Frage zu den Medien

Schließlich sind die auch in dieser Sache scheinheilig (Idee auf Facebook gefunden):

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Wann ist eine humanitäre Krise nicht wichtig? Dann, wenn Israel Teil der Lösung ist.

Aron White, UK Media Watch, 28. Dezember 2017

Israel wird oft ein einem einzigartig schlechten Licht dargestellt, mit wenigen positive Geschichte, um ein ansonsten negatives Bild auszugleichen. Diesen Monat gab es ein neues Beispiel dieses Phänomens; eine positive Geschichte über Israel, die objektiv verdiente in die Nachrichten zu kommen, wurde in Großbritannien überhaupt nicht berichtet.

Eines der dringendsten Themen in der Entwicklung der Dritten Welt ist die Notwendigkeit mehr Menschen in Afrika mit Strom zu versorgen. Heute gibt es 600 Millionen Afrikaner, die keinen Strom haben und das hat enorme Auswirkungen auf ihre Lebensqualität und Figur-Probleme. Studenten lernen bei Kerzenlicht, ganze Dörfer haben nicht die Möglichkeit lebenswichtige medizinische Versorgung  zu bekommen, die Kühlung benötigen und ohne die Mittel einen Computer aufzuladen ist man vom Internet und den Perspektiven, die es bietet kann, abgeschnitten. In einer machtvollen Anekdote beschrieb ein Feldforscher, wie sie in der ersten Nacht auf der Reise zu einer bestimmten afrikanischen Stadt durch die gesamte Stadt fuhren, bevor sie erkannten, dass sie angekommen waren, weil es keine Straßenlaternen oder Licht irgendeinem Haus gab. 600 Millionen Afrikaner leben in Dunkelheit.

Dieses Thema hat während der letzten Jahre umfassende Medienberichterstattung erhalten. Im Economist kann man hier, hier, hier und hier Artikel finden. Im Guardian kann man hier, hier, hier, hier und hier Artikel über die Notwendigkeit lese Afrika mehr Strom zu verschaffen.

2013 wurde in von Präsident Obama dieser Sache ein wichtiger Schritt vorwärts unternommen; er verkündete das Programm „Power Africa“, ein mit $7 Milliarden ausgestattetes US-Regierungsprogramm (geführt von der regierungseigenen Hilfsorganisation USAID). Power Africa zielt darauf bis 2030 60 Millionen weitere afrikanische Haushalte mit Strom zu verbinden; das soll durch Finanzierung, technische Hilfe, Aufbau von Kapazitäten und mehr geschehen, außerdem sollen Privatinvestitionen in den afrikanischen Energiesektor gewonnen werden. Das Projekt „Power Africa“, 2016 durch den Kongress als Gesetz verabschiedet, wird – mit den Worten von Barack Obama – „Licht ins Dunkel bringen und die Energie, die gebraucht wird um die Menschen aus Armut zu holen“.

Am 4. Dezember diesen Jahres gab es in dieser Sache eine weitere bedeutsame Entwicklung. Israel schloss sich dem Projekt Power Africa an, um in Zusammenarbeit mit der US-Regierung und afrikanischen Staaten eine Energielösung für Afrika zu finden. Bei der Veranstaltung, an der der US-Botschafter und viele afrikanische Staatsoberhäupter teilnahmen, sagte Premierminister Netanyahu: „Jedes Mal, wenn eine afrikanische Mutter das Licht oder einen Kocher für etwas Wasser für ihre Kinder anmacht, wird ein Teil Israels dort sein. Es ist eine große, großartige Entwicklung.“

Israelische Firmen und Wohltätigkeitsorganisationen sind bereits höchst aktiv dabei in Afrika Energie-Lösungen zu schaffen. Die israelische Firma Energiya Global liefert derzeit 6% des Stroms für Ruanda und wird in ein paar Jahren 15% des Strom für Burundi liefern. Innovation: Afrika, eine israelische  Wohlfahrtsorganisation, hat mehr als einer Million Menschen israelische Solar- und Wassertechnologie gebracht.

Diese Beziehung wird auf eine neue Ebene gehoben, weil die israelische Regierung jetzt eine Partnerschaft mit dem mächtigsten Land der Welt eingeht, um Dutzenden Millionen Afrikanern Strom zu liefern.

Doch irgendwie gab es in den Medien dazu keine Berichterstattung. Das ist eine bedeutende Entwicklung im Umgang mit einer zentralen humanitären Frage, die in den letzten Jahren regelmäßige Berichterstattung gesehen hat. Aber wenn Israel involviert ist, verfallen die Stifte in Schweigen. Warum gibt es eine Aversion dagegen etwas Positives über Israel zu berichten?

Israel wird oft einzig durch die Linse von Konflikt dargestellt. (Das einfachste Beispiel dieser konfliktzentrierten Sicht sieht man auf dem Israel-Profil der BBC; das Profil nennt nicht einen einzigen Israeli, leben oder tot, auch keine einzige israelische Leistung oder Beitrag für die Welt, sondern nennt das Wort Palästinenser fünfzehnmal und Gaza achtmal.) Aber ist ist viel mehr als ein Land mit nur einem Thema. Israel hilft an so vielen Orten überall auf der Welt – Verbrechensbekämpfung in Honduras, landwirtschaftliche Hilfe in Indien, Dürrevorbeugung in Kalifornien, Behandlung tausender verletzter Syrer und vieles mehr. Solch wichtige Storys wie israelische Bemühungen Millionen Afrikanern Strom zu bringen, ist kein anständiges journalistisches Verhalten. Über Israel sollte fair berichtet und seine Leistungen gebührend festgehalten und gefeiert werden.

