Aufwachen fällt schwer

Daniel Gordis, 25. Juni 2004 (online nicht mehr gefunden)

Vor langer Zeit hatte ich eine Freundin, deren Mutter nach langer Krankheit starb. Kurz nach dem Tod ihrer Mutter unterhielten diese Frau und ich uns darüber, wie es ihr ging. Ich erinnere mich immer noch, was sie sagte. „Weißt du, was für die liebste Tageszeit ist?“, fragte sie. „Die ersten Sekunden, wo ich wach bin. Die Sekunden, bevor ich mich erinnere.“

Ich war von diesem Bild beeindruckt, sowie sie das sagte, aber erst Jahre später verstand ich es vollständig, als die Intifada (oder, richtiger gesagt, der Krieg) sich auf ihrem Höhepunkt befand. Vermutlich 2002 und Anfang 2003. Wir wachten morgens auf und ich diesen ersten Sekunden zwischen dem Zeitpunkt als der Radiowecker und weckte und dem, als wir wirklich hörten, was gesagt wurde, konnten wir vergessen. Dass der Tag mit Beerdigungen gefüllt sein würde. Dass die Morgenzeitung Fotos der neuesten Opfer auf der Titelseite, oberhalb der Falz, zeigen würde. Dass die Nachrichten gelegentlich über den nationalen Verbrauch an Antidepressiva berichtete und fast immer verkündete, wo die „heißesten“ Warnungen vor Anschlägen dieses Tages vorlagen. In den ersten Sekunden des Tages, wenn der blass-blaue Himmel und der Jerusalemer Stein vor dem Fenster noch vor den Nachrichten registriert werden, war das Leben in Ordnung. Sehr in Ordnung. Diese wenigen ersten Sekunden lang.

Aber dann gewöhnten wir uns an das Leben im Krieg. Die Angst brauchte nicht mehr die wenigen Sekunden, um einzusetzen. Wie viele Israelis, gingen wir schlafen und dachten darüber nach und träumten davon. Und wachten damit auf. Sofort. Ohne jegliche Sekunden vor der Erinnerung. Sie war so allumfassend und dauerte so lange, dass es diese fließenden Sekunden am Morgen nicht länger gab.

Sie sind jetzt wieder zurückgekehrt, diese Sekunden, die es braucht um etwas zu begreifen, aber auf eine andere Weise. Seltsamerweise, so habe ich gemerkt, wache ich manchmal immer noch mit dem Gefühl der Angst auf und erkenne dann nach ein paar Sekunden – es ist inzwischen anders. Nicht vorbei, aber besser. Viel besser. Wenn es damals ein paar Sekunden dauerte, bis ich bemerkte, in welchem Chaos wir uns befanden, ist es nun umgekehrt. Jetzt brauchen wir diese Sekunden, um uns selbst daran zu erinnern, dass es viel weniger zu fürchten ist als es früher der Fall war. Ich ertappe mich dabei, dass ich mit einem instinktiven Gefühl einer düsteren Vorahnung aufwache, aber beim Aufwachen und Nachrichten hören sickert es plötzlich durch, dass das Schlimmste hinter uns liegen könnte.

In diesen Tagen drehen sich die Nachrichten, nun, nicht um Frieden, aber einige Schritte in Richtung Abkoppelung. Von dem, was wir hier erleben werden, das, was Frieden am nächsten kommt. Sharon, den die Welt als blutrünstigen, kompromisslosen Ideologen beschreibt, führt ein verletztes und verärgertes Land langsam und rührig aus dem Gazastreifen. Und Umfragen zeigen, dass die große Mehrheit der Israelis zufrieden damit sind. Wäre damals, 2002, kaum zu glauben gewesen.

Nicht, dass das Zuhören bei den Nachrichten sonderlich Spaß macht. Ein perfektes Beispiel von Anfang der Woche: Sie begannen mit Sharons (hoch kontroversem) Zeitplan für den (hoch kontroversen) einseitigen Rückzug. Dann ein Bericht, dass Bibi Netanyahus früherer Stabschef (damals, als Bibi Premier war) gesagt habe, die Siedler sollten legitim tödliche Gewalt gegen Soldaten benutzen könnten, wenn die kämen um sie abzutransportieren. Jetzt, berichten die Nachrichten, wird gegen ihn wegen Aufhetzung ermittelt (ein ernstes Verbrechen hier, seit Rabin ermordet wurde). Dann ein Bericht, dass die Armee im Geheimen (obwohl das offensichtlich nicht so geheim sein kann, wenn es in den Nachrichten kommt) Spezialeinheiten trainiert, die mit den Siedlern klar kommen und sie notfalls gewaltsam evakuieren können sollen.

Dann ein kurzer Überblick über die Kommentare von Peres vom Vorabend. „Wer braucht Sondereinheiten?“, wollte er wissen. „Sie wollen da nicht weg, dann lasst sie das. Lasst die Palästinenser sie bearbeiten. Warum sollten unsere Kinder Gefahr laufen Menschen da wegzuholen, wenn sie nicht kommen wollen? Wir ziehen einfach die Armee zurück und sie bleiben auf sich gestellt.“ Ja, klar. Aber ich habe das in letzter Zeit viele Leute sagen hören.

Dann gehen die Nachrichten zu „leichten“ Themen über. Ein zu früh geborenes Baby in Lebensgefahr, weil eine junge Kinderschwester versehentlich einen Ernährungsschlauch in die Vene des Babys eingeführt hatte, statt in seinen Bauch. Die Schwester wurde suspendiert und die Ärzte arbeiten daran, das Leben des Babys zu retten. Es wird erwartet, dass es ohne langfristige Schäden überleben wrid.

Der Streik der Bademeister geht weiter und bisher sind sechs Leute ertrunken, die an unbewachten Stränden schwammen. Da aber das Schuljahr zu Ende geht, wird erwartet, dass die Gerichte die Bademeister zurück zur Arbeit befehlen werden.

Ein Fußballfan wurde verurteilt, weil er 2001 bei einem Spiel „Tod den Arabern“ geschrieen hatte. Der Richter wies seine Behauptung zurück, dass das nur ein Gerede im Eifer des Gefechts gewesen sei. Ein weiteres Urteil wegen Hetze.

Und dann die nationale Hundegeschichte. Ein Pitbull, ein Kampfhund, der von einer Familie Zuhause gehalten wurde, griff die zweijährige Tochter an und tötete sie; der erste solche Vorfall in der Geschichte des Landes. Der Hund wurde vom Veterinäramt in Tel Aviv eingezogen und sollte am nächsten Tag eingeschläfert werden. Aber dann griff die Verteidigung ein. „Ein Hund, der Menschen frisst?“, fragten sie. „Wir könnten das brauchen.“ Auch die IDF wollte, dass die Hund ihnen übergeben würde, statt ihn einzuschläfern.

Was als furchtbar Tragödie begonnen hatte, wurde dann zu einer nationalen Komödie. Nur in Israel, sagen die Leute, konnte der Amtstierarzt von Tel Aviv einen gefährlichen Hund nicht töten, weil er möglicherweise im Kampf gegen den Terror genutzt werden könnte. Die Leute wussten nicht, ob sie lachen oder weinen sollten. (Heute ist wenigstens diese Geschichte vorbei – der Hund wurde gestern eingeschläfert.)

