Eine Araberin über den arabisch-israelischen Konflikt

gefunden auf twitter, 6. Juli 2019

Der israelisch-arabische Konflikt gründet nicht auf echten politischen Meinungsverschiedenheiten, sondern ist tief in dem Glaubenssystem verwurzelt, das in muslimischen Ländern gelehrt wird, die antisemitisch sind.
Dieser Hass wird von einseitigen Medien verstärkt.
Als ich letzten Monat die Nachrichten sah: Warum berichteten sie nicht, dass die Terrororganisation Hamas fast 700 Raketen an nur einem Wochenende auf israelische Zivilisten schoss oder dass die Hamas Palästinenser im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde benutzte? Warum verurteilen sie nie die Hamas dafür, dass sie Angriffe beginnt?
Stattdessen zeigen sie einzig die durch die Reaktion, in Selbstverteidgung Getöteten und schieben Israel dafür die Schuld zu.

Sara Idan, Miss Universe Irak

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Sie wissen, dass die Palästinenser vortäuschen die erste Intifada war friedlich? Nun, nur auf Englisch.

Elder of Ziyon, 23. Juni 2019

Wenn antiisraelische Stimmen heutzutage gegenüber Westlern von der ersten Intifada reden, wird diese ausnahmslos als Basisbewegung, Volksbewegung, weitgehend gewaltfrei beschrieben.

The Nation sagte: „Palästinas erste Intifada ist immer noch Modell für Widerstand von der Basis.“ Ma’an hat, auf Englisch, ein „Facebook“ zur Intifada, in dem Israel als gewaltfrei Protestierende tötend dargestellt wird, die einfach nur demonstrierten.

Auf Arabisch sehen die Dinge etwas anders aus.

Gestern starb die Mutter eines „Märtyrers“ der ersten Intifada. Die Fatah ehrte sie im Namen ihres Sohnes Ibrahim Jalamneh.

Hier Fotos von Jalamneh:

Jalamneh war Mitglied einer Gruppe Attentäter aus Jenin, die sich die Schwarzen Panther nannten. Diese Seite führt ein paar der Anschläge an, darunter die Beschießung eines zivilen Busses.

Jalamneh und andere wurden 1992 in einem heftigen Feuergefecht in Jenin getötet, bei dem auch ein israelischer Soldat getötet wurde.

Das ist der Teil der ersten Intifada, von dem die Palästinenser wollen, dass Westler sich nicht daran erinnern.

Todenhöfer verdirbt Palliwood-Propaganda-Szene

Der berüchtigte Israelfreund Jürgen Todenhöfer, Spitzename Herr Hodentöter, war mal wieder im Gazastreifen aktiv. Dort gerierte er sich als jemand, der für die volle Souveränität Israels ist, „aber“… Dazu hielt er ein Schild hoch, das einen Appell an Israel enthielt. Die Einzelheiten kann man bei ihm auf Facebook suchen oder hier (Ulrich Sahm berichtete für n-tv) ansehen.

Der Mann hat sich ganz wagemutig dem Grenzzaun genähert, seine große Sorge zum Ausdruck gebracht, dass er die Israelis nicht provozieren will und trotzdem alles gefährlich ist. Er erzählte von Schüssen (die nicht zu hören waren). Dann ging er wieder ein paar Schritte zurück und sagte, dort, wo er eben gestanden habe, seien Gasgranaten hingeschossen worden. War ein paar Meter weiter, aber was soll’s. Und „Gasgranaten“ hört sich schön nach Giftgas-Kriegsführung an, nicht nach Tränengas.

Und dann bekommt er was ab. Hat er sich doch sicher gewünscht. Jedenfalls, wenn es so harmlos ist, wie er im Video sagt.

Auf Facebook jammert er, dass ihn ein israelisches Gummigeschoss getroffen habe. Ulrich Sahm hat sich das Video mal genauer angesehen und festgestellt, dass ein dosenartiges Objekt geflogen kam. Und das auch noch von seitlich. (Hat n-tv natürlich nicht, das muss man auf Facebook nachsehen.)

