Buch setzt Holocaust mit palästinensischer Nakba gleich – entfacht Empörung

Ein neues Buch, das offiziell in zwei Wochen vorgestellt wird, hat bereits zu Kontroversen geführt, weil es das Leiden der Juden mit der arabischen Niederlage im Unabhängigkeitskrieg gleichsetzt. • Interessenvertretung sagt, das Buch ist ein Affront für die Holocaustüberlebenden in Israel und im Ausland.

Yael Branovsky, Israel HaYom, 25. August 2015

Holocaust-Nakba-Buch

Ein neues Buch, das Parallelen zwischen dem Holocaust und der palästinensischen Nakba (der arabische Begriff für die Heimatlosigkeit der palästinensischen Flüchtlinge durch Israels Unabhängigkeit) zieht, hat rund zwei Wochen vor der öffentlichen Vorstellung des Buches durch den Gastgeber Van Leer Jerusalem Institute einen massiven Tumult verursacht.

Im Tirtzu, das den eigenen Auftrag als „Stärkung und Verbesserung der Werte des Zionismus in Israel“ beschreibt, hat dem Van Leer Jerusalem Institute einen Brief geschrieben, in dem gefordert wird, dass die Veranstaltung abgesagt wird, der zu Ehren der Autoren des Buches abgehalten werden soll und den Titel „Der Holocaust und die Nakba: Erinnerung, nationale Identität und jüdisch-arabische Partnerschaft“ trägt.

Das Buch ist eine Gemeinschaftsarbeit zwischen dem Institut und der Hakibbutz Hameuchad-Sifriat Poalim Publishing Group.

In dem Brief informiert Im Tirtzu den Direktor des Instituts, Professor Gabriel Motzkin, dass „wir von dieser grotesken Gleichsetzung zwischen dem Holocaust und dem europäischen Judentum – als Millionen Juden verbrannt, erschossen und lebendig begraben wurden, obwohl sie nichts Falsches getan hatten – und der kolossalen Niederlage der Feinde Israelis im Unabhängigkeitskrieg, die im Arabischen Nakba genannt wird, höchst beunruhigt sind“, schrieben sie.

Der Brief nannte die Veranstaltung zudem „einen Affront für die Holocaust-Überlebenden, die in Israel und im Ausland leben, indem ihre Notlage missachtet wird, indem unsere kollektive Intelligenz beleidigt wird und indem der menschlichen Ethik Schande gebracht wird.“ Es wird vermerkt, dass „der niederschmetternde Schlag, der den Araber während des Unabhängigkeitskriegs versetzt wurde, das Ergebnis eines von den arabischen Armeen begonnenen Krieges war, die es ablehnten das Recht des jüdischen Volks in ihrer Heimat zu leben anzuerkennen.

Der Holocaust wurde wegen eines ungetrübten Hasses auf Juden und durch die systematische Ausrottung Millionen unschuldiger Menschen begangen. Das ist der Grund, weshalb wir fordern, dass die Veranstaltung, die ein solches Buch ehrt, das unlogische und abscheuliche Vergleiche zieht, sofort abgesagt wird“, schlossen sie.

Motzkin tat die Kritik geradeheraus ab. Im Gespräch mit Israel HaYom sagte er: „Wir setzen den Holocaust nicht mit der Nakba gleich; wir ziehen lediglich Parallelen zwischen der Weise, wie beider ein Denkmal gesetzt wird – das ist nicht dasselbe“, sagte er und betonte: „Es kam uns nie in den Sinn, auch war es nie unser Interesse, die Botschaft zu vermitteln, dass die beiden Ereignisse vergleichbar sind.“

Er ging dann dazu über die Gründe hinter dem Buch zu erklären: „Erinnerung ist von Haus aus anders als die tatsächlichen Ereignisse, denn nicht jeder erinnert sich auf genau die gleiche Weise an die Ereignisse, wie sie sich entwickelten“, sagte er. „Wir betreiben eine Ausstellung über den Holocaust und wir halten jährliche Feiern zu Ehren des Holocaust-Gedenktags; wir haben nicht das Verlangen die Bedeutung des Holocaust zu verharmlosen. Unser Buch enthält eine Vielfalt an Meinungen, von denen einige den Palästinensern gegenüber höchst kritisch sind. Es gibt keine politischen Motive hinter dieser Veröffentlichung; es ist lediglich ein Versuch die Gemütsverfassung und die Mentalität beider Seiten zu verstehen.“

Das Van Leer Jerusalem Institute veröffentlichte ein offizielles Programm für die Veranstaltung, das das Buch und seine Botschaft ausführlich darlegt. „Das Buch lädt die Leser ein über Möglichkeiten nachzudenken den Holocaust und die Nakba zusammen nachzudenken und sie zu diskutieren und die Möglichkeit eines solchen verbundenen Gedankens zu untersuchen – nicht weil die Ereignisse identisch oder auch ähnlich sind, sondern weil sie beide traumatisch und identitätsstiftend waren“, heißt es in dem Programm.

