Begegnung mit der Presse

Dry Bones, 15. Januar 2018

(mehr dazu hier, auf Englisch)

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Der Kampf, den sie führen müssten

Justin Amler, Israellycool, 15. Dezember 2017

Es ist Ironie, dass das einzige Mal, zu dem ein Dringlichkeitsgipfel der Islamischen Welt einberufen wird, das mit Israel zu tun hat.

Wenn Hunderttausende Syrier ermordet werden, gibt es bestenfalls nur eine verhaltene Antwort.

Wenn im Jemen die Gewalt sprunghaft ansteigt, liegt nur Stille in der Luft.

Als letzten Monat in Myanmar ungefähr 6.700 Rhongya-Muslime getötet wurden, gab es keinen Mucks.

Aber als Donald Trump die 3000 Jahre alte Tatsache anerkannte, dass Jerusalem Israels Hauptstadt ist, da explodiert die muslimische Welt plötzlich in Wutanfällen und Rage!

Jordaniens idiotischer König behauptet: „Ungerechtigkeit für die Palästinenser schürt Gewalt im Nahen Osten.“

Der scheinheilige türkische Führer nennt Israel eine Terrorstaat und bezichtigt es Kinder zu töten.

Derselbe Türkenführer, der fröhlich zuließ, dass die Mavi Marmara, ein vielen Terroristen, aber keinen Hilfsgütern gefülltes Schiff, losfuhr, um Israel Ärger zu machen – was es tat.

Der üble palästinensische Diktator – der eine Doktorarbeit schrieb, die den Holocaust leugnete und Rabbiner beschuldigt hat palästinensisches Wasser zu vergiftenbeschuldigte die Juden sie seien Meister der Geschichtsfälschung. Der Koran sagt das, sagt er. Er sagt, die Juden erfinden Geschichte.

Es gibt in der muslimischen Welt ernsthafte Probleme, absolut einen Dringlichkeitsgipfel erfordern, aber einen Gipfel der Hoffnung, nicht des Hasses. Stattdessen wird uns ein Hassfest geboten, as passenderweise in der Türkei veranstaltet wird und bei dem die aus 57 Staaten bestehende Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) zusammenkommt, um Möglichkeiten zu diskutieren, wie man versuchen kann 4000 Jahre jüdischer Geschichte ungeschehen zu machen.

Die muslimische Welt ist riesig und vielfältig. Sie besitzt derart große Mengen an Reichtümern, dass diese nicht zu messen sind. Sie ist mit grenzenlosen natürlichen Ressourcen wie Mineralien und Öl gesegnet und hat einen Überfluss an intelligenten Menschen, die in jeder Fertigkeit ausgebildet werden können, die zur Bereicherung ihrer Gesellschaften nötig sind.

Mit so viel Potenzial bei sich selbst und der Fähigkeit in der Welt so viel Gutes zu tun ist es eine traurige Anklage, dass in vielen ihrer Gesellschaften das Einzige, auf das sie sich einigen zu können scheinen, die Dämonisierung eines Landes und eines Volks, die so klein sind, dass sie kaum als Kiesel auf einer Bergspitze registriert werden würden.

Diese Muslimführer, die schamlos ihre Mitmuslime missbrauchen, während sie auf einem sinnlosen Gipfel Kekse essen und Tee nippen,  applaudieren jeder hitzigen Rede, die nur Hass zum Inhalt hat; sie sollten einen langen, strengen Blick auf sich selbst werfen.

Wir werden für Jerusalem kämpfen, sagen sie leidenschaftlich.

Nun, wie wäre es mit der Bekämpfung der Armut? Oder dem Kampf eure Völker zu bilden? Oder dem Kampf für die Menschheit, um die Welt zu verbessern, für mehr Hoffnung und die Träume aller ihrer Bürger?

Israel, das Land, das viele von ihnen so verzweifelt loswerden wollen, kämpft für all diese Dinge – tagtäglich.

Und das sollten auch sie machen.

Die UNO macht sich lächerlich (3): Menschliches Unrecht

Anne Bayesfky, Wall Street Journal, 28. April 2003 (nicht mehr online)

Die UNO kann Terrorismus nicht definieren, geschweige denn ihm entgegen treten

GENF – Die Beziehungen zwischen den USA und der UNO erscheinen unmöglich komplex, wenn man das Debakel im Sicherheitsrat vor wie nach dem Krieg mit dem Irak betrachtet. Sie können allerdings auf einen zentrale Punkt reduziert werden: gemeinsame Werte.

Die UN-Charta wurzelt in den unverzichtbaren Prinzipien der Gleichheit menschlicher Wesen und Nationen. Die Allgemeine Deklaration der Menschenrechte von 1948 beschreibt die universalen Menschenrechts-Standards. Die USA als Gründungsmitglied betrachteten diese Menschenrechts-Prinzipien als übereinstimmend mit amerikanischen Werten.

Das Irak-Fiasko der UNO verlangt eine Antwort auf die unzweideutige Frage, wie sich UN-Gremien gegenüber diesen fixierten und unveräußerlichen Prinzipien verhalten haben. Stimmt es noch, dass Amerikaner einen gemeinsamen Grundplan annehmen können? Mit der Beendigung der Sitzung der UN-Menschenrechtskommission in der letzten Woche sprechen die Ereignisse für Bände.

Die Kommission ist das für den Schutz der Menschenrechte hauptsächlich verantwortliche Organ der UNO. Ihren Vorsitz führt derzeit Libyen. Ja, Libyen. Außer Libyen sind zur Zeit drei weitere Staaten Mitglieder, die auf der Liste staatlicher Sponsoren des Terrorismus des US-Außenministeriums stehen: Kuba, der Sudan und Syrien. Am 15. April verabschiedete die Kommission eine Resolution, die den Gebrauch „aller zur Verfügung stehender Mittel, einschließlich des bewaffneten Kampfs“ – was Selbstmordanschläge einschließt – als legitime Taktik gegen Israelis billigt. Nur fünf Länder, darunter die USA [heplev: und Deutschland, zum Glück] stimmten dagegen. Großbritannien und Frankreich enthielten sich, Russland stimmte dafür.

