Die historische Wahrheit verpesten

Dan Margalit, Israel HaYom, 25. August 2015

Der idiotischste Streit in der extremen Linken Israels gab es in den frühesten 1950-er Jahren: Statt zuzugeben, dass Joseph Stalins Sowjetunion von einer Bande Mörder regiert wurde, hatten Mitglieder der Partei Mapam (einer 1948 gegründeten marxistisch-zionistischen Partei) ausführlich darüber diskutiert, ob die Zusammensetzung aus Marxismus und Leninismus mit Bindestrich oder mit der Konjunktion „und“ geschrieben werden sollte.

Die hitzigen, bornierten Ideologen betonten, dass die Doktrinen von Karl Marx und Wladimier Lenin ein und dasselbe waren und keine trennbaren Lehren. Doch dann wurden die Schrecken des Gulags (sowjetische Zwangsarbeitslager) aufgedeckt und Alexander Solschenizyns Bücher wie „Ein Tag im Leben des Ivan Denissowitsch“ wurden veröffentlicht und die bittere Wahrheit wurde offengelegt – diese Halunken hatten Hunderte Millionen unschuldiger Opfer mit falscher Propaganda manipuliert.

Dieselbe Art von Absurdität ist in der neuesten Initiative des Van Leer Institute zu finden ein Symposium zur Veröffentlichung eines Buchs mit dem Titel „Der Holocaust und die Nakba: Erinnerung, nationale Identität und die jüdisch-arabische Partnerschaft“ zu veranstalten, das eine gemeinsame Überlegung zur Verbindung zwischen Holocaust und der Nakba „dem arabischen Begriff für die Dislokation palästinensischer Flüchtlinge während Israels Unabhängigkeitskriegs) anregt. Dieser Gedanke könnte möglicherweise Wurzeln schlagen, was der Himmel verhüten möge.

Nach Angaben der Nachrichtenseite NRG lehnte Professor Gavriel Motzkin, der Direktor des Instituts die Kritik am Symposium ab, indem der sich dumm stellte und sagte, das Institut setze den Holocaust nicht mit der Nakba gleich. Er fügte jedoch sofort den Traumafaktor als gemeinsamen Nenner beider Ereignisse hinzu, womit er sie unter ein gemeinsames verbales Dach zusammenfügte.

Es gibt keine zwei Worte um zu beschreiben, wie diese zwei Ereignisse noch unterschiedlicher sein könnten und jeder, der versucht sie mit einem „und“ oder einem Bindestrich zu vereinen, verpestet die historische Wahrheit.

Mit was kann das verglichen werden? Vor kurzem wurde ein Buch des britischen Autors Ben MacIntyre mit dem Titel „A Spy Among Friends“ (Ein Spion unter Freunden) veröffentlicht. Das Buch beschreibt in allen Einzelheiten die wahre Geschichte des Spions Kim Philby, der zum Leiter des britischen Spionageabwehrdienstes gegen Sowjetunion im Kalten Krieg aufstieg – während er heimlich als Doppelagent agierte und für den Feind in Moskau spionierte.

Philby wurde an der prestigeträchtigen Universität Cambridge von den Ideen des Kommunismus gefesselt und formte zusammen mit Donald Maclean, Guy Burgess und Anthony Blunt einen Spionagering, der Geheimnisse an die Sowjetunion verkaufte.

Was würde wohl Professor Motzkin sagen, wenn jemand ein Symposium mit dem Titel „Van Leer und Cambridges großer Verrat“ veranstalten würde? Dieser Jemand würde offensichtlich festhalten, dass beide Institutionen ausgezeichnete akademische Einrichtungen sind, aus denen gefeierte Forscher und Professoren hervorgegangen sind, aber auch ein paar verfaulte Äpfel. Und wie Motzki würden die Organisatoren ihr Symposium damit rechtfertigen zu sagen, dass sie keinesfalls behaupten, das Van Leer Institute sei eine Brutstätte für Verräter.

Auch wenn die Situation am Van Leer in keiner Weise der Atmosphäre der Spionage in Cambridge in den 1930-er Jahren ähnelt, könnte jemand den Vergleich ziehen, obwohl die beiden Fälle keinerlei Ähnlichkeiten miteinander haben.

Es muss ausdrücklich gesagt werden, dass es absolut keine Verbindung zwischen den beiden Ereignissen gibt, aber das Wesen einer solch primitiven, unterschwelligen und oberflächlichen Propaganda besteht darin, dass sie die Idee in die Gemüter der Massen einpflanzt und damit zwei Ereignisse miteinander verbindet, die keine wirkliche Verbindung haben. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bevor das „und“ oder der Bindestrich auftauchen.

