Die Crazy Design-Woche für zeitgenössische Kunst in Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 25. Mai 2016

Frühling in Jerusalem (Israel).

Es ist heiß, dann ist es kalt.
Gestern regnete es.
Man weiß nie, was als nächstes passiert.

Während der Jerusalem Design-Woche
hat man keine Vorstellung davon, was man als nächstes sehen wird.

Wenn ich die Gelegenheit dazu habe, dann leibe ich mir anzusehen,

was im alten Hansen-Haus neu ist.

Die Eröffnungsveranstaltung für die Design-Woche
fand im Hof statt

und wurde Kugel-Party genannt.

Zuerst hatten selbst die Gäste Probleme das herauszufinden.
Es gab rosa Zeichen in Jiddisch,

gebrannte Jerusalem-Kugel mit einem Gürkchen,

eine orientalische Nuddel, die in Glasgefäßen mit einem Flaschenzug

nach oben auf die zweite Etage geschickt wurde.

Die dritte Sorte Kugel war ein belgische Waffel;
die mit der längsten Schnur

waren kein Fastfood, sondern langsam von Bezalel-Künstlern handgefertigt.

Drinnen gab es eine Vielzahlt an Ausstellungsgegenständen.

Dieses brachte Erinnerungen an des Tritierens in einem Labor
mit einem Thema in gelb und blau für die Männer und Frauen Jerusalems.

Zeitgenössische Kunstexponate nutzten die Medien

Fotografie, Malerei und Licht
und Form und Gestalt,
die in verschiedenen Räumen des Hansen-Hauses ausgestellt wurden.

Im Garten draußen gab es Tiere
in verschiedenen Farben und Formen.
Ich bin sicher, Dr. Hansen hätte sie sich nicht vorstellen können.

Die Design-Woche ist über 7 Örtlichkeiten verteilt.

Eine weitaus ernstere Ausstellung befindet sich im

LA Mayer Museum islamischer Kunst.

Zeichen aus dem Iran ist eine Sammlung

von 60 Kunst-Poster-Meisterwerken
von 27 iranischen Grafikkünstlern
aus einem Zeitraum von 40 Jahren.

Der israelische Grafikkünstler Yossi Lemel,
der das Projekt initiierte,
war bei der Eröffnung dabei.

Es ist nicht ungewöhnlich den zeitgenössischen Iran hier zu sehen.

Es gibt so viel Seltsames und Ungewöhnliches, das diese Woche geschieht,

vielleicht war es der Vollmond.

Das Einzige mit Bezug zur Politik,
das ich erwähnen möchte,

ist ein Modell des Eiffelturms, das während des Besuchs
des französischen Premierministers Manuel Valls gebaut wurde.

Ich wollte den Mann auf dem Kran mit Photoshop herausnehmen,
aber dann erkannte ich, dass er den Turm sicherte,
damit dieser bei den extrem starken Winden nicht umfiel.

Nur ein wenig aus dieser Woche, das ein Selfie wert ist.

Dann gibt es noch das Bücherfest, dass russische Fest,
das MusaraMix Seam Kunstfestival,
das jährlicher Israel-Festival
und mein Lieblingsfestival, das Lichterfest.

Sobald heute Abend die Sonnen unter geht, brennen die ganze Nacht über
die großen Lagerfeuer des Lag Ba’Omer,

Es ist die Zeit der Frühlingsfeste,
niemand weiß, was man als nächstes sehen wird –
auf den echten Straßen Jerusalems in Israel.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (22.-28. Mai 2016)

Sonntag, 22.05.2016:

Heckmeck:
– Der französische Premierminister Valls ist zu Besuch in Israel. Vorher sagte er einer arabischen Zeitung, dass Israel „die Siedlungen stoppen muss“.

Montag, 23.05.2016:

Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden prahlte wieder, der Iran könne Israel „innerhalb von 8 Minuten vernichten“.

