Das größte Beispiel für muslimische Täuschung (taqiyya) in der Geschichte des Westens

Raymond Ibrahim, 9. Oktober 2020

Sultan bin Muhammad al-Qasimi

Vor kurzem erfuhren wir, dass Scheik Dr. Sultan bin Muhammad al-Qasimi, Mitglied des Obersten Rats der VAE und Herrscher von Scharjah, die Umgestaltung der Kathedrale von Cordoba zurück zur Moschee von Cordoba, weil Spaniens Christen „sie nicht verdienen“.

Was uns nicht gesagt wurde, ist das, was ihn veranlasste das zu sagen – der hochwichtige Zusammenhang dieser Forderung – nämlich sein neues Buch Die Inquisition (arabisches Original hier). Al-Qasimi will damit zeigen, wie die spanische Inquisition Muslime missbrauchte; offensichtlich glaubt er, das sei ein starkes Argument dafür, dass Spanien die Kathedrale in eine Moschee verwandelt, als eine Art von „Wiedergutmachung“.

Während einer arabischsprachigen Satellitensendung mit Diskussion seines neuen Buches sagte er (Übersetzung):

So Allah will, wird dieses Buch etwas bewirken; und hier fordern wir zumindest die Rückgabe der Moschee von Cordoba an uns. Ich habe das früher schon gefordert und sie informierten mich, dass die Stadt sie der Kirche gegeben hat. Also sagte ich ihnen: „Derjenige, der nicht besitzt, gab demjenigen, der nicht verdient.“ Denn das ist unser Besitz als Muslime; darüber hinaus ist ihre Rückgabe leicht und nahe bevorstehend, so Allah will.

Mit anderen Worten und weil sein Buch argumentiert, dass Spanien extrem mit seinen Muslimen umging – einschließlich der erzwungenen Bekehrung zum Christentum gegen ihren Willen – ist das Mindeste, was es jetzt tun kann die Kathedrale an den Islam fallen zu lassen.

Der Scheik ignoriert aber nicht nur die Tatsache, dass „die Moschee [von Cordoba] nicht nur auf einer christlichen Stätte gebaut wurde, sondern auch unter Verwendung der Materialien des im neunten Jahrhundert zerstörten christlichen Gebäudes aus dem sechsten Jahrhundert“, genauso ignoriert er, warum Spanien die Muslime überhaupt erst einer Inquisition unterzog.

1492 ging die Reconquista mit der Kapitulation Granadas zu Ende. Statt nach Nordafrika zu abzuwandern – woher die meisten ihrer jihadistischen Verbündeten, nämlich die Almoraviden und die Almohaden stammten – entschieden sich die fast eine halbe Million Muslime der Bevölkerung im Land zu bleiben. Ihnen wurden anfangs milde Konditionen gewährt, einschließlich des Rechts ins Ausland zu reisen und den Islam friedlich auszuüben. Allerdings begannen sie, wann immer sich die Gelegenheit bot, viele schwer niederzuschlagende Aufstände – von denen mehrere „die Steinigung, Zerstückelung, Enthauptung, das Pfählen und Verbrennen von Christen bei lebendigem Leib“ beinhalteten – und regelmäßig mit muslimischen Mächten aus dem Ausland (z.B. den osmanischen Türken) konspirierten, um Spanien wieder dem Islam zu unterwerfen.

Ein letzter „muslimischer Aufstand im Jahr 1499 und die Niederschlagung dieser Revolte 1501 führte zu einem Edikt, dass Muslime zum Christentum übertreten oder die Halbinsel verlassen müssen“. Anders als im gängigen Volksglauben war die Motivation dafür weniger religiöser, sondern vielmehr politischer Natur; es ging weniger darum Muslime zu „guten Christen“ zu machen, sondern darum sie zu „guten Bürgern“ zu machen. Solange sie Muslime bleiben, womit sie unter der höchst kontroversen Doktrin von „Loyalität und Feindschaft“ agierten, würden sie dem christlichen Spanien gegenüber feindlich gesinnt und abtrünnig bleiben; und weil Säkularismus, Atheismus, Multikulturalismus oder einfach allgemein „Wokeness“ damals keine Optionen waren, bestand der einzige praktische Weg darin, dass Muslime ihren Tribalismus ablegen und in einem christlichen Königreich voll partizipieren konnten, den Glauben anzunehmen.

Unter solchen Umständen ist die Scharia klar: Muslime sollten versuchen auszuwandern. Aber es hat immer eine wichtige Mahnung gegeben: Wann immer Muslime sich unter der Obrigkeit von Ungläubigen wiederfinden, können sie fast alles sagen und tun – Mohammed anprangern, sich taufen lassen und die Kommunion empfangen, das Kreuz ehren, alles, was dem Islam Anathema ist – solange ihre Herzen dem Islam treu bleiben.

So sieht die Doktrin der taqiyya aus, die traditionell den Modus Operandi des Islam unter nichtmuslimischer Obrigkeit festlegt. Noch vor der Reconquista in Spanien „hatten sunnitische Muslime die taqiyya ins Feld geführt, um Verheimlichung unter christlicher Herrschaft in anderen Zeiten und Regionen zu rechtfertigen, darunter Sizilien nach der Eroberung durch die Normannen 1061 bis 1091 und die byzantinischen Märsche“. Daher überrascht es nicht, dass taqiyya den Islam im Spanien nach der Reconquista definierte; eine Obrigkeit verwies auf eine Fatwa von 1504, die die muslimischen Untertanen Spaniens drängt taqiyya als „theologisches Schlüsselelement für das Studium des spanischen Islam“ anzuwenden.

Sobald das Edikt zu Übertritt oder Auswanderung erschien, nahm fast die gesamte Bevölkerung Granadas – hunderttausende Muslime – offen das Christentum an, blieben aber Krypto-Muslime. Öffentlich gingen sie zur Kirche und tauften ihre Kinder; Zuhause rezitierten sie den Koran, predigten unvergänglichen Hass auf die Ungläubigen und ihre Verpflichtung al-Andalus zu befreien.

Dass diese „Moriscos“ (Maurenchristen) – heißt: selbsterklärte muslimische Konvertiten zum Christentum, die weiterhin „maurisch“ oder islamisch waren – alles unternahmen, um ihre Täuschung unterzuschieben, ist nicht zu bezweifeln, wie ein Historiker erklärte:

Damit ein Morisco als guter Christ durchging, brauchte es mehr als eine einfache Aussage diesbezüglich. Es benötigte eine anhaltende Ausübung mit hunderten einzelner Äußerungen und Handlungen unterschiedlicher Art, von denen viele vielleicht wenig per se mit Ausdrücken des Glaubens oder Ritualen zu tun hatten. Verstellung [taqiyya] war eine institutionalisierte Praxis Morisco-Gemeinschaften, zu der reguläre Verhaltensmuster von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurden.