Es gibt mit den Morgennachrichten viel aufzunehmen. So viel, dass man den wichtigsten Teil vergessen könnte: dass dies die Nachrichten sind, die „normale“ Länder haben. Keine Nachverfolgung des Konsums von Antidepressiva mehr. Stimmt, es hat wieder einige Terrorwarnungen gegeben, aber sie sind vorbei und ich kenne niemanden, der seine Pläne ändert. Seit Februar, mit dem letzten gesprengten Bus, hat es in Jerusalem keine Anschläge gegeben. Seit März und dem Anschlag auf den Hafen von Aschdod keine größeren Anschläge in wichtigen zivilen Zentren. 2002 verging kaum eine Woche, manchmal nicht einmal zwei Tage, ohne schwere Verluste. Und jetzt sind Monate vergangen. Monate der Ruhe.

Sicher, das ist nicht perfekt. Es wird hier und da geschossen. Tali Hatuel und ihre vier Töchter, die am Tag der Likud-Abstimmung aus nächster Nähe im Gazastreifen in ihrem Auto erschossen wurden. Und andere. Aber es ist nicht zu leugnen, dass sich etwas entscheidend geändert hat. Elisheva und ich waren vor ein paar Tagen in der Emek Refa’im-Straße, dem Hauptanziehungspunkt in unserem Viertel. Die Straßen waren gedrängt voll und die meisten Sicherheitsleute schliefen mehr oder weniger. (Obwohl in diesem Land immer noch mehr Wachleute als Lehrer beschäftigt werden.) Wir gingen in ein Restaurant und der Wachmann schaut uns kaum an. Die Kellnerin wies uns einen Tisch bei der Tür an, was uns vor ein paar Monaten noch nervös gemacht hätte. Wir nahmen den Tisch ohne darüber nachzudenken. Mitten im Essen ging die Alarmanlage eines Ladens in der Nähe los. Der Wachmann ging los, um nachzusehen und verschwand. Niemand schien beunruhigt. Könnte es sein, dass etwas neues aufkommt?

Einige Leute haben ein starkes persönliches Interesse daran zu leugnen, das sich etwas geändert hat; sie wollen nicht aufwachen und den Unterschied sehen. Sie haben natürlich recht, dass, wenn alles ruhig ist, das nicht am mangelnden Bemühen der Terrororganisationen liegt. Erst gestern fanden die Sicherheitskräfte bei ihrer Suche in der Westbank zwei Gürtel, einen mit 10kg und einen mit 20kg [Sprengstoff]. Und gestern verhafteten sei auch drei Palästinenser auf dem Weg zu einem Anschlag in Jerusalem. Alltägliches. Wir fallen über sie her und wir haben viel bessere Informationen. Der Unterschied heutzutage ist, dass wir sie aufhalten.

Die israelische Linke will nicht zugeben, wie sehr sich die Lage gebessert hat, denn dann müssten sie zugeben, dass unsere Strategie wirkt. Der Sicherheitszaun, ein hässlicher Schatten auf den Hügeln der Westbank, und eine noch hässlichere Beton-Monstrosität bei Jerusalem und einigen anderen Orten funktionieren. Schlicht und einfach. Wenn sie nicht durchkommen, können sie nicht viel machen. Und mehr und mehr können sie nicht herein kommen.

Und wenn man beständig die Führung einer Organisation tötet, wird man irgendwann ihre Effektivität herabsetzen. Der Welt und der israelischen Linken und einer Hand voll IAF-Piloten mögen die „gezielten Tötungen“ (oder außergerichtlichen Exekutionen, wie die europäische Presse das nennt) nicht gefallen, aber sie wirken. (Man darf annehmen, dass, sollten amerikanische Soldaten bin Laden finden, er es auch nicht bis zur Gerichtsverhandlung schaffen könnte.) Die Hamas ist eine geschwächte Organisation. Genauso der Jihad. Sogar die Fatah. Sie sind schwer beschädigt – und nervös. Es mag keine populäre Vorgehensweise sein, außerhalb Israels wie auch im Inland, aber sie funktioniert. Man muss nur abends ausgehen, um den Unterschied zu spüren, den sie macht.

Die Rechte ist natürlich gleichermaßen besorgt, dass die Leute anfangen könnten zu glauben, dass der Krieg abebbt. Wie die Belagerungs-Mentalität entscheidend dafür ist, die Leute hier zu überzeugen, dass die Armee die Siedler nicht aus ihren Häusern holen sollte. (Nebenbei gesagt: Selbst die, die die Abtrennung unterstützen, müssen zugeben, dass der Schmerz, Familien aus ihren Häusern zu holen, nachdem Regierungen von Arbeitspartei und Likud sie gleichermaßen über Jahrzehnte ermutigten dorthin zu ziehen, herzzerreißend sein wird. Und dass es wahrscheinlich zu Gewalt kommen wird. Wir laufen einer anderen Art von Turbulenzen entgegen.) Anzudeuten, dass es „vorbei“ oder „fast vorbei“ ist, würde das Land also in Oslo-artige Zuversicht zurückwerfen und damit, die Angst haben sie, in alle Übereinkünfte, die damals nicht hätten getroffen werden sollen und sicher jetzt nicht wieder getroffen werden sollten.

Einige Palästinenser, mit denen ich mich neulich unterhielt, mögen ebenfalls den Gedanken nicht, dass alles vorbei ist. Sie sagen das nicht, aber wenn harsche Maßnahmen und einseitiger Abzug seitens Israel zu einer dramatischen Verringerung der Kämpfe – und der Toten – führen kann, dann wissen sie, dass es keine Verhandlungen geben wird. Sie werden nichts als Bauern im Schachspiel sein. Israel wird entscheiden und Israel wird handeln, fürchten sie. Genau. Hätten sich diese Gedanken im Oktober 2000 machen sollen, oder? Man sollte aber vermuten, dass sie daran gewöhnt sind, dass ihre Führer sehr, sehr krasse strategische Fehler machen. Immerhin haben sie mehr als ein paar nutzlose Kriege begonnen – 1946, 1947, 1967, 1973, um nur ein paar zu nennen. Warum glaubten sie, diesmal würde es anders sein? Was? Wir werden abhauen? Wohin denn?

Und selbst einige amerikanische Juden würden lieber das Gefühl der Krise beibehalten. Selbst, als die Lage sich hier beruhigte und sehr, sehr still sind, befand sich auf dem Israel-Umzug einer großen Stadt an der Ostküste Ende März das ausgebrannte Gerippe eines der Busse, in dem Menschen in einer israelischen Stadt eingeäschert wurden. Es gibt Orte für diese Busse, denke ich, denn die Geschichte des Terrors muss erzählt werden. In Den Haag. Bei der nächsten UNO-Konferenz zu Menschenrechten. Aber nicht bei einem Umzug zum Israel-Tag. Wollen wir, dass Tausende junge Amerikaner das als Erinnerung an Israel mitnehmen? Ausgebrannte Busse? Geschwärztes Metall? Wollen wir, dass die Kids denken, diese Freak-Show sei es, worum es mit dem jüdischen Staat geht?