Richard Goldstone widerruft (2): 4 Gedanken zu Golstones „mea culpa“

Pesach Benson, HonestReporting.com, 3. April 2011 (so nicht mehr online)

Vier Gedanken zu Richter Richard Goldstones mea culpa. Sein an die Brust schlagen in der Washington Post ist schwach, aber dennoch von Bedeutung:

  1. Goldstone rudert deutlich zurück

Wenn er Israel loben wollte, weil es die Forderungen seines Berichts erfüllte (die Operationen der Armee zu untersuchen und Veränderungen zum Schutz von Zivilisten umzusetzen), dann hätte es gereicht zu sagen: „Ich bin zufrieden mit Israels Antwort auf meine Empfehlungen.“

Man kann aber nur ernstes Bedauern hören, wenn er stattdessen sagt: „Hätte ich damals gewusst, was ich jetzt weiß, wäre der Goldstone-Bericht ein anderes Dokument geworden.“

  1. Klopfe dir selbst auf die Schulter

Die Online-Gemeinschaft der Israel-Unterstützer – Blogger, Leser, Aktivisten, jeder, der in der Schule, auf der Arbeit den Mund auf machte, usw. – verdient Anerkennung dafür, die Frage nicht ruhen zu lassen und den Druck aufrecht zu erhalten.

Ich weiß nicht, warum Goldstone sich entschied das jetzt zu schreiben, aber ich muss annehmen, dass etwas aus der Konversation dabei eine Rolle spielte. (Meiner bescheidenen Meinung nach war bereits im letzten Januar erkennbar, dass in der Gemüt des Richters etwas im Gang war. Maurice Ostroff sah die Zeichen…)

  1. Die Rolle der Medien

Auf Israel wurde gewaltig eingeprügelt, weil es Mohammed el-Dura „getötet“, Palästinenser in Jenin massakriert, willkürlich Zivilisten im Gazastreifen beschossen haben soll usw. usw. usw. Ein französisches Gericht entlarvte schließlich France2s Bilder des „Mordes“ an al-Dura, während die UNO schließlich zugab, dass es in Jenin kein Massaker gab. Erst jetzt distanziert sich Goldstone von seinem Bericht.

Warum springen die Medien so schnell auf den Zug auf, der Israel auf Israel einprügelt, statt einen kritischen Blick auf all die Vorwürfe zu werfen? Wie viel Leben muss noch verloren werden, wie viel politischer Schaden muss noch angerichtet werden, bevor die großen Medien einen langen, strengen Blick auf sich selbst werfen?

  1. Was bedeutet das für die Zukunft?

Das Palestinian Center for Human Rights beschuldigt die Hamas, sie gefährde die Zivilisten des Gazastreifens. Die Washington Post veröffentlichte Landkarten der Bunker und Waffenlager der Hisbollah – von denen sich viele in zivilen Gegenden befinden.

Ob nun die nächste Runde der Kämpfe im Gazastreifen oder im Libanon stattfindet, wir wissen, dass Israel wieder wegen des Beschusses von Zivilisten Prügel seitens der Großen Medien beziehen wird.

Wie der Fünfstern in die israelische Flagge kommt – die „Heilige“ Legende des ZDF

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 31. Dezember 2017

ZDF am ersten Weihnachtstag: Mit Markus Lanz im heiligen Land

Es ist immer schön zu erfahren, was das deutsche Fernsehen so sieht. Noch spannender, was es alles nicht bemerkt. Besonders interessant wird es, wenn es Dinge behauptet, die sonst keiner wahrnimmt und die meisten Überraschungen bieten sogenannte Reportagen aus dem Nahen Osten, der, wenn man sich nicht festlegen will, ob man Israel oder „Palästina“ meint, von deutschen Journalisten gerne auch das „Heilige Land“ genannt wird.

Herr Lanz begleitet den Pater Nikodemus durch das „Heilige Land“ und ist überrascht:

04:00 „Dominieren hier (in Bethlehem) nicht die Minarette?

05:00 Pater Nikodemus erklärt: „Christen werden immer weniger, weil die Christen am wenigsten Kinder haben, … weil wir wollen, dass die Kinder eine Zukunft haben, dass die eine optimale Schulausbildung haben, dass die alle auf die Universität gehen können. Was sind die Christen hier? Sie sind die Apotheker, Ingenieure, Ärzte, die Bildungselite.“

Der Zuschauer fragt sich: Haben die gut ausgebildeten Christen im „Heiligen Land“ nun gute Jobs oder sie sind gegangen? Fakt ist, dass in Israel die Christen von Jahr zu Jahr mehr werden und oft sehr gute Jobs haben. Das gilt allerdings nur für Israel selbst, und nicht für Bethlehem und die palästinensischen Gebiete. Denn da ziehen die gut ausgebildeten Christen tatsächlich weg. Was der Zuschauer nicht weiß: Bis 1948 war Bethlehem eine rein christliche Stadt. Heute bilden Christen in Bethlehem nur noch eine schwindende Minderheit. Die Behauptung, dass Kinder und Christen keine „Zukunft“ hätten, ist ein typisch palästinensisches Narrativ und gilt nicht für Israel selbst. Lanz hätte auch feststellen können, dass die Zahl der Christen in Israel stetig wächst, auch wenn deren Anteil an der Gesamtbevölkerung sinkt, wegen vieler Kinder bei Muslimen und orthodoxen Juden, sowie wegen jüdischer Einwanderung. (Genauso ist der Anteil der Türken in Deutschland 1990 drastisch gesunken, ohne dass auch nur ein einziger das Land verlassen hätte: wegen der Wiedervereinigung) Aber im „Heiligen Land“ des Deutschen Fernsehens will man es wohl nicht so genau wissen

05:44 erklärt uns Lanz „Doch Plakate an den Straßenecken zeigen, dass auch in der Geburtsstadt Jesu ein unseliger Konflikt schwelt. Sie erinnern an Palästinenser, die in blutigen Auseinandersetzungen mit Israelis starben. Manche auch als Selbstmordattentäter, mit unzähligen Toten auf beiden Seiten, darunter auch immer wieder Kinder.“

Typisch für palästinensische Selbstmordattentate ist, dass es nur einen toten Attentäter gibt, aber viele Tote auf der anderen Seite. Doch Lanz scheint hier die Ähnlichkeit zum Attentat auf dem Breitscheidplatz vermeiden zu wollen. Denn sonst könnte man sich vielleicht fragen, warum es in Berlin eigentlich noch keine Heldenikone von Anis Amri gibt, als Erinnerung an den „unseligen Konflikt“ der Islamisten mit dem deutschen Staat.

