Die möglicherweise existenzielle Bedrohung Israels durch „Palästina“

Prof. Louis René Beres, BESA Center Perspecives Nr. 559, 14. August 2017

Palästinenserflagge, Bild von Nicolas Raymond via Flickr CC

Zusammenfassung: „Palästina“ könnte eine weiter größere Bedrohung für Israel darstellen als eine dritte Intifada oder anhaltender Terrorismus. Diese Bedrohung, die die Wechselwirkung der Kräfte weiter verschärfen könnte, ist möglicherweise existenzieller Natur: Unter bestimmten Umständen könnte palästinensische Eigenstaatlichkeit die Aussichten sowohl auf Mega-Terroranschläge als auch regionalen Atomkrieg bedeutend erhöhen.

Das Maß der Gefahr, das Israel durch einen Palästinenserstaat droht, ist kein Thema zwangloser Überlegungen. Es kann über disziplinierte Untersuchung angemessener Hypothesen festgestellt werden – konzeptionell, systematisch und deduktiv, auf die Weise einer wissenschaftlichen Untersuchung.

Die Anwendung dieses Prozesses zeigt, dass die Bedrohung Israels durch „Palästina“ weit größer ist als üblicherweise behauptet. Die Bedrohung ist derart groß, dass sie letztlich existenzieller Natur ist.

Dem ist darüber hinaus trotz der Tatsache der Fall, dass die durch Palästina dargestellte, greifbare Gefahr für Israels Überleben indirekter Natur wäre. Es ist ein wenig so wie der Fall einer Person, die nicht als direktes Ergebnis eine unbedeutenden Krankheit stirbt, sondern die durch sie ausreichend geschwächt wird, um für letale Krankheiten anfällig zu sein.

Es bleibt denkbar, wenn auch unwahrscheinlich, dass der Palästinenserstaat per se für den jüdischen Staat tödliche Gefahren darstellt. Diese Gefahren würden in Stufen auftreten, statt wie „blitzartig aus heiterem Himmel“ kommende militärische Angriffe.

Per Definition wäre ein Palästinenserstaat – egal, wie er beschaffen wäre – aus dem noch lebenden Körper Israels herausgeschnitten.

Es ist ähnlich unbestreitbar, dass arabischer Terror gegen den jüdischen Staat nach palästinensischer Eigenstaatlichkeit nicht nachlassen würde. Der Grund dafür ist, dass die Führer eines jedem zukünftigen Palästinenserstaats – einer mehr mit formell rechtlichem Status als die derzeitige Ausweisung als „Nichtmitglied-Beobachterstaat“ bei der UNO – weiterhin das dann reduzierte und angreifbarere Israel als „besetztes Palästina“ betrachten würde. Warum sollten sie ihr ursprüngliches Konzept des „zionistischen Feindes“ revidieren, besonders nachdem sie unwiderlegbar mächtiger geworden waren?

Es gibt keine Möglichkeit, dass Analysten eine numerische Wahrscheinlichkeit für diese Aussicht bestimmen können, aber aus palästinensischen Plattformen, Landkarten, Satzungen und politischen Haltungen kann kein anderer Schluss plausibel abgeleitet werden.

Weiter von Bedeutung, besonders da US-Präsident Donald Trump am Klischee der „Zweistaatenlösung“ festklammert, würde der arabische Terror wahrscheinlich sich weit schneller ausweiten, als wenn es keinen Palästinenserstaat gegeben hätte. Diese Vorhersage folgt auch direkt aus allem, was wir über palästinensische Einstellungen wissen. Ein oberflächliches politisches Mantra, egal wie oft es in Washington, London, Gaza oder Ramallah wiederholt wird, ist kein Ersatz für die Realität.

Sollte irgendjemand immer noch glauben, die palästinensische Autonomiebehörde (PA) und die Hamas würden sich mit einem komplett aus „israelisch besetzten Gebieten“ herausgeschnittenen Staat zufrieden geben, müssen nur daran erinnert werden, dass die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) 1964 gegründet wurde, drei Jahre bevor es überhaupt irgendwelche „israelisch besetzte Gebiete“ gab. Darüber hinaus ist der Staat Israel, so wie er heute existiert, kleiner als der Michigansee. Selbst vor der Gründung von Palästina ist die aus 22 Staaten bestehende arabische Welt 672-mal größer als das Staatsgebiet Israels.

Es wird viel Besorgnis wegen der Möglichkeit einer dritten Intifada geäußert. Für Israel besteht die rationale Abhilfe für einen solchen Ausblick nicht darin seine Gegner zu ermutigen, sich in einen organisierteren und strukturierten Feindstaat verwandelt. Jeder rechtlich gestärkte Staat Palästina könnte seine anwachsenden feindlichen Fähigkeiten verstärken, um Israel größeren Schaden zuzufügen. Es ist möglich, dass solcher Schaden, mit einer Marge an kollektiver Straffreiheit erzwungen, schließlich Massenvernichtungswaffen einbeziehen könnte, darunter chemische, biologische oder gar atomare Wirkstoffe.

Bezüglich erwartete Intentionen eines palästinensischen Staats gibt es wenig Rätsel zu ergründen. Palästina könnte und würde eine fertige Plattform für das Lancieren endloser erneuerbaren Krieges und Terroranschlägen gegen Israel bieten. Bezeichnenderweise hat keine der Krieg führenden Palästinenserfraktionen sich auch nur die Mühe gemacht das zu bestreiten. Im Gegenteil: Aggression ist immer offen als heilige „nationale“ Zauberformel begrüßt und bejubelt worden.

Bei einer Meinungsumfrage des Palestinian Center for Policy and Survey Research vom September 2015 stellte die führende Gesellschaftsforschungsorganisation in den Palästinensergebieten fest, dass eine Mehrheit der Palästinenser eine Zweistaatenlösung ablehnen. Nach ihren bevorzugten Alternativen zur Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates gefragt, riefen 42% nach „bewaffneten Aktionen“. Nur 29% zogen „Verhandlungen“ oder eine andere Art friedlicher Lösung vor.

Auf allen offiziellen Landkarten „Palästinas“ von Hamas und PA ist Israel entweder komplett entfernt worden oder wird als „besetztes Palästina“ identifiziert. Auf diese Weise wird Israel bereits einem „kartografischen Völkermord“ unterzogen. Vom Standpunkt der Politik eines künftigen Palästinenserstaats gegenüber Israel drücken solche Landkarten Absicht aus.

Es wird unzureichend erkannt, dass ein Palästinenserstaat eine Rolle dabei spielen könnte (wenn auch indirekt), einen Atomkonflikt in den Nahen Osten zu bringen. Palästina selbst wäre nicht nuklear, aber ein solcher Verzicht entlastet nicht. Es würden andere Wege verbleiben, auf die die Verstöße eines neuen Staats gegen die Sicherheit Israels den jüdischen Staat als für einen Atomangriff aus dem Iran oder – weiter in der Zukunft liegend – eines neuen arabischen Atomstaats wehrloser machen würde.

