Tweets, Kontext und Geschichte

Daniel Gordis, 30. Dezember 2014

Immer wieder mal ist etwas Einfaches wie ein Tweet Ursache für die Erinnerung daran, dass – im Leben allgmein, aber besonders in dieser Region – Kontext und Geschichte wichtig sind.

Der fragliche Tweet dieser Woche kam von Gershon Baskin, dem Gründer des Israel/Palestine Center vor Research and Information und selbsterklärtem Befreier von Gilad Shalit. Der Tweet war einfach: „Wenn die Welt die Anerkennung des Staats Palästina befürwortet, befürwortet sie auch Israel auf 78% des Landes zwischen Fluss und Meer.“

Nun, da fühle ich mich doch gleich viel besser.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, als Stockholm, Paris, Dublin und andere „Palästina“ (in Anführungszeichen, weil es Palästina nicht gibt) anerkannten, war das zu einem gewissen Grad ein feindlicher Akt gegenüber Israel. Immerhin erkennten die Führer von „Palästina“ Israel als jüdischen Staat nicht an und beharren darauf, dass sie es nie tun werden. Sie bestehen auf dem Rückkehrrecht der Flüchtlinge, was Israel als jüdischen Staat vernichten würde und sagen zumindest öffentlich, dass sie sich in dieser Sache niemals bewegen werden.

Also ja, ich gebe es zu: Wenn europäische Hauptstädte einen Staat anerkennen, der sowohl nicht existiert als auch anstrebt Israel als jüdischen Staat zu vernichten, dann bin ich besorgt.

Doch jetzt, wird mir gesagt, soll ich mich besser fühlen. Denn diese Länder – sowie die, die ihnen wahrscheinlich noch folgen werden – versuchen überhaupt nicht Israel Schaden zuzufügen. In Wirklichkeit ist eine solche Anerkennung Palästinas „Unterstützung Israels“ auf 78 Prozent des Landes zwischen Fluss und Meer.

Abgesehen davon, dass der Tweet Palästinas Haltung zu Israel ignoriert, ist es auch wert erwähnt zu werden, was für ein kleiner Teil dessen diese 78% sind, was dem jüdischen Volk ursprünglich versprochen wurde. Wir mögen deswegen nichts unternehmen können, aber wir sollten scharfsichtig sein, welches Spiel die internationale Gemeinschaft schon seit langem spielte und weiterhin spielt.

Die Balfour-Erklärung von 1917 besagte: Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.

Es können viele Fragen zu Balfour gestellt werden. Ist eine „nationale Heimstatt“ ein Staat? Wie kann die jüdische Heimat aufgebaut werden, ohne irgendwie die „bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina“ zu beeinflussen? Und vieles mehr. Aber für unsere Vorhaben ist eine Frage absolut vorherrschend: Was ist dieses Palästina, wo die jüdische Heimstatt aufgebaut werden soll und wie sehen seine Grenzen aus? Das sagt Balfour nicht.

Später fügten britische Dokumente Klarheit hinzu. Die Palestine Royal Commission von 1937 (allgemein als Peel-Kommission bekannt) erklärte klar: „Als Feld, in dem die jüdische nationale Heimstatt gegründet werden sollte, wurde zur Zeit der Balfour-Erklärung das ganze historische Palästina verstanden.“

Das „Ganze“ schloss natürlich Transjordanien ein, das man heute als Jordanien kennt. Das hielt die Peel-Kommission nicht davon ab die Größe eines vorgeschlagenen jüdischen Staates noch weiter zu reduzieren. Damit wurde das Land, das das britische Empire dem jüdischen Volk versprach 1922 erstmals geteilt, als 75% des „historischen Palästina“ abgeschlagen und zur Schaffung eines Landes namens Jordanien genutzt wurde.

Peel schlug dann etwas noch Kleineres vor.

Dann wurden, als 1947 die UNO über eine (zweite) Teilung abstimmte, weitere Teile aus einem zukünftigen jüdischen Staat ausgeschlossen; das Sonderkomitee der UNO zu Palästina hatte entschieden noch einen zweiten arabischen Staat auf den Land zu gründen, den die Balfour-Erklärung für die Juden vorgesehen hatte. (zum Beispiel hatte die Peel-Kommission vorgeschlagen Westgaliläa den Arabern zu geben.) Die Karte, über die die UNO-Vollversammlung am 29. November 1947 abstimmte, war eine, die den Juden weniger als ein Achtel dessen gab, wie ihnen mit Balfour nur 30 Jahre früher versprochen worden war.

Dem jüdischen Staat Land wegzunehmen ist eine langjährige Tradition.