06:00 „Eine Mauer, mit 8 Metern weit höher als die Berliner Mauer, trennt die Westbank von Israel. Und soll so das Land vor neuen Terroranschlägen aus den Palästinensergebieten schützen. Ein unverzichtbarer Schutz für die einen, ein Quell ständiger Frustration für die anderen. An diesen Türmen entlädt sich immer wieder die Wut der Bevölkerung. Zuletzt nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US Präsidenten.“

Der Vergleich mit der Berliner Mauer hinkt aus mehreren Gründen: Sie wurde vom DDR- Regime errichtet, um die eigene Bevölkerung einzusperren, während die israelische Mauer Terroristen aussperren soll. Die israelische Mauer ist durchlässig, aber nur durch Kontrollpunkte. Täglich wechseln über 120.000 Palästinenser nach Israel, um ihrer Arbeit nachzugehen. Weitere 30.000 Palästinenser arbeiten in den israelischen Siedlungen im Westjordanland. An der Berliner Mauer gab es Selbstschussanlagen und andere Methoden, Menschen zu töten, nicht an der israelischen Mauer.

07:00 Treffen mit dem palästinensischen Pfarrer Mitri Raheb. Lanz fragt, was für Raheb die Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem bedeutet.

Raheb meint, man solle sich „die Westbank als Emmentaler Käse vorstellen. Bethlehem ist so ein Loch in diesem Käse. Von drei Seiten von dieser Mauer umgeben. Im Norden, Westen und Süden. Nur im Osten haben wir noch keine Mauer.“

Auch nach Süden hin ist Bethlehem offen und ohne Mauer. Aber das wollen weder Raheb noch Lanz zur Kenntnis nehmen.

An dieser Stelle entspinnt sich ein denkwürdiger Dialog:

Lanz: „Was macht das mit den Menschen, die haben ja überhaupt keine Gelegenheit mehr, sich zu begegnen, sich kennenzulernen. Das Verständnis für den jeweils anderen wird ja immer kleiner.“

Raheb: „Ein Sinn von dieser Mauer ist, dass die Israelis den Eindruck bekommen, die Palästinenser gibt es nicht. Also wir sind hier sozusagen verborgen hinter der Mauer.“

Lanz: „Und umgekehrt auch.“

Raheb: „Das führt natürlich dazu, dass auch die Palästinenser deshalb keinen Israeli mehr treffen können. Das heißt man kann natürlich sehr einfach Stereotype bilden und Feindbilder.“

Lanz: „Klischees / Vorurteile.“

Raheb: „Genau“

Hier denkt der Fernsehmann vermutlich nicht an die Poller, die in diesem Jahr allen frei fahrenden LKWs den Zugang zu den deutschen Weihnachtsmärkten verstellten. Aber es kommt noch dicker:

Raheb: „Die Mauer steht da wo das letzte Haus im Ort steht. Das heißt, unsere Städte können nicht mehr wachsen. Wenn eine Stadt nicht mehr wachsen kann, (heißt das) wir können keine neuen Viertel bauen.“

Unwidersprochen von Lanz kann hier Raheb Blödsinn behaupten, denn „unsere Städte“ sind keineswegs völlig eingemauert. Auch Bethlehem kann sich problemlos nach Süden und Osten hin ausbreiten. Unerwähnt bleibt auch, dass israelische Städte wie gerade Jerusalem sich wegen der Mauer nicht in alle Richtungen ausbreiten können.

Durch den verständnisvollen deutschen Reporter ermutigt, spinnt Raheb seine Legende munter weiter: „Wir können nicht expandieren, das heißt natürlich, die Arbeitslosigkeit wächst, Bethlehem hat die höchste Arbeitslosenquote in der ganzen Westbank. Also 24,6 Prozent momentan. Wenn die Arbeitslosigkeit wächst, heißt das, die Kriminalität wächst, mit Kriminalität kommen Drogen, und das ist also eine von Menschenhand gemachte Katastrophe. Die meisten jungen Leute hier, das ist ein Unterschied zu Deutschland, haben überhaupt kein Problem zu glauben, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Das Problem für die jungen Leute hier ist zu glauben, dass es ein Leben vor dem Tod gibt, wofür es sich zu leben lohnt.“

Warum gibt es dann keine Selbstmordattentäter in vielen anderen Ländern mit großer Armut und Arbeitslosigkeit? Diese Frage stellt sich Lanz nicht, sondern erklärt dem staunenden Zuschauer:

Lanz: „Die Isolation durch die Mauer ist Nährboden für Frustration und Aggression. Kinder werden früh radikalisiert. Seit der ersten Intifada, dem ersten Aufstand gegen die israelische Besatzung, stehen bei den Protesten immer wieder auch Kinder an vorderster Front, so auch der kleine Ramzi Aburedwan, der 1988 Steine auf israelische Soldaten warf.“

Lanz vertauscht hier komplett Ursache und Wirkung. Er unterstellt hier, dass es auch 1988 schon eine Mauer gab. Damals war das ganze Land aber noch offen, ohne jeden Checkpoint. Die Mauer wurde erst 2003 errichtet, wegen der Selbstmordattentate. Aber vermutlich ist man im deutschen Fernsehen der Ansicht, dass diese Information den Zuschauer verwirren könnte.

Anschließend folgt eine Unterhaltung über erschossene Kinder, denn wir wissen ja auch aus Deutschland, dass es bei bestimmten Tätergruppen immer nur um Kinder geht.

Ramzi ist „heute ein bekannter Kulturmanager und arbeitet als Dirigent in Belgien, Frankreich und Marokko“. Er erklärt im Rückblick: „Das Steinewerfen war damals die einzige Art, wie wir uns mitteilen konnten, dabei wollten wir nur frei sein.“

Lanz hat Verständnis: „Ramzi führt mich an den Ort… In eines der vielen Flüchtlingscamps, in dem er aufwuchs“ „seit fast 70 Jahren leben Menschen in diesen slumartigen Vierteln – die damals vertrieben wurden.“

Warum Tausende aus Nahost vertriebene Juden in Israel eine Heimat gefunden haben, sich aber bis heute kein arabischer Staat der muslimischen Menschen aus dem ehemaligen Mandatsgebiet Palästina angenommen hat, diese Frage stellt sich Lanz nicht.

Stolz wird berichtet, Ramzi sei auch über die Grenzen des Westjordanlandes aktiv.