Diese zweite Aussicht würde vermutlich ihre zentralen Ursprünge in Reaktionen sunnitisch-arabischer Staaten auf den Wiener Pakt mit dem schiitischen Iran haben. Nach dem JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action/Gemeinsamer Aktionsplan) von 2015 werden mehrere sunnitische Staaten der Region, am überzeugendsten Ägypten und/oder Saudi-Arabien, vermutlich zunehmend das Gefühl haben sich getrieben zu fühlen „atomar zu werden“.

Im Wesentlichen würde jede derartige sunnitisch-arabische Atomwaffenverbreitung eine mehr oder weniger schlüssige „Selbstverteidigungs-“Reaktion auf die eskalierenden Gefahren, die aus der umgekehrt ängstlichen schiitischen Welt hervordringen.

Von der sunnitischen Seite könnte mehr erwartet werden. ISIS oder eine andere ergänzende Inkarnation könnte einen destruktiven Marsch nach Westen antreten, über den Jordan, vielleicht bis ganz an die Grenzen der Westbank. Sollte ein Palästinenserstaat bereits gegründet sein, würden sunnitische terroristische Kader eine ernsthafte Bedrohung für jede stationierte „palästinensische Armee“ sein. Für den Fall, dass Palästina nicht bereits offiziell ausgerufen sein (d.h. auf eine Art, die mit der Montevideo-Konvention im Einklang steht), werden eindringende ISIS bzw. ISIS-ähnliche Kräfte – nicht Israel – das Haupthindernis für palästinensische Unabhängigkeit geworden sein.

ISIS hat über den Irak und Syrien hinaus expandiert, insbesondre in den Jemen, nach Libyen, Ägypten und Somalia. Obwohl Hamasführer jegliche Anwesenheit von ISIS im Gazastreifen bestreitet, ist die schwarze Flagge der Gruppe dort heute regelmäßiger zu sehen.

Zumindest könnte Israel sich im Prinzip gezwungen sehen mit der Hamas gegen ISIS zu kooperieren – aber jegliche wechselseitige Bereitschaft seitens der Islamischen Widerstandsbewegung, ob nun sichtbar oder unter dem Radar, ist unwahrscheinlich. Zusätzlich betrachtet Ägypten die Hamas als Teil der Muslimbruderschaft und als genauso gefährlich wie ISIS.

Wie auch immer, nach Palästina und in Abwesenheit ohne eine Übernahme des neuen arabischen Staates durch ISIS-artige Kräfte würde Israels physisches Überleben zunehmende Eigenständigkeit in existenziellen militärischen Dingen benötigen. Das würde Folgendes erforderlich machen: 1) eine revidierte Atomstrategie, die verbesserte Abschreckung, Verteidigung, Vorbeugung und Kriegsführungsfähigkeiten involviert; 2) eine begleitende konventionelle Strategie.

Die offizielle Geburt Palästinas könnte diese Strategien auf mehrere störende Arten beeinflussen. Am meisten Unheil verheißend wäre, dass ein Palästinenserstaat die meisten der konventionellen Fähigkeiten Israels weit problematischer machen könnte. Letztlich könnte er daher das Risiko eines regionalen Atomkrieges erhöhen.

Wenn z.B. Feindstaaten „nur“ mit konventionellen und/oder biologischen Angriffen auf Israel beginnen sollten, könnte Jerusalem früher oder später mit nuklearer Vergeltung reagieren. Oder wenn diese Feindstaaten Feindseligkeiten mit konventionellen Angriffen auf Israel beginnen sollten, könnte Jerusalems Vergeltungsschläge dann mit atomaren Gegenschlägen der Feinde begegnet werden.

Vorerst wird das zweite Szenario nur möglich werden, wenn der Iran seinen Weg zu unabhängiger Atomfähigkeit fortsetzt. Dem folgt, dass eine überzeugende israelische Abschreckung, zumindest in dem Maß, dass es konventionelle und/oder biologische Angriffe eines Feindstaates verhindern kann, Israels Risiko über Eskalation in einen Atomkrieg zu geraten beträchtlich reduzieren würde. Israel wird immer seine Fähigkeit zur „Eskalationsdominanz“ behalten und verfeinern müssen, aber palästinensische Eigenstaatlichkeit könnte allem Anschein nach diese strategische Pflicht beeinträchtigen.

Da gibt es noch eine sekundäre Frage. Warum braucht Israel überhaupt konventionelle Abschreckung? Immerhin behält Israel anscheinend sein Atomarsenal und begleitende Doktrin, auch wenn beide bewusst verschwommen bleiben.

Eine weitere Frage kommt auf. Selbst nachdem Palästina entsteht, würden Feindstaaten davon absehen konventionelle und/oder biologische Angriffe auf Israel zu beginnen, aus Angst vor atomarer Vergeltung?

Nicht notwendigerweise. In dem Bewusstsein, dass Israel die Schwelle zum Atomkrieg nur unter außergewöhnlichen Umständen überschreiten würde, könnten diese Feindstaaten – zu recht oder zu unrecht – überzeugt sein, dass Israel nur in gleiche Weise reagieren wird. Angesichts solcher Kalkulationen muss Israel normale Sicherheit immer noch über konventionelle Abschreckungsdrohungen aufrechterhalten bleiben.

Starke konventionelle Fähigkeiten werden von Israel gebraucht, um vor konventionellen Angriffen abzuschrecken oder zuvorzukommen, die schnell durch Eskalation zu unkonventionellem Krieg führen könnten.

Palästina könnte weitere schädliche Auswirkungen auf Macht und Frieden im Nahen Osten haben. Weil die Gründung eines weiteren arabischen Feindstaates aus der Verstümmelung Israels entstünde, würde die bereits minimale strategische Tiefe des jüdischen Staats weiter abnehmen. Im Lauf der Zeit könnte Israels konventionelle Fähigkeit Feindangriffe abzuwehren entsprechend reduziert werden.

Sollten Feindstaaten Israels Gefühl zunehmender Schwäche ausmachen, könnte das paradoxerweise Israels atomare Abschreckung stärken. Wenn die Feindstaaten jedoch kein solches Gefühl bei Israels Entscheidungsträgern wahrnehmen (ein wahrscheinlicheres Szenario), könnten diese Staaten, angetrieben von Israels Verlust an Abschreckung durch konventionelle Streitkräfte, versucht sein anzugreifen. Dieses kumulative Ergebnis könnte, hervorgebracht durch Israels Unfähigkeit nach der Entstehung Palästinas eine starke konventionelle Abschreckung aufrecht zu erhalten, so aussehen: 1) Niederlage Israels in einem konventionellen Krieg; 2) Niederlage Israels in einem nicht konventionellen chemischen/biologischen/atomaren Krieg; 3) Niederlage Israels in einem kombinierten konventionellen/nicht konventionellen Krieg; oder 4) Israel bringt arabisch/islamischen Feindstaaten in einem nicht konventionellen Krieg eine Niederlage bei.

