Antiisrael-Facebookseite Quds News Network bei Ramadan-Lüge erwischt

Aussie Dave, Israellycool, 7. Mai 2019

Die Antiisrael-Facbookseite Quds News Network, die behauptet sie „strebe an Ethik und Standards des Journalismus zu erfüllen“, hat dieses Foto gepostet, wie der Ramadan im Gazastreifen angeblich aussieht:

Es ist eine Schande (für sie), dass sie diese Botschaft nicht mit anderen abgesprochen haben:

Peinlich.

 

 

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Trumps Friedensplan und 37 heuchelnde europäische Senioren

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Friedensplan von US-Präsident Trump ist noch nicht veröffentlicht. Das hat 37 europäische Politiker – vornehmlich „ehemalige“ – nicht davon abgehalten in der regelmäßig antiisraelischen britischen Tageszeitung Guardian am 15. April einen gemeinsamen Brief dagegen zu veröffentlichen. In ihrer Kritik an den USA schreiben die Unterzeichner: „Leider ist die aktuelle US-Administration von der langjährigen US-Politik abgewichen und hat sich von etablierten internationalen Rechtsformen distanziert. Sie hat bisher nur die Ansprüche einer Seite auf Jerusalem anerkannt und eine störende Gleichgültigkeit gegenüber der Ausdehnung israelischer Siedlungen demonstriert.“ Die Unterzeichner wollen, dass ein palästinensischer Staat neben Israel geschaffen wird und setzen voraus, dass dies nicht Teil von Trumps Plan ist. In dem Brief heißt es: „Trotz Ungewissheit darüber, wo und wann der Plan veröffentlicht wird, ist es entscheidend, dass Europa wachsam ist und strategisch handelt.“[1]

In der Überschrift des Artikels drängten die Unterzeichner die EU jeden US-Nahostplan abzulehnen, der den Palästinensern gegenüber nicht fair ist. Was Fairness Leuten bedeutet, die die Mörder von Zivilisten bejubeln und belohnen und Straßen, Sportanlagen und so weiter nach den am meisten verehrten Killern benennen, wird in dem Brief nicht erklärt.

Ein schneller Blick auf die Unterzeichner lässt eine Reihe wohlbekannter antiisraelischer Hetzer erkennen. Dazu gehört der ehemalige finnische sozialistische Außenminister Erkki Tuomioja. Er verglich in einem Interview israelische Verteidigungsmaßnahmen mit der Verfolgung der europäischen Juden durch die Nazis: „Es schockiert mich, dass jemand dieselbe Art von Politik gegenüber den Palästinensern vollzieht, deren Opfer sie selbst in den 1930-er Jahren waren.“[2]

Dänemarks ehemaliger Außenminister und Parlamentspräsident, der Sozialist Morgens Lyyketoft sagte im Fernsehen, als der israelische Tourismusminister Rehavam Ze’evi 2001 ermordet wurde: „Es gab keinen Unterschied zwischen dieser Ermordung und der Tötung von Terroristen durch Israel.[3] Ein weiterer Unterzeichner ist der ehemalige dänische Außenminister Martin Lidegaard, der Israel 2014 mit Sanktionen der Europäischen Union drohte, wenn die indirekten Gespräche zwischen der Hamas und Israel keine erheblichen israelischen Zugeständnisse ergeben sollten.[4]

Lena Hjelm-Wallén, eine ehemalige sozialdemokratische Außenministerin Schwedens, gehörte 2014 schon zu den Unterzeichnern eines antiisraelischen Briefs; diese nannten sich arroganterweise „bedeutende Europäer“. Ein Vorschlag des Briefs lautete, der 2002 verfasste arabische Friedensplan könnte eine Säule eines neuen EU-Ansatzes bilden.[5] Eine weitere Unterzeichnerin beider Briefe war die konservative Benita Ferrero-Waldner, ehemalige EU-Kommissarin für Außenbeziehungen und frühere Außenministerin Österreichs. Noch ein Doppelunterzeichner ist der sozialistische ehemalige NATO-Generalsekretär und spanische Außenminister Javier Solana.