Es besteht keine Notwendigkeit einzuschreiten oder – Gott behüte – das Symposium des Van Leer Institute zu unterbinden, das es das Vorrecht der Organisatoren ist Schaden anzurichten.

Juden, Lügen und Olivenbäume

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 21. August 2015

Der Krieg gegen das jüdische Volk und seinen Staat wird auf militärischen, diplomatischen und Informationsschauplätze ausgetragen. In den Informations-Schlachten besteht die gegen uns verwendete Munition aus Lügen.

Manchmal sind es große, die Wirklichkeit umkehrende Lügen, so wie die, dass Israel eine Kolonialmacht ist, die „eingeborene Palästinenser“ unterdrückt, wenn es in Wahrheit so ist, dass das jüdische Volk im Land Israel einheimisch ist und ein moralisches und juristisches Recht darauf hat. Manchmal sind es mittelgroße Lügen, die immer und immer wieder wiederholt werden, so die Erklärung „Siedlungen sind nach dem internationalen Recht illegal“. Und manchmal sind es kleine Lügen, eine Flut vieler kleiner Lügen, die uns dämonisieren und Mitgefühl für unsere Feinde wecken sollen.

Eine solche haben wir z.B. hier: (h/t J. E. Dyer):

Jeremy Moodey:
Die Realität israelischen Siedler-Kolonialismus in #Palästina:
Bulldozer reißen heute bei Bethlehem uralte Olivenbäume nieder.

Olivenbäume sind eine bevorzugte Metapher für Wirklickeitsumkehr. Es wird suggeriert, dass „Palästinenser“ ins Land gehören wie Jahrhunderte alte Bäume und bösartige jüdische „Siedler“ Völkermord an ihnen verüben, so wie sie mit dem tief verwurzelten „palästinensischen Volk“ tun. Egal, dass hier sowohl die Invasoren und Völkermord-Fans – ganz zu schweigen von den Umweltzerstörern – Araber sind, nicht Juden.

Hier liebt aber kein Beispiel für Baum-Völkermord vor. Wenn man sich das Bild ansieht, wird man sehen, dass der Baum beschnitten worden ist und der Wurzelballen sorgfältig geschützt wird. Einen Bau mit dem Wurzelballen intakt aus dem Boden zu holen ist eine Menge Arbeit, die sowohl Graben von Hand als auch schweres Gerät benötigt. Wenn man einen Olivenbaum vernichten will, könnte man dafür einfach eine Kettensäge benutzen.

Nein, was hier geschieht ist, dass der Baum umgesetzt wird. Hier ist ein Bild derselben Sache, kopiert von einer Internetseite einer kalifornischen Firma, die sich auf das Umsetzen voll entwickelter Olivenbäume spezialisiert hat.

Fast jedes Jahr macht eine ähnliche Lüge von vernichteten Bäumen die Runde. Hier ist ein Bild, das angeblich einen Olivenbaum zeigt, der von „Siedlern“ verstümmelt wurde:

Schon lustig, wie sauber er geschnitten wurde, wie sorgfältig einige Sprösslinge übriggelassen wurden. Und hier ist einer in Griechenland, der gerade beschnitten wurde, wie es üblicherweise einmal im Jahr als Teil der laufenden Kultivierung von Olivenbäumen gemacht wird:

Sieht das bekannt aus?

Das Überraschende daran ist, dass all diese Lügen, von der größten bis zur kleinsten, von unseren eigenen Leuten, Juden und Israelis, unkritisch nachgeplappert werden. Warum sind sie bereit das Schlimmste über sich selbst zu glauben, das aufgrund hauchdünner, widersprüchlicher oder nicht existenter Belege?

Shabbat Shalom!

Wer sind hier die Einheimischen?

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 21. August 2015

Ergreift des weißen Mannes Bürde
die bestialischen Kriege des Friedens
füllt den hungrigen Mund
und bekämpft die Krankheit,
und wenn euer Ziel ganz nah ist,
das Ziel, das ihr für andere erstrebt habt,
seht zu, wie Trägheit und heidnischer Wahn
all eure Hoffnung zunichte machen.
Rudyard Kipling, 1899

Neulich sprach ich mit Freunden und die Diskussion wandte sich der einzigartigen Lage Israels als Nationalstaat zu, der seine Existenz ständig rechtfertigen muss. Andere Länder mögen in Kämpfe darüber verwickelt sein, wer der Diktator, Präsident oder regierende Partei sein wird, aber mir fällt kein anderes Land ein, dessen Sein umstritten ist.

Beispielsweise forderte letztes Jahr der „Oberste Revolutionsführer“ des Iran, Ali Khamenei, die Vernichtung des „barbarischen, wölfischen und Kinder mordenden Regimes von Israel“ und die Zerstreuung der Juden, die von anderswo nach Israel eingewandert waren.