Für Israel könnte sich selbst die „erfolgreiche“ vierte Möglichkeit als nicht tragbar erweisen. Die Folgen eines Atomkriegs oder auch „nur“ chemisch/biologischen Krieges könnten für den Sieger wie für die Besiegten verhängnisvoll sein. Darüber hinaus würden unter solch außergewöhnlichen Umständen des Kriegszustands traditionelle Vorstellungen von Sieg und Niederlage jegliche seriöse Bedeutung verlieren.

Auch wenn ein bedeutsames Risiko eines regionalen Atomkriegs im Nahen Osten unabhängig von einem Palästinenserstaat besteht, wäre diese Bedrohung noch größer, wenn ein neuer arabischer (Terror-) Staat ausgerufen würde.

Es gibt eine weitere Besorgnis erregende Möglichkeit. Palästina könnte für einen Staatsstreich durch noch militantere jihadistische Kräfte anfällig werden, einen gewaltsamen Machttransfer, der dann Israel gegen Israel richten könnte. ISIS zum Beispiel könnte sich vor den Toren Palästinas wiederfinden. Bei einem solchen Szenario ist es vorstellbar, dass ISIS-Kämpfer alle verbleibenden palästinensischen Verteidigungskräfte (egal ob von PA oder Hamas) überwältigen und dann Palästina selbst in sein islamisches „Kalifat“ absorbieren.

Sollten die endlos brudermörderischen Palästinensergebiete in einen weiteren korrupten arabischen Staat umgestaltet und institutionalisiert werden, dann würde Palästina entweder von selbst oder als neu integriertes Element eines metastasierenden „Kalifats“ zu einem weiteren Syrien werden. Noch unheilvoller wäre, dass Palästina indirekt die atomare Bedrohung des Großraums herbeiführen könnte.

Wie wir anhand von Syrien gelernt haben, kann eine gesamte Region sich einer einzigartig schädlichen Form des Chaos gegenüber wiederfinden, einem, das grundlegend, tiefsitzend und selbstangetrieben ist. Um diese Form des zivilisatorischen Zusammenbruchs zu visualisieren, bedenken Sie den beinahe totalen „Zustand der Natur“; wie er von William Golding in seinem Roman Herr der Fliegen beschrieben wird. Zudem hat Thomas Hobbes lange vor Golding vor gesetzlosen Zuständen gewarnt, in denen Menschen „ohne eine Obrigkeit“ zusammenleben müssen. Der englische Philosoph des 17. Jahrhunderts beschrieb schreckliche Zustände zügellosen Chaos, in denen ein erstickendes Sargtuch der „ständigen Angst vor und Gefahr eines gewaltsamen Todes“ vorherrschen.

Was das „Leben des Menschen“ unter diesen düsteren Umständen angeht, sah Hobbes Leviathan das als unvermeidlich „einsam, arm, übel, bestialisch und kurz“ voraus. Es handelt sich um ein derart unerträglich zersetzendes Leben, dass wir für Israelis und andere nach der Gründung „Palästinas“ erwarten müssen. Dieser Schluss entsteht nicht aus gängiger Meinung und „gesunder Menschenverstand“, die die unsichere Grundlage präsidialer politischer Beurteilungen in Washington bleiben, sondern aus den Geboten einer disziplinierten wissenschaftlichen Untersuchung.

Mauer-Bauer (16)

Dry Bones, 10. August 2017

Ankara – Die Türkei hat angefangen entlang ihrer Grenze mit dem Iran eine „Sicherheitsmauer“ zu bauen, sagte regionale Offizielle am Dienstag; der schritt zielt darauf kurdische Separatisten aufzuhalten. Die türkischen Behörden kündigten im Mai den Bau einer 144 km langen Barriere an, die als Mittel zur Blockierung von Grenzübertritten durch Mitglieder der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) dienen soll. Die gesamte türkisch-iranische Grenze ist rund 500km lang. (mehr dazu)

Die drei jüdisch-arabischen Konflikte

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 21. Juli 2017

Der jüngste Terroranschlag am Löwentor in Jerusalem erinnerte mich – als wäre eine Erinnerung nötig – an die Komplexität des jüdisch-arabischen Konflikts im Land Israel.

Eigentlich gibt es drei getrennte Konflikte, die am selben Ort toben mehr oder weniger dieselben Leute involvieren. Sie haben unterschiedliche Ziele, sind aber auf komplexe Weise miteinander verflochten, was nachteilig für die Beendigung eines einzelnen ist.

Der erste ist der politische Konflikt zwischen dem Staat Israel und der PLO in ihrer Verkörperung als palästinensische Autonomiebehörde (PA). Das ist ein Streit um Grenzen, Siedlungen, Sicherheit und andere geopolitische Themen.

Der zweite ist der nationale Konflikt zwischen dem jüdischen Volk und denjenigen Arabern, deren sich selbst definierendes Narrativ das ist „Palästinenser“ zu sein. Dabei handelt es sich um einen Streit, der als Auseinandersetzung um den historischen Anspruch auf das Land zwischen dem Fluss und dem Meer charakterisiert werden kann.

Der dritte ist der religiöse Konflikt zwischen Juden und Muslimen. Dieser entstammt der islamischen Vorstellung, dass Muslime Nichtmuslimen (besonders Juden) überlegen sind, dass diese unter der Shari’a leben sollten (was muslimische Souveränität impliziert) und dass Land, das einmal muslimisch war, nicht in der Hand von Ungläubigen bleiben darf.

Die verschiedenen Versuche den Konflikt zu beenden, haben sich zumeist auf den politischen Konflikt konzentriert und zu einem großen Teil den nationalen wie den religiösen ignoriert. Das bringt Leute durcheinander, die beiden Letzeren nicht begreifen oder sich ihrer nicht bewusst sind, obwohl diese meiner Meinung nach weit wichtiger sind als der politische.

So war zum Beispiel US-Präsident Clinton geschockt, als Yassir Arafat den politischen Kompromiss von Camp David/Taba ausschlug, der in seiner Großzügigkeit kein Vorbild hatte. Doch der Kompromiss schloss die Anerkennung eines Rückkehrrechts für arabische Flüchtlinge nicht ein und stellte daher im nationalen Konflikt eine Niederlage dar, die von Arafat unmöglich akzeptiert werden konnte.

Die arabische Haltung im nationalen Konflikt gründet auf dem palästinensischen Narrativ, in dem das „palästinensische Volk“ ein ausgeprägt unterschiedliches Volk ist, das seit vielen Generationen, sogar seit biblischen Zeiten im Land lebt. Sie hatten eine blühende Zivilisation, die von zionistischen Kolonisatoren usurpiert wurde, die nach Palästina eindrangen und die einheimischen palästinensischen Einwohner 1948 enteigneten. Die fortgesetzte Besatzung – die Territorium auf beiden Seiten der Grünen Linie einschließt – ist eine fortgesetzte Besudelung der palästinensischen Ehre.

