Der Umgang mit Kirchenschändung in Israel und in den (deutschen) Medien

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 18. Juni 2015 (direkt vom Autor)

In der Nacht zum Donnerstag haben Unbekannte einen Brand in der berühmten Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genezareth gelegt und hebräische Graffiti hinterlassen: „Götzendiener werden ausgerottet“. Ein 75 Jahre alter Priester und eine 19-jährige Volontärin erlitten leichte Rauchverletzungen. Fünf Teams der Feuerwehr von Tiberias waren schnell zur Stelle und konnten den Brand unter Kontrolle bringen, ehe er auf das Kirchengebäude übergegriffen war. Der Empfangsraum, ein Andenken-Laden und ein Büro der deutschen Benediktiner war durch die Flammen zerstört worden.

Am Donnerstag beherrschte der Überfall die Nachrichten in den israelischen Medien.

Innerhalb von Stunden hatte die Polizei eine Gruppe von 16 Talmudschülern aus dem Zentrum Israels verhört und wieder freigelassen, weil sich kein Zusammenhang zu der Tat herstellen ließ. Der Polizeiminister wies die Polizei an, der Aufklärung dieser Kirchenschändung höchste Priorität einzuräumen. Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte die Schändung mit scharfen Worten und wies seinen Geheimdienstchef Josef Pardo an, mit dem Inlandsgeheimdienst Schin Beth die Täter ausfindig zu machen. Politiker aller Fraktionen, der Regierungskoalition wie der Opposition verurteilten die Tat und beklagten den schweren Schaden für Israels ansehen.

Im Rundfunk und Fernsehen kamen der Prior der Kirche in Tabgha und der hebräische sprechende stellvertretende Vize-Patriarch David Neumann zu Wort. Sie riefen die Christen auf, gerade jetzt das Heilige Land zu besuchen. Es bestehe keine Gefahr. Beide riefen die Religionsführer der drei monotheistischen Religionen auf, Toleranz, Respekt und gegenseitiges Verständnis vor allem jungen Menschen zu predigen. Einfache Israelis seien aus Tiberias gekommen, um vor der Kirche zu weinen.

Tabgha zieht Pilger an und gilt neben Kapernaum als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte im Norden Israels.

Der deutsche Botschafter Andreas Michaelis fuhr sofort nach Tabgha, um dort seine Abscheu zu äußern. Seine Worte wurden in allen israelischen Medien zitiert. Zuvor hatte die deutsche Botschaft in Tel Aviv eine Verurteilung veröffentlicht: “Es muss sichergestellt werden, dass diese Einrichtungen in Israel, ebenso in Deutschland und Europa, geschützt sind und bleiben.” Da Diplomaten bekanntlich ihre Worte gut auswählen, klingt es, als wäre der Schutz “dieser Einrichtungen” in anderen Ländern weniger bedeutsam.

Dieser Ansicht scheinen sich auch die deutschen Medien angeschlossen zu haben. Dem Anschlag im israelischen Tabgha, mutmaßlich durch jüdische Extremisten, haben sie große Schlagzeilen gewidmet. Sie sind sogar über die Täter besser informiert, als die israelische Polizei. Die Täter seien „Siedler“, obgleich es Extremisten mit Hass auf Christen und andere Nicht-Juden durchaus auch in Israel gibt und nicht nur unter den „Siedlern“ in den besetzten Gebieten.

In deutschen Medienberichten fällt auf, dass der Anschlag in Israel eine überproportionale Beachtung findet. In der gleichen Woche gab es jedoch auch Anschläge auf christliche Kirchen in anderen Ländern, mit ungleich schlimmeren Folgen. Die Identität der mutmaßlichen Täter scheint in Deutschland größere Bedeutung zu haben, als die Folgen des Anschlags, zumal es in Israel keine Toten und nur Sachschaden gegeben hat.