Mehr als ein Viertel der Resolutionen der Kommission, die in den letzten 30 Jahren die Menschenrechtsverletzungen eines Staates verurteilten, haben sich gegen Israel gerichtet. Es hat nie auch nur eine einzige Resolution gegen China, Syrien oder Saudi Arabien gegeben. Die jetzige Sitzungsperiode endete mit der Niederschlagung einer Resolution, mit der ein wenig an der Lage in Simbabwe kritisiert wurde, und mit der Abschaffung des 10 Jahre alten Postens des Berichterstatters über die Menschenrechte im Sudan. Letzteres trotz des Rapports des UN-Berichters über Folter, der die Kommissionsmitglieder über die sudanesische Praxis der „Amputationen über Kreuz“ – Amputation der rechten Hand und des linken Fußes für bewaffneten Raub – und verschiedene Fälle der Steinigung von Frauen bis zum Tod wegen angeblichen Ehebruchs informierte.

Die Treffen der Kommission selbst sind eine Plattform für Aufhetzung zu Hass und Gewalt. In der Sitzungsperiode diesen Jahres drohte der stellvertretende iranische Außenminister mit dem, was er einen „grauenhaften Kreislauf“ der Gewalt nannte und mit zukünftigem „Extremismus“ als Ergebnis des Irak-Kriegs. Der Vertreter Kubas verlangte Handeln gegen „den schlimmsten Fall von … massiver und unverhohlener Verletzung der Menschenrechte [und] der systematischen Institutionalisierung des Rassismus – den der Vereinigten Staaten“. Der algerische Delegierte sagte: „Die israelische Kriegsmaschinerie versucht seit fünf Jahrzehnten eine Endlösung zu erreichen.“ Der palästinensische Vertreter rief zur „Eliminierung“ des „zionistischen Nazismus“ auf.

Allgemeiner gefasst, besitzt die UNO keine Definition des Terrorismus. Selbst in der unmittelbaren Folge des 11. September ist die Vollversammlung nicht in der Lage gewesen eine umfassende Konvention gegen Terrorismus zu verabschieden. Die Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz und der Arabischen Liga haben einen Konsens zu jeglicher Verständigung über Terrorismus blockiert. Aus der Sicht von Ländern wie Saudi Arabien, auch in der derzeitigen Kommission wieder zum Ausdruck gekommen, „sollten wir unterscheiden zwischen dem Phänomen des Terrorismus und dem Recht der Völker auf Selbstbestimmung“. Das syrische Mitglied im Sicherheitsrat behindert in gleicher Weise die Umsetzung der Rats-Resolution 1373, also der Resolution, die die Verantwortlichkeiten der Staaten zur Bekämpfung des Terrorismus nach dem 11.9. erläutert.

Die UNO-Weltkonferenzen sind eine Brutstätte der Intoleranz. Die Wiener Weltkonferenz zu Menschenrechten von 1993 markiert einen Wendepunkt weg von den Versprechen einer UNO nach dem kalten Krieg und universellen Menschenrechts-Standards. Zum ersten Mal wurde die erklärte Universalität der UNO modifiziert durch „nationale und regionale Besonderheiten und verschiedene historische, kulturelle und religiöse Hintergründe.“ Folgende UNO-Weltkonferenzen und Gipfel in den 90-er Jahren fügten weitere Einschränkungen hinzu. Unverfälschter Universalismus ist nicht länger der Schlachtruf der UNO. Diese Verschlechterung der Standards erreichte ihren Tiefpunkt auf der Weltkonferenz gegen Rassismus 2001 in Durban. Die Konferenz war ein „Antirassismus“-Treffen der UNO, dem erlaubt wurde, eine Bühne für Antisemitismus und Holocaust-Leugnung zu werden. Es produzierte eine Erklärung, die diesen Druck spiegelt. Die UNO hat seitdem Durban zum Kernstück ihres Antirassismus-Programms gemacht.

Hoffnung für die Integrität des UNO-Menschenrechtsprogramms ist von vielen auf UNO-unabhängige Experten und Vertragsgremien gelegt worden. Aber das UN-System hat deren Unabhängigkeit untergraben. Letztes Jahr bestand die Kommission darauf, den Sonderberichterstatter für Rassismus selbst zu bestimmen und stellte so sicher, dass seine Berichte sich vor allem mit der Diskriminierung von Arabern und Muslimen beschäftigten, ungeachtet des vorhandenen stattlichen Anzahl von Vorfällen rassistischer und religiöser Intoleranz in der gesamten Welt. Im Februar wurde die ägyptische Kandidatin für das Komitee für Kinderrechte mit der höchsten Stimmenzahl gewählt, obwohl den Staaten von den führenden internationalen Nichtregierungs-Organisationen für Kinderrechte gesagt wurde: „Die NGOs haben das Gefühl, bezüglich der Sachthemen weder allzu gute Kenntnisse hat noch besonders zuverlässig ist… da sie starke Verbindungen zur und eine Vergangenheit mit der ägyptischen Regierung hat.“

Bezüglich des Kampfes gegen den Terrorismus ist Israel einmal mehr der Feuermelder im brandgefährdeten Haus UNO. Israel ist von der UNO über Jahrzehnte hinweg wegen angeblicher Verletzungen von Menschenrechten dämonisiert worden, während es sich fünf aufeinander folgenden Kriegen und gnadenlosen Terror-Kampagnen gegenüber sah. Zu Beginn des Irak-Kriegs versuchten Generalsekretär Kofi Annan und der Hochkommissar für Menschenrechte, Sergio Vieria de Mello, dieselbe entstellte Version internationaler Standards gegenüber den USA anzuwenden. Herr de Mello sagte der Kommission: „Die Parteien dürfen nie direkt die Zivilbevölkerung angreifen … selbst dann nicht, wenn man ein militärisches Ziel treffen will. Das gilt sogar dann, wenn menschliche Schutzschilde benutzt werden. … Die Präzision moderner Waffen … ist nicht zuverlässig, schon gar nicht in dicht bevölkerten städtischen Gebieten. … Greifen Sie dieses besondere Ziel nicht an.“