Einige arabische Knessetabgeordnete trafen sich mit PA-Premier Hamdallah, um die Lage der „Palästinenser im 1948 besetzten Al-Quds“ zu diskutieren. Das wäre nach westlichem Vokabular „Westjerusalem“, meint aber auch ganz Israel. Womit er wieder den Anspruch erhebt ganz Israel zu beseitigen, um die „Besatzung“ zu beenden.

Heckmeck:
– Netanyahu sagte dem französischen Premierminister, dass der einzige Weg zu Frieden über direkte Verhandlungen führt. Israel ist fertig mit multilateralen Verhandlungen, die haben nichts gebracht. : „Ich würde schon morgen nach Paris fliegen, um mit Abbas Frieden zu schließen.“ Präsident Rivlin sagte ihm ebenfalls, dass der Weg zu Frieden nur über direkte Verhandlungen führen kann.

Dienstag, 24.05.2016:

Den Aufruf Netanyahus zu direkten Gesprächen ließ Mahmud Abbas für die PA offiziell durch seinen „Premierminister“ zurückweisen.

Mahmud Abbas sprach auf dem humanitären Weltgipfel. Dort sagte er, es sei an der Zeit Israel auszuradieren.

Die Stadt Jerusalem hat für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen am Friedhof auf dem Ölberg 1,5 Millionen Schekel zur Verfügung gestellt, weil dort immer noch Gräber geschändet und zerstört werden.

Mittwoch, 25.05.2016:

Schulaufführungen in der PA: Eine Oberschule für Jungen führt auf, wie Soldaten angeblich bei einem behaupteten Nichtterroristen ein Messer platzieren, um ihn zum Terroristen zu stempeln und dann zu ermorden. Und jüngere Schüler spielen in ihrer Grundschule vor, wie sie ein „israelischen Soldaten“ hinrichten.

Mindestens 60 PA-Araber wurden seit Anfang Oktober 2015 wegen Hetze gegen Israel/Israelis auf Facebook festgenommen. Eine antiisraelische israelische NGO in Haifa behauptet dagegen es seien mindestens 150 PA-Araber (und 250 israelische Araber) verhaftet worden (was natürlich sowieso kriminell ist – im Gegensatz zu Aufstachelung zu Gewalt gegen Israelis im Internet…).

Das PA-Fernsehen feierte den Mörder eines amerikanischen Juden in Jaffa im März als „heldenhaften Märtyrer“. Die PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida machte dasselbe.

Donnerstag, 26.05.2016:

Die Fatah veranstaltete heute eine Feier zu Ehren von Ayaatz al-Akhras, die im März 2002 einen Selbstmordanschlag in einem Supermarkt im Viertel Kiryat Yovoel in Jerusalem verübte (2 Tote, 28 Verletzte).

An einem Übergang von den PA-Gebieten nach Israel konfiszierten Zöllner zusammen mit dem Shin Bet eine große Ladung Baumaterial für Waffen, die nach Gaza zur Hamas geliefert werden sollte. Es gibt die Vermutung, dass die Hamas in Hebron eine Werkstatt unterhält, die die Waffenteile herstellt und sie dann in den Gazastreifen schickt.

Zum Jahrestag des Rückzugs Israels aus dem Libanon verkündete Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah, der jüdische Staat bleibe der wahre und zentrale Feind.

Ein Beduine behauptete von Polizisten in Tel Aviv angegriffen worden zu sein. Aufnahmen von Überwachungskameras belegten jetzt, dass der Beduine die Polizisten angegriffen hatte.

Freitag, 27.05.2016:

Der arabische MK Abu Arar wurde von der Hamas interviewt. Dabei versprach er, dass Mitglieder seiner Fraktion das Verbot des Premierministers von Tempelberg-Besuchen durch (alle!) Knesset-Mitglieder missachten werden. Das Verbot verletze die freie Religonsausübung, sagt er, tritt aber dafür ein, dass Juden den Tempelberg gar nicht erst betreten dürfen.

Samstag, 28.05.2016:

Aus dem Libanon melden Medien, dass die Hisbollah Tunnel unter der Grenze nach Israel gräbt.