In Lahore in Pakistan sprengte ein Selbstmordattentäter in einer gefüllten Kirche eine Bombe und tötete 17 Menschen. Er verletzte 80, während vor der Kirche ein Kumpan mit dem Maschinengewehr schoss. In der Schlagzeilen wurde erwähnt, dass zwei Helfer der Terroristen zu Tode gelyncht worden seien.
In Charleston in den USA erschoss ein Weißer 9 Menschen in der schwarzen Emanuel AME Church.
Ein Report beschuldigte Syriens Assad-Regierung, 40 Attacken auf Kirchen durchgeführt zu haben, darunter auf das Mar Elias Kloster, dessen Prior entführt worden sei. In Homs sei die römisch-katholische “Lady of Peace” Kirche sechsmal mit Mörsern und Raketen angegriffen worden. Eine Mine in der Kirche habe einen Mann getötet. Am Donnerstag seien nach Angaben der Nachrichtenagentur Aina ein assyrischer Priester und ein Dekan aus dem Mar Ilyan al-Sharqi Kloster entführt worden, darunter der Prior des Klosters, Fr. Jacques Murad. Von den 2013 in der Gegend von Aleppo entführten assyrischen und griechischen Bischöfen fehlt bis heute jede Spur. Ebenso seien der syrisch-orthodoxe und der griechisch orthodoxe Erzbischof, Paul Yazigi und Yohanna Ibrahim, während “humanitärer Hilfe” aus dem Dorf Dael von “terroristischen Gruppen” entführt worden.

Die nigerianische Terror-Gruppe Boko Haram habe zwei Dörfer im benachbarten Niger angegriffen, darunter Kirchen, und 40 Menschen getötet. Insgesamt habe Boko Haram 13.000 Menschen getötet und 1,5 Millionen in die Flucht getrieben.

Während deutschsprachige Medien und sogar der Vatikan weitgehend schweigen, findet man in englischsprachigen Medien noch unzählige weitere Attacken auf Christen und ihre Gotteshäuser. In der zentralafrikanischen Republik seien bei Attacken schwerbewaffneter muslimischer Fulami Hirten 8 Kirchen, Missionszentren und eine unbekannte Zahl christlicher Heime in der Provinz Nana Grebizi niedergebrannt worden. In Ägypten wurden zahlreiche koptische Kirchen verbrannt und angegriffen, was zu einem Exodus einer der ältesten christlichen Gemeinschaften geführt hat. Im Irak haben Islamisten von IS nicht nur chaldäische Kirchen aus dem 10. Jahrhundert, sondern auch Heiligtümer aus den letzten 3000 Jahren zerstört. Die meisten Christen im Irak flohen, wenn sie vorher nicht ermordet worden sind.

In den deutschen Medien macht sich niemand die Mühe, die Massaker, Vertreibungen und Zerstörungen christlicher Kulturgüter einzeln zu verfolgen. Diese Liste lässt sich noch beliebig ausweiten auf Kenia, Libanon, Libyen, wo 21 koptische Christen von dem IS am Strand geköpft worden sind, Uganda, und andere Länder.

Den jüdischen Staat delegitimieren

DryBones, 11. Juni 2015

Das Schockierende an Bernard Boutons Beitrag zu Irans antisemitischem Holocaust-Karikaturenwettbewerb, der Palästinenser als „Opfer eines Holocaust“ darstellt, besteht darin, dass wir von der Karikatur nicht schockiert sind. Wir sind aus dem einfachen Grund nicht schockiert, weil in den letzten Jahren von Karikaturen überflutet wurden, die bizarrerweise behaupten, dass die Juden die Täter eines Holocaust an den palästinensischen Arabern sind. „Bizarr“, weil es die unsäglichen Realitäten des wahren Holocaust verharmlost; öffentliche Buchverbrennungen, Zerstörung von Synagogen, Ausschluss aus Schulen, Boykott von Geschäften, das Zusammentreiben von Zivilisten, die öffentlich erniedrigt und in Viehwaggons in Todeslager abtransportiert wurden, Nummern auf die Arme tätowiert bekamen, als Häftlinge verhungerten, sterilisiert, gefoltert wurden, sich zu Tode arbeiten mussten, in Gaskammern getrieben wurden, Babys, die lebend in Öfen geworfen wurden, um Kugeln zu sparen usw. usw. usw… Nichts davon hat irgendeine Parallele im Umgang mit den palästinensischen Arabern. Wie kommt es dann, dass diese irrationalen Karikaturen, die Judenhass fördern und Gewalt und mörderische Angriffe von „wahren Gläubigen“ auf Juden entfachen, von Karikaturisten wie Bernard Bouton und so vielen anderen gezeichnet werden?

