrorism. 16. Oktober 2003.

[29] Presseerklärung: ADL Statement on World Reaction to Mahathir’s Speech. 17. Oktober 2003.

[30] ebenda

[31] News.com.au: Jews Condemn Mahathir, 17. Oktober 2003.

[32] CRIF: Chirac Explains He Condemned Malaysia’s PM, Denies He Blocked EU Move. Jewish Leaders not Convinced. 22. Oktober 2003.

[33] BBC News, 10. August 2003.

[34] The Protocols’ Malaysian Style: The Case of Prime Minister Mahathir Mahamad. World Jewish Congress Policy Dispatch Nr. 24, Dezember 1987.

[35] Abraham Foxman: Mahathirs Anti-Semitism is an Old Story. Business Week, 14. Mai 2003.

[36] Israelisches Außenministerium: The Anti-Semitism Monitoring Forum, Government Secretariat: Report of Anti-Semitic Incidents – February 1999.

[37] Mosche Yegar: Malaysia – Anti-Semitic Policy Without Jews. Gesher, Sommer 2003, S. 81 [Hebräisch].

[38] Ebenda, S. 87.

[39] Malaysian Defends PM’s Statement on Jews. AP/New York Times, 19. Oktober 2003.

[40] Dr. M Hits Out at the West for Distorting His Speech. The Star, 18. Oktober 2003.

[41] Leaders Rally to Defend Dr. Mahathir. New Straits Times, 17. Oktober 2003.

[43] ebenda

[43] ebenda

[44] ebenda

[45] ebenda

[46] To the Defens of Dr. Mahathir. The Star, 18. Oktober 2003.

[47] ebenda

[48] Ashraf Abdullah: International Media Twisting Dr. M’s Words. New Straits Times, 18. Oktober 2003.

[49] Ahmed A. Talib: Outcry Over Dr. Mahathir’s Remarks Makes No Sense. New Straits Times, 19. Oktober 2003.

[50] Schamsul Akmar: The Question Still is: Do Jews Control the World? The Straits Times, 18. Oktober 2003.

[51] Pichai Chuensuksawadi: Exclusive Interview/Mahathir Mohamad. Bangkok Post, 21. Oktober 2003.

[52] BBC News, 10. August 2003.

Der „Zeitlupen-Völkermord“ des Islam an den Christen

Raymond Ibrahim, 13. März 2018 (FrontPage Magazine)

Der irakische Erzbischof Baschar Wanda traf während einer kürzlich gehaltenen Rede die folgende Feststellung : „Nachdem wir 1.400 Jahre lang dem Zeitlupen-Völkermord ausgesetzt waren, der lange vor dem andauernden heutigen Völkermord durch ISIS begann, ist die Zeit dafür dieses unmenschliche Verhalten und seine Ursachen zu entschuldigen vorbei.“

Dass Muslime seit dem siebten Jahrhundert bis in die Gegenwart nichtmuslimische Völker mit dem Schwert weggesäubert haben, ist natürlich sachlich gut dokumentiert. Aber was ist mit der subtileren Bezeichnung „Zeitlupen-Völkermord“? Wie funktioniert das? Die Antwort ist mit einer anderen Frage verbunden: Warum wurden überhaupt so viele Nichtmuslime zu Muslimen?

Viele moderne muslimische und westliche Apologeten behaupten, die Vorfahren der heute 1,5 Milliarden Muslime traten wegen seines ihm innewohnenden Reizes zum Islam über; dass die vom Islamischen Staat und anderen ausgeübte moderne Zwangsausübung und Verfolgung eine Anomalie ist.

Im Gegenteil machen viele muslimische und nichtmuslimische historische Aufzeichnungen klar, dass die meisten Menschen den Islam nicht aus aufrichtigem Glauben heraus annahmen, sondern aus einer Unzahl an Gründen – vom Übertritt, um den Segen zu genießen auf der „Siegerseite“ zu stehen, bis zum Übertritt, um dem Verderben auszuweichen, auf der „Verliererseite“ zu stehen.