Trotz dieser aufwändigen Maskerade bekamen die Christen das zunehmend mit: „Mit der Erlaubnis und dem Freibrief, den ihre verhasste Sekte ihnen erteilte“, merkte ein frustrierter Spanier an, „konnten sie äußerlich und ohne zu sündigen jede Religion vortäuschen, solange sie ihre Herzen trotzdem ihrem falschen Blender von Propheten widmeten. Wir sahen so viele von ihnen, die starben, während sie das Kreuz anbeteten und gut von unserer katholischen Religion sprachen, die aber im Innern ausgezeichnete Muslime waren.“

Christen versuchten anfangs mit den Moriscos zu diskutieren; sie erinnerten sie daran, wie sie überhaupt erst zu Muslimen wurden: „Euer Vorfahr war Christ, obwohl er sich zum Muslim machte“, um der Verfolgung zu entgehen oder seinen sozialen Status zu verbessern; also „musst du jetzt Christ werden“. Als das scheiterte, wurden Korane beschlagnahmt und verbrannt; dann wurde Arabisch, die Sprache des Islam, verboten. Als auch das fehlschlug, wurden extremere Maßnahmen getroffen; das ging so weit, dass ein Morisco „nicht einmal ein Messer besitzen durfte, das keine abgerundete Spitze hat, damit er damit keinen Christen verletzt“.

Ein muslimischer Chronist fasst diese Zeiten so zusammen: „Muslime, die noch in Andalus verblieben, waren zwar der Erscheinung nach Christen, aber nicht in ihren Herzen; denn heimlich verehrten sie Allah…. Die Christen überwachten sie mit höchster Wachsamkeit und viele wurden entdeckt und verbrannt.“

So sahen die Ursprünge der spanischen Inquisition aus (die sich entgegen der landläufigen Meinung viel stärker gegen Muslime als gegen Juden richtete). Denn egal, wie viele Moriscos „das Erscheinungsbild einer absolut friedlichen Unterwerfung darboten“, schrieb ein Historiker des 19. Jahrhunderts, „so blieben sie dennoch fundamentale Muselmanen, die nach einer günstigen Gelegenheit Ausschau hielten und geduldig auf die Stunde der Rache warteten, die von ihren Prophetien versprochen war.“

Als dann 1568 ein Gerücht aufkam, dass die osmanischen Türken endlich gekommen seien, sie zu befreien, drehten die vormals „moderaten“ Muslime bei Granada „im Glauben, die Tage unter christlicher Herrschaft seien vorbei, durch. Im ganzen Land wurden Priester angegriffen, verstümmelt oder ermordet; einige wurden bei lebendigem Leibe verbrannt; einer wurde in ein Schwein eingenäht und gegrillt; die schönen christlichen Mädchen wurden emsig vergewaltigt, einige fortgeschafft, um in die Harems marokkanischer und algerischer Machthaber einzuziehen.“

Da Muslime niemals einer ungläubigen Obrigkeit gegenüber loyal sein konnten – sie konspirierten ständig mit fremden Muslimen und betrieben Subversion – und wenn Übertritt zum Christentum wegen des Glaubenssystems der taqiyya keine Lösung war, dann verblieb nur ein Möglichkeit: Zwischen 1609 und 1614 wurden alle Moriscos von der Halbinsel nach Afrika vertrieben, von wo der Islam fast ein Jahrtausend zuvor erstmals nach Spanien eingedrungen war.

Das ist natürlich eine vollständigere Erklärung dafür, warum Spaniens Muslime der Inquisition unterzogen wurden, als al-Qasimi aus offensichtlichen Gründen zuzugeben bereit ist: Vortäuschende und immer subversive Muslime (in der Vergangenheit oder der Gegenwart) gewinnen nicht viel Mitgefühl – gewiss keines, das Spanien beginnen lässt Zugeständnisse zu machen.

Er scheint auch die große Ironie zu verpassen: Zumindest befreiten die Spanier ihr eigenes Land und gaben denen, deren Vorfahren einmarschiert waren, die Gelegenheit es unbehelligt zu verlassen. Das ist weit nachsichtiger als die Weise, wie der Islam sich immer verhalten hat – in nichtmuslimische Länder einzumarschieren und Ungläubigen drei Optionen zu geben: konvertieren, als unterjochte Dhimmis leben oder sterben – wie der gelehrte Scheik sehr wohl weiß.

Ahnungslosigkeit schützt nicht vor „Aktivismus“

Im Gegenteil, sie ist wohl Voraussetzung für israelfeindliche Grundsatzäußerungen, so wie bei dieser Intelligenzbestie mit Hang zu den Terroristen:

So, wie jede Menge Araber/Muslilme nicht begreifen, dass der Felsendom nicht die Al-Aqsa-Moschee ist, weiß dieser Depp nicht, dass nicht der Felsendom, sondern die Al-Aqsa-Moschee der angeblich drittheiligste Ort der Muslime ist.

(gefunden auf twitter)

Als der „Held“ der Türkei 800 Christen köpfte, weil sie den Islam ablehnten

Raymond Ibrahim, 14. August 2020

Die Kathedrale von Otranto beherbergt die Überreste von 800 enthaupteten Christen.

Die rituelle Enthauptung von 800 Christen am 14. August 1480, die es ablehnten den Islam anzunehmen, wirft viel Licht auf zeitgenössische Fragen zum anhaltenden Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen.

Hintergrund: Als er 1453 Konstantinopel brandschatzte, war der osmanische Sultan Mohammed erst 21 Jahre alt – was bedeutet, dass noch viele Jahrzehnte Jihad vor ihm lagen. Er setze die Expansion in den Balkan fort und marschierte in seinem Bestreben seine Pferde auf dem Altar der Petrus-Basilika zu füttern – muslimische Prophetien erklärten, dass „wir Konstantinopel erobern werden, bevor wir Rom erobern“ – in Italien ein und eroberte 1480 Otranto. Mehr als die Hälfte der 22.000 Einwohner wurden massakriert, 5.000 in Ketten verschleppt.

Um seine „Großzügigkeit“ zu demonstrieren, bot Sultan Mohammed 800 in Ketten gelegten christlichen Gefangenen die Freiheit an – unter der Bedingung, dass sie alle den Islam annehmen. Stattdessen entschieden sie sich geschlossen gemäß der Worte eines der ihren zu handeln: „Meine Brüder, wir haben gekämpft, um unsere Stadt zu retten; jetzt ist es an der Zeit um unsere Seelen zu kämpfen!“

Wütend, dass seine Einladung verschmäht wurde, befahl Mohammed am 14. August die rituelle Enthauptung dieser 800 Unglücklichen auf einer Hügelkuppe (die in der Folge „Hügel der Märtyrer“ genannt wurde). Ihr Erzbischof wurde unter dem Spott und „Allahu Akbar!“-Triumphgeschrei langsam in zwei Hälften gesägt. (Die Skelettteile einiger dieser trotzenden Christen wurden aufbewahrt und sind bis heute in der Kathedrale von Otranto zu sehen.)

