70 Jahre Archäologie in Israel – von Qumran bis zur Davidstadt

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 20. April 2018 (direkt vom Autor)

1948 stieg ein Beduine in eine Höhle, um eine entlaufene Ziege einzufangen und entdeckte dabei ein paar alte Krüge. Einige waren leer, andere enthielten Asche und in einigen fand er beschriftete Pergamente. Das waren die ersten „Qumranrollen“, die fortan das Verständnis der Bibel und der Ursprünge des Christentums verändern sollten. Ganze Heere von Wissenschaftlern aus aller Welt beugten sich fortan über Tausende Kopien und winzige Schnipsel biblischer Texte, Briefe und anderer Dokumente in Hebräisch, Latein und Griechisch, auf Papyrus oder Leder geschrieben. Das Israel-Museum hat ihnen ein eigenes Gebäude gewidmet, dessen Form wie der Deckel eines Krugs gestaltet ist.

Jeder Quadratmeter atmet hier die Geschichte von Jahrtausenden. Nirgendwo kann ein Fundament ausgehoben oder eine Straße angelegt werden, ohne dass die Antikenbehörde den Untergrund kontrolliert. Archäologie spielt eine zentrale Rolle bei der Identitätssuche der Völker im Nahen Osten. Palästinenser erklären muslimisches Erbe, etwa in Jericho, zum Beweis für palästinensische Präsenz, Jahrhunderte, bevor es „Palästinenser“ gab. Armenier fanden in ihren Grundstücken in Jerusalem Spuren des Hohe-Priesters Kaiphas, während Juden überall im Land ihre Verbindung zur biblischen Geschichte aufzeigen.

Südlich von Haifa gibt es Höhlen, wo man nicht nur eine 60.000 Jahre alte Grabstätte fand, sondern auch den ersten Nachweis eines Treffens des Homo Sapiens aus Afrika mit dem Neandertaler aus Europa. Vielleicht sind wir alle ja Kinder dieser Begegnung. Dann stünde an der Wiege des Heiligen Landes das erste „Mischvolk“ der Menschheit. Ein hartes Brot für alle, die versuchen, einer Kulturgemeinschaft bestimmte „Gene“ etwa für die Entstehung von Nobelpreisträgern oder Finanzhaien zuzuschreiben.

Die Bibel als Leitfaden

Ob die Welt tatsächlich vor 5778 Jahren von Gott innerhalb von 6 Tagen erschaffen worden ist, darf bezweifelt werden. Aber schon der mythologische Erzvater Abraham, dem die Gründung der ehemals wunderbaren syrischen Stadt Aleppo zugeschrieben wird, könnte eine historische Figur gewesen sein. Die Stationen seiner Wanderung vom heutigen Irak nach Israel sind im archäologischen Kontext belegt. Abrahams Weg endete in Hebron, wo bis heute sein Grab in einem von König Herodes vor 2000 Jahren errichteten Gebäude verehrt wird.

Im Gebiet des Staates Israel nach 1948 liegen viele antike Städte aus biblischer Zeit, die in großangelegten wissenschaftlichen Ausgrabungen freigelegt wurden. Dazu gehören Hazor im Norden und Lachisch im Süden. Hinzu kamen Aschkelon, wo Spuren der biblischen Philister gefunden wurden, Caesarea, wo die Römer den größten Hafen ihres Imperiums angelegt hatten und Masada am Toten Meer. Dort wurde vor 2000 Jahren eine Heldengeschichte jüdischer Widerstandskämpfer detailliert dokumentiert. Der römisch-jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet, dass die Belagerten unter Führung von Eleazar ben-Ya’ir, beschlossen, lieber als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen: „Ein ruhmvoller Tod ist besser als ein Leben im Elend.“ Per Los bestimmten sie einige Männer, die wechselseitig den Rest der Gruppe und anschließend sich selbst töten sollten. Als die römischen Soldaten die Festung stürmten, lagen dort die Leichen von 960 Männern, Frauen und Kindern. Nur zwei Frauen und fünf Kinder hatten sich verborgen gehalten und konnten berichten, was geschehen war. Bis heute ist die Festungsruine das Symbol des jüdischen Freiheitswillens.