Weil gut belegte Fakten wenig Einfluss auf das geschichtslose Realitätsgefühl des modernen Westens haben, bestätigt diese Ausübung von gesundem Menschenverstand fröhlich, was die Geschichte aufgezeichnet hat: Die islamische Welt ist weniger auf dem physischen Völkermord an den Ungläubigen gebaut, als vielmehr auf dem spirituellen und kulturellen Völkermord an ihrer Identität. Dass hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wurden, war immer vorteilhafter für den Islam; denn während die ehemalige religiöse/kulturelle Identität des Nichtmuslims eliminiert wird, bleibt sein Körper, um die Reihen des Islam zu stärken.

Betrachten Sie Ägypten. Als der Islam im 7. Jahrhundert formuliert wurde, war es seit Jahrhunderten ein christliches Land gewesen. Alexandria war das wichtigste geistliche Zentrum des antiken christlichen Lernens und zusammen mit Rom und Antiochia einer der ursprünglichen drei heiligen Stühle gewesen. Als er über die rund 400 Jahre – ungefähr zweieinhalb Jahrhunderte vor der arabischen Invasion – schrieb, stellte der Europäer John Cassian fest: „Der Reisende von Alexandria im Norden bis Luxor im Süden hätte während der Reise in seinen Ohren die Klänge von Gebeten und Chorälen der in der Wüste verteilten Mönche und Eremiten aus den Klöstern und aus den Höhlen gehört, von Mönchen, Eremiten und Einsiedlern.“ Vor kurzem wurden in separaten Regionen in Ägypten sowohl das älteste Pergament mit Worten aus dem Evangelium (wird auf das 1. Jahrhundert datiert) als auch das älteste Bild Christi entdeckt.

Was sorgte dafür, dass eine uralte und stark christliche Nation islamisch wurde? Genauer gefragt: Was sorgte dafür, dass die Vorfahren der heutigen ägyptischen Muslime – die zumeist koptische Christen waren – ihre Identität abstreiften und Muslime wurden?

Vor der Antwort auf diese Fragen darf ein weiterer übersehener Faktor nicht außer Acht gelassen werden. Seit der Zeit, als der Islam Ägypten (und einen Großteil der damals bekannten christlichen Welt) im 7. Jahrhundert eroberte und bis weit in die Vormoderne hinein war die Religion nichts, an dem man salopp festhielt oder das man leicht änderte, wie es heute im Westen der Fall ist. Die Menschen waren innig Gläubige; es gab kein alternatives Narrativ – keine sogenannten Ansprüche von „Wissenschaft gegen Gott“.

Trotz der vielen Filme, die auf die Christen des Mittelalters eine Art zynischer Modernität projizieren – wie bei der Hauptfigur in Königreich der Himmel, dem „nuancierten“ und „säkularisierten“ Christen Balian – „war die Religion für Menschen des Mittelalters nicht nur etwas, das die Kirche machte. Sie war ihre Wissenschaft, ihre Philosophie, ihre Politik, ihre Identität und ihre Hoffnung auf Erlösung. Sie war keine persönliche Vorliebe, sondern eine bleibende und universale Wahrheit.

Mit anderen Worten: Selbst wenn der Islam einen ihm innewohnenden Reiz bot, ist die Vorstellung, dass vormoderne Christen in ihrer Entscheidung zu konvertieren „frei“ waren – frei von Schuld, frei von Angst vor der Hölle, frei von einem existenziellen Trauma, das mit dem Abfall vom Glauben einher geht – anachronistisch und unglaubwürdig. Nochmal: Diejenigen, die ihre Religion so oft wechseln wie ihre Schuhe, dürften starke Probleme haben diese Vorstellung voll zu würdigen; aber trotzdem stimmt sie.

Waren die Europäer im Mittelalter dem Christentum derart hingegeben, dann waren es natürlich auch die Kopten Ägyptens, die schon Jahrhunderte früher Christen wurden. Die vor uns liegende Frage lautet also: Was ließ sie dann massenhaft zum Islam konvertieren?

Um Professor John Esposito von der Georgetown University zu zitieren: Es stimmt, dass Christen „frei entscheiden konnten ihrem Glauben zu huldigen und von ihren religiösen Führern und Gesetzen in Bereichen wie Eheschließung, Scheidung und Erbschaften regiert zu werden. Im Gegenzug mussten sie einen Tribut zahlen, eine Kopfsteuer (Jizya), die sie zu muslimischem Schutz vor Aggression von außen berechtigte und sie vom Militärdienst ausnahm“. Und obwohl sie in Ruhe gelassen und nicht unter Druck gesetzt wurden, fanden die ursprünglichen Christen Ägyptens den neuen Glauben der Schwerter schwingenden, Kamel reitenden Araber so intrinsisch verlockend, dass sie bereitwillig in Massen die Religion ihrer Vorväter verließen?

