Das Hirngespinst vom internationalen Jerusalem

Vor hundert Jahren wurde die Internationalisierung Jerusalems über einem Mittagessen irrelevant – und bleibt es.

Martin Kramer, Mosaic, 28. Dezember 2017

In der Aufregung um Präsident Trumps Ankündigung der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt lautet der konstante Refrain, dass man darauf besteht, dass laut langjährigem internationalen Konsens der Status der Stadt erst noch beschlossen werden muss. Die aktuelle Resolution der UNO-Vollversammlung formuliert das mit den Worten: „Jerusalem ist eine Endstatus-Frage, die über Verhandlungen in Übereinstimmung mit den einschlägigen UNO-Resolutionen gelöst werden muss.“

Die am meisten „einschlägigen“ dieser früheren Resolutionen war die Resolution vom November 1947, die eine Teilung Palästinas vorschlug und vorsah, dass zusätzlich zu zwei unabhängigen Staaten – einem arabischen und einem jüdischen – ein komplett eigener Status für Jerusalem als Stadt gehören sollte, die zu keinem Staat gehört, sondern stattdessen von einem „internationalen Sondersystem“ verwaltet wird.

Man sollte gedacht haben, dass die massive arabische Ablehnung des gesamten Teilungsplan, in all seinen Teilen, die Idee eines internationalisierten Jerusalem zunichte gemacht haben sollte. Offenbar ist dieses Hirngespinst aber zu bequem sich, als dass es sich für immer verzieht.

Das ist der Grund, dass es nützlich ist zu wissen, dass die Internationalisierung Jerusalems fast genau drei Jahrzehnte vor dem UNO-Plan von 1947 gekillt wurde – und entscheidend gekillt. Wer hat sie abgeschossen? Daran hängt eine Geschichte und hier ist ein Hinweis: Es waren weder die Araber noch die Juden.

In der ersten Dezemberhälfte 2017 beging Jerusalem den 100. Jahrestag der Kapitulation der Stadt vor dem britischen General Edmund Allenby. Am 11. Dezember 1917 krönte Allenby seinen militärischen Erfolg damit den osmanischen Türken und ihren deutschen Verbündeten Jerusalem zu entreißen mit einer Feier, die bis heute nachhallt.

In einer Vorführung scheinbarer Bescheidenheit betrat Allenby die Stadt durch das Jaffa-Tor zu Fuß, ohne Flaggen oder musikalisches Trara. Dann betrat er das Podium am Eingang zur Zitadelle (Davidturm) und verlas eine unkomplizierte Bekanntmachung: Die Stadt werde unter Kriegsrecht gestellt und der Status quo bezüglich der heiligen Orte würde weiter gelten. Nachdem er einer Auswahl Jerusalemer Honoratioren die Hand schüttelte, verließ er die Stadt, nachdem er eine ganze Viertelstunde in der Stadt verbracht hatte.

Die Illustrated London News brachte ein später berühmtes Foto Allenbys, wie er Jerusalem zu Fuß betrat; Es zeigte die Szene  als den „einfachen und ehrfurchtsvollen Einzug in Jerusalem“. Tatsächlich war der Fototermin sorgfältig inszeniert, um einen Propagandapunkt gegen den deutschen Feind zu schaffe. Kaiser Wilhelm hatte Jerusalem bei seinem Besuch 1898 auf einem weißen Ross mit wehenden Fahnen betreten. Deshalb erhielt Allenby bei seiner Ankunft drei Wochen zuvor von seinem Vorgesetzten, General William Robertson, dem Chef des Imperial General Staff, folgende Anweisung:

Im Falle der Besetzung Jerusalems wäre es von beträchtlicher politischer Bedeutung, wenn Sie beim offiziellen Betreten der Stadt am Stadttor vom Pferd steigen und sie zu Fuß betreten. Der deutsche Kaiser ritt hinein und es ging der Spruch um „ein besserer Mann, als er ging“. Der Vorteil des Kontrastes wird offensichtlich sein.

Es war in der Tat offensichtlich und mit britischen Propaganda-Fotos und –Filmen gut dokumentiert. Das ist der Grund, dass selbst heute der Einzug der Sieger und Allenbys Erklärung einen Ehrenplatz in der Erinnerung an diesen Dezember 1917 einnehmen. Vor zwei Wochen wurde in der Altstadt vor einem begeisterten Publikum von mehreren hundert Menschen sowohl der Einzug wie auch die Proklamation nachgestellt.

Aber am selben Tag 1917 gab es eine weitere Veranstaltung, abseits der Kameras, aber genauso bemerkenswert. Tatsächlich bietet diese zweite Veranstaltung die beste Erklärung dafür, warum die Internationalisierung Jerusalems 1947 niemals eine  Chance hatte – oder zu sonst einer Zeit seitdem.

Als Jerusalem fiel, war die geheime Sykes-Picot-Vereinbarung vom Mai 1916 immer noch in Kraft. Diese Vereinbarung zur Aufteilung des osmanischen Reichs war von den großen alliierten Mächten getroffen worden: Großbritannien, Frankreich und Russland. Wegen der Oktober-Revolution nur Wochen vor der Eroberung Jerusalems schied Russland aus, aber das ließ immer noch Großbritannien und Frankreich übrig (außerdem Italien, das sich dieser Allianz spät anschloss).

Weil sowohl Großbritannien als auch Frankreich Palästina beanspruchten und einen Konflikt noch vor seiner Eroberung verhindern wollten, hatten sie beschlossen es zu teilen. Laut Vereinbarung sollten Jerusalem, Jaffa und die Zone dazwischen eine „internationale Verwaltung“ bekommen, über deren Form durch Konsultationen der Alliierten entschieden werden sollte. Sykes-Picot war damit der erste Plan zur Internationalisierung Jerusalems.