Als eine Freundin letzte Woche Elisheva und mir separat schrieb und fragte, ob sie mit ihren Kindern zu dem Umzug gehen sollte, schrieben wir jeder einzeln zurück und fanden später heraus, dass wir beide dasselbe gesagt hatten: Geht hin. Habt Spaß und lasst euch zählen. Aber wenn ihr kurz vor dem Ende seid, dann geht raus. Nimm deine Kinder (die bisher noch nie in Israel waren) nicht mit in die Nähe des Busses. Es ist das Letzte, was sie bei einer solchen Parade sehen sollten.

Denn der Bus ist nicht das, was ihre Kinder sich in Israel verlieben lassen wird. Und so effektiv der Terror als Mittel zur Mobilisation gewesen ist, er ist nicht das, weswegen wir hier sind. Diejenigen von uns, die an diesem Ort leben, lieben ihn aus dem gleichen Grund, aus dem wir Menschen lieben. Denn mit ihnen sind wir vollständiger als wir je ohne sie sein können. Wenn die Stadt mit Plakaten gepflastert ist, die verkünden, dass der 26. Band der talmudischen Enzyklopädie jetzt gekauft werden kann, dann staune ich. Ich habe nie gesehen, dass in Los Angeles Plakate in der ganzen Stadt angeklebt wären, die das Erscheinen eines Buches ankündigen. Neue Filme, ja. Aber ein Buch? Nie. Nicht einmal Harry Potter.

Micha rief mich letzte Woche auf der Arbeit an um zu sagen, er brauche etwas Geld für das Treffen seiner Bnai Akiva-Jugendgruppe. Warum, wollte ich wissen. Weil sie ins Israel-Museum gingen, zur jährlichen Festwoche des hebräischen Buchs. Ein Haufen Fünftklässler, die absolut glücklich sind, auf eine Buchmesse zu gehen. Und er bestand darauf, Geld mitzunehmen – er hätte keinen Spaß, wenn er kein Buch kaufen könnte. Und dann zögerte er. „Ima ist nicht in der Stadt, Papa.“ Ich weiß, sagte ich ihm. (Ich weiß normalerweise, wenn meine Frau nicht da ist.) „Kann ich mit dem Bus zum Museum fahren?“ Ich zögerte einen Moment und wusste dann, dass es nur eine Antwort möglich war. Entweder hast du Vertrauen zu diesem Ort oder nicht. „Sicher, nimm den Bus“, sagte ich ihm. Er war erleichtert. Er wollte seinen Freunden nicht erzählen müssen, dass seine Eltern ihn nicht mit dem Bus fahren ließen. Diese Kinder denken nicht an ausgebrannte Busse, wenn sie an ihr Zuhause denken. Sie denken an Buchmessen im Museum. Amerikanische Juden könnten sich das merken.

Wenn ich Avi am Handy auf Hebräisch plappern höre und ihn dann so ganz nebenbei frage, mit wem er spricht, dann bin ich perplex, dass er den Namen von jemandem in Atlanta erwähnt. Zwei Kinder, deren Muttersprache Englisch ist und die rasend schnell in Hebräisch lachen und reden? In einer Sprache, die vor hundert Jahren praktisch niemand sprach? Und wenn ich ihn frage, warum sie Hebräisch sprechen, dann sieht er mich an als ob die Frage dumm ist. „Wir leben hier, oder?“ Bei Israel geht es für die von uns, die sich entschieden haben hierher zu kommen, um Wiedergeburt. Darum, ein verletztes Volk zu heilen. Um die Zukunft. Nicht um ausgebrannte Busse.

Ich war vor ein paar Tagen einen Abend in Ma’aleh Ha-Chamishah, einem Kibbutz rund 20 Minuten vor Jerusalem. Auf dem Weg ins Hotel zu dem Treffen bemerkte ich, dass es keinen Wachmann gab. Zum ersten Mal seit Jahren ging ich also in ein Hotel ohne durchsucht zu werden. Ein paar Stunden später, auf dem Weg zum Auto, kam ich an einer Lounge des Hotels vorbei, wo eine Gruppe älterer Leute saß und Karten spielte. Sie sprachen zwar Hebräisch, aber die auf ihre Unterarme tätowierten bläulich-lila Zahlen waren ein deutliches Zeichen, dass sie keine hier geborenen Israelis waren. Zwanzig Meter weiter checkte eine lange Schlange amerikanischer College-Schüler auf einer Geburtstagsreise ins Hotel ein und machten ziemlichen Radau. Die Karten spielenden Leute schien diese plötzliche Invasion nicht zu stören. Ich denke, dass wenn man da herkommt, wo sie her kommen, dann ist ein Trupp jüdischer Kids, selbst laute, selbst eine Busladung von Jugendlichen, die dringend eine Dusche brauchen, eine gute Nachricht.

Die Ruhe wird nicht anhalten, nicht so ganz. Wir wissen das. Es gab vor der ersten Intifada Terror und vor der zweiten auch. Es wird wieder Terror geben. Wir wissen das. Aber der nächste Anschlag, die nächsten Tragödien, werden nicht unbedingt das bedeuten, was wir wieder mittendrin in dem Ganzen sind. Er wird nur bedeuten, dass wir immer noch im Nahen Osten leben. Wir werden uns daran erinnern müssen.

Vor ein paar Monaten schrieb ich von unseren Taxifahrern und wie sie ihre Arbeit tun – ihrer Tochter bzw. Schwester, die im Café Moment vor zwei Jahren getötet wurde. Am Montagnachmittag wurde ein Aussichtspunkt nach ihr benannt, in Gilo, dem Viertel, indem sie aufwuchs und in dem ihre Familie immer noch wohnt.

Es war einer dieser prächtigen Tage in Jerusalem. Klarer, blauer Himmel, nicht zu heiß. Und ein völlig normaler Jerusalemer Nachmittag. Busse fuhren die Straßen rauf und runter. Leute in Autos auf ihrem Weg von der Arbeit nach Hause. Schulkinder, die herum hingen. Mütter, die die Kinderwagen direkt unter uns durch den Park schoben. Jungs, die mit ihren Fahrrädern durch den Park fuhren und die Zeremonie beobachteten. Und eine große Zuschauermenge bei der Einweihung des Denkmals.

Der Leiter der Zeremonie las die Zahlen vor. Seit September 2000 ist Jerusalem 591-mal angegriffen worden. Gilo, das Viertel, in dem wir sitzen, ist 180-mal angegriffen worden. Und 209 Einwohner Jerusalems sind getötet worden. Eine von Limors Freundinnen sprach darüber, wie die Tage und das Leben weiter gehen, aber sie und Limors Familie nicht mehr die Menschen sind, die sie einmal waren.

Aber das allgemeine Gefühl ist anders. Es gab bei der Feier Sicherheitsmaßnahmen, aber hauptsächlich, weil erwartet wurde, dass der Bürgermeister kam. (Er tauchte nicht auf – er hatte einen Termin mit einem chinesischen Geschäftsmann.) Und die Polizisten unterhielten sich mehr, als dass sie beobachteten. Erstaunlich, selbst mit ihrem Bild in der ersten Reihe und dem Schmerz ihrer Eltern immer noch so offenkundig, dass man manchmal nur schwer atmen konnte, sprach ein Familienmitglied von Limor von der Suche nach Frieden, der Hoffnung auf den Tag, an dem wir unsere Waffen weglegen können. Angesichts dieses Schmerzes und der Zahlen – immer noch der Traum von etwas anderem.