Fakt ist, dass der gesunde Menschenverstand nahelegt, dass nichts weniger als extrem heftige Umstände und Not – Verfolgung – die Kopten und andere dazu veranlasste zum Islam zu konvertieren.

Wie erwähnt ist für den Historiker, der – im Gegensatz zu den fiktiven Mainstream-Schriften, die von Leuten wie Karen Armstrong als „Geschichte“ verbreitet werden – die Primärquellen liest, die Übung in gesundem Menschenverstand überflüssig.

Die Originalquellen machen nämlich uneingeschränkt klar, dass Ägyptens Kopten zwar den Dhimmi-Status hinnahmen – ständig große Summen Erpressungsgelder zu zahlen und ein Leben als Untertanen dritter Klasse mit wenigen Rechten zu führen, nur um Christen zu bleiben – aber immer immer wieder Perioden extremer Verfolgung aufflammten. Und mit jeder konvertierten mehr und mehr Christen zum Islam um Entlastung zu finden.

Ein vielsagendes Beispiel: In der maßgeblichen Geschichte Ägyptens des Historikers Taqi al-Din al-Maqrizi (gest. 1442) ist Anekdote um Anekdote dazu verzeichnet, dass Muslime Kirchen abbrannten, Christen abschlachteten und ihre Frauen und Kinder versklavten. Das einzige Entkommen war – und ist es heute zunehmend weiter – der Übertritt von Christen zum Islam.

Nach der Aufzeichnung einer besonders entsetzlichen Verfolgungsperiode, bei der zahllose Christen abgeschlachtet, versklavt und vergewaltigt wurden und in der Berichten nach rund 30.000 Kirchen in Ägypten und Syrien zerstört wurden – eine niederschmetternde Zahl, die zusätzlich signalisiert, wie christlich der Nahen Osten vor dem Islam war – macht der fromme muslimische Historiker klar, warum Christen konvertierten: „Unter diesen Umständen wurden sehr viele Christen Muslime.“ (Hervorhebung hinzugefügt)

Während also viele Christen physisch eliminiert wurden, wurden viele weitere spirituell/kulturell dazu gebracht Muslime zu werden. Nach Angaben international anerkannter Definitionen ist beides eine Form von Völkermord. Mitglieder einer Gruppe Menschen zu „töten“ und ihnen „ernsten körperlichen oder mentalen Schaden“ zuzufügen, sind – im Fall der „Ungläubigen“ oder Nichtmuslime – die ersten zwei von fünf rechtlich verbindlichen Definitionen von Völkermord.

Die dritte Definition bringt den „Zeitlupen-Völkermord“ auf den Punkt: „Gewollt einer Gruppe Lebensbedingungen zu schaffen, die darauf ausgerichtet sind seine physische Vernichtung als Ganzes oder in Teilen aufzuerlegen“ (Hervorhebung hinzugefügt). Das ist genau das, was der Islam seinen eroberten nichtmuslimischen Untertanen im Verlauf der Jahrhunderte antat; sie verhängten negative „Lebensbedingungen, die so ausgelegt“ waren, dass sie Ungläubige veranlassten ihre frühere Identität zur Überlieferung aufzugeben, um die Vorteile der Vereinigung mit dem Islam einzufahren (was die ständige Beendigung der Verfolgung und Diskriminierung beinhaltete). Tatsächlich ist es kein Zufall, dass die schariakonformen „kalkulierten Lebensbedingungen“, um die Existenz als Dhimmi so unerträglich zu machen, als „Omar-Bedingungen“ bekannt waren und sind.

Wenn also Perioden umfassender Verfolgung willkürlich waren, so war das auf den „Omar-Bedingungen“ aufgebaute, fest eingewurzelte Dhimmi-System immer präsent, „inspirierte“ immer zunehmend verarmte, nichtmuslimische Dhimmis im Verlauf der Jahrhunderte dazu zum Islam zu konvertieren, so dass Nationen wie Ägypten, das im 7. Jahrhundert zu etwa 95 Prozent christlich war, das heute nur noch zu 10 Prozent sind.

