Wie und warum Muslime sich zum Islam selbst betrügen

Raymond Ibrahim, 12. Mai 2020

Scheik Ahmed al-Tayeb und Papst Franziskus

Ägyptens führender muslimischer Kleriker Scheik Dr. Ahmed al-Tayeb – auch bekannt als „der Wolf im Schafspelz“ von Papst Franziskus – behauptete vor kurzem eine nachweisbare Unwahrheit. Am 30. April 2020 erklärte der Großimam der angesehensten Universität der islamischen Welt, Al Azhar, während seiner Fernsehsendung, die jedes Jahr im Ramadan kommt und von Millionen in Ägypten und der arabischen Welt gesehen wird: „Der Islam strebt nicht nach Krieg oder Blutvergießen und Muslime wehren sich nur, um sich zu verteidigen.“

Dies ist natürlich eine Bestätigung der großartigen Schlussfolgerung, die bei einer kürzlich abgehaltenen Megakonferenz erreicht wurde, die sich der Suche nach Lösungen für „Extremismus“ widmet – und sie damit zum Gespött macht. In Ägypten von der Al-Azhar unter Teilnahme führender Repräsentanten aus 46 muslimischen Staaten veranstaltet, setzte al-Tayeb der zweitägigen Konferenz die Krone auf, indem er erklärte:

Jihad steht im Islam nicht synonym für Kampf; vielmehr ist der Kampf, der vom Propheten Mohammed und seinen Gefährten praktiziert wurde, nur einer seiner Typen; und das geschieht zur Abwehr der Aggression der Aggressoren gegen die Muslime, anstatt um die zu töten, die die Religion beleidigen, wie die Extremisten es behaupten.

Natürlich widersprechen solche Behauptungen mehr al einem Jahrtausend sowohl gut dokumentierter islamischer Lehre als auch islamischer Geschichte. Angefangen mit Mohammed – dessen spätere Kriege schwerlich defensiv, sondern Überfälle waren, die ihn und seine Anhänger stärken und im Ansehen über die Nichtmuslime erheben sollten – und unter den ersten „gerechten“ Kalifen und praktisch allen folgenden Sultanen und Herrschern bestand Jihad aus Überfällen, Abschlachten, Versklavung und im Idealfall der Eroberung von Nichtmuslimen, die die Einladung zur Annahme des Islam ablehnten. Man muss sich nur eine Landkarte der muslimischen Welt heute ansehen und erkennen, dass die riesige Mehrheit von all dem – der gesamte Nahen Osten, Nordafrika, die Türkei, Zentralasien im Osten bis nach Pakistan und darüber hinaus – durch gewalttätige Eroberung im Namen des Jihad in Besitz genommen wurde.

Statt aber Al-Tayeb einfach als weiteren Lügner abzutun, der versucht Gesicht zu wahren, lohnt es sich festzustellen, dass auf einer tiefer gehenden Ebene etwas anderes abgeht, wenn Muslime einander gegenüber darauf bestehen – in beiden Fällen sprach Al-Tayeb nicht zu Westlern, sondern zu anderen Muslimen – dass Jihad defensiver Natur ist.

Fakt ist, dass die überwältigende Mehrheit der Muslime, selbst die Terroristen, sich wie die meisten Menschen darauf festgelegt hat, sich und ihre Religion als „die Guten“ zu betrachten. Von daher gibt es eine implizite Übereinkunft zwischen ihnen ihre Religion immer mit angeborenen Konzepten von Gerechtigkeit darzustellen. Das hat verursacht, dass sie alles Erdenkliche tun, wie der aktuelle Fall nahelegt.

Zum Beispiel werden historische islamische Eroberungen in Arabisch oder anderen muslimischen Sprachen niemals als „Eroberungen“ bezeichnet; stattdessen sind sie futuhat – buchstäblich „Öffnungen“, durch die das Licht des Islam eintreten kann (oder fatah im Singular, wie die Palästinensergruppe sich bezeichnenderweise nennt). In diesem Zusammenhang erfolgte jeder Einfall in ein Land oder dessen Eroberung durch Muslime „selbstlos“, um widerspenstigen Ungläubigen den Islam zu bringen, die einfach, weil sie dem Islam Widerstand leisten, als die Aggressoren betrachtet werden.

Damit will gemäß einem Artikel mit dem Titel „The Wisdom of Jihad“ (Die Weisheit des Jihad), veröffentlicht von Islam Question and Answer (Islam – Frage und Antwort) der Jihad nicht „nur und einfach Nichtmuslime töten“; vielmehr „werden die Kuffar [Nicht-Muslime oder Ungläubige], die wir bekämpfen, selbst vom Jihad profitieren. Wir mühen uns gegen sie und bekämpfen sie, damit sie in die Religion Allahs eintreten, was Ihm genehm ist, was zu ihrer Rettung in dieser Welt und im Jenseits führen wird“.

Von daher ist zu verstehen, warum sogar sadistische Massenmörder und Pädophile wie der osmanische Sultan Mohammed (oder „Mehmet“) II. in der islamischen Geschichtsschreibung als „Mohammed der Öffner“ bekannt ist – denn es war er, der 1453 den widerstrebenden Bewohnern Konstantinopels das Licht des Islam brachte.

Dr. Ahmed ’Abdu Maher, ein ägyptischer Wissenschaftler und politischer Aktivist, verspottete einmal diese muslimische Logik in einem Video, in dem er eine hypothetische Frage stellte. Was, wenn Donald Trump – statt die Immigration aus ein paar terroristischen (zumeist muslimischen) Staaten zu verbieten und dafür als „Rassist“ verurteilt zu werden – der „selbstlosen“ Anschauung des Islams folgen und amerikanischen Muslimen Dreierlei zu Auswahl geben würde: Entweder ihr konvertiert zum Christentum oder ihr zahlt Jizya und lebt als Bürger zweiter Klasse oder ihr sterbt?

Wäre das rassistisch oder nicht? Wäre er ein Terrorist oder keiner? Wie können wir dann, wenn man bedenkt, dass wir in unserer islamischen Rechtsprechung, die ihr uns lehrt und von der ihr uns sagt, dass alle Imame übereinstimmen, dass die islamischen Öffnungen [d.h. Eroberungen] die Art sind, wie der Islam verbreitet wird? Diesem Wort „Öffnungen“ [futahat] gegenüber müssen wir sensibel sein! Diese islamischen Öffnungen bedeuten Schwerter und Töten.

Die islamischen Öffnungen, durch die Häuser, Festungen und Territorien verwüstet wurden, sind Teil eines Islam, dem zu folgen ihr uns motivieren wollt. Also frage ich, o Scheik, o Führer dieses oder jenes islamischen Zentrums in New York, würden Sie es mögen, wenn das Ihrer Frau und Ihrer Tochter angetan würde? … Dass Ihre Tochter [als Sklavin] an diesen Kämpfer geht oder Ihr Sohn an jenen Kämpfer, ein Fünftel [der Beute] an den Kalifen und so weiter? Ich meine: Ist das nicht das, was Sie als die Scharia Allahs bezeichnen?

Maher – dieser nominelle Muslim, der die hässlichen Realitäten der historischen Eroberungen des Islam erfasst hat – ist jedoch und leider in der muslimischen Welt ein seltenes Gut. Ein amerikanischer Islam-Historiker formulierte es so:

Die Eroberungen wurden von Anfang an als einer der unanfechtbaren Beweise für den Islam betrachtet. Sie zu bestreiten oder zu kritisch zu untersuchen – was in der muslimischen Welt erst noch geschehen muss – wird für Muslime, besonders Arabisch sprechende Muslime, sehr schmerzhaft werden. An jedem Punkt … hat, wenn Muslime versucht haben den militanten Jihad zugunsten des inneren, spirituellen Jihad aufzugeben… die Erinnerung an die Eroberungen und die Notwendigkeit sie zu rational zu machen, diese Bemühung überwältigt. Das Problem dürfte in dem Unwillen liegen sich der Tatsache zu stellen, dass die Eroberungen prinzipiell ungerechtfertigt waren. Sie waren keine „Befreiung“ und sie waren von den nicht muslimischen Völkern nicht gewünscht; sie wurden durchlitten und schließlich akzeptiert. [Understanding Jihad, S. 167]

Führer des Islam wie der Großimam al-Tayeb – den westlichen Mainstream kann man ebenfalls hinzurechnen – sind darauf festgelegt Muslime bezüglich der Vergangenheit des Islam (und daher der Gegenwart) zu täuschen. Und es wundert wenig; der „durchschnittliche“ Muslim, der die von der hässlichen Realität der Vergangenheit des Islam erfährt, fällt im Herzen oft von ihm ab, bleibt nur dem Namen nach Muslim.

Mit anderen Worten: Das Problem ist nicht nur, dass viele im Westen zum Islam und seiner Vergangenheit getäuscht werden; hunderte Millionen „normale“ Muslime werden ebenfalls getäuscht – und das aus genau demselben Grund.

Das arabische Kapitel des Holocaust

Der palästinensische Mufti Haddsch Amin al-Husseini spornte Hitler an Europas Juden auszulöschen, gründete eine muslimische SS-Division und stachelte zum mörderischen „Farhud“-Pogrom in Bagdad an. Lasst uns nie die elenden Konzentrationslager in Nordafrika vergessen.

Mordechai Kedar, Israel HaYom, 2. Mai 2019

Natürlich wird der Holocaust als fundamental europäisches Ereignis wahrgenommen. Er wird üblicherweise als „Holocaust am europäischen Judentum“ behandelt, dessen Täter europäische Staaten waren, die Deutschen und ihre Verbündeten. Aber wir sollte nicht die Aspekte des Holocausts ignorieren, die die arabische Welt betreffen.

Einer der auffallenderen dieser Aspekte war die Rolle des palästinensischen Mufti Haddsch Amin al-Husseini. Schon vor dem Holocaust, als er verschiedene öffentliche Ämter im Land Israel bekleidete (1920-1937), stachelten seine Predigten zur Ermordung von Juden in den Krawallen von 1920, 1921 und 1929 auf, dann wieder in der arabischen Revolte von 1936. Es überrascht nicht, dass er später am Völkermord an den Juden Europas beteiligt war.