Und wenn man sich umdrehte und die Aussicht betrachtete, konnte man das breite Panorama der judäischen Berge sehen. Sandige, sanfte Hügel, die genau so aussehen, wie sie vor Jahrhunderten ausgesehen haben müssen. Eine Stadt aus der Antike, aber eine moderne Stadt. Eine verwundete Stadt, aber eine heilende. Eine Stadt, die sich einst hinter Barrikaden und Wachleuten duckte, wo aber die Kinder wieder auf ihren Fahrrädern fahren und Kinderwagen wieder durch die Parks geschoben werden. Eine Stadt, wo wir unsere Kinder in die Schule schicken und eigentlich nicht mehr daran zweifeln, dass wir sie am Ende des Tages wieder sehen.

Das sind dieselben Berge, die die Propheten gesehen haben müssen, oder? Könnten sie vielleicht dieselben Berge gewesen sein, die Zephania sah, als er ausrief (Zeph. 3,14-15):

Juble, Tochter Zion…
Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen.
Der Herr hat … deinen Feind weggefegt…
du wirst kein Unglück mehr sehen.

Könnte das sein? Könnte es sein, dass auch dieser Traum langsam wahr wird? Könnte es sein, dass fast vier Jahre nach dem Beginn all dieser Dinge das Aufwachen wieder sicher ist? Könnte es sein, nur vielleicht, dass wir auch diesen Krieg gewonnen haben?

Die Debatte um den jüdischen Staat

Dror Eydar, Israel HaYom, 8. Februar 2017

1.

Das Gesetz zur Regulierung der Besiedlung in Judäa und Samaria ist das Ergebnis eines Kompromisses, eine Reaktion auf das Tun der linken Organisationen, die als langer Arm der EU und regionaler arabischer Staaten dienen, um zu versuchen Juden das normale Leben zu verweigern, das sie dort verdienen, wo zu leben es für sie am natürlichsten ist.

Die Tatsache, dass der Status dieses Landes im Verlauf der letzten 50 Jahre nicht reguliert worden ist, hat ein Vakuum geschaffen, in das der Oberste Gerichtshof sich begab, der den Bereich als „Gebiete unter kriegsführender Besatzung“ definierte. Ein Bericht von 2012, verfasst von Edmond Levy, ehemaliger Richter am Obersten Gerichtshof, empfahl Israel die Mehrzahl der Außenposten zu legalisieren, aber seine Feststellungen sind immer noch nicht umgesetzt worden.

Deshalb wurde dieses Gesetz nach der Tatsache formuliert, um eine unmögliche Realität anzugehen, in der einiges von dem, was gebaut worden ist, abgerissen werden könnte.

Das Gesetz legt fest, dass Kläger, die das Eigentum an Land beanspruchen, dazu gebracht werden können eine Entschädigung zu akzeptieren. Das ist eine wichtige Klausel, denn die palästinensische Autonomiebehörde hat den Verkauf von Land an Juden unter Todesstrafe oder lebenslange Freiheitsstrafe gestellt.

Das Gesetz erlaubt es palästinensischen Landbesitzern Israel dafür „die Schuld zuzuweisen“ dazu gebracht worden zu sein finanzielle Entschädigung anzunehmen. Aus diesem Grund ermöglicht das Gesetz nicht „Landraub“, da Entschädigung als Regelung für Bautätigkeit auf privatem Land überall auf der Welt üblich ist.

Im Gegensatz zur vorherrschenden Desinformation spricht das Gesetz nicht von der Zukunft. Es legalisiert keine Außenposten und es verändert nicht den rechtlichen Status auch nur einer einzigen Gemeinde, schon gar nicht wird Land annektiert. Es bearbeitet rückwirkend Bautätigkeit innerhalb bestehender Siedlungen. Das ist derzeit das Mindeste, was getan werden kann.

2.

Wie erwartet verfielen die Feinde des Siedlungsunternehmens in ihren üblichen Weltuntergangsrausch.

Der UNO-Sicherheitsrat arbeitete daran das Siedlungsunternehmen zu untergraben, noch bevor das Gesetz verabschiedet war – er braucht keinen Anreiz um gegen Israel zu schießen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag betrachtet schon die Existenz von Juden in Judäa und Samaria als Verbrechen, da seine Rechtsauffassung anders ist und er „eine andere Diskussionordnung“ hat, wie der ehemalige Oberrichter Aharon Barak einst sagte.

Diejenigen, die gegen die Rückkehr nach Zion sind, brauchen keine Rechtfertigungen, denn sie nehmen eine prinzipiell gegensätzliche Position ein. Sie leben nicht das, was sie predigen.

3.

„Jeder“ scheint zuzustimmen, dass der Oberste Gerichtshof das Siedlungsregulierungsgesetz streichen wird. Der überwältigende Konsens gründet auf der traurigen Akzeptanz der Tatsache, dass die Legislative und die Exekutive ihre Regierungsfähigkeit verloren haben.

Die Öffentlichkeit stimmt in Wahlen mit dem Ziel politischer Diskussion ab. Die Richter am Obersten Gerichtshof treten dann nach vorne und setzen ihre Weltsichten und Werte über die legitimen Vorstellungen und Werte der Öffentlichkeit.

Es ist allen klar, dass es denjenigen, die Klage beim Obersten Gerichtshof einreichen, nicht um die Eigentumsrechte der Araber in Samaria geht, sondern um ihr Streben die politische Debatte zu entscheiden. Warum muss der Oberste Gerichtshof intervenieren? Wie trägt er dazu bei sein Ansehen in der Öffentlichkeit zu stärken?

4.

Am Ende des Tages geht es hier nicht um juristische oder Streitigkeiten um Land. Es geht um die Zukunft des Herzens Israels, das darauf wartet der Souveränität des jüdischen Staates unterstellt zu werden. Diese Debatte berührt auch ein tiefer gehendes Thema – das unserer Identität als Volk, das mit dem Wunsch sie zu besiedeln in seine uralte Heimat zurückkehrt: Wer sind wir?

Dennoch ist eine klare Entscheidung zugegebenermaßen nicht immer nutzbringend. Manchmal muss man Prozesse langsam ihren Kurs nehmen lassen. Ganz allmählich. Werden wir die Weisheit haben geduldig zu sein?

Angesichts des Terrors beweisen wir wieder einmal, dass wir eine innovative Nation sind

Aussie Dave, Israellycool, 9. Februar 2017

Was haben die folgenden Gegenstände gemeinsam?

Die Antwort lautet natürlich: Sie sind Objekte, die erfinderische Israelis verwendet haben um Terroristen zu neutralisieren.

Und jetzt können wir dem Mix einen neuen hinzufügen.

Bei einem Schieß- und Messerangriff am Donnerstagnachmittag wurden fünf Menschen verletzt, al sein Palästinenser auf der HaBaron Hirsch-Straße in Petah Tikva nahe des gedrängt vollen Marktes der Stadt das Feuer eröffnete.

Der Schütze war ein 19-jähriger aus der Gegend von Nablus; er floh vom Tatort, wurde aber kurz darauf von Zivilisten festgesetzt, die ihn unter Verwendung einer Nähmaschine neutralisierten. Er wurde dann von der Polizei verhaftet und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Der Terrorist begann seinen Anschlag auf der HaBaron Hirsch-Straße, bewegte sich dann westwärts, wobei er ständig auf Menschen schoss, die an einer Bushaltestelle standen und auf dem Markt herumliefen.