Alle Urvölker Palästinas, einschließlich der Muslime, Christen und Juden, wo immer sie sind, in Palästina oder in Flüchtlingslagern in anderen Ländern oder einfach irgendwo anders, nehmen an einem öffentlichen Referendum teil. Natürlich haben die jüdischen Einwanderer, die überzeugt wurden nach Palästina zu emigrieren, kein Recht an dem Referendum teilzunehmen…

Die folgende Regierung … wird entscheiden, ob die nicht palästinensischen Einwanderer .. weiterhin in Palästina leben dürfen oder in ihre Heimatländer zurückkehren sollten.

Das ist aufschlussreich, denn es entlarvt das Narrativ, das den meisten antiisraelischen Argumenten zugrunde liegt. Sie wissen schon – wenn Sie sagen: „Israel ist nach dem internationalen Recht völlig legitim“ und sie sagen: „Wen juckt das? Ihr habt palästinensisches Land gestohlen und die Ureinwohner kolonisiert.“

Das ist das, was die Diskussion immer beendet. Israel ist schwulenfreundlich? Wen kümmert es, ihr bringt das nur auf, um uns von euren Verbrechen am palästinensischen Volk abzulenken. Israel ist eine Demokratie? Wen kümmert es, es ist auf dem Grundeigentum von jemand anderem gebaut. Denn von Israel heißt es, es sei ein „Siedler-Kolonialstaat“, ein europäischer Eindringling, der von einem Volk des Nahen Ostens schmarotzt – wir haben kein moralisches Recht hier zu sein.

Im 19. Jahrhundert wurde Kolonialismus als legitim angesehen. „Ergreift des weißen Mannes Bürde“ schrieb Kipling und tut den Eingeborenen einen Gefallen, trotz ihrer so oft gewalttätig zum Ausdruck gebrachten Undankbarkeit. Aber heute gibt es keine größere nationale Sünde als die Ausbeutung eines Ureinwohner-Volks.

Es gibt nur eine kleine Schwachstelle in diesem von den Linken und Akademikern so geliebten Beweis: Das jüdische Volk ist das der Ureinwohner im Land Israel und die sogenannten „Palästinenser“ sind die Kolonisatoren, Invasoren und Besatzer des Landes eines anderen Volkes. Wie so viel an ihrer Rhetorik ist, dass die Araber sich in unserem Land als „einheimisch“ bezeichnen, eine Umkehr der Realität, ein Einsatz der Technik der Großen Lüge.

Hier ist eine moderne Definition von „eingeborenem Volk“ (aus Jose R. Martinez Cobo):

Eingeborene Gemeinschaften, Völker und Nationen sind diejenigen, die eine historische Kontinuität mit Gesellschaften vor einer Invasion und vorkolonialen Gesellschaften haben, die sich auf ihrem Territorium entwickelten, sich als unterschiedlich von anderen Teilen der Gesellschaften betrachten, die heute auf diesen Territorien oder Teilen davon herrschen. Sie bilden aktuell nicht dominierende Sektoren der Gesellschaft und sind entschlossen zukünftigen Generationen die Territorien und ihre ethnische Identität zu erhalten, zu entwickeln und weiterzuvererben, als Basis ihrer fortbestehenden Existenz als Volk, im Einklang mit ihren eigenen kulturellen Strukturen, sozialen Institutionen und Rechtssystemen.

Diese historische Kontinuität kann aus der Fortsetzung eines oder mehrerer der folgenden Faktoren bestehen, die über einen längeren Zeitraum, der in die Gegenwart reicht:

  • Besatzung der ererbten Ländereien oder mindestens eines Teils davon.
  • Gemeinsame Ahnenschaft mit den ursprünglichen Bewohnern dieser Ländereien.
  • Kultur im Allgemeinen oder in bestimmten Erscheinungsformen (wie Religion, leben in einem Stammessystem, Mitgliedschaft in einer indigenen Gemeinschaft, Kleidung, Mittel zum Lebensunterhalt, Lebensweise usw.).
  • Sprache (ob als einzige Sprache oder als Muttersprache genutzt, als gewohnheitsmäßiges Kommunikationsmittel Zuhause oder in der Familie oder als hauptsächliche, bevorzugte, gewöhnliche oder normale Sprache).
  • Wohnsitz in bestimmten Teilen des Landes oder in bestimmten Regionen der Welt.
  • Andere relevante Faktoren

Das jüdische Volk in Israel bewohnt sein angestammtes Land und hat eine gemeinsame Vorfahrenschaft mit den einzigen „ursprünglichen Einwohnern‘, die noch als Volk existieren. Es gibt keine Philister mehr, keine Jebusiten, Hetiter usw. (trotz all der Fantasien der Araber). Es gibt immer noch Juden, mit einer Religion, Kultur und Sprache, deren Verbindung zu den ursprünglichen Einwohnern gut belegt ist.