Eric Hoffer untersuchte im 20. Jahrhundert in seinem Buch „Die wahren Gläubigen“ die Mechanismen und Taktiken der Massenbewegungen, die versuchten seine Welt zu erobern und umzugestalten – Bewegungen wie der Nationalsozialismus, Faschismus, Kommunismus, Sozialismus, Anarchismus usw. Er kam zu dem faszinierenden und entlarvenden Schluss, dass „eine Massenbewegung ohne den Glauben an einen Gott aufkommen und sich verbreiten kann, aber niemals ohne den Glauben an einen Teufel“. Der Nationalsozialismus fand seinen „Teufel“ in „der Bedrohung“, die die Juden für die Welt darstellten. Der volle Name der Nazipartei war „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“, aber wer erinnert sich, dass ihre Ideen und Ideale andere waren als Judenhass und rassische Überlegenheit? Ihre Identität und Überzeugungen wurden von ihrem wahnsinnigen Judenhass zerstört. Heute sind wir im 21. Jahrhundert Zeugen des Aufstiegs einer weiteren Massenbewegung, die anstrebt die Welt zu erobern und zu verändern. Sie wird Islamismus genannt. Und ihr „Teufel“ ist, wie der der Nazis, „die Bedrohung der Welt durch die Juden“. Die Identität des Islam und seine Überzeugungen sind vom wahnsinnigen Judenhass der Islamisten vernichtet worden. „Antisemitismus“ ist ein Synonym für Judenhass. Er ist ein Begriff, der 1879 von einem Deutschen namens Wilhelm Marr erfunden wurde.

Um Boutons Karikatur zu verstehen, muss man begreifen, dass Antisemitismus Verhaltens- und Kulturvirus ist, der die Gesellschaft infiziert. Wie in Virus, der einen Computer infiziert oder ein Virus, der einen Menschen infiziert, besteht der Hauptstoß dieses Virus den Wirt zu übernehmen, den er infiziert. Sein Ziel ist es sich auf jeden weiteren Wirt zu übertragen, mit dem er in Kontakt kommt. Boutons Karikatur ist, sehr einfach ausgedrückt, mit dem Virus des Judenhasses infiziert. Wie jemand, der einen Virus hat und die Krankheit durch Niesen verbreitet, kann der Karikaturist Bouton (und andere wie er) die Krankheit nicht kontrollieren, die ihn infiziert und zwingt andere zu infizieren. In den 1930-er Jahren stellten die Nazis eine begrenzte Zahl an Bildern viralen Antisemitismus zusammen. In einer Studie, die ich an der Yale University für die Initiative zum Interdisziplinären Studium des Antisemitismus und Rassismus (YIISA) erstellte und die von der Yale University Press veröffentlicht wurde, stellte ich fest, dass der von Nazis geschaffene Satz viraler Bilder, der in Karikaturen eingebettet wird, in zwei Stränge unterschieden werden kann; der eine Strang beantwortet die Frage, was die Juden sind (gehörnte Teufel, Spinnen, Schlangen, mit Fangzähnen bewehrte Vampire, Ratten usw.). Der zweite Strang beantwortete die Frage, was Juden tun (Babys töten, Blut trinken, die Medien kontrollieren, die Banken besitzen, die Welt beherrschen usw.). Diese beiden viralen Karikaturenstränge infizierten die Leser mit der Vorstellung, dass sie wahrscheinlich Opfer der mächtigen, dämonischen Juden sein würden.

Und wie die Nazis vor ihnen nutzten die Islamisten erfolgreich genau diese viralen Karikturenbilder, um ihre antijüdischen Verleumdungen und ihren Judenhass zu verbreiten.

Fotos von Konzentrationslagern zeigen jedoch, dass die Juden selbst nicht bedrohliche, schwache, bedauernswerte Opfer waren, die für andere keine glaubwürdige Bedrohung waren. Das stellte eine Herausforderung für die Verbreitung des Antisemitismus dar. Antisemiten begannen als Reaktion darauf zu bestreiten, dass der Holocaust jemals stattgefunden hatte. Holocaust-Leugnung ging jämmerlich daneben, doch es liegt in der Natur eines Virus, dass er resistente Stränge entwickelt. Und sie bildete ich ein dritter Strang heraus, der Holocaust-resistent ist. Seine viralen Bilder streiten die Nazi-Gräuel nicht ab und leugnen auch nicht die Schrecken des Holocaust. Dieser neue Strang nutzt Karikaturen, um das Konzept zu verbreiten, dass die Juden die Nazis sind und dass der Holocaust Wirklichkeit ist und von den Juden begangen wurde!!

