Dieses Jahr in Jerusalem, das Beste von Pessah

The Real Jerusalem Streets, 19. April 2017

Pessah ist eines der drei Feste,
an denen es traditionelle Pilgerreisen nach Jerusalem gibt.

Dieses Jahr liefen an allen drei Tagen von Pessah

Tausende Menschen durch die Altstadt

oder kamen mit dem Bus an den Tagen zwischen den Feiertagen,

gekleidet in ihre feinste Feiertagskleidung zum Platz vor der Kotel, der Westmauer.

Die Gebete begannen früh und

gingen bis weit in den Tag; es gab Teilnehmer aller Altersstufen

au beiden Seiten des Mechitza-Teilers,

und in dem neuen Bereich, wo alle gemeinsam beten.

Zu den Feiertagsszenen aus der Altstadt

gehörten Busse, die die Straße auf dem Ölberg säumten,

sowie Menschen, die wie üblich kamen und gingen.

Neu auf diesen antiken Straßen ist

der farbenfrohe Touristenzug, der am Jaffa-Tor startet

und teilt sich die Straße mit Bussen, Autos und Segways
sowie Fußgängern, die in beide Richtungen laufen.

Dieses Jahr fielen Pessah und Ostern zusammen,
daher hoffte ich mehr Osterszenen zu finden,

aber ich kam viel zu spät für die Gottesdienste bei Sonnenaufgang.

Ich sah ein paar Männer, die die Altstadt verließen,
vielleicht waren es Kopten aus Ägypten.

Am Jaffa-Tor wurden Osterbrötchen und Beigele jedem verkauft,
der nach frisch Gebackenem zu Pessah schmachtete.
Es gab jedoch in Jerusalem mehr zu tun

als nur in die Altstadt zu gehen.

Im Rollschuh/Skater-Park im Gan HaPa’amon,
dem Liberty Bell Park, sahen arabische Eltern ihren Kindern
beim Skaten zu, gemeinsam mit Juden, beide Religion sowie Säklare.

Im nahe gelegenen Menachem Begin Heritage Center

gab es einen Tag lang Aktivitäten und freien Eintritt.

Ich wusste nicht, dass die Führungen
im Voraus gebucht werden mussten.
Abe weil wir am Ende des Tages ankamen,
konnten wir ein wenig warten und uns einer Führung anschließen.

Normalerweise erwähne ich die Führung zu Fotos in der Gegend.
Da ich heute endlich selbst die Führung mitmachte,
werde ich sie wegen ihrer wichtigen historischen
Informationen, die in einer modernen, bewegenden Ausstellung
präsentiert werden, weiter empfehlen.

Vom Alten zum Neuen
war die Entwicklung der Haggadah
das Thema dieser Kol HaOt-Veranstaltung im Inbal Hotel.

Israelische Künstler stellten ihre Arbeiten aus,
während Redner aufwändig über Seder-Symbole,
Gestaltung und die Geschichte von Haggadot sprachen.

Die Seite rechts, auf der steht „Nächstes Jahr in Jerusalem“,
ist mit modernen Gebäuden und Kranen sowie Schienen illustriert.
Für mich ist das eine Illustration des Übergangs vom Alten zum Modernen.

Es gibt so viel Bautätigkeit in Jerusalem,
die Dinge ändern sich ständig.

Ein Ort, an dem man die Entwicklung wirklich schätzen lernen kann,
sind die Botanischen Gärten Jerusalems,
die dank der Bank Hapoalim ebenfalls an Pessah freien Eintritt hatten.

Der neue Eingangsbereich

führt zu dem Teich,

an dem die Menschen sich versammelten, um die Natur zu genießen,
Matze-Brote und Eiskrem-Leckereien zu essen.

Schin Min, „Gebete und Blumen werden schlüpfen“,
ist in Japanisch auf diesen Stein gemeißelt,
aber mehr als Gebete gingen über in

die Verwandlung dieses alten, verfallenen Bereichs in einen
schönen, ausgedehnten Naturbereich mit bequemen Wegen.

Man konnte organisierte Führungen machen,
aber die Gärten sind in gut markierte Wachstumsbereiche,
wie Australien und Südafrika aufgeteilt
und aller Bewuchs ist gekennzeichnet.

Gruppen oder Einzelpersonen konnten sich
einfach treffen, essen und diese

menschgemachte Oase mitten in Jerusalem erkunden.

Es gab in den botanischen Gärten weit mehr zu sehen,

aber die festlichen Feiertagsmahle umfassen jede Menge Vorbereitungen.

Die Feiertage sind vorbei, der bewölkte Himmel klarte endlich auf.
Es war Regen angesagt,
aber es fiel nur genug, um den Schmutz aus der Luft
zu holen und alles zu überziehen,

aber nicht genug, um die Feiertagsausflüge
der die Pessah-Grüße auf den Bussen zu verderben.

Der Kampf um die Vernunft

Nadav Shragai, Israel HaYom, 16. April 2017

Hannah Bladons Ermordung hatte, wie die Dutzende Morde und Terroristen, die an Straßenbahn-Haltestellen in Jerusalem in den zwei Jahren davor Anschläge verübten, zwei Ziele: Juden zu schaden und das Gefüge der Koexistenz und Normalität in der Hauptstadt zu zerrütten.

Die Straßenbahn ist der Lackmustest für die brüchige Koexistenz, die die Stadt erhält. Sie dient Hunderttausenden Juden und Arabern und verkörpert neben der Repräsentation eines Mikrokosmos des Konflikts und Kampfs um die Stadt alles, was in Jerusalem zurechnungsfähig bleibt und davon gibt es immer noch eine ganze Menge.