Nach Zeugenaussagen von Nazi-Offizieren bei den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg wurde der Mufti als eine der Personen angeführt, die Hitler dazu drängten die Juden Europas zu vernichten und zwar von dem Moment an, an dem er Ende 1941 nach Deutschland kam. Zwar ist die Annahme begründet, dass Hitler nicht sonderlich vom Mufti „ermutigt“ werden musste, aber seine Rolle bei der Werbung für die Idee der Vernichtung der Juden und deren Umsetzung ist auffällig.

Der Mufti spielte zudem in den Jahren 1942 bis 1944 für die Nazis eine wichtige Rolle, als er die Gründung muslimischer Einheiten im deutschen Militär und der SS initiierte, deren Soldaten in Jugoslawien und Bulgarien eingezogen wurden. 1944, als im Raum Budapest die Mehrheit der ungarischen Juden zusammengetrieben wurde – mehr als eine halbe Million Menschen – hatten die Deutschen vor sie per Zug ins Vernichtungslager Auschwitz zu transportieren; er aber hatte Sorge, dass Partisanen die Brücken im Versuch die Transporte zu stören sprengen könnten. Der Mufti schickte die muslimischen Einheiten los, um die Brücken zu schützen und sicherzustellen, dass die Juden in den Tod geschickt wurden.

Der Mufti hielt mit seinen Absichten nicht hinterm Berg. Er schrieb und sendete – hauptsächlich auf Arabisch per Radio aus Berlin – sein Engagement unter allen Umständen die Immigration der europäischen Juden nach „Palästina“ zu verhindern, deren Auslöschung aus seiner Sicht notwendig und entscheidend war. Im Juli 1945 beschloss die „Jugoslawische Kommission zur Bestimmung von Verbrechen der Besatzer und ihrer Kollaborateure“ die Resolution 1892, die Amin al-Husseini wegen seiner Rolle bei der Zwangsrekrutierung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten auf die Liste der Kriegsverbrecher übernahm; Grundlage dafür war die Klausel 23 der Haager Konventionen von 1899 und 1907.

Die Kommission vermerkte: „Als Ergebnis von Al-Husseinis Handeln … wurde die muslimische Division der SS gegründet … Überall, wo sie eingesetzt wurden, begingen sie zahlreiche Kriegsverbrechen, wie Massenmorde, abscheuliche Gräueltaten, brannten ganze Gemeinden nieder und plünderten. Wegen dieser Aktivitäten … ist der Großmufti Haddsch Amin al-Husseini auf die Liste der internationalen Kriegsverbrecher gesetzt worden … Er trägt die Verantwortung für dien Einsatz der muslimischen Massen, mit anderen Worten dafür diese Leute dazu zu treiben, die gezwungen wurden in den Dienst faschistischer Militärorganisationen zu treten und dementsprechend ist er auch derselben Verbrechen schuldig.“ Nach dem Krieg floh der Mufti nach Frankreich, wo die Franzosen ihn herzlich willkommen hießen und ihm ein Jahr lang eine Villa schenkten, in der er lebte.

Allerdings müssen wir über die Rolle des Muftis hinaus in diesem Kontext die Konzentrationslager in Libyen zur Kenntnis nehmen, die während des Krieges unter italienischer Kontrolle standen. Die Juden Libyens wurden in Lager in der Wüste geschickt: Jadu, Sidi Azaz, Gharyan, Buq Buq, Ifrane. Sie wurden unter verwahrlosten Umständen gehalten, litten unter Hunger und Durst; hunderte krepierten. Wer jagte die Juden? Wer identifizierte sie für die Deutschen? Die Antwort ist klar: ihre muslimischen Nachbarn.

Schließlich müssen wir uns an die „Farhud“ in Bagdad erinnern, ein Pogrom mit Mord, Vergewaltigung und Plünderung, begangen von irakischen Arabern gegen die Juden von Bagdad am Feiertag Schavuot 1941. Insgesamt wurden 179 Juden ermordet, tausende verletzte, Frauen wurden vergewaltigt und Kinder zu Waisen gemacht, alles durch die dämonische Hetze, die al-Husseini erbrach, der sich zu dieser Zeit in Bagdad befand.

Monotheistische Religionen und die Coronavirus-Krise

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; eine englische Version wurde vom BESA-Center veröffentlicht)

Die Coronavirus-Pandemie hat einen tiefgehenden Einfluss auf die Welt der Religion gehabt. Das ist sowohl ein komplexes als auch ein facettenreiches Thema. Als ersten Versuch der Analyse dieses Themas ist es nützlich sich auf drei Hauptthemen zu konzentrieren: die Einstellungen religiöser Leiter, der Einfluss auf die Gläubigen und ihre Rituale und Bemühungen, der Pandemie eine theologische Bedeutung zu geben.

Die größte Zahl von Coronatoten in Westeuropa sind in Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Belgien und den Niederlanden aufgetreten. Das sind Länder, die in den letzten Jahrzehnten eine starke Zunahme an Säkularisierung erlebt haben.

Ist es eine zu kühne Idee zu glauben, dass die Corona-Pandemie religiösen Leitern eine einzigartige Gelegenheit geschaffen hat, alle ihre Gläubigen aufzufordern, eine Pioniergruppe bei der Unterstützung von Gesundheitspersonal, der Organisation von Wohltätigkeitsorganisationen, der Hilfe für Alleinstehende usw. zu werden? Dies mag zwar auf lokaler Ebene geschehen sein, war jedoch keine internationale Bewegung, die von religiösen Führern gefördert wurde. Ist diese Gelegenheit den Platz der Religion in der Gesellschaft zu stärken verspielt worden?

Der Säkularisierung ist von der weit verbreiteten Überzeugung enorm geholfen worden, dass der Einzelne seine Zukunft selbst bestimmt. Trotzdem hat der Coronavirus gewaltige Ungewissheiten geschaffen. Wie wird die Krankheit von einer Person an eine andere weitergegeben? Selbst diejenigen, die keine Symptome zeigen, können andere infizieren. Warum gibt es einen Unterschied im Grad der Krankheit, die die unterschiedlichen Opfer befällt? Wann wird es einen Impfstoff geben und wann wird die Pandemie enden?

Ein säkularer Mensch ist oft weitgehend spirituell allein, wenn er mit dem Tod konfrontiert wird. In monotheistischen Religionen ist in unterschiedlichem Grad Gemeinschaft wichtig. In einer Zeit solcher Ungewissheit hat Religion, zumindest theoretisch, eine neue Chance. Der amerikanische Theologieprofessor Marcellino D’Ambrosio verglich die aktuelle Seuche mit der, die im dritten Jahrhundert Rom verheerte. Er war davon inspiriert, wie die christliche Gemeinschaft sich in ein Bataillon an Krankenpfleger verwandelt hatte.[1]

Vielleicht ist die Antwort auf die Unfähigkeit christlicher Leiter die Gesellschaft zu führen, dass es lange her ist, dass religiöse Führer in Europa Meinungsführer waren. Sie haben sich seitdem auf die Rolle von Meinungsfolgenden reduziert. Als die Gelegenheit für ein Comeback entstand, waren sie nicht in der Lage einen schnellen Paradigmenwechsel vorzunehmen. Sie steckten in allgemeinen sozialen Debatten wie dem Klimawandel und Immigration fest.

Der Katholizismus ist die hierarchischste Religion Europas. Bei der Analyse der höchsten religiösen Persönlichkeiten macht es Sinn mit den Äußerungen des aktuellen Führers, Papst Frankziskus, zu beginnen. Er hielt seine Osterbotschaft in einem leeren Petersdom.[2] Er rief zu globaler Solidarität bei der Bekämpfung des Virus auf. Der Papst warnte, die Europäische Union riskiere den Zusammenbruch, drängte auf Schuldenerlass für arme Staaten und verlangte die Lockerung internationaler Sanktionen. Seine Autorität in diesen Bereichen ist bestenfalls schwach. Keines dieser Themen berührt religiöse Fragen.

UNO-Generalsekretär António Guterres forderte Ende März einen globalen Waffenstillstand.[3] Der Papst unterstützte diesen Aufruf in einem wöchentlichen Segen. Das war ein typisches Beispiel eines Meinungsfolgenden statt eines Meinungsführers. Es gab jedoch ein Anzeichen für ein besonderes Handeln. Der Papst gründete einen Notfallfonds der Päpstlichen Missionsgesellschaften. Dieser Fonds soll die Präsenz der Kirche in Missionsgebieten unterstützen. Diese Missionsgebiete befinden sich allerdings weit weg von den Ländern, die am härtesten vom Virus betroffen sind.[4] Der Papst schuf zudem ein Sondergebet.[5]

Die Äußerung des Papstes zur Sache der Pandemie war nicht theologisch, sondern vielmehr ökologisch. Er sprach von Katastrophen und sagte: „Ich weiß nicht, ob das Naturereignisse sind, aber sie sind sicherlich die Antworten der Natur.“[6] Er hätte aber betonen können, dass die Natur theologisch gesprochen eine Schöpfung Gottes ist.