Screenshots:

Wie auch immer, etwas hat ihn da wohl erwischt. Und sofort sind die Pallywood-Sanis da und wollen eine große Show draus machen. Was der Hodentöter aber nicht begreift. Er hält das für echte Sorge und erklärt ihnen, dass ihm nichts passiert ist: „Alles in Ordnung, mir fehlt nichts.“

Da konnten sich die beflissenen Show-Helferlein noch so sehr bemühen, der seltsame alte, weiße Mann ließ sich nicht behandeln. Aller Kamera-Aktivismus umsonst. Keine Pallywood-Verletztenproduktion, mit der man schöne Propaganda machen kann. Nicht so, wie vor fast fünf Jahren, als er fotogen und propagandagewaltig mit nagelneuem, gezielt platzierten Spielzeug in Ruinen posierte. Hier war das spontan, nicht abgesprochen, nicht geplant. Und schon funktioniert das Ganze nicht so, wie die Pallywooder sich das vorstellten. Dafür ist der Hodentöter denn dann doch zu doof. Und vermasselt den Propagandisten ihren Einsatz.

Der Dussel hat es nicht begriffen: Am Gaza-Grenzzaun geht es nicht um Freiheit oder Selbstbestimmung, es geht einzig darum Propagandamunition gegen Israel zu schaffen. Das hat er ihnen vermasselt.

Hoffentlich sind sie ihm nicht allzu böse. Nicht, dass sie ihn jetzt nicht mehr reinlassen…

Das Gaza, das die Nachrichten nicht bringen: Rotana Cafe & Restaurant

twitter, 14. Juni 2019: Das Rotana Cafe & Restaurant in Rafah, Gazastreifen. Sieht nett aus.

Alle haben es falsch verstanden: David Friedman sagte nicht, dass Israel das Recht hat Land zu annektieren

Elder of Ziyon, 12. Juni 2019

Die Schlagzeile der New York Times zeigt, wie schlimm voreingenommen die Zeitung ist:

„US-Botschafter sagt Israel hat das Reicht Teile der Westbank zu annektieren“

Das ist nicht einfach die Schlagzeile, die von irgendeinem Redakteur mit eigener Voreingenommenheit geschrieben werden konnte. Der Vorspann des Artikels lautet:

Israel hat das Recht zumindest einen Teil, aber „wahrscheinlich nicht die ganze“ Westbank zu annektieren, sagte US-Botschafter David M. Friedman in einem Interview, was die Tür für die Anerkennung dessen öffnet, was eine enorm provokative Handlung sein würde.

Da das Interview mit Botschafter David Friedman ein exklusives der New York Times war, wer sollte widersprechen, dass es das ist, was er sagte?

Nur dass er das nicht machte.

Seine Worte waren: „Unter bestimmten Umständen glaube ich, dass Israel das Recht hat einen Teil der, aber nicht die ganze Westbank zu behalten.“

Später heißt es in dem Artikel:

Er beschuldigte die Obama-Administration 2016 die Verabschiedung einer UNO-Resolution zugelassen zu haben, mit der israelische Siedlungen als „offenkundige Verletzung“ des Völkerrechts verurteilte oder die palästinensischen Argumente glaubwürdig zu machen, „dass die gesamte Westbank und Ostjerusalem ihnen gehören“.
„Natürlich ist Israel berechtigt einige Teile davon zu behalten“, sagte er über die Westbank.

Das bedeutet nicht einseitige Annexion. Er benutzte das Wort „Annexion“ nicht. Das bedeutet, dass die Waffenstillstandslinien von 1949 keine gültigen Grenzen Israels sind und dass UNO-Resolution 242 Israel Anrecht auf Territorium der Westbank bei einer permanenten Vereinbarung gibt.

Alan Dershowitz stellt fest, dass Friedman recht hat:

Friedman hat Recht und seine Kritiker nicht.

Ich weiß es, weil ich daran – wenn auch in bescheidenem Umfang – daran beteiligt war 1967 die Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats zu formulieren, als Richter Arthur  Goldberg der Repräsentant der USA bei den Vereinten Nationen war. Ich war Richter Goldbergs Referendar und lehrte damals an der Harvard Law School. Richter Goldberg bat mich nach New York zu kommen und ihn zu einigen der Rechtsfragen rund um die Westbank zu beraten.

Die große Kontroverse lautete, ob Israel „alles“ im Verteidigungskrieg gegen Jordanien eroberte Territorium zurückgeben musste oder nur einen Teil davon.