Diese Art der Falschdarstellung des Menschenrechts ist ein unheilvolles Zeichen für die Zukunft des UN-Programms. Die Genfer Konventionen sagen nichts dergleichen. Sie gewähren militärischen Zielen oder Terroristen, die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzen, keine Immunität. Sie verbieten die Anwendung von unverhältnismäßiger Gewalt, d.h. einen Angriff auf ein militärisches Ziel, „bei dem der unabsichtliche Verlust von zivilem Leben zu erwarten ist“, wenn er „exzessiv“ durchgeführt wird. Nach der Konvention ist klar, dass die Anwesenheit von „Zivilisten nicht dazu benutzt werden darf, diese Gebiete immun für militärische Operationen zu machen … im Versuch, Militärobjekte vor Angriffen zu schützen.“

Die traurige Tatsache ist, dass die UNO als Führungskraft nicht nur beim Schutz der Menschenrechte versagt hat, sondern selbst ein Nährboden für Fremdenhass und Aggression ist. Die USA zahlen 22% des regulären UN-Budgets. Trotzdem handelt die heutige UNO in fundamentaler Gegnerschaft zu den Werten der USA – und zu ihren eigenen Grundlagen des Allgemeinen Menschenrechts.

Hass auf Israel – Was wir wissen, jedoch nicht laut sagen dürfen

aus: National Review online, übersetzt von Daniela Marcus (Nahost-Focus, 31.07.2002, nicht mehr online)

Europa, die Vereinten Nationen, viele Elitekreise in Amerika und natürlich die gesamte arabische und islamische Welt sind gegen Israel eingestellt. Drei Behauptungen sind Vorwand für diese Einstellung.

  1. BESATZUNG

Israel besetzt absichtlich Land, das nicht ihm gehört – eine Travestie, die vollkommen unisono auf der Weltbühne gespielt wird und somit besondere und umfassende Missbilligung verdient. Außerdem gibt es -entgegen dem ständigen palästinensischen Lamento- eine große Menge an besetzten Gebieten in der heutigen Welt – Tragödien, die vollständig aus dem moralischen Radarschirm der UN verschwinden und die für keinen der selbst ernannten Moralapostel der arabischen Welt von Bedeutung sind.

Seit 1974 ist ein Teil des griechischen Zypern unter türkischer Kontrolle – die Häuser und das Eigentum der griechisch sprechenden Zyprioten sind konfisziert, die einheimische Bevölkerung ausgewiesen und die Insel geteilt. Tibet wurde von China annektiert, völlig illegal und ohne besondere Reklamationen, mit Ausnahme einiger weniger in den USA.

Was geschah mit dem Libanon? Die Syrer haben das ganze Land besetzt, die Palästinenser sind eine Art staatseigener Sklaven und die Libanesen selbst sind kaum mehr als die Butler ihrer syrischen Herren. Kurdistan ist im Besitz dreier verschiedener Länder. Auf dem Balkan herrscht ein Durcheinander von ethnischen Slawen, Albanern, Serben und Griechen, die in Ländern leben, die von anderen kontrolliert werden. Eine Viertelmillion –und nicht dreitausend- sind in den letzten fünfzehn Jahren gestorben. Was gibt Russland das Recht, an japanischen Inseln festzuhalten, die es in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges konfisziert hat? Terrororganisationen, die Hamas und Hisbollah ähnlich sind, versuchen in Irland und Spanien Menschen in die Luft zu jagen, um für sich selbst ein autonomes Heimatland und Erbe zu fordern.

Was in vielen dieser Fälle anders ist, ist die Tatsache, dass die Tibeter nicht dreimal versuchten, in China einzumarschieren. Griechische Zyprioten versuchten nicht, die Türken durch eine Reihe von Kriegen ins Mittelmeer zu werfen. Auch versuchte die libanesische Armee nicht, Amman zu stürmen, sie verlor keinen Krieg gegen Syrien und dadurch die Autonomie ihres Heimatlandes. Ganz offensichtlich geht in Palästina noch mehr vor sich als die moralische Entrüstung der Welt über den Umgang mit besetztem Land.

  1. GRENZEN UND FLÜCHTLINGE

Die traurige Geschichte der Kriege ist es, dass Menschen vertrieben werden. Ich zweifle daran, dass Millionen von Deutschen irgendwann wieder etwas von ihrem Land erhalten werden, das inzwischen zu Ostfrankreich oder Westpolen gehört. Tausende von Russen fanden sich in der Situation wieder, dass sie in den baltischen Staaten mehr und mehr unerwünscht waren. Werden die ionischen Griechen –Bewohner der Westküste der Türkei seit dem 11. Jahrhundert vor Christus- jemals in ihre Heimat zurückkehren, nachdem sie in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts brutal von dort vertrieben worden waren? Millionen von islamischen Pakistanern und indischen Hindus leben in künstlich geschaffenen Ländern, in denen sie nicht geboren wurden.

Wenn man die alte oder moderne Geschichte auf faire Art und Weise betrachtet, muss man zugeben, dass die Situation in Palästina nicht einzigartig ist. Tatsächlich versucht Israel, seine geschlagenen Feinde weitaus gerechter zu behandeln als es die meisten Sieger –ob man nun die Türken, die Polen, die Franzosen oder die Chinesen betrachtet- in der Vergangenheit taten. Über Fragen bezüglich der Anzahl der Toten und des Kollateralschadens will ich mich hier nicht äußern. Entgegen dem, was die UN und die palästinensische Propagandamaschine sagen, geht das wahre Morden heutzutage in Zentralafrika, im Amazonasbecken, in der früheren Sovietunion und in Indien vor sich. Was erstaunt, ist nicht, dass Palästinenser im Kampf gestorben sind, sondern dass im Vergleich zu den Kämpfen in den Stadtgebieten von Tschetschenien, in Mogadischu und Panama, so wenig ums Leben gekommen sind. Unter diesem Gesichtspunkt ist Herr Arafats Heraufbeschwören von Stalingrad sowohl historisch dumm wie auch obszön im Gedenken an all die Hunderttausend, die im Winter 1942/43 auf beiden Seiten ums Leben gekommen sind.