Als Carl Bildt von der moderaten Partei 2009 schwedischer Außenminister war, veröffentlichte die größte Zeitung des Landes, Aftenbladet, einen Artikel von Donald Boström. Darin wurde behauptet die IDF töte Palästinenser und „ernte“ ihre Organe für Transplantationen in Absprache mit israelischen medizinischen Einrichtungen. Der Autor musste eingestehen, dass er keine konkreten Beweise für seinen Artikel hatte.[6] Als Bildt dazu aufgefordert wurde, diese Äußerung zu verurteilen, lehnte der das ab. Er sagte, die Pressefreiheit sei Teil der schwedischen Verfassung. Er wies den Botschafter seines Landes in Israel zudem an, dieser solle in der Sache schweigen.[7]

Der einzige deutsche Unterzeichner ist der ehemalige Außenminister und frühere Parteichef der Sozialisten Sigmar Gabriel. Er beschuldigte Israel ein Apartheidstaat zu sein. Gabriel entschuldigte sich erst Monate später für seine Äußerung. Die ehemalige irische Präsidentin Mary Robinson war 2014 Mitautorin eines Briefs zugunsten der Hamas, geschrieben mit dem früheren US-Präsidenten Jimmy Carter für den Guardian. Darin hieß es: „Nur durch Anerkennung ihrer Legitimität als politisch Handelnder – jemand, der einen beträchtlichen Teil des palästinensischen Volkes repräsentiert – kann der Westen beginnen die richtigen Anreize für die Hamas bieten, damit sie ihre Waffen niederlegt.“[8] Mit den erwähnten Namen ist die Liste antisemitischer Hetzer unter den Unterzeichnern noch lange nicht vollständig.

Einige der Unterzeichner nahmen auch Juden ins Visier. Im Januar 2002 war der große Ausbruch von Antisemitismus in Frankreich, weitgehend durch Muslime, bereits seit über einem Jahr im Gang. Der sozialistische Außenminister Hubert Védrine deutete Verständnis für die muslimische Gewalt gegen Juden an, als er erklärte: „Man muss nicht unbedingt schockiert sein, dass junge Franzosen mit Migrationshintergrund Mitgefühl für die Palästinenser haben und wegen dem extrem aufgeregt sind, was sie geschehen sehen.“[9]

Der belgische Liberale Karel de Gucht, ein ehemaliger belgischer Außenminister, sagte 2010: „Unterschätzen Sie nicht die Macht der jüdischen Lobby auf dem Capitol Hill… Sie sollten den Zugriff nicht unterschätzen, den sie auf die amerikanische Politik hat, egal ob es die Republikaner oder die Demokraten sind.“[10] Eine solche Unterzeichnerliste ist selten ohne einen Juden komplett. In diesem Fall handelt es sich um David Miliband, einen ehemaligen britischen Außenminister der Labour Party. Er hätte besser gehandelt, wäre er aktiver an der Bekämpfung des weit verbreiteten Antisemitismus in seiner Partei beteiligt gewesen, deren Vorsitzender er einmal werden wollte.

Die Unterzeichner des Briefes kommen allesamt aus Ländern, die die Entscheidung des Vorstands der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) befürworteten die Arbeitsdefinition für Antisemitismus anzunehmen.[11] Dieser Text sagt, dass zu den Erscheinungsformen des Antisemitismus gehört, dass sie sich „auch gegen den Staat Israel richten können, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird.“ Die Definition besagt, dass zweierlei Maß zu verwenden, indem von Israel ein Verhalten gefordert wird, das man von keinem anderen demokratischen Staat fordert, antisemitisch ist.

Solch zweierlei Maß und Erscheinungsformen von Antisemitismus ereignen sich in der Vollversammlung der Vereinten Nationen tagtäglich. Es gibt keinen anderen Staat, der in den vergangenen Jahrzehnten auch nur annähernd von so vielen hunderten Resolutionen angegriffen wurde wie Israel. Das trotz der Tatsache, dass viele UNO-Mitglieder extremer Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen schuldig sind. Es hat nicht eine einzige Resolution gegen die Hamas gegeben.[12] Viele der Unterzeichner des Briefes im Guardian waren einmal Minister ihrer Länder. Eine ganze Reihe davon ist verantwortlich für das antisemitische Handeln ihrer Länder beim Abstimmen für die enorme Zahl antiisraelischer Resolutionen bei den Vereinten Nationen.