Zwischen 1965 und 1991 wurden hier die jungen Soldaten gemäß dem Motto „Masada darf nie wieder fallen“ vereidigt. 1969 wurden von den Archäologen gefundene Knochen mit einem Staatsakt feierlich begraben. Es hieß, dass so die jüdischen Verteidiger zur letzten Ruhe gelegt würden. Doch der Anthropologe Joe Zias hegte Zweifel und behauptete, dass die Knochen eher von römischen Legionären stammten. Zudem waren sie vermischt mit Schweineknochen.

Derartige Kontroversen gehören zum Alltag israelischer Archäologen. Prof. Israel Finkelstein von der Universität Tel Aviv erklärte sogar die Könige David und Salomo zu Produkten fantasievoller Volkserzählungen. Dagegen haben Archäologen in Tel Dan im Norden Israels auf einem zweitverwendeten Stein die Inschrift „Haus des David“ gefunden. Das beweist natürlich nicht, dass es den rothaarigen Helden, der den mächtigen Goliath mit einem Steinwurf getötet haben soll, gegeben hat. Aber offenbar muss nach David eine ganze Dynastie benannt worden sein. Von König Salomon fehlt bisher jeglicher Nachweis. Den gibt es erst für seinen Sohn Rehabeam. Professor Gabriel Barkai von der Bar Ilan Universität meint dazu: „Jeder Mensch hat einen Vater.“ Wenn der Sohn nachgewiesen ist, dann müsse auch sein Vater existiert haben. Salomon gilt als der Erbauer des ersten Tempels in Jerusalem, von dem schon zahlreiche Spuren gefunden worden sind. Heute steht an dessen Stelle der Felsendom, eines der schönsten und frühesten Gebäude des Islam, vermutlich von christlich byzantinischen Architekten und Handwerkern entworfen und errichtet. Im Jahr 638 war Jerusalem vom Kalifen Omar, einem Nachfolger des Propheten Mohammad erobert worden.

Rund um den Tempelberg und südlich davon in der Stadt Davids, dem ältesten Teil Jerusalems, sind Ausgrabungen politisch besonders brisant.

Denn sie finden in dem von Israel seit 1967 besetzten Ost-Jerusalem statt, unter Häusern von Palästinensern, die hier ohne jegliche Baugenehmigung den Hügel bebaut haben, der in den 1920er Jahren, als die britische Archäologin Kathleen Kenyon dort erste Probegrabungen durchführte, noch kahl und leer war. Die israelischen Archäologen Roni Reich und Eli Schukrun haben dort gewaltige Höhlen und Wassertunnel aus der Zeit der Jebusiter freigelegt. Laut Bibel ist an dieser Stelle auch König David in die Stadt eingedrungen. Aber das ist selbstverständlich noch kein Beweis dafür, dass ausgerechnet ein David dort durchgekrochen ist. Gleiches gilt für einen mächtigen Bau mit tonnenschweren Steinen, wie sie nur eine staatliche Institution und gewiss kein Privatmann hätte bauen können. Eilat Mazar, Archäologin in den Diensten der Antikenbehörde, erklärte den Fund zum „Palast des Königs David“, errichtet auf einer schrägen Stadtmauer der Jebusiter. Politische Gegner behaupten, dass sie das nur sage, weil eine rechtsgerichtete Siedlerorganisation und ein „zionistischer Amerikaner, Kind von Holocaustüberlebenden“, ihre Grabung finanziert habe. Hätte Mazar behauptet, dass es sich um einen palästinensischen Königspalast handelte, 3000 Jahre ehe es Palästinenser als Volk gab, wären ihr wohl Forschungsgelder der UNICEF sicher. Bei einer Führung machte ein 10-jähriger Junge einen Vorschlag zur Güte: „Vielleicht war das Ganze ja ein Supermarkt…“

Die Funde in der Davidstadt und etwas weiter nördlich, entlang der Klagemauer, sind überwältigend. In einer Villa, die am 9. des hebräischen Monats Av im Jahr 586 vor Chr. abgebrannt ist, dem Tag als der babylonische König Nebukadnazer den Tempel von Jerusalem zerstörte, fanden sich in einer dicken Ascheschicht Siegel mit den Namen der persönlichen Berater des Königs Hiskias, etwa eines Achiav Ben-Menachem. Die tönernen „Bullae“ (Siegel oder auf Hebräisch Briefmarken) haben den großen Brand überlebt. Die Namensinschriften sind in Althebräisch geschrieben. Dazu gehört auch eine monumentale Inschrift des Königs Hiskias in dem von ihm befohlenen Tunneldurchbruch für die Wasserversorgung Jerusalems bei der Siloam-Quelle. Wie in der Bibel beschrieben, wurde der Tunnel von zwei Seiten in den Felsen geschlagen. Wo die Arbeiter sich trafen, wurde eine Inschrift in der Wand geritzt. Sie wurde schon vor 100 Jahren gefunden und nach Istanbul gebracht, wo sie sich heute im Topkapi-Museum befindet.

