Was wir von unseren Mainstream-Medien nicht erfahren…

gefunden auf Facebook:

Baby-Na'amaIch heiße Na’ama.
Ich bin ein israelisches Baby, kein palästinensisches.
Ich wurde von Palästinensern mit Steinen beworfen.
Das ist der Grund, dass ihr
ÜBER MICH
nichts gehört habt.

Tödlicher Journalismus a la Nahost

Richard Landes, Augean Stables, 18. März 2015

Dass die Ausübung des tödlichen Journalismus bestimmend für die größere Kategorie Kriegspropaganda als Nachrichten auszugeben ist, hat eine lange Geschichte und eine lange Zukunft vor sich. Tödlicher Journalismus übernimmt die Geschichten, die Krieg führende schaffen, um den Feind zu dämonisieren – besonders die Beschuldigung bewusst unschuldige Zivilisten, sogar Kinder zu töten – und sie als Nachrichten darzubieten.

In den Annalen der langen Geschichte des Betreibens von Kriegspropaganda als Nachrichten haben Journalisten selten, wenn überhaupt, beständig über einen ausgedehnten Zeitraum hindurch feindliche Kriegspropaganda als Nachrichten dargestellt. Und doch kennzeichnet dieses Verhalten, eine Art „Eigentor-Journalismus“, die dominierende Schule des Journalismus in der Zeit der ersten Jahre des 21. Jahrhunderts. Und obwohl sie letztlich weit über den Nahen Osten hinaus verbreitet wird, begann diese tödliche Berichterstattung in der über den Konflikt zwischen Israel und seinen Nachbarn und nahm dort Gestalt an.

Diese besondere Kombination aus grundsätzlicher Kriegspropaganda, die beständig als Nachrichten wiederholt werden, durch ein Ziel dieser Propaganda – ich würde das gerne Dura-Journalismus nennen. Doch wenn ich in diesem Aufsatz den artgemäßigteren Begriff „tödlicher Journalismus“ gebrauche, dann beziehe ich mich auf dieses exzentrische Phänomen der Levante.

Der Schlüssel zu diesem Journalismus ist die Beförderung einer impliziten (vorzugshalber expliziten) Beschuldigung des Tötens – Ermordung von Kindern, Beschuss von Zivilisten – als Nachrichte oder mit den Worten des Goldstone-Berichts, der vorsätzlichen „Bestrafung“ von Zivilisten mit „unverhältnismäßiger“ Reaktion, die möglicherweise „Verbrechen gegen die Menschheit“ darstellen. Tödliche Narrative stellen die grundlegendste Form der Kriegspropaganda dar, besonders wenn die Geschichten weitgehend erfunden sind. Man versucht damit Hass undden Wunsch nach Vergeltung durch zu schüren, indem man das Publikum (Rekruten, Beobachter) überzeugt, dass der festgelegte Feind die Gewalt verdient, mit der man ihn heimsucht.

Der Begriff „tödlicher Journalismus“ beze8ichnet die Praxis dieser Journalisten, die einen systematisch leichtgläubige Haltung gegenüber tödlichen arabischen Schilderungen über Israel haben, die sie dann als „Nachrichten“ oder zumindest als absolut glaubbare Behauptungen über das Geschehene an uns weitergeben, ihre Leser und Zuhörer. Einen solchen Diskurs unterstützen macht es notwendig mit Beweismaterial Schindluder zu treiben, anormale Details zu ignorieren und auszublenden sowie die dubiosen aufzublasen. Das hinterlässt dort, wo er vorbeikommt, eine ausgeprägte Dreckspur.

Da alle Kriege ihre tödlichen Erzählweisen haben und alle Kriegstreiber Journalisten für die Verbreitung der eigenen anwerben, sind Beispiele für den tödlichen Journalismus durch die gesamte Pressegeschichte im Krieg hindurch zu finden. In der Tat besteht eine objektive Notwendigkeit für auf friedlichen Beziehungen gründende Demokratien eine Presse zu haben, die falsche Beweise akkurate identifizieren kann, besonders im Dienst der tödlichen Narrative, damit sie über Kriegspropaganda berichten, statt ein Instrument dieser Propaganda zu werden. Die Tatsache, dass westliche Medien seit über fünfzehn Jahren so schlecht abscheiden, weist auf das Ausmaß der „Glaubwürdigkeitskrise“ der Medien hin. Die Nachrichtenquelle, der am meisten vertraut wird, ist mit 29% Fox News! Demokratien können solch gestörte Beziehungen zwischen den Nachrichtenmedien und ihrem Publikum nicht überleben.

