Analyse: Europäische Regierungen ignorieren den Elefanten im Raum, wenn es um heutigen Judenhass geht

Der völkermörderische Antisemitismus des iranischen Regimes befindet sich am Internationalen Holocaust-Gedenktag weiter unterhalb des Menschenrechtsradars

Das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. (Quelle: Flickr)

Benjamin Weinthal, JNS.org, 2. Februar 2023

Europäische Regierungen begingen dieses Jahr am 27. Januar wieder den Internationalen Holocaust-Gedenktag. Aber Kritiker der eklatanten Untätigkeit vieler genau dieser Regierungen bei der Bekämpfung von Holocaust-Leugnung und völkermörderischem Antisemitismus seitens des iranischen Regimes betrachten die Gedenkveranstaltungen als voller selbstgerechter Heuchelei.

Die Bedrohung durch den Iran stand ganz vorne in der Rede des israelischen Präsidenten Isaac Herzog vor dem EU-Parlament am Tag vor dem Holocaust-Gedenktag.

„Ich rede vor allen Dingen vom iranischen Regime, das nicht nur öffentlich zur völligen Auslöschung meines Landes aufruft, sondern auch die eigenen Landsleute und -frauen ermordet, die Freiheit und Menschen- sowie Bürgerrechte fordern; das Regime schürt überall im Nahen Osten Krieg, spielt eine aktive und tödliche Rolle im Krieg in der Ukraine, entwickelt Massenvernichtungswaffen und befindet sich auf dem Weg die Stabilität des gesamten Globus dramatisch zu bedrohen“, sagte er.

In europäischen Äußerungen zum Internationalen Holocaust-Gedenktag war die Bedrohung durch den Iran jedoch nirgends zu finden.

Rückgriff auf 2018: Yigal Carmon, der Mitgründer und Präsident des Middle East Media Research Institute (MEMRI), schrieb einen beißenden Artikel mit dem Titel: „Deutschland ist weit entfernt von seiner dunklen Vergangenheit, aber seine Iran-Politik ist schäbig.“

Die Pro-Teheran-Politik der Bundesrepublik Deutschland hat sich nicht sonderlich verändert, seit Carmon seinen Artikel schrieb. In diesem vermerkte er: „Wenn von irgendeinem Land der Welt erwartet werden konnte extrem vorsichtig dabei zu sein sich irgendjemandem anzuschließen, der zu Israels Vernichtung aufruft, dann wäre das Deutschland, ungeachtet mildernder Umstände – wirtschaftlich, politisch oder anderer. Die Bundesrepublik hätte sich von jeder substanziellen Verbindung mit der Islamischen Republik Iran distanzieren müssen, deren mörderisches Regime damit droht Israel auszulöschen.“

Carmon nannte Berlins Iran-Politik „beschämend und unmoralisch“.

Boomende Handelsbeziehung

Es hat seitdem keinen Mangel an Beispielen gegeben um Deutschlands fortgeführte Loyalität gegenüber dem klerikalen Regime des Iran zu veranschaulichen, was von der boomenden Handelsbeziehung mit mehr als $1 Milliarde im Jahr 2022 bis hin zur Stadt Hamburg, die die Islamischen Republik das Islamische Zentrum Hamburg betreiben lässt – eine Institution, die den verstorbenen Terroristen-Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarden Qasem Soleimani feiert.

Deutsche Banken und die Europäisch-Iranische Handelsbank in Hamburg bearbeiten weiterhin Zahlungen zwischen iranischen und deutschen Firmen für Dual-Use-Waren, die sowohl für militärische als auch zivile Zwecke verwendet werden können.

Einen Tag nach dem Internationalen Holocaust-Gedenktag gab das deutsche Auswärtige Amt eine Standardklausel-Erklärung aus, die den Terroranschlag verurteilte, bei dem sieben Menschen vor einer Synagoge in Jerusalem getötet wurden, ohne zu erwähnen, dass der Täter Palästinenser war. Die Verbindungen zwischen von der deutschen Regierung finanzierten palästinensischen NGOs und palästinensischen Terrororganisationen sind gut dokumentiert. Außenministerin Annalena Baerbock von der Grünen Partei hat keine Lust gezeigt der massiven Industrie der deutschen Regierungsfinanzierung von NGOs entgegenzutreten, die Hass auf Israel schüren.

Nehmen wir das Beispiel der palästinensischen NGO Al-Haq, einer von Israels Regierung als Terrororganisation eingestuften Gruppe. Deutschland hat Geld in die Kassen von Al-Haq gepumpt und will die Größe einer einzelnen Beihilfe nicht nennen.

Al-Haq wird von Mitgliedern der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) kontrolliert. Die USA und die EU haben beide die PFLP als Terrororganisation eingestuft. Die PFLP koordiniert ihre Terroraktivitäten mit dem Regime des Irans.

Rabbi Yishai Fleisher, Sprecher der jüdischen Gemeinschaft Hebron, sagte gegenüber JNS, dass die deutsche Regierung ihren Antisemitismus „outsourct“.

Derweil gab die EU-Delegation bei der UNO und anderen internationalen Organisationen in Genf eine nichtssagende Erklärung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag aus, in der es darum ging sicherzustellen, dass „die Botschaft des ‚Nie Wieder‘ bei zukünftigen Generationen Widerhall findet“. Das klerikale Regime des Iran – der Top-Staatssponsor von Holocaust-Leugnung und Antisemitismus – kam in der EU-Erklärung nicht vor.

Frankreichs Außenministerium veröffentlichte eine bizarre Erklärung über „diesen internationalen Tag, der der Erinnerung an Völkermorde und der Verhinderung von Verbrechen gegen die Menschheit gewidmet ist“ und fuhr dann damit fort: „Frankreich gedenkt der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 78 Jahren und der Erinnerung an die Opfer des Holocaust.“

Paris scheint andere Völkermorde in das Gedenken vom 27. Januar hineinmischen zu wollen – womit, so kann man argumentieren, die Vernichtung des europäischen Judentums heruntergespielt wird.

Juden werden nicht erwähnt

Deutschlands Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman ging noch weiter und führte Juden in ihrer Pressemitteilung für den Holocaust-Gedenktag erst gar nicht an. „Deutschland erweist den queeren Opfern des Nationalsozialismus endlich Respekt“, sagte Ataman. Die deutschen Mainstream-Medien berichteten nicht über Atamans Auslassung.