Dann bog er rechts ab auf die Montefiore, immer noch schießend. Leute verfolgten ihn und versuchten ihn zu neutralisieren. Als der Terrorist an ein Nähmaschinengeschäft kam, begann er Menschen mit einem Schraubendreher anzugreifen, nachdem seine Schusswaffe – ein selbst gebautes Gewehr – Ladehemmung bekam.

Einige der Menschen schafften es schließlich den Terroristen zu neutralisieren, indem sei eine Nähmaschine nach ihm warfen. Augenzeugen sagen, während er neutralisiert am Boden lag, schrei er immer wieder „Hilfe, Hilfe!“

Dank des Erfindungsreichtums meiner israelischen Mitbürger ist Leben gerettet worden.

Drei Mädchen, drei Gräber und eine Torah

Daniel Gordis, 14. Mai 2004 (Link existiert nicht mehr)

Am letzten Sonntagabend, der nun schon wie ein Jahrhundert zurückzuliegen scheint, war so gut, wie er hier sein kann. Gemeinsam mit anderen Eltern von Zwölftklässlern an Talis Schule waren wir zu einem „Hachnasat Sefer Torah“, einem „Einführen einer Torahrolle in einer Synagoge“ eingeladen. Ein „Hachnasat Sefer Torah“ ist in Jerualem nicht ungewöhnlich, nicht einmal in Israel. Das findet ziemlich häufig statt. Aber dieses war einmalig.

Vor 14 Jahren, etwa 1990, führte eine Gruppe Mädchen aus dem zwölften Schuljahr aus Pelech, Talis Oberschule, das durch, was heute die jährliche Fahrt der Schule nach Polen ist. Eines Tages in Krakau bemerkten sie einen jungen Mann, der Puppen verkaufte. Es waren „Judenpuppen“, die so hergestellt wurden, dass sie wie traditionelle Juden aussahen. Vielleicht etwas seltsam in Polen, aber nicht sonderlich bemerkenswert, bis einige der Mädchen sahen, dass die „Bücher“, die diese Puppen festhielten, bemerkenswert authentisch aussahen. Sie sahen näher hin und überzeugten sich, dass diese „Bücher“ aus einer echten Torah-Rolle geschnitten worden waren.

Sie fragten den Puppenmacher, woher er das beschriebene Pergament hatte; er sagte ihnen, dass sein Onkel eine große Rolle davon habe, in der nahe gelegenen Stadt Luminova. Gefragt, woher sein Onkel die Rolle habe, sagt er ihnen, dass sie während des Krieges im Haus eines Juden gewesen sei und sein Onkel sie genommen habe, nachdem der Jude verschwunden war. Ob sie sie sehen könnten, wollten sie wissen. Er willigte ein sie am nächsten Tag mitzubringen.

Er hielt Wort, taucht am nächsten Tag wieder auf und zeigte ihnen, was übrig war. Er hatte mehr oder weniger die Bücher Genesis, Exodus und Leviticus. Die anderen beiden Bücher waren offensichtlich für die Puppen aufgebraucht worden. Die Mädchen wussten instinktiv, was sie zu tun hatten. Sie warfen ihr relativ begrenztes Taschengeld zusammen und kauften dem Mann die Torah für alles ab, was sie zusammenkratzen konnten.

Sie schleppten die zerstörte und unbrauchbare Torah den Rest der Reise mit. Als der Abflug aus Polen näher kam, standen sie allerdings vor einem Dilemma. Alles jüdische Eigentum von vor dem Krieg gehörte nun dem Staat. Der Puppenmacher hatte kein Recht gehabt die Torah zu verkaufen, sie hatten kein Recht gehabt sie zu kaufen und sie hatten mit Sicherheit kein Recht, sie außer Landes zu schaffen. Falls die israelischen Jugendlichen beim Schmuggeln von polnischem Eigentum erwischt würden, wären die Dinge, gelinde gesagt, äußerst unangenehm werden.

Sie sprachen das durch und nach einer Weile, wie ihr Lehrer des damaligen Sommers uns diese Woche berichtete, „ha-lev gavar al ha-sechel“ – „das Herz stach die Vernunft aus“. Sie entschieden sich, die Torah aus Polen herauszuschmuggeln und nach Jerusalem nach Hause zu bringen.

Am Flughafen musste allerdings jede von ihnen alle Taschen durchleuchten lassen. Das erste Mädchen in der Reihe legte ihre Taschen auf das Laufband, wie ihr gesagt wurde, und gab die Torah an die nächste hinter ihr weiter. Als diesem Mädchen gesagt wurde, sie solle dasselbe machen, gab sie sie heimlich dem Mädchen hinter ihr. Und so weiter. Die nächsten Minuten ging die Torah heimlich in der Reihe nach hinten, bis es schien, dass sie sie nicht herausschaffen konnten.

Dann ging das Laufband kaputt. Die Maschine funktionierte einfach nicht mehr. Die polnischen Beamten, zu beschäftigt mit der Reparatur des Laufbands, um alle mitgebrachten Taschen zu kontrollieren, winkten die verbliebenen Mädchen einfach durch und die Torah fand ihren Weg hinaus. Sie brachten die Torah an einen Ort in Jerusalem, wo solche Rollen repariert werden; aber diese Arbeit ist wahnsinnig teuer und braucht viel Zeit und für die Mädchen ging das Leben weiter. In die Armee oder [anderen] nationalen Dienst, an die Universität. Sie heirateten, bekamen Kinder und machten Karriere. Die Torah wurde nicht repariert.

Vierzehn Jahre später fuhr eine andere Abiturklasse nach Polen. Zu dieser Gruppe gehörte Talia. Die Mädchen machten eine außergewöhnlich starke Erfahrung; und auf ihrer Reise hörten sie die Geschichte der Torah, die ihre Vorgängerinnen – jetzt zwischen 30 und 40 – aus Europa geschmuggelt hatten. Die aktuelle Klasse entschloss sich das Geld aufzubringen, um die Torah reparieren zu lassen; bei ihrer Rückkehr übernahmen einige von ihnen die Führung und gingen ans Werk. Eine beträchtliche Summe wurde gesammelt, die Torah wurde über einen Zeitraum von vielen Monaten repariert und am letzten Sonntagabend wurde sie tanzend in ihr neues Zuhause in die Synagoge gebracht, wo sie, statt für Puppen zerschnitten zu werden, regelmäßig genutzt wird, gelesen von jungen Frauen, die sie tatsächlich verstehen und nach dem leben, was sie zu sagen hat.

Die Zeremonie selbst war eine religiöse, also waren nur Frauen anwesend. Elisheva und Talia gingen zuerst und ich kam später während des „Reden-Teils“ dazu, der auch für Männer offen war. Trotz der Hitze und dem überfüllten Raum, wo Menschen im Gang und auf dem Flur saßen, an den Seiten standen und vor der Türe, war es unglaublich bewegend. Und als ich zuhörte, wie Lehrer, Schüler und ein Rabbi, wie einige Abiturienten und andere die Geschichte dieser Torah und der beiden Klassen erzählten, die sie gerettet hatten, erwähnten ein paar, dass diese Mädchen „dor schelischi la-schoah“ sind, die dritte Generation seit dem Holocaust. Das stimmt nur allzu sehr.