Fast alle Unterzeichner des Briefs kommen aus Ländern, in denen der Antisemitismus in den letzten fünf Jahren enorm zugenommen hat. Das ist in einer Studie von Eurobarometer zu erkennen, die von der Europäischen Kommission im Januar 2019 veröffentlicht wurde. Ihr Titel lautet Perceptions of Antisemitism.[13]

Man fragt sich, was die Unterzeichner des Briefs im Guardian getan haben, um den zunehmenden Antisemitismus in ihren eigenen Ländern zu bekämpfen. Wenn überhaupt, dann waren sie nicht erfolgreich. Stattdessen bleiben sie besessen davon für die Interessen der palästinensischen Autonomiebehörde zu werben, die die Mörder von Israelis – viele davon Zivilisten – belohnt. Es gibt wenig Grund zu glauben, dass die Palästinenser, wenn sie einen Staat bekommen, wie es die Unterzeichner wollen, die Ermordung von Israelis einstellen werden. Viele Jahrhunderte lang ist der Antisemitismus tief mit der europäischen Kultur verwoben gewesen. Der Brief der 37 ranghohen europäischen Heuchler im Guardian spiegelt diese Kultur.

[1] www.theguardian.com/world/2019/apr/14/europe-must-stand-by-the-two-state-solution-for-israel-and-palestine

[2] Efraim Karsh: European Misreading of the Israeli-Palestinian Conflict:  Finnish Foreign Minister Tuomioja – A Case Study. Jerusalem Issue Brief Nr. 27, 12. July 2005.

[3] Adam Chandler: The Times, The Guardian Misrepresent Conflict. Tablet Magazine, 16. November 2012.

[4] http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/Danish-foreign-minister-threatens-sanctions-against-Israel-376115

[5] http://www.voltairenet.org/article187598.html

[6] Donald Bostrom: Vara soner plundras pa sina organ. Aftonbladet, 17. August 2009

[7] https://books.google.co.il/books?id=ZKs0DwAAQBAJ&pg=PT71&lpg=PT71&dq=carl+bildt+israel&source=bl&ots=d0AsM4x2aU&sig=ACfU3U2AbXfn-CKFCWoNqiRgaK8l1AZmTA&hl=en&sa=X&ved=2ahUKEwjyrYecjNThAhVIK1AKHaKFDrc4ChDoATABegQICBAB#v=onepage&q=carl%20bildt%20israel&f=false

[8] www.theguardian.com/commentisfree/2014/aug/05/gaza-blockade-must-end-un-first-step-settlement

[9] http://jcpa.org/article/manfred-gerstenfeld-on-les-territoires-perdus-de-la-republique/

[10] 2010 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israeli Slurs. Simon Wiesenthal Center

[11] http://www.holocaustremembrance.com/working-definition-antisemitism

[12] www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/deutschland-bei-der-uno-fdp-will-anti-israel-irrsinn-stoppen-59894948.bild.html

[13] Wahrnehmungsformen von Antisemitismus – ec.europa.eu/commfrontoffice/publicopinion/index.cfm/ResultDoc/…/85035

Die unverschämte Verlogenheit der tagesschau einmal mehr offenbart

Am 31. März berichtete (ausgerechnet wieder mal) die BILD-Zeitung online eine Kritik von Andrea Kiewel an der „Berichterstattung“ der tagesschau in der Jüdische Allgemeine vom 28. März. Sie hatte den Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv live miterlebt, unmittelbar nach ihrer Ankunft in Israel. Für die Berichterstattung der ARD zu diesem Vorfall und dem folgenden Tag mit der israelischen Reaktion auf arabische Aggression die hatte sie kein Verständnis. Verständlich. Denn in dem 28-sekündigen Beitrag der tagesschau wurde erst einmal ständig auf Israels Angriffe (die RE!-aktion) durch den Wolf gedreht, Israel zum Aggressor gemacht und ganz am Ende ein winziges Sätzchen angehängt: „Am Montag hatte die Hamas bei einem Raketenangriff ein Haus in Israel zerstört.“ Wo dieses Haus stand und dass dabei 7 Menschen, teilweise schwer verletzt wurden, drei davon kleine Kinder – nichts. Aber vorher in aller Ausführlichkeit Israels Handeln negativ darstellen, das ging. Kiewel regte sich völlig zurecht darüber auf, dass von der tagesschau die Ereignisse auf den Kopf gestellt wurden und ein falscher Eindruck erzeugt wurde. Auch, was Kiewel schon gar nicht mehr schreibt, dadurch, dass der Hamas-Raketenregen noch weiter ging und auch sonst am Grenzzaun jede Menge Gewalttaten un Angriffe durch die Hamas stattfanden.