Rabbi Abraham Cooper, Associate Director des Simon Wiesenthal Centers, sagte am Freitag gegenüber JSN: „Heute ist der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, der größten Einrichtung zur Tötung von Juden in der Geschichte. Es ist unbegreiflich, dass eine Beamtin in einer Demokratie, die eine Erklärung zur Bedeutung des Internationalen Holocaust-Gedenktags abgibt, sich entscheidet die Erwähnung der 6 Millionen jüdischen Hauptopfer der Endlösung auszusparen. Dass von einem deutschen Amtsträger eine solche Erklärung abgegeben wird, überschreitet alle Grenzen.“

Dr. Charles Asher Small, Executive Director des Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy (ISGAP) sagte gegenüber JNS: „Es scheint so, dass viele westliche Führungspolitiker, Intellektuelle und Journalisten von Ruf den Antisemitismus der Schoah verurteilen. Sie errichten Monumente und geben öffentliche Erklärungen ab, die den Antisemitismus von vor Jahrzehnten verurteilen.“

Diese Verkündungen werden benutzt, um die moralische Reinheit der Kinder und Enkel der Täter zu demonstrieren, sagte Small.

Die Rolle anderer Formen von islamisch angeregtem Antisemitismus, die den Holocaust leugnen und Antisemitismus schüren, standen ebenfalls nicht auf der Agenda.

Small sagte: „Es gibt ein abstumpfendes Schweigen, wenn es um den Antisemitismus von heute geht. Westliche Regierungen und Universitäten akzeptieren Gelder von und machen Geschäfte mit dem Regime des Iran und der Muslimbruderschaft und Staaten wie Qatar, die auf Grundlage einer Ideologie des Hasses und antidemokratischer Prinzipien zur Auslöschung des Staates Israel und des jüdischen Volkes aufrufen. Es ist an der Zeit den zeitgenössischen Hass so ernst zu nehmen, wie den Hass von vor vielen Jahrzehnten.“

Das Regime des Iran bleibt am Internationalen Holocaust-Gedenktag weiter unterhalb des Menschenrechts-Radars. Für viele altgediente Beobachter Europas ist das Business as usual.

„Menschenrechtsexperte“ der von der EU finanzierten Al-Haq unterstützt und lobt Judenmord

Elder of Ziyon, 30. Januar 2023

Ende 2021, als Israel Al-Haq und mehrere andere palästinensische NOGs für illegal erklärte, kam die Reaktion von „Menschenrechts“-Gruppen sofort und heftig. Amnesty und Human Rights Watch bezeichneten den Schritt als „unverschämten Angriff auf Menschenrechte“ und verwiesen auf ihre Mitglieder las „Verteidiger von Menschenrechten“. Die New York Times nannte sie „Menschenrechtsgruppen“ , genauso AP. Die UNO gab ein Statement von 17 „Experten“ aus, die das „einen Frontalangriff auf die palästinensische Menschenrechtsbewegung und auf Menschenrechte überall“ bezeichneten.

Wie üblich hat Israel recht und die „Experten“ liegen falsch.

Darf ich Ihnen Isam Abdeen vorstellen, einen „Verteidiger der Menschenrechte“? Obwohl unklar ist, ob er noch dort arbeitet, war er der Leiter der Lokalen und Regionalen Interessenvertretung von Al-Haq, als Israel diese als Terrororganisation einstufte und seine Papier befinden sich immer noch auf deren Seite. Stand letzten Sommer wurde er als Rechtsberater für die Al-Haq-Stiftung beschrieben.

Abdeen, der als einer der prominenteren palästinensischen Menschenrechtsaktivisten betrachtet wird, verteidigte den Mord an sieben Juden vor einer Synagoge in Neve Yaakov am Freitagabend.

Seine unmittelbare Reaktion auf seiner Facebook-Seite bestand in der Aussage: „Die Schüsse des Sohns der Hauptstadt im besetzten Jerusalem sind laut Völkerrecht legitim und bedürfen keiner Rechtfertigung.“

Abdeen ging darauf in einem ganzen Artikel näher ein; darin schrieb er: „Was im besetzten Jerusalem geschah, dass ein heiliger junger Mann der  Hauptstadt, alleine, einen Akt des Widerstands auf palästinensischem Land seiner Eltern und Vorfahren (dem besetzten Jerusalem) beging, ist eine legitime Tat laut humanitärem Völkerrecht, Menschenrechts-Recht und Dutzenden von UNO-Resolutionen, die alle in den Topf der ursprünglichen Rechte der Völker bei der Bestimmung ihres Schicksals einfließen; und er ist ein legales Argument gegenüber der Welt.“

Zivilisten zu ermorden ist laut Völkerrecht unter allen Umständen illegal. Die gesamte Vierte Genfer Konvention soll Zivilisten in Kriegszeiten schützen. 2004 wies UNO-Generalsekretär Kofi Annan das Argument der Terroristen und ihrer Anhänger ab: „Es gibt an der Tatsache von Besatzung nichts, das Zivilisten ins Visier zu nehmen und zu töten rechtfertigt.“

Dieser „Verteidiger der Menschenrechte“ von Al-Haq unterstützt direkt den Mord an Juden, befürwortet ihn und lobt das.

Und dieser Befürworter von Judenmord bildet auch noch andere Menschenrechts-Profis aus!

Es kann keine groteskere Perversion der Menschenrechte geben als einen „Menschenrechts-Anwalt“, der andere lehrt, dass Menschen zu ermorden nicht nur erlaubt, sondern auch noch lobenswert ist.

Und das ist das, was Amnesty International und Human Rights Watch und die UNO unterstützen.

Al-Haq wird von der Europäischen Union, Norwegen, Irland, Italien, Frankreich, Schweden, Dänemark, Deutschland und Spanien finanziell unterstützt. Sie hat meines Wissens nie einen Terroranschlag auf Juden verurteilt. Sie hat Verbindungen zur Terrororganisation PFLP, die Kindersoldaten rekrutiert und sie einer Gehirnwäsche unterzieht – ein weiterer Verstoß gegen die Menschenrechte, die die Gruppe nie verurteilt hat.

Und jetzt preist eines ihrer prominentesten Mitglieder direkt den Mord an unschuldigen Zivilisten.

Die einzige Art, wie das als Menschenrechtsorganisation verstanden werden kann, ist Jude als untermenschlich anzusehen.