Jetzt überlegen Sie, wie dieses Ereignis mit den aktuellen Realitäten in Zusammenhang steht.

Erstens: Wann immer islamische Einzelne oder Organisationen Gewalt gegen Nichtmuslime verüben – und den Islam als ihre Motivation anführen – wird uns auf der Stelle das Gegenteil gesagt, dass sie einfache Kriminelle und Psychopathen seien und dass ihr Handeln „nichts mit der Wirklichkeit des Islam zu tun hat“.

Es waren jedoch keine Allerwelts-„Muslime“, die auf dem Hügel der Märtyrer Gräueltaten begingen, sondern der, der praktisch der Führer des sunnitischen Islam war, der Sultan selbst, der immer eine Meute muslimischer ulema – Kleriker, Gelehrte und Muftis – um sich hielt, um ihn zu leiten und seine Entscheidungen bezüglich der Ungläubigen zu bestätigen (einschließlich des Massakers an denen, die den Islam ablehnen).

Zufälligerweise ist Mohammed II. für die Türkei und ihren Präsidenten Erdoğan ein Held, der vor kurzem die Hagia Sophia in eine Moschee umwidmete, zum Teil um den mörderischen Sultan zu ehren.

Auch Otranto war keine Anomalie. Im Verlauf von fast 14 Jahrhunderten sprachen und handelten offizielle Führer und Sprecher des Islam – von Sultanen und Kalifen bis zu ulema und Scheiks – immer nur wie der Islamische Staat (oder umgekehrt).

Ebenfalls interessant zu überlegen ist, wie oft selbst damals, vor mehr als einem halben Jahrtausend, westliche Staaten es vorzogen Nichtwahrhabenwollen und Wunschdenken zu betreiben, statt sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen oder ihren belagerten Glaubensgeschwistern zu helfen. Entsprechend rügte kurz nach dem Massaker von Otranto Papst Sixtus IV. den gleichgültigen Westen.

Lasst sie nicht glauben, dass sie vor Invasion geschützt sind, diejenigen, die sich in einiger Entfernung vom Kriegsschauplatz befinden! Auch sie werden sich unter das Joch beugen und vom Schwert gefällt werden, außer sie treten vor und treffen den Eindringling. Die Türken haben die Auslöschung des Christentums geschworen. Ein Waffenstillstand den Sophistereien! Jetzt ist nicht die Zeit zu reden, sondern zu handeln und zu kämpfen!

Solche Klagen waren nicht ungewöhnlich. Fast ein Jahrhundert später, 1565, segelte eine massive islamische Armada zu der kleinen Insel Malta um sie zu belagern; Papst Pius IV., der versuchte eine Armee aufzustellen, klagte, dass der König von Spanien „sich in die Wälder zurückgezogen hat und Frankreich, England und Schottland von Frauen und kleinen Jungen regiert werden“.

Schließlich und heute nicht viel anders, war zwar eine Menge Menschen im Westen ignorant gegenüber dem, was der Islam tut, aber eine Minderheit war sich dessen immer bewusst, auch aus historischer Perspektive. Bedenken Sie Sebastian Brants (geb. 1457) Narrenschiff, ein satirisches Gedicht zur allmählichen Natur des Fortkommens des Islam gegenüber einer „schlafenden“ Christenheit:

Unser Glaube war stark im Orient / Er herrschte in ganz Asien / In Maurenländern und in Afrika / Aber heute [seit dem 7. Jahrhundert] sind diese Länder für uns weg… / Wir gehen alle schlafend zugrunde / Der Wolf ist ein den Stall gekommen / und stiehlt die Schafe der heiligen Kirche / Während der Schäfer schlafend liegt / finden dich vier Schwestern unserer Kirche / sie sind von der patriarchalischen Art / Konstantinopel, Alexandria, Jerusalem, Antiochia / Aber sie sind verloren und geplündert / und bald wird der Kopf [Rom] wird angegriffen.

Wie der Fortbestand des Gedichtes nahelegt, sahen gelehrte Europäer die Geißel der Osmanen als jüngste in einem Kontinuum des islamischen Terrors: denn während die Araber die „ersten Truppen der Heuschrecken“ waren, die „um das Jahr 630 erschienen“, um einen zeitgenössischen englischen Geistlichen zu zitieren, sind „die Türken, eine Vipernbrut, schlimmer als ihre Eltern … die Sarazenen, ihre Mutter“.

Gleichermaßen sind die heutigen jihadistischen Organisationen – der Islamische Staat, Al-Qaida, Boko Haram, Hamas, Hisbollah, al-Schabaab et. al. – die jüngste „Vipernbrut“, die vom immerwährenden Jihad ausgebrütet wurde.

Die historischen Teile dieses Artikels sind Auszüge aus und dokumentiert in Ibrahims „Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West“.

Es ist DEIN Fehler, wenn SIE gewalttätig werden

Raymond Ibrahim, 10. Juni 2020

Gemäß dem Narrativ der Medien beweist, wie unangenehmes Verhalten eine Person oder Gruppe auch an den Tag legt – von Kriminellem bis zu purem Terrorismus – wenn du weiß bist und die anderen nicht, ihr Verhalten gänzlich dein Fehler ist. Dein unerträglicher Rassismus und deine Fremdenfeindlichkeit haben sie es übertreiben lassen; ihr kriminelles Verhalten ist ein Spiegel ihrer vielen Klagen, die sie wegen dir haben.

Das würde natürlich nach Besserung verlangen, wenn es denn wahr wäre. Was nicht heißen soll, dass es keinen Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit gibt, Dinge, gegen die nicht „gesetzlich geregelt“ werden können; es soll vielmehr heißen, dass die überwältigende Mehrheit des kriminellen Verhaltens immer von etwas anderem als von beklagten Missständen getrieben wurde.

Nehmen wir zum Beispiel den Islam. Nach den barbarischen Terroranschläge vom 9/11 war die große Frage: „Warum hassen sie uns?“ Die Antwort der Medien und ihr Aufgebot an „Experten“ lautete, dass sie Beschwerden wegen Amerika hätten.

Danach folgte eine Liste an Litaneien angeblicher amerikanischer/westlicher Verbrechen an Muslimen: Ursprünglich waren es politische „Sünden“ des Westens – von den Kreuzzügen über den Kolonialismus bis zur Gründung Israels. Aber mit jedem neuen islamischen Terroranschlag oder Wut hatten die „Klagegründe“ der Muslime zugenommen: dazu gehörten freie Meinungsäußerung, Kirchen, sogar Teddybären.