  1. RASSISMUS

Eine konstante Beschuldigung –die erst kürzlich auf widerliche Art von Herrn Arafat geäußert worden war- ist diejenige, dass die Israelis einen rassistischen Widerwillen gegen die Palästinenser hegen. Er hat behauptet, die Israelis versuchten auf Naziart, die Westbank von Nichtjuden zu säubern. Die UN selbst hat über Jahre hinweg versucht, Resolutionen herauszugeben, die den Zionismus mit Rassismus gleichsetzen. Doch wenn man die Sache fair und unter dem Gesichtspunkt rassischer und religiöser Toleranz betrachtet, muss man sagen, dass die israelische Regierung Lichtjahre entfernt ist von dem, was in der arabischen Welt vor sich geht. In privaten Kreisen geben die Araber zu, dass sie in Tel Aviv weitaus besser behandelt werden als die Juden derzeit in Kairo, Bagdad, Damaskus oder Amman behandelt werden würden. In der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ lesen wir nicht, dass Palästinenser als „Affen“ und „Vampire“ bezeichnet werden, wie wir das in arabischen Tageszeitung über die Juden lesen. Es gibt in Israel auch keine umfangreiche Literatur –wie in der arabischen Welt über die Juden-, die sich der Beweisführung widmet, dass Israels Feinde Untermenschen sind. In diesem gegenwärtigen Konflikt existieren wirklicher Rassismus und Hass, doch werden diese hauptsächlich von Arabern und nicht von Juden geäußert. Hätte eine Zeitung in Tel Aviv behauptet, dass die Araber Blut trinken und wären die Araber mit Primaten in Verbindung gebracht worden, wäre die Entrüstung der Welt sogar erst an zweiter Stelle nach derjenigen in Israel gekommen.

Wenn Israel für nichts anderes als dafür, sich selbst zu verteidigen, schuldig gesprochen wird und dafür, seinen geschlagenen Gegnern erst dann das Land zurückgeben zu wollen, wenn dem jüdischen Staat Sicherheit garantiert wird, was ist dann der Kern des Hasses der Welt auf Israel? Die Antwort ist offenkundig und kann in fünf Hauptpunkten zusammengefasst werden.

Realpolitik

Wir dürfen niemals das absolute Selbstinteresse der Staaten vergessen – ein Wesenszug, von dem die griechischen Geschichtsschreiber gedacht haben, dass er der Kern der meisten Konflikte ist, oftmals geschmacklos getarnt durch Vorwände wie „Gerechtigkeit“ und „Fairness“. Es mag beinahe eine halbe Milliarde arabisch sprechende Menschen geben. Millionen islamischer Bürger wohnen nun im Westen. Nur die wenigen hundert Kilometer des Mittelmeeres trennen Europa von den mittelalterlichen Regimes in Libyen, Algerien und Syrien. Die Wichtigkeit der arabischen Welt reicht von der Größenordnung der im Ausland lebenden Bevölkerung bis hin zum Nutzen expansiven Handels und großer Märkte. Die Wichtigkeit Israels kann in diesem Fall in einer Ansammlung von kulturellen, ökonomischen und politischen Ängsten und Möglichkeiten beurteilt werden. Wäre Israel groß –sagen wir 400 Millionen Juden- und die arabische Welt darum herum spärlich (vielleicht 10 Millionen), dann würden wir Dutzende von UN-Resolutionen sehen, die Herrn Arafat für alles verurteilen, angefangen vom Mord an US-Diplomaten in der Vergangenheit bis hin zu seiner gegenwärtigen Mitschuld an Selbstmordanschlägen dadurch, dass er sie in Auftrag gibt.

Öl

Zwischen einem Viertel und einem Drittel der Ölreserven dieser Welt sind in Saudi-Arabien, Kuwait und im Irak zu finden. Für etwa die nächsten 30 Jahre sind Europa, die USA und Japan auf diese ständige Versorgung von wichtigem Petroleum angewiesen. Und während die wirtschaftlichen Kraftwerke des Westens offensichtlich versuchen, alternative Lieferanten in Russland, Südamerika und Norwegen zu finden, bleibt doch die Tatsache bestehen, dass durch die global verbundene Wirtschaft das östliche Öl –und dessen instabile und unangenehme Verwalter- in vorhersehbarer Zukunft unentbehrlich für die ökonomische Weltgesundheit ist. Wir haben verschiedene Anstrengungen, die Ölversorgung zu unterbrechen, dieser Regimes gesehen –angefangen von Saudi-Arabiens Ölembargo im Jahr 1974 bis hin zur Bombardierung von Tankern im Persischen Golf durch den Iran und zu Saddam Husseins Fackelzug zu den Ölfeldern in Kuwait- und darum realisieren wir, dass ungünstige Beeinflussungen, gegenseitige Vernichtungskriege und unerklärliche Fehden all diese Autokratien zu jeder Stunde aufwiegeln können. Es ist viel einfacher –und billiger- angesichts der routinemäßigen Schrecken den Mund zu halten oder tatsächlich aktiv ihre oftmals absurden Tagesordnungen zu begünstigen.

Überdies bringt das Einkommen durch das Öl diesen Diktaturen westliche technologische Expertisen und militärische Ausrüstung – und somit die Sympathie von Millionen in der westlichen Welt, die davon abhängig sind, diesen Diktaturen alles zu verkaufen, angefangen von Handys und Computern bis hin zu Düsenjägern. Tausende von Europäern und Amerikanern, die Rohöl kaufen, damit Handel treiben und es verschiffen, können die Wut ihrer Wohltäter kaum riskieren. Also verstecken sie ihren Eigennutzen unter dem Deckmantel patriotischer Slogans wie „nationales Interesse“ und „ökonomische Sicherheit“. Hätte Israel 25% der Ölreserven dieser Welt und seine arabischen Nachbarn keine, würde die EU nun die palästinensischen Bomber als die Schlägertypen und Terroristen, die sie sind, verurteilen.