Aber während der Krieg in Palästina vorankam, wurden fast das gesamte Kämpfen und Sterben im Kampf gegen die Türken von den imperialen Streitkräften der Briten erledigt. Der britische Premierminister Lloyd George schreckte vor der Vorstellung zurück, eine britische Eroberung mit den Franzosen zu teilen. Im April 1917 sagte er dem britischen Botschafter in Paris: „Die Franzosen werden unser Protektorat akzeptieren müssen; wir werden durch Eroberung dort sein und bleiben.“

Die Franzosen waren allerdings genauso entschlossen ihre Rechte laut Sykes-Picot-Abkommen geltend zu machen. Und so gehörte zum Einzug der Sieger in Jerusalem am 11. Dezember nicht nur ein kleines französisches Militärkontingent, sondern auch François George-Picot, der französische Diplomat, der die Vereinbarung ausgehandelt hatte.

Picot war gerade von seiner Regierung als „Hochkommissar der französischen Republik in den besetzten Gebieten Palästina und Syrien“ ernannt worden. Er hatte zudem präzise Anweisungen des französischen Premierministers. „Sie müssen die besetzten Gebiete organisieren, um sicherzustellen, dass Frankreich einen ebenbürtigen Halt wie den Englands erhält.“. Im November 1917 erinnerte Picot Allenbys politischen Offizier, Brigadegeneral Gilbert Clayton, an diese Fakten.

„Vor mehr als einem Jahr“ sollte Clayton von Picot berichten, „wurde zwischen der britischen und der französischen Regierung vereinbart, dass, abhängig von der Endregelung zu den Friedensbedingungen, jeder eroberte Teil Palästinas gemeinsam verwaltet werden soll.“ Darüber hinaus, fügte Clayton hinzu, handelte Picot selbst „in der vollen Überzeugung, dass er der französische Vertreter in einer gemeinsamen anglo-französischen provisorischen Verwaltung sein würde, die das besetzte Feindgebiet in Palästina bis zum Ende des Krieges regieren würde – wann eine internationale Vereinbarung getroffen werden würde.“

Das ist der Grund, dass Picot sich im Gefolge von Allenbys siegreicher Armee nach Jerusalem aufmachte. Aber auch Allenby hatte seine Befehle. Generalstabschef Robertson hatte ihn zwei Wochen zuvor angewiesen, dass er „keinerlei Ideen einer gemeinsamen Verwaltung in Erwägung ziehen sollte“. Der Weg die Franzosen zu umgehen bestand darin Jerusalem und den Rest des Landes unter einer Militärregierung zu halten, solange der Krieg andauerte. Da Allenby der Oberkommandierende war, hieß Militärherrschaft die Herrschaft durch Allenby, ausgeübt über jeden Militärstatthalter, den er gegebenenfalls ernannte.

Und das ist genau das, was Allenby in seiner berühmten Ankündigung auf den Stufen des David-Turms sagte. Jerusalem, sagte er der versammelten Menge, war „von meinen Streitkräften“ besetzt worden. „Daher erkläre ich es hier und jetzt als unter Kriegsrecht stehend; unter dieser Art der Verwaltung wird es bleiben, solange militärische Überlegungen das notwendig machen.“

Aber was bedeutete das? Und schloss es die Franzosen aus? Nachdem die Zeremonie in Jerusalem vertagt worden war, zogen sich Allenby, Picot und die anderen Hauptteilnehmer zu einem Mittagessen im militärischen Hauptquartier direkt außerhalb der Stadt bei Ein Kerem zurück. Major T.E. Lawrence (d.h. „Lawrence von Arabien“) nahm ebenfalls teil; er war auf Allenbys Geheiß aus Aqaba gekommen. In seinen Memoiren Seven Pillars of Wisdom beschrieb Lawrence die Szene:

Eine Weile lang fiel eine kurze Zeit der Stille über uns, die von Monsieur Picot, dem französischen politischen Repräsentanten, dem von Allenby erlaubt wurde beim Einmarsch  an der Seite von Clayton zu gehen, mit seiner flötenden Stimme zerschlagen wurde, der sagte: „Und morgen, mein lieber General, werde ich die notwendigen Schritte unternehmen, um in dieser Stadt die Zivilregierung zu bilden.“

Es war das mutigste aktenkundige Wort; es folgte Stille, als ob sie im Himmel das siebte Siegel geöffnet  hätten. Salat, Hühnchenmayonnaise und Foie-Gras-Sandwiches hingen ungekaut in unseren feuchten Mündern, während wir uns Allenby zuwandten und starrten. Selbst er schien für den Moment in Verlegenheit zu sein. Wir begannen zu fürchten, dass das Idol eine Schwäche verraten könnte. Aber sein Gesicht wurde rot: Er schluckte, sein Kinn ging nach vorne (so wie wir das liebten), während er mit grimmiger Miene sagte: „In der militärischen Zone ist die einzige Obrigkeit, die des Oberkommandierenden – meiner selbst.“ „Aber Sir Grey, Sir Edward Gre…“, stammelte M. Picot. [Grey, inzwischen Lord Grey, war 1916 britischer Außenminister, als das Sykes-Picot-Abkommen beschlossen wurde.] Ihm wurde das Wort abgeschnitten. „Sir Edward Grey bezog sich auf die Zivilregierung, die eingerichtet wird, wenn ich urteile, dass die militärische Lage es erlaubt.“

Es wird weithin anerkannt, dass die Verlässlichkeit von Lawrence als Zeuge für Ereignisse draußen in der Wüste viel zu wünschen übrig lässt. Aber diese Episode ereignete sich an Allenbys Seite in Jordanien und in der Anwesenheit anderer britischer Offiziere. Sein Bericht kann daher, so farbenfroh er auch formuliert wurde, als vertrauenswürdig betrachtet werden.