Königin Elizabeth von England ist keine religiöse Führerin, auch wenn sie der symbolische Kopf der Church of England ist. Sie hielt zum ersten Mal überhaupt eine Rede aus Anlass der Osterfeiertage. Die Königin erwähnte, dass der wiederauferstandene Jesus Christus am Ostersonntag seinen Anhängern „neue Hoffnung und Zielsetzung gab und wir alle können daraus Mut schöpfen.“[7] Es war ein spiritueller Appell. Der Tenor Andrea Bocelli sang in der leeren Kathedrale von Mailand – als Symbol der Hoffnung – in einem Online-Konzert, dem weltweit Millionen zusahen.[8] Juden weltweit wurden aufgerufen beim Schreiben einer Einheits-Thorarolle mitzumachen.[9]

Das Weiße Haus rief die Glaubensgruppen und Kirchen auf sich mit dem Virus zu befassen.[10] Ein Großteil dieser Bemühungen bestand darin, den Gläubigen zu sagen, dass sie die Richtlinien befolgen sollen. Diese Anweisungen betreffen die Religionsfreiheit, darunter die ordnungsgemäße Durchführung von Ritualen. Es ist in der Tat wichtig, dass religiöse Führer ihren Gläubigen sagen, sie sollen die Richtlinien befolgen. Der weltweit führende sunnitische Geistliche Yusuf al-Qaradawi hat die Moscheen weltweit aufgefordert alle Gemeindetreffen auszusetzen, auch die wöchentlichen Freitagsgebete.[11]

Der amerikanische jüdisch-orthodoxe Soziologe Samuel Heilman wies darauf hin, dass das Judentum eine Religion ist, die so in das Gemeinschaftsleben eingebunden ist, dass physische Nähe zu anderen entscheidend ist, um eine spirituelle Verbindung zur Gemeinschaft und damit zu Gott zu spüren und dass die religiösen Gefahren der Quarantäne erheblich sind.[12] Es gibt sowohl in Israel wie auch außerhalb davon infolge ihrer Gewohnheiten und Bräuche einen überproportionalen Anteil ultraorthodoxer Opfer.[13] [14]

Man nimmt an, dass die Versammlung einer evangelikalen Megakirche in Frankreich der Ursprung des Großausbruchs der Pandemie im Land ist. In Bourtzwiller, einer Gemeinde der Stadt Mühlhausen, fand im Februar ein Treffen von mehr als 2.000 Gläubigen statt. Sie waren aus ganz Frankreich gekommen. Auch Deutsche nahmen teil. Diese Gläubigen trugen den Virus in alle Teile Frankreichs und nach Deutschland.[15]

Der Ausbruch des Coronavirus und die folgenden Regierungsmaßnahmen beeinflussen viele Gläubige auf sehr unterschiedliche Arten. Analysiert man den Einfluss des Virus auf den persönlichen Bereich, dann kann es für einen Teil von ihnen wichtig sein, wie ihre religiösen Aktivitäten beeinflusst werden. Muslime und Juden, selbst wenn sie nicht in ihre Moscheen oder Synagogen gehen, können ihre täglichen Gespräche Zuhause verrichten. Für gewisse Christen kann sonntags nicht in die Kirche gehen zu können problematischer sein. Kirchen, die hauptsächlich von der Sonntagskollekte der Gottesdienstbesucher abhängig sind, könnten sich finanziellen Schwierigkeiten gegenüber sehen. Doch es gibt noch viele andere Probleme, die von der Öffentlichkeit weit entfernt sind. Zum Beispiel erwarten viele nordafrikanischen Muslime in Frankreich, dass sie, wenn sie sterben, in ihrem Herkunftsland beerdigt werden. Ohne Flüge ist das extrem schwierig, wenn nicht unmöglich geworden.[16]

Es mag zu früh dafür sein, dass Persönlichkeiten des Mainstreams theologische Erklärungen abgeben. Stattdessen gab es einen Anstieg an Extremisten, die behaupten zu wissen, was Gott mit der Pandemie will. Ein muslimischer Prediger sagte im PA-Fernsehen, dass Corona einer der Soldaten des allmächtigen Allah sei und Allah die Sünder bestrafe. Das sind diejenigen, die seine Gläubigen angreifen.[17] Der israelische Gesundheitsminister Jaakow Litzman wurde von einer pakistanischen Internetseite fälschlich beschuldigt, den Ausbruch des Virus Homosexualität zugeschrieben zu haben.[18] Extremistische Pastoren und Rabbiner machen Homosexuelle für den Ausbruch des Virus verantwortlich.[19] Der Oberrabbiner der israelischen Stadt Safed sagte, die Pandemie finde statt, weil die Welt sich den Tagen des Messias nähere.[20]

Im Lauf der Zeit werden einige Gläubige anfangen den Medien zu berichten, wie der Lockdown und andere Maßnahmen ihre Spiritualität und ihre Beziehung zu Gott beeinflusst haben.

[1] www.crossroadsinitiative.com/blogs/cyprians-plague-and-the-insanity-of-christian-service/

[2] www.bbc.com/news/world-europe-52260241

[3] www.middleeastmonitor.com/20200329-pope-backs-un-chiefs-call-for-global-ceasefire-to-focus-on-coronavirus/

[4] www.vaticannews.va/en/pope/news/2020-04/coronavirus-pope-emergency-fund-pontifical-mission-societies.html

[5] www.sacredspace.ie/pope-francis-coronavirus-prayer

[6] https://edition.cnn.com/2020/04/08/europe/pope-francis-coronavirus-nature-response-intl/index.html

[7] www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-britain-queen/easter-isnt-cancelled-uks-queen-elizabeth-says-coronavirus-will-not-overcome-idUSKCN21T0RG

[8] bbc.com/news/av/world-52266084/coronavirus-italian-tenor-bocelli-sings-at-milan-s-empty-cathedral

[9] www.google.com/search?q=chaba+unity+torah+scroll&sa=X&rlz=1C1CHBD_enIL744IL744&biw=1167&bih=695&tbs=qdr:w&sxsrf=ALeKk00JHQqGoodKH4sDK8wyhl0aKY2P3w:1587046230482&tbm=isch&source=iu

[10] www.mcclatchydc.com/news/coronavirus/article241279411.html

[11] http://www.freemalaysiatoday.com/category/nation/2020/03/15/prominent-muslim-cleric-qaradawi-calls-for-worldwide-suspension-of-friday-prayers/

[12] www.jta.org/2020/03/20/opinion/im-an-orthodox-sociologist-social-distancing-will-take-a-toll-on-the-orthodox-community

[13] http://www.jpost.com/israel-news/haredi-neighborhoods-in-jerusalem-have-higher-infection-rate-than-bnei-brak-623631

[14] http://www.jpost.com/diaspora/belgian-jews-concerned-about-large-haredi-population-and-coronavirus-623754

[15] https://www.welt.de/politik/ausland/plus207051021/Corona-in-Frankreich-Kirchentag-als-Einfallstor-des-Virus.html

[16] www.lemonde.fr/afrique/article/2020/04/13/coronavirus-les-africains-de-france-ne-savent-plus-ou-enterrer-leurs-morts_6036472_3212.html

[17] www.jpost.com/International/Religious-leaders-Coronavirus-is-punishment-sign-of-the-messiahs-coming-621339

[18] https://honestreporting.com/hr-prompts-correction-to-false-charge-against-israeli-health-minister/

[19] www.metroweekly.com/2020/03/religious-conservatives-are-blaming-gay-people-for-coronavirus/

[20] www.jpost.com/International/Religious-leaders-Coronavirus-is-punishment-sign-of-the-messiahs-coming-621339

Tod und Zerstörung: „Wo immer Christen und Muslime nebeneinander lebten“

Ein nüchterner Blick auf die Geschichte muslimischer Nachbarn

Raymond Ibrahim, FrontPage Magazine, 22. April 2020

In einem aktuellen Interview zur Verbreitung islamischerTerrorgruppen in Afrikas Sahelzone machte ein französischer Forscher folgende Beobachtung:

Nachdem sie ihren Zugriff auf die muslimische Sahara ausgedehnt haben, wird das nächste Ziel der Terroristen Orte sein, an denen Christen und Muslime Seite an Seite leben. In Burkina Faso und Nigeria ist die bisher existierende Balance bedroht. In den nächsten fünf Jahren werden diese afrikanischen Staaten die Unterstützung des Westens benötigen, wenn sie eine Katastrophe vermeiden wollen.

Das stimmt zwar alles – Nigeria und Burkina Faso sind Brutstätten der Verfolgung und des Abschlachtens von Christen – aber die vor allem zu beachtende und aufschlussreichste Formulierung des obigen Zitats ist „wo Christen und Muslime Seite an Seite leben“.

Das scheint über die Sahelzone hinaus der Knackpunkt dabei zu sein: Wo immer Muslime Seite an Seite mit Nichtmuslimen leben, tendieren Konflikt, Gewalt und offener Krieg dazu die Norm zu sein – oder, wie es der politische Analyst Samuel Huntington in seinem „Zusammenprall der Zivilisationen“ so denkwürdig formulierte: „Die Grenzen des Islam sind blutig“:

Wo immer man sich die Grenzen des Islam ansieht, haben Muslime Probleme damit mit ihren Nachbarn in Frieden zu leben. Da kommt natürlich die Frage auf, ob dieses Muster des Konflikts zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Gruppen des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts gleichermaßen für die Beziehungen zwischen Gruppen anderer Zivilisationen gilt. Fakt ist: Tut es nicht. Muslime machen etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung aus, aber in den 1990-er Jahren sind sie weit stärker in Gewalt zwischen Gruppen involviert gewesen als Völker jeder anderen Zivilisation. Die Beweise dafür sind überwältigend. [S. 256]

Tatsächlich ist es nur noch schlimmer geworden, seit Huntingtons Buch 1996 veröffentlicht wurde. Zusammen mit den bereits erwähnten Beispielen aus der Sahelzone muss man sich nur die westeuropäischen Staaten ansehen, die beträchtliche muslimische Bevölkerungsanteile haben – wo Verbrechen, Randale, Vergewaltigungen und andere Formen der „gegen Ungläubige gerichteten“ Angriffe wuchern – um zu bestätigen, dass „Muslime Probleme damit haben mit ihren Nachbarn in Frieden zu leben“.

Überdies: Wenn Muslime keinen voll entwickelten Jihad innerhalb Europas führen, hat das mehr mit den Umständen zu tun – einschließlich der Tatsache, dass sie immer noch zahlenmäßig weit unterlegen sind – als mit irgendetwas anderem. Beispielsweise berichteten nicht wenige Christen aus Syrien, dass, obwohl sie Jahre lang friedlich an der Seite ihrer muslimischen Nachbarn gelebt hatten, sobald ISIS kam und sich auf die Seite des Jihad zu stellen eine Option war, viele ihrer muslimischen Nachbarn – einschließlich einiger, die den Christen lange geholfen hatten – sich auf der Stelle gegen sie wandten und das oft auf niederträchtige Weise.

Aber es gibt bestimmt, wie uns die „Experten“ erzählen, nichts Intrinsisches an diesem Phänomen? Das ist doch bestimmt das Produkt von Ungleichheit, Missständen, „Islamophobie“ und all dem Rest?