Bedenken Sie die Worte Alfred Butlers, eines Historikers des 19. Jahrhunderts, der schrieb, bevor die politische Korrektheit die akademische Welt zu beherrschen begann. In The Arab Conquest of Egpyt [Die arabische Eroberung Ägyptens] hob er das „brutale System der Bestechung der Christen für den Übertritt“ hervor:

Obwohl Religionsfreiheit in der Theorie für die Kopten unter der Kapitulation sichergestellt war, erwies es sich in Wirklichkeit bald als Tatsache, dass das undurchsichtig und illusorisch war. Denn eine Religionsfreiheit, die mit sozialem und mit finanziellem Zwang identifiziert wurde, konnte weder Substanz noch Lebendigkeit haben. Als der Islam sich ausbreitete, wurde der soziale Druck auf die Kopten enorm, während es zumindest dem finanziellen Druck schwerer war Widerstand zu leisten, während die Zahl der Christen und JudeN, die zur Zahlung der Kopfsteuer [Jizya] verpflichtet waren, Jahr um Jahr geringer und ihre Isolierung immer offensichtlicher wurde … Die Last der Christen wurde immer schwerer, während ihre Zahl schwand [heißt: Je mehr Christen zum Israel übertraten, desto größer wurde die Last für die wenigen Verbleibenden]. Das Wunder besteht daher nicht so sehr darin, dass so viele Kopten der Strömung nachgaben, die sie mit dramatischer Macht zum Islam zogen, sondern dass eine so große Vielzahl an Christen sich entschieden gegen den Strom stellten; auch haben nicht alle Stürme der dreizehn Jahrhunderte ihren Glauben vom Fels ihrer Grundlage geholt.

Obwohl die obige Darstellung Ägypten betrifft, gilt dasselbe „Zeitlupen“-Völkermordparadigma auch für den Rest der eroberten christlichen und nichtmuslimischen Länder im Allgemeinen. Heute ist das gesamte Nordafrika und die Türkei zu 97% muslimisch – obwohl beide Regionen, wie Ägypten, einst das Herz der christlichen Welt bildeten. (Der heilige Augustinus – der Vater der westlichen christlichen Theologie – stammte aus dem heutigen Algerien und Anatolien – „die Türkei“ – ist der Ort der ältesten Kirchen, die die Briefe der Apostel erhielten.“

Kommen wir zur Moderne – beachten Sie die kürzlich geäußerten Worte des bekannten Schriftstellers, Journalisten und pakistanischen Politikers Farahnaz Ispahani:

Direkt vor der Teilung von Indien und Pakistan hatten wir eine sehr gesunde Balance der Religionen neben dem Islam. Hindus, Sikhs, Christen, Zoroastriker. Heute hat Pakistan von seinem Anteil von 23 Pozent (fast ein Viertel) nichtmuslimischer Bevölkerung noch 3 Prozent. Ich nenne sie Gemeinschaften… Das geschieht nicht von einem Tag auf den nächsten. Das geschieht nicht innerhalb von ein paar Monaten. [Hervorhebung hinzugefügt].

Kurz gesagt: Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass „die islamische Welt“ nur einen Bruchteil so groß wäre – vielleicht gar nicht existieren würde – ohne die Tatsache, dass Nichtmuslime weniger vom Schwert ausgelöscht wurden, sondern mehr in Selbsteliminierung ihrer Ungläubigen-Identitäten gedrängt worden wären, um das Schwert und eine viele andere Nachteile zu vermeiden, womit sie die Reihen des Islam anschwellen ließen.

Eine Würdigung für Ryan Bellerose

Michael Lumish, Israel Thrives, 9. März 2018

Ryan Bellerose ist ein Freund der projüdischen/proisraelischen Gemeinschaft, der, wie viele von uns, der Zweistaatenlösung gegenüber zunehmend skeptisch geworden ist.

Ich traf den Mann, als er bei Israel Thrives vor ein paar Jahren aufschlug, um einem meiner regelmäßigen Besucher Feuer unter dem Hintern zu machen.