Das Endergebnis war, dass die bindende englische Version der UNO-Resolution das entscheidende Wort „alle“ ausließ und das Wort „Territorien“ ersetzte, was, wie Richter Goldberg als auch des britischen Botschafters Lord Caradon öffentlich erklärten, bedeutete, dass Israel das Recht gibt einen Teil der Westbank zu behalten.

Darüber hinaus musste Israel gemäß Resolution 242 nicht einen einzigen Zentimeter der Westbank zurückzugeben, solange seine Feinde sein Recht in sicheren Grenzen zu leben nicht anerkannten.

Friedman hat daher recht, was diese beiden Aspekt angeht: (1) Israel hat nicht das Recht die gesamte Westbank zu behalten, wenn seine Feinde sein Recht in sicheren Grenzen zu leben anerkennen; (2) Israel hat „das Recht einen Teil“ dieser Territorien zu behalten. Die Einzelheiten – wie viele und den Ort – bleibt den Verhandlungen der Parteien überlassen.

Nach Annexion ausdrücklich gefragt, sagte Friedman überhaupt nichts:

Mr. Friedman lehnte es ab zu sagen, wie die Vereinigten Staaten reagieren würden, wenn Mr. Netanyahu Land der Westbank einseitig annektieren würde.

„Wir haben wirklich keine Ansicht, solange wir nicht wissen wie viel, unter welchen Bedingungen, warum das Sinn macht, warum das gut für Israel ist, warum es für die Region gut ist, warum es nicht mehr Probleme macht als es löst“, sagte Mr. Friedman. „Das sind alles Dinge, die wir verstehen wollen und ich will da nicht voreingenommen sein.“

Etwas nicht zu verurteilen heißt nicht gleich Unterstützung. Friedman sagte nicht ein einziges Wort, das US-Politik widerspricht.

Reporter versuchten mit der Sprecherin des Außenministeriums „Fangen“ zu spielen; diese sagte nicht, dass Friedman irgendetwas Falsches sagte:

Außenamtssprecherin Morgan Ortagus sagte, die Haltung der Administration zur Westbank habe sich nicht verändert, trotz Botschafter Friedmans Kommentaren gegenüber der New York Times, dass „Israel das recht hat einen Teil von, aber nicht die ganze Westbank zu behalten“.

Gegenüber von Reportern sagte Ortagus am Montag, dass „die Haltung der Administration zu den Siedlungen sich nicht geändert hat. Unsere Politik zur Westbank hat sich nicht geändert.“
Danach gefragt, wie die Position der USA zu Siedlungsaktivitäten ist, zitiert ein Vertreter des Außenministeriums Präsident Donald Trump und sagte: „Wie der Präsident gesagt hat, ist die Existenz von Siedlungen an sich zwar kein Hinderungsgrund für Frieden, weitere unkontrollierte Siedlungsaktivität hilft aber nicht den Frieden voranzubringen.“

Natürlich sagte Friedman nichts darüber, ob die Siedlungen gemäß US-Politik in dem Interview, wie veröffentlicht, legal sind.

Friedman wird in den Medien als pro-israelischer Cowboy charakterisiert, der US-Politik in der Region ignoriert. Er ist zweiflesohne pro-israelisch und für Siedlungen, was seine eigene Meinung angeht, aber er sagte nicht ein Wort, das der US-Politik widerspricht, außerdem sagte er kein Wort zu einseitiger Unterstützung von Annxion.

Das ist alles Voreingenommenheit seitens der New York Times und wurde von Reportern übergenommen, die nicht die Fähigkeit haben die Äußerungen eines Offiziellen unabhängig zu bewerten und stattdessen unkritisch die falsche Interpretation der NYT zu akzeptieren.

Fitnessstudios (und Kalorien) boomen im „Konzentrationslager“ Gaza

Aussie Dave, 5. Juni 2019

Willkommen im Gazastreifen, wo die Menschen so sehr hungern, dass sie trainieren gehen müssen, weil sie so viel essen und Gewicht machen.

Einer der „Insassen“ (AP Foto/Hatem Moussa)

Es ist nach Mitternacht, aber ein Dutzend Palästinenser rennt und schwitzt noch immer in einem Fitnessstudio im Gazastreifen.