Genau im Gegenteil: Eigentlich ist das gesamte Phänomen von Muslimen, die sich neben Nichtmuslimen versammeln und Verbrechen/Jihad/Terrorismus betreiben, fester Bestandteil davon, wie der Islam immer Kontrolle konsolidiert und verbreitet hat. Das hat sogar einen Namen, der im islamischen Bewusstsein immer noch nachhallt.

Historisch errichteten Muslime, wo immer der Jihad stoppte, entlang der Grenze zu ihren ungläubigen Nachbarn, Ketten an Festungen und Burgen, alle voll besetzt mit professionellen Jihadisten, die sich Überfällen auf die Nichtmuslime widmeten. Jede davon wurde als ribat (رباط) bezeichnet; das Wort basiert auf einem arabischen Wort, das in der Idee einer starken Feste oder Verbindung verwurzelt und im Sure 3,200 zu finden ist: „Oh ihr, die ihr überzeugt seid, seid standhaft und bleibt Standhafte und seid gestärkt [رابطوا] und seid ehrfürchtig zu Allah; auf dass ihr erfolgreich seid.“

Das Wort ribat lebt weiter, auch wenn nur wenige seine Etymologie erkennen. Zum Beispiel ist Rabat, die Hauptstadt von Marokko, so genannt, weil sie ursprünglich ein ribat war, von dem aus Jahrhunderte lang Berber-/Piraten-Überfälle auf das christliche Mittelmeer ausgingen. Gleichermaßen ist Almoravids – der Name einer berüchtigten nordafrikanischen Jihadistengruppe des elften Jahrhunderts – einfach eine Transliteration des arabischen al-murabitun, was bedeutet „die entlang des ribat kämpfen(nicht unähnlich al-mujahidun, „die Jihad führen“). 1086 drangen diese „Almoraviden“ nach Spanien ein und walzten die Kastilier in der Schlacht von Sagrajas nieder; danach errichteten sie unter triumphierenden „Allahu Akbar“-Rufen einen Berg aus 2.400 christlichen Schädeln.

Spanien bietet in der Tat zahlreiche Beispiele für das Grenzphänomen ribat – das Berüchtigste war entlang des Flusses Duero gebildet wurde, der die Christen im Norden vom islamischen Süden trennte. Jahrhunderte lang wurde es auch „ein Territorium, wo man für den Glauben und deinen dauerhaften Platz des ribat kämpft“. Wie an anderen Grenzen, wo Muslime an Nichtmuslime stießen, überwog verbranntes Niemandsland. Ibn Hudayl von Granada (gest. 812) erklärte die Logik:

Es ist erlaubt das Land des Feindes in Brand zu stecken, seine Getreidelager, seine Lasttiere – wenn es den Muslimen nicht möglich ist sie in Besitz zu nehmen – sowie seine Bäume zu fällen, seine Städte zu schleifen, mit einem Wort: Alles zu tun, das ihn vernichten und entmutigen kann, vorausgesetzt, der Imam erachtet diese Maßnahmen für angemessen, geeignet für die Beschleunigung der Islamisierung dieses Feindes oder um ihn zu schwächen. Tatsächlich trägt all das zu einem militärischen Triumph über ihn bei oder dazu, ihn zur Kapitulation zu zwingen.

Der französische Historiker Louis Bertrand (geb. 1866) führt aus:

Um die Christen [in Nordspanien] an ihrem Platz zu halten, reichte es nicht aus sie mit einer Zone aus Hungersnot und Zerstörung zu umgeben. Es war auch notwendig hinzugehen und Terror und Massaker unter ihnen zu sähen. … Wenn man berücksichtigt, dass dieses Räubertum fast immer ununterbrochen weiter ging und dass diese Raserei der Vernichtung und Auslöschung als frommes Werk betrachtet wurde – es war ein heiliger Krieg [Jihad] gegen Ungläubige – dann überrascht es nicht, dass ganze Regionen Spaniens auf nicht mehr gut zu machende Weise unfruchtbar gemacht werden sollten.

Das bleibt natürlich eine perfekt anwendbare Beschreibung dessen, was derzeit geschieht, sowohl in Afrika als auch zunehmend in Europa – tatsächlich überall, wo Muslime und Nichtmuslime nebeneinander wohnen.

(Foto: Quinn Dombrowki)

Analyse: Die fehlgeschlagenen Reaktionen des Westens auf Jihad-Morde

Ein Augen öffnendes Interview mit Professor Richard Landes: „2000 übernahmen westliche Progressive, indem sie sich auf die Seite der Palästinenser stellten, ein fatales Prinzip: Wenn Jihadisten eine Demokratie angreifen, machen sie die Demokratie dafür verantwortlich.“

Dr. Manfred Gerstenfeld interviewt Richard Landes, Israel National News, 5. April 2020

Beginnend im Jahr 2000 missverstanden viele in der westlichen Welt systematisch das Wesen der Bedrohung, der der Westen durch den globalen Jihad ausgesetzt ist; dieser ist eine mittelalterliche Jahrtausendbewegung. Vier frühe Beispiele aus den Jahren 2000 bis 2006 veranschaulichen die schweren Fehler, die von westlichen Vordenkern und Medienprofis gemacht wurden.

Man sollte den Ausbruch der palästinensischen Intifada und die angebliche Tötung Mohammed al-Durahs im September 2000 als den ersten Jihad-Angriff auf eine westliche Demokratie betrachten.

Unter Verwendung von Selbstmord-Terroranschlägen als ihrer Hauptwaffe begannen palästinensische Jihadisten einen Vernichtungskrieg, der sich gegen israelische Zivilisten richtete. Statt ihn als solchen zu erkennen, präsentierten westliche Medien die Palästinenser jedoch fast im Rudel als „Freiheitskämpfer“, die einem eisernen imperalistisch-kolonialistischen Israel Widerstand leisten, das es unerklärlicherweise – oder böswillig – ablehnte diesem „armen, umkämpften Volk“ seine Freiheit zu geben.

Professor Richard Landes, früher an der Boston University, wurde als Mittelalter-Forscher ausgebildet. Er konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Eliten und einfachen Bürgern in verschiedenen Gesellschaften. Er hat viele Bücher veröffentlicht und betreibt sieben Internetseiten, darunter „The Second Draft“, AlDurah.com und einen Blog, „Augean Stables“. Er hat ein Manuskript zur Betrachtung der vier hier diskutierten Vorfälle abgeschlossen; es trägt den Titel „Stupidity Matters: A Medievalist Guide to the 21st Century“.[1]

Landes fährt fort: Als das Bild von Mohamed al-Durah – angeblich von der IDF angeschossen in den Armen seines Vaters – erstmals erschien, berichteten die Traditions-Nachrichtenmedien, die großen, klassischen Nachrichtenmedien, das als wahr. Dies erfolgte ihrerseits ohne jegliche ernste Recherche oder Zweifel. Das kennzeichnet einen entscheidenden Sieg für etwas, was man „tödlichen Journalismus“ nennen könnte. Die Medien berichteten ihrem westlichen Publikum palästinensische Kriegspropaganda als Nachrichten. Es war auch „Eigentor-Journalismus“, weil sie, wie andere Jihadisten, andere Ungläubigen-Demokratien genauso als ihren Feind und Ziel betrachteten.

Es dauerte nicht lange bis zum nächsten Vorfall, diesmal war es ein großer.

Der zweite jihadistische Angriff auf eine westliche Demokratie waren die Anschläge vom 9/11 im Jahr 2001, eigentlich auf die weltweite demokratische Hegenomie. Es gab einen anfänglichen Ausbruch an Sympathie für die tausende amerikanischen Opfer und Wut wegen Bin Ladens Anschlag. Aber damals setze auch eine Reihe von Gegenkräften ein, die schließlich die politisch korrekte Diskussion dominieren sollten. Präsident George W. Bush bestand darauf, dass der Islam eine Religion des Friedens ist. Gute Menschen fragten: „Was haben wir getan, dass sie uns derart hassen?“

Schlimmer noch: Eine Reihe Progressiver, Akademiker und Intellektueller freute sich offen über diesen Schlag gegen Amerikas „erstickende Hegemonie“.

Verschwörungtheoretiker bestehen darauf, dass die Administration Bush den Anschlag vollführt hatte, um einen Krieg gegen den Islam beginnen zu können. Noam Chomsky argumentierte, dass die USA ein noch schlimmerer Terrorist sei und diesen Schlag verdiente. Westliche Journalisten lehnte es zunehmend ab das Wort „Terrorist“ zu verwenden, um Jihadisten zu beschreiben, die Demokratien angreifen; und in völligem Gegensatzu zu ihrer Veröffentlichung der falschen palästinensischen Ikone al-Durah hörten viele westliche Redakteure auf Bilder der Opfer des 9/11 zu veröffentlichen.

Das dritte Beispiel törichter Reaktionen auf den Krieg mit dem Jihad betraf das, was fälschlich das „Massaker von Jenin“ genannt wurde. Im April 2002 unternahm Israel den ersten Gegenangriff gegen die palästinensische Jihad-Selbstmord-Kriegsführung. Mehr als ein Jahr permanenter, brutaler Selbstmord-Terroranschläge und israelischer Zurückhaltung gipfelte in der Ermordung von 30 israelischen Zivilisten an Pessach in einem Hotel in Netanya, wobei noch 140 Menschen verletzt wurden. Die IDF begann dann eine Militäroperation, die sich gegen das Zentrum der Anschläge, einem Viertel im Flüchtlingslager Jenin richtete. Nach drei Wochen Kämpfen betrug die Zahl der palästinensischen Opfer – zumeist Bewaffnete – etwa 54. 23 israelische Soldaten wurden getötet. Es war eine der ersten Reaktionen einer demokratischen Armee auf Selbstmord-Jihad, eine bemerkenswert vorsichtige dazu.