Terrorismus

In den vergangenen 30 Jahren stand die Mehrheit der internationalen Terroristen im Dienst der radikalen islamischen und arabischen Sache. Es waren die schlimmsten Killer, die internationale Flugzeuge in die Luft jagten, die Olympischen Spiele stürmten, westliche Diplomaten ermordeten, Botschaften stürmten, Geiseln nahmen und Zivilisten bei der Arbeit im wahrsten Sinn des Wortes verdampfen ließen. Das bedeutet nicht, dass japanische, irische, baskische, malaysische, weiße rassistische und armenische Terroristen nicht häufig gemordet haben, sondern nur, dass arabische Mörder weit mehr auf globaler Ebene Angriffe ausgeführt haben, besonders in Europa und Amerika. Spätestens mit dem 1967er Krieg hat die Welt erkannt, dass die Unterstützung Israels in der Ermordung von Diplomaten, Athleten, Touristen und Soldaten im Schlaf, bei der Arbeit und im Urlaub resultiert. Hätte der Mossad im Gegensatz dazu Franzosen, Amerikaner und Deutsche überall auf der Welt ermordet, würden sich Politiker nun darum reißen, Israel ihre Unzufriedenheit zu zeigen und würden versuchen, den „eigentlichen Grund“ für diesen Missstand herauszufinden.

Antisemitismus

Wir wissen nicht genau, warum Antisemitismus in einer angeblich gebildeten und modernen westlichen Welt fortbesteht, zu einer Zeit, in der Assimilation, Integration und interreligiöse Eheschließungen immer alltäglicher werden und absolute Säkularisierung die Unterschiede der großen Religionen verschwimmen läßt. Traditionelle Stereotypen und Hass werden natürlich an jede neue Generation weitergegeben; und wir dürfen niemals die Macht des Neides vergessen. Neid, den hoch gebildete, kompetente und fachlich gut ausgebildete Juden bei weniger talentierten und erfolgreichen Menschen hervorrufen. Trotzdem ist der gegenwärtige Anstieg des Antisemitismus ziemlich offensichtlich – besonders die beschämende Blasphemie, die in der wahllosen Nutzung der Worte „Holocaust“ oder „Genozid“ und im plötzlichen Wiedererscheinen von Hakenkreuzen neben Davidsternen gezeigt wird. Ich bin ein 48 Jahre alter schwedisch-amerikanischer Protestant und zeige seit 30 Jahren meine Unterstützung für Israel, doch niemals zuvor wurde ich gefragt „Sind Sie Jude?“ Allein im vergangenen Jahr kam diese Frage, die normalerweise als Anklage formuliert wird, mindestens 50 Mal auf, gemeinsam mit gedruckter und elektronischer Beschimpfung, die Herrn Goebbels stolz gemacht hätte.

Hier müssen wir offen reden: Die arabische Welt trägt einen großen Teil der Verantwortung für den gegenwärtigen Hass. Islamische Voreingenommenheit ist der Motor, der den europäischen Antisemitismus antreibt. Die vom Staat herausgegebenen Zeitungen in Ägypten und Saudi-Arabien unterscheiden sich nicht von denen in Deutschland während der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Saudische Diplomaten und religiöse Persönlichkeiten zitieren voller Hass, auf unentschuldbare Art, direkt aus „Mein Kampf“. Dieses Buch ist in Teilen der arabischen Welt ein Bestseller. Die Wahrheit ist: Wären die Palästinenser angegriffen worden und hätten sie vier Kriege gegen Israel gewonnen und würden sie derzeit den Staat Israel besetzen, würde ein Großteil der Welt sagen „Ihr sollt noch mehr Macht haben, um diese Juden zu besiegen und zu besetzen.“

Aristokratische Schuld und der Kult um den Underdog

Mit geringen Sorgen hinsichtlich Hunger oder Schinderei und mit steigendem Appetit auf materielle Dinge haben viele Menschen im Westen Luxus und Reichtum benutzt, um gerade die Kultur zu verdammen, die solch ein gutes Leben produziert. Nihilismus, Zynismus und Sarkasmus sind die Symptome, die wir bei unserer gelangweilten und schuldbeladenen Elite sehen. Eine Elite, die sowohl die Kapitalisten herabsetzt, die ihren Wohlstand managen, wie auch die Mittelklassegesellschaft, die ihn produziert.

Radikales Umweltbewusstsein, romantische Multikultur und autoritäre Utopie reflektieren alle eine eher selbstgefällige Idealisierung des benachteiligten, ursprünglich natürlichen Zustandes. Zentraler Punkt in diesem Credo ist die Identifikation mit der vermutlich anti-westlichen Welt des universell Unterdrückten – und mit beinahe jedem und allem, was in den vergangenen drei Jahrhunderten gegen den Moloch der dominanten Kultur des westlichen, industriellen Kapitalismus aufgekommen ist.

Somit sind es für manche Menschen im Westen nicht so sehr die Fakten im Nahen Osten der letzten 50 Jahre, die ihren Hass auf Israel bestimmen. Wahrscheinlich auch nicht die Sorge über den Benzinpreis für ihre Volvos oder SUVs, ebenfalls nicht ihre Angst vor Bomben und Bakterien, und nicht ihr Neid auf die Juden. Sondern ihr Hass rührt eher daher, dass die Palästinenser schwach und die Israelis stark sind. Auf diese Art ziehen Herr Arafat und seine Speichellecker einen Verdienst aus ihrem Status als Geschädigte, z. B. hinsichtlich ihres Abstammungsrechts, und bekommen die Genehmigung für alles, angefangen von liberaler Zensur bis hin zu Worten des Hasses und zu Voreingenommenheit. Die Israelis hält man für stark und überheblich, weil sie ja die Ausbeuter sind, und somit werden sie kollektiv für die Unterdrückung und gegenwärtige Not ihrer seit langem leidenden „Opfer“ verantwortlich gemacht.