Entlang der westlichen Umfassungsmauer des Tempelbergs reiht sich ein riesiges Gewölbe an das nächste. Über diesen römischen Bauten leben heute Araber in neuen Häusern. Gefunden wurden da riesige Zisternen und Steinbrüche noch aus der Zeit des Salomon. In einem der Gewölbe wurde kürzlich ein römisches Theater freigelegt. Im Hintergrund sieht man die Fortsetzung der Klagemauer.

Reiseführer erzählen immer noch gerne, dass König Herodes die Klagemauer gebaut habe. Doch 2011 wurde in einem vor 2000 Jahren mit Schutt gefüllten jüdischen Tauchbad (Mikwe) aus der Zeit des Salomon eine Münze aus dem Jahr 18 n. Chr. gefunden. Die Mikwe befand sich unter den bis zu 150 Tonnen schweren Steinblöcken. Das belegt einwandfrei, dass die berühmte Mauer erst nach dem Tod des Herodes errichtet worden sein kann.

Westlich der Klagemauer haben die Römer eine breite Straße mit großen fein behauenen Steinblöcken ausgelegt. Auf einem Teilstück liegen auf einer Ascheschicht uralte Trümmer. Einige dieser von den Römern im Jahr 70 herunter geworfenen Steine sind rundlich gemeißelt. Das war das Geländer. Genau unter der Zinne ist die Kopie ein solchen Steines aufgestellt. Auf dem steht in großen hebräischen Lettern: „Zum Ort des Trompeters“. Das Original befindet sich heute im Israel-Museum. Der Stein wurde 1968 bei den ersten Ausgrabungen nahe der Klagemauer gefunden. Die Inschrift bestätigt eine jüdische Tradition, wonach auf der Zinne ein Trompeter stehen und nach dem Messias Ausschau halten sollte. Hier treffen eine alte jüdische und eine christliche Tradition aufeinander. Im Neuen Testament gibt zu diesem Ort die berühmte Geschichte der Versuchung Jesu. In Matthäus 4 heißt es: „Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf die Zinne des Tempels und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

Wenige Meter von dort entfernt sind hoch oben in der Mauer die antiken Befestigungen einer römischen Brücke zu erkennen, der sogenannte Robinsonbogen. Die Brücke ist längst verschwunden, aber das andere Ende des Bogens wurde bei Ausgrabungen freigelegt. Darin sieht man zwischen den mächtigen Steinblöcken kleine Läden. Hier könnten in der Bibel beschriebenen Geldwechsler gesessen haben. Denn römische Münzen mit dem Abbild des Gott-Kaisers durften die Juden nicht in den Tempel tragen. Also tauschten sie die römische Währung in neutrale Tempelmünzen um.

Unter dem perfekt erhaltenen Straßenbelag unterhalb des Robinsonbogens gibt es ein Zeugnis für eine historische „Panne“. Ein Teil des Bogens brach bei den Bauarbeiten ein. Dabei stürzte der spitze Schlussstein herab, durchschlug die Straße und blieb in der Tiefe des Abwassertunnels stecken. Der Straßenbelag wurde schnell wieder erneuert, sodass heute dort nichts mehr zu sehen ist. Der Abwassertunnel ist weitgehend freigelegt worden. Dort, wo bis heute dieser Spitzstein von der Decke herabragt, muss man sich tief bücken. Der Archäologe Gabriel Barkai vermutet, dass diese „Panne“ etwa im Jahr 30 n.Chr. passiert sei. Meine (Ulrich Sahm) Anfrage im geologischen Institut Israels ergab, dass es „ungefähr“ im Jahr 30 oder kurz danach ein leichtes Erdbeben gegeben habe, das auch in Jerusalem zu spüren war. Hier treffen also wieder wissenschaftliche Beweise auf Erzählungen aus dem Neuen Testament. In der Kreuzigungsszene, Matthäus 27, Vers 51/52 wird ein solches Erdbeben anschaulich geschildert: „Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von obenan bis untenaus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen“. Die Geologen können hier Erderschütterungen ziemlich exakt zuordnen, weil sich Schichten von braunem Schwemmwasser des Winterregens mit weißen Salzschichten von der Verdunstung des Tote Meer Wassers im Sommer wie die Jahresringe eines Baumes abwechseln.