Am Vorabend des 50. Jahrestages der Vereinigung der Stadt greifen die Messerstecher und Autorammer Juden – und es ist kein Zufall, dass sie Orte angreifen, die Partnerschaft, Integration und Koexistenz am stärksten symbolisieren. Deshalb zum Beispiel die Anschläge auf der Hagai-Straße in der Altstadt, in der Straßenbahn und rund um das Hadassah-Krankenhaus auf dem Skopusberg, wo Juden und Araber Seite an Seite beiden Bevölkerungsteilen dienen. Die gegen die arabische Bevölkerung gerichteten Drohungen und Gewalt, die danach streben sich an Jerusalems demokratischem Spiel zu beteiligen und an den Wahlen der Stadt teilzunehmen, sind auch Teil des Problems.

Hannah Baldon, die ihren Mörder nicht kannte, war Teil der Normalität und Vernunft in Jerusalem, die, die europäische Boykotte überwindet. Als Religionsstudentin der Universität Birmingham in Großbritannien hatte sie gerade bei einer archäologischen Grabung gearbeitet, die Licht auf die Stadt und die die Westmauer werfen will.

Ihr Mörder, ein nachgewiesener Spinner, wusste noch, dass er ein jüdisches Opfer aussuchte. Seit Ende 2015 werden in Jerusalem und Umgebung Dutzende Morde und Terroranschläge aufgrund der persönlichen Umstände der Angreifer begangen – zum Beispiel einem Streit mit einem Vater, einer Mutter oder Freundin. Irgendwie waren die Terroristen mit „persönlichen Motivationen“ oder mentaler Instabilität, einschließlich demjenigen, der Feldwebel Elhai Tharlev am Vorabend des Pessah ermordete, immer noch „gesund“ und konzentriert genug, um ihren persönlichen Frust und mentalen Probleme ausschließlich auf jüdische Opfer zu entladen. Sie achteten sorgfältig darauf keine Araber anzugreifen. Die palästinensische Straße hat sich in den letzten Jahren hin zum Hass von allem Jüdischen oder Zionistischen orientiert und das hat Auswirkungen auf Möchtegern-Attentäter aller Arten, die „geistig gesunden“ genauso wie die verrückten.

Esther Cailingold, die im Alter von 22 Jahren starb, nachdem sie im Unabhängigkeitskrieg im Kampf zur Verteidigung des Jüdischen Viertels der Altstadt schwere Wunden erlitt, schrieb kurz vor ihrem Tod vor 69 Jahren an ihre Eltern: „Ich bin stolz und bereit den Preis zu zahlen, den es uns die Gnadenfrist [für die Altstadt] kosten kann.“

Ohne es zu wissen war Hannah Bladon (21), ebenfalls geborene Britin, Teil eines anderen Krieges. Sie fiel im Kampf um den Erhalt der Vernunft, Normalität und das gemeinsame Leben in der Stadt.

Israels frühe Jahre durch ein Objektiv

Die Fotos sollen in der anstehenden Ausstellung von David Seymours Fotografien gezeigt werden, mit denen Israels Anfangsjahre durch das Objektiv des renommierten Fotografen eingefangen wurden.

YNet, 28. März 2017

Der in Polen geborene jüdisch-amerikanische Fotograf David Seymoour (oder Chim) verliebte sich in den 1950-ern in Israel; er fing mit seiner Kamera Alltagsmomente des Landes in seinen Anfangsjahren ein.

Chim wurde durch seine Fotos aus dem spanischen Bürgerkrieg und die von ihm aufgenommenen Bilder von Waisen nach dem Zweiten Weltkrieg berühmt. Er hatte eine starke Verbundenheit zu Israel und überlegt irgendwann sogar nach Israel zu ziehen und ein Foto-Magazin zu gründen.

Tel Avivs Unabhängigkeitsparade 1952 (Foto: David Seymour)
Eine behelfsmäßige Chuppah 1952, oben gehalten von Heugabeln und Gewehren (Foto: David Seymour)
Ein gebräunter Mann bohrt in den höhlenreichen Minen von Timna, wo die legendären Minen von König Salomon gewesen sein sollen. Das Foto wurde 1952 im Live Magazine abgedruckt. (Foto: David Seymour)

Am Ende konnte er seinen Traum nicht verwirklichen. 1956 wurde Chim bei der Dokumentation der Suezkriese während eines Geiselaustauschs im Sinai von ägyptischem Feuer getötet.

David Ben-Gurion 1953 mit Kindern, aufgenommen ein paar Tage nach der Ankündigung seines Rücktritts vom Amt des Premierministers und der Pläne sich nach Sde Boker zurückzuziehen. (Foto: David Seymour)
Ein kleines Mädchen hängt 1954 Wäsche unter einem Schild auf, das die Grenze zwischen Ost- und West-Jerusalem markiert (Foto: David Seymour)
Tel Avivs berühmter Unabhängigkeitspark 1952 mit einer Gymnastikgruppe. (Foto: David Seymour)

Eine von Asaf Galay organisierte und betreute neue Ausstellung mit dem Titel „Capturing History“ (Geschichte einfangen) wird Chims Fotografien ausstellen, wie er Israels frühe Jahre einfing. Sie wurde am 29. März im Beit Hatfutsot Museum in Tel Aviv eröffnet. Hier sind einige der in der Ausstellung gezeigten Fotos.