Während ich darüber nachdachte, fragte ich mich, was es war, das diese Mädchen dazu brachte, das zu tun. Wie kam dieser Sinn der Dringlichkeit, das Gefühl, dass nicht erlaubt werden konnte, dass diese Torah in Leminova verkümmerte und aufgeschnitten wurde, bis nichts mehr übrig blieb, Stück für Stück und in alle Winde verstreut – wie konnte das für diese Mädchen so mächtig werden? Wie konnten sie wissen, dass diese Torah einfach nach Hause kommen musste? In einer Welt, in der die Nachrichten vom letzten Jahr weit zurückliegende Geschichte ist, warum wussten sie, dass die Geschichte der Juden von Leminova, wer immer sie gewesen waren, auch ihre Geschichte ist?

Ich sah zu, wie Tali die Redner beobachtete. Ich konnte keinen Stuhl in ihrer Nähe bekommen, aber ich konnte sie sehen. Sie hörte intensiv zu; ihre Augen füllten sich in manchen Augenblicken mit Tränen. Später, in der Halle der Schule, direkt vor dem Auditorium, sprachen Elisheva und ich darüber, welche Auswirkungen die letzten sechs Monate auf unsere Kinder gehabt haben. Wie sehr auf dem Boden der Tatsachen sie waren. Dass sie wissen, wofür sie stehen. Dass trotz allem, was sie durchgemacht haben, sie sehr wenig (zumindest oberflächlich) sie Angst zu haben scheinen. Und ein Abend wie dieser, sagten wir uns, die Gelegenheit für sie Teil einer solchen Sache zu sein, erinnerte uns daran, weshalb wir herkamen, warum wir blieben, warum es keinen anderen Ort gibt, wo wir unsere Kinder lieber groß ziehen wollten.

Beim Nachdenken darüber wurde ich an eine Unterhaltung erinnert, die ich mit Talie nur ein paar Wochen früher hatte, am Ende von Yom ZaZikaron, dem Gedenktag für die gefallenen israelischen Soldaten. Yom HaZikaron ist in Israel ein stiller Tag. Ein sehr stiller Tag. Die Geschäfte sind geschlossen, die Restaurants zugesperrt. Die Musik im Radio überträgt das Gefühl, dass dies kein Tag wie jeder andere ist und im 3. Fernseh-Kanal werden die Namen aller 21.781 Soldaten, die bei der Verteidigung des Landes gefallen sind, über 24 Stunden hinweg auf dem Bildschirm gezeigt, in der Reihenfolge, wie sie gefallen sind.

Am Ende des Nachmittags, nur Stunden bevor die Feierlichkeiten zu Yom HaAtzma’ut (dem Unabhängigkeitstag) beginnen sollten, saßen Tali und ich draußen auf der Terrasse und unterhielten uns. Ich fragte sie nach der Zeremonie ihrer Klasse am Morgen auf dem Herzl-Berg.

„Sie war richtig schön. Shira (ihre Schulleiterin) sagte uns, wir sollten uns auf dem Friedhof verteilen und nach einem Grab suchen, an dem wir die Psalmen sprechen wollten. Ich entschied mich, in dem Bereich von 1948 zu gehen?“
„Warum?“
„Nun, ich dachte, sie gehören zu den ältesten Gräbern und bei ihnen sei es am unwahrscheinlichsten, dass Familienmitglieder kommen und sie später am Tag besuchen würden.
Ich ging mit zwei anderen los. Ich ging zu einem Grab aus dem Unabhängigkeitskrieg und las einige Tehillim (Psalmen). Dann sagte mir eine meiner Freundinnen, die an einem Grab in der Nähe war, dass der Grabstein, an dem sie stand, eine Inschrift trug, dass dort jemand lag, der in einer Schlacht um Jenin getötet wurde. Und weißt du, Papa“, sagte sie, „es ist schon erstaunlich, nicht wahr, dass wir heute, nach all diesen Jahren, immer noch an denselben Orten kämpfen und nicht aufgegeben haben.“

„Dann kam meine andere Freundin zurück; sie schluchzte. Sie hatte das Grab von jemandem gefunden, der in einer Schlacht um einen der Orte getötet wurde, die wahrscheinlich abgegeben werden sollen [nach Scharons Plan, der dann im Likud-Referendum abgeschlagen wurde]; sie weinte und sagte: „Es ist eine solche Verschwendung. Diese Menschen starben, damit wir diese Orte bekamen und jetzt geben wir sie einfach zurück, ohne etwas dafür zu bekommen? Das ist einfach zu viel.“ Tali war eine Minute still und ich sagte nichts. Dann, nach einer Pause, sagte sie: „Ich hoffe, wir müssen nächstes Jahr nicht wieder hin.“
„Warum?“
„Weil ich Abiturientin bin, Papa. Nächstes Jahr wird es keine Schulausflüge geben. Alle meine Freunde gehen jetzt zur Armee. Wenn ich nächstes Jahr dort hin gehe, dann wird es wegen einer Beerdigung sein. Die von jemandem, den ich kenne.“

Sie hat natürlich recht. Sie ist in dem Alter, wo alle ihre Freunde eingezogen werden, so wie auch sie. Und sie hat recht, dass sie dort enden könnte, wie uns diese Woche elfmal aufgezeigt wurde. Und sie hat recht, dass, wenn sie dort hin gehen würde, der Schmerz unerträglich sein würde, mehr, als eine 18-jährige es wissen sollte.

Was also hält diese Mädchen in der Bahn? Warum wissen sie, dass die Torah einfach nach Hause kommen muss? Warum weinen sie immer noch an Gräbern von Leuten, die sie nie kannten? Warum sind die Geschichten auf diesem Berg für sie so wirklich wie die Geschichten der Leute ihrer eigenen Familie?

Das ist, wenn man alles Überflüssige weg nimmt, die Magie dieses Ortes. Es ist die Magie des Lebens in einem Haus, wo die Kinder und ihre Eltern mit jedem Atemzug Geschichte atmen und zur Geschichte gehören. Die Diskussion dieser drei Mädchen, was der angemessene Preis sei, was uns stolz machen sollte, was uns verzweifelt machen sollte, wie wir die Ereignisse verstehen sollten, die sich um uns herum abspielen, sind das, worum es in diesem Land überhaupt geht.

Diese miteinander konkurrierenden Sichtweisen „kämpfen“ selbst in unserem Kalender miteinander. Wir befinden uns gerade mitten in Omer, dem nächtlichen Zählen der 49 Tage zwischen Passah und Schavuot. Es ist ein Übergang von der Sklaverei und der körperlichen Freiheit (Passah) zum Zählen (Omer), während wir uns auf dem Weg zur geistigen Freiheit (Schavuot) befinden.

Und in die Mitte dieses traditionellen Rahmes fügte die Knesset drei Tage ein. Yom Ha-Shoah (den Holocaust-Gedenktag), eine Art moderner Tag der Versklavung (oder viel schlimmer). Dann, eine Woche später, Yom Ha-Zikaron, den Gedenktag für die gefallenen Soldaten, an dem das Zählen (wie im Omer) sehr real wird. Nur dass wir dieses Jahr nicht, wie im Omer, bis 49 zählten, sondern bis 21.781 (eine Zahl, die seitdem um fast 15 gestiegen ist).