Abschließend noch ein lustiger Fund. Entlang der besagten Straße kann man die Gullis sehen, durch die das Regenwasser hinab in den Entwässerungstunnel und von dort in die riesigen Zisternen geleitet worden ist. Auf dieser Straße wandelten damals auch die Hohepriester des Tempels. Am unteren Saum ihres Prachtgewandes waren zahlreiche winzige goldene Glöckchen angebracht. Aufgrund alter jüdischer Berichte fanden diese mit Glöckchen versehenen Abbildungen der Hohen Priester auch Eingang in die christliche Kunst des Mittelalters. Offenbar hat einer der Priester beim Gang zum Tempeldienst ein solches Glöckchen verloren. Es rollte in den Gulli und wurde jetzt bei den Grabungsarbeiten in dem Tunnel wiedergefunden. So kann man hören, was die Menschen vor 2000 Jahren nahe dem Tempel gehört haben. Eine Nachbildung des biblischen Glöckchens wird heute als Andenken an die Besucher verkauft.

(C) Ulrich W. Sahm

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Yom HaZikaron – Gedenken in Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 18. April 2018

Am Yom HaZikaron, dem Gefallenengedenktag, erinnert Israel an 23.646 gefallene Soldaten und 3.134 Terroropfer.

Die offiziellen Eröffnungsveranstaltung findet jedes Jahr an der Westmauer, der Kotel, statt; der israelische Präsident ist der Hauptredner, dann wird die Gedenkflamme entzündet.

Es gibt zahlreiche Gemeinde-Gedenkveranstaltungen; manche werden von Pfadfindern geleitet, andere von Jugendgruppen.

1967 war Givat Hatachmoschet, der Munitionshügel, Ort einer wichtigen Schlacht. Heute gibt es dort ein Mahnmal für jüdische Soldaten.

Eine Mauer mit Plaketten für gefallene jüdische Soldaten aus allen Ländern, nicht nur aus Israel, führt bis 1948 zurück; sie tragen die Namen de Soldaten geordnet nach den Armeen, denen sie angehörten. Schon vor der Gründung des Staates Israel sind Freiwillige gekommen, um den einen jüdischen Staat zu verteidigen und für ihn zu kämpfen. Zu viele sind gefallen.

Die Söhne, die wir verloren“ war das Thema der Gedenkfeier am Zentrum der Einsamen Soldaten zum Gedenken an Michael Levin am Givat Hatachmoschet.

Harriet Levin, Michaels Mutter (rechts), Evie Steinberg, die Mutter von Max, und Tuvia book, der für die Familie von Alex Singer sprach, waren die Hauptredner. Solch wunderbare junge Männer gingen verloren. Aber jede ihrer Familien haben sich der Fortsetzung des Engagements ihrer gefallenen Helden geweiht, jede auf ihre eigene Art.

Yom HaZikaron beginnt am Abend mit dem Heulen einer Sirene.

Überall in Israel werden Gedenkfackeln entzündet.

Gedenkgebete werden gesprochen.

Der Gefallenen wird mit Worten gedacht,

dazu mit den feierlichen Klängen gefühlvoller Musik.

Aber nach einem Tag Gedenkfeiern, Besuchen auf Friedhöfen mit Gräben der gefallenen Soldaten und Terroropfer

beginnt Israel mit Anbruch der Dunkelheit seine 70 Jahre zu feiern.

Von den Tränen des Militärfriedhofs auf dem Herzl-Berg zu den Hochrufen auf dem Herzl-Berg am Yom Ha’atzmaut mit dem Feuerwerk des israelischen Unabhängigkeitstags

#Israel70 ist ein modernes Wunder, Jahrhunderte lang von weit weg erträumt.

Mein Video der Woche

gefunden auf twitter – die Hatikva, gespielt in Jerusalem auf Geigen, die aus dem Holocaust geborgen und restauriert wurden:

Das Geheimnis von Israels Erfolg

The Real Jerusalem Streets, 11. April 2018

Ein weiteres Pessach ist vorüber.

Innerhalb von einer Woche ging es von verbranntem Brot auf der Straße

zu zerbröckelten Matzen.

