Zuckerbrot und Peitsche – die Hintergründe des Blutbades in Palästina

Ein kommentierter Lügenschwall von Norman G. Finkelstein in der FAZ, 14. Mai 2002 (Im Internet 2 Teile)

14. Mai 2002 – Der Nahost-Konflikt hat in Deutschland eine vielschichtige Debatte ausgelöst: Über das militärische Vorgehen Israels in den Palästinensergebieten, über die Rolle Deutschlands als Vermittler und auch über die Schwierigkeiten deutscher Kritik am Staate Israel. FAZ.NET hat die Debatte mit Berichten, Kommentaren und einem Forum begleitet. In diesem Gastbeitrag äußert sich nun der Politikwissenschaftler Norman Finkelstein, der mit seinem Buch über „Die Holocaust-Industrie“ in Amerika und in Deutschland eine Kontroverse über den Umgang mit Auschwitz ausgelöst hat. Jetzt prangert er nicht weniger kontrovers die israelische Regierung für ihre Besatzungspolitik an.

Während des Junikrieges 1967 besetzte Israel das Westjordanland und den Gazastreifen und vollendete damit die zionistische Eroberung des damals unter britischem Mandat stehenden Palästina. [Das an sich ist schon gelogen. Es fängt damit an, dass „Palästina“ nicht mehr unter britischem Mandat stand; und es geht damit weiter, dass Israel (dummerweise) sofort und Jahre lang gesagt hat, dass es dieses Land nicht will, sondern es den Arabern „zurückgeben“ möchte – gegen Frieden. Außerdem lässt Finkelstein völlig außer Acht, wie es dazu kam, dass Israel die Gebiete eroberte: durch arabische Kriegstreiberei und völkerrechts- und vertragswidrige Handlungen, die Israel zum Krieg zwangen!] In den Nachkriegsjahren debattierten die Vereinten Nationen über die Modalitäten zur Beilegung des arabisch-israelischen Konfliktes. [Eben: die UN – nicht die Araber, die hatten ihre „Drei Nein“ beschlossen!] Auf der fünften Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung, die unmittelbar nach Kriegsende zusammenkam, herrschte „weitgehende Übereinstimmung“ über den „Rückzug der bewaffneten Streitkräfte aus dem Gebiet der benachbarten arabischen Staaten, die während des jüngsten Krieges besetzt worden waren“, da „alle darin übereinstimmen, dass es keine Gebietseinnahmen durch militärische Eroberung geben darf“, so UN-Generalsekretär U Thant.
[Diese so wiedergegebenen Zitate lassen außer Acht, dass
1.) die eroberten Gebiete westlich des Jordan und nördlich des Sinai an der Mittelmeerküste vom Völkerrecht her nicht den arabischen Nachbarstaaten gehörten; bis heute handelt es sich völkerrechtlich um umstrittene Gebiete!
2.) dass der Beschluss des Sicherheitsrats hierzu – Resolution 242 – ausdrücklich NICHT den Rückzug aus „den Gebieten“ forderte, sondern Israel territoriale Zugeständnisse als Folge des Krieges machte! Die Formulierung der Resolution „aus besetzten Gebieten“ (ausdrücklich NICHT „den Gebieten“ oder „allen besetzten Gebieten“ sollte nach Darstellung der Verfasser der Resolution ganz bewusst die Möglichkeit schaffen, dass Israel sich nicht zu hundert Prozent auf die Waffenstillstandslinien von 1948/49 zurück ziehen musste. Das hatte heftige Diskussionen und teilweise Unmut ausgelöst, wurde aber durchgesetzt – was die arabischen Staaten veranlasste, diese Resolution in Bausch und Bogen abzulehnen und sie für ungültig zu erklären. Was sie heute nicht daran hindert, die Resolution 242 umzuinterpretieren…]

Gebietsnahme unzulässig

In den anschließenden Überlegungen des Sicherheitsrates wurde genau diese Forderung nach einem vollständigen israelischen Abzug gemäß dem Prinzip der „Unzulässigkeit der Gebietseinnahme durch Krieg“ in der Resolution 242 der Vereinten Nationen festgeschrieben, zusammen mit dem Recht eines „jeden Staates in der Region“ auf Anerkennung seiner Souveränität. [Zur Festschreibung der Grenzen s.o.; was mich bei Finkelstein wundert: Er weiß anscheinend nicht, dass es dort keinen Staat gab, dass dort kein Staat eingerichtet werden sollte, sondern dass Jordanien und Ägypten völkerrechtswidrige und nicht anerkannte Annektionen vorgenommen hatten. Was für Kenntnisse hat dieser Mann überhaupt? Er lässt auch geflissentlich außer Acht, dass es dazu eines Partners auf der arabischen Seite bedarf, der es ernst meint – was bis heute seitens der Palästinenser komplett fehlt!] Eine nach wie vor geheim gehaltene Studie des amerikanischen Außenministeriums kommt zu dem Schluss [wenn die geheim ist, wie weiß er davon?], dass die USA die „Unzulässigkeits“-Klausel der Resolution 242 unterstützten und lediglich „kleinere“ und „gegenseitige“ Grenzanpassungen einräumten. Der israelische Verteidigungsminister Moshe Dayan ermahnte seine Kabinettskollegen später, die Resolution 242 nicht zu billigen, weil „sie den Rückzug auf die Grenzen vom 4. Juni bedeutet und weil wir mit dem Sicherheitsrat bezüglich dieser Resolution in Konflikt stehen“. [Was denn nun: Grenzanpassungen oder Rückzug auf die Grenzen vom 4.6.67? Finkelstein sollte sich mal entscheiden, was er nun davon hält. Na ja, hat er ja vorhin schon! Im Übrigen, wenn man den ganzen Dayan-Text liest, dann wird heraus stellen, dass er vor einer falschen Auslegung der Resolution in der Zukunft warnt.]

Eine Modifizierung der UN-Resolution 242 zur Beilegung des israelisch-palästinensischen Konfliktes [Für Finkelstein scheint es nie einen arabisch-israelischen Konflikt gegeben zu haben. Das war er aber, bis in die späten 80-er Jahre, als König Hussein die Palästinenser aus der jordanischen Staatsbürgerschaft entließ, damit die einen eigenen Staat gründen sollten.] sah erstmals Mitte der siebziger Jahre die Schaffung eines palästinensischen Staates im Westjordanland und dem Gazastreifen vor, sobald Israel sich auf die Grenzen vor Juni 1967 zurückzog. [Wenn das stimmt, dann hätte sich Dayans Befürchtung schon nach wenigen Jahren bestätigt.] Mit Ausnahme der USA und Israels (und gelegentlich auch eines an die USA gebundenen Staates) herrschte in den vergangenen 25 Jahren internationale Übereinstimmung über die Formulierung des vollständigen Rückzugs/der vollen Anerkennung, auch „Zwei-Staaten“ Regelung genannt. [Und was ist mit den Weigerungen der Araber? Die spielen für Finkelstein offenbar keine Rolle!] Die USA legten ihr alleiniges Veto zu den Resolutionen des Sicherheitsrates von 1976 und 1980 ein, die eine Zwei-Staaten Regelung vorsahen, welche von der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO und den arabischen Frontstaaten mitgetragen wurde. [Was Wunder: Seit 1974 gilt der Phasenplan der PLO: Jedes Stückchen Land unter allen Umständen in die Hände bekommen, um einen Fuß in der Tür zu haben, ein Sprungbrett, von dem aus es sich besser militärisch kämpfen lässt als vom „Ausland“ aus.] Eine Resolution der Vollversammlung im Dezember 1989, die sich dieser Regelung anschloss, wurde mit einer Stimmenmehrheit von 151 zu 3 angenommen (keine Enthaltungen). Die drei Gegenstimmen kamen von Israel, den USA und der Dominikanischen Republik. [Das Problem all dieser Resolutionen: Sie setzen vorherige (242) teilweise außer Kraft und forderten 100 Prozent Vorleistungen der Israelis, Rückzug und Abgabe aller Verhandlungsmassse. Das ist keine Voraussetzung für Friedensverhandlungen, da die Araber dann keinerlei Anlass mehr zu ihnen haben. Sie können dann die Verhandlungen platzen lassen und ihren Krieg wieder aufnehmen. Und das bisherige Verhalten der UNO in Fällen von arabischer Missachtung von UN-Beschlüssen zeigt auf: die UNO wird auf keinen Fall pro Israel eingreifen, wenn die Araber ihren Völkermord wieder aufnehmen wollen.]

Bantustan-Lösung

Von Anfang an widersetzte sich Israel beharrlich dem vollständigen Rückzug aus den Besetzten Gebieten und bot Palästina stattdessen eine Bantustan-Lösung nach südafrikanischem Muster an. [Schlichtweg unwahr.] Die PLO, die der internationalen Übereinkunft zugestimmt hatte, konnte jedoch nicht abgesetzt werden, als „Ablehnung“ und der Druck auf Israel sich verstärkten, das Zwei-Staaten-Abkommen anzuerkennen. Im Juni 1982 marschierte Israel daraufhin im Libanon ein, wo sich das Hauptquartier der PLO befand, um die so genannte „Friedensoffensive“ der PLO abzuwehren. (Avner Yaniv, Dilemmas of Security) [Volle Verleumdung: Die Operation hieß nicht umsonst “Frieden für Galiläa”! Die Friedensoffensive der PLO sah so aus, dass massiver Beschuss – Artillerie und Raketen – aus dem Südlibanon auf das nördliche Israel statt fand. Um dieser Bedrohung, die ständig verstärkt wurde, ein Ende zu setzen und wegen Hilferufen aus dem Libanon setzte Israel die Armee in Bewegung, nicht um Frieden zu verhindern! Man kann sich schon mit Ignoranz und Verdrehungen die Wahrheit so biegen, dass sie dem eigenen ideologischen Weltbild passt!]

Im Dezember 1987 erhoben sich die Palästinenser im Westjordanland und dem Gazastreifen in einem im wesentlichen gewaltfreien Aufstand (Intifada) gegen die israelische Besatzung. [Wenn man Steine werfen, um damit Menschen zu treffen, als gewaltfrei ansieht; wenn man den Druck als gewaltfrei ansieht, mit dem die nicht gleich geschalteten Menschen dort zum Mitmachen gezwungen wurden; wenn Terrorakte mit Bomben und Molotov-Cocktails als gewaltfrei ansieht. Im Verhältnis zu der jetzigen Situation war es allerdings „gewaltfreier“] Mit einem brutalen Vergeltungsschlag (außergerichtliche Hinrichtungen, Massenverhaftungen, Häuserzerstörung, willkürliche Folterungen, Verschleppungen, und so weiter [typisches, heute fortgesetztes Muster der Verleumdung: Jede Maßnahme zum Schutz der eigenen Bürger wird Israel als unzulässige Brutalität und übertriebene Gewalt vorgeworfen. Die Ursachen für diese Maßnahmen werden vernachlässigt, sogar als „gewaltfrei“ bezeichnet!] schlug Israel schließlich den Aufstand nieder. [Das war wohl eher so, dass sie „Intifada I“ im Sande verlief, weil die Israelis sich nicht davon erpressen ließen.] Zu der Niederlage der Intifada kam verschärfend hinzu, dass die PLO mit der Zerstörung des Irak, dem Auseinanderfallen der Sowjetunion und der ausbleibenden finanziellen Unterstützung durch die Golfstaaten weitere Verluste hinnehmen musste. [Ist das so schlimm? Dem Terror konnte damit Boden entzogen werden, denn die PLO agierte ausschließlich mit Hilfe von Terror!] Die USA und Israel nutzten diese Gelegenheit, um die bereits bestechliche und nun in Verzweiflung geratene PLO-Führung als Surrogat israelischer Macht zu nutzen. [Im Gegenteil: Der Westen – ok, einschließlich der USA – holte Arafat und seine Kumpane vom Müllhaufen der Geschichte zurück, statt die Palästinenser vor Ort zu nutzen!] Hierin liegt die eigentliche Bedeutung des „Friedensprozesses“, der im September 1993 in Oslo ins Leben gerufen wurde: ein palästinensisches Bantustan zu schaffen, indem man die PLO mit den Insignien von Macht und Einfluss ködern wollte. [Kann ich nur eins zu sagen: Schwachsinn!]