Tödlicher Journalismus im Nahen Osten, der gegen Israel zielt, begann mit der Al-Durah-Affäre, aber er hat seinen Namen „Dura-Journalismus“ von diesem Vorfall, weil Dura-Journalisten, nachdem die Ikone die Welt als „wahr“ schockierte, die hegemoniale Kontrolle über die Darstellung des Konflikts ergriff. Al-Durah bot den bis dahin fehlenden Beleg des ständigen palästinensischen Kehrverses, dass Israelis herzlos palästinensische Kinder töten. Der überbordende Ton der Zweiten Intifada, eingebläut mit der von palästinensischen Quellen gelieferten täglichen Statistik der Toten, war der eines israelischen Angriffs auf die unschuldigen palästinensischen Zivilisten.

Danach hat diese Schule des Journalismus die nächsten fünfzehn Jahre lang die Szene beherrscht, womit sie Leute entweder für sich gewann oder Widerspruch zum Schweigen brachte. In diesem Prozess pumpten Journalisten dieser Schule wissentlich oder unwissentlich und von ihren Kollegen nicht behindert, das Informationssystem des Westens systematisch mit einer ständigen Kost an Hass-Literatur voll. Nachdem Dura-Journalisten ihr die unehrliche, aggressive Entstehung wegschoren, wurden diese tödlichen Narrative, jetzt als Nachrichten, auf der Weltbühne umso machtvoller, weil Außenseiter annahmen, das sei fehlerfrei. Für Palästinenser ist „le petit Mohamed“ al-Durah der „Märtyrer der Welt“, denn dank France 2 und allen anderen, die Enderlins Beispiel folgten, „sah es die ganze Welt“.

Doch bei allem schockierenden Wert musste die Erzählung zu al-Durah, um ein tödliches Narrativ zu werden, den Israelis heimtückische Absicht zuschreiben. Als das Bild eines im Kreuzfeuer gefangenen Jungen löst Mitgefühl aus, sogar tief empfundenes Mitleid, mobilisiert aber keinen Hass. Es gib keine Möglichkeit, dass das Bild eines Jungen, der in einem unnötigen Krieg tragisch getötet wurde, mit dem Bild des Jungen im Warschauer Ghetto konkurrieren oder es gar ersetzen könnte, das Millionen von den Nazis ermordete Kinder symbolisiert.

Nur das Bild eines absichtlichen, kaltblütigen Kindesmordes kann das tun. Und die Tür für dieses Narrativ mit seinem sorgfältig abgewogenen „das Ziel des von dem israelischen Posten kommenden Feuers“ wurde von Enderlin weit geöffnet. Damit kam er den Anweisungen aus dem Gazastreifen nach. „Der Rest des Rudels tödlicher Journalisten sprang sofort auf den Köder an: Die Israelis töten mit Absicht.

Wichtige Charakteristika des Durah-Journalismus:

Erkenntnistheoretisch: 1) glaube, was immer die Palästinenser behaupten, bis bewiesen wird, dass es falsch ist; 2) zweifle an, was immer die Israelis in Reaktion sagten, bis es als richtig bewiesen ist; und 3) wenn das der Fall ist, geh über zum nächsten bisher unbewiesenen tödlichen Narrativ. Das Muster ist über den Verlauf der Zeit gleichbleibend, von den Beschuldigungen, dass die IDF 1983 in Jenin Schulmädchen vergiftete über Jenin 2002 bis zur Mavi Marmara 2010 und lässt wenig Anzeichen erkennen in den nächsten zwei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts nachzulassen.