Die Traditionsmedien im Westen wiederholten die falschen palästinensischen Anschuldigungen nazihafter Massenhinrichtungen von Zivilisten. Viele stellten es als Angriff auf die gesamte Stadt Jenin dar. Schließlich, als die Journalisten die Chance hatten den 5 Block großen Bereich in dem Lager zu sehen, fanden sie für keine einzige palästinensische Behauptung eine Bestätigung. Doch statt zu widerrufen legten noch einige, zusammen mit ihren Verbündeten NGOs, eins drauf. „Beweise für Massker nehmen zu … erschreckend.“ Demonstrationen gegen Israel in Europa ließen Leute nachgemachte Selbstmord-Bombengürtel tragen, um Solidarität mit den Palästinenser zu zeigen. Sie bejubelten ihren Feind für dessen niederträchtigste Taten. Es war eine verrückte Eigentor-Politik.

Das vierte Beispiel des Kriegs mit dem Jihad betraf den Skandal um die „dänischen Mohammed-Karikaturen“ im Februar 2006. Die dänische Tageszeitung Jyllands Posten veröffentlichte zwölf Karikaturen, die den Propheten Mohammed darstellten. Mehrere Monate später bemühte sich eine Gruppe radikaler dänischer Imame den Protest zu verstärken. Schließlich anmierten sie die globale muslimische Straße mit einem „Tag des Zorns“, nicht nur in muslimischen Länldern, sondern auch in einigen westlichen Hauptstädten. Diese Demonstrationen verurteilten die dänische Zeitung wegen Blasphemie und in einigen Fällen erklärten die Jihadisten offen ihre Absicht den Westen zu erobern und zu unterwerfen. Eine Muslimische Straße war in Europa erwachsen geworden.

Das war eine Auffrischung des Versuchs die Gesetze der Scharia in die westliche Welt hinein auszudehnen. Die erste Runde lief 1989, als der Oberste Revolutionsführer im Iran, Ayatollah Ruhollah Khomeini, eine Fatwa gegen den britisch-indischen, in London lebenden Romanautor Salman Rushdie erließ. Muslime versuchen das Verhalten von Ungläubigen in der westlichen Welt zu regulieren, besonders Ehrerbietung einzufordern. Tatsächlich überschlugen sich westliche Führungspolitiker sich für die Beleidigung der Muslime zu entschuldigen. Als Demonstration des Verständnisses für die Beleidigung setzten Westler die eher milden dänischen Karikaturen mit Juden dämonisierenden Nazi-Karikaturen gleich.

Wie hätte der Westen in diesen Fällen reagieren sollen?

Landes antwortet: Mit der Verantwortung dafür tragen die Traditionsmedien eine sehr schwere Last. Journalisten und Redakteure hätten berichten müssen, was die Palästinenser auf Arabisch sagten, besonders ihre völkermörderischen Jihad-Tiraden zur Beherrschung der Welt. Sie hätten zudem über die umfangreichen Drohungen und Einschüchterungen berichten müssen, die die Palästinenser gegen sie richteten, um sie davon abzuhalten die dunkle Seite der palästinensischen Kultur und Taten zu berichten. Sie hätten wenigstens ein Mindesmaß an professionellen Bedenken aufrecht erhalten müssen. Die Medienmeute versagte auf höchste spektakuläre Weise.

Charles Enderlin, der Korrespondent der französischen Presseagentur AFP, machte aus dem Al-Durah-Videomaterial einen viralen „Nachrichtenbericht“. Stattdessen hätte er den Kameramann feuern müssen, der die Bilder inszenierte. Danach hätte Enderlin einen Bericht darüber senden müssen, wie ein arabischer Kameramann westliche Ausrüstung benutzte, um Kriegspropaganda zu filmen. Mit dieser Art von Berichterstatung wäre es Westlern einfacher gefallen zu begreifen, dass der Ausbruch der „Intifada“ der Beginn eines globalen Jihad gegen den Westen war und sie nicht mit offenen Armen empfangen.

Die Intifada war die Antwort der palästinensischen Araber auf die Prinzipien des im Gesamtergebnis positiven Friedens von Oslo, in den in den 1990-ern so viele Progressive so viel Energie gesteckt hatten. Stattdessen ließ diese Berichterstattung in den Medien die Mentalität aufkommen, die die meisten westlichen Eliten immer noch beherrscht. Im Jahr 2000 übernahmen westliche Progressive, als sie sich auf die Seite der palästinensischen Araber schlugen, das fatale Prinzip: Wenn Jihadisten eine Demokratie angreifen, dann macht dafür die Demokratie verantwortlich.

Zugegeben: Präsident Bush musste die Feindseligkeit der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber ihren Muslimen beruhigen. Doch Wissenschaftler hätten mit einem Lehrplan herausrücken müssen, wie man Kalifastaats-Anhänger, d.h. Muslime, die glauben, dass die Zeit dafür gekommen ist, dass der Islam die Welt beherrscht, zu verstehen. Das hätte auch ein technisches Vokabular für die arabischen Begriffe beinhalten müssen, das diese Muslime verwenden und das sie daher verstehen und glauben.

Das 9/11-Denkmal in New York hätte als großes Zentrum für solches Lehren aufgebaut werden müssen. Es sollte den Leuten helfen zu verstehen, was muslimische Massenmörder motiviert. Stattdessen vermeidet es unter dem Druck „moderater“ Kalifats-Anhänger jegliche Diskussion über die Täter.

Intellektuelle der Öffentlichkeit hätten Debatten darüber führen müssen, wie man zwischen moderaten Muslimen – die ihre Religionsfreiheit genug zu schätzen wissen, um anderen dieselbe Freiheit zuzugestehen – von denen unterscheidet, die diese Religionsfreiheit missbrauchen, um zu planen sie anderen zu nehmen. Journalisten hätten den Begriff „Terrorist“ verwenden müssen, um diejenigen Muslime zu beschreiben, die sich bewusst Zivilisten zum Ziel nehmen. Sie hältten erklären sollen, dass jemand, der die Welt erobern und andere unter Scharia-Apartheidsregeln unterjochen will, nicht einmal ansatzweise ein „Freiheitskämpfer“ ist.

Soweit es den Fall Jenin angeht, hätten westliche Medien sich zurückhalten und palästinensischen Behauptungen von einem angeblichen massaker keinerlei Glaubwürdigkeit geben dürfen, bis Belege zur Verfügung standen. Sie hatten bereits umfangreiche Erfahrung mit unzuverlässigen palästinensischen Quellen. Die Medien hätten der Öffentlichkeit erklären müssen, warum dieses besondere Ziel in Jenin ausgewählt wurde. Dann hätten westliche „Progressive“ ihren Feinden vielleicht nicht zugejubelt.

Westler hätten, wären sie anständig informiert worden, zumindest verstanden, dass diese Selbstmord-Jihadisten auch sie im Visier hatten. Als das Lager in Jenin für Journalisten geöffnet wurde, hätten diese die niedrige Zahl an Toten, den hohen Anteil palästinensisch-arabischer Kämpfer unter ihnen und die beispiellosen Opfer der IDF-soldaten berichten sollen, um die Kollateral-Toten unter den Zivilisten niedrig zu halten. Sie hätten detailliert die Beweise für den palästinensischen Todeskult des Selbstmord-Terrors diskutieren müssen, wie er auf Postern und im Fernsehen übertragenen Predigten zum Ausdruck kommt, die in der palästinensischen Gesellschaft so weit verbreitet ist.

Zum Skandal der dänischen Karikaturen sagt Landes: Westliche Sprecher hätten die Impresarios der „Tage des Zorns“ verurteilen sollen. Die muslimischen Hetzer fertigten drei zusätzliche Karikaturen, die weit blasphemischer waren als die der Dänen. Dazu gehörte „Mohammed als Schwein“, „Mohammed wird beim Gebet von einem Hund anal genommen“ und „Mohammed als Pädophiler“.

Mit Tadelung der wahren Blasphemie hätte der Westen die Bühne für ernste und reife Dikussion mit intelligenten Muslimen bereiten können, von denen es reichlich gibt. Diese Leute fanden Hetze der radikalen Imame sowohl gefährlich als auch lächerlich. Stattdessen machten öffentliche Persönlichkeiten im Westen, selbst in Sicherheitskreisen, aus Kalifats-Anhängern wie CAIR in den USA und die MAB in Großbritannien Moderate und suchten ihren Rat, wie man sich der muslimischen Gemeinschaft annähern soll. Sie ignorierten die wirklich moderaten, friedliebenden Muslime, die in ihren eigenen Gemeinschaften ausgegrenzt wurden. Die westlichen Eliten stellten sich am Ende auf die Seite unserer Feinde, der Kalifats-Anhänger. Es war ein gewaltiger Akt kollektiver Unterwerfung.

Wie sehen die Folgen des Scheiterns des Westens aus so zu reagieren, wie er es getan haben sollte?

Landes erklärt, dass der Westen durch dieses Versagen wichtiges Terrain im globalen öffentlichen Raum verlor: Im Aufschwung bis zum Jahr 2000 hofften die meisten Progressiven, unabhängig von ihren Vorbehalten, auf eine staatsbürgerliche globale Öffentlichkeit im neuen, ersten globalen Jahrtausend, das auf positiven Summenprinzipien beruhte. Statt einen aufrichtigen progressiven Diskurses mit viel Raum für Meinungsverschiedenheiten auszuweiten, gaben die Progressiven hingegen einem moralisch und kognitiv verwirrten Diskurs Raum, der die palästinensisch-arabische Sache – ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihre Selbstmord-Terrorkampagne – zu „Lithmus-Test liberaler Legitimation“ machte. Pazifisten wie Judith Butler begrüßten sogar Hamas und Hisbollah als Teil der globalen progressiven Linken.

Diejenigen, die diesem Unsinn widerprachen, verstummten. Andere nahmen in aller Stille den Faden auf, der moralische Schlüsselfragen umkehrte, indem sie den unbewussten „humanitären Rassismus“ westlicher Progressiver ausnutzten. Die Progressiven blickten von ihrem moralischen hohen Ross herab und bemitleideten diese „armen, geknechteten“ palästinensischen Araber. Sie überlegten, dass diese Leute keine moralische Instanz haben und daher „keine Wahl“, außer sich selbst umzubringen um israelische Zivilisten zu masskarieren. Diese humanitären Rassisten sahen sich an, wie boshaft die Palästinenser waren und schüttelten traurig den Kopf: „Welche Wahl haben sie denn … angesichts dessen, wie grausam ihr Israelis seid?“ Dann machten sie einer derart widerlichen Sache anzuhängen zum Eintrittspreis zu progressiven Kreisen. Keine effektive Stimme erhob sich, um sich dem entgegenzustellen.