„Die Nakba und der Holocaust formten die Schicksale der beiden Völker und Identitäten, wenn auch auf völlig unterschiedliche Weise“, heißt es darin weiter.

Nach Angaben des Instituts umfasst das Buch „Artikel und Aufsätze von jüdischen und palästinensischen Forschern, Autoren und Denkern, die sich um die Auseinandersetzung mit dem Thema bemühen. Die Beiträge sind nicht monolithisch: Einige befürworten den gemeinsamen Ansatz zu den beiden Ereignissen und sehen darin ein Tor zu Versöhnung und Frieden; andere lehnen eine solche Möglichkeit kurzerhand ab. Das Ergebnis ist ein urtypisches und einzigartiges Mosaik an Positionen, die eine Herausforderung für das konventionelle Denken über die traumatischen Erinnerungen beider Völker darstellt.“

Im Tirtzu schickte dann einen Brief an den Direktor der Hakibbutz Hameuchad-Sifriat Poalim Publishing Group, General Uzi Shavit; darin baten sie ihn zu verhindern, dass die Veranstaltung stattfindet. „Es übersteigt das Vorstellungsvermögen zu glauben, dass Sie als Leiter der Verlagsgruppe, die auf ihrer Internetseite stolz verkündet, dass es das Verlagshaus des Kibbutz Artzi Federation and Hashomer Hatzair war, die zustimmte bei der Veröffentlichung eines Buche szu helfen, das den Verlust der Araber im Unabhängigkeitskrieg auf einer Stufe mit den horrenden Ereignissen des Holocaust stellt“, heißt es in dem Brief; es wird zudem erwähnt, dass einige jüdische Helden aus der Zeit des Holocaust Hashomer Hatzair nahe standen: „Nur falls Sie es vergessen haben: Das war die Bewegung von Mordechai ANielewicz, Zivia Lubetkin, Abba Kovner und anderer; die Schande dieser Veranstaltung wird noch viele Generationen lang in Schande leben.“

Die Hakibbutz Hameuchad-Sifriat Poalim Publishing Group lehnte eine Kommentar zum Brief ab.

Die wahren Opfer

Paula R. Stern, Facebook, 25. August 2015

„Yuval ist seit bereits zweieinhalb Wochen nicht aufgewacht. Wir hoffen, dass es diese Woche geschehen wird’s. Jeder redet über den Gesundheitszustand des Terroristen, aber niemand spricht über meinen Sohn, der seit dem Terroranschlag immer noch nicht aufgewacht ist“.

Das sagte Nachum Afel, Vater von Yuval Afel, einem Soldaten, der bei Schiloh vor rund zwei Wochen von einem Terroristen überfahren wurde. Jeder hofft (und betet) und erwartet gute Nachrichten – dass Yuval die Augen öffnen wird, auf seinen eigenen Beinen steht und seinen Vater umarmt.

Die antiisraelische Einseitigkeit der französischsprachigen belgischen Medien

Manfred Gerstenfeld interviewt Joel Kotëk (direkt vom Autor)

Die Besessenheit des belgischen Antiisraelismus entstammt drei leicht identifizierbaren Faktoren, worauf ich schon vor Jahren hinwies. Die erste kombiniert den christlich-antisemitischen Glauben mit der progressiven Tradition, der „den jüdischen Geist“ mit Kapitalismus identifiziert. Ein zweiter Faktor ist die zwanghafte Erinnerung an die Schoah und die damit verbundenen Schuldgefühle. Durch die große Kollaboration mit den deutschen Besatzern im Krieg ist das in Flandern weit verbreitet. Ein dritter Faktor ist der mit der muslimischen Einwanderung importierte Antisemitismus. Um die Stimmen dieser Neuankömmlinge und ihrer Nachkommen zu erhalten, sind belgische Politiker ihnen gefällig und unterstützen antiisraelische Politik.