Zehntausende feierten mit Ausflügen in die Jerusalemer Parks. Hoffentlich werden jedes Jahr mehr und mehr Besucher ihre Sachen selbst aufräumen.

Zum Besten von Pessach gehörte der Botanische Garten Jerusalems. Den Wagen zu parken war en Problem, wie es bei solch beliebten Orten der Fall ist.

Am Alten Bahnhof und vielen anderen stellen gab es über Pessah frische Pizza aus Kartoffelmehl statt Weizen. Jetzt sind wir zurück bei normalem Mehl.

Im Verlauf der Feiertagswoche waren Möbel, Geschirr und Geräte wurden entfernt. Jetzt ist sogar das Schild dort weg, wo vor kurzem das Café de Paris war. Das war die Stelle des Café Moment und eines tragischen Selbstmord-Anschlags im Jahr 2002. Es war für uns auch einer von vier Liebelings-Orten für koschere Pizza als Touristen vor Jahren. Heute hören wir, dass dieser Standort gegenüber des Wohnsitzes des Ministerpräsidenten, wo Secret Services-Agenten in Dienstpausen während des Schutzes für Präsidenten gerne abhingen, ein Apartmentgebäude werden soll.

Haben Sie den Namen Avera Mengistu gehört? Wissen Sie, wo Avera ist?

Direkt an der Residenz des Ministerpräsidenten, wo die Familie Schalit ihr Zeltlager aufschlug, gibt es ein neues Protestzelt.

Avera wird seit 3 Jahren im Gazastreifen gefangen gehalten, mehr als 1.308 Tage. Seine Familie und Freunde versuchen die Aufmerksamkeit zu erhöhen und Avera, der an psychischen Störungen leidet und Zivilist war, der über die Grenze wanderte, sicher nach Hause zu bekommen.

Im gestrigen Regen gab es Leute, die noch unter dieser Plane standen und in einer Reihe von Städten gab es Protestmärsche. Heute hörte ich zum ersten Mal seinen Bruder bei einem Interview im Radio.

„Gut gemacht, du bist fast an der Ziellinie“, war ein Schild, das ich an Pessach auf meinem Weg in den Sacher-Park sah. Es war für die Läufer des kompletten Marathons gemacht, die in die Nähe des Ziels kamen. Jetzt, wo die ganzen Pessach-Sachen abgehängt werden und die Aufräumarbeiten fast beendet sind, fühlt es sich an, als würde ich die Ziellinie erreichen.

Aber es gibt keine Zeit des Stillstands in Jerusalem in Israel

und den großen israelischen Flaggen am Gebäude der Jewish Agency.

neue Flaggen wehen nahe des Beit Hanasi, der Residenz des israelischen Päsidenten.

Für den anstehenden Yom Ha’atzmaut, der Unabhängigkeitstag, sollen die Feiern zu Israels 70-jährigem Bestehen größer sein als jemals zuvor.

Die Proben für die Eröffnungsfeier auf dem Herzl-Berg haben begonnen.

Soldaten mit Flaggen üben, um für die Live-Übertragung im Fernsehen perfekt zu marschieren.

Der riesige Sammelbereich befindet sich im Bau.

Das hier sind junge Männer und Frauen, die stolz in den Sicherheitskräften dienen, um den Staat Israel zu verteidigen.

Das Geheimnis von Israels Erfolg?

Nach Angaben des Strategie-Experten Yaakov Amidror haben die Israelis die „schlechte Gewohnheit“, dass sie ihr Leben leben und nicht bei allen Spannungen damit aufhört, bis die erste Munition gegen die andere Seite verschossen wird. Das Geheimnis besteht darin weiter so zu handeln, als ob um uns herum nichts geschehen wäre, zu leben und zu arbeiten und das normale Leben zu genießen, den Yom Ha’atzmaut zu planen und zu feiern.

Aber wenn Gewalt nötig ist, wie in den Kriegen der Vergangenheit, können wir darauf vertrauen, dass die IDF bereit ist und uns verteidigt und die Kriege so kurz wie möglich macht.

Israel mit 70 – auf dem Weg voran und stark.

Holocaust-Gedenktag in Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 12. April 2018

Dieses Jahr wurde Yom HaSchoah, der Gedenktag für die Märtyrer und Helden des Holocaust, wie er offiziell heißt, von Mittwochabend bis Donnerstagabend begangen.

Die staatliche Feier in Yad Vashem wurde im israelischen Fernsehen live übertagen. Wie es zur Tradition geworden ist, entzündete Rabbi Yisrael Meir Lau die Gedenkfackel.