Die Medien hätten durchaus auch deine schiere Existenz als freier Ungläubiger als Klagegrund anführen können, was näher an der Wahrheit gelegen hätte. Immerhin begannen ungerechtfertigte muslimische Angriffe auf den Westen vor fast 1.400 Jahren, ein paar Jahre nach der Geburt des Islam; sie gingen ein Jahrtausend lang weiter, schluckten drei Viertel der christlichen Welt und bombardierten jeden Winkel Europas, von wo viele Millionen Sklaven verschleppt wurden.

Sogar Amerikas erster Krieg als Nation fand gegen nordafrikanische Muslime statt, die amerikanische Schiffe überfielen und die Mannschaften versklavten. Als Jefferson und Adams den Berber-Botschafter fragten, welche „Verletzungen“ der neu entstandene amerikanische Staat möglicherweise begangen haben könnte, um solche Angriffe zu provozieren, „antwortete der Botschafter uns“, schrieb Jefferson 1786 an den Kongress, „dass das in den Gesetzen ihres Propheten gründete, dass es in ihrem Koran geschrieben stand,… dass es ihr Recht und ihre Pflicht sei Krieg gegen sie [die Nichtmuslime] zu führen, wo immer sie sie fänden und sie alle zu Sklaven zu machen.“

Muslime Angriffe gegen den Westen nahmen im frühen 19. Jahrhundert endlich eine Auszeit, als Europa, das die islamischen Plünderungen satt hatte, in die muslimische Welt eindrang und sie kolonisierte. Selbst dieser „Prozess der europäischen Expansion und des europäischen Imperialismus“, erklärt Bernard Lewis, „hat seine Wurzeln im Zusammenstoß von Islam und Christentum … Die siegreichen Befreier [Europäer] verfolgten ihre früheren Herren nach der Befreiung ihrer eigenen Territorien [von den Muslimen] dorthin, woher sie gekommen waren.“

Trotzdem wird der Westen von der Propaganda „das ist dein Fehler“, muslimischen „Gründen zu Klagen“ und „Islamophobie“ ihrer eigenen Medien derart überschwemmt, dass der Islamische Staat (ISIS) höchstselbst sehr darauf achtete klarzustellen, dass er den Westen vor allem hasst, weil das islamische Gesetz von den Muslimen verlangt das zu tun, egal wie der Westen sich verhält.

Oder bedenken Sie die unterirdische Art, wie muslimische Staaten die eigenen Minderheiten, vornehmlich Christen behandeln. Wie könnten diese friedlichen, winzigen und politisch entrechteten Gemeinschaften Muslime „in ihren Rechten beeinträchtigen“? Sie sind oft von derselbe Rasse, Ethnie, sprechen dieselbe Sprache wie ihre muslimischen Gegenüber; man kann sie nicht von ihnen unterscheiden, außer in der Religion – und das ist der „Grund zur Klage“, den ihre Verfolger haben: Nichtmuslimische Minderheiten sind „Ungläubige“ und müssen daher verachtet und unterdrückt werden.

Trotz solch abscheulicher Verfolgung, die oft monatlich zur Ermordung mehrerer Christen führt, erwähnen westliche Medien selten dieses wirklich systemische und endemische Thema und wenn, dann nie ehrlich: Das zu tun würde Sand ins Narrativ werfen, dass muslimisches Fehlverhalten ein Nebenprodukt der „Klagegründe“ gegen den Westen ist.

Jetzt bedenken Sie, wie die Medien dasselbe Klage-Paradigma einsetzen, um eine andere Form von Hass und Gewalt zu rechtfertigen: Ein schwarzer Mann wurde von einem Polizisten getötet; obwohl letzterer ordnungsgemäß verhaftet und des Mordes angeklagt wurde, reicht das nicht. Wenn du weiß bist, ist der aktuelle Aufruhr – die Plünderungen, Brandstiftungen und Tötungen – wieder und letztendlich dein Fehler: „Beschwerdegründe“ rächen sich; oder, wie eine aktuelle Schlagzeile von Politico es formuliert: „Der Westen zählt auf Rassismus.

Und doch ist das „black lives matter“-Narrativ der Medien, wie beim Islam, extrem selektiv und manipulativ: Der kaltblütige Mord an mehreren bewundernswerten schwarzen Amerikanern wie dem 77-jährigen Polizei-Captain a.D. David Dorn, der tragischerweise erschossen wurde, weil er seine Pfandleihe vor Plünderern schützen wollte, spielt offenbar keine Rolle (wer „protestiert“ für sie?); genauso wenig die vielen Leben von hart arbeitenden amerikanischen Schwarzen, deren Geschäfte geplündert und zerstört wurden.

Übrigens spielt auch die Tatsache, dass jedes Jahr mehrere tausend schwarze Leben von anderen Schwarzen ausgelöscht werden (amerikanische Schwarze haben zwischen 1979 und 2014 324.000 andere Schwarze getötet). Was die Tatsache angeht, dass Schwarze etwa 15 Prozent der US-Bevölkerung stellen, aber die Hälfte aller Morde begehen – was zumindest bedeutet, dass sie oft in tödlichen Konfrontationen mit der Polizei landen – wen interessiert das?

Nur die sehr, sehr wenigen schwarzen Leben, die möglicherweise dazu gebracht werden können sich dem Beschwerden-Narrativ anzupassen, werden für die Medien jemals eine Rolle spielen.

Die Ironie von all dem ist, dass nur ein von Natur aus fair eingestelltes Volk zulassen würde, dass man sich darum kümmert, geschweige denn die Beschuldigung zulässt, dass man seinen Minderheiten gegenüber nicht fair genug ist. Versuchen Sie einem nicht westlichen Staat (wir haben bereits gesehen, wie das unter dem Islam läuft) zu erzählten, dass dort die Minderheiten misshandelt werden – oder besser, dass sie auf die Knie gehen und sich für ihre Rasse entschuldigen müssen – und schauen Sie, wohin Sie das bringt.

Hass auf dem Spielfeld: Antisemitismus im Sport

Gideon Ben-Zvi, HonestReporting, 23. August 2020

Sport ist ein großer Einiger, schafft Gelegenheiten für Kontakte von Menschen aus einer breiten Vielzahl von Hintergründen. Doch obwohl das relativ wenig berichtet wird, erfahren jüdische Sportler in der großen Welt des Sports Antisemitismus und in einigen Fällen grassiert dieser.

Von München in die muslimische Welt

Antisemitismus wird zwar heiß diskutiert, besonders weil er die erhitzte Debatte um das Wesen und die Politik des Staates Israel verbindet, aber er ist auch im Sport ein Phänomen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist der von Palästinensern geführte Terroranschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972, bei dem 11 israelische Athleten getötet wurden. Seitdem hat sich Antisemitismus im Sport verbreitet, weil reiche Länder mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung im Nahen Osten und Asien begonnen haben internationale Veranstaltungen auszurichten.