Der Terrorist Abdel Fattah al-Sharif wurde in Hebron beerdigt. Etwa 1.000 Personen nahmen daran teil und brüllten religiöse Überlegenheits-Parolen und forderten Rache.

Heckmeck:
– Die Konferenz von Paris steht noch aus, das stellt Mahmud Abbas schon wieder Vorbedingungen. So sollen direkte Verhandlungen mit Israel zeitlich begrenzt werden und die Resolutionen einen (automatischen) Mechanismus zu ihrer Umsetzung bekommen.

Jerusalems Bildungswoche eröffnet mit einer besonderen Ausstellung für Kinder

The Real Jerusalem Streets, 18. Mai 2016

Ein weiser Mann aus Texas sagte mir einmal:
„Man ist nicht ‚gut‘ oder besser.
Es ist die Summe des Ganzen, was zählt.“

In Jerusalem (Israel) ist Bildungswoche.
Eine Eröffnungsveranstaltung fand im Israel Museum statt

und zwar auf dem Platz vor dem Kinderflügel des Museums.

Es gab 40 Gewinner-Kunstprojekte,
die von Hunderten Schulkindern aus Jerusalem erstellt wurden;
das Thema lautete: Mein Zuhause, dein Zuhause.

Kunstprojekte auf Hebräisch und Arabisch standen nebeneinander.

Der Direktor des Israel Museums, James Snyder, sprach auf Englisch,
aber seine Ausführungen wurden ins Hebräische und Arabische übersetzt.

Wasser, Schatten und Stühle wurden für die Hunderte

Schüler, Lehrer und Familienmitglieder bereitgestellt,
die kamen, um sich die Ausstellung anzusehen.

Ein paar Glückliche hatten Vorsprung und bekamen gefrorene Leckerchen.

Die Projekte waren überall auf dem Platz ausgebreitet.

Sie waren interessant

und vielfältig,

und auch farbenfroh.

Die Reden waren dankenswerterweise kurz,
ebenso die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums.

Es war super heiß, selbst mit Schatten und Wasser.
Die Leute kamen nicht um zuzuhören
sondern um die ausgestellten Gewinnerprojekte zu sehen.

Als die Ausstellung offiziell eröffne wurde,

war der Bereich brechend voll

mit einer Menschenmenge, die so vielfältig war wie die Viertel Jerusalems.

Gute Neuigkeiten?

Was halten Sie von
diesem von der Jerusalem Foundation und dem Israel Museum
unterstütze Bildungsprojekt der Stadt Jerusalem?

„Man ist nicht ‚gut‘ oder besser.
Es ist die Summe des Ganzen, die zählt.“

Nach den Feiern zum israelischen Unabhängigkeitstag

The Real Jerusalem Streets, 15. Mai 2016

Die Feiern zum Yom Haatzmaut,
dem israelischen Unabhängigkeitstag,
sind für dieses Jahr zu Ende.

Es gab jede Menge Feiern und ein Bibel-Quiz im Fernsehen,
Flaggen über den Straßen und an Gebäuden

sowie kleine Flaggen, die an Autos geklemmt wurden.

Wie üblich war der Gan Sacher,

der Sacherpark, Szene für hunderte Familienpicknicks.

Die Menschen brachten Stühle und Tische und Taschen voller Essen,

und sogar Matratzen, um es sich bequem zu machen.

Aber dieses Sofa war eine Premiere.

Es gab fröhliche Gesichter von Fremden, es gab Zelte.

Rauch von Grills und Karaoke-Klänge füllten die Luft.

Am Nachmittag erschienen

Flugzeuge aller Größen in Formation

am blauen Himmel

und begeisterten die Menschenmenge unten.

Hübsche Kinder mit Flaggen und Ballons
genossen die Feiern.

Eine Gruppe einsamer Soldaten genoss ein paar riesige Rippchen,
den ganzen Tag über wurden Grills angeworfen, um die Hunderte zu verpflegen, die kamen.