Interessant: Eben hieß es doch noch, dass die Palästinenser eingesperrt seien und nicht reisen könnten…

Auch ein junger Geigenbauer erklärt mit Hinweis auf Israel: „Wenn sie wirklich Frieden haben wollen, dann würden sie keine Mauer bauen…“

Die von Lanz nicht gestellte Gegenfrage: Und wenn die Palästinenser Frieden wollen, wieso betreiben sie Terror, bis die Israelis für viel Geld sich mit Mauern und Kontrollpunkten schützen müssen?

Weiter geht es nach Nazareth. Hier sei die Sehnsucht nach Frieden groß. Lanz sagt: „Hier leben Muslime, Christen und Juden zusammen ohne trennende Mauer.“

Sein Begleiter Nikodemus differenziert: Nazareth ist arabisch, Obernazareth jüdisch

In Nazareth gibt es keine Mauern, das stimmt, aber unerklärt bleibt, wieso keine Juden im arabischen Teil der Stadt wohnen, während im jüdischen Ober-Nazareth auch viele Araber eingezogen sind.

24:17 Screenshot. Lanz schaut wohlgefällig auf ein altes Relief und sagt: „der Davidstern ist heute Symbol Israels“

Lanz verwechselt hier allerdings das Pentagramm, den fünfzackigen Stern, aus dem sich auch der Sowjetstern entwickelt hat, mit dem Hexagramm, dem sechszackigen „Davidstern“, der die Flagge Israels schmückt.

Besonders friedlich wird es für Lanz in Tabgha, einer Begegnungsstätte von Behinderten am See Genezareth. Für Lanz ein „Urlaub vom Nahostkonflikt“, „Hier entsteht sehr viel Frieden“ „So treffen sich hier auch israelische und arabische Gruppen…“

Offenbar ist hier jüdisch mit „israelisch“ gemeint, wobei auch die arabischen Behinderten Israelis sein dürften. Eine wunderbar absurde Aussage, die letztlich besagt, dass Israelis mit Israelis friedlich umgehen können…

Bei 33:23 wird dem Zuschauer ein Kraftwerk gezeigt und erklärt: Dieses Kraftwerk lieferte vor 70 Jahren Strom für die ganze Region.

Lanz vergisst zu erwähnen: Das Rutenberg-Kraftwerk in Naharaim hat bis 1948 Strom geliefert und wurde dann durch Krieg zerstört und verlassen.

Beim Thema Taufplatz und Schmutzwasser im Jordan gibt es ebenfalls Verwechslungen. Die von den Israelis künstlich errichtete Taufstätte ist rund 100 km oberhalb des ursprünglichen Taufplatzes…sie befindet sich bei dem noch aufgestauten Ausfluss des See Genezareth.

Herrlich ist auch bei Minute 34:30 die Bemerkung von Lanz zum Toten Meer. Er nennt es „salzig kühles Nass“.

Lanz hat wohl noch nie im Sommer versucht, sich im Toten Meer abzukühlen… “Die Wassertemperatur im Toten Meer ist vor allem für Menschen mit Abneigung vor kaltem Wasser ein Traum: denn bei Temperaturen von bis zu 31 Grad Celsius muss wirklich niemand frieren.“

Lanz trifft Mira Edelstein von EcoPeace, eine Umweltaktivistin. Diese erzählt nichts Falsches, lässt aber wesentliche Punkte aus:

Das Wasser verdunstet sehr stark und es wird für die Gewinnung von Kali, Salz, Brom und andere Mineralien von Israel und Jordanien entnommen. Das ist der Hauptgrund für das Verschwinden des Meeres, nicht nur der mangelnde Zufluss von Wasser, etwa aus dem Jordan. Das Problem hat schon vor über 120 Jahren Theodor Herzl erkannt und vorgeschlagen, einen Kanal zwischen dem Roten und Toten Meer zu bauen, um das Wasser wieder aufzufüllen. Zurzeit verhandeln Israel und Jordanien über ein Projekt, diesen Kanal zu verwirklichen. Es ist unverständlich, wieso Lanz hier nur eine „Aktivistin“ zu Wort kommen lässt und offenbar weder eigenständig recherchiert, noch eine verantwortliche Person der Regierung interviewt hat.

Zum Gazastreifen:

40:00 Lanz: „Abgeriegelt vom Rest der Welt, so nah am hochmodernen Israel und doch unendlich fern.“

Nicht erwähnt wird, dass der Gazastreifen noch bis 2005 offen war und nicht „abgeriegelt“. Endgültig blockiert wurde er seit dem „Krieg“ der Hamas gegen Israel ab 2007 wegen Raketenbeschuss und Terrortunnels.

„Immer wieder schießen Extremisten Raketen auf Israelisches Gebiet, töten und verletzen Zivilisten. Das Militär schlägt dann mit Härte zurück.“

Klischeehafte Formulierung. Wer diese „Extremisten“ sind, wird verschwiegen. Laut ZDF gilt „Härte“ nicht für Raketenbeschuss, sondern nur für die israelischen Konter.

„Die letzte blutige Auseinandersetzung liegt gerade mal 3 Jahre zurück Und auch im Moment ist die Lage angespannt“ (Gezeigt werden Erwachsene mit Babys auf den Armen)

Lanz weiter: „Eselskarren transportieren Schutt vom letzten Gazakrieg 2014 ab“, (gleichzeitig sind die modernsten Autos zu sehen, die aber für Lanz keine Erwähnung wert sind)

„Keine Diskriminierung der Christen, aber auch hier gibt es fanatische Menschen“

Nikodemus erwähnt hier korrekt die doppelte Besatzung von außen durch Israel und von innen durch das Regime…

Lanz: „Tage der Christen sind gezählt“. Sein Gewährsmann Rami Hanua Saba: „nur 1000 christliche Gemeindemitglieder, vor 5-6 Jahren waren wir noch 5-6000“

Nicht erwähnt wird, dass Christen aus dem Gazastreifen geflohen sind wegen Morden und weil deren Gemeindehäuser als Abschussrampen für Raketen gegen Israel missbraucht wurden.