Diese Scheinheiligkeit zu entlarven ist das Wichtigste, was zur Bekämpfung von Terror unternommen werden kann. In diesem Sinne haben die Medien bezüglich ihrer grundlegendsten Verantwortung versagt.

Terroristen, Bomben, Feuergefechte und Drohnen: Die heißen Fakten, die die Medien zur Verhaftungsaktion in Jenin ignorieren

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 26. Januar 2023

Das israelische Militär begab sich Mittwochabend in die Terrorhochburg Jenin, um eine Verhaftungsaktion durchzuführen, die darauf abzielte Militante des Islamischen Jihad festzunehmen, die einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag geplant hatten.

In einer Erklärung sagte die ID, sie sei in das Flüchtlingslager der Stadt in der Westbank eingedrungen und haben Sprengstoff verwendet, um die Militanten aufzustöbern, die sich in einer Wohnung versteckten, die von einer der Terrorzellen der Gruppe genutzt wurde.

Israelische Soldaten gerieten unter schweres Feuer; der lokale Zweig des Islamischen Jihad bestätigte, dass seine Mitglieder in der Gegend Waffen abfeuerten und Bomben zündeten.

Die Palästinenser sollen Berichten zufolge eine IDF-Drohne abgeschossen haben.

Laut lokalen Berichten wurden zwischen 9 und 13 Palästinenser während der Auseinandersetzungen getötet, darunter mindestens fünf Terroristen.

Die Version der Ereignisse, wie sie von der Agentur Agence France Presse (AFP) – eine der größten Nachrichtenagenturen der Welt – hatte hingegen absolut keine Ähnlichkeit mit den feststehenden Tatsachen.

Der im Guardian abgedruckte Text mit der Schlagzeile „Palästinenser sagen, neun bei israelischem Überfall auf Flüchtlingslager in Jenin getötet“, beginnt so:

Bei einem Überfall auf das Flüchtlingslager Jenin in der besetzten Westbank wurden neun Palästinenser getötet, darunter eine alte Frau, haben offizielle Vertreter der Palästinenser gesagt. Sie beschuldigten die Streitkräfte auch des Einsatzes von Tränengas auf der Kinderstation eines Krankenhauses.

Das Gesundheitsministerium sagte, zusätzlich zu den neun Toten seien zahlreiche Personen verletzt worden.

In einer separaten Äußerung sagte der palästinensische Gesundheitsministerin Mai al-Kaila: „Besatzungskräfte stürmten das Regierungskrankenhaus in Jenin und feuerten vorsätzlich Tränengasbehälter in die Kinderstation.“

Sie beschrieb die Lage in dem Flüchtlingslager als „kritisch“ und sagte, israelische Streitkräfte verhinderten, dass Krankenwagen zu den Verletzten durchkamen.

Bilder des palästinensischen Terroristen Izz Edin Salahat, der bei einer israelischen Terrorbekämpfungs-Aktion starb, als die IDF einen Trupp des Islamischen Jihad festnahm.
Die Terroristen planten zahlreiche große Terroranschläge.
Werden die Medien diese Details berichten?

Erstens gibt es absolut keine Beweise, die nahelegen, dass israelische Soldaten eine Kinderstation im Krankenhaus mit Tränengas beschossen, auch nicht, dass die IDF verhinderte, dass Krankenwagen Einzelne erreichten, die während des Schusswechsels verletzt wurden.

Zweitens wird an keiner Stelle in dem gesamten Artikel der Grund für die Anwesenheit der IDF in Jenin erwähnt. Tatsächlich taucht der Name des Islamischen Jihad nicht ein einziges Mal auf, genauso wenig die Tatsache, dass es einen kurz bevorstehenden Terroranschlag gab, der die Aktion überhaupt erst auslöste.

Drittens und noch ungeheuerlicher, werden die Umstände, unter denen es die Toten gab, in dem Artikel nicht ansatzweise angeführt. Diese lauten: Die IDF reagierte auf schweren Beschuss von Militanten, die zudem Sprengstoff zündeten, der für einige der Toten verantwortlich gewesen sein dürfte.

Stattdessen fühlte AFP sich für berechtigt den Sprecher von PA-Präsident Mahmud Abbas zu zitieren, der die haarsträubende Behauptung aufstellte, die Verhaftungsaktion sei Teil eines Musters, wie Israel „vor den Augen der gesamten Welt Massaker“ begehe.

Der Zugriff in Jenin erfolgte einzig aus dem Grund eine Terror-Gräueltat zu verhindern – warum fällt es AFP derart schwer das und andere relevante Fakten zu berichten?

Israelische Jura-Ikone diskutiert, wo NGOs und Medien das Völkerrecht falsch verstehen

Elder of Ziyon, 16. Januar 2023

Die zweite Internationale Konferenz zum Recht zu bewaffneten Konflikten (Laws of Armed Conflict – LOAC) der IDF fand im April 2017 in Tel Aviv statt. Das Grundsatzreferat hielt Professor emeritus Yoram Dinstein, ehemaliger Präsident der Universität Tel Aviv, der als einer der weltweit führenden Experten zum Recht für bewaffneten Konflikt gilt.

Seine Rede ist ein exzellenter Überblick zum Thema. Sie wurde im Vanderbilt Journal of Transnational Law veröffentlicht.

Es folgen Auszüge, in denen er beschreibt, wie „Menschenrechts“-NGOs und Medien die Funktionen und Bedeutung des Rechts für bewaffneten Konflikt nicht begreifen.

Hier diskutierte er die Unterschiede zwischen dem Kriegsrecht und Menschenrechts-Recht.

Eine weitere bösartige Verwirrung bringt die duale Existenz von Menschenrechts-Recht und LOAC in bewaffnetem Konflikt hervor. Natürlich gibt es einige Synergie und selbst einen Grad an Überlappung zwischen den beiden Zweigen des Rechts. Aber in bestimmten Bereichen kollidieren Menschenrechts-Recht und LOAC frontal. Der archetypische Fall dazu betrifft den Rückgriff auf Gewalt. Kurz gesagt lautet die zentrale Frage, ob tödliche Gewalt als erster Ausweg genutzt werden kann oder nur als letzte Möglichkeit. Bei gewöhnlicher Polizeiarbeit in Friedenzeiten darf tödliche Gewalt gegen Gesetzesbrecher nur als letztes Mittel eingesetzt werden. Umgekehrt darf im Verlauf von Feindseligkeiten, die Teil eines bewaffneten Konflikts sind, tödliche Gewalt gegen Feind-Kombattanten rund um die Uhr als erstes Mittel eingesetzt werden. Wenn Menschenrechts-Recht und LOAC kollidieren – wie sie es diesbezüglich tun – dann muss– wie vom Internationalen Strafgerichtshof und anderen Tribunalen anerkannt ist – LOAC vor Menschenrechts-Recht gehen; das ist die lex specialis.