Realität und Mythos

„Die Besetzung dauerte an“ nach Oslo, stellte ein erfahrener israelischer Kommentator fest [Welcher? Uri Avnery?], „auch wenn sie aus der Ferne gesteuert wurde und mit Zustimmung des palästinensischen Volkes, das nur durch die PLO als seinem „alleinigen Repräsentanten“ vertreten wurde“. [Nochmals: Gegen den ausdrücklichen Willen der Berater und Sicherheitsdienste! Israel wurde das aufgedrückt, warum, weiß der Geier! Die Regierung Rabin machte aus Ignoranz der PLO-„Regeln“ für die Bekämpfung Israels mit. Und dass die PLO als „alleiniger Repräsentant“ eingesetzt wurde, widerspricht jedem Demokratie-Verständnis.] Und noch einmal: „Es gibt keinen Zweifel darüber, dass „Kooperation“ auf Basis der derzeitigen Machtverhältnisse nicht mehr ist als eine gut getarnte permanente Vorherrschaft Israels und die palästinensische Selbstbestimmung eine pure Beschönigung dessen ist, was in Wahrheit einer Bantustisierung gleichkommt.“ (Meron Benvenisti, Intimate Enemies) [Aha, der. Den kenne ich nicht. Aber macht wohl nichts. Was spricht eigentlich dagegen, dass Israel und die Palästinenser Zug um Zug die Sache erledigen sollten? Die Palästinenser sollten komplette Verantwortung und Freizügigkeit haben – das ist nicht Bantustan. Und dass die EU und alle anderen auf diesen Zug aufsprangen und ihn maßgeblich mit bestimmten, spricht auch dagegen. Diese einseitige anti-US- und anti-Israel-Haltung ist sachlich jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Sie spricht nur für eines: Dass völlig undifferenziert palästinensisch-arabische Verleumdungen übernommen und als Tatsachen verbreitet werden.]

Nach sieben Jahren immer wieder unterbrochener Verhandlungen und einer Reihe neuer Abkommen, mit denen den Palästinensern die wenigen Bonbons [wie bitte? – vorhandene Kontrolle über 98% der eignen Bevölkerung, dazu volle staatliche Souveränität durch Endstatus-Verhandlungen in Aussicht und Finkelstein schreibt von wenigen Bonbons?], die am Verhandlungstisch von Oslo für sie abgefallen waren, wieder weggenommen wurden (die Zahl der jüdischen Siedler in den Besetzten Gebieten hatte sich inzwischen sogar verdoppelt) [die Siedlungsfrage war für die Endstatusverhandlungen vorgesehen. Und was hatten die Israelis wieder weggenommen? Nichts! Sie haben aber zeitweise, so lange der Druck des Westens nicht zu groß war, die von ihnen versprochenen Maßnahmen nicht weiter geführt, weil die PA den ihren bis dahin – und bis heute – nicht einmal ansatzweise nach kam. Finkelstein lässt einmal mehr die Gründe für Israels Handeln außer Acht und unterstellt ihm ein Handeln, das so nicht stattgefunden hat!], kam im Juli 2000 in Camp David die Stunde der Wahrheit. Präsident Clinton und Premierminister Barak stellten Arafat das Ultimatum, einem Bantustan formal zuzustimmen oder ansonsten die volle Verantwortung für das Scheitern des „Friedensprozesses“ zu tragen. [Blödsinn – von „Folgen“ und einem Scheitern des „Friedensporzesses“ war überhaupt nicht die Rede, bis der Oberterrorist seinen Krieg Ende September 2000 begann!] Arafat lehnte wie erwartet ab. Entgegen dem von Barak und Clinton sowie einem staatstreuen Medium verbreiteten Mythos sah die Realität so aus, dass „Barak die Insignien für eine palästinensische Unabhängigkeit angeboten hatte“, berichtet ein Sonderberater des britischen Außenministeriums, „gleichzeitig sollte die Unterwerfung der Palästinenser bestehen bleiben.“ (The Guardian, 10. April 2002; weitere Details und eine kritische Hintergrundbetrachtung siehe Roane Carey, ed., The New Intifada) [Das sollte der Herr einmal belegen! Aber er handelt gemäß der palästinensisch-arabischen Propaganda: Tische eine Lüge oft genug auf, dann wird sie schon geglaubt! Wo bitte, wäre das ein Bantustan nach südafrikanischem Apartheitsmuster gewesen? Dafür gibt es keinerlei Hinweise! Und außerdem: Die Palästinenser waren es, die beweisen mussten, dass sie mit den Israelis leben wollten, nicht umgekehrt!]

Vor diesem Hintergrund ist die Antwort Israels auf den jüngsten saudischen Friedensplan zu betrachten. [Einspruch, denn völliger Unsinn! Sie ist einzig und allein auf Grundlage des palästinensischen Terrors zu betrachten. Wenn der eingestellt wird – und zwar nicht nur so, dass die israelischen Sicherheitsmaßnahmen greifen, sondern dass diese nicht mehr nötig sind, dann wird ein Schuh draus!] Ein israelischer Kommentator, der für die israelische Tageszeitung Haaratz schreibt, stellt fest, dass der saudische Plan „in erstaunlicher Weise jenen Plänen ähnelt, die Barak bereits vor zwei Jahren vorgeschlagen haben will.“ [Den Blödsinn kann sich in Israel auch nur Haaretz leisten. Muss es vielleicht, um nicht die linksextremistische Leserschaft um Yossi Beilin et al. zu verlieren. Aber selbst, wenn er Recht hätte: Dann hätten die Araber ja auch „Bantustan“ vorgeschlagen! Herr Finkelstein sollte sich mal entscheiden, ob das Barak-Clinton-Angebot nun unredlich war oder nicht!] Hätte Israel tatsächlich hinter einem vollständigen Abzug als Gegenleistung für eine Normalisierung mit der arabischen Welt gestanden, hätten der saudische Plan und seine einhellige Billigung auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga Jubel hervorrufen müssen. Tatsächlich jedoch löste er eine gespannte Ruhe in Israel aus. (Aviv Lavie, 5. April 2002) [Und warum: Weil einmal mehr verlangt wurde, dass Israel sämtliche Verhandlungsmasse aufgibt und keinerlei Spielraum mehr behält, was den Arabern jegliche Gründe für Verhandlungen erspart hätte. Was daraus folgt, dürfte jeder wissen, der ein wenig Ahnung davon hat, wie die arabische Seite denkt und handelt, statt ihr westliche Denkmuster und westlichen guten Willen zu unterstellen.] Wie dem auch sei, die Heuchelei von Barak – und Clinton -, die Palästinenser hätten in Camp David ein überaus großzügiges Angebot Israels abgelehnt, diente als wichtiger moralischer Deckmantel für die anschließenden Gräueltaten. [Welche Gräueltaten? Wie wäre es mit Belegen? Er sollte einmal anführen, was er darunter versteht, wenigstens Beispiele. Aber dann könnte sich heraus stellen, dass diese „Beweise“ widerlegt werden und das Kartenhaus der Argumentation des Herrn zusammenfällt.]
Teil II:

Nachdem die Zuckerbrotmethode keinen Erfolg brachte, griff Israel nun zur Peitsche. Zwei Voraussetzungen mussten jedoch erfüllt sein, bevor Israel seine militärische Überlegenheit würde einsetzen können: „grünes Licht“ aus den USA und ein hinreichender Vorwand. Bereits im Sommer 2000 berichtete die amtliche Jane´s Information Group, Israel verfüge über Pläne für eine massive und blutige Invasion der Besetzten Gebiete. [1.) Was eine grundsätzliche Planung hätte sein müssen, weil Israel immer mit arabischem Terror und Krieg rechnen muss; aber 2.) Wer sagt denn, dass Jane’s Recht hatte und eine Tatsache und nicht nur eine Vermutung publizierte – also Spekulation?] Aber die USA legten ihr Veto gegen dieses Vorhaben ein [wage ich schlichtweg zu bezweifeln, dass darüber überhaupt gesprochen wurde – Finkelstein spekuliert einmal mehr] und auch Europa machte seine Ablehnung hierzu gleichermaßen deutlich. Nach dem 11. September jedoch kamen die USA wieder ins Spiel. Scharons Ziel die Palästinenser niederzuschlagen passte nun grundsätzlich in die Zielsetzung der amerikanischen Regierung, nach den Anschlägen auf das World Trade Center jeden noch bestehenden Widerstand in der arabischen Welt gegenüber der amerikanischen Vorherrschaft zu brechen. [Das alte, antiamerikanische und linke Schema des Denkens bricht weiter durch: die USA sind die Bösen, die nur eins wollen: totale Herrschaft auf Kosten anderer. Das kennen wir seit Vietnam und das wird damit immer noch nicht richtiger. Abgesehen davon: Wie kommt es dann, dass Israel seine Pläne der Besetzung erst im Juli 2002 ausführte???] Durch ihre starke Willenskraft und trotz einer in hohem Maße korrupten Führung gelten die Palästinenser als die widerstandskräftigste und hartnäckigste populäre Kraft in der arabischen Welt. Sie in die Knie zu zwingen käme einem vernichtenden psychologischen Schlag gegen die gesamte Region gleich. [Das ist die erste Behauptung dieser bisherigen mehr als drei Seiten, wo ich Finkelstein zustimme. Aber er scheint es als Katastrophe für die Welt anzusehen, wenn die Terroristen in die Knie gezwungen werden. Und er will einfach nicht wahr haben, dass ein Palästinenserstaat entstehen könnte, der die PLO nicht beinhaltet und dadurch funktionieren könnte.]

Nach dem grünen Licht aus USA brauchte Israel nun lediglich noch den passenden Vorwand. Wie vorherzusehen war, heizte Israel die Gewaltspirale an. Sobald die palästinensischen Terroranschläge aufgehört hatten, gab es immer wieder neue Mordtaten an palästinensischen Führern. [Ach ja, jetzt ist Israel verantwortlich dafür, dass die PA ihren Verpflichtungen nicht nach kam und es die Terroristen selbst aus dem Verkehr ziehen muss! Übrigens: Diese „Mordtaten“ gab es auch schon vorher, Finkelstein tut aber so, als sei das etwas Neues gewesen. Außerdem „vergisst“ er geflissentlich, dass die Terroranschläge nicht aufhörten, weil die Palästinenser das wollten, sondern weil die Israelis enorm viele Erfolge in der Terrorabwehr hatten. Wieder wird die Ursache des Geschehens verschwiegen, die Notwendigkeit der Verteidigung als Eskalation bezeichnet. So kann man natürlich alles verdrehen, bis es in die eigene Ideologie passt!] „Nach der Zerstörung der Häuser in Rafah und Jerusalem gaben sich die Palästinenser weiter gemäßigt in ihren Aktionen,“ beobachtete Shulamith Aloni von der israelischen Partei Meretz. [Das ist die linksextremste Partei im israelischen Spektrum, eine winzige parlamentarische Minderheit die, die am liebsten jede israelische Regierung zum Teufel schicken und Arafat wohl mit Friedenspreisen überschütten möchte. Warum führt eigentlich Finkelstein immer Außenseiter, die jenseits der Grenze zur Bedeutungslosigkeit stehen, als Kronzeugen für seine wüsten Verleumdungen an?] „Scharon und sein Verteidigungsminister befürchteten offenbar, sie müssten zum Verhandlungstisch zurückkehren und beschlossen daher etwas zu unternehmen. Sie ließen den Fatah-Aktivisten Raad Karmi liquidieren. [Alle unzulässige Gewalt geht von Sharon aus? Und die Palästinenser sind die Idioten, die immer wieder auf die jüdische Verschwörung herein fallen? So blöde sind nicht einmal die!] Sie waren sich im klaren darüber, dass diese Tat nicht unbeantwortet bleiben würde und dass wir den Preis mit dem Blut unserer Bürger würden bezahlen müssen.“ (Yediot Aharonot, 18. Januar 2002) Israel wartete tatsächlich sehnsüchtig auf diese blutige Antwort. [Allein für diesen Satz sollte Finkelstein wegen Beleidigung und Verleumdung vor Gericht gestellt werden. Jeder Israeli, der ihm auf der Straße begegnet, würde ihm ins Gesicht spucken und könnte seine Lüge anhand des eigenen Lebens widerlegen.] Als die Terrorangriffe der Palästinenser dann das gewünschte [dito!] Maß überstiegen, konnte Scharon den Krieg erklären und seine Vernichtung der wehrlosen palästinensischen Zivilbevölkerung fortsetzen. [Jau, die eigenen Maschinengewehre, Bomben, Raketen, Sprengstoff und was weiß ich noch alles machen die Palästinenser zu wehrlosen Bauern im Schachspiel der imperialistischen Israelis und Amerikaner! Und die getöteten Terrorführer sind alles Zivilisten! Und vor allem ist die palästinensische Bevökerung durch den Massenmord zahlemnäßig halbiert worden oder was?]