Stattdessen hätte der Westen Wege finden müssen den Riss innerhalb seiner eigenen Gesellschaften zu heilen. Damals verfügte der demokratische Körper immer noch über etwas Bindekraft. Sie hätten sich auf ein paar grundlegende Vereinbarungen zu den Spielregeln zwischen Links und Rechts, zwischen konservativ und progressiv einigen müssen. Stattdessen internalisierte der Westen den „Zusammeprall der Zivilisationen“ als Form von kulturellem AIDS. Die Anhänger dieser kulturellen Desorientierung über Kalifatsanhänger spielten die Rolle der weißen Blutkörperchen, die nicht den Eindringling bekämpfen, sondern den Boten, der das Eindringen berichtet. Sie betrachteten die natürliche Reaktion auf das „rückt zusammen, wir werden angegriffen“ als erbärmlich. Jeder, der sich wegen des Islam sorgte, dieser angeblichen Religion des Friedens, war fremdenfeindlich und islamophob. Das passiert immer noch.

Die Angst als Islamophober bezeichnet zu werden übt im Westen des 21. Jahrhunderts erstaunlichen Einfluss aus. Diese Angst hat zum Beispiel seit mehr als einem Jahrzehnt Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in mehr als einer britischen Stadt davon abgehalten eine Gruppe örtlicher Muslime weiter britische Mädchen als Gruppe zu vergewaltigen und zur Prostitution zu zwingen – in den Augen dieser Muslime sind „ungläubige“ Mädchen, Sexsklavinnen. Dieses Schweigen und das Versagen der Behörden einzugreifen war verheerend.

Dass ein solch nebulöses – wenn nicht gar boshaftes – Wort wie „Islamophobie“ heute in der westlichen Öffentlichkeit so viel Macht hat, ist eine Katastrophe für unsere Fähigkeit klar zu denken. Es ist ein großer Teil der zunehmend sichtbaren Spaltung in so vielen Demokratien, zwischen dem Volk auf der einen und seinen Eliten auf der anderen Seite. Die Eliten betrachten die offensichtliche Selbstverteidigung der Tribalisten als erbärmlichen Populismus, während einfache Leute das dogmatische und selbstmörderische Beharren der Elite auf Appeasement entweder als dumm oder als Verrat betrachten. Die Reaktion der Elite auf Israels Operation in Jenin kann so zusammengefasst werden: „Wer seid ihr, dass ihr euch gegen die Aggression von Kalifatsanhängern wehrt? Wisst ihr nicht, dass sie das böse macht?“ Tatsächlich sagten sie das jedem.

Wie betrachten Sie Trumps Einstellung zu den palästinensischen Arabern?

Heute besteht der traurige Witz darin, dass Trump, der krude Spielplatz-Rüpel, bei weitem die vernünftigste Nahost-Politik hervorgebracht hat, sowohl was die Vorsicht gegenüber mehrheitlich muslimischen Nationen dort drüben und seiner Einstellung gegenüber den palästinensischen Arabern angeht. Die Palästinenser sind in der Lage gewesen die Friedensverhandlungen mit den Israelis zu zerrütten und Israel in den letzten 20 Jahren wiederholt dafür verantwortlich zu machen, zweimal in der Zeit von Obama. Das veranschaulicht, wie durchgeknallt die „Friedensindustrie“ geworden ist. Ihre insgesamt positive Logik – Land für Frieden – steht im Dienst eines arglistigen Partners, der Land für Krieg will.

Trumps Deal des Jahrhunderts ist eigentlich die Art von Lösung zu diesem Problem, die offensichtlich für jeden, der nicht der Vorstellung hörig ist, die Palästinenser müssten um ihrer Ehre willen die gesamte „Westbank“ zurückbekommen und dass die „Zweistaatenlösugn“ die einzig mögiche Lösung für den Konflikt ist.

Fakt ist: Die Palästinenser sind noch nicht bereit für die Eigenstaatlichkeit, eine Tatsache, die vom aktuellen hysterischen Antizionismus verschleiert wird. Die politische Kultur der palästinensischen Araber ist mehr als ein halbes Jahrhundert lang von gewalttätigen Gruppen bestimmt worden, die Hass und Völkermord predigen, systematisch ihre eigenen Kinder missbrauchen und ihr Volk opfern. Das Konzept der Zweistaatenlösung mag der allerdümmste idiotische Gedanke des Westens sein, auch wenn sie derzeit weithin fast als Dogma anerkannt ist. Solch eine Lösung wäre netter und sogar passend. Die Palästinenser sind allerdings nicht einmal annähernd in der Lage einen demokratischen Staat zu gründen. Autonomie in den Gebieten, in denen die palästinensischen Araber am einwohnerstärksten sind, wäre genau genommen großzügig. Dort können sie an der Verbesserung ihrer bürgerlichen Fähigkeiten arbeiten, die so lange unter den Bedingungen westlicher Verehrung vernachlässigt wurden.

Doch insgesamt verlieren Länder, die von der Verfassung zu Fairness und Gleichheit vor dem Gesetz verpflichtet sind, gegenüber einer mittelalterlichen Millenial-Bewegung an Boden, die zum Teil aus den Höhlen Afghanistans kamen. Was immer uns innerhalb der demokratischen Gemeinwesen trennt, fordert keinen Krieg; was uns tatsächlich vereint ist unsere besonders produktive Art mit Unterschieden umzugehen. Aber in vielen Demokratien scheint eine Verschiebung in einen tribalistischen „Wir gegen die“-Teammodus stattzufinden, auch in den USA und Großbritannien. Das ist eine Katastrophe. Tatsächlich wird damit genau der Zusammenprall der Zivilisationen internalisiert, von dem so viele Eliten nicht einmal anerkennen wollen, dass er im Gang ist.

Die Traditionsmedien sind bezüglich des Konflikts „zwischen dem Fluss und dem Meer“ nur sehr marginal besser geworden, zumeist dank bohrender Beobachter-Organisationen wie CAMERA und HonestReporting. Aber jedes Mal, wenn Blut vergossen wird, kehren diese Medien schnell in ihre alten, tödlichen Gewohnheiten zurück, mit denen sie jihadistischen Hass samt seiner Darstellung palästinensischen Leidens füttern und demokratische Kräfte spalten.

Al-Durah war der Sieg einer Fake-News-Kampagne, die heute immer noch blüht; die große Mehrheit der Nachrichten passt in das Narrativ des israelischen Goliath gegen den palästinensischen David. Heute sehen wir, wie sich diese Art Fake-News – oder Interessen-Journalismus – in die innenpolitischen US-Nachrichten ausbreiten. Von Fox über CNN bis MSNBC finden wir eine Art voreingenommener Zügellosigkeit sowohl in der Terminologie als auch bei „Fakten“, die die Art von Angriff wiederholen, die Israel seitens westlicher Medien in früheren Jahrzehnten erlitt.

Jedes Wesen, dessen Augen und Ohren – im Fall westlicher Demokratien die Nachrichtenmedien –sich selbst betrügen, wird nicht lange überleben, besonders wenn es ernsthafte Feinde hat. Der Coronavirus präsentiert uns einen Stresstest dazu, wie robust und genau unser Informationssystem agiert. Bisher ist das nicht ermutigend.

Der antiisraelische/propalästinensische Journalismus füttert den Diskurs der Kalifatanhänger, in dem Israel schlecht und schuldig und die palästinensischen Araber gut und unschuldig sind. Die gesamte BDS-Kampagne gründet auf den Fake News, die „progresisve“ Interessen-Journalisten und „Menschenrechts“-Aktivisten in dieser Regiion besonders seit dem Jahr 2000 generieren. Der israelische Journalist Ben Dror Yemini hat das die „Lügen-Industrie“ genannt. Die aktuelle Macht von BDS, obwohl so viele ihrer Behauptungen widerlegbar sind, legt nahe, dass es ein wichtiges Publikum gibt, das nach Geschichten lechzt, in denen Juden sich übel verhalten. Woher kommt diese boshafte Freude an Israels moralischer Abwertung?

Die aktuelle Welle an Judenhass im Westen, die erste seit den Nazis, begann im Jahr 2000, als verrückte Journalisten wie die Französin Catherine Nay verkündeten, das Bild Mohammed al-Durahs lösche und ersetze das Bild des Jungen im Warschauer Ghetto. Das Ersetzungsnarrativ der Progressiven und der Kalifatsanhänger – „Israel gleich Nazis, Palästinenser gleich Juden“ – vergiftet den Westen weiterhin. Unter den Umständen der Corona-Pandemie, in denen ein uraltes und durchgängiges Verlangen die Juden für Unglück verantwortlich zu machen lockt, bedroht diese Art toxischen Diskurses weiterhin jeden, einschließlich der Judenhasser.

Landes schließt: Israel ist offensichtlich das Hauptziel der palästinensischen Kriegspropaganda und leidet zuerst. Israels weit verbreiteter negativer Ruf ist heute in der britischen Labour Party Mainsttream und erreicht den öffentlichen Diskurs einiger Präsidentschaftskandidaten der Demokraten in den USA. Das ist ein direktes Resultat einer steten Diät tödlichen Journalismus zu Israel.

Dennoch ist Israel kaum das einzige oder gar Hauptopfer der törichten Entscheidungen, in im Westen in der Öffentlickeit getroffen werden. Progressive jubelten, als die aufkommende arabische Kultur von völkermörderischen Jihadisten gekapert wurde, die ihre Kinder einer Gehirnwäsche unterzogen. Diese angeblichen Friedensbefürworter übernahmen ein Narrativ, das ein palästinensisches Friedeslager unmöglich machte.

Ironischerweise hat der Schlag gegen die Juden sowohl in Israel als auch in der Diaspora auch eine positive Auswirkung auf alles, von der Weiterentwicklung israleischer Militärtechnik zur Vermeidung ziviler Opfer weit über die anderer Armeen der Welt hinaus, bis zur Vermehrung von NGOs, die sich ehrlich progressiven Dingen widmen.