Nun kommt Lanz zu Saad Hakoura, einem Juwelier, der zwei Geschäfte in Gaza besitzt. Die Wirtschaft sei „seit 10 Jahren am Boden. Wir machen zurzeit nur noch 20% im Vergleich von vor 2007. Da hatten wir noch alles.“

Wer sich auskennt, weiß, wieso 2007 als Datum erwähnt wird: Es geht um die Machtübernahme der demokratisch gewählten Hamas im Gazastreifen. Aber so genau will es Lanz wohl nicht wissen.

Bei 48:51 erzählt Lanz „Tankwagen aus Ägypten liefern Gas. Gazas Kraftwerk kann nur maximal 4 Stunden Strom am Tag generieren.“

Das hier erwähnte Kraftwerk wird nicht mit Gas, sondern mit Dieselöl betrieben, wie Lanz zahlreichen deutschen Quellen hätte entnehmen können:

„Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist am Samstag mangels Diesel-Kraftstoffs abgeschaltet worden.”

„Vor zwei Wochen hatte Ägypten Lastkraftwagen mit Diesel in das Gebiet geschickt. Dieser ist nun jedoch aufgebraucht. Ägypten hat der Hamas-Regierung am Wochenende aber weitere Diesellieferungen zugesichert. Die Energiekrise geht auf einen Machtkampf zwischen der Hamas und der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zurück. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter Abbas weigert sich, den bislang von Israel nach Gaza gelieferten Strom zu bezahlen. Israel hat die Lieferung auf Bitten der PA gekürzt.”

Weiter wird in dem Film erwähnt, dass der Gazastreifen von Israel blockiert und abgeriegelt sei.

Auch Herr Frings von der Adenauer-Stiftung erklärt, Israel halte die Blockade auf dem Landweg, im Luftraum und im Meer aufrecht.

Bei der Familie in Gaza, deren Leid unter der Stromknappheit so eindrücklich dargestellt wird, sind jedoch Medikamente aus Israel zu sehen, darunter „Abilak“. Wie sind die wohl in den Gazastreifen gelangt, wenn Israel ihn „blockiert“?

50:40 Lanz: „Bevölkerungsdichte in Gaza so hoch, wie an kaum einem anderen Ort der Welt“

Die Bevölkerungsdichte in Singapur, Hongkong oder Tel Aviv ist höher als im Gazastreifen.

Fazit: Herr Lanz hat eine wunderbar angenehme Stimme. Wenn er sich jetzt auch noch an die Fakten halten würde, könnte aus dem Mann ein echter Reporter werden.

(C) Ulrich W. Sahm

In Europa bekommt „Islamophobie“ die Schlagzeilen – obwohl sie antisemitischer Gewalt hinterherhinkt

Abigail R. Esman, The Algemeiner, 19. Dezember 2017

Als Donald Trump früher diesen Monat Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannte, warnten viele vor Auswirkungen und Angriffen auf Juden. Und innerhalb von Tagen schlug ein muslimischer Mann mit einer Palästinenserflagge die Fenster eines koscheren Restaurants in Amsterdam ein. Bald danach warfen Muslime in Malmö (Schweden) drei Molotowcocktails auf einen jüdischen Friedhof und skandierten: „Wir werden die Juden erschießen.“

In den folgenden Tagen verbrannten andere in Stockholm israelische und amerikanische Flaggen und eine Gruppe schleuderte währen deiner Party für jüdische Teenager in Göteborg Brandbomben in eine Synagoge. „Wegen Trump“, erklärte eine Schlagzeile von Newsweek, „verbrennen Menschen israelische Flaggen und greifen Juden an.“ Aber ist es wirklich „wegen Trump“ und der Entscheidung zu Jerusalem?

Eher nicht.

Historisch haben kontroverse umstrittene Entwicklungen in Israel und der Westbank zu antiisraelischen Protesten in Europas muslimischen Gemeinschaften geführt  und – nicht unregelmäßig – zu Gewalt gegen Juden. Das kann kaum überraschen, besonders angesichts des Ergebnisses einer Studie der Universität Oslo vom Juni, die zu dem Schluss kam, dass in Europa Antisemitismus bei europäischen Muslimen am stärksten vorhanden ist.

Darüber hinaus ist, dass, während viele Medien sich in den letzten Jahren auf gegen Muslime gerichtete Gewalt und sogenannte „Islamophobie“ konzentrieren, wenig Aufmerksamkeit den Angriffen auf Juden gewidmet wurde, die besonders zahlreich und merklich gewalttätiger gewesen sind. Und die Lage wird nur immer schlechter.

In den Vereinigten Staaten nahmen zum Beispiel die antisemitischen Vorfälle im ersten Quartal des Jahres 2017 im Vergleich zum selben Zeitraum 2016 um 86 Prozent zu; in Großbritannien erlebte das Jahr 2016 eine Rekordzahl an Vorfällen, 36 Prozent mehr als 2015; und aus Frankreich, wo – wie Newsweek berichtet – „Antisemitismus bei einigen Elementen der muslimischen Gemeinschaft tief verwurzelt ist“, sind seit 2006 infolge antisemitischer Drohungen und Gewalt 40.000 Juden geflohen. Zu diesen Gewalttaten gehören: der Terroranschlag 205 im Hyper-Cacher-Supermarkt und die grauenhafte Entführung und Folterung des 23-jähirgen Ilan Halimi im Jahr 2006.

Erst im September nahmen drei muslimische Angreifer eine jüdische Familie in ihrer Wohnung außerhalb von Paris  als Geiseln. „Ihr seit Juden“, sagten sie ihren Gefangenen, zu denen ein 78 Jahre alter Mann und seine Frau gehörten. „Ihr habt Geld.“ Nachdem sie den alten Mann wiederholt schlugen, flohen die Angreifer mit Schmuck, Kreditkarten und Bargeld aus dem Haus.

Das soll nicht die sehr realen Angriffe auf Muslime in den USA und Europa in den letzten Jahren bagatellisieren.

Im Vereinten Königreich zählten Beamte zum Beispiel 224 Angriffe auf Muslime im Monat nach dem Terroranschlag in Manchester und eine 40-prozentige Zunahme an antimuslimischen Verbrechen nach dem Anschlag auf  der London Bridge. Und in Deutschland, das einige der schlimmsten erlebt hat, wurden allein im zweiten Quartal diesen Jahres 192 Vorfälle amgezeigt, während es 2016 nach Angaben des deutschen Innenministeriums mehr als 3.500 Vorfälle gegen Muslime in Asylantenheimen gab. Im Gegensatz dazu wurden 2083 Verbrechen gegen deutsche Juden angezeigt.