Zehntausende feierten im Gan Sacher,
darunter eine besondere Mädchengruppe,

Bnot Sherut, Mädchen aus dem Ausland, die ihr Jahr
zwischen Schule und Universität als Freiwillige in Israel verbringen.

Die Medien verpassten ihre Tanzvorführung, aber sie fanden diese Familie,

die glücklich ihre Meinung darüber mitteilte,
welch ein schöner Tag es war;
sie schlossen mit einem schwungvollen
AM YISRAEL CHAI!

Nein, das ist kein Schnee, auch wenn es „sheleg“ genannt wird;
das ist dieses grässliche Schaumzeugs zum Rasieren.

Dieses Paar fand etwas rosa gefärbten
und hatte Spaß damit ihn überall zu versprühen.

Ich war froh dieses Jahr weniger von dem dreckigen Zeugs vorzufinden.

Und was war mit der Sicherheit?

Man sah Polizistinnen, die das Essen probierten.

Das war alles am Donnerstag. Ich hoffe, dass heute,
am Sonntag, die Hitzewelle schnell vorüber geht.
Die Hitze und Luftfeuchtigkeit hielten mich von der Straße fern
und im Haus, die Klimaanlage läuft.

Da die Feiertage vorbei sind,
ist es an der Zeit für weiter Festtage.

Die Bildung beginnt morgen mit einer Veranstaltung im Israel Museum

und das Jerusalemer Lichterfest in der Altstadt,
das nächste Woche beginnt, dazu
ein internationales Autorenfest und Lag Ba’Omer

Alles wird in Jerusalem (Israel) stattfinden.

Al-Buraq: die neue palästinensische Westmauer

Harry Moskoff, The Jerusalem Post, 9. Mai 2016

Letzten Oktober war die UNESCO gezwungen einen Antrag der palästinensischen Autonomie, mit dem der gesamte Platz vor der Westmauer[1] zu einer offiziellen muslimischen heiligen Stätte erklärt werden sollte, unter breitgefächerter Kritik vieler westlicher Quellen fallenzulassen.

Juden versammeln sich während Sukkhot zum Gebet an der Westmauer (Foto: AFP)

Ich kann schon die heutigen Touristen hören: „Komm, Schatz, lass uns die muslimische heilige Stätte namens Westmauer besuche, wo der Prophet Mohammed sein geflügeltes Pferd anband.“ In meinem jüngsten Film (The ARK Report – Sequel) gibt es ein Exklusivinterview mit Gouverneur Mike Huckabee, der einer der Kandidaten für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner 2016 war.

Obwohl ich für den Film viele Politiker und Botschafter interviewte, kommt eine bestimmte Bemerkung immer wieder bei den Zuschauern an. Huckabee erwähnt etwas, das jedes Mal passiert, wenn er nach Israel kommt, Jahr auf Jahr; und dieser Punkt hat anscheinend auf viele Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zu Beginn des Videos erklärt er: „Jedes Mal, wenn ich eine große Gruppe mit nach Israel nehme, ist eines, was ich liebend gerne mache, eine der palästinensischen Landkarten zu nehmen die ich in der Altstadt finde. Ich falte sie auf und frage einen der Mitreisenden: ‚Wo auf der Karte ist Israel?‘ Sie schauen und schauen … und ich sage: ‚Können Sie Israel auf der Karte finden?‘ Die Antwort lautet Nein, sie können es nicht. Ich frage sie warum und sie sagen: ‚Ich weiß nicht!‘ Ich sage, weil die Leute, die diese Karte herstellten, nicht glauben, dass es so etwas wie Israel gibt.“

Letzten Oktober war die UNESCO gezwungen einen Antrag der palästinensischen Autonomie, mit dem der gesamte Platz vor der Westmauer zu einer offiziellen muslimischen heiligen Stätte erklärt werden sollte, unter breitgefächerter Kritik vieler westlicher Quellen fallenzulassen. Wenn Sie einen Moment darüber nachdenken, dann braucht, so eine Publicity-Nummer überzeugend abzuziehen zweierlei: beträchtliche Chutzpe und massive (was wir auf Hebräisch so nennen:) protexia – Verbindungen.[2] Das Unglaubliche ist: Die PA nutzte beides und das funktioniert einfach.