Bellerose ist ein Métis aus der Siedlung Paddle Prairie im nördlichen Alberta – ich möchte nördliches Alberta betonen – und Kämpfer für die Rechte und das Wohlergehen indigener Völker, einschließlich des jüdischen Volkes.

Das macht ihn unter den Aktivisten für die Rechte von Ureinwohnern höchst ungewöhnlich, denn er gehört zu den sehr Wenigen, die jüdische indigene Rechte anerkennen. Juden sind aus progessiv-linken politischen Gründen aus dem Club für indigene Rechte ausgeschlossen worden.

Stattdessen werden wir als weiße, imperialistische, rassistische, militaristische, kolonialistische, unmenschliche Apartheid-Liebhaber betrachtet.

In einem neuen Artikel für Tablet scheibt Bellerose:

Um Indigenität zu verstehen, muss man auch indigene Völker begreifen, wie wir uns selbst sehen und wie wir die Welt sehen. In seiner einfachsten Form entstammt der Indigenen-Status der Genesis einer Kultur, Sprache und Traditionen in Verbindung mit ihren Beziehung zu einem Land ihrer Vorfahren, die zumeist von Verbindungen zu vorkolonialen Völkern herrühren. Besitzt ein Volk einmal einen solchen kulturellen, linguistischen und spirituellen Ursprung sowie ein Zusammenwachsen als Volk, wird es allgemein als indigenes Volk anerkannt.

Belleroses Diskussion der Indigenität gründet auf einem Bericht an das Wirtschafts- und Sozialforum der UNO aus dem Jahr 1981, der von dem Anthropologen José Martínez Cobo geschrieben wurde.

Man sollte verstehen, dass Bellerose auf der Straße ebenso wie auf den Seiten von Tablet überzeugt.

Ich wünschte mir sehr, er wäre während der Mahnwachen für Edward Joffe und Leon Kanner dabei gewesen.

Reem Assil vom antisemitischen Restaurant Reem’s bewundert, aus Gründen, die der moralischen Vorstellungskraft trotzen, die völkermörderischen Judenmörderin Rasmea Odeh. Außerdem wird sie derzeit für ihren Hass belohnt.

Die New York Times veröffentlichte kürzlich einen Artikel von Rebecca Flint Marx zu Assils Laden mit der die Überschrift An Arab Bakery in Oakland full of California Love (Eine arabische Bäckerei in Oakland voller kalifornischer Liebe).

Voller kalifornischer Liebe.

Eines der überspannten Dinge an diesem Artikel besteht dain, dass Marx kurz nach seiner Veröffentlichung eine Korrektur im Hauptteil des Textes vornahm; diese lautete:

1970 wurde Frau Odeh von israelischen Gerichten wegen ihrer Rolle bei der Ermordung von zwei Schülern verurteilt.

Die Times gibt also zu, dass Odeh eine verurteilte Mörderin ist, dennoch heißt es in der Schlagzeile weiter An Arab Bakery in Oakland full of California Love.

Die einzige Schlussfolgerung, zu der ich kommen kann, lautet, das die New York Times glaubt, dass Sie ein Haufen Idioten sind.

Darüber hinaus erzählt uns Justin Phillips vom San Francisco Chronicle, dass Reem Assil mit einem feinen Restaurant am Jack London Square weiterhin kometenhaft aufsteigt.

Oh, welche Freude.

(Aber ich schweife ab.)

Der Grund, dass Bellerose wichtig ist, liegt darin, dass er eine Erweiterung unseres Verständnisses des Konflikts anregt.

Damit, dass er zurecht auf der Indigenität des jüdischen Volks im Land Israel besteht, zwingt er eine Ausweitung des Gesprächs, sowohl geografisch als auch historisch.

Dieser Kampf wird nicht nur zwischen Israelis und Arabern geführt, die innerhalb der jüdischen Heimat wohnhaft sind. Es handelt sich um einen Kampf zwischen der indigenen jüdischen Bevölkerung und ihren ehemaligen arabischen und muslimischen Eroberern, die noch die Wiederherstellung der theologisch-politischen Herrschaft aufgeben müssen. Das macht den Kampf zu einem zwischen der winzigen jüdischen Minderheit im Nahen Osten und den weit größeren arabischen und muslimischen Bevölkerungen, die sie umgeben.