Es stimmt, dass die jüdische Bevölkerung Israels und Judäas im Verlauf der Jahrhunderte schwankte, während Römer, Araber, Osmanen, Briten usw. in das Land eindrangen und es kolonisierten. Aber die Kontinuität war ungebrochen, während das jüdische Volk die Wechselfälle eines indigenen Volks erlitt, das von Kolonialmächten unterdrückt wird. Einige Juden blieben im Land und andere gingen überall in die Welt ins Exil, aber unser Volk sein bestand fort.

Die Araber betrachten westliche Unterstützung der Gründung des jüdischen Staates als widerrechtliche kolonisatorische Aneignung ihrer Eingeborenenrechte. In Wirklichkeit war es die Anerkennung – durch Balfour und weitere – des wahrhaften Eingeborenenstatus des jüdischen Volks, der die Formalisierung des Rechts des jüdischen Volks auf das Land vom Fluss bis zum Meer rechtfertigte, was schließlich im Mandat für Palästina zum Ausdruck kam.

Das Mandat konkretisierte zum ersten Mal unser moralisches Recht auf das Land als dessen historische Eigentümer als juristischer Anspruch gemäß dem internationale Recht. Es ist ironische, dass Israel, dessen Existenzrecht als umstritten betrachtet wird, tatsächlich stärkere moralische und juristische Berechtigung auf seine Souveränität hat als andere – wie Jordanien, das tatsächlich durch koloniale Anordnung geschaffen wurde; oder Saudi-Arabien, das das Ergebnis von gewaltsamer Eroberung ist.

Auf der anderen Seite sind die sogenannten „Palästinenser“ – obwohl sie wilde Behauptungen aufstellen von den „ursprünglichen“ Einwohnern wie Kanaanitern oder Philistern abzustammen – in erster Linie Nachkommen von Leuten, die in das Land einwanderten, von denen einige wenige bis zur arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert zurückreichen. Die meisten von ihnen kamen jedoch erst nach Mohammed Alis Feldzug aus Ägypten nach Syrien um 1830; und die Zuwanderung nahm zu, nachdem die Zionisten in den 1880-er Jahren anfingen das Land zu verbessern und zu entwickeln.

Jüdischer Nationalismus hat es Tausende Jahre lang gegeben. Aber ein richtig „palästinensisches“ Bewusstsein entwickelte sich bei den Araber in der Region erst, als sie anfingen sich allem entgegenzustellen, was sie als drohende jüdische Souveränität im frühen 20. Jahrhundert betrachteten; und selbst dann gründete ein Großteil der Opposition zu einem jüdischen Staat auf einem weit diffuserem arabischen Nationalismus. Ein ausgeprägt palästinensisches Volk kam nicht vor Mitte der 1960-er Jahre mit dem Beginn der PLO auf. Und das zentrale Dogma der „palästinensischen“ Kultur ist ihr gewalttätiger Hass auf und Kampf gegen die jüdische Eigenstaatlichkeit.

Yassir Arafat und andere haben ihr Bestes getan den jüdischen Ursprung aus dem Land Israel zu bestreiten; sie behaupteten, es habe keine jüdischen Tempel in Jerusalem gegeben und so weiter. Aber die archäologischen Beweise – die weiterhin entdeckt werden – sind überwältigend, trotz pseudoakademischer Versuche sie zu entkräften.

Bedauerlicherweise sind es nicht nur unsere Feinde, die dieses auf den Kopf gestellte Narrativ indigener Araber und kolonisierender Juden übernommen haben. Wenn unsere eigenen Regierung ihr Argumentation für die fortgesetzte Präsenz in Judäa und Samaria auf Sicherheitserwägungen abstellt, statt auf unsere moralischen und juristischen Rechte auf das Land, dann ist das so, als würde jemand dein Auto stehlen und dann fordern es behalten zu können, weil er ein Auto braucht, um damit zur Arbeit zu fahren.

Wenn unsere eigenen Regierung der Einschränkung von Bautätigkeit in bestimmten Teilen des Landes Israel zustimmt oder zustimmt, dass jede „Siedlung“, die wir nach einer Friedensvereinbarung behalten, gegen andere Teilstücke des Landes eingetauscht wird, dann ist die Folge, dass wir das Land nicht wirklich besitzen, obwohl wir es kontrollieren. Aber während wir sicherlich entscheiden können, dass wir im Interesse des Friedens das Recht auf einiges von unserem Land aufgeben – unter Annahme, dass das möglich ist – sind wir moralisch nicht dazu verpflichtet.