David-Goliath-Gestaltung: Der dogmatische Rahmen des Dura-Journalismus ist der des palästinensischen Davids gegen den israelischen Goliath. Wenn nötig, werden Dura-Journalisten anomale Einzelheiten umetikettieren, damit sie in die nach Prokrustes-Art gestaltete moralische Erzählung passen. So wurde aus Tuvia Grossman, der von tobenden Palästinenser fast zu Tode geprügelt und von einem israelischen Grenzpolizisten gerettet wurde, durch die Hände eines AP-Bildunterschriftsautoren ein von genau diesem Grenzpolizisten geprügelter Palästinenser. Da die Palästinenser per Definition unschuldig sind, beginnt die Story mit Israels Gegenschlag, der per Definition unverhältnismäßig sein muss. Pallywood-Material wird geschaffen, um die Anforderungen dieses Gestaltungs-Narrativs zu erfüllen.

Unterordnung der Beweise unter das Gestaltungs-Narrativ: Bearbeite Storys und Filme so, dass unangenehme, anormale oder nicht hilfreiche Beweise weggelassen werden. Redakteure stellen Pallywood-Filmbilder aus Schnittmaterial zusammen, indem sie Elemente herausschneiden, die offenlegen, wie inszeniert wird und die glaubwürdigen Schnipsel aneinanderzureihen. Charles Enderlin schnitt die letzten 10 Sekunden des minimalen Filmmaterials (59 Sekunde) heraus, das Talal ihm schickte, um die vorsichtigen Bewegungen des Kindes zu entfernen, die kamen, nachdem er – Charles – ihn für tot erklärt hatte. So erscheint auch eine im PA-Fernsehen ausgestrahlte völkermörderischer Predigt in deinem Artikel der New York Times über palästinensische Hetze, ohne jeden Verweis auf ihren völkermörderischen Inhalt. In dieser Art schaffen es Dura-Journalisten echte Hassrede zu bestreiten, selbst wenn sie der Verteilungspunkt dieser Hassrede sind.

Rudeljournalismus: Enderlin löste einen Erdrutsch aus. Selbst CNN übernahm die Darstellung. Dutzende bedeutender Journalisten haben Zugang zu den nicht editierten Bildern dieser spektakulären Story und nicht ein einziger entschied sich der Öffentlichkeit die Endszene zu bieten, die Charles herausschnitt. Rudeljournalismus dominierte die ersten zehn Jahre des 21. Jahrhunderts, wenn es um Berichterstattung ging. Berichte, dass die Hamas während der Operation Gegossenes Blei (2008) Hilfslieferungen in den Gazastreifen aus Ägypten zurückwies, inspirierte Journalisten nicht dazu an die ägyptische Grenze zu gehen und die Story zu holen. Sie saßen auf einem Hügel in Israel und beschwerten sich, dass die Israelis sie aus dem Gefecht heraushielten, obwohl sie selbst einen ständigen Strom tödlicher Schilderungen brachten, dass die Vorräte ausgingen und eine humanitäre Katastrophe unmittelbar bevor stand.

Leugnung von Einschüchterung: Einer großen Vorteile, die die „schwache“ Seite eines antidemokratischen, asymmetrischen Krieges gegenüber dem stärkeren, demokratischen Feind im Umgang mit Journalisten hat, ist ihre Bereitschaft Gewalt anzuwenden. In solchen kognitiven Kriegen kommen Tötung und Entführung von Journalisten vor, wenn nicht mehrfach, dann doch oft genug, um die die Botschaft rüberzubringen. Daniel Pearls Hinrichtung als Jude und als Journalist schickte einer ganzen Generation Journalisten eine Mahnung. Leugnen ist ein wesentlicher Teil des Prozesses der Einschüchterung: Journalisten können nicht berichten, dass sie eingeschüchtert wurden, ohne die Glaubwürdigkeit ihrer Berichterstattung infrage zu stellen. Und doch ist die Beweislage für solche Einschüchterung, auch wenn sie zyklisch auftritt (wie nach dem Lynchmord von Ramallah) bezüglich ihrer Folgen machtvoll und sollte den aufmerksamen Beobachter auf die bemerkenswerte Überschneidung zwischen der tatsächlichen Berichterstattung über den Konflikt durch Mainstream-Journalisten und dem, was man von beherrschender Einschüchterung durch die Palästinenser aufmerksam machen. (Dazu gehören auch die Bemühungen der Journalisten, wo immer sie zum Thema befragt werden, zu Israels Einschüchterungen zu wechseln.) Die Reaktion auf Alan Johnstons Entführung – „warum sollten sie ihn entführen, er war ihr bester Freund“ – spricht deutlich, wie das läuft.