Diese ganze Geschichte ist falsch, aber das spielt keine Rolle, denn der Araber glaubt fest daran und – was in einer Ehre-Schande-Gesellschaft von großer Bedeutung ist: Wie wird auch von einem Großteil der Welt geglaubt. Die Folgerung der Geschichte ist, dass dem „palästinensischen Volk“ sein wertvollster Besitz, ihr Land, mit Gewalt weggenommen wurde – und sie nicht in der Lage waren das zu verhindern. Und nicht nur das, sondern (und hier sehen wir das Wechselspiel zwischen dem nationalen und dem religiösen Konflikt) das wurde auch noch von den verachtenswerten Juden getan. Nur eine kompletter Umkehrung des Aktes der Enteignung, mit dem die Palästinenser die Juden mit Gewalt enteignen, kann anfangen die palästinensische Ehre wieder herzustellen.

Der religiöse und der nationale Konflikt sind ineinander verflochten. Die ursprüngliche Hamas-Charta verweist auf das Land zwischen Fluss und Meer als „islamischem Waqf“, d.h. unveräußerlichem islamischem Eigentum, einst von Muslimen beherrscht und jetzt in den Händen von Ungläubigen. Das Gebot diese Land aus religiösen Gründen wiederzugewinnen ist daher der Notwendigkeit hinzugefügt, das zu tun, um die nationale Ehre wiederherzustellen.

Beim sich aktuell abspielenden Konflikt auf dem Tempelberg geht es sowohl um die Religion also auch um die nationale Ehre. Natürlich gibt es ein islamisches Problem mit Metalldetektoren, die in Mekka während der Haddsch sogar mit noch invasiveren Methoden in Gebrauch sind. Aber die Vorstellung, dass Juden (oder nichtmuslime Israelis wie drusische Polizisten) entscheiden können, wer den Tempelberg betreten darf, fügt der Ehre der Araber, sowohl als Muslimen als auch als Palästinensern, Schaden zu. Die Tatsache, dass diese Metalldetektoren in Reaktion auf einen brutalen Mord installiert wurden, ist für die Palästinenser nicht von Bedeutung, denn sie glauben, das gewalttätiger „Widerstand gegen die Besatzung“ völlig gerechtfertigt ist, denn für Muslime, die glauben, dass Jihad um der Sache der Wiedergewinnung des Landes, das einst Dar al-Islam war, ist das lobenswert.

Mit anderen Worten: Nicht die Ermordung der beiden Polizisten wird als unmoralisch betrachtet, sondern die jüdische Kontrolle über die muslimischen Palästinenser ist unmoralisch.

Es gibt keine Möglichkeit diese Konflikte zu trennen. Nicht nur das: Die Mittel, die für die Lösung des politischen Konflikts genutzt würden – Verhandlungen, Kompromiss, Zugeständnisse beider Seiten – sind genau die falschen für den Einsatz des auf Ehre und Religion basierenden Konflikts. In den beiden letzten Fällen werden Zugeständnisse als Eingeständnis von Schwäche betrachtet, ein Grund sich noch mehr Mühe zu geben. Es ist als nichts Mysteriöses daran, dass Arafat auf die fehlgeschlagenen Verhandlungen in Camp David reagierte, indem er die zweite Intifada in Gang setzte; er betrachtete die Angeboten von Clinton und Barak als Signal von deren Verzweiflung und erwartete, dass mehr Gewalt den Zusammenbruch des schwankenden kolonialistischen Reichs herbeiführen würde (trotz all der Jahre der Versuche sie zu töten verstand er die Israelis nie).

In vormoderner Zeit waren nationale und religiöse Konflikte einfach zu lösen. Sie Seite mit der militärischen Überlegenheit würde die Feindbevölkerung vertreiben, töten oder versklaven. In der aufgeklärten Welt von heute ist das nicht so einfach (obwohl Handelnde der Dritten Welt das unterhalb des westlichen Radars wann immer möglich immer noch tun). Das ist ganz sicher die Option, die die Araber wählen würden, wäre Israel der Schwächere, aber Israel ist zu westlich und zu modern, um sich so zu verhalten.

Manchmal ist das, was menschlicher Fortschritt zu sein scheint, in Wirklichkeit genau das Gegenteil. Zeitgenössische Diplomatie kann politische Konflikte lösen, aber keine, in denen denen es um nationale Ehre oder Religion geht. Also gehen die auf ewig weiter.

Aggressive Beleidigung durch einen Zaun

Irwin N. Graulich, Israel National News, 8. August 2003

Wie wird die arabische Welt „beleidigt“? Auf praktisch jede möglich Weise. Da Ehre und Schande die beiden wichtigsten Werte in der muslimischen Welt sind und weil 22 arabische Nationen gemeinsam weder im Kampf noch auf durch zivilisatorische Leistungen Israel oder Amerika zu schlagen in der Lage sind, haben sie eine völlig neue Strategie entwickelt.

Diese neue „Angriffswaffe“ ist: wegen Allem und Jedem beleidigt zu sein. Israel und Amerika haben praktisch jede arabische Nation in Schande gebracht. Trotz des muslimischen Endziels der Dominierung der Welt sind Christenheit, vertreten durch Amerika, und Judentum, vertreten durch Israel, die beherrschenden Meister der arabischen Welt geworden.

Man stelle sich vor: Eine Milliarde Muslime sind nicht in der Lage einen winzigen Staat in ihrer Mitte zu vernichten, der aus ein paar Millionen Juden besteht, von denen viele den ganzen Tag in Jeschivot lernen. Dennoch konnten diese islamischen Staaten nicht eine einzige Demokratie mit vergleichbaren technologischen, medizinischen oder intellektuellen Erfolgen schaffen. Wie peinlich, welche Schande!

Warum war also „ein Zaun“ nötig? Da Feiglinge nicht gegen die IDF kämpfen, werden unschuldige Bürger zu dem Ziel, an das sie sich anschleichen. Diese palästinensischen Machos sind offenbar gekränkt, dass es nur ein wenig Beton und Metalldraht braucht, um diese „knallharten“ arabischen Terroristen davon abzuhalten Schulkinder in Bussen in die Luft zu jagen; oder sicher zu stellen, dass diese „gefährlichen“ palästinensischen Kämpfer keine Babys sprengen, die ihr erstes Stück Pizza essen; oder die „heldenhaften“ Al-Aqsa-Brigadisten aufzuhalten, bevor sie mit Nägeln bestückte und mit Rattengift versetzte Bomben vor schwangeren Frauen explodieren lassen.