Die Europäer mit ihrer langen Geschichte als koloniale Unterdrücker bestehen selbstgefällig darauf, dass wir moralisch dazu verpflichtet sind einen Teil unseres Landes (oder alles) abzugeben. Wir sind aber nicht sie. Obwohl einige unserer Vorfahren in Europa und an anderen Orten im Exil waren, gaben wir im Exil nicht auf ein Volk zu sein. Wir gehören zum Land Israel und es gehört zu uns.

Die Zionisten kamen nicht als Kolonisatoren aus Europa nach 1945 und enteigneten das lange verwurzelte palästinensische Volk, wie ihr Narrativ uns erzählt. Die wahre Geschichte lautet, dass es die Juden sind, die immer hier waren, ein unterdrücktes und kolonisiertes indigenes Volk wie viele andere. Etwas, das uns allerdings von anderen unterscheidet, ist, dass wir die europäischen Kolonisatoren erfolgreich hinauswarfen und die Selbstbestimmung erreichten, die das höchste politische Ziel eines indigenen Volks ist.

Jetzt ist es an uns es gegen diejenigen, wie Khamenei, zu behalten, die ihm ein Ende setzen möchten.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (23.-30.08.2015)

Sonntag, 23.08.2015:

An LKWs an einer Baustelle der Autobahn bei Jerusalem hatten arabische Arbeiter große Hamas-Flaggen angebracht.

Einwohner von Esch Kodesch beschweren sich, dass Araber regelmäßig am Sabbat kommen, um die jüdischen Felder zu schädigen und die IDF nichts dagegen unternimmt.

Montag, 24. 08.2015:

In dem Dorf, in dem vor einem Monat ein Kleinkind und sein Vater durch einen Brandanschlag getötet wurden, gab es wieder ein Feuer. Die PA-Polizei stellte fest, dass die Ursache ein Kurzschluss war, was die Hamas nicht daran hindert von einem erneuen „Siedler-Anschlag“ zu schwafeln.

Die muslimischen Kreischweiber fehlten heute erstaunlicherweise auf dem Tempelberg, so dass eine Gruppe Juden diesen ohne die sonst übliche Belästigung besuchen konnte.
Der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Arden (Likud) hat Verteidigungsminister Mosche Ya’alon aufgefordert muslimische Gruppen, die Besucher belästigen, zu „Recht brechenden Vereinigungen“ zu erklären und entsprechend zu behandeln. (Bisher lassen israelische Sicherheitskräfte die Belästiger weitgehend in Ruhe.)

Eine UNRWA-Schule (in Syrien) hat Karikaturen ins Internet gesetzt, mit der für Auto-Anschläge gegen Juden aufgefordert wird.

Polizei, Shin Bet und IDF gaben heute bekannt, dass in Samaria eine Terrorzelle enttarnt und verhaftet wurde; die Terroristen sollen hinter Anschlägen mit Brandsätzen stecken, darunter dem vom 14. Juni auf der Straße 60. Die Festgenommenen haben eine ganze Reihe von Anschlägen gestanden.

Dienstag, 25.08.2015:

Der Großmufti der PA: Der Tempelberg und die Kotel sind „muslimische Stätten“; es muss eine „physische“ Reaktion auf das mögliche Verbot muslimischer Randalegruppen geben. Juden dürfen keine Rechte eingeräumt bekommen. Es hat nie jüdische Tempel dort gegeben.

Mittwoch, 26.08.2015:

Offizielle Statistik: Das Wohnungsbauministerium hat Zahlen zu Terroranschlägen veröffentlicht; demnach gibt es im Durchschnitt knapp zehn Anschläge pro Tag nur in der Jerusalemer Altstadt und dem Ölberg. Für Juni und Juli wurden in diesem Bereich (ohne „Ost-Jerusalem“ usw.) 580 Terroranschläge auf Zivilisten und Sicherheitskräfte dokumentiert, darunter 477 mit Steinen, 28 mit Brandsätzen (auf Fahrzeuge und Häuser, in denen Juden wohnen); weitere waren Angriffe mit Glasflaschen und Feuerwerkskörpern. Ihren bisherigen Höhepunkt erreichten die Anschläge im Juni mit 359, davon 213 im Bereich der Davidstadt (direkt südlich der Altstadt), 125 auf dem Ölberg und 21 in der eigentlichen Altstadt. Davon waren 307 Angriffe mit Steinen/Felsen, 12 Brandbomben, 4 Fälle von Vandalismus auf dem Friedhof des Ölbergs, 6 direkte auf Juden in der Altstadt (5 davon gegen Zivilisten). Die Zahlen für Juli liegen nur geringfügig niedriger.