Aber es gibt beträchtliche Unterschiede zwischen den Angriffen auf Juden und denen auf Muslime, deren eklatanteste davon ist die große Bandbreite ihrer Angreifer.

Während weiße Rassisten Angriffe auf Muslime begehen, sehen sich Juden Gewalt sowohl von weißen Rassisten als auch muslimischen Gruppen ausgesetzt. Daher überrascht es nicht, dass nach Angaben von Zahlen des FBI Juden die meisten Hassverbrechen aller Religonsgsruppen in den Vereinigten Staaten erleben – ein Trend der sich in Kanada, Frankreich, Australien und andernorts wiederholt. Und in Schweden, vermerkt ein Op-Ed der New York Times, wurde Antisemitismus historisch Rechtsextremen angelastet, aber eine Studie stellte 2013 fest, dass „51 Prozent der antisemitischen Vorfälle in Schweden auf muslimische Extremisten zurückzuführen waren. Nur 5 Prozent wurden von Rechtsextremen begangen; 25 Prozent wurden von Linksextremisten begangen.“ Das würden Sie aber nicht unbedingt aus dem Lesen der Schlagzeilen erfahren.

Nach der Veröffentlichung des FBI-Berichts 2016 verkündete zum Beispiel Vox: „Ein neuer Bericht des FBI sagte, dass Hassverbrechen – besonders gegen Muslime – 2016 zunahmen; derweil erklärte CNN: „Hassverbrechen stiegen 2016 an, besonders gegen Muslime und Weiße.“ Und ein Bericht des Guardian zu Hassverbrechen in Großbritannien betonte Angriffe auf Muslime, erwähnte jedoch die Hassverbrechen gegen Britanniens Juden gar nicht.

Die Natur dieser Verbrechen ist ebenfalls übersehen worden: Obwohl es keine offizielle, spezifische Analyse der Daten gibt, tendieren antijüdische Vorfälle weltweit dazu gewalttätiger zu sein als die gegen Muslime. Während in Großbritannien nach den Anschlägen von Manchester und an der London Bridge mit Brandsätzen beworfen wurden, hat es zum Beispiel keine Berichte über Geiselnahmen oder Morde (wie den Angriff auf vier Juden am jüdischen Museum in Brüssel 2014 oder dass im April Sarah Halimi zu Tode geprügelt wurde) gegeben.

Im September schlug Kolumnist Brendan O’Neill im Spectator einen möglichen Grund dafür vor: „Von Karen Amstrongs Beharren darauf, dass der Anschlag auf das Lebensmittelgeschäft in Paris ‚nichts mit Antisemitismus zu tun hatte‘ und es dabei eher ‚um Palästina‘ ging, bis zur Behauptung verschiedener Kommentatoren, dass Antisemitismus Europa das unvermeidbare Nebenprodukt von Israels Eskapaden im Nahen Osten‘ ist, betrachten viele sehr respektable Leute heute Anschläge auf Juden fast als Form des Protests, als politisch statt von Hass erfüllt.“

Das könnte durchaus stimmen. Oder es könnte sein, dass die Öffentlichkeit – und die Schlagzeilenverfasser – nach einer langen Geschichte des Antisemitismus antijüdischen Hass nicht mehr als ganz so nachrichtenwürdig, dramatisch oder wichtig ansehen. Oder vielleicht ist es eine Kombination aus allem.

Gleichzeitig unternehmen die Medien, während Israel (oder gerade Trumps Entscheidung zu Israel) regelmäßig vorgeworfen wird Anschläge gegen die Juden der Welt zu inspirieren, selten, wenn überhaupt etwas, um auf die Auslöser für Anschläge westlicher Muslime hinzuweisen: Die oft von anderen westlichen Muslimen begangenen Terroranschläge, die ihnen vorausgehen. Stattdessen lassen Berichte zu diesen Hassverbrechen regelmäßig durchblicken, dass Angriffe auf Muslime die Schuld er Angreifer und ihres Hasses sind; gleichzeitig legen sie aber nahe, dass die Misshandlung von Juden die Schuld der Israelis und der Juden der Welt ist.

Solche Schilderungen sind nicht nur scheinheilig: Sie lassen den Antisemitismus, den sie angeblich offenlegen – und den Hass, den sie vorgeblich verurteilen – fortbestehen, eskalieren ihn sogar. Eine Studie aus Oslo aus dem Jahr 2015 gibt an, dass daher „rund 10.000 Juden Westeuropa in Richtung Israel verließen, die größte  Zahl, die das seit 1948 getan hat.“ Und immer noch geht die Gewalt weiter.

Deutscher Staatssender nutzt Jerusalem um Israel niederzumachen

CAMERA, 15. Dezember 2017

Die Deutsche Welle, für die mediale nachrichtliche Auslandsdarstellung Deutschlands verantwortlich, existiert, um ein positives Image von Deutschland zu vermitteln. Das Bundesgesetz, das den Sender regelt, besteht darauf, dass „die Sendungen die Öffentlichkeit in die Lage versetzen müssen sich unabhängige Meinungen zu bilden; er darf keine Partei oder politische Vereinigung, religiöse Gemeinschaft, einen Beruf oder eine Interessengemeinschaft einseitig unterstützen“.

Es ist unklar, was in dem Rechtsauftrag die Veröffentlichung mit von Fehlern durchsetzten, tendenziösen Beiträgen rechtfertigt, mit denen auf den jüdischen Staat eingeprügelt wird. Aber genau dazu nutzte die Deutsche Welle die Gelegenheit bei ihrem Überblick unter dem Titel „Jerusalem: Three things to know“ (Jerusalem: Drei Dinge, die man wissen muss). Der Beitrag vom 7. Dezember beginnt mit einer kleinen, aber unerklärlicherweise falschen Darstellung einer Tatsache: „Israel eroberte im Nahost-Krieg von 1967 ganz Jerusalem“ und wirft nie einen Blick zurück, zitiert ausschließlich Kritiker Israels und ist offen ihren bevorzugten Argumentationspunkten zugeneigt.