Der einzige Grund, dass Israel niemals dazu gezwungen war tatsächlich innerhalb der nicht zu verteidigenden und unbewohnbaren Grenzen von 1947 zu leben, besteht darin, dass die Araber Israel nach der Abstimmung in der UNO angriffen; und dann noch lärmender, nachdem Israel am 14. Mai 1948 seine Unabhängigkeit erklärte. In dem von den Arabern losgetretenen Krieg war Israel in der Lage – mit Waffengewalt – Land zu erobern, das die UNO ihm nicht versprochen hatte. Die 1949 erreichten Linien, die sogenannte Grüne Linie, sind keine in irgendeinem Friedensvertrag vereinbarten Grenzen. Sie sind Waffenstillstandslinien: Sie sind einfach da, wo die zwei erschöpften Seiten sich entschieden die Dinge ruhen zu lassen, als die Kämpfe abklangen.

Israel eroberte dann im Juni 1967 weiteres Land, in einem weiteren Krieg, den es nicht wollte. Es übernahm die Westbank von Jordanien, nachdem es König Hussein anbettelte nicht in die Kämpfe einzutreten – eine Warnung, die der König dummerweise ignorierte. Die internationale Gemeinschaft hat entschieden, dass das von Israel 1967 eroberte Territorium zurückgegeben werden muss.

Wird sie das eines Tages auch von Land sagen, das Israel zwischen der Abstimmung in der UNO im November 1947 und dem Ende des Unabhängigkeitskriegs im März 1949 eroberte? Vielleicht nicht, aber wer weiß? Das Schachbrett namens Naher Osten unterscheidet sich stark von dem vor nur gerade mal einem Jahrzehnt. Israels Aktien in der internationalen Gemeinschaft stehen schlechter als seit langer Zeit, vielleicht schlechter als je zuvor. Die Kälte in den Beziehungen zwischen den USA und Israel (von beiden Seiten bestritten, aber offensichtlich sehr real) schächte Israel weiter. Amerikanische Juden sind zunehmend wegen eines Israel frustriert, das ihrer Meinung nach zu wenig Annäherungsversuche den Palästinenser gegenüber macht. Der Iran kommt Atomwaffen immer näher und Israel könnte die USA durchaus benötigen (wahrscheinlich mit einem ganz anderen Präsidenten), um ihn aufzuhalten.

Ungeachtet aller Beteuerungen einiger Israelis könnte Israel sich auf dem Rückzug vom Jordan zu etwas finden, das der Grünen Linie nahe kommt. Einige Israelis werden jubeln, andere werden trauern. Der Rückzug könnte Frieden bringen; wahrscheinlicher ist, dass er das am Ende nicht tut.

Doch was immer auch geschieht, wir sollten zumindest verstehen, was geschieht. Ja, Israel würde mit kolossalen 78% des Landes zwischen Fluss und Meer zurückbleiben. Aber das ist nur ein Bruchteil dessen, was dem jüdischen Volk ursprünglich versprochen wurde und wenn die internationale Gemeinschaft weiterhin darauf besteht, dass Israel Territorium aufgibt, das es kämpfend gewonnen hat, könnte uns am Ende weit mehr fehlen.

Täuschen wir uns nicht. Die europäischen Regierungen, die Palästina anerkannten, erkennen nichts zu Israel an. Sie warten lediglich darauf, ihren nächsten Zug auf dem Schachbrett tun zu können.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (30.08.-05.09.2015)

Sonntag, 30.08.2015:

Eine 92-jährige Araberin kann sich heute noch für das Massaker von Hebron 1929 begeistern und wünscht sich, dass die „Palästinenser“ von heute das weiter machen werden. Ein entsprechendes Video konnten von MEMRI gesichert werden.

Dienstag, 01.09.2015:

Katastrophenalarm durch die UNO: Bis 2020 könnte der Gazastreifen infolge von sozialen, Gesundheits- und Sicherheitsproblemen unbewohnbar werden. Die hohe Bevölkerungsdichte und Überbevölkerung seien dabei wichtige Faktoren. (Fragt sich nur, wer das wieder schuld sein soll – der Leiter von COGAT berichtet wieder einmal, dass die Hamas den Wiederaufbau des Gazastreifens verzögert bis verhindert.)

Heckmeck:
Premierminister Netanyahu vor einer Frauengruppe: Israel ist interessiert daran die Friedensgespräche mit Abbas wieder aufzunehmen. Ohne Vorbedingungen.