So lautet die offensichtliche Folge davon auf jüdischer Indigenität zu bestehen, weil schon die Idee jüdischer Indigenität im Land Israel den imperialen Ambitionen der Araber und Muslime in der jüdischen Heimat widerspricht.

Dem kann man sich nicht entziehen.

Eine weitere offensichtliche Folge ist, dass es sich nicht nur um einen modernen Konflikt handelt. Die Geschichte beginnt nicht 1948, auch nicht 1967.

Jeder, der auch nur ein flüchtiges Verständnis der Geschichte hat, erkennt an, dass von der Zeit Mohammeds bis zum Versagen des osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg das jüdische Volk – und andere Dhimmis – als Nichtbürger zweiter und dritter Klasse lebte.

Der verstorbene Professor Martin Gilbert beschrieb den Dhimmistatus unter muslimischer Herrschaft wie folgt:

Es durfte keinen Bau neuer Synagogen oder Kirchen geben. Dhimmis durften nicht auf Pferden reiten, nur auf Eseln; sie durften keine Sättel benutzen, sondern nur Damensättel verwenden. Darüber hinaus konnten sie keine Muslime beschäftigen. Juden und Christen mussten gleichermaßen besondere Hüte, Mäntel und Schuhe tragen, die sie aus den Muslimen herausheben. Sie waren sogar verpflichtet Abzeichen auf ihrer Kleidung zu tragen oder bestimmte Arten und Farben von Kleidung tragen, die anzeigten, dass sie keine Muslime waren, während gleichzeitig Kleidung vermieden werden musste, die irgendeine Verbindung zu Mohammed und Islam hatte. Insbesondere grüne Kleidung war verboten…

Andere Aspekte der Dhimmi-Existenz bestand darin, dass Juden – und auch Christen – keine muslimischen Namen gegeben werden durften, niemanden vom Übertritt zum Islam abgehalten werden durfte und keine Gräber gestattet waren, die höher waren als die von Muslimen. Männer konnten öffentliche Badehäuser nur betreten, wenn sie ein besonderes Zeichen um den Hals trugen, dass sie von Muslimen unterschied, während Frauen nicht gemeinsam mit muslimischen Frauen baden und stattdessen separate Badehäuser nutzen mussten. Sexuelle Beziehungen zu einer muslimischen Frau waren verboten, ebenso den Propheten in der Öffentlichkeit zu verwünschen – ein Delikt, das mit dem Tod zu bestrafen war.

Unter Dhimmi-Regeln, wie sie sich entwickelten, durften weder Juden noch Christen Schusswaffen tragen, neue Gotteshäuser bauen oder ohne Genehmigung alte reparieren oder ein Gotteshaus bauen, das höher war als eine Moschee. Ein Nichtmuslim konnte nichts von einem Muslim erben. Ein Nichtmuslim konnte keine muslimische Frau heiraten, obwohl Muslime christliche oder jüdische Frauen heiraten konnte.

Martin Gilbert: In Ishmael’s House: A History of Jews in Muslim Lands. New Haven, Connectict, Yale University Press, 2010, S. 32-33.

Der Konflikt ist in seinem Ausmaß sowohl geografisch als auch historisch größer als die meisten Leute erkennen; das gilt insbesondere für progressiv-linke Feinde des jüdischen Volk, die den Konflikt als Ergebnis der „zionistischen“ Aggression im 20. Jahrhundert betrachten.

Indem er auf der Inidgenität des jüdischen Volks in Israel besteht, zwingt uns Bellerose die dominanten Ausformulierungen rund um den Konflikt auf zwei fundamentale Wege zu überdenken.

1) die Juden sind die kolonisierte indigene Bevölkerung, die es schaffte sich von den dreizehn Jahrhunderten unter dem Stiefel des arabischen und muslimischen Imperialismus zu befreien.

2) Es handelt sich um keinen Konflikt zwischen „Zionisten“ oder Israel und palästinensischen Arabern. Was wir stattdessen sehen, ist der aktuelle Augenblick im langen arabischen und muslimischen Krieg gegen jüdische Souveränität im Nahen Osten, der in koranischer Heimtücke gründet.

Das Konzept der Indigenität ist der Schlüssel; und Bellerose weiß das zwar, aber die meisten Juden nicht.