Zugangs-Journalismus: Das fundamentalste Druckmittel bei Journalisten ist Zugang und in gewissem Sinne ist das ein universales Phänomen: Das Weiße Haus handhabt das so, jeder tut es. Doch in Fällen, in denen Einschüchterung vorherrscht (Saddams Irak, Arafats Westbank, Haniyehs Gazastreifen) bedeutet Zugang, dass man einen Handler hat, der einen freundlich zu dem begleitet und übersetzt und anleitet, was man fotografieren darf und was nicht. Zugang ist damit niemals „frei“ und „unbeaufsichtigt“. Und entsprechend heißt Verlust von Zugang nicht nur, dass die Leute nicht mit einem sprechen, sondern dass die eigene Anwesenheit nicht länger gestattet ist. Nachdem der früher sehr pro-palästinensischen Fotografen Mark Seager über seine Erfahrungen in Ramallah am Tag des Lynchmords schrieb – „Ich werde mein ganzes Leben lang Alpträume haben“ – wurde ihm von seinen palästinensischen Freunden gesagt, er solle lieber verschwinden.

Parteinahme-Journalismus: Die ausgeprägte ideologische Sympathie vieler Journalisten für die „schwache Seite“ vieler Konflikte ist weit verbreitet und wird oft, wie z.B. in Darfur, gerechtfertigt. In anderen Situationen, in denen Moral-Erzählung weniger klar ist (Syrien), nehmen die Probleme für viele ehrliche Reporter stark zu. Im arabisch-israelischen Konflikt ignoriert die Unterstützung für die palästinensischen „Außenseiter“ nicht nur progressive Werte, sondern klebt mit dogmatischer Beharrlichkeit am Rahmenwerk des „palästinensischen David gegen den Israelischen Goliath“. Doch die Rudel-Mentalität, der Widerwille negatives Material über die Palästinenser (Völkermord-Prediger) zu veröffentlichen, die dem palästinensischen Opfer-Narrativ gegebene erkenntnistheoretische Priorität belegen allesamt die Haltung, die mehr als die nüchterne Einschätzung der Beweismittel widerspiegelt. Man kann sogar fragen, ob die Parteinahme für die Journalisten eine Möglichkeit ist mit der kognitiven Dissonanz der Einschüchterung umzugehen: „Ich bin nicht verängstigt, ich bin mutig und ich stehe für den Kleinen ein.“

Ehre-Schande-Journalismus: Vertusche Fehler. Anne-Elisabeth Moutet formulierte es so:

In Frankreich darf man Fehler nicht eingestehen. In diesem Land gilt immer noch das Gesetz des Circus Maximus: Vae victis – Wehe den Besiegten. Gleite aus und die Daumen zeigen nach unten. Nicht umsonst war Brennus ein Gallier. Seine modernen französischen Erben entschuldigen sich ebenfalls nicht sonderlich gut oder überhaupt nicht, außer wenn es sich nicht verhindern lässt. Warum sollten sie? Sie würden damit eine Schwäche zugeben. Blinzle und du wirst der Prügelknabe sein.

Also setzt im Fall eines Fehlers die Ehre-Schande-Dynamik ein: Unternimm alles dir Mögliche, um zu vermeiden ihn einzugestehen und bewahre dadurch den guten Ruf der Journalisten und der Presse. Jeder Nachrichtenanbieter will als der vertrauenswürdigste Name im Nachrichtengeschäft bekannt sein. Im Fall der Karsenty-Affäre, wo sie riesige Geldsummen ausgaben, um einen Zivilisten zu attackieren, der sie kritisiert hatte, trägt France2 diesen Instinkt zur Vertuschung bis ins Absurde.

Facebook findet Antisemitismus ganz in Ordnung (2)

Facebook, 23.03.2015

FB+Antisemitismus_NadafDie Seite wurde wegen Hassreden und Hasssymbolen im Inhalt gemeldet. Facebook antwortete:

… Wir haben die von Ihnen … gemeldete Seite überprüft und festgestellt, dass sie unsere Gemeinschaftsstandards nicht verletzt…

Kommentar des Einstellenden:

OK, liebe Facebook-Admins, wie muss die Seite denn heißen damit sie wegen hate speech gelöscht wird?