Zu den Beispielen der Schikane gegen israelische Sportler gehören:

  • 2019: Die Regierung von Malaysia verweigerte der israelischen Para-Schwimmmannschaft Visa, wodurch ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Japan diesen Sommer verhindert wurde.
  • 2019: Der iranische Judo-Weltmeister Seed Mollai verlor absichtlich einen Kampf gegen den niedriger gesetzten Ruslan Mussajew aus Kasachstan, um einen Kampf gegen den israelischen Judoka Sagi Muki zu vermeiden.
  • 2018: Die Anwesenheit der israelischen Mannschaft bei einem Jugend-Handballturnier in Doha löste Forderungen aus, die Qataris sollten ihre Kinder aus dem Turnier nehmen. Allgemeiner nutzen große Teile der Bevölkerung die sozialen Medien, um sich von der Teilnahme Israels an vielen internationalen Wettkämpfen in Qatar zu distanzieren.

Bruria Bigman, Sprecherin des israelischen Olympischen Komitees gibt an: „Israelische Athleten haben unter etlichen Fällen von Diskriminierung und Ausgrenzung gelitten. Das Israelische Olympische Komitee verurteilt diesen Trend, der der Internationalen Olympischen Charta widerspricht.“

Leider beschränkt sich dieser Versuch israelische Sportler zu boykottieren nicht auf den Nahen Osten.

Nicht nur in der muslimischen Welt, nicht nur gegen Israelis

Antisemitismus im Sport ist ein weltweites Phänomen. Zu den jüngsten Beispielen gehören:

  • Ein bekannter Sportkommentator in Griechenland beschuldigte den amerikanisch-israelischen Trainer David Blatt wegen der umstrittene Niederlage seiner Athener Mannschaft zu lügen, weil er jüdisches Blut hat.
  • Der ehemalige Basketballspieler Cody Decker sagte, Antisemitismus „grassiert überall im Sport“. In einem aktuellen Interview beschrieb Decker mehrere Vorfälle aus seiner Karriere, bei denen er herausgepickt wurde, weil er Jude ist und von Fans und Mannschaftsmitgliedern mit judenfeindlichen Beleidigungen bedacht wurde.
  • 2011 verklagte Jason Bailey, ein amerikanischer Eishockey-Profi, die Anaheim Ducks aus der NHL; er sagte aus, dass die Trainer des angegliederten Teams hätten ihn antijüdischen Schikanen ausgesetzt.

Bekannter sind Beispiele, in die europäische Fußballfans verwickelt sind. Ein Bericht des britischen Parlaments mit dem Titel „Antisemitismus im europäischen Fußball: Wunde im schönen Spiel“ kam zu dem Schluss, dass Hooligans in einer Reihe von Ländern wiederholt antisemitische Gesten, darunter den Nazigruß und hasserfüllte Parolen gegen Juden verwendet haben.

Kann Hass aus dem Sport vertrieben werden?

Auf einer Konferenz zu Antisemitismus im Sport im Jahr 2019 stimmten mehrere Experten überein, dass Hassreden hauptsächlich über das Internet in den Mainstream eingebracht wird. Insbesondere das Aufkommen der sozialen Medien ist eine Wende gewesen. Vor kurzem haben Berichte Licht darauf geworfen, wie Verschwörungstheorien, Rassismus, Fanatismus und Antisemitismus sich auf Online-Plattformen gezeigt haben. Zum Beispiel können in einige Fällen Dutzende Millionen Menschen mit einem einzigen Tweet erreicht werden.

Nach Angaben der Anti-Defamation League hat es in den letzten Monaten eine beträchtliche Zunahme antisemitischer Posts in sozialen Medien gegeben. Aus diesem Grund gibt es einen wachsenden Chor, der fordert, dass die Technologiegiganten eine klare Definition dessen annehmen, was Antisemitismus ist und verhindern, dass solche Inhalte verbreitet werden.

Tibi Galis, Executive Director des Auschwitz Institute for Peace and Reconsiliation hat gewarnt, dass Massengräuel mit einfachen Dingen wie Hassreden bei Sportveranstaltungen beginnen.

„Sport ist oft der erste Ort, an dem wir Erscheinungsformen gefährlichen Redens hören“, sagte er. „Die Frage lautet: ‚Wie können wir das sportliche Umfeld zu einem besseren machen?‘“ Zum Glück haben sich Sportstars gegen Vorurteile geäußert. Das Fehlen massiver Empörung in Reaktion auf aktuelle Vorfälle antisemitischer Tweets und Postings von Prominenten aus Sport und Unterhaltung ist sehr beunruhigend.

Der erste Schritt Antisemitismus anzupacken – im Sport und andernorts – besteht eindeutig darin ihn zu benennen. Nur dann kann er effektiv bekämpft werden. Aus diesem Grund sollten die Social Media-Giganten erwägen eine robustere Antisemitismus-Definition anzunehmen und ihre Politik für Hassreden energisch aufrecht zu erhalten.

Bis dahin werden die Antisemiten weiter punkten.

Die Schlacht von Manzikert: Die „Unterwerfung der Christenheit durch den Islam“

Raymond Ibrahim, 26. August 2020

Gemälde von Romanus Diogenes‘ Gefangennahme in Manzikert; (rechts: Skizze seines letzten Widerstands)

Am 26. August 1071 fand eine der entscheidendsten Schlachten der Weltgeschichte statt – die von Manzikert, die die Gründung des modernen Staates Türkei im ehemals christlichen Kleinasien initiierte.

Was an diesem Tag und den zu ihm führenden geschah, ist es wert erneut berichtet zu werden.

1019 „betraten erstmals die blutrünstigen Bestien … die barbarische Nation Ungläubiger, genannt Türken, Armenien“ in Ostanatolien „und schlachteten unbarmherzig die christlichen Gläubigen mit dem Schwert“, schreibt ein Chronist. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde praktisch ganz Armenien dezimiert: Hunderttausende wurden abgeschlachtet oder versklavt und tausende Kirchen niedergebrannt oder geschändet, einschließlich ihrer Umwidmungen in Moscheen:

Wer ist in der Lage das Geschehen und die ruinösen Ereignisse zu berichten, die den Armeniern widerfuhren, denn alles war mit Blut bedeckt. … Wegen der großen Zahl an Leichen stank das Land und ganz Persien war mit zahllosen Gefangenen gefüllt; so wurde diese gesamte Nation betrunken vom Blut. Alle menschlichen Wesen christlichen Glaubens waren in Tränen aufgelöst und in trauriger Bedrängnis…

Auch gab es wenig Zweifel darüber, was die Feindschaft der Türken antrieb: „Diese Nation der Ungläubigen“, erklärte ein Militärkommandeur, „kommt wegen unseres christlichen Glaubens gegen uns und sie haben vor die Verordnungen der Anbeter des Kreuzes zu zerstören und die christlichen Gläubigen auszulöschen.“ Daher „passt es und ist richtig, wenn alle Gläubigen mit dem Schwert hingehen und für den christlichen Glauben sterben.“ Viele waren derselben Meinung; die Berichte erzählen von Mönchen und Priestern, Vätern, Ehefrauen und Kindern, alle lumpig bewaffnet, aber pflichteifrig bereit ihre Lebensart zu schützen, herzuzukommen, um sich den Invasoren entgegenzustellen – nur um abgeschlachtet oder versklavt zu werden.