Die historische Wahrheit verpesten

Dan Margalit, Israel HaYom, 25. August 2015

Der idiotischste Streit in der extremen Linken Israels gab es in den frühesten 1950-er Jahren: Statt zuzugeben, dass Joseph Stalins Sowjetunion von einer Bande Mörder regiert wurde, hatten Mitglieder der Partei Mapam (einer 1948 gegründeten marxistisch-zionistischen Partei) ausführlich darüber diskutiert, ob die Zusammensetzung aus Marxismus und Leninismus mit Bindestrich oder mit der Konjunktion „und“ geschrieben werden sollte.

Die hitzigen, bornierten Ideologen betonten, dass die Doktrinen von Karl Marx und Wladimier Lenin ein und dasselbe waren und keine trennbaren Lehren. Doch dann wurden die Schrecken des Gulags (sowjetische Zwangsarbeitslager) aufgedeckt und Alexander Solschenizyns Bücher wie „Ein Tag im Leben des Ivan Denissowitsch“ wurden veröffentlicht und die bittere Wahrheit wurde offengelegt – diese Halunken hatten Hunderte Millionen unschuldiger Opfer mit falscher Propaganda manipuliert.

Dieselbe Art von Absurdität ist in der neuesten Initiative des Van Leer Institute zu finden ein Symposium zur Veröffentlichung eines Buchs mit dem Titel „Der Holocaust und die Nakba: Erinnerung, nationale Identität und die jüdisch-arabische Partnerschaft“ zu veranstalten, das eine gemeinsame Überlegung zur Verbindung zwischen Holocaust und der Nakba „dem arabischen Begriff für die Dislokation palästinensischer Flüchtlinge während Israels Unabhängigkeitskriegs) anregt. Dieser Gedanke könnte möglicherweise Wurzeln schlagen, was der Himmel verhüten möge.

Nach Angaben der Nachrichtenseite NRG lehnte Professor Gavriel Motzkin, der Direktor des Instituts die Kritik am Symposium ab, indem der sich dumm stellte und sagte, das Institut setze den Holocaust nicht mit der Nakba gleich. Er fügte jedoch sofort den Traumafaktor als gemeinsamen Nenner beider Ereignisse hinzu, womit er sie unter ein gemeinsames verbales Dach zusammenfügte.

Es gibt keine zwei Worte um zu beschreiben, wie diese zwei Ereignisse noch unterschiedlicher sein könnten und jeder, der versucht sie mit einem „und“ oder einem Bindestrich zu vereinen, verpestet die historische Wahrheit.

Mit was kann das verglichen werden? Vor kurzem wurde ein Buch des britischen Autors Ben MacIntyre mit dem Titel „A Spy Among Friends“ (Ein Spion unter Freunden) veröffentlicht. Das Buch beschreibt in allen Einzelheiten die wahre Geschichte des Spions Kim Philby, der zum Leiter des britischen Spionageabwehrdienstes gegen Sowjetunion im Kalten Krieg aufstieg – während er heimlich als Doppelagent agierte und für den Feind in Moskau spionierte.

Philby wurde an der prestigeträchtigen Universität Cambridge von den Ideen des Kommunismus gefesselt und formte zusammen mit Donald Maclean, Guy Burgess und Anthony Blunt einen Spionagering, der Geheimnisse an die Sowjetunion verkaufte.

Was würde wohl Professor Motzkin sagen, wenn jemand ein Symposium mit dem Titel „Van Leer und Cambridges großer Verrat“ veranstalten würde? Dieser Jemand würde offensichtlich festhalten, dass beide Institutionen ausgezeichnete akademische Einrichtungen sind, aus denen gefeierte Forscher und Professoren hervorgegangen sind, aber auch ein paar verfaulte Äpfel. Und wie Motzki würden die Organisatoren ihr Symposium damit rechtfertigen zu sagen, dass sie keinesfalls behaupten, das Van Leer Institute sei eine Brutstätte für Verräter.

Auch wenn die Situation am Van Leer in keiner Weise der Atmosphäre der Spionage in Cambridge in den 1930-er Jahren ähnelt, könnte jemand den Vergleich ziehen, obwohl die beiden Fälle keinerlei Ähnlichkeiten miteinander haben.

Es muss ausdrücklich gesagt werden, dass es absolut keine Verbindung zwischen den beiden Ereignissen gibt, aber das Wesen einer solch primitiven, unterschwelligen und oberflächlichen Propaganda besteht darin, dass sie die Idee in die Gemüter der Massen einpflanzt und damit zwei Ereignisse miteinander verbindet, die keine wirkliche Verbindung haben. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bevor das „und“ oder der Bindestrich auftauchen.