Obama kloppen

Wenn man Obamas (und der übrigen Linken) Haltung zu Israel/Juden zum Vorbild nimmt, dann sähe der Kommentar zu den Ereignissen, die Purim begründeten, so aus:

Mordechai hat überreagiert.
Er hätte den König einen Deal mit Haman machen lassen sollen.

Politische Opposition? Brandgefährlich! Drohende Mullahs? Vertrauenspartner:

Obama zu den Republikanern:
Hört auf damit!
Ich lehne es ab mich mit
gefährlichen Irren wie euch
zu beschäftigen!

Unsere Freunde von der Demokratischen Partei:

Obamas (und der Linken) Version von Gerechtigkeit (was sie wirklich antreibt):

Obama_welfare-programm

(Das Zitat lautet ursprünglich: Gib einem Mann einen Fisch und du hast ihm für einen Tag zu essen gegeben. Lehre ihn zu angeln (oder: zu fischen) und du hast ihm sein Leben lang zu essen gegeben.)

Obamedien:

Die New York Times „berichtete“ über den Gedenkmarsch gegen die Rassentrennung – keiner würde aus der „großen alten Dame“ erfahren, dass auch Altpräsident Bush dabei war, denn sie schnitten das Bild so, dass er nicht drin war.

Obamacare:

Wie sähe es heute aus, wenn der barmherzige Samariter (Lukas 10, 30-37) heute auf den schwer verletzten Überfallenen trifft?

Obama_der-neue-Samariter
Bleib hier. Ich gehe und schreiben ein Gesetz,
das dir eine Krankenversicherung aufzwingt.

Wie Israel feindselige Medien bekämpfen kann

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Medien spielen eine wichtige Rolle bei der Delegitimierung und Dämonisierung Israels. Ihr Anteil an diesem Prozess kann wissenschaftlich nicht festgestellt werden. Doch mehr als 40% der Bürger der Europäischen Union im Alter ab 16 Jahren glauben, dass Israel ein Nazistaat ist oder denken alternativ, Israel würde einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führen. Es besteht kein Zweifel daran, dass dieses dämonische Image Israels zum Teil durch viele Medien verursacht worden ist.

Offenbar gibt es neben den Medien viele weitere Faktoren, die zur Ausbreitung dieses abgründigen Glaubens geführt haben. Die Araber und die Führungen einiger muslimischer Länder, Politiker, Gewerkschaften, NGOs, verschiedene Kirchenführer, Akademiker, die Palästinenser-Lobby und viele andere spielen eine wichtige Rolle in dem Dämonisierungsprozess. Zu denen, die zum Israelhass beitragen, gehören die Vereinten Nationen und einige der ihr angegliederten Organe wie der UNO-Menschenrechtsrat.

Im Verlauf der letzten Jahrzehnte haben antiisraelische Medien aus einer einzigartigen Situation das Maximum herausgeholt. Zur Pressefreiheit gehört die Freiheit zu betrügen, zu lügen, (oft extrem) aufzuhetzen und die Freiheit, wesentliche Fakten nach Belieben zu ignorieren. Medien haben die Macht andere unbarmherzig und manchmal brutal zu kritisieren; und doch gibt es wenige Möglichkeiten sie zur Rechenschaft zu ziehen. Es gibt kaum Kontrolle. Die Arbeit ihrer Mitarbeiter unterliegt nur den Regeln zur Selbstregulierung eben dieser Medien. Außer in Extremfällen sind Journalisten niemandem außerhalb ihres Berufszweigs rechenschaftspflichtig.

Reporter können frei wählen, welche Fakten sie in ihren Artikeln erwähnen und welche sie auslassen. Das wird sogar dann gemacht, wenn solches Herangehen zu wichtigen Verzerrungen der Wahrnehmung ihrer Leser führen. Ihre Mittel zu schiefer Darstellung der Information sind, wenn sie denn wollen, fast unbegrenzt. Zusätzlich kritisieren die Medien einander selten, selbst wenn solche Kritik viel größere Verantwortlichkeit unter Journalisten schaffen würde.