Antizionismus ist in Belgien zu einer bürgerlichen Religion geworden. Ihr Credo ist, dass die Palästinenser immer im Recht sind und die Israelis immer Unrecht haben. In ihrer Bibel könnte stehen, dass alles, was im Nahen Osten geschieht, der Fehler Israels ist.

Kotek, Joel
Prof. Joël Kotek

Prof. Joël Kotek ist Politikwissenschaftler, lehrt an der Freien Universität Brüssel und am Sciences Po in Paris, Frankreichs führender Universität für Sozialwissenschaften. Das Koordinationskomitee der Belgisch-Jüdischen Organisationen (CCOJB) veröffentlichte vor kurzem seine Analyse darüber, wie Israel in den französischsprachigen belgischen Medien dargestellt wird.[1]

Der Antizionismus der Gesellschaft wird von den Medien durch weitere Faktoren verstärkt. Die Korrespondenten der französischsprachigen belgischen Presse in Israel werden nur bezahlt, wenn ihre Artikel veröffentlicht werden. Warum sollten sie also ihre Zeit und Energie auf das Schreiben über positive Ereignisse wie israelische wissenschaftliche Entdeckungen verschwenden? Der Artikel wird von den Redaktionen abgelehnt werden und sie werden keine Entlohnung bekommen.

Der Umgang der Medien mit Israels Operation Fels in der Brandung im Jahr 2014 hat ihre Einseitigkeit einmal mehr bestätigt. Der palästinensisch-israelische Konflikt wird von vielen Reportern als Angriffe blutrünstiger israelischer Soldaten auf unschuldige palästinensische Zivilisten – insbesondere Kinder – dargestellt.

Eines von vielen Beispielen großer Einseitigkeit war eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders RBTF für das französischsprachige Belgien vom 4. August 2014. Sie begann damit, dass die Leichen palästinensischer Kinder gezeigt wurden. Danach präsentierte sie, ohne Zusammenhang, damit nicht in Beziehung stehende Bilder singender und tanzender israelischer Soldaten.

Das ist Propaganda, die einen alten Kino-Trick nutzt, bei dem man Bilder editiert und neue Bedeutung schafft, indem man nicht zusammengehörende Bilder aneinander reiht. Man kennt das als den Kuleschow-Effekt, benannt nach dem sowjetrussischen Filmemacher Lew Kuleschow, dessen Werk zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bekannt wurde.

Wenn aber dieselben Medien über einige der (echten) Massenmorde berichten, die andernorts im Nahen Osten stattfinden, ist ihre Herangehensweise immer „rein“ und „verantwortungsvoll“. Die regelmäßigen Morde an Muslimen durch andere Muslime werden bereinigt und gesäubert. Die Medien zeigen Luftangriffe oder Kampfszenen, aber selten irgendein Opfer, ob nun Kombattanten oder Zivilisten. Man könnte das als „Muslimischer Barbarismus bleibt unklar“ definieren.

Die dem palästinensisch-israelischen Konflikt gegebene übermäßige Medienaufmerksamkeit ist vom belgischen Kommunikationsexperten Professor Marc Lits erforscht worden. Er stellte fest, dass im Jahr 2002 der RTBF und ein anderer französischsprachiger Sender, RTL-TV!, 24% ihrer Nachrichtensendungen dem Nahen Osten widmeten. Keine andere Region der Welt erreicht überhaupt nur 10%. Innerhalb der Nahost-Region machten Berichte zu Israel fast 88% aus, also ein Vielfaches der Menge aller anderen Nahost-Länder zusammengenommen. Allein Israel ist damit in mehr als 20% aller Nachrichtensendungen der Sender vertreten.

Würden wir die von der israelischen Armee bei der Verteidigung des Landes verursachten zivilen Verluste mit den Kriegen in Syrien und dem Irak vergleichen, dann stellten wir fest, dass in Letzteren mehr als einhundertmal so viele Menschen getötet wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zwanzigtausend französisch Zivilisten bei der Bombardierung der Normandie durch die Alliierten vor der Landung der alliierten Streitkräfte getötet. Dreißigtausend Feindzivilisten wurden in Dresden von den Alliierten getötet. Diese Beispiele von vielen zeigen die Einseitigkeit der Medien, wenn es um die israelische Armee geht. Natürlich sollte jeder Verlust von zivilem Leben missbilligt werden. Jeder Krieg ist definitionsgemäß schmutzig. Bei Fels in der Brandung wurden rund zweitausend Menschen getötet, von denen die Hälfte palästinensische Kombattanten waren.