Es besteht keine Notwendigkeit einzuschreiten oder – Gott behüte – das Symposium des Van Leer Institute zu unterbinden, das es das Vorrecht der Organisatoren ist Schaden anzurichten.

Juden, Lügen und Olivenbäume

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 21. August 2015

Der Krieg gegen das jüdische Volk und seinen Staat wird auf militärischen, diplomatischen und Informationsschauplätze ausgetragen. In den Informations-Schlachten besteht die gegen uns verwendete Munition aus Lügen.

Manchmal sind es große, die Wirklichkeit umkehrende Lügen, so wie die, dass Israel eine Kolonialmacht ist, die „eingeborene Palästinenser“ unterdrückt, wenn es in Wahrheit so ist, dass das jüdische Volk im Land Israel einheimisch ist und ein moralisches und juristisches Recht darauf hat. Manchmal sind es mittelgroße Lügen, die immer und immer wieder wiederholt werden, so die Erklärung „Siedlungen sind nach dem internationalen Recht illegal“. Und manchmal sind es kleine Lügen, eine Flut vieler kleiner Lügen, die uns dämonisieren und Mitgefühl für unsere Feinde wecken sollen.

Eine solche haben wir z.B. hier: (h/t J. E. Dyer):

Jeremy Moodey:
Die Realität israelischen Siedler-Kolonialismus in #Palästina:
Bulldozer reißen heute bei Bethlehem uralte Olivenbäume nieder.

Olivenbäume sind eine bevorzugte Metapher für Wirklickeitsumkehr. Es wird suggeriert, dass „Palästinenser“ ins Land gehören wie Jahrhunderte alte Bäume und bösartige jüdische „Siedler“ Völkermord an ihnen verüben, so wie sie mit dem tief verwurzelten „palästinensischen Volk“ tun. Egal, dass hier sowohl die Invasoren und Völkermord-Fans – ganz zu schweigen von den Umweltzerstörern – Araber sind, nicht Juden.

Hier liebt aber kein Beispiel für Baum-Völkermord vor. Wenn man sich das Bild ansieht, wird man sehen, dass der Baum beschnitten worden ist und der Wurzelballen sorgfältig geschützt wird. Einen Bau mit dem Wurzelballen intakt aus dem Boden zu holen ist eine Menge Arbeit, die sowohl Graben von Hand als auch schweres Gerät benötigt. Wenn man einen Olivenbaum vernichten will, könnte man dafür einfach eine Kettensäge benutzen.

Nein, was hier geschieht ist, dass der Baum umgesetzt wird. Hier ist ein Bild derselben Sache, kopiert von einer Internetseite einer kalifornischen Firma, die sich auf das Umsetzen voll entwickelter Olivenbäume spezialisiert hat.

Fast jedes Jahr macht eine ähnliche Lüge von vernichteten Bäumen die Runde. Hier ist ein Bild, das angeblich einen Olivenbaum zeigt, der von „Siedlern“ verstümmelt wurde:

Schon lustig, wie sauber er geschnitten wurde, wie sorgfältig einige Sprösslinge übriggelassen wurden. Und hier ist einer in Griechenland, der gerade beschnitten wurde, wie es üblicherweise einmal im Jahr als Teil der laufenden Kultivierung von Olivenbäumen gemacht wird:

Sieht das bekannt aus?

Das Überraschende daran ist, dass all diese Lügen, von der größten bis zur kleinsten, von unseren eigenen Leuten, Juden und Israelis, unkritisch nachgeplappert werden. Warum sind sie bereit das Schlimmste über sich selbst zu glauben, das aufgrund hauchdünner, widersprüchlicher oder nicht existenter Belege?

Shabbat Shalom!

Wer sind hier die Einheimischen?

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 21. August 2015

Ergreift des weißen Mannes Bürde
die bestialischen Kriege des Friedens
füllt den hungrigen Mund
und bekämpft die Krankheit,
und wenn euer Ziel ganz nah ist,
das Ziel, das ihr für andere erstrebt habt,
seht zu, wie Trägheit und heidnischer Wahn
all eure Hoffnung zunichte machen.
Rudyard Kipling, 1899

Neulich sprach ich mit Freunden und die Diskussion wandte sich der einzigartigen Lage Israels als Nationalstaat zu, der seine Existenz ständig rechtfertigen muss. Andere Länder mögen in Kämpfe darüber verwickelt sein, wer der Diktator, Präsident oder regierende Partei sein wird, aber mir fällt kein anderes Land ein, dessen Sein umstritten ist.