Der Gebrauch dieses neuen Holocaust-Karikatur-Strangs ist ein Versuch eine potenzielle Basis von 1,57 Milliarden Muslimen (die mehr als 23% der Weltbevölkerung ausmacht) aufzustacheln eine winzige jüdische Bevölkerung von etwa 14 Millionen (weniger als 0,2 Prozent der Weltbevölkerung) anzugreifen und Nichtmuslime zu ermutigen diesen Judenhass als berechtigt zu akzeptieren, was uns dazu bringt den traurigen Fall des Bernard Bouton zu begutachten, eines französischen Karikaturisten und Präsident der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen (FECO). Weniger als sechs Monate nach den drei Tagen des Charlie Hebdo-Terrors in Frankreich, bei dem Juden in einem Pariser Supermarkt angegriffen und getötet wurden, weil sie Juden waren, erleben wir in einem Frankreich, das Juden gegenüber zunehmend feindselig wird, einen französischen Karikaturisten, der seine „Juden sind die Täter des Holocaust“-Karikatur als Beitrag für den zweiten iranischen „Holocaust-Karikturen-Wettbewerb“ offeriert.

Eine wahrlich traurige Angelegenheit, einen französischen Karikaturisten zu sehen, der mit den Feinden Frankreichs und der westlichen Zivilisation kollaboriert. Man hätte erwartet, dass der Präsident der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen für die Freilassung der iranischen Karikaturistin Atena Farghadani kämpft, gegen die von einem iranischen Gericht eine zwölfjährige Gefängnisstrafe verhängt wurde, weil sie auf ihrer Facebook-Seite eine Karikatur postete, die die sie nicht mochten. Man hätte erwartet, dass der Präsident der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen gegen den kometenhaften Aufstieg des Judenhasses in Frankreich kämpft. Man hätte vom Präsidenten der Vereinigung der Karikaturisten-Organisationen erwartet, dass er gegen die Boykottierung des jüdischen Staates, seiner Universitäten und seiner Produkte kämpft. Doch in Boutons Fall wären diese Erwartungen klar falsch gewesen. Er kann sich nicht selbst heilen und den antisemitischen Virus abstoßen, der seine Psyche und seine Arbeit infiziert hat. Kapitulation vor der Krankheit ist so viel einfacher als Mut, Selbsterkenntnis und Widerstand.

Schujaiyah im Gazastreifen wird nicht allzu bald wieder aufgebaut – es ist propagandistisch zu wertvoll

Elder of Ziyon, 1. Juni 2015

Die Deutsche Welle offenbart* etwas Interessantes zum Gazastreifen:

Ein Jahr nach Kriegsende erinnert hier noch alles an den Konflikt. Zwar sind inzwischen die Trümmer von den Straßen geräumt, doch rechts und links sieht man immer noch zerbombte Häuser und Trümmerfelder. Von Wiederaufbau ist nur wenig zu sehen.
Oft fahren Konvois mit gepanzerten Autos durch die Straßen. Eine Tour durch das Viertel steht fast auf jedem Programm der wenigen ausländischen Gäste. Zumeist sind es Politiker, die das von Israel und Ägypten abgeriegelte Gebiet besuchen, um sich “ein Bild der Lage” zu machen.

Auch Issam Alewa hat schon viele dieser Konvois gesehen. Es sei wichtig, sagt er, dass Ausländer nach Gaza kämen, um die Folgen des Krieges zu sehen. “Wir heißen sie natürlich willkommen,” sagt er, “sie sollten alle herkommen.” Dass sich deshalb irgendetwas an der Situation ändert, erwartet er aber nicht.

Alewas Haus ist eigentlich nicht mehr bewohnbar. Die meisten Seitenwände der Wohnung im ersten Stock fehlen. Das Treppenhaus ist mit Einschusslöchern durchsiebt. Trotzdem lebt der Vater von 13 Kindern noch immer dort mit seiner Familie. “Jeder sagt mir, dass das Haus nicht mehr sicher ist und dass ich es komplett abreißen soll”, sagt er. “Aber wo sollen wir denn hin?”