Bei der Durchsuchung des Hauses eines terrorverdächtigen Arabers in Samaria nach illegalen Waffen ergab einen höchst ungewöhnlichen Fund: In einem eingezäunten Bereich auf dem Hof hielt der Mann vier Stück Rotwild, was illegal ist; in unmittelbarer Nähe fanden die Sicherheitskräfte mehrere Jagdgewehre.

Heckmeck:
– Ein FIFA-Komitee traf sich mit israelischen und PA-Fußballvertretern, um die Beziehungen zwischen den beiden Seiten zu verbessern. Das nächste Treffen wird Mitte September stattfinden.

Donnerstag, 27.08.2015:

Mahmud Abbas weiß etwas über den Holocaust: Das ist etwas, „was Juden sagen“. Er respektiert, dass sie sagen, sie hätten im Zweiten Weltkrieg Opfer gebracht. Aber das heißt nicht, dass er selbst ein Opfer der Opfer sein darf; sie sollten „uns“ (die PalAraber) nicht so behandeln, wie die Nazis sie behandelt haben. Nun, wenn der Holocaust „etwas ist, das die Juden sagen“, dann zeigt sich wieder, dass er ein Holocaust-Leugner ist, wie er im Buch steht.

Etwa 20 Protestierende blockierten am Morgen den Übergang Erez zum Gazastreifen um für die Freilassung von Avraham Mengistu zu demonstrieren, der von der Hamas im Gazastreifen festgehalten wird.

Die Hamas veröffentlichte ein Video, in dem sie zeigt, dass ihre Terroristen in Terrortunneln für Angriffe auf Israel trainieren. Damit soll Israel vermittelt werden, dass „die Geduld unseres Volks im Gazastreifen ausläuft und nicht mehr lange anhalten wird… Unsere Wut wird wie Vulkane in ihren Gesichtern explodieren.“

Jordanien schimpft mal wieder über Israel: Es wurden mehrere Tore zum Tempelbergplateau geschlossen (die für alle Nichtmuslime gesperrt sind) und es würden „weiterhin jüdische Extremisten auf den Tempelberg gelassen“. Der Status quo dort dürfe nicht verändert werden. (Die einzigen, die den Status quo ändern wollen, sind die Araber/Muslime, die Juden den Zugang verweigern!)

Freitag, 28.08.2015:

Wieder die übliche oder auch mal nicht ganz so übliche Hetze: Radikale israelische Islamisten verurteilen das Verbot für Randaliere auf den Tempelberg zu gehen. Diese Gewalttäter symbolisieren nach Raed Saleh die „Ehre“ der muslimischen Nation und der arabischen Welt. Außerdem behaupten sie Juden planen dort Muslime zu ermorden.

Seit dem Ende des Gaza-Kriegs vom letzten Jahr hat im Durchschnitt jeden Monat eine Rakete in Israel eingeschlagen. Viele weitere fielen zu kurz und schlugen im Gazastreifen ein.

Die Hamas hat eine Lieferung von Türen aus Israel verhindert, die für arabische Häuser im Gazastreifen gespendet worden waren. Für die Hamas sind sie „Siedlungswaren, die die Lage ausbeuten, weil damit Siedlerwaren in den Gazastreifen geschmuggelt“ würden. (Die Türen waren von einer Firma Judäa/Samaria hergestellt worden.)

Samstag, 29.08.2015:

Ein Führer des Palästinensischen Islamischen Jihad lässt wissen, dass die Hamas keine Einwände dagegen hat, dass der PIJ Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel schießt, wenn der hungerstreikende Terrorführer im israelischen Gefängnis sterben sollte.

Die Hamas fordert den Rücktritt von Ban Ki-moon, weil dieser „die kriminellen Taten der israelischen Besatzungskräfte im Gazastreifen vertuscht. Ban habe die falsche Darstellung übernommen, dass die Hamas Waffenstillstände brach und den Tod von 170 Menschen in Rafah an diesem Tag ignoriere. Er sei Teil eines schweren Verbrechens.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (15.-22. August 2015)

Sonntag, 16.08.2015:

Das PA-„Außenministerium“ verurteilt die „Ermordung“ des Messerstechers von gestern Abend. Mahmud Abbas ebenfalls.

Ein offizieller Berater der türkischen Regierung behauptet, Israel werde die Blockade des Gazastreifens bald beenden, weil es ein Abkommen der Hamas mit Israel geben wird.

Das Feuer an einer Tankstelle bei Eli in der Region Binyamin war ein Terroranschlag von PalArabern, wie jetzt auch die Bilder einer Überwachungskamera zeigten.

Montag, 17.08.2015:

Anfang des Monats waren am Übergang Nitzana zum Gazastreifen in einer Ladung „Kleidung und Stoff“ für eine Schule im Gazastreifen Fiberglas-Zylinder, die zum Raketenbau verwendet werden.