Israelischer Schlachtruf

Nur diejenigen, die bewusst die Augen verschließen, bemerken nicht, dass Israels jüngster Einmarsch in das Westjordanland eine exakte Spiegelung des Einmarsches in den Libanon im Juni 1982 ist. [Das ständige Hin und Her, Rein und Raus hat es im Libanon nicht gegeben; dort ging man klassisch militärisch vor: Artillerie, Panzer usw. schossen und bereiteten das Gelände vor. Wo sind die massiven Beschießungen von palästinensischen Stellungen, das Plattmachen von ganzen Landstreifen? Schon wieder beweist Finkelstein Unkenntnis und Ignoranz, die ins Perverse umschlagen.] Um das Ziel der Palästinenser nach einem unabhängigen Staat an der Seite Israels [Was weiß der Mann wirklich vom Nahen Osten? Er ignoriert die ausdrücklichen Ziele der PLO = Vernichtung des jüdischen Staates.] zu zerschlagen – die „Friedensoffensive der PLO“ – hatte Israel im August 1981 seinen Einmarsch in den Libanon vorbereitet. Hierzu brauchte Israel grünes Licht von der Reagan-Administration und einen passenden Anlass. Zu seinem großen Verdruss und trotz mehrfacher Provokationen konnte Israel an seiner Nordgrenze keinen palästinensischen Angriff herbeiführen. [Wenn er damit offenen Krieg mit einem frontalen Angriff „regulärer Einheiten“ durch die Palästinenser meint, hat er sogar Recht – bis auf die Verleumdung, dass Israel das provozieren wollte. Aber wenn er ständigen Beschuss Nordisraels mit Verletzten und Toten keinen Angriff nennen will, dann hat er einfach den Bezug zur Realität verloren.] Israel verstärkte also die Luftangriffe über Südlibanon und nach einer besonders mörderischen Attacke [wieder wird die Ursache der Schläge vernachlässigt – die Palästinenser saßen nicht friedlich auf der anderen Seite der Grenze und wollten in Ruhe gelassen werden!], bei der zweihundert Zivilisten getötet wurden (darunter 60 Personen eines palästinensischen Kinderkrankenhauses), übte die PLO mit der Ermordung eines Israelis schließlich [schließlich? Will der Mann allen Ernstes behaupten, das sei die einzige israelfeindliche Mordaktion der Palästinenser gewesen?] Rache. Nachdem Israel nun den nötigen Anlass hatte und von der Reagan-Regierung grünes Licht bekam, marschierten seine Truppen in den Libanon ein. Mit demselben Schlachtruf, „den palästinensischen Terror auszurotten“, zog Israel nun voran, eine wehrlose Bevölkerung zu vernichten und tötete 20.000 Palästinenser und Libanesen, in der Mehrzahl Zivilisten. [Der Herr weiß einmal mehr nicht Bescheid. Die Toten wurden hauptsächlich durch die PLO und die radikal-islamischen Terroristen verursacht. In der Mehrheit kamen Libanesen um – und zwar christliche Falangisten, was dann deren schändliches Massaker in den Lagern Sabra und Shatila zur Folge hatte. Aber das ist Herrn Finkelstein ja zu sehr Detail, als dass er sich damit beschäftigen wollte. Und es macht seine Sicht kaputt, da würde ja seine „Argumentation“ platzen!]

Das Problem mit der Bush-Administration, so hören wir immer wieder, liegt darin, dass sie sich zu wenig im Nahen Osten engagiert habe. Diese diplomatische Lücke sollte nun die Nahostmission von Collin Powell schließen. Aber wer hat Israel grünes Licht für die Massaker gegeben? [Welche Massaker? Die einzigen Massaker, die veranstaltet werden, sind die der arabisch-palästinensischen Terroristen! Im Übrigen ist der jüdische Staat kein Vasall der USA, der ausschließlich auf deren Befehl und Genehmigung handelt.] Wer lieferte die F-16 Raketen [F-16 sind Flugzeuge, keine Raketen – so viel erneut zur Kompetenz des Herrn (oder des Übersetzers der FAZ….] und Apache Hubschrauber an Israel? Wer legte zu den Resolutionen des Sicherheitsrates, nach denen internationale Beobachter eingesetzt werden sollten, um für eine Eindämmung der Gewalt zu sorgen, sein Veto ein? [Was diese Beobachter bewirken, sehen wir ständig wieder neu in Hebron und dem Südlibanon: die Terroristen agieren unter dem Schutz der UNO, statt von ihr daran gehindert zu werden zu massakrieren!] Und wer lehnte soeben den Vorschlag der obersten Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen, Mary Robinson, ab, ein Untersuchungsteam in die palästinensischen Gebiete zu entsenden, um die Hintergründe und Ausmaße des Massakers herauszufinden? (IPS, 3. April 2002) [Israel – und es hatte guten Grund dazu. Frau Robinson hat sich als ausgesprochene Israel-Hasserin profiliert, was durch die Besetzung der „Untersuchungskomission“ bestätigt wurde.]

„Geist von Auschwitz“

Man stelle sich folgendes Szenario vor: A und B sind des Mordes angeklagt. Es stellt sich heraus, dass A die Mordwaffe an B lieferte, A gab B das Startsignal und A verhinderte, dass Beobachter auf die Schreie der Opfer antworteten. Würde das Urteil lauten, dass A nur unzureichend in den Fall eingebunden war oder dass A den Mord in genau demselben Maß zu verantworten hat wie B? [Ist kein Vergleich zum Nahen Osten: B hatte Waffen, weil das „Opfer“ Terror ausübte und das Leben von B bedrohte. Wenn B die Waffen nicht benutzt hätte, wäre B tot! Das ist Notwehr. Finkelsteins Ignoranz von Ursache und Wirkung erfährt hier ihren Höhepunkt. Er würde wohl jeden Verbrecher frei sprechen, der bei seinem Mordanschlag auf einen Bürger von diesem verletzt würde und das Opfer wegen Mordversuch vor Gericht stellen.]

Um den palästinensischen Widerstand zu brechen, hat ein ranghoher israelischer Offizier Anfang dieses Jahres die Armee dringend aufgefordert, „die Methoden zu analysieren und zu verinnerlichen…, nach denen die deutsche Armee im Warschauer Ghetto vorging.“ (Haaretz, 25. Januar 2002, 1. Februar 2002) Betrachtet man das jüngste israelische Blutbad im Westjordanland [Welches? Das angebliche Massaker in Jenin?], so scheint es, dass die israelische Armee den Rat ihres Offiziers befolgt hat – palästinensische Rettungswagen und medizinisches Versorgungspersonal wurden angegriffen [stimmt so nicht: Sie wurden angehalten und von der Teilnahme an den Kämpfen auf der Seite der palästinensischen Terroristen abgehalten; in ihnen wurden Terroristen transportiert, es wurden Waffen gefunden und der generelle Missbrauch der Wagen für die palästinensische Kampfführung hat dazu geführt, dass die Israelis sie erst nach Beendigung der Kämpfe in die Kampfzone ließen], Journalisten wurden angegriffen [auch so nicht richtig – sie begaben sich gegen den ausdrücklichen Rat und die ausdrückliche Anordnung der Armee in die Kampfzonen und gerieten in Kreuzfeuer], palästinensische Kinder wurden „aus Spaß“ getötet (Chris Hedges, ehemaliger Chef des Büros der New York Times in Kairo [Ach, gerade der? Der war nicht alleine und es gibt Leute, die die Lügen in seinem „Tagebuch“ widerlegen! Dass Finkelstein sich auf den beruft, ist wirklich der Gipfel der Verblödung der Leser!]), alle palästinensischen Jungen und Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren wurden wie Vieh zusammen getrieben [Wie Vieh? Da ist er wieder, der Vergleich der Israelis mit den Nazis. Die Bilder haben nicht einmal Ähnlichkeit mit dem, was Nazideutschland mit den jüdischen Transporten anstellte!], mit Handschellen gefesselt und vermummt, am Handgelenk wurde ihnen eine Nummer aufgedrückt [EINE (!) israelische Einheit hat mit Filzschreibern Nummer auf Arme geschrieben, damit ihr keine Verwechslungen bei den Untersuchungen auf Waffen unterlaufen – und sie hat dafür in Israel mächtig Druck bekommen, was Finkelstein natürlich nicht interessiert], palästinensische Inhaftierte wurden willkürlich gefoltert [keine Beweise! Widerspricht auch der Vorgehensweise der Israelis], die palästinensische Zivilbevölkerung erhielt keine Nahrung und kein Wasser, sie wurde von der Stromversorgung abgeschnitten und auch jegliche medizinische Versorgung wurde ihr verweigert. [schlichtweg nicht wahr] Die palästinensischen Nachbargebiete wurden wahllos aus der Luft angegriffen [eben nicht! Dass sie keine Luftangriffe flogen ist der Grund, weshalb die israelische Armee hohe Verluste hatte!], palästinensische Zivilisten als Schutzschilde benutzt [Quatsch], palästinensische Häuser, in denen die Bewohner sich zusammendrängten, wurden von Panzern niedergewalzt. [ebenfalls Unsinn. Nur dort, wo sich „Kämpfer“ verschanzten, die nicht bereit waren sich zu ergeben, wurden Häuser durch Bulldozer eingerissen – die Armee tat alles, damit die Menschen in Sicherheit gebracht wurden, BEVOR es nötig wurde das Haus zu zerstören.] Es scheint so, als habe die israelische Armee auf den Rat des Offiziers gehört. Ellie Wiesel – Hauptfürsprecher der Holocaust-Industrie [ach, daher weht der Wind! Finkelstein will einmal mehr sein Lieblingsthema hervor holen und jedem ans Bein pinkeln, dem er damit schaden kann! Wäre schön, wenn er wenigstens die Namen richtig schreiben würde: Elie Wiesel, mit einem l!] – wies jegliche Kritik eines antisemitisch motivierten Vorgehens [jetzt sollen die Juden an sich wieder selbst die Antisemiten und die Araber die Opfer des jüdischen Antisemitismus sein? Herr Finkelstein, überlegen Sie bitte einmal, wie der Begriff Antisemitismus entstanden ist und was er zu bedeuten hat!] zurück und gab Israel seine bedingungslose Unterstützung. Er sprach von dem „großen Schmerz“, den seine wütende Armee habe erdulden müssen. (Reuters, 11. April; CNN, 14. April) [„wütend“ dürfte wohl die interpretatorische Einfügung Finkelsteins sein. Wenn nicht, dann bezieht sich „wütend“ auf die Lage nach den Kämpfen, nicht vorher oder während.]