In der Tat mag Lawrence sogar die Kanten weicher gemacht haben. Philip Chetwode, der Kommandant eines Corps in Palästina nahm ebenfalls an dem Mittagessen teil; in einem Brief aus dem Jahr 1939 an einen anderen Offizier, der anwesend gewesen war und der eine Allenby-Biografie verfasste, schrieb Chetwode:

Ich wünsche um Himmels willen, Sie würden einbringen, was der Franzose Allenby gegenüber sagte und was Allenby ihm sagte, als der Franzose sagte, er werde sofort die Zivilverwaltung Jerusalems übernehmen. Aber das kann natürlich niemals in einem Buch erscheinen.

Weil bereits eine Version in Lawrence‘ Seven Pillars of Wisdom erschienen war, könnte der Teil mit Allenbys Zurechtweisung, der „nie in einem Buch erscheinen“ könne, durchaus noch schroffer gewesen sein. (Louis Massignon, ein Picot zugewiesener französischer Offizier, schrieb: „Allenby drohte Picot barsch mit Verhaftung, sollte er sich einmischen.“)

Picots Bemühungen waren damit nicht erschöpft, aber die Würfel waren gefallen. Zehn Tage später beschwerte sich Picot, es habe keinen Fortschritt hin zu „anglo-französischer Verwaltung“ gegeben und sagte einem britischen Gesprächspartner, er „hätte nie zugestimmt nach Palästina zu kommen, hätte er das gewusst“. Obwohl Picots französische Kommission versuchte für katholische heilige Orte wieder ein „religiöses Protektorat“ durchzusetzen (meistens in Gegnerschaft zu den Italienern), sollte es in Jerusalem keine „internationale Verwaltung“ geben, nur rein britische Kontrolle.

Obwohl Allenby militärische Notwendigkeit angeführt hatte, entwickelten die Briten darüber hinaus eine voll entwickelte These, warum sie – und nur sie – qualifiziert waren Jerusalem zu regieren. Die Briten, behaupteten sie kurz gesagt, waren völlig neutral. Lloyd George formulierte es so: „Da wir keines bestimmten Glaubens sind, sind wir die einzige Macht, die fähig sind Mohammedaner, Juden, Römisch-Katholische und alle Religionen zu regieren.“

Auf diese Weise scheiterte die erste Vereinbarung Jerusalem zu internationalisieren.

Warum ist das heute von Bedeutung? Hätte Allenby gezaudert und wäre nach dem Ersten Weltkrieg eine Art gemeinsamer Administration entstanden, könnte das Institutionen internationaler Führung geschaffen haben. Das hätte bis 1947, als die UNO die Teilung Palästinas und die Internationalisierung Jerusalems empfahl, 30 Jahre Erfahrungen angesammelt. Stattdessen zogen es die Briten in diesen Jahrzehnten vor Jerusalem genauso zu regieren, wie es die Osmanen vor ihnen gemacht hatten – nämlich durch Diktat.

1947 gab es für die Internationalisierung daher keinen Präzedenzfall, keine bürokratische Grundlage und keinen Mechanismus zur Umsetzung. Wie 1916 war es keine echte Option, sondern ein Platzhalter für Unentschlossenheit.

In den hundert Jahren seit Allenbys Einzug in Jerusalem hat die Stadt nicht einen einzigen Tag internationaler Verwaltung erlebt. Tatsächlich hat es in 3.000 Jahren keinen solchen Tag gegeben. Die Vorstellung, das stelle eine Art Standardlösung für die Zukunft Jerusalems darstellt, ist nur ein weiteres Beispiel versteinerter Frömmigkeit. Internationalisierung wurde vor einem Jahrhundert bei einem Mittagessen irrelevant und ist es seitdem immer geblieben.

Offizielle, antisemitische jordanische Geschichte Jerusalems lässt die Tempel, die Könige David und Salomo aus

Elder of Ziyon, 9. Januar 2023

Die Internetseite des jordanischen Königlichen Komitees für Jerusalem-Angelegenheiten beinhaltet eine kurze Geschichte der Stadt auf Englisch, die ursprünglich 2005 veröffentlicht wurde.

Sie kehrt jegliche historische jüdische Verbindung zur Stadt unter den Teppich, indem sie Juden als einen von vielen Invasoren darstellt:

3000 v.Chr.:
Die arabischen Kanaaniter gründet die Stadt im 3. Jahrtausend v.Chr., erklären Archäologen.

1879 v.Chr.:
auf den ägyptischen Tafeln, die die Fluchtexte genannt werden, wurde der Name Ur Salim (die Stadt des Friedens) als Name der Stadt erwähnt. Der Name tauchte wieder im Jahr 1300 v.Chr. auf den Tal Al-Amarnah-Tafeln auf. Damals war die Stadt von den arabischen Jebusitern bewohnt.

1300 v.Chr. – 636 n.Chr.:
Das war die Zeit der römischen Herrschaft, die rund 700 Jahre andauerte. Die wichtigsten Ereignisse in dieser Zeit waren:

  • Das Erscheinen von Jesus Christus (dem Messias) um das erste Jahr v.Chr.
  • Im Jahr 70 wurde die Stadt vom römischen Kaiser Titus zerstört.

Die Kanaaniter waren keine Araber.