Präsident Reuven Rivlin sprach zu den Versammelten, die auf dem Platz so weit verteilt waren, dass die meisten Gäste sie auf den auf jeden Seite der Bühne aufgestellten großen Bildschirmen ansehen mussten, um das Programm verfolgen zu können.

Nach einem musikalischen Intermezzo sprach Premierminister Benjamin Netanyahu.

Unterstützer von Yad Vaschem aus aller Welt kommen, um an der emotionalen Feier teilzunehmen.

Sechs Überlebende entzündeten einer nach dem anderen, unterstützt von einem jüngeren Familienmitglied, Flammen für sechs Millionen ermordete Juden.

Die Lebensgeschichten der sechs Überlebenden werden in sechs kurzen Videos vorgestellt. Ein Thema verläuft durch diese kurzen Blicke in die Vergangenheit: In Israel angekommen, nachdem sie Schwierigkeiten durchmachten, die man sich nicht vorstellen kann, sind sie stolz den Erfolg gehabt zu haben neue Generationen stolzer und versierter Juden großzuziehen.

Die Vergangenheit kann nicht wiederhergestellt werden. Aber

jeds jahr steht die IDF-Ehrengarde auf der Bühne. Die jungen Soldaten sind Symbole einer viel versprechenden Zukunft.

Jedes Jahr wird das traditionelle Gebet für die Toten rezitiert. Ich dachte, ich könnte die Worte aus den judäischen Bergen um uns herum nachhallen hören.

Um 10 Uhr am nächsten Morgen erklangen die Sirenen zwei Minuten lang. Jerusalem hielt inne um zu gedenken.

Der Tag war gekennzeichnet durch eine lange Liste an Programmen, die die Überlebenden ehrten und der Opfer gedachten.

Es gab viel mehr, aber ich entschied mich mit der Hatikva zu enden die die Zeremonie in Yad Vaschem beendete.

Hoffnung für die Zukunt

Trauer und feiern

Das Leben leben.

Jerusalem hat zum Yom Ha‘atzmaut, Israels 70. Unabhängigkeitstag, eine sehr lange Liste kostenloser öffentlicher Veranstaltungen, der nächste Woche gefeiert wird.

Ich brauche vorher etwas Zeit zum Ausruhen.

Schabbat Schalom

Das Beste von Pessach in Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 4. April 2018

Das Pessah-Fest in Jerusalem in Israel ist immer eine geschäftige Zeit, in der viel zu tun ist.

Was kommt als nächstes nach Tagen des Reinigens und Einkaufens und einem Seder am späten Abend?

Dieses Jahr beschloss ich, nicht mit Millionen anderer Israelis Stunden im Auto zu verbringen, um zu luxuriösen Campingplätzen und Sandstränden zu fahren, sondern lieber Zuhause zu bleiben und zu erkunden, was Jerusalem zu bieten hat.

Jetzt teile ich mit Ihnen einiges vom Besten aus Jerusalem zu diesem Pessach im Jahr 5778.

Wo sonst sollte man beginnen als beim Essen?

Einige Restaurants wie diese neue Hummus-Kantine wurden für Pessach geschlossen.

Aber keine Sorge, in Jerusalem gibt es jede Mengen koschere Orte, um an Pessach zu essen. Dieses Holy Bagel in der Altstadt ist nicht nur mehadrin-koscher, sondern „KOSCHER ohne Sorge wegen Hülsenfrüchten“!

Mit Körben voller Matze auf dem Tisch sah diese Krustenpizza gut genug aus, um sie zu essen. Die Menschen standen Schlange um sich setzen und selbst probieren zu können.

Pizza, Brötchen, Sandwiches, Torten, Kuchen und mehr … einer der besten Orte für Pessach-Essen befindet sich in Jerusalem in Israel.

Die Mamilla-Mall war belebt und gedrängt voll mit einkaufenden Einheimischen und internationalen Touristen, dazu Unterhaltung und Vorführungen für Kinder.

Noch etwas, das mir besonders gefiel, war in der Altstadt zu sehen, wie die Menschen sich kleiden. Viele hatten ihr „Sonntagssachen“ angezogen, es wurde jede Art von Outfit getragen, das man sich vorstellen kann.