Etwas weiter gibt der Artikel zu, dass Zehntausend Gazaner ihre beschädigten Häuser wieder aufgebaut haben:

Zudem haben rund 60.000 Familien Hilfe erhalten, um ihre Häuser zu reparieren. Das Baumaterial dafür wird über den “Gaza Reconstruction Mechanism” (GRM) importiert, den die Vereinten Nationen mit Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Oktober ausgehandelt hatten. Dennoch, finanzieller Druck und die strikten Einfuhrkontrollen von Baumaterial aus Israel machen die Einfuhr zu einem sehr komplizierten Prozess.

Doch aus irgendeinem Grund ging der Reporter in keines der Viertel, um die Reparatur von Zehntausenden Häuser zu erleben. (Und wenn der Prozess so kompliziert ist, wie haben es dann 60.000 Familien geschafft ihn erfolgreich zu durchlaufen?)

Es scheint wahrscheinlich, dass die Hamas – und zu einem gewissen Maß NGOs wie die UNRWA – Schujaiyah als Zoo behalten wollen, um der Welt zu zeigen, wie böse Israel ist.

Um es einfach auszudrücken: Es gibt keine Rechtfertigung dafür den Schutt neun Monate nach dem Krieg nicht weggeräumt zu haben. Im Gazastreifen gibt es Bulldozer und sogar Unternehmer, die Schutt recyceln, um neuen Beton und Schotter zu machen. Gazas 40%-ige Arbeitslosenquote bedeutet, dass es jede Menge Leute gibt, die bereit sind diesen Schutt zu bergen und zu verkaufen.

Aber Schujaiyah bleibt fast genauso, wie es im August aussah, außer vielleicht, dass die Straßen für die ständigen, mit glotzenden Europäern angefüllten Konvois freigeräumt wurden.

Dieses Foto wurde im April von AFP gemacht:

Der „Gaza Reconstruction Mechanism“ sagt, dass 58.000 Familien 100% des Materials zum Wiederaufbau erhalten haben. Weitere 30.000 haben Teile des dafür Benötigten gekauft und sie können den Rest kaufen, wann immer sie da wollen. (Der Grund, dass keine vollständig zerstörten Häuser wieder aufgebaut wurden, ist die Bürokratie, keine Materialknappheit oder Einchränkungen durch Israel. Und sehr wahrscheinlich soll diese Bürokratie auch Schujaiyah in der Verfassung halten, in er sie sich heute befindet.

Angesichts dieser Fakten scheint es wahrscheinlich zu sein, dass die sehr PR-bewussten Führer in Gaza (und die NGOs) Schujaiyah gewollt in Trümmer liegend und die Einwohner im Elend halten wollen, um das für Propaganda zu nutzen. Reporter – freudig an einer Story beteiligt, die ihnen solch großartiges Anschauungsmaterial reicht – werden die harten Fragen nicht stellen und werden die Erlaubnis nicht bekommen die Bereich des Gazastreifens zu besuchen, die Menschen wieder aufgebaut haben – oder die ihren Zement auf dem Schwarzmarkt an die Hamas verkauften.

Menschen des Gazastreifens werden obdachlos gehalten, damit Reporter Fotos wie diese machen und Artikel wie diesen schreiben können.

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* Ich benutze den etwas anders gegliederten deutschen Text.

Ein paar Fragen für Jeffrey Goldberg

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Jeffrey Goldberg ist ein amerikanischer leitender Journalist, der vor kurzem US-Präsident Barack Obama für die Zeitschrift The Atlantic Monthly interviewte.[1] Er hat Obama in der Vergangenheit schon interviewt und in diesem jüngsten Gespräch brachte Goldberg die Themen Atomdeal mit dem Iran und ISIS auf; er fragte Obama zudem nach dessen Meinung zum israelisch-palästinensischen Konflikt.[2]

Obamas Nutzung von zweierlei Maß gegenüber Israel und seine anderen extrem einseitigen Äußerungen hinterfragte Goldberg in ihrer Diskussion des Konflikts nicht. Der Präsident bringt zum Ausdruck, was er als „liebevolle Strenge gegenüber Israel“ bezeichnet, während er zum starken Islamo-Nazismus in der palästinensischen Gesellschaft schweigt. Angesichts von Obamas schiefer Sichtweise habe ich für Goldberg ein paar Fragen vorbereitet, sollte er die Gelegenheit haben ein weiteres Interview mit Obama zu führen und sollte er sich entscheiden ein objektiverer Journalist zu werden.