Diese unerträglichen und reichen europäischen und amerikanischen Linken sehen ihre Solidarität mit den Palästinensern teilweise auf marxistische, teilweise auf arrogante und meistens auf naive Art als untrennbar verbunden mit ihrer eigenen unangenehmen Persönlichkeit. Es ist viel einfacher, billiger –und sicherer-, das Unrecht von ungerecht Behandelten durch Demonstrationen und das Unterzeichnen von Petitionen wieder gut zu machen, als unter ihnen zu leben, sie zu heiraten, sie täglich zu sehen oder dem „anderen“ materielle Hilfe zukommen zu lassen. Denn es kann alles in ein paar Sekunden in der Universität, im Fernsehn oder in den Stadtbezirken getan werden – ohne eine echte Betrachtung dessen, was das eigene, eher bequeme, materiell gesicherte Dasein in der Universität, in den Medien oder in der Regierung garantiert.

Die Wahrheit ist, dass die westliche Unterstützung für Israel oder der westliche Hass auf Israel uns viel mehr über uns selbst erzählt als über die reale Situation im Nahen Osten.

Zum Hass auf Israel

Victor Davis Hanson, The National Review, 8. Mai 2002

Europa, die UNO, viele Eliten in Amerika und, natürlich, der gesamten arabischen und islamischen Welt, sind gegen Israel. Ihre Gehässigkeit stammt aus drei Vorwänden.

1. Besatzung?

Israel besetzt vorgeblich Land, das ihm nicht gehört – ein Zerrbild, das auf der Weltbühne einmalig ist und daher der besonderen und generellen Verurteilung wert. Entgegen dem ständigen Gejammer der Palästinenser gibt es heute eine Menge besetzte Gebiete in der Welt – Tragödien, die dem moralischen Radar der UNO komplett entgehen und den selbsternannten Moralisten der arabischen Welt nichts bedeuten.

Seit 1974 ist ein großer Teil des griechischen Zypern unter türkischer Kontrolle – die Häuser und der Grundbesitz der Griechisch sprechenden Zyprioten sind konfisziert, die einheimische Bevölkerung vertrieben und die Insel geteilt. Ganz Tibet ist von China annektiert worden, völlig illegal und ohne, dass sich allzu viele in den USA beschwerten.

Was passierte im Libanon? Die Syrer haben das gesamte Land besetzt; die Palästinenser finden sich dort als Sklaven wieder, die Libanesen selbst sind nicht viel mehr als Diener ihrer syrischen Herren. Kurdistan gehört drei verschiedenen Ländern; der Balkan ist ein Durcheinander mit wortwörtlich Millionen ethnischen Sklaven – Albanern, Serben und Griechen, die in von anderen kontrollierten Land leben. Eine Viertelmillion, nicht dreitausend, sind in den letzten fünfzehn Jahren dort gestorben. Was gibt Russland das Recht, an den japanischen Inseln festzuhalten, die es in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs konfiszierte? Terroristische Organisationen – ähnlich der Hamas und Hisbollah – in Irland und Spanien versuchen auf bekannte Art und Weise Menschen in die Luft zu jagen, um für sich einen Autonomiestatus und ererbte Heimat zu beanspruchen.

Im Unterschied dazu versuchten die Tibeter NICHT dreimal China zu erobern. Die griechischen Zyprioten versuchten NICHT in einer Reihe von Kriegen alle Türken ins Mittelmeer zu drücken. Genauso wenig versuchten die Libanesen Damaskus zu stürmen, verloren keinen Krieg gegen Syrien und verloren so die Selbstständigkeit ihrer Heimat. Ganz klar geht in Palästina neben der moralischen Empörung der Welt über die Prinzipien über besetztes Land etwas anderes vor.

2. Grenzen und Flüchtlinge?

Kriege haben eine schlechte Geschichte des Verschiebens von Einwohnern. Ich bezweifle, dass Millionen von Deutschen jemals ihr Land dort zurück bekommen, wo heute das östliche Frankreich oder das westliche Polen ist. Tausende Russen haben sich in den baltischen Staaten als unerwünscht gefunden. Werden ionische Griechen – Bewohner der Westküste der Türkei seit dem 11. Jahrhundert vor Christus – nach der brutalen Vertreibung in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts jemals in ihre Heime zurück kehren? Millionen islamischer Pakistanis und indischer Hindus finden sich selbst in künstlich geschaffenen Ländern wieder, in denen sie nicht geboren wurden.

Bei fairer Betrachtung der antiken und modernen Geschichte ist die Lage in Palästina NICHT einzigartig. Israel ist im Gegenteil bemüht weitaus gerechte mit seinen besiegten Feinden umzugehen als die meisten Sieger – seien das Türken, Polen, Franzosen oder Chinesen – es in der Vergangenheit gewesen sind. Ich übergehe Fragen nach der Zählung von Leichen und den Kollateralschäden. Ohne gegen die UNO und die palästinensischen Propaganda-Maschine nachtreten zu wollen: Das wirkliche Töten in dieser Welt geht heute in Zentralafrika, dem Amazonasbecken, der ehemaligen Sowjetunion und Indien ab. Erstaunlich ist nicht, dass Palästinenser in den Kämpfen gestorben sind, sondern dass im Vergleich zu städtischen Kämpfen in Tschetschenien, Mogadischu und Panama so wenige umgekommen sind. In dieser Beziehung ist Herrn Arafats Anrufung Stalingrads ist historisch so dumm wie obszön, angesichts der Erinnerung der Hunderttausende, die auf beiden Seiten im Winter 1942/43 zugrunde gingen.