Jüdische Königreiche, König David oder Salomo, die Tempel, noch nicht einmal die Bibel werden nicht erwähnt. Selbst der Koran sagt weit mehr über die Juden im Land als es diese Kommission tut.

Nun, es gibt eine indirekte Erwähnung der Tempel, wenn die unterschiedlichen Namen der Stadt erörtert werden:

Bayt Al-Maqdis (Al-Quds; die Heilige): Der der Stadt von den muslimischen Arabern gegebene Name.

Dieser Name ist natürlich eine Verfälschung des Hebräischen „Beit Ha-Mikdasch“ – der heilige Tempel.

Praktisch jede Erwähnung von Juden in dieser Geschichte ist eine Lüge. Ein paar Beispiele:

1882: Der Beginn der Wellen jüdischer Massenimmigration aus Russland nach Jerusalem und Palästina.

Nur aus Russland? Jede Menge Juden kamen aus vielen anderen Ländern im 19. Jahrhundert, darunter aus arabischen Ländern wie dem Jemen.

Juni 1967: Beschlagnahme von 116 Dunam innerhalb der Altstadt und der Abriss der dortigen Gebäude zum Zweck des Baus neuer als Wohnraum für die Juden.

Das ist die Wiederherstellung des Jüdischen Viertels, das von diesen Jordaniern 1948 zerstört wurden.

21. August 1969: Der Jude Michael Denis Rohan legte Feuer an der gesegneten Aqsa-Moschee.

Rohan war Christ.

Jerusalem: die Einwohner

  • 1918 betrug die Zahl der Palästinenser im alten und neuen Jerusalem betrug ca. 30.000.
  • 1918 betrug die Zahl der Juden im alten und neuen Jerusalem ca. 10.000.

Ich kann keine Aufzeichnungen einer Volkszählung in Jerusalem für 1918 finden, aber das ist alles eindeutig gelogen. 1922 gab es 34.000 Juden in Jerusalem; sie waren mehr als die Christen (15.000) und Muslime (13.000) zusammen.

Das offizielle jordanische Dokument sagt auch:

  • Im Jahr 2000 betrug die Zahl der Juden im westlichen Teil des Besetzten Jerusalem ca. 275.000 koloniale Juden.

Hier und an anderen Stellen werden alle Juden in Israel als Kolonialisten bezeichnet – nicht nur als „Siedler“.

Schließlich wird fälschlich behauptet, dass die Zahl der Christen in Jerusalem von mehr als 18.000 im Jahr 1967 auf 5.000 im Jahr 1998 zurückging. In Wahrheit fiel die Zahl unter jordanischer Herrschaft von 29.000 auf 12.000 im Jahr 1967 und ist bis heute leicht auf 16.000 gestiegen.

Das jordanischer, staatlich betriebener Antisemitismus.

Was es in der Davidstadt Neues gibt

Treten Sie unter das modernen Jerusalem, um das antike Jerusalem zu betreten und treten Sie in die Fußstapfen der Pilger.

Jonathan Feldstein, Lay of the Land, 24. Januar 2023

2. Samuel Kapitel 11 erzählt die Anfänge der Beziehung zwischen König David und Batseba. Wäre es nicht faszinierend gewesen, wenn David als Teil seines Planes Uriah – dem Ehemann Batsebas – einen Brief geschrieben hätte, nachdem dieser in den Krieg zog, um plausibel bestreiten zu können, dass Uriah getötet wurde, damit David frei wäre hinter der schönen Batseba her zu sein? Was, wenn dieser Brief nicht nur nie zugestellt worden wäre, sondern wenn er heute gefunden würde, zusammen mit König Davids Siegel; und wenn er mit der antiken hebräischen Redensart „Unzustellbar, zurück zum Absender“ versehen gewesen wäre? Wohin würde Davids Brief zurückgeschickt werden?

Wenn ein solcher Brief entdeckt würde, wäre es nur einer von zahlreichen archäologischen Funden der letzten Jahrzehnte, die auf die Wahrhaftigkeit der biblischen Berichte zu König David und der unverwüstlichen Verbindung des jüdischen Volks zu Jerusalem hinweisen. Bis die Davidstadt vor rund 150 Jahren entdeckt wurde und vor nur ein paar Jahrzehnten Ausgrabungen begannen, konnte legitim auf fehlende tatsächliche Beweise für die Existenz von König David hingewiesen werden was die biblischen Berichte als spekulativ aushöhlte. Seitdem machen es die unbestreitbaren Beweise aller Nachweise unmöglich, auf irgendeine seriöse Weise die Existenz Davids zu bestreiten und das wirft eine Wolke der Unredlichkeit auf diejenigen, die sie immer noch bestreiten, leugnen, dass er sein Königreich in Jerusalem errichtete, es zum religiösen Zentrum des jüdischen Volks machte und dass es das 3.000 Jahre später immer noch ist.

„Treppe zum Himmel“: Die Pilgerstraße in Jerusalem – auch als Treppe zum Himmel bekannt – wurde bei den rituellen Prozessionen zum Aufstieg vom Teich zum Tempel, dem heiligsten Ort des Judentums, genutzt.