Goldberg könnte zum Beispiel damit beginnen Obama zu fragen: „Herr Präsident, als ich Sie im Mai 2015 interviewte, sprachen Sie davon, dass wir ‚die Welt ausbessern‘ sollten. Wenn wir uns aber die Welt in ihrem derzeitigen Zustand ansehen und damit vergleichen, wie die Dinge lagen, als Sie ihr Amt 2009 antraten, dann scheint es so, dass die naheliegende Hauptfrage sein sollte, wie man die Welt davon abhält weiter den Bach runterzugehen.

Als Ihre Präsidentschaft begann, waren die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland weit besser, als sie es heute sind. Der Nahe Osten befindet sich heute in weit größerem Chaos als er es 2009 war. Völkermörderische Bewegungen in der muslimischen Welt haben sich seit 2009 stark ausgedehnt. Was tun Sie, um zu verhindern, dass die Welt noch chaotischer wird, statt darüber zu fantasieren sie auszubessern?“

Goldberg könnte dann fragen: „Sie haben eine Vielzahl an Dingen dazu gesagt, dass Israel seinen jüdischen Werten gerecht werden muss, von denen Sie einige im Wesentlichen selbst erfunden haben. Was macht Sie zu einer Autorität, die über jüdische Werte reden kann? Warum sollte irgendjemand glauben, dass Sie mehr als ein oberflächliches und verzerrtes Verständnis davon haben?

In der Vergangenheit waren Sie dafür bekannt den Islam radikal falsch darzustellen, als Sie erklärten, ISIS sei nicht islamisch.[3] Die Pew Foundation untersuchte die Unterstützung für Al-Qaida in verschiedenen Ländern, als Bin Laden noch lebte. Es gab 2014 in einer Vielzahl von muslimischen Gesellschaften noch breite Unterstützung für Al-Qaida. Unter den Palästinensern lag sie bei 25%.[4]

Der internationale Fernsehsender Al-Jazira aus Qatar – ein Land, das sich gegen ISIS stellt – fragte seine arabischen Zuschauer im Mai 2015, ob sie mit den Werten des Islamischen Staats überein stimmen oder nicht. Von den mehr als 50.000 Antworten stimmten 81% mit ISIS überein.[5] Selbst wenn es nur 10% wären, wäre das schockierend gewesen. Eine Vielzahl der muslimischen Theologen überall in der muslimischen Welt stimmt zu, dass die Ansichten von ISIS eine legitime Form des Islam sind.[6] Herr Präsident, was macht Sie zu einer solchen Autorität zu islamischen Werten, dass Sie die Schlussfolgerungen all dieser muslimischen Menschen zum Islam und dem, was er repräsentiert, verharmlosen können?

Sie erklären, dass Israel Risiken eingehen sollte, um eine Zweistaatenlösung zu erreichen. Der verstorbene israelische Premierminister Ariel Sharon ging ein unverantwortliches Risiko ein, als er 2005 entschied, dass Israel aus dem Gazastreifen abzieht. Er wurde von israelischen Experten gewarnt, dass die Hamas oder Al-Qaida das Gebiet übernehmen würden. Genau das geschah dann. Israel wird seit Jahren gewalttätig angegriffen. Dennoch wird Israel regelmäßig vom Westen kritisiert, wenn es sich gegen die Hamas verteidigt, eine Islamo-Nazi-Bewegung, die nicht nur in ihrer Charta eindeutig erklärt, dass sie die Juden auslöschen will.[7] Herr Netanyahu sagt, weiteres Territorium abzugeben würde letztlich dazu führen, dass es von islamischen Terroristen übernommen wird. Netanyahu sagt das angesichts der derzeitigen Realität im Nahen Osten[8] und es gibt starke Hinweise darauf, dass er recht hat.“