Die türkischen Horden waren unter der Zuständigkeit des aufsteigenden Stammes der Seldschuken mit Armenien auch nicht zufrieden; sie ritten weiter gen Westen über die Ebene Anatoliens, damals Teil des oströmischen Reiches („Byzanz“), wo sie eine Spur aus Rauch und Zerstörung hinterließen. Als er 1068 Kaiser wurde, machte Romanus Diogenes es sich zur Aufgabe zu handeln. 1069 hatte er eine gewaltige Armee zusammengezogen und war tief nach Kleinasien hineinmarschiert, wobei er zahlreiche Städte von den Türken befreite.

Die beiden Streitkräfte trafen schließlich nahe der Stadt Manzikert, direkt nördlich des Sees Van, aufeinander. Der türkischer Sultan Mohammed bin Dawud – der Nachwelt besser bekannt als „Alp Arslan“ oder „heldenhafter Löwe“ – schickte eine Delegation, um mit Romanus über „einen Vorwand für Frieden“ zu verhandeln, wohingegen in Wirklichkeit „Zeit geschunden“ werden sollte, erklärte Michael Attaleiates, der dabei war. Das „ermunterte den Kaiser nur zum Krieg“.

Romanus wies die Emissäre ab, zwang sie vor ihm auf die Knie zu gehen und befahl ihnen ihrem Sultan zu sagen, dass „es keinen Vertrag geben wird … und keine Rückkehr nach Hause, außer nachdem ich den Ländereien des Islam angetan habe, was den Ländereien Roms [Byzanz] angetan worden ist“. Nachdem er „die Botschafter mit größter Verachtung entlassen“ hatte, stachelte Romanus seine Männer „mit Worten außerordentlicher Gewalt“ zum Krieg auf.

Mohammed hielt seine Männer zum Jihad an und erinnerte sie an ihr Win-Win-Szenario: „Wenn uns der Sieg über sie gegeben wird, [nun gut]. Wenn, nicht werden wir als Märtyrer in den Garten einziehen.“ „Wir sind bei dir!“, brüllten die Männer im Gleichklang, als er seine Tirade beendete, gefolgt von einer Salve an „Allahu Akbar“, die Berichten zufolge „die Berge schüttelte“.

So trafen, als „Militärmusik von beiden Seiten erschallte und der Staub des Schlachtfeldes aufstieg wie Wolken im Himmel“, die beiden Armeen an diesem schicksalhaften Freitag, dem 26. August 1071 aufeinander.

Die Schlacht verlief wie üblich: Türkische Reiter in Sichelformation, die ihre wenigen Mitglieder verbarg, preschten voran und schossen Salven von Pfeilen ab, bevor sie sich rasch zurückzogen. Scharen römischer Männer und Pferde fielen; einige verließen sogar die Reihen und flohen. Unerschrocken behielt Romanus die Linie zusammen und marschierte mit seinen Kräften voran; aber weil den Türken unbegrenzt Terrain zur Verfügung stand, um sich zurückfallen zu lassen, gelang es der christlichen Armee nicht sie zu stellen und zu erledigen, während die Türken weiterhin effektive Taktiken des Zuschlagens und Zurückziehens anwandten.

Als der Tag fast vorbei war, befahl Romanus eine Kehrtwende zurück ins Lager, den einzigen Ort, wo seine Männer verpflegt und ihre Pferde getränkt werden konnten. Sobald er zurückkehrte, begannen die Türken einen umfassenden Angriff, „warfen sich wild, mit furchterregendem Geschrei auf die Römer“. Chaos setzte ein. „Alle schrien wirr durcheinander und ritten in Unordnung durcheinander; niemand konnte sagen, was vorging… Es war wie ein Erdbeben mit Geheul, Schweiß und einem raschen Ansturm von Angst, Staubwolken und vor allem ritten Türken überall um uns herum“, erinnerte sich Attaleiates später.

Romanus‘ Varangianergarde (die aus nordischen Kriegern bestehende Eliteeinheit des Imperiums, die immer an den Kaiser gebunden war, dem sie diente) wurde umzingelt und obwohl sie heldenhaft kämpfte bis auf den letzten Mann getötet. Als er sah, dass er „verlassen und komplett von Hilfe abgeschnitten war, zog [Romanus] sein Schwert aus der Scheide und war sich auf seine Feinde, tötete viele von ihnen und schlug andere in die Flucht. Aber er wurde von einer Menge Feinde umringt und an der Hand verwundet. Sie erkannten ihn und er wurde komplett umzingelt; ein Pfeil verwundete sein Pferd, das ausglitt und hinfiel, seinen Reiter mit sich zog. So wurde der Kaiser der Römer gefangen genommen und in Ketten vor den Sultan geführt.“

Schlimmer noch: Der einst stolze und kaiserliche Romanus wurde der erste römische Kaiser in mehr als tausend Jahren, der die schmähliche Erfahrung machte auf dem Schlachtfeld gefangengenommen zu werden. „Diejenigen, die entkamen, waren ein winziger Bruchteil“, vermerkt ein weiterer Chronist. „Von der Mehrheit wurden einige gefangen genommen, der Rest massakriert.“ Ein muslimischer Chronist bestätigt, dass die Christen „in einem solchen Ausmaß getötet wurden, dass ein Tal, in dem die beiden Seiten aufeinandertrafen, [mit ihren Leichen] gefüllt war.“

Sultan Mohammed erklärte den Sieg und sandte schnell in aller Eile „das Kreuz und was den Byzantinern abgenommen worden war“ nach Bagdad und „der Kalif und die Muslime frohlockten. Bagdad wurde in nie da gewesener Weise geschmückt und Kuppeln errichtet. Es war ein großer Sieg der Art, wie der Islam ihn zuvor nicht gesehen hatte“, schreibt ein Historiker aus Damaskus.

Die Schlacht öffnete darüber hinaus die Tür für die dauerhafte Eroberung Kleinasiens. Bevor er ermordet wurde, hatte der heldenhafte Löwe den Türken befohlen „wie die Löwenjungen und die Adlerjungen, die Tag und Nacht die Landschaft durchstreifen, die Christen erschlagen und der römischen Nation keine Gnade geben“. Das machten sie; und „die Emire verbreiteten sich wie Heuschrecken über das Antlitz des gesamten Landes“, drangen in jede Ecke Anatoliens vor, brandschatzten die meisten wichtigen Städte, einschließlich Ephesus, Heimat des heiligen Johannes des Evangelisten, Nicäa, wo im Jahr 325 das Bekenntnis des Christentums formuliert wurde und Antiochia, den ursprüngliche Sitz des heiligen Petrus.