Beispielsweise forderte letztes Jahr der „Oberste Revolutionsführer“ des Iran, Ali Khamenei, die Vernichtung des „barbarischen, wölfischen und Kinder mordenden Regimes von Israel“ und die Zerstreuung der Juden, die von anderswo nach Israel eingewandert waren.

Alle Urvölker Palästinas, einschließlich der Muslime, Christen und Juden, wo immer sie sind, in Palästina oder in Flüchtlingslagern in anderen Ländern oder einfach irgendwo anders, nehmen an einem öffentlichen Referendum teil. Natürlich haben die jüdischen Einwanderer, die überzeugt wurden nach Palästina zu emigrieren, kein Recht an dem Referendum teilzunehmen…

Die folgende Regierung … wird entscheiden, ob die nicht palästinensischen Einwanderer .. weiterhin in Palästina leben dürfen oder in ihre Heimatländer zurückkehren sollten.

Das ist aufschlussreich, denn es entlarvt das Narrativ, das den meisten antiisraelischen Argumenten zugrunde liegt. Sie wissen schon – wenn Sie sagen: „Israel ist nach dem internationalen Recht völlig legitim“ und sie sagen: „Wen juckt das? Ihr habt palästinensisches Land gestohlen und die Ureinwohner kolonisiert.“

Das ist das, was die Diskussion immer beendet. Israel ist schwulenfreundlich? Wen kümmert es, ihr bringt das nur auf, um uns von euren Verbrechen am palästinensischen Volk abzulenken. Israel ist eine Demokratie? Wen kümmert es, es ist auf dem Grundeigentum von jemand anderem gebaut. Denn von Israel heißt es, es sei ein „Siedler-Kolonialstaat“, ein europäischer Eindringling, der von einem Volk des Nahen Ostens schmarotzt – wir haben kein moralisches Recht hier zu sein.

Im 19. Jahrhundert wurde Kolonialismus als legitim angesehen. „Ergreift des weißen Mannes Bürde“ schrieb Kipling und tut den Eingeborenen einen Gefallen, trotz ihrer so oft gewalttätig zum Ausdruck gebrachten Undankbarkeit. Aber heute gibt es keine größere nationale Sünde als die Ausbeutung eines Ureinwohner-Volks.

Es gibt nur eine kleine Schwachstelle in diesem von den Linken und Akademikern so geliebten Beweis: Das jüdische Volk ist das der Ureinwohner im Land Israel und die sogenannten „Palästinenser“ sind die Kolonisatoren, Invasoren und Besatzer des Landes eines anderen Volkes. Wie so viel an ihrer Rhetorik ist, dass die Araber sich in unserem Land als „einheimisch“ bezeichnen, eine Umkehr der Realität, ein Einsatz der Technik der Großen Lüge.

Hier ist eine moderne Definition von „eingeborenem Volk“ (aus Jose R. Martinez Cobo):

Eingeborene Gemeinschaften, Völker und Nationen sind diejenigen, die eine historische Kontinuität mit Gesellschaften vor einer Invasion und vorkolonialen Gesellschaften haben, die sich auf ihrem Territorium entwickelten, sich als unterschiedlich von anderen Teilen der Gesellschaften betrachten, die heute auf diesen Territorien oder Teilen davon herrschen. Sie bilden aktuell nicht dominierende Sektoren der Gesellschaft und sind entschlossen zukünftigen Generationen die Territorien und ihre ethnische Identität zu erhalten, zu entwickeln und weiterzuvererben, als Basis ihrer fortbestehenden Existenz als Volk, im Einklang mit ihren eigenen kulturellen Strukturen, sozialen Institutionen und Rechtssystemen.

Diese historische Kontinuität kann aus der Fortsetzung eines oder mehrerer der folgenden Faktoren bestehen, die über einen längeren Zeitraum, der in die Gegenwart reicht:

  • Besatzung der ererbten Ländereien oder mindestens eines Teils davon.
  • Gemeinsame Ahnenschaft mit den ursprünglichen Bewohnern dieser Ländereien.
  • Kultur im Allgemeinen oder in bestimmten Erscheinungsformen (wie Religion, leben in einem Stammessystem, Mitgliedschaft in einer indigenen Gemeinschaft, Kleidung, Mittel zum Lebensunterhalt, Lebensweise usw.).
  • Sprache (ob als einzige Sprache oder als Muttersprache genutzt, als gewohnheitsmäßiges Kommunikationsmittel Zuhause oder in der Familie oder als hauptsächliche, bevorzugte, gewöhnliche oder normale Sprache).
  • Wohnsitz in bestimmten Teilen des Landes oder in bestimmten Regionen der Welt.
  • Andere relevante Faktoren

Das jüdische Volk in Israel bewohnt sein angestammtes Land und hat eine gemeinsame Vorfahrenschaft mit den einzigen „ursprünglichen Einwohnern‘, die noch als Volk existieren. Es gibt keine Philister mehr, keine Jebusiten, Hetiter usw. (trotz all der Fantasien der Araber). Es gibt immer noch Juden, mit einer Religion, Kultur und Sprache, deren Verbindung zu den ursprünglichen Einwohnern gut belegt ist.