Mit so vielen Aktivitäten für Familien war es schwer sich zu entscheiden, was man zuerst tun mochte, da Dutzende Museen und Örtlichkeiten für Kinder eintrittsfrei waren. Am Davidturm gab es Familien, die umhergingen, Führungen mitmachten und kletterten.

Vom Davidturm aus konnte man den Gang über die Altstadtmauern sehen, wo Touristen über die Mauern liefen.

Die Tage waren warm und die Sonne brannte mittags vom Himmel. Aber an mehreren Orten in der Altstadt gab es Freiwillige, die allen, die vorbeikamen, kostenlos Becher mit Wasser anboten.

Die Goldene Menorah wurde in die Nähe der Hurva-Synagoge gebracht, wo Touristen eifrig Fotos machten.

Die Menoah ist ein Foto, das in der Nähe der goldenen angebracht wurde. Der Aufzug an der Westmauer soll hier gebaut werden.

Erinnern Sie sich? Ich sagte, jede vorstellbare Art an Kleidung. Wie wäre es mit einer Betar-Uniform aus den 1920-er Jahren?

Es wurde berichtet, dass 100.000 Menschen am Montagmorgen beim Birkat Kohanim, dem priesterlichen Segen waren.

Am Nachmittag und den größten Teil der Woche war der Platz vor der Westmauer voller Familien.

Den ganzen Tag lang kamen und gingen Zehntausende in die Altstadt und verließen sie wieder.

Die Schlage befand sich nicht am Sicherheitseingang zum Frauenbereich, sondern war einfach eine lange Schlange Touristen, die darauf warteten auf den Tempelberg gehen zu können.

Der gemeinsame Bereich war allerdings fast leer. Rechts im Foto kann man, wenn man genau hinsieht, Kinder bei den Steinen des zweiten Tempels spielen sehen.

Es waren zwar viele in der Altstadt, aber andere Orte in Jerusalem waren ebenfalls Feiertagsziele.

Im Gan Sacher, dem Sacherpark, füllte Rauch die Luft – Dutzende Familien grillten Fleisch für große Mahlzeiten; auf den Tischen standen Schachteln mit Matzen.

Kinder spielten, während Familienmitglieder und Freunde dort saßen und redeten oder Sport machtne.

Ein weiteres Beispiel für beliebte Ziele war der Botanische Garten von Jerusalem.

Tausende Menschen wanderten zu Pessah über die Anlage.

Ich war fasziniert von den Blumen im Teich. Es ist so schön dort, wo sich früher eine Müllkippe befand.

Es gab geplante und beaufsichtigte Aktivitäten für Kinder

sowie farbenfrohe Blumen, die ihre Aufmerksamkeit gewannen.

Der Nayot Park ist einer von Dutzenden Jerusalemer Parks, in denen gegrillt wurde, Rauch aufstieg und sich Matzen auf dem Tisch befanden.

Bei vielen Orten dauerte es länger sie mit dem Auto zu erreichen. Einen Parkplatz zu finden, war nicht immer einfach. Eine freier Platz an einer guten Stelle war es wert freigehalten zu werden.

Es gab vielfältige abendliche Musikveranstaltungen, viel zu viele, um sie aufzulisten.

Alte Orte wie das Hansen-Haus waren voller Aktivität.

Es passierte so viel in Jerusalem in dieser Pessah-Woche. Mehr Fotos gibt es hier: aus der Altstadt, dem Gan Sacher, dem Botanischen Garten.

Enden möchte ich mit einem Video des Birkat Kohanim

und einem meiner Lieblingsfotos – dem von diesen zwei jungen Cousins, die einander bei einem Picknick im Gan Sacher näher kennenlernten:

Ich wünsche allen schöne Feiertage und Schabbat Schalom.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (01.-07. April 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 01.04.2018:

„Abschluss-Bilanz“ von Freitag/Samstag:
– 17 Tote, rund 1.400 Verletzte im Gazastreifen
– 13 weitere Verletzte am Samstag

Die Hamas tönt, dass die „Proteste“ vom Wochenende nur der Anfang für die „Rückkehr nach ganz Palästina“ sind. Ismail Haniyeh ergänzt: „Nächstes Mal werden wir nicht wissen, wo die Grenze sein wird.“

Die IDF hat zusätzliche Stacheldrahtzäune am Gazastreifen aufgestellt, um Araber daran zu hindern nach Israel einzudringen.

Ma’an log wieder, israelische Siedler hätten die Al-Aqsa „gestürmt“. Es waren einfache Juden, die respektvoll den Tempelberg besuchten.