Goldberg könnte fortfahren: „Die Hamas ging aus den einzigen demokratischen Wahlen, die je in den Palästinensergebieten abgehalten wurden – die von 2006 – als größte Partei hervor und erhielt die Mehrheit der Sitze im Palästinenserparlament.[9] Hamas erklärt klar, dass ihr Ziel ist die Juden auszulöschen. Ihre höchsten Repräsentanten haben diese Haltung während Israels Operation Fels in der Brandung im Jahr 2014 öffentlich wiederholt.[10] Jüngste Umfragen zeigen, dass die Palästinenser, gäbe es jetzt Wahlen, Hamasführer Ismail Haniyeh Mahmud Abbas von der PA vorziehen.[11] Warum behaupten Sie, dass Herr Netanyahu sich irrt, wenn er sagt, jegliches von Israel abgegebene Territorium würde in die Hände islamischer Terroristen fallen und warum wollen Sie, dass er das Risiko eingeht?“

Goldbergs nächste Frage könnte lauten: „Während des Interviews kritisierten Sie die Existenz israelischer Checkpoints. Sie wissen, dass diese Checkpoints eingerichtet wurden, um die Zahl der von Palästinensern ermordeten Israelis zu reduzieren. Ist Ihre Haltung nicht ein Beispiel für das zunehmend auftretende Phänomen, dass Progressive indirekt Mörder unterstützen, zum Beispiel indem sie zum palästinensischen Islamo-Nazismus schweigen?“

Eine weitere Frage an Obama könnte diese sein: „Sie sprechen davon zweierlei Maß zu vermeiden. Sie kritisieren Israel aus Ihrer sogenannten Einstellung der „liebevollen Strenge“ heraus. Dennoch schweigen Sie zum weit verbreiteten palästinensischen Islamo-Nazismus und den vielen Verbrechen des Islam, einer Religion, aus der weit mehr Kriminalität kommt als aus irgendeiner anderen Religion. Sie schweigen auch zu dem regelmäßigen, radikalen, antisemitischen Hass, der aus großen Teilen der muslimische Welt kommt.“

Die Antisemitismus-Definition des US-Außenministeriums legt fest, dass die Anwendung von zweierlei Maß antisemitisches Handeln ist.[12] Warum sollte Ihre Verwendung von zweierlei Maß bezüglich Israel nicht als antisemitisches Handeln angesehen werden?“

Ein weitere Frage: „Sie gestehen Ihre Liebe zum jüdischen Volk ein. Warum bezeichneten Sie dann die Ermordung von Juden im koscheren Hyper Caher-Supermarkt in Paris als ‚willkürliche Angriffe“, während Sie so klar antisemitisch waren?“[13]

Und schließlich: „In Ihrer Rede in der Synagoge Adas Israel in Washington DC hielten Sie ein paar Tage nach unserem Interview eine Rede. Alles, was Sie sagten, war, dass die „Palästinenser nicht die einfachsten Partner waren.“[14] Da deren größte Partei die Islamo-Nazis von der Hamas sind, war diese Äußerung eine Karikatur der Realität. Warum denken Sie nicht darüber nach, ob Ihr offenkundiges Untertreiben bezüglich der Hamas, während sie andererseits Israel heftig kritisieren, nicht weiterer Ausdruck extremen zweierlei Maßes ist?“

Sollte Herr Goldberg weitere Klarstellungen zum oben aufgebrachten Thema benötigen, werde ich ihm sie gerne anbieten.

Manfred Gerstenfelds Buch THE WAR OF A MILLION CUTS: The Struggle against the Deligitimization of Israel and the Jews, and the Growth of New Anti-Semitism (Der Krieg der Millionen Schnitte: Der Kampf gegen die Delegitimisierung Israels und der Juden und der Anstieg des neuen Antisemitismus) wurde gerade veröffentlicht. Es ist das erste Buch, das den allumfassenden Prozess der Delegitimisierung Israels und wie er bekämpft werden kann analysiert.

[1] Jeffrey Goldberg: “Look … It’s My Name on This’: Obama Defends the Iran Nuclear Deal”. The Atlantic Monthly, 21. Mai 2015.

[2] ebenda

[3] Statement by the President on ISIL. The White House, 10. September 2014.

[4] Concerns about Islamic Extremism on the Rise in Middle East. Pew Research Center, 1. Juli 2014.

[5] http://www.breitbart.com/national-security/2015/05/25/shock-poll-81-of-al-jazeera-arabic-poll-respondents-support-isis/

[6] Graeme Wood: What ISIS Really Wants. The Atlantic Monthly, März 2015

[7] Hamas Covenant 1988. Yale University Law School, 2008.

[8] Calev Ben-David/Jonathan Ferziger: Netanyahu Says He Won’t Allow Palestinian State If Elected.l Boomberg, 16. März 2015.