Dieser Kalender selbst scheint einen Dialog zu propagieren, ja eine Debatte, zwischen den zugrunde liegenden Sichtweisen im Herzen dieses Landes. Was sollte der „Fortschritt“ sein, über den wir uns definieren? Die biblische Geschichte, der Übergang von Passah zum Omer und zu Schavuot? Oder das moderne Israel, der Übergang von der Verwüstung in Europa über den enormen Preis, der für den Ort bezahlt wurde, den wir jetzt Zuhause nennen, hin zur Feier, dass wir dieses Zuhause haben?

Viel von der Mythologie des frühen Zionismus beinhaltete eine Ablehnung dieser biblischen Tradition. Gedichte wie Altermans „Die Silberplatte“ und viele, viele andere waren der fast biblische Anspruch, dass die biblischen Traditionen uns im Stich gelassen hatten. Bialik sagt genau dasselbe. Die Juden Europas, davon ließ er sich nicht abbringen, hatten ausgemergelt, wehrlos, erbärmlich geendet (seine Sicht, nicht meine). Wir brauchten nicht einfach nur einen neuen Staat – wir brauchten eine neue Art Juden. Israel sollte ein Ort nicht nur für jüdische Souveränität sein, sondern eine Ort, wohin die kranken und wehrlosen europäischen Juden nach Hause gebracht und dann repariert, in Ordnung gebracht und wiedergeboren werden konnten.

Vielleicht verstanden diese Mädchen in Polen das vor vierzehn Jahren. Vielleicht begriffen sie, dass die Geschichte dieser Torah nicht nur die Geschichte einer Schriftrolle, sondern ihre Volkes ist. Und wer würde einen Juden an einem Ort wie Polen zurücklassen, damit er zerschnippelt und in alle Winde zerstreut wird? Das wäre undenkbar.

Das ist der Grund, dass die so stark zersplitterte Gesellschaft namens Israel mich nicht depressiv macht. Und es ist der Grund, warum die theatralischen Schlagzeilen, die jeden Morgen auf den Titelseiten der Zeitungen prangen, mich nicht zur Verzweiflung bringen. Denn diese Entzweitheit und die inneren Kämpfe, so erschöpfend sie auch sein können, drehen sich oft, so scheint mir, um ein verwundetes, aber sich erholendes Volk, das immer noch dabei ist herauszufinden, was es sein will, wenn es sich eines Tages von den Wunden erholt hat. Es ist kaum vorstellbar, dass diese Heilung schneller erfolgen könnte, als sie geschieht. Und es wäre schwer für mich mir etwas anderes vorzustellen, über das zu streiten wichtiger wäre.

Wenn 17-jährige Mädchen wissen, dass eine Torah nicht in Polen zurückgelassen werden kann oder dass sie nicht unrepariert in einem Lager bleiben kann, weil das nach Hause kommen und Wiederherstellung das ist, weshalb es diesen Ort überhaupt gibt, dann weiß ich, dass trotz allem dieser Ort funktioniert. Wenn meine Tochter vom Militärfriedhof auf dem Herzl-Berg kommt und mir von dem Gespräch mit ihren beiden Freundinnen erzählt, nachdem sie diese Gräber besuchten, dann fühle ich, dass dieses Land funktioniert und gut funktioniert, trotz des Übermaßes an Problemen. Und wenn ich Radio höre, in einer schrecklichen Woche wie der gerade hinter uns liegenden, höre ich trotz all dem Schmerz nicht wirklich eine Debatte über Politik, sondern über Geschichte, Identität, Überleben. Genau das, worum es in diesem Zuhause gehen sollte.

Wie anders können wir die Tatsache begreifen, dass plötzlich, diese Woche, Halakha-Experten (Experten für jüdisches Gesetz) für eine Radiosendung nach der anderen gesucht werden? Die Frage: „Ist es erlaubt Soldaten nach Zeitoun zu schicken und in den Philadelphi-Korridor, auf Haus-zu-Haus-Durchsuchungen und von Dach zu Dach, um sie nach Fragmenten der Leichen ihrer beiden Kameraden suchen zu lassen, die am Tag davor in tausend Stücke gesprengt wurden?“ Wie wägt man ab zwischen dem Gebot, dass einerseits Leben nicht riskiert werden soll, außer um Leben zuretten, und andererseits dem Gebot, dass alles Machbare getan werden soll um sicherzustellen, dass jeder Jude ein jüdisches Begräbnis bekommen soll? Können wir Soldaten einem Minimum von Gefahr aussetzen, damit die Eltern ihrer Freunde etwas haben, wenigstens etwas, das bei der Beerdigung in die Erde gelassen werden kann? Können wir Soldaten Gefahren aussetzen, damit sie und alle ihre Freunde wissen, dass – was der Himmel verhüten möge – wenn ihnen etwas passieren sollte, wir sie nach Hause holen werden?

Das Rabbinat erlaubte die Suche, aber das Land litt. Viele von uns wussten, dass die gegebene Antwort nicht die einzige war. Das Rabbinat sagte im Grunde, dass aufgrund der Wahrscheinlichkeit, dass Körperteile gefunden werden konnten, und der Auswertung des Risikos, ja, „einiges“ Risiko akzeptabel sein könne, um diese Jungs oder alles, was man von ihnen finden konnte, nach Hause zu bringen.

Aber was ist „einiges“ Risiko? Was, wenn bei der Aktion mehr der Jungs getötet worden wären, von Heckenschützen oder eine Bombe am Straßenrand? Was hätten wir dann gesagt? Nun, man hätte fragen können, warum überhaupt Risiken eingehen? Warum hat das Rabbinat schließlich so geurteilt? Und warum sollte irgendein Soldat sein Leben riskieren, um nach kleinen Stückchen Fleisch auf einem Dach in Gaza zu suchen? Aus welchem möglichen Grund?

Ich denke, weil es im Innersten dieser Gesellschaft eine nicht ausdrückbare Verpflichtung zur „inneren Sammelung“ gibt. Die Torah musste nach Hause gebracht werden. Die drei toten Soldaten wurden vor ein paar Monaten getauscht, um nach Hause zu kommen. Und Dutzende über Dutzende junger Leute riskierten Leben und Gesundheit um zu finden, was immer zu finden war.

Die Menschen stritten darüber. Mein Taxifahrer sagte: „Auf keinen Fall.“ Das ist es nicht wert. Elisheva dachte das Gegenteil. Ich war nicht ganz sicher. „Wenn, was Gott verhüten möge, es unser Kind gewesen wäre, das dort starb“, fragte ich sie, „würdest du wollen, das einer seiner Freunde [und ich erwähnte die Namen einer Reihe von jungen Leuten, die sich zur Zeit bei uns Zuhause aufhalten, Hausaufgaben machen und ihre Musik viel zu laut abspielen, aber relativ bald von der Armee gezogen werden] sein Leben riskiert, um seine Überbleibsel zu finden?“ Sie sah mich an, sagte nichts, drehte sich um und ging. Zurecht, denn diese Wahl ist nicht ertragbar. Es gibt nichts zu sagen.

Die Entscheidungen sind zu unmöglich. Es gibt ein Richtig, es gibt kein Falsch. Es scheint keinen Ausweg zu geben.