Inzwischen hat der portugiesische Literaturnobelpreisträger Jose Saramago den „Geist von Auschwitz“ herangezogen, um die Gräueltaten der Israelis zu beschreiben. [Und? Was qualifiziert ihn dazu? Doch wohl ausschließlich seine blinde Unterstützung der Arafat-Verbrecher! Das macht seine Behauptung noch unmöglicher als sie ohnehin schon ist.] Ein belgischer Parlamentarier erklärte öffentlich, Israel „macht aus dem Westjordanland ein Konzentrationslager.“ (The Observer, 7. April 2002). [Qualifikation für diese „Wertung“? Nada! Vielleicht die, dass Belgien einer der EU-Staaten ist, der an generell jeder antiisraelischen Aktion beteiligt ist.] Angesichts derartiger Vergleiche empören sich Israelis aller politischen Parteien. Wenn die Israelis nicht als Nazis angeklagt werden wollen, dann müssen sie eben aufhören, wie Nazis zu handeln. [Und wieder sind wir da, wo Finkelstein mit seinem Buch von der Holocaust-Industrie hin will: Die Juden sind Nazis und haben es verdient, dass man ihnen das Fell über die Ohren zieht.]

Norman G. Finkelstein wurde der deutschen Öffentlichkeit durch sein umstrittenes Buch „Die Holocaust-Industrie“ bekannt. Der amerikanische Politikwissenschaftler, der 1953 in Brooklyn geboren wurde, ist der Sohn von Holocaust-Überlebenden.
Text: @sat, Bildmaterial: dpa, AP

Das ist Finkelstein in Reinkultur. Der Mann ist ein jüdischer Antisemit (in der wirklichen Bedeutung des Begriffs): Er lehnt alles Jüdische ab, das Selbstbewusstsein und Rechte für Juden als Juden einklagt. Er betet die palästinensische Propaganda nach, ohne dass Belege dafür überhaupt existieren. Er ignoriert bewusst alles, was gegen die Palästinenser spricht; für ihn gibt es nur einen Aggressor: die Juden. In seinen Äußerungen geht er mindestens so weit wie Uri Avnery, den ich bisher immer für den schlimmsten jüdischen Antisemiten gehalten habe. Und er wird wahrscheinlich behaupten, dass er sich nicht gegen die Juden, sondern nur gegen die israelische Regierung äußert. Aber welchen Unterschied macht das? Er wird von den Antisemiten der Welt, von den Terroristen der Welt und von den Schreibtischmördern der Welt als Beweis dafür angeführt, dass auch Juden ihre Meinung teilen und damit alle anderen Juden im Unrecht sind (so, wie Uri Avnery den „alternativen Nobelpreis“ erhielt). Die unsägliche Schwadroniererei Finkelsteins, die auf linken (leider nicht einmal linksextremen!) Stereotypen basiert, entbehrt jeder Grundlage in den Tatsachen. Einige einfache Vergleiche können ihn widerlegen. Bereits einige wenige der von ihm ausgelassenen Tatsachen strafen ihn Lügen. Aber leider wird das von der Allgemeinheit nicht wahr genommen. Sie sieht einen Juden, der die Palästinenser schützt und für die „Unterdrückten“ eintritt. Dass das mit der Realität nichts mehr zu tun hat, spielt dabei keine Rolle mehr.

Norman Finkelstein veröffentlichte 1995 ein Buch unter dem Titel „Image and Reality of the Isreali-Palestine Conflikt“ (Image und Wirklichkeit des israelisch-palästinensischen Konflikts, auch auf Deutsch übersetzt). Daniel Pipes schrieb damals in einer Rezension dazu:

Finkelstein hasst den Staat Israel mit einer Heftigkeit, die das Markenzeichen einiger jüdischer Intellektueller zu sein scheint (u.a. insbesondere von Noam Chomsky und Israel Shahak). In jeder der sechs Abhandlungen nimmt er einen Aspekt der zionistischen Geschichte auf und macht „systematische Schieflagen“ geltend. In Normalsprache ausgedrückt, befindet er Israel immer als das Böse. Zionismus ist von innen heraus rassistisch (und sein größter Führer, David Ben Gurion, war „komisch“ rassistisch). Die neu geborene israelische Staat vertrieb absichtlich seine arabischen Bewohner. Israel war allein verantwortlich für den Ausbruch der Kriege von 1967 und 1973.

Die hartnäckige Anführung des Nazismus mag der schädlichste Aspekt des Buches sein. Durch die Widmung an seine Eltern, die beide als Überlebende der Nazi-KZs angeführt werden, schafft sich der Autor überlegene jüdische Glaubwürdigkeit. Dadurch privilegiert vergleicht er Israel immer wieder einmal mit den Nazis – und zwar aus den nichtigsten Anlässen. In „Der zionistische Mythos“ vergleicht er es mit der Nazi-Behauptung, vom Holocaust nichts gewusst zu haben. Die zionistische Vorstellung eines „Landes ohne Volk für ein Volk ohne Land“ erinnert ihn an Hitlers Streben nach „Lebensraum“. Die israelische Militärdoktorin der „Reinheit der Waffen“ ruft [bei ihm] auch Nazismus-Erinnerung hervor.

Finkelstein reitet – wie viele desillusionierte Zionisten – besessen auf Israels Fehlern herum und zeigt keinerlei Interesse an den Arabern … Wie diese Schreiber geht der Autor über eine Hälfte der Macht-Gleichung hinweg, die er als nicht der Würde seiner Beachtung betrachtet. Letztendlich ist Finkelsteins Selbsthass eine hässliche Art des Narzissmus.

So gesehen setzt Finkelstein mit seinem Artikel in der FAZ diese Sichtweise nur konsequent weiter um. Das macht sie nicht richtiger. Aber dass eine angesehene Zeitung diesen Müll auch noch anfordert und abdruckt, lässt an der Seriosität dieses Organs doch stark zweifeln.

ARD änderte Stellungnahme zum Wasserfilm

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 19. August 2016 (direkt vom Autor)

Markus Rosch von der ARD änderte im Nachhinein seine Stellungnahme zu dem am 14.8. ausgestrahlten Film zur vermeintlichen Wassernot unter Palästinensern. Er hat eingefügt: „Die Dreharbeiten zu den Beiträgen fanden ab dem achten August statt.“ Das ist eine wichtige Angabe, weil es wegen eines „hohen jüdischen Feiertags“ angeblich nicht möglich war, Reaktionen israelischer Sprecher einzuholen.

Rosch verwickelt sich mit dieser Angabe in weitere Widersprüche, denn zwischen dem 8. August und dem Sendedatum gab es keinen jüdischen Feiertag. Schlimmer noch. Seine Lüge, weshalb er keinen Israeli filmen konnte, hat er aus der neu aufgefrischten Stellungnahme nicht gelöscht: „Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. Grund dafür war, dass wir wegen eines hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben.“

Der einzige jüdische Feiertag fand erst am Sendetag, dem Sonntag 14.8. statt.

Neu hinzugekommen ist folgender Passus: „Die Debatte um den Beitrag zeigt, um welch sensibles Terrain es sich hier handelt. Wir bleiben deshalb an diesem wichtigen Thema weiter dran und werden nach Abschluss unserer Recherchen weiter darüber berichten.“

Andere nachweisliche Falschdarstellungen wurden in der neuen Version der Stellungnahme belassen, so zum Beispiel, die Behauptung, dass eine Reaktion der Abgeordneten Michaela Engelmeier nicht auf Facebook zu finden gewesen seien.

Zahlreiche Kritiker hatten dazu angemerkt, dass die Tagesschau es versäumt hatte, auf ihre eigene Facebook-Seite zu schauen.

Meine Antwort auf die ARD – „Nachbemerkungen zu unseren Beiträgen über Wassermangel im Westjordanland, Tagesschau und Tagesthemen vom 14.8.2016“

ARD/BR hat auf die Kritik an ihrem Lügenbericht in der tagesschau/den Tagesthemen vom 14. August reagiert: http://blog.br.de/studio-tel-aviv/2016/08/15/stellungnahme-zur-kritik-am-tagesthemen-beitrag-vom-14-08-2016.html. Darin wurde auch Ulrich Sahm angegriffen. Er kontert:

Von Ulrich Sahm, Jerusalem, 16. August 2016 (direkt vom Autor)

Mitte Juni wurde der Bruch einer Wasserleitung gemeldet. Das habe zu zeitweiligen Engpässen bei der Wasserversorgung geführt. Der Grund war Wasserdiebstahl, was zum Bruch der Hauptleitung nach Salfit führte.

Am 28.7. wurde der Radiobericht des BR gesendet: Der Streit ums Wasser ARD Studio Tel Aviv am 28/07/2016 um 06:00 Uhr

Wie der reine Zufall so will, wurden der gleiche Ali Osman und der gleiche Clemens Messerschmid (nicht „Wasserschmid“ wie bei der unfehlbaren ARD) interviewt, die fast 3 Wochen später dann auch in Tagesschau und in den Tagesthemen auftauchten.

Das Filmchen über einen Rohrbruch hat Cogat auf Facebook am 15.6. gepostet: https://www.facebook.com/cogat.israel/posts/1027620780666939

Am 21. Juli berichtet Cogat erneut über Wasserdiebstahl durch Palästinenser in der gleichen Gegend: https://www.facebook.com/cogat.israel/posts/1049708118458205

In dem Bericht vom 26.6. schreibt die Jerusalem Post über die palästinensischen Verantwortlichkeiten für die Wasserknappheit: Wasserdiebstahl (5 Millionen m³ Wasser pro Jahr), Verweigerung von Gesprächen mit den Israelis, 20-40% mehr Bedarf vor allem für die Landwirtschaft (nicht zum Duschen und Trinken). Um den erhöhten Bedarf zu decken, habe Israel Maßnahmen ergriffen, die aber nicht umgesetzt werden könnten, solange die Autonomiebehörde keine Genehmigung für eine Modernisierung der Infrastruktur gegeben habe. Ohne palästinensische Erlaubnis können die Israelis nicht tätig werden. Die Folgen dieser Weigerung trafen besonders das palästinensische Dorf Salfit. Wasser habe genauso in jüdischen Siedlungen in der Gegend gefehlt: Shiloh, Ariel, Yitzhar, Eli, Kedumim, Itamar, Elon Moreh und Rechilim. Am Freitag (24.6.) habe es in mehreren Siedlungen gar kein Wasser gegeben. Es handelte sich also nicht um eine Maßnahme gegen Palästinenser, sondern um ein allgemeines Problem der Infrastruktur, von der Siedler genauso betroffen waren. Genau in dieser Zeit hat Mahmoud Abbas die Israelis von dem Europäischen Parlament bezichtigt, palästinensische Brunnen zu vergiften. Dieses hat Abbas innerhalb von Stunden widerrufen.

Die ARD hat nicht verraten, wann sie den Rundfunk/Fernsehbericht angefertigt hat.

„Als wir gedreht haben, galt der Rohrbruch als repariert.“ Der nicht erwähnte Rohrbruch „galt“ also als repariert. Warum hat dann die Stadtverwaltung von Salfit das Wasser nicht fließen lassen?

Es heißt in dem BR-Bericht wörtlich: „Nur noch ein- bis zweimal in der Woche pumpen die örtlichen Wasserwerke Trinkwasser in den Stadtteil, in der Familie Osman lebt. Alle Haushalte füllen dann ihre Tanks: Das Wasser muss dann solange reichen, bis die Stadtwerke das nächste Mal den Hahn für diesen Teil der Stadt aufdrehen. In Zahlen heißt das: 167 Liter pro Tag für eine sechsköpfige Familie. In Deutschland liegt der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf und Tag bei 126 Litern.”

Darf ich also annehmen, dass das ARD Team gefilmt hat, just bevor die Stadtverwaltung wieder Wasser geliefert hat?