Es stimmt, dass die jüdische Bevölkerung Israels und Judäas im Verlauf der Jahrhunderte schwankte, während Römer, Araber, Osmanen, Briten usw. in das Land eindrangen und es kolonisierten. Aber die Kontinuität war ungebrochen, während das jüdische Volk die Wechselfälle eines indigenen Volks erlitt, das von Kolonialmächten unterdrückt wird. Einige Juden blieben im Land und andere gingen überall in die Welt ins Exil, aber unser Volk sein bestand fort.

Die Araber betrachten westliche Unterstützung der Gründung des jüdischen Staates als widerrechtliche kolonisatorische Aneignung ihrer Eingeborenenrechte. In Wirklichkeit war es die Anerkennung – durch Balfour und weitere – des wahrhaften Eingeborenenstatus des jüdischen Volks, der die Formalisierung des Rechts des jüdischen Volks auf das Land vom Fluss bis zum Meer rechtfertigte, was schließlich im Mandat für Palästina zum Ausdruck kam.

Das Mandat konkretisierte zum ersten Mal unser moralisches Recht auf das Land als dessen historische Eigentümer als juristischer Anspruch gemäß dem internationale Recht. Es ist ironische, dass Israel, dessen Existenzrecht als umstritten betrachtet wird, tatsächlich stärkere moralische und juristische Berechtigung auf seine Souveränität hat als andere – wie Jordanien, das tatsächlich durch koloniale Anordnung geschaffen wurde; oder Saudi-Arabien, das das Ergebnis von gewaltsamer Eroberung ist.

Auf der anderen Seite sind die sogenannten „Palästinenser“ – obwohl sie wilde Behauptungen aufstellen von den „ursprünglichen“ Einwohnern wie Kanaanitern oder Philistern abzustammen – in erster Linie Nachkommen von Leuten, die in das Land einwanderten, von denen einige wenige bis zur arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert zurückreichen. Die meisten von ihnen kamen jedoch erst nach Mohammed Alis Feldzug aus Ägypten nach Syrien um 1830; und die Zuwanderung nahm zu, nachdem die Zionisten in den 1880-er Jahren anfingen das Land zu verbessern und zu entwickeln.

Jüdischer Nationalismus hat es Tausende Jahre lang gegeben. Aber ein richtig „palästinensisches“ Bewusstsein entwickelte sich bei den Araber in der Region erst, als sie anfingen sich allem entgegenzustellen, was sie als drohende jüdische Souveränität im frühen 20. Jahrhundert betrachteten; und selbst dann gründete ein Großteil der Opposition zu einem jüdischen Staat auf einem weit diffuserem arabischen Nationalismus. Ein ausgeprägt palästinensisches Volk kam nicht vor Mitte der 1960-er Jahre mit dem Beginn der PLO auf. Und das zentrale Dogma der „palästinensischen“ Kultur ist ihr gewalttätiger Hass auf und Kampf gegen die jüdische Eigenstaatlichkeit.

Yassir Arafat und andere haben ihr Bestes getan den jüdischen Ursprung aus dem Land Israel zu bestreiten; sie behaupteten, es habe keine jüdischen Tempel in Jerusalem gegeben und so weiter. Aber die archäologischen Beweise – die weiterhin entdeckt werden – sind überwältigend, trotz pseudoakademischer Versuche sie zu entkräften.

Bedauerlicherweise sind es nicht nur unsere Feinde, die dieses auf den Kopf gestellte Narrativ indigener Araber und kolonisierender Juden übernommen haben. Wenn unsere eigenen Regierung ihr Argumentation für die fortgesetzte Präsenz in Judäa und Samaria auf Sicherheitserwägungen abstellt, statt auf unsere moralischen und juristischen Rechte auf das Land, dann ist das so, als würde jemand dein Auto stehlen und dann fordern es behalten zu können, weil er ein Auto braucht, um damit zur Arbeit zu fahren.