Die Reaktion der tagesschau ließ erstmal auf sich warten. Sie folgte am 31. März nach den üblichen Mustern (screenshot):

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, der die Verantwortung für die Berichterstattung der tagesschau tragen muss, geriert sich hier auf twitter als Opfer ungerechtfertigter Kritik. Einer Kritik, auf deren Inhalte er nicht mit einem einzigen Wort eingeht! Er pickt sich etwas heraus, was nicht gesagt wurde und „widerlegt“ es. Er geht nicht darauf ein, dass die Reihenfolge nicht stimmte. Er gibt mit keinem Wort zu erkennen, welche wichtigen Einzelheiten der Geschehnisse er ignoriert.

Dieser lapidare „Konter“ wie ist genauso verlogen wie der kritisierte Bericht und hat genauso System:

Der Bericht stellt den Auslöser der Geschehnisse ans Ende, statt an den Anfang. Er berichtet ausführlich über Israels Handeln, während das der Araber nur in knappstmöglichster Weise erwähnt wird, ohne da im Geringsten auf wichtige Einzelheiten einzugehen. Die werden geflissentlich außen vor gelassen. Das ist das System, mit dem die tagesschau in der aus dem arabisch-israelischen Konflikt „berichtet“.

Die Reaktion des Chefs geht auf keinen Punkt der Kritik ein, sondern imagniert sich einen eigenen, der nicht so angeführt wurde. Und den „widerlegt“ er mit einem zwar richtigen, aber völlig unzureichenden Hinweis, der zudem alles weglässt, was das Problem ausmacht. Auch das ist System. So arbeitet jeder „Israelkritiker“, der es nicht nötig hat sein Weltbild durch Fakten stören zu lassen.

Ähnliches kann man denen attestieren, die in den Kommentaren zu Gniffkes Kommentar ihre Lobeshymnen auf die Tagesschau singen. Nicht ein einziger scheint sich mit der Kritik Kiewels beschäftigt zu haben. Es handelt sich bei ihnen um eine reine Echo-Kammer: Tagesschau gut, öffentlich-rechtliche Sender gut, alle Kritiker dumm und ahnungslos. Ein Versuch, die auch hier zuhauf geübten Kritikpunkte irgendwie zu entkräften – Fehlanzeige. Stattdessen mimimi und Diffamierungen gegenüber den Kritikern.

Der stern hat erkannt (staun), dass Gniffke da reichlich sparsam mit der Wahrheit umgegangen ist und dass seine Reaktion auf die Kritik unzureichend ist:

Mit seiner Replik macht es sich Gniffke ziemlich einfach. Er verschweigt, dass der von ihm zitierte Satz erst ganz am Ende des Beitrages kommt, nachdem der Zuschauer zunächst den Eindruck gewinnen musste, Israel sei der Aggressor. Zu dem – zumindest unglücklichen – Aufbau der Meldung sagt der Chefredakteur kein Wort. Eine wirkliche Entkräftung der Kritik Kiewels ist sein Beitrag damit nicht.

Was auch der stern dabei nicht begriffen hat – wie man dort selbst gerne mal so arbeitet? – ist es System ist, wie berichtet wird und wie auch hinterher mit Kritik umgegangen wird, nicht „unglücklich“. Jeder Israelfreund und Medienkritiker kann ganze Balladen davon singen.

Es wird Zeit, dass die Qualitäts-Journaille endlich Qualitätsprüfungen unterzogen und für ihre Verlogenheit zur Rechenschaft gezogen wird. Zum Beispiel mit Entzug der Zwangsgebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

Das Leben der Palästinenser ist unwichtig*

* außer Israel kann dafür verantwortlich gemacht werden.

Bret Stephens, The New York Times, 21. März 2019

Hajar Harb, eine palästinensische Journalistin, ist von der Hamas verhaftet worden, weil sie einen gegenüber dem Gesundheitsministerium kritischen Artikel veröffentlichte. (Foto: Adel Hana/Associated Press)

Die Menschen im Gazastreifen protestieren wieder und Soldaten schießen wieder und Zivilisten werden wieder zu Opfern. Nur dass Sie dieses Mal die Story verpasst haben könnten, weil diese Proteste in den meisten westlichen Nachrichten kaum für einen Absatz wert gehalten wurden.

Das ist seltsam: Manche Medien sind bereit Monate journalistischer Recherche in die Flugbahn einer einzelnen Kugel zu investieren, die versehentlich einen Palästinenser tötet – vorausgesetzt, es handelt sich um eine israelische Kugel.