Während des heiligsten Monats des Islam, Ramadan, verwandelt ich das Techno-Gym in einen nächtlichen Hotspot für junge Männer, die darum kämpfen in Form zu bleiben. Zusätzlich zu Selbstdisziplin und Gebet, die die Anhänger näher zu Allah bringen sollen, ist der Monat berühmt für seine üppigen Mahlzeiten und schweren Desserts, die dem Fasten den Tag über folgen.

„Ich komme während des Ramadan her, um die Kraft meines Körpers zu erhalten“, sagte Anas al-Najjar, en Musiklehrer, während einer Pause vom Rückenmuskeltraining. „Da ich hier seit einer Weile trainiere, ist es für den Körper nicht gut im Ramadan aufzuhören.“

Vor kurzem mischte sich an einem Abend Popmusik mit dem Klappern von Hanteln und Gewichtsscheiben, weil Fitness-Enthusiasten ächzten und schnauften. Das schwarz-gelbe Farbschema des Studios und die hellblaue Beleuchtung hatten einen verwirrenden Effekt, als die Uhr den Stunden des frühen Morgens entgegen tickte.

Die Ramadan-Routine mit kalorinreichen „Iftar“-Buffets zum Fastenbrechen, zuckrigen Stapln und Stunden ortsgebundener Zeit vor dem Fernseher, sind für Fitnesstrainer ein Problem. Eine wachsende Gruppe Mittelschicht-Männer im Gazastreifen beschäftigen sich mit der Aussicht auf zunehmendes Gewicht.

Ein Haupttäter ist ein Ramadan-Dessert namens „gatayef“ – mit süßem Käse oder Nüssen gefüllte gebratene Pfannkuchen, getränkt in selbstgemachtem Zuckersirup. Eine Scheibe Käse-qatayef hat gut 350 Kalorien. Fitnesstrainer bestätigen, dass es schwer ist dem nach einem Tag der Entbehrung zu widerstehen.

Abu Karsh hat diesen Ramadan-Trainingsplan mit intensiven Kardio-Übungn für „diejenigen, deren Körper schnell Gewicht zulegen“ ergänzt, angesetzt für den späten Nachmittag, vor dem Iftar-Essen.

Bei der um zwei Stunden verlängerten Öffnungszeit des Studios im heiligen Monat kommen einige Palästinenser spät abends, um ihre Muskeln zu stählen und ins Schwitzen zu kommen.

Es muss schwierig sein all diese Leute im einzigen Studio des „Konzentrationslagers“ Gazastreifen im Training zu haben.

Oh, Moment.

Im Verlauf des letzten Jahrzehnts hat das Geschäft der Fitnessstudios des Gazastreifens einen Boom.

Rund 120 Studios, von denen zwei Drittel professionell ausgestattet sind, verteilen sich über das Gebiet, gibt Tareq Abu el-Jedyan von der palästinensischen Bodybuilder- und Fitness-Vereinigung. Das ist eine beträchtliche Steigerung der Zählung des Studios im Gazastreifen vor 2000: nur 10 Stück.

„Die Sportkultur und die Achtsamkeit haben online zugenommen, was die Eröffnung von mehr Studios zuließ“, sagte Abu el-Jedyan. „Heute ist das alles professioneller als in der Vergangenheit … die Trainierenden gewinnen mit der richtigen Technik mehr Übung.“

Das gehobene Techno-Gym eröffnete vor drei Jahren, mit einem Schwimmbad, Dampf- und Sauna-Räumen und aus Italien importierter moderner Bodybuilder-Ausstattung.

Ich habe über dieses Studio hier schon berichtet.

Aber keine Sorge, das ist ja immerhin AP und sie haben eine Möglichkeit gefunden diese unangenehmen Wahrheiten zum Gazastreifen in das vorherrschende, irrführende Narrativ einzuarbeiten.

Das Studio, das in erster Linie Arbeiter in Banken, Telekom-Firmen und Hilfsorganisationen bedient, die das Geld aufbringen können, dient als seltene Erholungspause vom Elend des Lebens in der Enklave, wo die Arbeitslosigkeit die 50% überschreitet, Wasser untrinkbar und Stromausfälle die Regel sind. Die regelmäßigen Zyklen blutiger Zusammenstöße mit Israel haben die täglichen Kämpfe verschlimmert.