Warum also ist „Angriff“ nötig? Israel antwortete auf Angriffe und die arabische Welt begriff schließlich, dass sie niemanden im Krieg besiegen könnte als sich untereinander. Diese Realität hat ihre Macho-Ehre erheblich „beleidigt“. All das Öl-Geld, die riesige Anzahl Soldaten – und sie sind jedes Mal weiter die armseligen Verlierer. Ein paar Millionen Juden zeigten der Welt in mehreren Kriegen, dass Ägypten, Saudi Arabien, Syrien, Jordanien, der Irak und der Libanon in Wirklichkeit bloß aus als Knete bestehen.

Weil daher Israel und Amerika eine unschlagbare „Offensive“ haben, musste die arabische „Offensive“ vom Physischen zum Verbalen wechseln. Mohammed, der fantastische Krieger, dürfte in seinem Grab rotieren. Wie kleine Kinder benutzen die Araber jetzt Lügen und Schimpfwörter, um zu beleidigen, zu lügen und den Kampf zu gewinnen. Besatzung, Kolonialismus, Imperialismus, Nazis, Jihad und Freiheitskämpfer sind nur ein paar wenige der sorgfältig ausgewählten taktischen Begriffe.

Ursprünglich benutzten die arabischen Nationen den bedrohlichen Satz „Israel und die Juden werden ins Meer getrieben“. Jetzt, wo sie ihre Zuversicht verloren haben und ihre Unfähigkeit begreifen, darf Israel nicht gestattet werden „einen Zaun“ auf Gebiet zu bauen, das biblisch zu Israel gehört – und ohne die Bibel zu berücksichtigen: das Israel in einem Krieg eingenommen hat, der zu seiner Vernichtung führen sollte.

Erst wurde kritisiert, dass das israelische Militär (IDF) „angriff“, egal, wie moralisch oder notwendig dies war – der Beweis dafür ist Jenin [heplev: Einmarsch und „Massaker“ im März/April 2002]. Nun wird „ein Zaun“ des israelischen Militärs kritisiert, egal, wie moralisch oder notwendig dieser ist. Man kann das Böse nicht besiegen, wenn es nicht völlig zerstört wird.

Wenn eine Armee wie die israelische zu moralisch kämpft und nicht aggressiv oder hart genug ihren Feinden gegenüber ist, wird ihr „Angriff“ zu „einem Zaun“ führen, der unweigerlich dazu führt, dass der Feind „beleidigt“ wird. Die arabische Welt respektiert Stärke und Macht. Wie können diese Juden denken, dass „ein Zaun“ alles ist, das sie brauchen, um unsere heldenhaften arabischen Kämpfer aufzuhalten. Der einst dominante und wahrhaft schöne, ethische monotheistische islamische Glaube hat sich zu einem betrügerischen, schwachen religiösen System entwickelt, das nichts zu unserem modernen Zeitalter beigetragen hat; die ganze Zeit über behalten Christentum und Judentum die Oberhand und schaffen alles Positive.

Ob es nun der Bau „eines Zauns“ oder „Angriff“ ist, die moralisch verwirrte arabische Welt ist „beleidigt“ und wird deshalb „offensiv“. Das ist der Schlüsselgrund, dass es viele Ehrenmorde durch arabische Väter gibt, die ihre Töchter ermorden, nur weil diese ihre Jungfräulichkeit vor der Ehe verlieren. Die Mädchen haben ihre Familie entehrt und „beleidigt“; und das hat Israel auf viele Arten auch getan.

Erinnern wir uns an den großen, furchtlosen arabischen Helden, Lawrence von Arabien. Der neue arabische Held, Osama bin Laden, ist ein Mann, der sich Angst erfüllt vor dem Feind in Höhlen versteckt und unschuldige Frauen und Kinder in die Luft jagt. Der stärkste arabische Führer [heplev: Nasser] wird von Israel in sechs Tagen besiegt oder in ein paar Wochen von Amerika [heplev: Taliban]. Der mächtige Führer Saddam muss nun in seinem eigenen Land im Untergrund leben und sich durch Überwerfen einer Burka wie eine Frau tarnen. Das kann kein förderndes Konzept für das grandiose, arabische männliche Ego sein.

Es ist wirklich erstaunlich, dass die politisch rechts orientierte, fast faschistische arabische Welt die Philosophie der westlichen Linken übernommen hat, indem sie die Verantwortung vom Individuum weg schiebt und leblose Objekte für ihre Probleme und Schwächen verantwortlich macht. Die Linke in Amerika und dem größten Teil der Welt übernimmt keine persönliche Verantwortung. Stattdessen schiebt sie soziale Gewalt Fernsehfilmen zu, uneheliche Kinder dem Fehlen von Kondomen, die größte Zunahme von Gefängnisinsassen der Armut und zunehmende Morde den Waffen. Die arabische Welt hat gut aus dieser Strategie gelernt und macht nun „einen Zaun“ für all ihre Probleme verantwortlich.

Lektionen aus arabischen Ländern

Nissan Ratzlav-Katz, Israel National News, 23. Juli 2003

Die muslimische und arabisch Presse wie Führungen verurteilen Israel – einen Nachbarstaat im Nahen Osten – regelmäßig wegen Brutalität, Rassismus, Unterdrückung usw. der Araber in Israel. Araber, Muslime und ihre Sympathisanten in der ganzen Welt verurteilen Israel wegen seiner Taktiken zur Bekämpfung des islamistischen und pan-arabischen Terrorismus.

Eine gemeinsame Reaktion von pro-Israel-Denkern auf diese Verurteilungen ist es, diese Vorwürfe zu leugnen und die Freiheiten herauszustellen, die die Araber in Israel haben und die moralische Art, wie Israel seine Kriege führt.

Ich möchte aber für größere Demut seitens der Verteidiger Israels plädieren. Wir sind nicht die exklusiven Vermittler der Moral. Es ist doch klar: Wenn wir von denen um uns herum verurteilt werden, dann sollte es an der Zeit sein, dass wir aufhören zu erklären und anfangen, in aller Bescheidenheit von unseren Nachbarn im Nahen Osten zu lernen.

Wie verhalten sich die Staaten, die Israel lautstark verurteilen, wenn sie in ähnlicher Lage sind wie wir? Vielleicht, wenn Israel dem Verhalten dieser Regime nacheifern, würden wir dann endlich als integraler Bestandteil der Region akzeptiert.

In Algerien z.B. hat es eine Serie von Protesten und Zusammenstößen, die wunderschön als „Störungen“ (sehr ähnlich wie die „Schwierigkeiten“ Nordirlands) zwischen den Sicherheitsorganen der Regierung und eingeborenen Berber-Jugendlichen bezeichnet werden. Die Berber, das nicht arabische Volk in Nordafrika, wurden von den einfallenden arabischen Armeen im späten 7. Jahrhundert geschlagen und unterdrückt; sie wollen nach arabischen Presseberichten demokratische Reformen, mehr Autonomie und die offizielle Anerkennung ihrer Sprache und Kultur.