„Alles, was übrig gelassen wurde, waren verwüstete Felder, umgeschlagene Bäume, verstümmelte Leichen und von Angst in den Wahnsinn getriebene oder in Flammen stehende Städte.“ Berichtet wurde, dass hunderttausende anatolische Christen massakriert oder versklavt wurden. Bis Anfang 1090 hatten die Türken die letzte christliche Bastion genommen, Nicomedia, nur knapp einen Kilometer vor Konstantinopel, vor der engsten Stelle des Bosporus.

Fünf Jahre später war der erste Kreuzzug im Gang.

Mohammed bin Dawud sollte von den Muslimen allgemein und besonders von den Türken geehrt werden. Denn der „Sieg des Seldschuken-Sultans in Manzikert war nicht nur ein militärischer Triumph über den byzantinischen Kaiser“, erklärt die Historikerin Carole Hillenbrand. „Seine Gefangennahme symbolisierte die Unterwerfung der Christenheit durch den Islam. Manzikert wurde als erster Schritt einer monumentalen Geschichte wahrgenommen, in der von Türken geführte Dynastien die Christen besiegen und den Triumph des Islam erklären sollten“.

Kein Wunder also, dass zusammen mit einem anderen Mohammed – dem Sultan, der 1453 Konstantinopel eroberte, der türkische Präsident Erdoğan es niemals versäumt diesen Sultan Mohammed bin Dawud, den „heldenhaften Löwen“ und Geißel der Christenheit, zu ehren (wenn nicht ihn nachzuahmen.

Yarmuk: Inspiriation für ISIS und „folgenreichste“ Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen

Raymond Ibrahim, 20. August 2020

Am 20. August 636 fand die wohl folgenreichste Schlacht zwischen dem Islam und dem Westen statt – die vom Yarmuk. Nur vier Jahre nach dem Tod des muslimischen Propheten Mohammed entschied das militärische Aufeinandertreffen nicht nur, ob das arabische Glaubensbekenntis aufblüht oder stirbt; sie wurde zur Hauptquelle der Inspiration und Anweisung für Jihadisten über Jahrhunderte, direkt bis zum Islamischen Staat. Und doch sind sich nur wenige im Westen der Existenz der Schlacht von Yarmuk bewusst – weit weniger davon, wie sie gegenwärtige islamische Terroristen motiviert.

Die Gegner waren das oströmische Imperium unter Kaiser Heraclius und das neu geborene arabische Kalifat unter dem zweiten Kalifen Omar. Nach ein paar Jahren muslimischer Plünderungen im damals christlich-römischen Syrien trafen die beiden Mächte entlang des Flusses Yarmuk aufeinander. Der Austausch der beiden Generale vor der Schlacht – des römisch-armenischen Vahan und Khalid bin al-Walids (das sehr verehrte und beinahe kannibalistische „Schwert Allahs) – ist aufschlussreich:

Der christliche Kommandierende begann damit diplomatisch Arabiens harte Lebensbedingungen und verarmte Wirtschaft dafür verantwortlich zu machen, dass die Araber keine andere Wahl hätten als römische Länder zu überfallen. Entsprechend war das Imperium zufrieden sie mit Lebensmitteln und Geld zu versorgen, unter der Bedingung, dass sie nach Hause zurückkehren. „Es war nicht Hunger, der uns hierher brachte“, antwortete Khalid kühl, „sondern wir Araber haben den Brauch Blut zu trinken und uns wird gesagt, dass das Blut der Römer das süßeste seiner Art ist, also kamen wir hierher, um euer Blut zu vergießen und es zu trinken.“

Vahans diplomatische Maske fiel auf der Stelle und er begann eine Tirade gegen den unverschämten Araber: „Also wir dachten, ihr kommt auf der Suche nach dem, was eure Brüder immer suchten“ – Plünderung, Erpressung oder Landsknechtsarbeit. „Aber leider haben wir uns geirrt. Ihr kommt, um Männer zu töten, Frauen zu versklaven, Reichtum zu plündern, Gebäude zu zerstören und wollt uns von unserem eigenen Land vertreiben.“ Bessere Leute hatten versucht dasselbe zu tun, wurden aber immer besiegt, fügte Vahan mit Blick auf die kürzlich stattgefundenen Persischen Kriege hinzu, bevor er fortfuhr:

Was euch angeht, gibt es kein niedrigeres und abscheulicheres Volk – erbärmliche, verarmte Beduinen. … Ihr begeht Ungerechtigkeiten an der eigenen Nation und jetzt an unserer. … Welche Verwüstung habt ihr geschaffen! Ihr reitet Pferde, die euch nicht selbst gehören und tragt Kleidung, die nicht die eure ist. Ihr schafft euch Vergnügen mit jungen weißen Frauen Roms und versklavt sie. Ihr esst Essen, das nicht das eure ist und füllt eure Hände mit Gold, Silber und wertvollen Dingen [die nicht euch gehören]. Jetzt finden wir euch mit all unserem Besitz und der Beute, die ihr unseren Glaubensbrüdern genommen habt – und wir überlassen euch alles, wollen weder die Rückgabe noch tadeln wir euch. Alles, was wir von euch wollen, ist, dass ihr unser Land verlasst. Aber wenn ihr das ablehnt, werden wir euch vernichten!

Das Schwert Allahs war nicht beeindruckt. Er begann den Koran zu rezitieren und sprach von einem Mohammed. Vahan hörte in stiller Verbitterung zu. Khalid rief den christlichen General auf die Schahada zu proklamieren – „es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ – und damit den Islam anzunehmen, im Tausch für Frieden; er fügt hinzu: „Du musst auch beten, Zakat zahlen, die Haddsch zum heiligen Haus [in Mekka] pilgern, Jihad gegen die führen, die Allah ablehnen, … und dich mit denen anfreunden, die Allahs Freunde sind und gegen die sein, die gegen Allah sind“, ein Verweis auf die polarisierende Doktrin des al-wala‘ wa al-bara‘. „Wenn du ablehnst, kann es zwischen uns nur Krieg geben… Und du wirst Männern gegenüber stehen, die den Tod so lieben wie du das Leben.“

„Mach, was dir gefällt“, antwortete Vahan. „Wir werden unsere Religion niemals aufgeben oder dir Jizya zahlen.“ Die Verhandlungen waren vorbei.