Waschmaschinen: Ich frage erneut, warum denn „früher“ genügend Wasser für die Waschmaschine vorhanden war und jetzt nicht mehr. Da gemäß allen offiziellen Angaben das Wasser früher noch knapper war als heute, müsste man mal prüfen, wie alt die Waschmaschine ist, die Familie Osman allein aus „Hoffnung auf Normalität“ gekauft hat. Wer kauft sich teure Geräte, wohl wissend, sie mangels Wasser nicht benutzen zu können? Die ARD behauptet: „Diese Menschen haben eben noch immer Hoffnung auf Normalität.“

Da Ali Osman hier der einzige „Kronzeuge“ ist, müsste man wenigstens prüfen, ob auch bei anderen in Salfit das Wasser fehlt, oder ob es nur ein Problem in Osmans Stadtteil ist.

Bei einer Pressetour nach Ouja bei Jericho stellte sich heraus:

1) Keiner der Bürger hatte eine installierte Wasseruhr, also zahlte keiner für seinen Wasserkonsum.

2) Der Bürgermeister zeigte (aufgrund meiner Nachfrage) den Journalisten eine happige Wasserrechnung aus Ramallah(!). Diese Rechnung sollten die Europäer bezahlen, da er kein Geld dafür habe. Kein Wunder, da seine Bürger nichts bezahlt haben.

3)  Aus diesem Grund wäre es sinnvoll gewesen, auch Ali Osman nach seinen Wasserrechnungen zu befragen, um seinen früheren Wasserverbrauch zu prüfen. Es geht hier um die grundsätzlichste Recherche. Ebenso hätte der Verantwortliche für Wasserfragen in der Stadtverwaltung von Salfit befragt werden können. Der war gewiss nicht durch „hohe jüdische Feiertage“ verhindert.

4) Niemand bezweifelt, dass die Palästinenser kein Wasser im Überfluss haben, obgleich es durchaus ausreicht, zahlreiche Swimmingpools zu füllen, Straßen mit Wasserstrahl aus dem Hydranten abzuspritzen (mehrfach in Bethlehem gesehen, auf dem Krippenplatz und vor einer Woche an einer der Hauptstraßen). Es reicht für die netten Wasserfontänen in Hebron und anderswo. Der Bericht wäre aufrichtiger gewesen, wenn einerseits die Wasserverschwendung und andererseits die Knappheit gezeigt worden wäre. Denn es gibt beides. Und hat nicht die ARD selber mal eine große Reportage über die reichen Leute im Westjordanland gebracht, mitsamt ihren Pools?

5) Was den Namen der Familie Osman angeht: Nein, darüber sollte man sich nicht lustig machen. Aber wieso heißen einige „Iraki“ und sehr bekannte Palästinenser „el Masri“, auf gutdeutsch „der Ägypter“ usw. Es gibt viele Beispiele für die Herkunft waschechter arabischer „Palästinenser“, die man anhand der Namen sehen kann. Zum Beispiel der Präsident des lutherischen Weltbundes. Der stammt aus Jerusalem und heißt Younan (der Grieche). In Deutschland gibt es das genauso. Jeder Adelige ist nach seinem Herkunftsort („von“ XYZ, oder Graf von XYZ) benannt. Und darf ich ungeprüft vermuten, dass unser Innenminister französische Ursprünge hat? Gleiches Spiel können sie bei den israelischen „Toledanos“ spielen, die heute sogar einen spanischen Pass beantragen dürfen oder den zahlreichen Spiros, Schapiras usw, deren Wurzeln mal in Speyer lagen. Das ist alles sehr irrelevant. Aber wenn ein Volk von sich behauptet, „Ureinwohner“ und „Eingeborene“ zu sein, spielt es vielleicht doch eine Rolle, wenn deren Namen anzeigen, dass sie im 19. oder 20. Jahrhundert aus der Ferne eingewandert sind.

6) „Dass ihr Leiden auf so wenig Empathie stößt, hat uns sehr verwundert.“
Ich habe viel Empathie für leidende Menschen, aber nicht so sehr, wenn sich herausstellt, dass die Leiden hausgemacht sind. Die ARD meint hier wohl mit „Empathie“, dass Israel beschuldigt werden müsse, und nicht etwa, dass Palästinenser vielleicht für die eigenen Versäumnisse verantwortlich sind.

7) Ali Osman besitzt ein anständiges Haus und kann sich Mineralwasser aus dem Supermarkt leisten. Wie steht es um arme Bauern oder gar Flüchtlinge, die sich das nicht leisten können? Wir wissen nicht einmal, welchen Beruf Osman ausübt, jedenfalls hat er ausreichend Geld. Es wäre interessant zu erfahren, warum der gut situierte Osman zweimal bei ARD Zeuge der Anklage gegen Israel sein durfte.

8) „Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. Grund dafür war, dass wir wegen eines hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben.“ Hat der von Ihnen erwähnte „hohe jüdische Feiertag“ auch einen Namen? In dieser fast feiertagslosen Sommerzeit gibt es seit Juni nur Tischa Be´av. Und der wurde am 14.8. begangen, am Tag der Aussendung Ihres Beitrags. Es ist unvorstellbar, dass Sie den Film ausgerechnet an einem Sonntag recherchiert, gedreht und ausgestrahlt haben, zumal es drei Wochen zuvor schon den Radiobericht gab. Es wäre auch hilfreich zu erfahren, bei welchen israelischen Experten Sie angefragt haben. Nur so könnte man nachforschen, warum die alle abgesagt haben. Der Fastentag wäre kein triftiger Grund gewesen.

9) „Dass Wassermangel aufgrund mangelnder Verteilungsgerechtigkeit in Salfit und vielen Orten der Westbank Alltag ist, belegen auch diverse Berichte von unabhängigen Organisationen wie z.B. der Weltbank. http://siteresources.worldbank.org/INTWESTBANKGAZA/Resources/WaterRestrictionsReport18Apr2009.pdf West Bank & Gaza – World Bank Publishes Assessment of Restrictions on Palestinian Water Sector Development http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/weltbank-bericht-palaestinenser-verlieren-jaehrlich-milliarden-durch-besatzung-12671307.html.” Diese Texte sind mir alle wohlbekannt. Wenn ich die ARD richtig verstehe, ist es den Palästinensern zum Beispiel in der “fruchtbaren Jordansenke” richtig gut gegangen, als sie noch “frei” waren, ehe die israelischen Besatzer kamen. Da stimmt was nicht, denn die Jordanier waren genauso „Besatzer“ und davor die Briten und davor 400 Jahre lang die Osmanen. Bei meiner ersten Fahrt 1968 durch das westliche Jordantal (auf der israelisch besetzten Seite) war es eine desolate Wüste. Erst unter den Israelis wurden über 90% der Haushalte im Westjordanland an fließendes Wasser angeschlossen.

„Den Vorwurf von Uli Sahm in der Internetplattform von honestly concerned, der von vielen nachfolgenden Kritikern unhinterfragt fast wörtlich übernommen worden ist, Herr Messerschmid hätte behauptet „Israel hätte Staudämme gebaut, um dann Gaza zu fluten“ streitet Clemens Messerschmid als „fabriziert“ vehement ab. Er distanziert sich auch von anderen, nach eigenen Aussagen, „fabrizierten und nicht belegbaren Behauptungen.“ Einen Mailwechsel zu dieser Kontroverse aus dem Jahre 2013 hat Herr Messerschmid uns vorgelegt.“

Dieser Briefwechsel liegt auch mir vor. Meine erste Mail an Herrn Messerschmid habe ich am Donnerstag, 19.Dezember 2013 um 20:31 Uhr geschickt: „Sehr geehrter Herr Messerschmid, ein Bekannter hat mir empfohlen, dass ich mich an Sie wenden sollte, wegen der Überschwemmungen in Gaza (Rafah und Deir el Balah). Wissen Sie etwas von israelischen Staudämmen, die gebaut worden seien, um den Palästinensern Wasser vorzuenthalten und die jetzt beim Wintersturm geöffnet worden seien, um die Palästinenser zu überschwemmen? Arabische und iranische Medien berichteten. Die Israelis dementierten.”

Herauf antwortete er am 20.12 um 09:35 Uhr:

„Tja, Herr Sahm

nix Genaues weiss ich auch nicht.

Sie meinen wohl technische Details ueber die flood gates…Amira (Hass vom Haaretz, U.S.) hat mich auch schon gefragt und ich musste passen.

die wenigen Dinge, die ich Weiss:

– Israel faengt tatsaechlich den Abfluss aus dem Wadi Hebron-Wadi Besor(Isr)-Wadi Gaza so weit es geht ab. Wenn ich recht im Kopf habe, etwa 12.3 Mio Kubikmeter im Jahr – also stattlich, wenn man bedenkt, dass das zufaellig genau die Menge aller Brunnen ist, die wir seit Oslo in der West Bank bohren konnten.

– Es ist nicht das erste mal, dass Wadi Gaza ueberflutet.

– Das Design ist leider genau so, dass Israel allen ruhigen (nutzbaren) Abfluss fuer sich allein zurueckhaelt, aber den (zerstoererischen) Strom-Runoff, Starkregenabfluss, dann ueber die Kammkannte nach Gaza ablaesst. –> Gaza kriegt also per design immer nur die Flash floods ab.

– Das ist seit vielen Jahren so. Leider spitzt sich aber in Gaza selbst die lage immer mehr zu.

– Immer leute fangen aus Verzweiflung und im Chaos der Zustaende an, IM Wadi selbst zu siedeln (squatten). Das muesste unterbunden werden, aber wer hat schon Ausweichunterkuenfte fuer sie.

– Vor Jahren sollten storm conductance pipes verlegt werden – das wurde auch fleissig von gebern (UN? ich weiss nicht mehr) begonnen, brach aber nach der verhaengung der Totalblockade vor 6 Jahren rapide ab. (Baustoffmangel, etc. – man kennt’s ja zum Ueberdruss). Hier liegt also eindeutig auch eine Verantwortung Israels (und uns Gebern, die wir uns das klaglos gefallen lassen!). Zuverlaessige Freunde berichteten mir von den aufgelassenen,abgebrochenen Baustellen, und wie die Leute aus Gaza dann die „wertvollen“ Bauteile abschleppten…

– Gaza hat natuerlich auch keinen PLATZ (ganz anders wiederum als Israel zw. Beer Sheva und Re’im), um die natuerliche Loesung (Ponder, Auen, Ueberschwemmungs-Feuchtgebiete) anzugehen – Sie kennen die Diskussion ja aus Deutschland (Oberrhein Hochwaesser).

– Und dann noch das Problem der Pumpen, die Strom braeuchten! (Seit November eine E-Werke, bzw.kein Fuel- und dazu Israel’s Strafregime der Unterversorgung – ebenfalls, planvoll, absichtlich…)

————————-

Es gibt ein paar relative zuverlaessige Quellen, die von aktiver Oeffnung von Daemmen sprechen. http://www.ewash.org/en/?view=79YOcy0nNs3D76djuyAnkRVT

Aber aktiv wissen tun wir es nicht. Ich enthalte mich da immer einer Vermutung.

Fuer mich steht aber nach all dem oben Aufgefuehrten fest, dass die eventuelle aktive Oeffnung der Schleusen nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs waere und somit vom eigentlichen Skandal ABLENKEN, der ja im Design verankert ist.

Ich vermute, dass, wenn Israel das Wasser nutzbringend auffangen koennte, es dies auch mit Sicherheit getan haette. Nur hier war die Flut zu stark…

Alles unklar?

Clemens Messerschmid“

Hierzu einige Anmerkungen:

– Israel fängt also doch Wasser ab. Dazu braucht man Mauern oder eben Dämme, die nicht zu finden waren und von den Israelis dementiert worden sind. Messerschmid weiß nichts von solchen Staudämmen, aber er kennt die von Israel so abgefangene Wassermenge.