Der Unterschied beseht diesmal darin, dass die Schüsse von der Hamas abgegeben werden, der militant-islamistischen Gruppe, die seit 2007 im Gazastreifen regiert hat, als sie in einem kurzen und die blutigen Bürgerkrieg ihren Rivalen in der Fatah die Macht entriss. Seitdem sind keine echten Wahlen veranstaltet und kein Widerspruch geduldet worden.

Die aktuellen Demonstrationen, die letzte Woche begannen, kommen als Reaktion auf Jahre der wirtschaftlichen Misswirtschaft der Hamas, Preiserhöhungen und jüngsten Steuererhöhungen. Das geschieht nicht aufgrund fehlender Geldmittel für die Hamas: Seit 2012 hat die Gruppe mehr als eine Milliarde Dollar allein von Qatar erhalten, um Kosten für Treibstoff, humanitäre Hilfe und die Gehälter von Behördenbediensteten zu bezahlen.

Wohin das Geld geht, ist eine andere Frage. 2014 berichtete das Wall Street Journal, dass die Hamas Rund $90 Millionen für den Bau von Angriffstunneln nach Israel ausgegeben hatte, Durchschnittskosten von fast $3 Millionen pro Tunnel. Das in jeden Tunnel gesteckte Material, berichtete das Journal, reicht aus „um 86 Häuser, sieben Moscheen, sechs Schulen oder 19 kleine Kliniken zu bauen“. Drei Kriege gegen Israel, jeder von der Hamas angefangen, haben ebenfalls ihren Tribut an Leben, Verletzungen, Infrastruktur und Isolation gefordert.

All das hat für die Menschen des Gazastreifens Leiden und Mangel bedeutet, unabhängig von allem, was Israel tut. Im Februar berichtete Amnesty International, dass gegen die palästinensische Journalistin Hajar Harb ein Gerichtsverfahren in Abwesenheit geführt wurde, weil sie auf Al-Araby TV einen Bericht brachte, der detailliert Korruptionsvorwürfe im Gesundheitsministerium beschrieb. Hamas-Vertreten haben sich zudem Berichten zufolge bereichert, indem sie den Untergrundhandel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten mit Waren von Geflügel über Möbel bis hin zu Autos kontrollieren.

Deshalb lassen die Gazaner ihre Verzweiflung wissen. Hunderte gingen letzte Woche auf die Straße, nur um von Hamas-Sicherheitskräften beschossen, zusammengeknüppelt und verhaftet zu werden.

„Das Zuschlagen gegen freie Meinungsäußerung und die Anwendung von Folter im Gazastreifen hat alarmierende neue Höhen erreicht“, vermerkte Saleh Higazi von Amnesty. Zu den Vorfällen gehören die Verhaftung von Menschenrechtsaktivisten, das Prügeln und die Inhaftierung von mehr als 15 lokalen Journalisten und gewalttätige Angriffe auf friedliche Demonstranten „unter Verwendung von Granaten, Schlagstöcken, Pfeffersprach, scharfer Munition und physischen Angriffen“.

Überrascht? Sollten Sie auch sein. Die Hamas bezeichnet sich selbst als „Widerstands“-Bewegung und solche Bewegungen, von der Irisch-Republikanischen Armee über den Vietkong bis zur Simbabwes ZANU-PF, neigen dazu sich auf bemerkenswert ähnliche Weise zu verhalten: fanatisch, brutal, militaristisch, scheinheilig und korrupt.

Für diese Gruppen bedeutet Befreiung mehr als die Ersetzung einer Art fremder Besatzung durch lokalen Despotismus. Sie bekennen sich zur Demokratie, veranstalten aber nie wirklich faire Wahlen. Sie schaffen eine Geheimpolizei, parallele Sicherheitskräfte, Politbüros, innere und äußere Parteistrukturen. Sie führen Krieg gegen ihre Nachbarn, um von ihrem unvermeidlichen Versagen Zuhause Wohlstand zu schaffen abzulenken. Ihre Führer predigen Kampf und Märtyrertum, während sie selbst in Saus und Braus leben.

Genauso wenig sollten Sie von der Dürftigkeit westlicher Berichterstattung überrascht sein. Es würde das herkömmliche Narrativ des iraelisch-palästinensischen Konflikts verkomplizieren, das besagt, dass Israel nicht nur der Hauptunterdrücker, sondern der einzige ist. Das füttert die breitere progressive Fiktion, die großen Verbrechen der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg seien die, die der Westen gegen den Rest der Welt begeht. Tatsächlich waren die von Nichtwestlern – Mao Tse-Tung, Pol-Pot, Saddam Hussein, Fidel Castro, Idi Amin, Nicolás Maduro – an ihren eigenen Völkern begangenen Verbrechen weit schlimmer.