Die Dinge spitzten sich – ziemlich buchstäblich – zu, als 8.000 marschierende Muslime vor dem römischen Lager erschienen, die die abgeschlagenen Köpfe von 4.000 Christen auf ihren Speeren trugen. Das waren die Überreste von 5.000 Mann Verstärkung, die aus Amman gekommen waren, um sich der römischen Armee in Yarmuk anzuschließen. Die Muslime hatten sie überfallen und abgeschlachtet. Dann, als laute „Allahu Akbar“-Schreie das muslimische Lager erfüllten, stießen die hinter den verbliebenen 1.000 christlichen Gefangenen stehenden Muslime, diese um und schnitten ihnen vor den Augen ihrer Glaubensbrüder, die arabische Quellen als in „kompletter Fassungslosigkeit“ beschrieben werden, die Köpfe ab.

Es sollte also Krieg sein: 30.000 christliche Römer gegen 24.000 muslimische Araber am Fluss Yarmuk in Syrien. Am Vorabend der Schlacht, schreibt der Historiker A.I. Akram, „verbrachten die Muslime die Nacht in Gebet und Aufsagen des Koran und erinnerten einander an die zwei Segnungen, die auf sie warteten: entweder Sieg und Leben oder Märtyrertum und das Paradies.“

Auf die Christen wartete kein derartiger Kitzel. Sie kämpften um Leben, Familie und Glauben. Während seiner Rede vor der Schlacht erklärte Vahan: „Diese Araber hier vor euch wollen … eure Kinder und Frauen versklaven.“ Ein anderer General warnte die Männer hart zu kämpfen, sonst würden die Araber „eure Ländereien erobern und eure Frauen vergewaltigen“. Solche Ängste waren nicht unberechtigt. Noch während die Römer vor der Schlacht im Gebet knieten, paradierte der arabische General Abu Sufyan auf seinem Ross, schwenkte seinen Speer und ermahnte die Muslime zum „Jihad auf die Weise Allahs“, damit sie „Land und Städte der Christen erobern und ihre Kinder und Frauen versklaven“ können.“

Die Schlacht dauerte sechs Tage an. Am 20. August 636, dem sechsten und letzten Tag, brach ein Staubsturm – etwas, woran die Araber gewöhnt waren, ihre Gegner weniger – aus und verursachte Massenchaos, besonders für die Römer, deren große Zahl an Infanteristen sich als kontraproduktiv erwies. Die Nacht brach an. Dann, berichtet der Historiker Antonio Santosuosso,

hallte der Boden wider vom furchterregenden Lärm muslimischen Geschreis und Schlachtgebrülls. Schatten änderten sich plötzlich in Klingen, die das Fleisch durchdrangen. Der Wind brachte die Schreie von Gefährten, als der Feind heimlich unter dem infernalischen Lärm von Becken, Trommeln und Schlachtgebrüll in die Reihen einbrach. Es muss noch furchterregender gewesen sein, weil sie nicht erwartet hatten, dass die Muslime im Dunkeln angriffen.

Muslimische Kavalleristen übten weiter Druck auf die zusammengedrängte und geblendete römische Infanterie aus; dazu nutzten sie die Hufe und Knie ihrer Rösser, um die ermüdeten Kämpfer niederzuwerfen. Schließlich bis an den Rand der Schlucht gedrängt fiel Reihe um Reihe der kaiserlichen Armee die steilen Abhänge hinunter in den Tod. „Die byzantinische Armee, die zusammenzustellen Heraclius brauchte, hatte aufgehört zu existieren“, schreibt der britische Generalleutnant und Historiker John Bagot Glubb. „Es gab keinen Rückzug, kein Handeln einer Nachhut, keinen Kern Überlebender. Es war nichts übrig geblieben.“

Als der Mond den Nachthimmel füllte und die Sieger den Getöteten alles genommen hatten, klangen „Allahu Akbar“-Schreie und „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Bote“ durch das Yarmuk-Tal, berichtet der arabische Chronist.

Nur ein paar Jahrzehnte nach Yarmuk waren alle antiken christlichen Länder zwischen Syrien im Osten und Marokko im Westen – fast 6.500km – vom Islam erobert worden. Anders ausgedrückt: Zwei Drittel des ursprünglichen, älteren und wohlhabenderen Territoriums der Christenheit waren dauerhaft vom Krummsäbel des Jihad geschluckt worden. (Schließlich und Dank der späteren Türken „eroberten muslimische Armeen drei Viertel der christlichen Welt“, wird der Historiker Thomas Madden zitiert.)

Aber anders als die germanischen Barbaren, die in den Jahrhunderten zuvor nach Europa eindrangen und es eroberten, nur um sich in die Religion, Kultur und Zivilisation des Christentums zu assimilieren und seine Sprachen – Latein und Griechisch – zu übernehmen, zwangen die Araber den eroberten Völkern ihren Glauben und Sprache auf, so dass die einst auf die Arabische Halbinsel beschränkten „Araber“ heute die „Arabische Welt“ mit 22 Staaten im gesamten Nahen Osten und Nordafrika bilden.

Das wäre nicht der Fall und die Welt hätte sich radikal anders entwickelt, hätte das oströmische Reich die Invasoren besiegt und sie zurück nach Arabien geschickt. Kein Wunder, dass Historiker wie Francesco Gabrieli der Meinung sind, dass „die Schlacht am Yarmuk zweifelsohne wichtigere Folgen hatte als fast jede andere in der Weltgeschichte“.

Darüber hinaus und wie der aufmerksame Leser bemerkt haben wird, sind die Kontinuität der Worte und Taten des Islamischen Staats im Irak und Syrien (ISIS) und die seiner Vorgänger von vor fast 1.400 Jahren gespenstisch ähnlich. Das ist natürlich Absicht. Wenn ISIS proklamiert: „Amerikanisches Blut ist das beste und wir werden es bald schmecken“, oder „Wir lieben den Tod so, wie ihr das Leben liebt“, oder „Wir werden eure Kreuze zerschlagen und eure Frauen versklaven“, dann zitieren sie wortgetreu – und stellen sich damit in die Fußstapfen von – Khalid bin al-Walid und seinen Gefährten, den ursprünglichen Eroberern Syriens.

Gleichermaßen gründet die Beschwörung der Huris, der den Märtyrern versprochenen himmlischen Sexsklavinnen des Islam, auf mehreren Anekdoten von am Yarmuk sterbenden Muslimen, die von diesen unsterblichen Konkubinen im Paradies willkommen geheißen werden. Das Gleiche gilt für die choreografierte rituelle Abschlachtung von „Ungläubigen“, am berüchtigsten die der 21 koptischen Christen am Strand in Libyen, die der rituellen Abschlachtung von 1.000 gefangen genommenen römischen Soldaten am Vorabend der Schlacht nachgeahmt worden ist.

Hier ist also eine Erinnerung daran, dass die Lektionen aus der militärischen Geschichte des Islam und des Westens alles andere als akademisch sind und bis heute Bedeutung haben – zumindest für die Jihadisten, deren Denkweise anzuerkennen viele im Westen immer noch ablehnen.