3. Rassismus?

Ein ständiger Vorwurf – von einem befreiten Herrn Arafat erst jüngst und widerlichst getätigt – ist, dass die Israelis eine rassische Missgunst gegen die Palästinenser hegten. Er hat behauptet, dass Israelis, wie die Nazis, versuchten, die Westbank von Nichtjuden zu reinigen. Die UNO selbst versuchte Jahre lang Zionismus mit Rassismus gleich zu setzen. In jedem fairen Vergleich ist die israelische Regierung der arabischen Welt Lichtjahre voraus, was die Bedingungen der rassischen und religiösen Toleranz angeht. Privat würden Araber zugeben, dass sie in Tel Aviv weitaus besser behandelt werden als es jedem Juden in Kairo, Bagdad, Damaskus oder Amman ergehen würde. Wir lesen in der Jerusalem Post nicht, wie in arabischen Zeitungen, dass Palästinenser „Affen“ oder „Vampire“ sind. Auch gibt es in Israel keine bedeutende Literatur – wie in der arabischen Welt -, die sich darauf konzentriert zu prüfen, dass ihre Feinde Untermenschen sind. Echter Rassismus und Hass gibt es in diesem Konflikt, aber sie werden fast ausschließlich von den Arabern betrieben, nicht von den Juden. Hätte eine Zeitung in Tel Aviv behauptet, dass Araber Blut trinken und in verwandtschaftlicher Beziehung zu Primaten stehen, wäre die Wut der Welt nichts gegen die moralische Empörung in Israel.

Wenn Israel nicht viel mehr Schuld trägt als sich selbst zu verteidigen und seinen geschlagenen Gegnern nicht erlaubt ihr Land nicht zurück zu bekommen, bevor dem jüdischen Staat Sicherheit garantiert ist, was ist dann der wirkliche Kern des Hasses gegen Israel? Die Antwort ist eigentlich klar und kann durch fünf allgemeine Schlussfolgerungen zusammengefasst werden.

1. Realpolitik

Wir dürfen die krassen Eigeninteressen eines Staates nicht vergessen – ein Zug, von dem die griechischen Historiker meinten, dass sie der Kern der meisten Konflikte sind, wenn auch oft Vorwände wie „Gerechtigkeit“ und „Fairness“ grob getarnt. Es mag fast eine halbe Milliarde Arabisch sprechender Menschen geben. Millionen islamischer Bürger leben inzwischen im Westen. Nur ein paar hundert Kilometer Mittelmeer trennen Europa von mittelalterlichen Regimen in Libyen, Algerien und Syrien. Die Bedeutung der arabischen Welt gegenüber Israel kann dann in einer Menge kultureller, wirtschaftlicher und politischer Ängste und Möglichkeiten zusammengefasst werden – von der Größe ausländischer Bevölkerungen bis zu Profiten, die aus ausgedehntem Handel und riesigen Märkten stammen. Wäre Israel groß – sagen wir: 400 Millionen Juden – und die Araber um sie herum wenige (vielleicht 10 Millionen), dann würden wir Dutzende UN-Resolutionen sehen, die Herrn Arafat verurteilten: wegen der Ermordung von US-Diplomaten in der Vergangenheit bis zu seiner heutigen Komplizenschaft der befohlenen Selbstmord-Bombardierungen.

2. Öl

Irgendwo zwischen einem Viertel und einem Drittel der Ölreserven der Welt liegen unter Saudi Arabien, Kuwait und dem Irak. In etwa den nächsten Jahren müssen sich Europa, die USA und Japan auf die stete Versorgung mit importiertem Petroleum verlassen. Und während diese westlichen Wirtschaftskräfte offensichtlich versuche, alternative Versorger in Russland, Südamerika und Norwegen zu finden, bleibt doch die Tatsache, dass in der absehbaren Zukunft in einer so global verbundenen Wirtschaft das Öl des Nahen Ostens – und seine instabilen und widerlichen Beschützer – für die Gesundheit der Weltwirtschaft lebenswichtig ist. Wir haben verschiedene Versuche dieser Regime erlebt, diese Versorgung zu unterbrechen – vom saudischen Ölembargo 1974 bis zu Irans Beschuss von Tankern im Persischen Golf und Saddam Husseins Anzünden der kuwaitischen Ölfelder – und erkennen, das Vorurteile, mörderische Kriege und unerklärliche Fehden zu jeder Zeit all diese Autokratien aufheizen können. Es ist weit aus einfacher – und billiger – über ihre routinemäßigen Schrecken zu schweigen oder faktisch ihre oft absurden Zielen aktiv Vorschub zu leisten.

Mehr noch: Das Einkommen aus dem Ölverkauf verschafft diesen Diktaturen westliche, technologische Fachkenntnisse und Militärgerät – und damit die Sympathie von Millionen im Westen, die davon abhängig sind, ihnen alles vom Handy und Computern bis zu Jets und Bohrköpfen zu verkaufen. Tausend Europäer und Amerikaner, die Rohöl kaufen, handeln und transportieren, können kaum den Zorn ihrer Gönner riskieren. Also verhüllen sie gewöhnlich ihr krasses Kosten-Nutzen-Verhalten in patriotischeren Sprüchen von „nationalem Interesse“ und „wirtschaftlicher Sicherheit“. Hätte Israel 25 Prozent der weltweiten Ölreserven und seine arabischen Nachbarn keine, würde die Europäische Union heute die palästinensischen Bombenleger als die Banditen und Terroristen verurteilen, die sie sind.

3. Terrorismus

Weltweit steht die Mehrheit der internationalen Terroristen der letzten 30 Jahre – die wirklich schlimmen Killer, die die Flugzeuge internationaler Fluggesellschaften in die Luft jagen, Olympische Spiele stürmen, westliche Diplomaten ermorden, Botschaften stürmen, Geiseln nehmen und Zivilisten auf ihrer Arbeit pulverisieren – im Dienst radikal islamischer und arabischer Dienste. Das bedeutet nicht, dass japanische, irische, baskische, malaysische, weiße Rassisten und armenische Terroristen regelmäßig gemordet haben – nur, dass es weitaus wahrscheinlicher ist, dass arabische Mörder weltweit angreifen, besonders in Europa und Amerika. Zumindest seit dem Krieg von 1967 weiß die Welt, dass Israel zu unterstützen durch aus darin resultieren kann, dass Diplomaten, Sportler, Touristen und Soldaten im Schlaf, im Büro oder im Urlaub getötet werden. Hätte im Gegensatz dazu der Mossad Franzosen, Amerikaner und Deutsche in aller Welt ermordet, würden die Politiker sich jetzt darum schlagen die israelische Unzufriedenheit zu beruhigen und die „Wurzeln“ solcher Beschwerden zu ermitteln.