Dasselbe gilt für die Palästinenser. In Syrien sind in den letzten zehn Jahren mehr gestorben, hauptsächlich aufgrund der Verheerungen des angeblich propalästinensischen Regimes von Bashar al-Assad, als von Israel getötet wurden. Und die Palästinenser sind weiter die Opfer von Führern, die keinen Grund erkennen, sich regulären Wahlen zu stellen – oder finanziellen Überprüfungen oder Kriminalermittlungen oder irgendeinem anderen Mechanismus politischer oder moralischer Rechenschaft.

Das Fehlen von Rechenschaft ist in erster Linie ein Versagen der Palästinenser. Aber westlicher Journalismus leistet dem Vorschub; mit wenigen ehrenwerten Ausnahmen ist er zu lange erbärmlich uninteressiert an jeglicher Form palästinensischen Leidens gewesen, für das nicht Israel verantwortlich gemacht werden kann. Das ist manchmal eine Funktion ideologischer Einseitigkeit, aber es ist auch ein Versagen von grundlegender Berichterstattung.

Die Israelis und ihre Freunde im Ausland beschweren ich oft über schiefe Berichterstattung, die bei allem, was sie tun, Fehler finden, während sie alles Entschuldigungen finden, was ihre Gegner tun. Wenn die Proteste im Gazastreifen irgendetwas demonstrieren, dann dass auch die Palästinenser kaum Nutzen aus der Berichterstattung zeihen können.

Palästinensisches Leben und Lebensunterhalt sollten wichtig sein, egal, wer ihnen schadet. Eine Welt, die mit den Schultern zuckt, wenn die Hamas das eigene Volk misshandelt, lizensiert nur die ungehinderte Fortsetzung der Misshandlungen,

Deutsche Medien berichten über einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv

Die Terroristen im Gazastreifen haben am späten Abend des 14. März den Konflikt wieder einmal weiter eskaliert. Zwei Raketen wurden auf den Großraum Tel Aviv geschossen. Beide richteten zum Glück – ganz entgegen der Absichten der Terroristen – keinen Schaden an. Die deutsche Qualitätsjournaille berichtet. Drei Beispiele:

Ein Wunder bei der Süddeutsche Zeitung: Die Reihenfolge des Geschehens stimmt schon in der Schlagzeile und den Inhaltspunkten darunter!

Natürlich beschäftigt sich die SZ zuvörderst mit dem israelischen Gegenschlag  und weidet diesen aus, bevor es ein klein wenig (unvollständige) Info zum arabischen Terrorismus gibt. Zitat:

Die israelischen Streitkräfte bestätigten auf Twitter Angriffe auf mehrere „terroristische“ Ziele, machten zunächst aber keine näheren Angaben dazu.

Wie gehabt: Israelische Angaben werden durch die Wiedergabeart in der Zeitung in Zweifel gezogen, die Anführungszeichen signalisieren dem Leser: Pass auf, hier kommt was, das nicht stimmt. Im Gegensatz dazu werden arabische Angaben teilweise zwar als solche gekennzeichnet, aber nicht gewertet – womit sie als glaubhaft etikettiert sind.

Und dann muss das Ganze am Ende garniert werden. Zuerst mit Informationen aus 2014 sowie den „teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze“ (Hervorhebung: heplev), die natürlich ausschließlich mit den Opferzahlen aus dem Gazastreifen versehen sind; und zusätzlich mit einem Verweis auf einen anderen Artikel: Frauen im Nahost-Konflikt. „Es gibt keine Träume in Gaza“.

Es kann ja nicht sein, dass Israel das Opfer ist, die Araber müssen Opfer sein, nicht Täter.

BILD agiert ähnlich: Die Schlagzeile ist grundsolide, faktisch, genauer als in der SZ.

Auch danach folgt viel ausführliche Information über den israelischen Gegenschlag (von den Terroristen übernommen), bevor ein Video aus Tel Aviv während des Raketenangriffs der Terroristen samt Abwehrfeuer folgt und dann ein paar sehr kurze erläuternde Zeilen dazu.