Heckmeck:
Israel bestreitet, dass es Gespräche der Regierung mit der Hamas in Qatar gibt.

Dienstag, 18.08.2015:

Kommunisten und Araber protestierten in Haifa zugunsten des hungerstreikenden Terroristen.

Mittwoch, 19.08.2015:

Die extremistische Pro-Palästinenser-Organisation Zochrot will die Stadt Haifa verklagen, weil diese ihr die Vermietung eines Saals für eine Veranstaltung verweigerte.

Heckmeck:
– Die Hamas ließ wissen, dass sie einen separaten Staat im Gazastreifen nicht akzeptieren wird.

Donnerstag, 20.08.2015:

Die IDF stationiert verstärkt Eiserne Kuppel-Batterien im Land. Aktuell wurde eine bei Aschdod aufgestellt. Eine weitere bei Beer Sheva. Grund ist die Befürchtung, dass wegen des Terroristen im Hungerstreik ein Krieg ausbrechen könnte.

Die Hamas beschuldigt Ägypten der „Entführung“ von 4 ihrer Terrorkommandeure, die im Sinai unterwegs waren, um zu „Ausbildung“ in den Iran zu gelangen.

Freitag, 21.08.2015:

Aus Syrien wird behauptet, dass einer der israelischen Luftschläge 5 Zivilisten getötet worden seien. Bei einem weiteren Angriff sei auf dem Golan ein syrischer Soldat getötet und 7 Personen verletzt worden. Die IDF sagt, dass sie bei ihrem zweiten Luftangriff 5 oder 6 PIJ-Terroristen tötete.

Der Palästinensische Islamische Jihad prahlt nach der Eliminierung von Terrorzielen in Syrien: Wir werden euch (Juden) auch da angreifen und treffen, wo ihr die Eiserne Kuppel habt. Die Terrorgruppe bestreitet Raketen auf Israel geschossen zu haben.

Syrien gibt jetzt an, dass es bei den israelischen Gegenschlägen keine Personenschäden gegeben habe.

Heckmeck:
Khaled Meschaal fordert vom Westen, dass erst Gazas Probleme gelöst werden, bevor es eine Waffenstillstandsvereinbarung mit Israel geben kann (die nicht mehr als eine „Hudna“ sein kann).

Samstag, 22.08.2015:
Araber versuchten am Morgen einen jüdischen Weinberg bei Esh Kodesh in der Region Binyamin (Samaria, direkt nördlich von Jerusalem) in Brand zu setzen. Die Juden, die das Feuer löschen wollten, wurden massiv mit Steinen beworfen. Es gab deshalb „Zusammenstöße“ zwischen Juden und Arabern, die von der IDF getrennt werden mussten. YNet berichtet, dass die Araber die Sicherheitskräfte mit Steinen bewarfen. Die Araber behaupten, es seien „Dutzende“ von ihnen durch Gummigeschosse, Tränengas und Rauchgranaten verletzt worden. (Araber haben bereits früher erhebliche Sachschäden in Esh Kodesh verursacht und versucht Land zu besetzen.)
In Nordisrael wurde in einem Nationalpark eine Frau von einer Kugel (aus einer AK-47) in den Kopf getroffen; der Schütze hatte offenbar von Jordanien aus auf die Familie in Israel geschossen. Es ist ein Wunder, dass die Frau das überlebt hat.

Fälschen des Sechstage-Kriegs

Censored Voices gibt seine Premiere in Amerika. Mein Rat für die amerikanischen Juden: Spart euch die Tränen – der Sechstage-Krieg war anständig geführt und moralisch gerechtfertigt.

Martin Kramer, Mosaic Magazine 27. Juli 2015

Ägyptische Gefangene und israelische Soldaten im Sinai während des Sechstage-Kriegs im Juni 1967 in Ägypten.

In einer kürzlich gegebenen Interview beschreibt Daniel Sivan, der Produzent von Censored Voices (und Partner des Regisseurs Mor Loushy) die Auswirkungen ihres Films auf pro-israelische amerikanische Juden, die ihn im Januar in Sundance sahen.

Von ihrem Standpunkt aus ist schon das Wort „Besatzung“ Verrat. Aber sie konnten nicht gegen unseren Film wüten, weil wir die Fragen darin nicht erfanden. Sie wurden von jungen Soldaten gestellt, Tage nach den Schlachten von 1967. Wir öffneten also etwas bei diesen pro-israelischen Juden. Ältere Menschen kamen weinend aus der Vorführung; sie sagten, sie seien immer stolz auf diesen großen Sieg gewesen, aber jetzt fühlten sie sich verwirrt, zugrunde gerichtet und peinlich berührt.