Wenn unsere eigenen Regierung der Einschränkung von Bautätigkeit in bestimmten Teilen des Landes Israel zustimmt oder zustimmt, dass jede „Siedlung“, die wir nach einer Friedensvereinbarung behalten, gegen andere Teilstücke des Landes eingetauscht wird, dann ist die Folge, dass wir das Land nicht wirklich besitzen, obwohl wir es kontrollieren. Aber während wir sicherlich entscheiden können, dass wir im Interesse des Friedens das Recht auf einiges von unserem Land aufgeben – unter Annahme, dass das möglich ist – sind wir moralisch nicht dazu verpflichtet.

Die Europäer mit ihrer langen Geschichte als koloniale Unterdrücker bestehen selbstgefällig darauf, dass wir moralisch dazu verpflichtet sind einen Teil unseres Landes (oder alles) abzugeben. Wir sind aber nicht sie. Obwohl einige unserer Vorfahren in Europa und an anderen Orten im Exil waren, gaben wir im Exil nicht auf ein Volk zu sein. Wir gehören zum Land Israel und es gehört zu uns.

Die Zionisten kamen nicht als Kolonisatoren aus Europa nach 1945 und enteigneten das lange verwurzelte palästinensische Volk, wie ihr Narrativ uns erzählt. Die wahre Geschichte lautet, dass es die Juden sind, die immer hier waren, ein unterdrücktes und kolonisiertes indigenes Volk wie viele andere. Etwas, das uns allerdings von anderen unterscheidet, ist, dass wir die europäischen Kolonisatoren erfolgreich hinauswarfen und die Selbstbestimmung erreichten, die das höchste politische Ziel eines indigenen Volks ist.

Jetzt ist es an uns es gegen diejenigen, wie Khamenei, zu behalten, die ihm ein Ende setzen möchten.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (23.-30.08.2015)

Sonntag, 23.08.2015:

An LKWs an einer Baustelle der Autobahn bei Jerusalem hatten arabische Arbeiter große Hamas-Flaggen angebracht.

Einwohner von Esch Kodesch beschweren sich, dass Araber regelmäßig am Sabbat kommen, um die jüdischen Felder zu schädigen und die IDF nichts dagegen unternimmt.

Montag, 24. 08.2015:

In dem Dorf, in dem vor einem Monat ein Kleinkind und sein Vater durch einen Brandanschlag getötet wurden, gab es wieder ein Feuer. Die PA-Polizei stellte fest, dass die Ursache ein Kurzschluss war, was die Hamas nicht daran hindert von einem erneuen „Siedler-Anschlag“ zu schwafeln.

Die muslimischen Kreischweiber fehlten heute erstaunlicherweise auf dem Tempelberg, so dass eine Gruppe Juden diesen ohne die sonst übliche Belästigung besuchen konnte.
Der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Arden (Likud) hat Verteidigungsminister Mosche Ya’alon aufgefordert muslimische Gruppen, die Besucher belästigen, zu „Recht brechenden Vereinigungen“ zu erklären und entsprechend zu behandeln. (Bisher lassen israelische Sicherheitskräfte die Belästiger weitgehend in Ruhe.)

Eine UNRWA-Schule (in Syrien) hat Karikaturen ins Internet gesetzt, mit der für Auto-Anschläge gegen Juden aufgefordert wird.

Polizei, Shin Bet und IDF gaben heute bekannt, dass in Samaria eine Terrorzelle enttarnt und verhaftet wurde; die Terroristen sollen hinter Anschlägen mit Brandsätzen stecken, darunter dem vom 14. Juni auf der Straße 60. Die Festgenommenen haben eine ganze Reihe von Anschlägen gestanden.

Dienstag, 25.08.2015:

Der Großmufti der PA: Der Tempelberg und die Kotel sind „muslimische Stätten“; es muss eine „physische“ Reaktion auf das mögliche Verbot muslimischer Randalegruppen geben. Juden dürfen keine Rechte eingeräumt bekommen. Es hat nie jüdische Tempel dort gegeben.

Mittwoch, 26.08.2015:

Offizielle Statistik: Das Wohnungsbauministerium hat Zahlen zu Terroranschlägen veröffentlicht; demnach gibt es im Durchschnitt knapp zehn Anschläge pro Tag nur in der Jerusalemer Altstadt und dem Ölberg. Für Juni und Juli wurden in diesem Bereich (ohne „Ost-Jerusalem“ usw.) 580 Terroranschläge auf Zivilisten und Sicherheitskräfte dokumentiert, darunter 477 mit Steinen, 28 mit Brandsätzen (auf Fahrzeuge und Häuser, in denen Juden wohnen); weitere waren Angriffe mit Glasflaschen und Feuerwerkskörpern. Ihren bisherigen Höhepunkt erreichten die Anschläge im Juni mit 359, davon 213 im Bereich der Davidstadt (direkt südlich der Altstadt), 125 auf dem Ölberg und 21 in der eigentlichen Altstadt. Davon waren 307 Angriffe mit Steinen/Felsen, 12 Brandbomben, 4 Fälle von Vandalismus auf dem Friedhof des Ölbergs, 6 direkte auf Juden in der Altstadt (5 davon gegen Zivilisten). Die Zahlen für Juli liegen nur geringfügig niedriger.