Angesichts der Umstände ist Israel das progressivste Land der Welt, voller Probleme und Widersprüche, aber auch eine ständige Quelle progressiver Ansätze für Problemlösungen, darunter alle möglichen Arten von Therapien. Daher ist um so bemerkenswerter, dass es einen weit verbreiteten Ruf als rassistisches, Apartheid und Völkermord betreibendes Monster hat, das nicht existieren sollte. Zugegebenermaßen ist das das, was die Kalifatanhänger glauben. Aber die sind wohl kaum progressiv. Was kann erklären, dass Progressive, Menschen die Israels Werte unterstützen, diesem dämonisierenden Narrativ zustimmen?

[1] Dummheit zählt: Ein Mittelalter-Führer für das 21. Jahrhundert

Al-Wala‘ wa al-Bara‘: Die islamische Doktrin der Verachtung anderer

Darrell Pack, Jihad Watch, 3. April 2020

Haben sie jemals von der seltsamen, verstörenden Veränderung eines scheinbar gut angepassten Muslims gelesen – oder das persönlich erfahren – der ein guter Nachbar, Arbeitskollege oder Bürger ist und sich entweder radikalisierte oder schlimmer: gewalttätig wurde? Major Nidal Hasan ist eines der traurigsten Beispiele. Hasan wurde dafür verurteilt, dass er am 5. November 2009beim Schießen in die Menge in Fort Hood 13 Menschen tötete und mehr als 30 weitere verletzte.

Wenn so etwas passiert, beeilen sich oft sogenannte Experten zu erklären, dass diese das traurige Beispiel einer sehr persönlichen emotionalen Störung oder ein psychischer Zusammenbruch sei, der jedem mit jeder religiösen oder ideologischen Zugehörigkeit zustoßen könne. Solche sogenannten Experten könnten sagen, dass das Ereignis komplett von der Zugehörigkeit des Individuums zum Islam getrennt werden soll.

Ich glaube, das ist ein Versuch eine gefährliche islamische Doktrin reinzuwaschen, die selten diskutiert wird, aber im Islam eine bedeutende Überzeugung ist. Auf Arabisch heißt sie al-Wala‘ Wal-Bara‘.

Diese Redewendung ist schwierig zu übersetzen, aber in der Praxis bedeutet sie Allianz mit oder Unterstützung von Mitmuslimen einerseits und Nichtanerkennung, Feindschaft und Verachtung für Nichtmuslime andererseits. Diese Doktrin prägt das Gefühl ein, dass Muslime ihre muslimischen Brüder entschieden unterstützen müssen, aber Nichtmuslimen gegenüber feindselig sein sollen. Gibt es einen Konflikt zwischen Nichtmuslimen und Muslimen, muss daher jeder Muslim seine muslimischen Brüder gegen die nichtmuslimischen Ungläubigen unterstützen.

Ein Muslim, der in einem westlichen System lebt, das von kuffar (Ungläubigen) geführt wird, ist mit einem emotionalen Dilemma konfrontiert. Als guter Bürger und Nachbar innerhalb der Ungläubigen-Gesellschaft zu sein schafft kognitive Dissonanz und Schuldgefühle. Er oder sie versagt gegenüber seinen/ihren muslimischen Brüdern und Allah, wenn sein/ihr Land oder angenommenes Land sich mit einem mehrheitlich muslimischen Land oder einer islamistischen Organisation wie den Taliban oder al-Qaida im Krieg befindet. Sie müssen die Sache ihrer Glaubensbrüder selbst gegen die Interessen des Landes, dessen Staatsbürger sie sind, unterstützen.

Um diese Doktrin zu erklären, zitieren viel Muslime oft einen Abschnitt aus der fünften Sure des Koran, Surat al-Maedah (Der Tisch): „O die ihr glaubt! Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind Freunde gegeneinander. Und wer von euch sie zu Freunden nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.“ (Sure 5,51)

Nehmen Sie zum Beispiel al-Jaza’iri, einen salafistischen Koran-Kommentator, der die Grundidee hinter der Doktrin erklärt, über die wir hier nachdenken. Er sagt: „Diejenigen, die die Feinde Allahs und seines Propheten unterstützen, haben ihre Gunst Allahs, Mohammeds und der Muslime aufgegeben (…) Man wird in den Herzen derer, die sie unterstützen, eine Krankheit sehen.“

Al-Jaza’iri definiert diese Krankheit als Zweifel, Heuchelei und Shirk (einen Götzen in Gebet mit Allah verbinden).

Al-Jaza’iri schließt: „Es gibt allgemeine Zustimmung, dass fehlende aktive Unterstützung für die muslimische Sache heißt die wichtigen Gebote des wahren Glaubens aufzugeben.“

Zusätzlich identifiziert al-Qurtubi dieses Phänomen (al-Wala’wa al-Bara‘)in seinem Kommentar zur der Schlacht von Uhud (624 n.Chr.), als frühe Muslime von den Heiden aus Mekka besiegt wurden und Heuchler unter den Muslimen, die geheime Abmachungen zur Unterstützung der Juden hatten, selbst behaupteten auf Seiten der Muslime zu stehen. Diese Idee hat in vielen Muslimen eine Überzeugung implantiert, dass man dieser koranischen Richtlinie einzig durch unverhohlene Unterstützung muslimischen Sieges in Konflikten mit Nichtmuslimen Folge leisten kann.

Ein weiterer Kommentator, al-Bayḍāwī, sagt, dass Muslime sich nicht auf Nichtmuslime verlassen oder sich ihnen anschließen dürfen, als seien sie ihnen lieb.

As-Samarqnadi fällt jedoch ein härteres Urteil und sagt, dass der Muslim, der diese Art von Gönnerschaft und Freundschaft zu Juden und Christen aufnimmt, in Wirklichkeit in ihre falschen Religionen geht und zu ihnen ins Höllenfeuer kommt.

Diese Doktrin vermengt sich mit der Beschreibung von Nichtmuslimen im Koran als unrein (Sure 9,28) und schlimmer als Tiere (Sure7,179).

Der koranische Patriarch Ibrahim (Abraham) erklärt den muslimischen Hass auf Nichtmuslime: „Tatsächlich gibt es ein ausgezeichnetes Beispiel für euch in Ibrahim und denen, die bei ihm waren, als sie ihrem Volk sagten: ‚Wir lehnen euch und was ihr statt Allah anbetet ab (bara‘). Wir glauben nicht an euch. Feindschaft und Hass sind für immer zwischen uns und euch aufgekommen, außer ihr glaubt allein an Allah.“ (Sure 60,4)

Das ist ein effektives emotionales Hexengebräu an Ideen, die in der Psychologie der Muslime eine Verachtung einpflanzt. Gleichzeitig darf ein Muslim nach außen Übereinstimmung mit der nichtmuslimischen Gesellschaft vortäuschen, in der ein Muslim lebt. Man kann das in einigen Situationen, insbesondere im schiitischen Islam Taqiyyah nennen, die Praxis die eigenen Überzeugungen zu verbergen und auf übliche religiöse Pflichten zu verzichten, wenn man bedroht wird.

Der populäre zeitgenössische saudische Autor Dr. Ahmed b Umar al-Bazmoul behauptet in seinem Buch zu diesem Thema, Al Wala’ wa al-Bara’, dass selbst offene Geschäfte mit den Ungläubigen und gegenseitige Besuche Zuhause und Geschenke alles als Überschreitung der koranischen Aufforderung in Sure 5,51 sind.

Insgesamt schafft diese Doktrin emotionalen Druck auf gläubige Muslime im Westen, bis viele das Gefühl haben, sie müssten gegen den Staat bzw. die Macht der Ungläubigen sein. Sie müssen so handeln, dass sie feindselig sind, um sich in ihrem islamischen Glauben wirklich selbst auf eine Weise zu verwirklichen, die Allah, seinen Propheten und die Gemeinschaft der Muslime ehrt.

Solange Verachtung für den anderen ein islamischer „ethischer“ Wert ist, wird es Muslime geben, die inmitten eines Volkes leben, das sie hassen und verachten. Diese emotionale Spannung wird einige von ihnen in jeder Gesellschaft zu einer ungewollten/unbewussten Fünften Kolonne machen, in der sie leben, die sie aber nicht kontrollieren.

Ist Jerusalem eine heilige islamische Stadt?

Es besteht ein großer Unterschied zwischen einer Stadt, die in den Augen Gottes heilig ist und einer, heiligen islamischen Stadt

Mohamad Tawhidi, The Jerusalem Post, Jan. 26, 2019

Der Heilige Koran sagt klar, dass das Heilige Land, Jerusalem, der jüdischen Nation des Mose, den Israeliten, gehört. (Foto: zur Verfügung gestellt)

Jerusalem ist Heimat von rund 400.000 Muslimen, aber ist es eine gemäß dem Islam heilige Stadt?

Das ist eine Frage, die die Mehrheit der Muslime in der politischen und akademischen Welt versucht zu umgehen, einfach deshalb, weil sie eine recht ungemütliche Diskussion eröffnet. Fakt ist: Ein Muslim, der eine solche Frage stellt, könnte sich schweren Konsequenzen ausgesetzt sehen; zum Beispiel könnte die Gesellschaft seinen/ihren Glauben infrage stellten.

Bis 2014 war ich ein Islamist, der das jüdische Volk verabscheute, offen dafür Krieg gegen es zu führen. Heute jedoch habe ich viele Freunde unter jüdischen Glaubensführern. Dieser Wandel war nicht politisch, er war eher theologisch. Kurz gesagt, begann ich bestimmte Behauptungen infrage zu stellen, die mir von meinen Lehrern und der muslimischen Gemeinschaft beigebracht worden waren. Ich begann mich zu fragen: Gehört Jerusalem wirklich dem Islam und den Muslimen?

Um diese lebenswichtige Frage zu beantworten, müssen wir untersuchen, wie Städte gemäß dem Islam heilig werden.