Wie die meisten von uns wissen übernahm am 15 April der Exekutivrat der UNESCO eine neue Resolution, die die Westmauer ausdrücklich nur bei ihrem muslimischen Namen nannte (und alle jüdischen Verbindungen zu dem heiligen Ort ignorierte). In der Tat wird, wenn der Text den Platz vor der Westmauer (Western Wall Plaza) erwähnt, dieser in Anführungszeichen gesetzt und das folgt erst dem Gebrauch des arabischen „Al-Buraq-Plaza“ als offiziellem Namen. Darüber hinaus wird in der Resolution nur der arabische Begriff für den Tempelberg, s.h. „Al-Aqsa/Al-Haram al-Scharif“ benutzt.

Der Grund besteht natürlich darin, dass der Namen „Tempelberg“ offensichtlich den Rückschluss verlangt, dass es irgendwann in der Geschichte auf diesem Berg einen Tempel gab. Die Angst der PA (und der UNO) könnte darin bestehen, dass tatsächlich irgendwann in der Zukunft ein weiterer, dritter jüdischer Tempel kommen könnte und daher müssen jegliche jüdische Verbindungen heute irgendwie delegitimiert werden, bevor irgendwelche Fakten vor Ort (wie es einmal war) eingeführt werden können.

Sollte das nicht ausreichen, fährt die Resolution damit fort weitere heilige Stätten innerhalb Israels einzubeziehen. „[Der Exekutivrat] bekräftigt wieder, dass die beiden betreffenden Stätten in Al-Khalil/Hebron und in Bethlehem integraler Bestandteil Palästinas sind“, was sich jeweils auf das Patriarchengrab und das Rahelgrab bezieht. (Es ist interessant hier zu vermerken, dass die Resolution eigentlich von Frankreich, Russland, Spanien und Schweden vorab genehmigt wurde!) In der Tat sieht es so aus, als habe Huckabee Recht.

Es ist einfach: Nehmen Sie den jüdischen heiligen Stätten weg und es wird viel einfacher sein Israel als Ganzes fortzuschaffen, von innen heraus.

Wo ist also der Aufschrei? Wo sind die religiösen Leiter der Welt – der Papst zum Beispiel? Israel muss eine entschiedene Antwort auf solche Landraub-Versuche und krassen Fälschungen der Geschichte geben sonst wird es sicher weitergehen, aber schlimmer.

Hier haben Sie eine unkonventionelle Antwort, die vielleicht eine Lösung für alle betroffenen Parteien hat – und das ist früher schon gemacht worden. Es gibt einen historischen Präzedenzfall. Nicht einmal, nicht zweimal, sage und schreibe kolossale sechs Male seit der Zerstörung des zweiten Tempels haben Menschen eine Art „Betort“ auf dem Tempelberg gebaut. In diesem Fall ein Ort, der für alle Religionen und für alle Völker geeignet war. Klingt mehr wie ein Traum als etwas, das wirklich passierte. Es war aber so.

Was folgt, ist etwas (eher trockene) Geschichte.

Ungefähr 50 Jahre nach der Zerstörung des Herodianischen Tempels durch die Römer im Jahr 70 gewährte Kaiser Hadrian (76 – 138) den Juden den Beginn der Errichtung eines Gebäudes auf dem Berg; er wollte die Kooperation der jüdischen Gemeinde Jerusalems für sich gewinnen. Das dauerte allerdings nicht lange und das Projekt wurde kurz darauf eingestellt. Später wandte sich Konstantins Neffe Julian, der 361 n.Chr. Kaiser wurde, vom Christentum ab und gab ein Edikt zu universaler religiöser Toleranz aus, was damals eine neuartige Idee war. Zwei Jahre später versprach er ein Gebäude auf dem Tempelberg zu bauen; dazu unternahm er den unvorstellbaren Befehl die kaiserliche Kasse zu öffnen, um große Geldsummen und Material dafür zur Verfügung zu stellen. Leider wurde auch dieses Projekt gestoppt, vielleicht wegen Julians Tod oder eines Erdbebens.