Das Problem ist, dass diensteifrige Fürsprecher des Menschenrechts-Rechts nicht bereit sind ihre „moralische Überlegenheit“ abzutreten. Sie verhalten sich wie Hohepriester eines heiligen Evangeliums, die jedes Abweichen vom von ihnen anerkannten Dogma als Abfall vom Glauben betrachten. Sie scheitern daran den besonderen Charakter eines bewaffneten Konflikts anzuerkennen und bestreiten daher die vorrangige Macht des LOAC. Sie ignorieren die Tatsache, dass das LOAC – das direkt auf die einzigartigen Merkmale der Kriegsführung reagiert – das Produkt eines pragmatischen Kompromisses zwischen militärischer Notwendigkeit und humanitären Überlegungen ist. Sie glauben, mit der Ablehnung militärischer Notwendigkeit würde sie uns nach Utopia führen. Wofür sie aber haftbar gemacht werden können, ist, dass sie Dystopie herbeiführen. Wenn das Völkerrecht militärische Notwendigkeiten ignorieren sollte, dann werden militärische Notwendigkeiten das Völkerrecht ignorieren. Kriegführende Parteien würden beim Durchführen von Kriegshandlungen schlicht jegliche Hemmungen ablegen.

Genauso sprach er von den Theoretikern und Menschenrechts-Experten, die den Zweck und die Anwendung des LOAC nicht begreifen – und sogar, dass ihre Theorien nicht nur falsch, sondern letztlich auch destruktiv sind.

Es gibt regelmäßig leidenschaftliche Debatten darüber, ob das, was wir im Krieg tun, mit dem LOAC in Einklang steht. Als Regel kann juristische Literatur, wenn das Recht mehrdeutig oder umstritten ist, zu einem nützlichen Mittel für die Identifizierung und Interpretation normgebender Verpflichtungen sein. Ich selbst trage regelmäßig zu dieser Literatur bei und ich bin nicht gewillt ihre mögliche Einbringungen als Leitplan für Fachleute zu verniedlichen. Genauso ist es notwendig die Existenz einer Hausindustrie an Artikeln zur Überprüfung von anderen Artikeln anzuerkennen, die versuchen das LOAC neu zu fassen, um es mit den Bedingungen einiger Fantasien in Einklang zu bringen, bei denen Krieg geführt werden kann, ohne jegliche Zivilisten zu gefährden. Diese Texte werden nicht nur von Predigern des Vorrangs der Menschenrechte produziert, sondern auch von LOAC-Theoretikern, die ständig einander zitieren, ohne sich sonderlich um Realitäten auf dem Schlachtfeld zu kümmern (von denen sie sehr wenig zu verstehen scheinen). Für Leute, die mit allgemeiner Staatspraxis vertraut sind, ist das ein verwirrendes oder sogar amüsantes Thema. Entsprechend ist es ratsam in Hinterkopf zu behalten, dass das LOAC – wie jeder andere Zweig des Völkerrechts – einzig von Staaten, in Verträgen oder durch Gewohnheit geschaffen ist. Das juristische Geschwätz von Klugscheißern unterscheidet sich nicht vom Rauschen eines Telekommunikationssystems. Es muss vom echten Klang des Rechts getrennt werden.

Wie oft haben wir gesehen, dass die Medien behaupten, was Israel tut sei „unverhältnismäßig“, ohne zu wissen, was das im rechtlichen Sinn wirklich bedeutet?

Während von allen modernen Streitkräften eine Menge getan wird, um Soldaten, Seeleute und Flieger – besonders Offiziere aller Ränge – in den Feinheiten des LOAC auszubilden, wird nicht genug getan die Journalisten einzuweisen, was bei militärischen Gefechten erlaubt und nicht erlaubt ist. Medienberichte gründen daher regelmäßig auf falschen Annahmen dazu, was im Krieg macht und nicht gemacht werden darf.

Dinstein redet ein wenig darüber, dass jeder neue Konflikt neue Bereiche des LOAC hervorbringt, wobei Israel leider zu den Führenden gehört. Hier stellt er infrage. dass das Internationale Komitee vom Roten Kreuz begreift, dass es keine klare Unterscheidung innerhalb bewaffneter Gruppen zwischen „Zivilisten“ und „Militanten“ gibt.

Es gibt eine größere Herausforderung für das LOAC, dargestellt von Zivilisten, die sich an Feindseligkeiten beteiligen. Das Versagen des Bemühens des IKRK um Konsens zur Reichweite und Auswirkungen dieses allgegenwärtigen Phänomens zu erzielen hat eine Menge des einschlägigen Rechts in Zweifel gezogen. Es genügt die umstrittene Forderung des IKRK nach kontinuierlicher Kampffunktion vor drei verschiedenen Hintergründen zu erwähnen:

  • Das Auftreten der sogenannten Drehtür von „tagsüber Bauern, nachts Kämpfer“ und ihrer Anfälligkeit für Angriffe in einem Zeitfenster zwischen Feindseligkeiten. Das IKRK betrachtet jeden Bruchteil von DPIH-Aktivitäten [dircect participation in hostilities = direkte Beteiligung an Feindseligkeiten] getrennt. Ich (und andere wie ich) betonen das Kontinuum.
  • Die DPIH-Einordnung von Mitgliedern organisierter bewaffneter Gruppen, die als Köche, Fahrer, Verwaltungsmitarbeiter, Rechtsberater usw. arbeiten. Meiner Meinung nach ist es falsch zwischen Rechtsberatern in den Streitkräften der Regierung (wie viele hier Anwesende) – die als Kombattanten eingestuft werden und angegriffen werden dürfen – und denen zu unterscheiden, die Mitglieder organisierter bewaffneter Gruppen sind und folglich nach Meinung des IKRK nicht angegriffen werden dürfen. Auf jeden Fall neigen organisierte bewaffnete Gruppen nicht dazu Mitgliedsausweise auszugeben. Aber aus genau diesem Grund ist die Erwartung illusorisch, dass mitten im Kampfgeschehen zwischen tatsächlichen Kämpfern und begleitendem Hilfspersonal unterschieden werden kann.
  • Der DPIH-Status derer, die hinter den Kulissen die Kampfaktivitäten anderer per militärischer Planung, Ausbildung und Personalrekrutierung einfädeln. Diejenigen, die mit Waffen schießen, sind oft Bauernopfer, manipuliert von anderen, die das Sagen haben, während sie angeblich dem politischen statt dem militärischen Zweig der organisierten bewaffneten Gruppe angehören. Die Problematik dieser und anderer herausragender DPIH-Probleme ist voller Dilemmata auf dem Schlachtfeld, die sich nicht lösen lassen wollen.