  • Wie festgehalten besagt der erste Satz des Artikels fälschlich, dass „Israel im Nahost-Krieg von 1967 ganz Jerusalem eroberte, dann das arabische Ostjerusalem annektierte“.

Fakt ist, dass Israel den westlichen Sektor Jerusalems 1948 einnahm, als Jordaniens Arabische Legion den östlichen Sektor besetzte. Als Israel die jordanischen Truppen 1967 in ihr Territorium zurückdrängte, eroberte es nicht „ganz Jerusalem“, sondern nur den östlichen Teil, der von Jordanien besetzt und annektiert war. Die Deutsche Welle hat es abgelehnt die Falschaussage zu korrigieren.

  • Unter der Überschrift „Demographie und Ungerechtigkeit“ – beachten Sie den voreingenommenen und subjektiven Wortgebrauch schon im Titel, der die in dem Artikel vermittelten verschiedenen antiisraelischen Vorwürfe akzeptiert, die als Ungerechtigkeit betrachtet werden sollen – hatte der Artikel behauptet: „Seit 1967 hat Israel den Transfer von mehr als 200.000 Israelis in rein jüdische Siedlungen – oder was die israelische Regierung Viertel nennt – in den Außenbezirken von Ostjerusalem vorangetrieben. Die Siedlungen sind nach dem internationalen Recht illegal.“

Es ist rundheraus falsch zu behaupten, dass diese Gegenden „rein jüdisch“ sind. Arabische Einwohner Jerusalems und Nichtjuden aus ganz Israel können in diesen Vierteln leben und tun das auch. (Um ein Beispiel anzuführen: Reuters berichtete 2014: „Offizielle Zahlen aus dem Jahr 2013 zeigen, dass 7,5 Prozent der Einwohner von French Hill Araber sind“, und stellte fest, dass der Prozentsatz sogar höher sein könnte.)

Die Verwendung des Wortes „Transfer“, um die Entscheidung von Juden und Araber sich in diesen Vierteln einzumieten oder Immobilien zu kaufen zu beschreiben, ist unverschämt parteiisch und gehört nicht in eine neutrale Nachricht. Es ist ein Begriff, der von antiisraelischen Aktivisten bevorzugt wird, die anstreben fälschlich zu implizieren, dass die dort Hinziehenden das nicht aus freien Stücken tun.

Schließlich ist die Behauptung, dass Israels Jerusalemer „Siedlungen“ das internationale Recht verletzt, nicht nur parteiisch bezüglich dem, was der Artikel gerade einen Satz zuvor eingestand, nämlich dass darüber gestritten wird, ob die Jerusalemer Viertel als Siedlungen zu beschreiben sind, sondern läuft auch auf eine vorgreifende juristische Beurteilung anstelle von Journalismus hinaus. Obwohl viele darauf bestehen, dass Siedlungen illegal sind, gibt es angesehene juristische Sachverständige, darunter Julius Stone und Eugene Rostow, die das anders bewerten.

Nach CAMERAs Austausch mit der Deutsche Welle wurden die Verweise auf „rein jüdische“ Siedlungen und der Wortgebrauch zu „Transfer“ aus dem Text entfernt. (Die Fehler und Veränderungen wurden jedoch entgegen journalistischer Standardpraxis nirgendwo auf der Internetseite eingestanden.)

  • Der Artikel gibt an, dass „mehr als 2.000 jüdische Siedler im Herzen arabischer Viertel in Ostjerusalem leben, in einige Fällen Einwohner aus ihren Häusern vertrieben“.

Er lässt jedoch außer Acht, dass einige dieser „arabischen Viertel“ historisch jüdische Bereiche hatten, die während des Kriegs von 1948 ethnisch gesäubert wurden. Tatsächlich waren die Immobilien, in die Juden eingezogen sind, entweder gekauft worden oder sie gehörten vor der jordanischen Invasion Juden. Und in den meisten Fällen werden arabische Einwohner als geschützte Mieter eingestuft und können nicht aus ihren Heimen gezwungen werden, solange sie Miete zahlen. Diejenigen, die den legalen Eigentümern keine Miete zahlen, können natürlich zwangsgeräumt werden. Der Sprachgebrauch, der suggeriert, Juden könnten nach Gutdünken arabische Hauseigentümer oder Mieter entfernen, führt die Leser in die Irre.

Die Deutsche Welle lehnt es ab das klarzustellen.

  • Der Artikel behauptet: „Israelische Behörden haben Entwicklungs- und Baugenehmigungen für Palästinenser eingeschränkt.“

In Wirklichkeit sind Baugenehmigungen nur insofern „eingeschränkt“, als – für den jüdischen wie für den arabischen Sektor – einige Anträge genehmigt und andere abgelehnt werden. So ist das in allen Kommunen der Fall. Fakt ist, dass die arabische Gemeinschaft Jerusalems Baugenehmigungen für mehr Quadratmeter Wohnungsbau erhalten hat als die demografisch (was Bevölkerungsanteil und Familiengröße angeht) ähnliche jüdisch-ultraorthodoxe Gemeinschaft; insgesamt ist das Verhältnis der beantragten und erteilten Genehmigungen im jüdischen und arabischen Sektor vergleichbar. 2009 zum Beispiel lag der Anteil der genehmigten Anträge in Ost-Jerusalem bei 55 Prozent gegenüber 63 Prozent in West-Jerusalem. Im westlichen Teil der Stadt wurden weitere Anträge genehmigt, was aber daran liegt, dass in diesem Sektor viel mehr Anträge gestellt wurden.

Die Deutsche Welle lehnt es ab diesen Kontext hinzuzufügen.

  • Der Text behauptet, dass israelische Behörden palästinensischen Jerusalemern Aufenthaltsgenehmigungen erteilen, was das Recht beinhaltet dort zu arbeiten, zu wohnen und Leistungen zu erhalten, aber nicht zu wählen.

Das ist falsch. Palästinensische Einwohner Jerusalems haben das Recht bei Kommunalwahlen zu wählen, einschließlich bei der Wahl des Bürgermeisters Jerusalems.

Als Resultat von CAMERAs Kontakt mit den Redakteuren stellt der Absatz jetzt korrekt fest, dass „sie in Kommunalwahlen, aber nicht in landesweiten Wahlen abstimmen können“.