Dann eroberte 613 König Chosrau II. von Persien Jerusalem und ernannte einen Gouverneur, der keine Zeit verschwendete und wieder einen Gebetsort auf dem Berg einrichtete, wie der berühmte Rabbiner und Dichter Elazar Kalir bezeugte. Über die Instandsetzung schrieb er: „Als Assyrien [Persien] in die Stadt kam … und seine Zelte hier aufschlug / erlaubte er den Wiederaufbau eines Tempels / und sie bauten den heiligen Altar…“

Außerdem erklärte selbst Kalif Omar in den Anfangsjahren der muslimischen Herrschaft, als Jerusalem von den streng arabischen Kräften 638 erobert wurde, das Recht der Juden (und anderer) weiterhin ungestört auf dem Tempelberg zu beten; das geschah im Gegenzug für Hilfe bei der Eroberung der Stadt.

Beachten Sie, dass selbst an diesem Punkt in der Geschichte die allmähliche Entwicklung des Begs in die drittheiligste Stätte des Islam nicht in totaler Ausgrenzung der Juden vom Ort resultiert. Tatsächlich erhielten die Juden kurz nach der muslimischen Eroberung die Erlaubnis ein kleines Holzgebäude auf dem Berg zu bauen.

Nach Angaben von Rabbi Petachia von Ratisbon (London 1856) blieb der Ort während der meisten Zeit der frühen muslimischen Periode aktiv, danach wieder bis etwa 1100 n.Chr., bis zur Eroberung durch die Kreuzritter. Selbst heute kann man noch hebräisches Schrift an den inneren Wänden des Goldenen Tores am Osthang sehen, die vor etwa 1000 Jahren von jüdischen Pilgern angebracht wurde.

Jemand sollte davon heute ein Foto machen, damit es nicht auch aus Israels Geschichte gelöscht wird! Saladin erlaubte sowohl Juden als auch Muslimen sich in Jerusalem niederzulassen und gemeinsam zu beten, bis dahin, dass er den Juden sogar gestattete etwas an ihrer eigenen Stelle zu errichten (laut Emil Offenbacher). Später investierten folgende osmanische Herrscher wenig bis gar nichts in die Erhaltung des Felsendoms und der Al-Aqsa-Moschee; es gab nie einen Bericht oder Präzedenzfall muslimischer Kleriker, die jemals den Tempelberg besuchten oder Juden von dort vertrieben.

In modernen Zeiten schlug der verstorbene Oberrabbiner Israels, Rav Mordechai Eliyahu (1929-2010) einen konkreten Plan für eine Gebäude vor, das auf einem offenen Bereich im Nordosten des Felsendoms, näher an der Ostmauer, stehen könnte. Er machte seine Absichten klar, als er zum Thema sprach und sagte: „dass auch die Kinder Israels in den Bereich gehen werden und ihnen erlaubt wird [zu beten], in Heiligkeit und Reinheit, entsprechend dem jüdischen Gesetz…“

Was können wir letztendlich aus der Geschichte erfahren? Es gab eine funktionsfähige Lösung, die von den verschiedenen Regierungen der jeweiligen Zeit und allen Beteiligten allgemein akzeptiert wurde.

Gibt es irgendeine Chance, dass heute so etwas hinsichtlich des geopolitischen Szenarios in Israel vorgeschlagen wird? Keine Chance. Aber heute besitzt die Idee, wie damals, immer noch Wert. Kaiser Julian hatte recht: universale religiöse Toleranz ist in der Tat der Weg, der eingeschlagen werden muss. Geht man weiter, dann muss die PA – und wichtiger: die UNESCO – sich an die universalen Prinzipien und den Wahlspruch letzterer halten: „Frieden in den Köpfen von Männern und Frauen entwickeln“ – d.h. aller Männer und Frauen (einschließlich Juden und Christen) und ihre angestammten heiligen Gebetsstätten zu respektieren, besonders die in Israel.