4. Antisemitismus

Wir wissen nicht, warum Antisemitismus in einer vermeintlich gebildeten und modernen westlichen Welt zu einer Zeit fortbesteht, in der Assimilation, Integration und interkulturelle Ehen immer normaler werden und ein krasser Säkularismus die Unterschiede zwischen den großen Religionen verwischt hat. Traditionelle Stereotypen und Hasse werden natürlich immer an jede neue Generation weiter gegeben und wir dürfen die Kraft des Neides nicht vergessen, den sich hoch gebildete, kompetente und professionelle Juden von Seiten der weniger begabten und erfolgreichen zuziehen. Trotzdem ist der derzeitige Anstieg des Antisemitismus sehr lautstark – besonders die beschämend Blasphemie im undifferenzierten Gebrauch der Begriffe „Holocaust“ und „Völkermord“ und das plötzliche Wiederauftauchen von Hakenkreuzen im Zusammenhang mit Davidsternen. Ich bin ein 48-jähriger schwedisch-amerikanischer Protestant und habe meine Unterstützung Israels seit 30 Jahren zum Ausdruck gebracht – aber niemals zuvor wurde ich gefragt: „Sind Sie Jude?“ Aber allein im letzten Jahr ist diese Frage – gewöhnlich als Vorwurf formuliert – mindestens 50-mal aufgetaucht – zusammen mit gedruckten oder elektronisch verbreiteten Beschimpfungen, die Herrn Goebbels stolz gemacht hätten.

Hier müssen wir offen sein: Die arabische Welt trägt einen großen Teil der Schuld für diesen neuen Hass. Islamische Vorurteile sind der Motor, der den europäischen Antisemitismus antreibt. Die staatseigenen Zeitungen in Ägypten und Saudi Arabien unterscheiden sich nicht von denen Deutschlands in den 1930-ern. Saudische Diplomaten und religiöse Prominenz äußern unentschuldbare Widerwärtigkeiten aus „Mein Kampf“ – das selbst ein Bestseller in Teilen der arabischen Welt ist. Die Wahrheit ist: Wären die Palästinenser in vier Kriegen angegriffen worden und hätten diese gegen die Israelis gewonnen und würden sie heute in der Situation sein, den Staat Israel besetzt zu haben, dann würde ein Großteil der Welt sagen: „Mögt ihr mehr Macht erhalten, denn ihr habe diese lästigen Juden geschlagen und ihr Land besetzt.“

5. Aristokratische Schuld und der Kult des Außenseiters

Mit wenig Gedanken über Hunger und Schinderei und mit weiter steigendem Appetit für Materielles haben viele Westler diese Verwöhnung durch den Wohlstand benutzt, genau die Kultur zu verdammen, die dieses gute Leben hervor bringt. Nihilismus, Zynismus und Sarkasmus sind die Symptome, die wir unter unserer gelangweilten und von Schuld geschüttelten Elite sehen, die die Kapitalisten, die ihren Wohlstand verwalten, genauso herab setzen wie die Arme und Rücken der angeblich groben Mittelklasse, die diesen schaffen.

Radikale Umweltschützer, romantische Multikulturalisten und autoritäre Utopisten spiegeln eine eher selbstgefällige Idealisierung der Benachteiligten und der Natur im Groben wider. Zentrum dieser Überzeugung ist die Identifizierung mit der vermeintlich antiwestlichen Welt der universell Unterdrückten – und mit wirklich allem und jedem der letzten drei Jahrzehnte, das gegen die Götzen der dominanten Kultur des westlichen industriellen Kapitalismus aufkam.

Daher sind es für einige im Westen nicht die Fakten der letzten 50 Jahre im Nahen Osten, die ihren Hass auf Israel steuern. Auch nicht der Reichtum der Araber und die geringe Zahl der Israelis, vielleicht auch nicht die Sorge um den Preis des Sprits für ihre Volvos und Geländewagen – auch nicht ihre Angst vor Bomben oder Krankheitserregern, oder Neid auf die Juden. Es ist vielmehr so, dass die Palästinenser schwach sind und die Israelis stark. Daher verdienen Herr Arafat und seine Handlanger – wie die Unmenge Benachteiligter in Amerika – den Status der Unangreifbaren als Geburtsrecht und erhalten einen Freibrief von den liberalen Zensur, Hass und Vorurteile zu äußern. Im Gegenzug wird von den Israelis – fast so wie den weißen, wohlhabenden Republikanern in Amerika – gesagt, dass sie nur stark und selbstsicher sind, weil sie Ausbeuter sind; deshalb werden sie kollektiv für die Unterdrückung und die Notlage ihrer seit langem leidenden „Opfer“ verantwortlich gemacht.

Teilweise marxistisch, teilweise ignorant und vor allem naiv sehen diese leidlosen und wohlhabenden europäischen und amerikanischen Linken ihre Solidarität mit den Palästinensern als unteilbar von ihren eigenen, verlegenen Persönlichkeiten an. Es ist einfach, billig – und sicher -, die Ungerechtigkeiten der Welt durch Märsche, Schreien und das Unterschreiben von Aufrufen richtig zu stellen, statt dadurch, dass man unter den „anderen“ lebt, sie heiratet, ihnen täglich begegnet oder ihnen materiell hilft. Das erstere kann innerhalb weniger Sekunden auf dem Campus, im Fernsehen oder in der Stadt erledigt werden – ohne jegliche echte Selbstprüfung in der Uni, den Medien oder der Regierung, was die eigene, materiell recht komfortable Existenz sichert.

Die Wahrheit ist, dass westliche Unterstützung oder Hass auf Israel uns zunehmend weit mehr über uns selbst sagt, als über die wirkliche Lage im Nahen Osten.