Ein entscheidender Faktor ist das regelmäßig Auslassen der fundamentalen Merkmale der Hamas, der größten politischen Palästinenserbewegung. Ihre Charta sagt aus, dass die Hamas eine völkermörderische, islamofaschistische Bewegung ist. Ein Journalist, der diese Tatsache in seinen Berichten auslässt, manipuliert die Nachrichten beträchtlich.

Es gibt wichtige soziologische und ideologische Faktoren, die bei der Beibehaltung der Einseitigkeit eine Rolle spielen. Sie entstammen sowohl der extremen Linken als auch der extremen Rechten. Diese Einseitigkeit spielt mit den Sorgen der modernen belgischen Gesellschaft, einschließlich ihrer allgemeinen Desillusionierung, der Globalisierung und des Antikapitalismus sowie die Konsequenzen des Versagens der Minderheiten dabei sich in die allgemeine Kultur zu integrieren. Der Antizionismus dient also einer Reihe von Anliegen in der gesamten belgischen Bevölkerung – bei der Rechten und der Linken, bei Katholiken und Säkularisten und bei Wallonen und Flamen.

Nach Angaben von Kotek gehört Belgien zur Gruppe der antiisraelischsten Länder in Europa. Dazu gehören Länder wie Norwegen, Schweden und Irland. Die Einseitigkeit des belgischen Presse geht über die der französischen, italienischen oder sogar der englischen Medien hinaus. Bei der Berichterstattung über den bewaffneten Konflikt im Gazastreifen im Jahr 2014 waren die meisten englischen, französischen und italienischen Journalisten nicht pro-israelisch. Trotzdem zeigten sie in ihren Berichten mehr Ausgewogenheit als die meisten ihrer belgischen Kollegen.

Das einseitig negative Image Israels, das unsere Medien im Verlauf der Jahre aufgebaut haben, ist mehr als ein unbedeutender Beitrag zum in Belgien existierenden ungesunden Klima zu Israel. Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass unsere Medien als Förderer des Antisemitismus agieren.

Das Konzept wurde vom französischen Intellektuellen Jean-Christophe Rufin in seinem berühmten Bericht zu Antisemitismus aus dem Jahr 2004 entwickelt, der auf Anforderung des französischen Innenministeriums erstellt wurde. Bezüglich antisemitischer Taten definiert Rufin drei Ebenen der Verantwortung: Gewalttäter, Manipulatoren (Ideologen, politische Netzwerke oder Terroristen) und die Förderer, die über ihre Meinung – oder ihr Schweigen – den Wechsel zur Tat legitimiert.

Kotek schließt: Meine These ist bedeutungsschwanger. Die Folgen der von den Medien seit mehr als 30 Jahren entwickelten antiisraelischen Gesinnungen ist genauso schwerwiegend. Würde Israel auch nur ansatzweise der Karikatur ähneln, die die Medien ständig schildern, sollten alle Menschen guten Glaubens von Antwerpen bis Brüssel sich gegen diesen Feind der Menschheit wenden und warum nicht mit einer Kalaschnikow in der Hand!

[1] Joël Kotek: Israël et les médias belges francophone. Comité de Coordination des Organisations Juive de Belgique (CCOJB). Préface de Maurice Sosnowski et Serge Rozen, postface Willy Wolsztajn. Brüssel, März 2015.

Journalisten, Lehrer und antiisraelische Zensur

Evelyn Gordon, 6. August 2015

In einem früheren Eintrag von heute äußerte Michael Rubin die Sorge, das „der Wunsch zu verbieten statt du diskutieren“ – einst ein Phänomen des äußersten Randes – zunehmen „den Mainstream infiltriert“. Das sollte allerdings niemanden überraschen, denn die beiden Hauptquellen, von denen unsere freie Gesellschaft abhängt, um sie zu bilden und zu informieren – Lehrer und Journalisten – betrachten ihren Job zunehmen als einen nicht der Bildung und Information, sondern als Zensur jeglicher Information, die ihre bevorzugten Narrativen widerspricht. Das ist besonders augenfällig, wenn es um Israel geht, wie ein paar wenige Beispiele veranschaulichen. Aber wie die alte Binsenweisheit lautet: Was mit den Juden anfängt, hört nie mit ihnen auf.