  • Der Text gibt an: „Israelische Behörden haben nach Angabe der Gesellschaft für Bürgerrechte in Israel seit 1967 fast 15.000 Aufenthaltsgenehmigungen aberkannt, was Human Rights Watch für illegalen Zwangstransfer hält.“

Wie es im gesamten Artikel der Fall ist, werden Beschuldigungen von israelkritischen Gruppen ohne Gelegenheit der Gegendarstellung weitergegeben, was zu einem Artikel führt, der durch einseitige Vorwürfe enorm verzerrt und in dem die Stimme des Beschuldigten nicht zu finden ist.

In diesem speziellen Fall bedeutet das Fehlen der israelischen Antwort, dass die Leser glauben müssen, Aufenthaltsgenehmigungen würden willkürlich entzogen, was nicht stimmt. Einwohner Jerusalems behalten ihren Status gemäß dem Gesetz so lange, wie ihr Lebensmittelpunkt sich in Jerusalem befindet. Zieht ein Einwohner Jerusalems um, zum Beispiel nach Ramallah im Gebiet der palästinensischen Autonomiebehörde, dann kann er seinen Einwohnerstatus verlieren. Ausgewogener Journalismus würde sicherstellen, dass Israels Haltung nicht weniger deutlich gemacht würde, als die von Human Rights Watch. Aber die Deutsche Welle lehnt es ab den Abschnitt zu korrigieren.

  • Der Text sagt: „Obwohl palästinensische Jerusalemer Steuern zahlen, entspricht die Versorgung im Vergleich nicht der der jüdischen Pendants.“

Diese Pauschalaussage, dass palästinensische Jerusalemer „Steuern zahlen“ verschweigt die Tatsache, dass die Bevölkerung historisch ihre Steuern auf weit niedrigerer Rate zahlt als im westlichen Sektor der Stadt. Selbst Professor Scott A. Bollens, ein Israelkritiker, gab zu:

Israelische Verwaltungsbeamte geben an, dass die Gründe hinter Ungleichheiten darin zu finden sind, dass Araber ihre kommunalen Steuern (die Arnona genannt werden) nicht zahlen. Der Bericht der Stadt für das Jahr 1994 hält fest, dass Arnona-Zahlungen im östlichen arabischen Jerusalem bei 49,2 Prozent für Wohnunterkünfte und bei 43,8 Prozent für Geschäfte liegen; im Vergleich dazu liegen sie im westlichen Jerusalem bei 78 bzw. 74 Prozent. Von daher „decken Zahlungen aus dem Osten nur einen kleinen Anteil der Ausgaben verschiedener Dienstleistungen für diesen Sektor ab“.

Der Professor sollte anerkennen, dass diese Zahlen zu den Nichtzahlungen korrekt sind. Er besteht dennoch darauf, dass der Fehler Israel angelastet werden soll, was als Nicht-Journalist sein gutes Recht ist. Aber ein Nachrichtenartikel, der einen Punkt damit setzen will, dass das Thema Steuern aufgebracht wird, sollte das keinesfalls so tun, dass er irreführt und sollte den Leser auf die Tatsache aufmerksam machen, dass Nichtzahlung von Steuern zu einer ungleichen Dienstleistungs-Erbringung beiträgt.

  • Schließlich trägt der Artikel vor: „Fast drei Viertel der Einwohner Ostjerusalems leben unter der Armutsgrenze; im Vergleich dazu beträgt in Israel nach Angaben des Nationalen Versicherungsinstituts die Armutsrate 21 Prozent.“

Der Prozentsatz der unter der Armutsgrenze lebenden ostjerusalemer Araber ist in der Tat hoch. Aber das Gleiche trifft auf die ultraorthodoxen Juden in West-Jerusalem zu. In beiden Fällen bedeuten kulturelle Gepflogenheiten, dass Familien viele Kinder haben und es nur eine eingeschränkte Beteiligung an der arbeitenden Bevölkerung gibt. (Im arabischen Sektor entscheiden sich Frauen oft nicht zu arbeiten, im jüdischen Sektor Seminaristen*.)

Besonders in einem Artikel, der mit Anschuldigungen über israelische Diskriminierung vollgepackt ist, ist dieser Kontext für die Leser notwendig, die hoffen die Armutsstatistiken zu verstehen. Solchen Kontext auszulassen, um israelisches Fehlverhalten zu liefern, wie es bei der Auslassung israelischer Stimmen in einem Artikel der Fall ist, der viele Kritiker auffährt, vermittelt einmal mehr den Eindruck, dass die Journalisten der Deutsche Welle es darauf anlegen die Leser durch selektive Auslassungen zu einer bestimmten Schlussfolgerung zu führen.

In diesem Fall ist das nicht nur mieser Journalismus, sondern offensichtlich ein Bruch des deutschen Rechts, das von der Deutsche Welle einfordert „der Öffentlichkeit zu ermöglichen sich unabhängig Meinungen zu bilden“ und für parteiischen, politischen oder religiösen Gruppen keine „einseitige Unterstützung“ zu bieten.

* damit dürften Thora-Studenten gemeint sein

NGO twittert Bild von Juden an der Kotel als „palästinensische Christen und Muslime vereint gegen Trump“

Elder of Ziyon, 15. Dezember 2017

Das „Institute of Middle East Understanding“, das behauptet eine unabhängige Organisation zu sein, Journalisten akkurate Informationen zum Nahen Osten zu bieten, hat diesen Tweet veröffentlicht:

„Wir sind eins“: Palästinensische Christen und Muslime vereint gegen Trumps Jerusalem Entscheidung

Das ist natürlich ein Foto von Juden beim aktuellen Sukkot (Laubhüttenfest) zur Kotel (Westmauer) strömten.

Der Artikel von Reuters verweist allerdings darauf, dass das Foto als Diashow verschiedener Aspekte Jerusalems gebracht wurde; nur die IMEU impliziert, dass dieses Foto tatsächliche Proteste zeigt.

Der Twitter-Feed von IMEU ist angefüllt mit antiisraelischer Giftigkeit und Lügen. Man kann sich nur fragen, wie viele bequeme Journalisten sich auf diese Organisation verlassen, um sich ihre Gemüter vergiften zu lassen, damit sie jegliche eigene Recherche vermeiden können.