Dinstein gehört nicht zu den Falken. Selbst in seinem Vortrag kritisiert er Israels Politik der Abrisse der Häuser von Terroristen als Verstoß gegen das LOAC, obwohl er versteht, dass man Abschreckungen gegen Selbstmord-Angreifer finden muss; er zieht es vor, dass die Häuser ihrer Familien stattdessen versiegelt werden.

Weil er in Israel lebt, weiß er, wie das LOAC sich entwickeln muss, um mit neuen Situationen umzugehen und dass Israel im Krieg nicht weniger Rechte hat als die Palästinenser oder die Hisbollah – etwas, dem sich „Menschenrechts-Experten“ wie Ken Roth entziehen.

Alle wissen, dass Abbas ein Diktator ist – außer dem ahnungslosen Westen

Elder of Ziyon, 10. Januar 2023

Obwohl ich meine Gegner ermorde, kollektive Bestrafung betreibe, meine Kritiker ins Gefängnis stecke, alle Wahlen streiche und eigenhändig jeden Teil meiner Regierung kontrolliere bezeichnen mich die westlichen Medien immer noch als „moderat“ – und sagen, Israel sei das Hindernis für den Frieden!
Danke, ihr Antisemiten!

Mahmud Abbas wurde am 9. Januar 2005 für eine Amtszeit von 4 Jahren zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt, die am 15. Januar 2009 enden sollte.

Er beginnt jetzt das 19. Jahr seiner „vierjährigen Amtszeit“.

Während seiner Zeit im Amt hat er nicht nur jede Möglichkeit weiterer Wahlen beendet. Er hat auch die Legislative und die Judikative übernommen, Gesetze verändert, um sicherzustellen, dass seine Leute in allen Führungsrollen bleiben und seinen Zugriff auf die Fatah gefestigt, indem er jede mögliche Bedrohung seiner Macht entweder innerhalb seiner Partei oder innerhalb seiner Regierung ausschaltete. Und er bleibt der Kopf der PLO, die die wahre politische Führung der Palästinenser ist, eine Organisation, der die palästinensische Autonomiebehörde unterstellt ist.

Er hat die Menschen im Gazastreifen als Geiseln für seinen Versucht benutzt die Hamas dort zu besiegen, indem er regelmäßig die Lieferung von Medikamenten und Treibstoff blockierte. Er hat Protestierende gnadenlos inhaftiert und ermordet. Er hat Gesetze verabschiedet, die jegliche Kritik an ihm oder seinen Kumpanen zu Verbrechen macht. Er hat mögliche Nachfolger gegeneinander ausgespielt.

Er ist in jedem Sinn des Wortes ein Diktator, genauso skrupellos wie Baschar Assad oder Wladimir Putin.

Aber wie viele Artikel im Westen über ihn enthalten das Wort „Diktator“? Sie führen einen Tanz darum herum auf, sie werden manchmal einen oder zwei Kritiker anführen, aber Sie werden in westlichen Mainstream-Medien oder Analysen das „D“-Wort nicht finden.

Arabische Analysten haben hingegen keine solchen Skrupel.

Die jüngste Erwähnung kommt in einem Interview durch mehrere Analysten in der (Hamas-) Nachrichtenseite Felesteen.

Omar Assaf, ein Mitglied der Nationaldemokratischen Versammlung, bestätigt, dass Abbas fürchtet Macht zu verlieren, also hindert er jeden aus der Fatah-Bewegung oder anderen Fraktionen irgendwie Macht zu gewinnen.

„Abbas monopolisiert die drei Machtzentren (Exekutive, Legislative und Judikative) und verankert die Einmann-Herrschaft, die in vielen Ländern der Welt ausprobiert wurde und die Ergebnisse davon waren katastrophal; die Fortsetzung dieser Situation bedeutet eine weitere Verschlechterung auf allen Ebenen“, sagte er.

Der Autor und politische Analyst Raschid Al-Bably sagte, nach 18 Jahren der Monopolisierung des Postens der Kopfs der Macht auf verfassungswidrige Weise und angesichts der klaren Abwesenheit des Legislativrats ist Abbas die einzige Persönlichkeit geworden, die die Kontrolle über die drei Behörden hat und hat seine Macht sogar mit seiner Führung der PLO, der Fatah-Bewegung und anderer Positionen. Letztlich ist er eine diktatorische Persönlichkeit, die alle Aspekte aller offiziellen Entscheidungen kontrolliert.

Der Aktivist und Politologe Suhaib Zahda sagte, Abbas stelle ein Modell der Diktatur und autoritärer Herrschaft dar, indem er es ablehnt allgemeine Wahlen durchzuführen und die Erneuerung der Führung zuzulassen.

„Abbas nutzt sie Sicherheitskräfte  und das Äußere, um weiter an der Regierung und der Macht festzuhalten; er lehnt es ab Wahlen durchzuführen und setzt seine Arbeit als Präsident illegal fort.“

Der Artikel vermerkt mehrfach, dass Abbas die für letztes Jahr geplanten Wahlen verschob, nachdem offenkundig wurde, dass er sie verlieren würde. Abbas‘ Ausrede, er habe die Wahlen verschoben, weil nicht klar sei, ob Jerusalemer Araber teilnehmen können, wird in arabischen Medien noch nicht einmal thematisiert – jeder weiß, dass die Frage hätte gelöst werden können, wenn es irgendeinen politischen Willen gäbe.

Warum also zögern die westlichen Medien derart einen Diktator zu kritisieren? Es gibt dafür zwei Gründe, die zusammenhängen.