Den Vogel schießt einmal mehr die tagesschau ab. Auf ihrer Internetseite findet sich die politisch passende/gewollte Desinformations-Schlagzeile:

„Im Gazastreifen“ fliegen Raketen. Sonst nicht? Die Inhaltsbeschreibung gibt zwar die Reihenfolge richtig wieder (Angriff auf Tel Aviv, Reaktion Israels), aber auch dort finden sich die üblichen Vokabeln, die Israel als Täter und schlimmer als die Terroristen darstellen: „holte umgehend zum Vergeltungsschlag aus und flog Angriffe“. Die Juden können ja nichts anderes als Rache nehmen und überreagieren. Zum Beispiel dadurch, dass „mehrere Ziele“ im „Gazastrafen“ bombardiert wurden. Tel Aviv wurde nicht bombardiert. Und ob „Gazastrafen“ ein harmloser Tippfehler ist, darüber könnte mancher gerne spekulieren.

Natürlich darf auch bei der tagesschau nicht fehlen, dass die israelische Kategorisierung der Ziele im Gazastreifen in Anführungszeichen gesetzt wird, um sie in Zweifel zu ziehen. Dass es „mindestens 4 Explosionen“ gegeben hat, „davon eine besonders schwere in der Stadt Gaza“, gibt dem Ganzen auch wieder den Anstrich der Übertriebenheit der israelischen Reaktion. Was sind 4 Explosionen, eine davon besonders schwer, schon gegen zwei harmlose Raketen?

Und auch hier wieder die Garnierung mit einer Rechtfertigung für den Terror durch das Einklinken eines Links zu einer „Zusatzinformation“:

Die Opfer sind die Araber. Nicht die Israelis. Die Juden sind die Täter. Das wird dem Medienkonsumenten-Michel auch bei Eskalationen durch die Terroristen immer schön eingehämmert.

Wann ist ein Journalist kein verlässlicher Augenzeuge?

Wer qualifiziert sich als verlässlicher Zeuge, der Licht auf ein dusters oder unbegründete, bestimmte Ereignisse in einem heftig umstrittenen Konflikt wirft? Insbesondere: Wer qualifiziert sich als verlässlicher Zeuge, wenn es um gewalttätige Zusammenstöße an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen geht?

Tamar Steinthal, JNS.org, 20. Dezember 2018

Trotz der jüngsten Erosion des öffentlichen Vertruaens in die Medien betrachaten vermutlich viele Leser Journalisten als vertrauenswürdige Augenzeugen. Journalisten sind verpflichtet sich über ihre persönlichen oder nationalen Interessen zu erheben und Ereignisse unvoreingenommen zu berichten.

Wenn also ein Bericht in den Nachrichten einen Augenzeugen zitiert, der Journalist ist, dann hat dessen Aussage mehr Gewicht als die eines durchschnittlichen Beobachters.

Doch was, wenn dieser Journalist, in seiner Muttersprache und Englisch lesenden Nachrichtenkonsumenten nicht bekannt, was, wenn die Quelle Terroranschläge lobt, bei denen unschuldige Betende während ihrer Gebete massakriert werden?

Ist dieser angebliche Augenzeuge glaubwürdig?

Das sind keine hypothetischen Fragen.

Am 11. Dezember berichtete das von der Hamas betriebene Gesundheitsministerium des Gazastreifens, der 4-jährige Ahme Abu Abed starb, nachdem er bei Protesten an der Grenze zu Israel am Freitag zuvor von israelischem Gewehrfeuer verletzt wurde. Das Ministerium hat eine auffallende Geschichte die Verantwortung für Kinder-Todesfälle Israel anzulasten und dann später zurückzurudern, wenn mehr Informationen autauchen.

Vielleicht mit dieser Geschichte im Hinterkopf berichtete Agence France Presse verhalten über Abu Abed: „Es war nicht klar, warum das Kind zu den Grenzprotesten mitgenommen wurde und s gab keine unabhängige Bestätigung der Umstände.“

Die Associated Press („Gaza officials: 4-year-old boy dies from Israeli fire“) ihrerseits versuchte offenbar ein paar weitere Informationen einzufügen, als sie berichtete: „Der Journalist vor Ort, Hassan Islaieh [sic] sagte Dienstag, der Junge war bei seinem Vater und Dutzenden weiterern Protestlern, als er am Freitag von Geschosssplittern getroffen wurde. Er sagte, der Junge sei etwa 20 Meter vom Zaun enternt gewesen.“

Nach Angaben von Electronic Intifada ist Isleih „ein Kameramann von Quds TV“, das an die Hamas angeschlossen ist. Wenn das stimmt, dann kann Isleih kaum eine unabhängige Bestätigung der Behauptungen der Hamas anbieten. AP gab keine Informationen über Isleihs Zugehörigkeit weiter, weder über die berufliche noch die ideologische.