Die Davidstadt ist genau dort, wo sich König Davids Palast befand. Dort wäre sein Brief an Uriah geschrieben worden und dorthin würde er zurückgeschickt. Wenn man dort steht und den Bericht darüber liest, wie er erstmals Batseba beim Baden zusah, kann man sich genau vorstellen, wo das stattfand. Die in den letzten Jahrzehnten ans Tageslicht gebrachten archäologischen Beweise sind außergewöhnlich gewesen. Dazu gehört etwas so Banales wie eine antike Toilette, durch die Wissenschaftler bestimmen konnten, was Jerusalems Einwohner aßen, als sie belagert wurden. Dazu gehört die Freilegung der Pilgerstraße, über die Scharen an jüdischen Pilgern beim Aufstieg auf den Tempelberg entlang gingen. Diese Pilger – darunter die gewöhnlichen Juden bis zu berühmteren wie Jesus – reisten aus dem gesamten Land Israel nach Jerusalem, um den Tempelberg zu besuchen, bezeichnenderweise an den drei großen jüdischen Festtagen von Pessah, Sukkoth (Laubhüttenfest) und Schawuot (Wochenfest). Zu den auf der Pilgerstraße gefundenen bemerkenswerten Beweisen gehören Münzen aus dem ersten Jahrhundert und eine Glocke des Gewands des Hohepriesters. Aber es gibt mehr.

Ein Schritt in die richtige Richtung. Eine aktuelle Analyse von mehr als 100 Münzen, die unter den Stufen der Straße gefunden wurden, deuten auf den Anfang und die Vollendung des Baus unter Pontius Pilatus hin, der der offizielle Vertreter Roms war und den Vorsitz im Verfahren gegen Jesus hatte sowie seine Kreuzigung befahl. (Foto: Jonathan Feldstein)

Vor kurzem fragte ich Ze’ev Orenstein, den Direktor der Davidstadt für internationale Angelegenheiten: „Was gibt es Neues in der antiken Davidstadt?“Neben dem, was er über die anhaltenden Grabungen an der Pilgerstraße – die weiterhin nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist – teilte er einige der faszinierenden antiken Funde mit, die gerade ans Tageslicht gefördert wurden. Vor unserem Gespräch erhielt ich einen privaten Rundgang mit Shira, einem herausragenden Führer, der zum Leben erweckte, wie das Leben m antiken Jerusalem tatsächlich war. Dazu gehörte ein Gang entlang eines Großteils der Pilgerstraße, die noch nicht für die Öffentlichkeit geöffnet ist und zu sehen, wie die Grabungen vorangehen.

Unter der Oberfläche: die Verbindung der Juden zu Jerusalem kann nicht bestritten werden, stellt der Autor fest, während er persönlich eine vergrabenen Vergangenheit erlebt, die buchstäblich ausgegraben wird. (Foto: Jonathan Feldstein)

Ze’ev verriet, dass zusätzlich zu den aktuellen Ausgrabungen Pläne verkündet wurden, die verbleibenden zwei Drittel des Teichs von Siloah auszugraben, eines biblischen Ortes, der für Christen wie Juden von Bedeutung ist. Der Teich von Siloah befindet sich am unteren Ende der Pilgerstraße und ist der Ort, an dem die Pilger ein rituelles Reinigungsbad nahmen, bevor sie den letzten Teil von rund 800 Metern auf den Tempelberg selbst zurücklegten.

Christen weisen auf den Teich von Siloah als die Stelle, an der Jesus (laut Johannes 9) einen blinden Mann heilte. Tatsächlich gibt es wenig, wenn überhaupt etwas zur Davidstadt, das für Christen nicht so bedeutend ist wie für die Juden. Jesus war ein Jude des ersten Jahrhunderts und ging dort umher und betete dort. Sein Leben und die zentrale Rolle des Tempels als Teil der jüdisch-biblischen Geschichte zu verstehen, ist wesentlich dafür die jüdischen Wurzeln des Christentums zu begreifen.

Von römischen Helmen zu Bauhelmen: 2.000 Jahre später gibt es immer noch Arbeit an derselben Straße (Foto: Jonathan Feldstein)

Wunder sind in Jerusalem nicht ungewöhnlich, manche sind sogar unfassbar. Ze’ev teilte auch die „übernatürliche“ Art, wie die Pilgerstraße nur zufällig bei Reparaturarbeiten an einem geborstenen Abwasserrohr wiederentdeckt wurde, das ungewollt eine Reihe antiker Steinstufen abdeckte, die zum Teich von Siloah führten – und der Rest ist buchstäblich Geschichte.

Bestätigung der Richtigkeit der biblischen Geschichte Jerusalems ist nicht nur eine Frage der Bekräftigung des eigenen Glaubens, obwohl das sehr wichtig ist. Wenn Menschen heute die Geschichte nicht kennen oder sie kennen und bewusst revidieren, damit sie zu ihrem eigenen Narrativ passt, widerlegen das die Beweise aus der Davidstadt. Das Leugnen biblischer Geschichte in Jerusalem ist besonders unerhört, weil das die Überzeugungen sowohl der Christen als auch der Juden untergraben soll. Diese Taktik der Antisemiten besteht darin, auf der Grundlage, dass Juden keine  historische Verbindung zu Israel allgemein und zu Jerusalem im Besonderen hätten, laut ihre Opposition zu Israels Existenzrecht zu äußern. Trotz der historischen Beweise, die diese Lüge widerlegen, ist das aber ein Narrativ, dass von palästinensischen Arabern regelmäßig verbreitet wird, insbesondere bei der UNO. Ihr Ziel ist es zu versuchen das jüdische Volk aus seiner angestammten Heimat auszulöschen.

Jubel in Jerusalem: Ein künstlerischer Eindruck der Pilgerstraße bei einem jüdischen Fest (Foto:Kobi Herati, Davidstadt)

In der Davidstadt ist es möglich eine biblische Version der Verbindung der Punkte zu spielen. Man kann Wahrzeichen und Artefakte sehen, die auf zahlreiche Bibelverse und zu historischen Berichten von Josephus und anderen zu verweisen.