[1] Im allgemeinen Sprachgebrauch wird sie meistens „Klagemauer“ genannt

[2] auf Deutsch: Vitamin B.

Jerusalem früher und heute (04)

Israel – photos and information pre/after 1948, 27. Februar 2016

Dungtor (Misttor), von „innen“ (aus der Altstadtseite) heraus, 1940 und 2013. Man kann sehen, dass es dieselbe Stelle ist, wenn man sich den rechten oberen Teil der Fotos ansieht.

Jerusalem_Dungtor

Vom Yom HaSchoah zum Yom Ha’Atzmaut

The Real Jerusalem Streets, 11. Mai 2016

Diese Zeit des Jahres ist immer sehr rührig.
Sie beginnt mit dem Yom Haschoah, dem Holocaust-Gedenktag,
und läuft bis nach dem Yom Ha’Atzmaut, dem israelischen Unabhängigkeitstag.

Am Yom HaSchoah wurden in Yad Vaschem sechs symbolische Fackeln entzündet,

für die sechs Millionen im Zweiten Weltkrieg ermordeten Juden.

Eine andere symbolische Trauer ist

die große israelische Flagge auf der Knesset.

Sie weht auf Halbmast.

Kleine israelische Flaggen sind an Autos zu finden

und große werden an Gebäuden entfaltet.

Diese Woche war sogar der Himmel blau-weiß,

auf der Straße, die in die Judäischen Berge führt,

bis hinauf zum See Genezareth.

Es gab hunderte Feiern
zum Yom HaZikaron,
bei denen der gefallenen Soldaten und der Terroropfer gedacht wurde,
allen 23.447, die ihr Leben verloren.

Dieses Jahr gab es ein neues und besonderes Programm

am Givat HaTachmoschet,
Ammunition Hill (Munitionshügel).

Als die Sonne unterging und die Gedenksirene erklang,
war es dort vollgedrängt,
um der gefallenen „einsamen Soldaten“ zu gedenken.
Die Feier wurde vom Zentrum des Einsamen Soldaten
in Gedenken an Michael Levin gesponsert.

Eine Ehrenwach schaute zu, wie die israelische Flagge eingeholt

und eine Gedenkflamme entzündet wurde.

Junge Leute, die einander unterstützten und trösteten,
trugen diese Yizkor-Streifen auf ihrem Herzen,

in Erinnerung an diejenigen, die ihr Leben verloren.

Vom Einbruch der Dunkelheit und während des gesamten Tages
besuchten Tausende die Militärfriedhöfe,
vom Herzl-Berg zu Gräbern überall in Israel.

Doch sobald der Yom HaZikaron endet,
beginnt der Yom Ha’Atzmaut, der Unabhängigkeitstag.
Beit Hanasi, die Resident des israelischen Präsidenten

bereitet sich auf einen großen Tag der Feiern vor.
Die Gärten davor und dahinter

sind bereit für die eingeladenen Gäste.

Die Warteräume drinnen wurden verschönert.
120 ausgewählte IDF-Soldaten werden am Yom Ha’Atzmaut geehrt.
Da einige ihrer Gesichter nicht gezeigt werden dürfen,

muss dieses Foto von hinten genügen.

Präsident Rivlin kam bei den Proben heraus

und schien die Augenblicke wirklich zu genießen,
in denen er mit den Geehrten sprach.

Die Piloten der Sonderflugzeuge hatten diese Woche ebenfalls

für die traditionelle mittägliche Flugshow geprobt.

Vom Trauern
wenden wir uns dem Feiern zu
und bereiten uns auf den
Yom Ha’Atzmaut
vor:

Israel im Alter von 68.