Eine israelisch-ägyptische Blockade, verhängt nachdem die militante Gruppe Hamas 2007 die Macht übernahm sowie eine sich intensivierende Spaltung zur palästinensischen Autonomie in der Westbank hat die Wirtschaft des Gazastreifens abstürzen lassen, was die Armut verstärkte und die humanitären Bedingungen verschlimmerte.

„Da ich im Gazastreifen unter Belagerung und Druck lebe, helfen uns so schöne und gepflegte Fitnessstudios die eingepferchte Energie durch etwas Gutes für unsere Gesundheit zu ersetzen“, sagte al-Najjar.

Hass-Karikaturen in wichtigen antiisraelischen Medien

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; auf Englisch veröffentlicht bei BESA, 4. Mai 2019)

Für Auslandsmedien, die regelmäßig gegen Israel aufstacheln, ist es oft wahrscheinlich, dass sie in die Veröffentlichung antisemitischer Karikaturen abgleiten. Eine aktuelle antisemitische Karikatur in der New York Times ist ein solcher Fall. Am 25 April entmenschlichte die internationale Ausgabe der Zeitung den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, indem sie ihn in einer Karikatur als Hund zeigte.[1] Juden als Tiere darzustellen ist ein klassisches Motiv des Antisemitismus. Die Leitung der Zeitung machte für die Veröffentlichung einen einzelnen Redakteur verantwortlich. Zusätzlich hätte es jedoch ein Eingeständnis geben müssen, dass das kulturelle und politische Umfeld bei der New York Times das Vergehen dieses Redakteurs möglich machte.

Es gibt verschiedene große Medien in zahlreichen Ländern, die oft gegen Israel gehetzt haben und ebenfalls antisemitische Karikaturen veröffentlichten. 2003 brachte die britische Tageszeitung The Independent eine Karikatur von Dave Brown, die den damaligen israelischen Premierminister Ariel Sharon als Kinderfresser darstellte, eine neue Mutation des mittelalterlichen Ritualmordvorwurfs. Selbst nach zahlreichen Beschwerden entschied die Press Complaints Commission (PCC) in Großbritannien, dass die Karikatur ihren Ethikcode nicht verletzt.[2] Sie gewann danach sogar den Preis für die beste politische Karikatur der Political Cartoon Society für das Jahr 2003. Dieser Preis wurde von der ehemaligen Ministerin der Labour Party Clare Short im Hauptsitz der prestigeträchtigen Wochenzeitung The Economist in London verliehen.

Der damalige israelische Botschafter im Vereinten Königreich Zvi Shtauber fragte den jüdischen Chefredakteur Simon Kelner, ob die Zeitung jemals eine ähnliche Karikatur einer Person des öffentlichen Lebens veröffentlicht hätte. Kelner musste mit seiner Sucher achtzehn Jahre weit in die Vergangenheit gehen um eine zu finden.[3]

Mitte des letzten Jahrzehnts war der jüdische Politiker Michael Howard der Vorsitzende der Konservativen Partei von Großbritannien, die sich damals in der Opposition befand. Im April 2005 veröffentlichte der Guardian eine Karikatur von Steve Bell, die Howard mit Vampirzähnen darstelle, von einem tropfte Blut. Dazu hielt er ein Glas mit Blut. Die Bildbeschreibung lautete: „Trinken Sie, was wir trinken? Stimmen Sie für die Konservativen.“[4] Später zeichnete Bell Howard für den Guardian erneut mit Vampirzähnen.[5] Der weltweit führende Experte für antisemitische Karikaturen, der belgische Forscher Joël Kotek, hat gesagt, dass hauptsächlich Juden in Karikaturen als Vampire dargestellt werden.[6]

Die „progressive“ deutsche Tageszeitung Süddeutsche Zeitung (SZ) ist eine der meistgelesenen „Qualitätszeitungen“ in Deutschland. Am 15. Mai 2018 veröffentlichte die SZ eine Karikatur, die den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu als die israelische ESC-Gewinnerin Netta Barzilai des Jahres darstellte; er feierte den Sieg mit einer Rakete mit Davidstern in der Hand. Der Karikaturist zeichnete den israelischen Regierungschef mit übergroßer Nase, Ohren und Lippen – klassische antisemitische Stereotype.