In ein paar Jahren werden Pilger des 21. Jahrhunderts in der Lage sein die ganze Länge der Pilgerstraße abzuschreiten, angefangen vom Teich von Siloah bis zu den südlichen Stufen des Tempelbergs. Sie sind zwar noch nicht in der Lage in einem Geschäft entlang des Weges die für Opfer im Tempel benötigten Dinge zu kaufen, können sie die archäologischen Beweise für ihre biblische heilige Schrift an genau den Orten bestätigen, wo sie allesamt stattfanden. Was ans Tageslicht geholt wird, bietet den unbestreitbaren Beweis für den biblischen Bericht über König David und die Verbindung des jüdischen Volks zu Jerusalem – buchstäblich zu Füßen aller.

In die Bibel eintauchen. Junge Touristen in einem Abschnitt des Teichs von Siloah, wo jüdische Pilger sich in antiker Zeit reinigten, bevor den Rest des Tempelberg erstiegen.

Die Wiedereröffnung der alten Straße

Wenn die Pilgerstraße in zwei Jahren für die Öffentlichkeit eröffnet wird, wird es das erste Mal in zwei Jahrtausenden sein, seit die Römer Jerusalem und den Tempel eroberten und zerstörten, dass dieser antike Weg offen ist.

Ich möchte dabei sein und Sie hier willkommen heißen, bei dieser Feier dabei zu sein

Jerusalemer Museum für armenische Geschichte eröffnet nach 5 Jahren Renovierung wieder

Mardigian Museum in der Altstadt zeigt die reiche Kultur und Mühsal einer Gemeinschaft, die eine kontinuierliche Präsenz in der heiligen Stadt bewahrt hat, obwohl Herrscher gekommen und gegangen sind.

Ilan Ben Zion, The Times of Israel, 16. Januar 2023

Winter-Sonnenlicht erfüllt das Armenische Museum in der Altstadt von Jerusalem, 11. Januar 2023 (Foto: AP / Maya Alleruzzo)

AP – Hundert Jahre nachdem zahlreiche Kinder, deren Eltern im armenischen Völkermord getötet wurden, aufgenommen wurden, hat eine Waisenhaus aus dem 19. Jahrhundert im armenischen Viertel seine Türen als Museum wieder gehöffnet, das die reiche, wenn auch schmerzliche Geschichte der Gemeinschaft dokumentiert.

Das Mardigian-Museum zeigt armenische Kultur und erzählt die Jahrhunderte dauernde Geschichte in der heiligen Stadt. Gleichzeitig ist es eine Gedenkstätte für rund 1,5 Millionen Armenier, die von den osmanischen Türken in der Zeit um den Ersten Weltkrieg bei dem getötet wurden, was Forscher als den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts betrachten.

Die Türkei bestreitet, dass die Tode einen Völkermord darstellten und sagt, der Blutzoll sei aufgebläht und dass die Getöteten die Opfer von Bürgerkrieg und inneren Unruhen waren.

Direktor Tzoghig Karakaschian sagte, das Museum solle als „Reisepass für Menschen dienen, damit sie über die Armenier Bescheid wissen“ und damit sie ihren Teil der Geschichte Jerusalems verstehen.

Das Museum eröffnete End 2022 nach mehr als fünf Jahren Renovierung. Davor diente das Gebäude – ursprünglich ein in den 1850-er Jahren gebautes Pilger-Gästehaus – als Kloster, Waisenhaus für Kinder, die den Völkermord überlebten, Seminar und schließlich als kleines Museum und Bibliothek.

Jerusalem ist Heimat für eine Gemeinschaft von rund 6.000 Armeniern, viele davon Nachkommen der Menschen, die vor dem Völkermord flohen. Viele bewohnen eines der Hauptviertel der historischen Altstadt, ein zumeist abgeschlossenes Gelände, das an die armenische Kathedrale des Heiligen Jakobus aus dem 12. Jahrhundert grenzt.

Museumsführer Arek Kahkedjian gestikuliert vor einer Darstellung zum Völkermord im Armenischen Museum in der Altstadt von Jerusalem, 11. Januar 2023 (Foto: AP / Maya Alleruzzo)

Aber die Verbindung der Armenier zur heiligen Stadt reicht Jahrhunderte zurück von Mönchen und Pilgern im späten Römischen Reich bis zu armenischen Königinnen des Kreuzritter-Jerusalem.

Das zentrale Teil des Museums, das den sonnenerfüllten Hof ausfüllt, ist ein erlesenes Mosaik aus dem 5. oder 6. Jahrhundert mit exotischen Vögeln und Weinreben, das 1894 auf dem Areal eines uralten armenischen Klosterkomplexes entdeckt wurde. Es trägt die Inschrift in armenischer Sprache, das „dem Gedenken und der Rettung aller Armenier“ gewidmet ist, „deren Namen der Herr kennt“.

Im Armenischen Museum in der Altstadt Jerusalems ausgestellte, restaurierte Mosaik-Fliesen, 11. Januar 2023 (Foto: AP Photo/ Maya Alleruzzo)

Jahrzehnte lang blieb das Mosaik in einem kleinen Museum nahe des Damaskus-Tors der Altstadt. 2019 führten die israelische Antikenbehörde und das armenische Patriarchat die mühselige Arbeit auf sich den Mosaikboden abzutragen und durch die Stadt zum neu renovierten Museum zu transportieren.

Von als „Khachkars“ kunstvoll gemeißelten Kreuzen bis zu ikonenhaft gemalten Kacheln und Priestergewändern zeigt das Museum armenische Kunstwerke und erzählt gleichzeitig auf hervorragende Weise die armenische Überlebensgeschichte. Während Jerusalem mit dem Aufstieg und Fall von Imperien die Besitzer wechselte, blieben die Armenier.