– Er kennt zwar nicht diese Dämme, aber er kann sich ausführlich zu deren Design äußern: „aber den (zerstoererischen) Strom-Runoff, Starkregenabfluss, dann ueber die Kammkannte nach Gaza ablaesst“. Welch unglaubliche wissenschaftliche Erkenntnis! Wenn ein (nicht existentes) Staubecken vollgelaufen ist, dann fließt das Wasser über die Kante ab. Das ist nun einmal so. Daraus aber zu folgern, dass die Israelis das bewusst tun, um Gaza zu überschwemmen, ist eine heftige Unterstellung. Es sollte Messerschmid und der ARD bekannt sein, dass Israel nicht einmal fähig ist, schwere Überflutungen in Tel Aviv zu verhindern. Und selbst die tollen Amerikaner sind ziemliche Stümper: Siehe die Überschwemmungen in Louisiana. Oder die Deutschen bei Dresden oder entlang des Rheins. Hierzu auch noch ein Kommentar zu den Überschwemmungen in Gaza: https://medforth.wordpress.com/2013/12/19/kommentar-israel-uberflutet-den-gazastreifen/

– Verwunderlich war für mich, dass jemand im Dienst und Lohn deutscher Regierungsbehörden steht, darunter viele deutsche und einige internationale Organisationen und Stiftungen (GIZ, DED, KfW, CIM; Weltbank, USAID, UN), und dann die Einladung zum Empfang aus Anlass des 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) der Vertretung in Ramallah, im Mövenpick ausgerichtet, aus ideologischen Gründen ausschlägt. In einer Mail vom 22.12.2013 um 18:35 Uhr schrieb er: „Dass Sie mich am 3. Oktober nicht trafen, ist kaum verwunderlich. Am 3. Oktober feiere ich naemlich nicht – Sie schon? Und noch dazu im Moevenpick!?“

– Wenn Messerschmid bei Muslim Markt auftritt, für die palästinensische Kampfseite „electronic intifada“ schreibt und ansonsten sehr anti-israelische Äußerungen an verschiedenen Stellen hinterlassen hat, sollte er sich nicht wundern, wenn das auch seine „Reputation“ als Wasserexperte in Frage stellt. Dass er Landeszentralen, Schulbuchverlage und Abgeordnete nahezu aller Fraktionen berät, sagt nichts aus über seine Glaubwürdigkeit. Gewisse Staudämme nicht zu kennen, sich dann aber ausführlich über deren Design zu äußern, mitsamt der bösen israelischen Absicht, damit den Palästinensern zu schaden, ist ein Widerspruch in sich.

—-
Auch tapfer in nirgendwo hat auf die Reaktion reagiert:
Tapfer im Nirgendwo antwortet der ARD Tagesschau

Dreist gelogen oder einfach nur zu blöde? Die ARD, ihre tagesschau, und die Wasser-„Berichterstattung“

Am 14. August brachte die ARD in tagesschau und Tagesthemen einen „Bericht“ über die Wasserknappheit im „Westjordanland“ – natürlich nur über die bei den „Palästinensern“. Und es wurde mehr als deutlich gemacht, dass daran die Israelis schuld sind, bei denen Wasser im Überfluss sprudelt.

Der Bericht hatte reichlich Kritik zur Folge, unter anderen von Ulrich Sahm, von Gerd Buurmann und vielen anderen. Buurmann zeigte auch, dass eine Bundestagsabgeordnete der tagesschau Lügen vorwarf.

Die Kritik war so massiv, dass die verantwortlichen Redakteure veranlasst sahen eine Stellungnahme abzugeben. Diese strotzte derart vor Selbstgerechtigkeit, dass man versucht sein könnte zu fragen, wo diese Leute ihr Hirn haben:

ARD-TA-160814

Nachbemerkungen zu unseren Beiträgen
über Wassermangel im Westjordanland,
Tagesschau und Tagesthemen vom 14.8.2016

Zu den oben erwähnten Beiträgen erreichten uns dermaßen viele Anfragen, Kommentare und Kritik, dass wir dazu Stellung beziehen möchten.

Wir schätzen das Interesse und die kenntnisreichen Hinweise unserer Zuschauerinnen und Zuschauer sehr.
Wir nehmen uns berechtigte Kritik zu Herzen, berücksichtigen sie und lernen daraus. Allerdings bitten wir darum, dabei auf sachlicher Ebene zu bleiben.

Beim Thema Wasserversorgung in den palästinensischen Gebieten scheinen wir jedenfalls einen hochsensiblen Nerv getroffen zu haben, der einiger Richtigstellungen bedarf.

Die wohl schwerwiegendste Kritik an unserem Beitrag bezieht sich darauf, dass wir Bilder manipuliert hätten, in dem wir den Wassermangel in Salfit während eines aktuellen Wasserrohrbruches gedreht hätten. Diese Mutmaßung von einem der ersten Kritiker des Beitrages, noch in der vergangenen Nacht, wurde in den sozialen Netzwerken unhinterfragt übernommen und entwickelte sich dort zu einer festen Behauptung. Bis hin zum sehr vorbelasteten Begriff der „Lügenpresse“. Dazu müssen wir sagen: Diese Unterstellung ist falsch! Als wir gedreht haben, galt der Rohrbruch als repariert.

Wir verwahren uns somit dagegen, dass man uns einer solchen Manipulation bezichtigt. Vor allem aber sind wir traurig darüber, dass unseren palästinensischen Protagonisten Lügen unterstellt werden. Im Sinne von: „Warum haben sie denn Waschmaschinen gekauft, wenn sie wissen dass die nicht funktionieren?“ etc. Diese Menschen haben eben noch immer Hoffnung auf Normalität. Sie leiden unter Wassermangel. Dies ist ein Fakt, den sie dem deutschen Publikum erzählt haben. Man sollte sich nicht darüber lustig machen. Auch nicht über den Namen der palästinensischen Familie.
Dass ihr Leiden auf so wenig Empathie stößt, hat uns sehr verwundert.

Dass Wassermangel aufgrund mangelnder Verteilungsgerechtigkeit in Salfit und vielen Orten der Westbank  Alltag ist, belegen auch diverse Berichte von unabhängigen Organisationen wie z.B. der Weltbank.

http://siteresources.worldbank.org/INTWESTBANKGAZA/Resources/WaterRestrictionsReport18Apr2009.pdf

West Bank & Gaza – World Bank Publishes Assessment of Restrictions on Palestinian Water Sector Development

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/weltbank-bericht-palaestinenser-verlieren-jaehrlich-milliarden-durch-besatzung-12671307.html

Der zweite Vorwurf, der ebenfalls wie der erstgenannte auf eine Kritiker-Behauptung zurückzuführen ist, und der im Laufe der Diskussion ebenfalls ohne weitere Diskussion als Tatsache dargestellt wurde, ist: Der im Beitrag interviewte deutsche Hydrogeologe Clemens Messerschmid sei nicht glaubwürdig. Auch hier stellen wir uns mit Nachdruck vor unseren Interviewpartner, der wie wir selbst von den Angriffen auf seine Reputation schockiert ist.

Clemens Messerschmid arbeitet seit fast 20 Jahren vor Ort als Hydrogeologe für viele deutsche und einige internationale Organisationen und Stiftungen (GIZ, DED, KfW, CIM; Weltbank, USAID, UN). Er berät auch z.B. Landeszentralen für politische Bildung, Schulbuchverlage und Abgeordnete nahezu aller Fraktionen. In Artikeln unter anderem z.B. für die SZ (10.3.2014, „Wasser und Krieg“) hat er sich mit der Wasserproblematik intensiv auseinandergesetzt. Den Vorwurf von Uli Sahm in der Internetplattform von honestly concerned, der von vielen nachfolgenden Kritikern unhinterfragt fast wörtlich übernommen worden ist, Herr Messerschmid hätte behauptet „Israel hätte Staudämme gebaut, um dann Gaza zu fluten“ streitet Clemens Messerschmid als „fabriziert“ vehement ab. Er distanziert sich auch von anderen, nach eigenen Aussagen, „fabrizierten und nicht belegbaren Behauptungen.“
Einen Mailwechsel zu dieser Kontroverse aus dem Jahre 2013 hat Herr Messerschmid uns vorgelegt.

Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. Grund dafür war, dass wir wegen eines hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben. Wir haben deshalb die israelische Seite aus dem Beitrag unserer ARD-Hörfunk-Studiokollegin zitiert. Die in der Woche zuvor zu diesem Thema mit Yisrael Medad, Sprecher der Siedlung Shilo und COGAT der israelischen Verwaltung für die besetzten Gebiete ein Gespräch geführt hat.

http://blog.br.de/studio-tel-aviv/2016/07/28/der-streit-ums-wasser.html

Aus journalistischer Sicht halten wir dies für inhaltlich weiterhin voll vertretbar. Weil wir davon ausgehen, dass sich die israelischen Argumente in dem kurzen Zeitraum nicht verändert haben. Es ist uns aber bewusst, dass dies für viele Zuschauerinnen und Zuschauer ein Ungleichgewicht an Experten-Tönen dargestellt hat. Wir haben in diesem Fall der Schnelligkeit den Vorrang gegeben. Wir lernen aus Ihren Anmerkungen, dass wir dies künftig anders handhaben.

Auch sei angemerkt, dass unser Beitrag – weil wir eben leider die Siedlerseite (auch zu ihrer Verteidigung) nicht vor die Kamera bekommen haben, bewusst darauf verzichtet, den Wasserverbrauch der Siedler (z.B. Pools, intensive Bewässerung) zu zeigen, sondern lediglich im Halbsatz erwähnte, dass im Sommer Siedlungen überproportional viel Wasser verbrauchen, was auch statistisch belegt ist.

http://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.729777

Schließlich erreichte uns über einen Blog der Aufruf der SPD-Bundestagsabgeordneten Michaela Engelmeier, die in dem Blog „Tapfer im Nirgendwo“ von Gerd Buurmann u.a. damit zitiert wird, die Tagesschau erzähle Unwahrheiten, sie erwarte eine Richtigstellung und die Anrufung des Rundfunkrates.
Dieses Zitat ist allerdings nicht auf der Facebook-Seite der Politikerin wiederzufinden, die sich – wie dort zu lesen ist – offenbar gerade in Rio befindet.
Da sich dieses für uns derzeit nicht zu verifizierende Zitat im Wesentlichen auf die von uns oben bereits richtiggestellten Unterstellungen der Kritiker stützt, sowie in dem besagten Blog noch mit unrichtigen Behauptungen zur Situation zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten sowie Behauptungen/Beleidigungen verbunden ist, wonach die ARD in die „Lügenkiste“ greife, weil es sich bei dem Kürzel ARD in Wahrheit um „Antisemitischer Rundfunk Deutschlands“ handle, wollen wir es an dieser Stelle bei den oben dargelegten Ausführungen belassen.

Für das ARD-Studio Tel Aviv,
Susanne Glass und Markus Rosch

Es dauerte nicht lange, bis dieser irre Schwachsinn auseinandergenommen wurde.