Nach vielen negativen Reaktionen entschuldigte sich die SZ ein paar Tage später damit, es sei ein Fehler gewesen die Karikatur zu veröffentlichen.[7][8] Fakt ist, dass die Hetze der Zeitung eine lange Geschichte hat.[9] 2013 veröffentlichte sie die Karikatur eines Monsters mit zwei Hörnern, das essen wollte[10] Der begleitende Text lautete: „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt.“

2014 erschien eine weitere antisemitische Karikatur in der SZ.[11] Burkhard Mohr zeichnete den jüdischen Facebook-Unternehmer Mark Zuckerberg als Krake, der seine Tentakel ausstreckt, um die sozialen Medien zu kontrollieren. Der Karikaturist stellte Zuckerberg mit langer Nase und dicken Lippen dar, einmal mehr typische antisemitische Stereotype. Kotek hat herausgestellt, dass Juden als Kraken darzustellen ist ein klassisches Motiv antismitischer Karikaturen.[12]

2008 porträtierte die italienische linke Tageszeitung Il Manifesto die jüdische Journalistin Fiamma Nirenstein mit der Bildbeschreibung „unsere Kandidaten für die Wahl: Fiamma Frankenstein.“ Sie war Kandidatin der Mitte-Rechts-Partei Il Popolo della Liberà (Volksfreiheit) bei den italienischen Parlamentswahlen. Der Karikaturist Vauro zeichnte sie mit einer langen Nase, die den Mund berührte, sie trug einen Wahlkampf-Button, einen Davidstern und die Insignien der Faschisten. Die Anti-Defamation League (ADL) bezeichnete die Karikatur als „unzweifelhaft antisemitisch“. Die Redakteure der Zeitung lehnten es ab sich zu entschuldigen.[13]

Die liberale schwedische Zeitung Dagens Nyheter veröffentlichte 2016 eine Karikatur, die Netanyahu und den gerade zum US-Präsidenten gewählten Donald Trump darstellte. Die beiden wurden von einem orthodoxen Juden, einem Mitglied des Klu-Klux-Klan und einer Person mit Gewehr getragen, die mir einer israelischen Flagge gekennzeichnet war. Die Bildbeschreibung lautete „Endlich“. Anfangs verteidigte die Zeitung die Karikatur. Später twitterte ihr jüdischer Chefredakteur, die Karikatur zu veröffentlichen sei ein Fehler gewesen, bestritt aber gleichzeitig, dass die Karikatur antisemitisch war.[14]

In der linksliberalen niederländischen Tageszeitung Volkskrant hat der Karikaturist Jos Colignon im Lauf des Jahres mehrere antisemitische Karikaturen veröffentlicht. 2018, anlässlich des 70. Geburtstags Israels, zeichnete er eine Karikatur eines großen israelischen Soldaten mit Davidstern auf dem Rücken, der auf einen kleinen Palästinenser vor einer Mauer schoss; die Kugeln schlugen um ihn herum ein und bildeten den Schriftzug „Happy Birthday to me“.[15]

2013 veröffentlichte Volkskrant eine Karikatur Colignons, die zwei Teile hatte. Rechts zeigte sie den nordkoreanischen Diktator mit der Bildunterschrift „Atombombe im Ärmel, Atombombe in den Taschen“. Links war ein schwarz gekleideter, ultraorthodoxer Jude mit schwarzem Hut und einer großen Nase, neben dem „Israel“ geschrieben stand. Er hatte Bomben seinen Taschen; die Bildbeschreibung lautete: „Nichts in den Ärmeln, nichts in den Taschen.“[16]

2012 schuf Colignon für den Volkskrant eine Zeichnung des rechten niederländischen Politikers Geert Wilders, des Chefs der Freiheitspartei. Eine fremde Hand steckt ihm Geld in die Tasche. Wilders sagt auf Hebräisch: „Danke und mach dir keine Sorgen.“ Die Karikatur legt nahe, dass das internationale Judentum diesen Politiker finanziert.[17]

Das Land mit regelmäßigen antisemitischen Karikaturen und einer andauernden Geschichte gegen Israel ist Norwegen. Ein Teil davon ist von Erez Uriely analysiert worden.[18] Die drei führenden landesweiten Zeitungen sind alle antiisraelisch. Hier kann nur eine kleine Auswahl der Hass-Karikaturen erwähnt werden. In der größten Zeitung, Verdens Gang, stellt der Karikaturist Morton M. Kristiansen die Juden Israels als Parasiten dar, die den Arabern Land stahlen und immer noch das letzte Sandkörnchen haben wollen.