Besucher betrachten eine Ausstellungsvitrine im Armenischen Museum in der Altstadt von Jerusalem, 11. Januar 2023 (Foto: AP Photo/ Maya Alleruzzo)

„Überleben bedeutet nicht gesehen zu werden“, sagte Arek Kahkedjian, ein Museumsführer. „Wir haben überlebt, ohne dass die Menschen wissen, was oder wer wir sind und heute fühlen wir uns bereit Ihnen die Geschichte und das Vermächtnis, die Kultur zu zeigen und zu lehren, wie wir uns mit der Zeit weiterentwickeln und modernisieren.“

Singende, tanzende und atmende Juden sind „provokativ“ – aber Araber, die Juden angreifen, nicht

Elder of Ziyon, 20. Januar 2023

Wenn du Jude bist, dann ist es echt leicht große Medienberichterstattung in der arabischen Welt zu bekommen.

Tanze einfach.

Eine Gruppe von rund zehn Juden tanzte gestern [Donnerstag] am Damaskus-Tor [in Jerusalem]. Diese riesige Nachricht wurde von der Nachrichtenseite UAE71 veröffentlicht [im Originaltext mit Video]:

Am Donnerstagabend stürmte eine Reihe israelischer Siedler den Bereich des „Damaskus-Tors“ im Zentrum des besetzten Jerusalem, hissten die israelische Flagge und führten provokative Tänze aus.

Der Zeuge deutete an, dass „die israelische Polizei vor Ort war, um die Siedler zu beschützen“.

Die Hamas-Bewegung wiederum betrachtete die Erstürmung des Platzes am Damaskus-Tor in Jerusalem durch die Siedler als „einen gefährlichen Schritt und Spiel mit Feuer“.

„Die Besatzung eskaliert die Angriffe auf islamische heilige Stätten in Jerusalem und wir sehen uns einem nie da gewesenen Angriff durch die Besatzung auf die Al-Aqsa-Moschee gegenüber“, sagte Hazem Qassem, Sprecher der Bewegung, in einer Erklärung an die Medien.

Die Besatzungsobrigkeit intensiviert ihre Bemühungen Jerusalem zu verjuden und seine arabische und islamische Identität auszulöschen.

Derweil warf eine Araberin gestern Abend eine Tüte voller Müll auf eine Gruppe Juden in Jerusalem. Hier ist ein Video (von Yedidya Epstien*, der im Foto am Anfang zu sehen ist):

Angriffe scheinen etwas weniger nachrichtenwürdig und provokativ zu sein als Tanzen, aber die israelische Polizei vor Ort scheint sie nicht verhaftet zu haben – ganz zu schweigen davon, dass über den Vorfall von Nachrichten berichtet wurde.

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* Ja, so wird sein Name tatsächlich geschrieben

Wenn der „Status quo“ Ungerechtigkeit beschützt

Der Status quo auf dem Tempelberg ist eine Form der Bigotterie. Op-Ed.

Stephen M. Flatow, Israel National News, 20. Januar 2023

Juden warten auf die Erlaubnis auf den Tempelberg zu gehen. (Foto: Israel National News)

Der Begriff „Status quo“ bezieht sich schlicht auf die aktuellen Stand der Dinge, in jeder Situation. Er ist nicht automatisch richtig oder falsch, gut oder schlecht. Aber in den letzten Wochen ist der Begriff zur Waffe als Hauptargument dagegen gemacht worden, dass Juden Zugang zu ihrer heiligsten Stätte haben, dem Tempelberg.

Es ist nicht allzu lange her, dass ein weithin bewunderter, zweimal gewählter amerikanischer Präsident die verschiedenen Formen des Status quo bei jeder Gelegenheit verurteilte, die sich ihm bot.

„Der Status quo [im Gesundheitswesen] ist für Familien, Unternehmen und Regierung untragbar“, erklärte Präsident Barack Obama 2009. „Ich werden den Status quo nicht akzeptieren. Diesmal nicht. Jetzt nicht.“

„Der Status quo [in der Bildung] funktioniert für unsere Arbeiter nicht. Hier in den Vereinigten Staaten war Rassentrennung viel längere Zeit der Status quo.“

Diese zwei Beispiele sind besonders relevant, weil der Status quo auf dem Tempelberg eine ähnliche Form der Bigotterie ist. Als die Jordanier die Altstadt von Jerusalem 1948 illegal besetzten, zerstörten sie die 59 Synagogen des Viertels und verboten Juden den Besuch der Westmauer und des Tempelbergs. Dieser Status quo hielt die nächsten 19 Jahre an.

Fakt ist, dass der Status quo der Jerusalem-Politik Jordaniens keine größere moralische oder juristische Rechtfertigung verlieh als die von den weißen Rassisten verordnete Politik in Südafrika oder die weißer Rassisten im amerikanischen Süden. In Jerusalem, in Pretoria und in Birmingham wurde der bigotte Status quo durch das Recht der Macht aufrechterhalten, nicht durch die Macht des Rechts.

Die Unterstützung der Administration Biden für den Status quo auf dem Tempelberg kontrastiert scharf mit dieser Haltung – und der Haltung der Administration Obama-Biden – bezüglich des Status quo in Judäa/Samaria.