In einem Online-Forum, das über den arabischen Charakter ihrer Heimatstaaten diskutiert wird, drückten das zwei Berber so aus: ÑEs ist schade, dass unsere (Berber-) Namen nicht anerkannt werden. Zur Zeit spricht die Welt über Araber (Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, …). Diese Staaten werden [jetzt] von pro-arabischer Kultur beherrscht, aber ich bin sicher, dass sich das Volk immer noch anders fühlt – das Volk fühlt sich als Berber! – Und: „Arabische Führer versuchen unsere Kultur zu töten. Sie wollen unsere Sprache nicht anerkennen, obwohl die Gemeinschaft der Berber recht groß ist. Es hat Proteste gegeben, aber die Beamten kommen einfach und beenden sie gnadenlos… Die Menschen empfinden nicht arabisch ñ sie empfinden sich als Berber und niemand kann [ihnen] das weg nehmen.“

  • Lektion 1 für Israel: Sei in Fragen des ethnischen Charakters des Staates standhaft.

Mit einer macchiavellischen Haltung in Bezug auf die nordafrikanischen Afrikaner verfolgt Algerien selbst eine ethnisch-separatistische Bewegung ñ eine, die eine Terrorgruppe hervor gebracht hat (die Polisario), und zwar in der marokkanischen Sahara. Mitglieder des Volks der Sahrawi, wie diese Eingeborenen genannt werden, verlangen einen unabhängigen sahrawischen Staat zwischen Marrokko und Algerien. Marokko hat sich beständig geweigert, seine territoriale Integrität durch Landabgabe an die Sahrawi zu verletzen oder mit Algerien zu teilen.

  • Lektionen 2 und 3: Lehne die Verletzung territorialer Integrität ab. Unterstütze Terroristen, die deine Feinde terrorisieren.

In Saudi Arabien führte die „Jagd nach einem Hexenmeister“ nach Berichten der saudischen Presse zum Tod von 40 Menschen in Zusammenstößen mit einer Sekte einer muslimischen Minderheit. Die im April 2000 statt findenden Zusammenstöße ereigneten sich, nachdem ismailische Muslime in Najran, einer südlichen Provinz des Staates, öffentlich die Aschura feierten, den Jahrestag der Ermordung des Imam Hussein im siebten Jahrhundert, einem der meist verehrten schiitischen Imame. Das Königreich antwortete mit der Schließung einer ismailischen Moschee und der Beschlagnahme religiösen Materials. Ein ismailischer Journalist sagte damals gegenüber dem Al-Jazira-Fernsehen: „Wir verteidigten nur unsere Religion, unsere Überzeugung und unsere Ehre.“

  • Lektion 4: Null Toleranz für Überzeugungen, die nicht auf derselben Linie liegen wie die der vom Regime angenommenen Interessen.

Natürlich braucht Israel ein weniger altes Beispiel dafür, wie Saudi Arabien meint, dass der Staat in Beantwortung von Bedrohungen der Sicherheit handeln sollte. Dieses Jahr wird die Bedrohung von den saudischen Behörden als islamistisch identifiziert, nicht ismailistisch. In Mekka tötete die Polizei letztes Jahr fünf vermutliche Al-Qaida-Aufständische, als sie ein Wohnhaus stürmte. Der „Guardian“ beichtete im Januar: „In Sicherheitsterminologie ausgedrückt, beobachten die saudischen Sicherheitskräfte, verhaften und versuchen Gruppen auszumerzen, die Amerikaner angreifen könnten.“

Arabische Staaten, einschließlich dieser „moderaten“ Staaten, die an Israel angrenzen, haben mit der islamistischen Bedrohung in bemerkenswert beständiger und ähnlicher Weise zu kämpfen. Im November 2002 berichtete BBC, dass drei Personen, einer davon ein Polizist, in Zusammenstößen in Maan getötet wurden, als versucht wurde, dort islamistische Aufständische zu verhaften. Zwanzig Personen wurden festgenommen, darunter Araber aus anderen Ländern und weitere Ausländer. Wie Reuters berichtet, schnitten im Vorfeld der Operation jordanische Beamte Telefonleitungen in der Stadt durch und schlossen Regierungsbüros und Schulen.

  • Lektion 5: Verhaftet alles und jeden. Wenn man sie nicht verhaften kann, dann tötet sie. Und unterbrecht grundlegende Dienstleistungen, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

Die Saudis haben offenbar ein Problem mit zu vielen jemenitischen Einwohnern, die die Behörden ethnisch wie sicherheitstechnisch als Bedrohung ansehen. Was können die Saudis Israel bezüglich der Lösung solch eines Problems beibringen? Die Saudis bevorzugen den Transfer. Jedenfalls für in Saudi Arabien lebende Jemeniten. Nach einem Bericht auf ArabicNews.com haben saudische Behörden tausende Jemeniten festgenommen und verhört und halten sie in „kollektiven Haftanstalten“. Die jemenitische Oppositionszeitung Ñal-Ummahì berichtete, dass „die saudischen Behörden 3.600 Jemeniten aus ihrem Gebiet evakuierten…“

  • Lektion 6: Löse Sicherheits- und ethnische Probleme durch Transfer

Der Jemen selbst ist kein Staat, der viel in israelische Ideen wie Hudna-artige Waffenruhen investiert. Von ihren internen Feinden verlangt der Jemen nur Kapitulation. Der „Yemen Observer“ berichtete letzten Monat: „Nachdem Tage lange Vermittlungsgesprächen mit Militanten von al-Jihad in Abiyan keine Kapitulation sicher stellten, wird angenommen, dass ein Militärschlag unter Führung von jemenitischen Spezialeinheiten die Gruppe auslöschte. Militärkräfte durchkämmen nun die abgelegene Region von Hatat in Abiyan nach übrig gebliebenen Verstecken.“ Der Bericht fährt mit der Beschreibung fort, wie der Jemen in der Vergangenheit Ñeine Periode des Friedens erlebte“: „Nach der Exekution von Abu Hassan Al-Mehdar, dem Führer der Islamischen Aden-Abiyan-Armee, im Jahr 1999…“

  • Lektionen 7 und 8: Verhandlungen finden nur zur Festlegung der Kapitulation statt, akzeptiere nur die absolute Niederlage des Feindes. Entgegen dem israelischen strategischen Denken kann Frieden durch die Tötung der Führer des Feindes erreicht werden.