Der eine ist, dass die Alternative mutmaßlich schlimmer wäre. Wenn Wahlen durchgeführt würden, würde wahrscheinlich die Hamas gewinnen und das will niemand – die Hamas ist eine vom Westen ausgewiesene Terrororganisation.

Der andere, überzeugender Grund ist, dass es im westlichen Diskurs ein tief sitzendes Narrativ israelischer Unnachgiebigkeit gibt. Solange der Westen behaupten kann, dass Abbas moderat ist – das Wort, das ihm in den Medien weit öfter angefügt wird, als „Diktator“ – können sie weiter Israel für alle Spannungen oder fehlenden Frieden verantwortlich machen. Würden sie zugeben, dass Abbas kein Friedenspartner ist, wäre Israels Haltung seit dem Zusammenbruch der Gespräche 2001 als schon immer richtig erwiesen. Darüber hinaus könnte, wenn die Hamas eine Wahl gewinnt, die vom Westen erzwungen wird, niemand Israel dafür verantwortlich machen, dass es keinen Horizont für Frieden gibt.

Die zu Mahmud Abbas willentliche Blindheit im Westen soll vor allem die Fiktion am Leben erhalten, dass Israel das Friedenshindernis ist.

Wie die Twitter-Sphäre Antisemitismus verbreitet

David Collier, Beyond the Great Divide, 30. Dezember 2022

Wir alle wissen, dass Judenhass sich in der Twitter-Sphäre verbreitet, aber niemand berührt das Thema, wie viel es davon gibt. Die Leute ziehen auch keine Vergleiche zwischen dem Niveau von „Anti“-Aktivitäten und dem Niveau des „Pro“ der Versuche darauf zu antworten.

Als vollkommene Minderheit werden Juden in den sozialen Medien übertönt und weil diese Plattformen mit Algorithmen arbeiten, die „Beliebtheit“ belohnen, sind Juden von Anbeginn an Verlierer. Hass-Netzwerke verbünden sich sogar, damit Juden von den Plattformen entfernt werden. Ich habe das am eigenen Leib erfahren (Beispiele 1, 2, 3, 4, 5).

„Zioporn“-Süchtige, tausende Accounts in der Twitter-Sphäre, die ihre „Schrulle“ mit dem Ansehen, Liken oder Teilen verwöhnen, fälschen oder vergewaltigen Bilder die Israel oder Israelis dämonisieren. Je grausamer das Bild, desto besser das Hoch. Echtheit ist irrelevant. Zum „Happy End“ gehört normalerweise ein getwitterte Aussage des Ekels oder Empörung, die sich gegen den Staat Israel oder diejenigen richtet, die ihn unterstützen.

In einer Welt, zu der brutale Regime gehören, die Millionen Menschen abschlachten, behauptet dieser Tweet (gepostet am 28.12. um 2:28 morgens), dass Israel der „verabscheuungswürdigste“ Staat auf der Erde ist:

Israel ist derzeit das verabscheuungswürdigste Gebilde der Erde, das nach einem Staat aussieht. Kann’s nicht abwarten, dass es im Mülleimer der Zivilisationen landet.

Eine Schnappschuss aus der Twitter-Sphäre

Ich wollte einen Schnappschuss machen. Einen Zeitraum auf Twitter zu analysieren und dann die Ausstoß des Gefundenen quantifizieren. Eine solche Übung würde es mir erlauben einen Vergleich zur Art und Weise zu zeihen, wie mit anderen Staaten in sozialen Medien umgegangen wird – was zeigt, wie einzigartig (und daher antisemitisch) die israelfeindliche Rhetorik ist.

Ich nahm einen Zeitraum von 36 Stunden, von Mitternacht des 28. Dezember bis Mittag des 29. Es wurden nur zwei Suchbegriffe verwendet. Da niemand irgendein Interesse daran hat, dass ein Troll sich durch 100 inaktive israelfeindliche Tweets am Tag arbeitet, legte ich die Hürde auf ein Minimum von Retweets. Das stellte sicher, dass nur der Hass gezählt wurde, der auf Reisen geht.

Test der Twitter-Sphäre

Die Kriterien:

  • Der Tweet war auf Englisch.
  • Er beinhaltet „Israel“ oder „Palästina“.Der Tweet wurde innerhalb des Zeitfensters gepostet.
  • Er wurde mindestens 20-mal retweetet.

Dann teilte ich die betreffenden Tweets in diese drei Gruppen ein:

  • Israelfeindlich
  • pro-israelisch
  • allgemeine Nachrichten.

Die Ergebnisse

Es waren gerade einmal 32 qualifizierte pro-israelische zu finden. Israelfeindliche Posts stellten sowohl die „Pro-Accounts“ als auch die „Nachrichten-Accounts“ enorm in den Schatten.

kategorieTWEETSRETWEETSLIKESangesehen
pro-israelisch322.07910.485419.532
Mainstream-Medien191.1633.869676.695
israelfeindlich32228.02390.1654.865.421

Es wurde eine Gesamtzahl von 322 israelfeindlichen Tweets erfasst. Diese wurden insgesamt 28.023-mal retweeted und erhielten 90.165 Likes. Diese Tweets wurden 4.865.421-mal oder zehnmal so oft angesehen, wie die Zahl, die die angeklickten pro-israelischen Retweets erhielten. Für je 100.000 Personen, die wir mit den Nachrichten erreichen, dass israelische Soldaten einen Terroristen in einem Feuergefecht anschossen, werden Millionen hören, dass die „Besatzungskräfte einen Fußballer in den Rücken schossen“.

Diese Zahl ist bezeichnend für den Unterschied im Ausmaß. Stellen Sie sich vor, was mit dem Wort „zionistisch“ auf Arabisch, Russische oder Urdu stattfindet. Von den globalen Netzwerken der israelfeindlichen Aktivisten in der Twitter-Sphäre verbreiteten Fake News haben die komplette Kontrolle über das Narrativ.

Ein Bund der Hasser

Ich möchte ein paar Beispiele dessen zeigen, was ich feststellte. Das Erste ist dieser Tweet von MintPress News:

Israelische Streitkräfte greifen während ihres Gottesdienstes antizionistische Juden in einer Jerusalemer Synagoge an, die den Staat Israel verurteilen.