Der Kampf gegen die Delegitimierung Israels durch die großen Medien wird hauptsächlich von ein paar wenigen proisraelischen Medienbeobachtungsorganisationen geführt. Medienbeobachtung kann als kritische Untersuchung eines oder mehrerer Medien auf regelmäßiger oder wiederkehrender Grundlage definiert werden. Sie ist in der Regel das Ergebnis der Überzeugung, dass bestimmte Medien einseitig gegen eine Sache eingestellt sind, die die Beobachtergruppe oder ein Einzelner unterstützt. Zu den Medienbeobachtungsaktivitäten gehören die Sammlung, Analyse und Veröffentlichung von Daten.1

Medienbeobachter erfüllen eine wichtige Rolle bei der Offenlegung der Einseitigkeit antiisraelischer Medien. Doch selbst die Bekanntesten unter ihnen wie CAMERA2 und HonestReporting3 erreichen, vergleicht man sie mit dem Publikum der Medien selbst, nur eine begrenzte Zahl Adressaten.

Was den Kampf gegen feindselige Medien angeht, schreibt die Wirklichkeit der freien Meinungsäußerungen innerhalb von Demokratien vor, dass dieser Kampf auf eine differenzierte Weise geführt werden muss. Medienbeobachter können Fehler und Einseitigkeit publik machen und sie können versuchen solche Einseitigkeit mit den Redakteuren der Medien zu diskutieren.

Manche Medienbeobachter entwickeln innovative Lösungen. Im Januar 2014 hängte CAMERA ein drei Stockwerke hohes Werbeplakat an ein Gebäude gegenüber dem Hauptsitz der New York Times auf. Der erste Text lautete: „Würde eine große Zeitung den Nachrichten gegen Israel eine Schieflage geben?“ Der nächste Text fuhr fort: „Fakten falsch darstellen, Schlüsselinformationen auslassen, Schlagzeilen und Fotos verdrehen.“ Darunter stand: „Stoppt die Einseitigkeit. CAMERA.“4 Seitdem hat CAMERA in New York zusätzliche Werbetafeln aufgestellt.

Es gibt eine Grenze für das, was diese Graswurzel-Organisationen tun können. Sie können Medien bloßstellen, aber sie können sie nur unregelmäßig für ihre Einseitigkeit abstrafen. Beispielsweise kann eine Firma sich entscheiden, nachdem sie Beschwerden von Medienbeobachtern erhält, nicht länger Werbung in einem bestimmten Medium zu schalten, das für seine Einseitigkeit bekannt ist. Die Medienbeobachterorganisation braucht das oft nicht direkt in die Hand zu nehmen. Wenn eine ausreichende Zahl ihrer Freiwilligen den Werbenden aus eigener Initiative kontaktiert und sagte, sie würden seine Produkte nicht weiter kaufen, wenn dieser weiter in diesem einseitigen Medium wirbt, dann könnte das Management damit reagieren, dass es die Werbung zurückzieht und sagt, dass man wirbt, um Kunden zu gewinnen und nicht diese zu verlieren.

Es gibt weitere Möglichkeiten Medien entlarven, die erkundet werden sollten. Zum Beispiel könnten Medienbeobachter Journalisten kontaktieren, die verschiedene Medien verlassen haben und sie bitten die internen Machenschaften hinter der Einseitigkeit dieser Medien aufzudecken. Im August 2014 enthüllte Matti Friedman, ein ehemaliger AP-Journalist, öffentlich die verzerrten Methoden des Israel-Büros dieser internationalen Nachrichtenagentur.5 Friedman schrieb später einen weiteren Artikel im The Atlantic mit dem Titel: „What the Media Gets Wrong about Israel“ (Wo sich die Medien bei Israel irren). Dieser Artikel enthüllte, wie AP bewusst Storys berichtete, die Israel in ein negatives Licht stellen und die Entscheidung traf, nicht über sich falsch verhaltende Palästinenser zu berichten.6

Es gibt ein paar andere Journalisten, die bereits dasselbe getan haben. Zum Beispiel veröffentlichte Hans Mol, ein pensionierter Journalist der niederländischen Tageszeitung NRC-Handelsblad, ein Buch über die antiisraelischen Standpunkte der Zeitung. Er schreibt: „In seiner Berichterstattung über Marokkaner, über Muslime und den Islam, über Israel und den Nahost-Konflikt hat das Blatt sich zunehmend auf eine Seite gestellt: zugunsten der Hamas und gegen Israel, zugunsten der Multikulturalisten gegen die Islamkritiker; für das Verdecken und gegen Offenlegung.“7 Journalisten im Ruhestand sind besonders gute Ziele, die man zum Zweck der Offenlegung von Medieneinseitigkeit ansprechen kann, denn sie haben nichts zu verlieren.