Ein herausstehendes Beispiel ist die BBC-Dokumentation „Children of the Gaza War“ vom letzten Monat, die Interviews in arabischer Sprache mit englischen Untertiteln hat. Wie aber der Jewish Chronicle feststellte, übersetzte Reporterin Lyse Doucet ständig und gezielt das Wort „Yahud“ (was „Jude“ heißt) mit „Israeli“.

Doucet verteidigte sich damit, dass ihre Übersetzer aus Gaza ihr sagten, „Israeli“ wäre genauer und ich bin sicher, dass sie das sagten. Fixer für Auslandsmedien im Gazastreifen sind alle von der Hamas genehmigt und die Hamas ist nicht dumm. Sie weiß, dass Vorwürfe gegen „Israelis“ im Ausland viel besser klingt als Vorwürfe gegen „Juden“. Es ist dieselbe Schläue, die die Hamas zeigte, als sie alle befahl, dass alle palästinensischen Verluste im Krieg vom letzten Sommer als „Zivilisten“ tituliert werden müssen, auch wenn sie Kombattanten waren.

Das Problem ist, dass Doucet sich damit entschied ihren Zuschauern wichtige Informationen zu verschweigen: Der Gazastreifen wird von einer bösartigen antisemitischen Organisation geführt, deren Gründungscharta ausdrücklich das Massakrieren der Juden fordert und die ihre antisemitische Doktrin an Kinder in den Schulen und in Moscheen überall im Gazastreifen propagiert. Warum musste diese Information zensiert werden? Weil sie das Narrativ der Medien untergräbt, dass der palästinensisch-israelische Konflikt Israels Fehler ist: Wenn die Menschen begreifen, wie weit verbreitet der palästinensische Antisemitismus ist, könnten sie sich fragen, wie genau Israel Frieden schließen soll.

Oder nehmen wir eine andere Sendung der BBC, die letzten Monat auf Amerikas National Public Radio lief. In der Diskussion über den Atomdeal mit dem Iran sagte Moderatorin RaziaIqbal ihrem fasungslosen israelischen Interviewpartner: „Sie werden aber doch vom Iran gar nicht bedroht. Seit langem hat niemand im Iran Sie bedroht. Sie gehen auf eine Zeit zurück, als Präsident Mahmud Ahmadinedschad Israel direkt drohte.“

In einer glühenden Antwort, mit er mehrere jüngste iranische Drohungen Israel auszulöschen detailliert beschrieb, stellte David Harris von AJC in Frage, ob Iqbals erstaunliche Unwahrheit „Ignoranz oder Böswilligkeit oder beidem“ entstammte. Es spielt aber eigentlich keine Rolle, ob Iqbal gewollt log oder es einfach ablehnte die Wahrheit der Behauptungen Israels zu recherchieren; das Motiv ist dasselbe: Das Narrativ der Medien besteht darin, dass der Iran-Deal gut ist und Israel keine Rechtfertigung hat dagegen zu sein. Damit muss jede Information, die Israels Argumente abstützen könnte, unterdrückt werden.

Und das Bildungssystem ist nicht besser als die Medien. Erst letzte Woche reichten britische Juden ein Beschwerde gegen die größte Lehrergewerkschaft des Landes ein; Grund war ein neues „Bildungsprogramm“, das in allen Einzelheiten „die täglichen Kämpfe beschreibt, die die palästinensischen Kinder erfahren, wenn sei versuchen eine Ausbildung zu erhalten“, während sie „unter militärischer Besatzung leben“. Die National Union of Teachers und Edukid – die Wohlfahrtsorganisation, die half dieses Programm zu schaffen – bestanden beide darauf, dass sie anstrebten im palästinensisch-israelischen Konflikt neutral zu bleiben. Doch wie Kritiker herausstellten, erwähnt das Programm die täglichen Kämpfe israelischer Kinder nicht, die versuchen Bildung zu gewinnen, während sie aus dem Gazastreifen mit Raketen beschossen werden.

Das ist wieder keine Auslassung aus Ahnungslosigkeit; es ist bewusste Zensur, dazu gestaltet sicherzustellen, dass britische Schulkinder das Narrativ aufnehmen, das die NUT – die antiisraelische Boykotte befürwortet – ihnen verkaufen will: Es gibt hier keinen Konflikt mit zwei Seiten; es gibt nur das böse Israel, das unschuldige Palästinenser unterdrückt.