Bei der Durchsuchung des Hauses eines terrorverdächtigen Arabers in Samaria nach illegalen Waffen ergab einen höchst ungewöhnlichen Fund: In einem eingezäunten Bereich auf dem Hof hielt der Mann vier Stück Rotwild, was illegal ist; in unmittelbarer Nähe fanden die Sicherheitskräfte mehrere Jagdgewehre.

Heckmeck:
– Ein FIFA-Komitee traf sich mit israelischen und PA-Fußballvertretern, um die Beziehungen zwischen den beiden Seiten zu verbessern. Das nächste Treffen wird Mitte September stattfinden.

Donnerstag, 27.08.2015:

Mahmud Abbas weiß etwas über den Holocaust: Das ist etwas, „was Juden sagen“. Er respektiert, dass sie sagen, sie hätten im Zweiten Weltkrieg Opfer gebracht. Aber das heißt nicht, dass er selbst ein Opfer der Opfer sein darf; sie sollten „uns“ (die PalAraber) nicht so behandeln, wie die Nazis sie behandelt haben. Nun, wenn der Holocaust „etwas ist, das die Juden sagen“, dann zeigt sich wieder, dass er ein Holocaust-Leugner ist, wie er im Buch steht.

Etwa 20 Protestierende blockierten am Morgen den Übergang Erez zum Gazastreifen um für die Freilassung von Avraham Mengistu zu demonstrieren, der von der Hamas im Gazastreifen festgehalten wird.

Die Hamas veröffentlichte ein Video, in dem sie zeigt, dass ihre Terroristen in Terrortunneln für Angriffe auf Israel trainieren. Damit soll Israel vermittelt werden, dass „die Geduld unseres Volks im Gazastreifen ausläuft und nicht mehr lange anhalten wird… Unsere Wut wird wie Vulkane in ihren Gesichtern explodieren.“

Jordanien schimpft mal wieder über Israel: Es wurden mehrere Tore zum Tempelbergplateau geschlossen (die für alle Nichtmuslime gesperrt sind) und es würden „weiterhin jüdische Extremisten auf den Tempelberg gelassen“. Der Status quo dort dürfe nicht verändert werden. (Die einzigen, die den Status quo ändern wollen, sind die Araber/Muslime, die Juden den Zugang verweigern!)

Freitag, 28.08.2015:

Wieder die übliche oder auch mal nicht ganz so übliche Hetze: Radikale israelische Islamisten verurteilen das Verbot für Randaliere auf den Tempelberg zu gehen. Diese Gewalttäter symbolisieren nach Raed Saleh die „Ehre“ der muslimischen Nation und der arabischen Welt. Außerdem behaupten sie Juden planen dort Muslime zu ermorden.

Seit dem Ende des Gaza-Kriegs vom letzten Jahr hat im Durchschnitt jeden Monat eine Rakete in Israel eingeschlagen. Viele weitere fielen zu kurz und schlugen im Gazastreifen ein.

Die Hamas hat eine Lieferung von Türen aus Israel verhindert, die für arabische Häuser im Gazastreifen gespendet worden waren. Für die Hamas sind sie „Siedlungswaren, die die Lage ausbeuten, weil damit Siedlerwaren in den Gazastreifen geschmuggelt“ würden. (Die Türen waren von einer Firma Judäa/Samaria hergestellt worden.)

Samstag, 29.08.2015:

Ein Führer des Palästinensischen Islamischen Jihad lässt wissen, dass die Hamas keine Einwände dagegen hat, dass der PIJ Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel schießt, wenn der hungerstreikende Terrorführer im israelischen Gefängnis sterben sollte.

Die Hamas fordert den Rücktritt von Ban Ki-moon, weil dieser „die kriminellen Taten der israelischen Besatzungskräfte im Gazastreifen vertuscht. Ban habe die falsche Darstellung übernommen, dass die Hamas Waffenstillstände brach und den Tod von 170 Menschen in Rafah an diesem Tag ignoriere. Er sei Teil eines schweren Verbrechens.