Jedes Jahr verleiht HonestReporting seine Dishonest Reporting Awards (Auszeichnung für die unehrlichste Berichterstattung) an diejenigen Medien, die es für besonders betrügerisch hält. Die Hauptempfänger sind Medien, individuelle Reporter spielen eine nachrangige Rolle. 2014 gehörten zu den „Ausgezeichneten“ die New York Times, CNN, Ha’aretz, der Guardian und der Sydney Morning Herald sowie das medizinische Journal The Lancet.8 Eine zusätzliche Option bestünde darin eine jährliche Liste der unredlichsten Reporter aufzustellen, die deren Einseitigkeit ausführlich beschreibt. Es ist weit einfacher die Karriere eines einzelnen Betrügers zu zerstören, als eine Institution wie ein Magazin zu beeinflussen. Würde eine solche Liste geschaffen, könnte die ausführliche, schädigende Aufdeckung einiger weniger Journalisten eine Warnung für andere werden, so dass sie ehrlicher werden.

Es ist aber viel mehr nötig. Die israelische Regierung muss eingreifen und eine Medienstrategie entwickeln. Das sollte innerhalb des Rahmens einer Propagandabekämpfungs-Agentur geschehen, die noch zu schaffen wäre. Die Gründung einer solchen Agentur ist eine absolute Notwendigkeit für die Bekämpfung des enormen Propagandaangriffs auf Israel.9

Erfolgen muss das nicht durch Beschränkung der freien Meinungsäußerung, sondern auf der Grundlage von Bestrafung der Veröffentlichung von Lügen. Israelische Regierungsbeamte können anfangen einseitige Medien bloßzustellen. Sie könnten zum Beispiel am Beginn von Pressekonferenzen die jüngsten bewiesenen Verzerrungen bei einem der anwesenden Medien erwähnen. Israel kann es ablehnen Presseausweise für einseitige Reporter auszustellen, mit dem Hinweis, dass Presseausweise nicht für Nichtreporter – soll heißen häufig Lügende und antiisraelische Aufhetzer – gedacht sind.

All das könnte aber nur ein sehr primitiver Anfang einer Antipropaganda-Agentur sein. Die israelische Armee und die israelischen Geheimdienste sind heute viel fortschrittlicher, als sie das zu Beginn ihrer Aktivitäten waren. Ein ähnlicher Prozess würde bei einer Antipropaganda-Agentur der Regierung ablaufen, sobald diese eingerichtet ist. Ihr Modus Operandi würde sich im Lauf der Zeit stark verbessern.

 

1 Manfred Gerstenfeld/Ben Green: Watching the Pro-Israeli Media Watchers. Jewish Political Studies Review 16, 3-4 (Herbst 2004), S. 33-58.
2 http://www.cameral.org/
3 http://honestreporting.com/
4 Andrea Levin: CAMERA Billboard Campaign Calls out New York Times Bias against Israel. 27. Januar 2014 (www.camera.org).
5 Matti Friedman: An Insider’s Guide to the Most Important Story on Earth. Tablet, 26. August 2016.
6 Matti Friedman: What the Media Gets Wrong About Israel. The Atlantic, 30. November 2014.
7 Hans Mol: Hoe de nuance verdween uit een kwaliteitskrant; NRC Handelsblad neemt stelling tegen Israel. Amsterdam (Bert Bakker) 2011, S. 10. [Niederländisch]
8
The 2014 Dishonest Reporting Awards: Why the Gaza War Correspondents Won. HoenstReporting, 23. Dezember 2014.
9 Manfred Gerstenfeld: How to efficiently fight anti-Israel propaganda? The Jerusalem Postk, 25. November 2015.