Montag, 02.04.2018:

Die IDF informierte die Familie des Terroristen, der letzten Monat Adiel Kolman ermordete, dass sein Haus abgerissen wird.

Einer der am Freitag verletzten Terroristen erlag seinen Verletzungen; damit ist er das 17. Todesopfer der Krawalle am Gaza-Grenzzaun.

Dienstag, 03.04.2018:

Am Gazazaun fanden Soldaten einen Rucksack mit Molotowcocktails, die von Terroristen am Freitag dort zurückgelassen wurden.

Mittwoch, 04.04.2018:

Was ist toll? Laut Fatah sowas hier: „Oh Flagge Palästinas, wie wunderbar und mächtig du bist, wenn du mit dem Blut der Märtyrer getränkt bist!“ Oder: „Wir säen unser Land aus unseren Venen, aus den Arterien und mit dem Blut.“ Alles Begleitet von entsprechenden Bildern.

Heute gaben die Behörden bekannt, dass ein Anschlag des Islamischen Jihad auf ein israelsches Marineschiff verüben wollte, um Soldaten oder ihre Leichen zu entführen. Dieser Anschlag konnte verhindert werden, in dem Zusammenhang wurden am 12. März 10 Araber festgenommen.

Die Hamas verspricht für das Wochenende „Überraschungen“ bei erneuten Protesten am Gaza-Zaun.

B’Tselem fordert die Soldaten auf, sie sollten an der Grenze zum Gazastreifen nicht schießen (und die Befehle dazu verweigern). Auf die Terroristen zu schießen sei illegal.

Donnerstag, 05.04.2018:

Die Hamas versucht mit einer „Preisliste“ Araber zu ermutigen den Terrormarsch auf die Grenze zu veranstalten. Die Familie eines Toten soll $3.000 erhalten, für schwere Verletzungen gibt es $500.

Die Polizei von Jerusalem verhinderte, dass die Fatah einen „Märtyrer-Konferenz“ in Jerusalem veranstaltete. Dabei sollten Mütter von Terroristen, die „Märtyrer“ und verletzte Terroristen geehrt werden.

Die Araber im Gazastreifen haben 10.000 Reifen gesammelt und an die Grenze gekarrt, die am Freitag angezündet und gegen Israel eingesetzt werden sollen. Israel warnt vor der dadurch entstehenden schweren Umweltverschmutzung.

Die Terroristen sagen, dass ein weiterer Verletzter vom letzten Freitag gestorben ist.

Freitag, 06.04.2018:

Stand 19.30 Uhr (nach Angaben der Terroristen): 5 tote Araber, mehr als 900 Verletzte. (Die Jerusalem Post meldete um 16.55 Uhr 240 verletzte Randalierer.)
Die palästinensische Journalistenvereinigung behauptet, es seien 6 arabische Journalisten von Israel angeschossen worden.

Heute erlag erneut ein Terrorist seinen Verletzungen, die er letzte Woche Freitag bei den Krawallen erlitt; er ist das 21. Todesopfer der Angriffe auf Israel.

Die IDF erklärte das Gebiet um den Gazastreifen zum militärischen Sperrgebiet.

Hamassprecher Hazem Qassem erklärte: „Indem die Menschen dabei bleiben, dass diese Märsche friedfertig sind, versetzen wir all der Propaganda einen Schlag, die von der Besatzung über diese Märsche verbreitet werden.“ (Wichtig: „Sie bleiben dabei, dass…“ heißt ja nicht, dass sie tatsächlich friedlich sind!)

Hamas-Chef Yahya Sinwar bestätigte, dass das Ziel der „Proteste“ die Beseitigung des Grenzzauns ist, um nach Israel „zurückzukehren“.

Samstag, 07.04.2018:

Stand Samstagmittag: Mindestens 2 der Toten von gestern sind nachgewiesenermaßen Terroristen (einer von Hamas, einer von Fatah).

Die Terroristen behaupten die Israelis hätten einen Journalisten erschossen. Der IDF-Sprecher reagierte: „Die IDF schießt nicht auf Journalisten.“ Die Umstände des Todes dieses Journalisten werden aber von der IDF untersucht.

Heute erlagen zwei Araber ihren gestern am Gazazaun erlittenen Verletzungen.

Am Sonntag sollten 4 LKW Reifen in den Gazastreifen liefern. Israel hat diese Lieferung untersagt.