Laut MintPress News zeigt dieses Video israelische Streitkräfte, die eine Synagoge antizionistischer Juden eindringen und auf unnötig gewalttätige Weise handeln. Die Schlussfolgerung lautet, dass es sich um ein vor kurzem stattgefundenes Ereignis handelt.

In Wirklichkeit ist das Video stark vergewaltigt worden – und zeigt zwei getrennte Vorfälle. Der erste fand vor mehr als 13 Jahren statt, 2009. Ich konnte den genauen Vorfall nicht orten, aber es gab einen Ausbruch zwischen einer ultraorthodoxen Gemeinde und der Polizei nach der Verhaftung einer orthodoxen Frau, die beschuldigt wurde ihren dreijährigen Sohn zu misshandeln. Das könnte damit in Verbindung stehen. In einem Teil der Aufzeichnung ist deutlich zu sehen, dass die Polizisten Masken tragen, was bedeutet, dass ein Teil des Videos von einem anderen Vorfall im Jahr 2020 stammt. Das steht wahrscheinlich damit in Zusammenhang, dass orthodoxe Gemeinden damals Covid-Einschränkungen verstießen. Wie immer die Wahrheit hinter diesen beiden Vorfällen aussieht, das gefälschte Video erhielt mehr als 135.000 Ansichten in nur ein paar Stunden.

Eine Weltreise des Antisemitismus

Der nächste ist vom Middle East Monitor. Dieses Medium ist ein von Qatar finanziertes Sprachrohr der Muslimbruderschaft. Es stellt sich auf die Seite der Hamas und hat eine sunnitisch-muslimische Einstellung:

Israel überschwemmt den Gazastreifen nach Öffnung von Staudämmen

Der Middle East Monitor die jährliche Verleumdung wieder von sich zu geben, Israel habe Staudämme, die es öffnet, um den Gazastreifen zu überfluten. In Wirklichkeit gab es nur starke Regenfälle in Südisrael, die alles unter Wasser setzten.

Von den Sunniten zu den Schiiten. 5Pillars ist ein pro-iranisches Sprachrohr und sein Chefredakteur Roschan Salih verbrachte mehrere Jahre damit für Press TV zu arbeiten. Sie beschlossen ein Video zu teilen, das zahlreichen Terroristen als Kinder zählt und unverschämte Behauptungen zu sexuellem Missbrauch aufstellt:

Israel hat dieses Jahr 53 palästinensische getötet und hunderte weitere entführt, die in Militärhaft oft verprügelt und sexuell missbraucht werden.

An der Seite der Sunniten und der Schiiten treffen wir auf die rechtsextremen Rassisten. Der Account des Celtic Clan ist eine Kloake weiß-nationalistischer Ideologie:

Glauben sie, die Zio-Christen würden jemals etwas unternehmen, um diese armseligen Mädchen zu helfen, die im Menschenhandel als Sexsklaven in Israel festgehalten werden?

Es gibt auch eine komplette Kette an Palästinensern, die im Westen verehrt werden und die sich als „Menschenrechtsaktivisten“ bezeichnen, einfach nur deshalb, weil sie Israel hassen. Beispiele wie Muhammad Shehada schreiben für zahlreiche westliche Medienorgane. Sein Tweet über Netanyahu und Apartheid wurde 1.640-mal retweetet.

Apartheid? … welche Apartheid?

Wir können uns immer darauf verlassen, dass Sinn Fein sich auf die Seite der Terroristen stellt. Sinn Fein Youth erhielt mehr als 1.050 Retweets für ihren Input:

Wir stehen darüber. Free Palestine.

Dann gibt es die NGOs wie Amnesty International, B’Tselem, Al-Haq und Human Rights Watch (HRW). Adalah ist die NGO, die vor mehr als einem Jahrzehnt die fingierte Liste der Apartheid-Gesetze schrieb:

Heute veröffentlichte die neue Regierung ihre Leitprinzipien, deren erster Satz erklärt: „Das jüdische Volk hat ein exklusives und unbestreitbares Recht an allen Bereichen des Landes Israel.“

Die Liste ist endlos

Das Hass verbreitende Online-Netzwerk ist unendlich. Nur ein paar weitere Beispiele.

  • weit links stehende Politiker wie Mick Wallace und Yanis Varoufakis
  • Promis wie Roger Waters und Mark Ruffalo
  • jüdische Extremisten-Seiten wie JVP (Jewish Voice for Peace) und das Magazin +972
  • staatlich finanzierte Propagandamaschinen wie Al-Jazira, Russia Today oder Middle East Eye
  • Verschwörungstheoretiker, die sich als Journalisten ausgeben, z.B. Max Blumenthal und Robert Carter
  • Antisemiten wie Sarah Wilkinson, Chris Williamson und David Miller
  • Hass-Magazine wie Electronic Intifada und Mondoweiss
  • Fake News-Fabriken vor Ort wie die Times of Gaza oder Al-Quds News

Auf der Seite der Wahrheit gibt es derartiges nicht – nicht ein einziges Organ, das mit einer „Electronic Intifada‘ mithalten kann, von Medienmaschinen wie Al-Jazira ganz zu schweigen. Juden sehen sich einem Tsunami an staatlich finanziertem, revisionistischem Material gegenüber, das vorgenommen hat sie zu dämonisieren.

Israel ist die Ausnahme

Die Wahrheit ist, dass es weit wahrscheinlicher ist, dass jemand einem Post begegnet, der Fake News verbreitet und Israel dämonisiert, als einem, der irgendeine Ausgewogenheit besitzt. Und sobald ein User erst einmal Interesse an einem bestimmten Post andeutet –  stellen die Algorithmen sicher, dass er mit mehr davon zugemüllt wird. Die Vernetzungsfähigkeit der Online-Erfahrung bedeutet, dass Interesse auf einer Plattform zu zeigen Ergebnisse beeinflussen wird, die man überall sieht. Online in einen israelfeindlichen Rhythmus zu fallen ist einfach. Und Israel wird anders behandelt als alle anderen Staaten.