Auf der anderen Seite des Roten Meeres, formulierte der sudanesische Präsident Omar al-Baschir kürzlich einen interessanten Ansatz für Friedensverhandlungen mit den Widerstandskräften im Süden seines Landes. Nach einem Bericht in der sudanesischen Zeitung „al-Anbaa“ sagte al-Baschir, dass er einen „ehrenhaften“ Frieden wünsche, fügte aber hinzu: „Frieden kommt durch die Waffe, wenn er nicht durch Verhandlungen kommt.“ Er übernahm die Sprache des Jihad und sagte, seine Regierung freue sich über alle Mittel, die zum Frieden führen, wird aber „nicht das Blut ihrer Märtyrer verraten“. Es sollte angemerkt werden, dass ein „ehrenhafter“ Friede, nach Formulierung des sudanesischen Führers, einer ist, der „nicht durch Schwäche und Kapitulation erreicht werden kann“. [Anmerkung heplev: Die Praxis zeigt, dass dieser Präsident nur „Verhandlungen“ akzeptiert, die über die Kapitulation des Gegners geführt werden – geht es um Verhandlungen, bei denen sich der Gegner als gleichberechtigt betrachtet, ggf. sogar Forderungen stellt, wird wieder geschossen.]

  • Lektion 9 (muss nur zitiert werden): „Frieden kommt durch die Waffen, wenn er nicht durch Verhandlungen kommt… Er kann nicht durch Schwäche und Kapitulation erreicht werden.“

In Ägypten wird, berichtet die Zeitung „al-Hayat“, derzeit hart gegen die örtlichen Zweige der Muslim-Bruderschaft vorgegangen. Der Grund für das neue Vorgehen der ägyptischen Behörden gegen die Bruderschaft? Ein Brief, der vom Führer der Bewegung unterschrieben war, „in dem er die Regierungspolitik hart kritisierte“, wie der libanesische Bericht anführt. Die ägyptische Taktik beinhaltet massive Verhaftungen von Mitgliedern der Muslim-Bruderschaft, sehr ähnlich denen vom vergangenen Jahr, als ägyptische Sicherheitskräfte 34 Personen verhafteten, denen man vorwarf sie wollten die verbotene Organisation wieder ins Leben rufen. Zur Verhaftung von zwei Dutzend Aktivisten der Bruderschaft wurden ägyptische Erlasse angeführt, die seit der Ermordung von Anwar Sadat 1981 in Kraft waren. Der Vorwurf lautete „Planung einer politischen Demonstration.“

  • Lektion 10: Keine Freiheit für Islamisten

Schließlich mag es höchst lehrreich sein zu beobachten, wie die arabischen Regime in Jordanien, Ägypten und Syrien anti-israelische Demonstrationen in ihrem eigenen Herrschaftsbereich handhaben. Im Jahr 2000, beim Beginn des derzeitigen Oslo-Krieges, legten einige arabische Regierungen schwere Beschränkungen auf die Freiheit der Meinungsäußerung und für Versammlungen ihrer Bürger bezüglich der Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde fest. Nach dem Bericht von Hanthala, einer arabischen Menschenrechtsgruppe in Israel, griffen die arabischen Länder auf Gewalt zurück, die in einigen Fällen scharfe Schüsse einschloss, um solche Demonstrationen aufzulösen. Viele Demonstranten wurden verhaftet, bedroht, geschlagen und dann entlassen, andere wurden Wochen lang gefangen gehalten.

  • Lektion 11: antiisraelische Demonstrationen sind gefährlich; zerschlage sie gewalttätig und schrecke die Sympathisanten mit Massenverhaftungen ab.

Weiter zurückliegende Beispiele dafür, wie arabische Staaten mit einheimischen „Aufständen“ umgehen, sind sogar noch aufschlussreicher – und beängstigender, da sie derart erfolgreich sind: Jordanische Sicherheitskräfte töteten 1970 zehntausende von mit der PLO verbundenen Araber in einigen wenigen Monaten und wiesen den Rest aus; damit beendeten sie die erste „Intifada“ der PLO. Das syrische Militär tötete zwanzigtausend islamistische, gegen die Regierung gerichtete Aufständische in wenigen Tagen und machte aus ihrem Dorf einen Parkplatz. Der Irak beendet eine kurdische „Rebellion“ rasch durch fünftausend Tote innerhalb eines Tages in Halabja; usw.

  • Lektion 12 – die ist die wirklich wichtige Lektion: „Intifadas“, Aufstände, Unruhen müssen sofort zerschlagen werden, mit maximaler Gewaltanwendung und ohne Rücksicht auf Opferzahlen. Unsere arabischen Nachbarn ließen solche Dinge nie drei Jahre lang kochen, wie wir das machen. Mit anderen Worten: wieder entgegen israelischer Allgemeinwissens, gibt es eine militärische Lösung.

Kein Wunder, dass die arabischen Staaten und die westliche Presse uns so lautstark verurteilen; wenn Israel ein wirklich nahöstlicher Staat wäre, wäre die „Intifada“ vor langer Zeit beendet worden.

Warum der Terror funktioniert

By Irwin N. Graulich, Israel National News, 7. September 2003

Hör auf, wie einer aus dem Westen zu denken, und du wirst anfangen den Terrorismus zu verstehen.

Es gab praktisch keinerlei Schuldgefühle über die Zerstörung großer Städte Nazideutschlands, Japans oder Koreas, einschließlich der unglücklichen Kriegsopfer, die als „unschuldige Zivilisten“ bekannt sind. Es gab einmal eine Zeit, da kannten Demokratien ihre Feinde und waren in der Lage, ungefähre Zielgebiete zu bestimmen. Es gab kein wirkliches Problem wegen der Bombardierung Berlins, Dresdens, Hiroshimas oder Nagasakis, obwohl die Folge hunderttausende Opfer waren. Heut wird aber, wenn es im Irak fünf zivile Tote gibt oder zwei Palästinenser von Gummi-Geschossen verwundet werden, dieser Vorfall eine weltweite Tragödie. Schlimmer noch, auf einen Hamas-Terroristen zu schießen ist synonym mit der Ermordung eines Staatsoberhauptes. Warum?

Wie konnte sich der Terrorismus zu Freiheitskampf manifestieren und was sind die Gründe, dass er aus der muslimischen Welt kam? Wenn eine früher große Zivilisation und religiöse Kultur so furchtbar versagt, hat sie nur zwei Möglichkeiten: Entweder, sie gibt auf; oder sie täuscht sich selbst dahin, dass sie glaubt, sie habe nun gar nicht versagt, indem sie eine neue, falsche Wirklichkeit physischer Stärke und spiritueller Größe schafft. So wurde der Terrorismus geboren, um den Hass auf die Guten und Erfolgreichen zu kompensieren, die auf praktisch jede Weise überlegen sind. Religiöse muslimische Führer sind seine größten Verkünder, denn sie sehen die Mängel und Falschheiten ihres eigenen Glaubenssystems; das ist ein Angst einflößendes Konzept.