[9] Scott Wilson: Hamas Sweeps Palestinian Elections, Complicating Peace Efforts in Mideast. The Washington Post, 27. Januar 2006.

[10] Hamas Spells it Out: Our Aim is the Extermination of the Jews. Israel National News, 29. Juli 2014.

[11] Special Gaza War Poll. Palestinian Center for Policy and Survey Research, 26.-30. August 2014.

[12] Defining Anti-Semitism. US-Außenministerium, 8. Juni 2010.

[13] Tom McCarthy: White House backs Obama claim that victims of Paris deli attack not “targeted”. The Guardian, 10. Februar 2015.

[14] : Like Israelis, Palestinians have right to be free on their land. Ha’aretz, 22. Mai 2015.

Shirley Temper versucht sich die rote Karte einzuhandeln

Aussie Dave, Israellycool, 3. Juni 2015

Shirley Temper, jedermanns Vorzeigekind für die Ausbeutung palästinensischer Kinder durch ihre Eltern und Ältesten, wurde vor kurzem bei einem Protest fotografiert, wie sie tut, was sie am besten kann: IDF-Soldaten ins Gesicht geraten. Und das Ganze mit dem Trikot ihrer geliebten brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft.

Der Protest war der wöchentlich ein Nabi Saleh, hatte aber im Gefolge der Entscheidung des palästinensischen Fußballverbandes den Antrag zum Ausschluss Israels aus der FIFA eine ausgeprägtes Fußball-Thema. Die Palästinenser sind extrem unerfreut über den Rückzieher, denn sie glauben Sport und Politik sollten vermischt werden. Doch das wissen wir spätestens seit 1972.

Neben Shirley schlossen sich weitere Kinder der Provokation an, zweifellos aufgereizt von ihren vernarrten Eltern.

Ich betrachte diese Fotos als Eigentor der sie verbreitenden Israelhasser; sie zeigen ganz klar nicht nur die Ausnutzung der Kinder, sondern auch die Geduld und Zurückhaltung der IDF-Soldaten sowie die fehlende Angst der Kinder, die sich eindeutig dieser Geduld und Zurückhaltung bewusst sind.

(Dank an AnarchoZIonist auf Twitter, der mich auf die Fotos aufmerksam machte.)

Foto der Woche: Nein, das Foto ist überhaupt nicht gestellt (mit Update)

Elder of Ziyon, 17. Mai 2015

Eine Palästinenserin sieht am Donnerstag, vor den Gedenkfeiern zum 67. Jahrestag der „Nakba“ aus einem Fenster ihres Hauses im Flüchtlingslager Al-Schati in Gaza Stadt. (Mohammed Abed/AFP)

Ich bin sicher, dass der Fotograf nichts damit zu tun hatte, dass dieses Foto gestellt wurde. Er hat Moral!

Warum sieht ihr Haus so schlimm aus? Immerhin sieht es nicht so aus, als sei es bombardiert worden. Das Lager Schati steht unter kompletter palästinensisch-arabischer Herrschaft. Es gibt keine Knappheit an westlicher oder arabischer Finanzhilfe, um das Haus dieser armen Frau zu reparieren. Die Zeit, die nötig war, um dieses Foto zu stellen, hätte genutzt werden können, um den Fensterladen zu reparieren. Warum ist also das Fenster in einem so schlechten Zustand?

Das sind Fragen, die nicht gestellt werden, wenn der Nakba-Tag anrollt. Nein, derzeit müssen die Fotografen die Nakba illustrieren und eine alte Frau, die verlassen zu ihrem echten Haus irgendwo in Israel schaut, in einem heruntergekommenen Haus lebt, das innerhalb einer Woche leicht zu reparieren wäre, entspricht den Anforderungen.

Man erinnert sich, dass Israel schon 1979 versuchte echte Häuser für solche Leute zu bauen – und die UNO verurteilte es dafür, dass es diese verfallenen „Flüchtlings“-Lager loswerden wollte, die so nützlich für Fototermine dazu sin, wie schlecht es den palästinensischen Arabern geht.

UPDATE: Ein anderer Winkel. Ihre Finger befinden sich in genau derselben Position, aber unser Fotograf bat sie ihren Kopf ein wenig weiter ins Haus, aber nach links zu bewegen, damit er nicht so im Schatten ist.