Die heutige Titelseite von HaAretz hat eine Schlagzeile: „Edrons Schwester hofft sein Tod wird zum Rückzug führen; Aviads Vater: Gaza gehört uns“ Das fasst es ziemlich gut zusammen. Selbst die trauernden Familien können sich nicht einigen, was aus all dem entstehen soll. Und er Rest des Landes? Selbst diejenigen, die raus wollen und jetzt raus wollen, haben keine Ahnung, wie sie die Frage beantworten sollen, über die jeder nachdenkt: „Wenn wir raus gehen und sie machen aus ganz Gaza ein Hamas-Disneyland und fangen an ihre Kassam-Raketen auf Aschkelon und Asachdod zu schießen, müssen wir dann nicht wieder rein gehen und es übernehmen? Und wird das nicht noch gefährlicher sein?“

Das reicht um es dir schummerig werden zu lassen – oder noch schlimmer, um einfach aufzugeben. Aber das geschieht hier nicht. Nur wenige Leute geben hier auf, denn dies ist das Zuhause. Wenn man Menschen sieht, wie sie diese Woche dem Radio zuhören – mit einer Intensität, die ich nirgendwo anders gesehen habe – dann weiß man, dass man Zuhause ist. Wenn man die leeren Gesichter sieht, wie sie zuhören, und die Person neben sich mit Schrecken fragt: „Was meinen Sie, da sind keine Leichen“, als wäre es ihr eigenes Kind gewesen, dann weiß man, dass man Zuhause ist.

Man ist Zuhause, denn man weiß, dass dies der einzige Ort der Welt ist, wo ein ganzes Land von der Frage beschäftigt wird, wie Juden beerdigt werden sollten. Weil dies der einzige Ort ist, wo die nationale Feiertage Mädchen lehren, subtil aber mächtig, dass man sogar eine Torah nach Hause bringen muss.

Am Ende der Zeremonie in Talis Schule wollten einige von uns, die beim Gottesdienst nicht anwesend waren, das Innere des Bogens sehen. Es war schön; auf dem Parochet (dem Tuch, das die Vorderseite bedeckt) gab es einige aufgestickte Verse. Die Menschenmenge stand eine Minute oder zwei so dicht, dass ich keinen Blick auf das Geschriebene werfen konnte. Aber als die Menschen nachgesehen hatten und gingen, konnte ich auch endlich etwas sehen. In schöner Schrift, gestickt mit spürbarer Liebe, standen dort die berühmten Verse aus Jeremia 31,16-17, die ausgewählt worden waren, um die Torah Zuhause zu begrüßen:

Ki yesh sachar li-fe’ulateikh,
Ve-yesh tikvah la-acharitekh
Ve-shavu vanim li-gvulam

Denn es gibt noch einen Lohn für deine Mühe…
Ja, es gibt Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr,
und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren!

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (12.-18. Februar 2017)

Sonntag, 12.02.2017:

Ein Hamasnik: „Dass sie am Leben bleiben wollen, ist Beweis, dass die Juden feige sind.“ (Das kann nur ein unmenschlich Verblendeter von sich geben – es zeigt, welch dunkle, teuflische Ideologie von dieser Truppe vertreten wird.)

Montag, 13.02.2017:

Das Nachrichtenportal 0404 vermeldete, dass im Laufe des jüdischen Neujahrsfestes der Bäume Tu Bishvat (am vergangenen Samstag, 11,2) mehrere Gruppen von linksextremen Aktivisten gemeinsam mit lokalen arabischen Einwohnern an die Sicherheitszäune der Farm Ma’on und der Siedlung Karmel und anderen in den Südhevronbergen gekommen waren. Teilweise hätten diese demonstrativ palästinensische Flaggen geschwenkt; neben dem Sicherheitszaun, unmittelbar an den Gemeinschaften und teilweise auf Staats- bzw.Gemeinschaftsland hätten sie Bäume gepflanzt. 0404 berichtet, diese Pflanzungen haben im Laufe der ganzen Woche bis zum Samstag hin stattgefunden. Offenbar handele es sich bei den Aktivisten, welche die palästinensischen Einwohner zu den Pflanzungen bringe, um Ausländer. Der Vorsitzende des Regionalkonzils Südhevron, Yochai Damri, äußerte starken Protest gegen die Aktionen.

Zudem berichtete 0404,Verdächtige hätten eine Aussichtsplattform nahe der jüdischen Ortschaft Bet Haggai bei Hevron angezündet, ebenso hätten andere versucht, Kirschenplantagen bei der Ma’on-Farm anzuzünden.

Wegen der seit Monaten andauernden Anschläge mit Felsbrocken und anderem aus dem PA-Dorf Husan am Gush Etzion ist der Zugang zu diesem Dorf von der IDF jetzt blockiert worden.

Die Hamas im Gazastreifen hat einen neuen Führer: Yahya Sinwar übernimmt von Ismail Haniyeh. Er gilt als einer der skrupellosesten Hamasniks überhaupt. Er saß wegen Mordes in einem israelischen Gefängnis und kam im Austausch gegen Gilad Shalit 2011 wieder frei. Selbst in der Hamas gilt er als „Falke“ und ist gegen jeglichen Kompromiss in der Politik gegenüber der PA und Israel.

Saeb Erekat hetzt wieder bei der EU: Er fordert ein „totales Verbot von in der Westbank hergestellten Waren“; das sei nötig um Israels „Kolonisierungspläne zu vereiteln“.

Donnerstag, 16.02.2017:

PA-Araber aus Husan wurde der Zugang nach Beitar Illit verwehrt, wo sie normalerweise arbeiten; aber wegen der ständigen Mordversuche mit Felsbrocken an Autofahrern wird Familienmitgliedern von Steinewerfern die Aufenthalts-/Arbeitsgenehmigung für Israel und „Siedlungen“ aberkannt.

Die Hisbollah droht Israel mit Angriffen auf den Atomreaktor von Dimona.

Es gab eine Bombendrohung gegen das israelische Konsulat in Miami. Es wurde evakuiert.

MK Ahmed Tibi (Vereinigte Arabische Liste) prahlt, wenn es keine Zweistaatenlösung gibt, dann eben eine Einstaatenlösung und dann würden alle Palästinenser ihn wählen und einige Israelis auch und er wäre Premierminister.

Die PLO interpretiert Trumps Anmerkung, dass die Zweistaatenlösung nicht die einzige Möglichkeit sein muss, „wenn beide Seiten das so wollen“ als offene Ablehnung der Zweistaatenlösung (was schon gelogen ist) und sagt, die Alternative dazu sein „Blutvergießen“.

Freitag, 17.02.2017:

Avigdor Lieberman bot der Hamas massive Wirtschaftshilfe für den Gazastreifen an, wenn die Terroristen ihre Raketen und Tunnel aufgeben. Mahmud al-Zahar von der Hamas lehnte das für die Terrorgrupe ab.

Grundsatzaussage eines Fatah-Offiziellen: Die Palästinenser haben das „Recht“ Terror zu benutzen, um „unser Heimatland zu befreien“. (Total nach Frieden suchend…)

Abbas hat neuerdings einen „Vizepräsidenten“ – jedenfalls in der Fatah. Und dieser Mahmud al-Aloul ist langjähriger Führer des „bewaffneten Arms der Fatah“, schon vor den Oslo-Vereinbarungen. Und er hat immer erklärt und ist weiterhin der Meinung, „bewaffneter Widerstand“ sei das Rechte der „Palästinenser“.

Der Januar war der für Israel blutigste Monat seit Juni: 5 tote Israelis, 16 Verletzte.