Die einst mächtige, kraftvolle arabische und muslimische Welt ist in den Mülleimer der Geschichte gefallen. Sie schafft nichts Wertvolles, Weises mehr, entdeckt nichts mehr und macht keine Fortschritte. Diese bestaunenswerten arabischen Armeen der Wüste sind zum Gespött der West Point-Studien herab gesunken; die sechs stärksten arabischen Staaten zusammen sind von einer winzigen jüdischen Nation, die hauptsächlich aus Jeschiva-Buben bestand, völlig dezimiert worden.

Weiterhin ist dieser kleine jüdische Staat bei wissenschaftlichen und technologischen Durchbrüchen führend geworden, während die Länder, die einen großen Teil des Ölreichtums der Welt besitzen, Probleme beim Bau eines Einkaufszentrums haben. Israel ist eine Pille, die schon schwer genug zu schlucken ist, aber Amerikas Erfolge passen nicht einmal mehr in ihren Kopf.

Während die westlichen Demokratien ins 21. Jahrhundert voran schritten, drehte ein Großteil der arabischen/muslimischen Zivilisation um und marschierte zurück ins 16. Jahrhundert. Keine großen muslimischen Krieger mehr; keine medizinischen Durchbrüche mehr; keine schönen Schriften mehr. Die Entwicklung der modernen Kriegsführung hat jedes arabische und muslimische Land zum „Hinterteil“ militärischer Witze gemacht. Die bekannten Videos großer Bataillone, deren Soldaten schrieen und sich den Israelis mit in der Luft geschwenkten Händen ergaben; oder die „mutigen, großen“ irakischen Soldaten, die sich während des Golfkriegs Journalisten ergaben sind jedermann ins Gedächtnis eingebettet, besonders Mit-Muslimen. Ihre Würde war zerstört und so wurde der Terror geboren. Da ist aber etwas falsch mit einer Mentalität, die verlegen ist, weil ein Tyrann wie Saddam besiegt wurde.

Terror ist eine Art der Kriegsführung, bei der die Täter nie wirklich verlieren können. Da die Terroristen aus vielen unabhängigen Zellen und Ereignissen bestehen, gibt es keine uniformierte Armee, die geschlagen werden und keine Fahne, die bei der Kapitulation übergeben werden kann. Noch unglaublicher ist, dass die helfende Bevölkerung, die sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gekannt oder ihnen Schutz gegeben hat, zu unschuldigen Zivilisten wird. Bombenfabriken; junge Männer, die mit AK-47-Gewehren und ohne Arbeit in Wohnungen leben; Menschen, die Raketen und Maschinengewehre abfeuern; und doch wissen die Nachbarn nichts. Hört doch auf!

Das Brillante am Terror ist, dass er die Bevölkerung von ihrer Armee trennt, so dass die Durchschnittsbevölkerung, die ihn gründete, von allen Sünden frei gesprochen ist. Und so kann es heute einen Staat wie den Irak geben, der von Saddams Baathist-Regime getrennt wurde, in dem die Iraker absolut keine Verantwortung tragen müssen, außer den 55 Leuten in einem Kartenspiel. Unglücklicherweise waren viele Iraker Teil des Problems, aber Terrorismus und eine terroristische Diktatur hat ihnen erlaubt sich zu verstecken. Diese Strategie berechtigt die Unruhestifter auch noch, ihre Retter für das ganze Elend verantwortlich zu machen. Werfen wir noch den Begriff „Besatzung“ oder „Besatzer“ da hinein, schon ist die totale Verantwortung dem anständigen Retter, Amerika, angelastet.

Terroristen sind große PR-Propagandisten geworden. Unglücklicherweise haben Kriege durch die gesamte Geschichte hindurch viele zivile Opfer geschaffen. Das ist die Natur der Bestie. Während natürlich unschuldige Frauen und Kinder durch die alliierten Bombardierungen Nazideutschlands getötet wurden, wurde immer verstanden, dass die Verantwortung letztlich bei Hitler und seinen bösartigen Handlangern lag. Überlassen wir es den Genies der „Religion des Friedens“ (sic), eine neue Taktik zu entwickeln, die jeden Muslim zu einem unschuldigen Zivilisten macht.

Den Terrorismus zu bekämpfen hat zu einem unmoralischen Konzept geführt – dem eines mitfühlenden Kriegs. Diese Idee ist ein moralische Verbrechen. Die Natur von Krieg und Sieg ist, den Feind total zu schlagen und eine Atmosphäre der Furcht zu schaffen, damit er sich nicht wieder erhebt und unsere Soldaten erschießt oder UN-Beamte bei ihren Treffen in die Luft jagt. Natürlich unternimmt eine Nation mit Moral alles, um die Zahl ziviler Opfer gering zu halten. Terroristen haben eine unglaubliche Fähigkeit, moralische Schlachten in Völkermord-Gräueltaten wie Jenin umzuschreiben.

Anständigen Demokratien die Verantwortung zuzuschieben ist die Grundlage des Terrorismus. Weil keins arabisches oder muslimisches Land eine kapitalistische Demokratie ist, wo die Menschen stolz auf das von ihnen Erreichte sein können, sind Terrorismus und die mit ihm verbundenen Lügen so gestaltet, dass sich deren Bevölkerung gut dabei fühlt. Es war offensichtlich, dass Amerika nach Israel das Ziel des Terrors wurde. Immerhin sind Amerika und Israel – nach Ansicht der islamischen Welt – die einzigen Länder, die die Weltdominanz des Islam aufhalten.

Die arabischen und muslimischen Völker glauben verzweifelt, dass sie nicht jeden Krieg verloren haben, dass sie nicht schwächer sind als die Amerikaner oder – das möge Gott verhüten – die Israelis. Das ist der Grund, dass sie die großen Lügen glauben. Nach Adolf Hitler muss dein Herz und dein Verstand offen sein zu glauben; das ist der Grund, warum es in Kairo (Ägypten) ein Museum geben kann, das dem ägyptischen Sieg über Israel im Yom Kippur-Krieg gewidmet ist.

Amerika und Israel, repräsentiert durch Christentum und Judentum, sind die moralischen Spiegel, die der islamischen Welt vorgehalten werden. Sie sehen unsere Erfolge und unsere Anständigkeit. Sie sehen, wie amerikanische Soldaten sich um verwundete irakische Soldaten kümmerten. Sie sehen, wie einige Palästinenser im Hadassah-Krankenhaus behandelt werden und wie eine moderne israelische Gesellschaft in nur 55 Jahren aufgebaut wurde. Amerika und Israel sind moralisch, intellektuell und technologisch einfach zu überlegen. Niemand kann so gut und erfolgreich sein.

Arafat, bin Laden, Saddam, die Ayatollahs, Assad, die regierende saudische Familie usw. müssen sich alle sagen: „Wir Muslime wirken wie Deppen. Lasst uns diese abscheulichen, moralisch hoch stehenden Juden und Christen vernichten. Sie lassen uns alle schlecht aussehen. Moment mal, das können wir nicht schaffen. Lasst es uns mit Terror versuchen; das scheint zu funktionieren.“