Das ist auch kein Problem, das auf britische Pädagogen beschränkt ist. Erst dieses Frühjahr liefen amerikanische Juden Sturm gegen ein „Bildungsprogramm“ zum Konflikt, das von Axis of Hope produziert wurde, einer mit der Boston University verbundenen Organisation, das in Highschools der USA genutzt wird. Unter anderem unterlässt das Programm jegliche Erwähnung von Hamas-Selbstmord-Bombenanschlägen – was nicht überrascht, da der Gründer von Axis of Hope behauptet die Hamas habe sich „mit friedlicheren Mitteln als Intifada entschieden Veränderung unterstützen“. Informationen zum Hamas-Terror zu zensieren ist offensichtlich für das Werben für dieses Narrativ unerlässlich.

Solche Zensur ist ein eklatanter Vertrauensbruch durch Journalisten und Pädagogen, auf die freie Gesellschaften bei Information angewiesen sind. Es zeigt aber auch – einmal mehr – dass Antisemitismus die umliegenden Gesellschaften nicht weniger schädigt als es Juden schadet. Zensur zu Israel ist unter den linken Eliten inzwischen lange die akzeptierte Norm. Die Entdeckung, dass die Fäulnis sich heute auch auf andere Themen und Teile der Gesellschaft ausdehnt, sollte also niemanden überraschen.

Versager des Tages: „Palästinensisches“ Henna

Aussie Dave, Israellycool, 7. August 2015

Al-ARabiya hat einen Artikel mit dem Titel From henna to honeymoon: Wedding traditions in the Middle East (Von Henna zur den Flitterwochen: Hochzeitstraditionen im Nahen Osten), zu dem dieser Teil über „Palästinas Henna“ gehört:

Die Henna-Party ist die arabische Version des Jungesellinnenabschieds. „Henna findet in der Regel ein bis zwei Wochen vor der Hochzeitsnacht statt“, sagte Nada Darwish, Eignerin der City Bride Boutique in Saudi-Arabien gegenüber Al-Arabiya News.
Obwohl palästinensische Frauen handbestickte traditionelle Kleidern anziehen, die man als Thawb kennt, „tendieren Bräute heutzutage dazu unterschiedliche Themen für ihre Henna-Nächte zu haben“, sagte Darwish. „Es könnte Bollywood sein, arabische Nächte oder jede andere ethnische Stimmung.“

Allerdings gibt es so etwas wie „Palästina-Henna“ nicht (wenn man mal beiseite lässt, dass es auch kein „Palästina“ gibt). Henna ist etwas, das in Indien und der arabischen Welt ausgeübt wird. Fakt ist, dass Juden aus arabischen Ländern dieses Ritual ebenfalls praktizieren.

Warum sich Al-Arabiya entschied es „Palästina“ zuzuordnen, ist merkwürdig.

Doch was daraus einen sagenhaften Versager macht, ist das von ihnen benutzte Foto (via TinEye- Bildumkehrsuche):

Die Quelle des Fotos ist De Nueva Photography aus New York. Wieder kein „Palästina“.

Aber sehen Sie sich den Dateinamen an.

AlexandEitan.Details10.jpg

Eitan ist ein hebräischer Name!

Was Sinn macht. Wenn man das Bild auf den Kopf stellt:

Das ist ein hebräisches Chai.

Übrigens: Die Araber werfen tagtäglich Brandsätze auf Juden

Elder of Ziyon, 3. August 2015

Nach Angaben des Shin Bet wurden im Juni 98 Brandsätze von Arabern geworfen, 50 davon in Jerusalem.

Das war weniger als die 129 im Mai geworfenen Molotowcocktails.

Ich weiß nicht, wie viele auf Wohngebäude geworfen wurden und wie viele andere Objekte Autos trafen, aber man kann jede Menge Fotos und Videos von Arabern finden, die Molotowcocktail auf Häuser werfen.

Glücklicherweise verbrannte niemand in diesen Fällen, die jeden Tag mehrmals stattfinden.

Diese Geschichten schaffen es selbst nicht einmal in die israelischen Medien. Aber die Menschen, die diese Brandsätze werfen, wollen genau so viel Schaden anrichten wie die mutmaßlichen jüdischen Terroristen, die den Brandsatz auf das Haus in Duma warfen.