Eine einfache Suche nach gescheiterten Staaten wie Pakistan oder brutalen Besatzern wie Russland lässt ganz andere Ergebnisse erscheinen. Ja, es gibt Posts, die das kritisieren, aber selbst bei Pakistan sind die dünn gesät – da finden normale politische Meinungsverschiedenheiten statt und viele Einträge äußern nichts als Respekt. Es gibt keine Dämonisierungskampagen, die sich auf das Volk irgendeines Staates konzentriert, außer bei Israel. Erinnern sie sich an den Poster vom Anfang, der behauptete, Israel sei der „verabscheuungswürdigste Staat“ – das hier hat er über einen pakistanischen Staat zu sagen, der nach Belieben Minderheiten verfolgt:

Möge Gott Pakistan und alle Muslime und friedliebende Staaten auf der Erde beschützen. Glücklichen pakistanischen Unabhängigkeitstag

Und diese Israel vorbehaltene „Sonderbehandlung“  bedeutet, dass Judenhass sich in den Social Media-Netzwerken fast unbehelligt ausbreitet. Es gibt da draußen einen Tsunami des Hasses. Indem unverhohlenen Fake News erlaubt wird sich ohne Reue zu verbreiten, sind Social Media-Plattformen zu den Hauptleitungen für die Verbreitung von Antisemitismus geworden. Eine radikalisierende Kraft wie keine, die wir je gesehen haben. Wenn Sie verstehen wollen, warum alles ständig schlimmer zu werden scheint – dann müssen Sie nicht weiter gehen als einen Blick auf Ihr Smartphone zu werfen.

Wie Israel auf dem Medien-Schlachtfeld jüdische Studenten beeinflusst

Ruby Frank, HonestReporting, 3. Januar 2022

Universitätsstudenten sind für die israelfeindlichen Bewegungen zentral geworden; von denen viele Mitglieder in Organisationen wie Students for Justice in Palestine (SJP) und anderen Verbündeten der Bewegung Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) sind.

Selbst bei denen, die nicht direkt involviert sind, ist ein Präzedenzfall geschaffen worden, wobei man, um als „woke“ zu gelten, negative Ansichten gegenüber Israel haben muss.

Während ich an meinem Abschluss in Politikwissenschaften an der University of Birmingham in Großbritannien arbeitete, beobachtete ich regelmäßig diese Dynamik, sowohl auf dem Campus als auch auf dem „virtuellen Campus“ der Social Media-Seiten der Universität. Auf dem Campus gab es israelfeindliche Proteste, aber es war der Diskurs auf der Social-Media-Plattform der Universität, der besonders beachtenswert war.

Obwohl dies Kampagnen behaupten progressiv und auf Menschenrechten gegründet zu sein, sind ihre Aktivitäten oft getarnter, krasser Antisemitismus der sich gegen jüdische Studenten als Gruppe richtete und diese verunglimpften.

Es war nicht ungewöhnlich, dass ich selbst und andere jüdische Studenten sowohl in Vorlesungen als auch in Online-Foren aufgefordert wurden das Handeln der israelischen Regierung zu verteidigen, egal wie unsere persönlichen Überzeugungen aussahen.

Es ist ein extrem problematisches zweierlei Maß, die jüdische Diaspora kollektiv für das Handeln der israelischen Regierung verantwortlich zu machen. Diese Bewegungen würden andere Gruppen niemals auf gleiche Weise für das Handeln von Regierungen verantwortlich machen, auch nicht die Palästinenser für das Handeln der Terrororganisation Hamas zur Verantwortung zu ziehen.

Darüber hinaus wurden die Beiträge der Hamas zur den armseligen Umständen und Menschenrechtsverletzungen, die die Palästinenser erleben, oft ignoriert. Der Antisemitismus ist eindeutig eine größere Motivation in den Kampagnen als Progressivität oder die Verbesserung der Menschenrechtslage.

In Online-Foren der Universität wurden oft Fehlinformationen und voreingenommene Berichte über Ereignisse verwendet, um Israel und diejenigen, die es unterstützen, zu dämonisieren, indem sie die Rolle des Terrorismus beim Handeln Israels zu schmälern. Oft wurden irreführende Infografiken ohne Kontext veröffentlicht. Solch einseitige Informationen und die Verwendung ungenauer und abfälliger Bezeichnungen wie „Siedler-Kolonialismus“, „ethnischer Säuberer“, „Faschisten“ oder „Apartheid-Befürworter“ zur Beschreibung derer die Israel unterstützen, behinderten das Potenzial von konstruktivem Dialog und wurden genutzt, um eine hasserfüllte Agenda voranzutreiben.

Im Gegensatz zu dem progressiven Bild, das diese Bewegungen darzustellen versuchen, gibt es eine beträchtliche Präsenz hasserfüllter Diskurse innerhalb der „Wokeness“, die oft unter Studenten gefördert wird. Das ist die Antithese von Progressivität.

Die zentrale Rolle der sozialen Medien innerhalb des Universitätslebens und die Erweiterung des Campus in die virtuelle Welt vergrößert die Reichweite dieser Einträge drastisch.

Das hat greifbare Folgen; es wird nicht nur online eine feindselige Umgebung für jüdische Studenten geschaffen, sondern auch in Person auf dem Campus. Kein Wunder, dass so viele jüdische Studenten wie ich selbst oft zögern sich im universitären Bereich offen als Juden erkennenzugeben.

Es wurde nur allzu üblich, dass jüdische Studenten sich auf dem Campus unsicher fühlten, besonders in Zeiten erhöhter Spannungen im israelisch-palästinensischen Konflikt. Oft wurden Maßnahmen getroffen wie das Verbergen des Davidsterns an ketten oder Wegrouten zu ändern, um israelfeindlichen Protesten aus dem Weg zu gehen.

Israel muss seine Bemühungen auf dem Medien-Schlachtfeld fortsetzen, insbesondere was die Plattform der sozialen Medien angeht. Das ist entscheidend für die Förderung der öffentlichen Meinung zu Israel, besonders unter jungen Progressiven, die potenzielle zukünftige Weltführer und Einflussnehmer sind.

Durch das Ansprechen und die Entlarvung einseitiger Berichterstattung rund um Israel in den Medien können wir wichtige Schritte hin zur Förderung des Images Israels in den Medien fördern. Aber das wäre nicht das einzige positive Ergebnis.

Progressive Einstellungen gegenüber Israel zu verändern könnte auch erheblichen Einfluss auf die Herausforderungen für jüdische Studenten auf dem Campus haben.

Israelbezogenen Antisemitismus anzugehen, indem Unterstützung für und Verständnis für Israel bei Studenten gefördert wird, würde eine Erfahrung für mehr Sicherheit für jüdische Studenten  an Universitäten und Colleges weltweit sicherstellen.