Ein Überblick zu seinem Twitter-Konto offenbart, dass Hassan Isleih sich offen mit der politischen Plattform der Hamas und ihrem Antisemitismus identifiziert, der Terroristen preist und Freude über die Ermordung unschuldiger und unbewaffneter Israelis bekundet.

Auf Twitter preist Isleih die Täter des Har Nof-Massakers, bei dem im November 2015 fünf Zivilisten während des Gebets in einer Synagoge und ein Polizist ermordet wurden: „Die Moscheen des Gazastreifens verkündet Allahu Akbar, während sie unser Volk segnen und unsere Ummah [die arabische Nation/die Gemeinschaft der muslimischen Gläubigen] mit dem erlesenen Akt des Märtyrertums in Jerusalem, es gibt Gebiet im Gazastreifen und Rafah, die aus Freude über das Ereignis Süßigkeiten verteilen.“

Würde die Associated Press einen israelischen Medienschaffenden , der Baruch Goldsteins Massaker an unschuldigen muslimischen Betenden preist, als glaubwürdige Quelle zur Untermauerung eines israelischen Vorwurfs über palästinensische Strafwürdigkeit betrachten?

Isleih bekundete auch Freude und Zufriedenheit über die Ermordung der Zivilisten Nehemia Bennett und Aharon Lavie, die in Jerusalems Altstadt erstochen wurden. Als Kommentar ihrer Beerdigungen im Oktober 2015 twitterte er: „Jammern und Weinen während der Zeremonien der bei dem Messerangriff getöteten Zionisten von gestern durch den Märtyrer-helden Mohannad Al-Halaby „#Ein Anblick, der die Herzen erleichtert“ – In Reaktion auf die Beerdigungen der Zivilisten Nehemia Bennett und Aharon Lavie

Nicht nur tote Juden löst hasserfüllte Kommentare des Reporters aus dem Gazastreifen aus. Im Oktober 2016 beschwerte sich Isleih über die Zahl der Juden, die ihm in den sozialen Medien folgen: „Ich habe jetzt jede Menge Kommentare von Juden auf meiner Facebook-Seite, zu den Bildern und den Live-Berichten er Bombardierungen, die Seite bekommt jetzt viele Anzeigen, möge Gott uns helfen.“

Isleih lehnt Israels Rechtmäßigkeit ab, bezeichnet es verschiedentlich mit Anführungszeichen („Israel“) oder als „zionistisches Gebilde“, dessen Journalisten „die Medien der Feinde“ sind.

Es überrascht daher nicht, dass er auch jüdische Geschichte bestreitet; im Mai 2018 twitterte er: „Die angeblichen ‚Tempelorganisationen‘, die sogenannten, fordern ihre Helfer auf in nie da gewesenen Zahlen an der Stürmung der gesegneten Al-Aqsa-Moschee zum sogenannten ‚Jahrestag der Einigung Jerusalems‘ (der Naksa) teilzunehmen.“ [Anmerkung CAMERA: Es ist auf Arabisch eine normale Hinzufügung zum Wort „Tempel“ implizieren, dass es diesen nie gab.] Palästinensische Propagandisten bezeichnen den Tempelberg besuchende Juden als „Stürmung der Moschee“.

In den letzten Tagen twitterte Isleih einen Aufruf zur Gewalt; er schrieb im Dezember 2018: „Baut euch aus Olivenbäumen eure Steinschleudern/ verteidigt euer Land/ Werdet wütend für eure Alqa und Ehre/ werft Steine auf euren Feind, habt keine Angst/ euer Volk ist standhaft direkt an euren Wurzeln/ Morgen Jeruslaems“.

Während Redakteure dürft nichts von diesen Informationen als für die Glaubwürdigkeit des Journalisten für relevant halten, ihre Leser aber sehr wohl.

Die Glaubwürdigkeit eines Journalisten wird durch die Tatsache weiter kompliziert, dass es, anders als in anderen Berufen wie Jura oder Medizin, keine formellen beruflichen Kriterien gibt, um sich als Journalist zu qualifizieren. Als Ergebnis davon können selbst Terroristen Journalisten sein und haben das fälschlich behauptet.

Wenn Presseorgane ihren Lesern Transparenz bezüglich ihrer Quellen verweigern, haben Nachrichtenkonsumenten recht auf der Hut zu sein, was die Glaubwürdigkeit von Journalisten angeht, die als Augenzeugen zitiert werden.