2002 veröffentlichte die zweitgrößte landesweite Zeitung, Aftenposten, eine Karikatur von Inge Grodum. Sie zeigt einen Davidstern – statt eines normalen Sterns – über Bethlehem und drei Männer auf Kamelen. Letzteres verweist auf die drei Weisen aus dem Morgenland, die Jesu Geburt vorhersahen. Die Karikatur deutete an, dass Israel aus Bethlehem eine jüdische Stadt gemacht habe. Fakt ist, dass die Mehrheit der Stadt unter der Herrschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde muslimisch wurde statt christlich. Es gibt keine Juden, die in Bethlehem leben. In einer weiteren Karikatur in derselben Zeitung von derselben Künstlerin im selben Jahr schießen israelische Panzer auf den Stern von Bethlehem.

Die drittgrößte Tageszeitung, Dagbladet, hat allerlei antisemitische Karikaturen von Finn Graff veröffentlicht. Zwei davon zeigen Sharon und Olmert als Nazis. Der ehemalige Generalsekretär der norwegischen Arbeitspartei, Haakon Lie, schrieb in seiner Autobiografie: „Die Arbeitspartei ritt schwere Angriffe auf Israel. Sie verwendete Karikaturen von Finn Graff, die die antisemitischen Illustrationen von Der Stürmer in den Tagen Hitlers und Das Krokodil in Moskau wachriefen.“[19] Norwegens König Harald V. verlieh diesen Zeichner antisemitischer Karikaturen trotzdem den Orden des Heiligen Olaf, den höchsten Orden des Landes.

(Dieser Artikel ist eine erweiterte Version eines früheren,
der in The Algemeiner veröffentlicht wurde.)

[1] http://www.nytimes.com/2019/04/28/business/ny-times-anti-semitic-cartoon.html

[2] http://www.politicalcartoon.co.uk/html/exhibition.html.

[3] Manfred Gerstenfeld, interview with Zvi Shtauber: British Attitudes toward Israel and the Jews. In: Israel and Europe: An Expanding Abyss? Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs/Konrad-Adenauer-Stiftung) 2005, S. 188.

[4] Steve Bell: Are you drinking what we’re drinking? Vote conservative. The Guardian, 7. April 2005.

[5] Steve Bell: Michael Howard and the Tory party. The Guardian, 5. Oktober 2005.

[6] http://jcpa.org/article/major-anti-semitic-motifs-in-arab-cartoons/

[7] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/31630

[8] http://www.haaretz.com/israel-news/german-newspaper-apologizes-for-cartoon-using-anti-semitic-stereotypes-1.6094472

[9] http://www.jpost.com/Diaspora/Antisemitism-czar-slams-German-cartoon-as-Nazi-propaganda-556693

[10] http://www.zeit.de/kultur/2013-07/sueddeutsche-zeitung-israel-karikatur

[11] http://www.jpost.com/printarticle.aspx?id=342412

[12] http://jcpa.org/article/major-anti-semitic-motifs-in-arab-cartoons/

[13] http://www.jta.org/2008/03/20/default/italian-caricature-called-anti-semitic

[14] http://www.thelocal.se/20161121/swedish-newspaper-criticized-for-anti-semitic-trump-cartoon

[15] www.dagelijksestandaard.nl/2018/04/ranzige-volkskrant-publiceert-walgelijke-antisemitische-cartoon-vanwege-70ste-verjaardag-israel/

[16] https://brabosh.com/2013/04/25/pqpct-otr/

[17] https://joop.bnnvara.nl/nieuws/volkskrant-cartoonist-aangeklaagd-wegens-antisemitisme

[18] Manfred Gerstenfeld: Behind the Humanitarian Mask. The Nordic Countries, Israel and the Jews. JCPA, 2008, Israel, S: 142 -158.

[19] Haakon Lie: Slik jeg ser det (As I See It), 2. Teil. Oslo (Tiden Norsk forlag) 1983, S. 132.