Auf Facebook schrieb ein Elio Adler:

Meine Reaktion auf die Stellungnahme des ARD-Studios:
Sehr erhellend ist der ausführliche O-Ton, den der Journalist, Herr Rosch, vor 3 Tagen auf Twitter gepostet hat. Er fragt wieder und wieder ähnliche, tendenziöse Fragen und muss sogar bei seiner Bemerkung, dass die Israelis sogar ein Geschäft mit der Wasserknappheit der Palästinenser machen würden von seinem Gesprächspartner gebremst werden.
Die trotzig anmutende Stellungnahme zu dem Beitrag vermag nicht zu überzeugen.
a) Der Hydrologe Clemens Messerschmid ist politisch engagiert. Er ist Anhänger der Intifada – wenn auch „nur “ der elektronischen: https://electronicintifada.net/people/clemens-messerschmid

b) Die lapidare Entschuldigung, der anderen Seite wegen eines jüdischen Feiertags kein Gehör verschafft zu haben, läuft ins Leere. Der pro-palästinensische Aktivtist Messerschmidt wurde wahrscheinlich am 11.8. interviewt. Da hätte es genug Zeit gegeben, andere Stimmen zu hören.

c) Zur fachlichen Frage der Wasserverteilung kann ich wenig sagen, außer, dass in den palästinensisch kontrollierten Bereichen – und gerade das lt Hydrologen wasserreichere als London seiende Ramallah liegt da drin – der Brunnenbau keinen israelischen Beschränkungen unterliegt. Die negativ geschilderten israelischen Landwirte verwenden wieder aufbereitetes Wasser (Israel hat die weltweit höchste Wasser-Recyclingquote) und eben KEIN Trinkwasser.
Weitere offizielle Details hier: http://www.botschaftisrael.de/…/aus-aktuellem-anlass…/

d) Subtiler wird es, wenn man sich den Bericht hinsichtlich seiner emotionalisierenden Machart ansieht: Vom süßen, blitzsauberen Mädchen (kann nach dem Feriencamp nicht duschen), bis zum vertraut wirkenden, deutschen Fachmann ist alles ein perfekter pro-Palli-Clip.
Das Antwortschreiben ist ebenfalls emotionalisierend strukturiert: Pseudo-Dank fürs Feedback und dann ein Argument nach dem anderen Abschütteln. Bis schließlich zur Drohung, dass man auch Swimmingpool-Bilder von Siedlern zeigen könne. Stimmt! Hätte man.

e) Michaela Engelmeier, MdB hat mit Ihrer pointierten Meinungsäußerung Recht und ich hoffe, dass ihr noch andere folgen werden.

f) Ich hatte mir von der Stellungnahme (vielleicht naiverweise) etwas in dieser Richtung erhofft : da ein ein „Experte“, von dem wir nicht wussten, dass er Politaktivist ist, uns eine so eindeutig wirkende Story präsentierte und wir den Fehler gemacht haben, uns emotional zu sehr mitreissen zu lassen, haben wir versäumt, etwas genauer hinzusehen. Aber Pustekuchen, statt dessen Nebelkerzen

Schade letztlich auch, dass ein so polarisierender Bericht keinen konstruktiven Beitrag zur Annäherung beider Konfliktparteien bringt. Es GIBT ein Wasserproblem, dessen Linderung ein gemeinsames Ziel von Israelis und Palästinensern sein sollte. Ein solcher Bericht eskaliert aber: Er füttert das Narrativ der einen Seite und vergrätzt in seiner Einseitigkeit die auf der anderen Seite, die zuhören wollen.

Auch Chaya Tal aus dem Gush Etzion hat einiges klargestellt, allerdings noch eher zum Bericht selbst. Dabei stellte sie u.a. auch ein Foto ein, das zeigt, wie sehr so manche PA-Araber unter der Wasserknappheit leiden:

Wasserknappheit_Salfeet

Sie führt allerdings auch einiges auf, wer da welches Wasser verschwendet – nämlich nicht die israelischen Bauern/„Siedler“, denn die nutzen aufgearbeitetes Brauchwasser.

Am intensivsten hat sich wieder tapfer im nirgendwo dem verlogenen Rechtfertigungsschwall gewidmet. Dabei dokumentierte er u.a. die Behauptung der ARD-Korrespondenten, die Kritik der Bundestagsabgeordneten Michaela Engelmeier sei nicht zu finden und daher wohl erfunden.

Vielen Dank für diese Stellungnahme, liebe ARD. Meine Antwort darauf fällt deutlich aus:

Der Kommentar von Michaela Engelmeier findet sich auf der Facebook-Seite der ARD Tagesschau direkt unter dem Artikel zur Wasserversorgung. Der Kommentar von Michaela Engelmeier hat sogar so viele Likes bekommen, dass er prominent und unübersehbar angezeigt wird, um genau zu sein, genau unter Ihrer Stellungnahme, in der Sie schreiben, den Kommentar nicht zu finden.

Dafür gibt es ein Fachwort: Peinlich!

Wenn die Tagesschau es nicht mal schafft, diesen Kommentar auf ihrer eigenen Seite, unter ihren eigenem Bericht, unter der eigenen Stellungnahme zu finden, dann kann es mit der Recherche der Tagesschau nicht so weit her sein.

Wenn die Tagesschau schon daran scheitert, ihre eigene Seite zu lesen, dann möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie sehr sie in anderen Bereichen scheitert. Wenn die Tagesschau so über Israel recherchiert, wie sie auf ihrer eigenen Seite recherchiert, dann gute Nacht Qualitätsjournalismus.

Ich nehme daher alles zurück. ARD steht nicht für Antisemitische Rundfunkanstalt Deutschland sondern offenkundig für Arbeitsverweigernde Rundfunkanstalt Deutschland.

Liebe ARD,

wenn Sie immer noch nicht den Kommentar von Michaela Engelmeier finden, lesen Sie meinen Blog, da ist der Kommentar sogar verlinkt und als Screenshot zu sehen.

Und schiebt im Wissen, dass die Qualitätsjournalisten das nicht schaffen nach:

Liebe Redaktion,

Sie schreiben in einer öffentlichen Stellungnahme, ich hätte in meinem Beitrag auf Tapfer im Nirgendwo unrichtige Behauptungen aufgestellt.

Können Sie mir bitte mitteilen, um welche unrichtigen Behauptungen zur Situation zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten es sich handelt?

Ich möchte und werde alles sofort korrigieren.

Vielen Dank,
Gerd Buurmann

Fazit: Die ARD und ihre Qualitätsberichterstatter sind nicht nur einseitig; recherchieren nicht/lassen weg, was ihnen nicht ins Konzept der Hetze gegen Israel passt. Sie sind zumindest an der Grenze zum Antisemitismus, haben ihn teilweise schon überschritten.

Und da fragt es sich wirklich, ob sie nur dumm und ignorant sind oder sich gezielt und willentlich Instrument arabisch-muslimischen Hasspredigens machen. Was wäre schlimmer?

Vielleicht gibt es ja wieder eine Stellungnahme. Ich gehe davon aus, dass das nicht der Fall sein wird. Denn mit der nächsten wird sich wieder nur Arroganz, Ignoranz und weitere unglaubliche Dummheit und Verblödung offenbaren – und selbst diesen Qualitätsjournalisten könnte dämmern, dass das so ist und sie lassen es deshalb sein – was wiederum Bände über das spricht, was sie in ihrem Beruf verbrechen.

Die Große Lüge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Wassernot in der ARD-Tagesschau-Redaktion

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 14. August 2016 (direkt vom Autor)

Die Tagesschau der ARD brachte am Sonntagabend um 20 Uhr ohne aktuellen Aufhänger einen Bericht von Markus Rosch über die „Wassernot“, unter der „viele Palästinenser“ leiden, wie Moderator Jan Hofer verkündete. „Die Ressource ist knapp und wird von den Israelis streng rationiert“, behauptet Hofer weiter. Das Wasser ist gewiss knapp, aber von einer „Rationierung“ kann keine Rede sein!

„Verschärfend komme hinzu, dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen,“ setzt Hofer fort.

Selbstverständlich muss es Genehmigungen für das Bohren von Brunnen geben. Genauso ist es in Deutschland und anderswo. Da kann nicht jeder in seinem Hinterhof nach Gutdünken einen Brunnen bohren oder das Wasser aus dem Rhein, der Elbe oder der Spree abpumpen. Denn sonst würde sehr schnell das passieren, was im Gazastreifen kurz nach dem kompletten Abzug der Israelis 2005 geschehen ist. Sowie die „scharfe Kontrolle“ der Israelis weggefallen war, und die örtlichen Behörden der Palästinenser sich um nichts mehr kümmerten, haben die Menschen nur ein paar Meter tief in den Sand gebohrt, eine Pumpe angeschlossen und schon sprudelte kostenfrei das Wasser ins Haus. Ohnehin war man im Gazastreifen (und teilweise auch im Westjordanland) nicht „gewöhnt“, eine Wasser- (oder Strom-) Rechnung zu zahlen. Das Dumme war, dass der hohe Spiegel des Grundwassers in Gaza ganz schnell sank. Dann floss Salzwasser aus dem Mittelmeer nach. Heute ist 95% des Süßwassers im Gazastreifen ungenießbar. Das einzige Trinkwasser im Gazastreifen pumpt Israel dorthin. Eine „Selbstversorgung“, wie Hofer sagt, indem man Brunnen bohrt, muss in jedem Fall mit allen Beteiligten abgesprochen sein, weil man sonst ganz schnell das Grundwasser unwiederbringlich zerstört und dem Nachbarn das Wasser abgräbt.

Nun zur Reportage von Markus Rosch. Er berichtet über die Ortschaft Salfit, ohne mitzuteilen, wann er die Reportage gedreht hat.

Vor etwa 2 Wochen hat es (wegen schlechter Instandhaltung) einen Rohrbruch bei einer Hauptleitung gegeben. Einige Tage lang war tatsächlich in Salfit wie in Siedlungen, die alle über das gleiche Rohr versorgt wurden, das Wasser knapp.

Rosch erwähnt nicht, dass es sich hierbei um Wasser handelt, das von Israel in das Westjordanland gepumpt wird. Er sagt auch nicht, ob er seine Reportage ausgerechnet während dieses Rohrbruchs gedreht hat. Die emotionalen Darstellungen, des Mädchens, das sich nicht waschen könne, der Vater mit den Wasserflaschen oder die entnervte Schwester, die nicht einmal die Waschmaschine benutzen kann, bedürfen keines Kommentars. Angemerkt sei nur, dass die sich gewiss keine Waschmaschine angeschafft hätte, wenn die Wasserknappheit ein Dauerzustand wäre. Auch der feine tröpfelnde Wasserhahn wirkt nicht so, als würde der nur im Winter nach einem Regenfall benutzt werden.

Rosch schwenkt mit der Kamera in Richtung einer Siedlung und auf das Schild nach Schiloh. O-Ton: „Doch während Siedlungen wie Schiloh, das in der Nähe von Salfit liegt, viel Wasser bekommen, gehen palästinensische Dörfer oft leer aus.“ Anstatt in der Siedlung mal nachzufragen oder mit einem israelischen Hydrologen zu sprechen, bleibt es bei seiner Behauptung, ohne jegliche Nachweise.

Im Gegenteil. Rosch trifft sich mit den deutschen Hydrologen Clemens Messerschmidt.

Über Messerschmidt sei hier erst einmal erwähnt, dass er Empfänge der deutschen diplomatischen Vertretung in Ramallah grundsätzlich aus ideologischen Gründen boykottiert. Er scheint also nicht in deutschen Diensten zu stehen. Das verriet er im Dezember 2014, als es im ganzen Nahen Osten schwere Unwetter mit Schnee in den Bergen und Überschwemmungen in Tel Aviv gab. Selbstverständlich stand wegen der Regengüsse auch der Gazastreifen unter Wasser. Was behauptete damals der diplomierte Hydrologe aus Deutschland? Israel habe Staudämme geöffnet, die es allein gebaut habe, um im Winter den Gazastreifen zu überschwemmen – oder vielleicht besser ausgedrückt – wegzuschwemmen. Tatsache ist, dass es diese von Messerschmidt behaupteten „Staudämme“ gar nicht gibt. Sie waren reine Erfindung. Messerschmidt tritt übrigens auch im „Muslim-Markt“ auf, eine üble anti-israelische Plattform.

Messerschmidt hat sogar recht mit der Behauptung, dass das Bergland im Westjordanland ziemlich regenreich sei. Doch verschweigt er, dass der Regen die unterirdischen Grundwasser-Seen füllt und dass Wasser per Schwerkraft immer nach unten fließt. Anders ausgedrückt: Der Regen fällt im „palästinensischen“ Gebiet, fließt aber unterirdisch nach Westen in Richtung Israel und nach Osten in Richtung Jordan und Totes Meer. Aus Sicht Messerschmidts müssten die Israelis offenbar alles Wasser ihrer Quellen ins Westjordanland pumpen, weil der Regen dort gefallen ist und deshalb den Palästinensern gehöre. Auf Europa übertragen müssten alle Anwohner des Rheins ihre Wasserrechnung an die Schweiz entrichten, weil dort der Rhein entspringt.