Heilige Städte im Islam

Die Menschheitsgeschichte hindurch ist jede Religion mit einem Gebiet in Verbindung gestanden, das geheiligt, respektiert und verehrt worden ist. Der Islam ist da nicht anders. Es gibt im Islam zehn heilige Städte, darunter Mekka, Medina, Qom, Kerbela und Nadschaf – aufgrund deutlicher Verse im Koran, die ihre Herrlichkeit bestätigen oder aufgrund von Aussagen des Propheten Mohammed, der den Muslimen ihre Erhebung bestätigt.

Es gibt einen großen Unterschied dazwischen, dass eine Stadt in den Augen Gottes heilig ist und dass sie eine heilige islamische Stadt ist. Beispielsweise werden alle Prophetengräber, Geburtsorte und Gegenden, wo Wunder stattfanden, als im Islam heilig betrachtet, aber sie sind keine ausdrücklich islamischen Orte. Ein heiliger islamischer Ort ist einer, an dem ein bedeutendes islamisches Ereignis stattgefunden hat, entweder durch Allah oder durch den Propheten Mohammed.

Jerusalem in islamischen heiligen Schriften

Der Heilige Koran erklärt sehr klar, dass das Heilige Land, Jerusalem, der jüdischen Nation des Moses, den Israeliten gehört.

„Und wie Moses zu seinem Volke sprach: «O mein Volk, besinnt euch auf Allahs Huld gegen euch, als Er aus eurer Mitte Propheten erweckte und euch zu Königen machte und euch gab, was Er keinem anderen (Volke) auf der Welt gegeben.“ (Ab Sure 5,20)

Dieser Vers macht auch deutlich, dass Gott „(dieses Land) niemandem in der Welt gegeben hat“ außer der jüdischen Nation.

Aus diesem Vers und weiteren mit ähnlichem Inhalt erkennen wir, dass Jerusalem eine gemäß Gott heilige Stadt ist, aber sie ist keine heilige islamische Stadt, denn Tatsache ist, dass ihre Heiligkeit vor der Existenz des Islam festgesetzt wurde.

Nach dem Entstehen des Islam, im Jahr 621 unserer Zeitrechnung, wird geglaubt, dass der Prophet Mohammed eine übernatürliche und spirituelle nächtliche Reise zur Al-Aqsa-Moschee (der fernen Moschee) unternahm. Dieses Ereignis wird im Koran in den folgenden Versen berichtet: „Preis Ihm, Der bei Nacht Seinen Diener hinweg führte von der Heiligen Moschee zu der Al-Aqsa (Fernen) Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, auf dass Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigen. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Sure 17,1)

Zwei entscheidende Dinge müssen zu den oben angeführten Versen thematisiert werden:
1. Dass der Prophet Mohammed an einen Ort reiste, mach diesen nicht „islamisch“.
2. Es gibt wenig Belege, dass die „Al-Aqsa-Moschee“ sich tatsächlich in Jerusalem befindet und es gibt eine große Zahl Muslime, die glauben, dass „die Ferne Moschee“ eine Anspielung auf eine Moschee in den Himmeln ist, nicht auf der Erde; infolge der Tatsache, dass die heutige Al-Aqsa-Moschee zu Lebzeiten des Propheten Mohammed nicht existierte, ist es für ihn unmöglich sie besucht zu haben.

Jahrhunderte vor dem Propheten Mohammed sind Botschafter des Judentums wie des Christentums nach Jerusalem gekommen, um ihre heiligen Schriften zu predigen. Daher kann es nicht historisch genau sein zu sagen, dass Mohammed vor ihnen den Islam nach Jerusalem brachte.

Bis zum Umzug Mohammeds nach Medina im Jahr 622 und der offiziellen Gründung des Islam dort, war der Islam eine Minderheitsreligion, verglichen mit den beiden fest etablierten Religionen des Judentums und des Christentums. Außerdem änderten die Bürger Jerusalems, die zum Islam konvertierten, nur ihren Glauben, nicht die gesamte Geschichte der Stadt.

Daher behaupten weder die islamischen heiligen Schriften noch die Geschichte, dass Jerusalem eine heilige islamische Stadt ist.

Jerusalem trifft auf den Islam

Im Mai 632 unserer Zeitrechnung ernannte der Prophet Mohammed Osama ibn Said zum Kommandeur seiner Armee, um in einer vereinbarten Schlacht in Palästina auf die Römer zu reagieren.

Am nächsten Tag machte sich Osama mit seiner Expedition auf den Weg, aber dann erfuhr er, dass Mohammed gestorben war und kehrte deswegen nach Medina zurück. Kalif Abu Bakr befahl Osama dann seine Armee auf 3.000 Männer zu verstärken und die Einwohner des Königreichs Moab und das von den Byzantinern gehaltene Darum anzugreifen und so viele zu töten oder gefangen zu nehmen, wie möglich, was Osama tat.

Dieses Ereignis beweist, dass es bis zum Ableben des Propheten Mohammed keine Muslime dort in dem Landstrich gab, den wir heute als Palästina kennen und dass es von den byzantinischen Römern bewohnt war.

Der Prophet Mohammed hätte auch keinen Krieg gegen eine Stadt voller Muslime geführt. In Wirklichkeit kam der Islam als Religion offiziell im Jahr 636 nach Palästina, vier Jahre nach dem Tod Mohammeds und während der Herrschaft von Omar, de, zweiten Kalifen des Islam.

Das islamische Kalifat führte einen Angriff auf Jerusalem aus, das von den byzantinischen Römern regiert wurde. Die Stadt wurde ab dem November dieses Jahres vier Monate lang belagert. Nach vier Monaten Entbehrungen und Gemetzel übergab der orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Sophronius, im Jahr 637 die Stadt dem Kalifen Omar. Als der Kalif Omar erkannte, dass der Islam in der Region immer noch eine Minderheit war, führte er das System der Jizyah ein, mit dem er Christen und Juden zwang dem islamischen Kalifat eine Steuer zu zahlen.

Nach einem Massaker an den Bürgern Jerusalems kam unser Kalif Omar nach Jerusalem, um seine Statthalter zu ernennen. Dann baute er, was wir heute als die „Al-Aqsa-Moschee“ kennen, von der viele Muslime fälschlich glauben, sie sei vom Propheten Mohammed gebaut worden.

Die Jerusalemer Moschee mit der goldenen Kuppel ist den Muslimen als „Qubbat al-Sakhrah“ (Felsendom) bekannt und wurde 691 von der Omajjaden-Dynastie vollendet, dem nachfolgenden islamischen Kalifat. Für Muslime wäre es wohl nicht zulässig, in der Al-Aqsa-Moschee und im Qubbat al-Sakhrah zu beten, wenn diese auf überfallenem und besetztem Land errichtet wurden.

Im neunten Jahrhundert beherrschte die Fatimiden-Dynastie, ein schiitisch-islamisches Kalifat, große Bereiche Nordafrikas. Sie waren auch Terroristen, die in Palästina eindrangen und in Jerusalem Christen massakrierten, weil die sich auf die Seite der Römer von Byzanz stellten, die versucht hatten, ihr Land zurückzuerobern. Der berüchtigte Kalif des Fatimiden-Kalifats Al-Hakim verursachte der gesamten Region großen Schaden, tötete sogar Johann VII., den Patriarchen von Jerusalem, eine Provokation, die den Grundstein für den ersten Kreuzzug legte. Infolge der Niederlage der Kreuzritter wurden Muslime zur Mehrheit, durch das Schwert und nicht durch den Stift.

Bis dahin war die gesamte Mittelmeerküste Palästinas erobert worden, gefolgt von einer Reihe Massaker am christlichen Volk und einem Völkermord, der sich bis nach Damaskus und Beirut ausbreitete. Der Islam wurde in Palästina bis zum 9. Jahrhundert zur etablierten Religion und wurde während der Mameluken-Ära zwischen 1250 und 1516 zur Mehrheitsreligion der Region.

Daher kamen wir Muslime nicht als Prediger nach Palästina und konvertierten seine Nation zu Muslimen. Wir ermordeten ihre Führer und führten Serienmassaker aus, geführt von terroristischen sunnitischen wie von schiitischen islamischen Kalifen. Die Bürger Palästinas mögen zum Islam konvertiert sein, aber Palästina kann keinesfalls als muslimisches Land betrachtet werden. Natürlich kann man diese Haltung bestreiten, aber Fakt ist, dass die Juden lange, selbst bevor das Christentum aufkam, in diesem Land waren. Ihre uralten kulturellen Verbindungen bleiben ungebrochen, so wie es jedes Pessah gesagt wird: „Nächstes Jahr in Jerusalem.“

Unsere arabisch-muslimischen Vorfahren kamen als Eroberer aus ihren Wüsten und nicht als Lernende, nicht als Führende, nicht um bei anderen Führung zu suchen. Sie glaubten, dass sie ausreichend Wissen und Weisheit hatten und dass sie nichts von anderen lernen mussten. Diese Illusion meiner Glaubensbrüder besteht bis heute fort, trotz der Tatsache, dass die Welt sich verändert hat.

Beunruhigende Ereignisse in der islamischen Geschichte

Andererseits verstehe ich den muslimischen Kampf um Jerusalem nicht. Islamisches Recht verbietet streng sich zu erleichtern, während man in Richtung Mekka blickt. Tatsächlich sind Toiletten in allen islamischen Ländern und den meisten muslimischen Häusern so angelegt, dass man nicht Richtung Mekka blickt; der Grund ist Respekt für die heilige Stadt. Dennoch berichtet Bukhari, dass unser Prophet Mohammed sich absichtlich und wiederholt erleichterte, während er in Richtung Mekka gewandt war, obwohl er sich stattdessen auch in eine andere Richtung hätte wenden können.

Macht es Sinn, dass Palästinenser für Jerusalem sterben, wenn ihr geliebter Prophet es vorzog, seinen Darm in dessen Richtung zu entleeren?
Ob Palästina jüdisches Land ist oder ob Israel ein Staat ist, sind zwei völlig verschiedene Diskussionen. Ein Muslim mag Israel als Staat ablehnen, aber er kann die Tatsache nicht abstreiten, dass die gesamte Region, einschließlich Palästinas, faktisch jüdisches Land ist.


Der Autor ist ein im Iran geborener australisch-schiitischer Imam und Präsident der Islamic Association of South Australia.