In seiner letzten Pressekonferenz als Präsident sagte Obama am 18. Januar 2017, er sei „besorgt wegen des israelisch-palästinensischen Problems… weil ich denke, der Status quo [in den Gebieten] ist unhaltbar.“ Er äußerte sich bei anderen Gelegenheiten ähnlich. Sein Außenminister John Kerry sagte auf einer Pressekonferenz in Berlin am 22. Oktober 2014 ebenfalls, dass in Bezug auf Israel und die palästinensischen Araber „die aktuelle Lage, der Status quo, untragbar ist“. Und die Administration Biden hat dieselbe Haltung eingenommen.

Denken Sie mal darüber nach. Wenn der Status quo die palästinensischen Araber begünstig – auf dem Tempelberg – dann ist er großartig. Aber wenn der Status quo für die Israelis spricht – in Judäa und Samaria – dann ist er furchtbar!

In Bezug auf den Tempelberg und Judäa-Samaria ist interessant, dass das Hauptargument für den Status quo der ist, dass viele Araber sauer und sogar gewalttätig werden, wenn der rassistische Staus quo aufgehoben werden soll. Dasselbe Argument wurde im alten amerikanischen Süden von Verteidigern der Rassentrennung verwendet. Sie sagten, wenn die Rassentrennung aufgehoben würde, würden Weiße mit Gewalt reagieren. Daher drängten sie im Namen des „Friedens“ darauf den rassistischen Status quo beizubehalten.

Genau dasselbe Argument ist von denen zu hören, die den Status quo des Tempelbergs unterstützen und gegen den Status quo in Judäa und Samaria sind. „Wenn Juden erlaubt wird auf dem Tempelberg zu beten, werden die Araber randalieren“, sagen sie. Und: „Wenn in den Gebieten kein Palästinenserstaat gegründet wird, werden die Araber randalieren.“

Gewalttätigen Rassisten sollte nicht gestattet werden, den Rest der Gesellschaft in Geiselhaft zu nehmen. Es war falsch in Amerika aus Angst vor weißer rassistischer Gewalt die Rassentrennung zu verhängen und es wäre genauso falsch einen Palästinenserstaat in Judäa-Samaria zu gründen, weil man Angst vor rassistischer arabischer Gewalt hat.

In modernen demokratischen Gesellschaften sollten politische Entscheidungen auf der Grundlage von Gesetz, Moral und Gerechtigkeit getroffen werden – nicht aus Rassismus oder aus Angst vor randalierenden Mobs. Wenn ein bestimmter Status quo moralisch und gerecht ist, dann behalte ihn auf jeden Fall bei. Aber wenn der Status quo Ungerechtigkeit verewigt, sollte er abgeschafft werden.

EU-Delegation stürmt den Tempelberg, scheint zuzustimmen, dass er judenrein sein soll

Elder of Ziyon, 18. Januar 2023

Die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtet, dass seine Delegation der EU am Morgen den Tempelberg besuchte, wo sie höflich der israelfeindliche und antisemitischen Propaganda zu hörte, die der Chef der Waqf, Scheik Azzam al-Khatib, von sich gab.

Zur Delegation gehörten 35 Repräsentanten und Konsuln der Europäischen Union.

Al-Khatib „betonte die Bedeutung ihres Besuchs der Al-Aqsa-Moschee als islamischer Moschee unter der Pflegschaft König Abdallahs II., des Hüters der islamischen und christlichen heiligen Stätten in Al-Quds al-Scharif“.

Al-Khatib begleitete die 35 Repräsentanten und Konsuln auf einem Rundgang, wo der „die Versuche der Besatzung den Status quo der Stätte zu verändern“ beschrieb.

Er sagte ihnen, dass die einzigen, die den Status quo ändern sollten, die Muslime seien und behauptete, dass es viele haschemitische Bauprojekte dort gebe, von denen Israel verhindere, dass sie beendet zu werden.

In einer zurechnungsfähigen Welt  würden Bauprojekte auf dem Tempelberg als Verletzung des Status quo betrachtet.

Al-Khatib beschrieb dann seine Version des Status quo: Er forderte eine „Rückkehr zum historischen Status quo der Moschee als islamischer Moschee allein für Muslime, mit ihren 144 Dunam, mit all ihren Gebetsecken, Vorhöfen und Komplexen, unterirdisch wie oberirdisch“.

Laut Jordan News wollte die Delegation „die europäische Unterstützung des juristischen und historischen Status quo der heiligen Stätte und seines historischen Wächteramtes bestätigen“.

Niemand schein der Definition der Waqf für Status quo zu widersprechen, gemäß der keinerlei Juden erlaubt werden soll auf den Berg zu gehen.

Die unterzeichnete Vereinbarung zwischen Jordanien und Israel gibt dem haschemitischen Königreich Jordanien das Wächteramt für muslimische heilige Stätten in Jerusalem. Wenn die Verhandlungen über den dauerhaften Status quo stattfinden werden, wird Israel der jordanischen historischen Rolle in diesen Schreinen hohe Priorität einräumen.

Was bedeutet, dass Israel die Entscheidungen trifft, während es die jordanischen Wünschen respektiert und seinen Wünschen Priorität einräumt. Aber der Sprachgebrauch macht deutlich, dass die endgültigen Entscheidungen bei Israel liegen.

Beachten Sie auch, dass die Vereinbarung nichts zum jordanischen Einfluss auf christliche Stäten sagt, von denen al-Khatib behauptet, sie befänden sich ebenfalls unter der Verwaltung der Waqf.

Ich bezweifle, dass irgendjemand aus dieser Delegation jemals die Vereinbarung selbst gelesen hat, die das einzige Dokument ist, das gemäß dem Völkerrecht zählt – eine Vereinbarung, die den Juden ausdrücklich „freien Zugang zu Orten von religiöser und historischer Bedeutung“ gibt.