Rosch verschweigt zudem, dass Israel heute etwa ein Drittel mehr Wasser in die palästinensischen Gebiete pumpt, als in den Osloer Verträgen festgelegt. Er verschweigt auch, dass etwa 40% des verfügbaren Wassers bei den Palästinensern wegen maroder Infrastruktur verloren geht. In Israel und in Europa sind 10% Wasserverlust „normal“.

Während in Israel etwa 90% das Abwassers geklärt und in separaten Rohren der Landwirtschaft zugeführt wird, haben die Palästinenser Lieferungen billigen geklärten Wassers für ihre Landwirtschaft abgelehnt mit dem Argument: „Eure Sch… wollen wir nicht“. So vergeuden palästinensische Bauern weiterhin kostbares Trinkwasser in traditionell verschwenderischer Weise für ihr Gemüse auf den Feldern.

Abschließend sei hier erwähnt, dass viele Palästinenser ihre Wasserrechnung nicht bezahlen. In der Folge hat sich ein Schuldenberg in Millionenhöhe* für Strom und Wasser angehäuft. Rosch hat sich nicht die Mühe gemacht, die Familie Osman nach ihrer monatlichen Rechnung zu befragen. Dass Israel dennoch weiterhin Strom und Wasser liefert, liegt am internationalen Druck und an der Selbstverständlichkeit, dass Israel die Palästinenser weder verdursten noch im Finsteren sitzen lassen wollen.

Hier sei noch angemerkt, dass die „palästinensische“ Familie Osman einen Namen führt, der nicht sehr arabisch klingt, sondern eher „osmanisch“.

(C) Ulrich W. Sahm
Wortprotokoll der Sendung:

Jan Hofer: Im Westjordanland leiden viele Palästinenser unter Wassernot. Die Ressource ist knapp und wird von den Israelis streng rationiert

Kritiker werfen Israel vor, eigene Siedlungen bevorzugt zu versorgen. Verschärfend komme hinzu, dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen.

Markus Rosch

Salfit, eine Stadt im Westjordanland. Mit knapp 10.000 Einwohnern. Aber ohne Wasser. Ein Problem auch für die Familie Osman, bei über 30 Grad. Vater Ali schleppt Wasserflaschen nach Hause. Maximal 2 Mal in der Woche füllt die Stadtverwaltung die Wassertanks auf. Die 7-köpfige Familie Osman bekommt etwa 100 Liter am Tag, wenn denn der Wasserlaster kommt. Ali: „Wir brauchen Wasser zum Leben. Jetzt gibt es keines mehr. Wie lange soll das noch so gehen?“ Tochter: „Ich geh mit meinen Freunden zum Ferienlager. Danach sind wir immer schmutzig. Aber wir können uns danach nicht waschen. Unsere Eltern wollen nun, dass wir nicht mehr dahingehen.“

Bild schwenkt zu einer Siedlung in der Ferne.

Rosch: Das Wasser im Westjordanland kontrollieren und verteilen die Israelis.

(Im Bild Straßenschild nach Schiloh)

Doch während Siedlungen wie Schiloh, das in der Nähe von Salfit liegt, viel Wasser bekommen, gehen palästinensische Dörfer oft leer aus. Dabei gäbe es genug Wasser, so der deutsche Hydrologe Clemens Messerschmidt. Die Gegend sei eine Wasserreiche Region, doch Israel kontrolliere die Verteilung.

Messerschmidt: „Die Palästinenser brauchen eine Erlaubnis für jede Arbeit im Wassersektor. Ob für einen Brunnen bohren oder eine Leitung legen. Oder eine Pumpstation aufbauen. Oder einen Wasserturm hinstellen wollen. Immer brauchen wir eine Erlaubnis und das Militär sagt einfach nein.

Rosch: Ali Osmans Schwester ist mit den Nerven am Ende. Kein Abwasch ist möglich. Auch die Waschmaschine kann sie nicht benutzen. Mittlerweile isst die Familie von Plastiktellern. (Neben der Spüle ist lauter normales Geschirr zu sehen). Hier in Salfit ist es ein täglicher Kampf um jeden Tropfen Wasser.

Dazu auch zu lesen:
– Henrik M. Broder: Die Tagesschau nimmt es mit der Wahrheit so genau wie Präsident Abbas
Israel, die Palästinenser und das Wasser (Lizas Welt)

—-
* meines Wissens sind es mehere HUNDERT Millionen Euro (hepelv)

Der Index freie Presse von Reporter ohne Grenzen: Lügen, linke Idiotie

Giulio Meotti, Israel National News, 4. August 2016

Als erstes ist das durchschlagende Erfolg von Israel HaYom, der erfolgreichsten israelischen Zeitung, die dem amerikanischen Kasino-Mogul Sheldon Adelson gehört, der auch ein Geldgeber von Premierminister Benjamin Netanyahu ist.

Dann gibt es Netanyahus Interim-Amtszeit als Kommunikationsminister.

Und schließlich gibt es die Reform der Israelischen Rundfunkbehörde.

Jetzt lügt die New York Times, die nie eine Gelegenheit auslässt den israelischen Premierminister zu dämonisieren, über Israels freie Presse. Netanyahu ist wie Erdoğan. Das ist eine Realität, die von einer konformistischen Presse fabriziert wird. Die freie Meinungsäußerung wird von Bibi „zerquetscht“, während in Wirklichkeit eine lebhafte, freie israelische Presse ihn weiter ohne Angst und Zögern tagtäglich angreift? Lächerlich.

Die Presse in Israel ist völlige frei und sie ist auch heftig, taucht in das Leben des Premierministers (und seiner Frau Sara) ein, sucht nach ein paar Schekeln, die für Auslandsreisen ausgegeben wurden, Flaschenpfand, das nicht dem Finanzministerium gegeben wurde, stellt die Armee unter Verdacht und spornt Diskussionen über die demokratische Natur des Landes an. Israel hat weit mehr Zeitungen pro Kopf der Bevölkerung als die meisten westlichen Demokratien.

Um diese unglaubliche Dreistigkeit zu verstehen, brauchen Sie nur die Wochenendausgabe von Ha’aretz zu öffnen, dieser Zeitung der Verlierer der jüdischen Diaspora: „Israel ist ein übler Staat.“ Warum versuchen sie nicht diese Art Leitartikel in irgendeinem anderen Staat mit Grenzen zu Israel zu veröffentlichen?

Was die Medien Netanyahu nie vergeben werden: Er hat ihre progressiven Lieblinge bei den Wahlen dreimal deklassiert.

Aber das ist nicht nur ein Problem der New York Times. Im flachen und unbedeutenden Finnland sind Journalisten gewiss Freier als in Großbritannien. Aber wie erklärt man, dass nach Angaben des Pressefreiheits-Index 2016 von Reporter ohne Grenzen (RSF auf Französisch) die britische Presse, die den Journalismus schuf, weniger frei ist als diese Liberalen in Ghana?

Die Niederlande stehen an der Spitze der Liste und niemand weiß warum, da sie das Land von Theo van Gogh, Ayaan Hirsi Ali, verhafteten Karikaturisten und Geert Wilders-Gerichtsverfahren ist. Dänemark dominiert die Liste, obwohl im letzten September Jyllands-Posten, u die Planetenkrise der freien Meinungsäußerung zu feiern, dieselbe Seite aus dem Jahr 2005 wieder veröffentlichte, aber die zwölf Mohammed-Karikaturen löschte. Das Ranking von RSF verweist auf 2015: War das nicht das Jahr des Anschlags auf das Café in Kopenhagen, in dem Journalisten und Karikaturisten über freie Meinungsäußerung diskutierten?

Und wie kommt es, dass Deutschland hinter Jamaica liegt? Offenbar wegen rechtsgerichteter Anschläge auf Journalisten während Pegida-Demonstrationen. Was für ein Angriff auf die Demokratie.

Und in der merkwürdigen Logik von Reporter ohne Grenzen ist Vatileaks wichtiger als die zwölf bei Charlie Hebdo getöteten Journalisten, denn Frankreich liegt vierzig Plätze vor Italien. Und die Vereinigten Staaten, die vor 240 Jahren den ersten Verfassungszusatz erfand? Hinter Namibia, Belize und Tonga. Machen Sie die Affäre Edward Snowden dafür verantwortlich, der im russischen Paradies wieder hergerichtet wird, und eine Steinigung in Ferguson (Missouri):

Reporter ohne Grenzen setzt Israel auf Platz 100, direkt vor Nigeria, wo die Liberalen von Boko Haram die freie Meinungsäußerung schützen. Israel, dem vorgeworfen wird während des letzten Kriegs in Gaza die Antennen der Hamas bombardiert zu haben, liegt weit hinter Bastionen der freien Meinungsäußerung wie Mozambik und dem Libanon.

Anastas Mikoyan, ein sowjetischer Offizieller unter Stalin und Chruschtschow, fasst sie zusammen diese Pressefreiheit: „Wenn ein Millionär zehn Zeitungen besitzt und zehn Millionen Menschen keine Zeitungen haben, dann ist das keine Pressefreiheit.“ Im Prinzip genau die Idee des Pluralismus unserer dummen Journalistenzunft.

Fragen zu „Palästina“

Tzemach News Service – aus dem Newsletter vom 23. November 2002:

Nur für den Fall, dass Sie Menschen kennen, die die Lügen bezüglich eines palästinensischen Staates glauben, dann könnten Sie ihnen die folgenden Fragen stellen wollen: (Das Folgende wurde von Yashiko Sagamori am 18. November 2002 in der jüngsten Ausgabe der „Jerusalem Insights“ geschrieben – http://www.shorashim.net)

Wenn Sie so sicher sind, dass „Palästina“, das Land, „in der aufgezeichneten Geschichte zu finden ist, dann erwarte ich, dass Sie in der Lage sind die folgenden grundlegenden Fragen über dieses Land Palästina zu beantworten:

  1. Wann wurde er gegründet und von wem?
  2. Wie sahen seine Grenzen aus?
  3. Wie hieß seine Hauptstadt?
  4. Was waren seine größeren Städte?
  5. Was war die Grundlage seiner Wirtschaft?
  6. Welche Regierungsform hatte es?
  7. Können Sie wenigstens einen palästinensischen Führer vor Yassir Arafat nennen?
  8. Wurde Palästina jemals durch ein anderes Land anerkannt, dessen Existenz damals oder heute keinen Raum für Interpretationen lässt?
  9. Was war die Landesprache Palästinas?
  10. Welche war die vorherrschende Religion des Landes Palästina?
  11. Wie hieß seine Währung? Nehmen Sie ein beliebiges Datum in der Geschichte und erklären Sie mir den ungefähre Wechselkurs der palästinensischen Währungseinheit gegenüber dem US-Dollar, der Deutschen Mark, dem britischen Pfund, dem japanischen Yen oder dem chinesischen Yuan zu diesem Zeitpunkt.
  12. Schließlich: Da es heute keinen solchen Staat gibt, was verursachte seinen Untergang und wann fand dieser statt?
  13. Und hier die am wenigsten sarkastische all dieser Fragen: Wenn die Menschen, die fälschlicherweise „Palästinenser“ genannt werden, etwas anderes als normale Araber sind, die aus dem gesamten arabischen Raum gesammelt – oder hinaus geworfen – wurden, wenn sie wirklich eine eigene ethnische Identität haben, die ihnen das Recht auf Selbstbestimmung verschafft, warum versuchten sie nie unabhängig zu werden, bevor die Araber ihre vernichtende Niederlage im Sechs-Tage-Krieg von 1967 erlitten?