Der Mossad öffnete die Schleusen des Himmels

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 26. Februar 2015 (direkt vom Autor)

Der israelische Geheimdienst Mossad hat schon weltweit einzigartige Meisterleistungen vollbracht. Er hat Haie abgerichtet, um Touristen bei Scharm A Scheich aufzufressen und so die ägyptische Wirtschaft zu schädigen. Verdächtig beringte Adler und Singvögel spionierten in Libanon, in der Türkei und Saudi Arabien. Und nach Gaza wurde Kaugummi verkauft, das entweder die Männer zu Sexmonstern oder sie unfruchtbar machte, je nach dem, was gerade passte.

Und vor einer Woche haben die Israelis nicht-existente Staudämme geöffnet, um den Gazastreifen zu überfluten. Denn im Gazastreifen kann man sich nicht vorstellen, dass Regen vom Himmel fällt und zwar so viel, dass Teile des Gazastreifens auf ganz natürlichem Wege unter Wasser gesetzt werden. Obgleich in Gaza Abwasserrohre nicht instand gehalten worden sind oder gar nicht existieren, glauben die Palästinenser fest daran, dass böswillige israelische Agenten in den Wolken stehen und dort die Dämme zielgenau öffnen, damit der ganze Gazastreifen möglichst ins Mittelmeer weggeschwemmt werde. Das ist natürlich offizielle Politik, nachdem Jitzhak Rabin gesagt hat: „Ich wünschte, der Gazastreifen würde im Mittelmeer versinken.“

Der gleiche Vorwurf kam schon im Dezember 2013 auf, als schwere Unwetter Israel mit Schnee bedeckten und Tel Aviv im Wasser versank. Damals hat der „angesehene“ deutsche Hydrologe Clemens Messerschmidt behauptet, dass Israel entlang der Grenze zu Gaza Staudämme errichtet habe, um den Gazastreifen unter Wasser zu setzen. Niemand hat bisher solche Dämme gesichtet oder gar fotografiert. Messerschmidt lebt und arbeitet seit 16 Jahren in den besetzten palästinensischen Gebieten und ist zunehmend mit hydropolitischer Analyse und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt.

Nach dem jüngsten Unwetter vor einer Woche haben die israelischen Stellen reagiert und offiziell erklärt, dass es solche Dämme nicht gebe. In der Folge haben Al Dschesira und die britische Zeitung Guardian ihre Märchengeschichten korrigiert und die Behauptung zurückgenommen.

Doch es kommt noch besser: An die Öffentlichkeit vom südafrikanischen Geheimdienst durchgestochene Geheimdienstpapiere des Mossad berichten über weitere Meisterleistungen des Mossad. So haben israelische Agenten im feindseligen Sudan entlang der Ufer des Nils Pflanzen gesetzt, die so viel Wasser schlucken, dass sie den Nil austrocknen könnten. Ägypten solle verdursten. Für den Mossad habe das israelische Ministerium für Wissenschaft und Technologie eine namentlich nicht genannte Geheimpflanze gezüchtet. (Man stelle sich vor, die Franzosen würden mit solchen Pflanzen den Rhein trocken zu legen.)

Al Jazira und der Guardian, die auch schon die Staudämme vor Gaza erfunden haben, halten diese Wasser-saufende Pflanze offenbar für bare Münze: „falls die Geschichte wahr ist, würde sich der Mossad abscheulicher Taktiken bedienen“. Man könnte wohl eher den südafrikanischen Geheimdienst „abscheulicher Taktiken“ bezichtigen, mit Märchen den Mossad zu verunglimpfen.

Schlagzeilen in aller Welt machte die „Entdeckung“ des südafrikanischen Geheimdienstes, wonach der Mossad den Befürchtungen von Premierminister Benjamin Netanjahu zur iranischen Atombombe widerspreche. Bei genauem Hinschauen stellt sich heraus, dass es da keine Widersprüche gibt. Aber die Behauptung passte halt in die verbreitete Ansicht, dass Netanjahu mit seiner Angst vor einer Atombombe aus Teheran „maßlos übertreibe“.

Weiter hieß es, dass die EL AL für „illegale Aktivitäten“ benutzt werde.

In israelischen Medien wurde aus dem Report teilweise genüsslich zitiert, aber mit dem Hinweis, dass die Beziehungen zwischen Mossad und Südafrikas Geheimdienst seit einem Jahrzehnt stark abgekühlt seien. Es sei unwahrscheinlich, dass die Israelis ausgerechnet Pretoria derartige Informationen zugespielt hätten.