Ja, Censored Voices will Futter für Israel-Hasser liefern (und hat es bereits). Doch wie Sivan richtigerweise herausstellt, brauchen solche Leute Censored Voices nicht, um Israel zu hassen. Seine bedeutendere Wirkung außerhalb Israels wird in der Demoralisierung einer oder zwei Generationen amerikanischer Juden liegen, für die der Sechstage-Krieg eine Quelle des Stolzes war und denen jetzt erzählt werden wird, dass er in Wirklichkeit rücksichtsloser Morde und Enteignung war.

Mein Zweck „Wer zensierte den Sechstage-Krieg?“ zu schreiben war, diesen Zuschauern bewusst zu machen, dass Censored Voices auf einer Irreführung schon im Titel gründet. Ich konzentrierte mich auf diese Frage, denn ich sehe sie als exemplarisch für eine größere Manipulation: Ein paar Ereignisse werden aus dem Zusammenhang gerissen und präsentiert, als würden sie uns die gesamte Geschichte des Sechstage-Kriegs erzählen. Das gefälschte Narrativ wie das Buch Soldiers‘ Talk“ (Soldatengespräche) entstand begünstigt damit eine eklatante Verzerrung des Krieges selbst.

Natürlich sind die Einzelheiten der falschen Behauptung des Films über offizielle Zensur (um es üppig auszudrücken) ausführlich, ebenso wie ich damit umgehe. Ich verstehe, warum Max Boot, Matt Friedman und Asa Kasher mir antworteten, sie hätten dem nichts hinzuzufügen. Aber Matti Friedman machte sich die Mühe Sivan, den Produzenten, zu kontaktieren und ihn zur behaupteten Zensur zu befragen. Sivan sagte Friedman, er und Loushy „haben die Original-Transkripte von 1967 in ihrem Besitz, wie sie ‚von der israelischen Armee zensiert‘ sind“.

Zweifellos gibt es jede Menge Ausgestrichenes in diesem Original-Transkripten, die rund 200 Stunden an Diskussionen umfassen. Die Originaleditoren selbst hätten sie machen müssen, um einen viel kürzeren Text – vielleicht von vielleicht 20 Stunden? – zur Veröffentlichung bereitzustellen. Nach Angaben von Alon Gan, der eine Dissertation zum Thema schrieb, arbeitete der Militärzensor mit einer Kopie dieser editierten Version, die zuerst in Kibbutzim herumging und die die Redakteure dann zur Veröffentlichung vorschlugen. In Israel legt man dem Zensor vor, was man veröffentlichen will, nachdem man es editiert hat. Das ist alles, was der Zensor sehen muss und will.

Es gibt eine unüberbrückbare Kluft zwischen dem, was Avraham Shapira, dem Hauptherausgeber des Buches, heute geltend macht – „Ja, es gab Zensur und sie wurde nicht von uns betrieben“, und zwar von „70 Prozent“ des Materials – und dem, was ein Mitherausgeber Yariv Ben-Aharon, 1968 behauptete: „Wir verfügten eine starke Zensur, wir überarbeiteten und kürzten und schnitten eine Menge und rangierten aus. Die offizielle Zensur löschte sehr wenig.“ Wenn Shapira und die Macher von Censored Voices jetzt ihre revisionistische Behauptung durchsetzen wollen, dränge ich sie in Yad Tabenkin, dem Archiv der Kibbutz-Bewegung, alles in ihrem Besitz befindliche Material zu hinterlegen. Das wird es ermöglichen die Editierung und Zensur des Textes entlang einer Zeitschiene zu rekonstruieren, indem man professionelle Methoden nutzt, wie Historiker sie verwenden.

Die einzige in diesen Methoden ausgebildete Person, die das Material bisher gesehen hat, ist Alon Gan und seine Schlussfolgerung ist direkt: „Auf der Grundlage dieser Belege ist offensichtlich, dass die Rolle der externen Zensur im Vergleich zur von den Initiatoren der Sammlung vor dem Eingreifen des Zensors ausgeübten Zensur gering war.“ Dieses Urteil kann nicht gekippt werden, solange die Belege von ein paar interessierten Parteien verschlossen gehalten werden, die wild entschlossen sind sie auszuschlachten.

Was Loushys Behauptung angeht, die Zensur sei „brutal“ gewesen, so widerspricht dies der Zeugenaussage von Mordechai Bar-On, dem Armeeoberst, dessen Eingreifen bei der Zensur die Veröffentlichung von Soldiers‘ Talk erst möglich machte. Das ist das, was Bar-On in seinen Memoiren zum Prozess aussagt.

Unsere Treffen fanden in guter Stimmung statt, aus einem gegenseitigen Verständnis heraus… In einer besonderen Einführung, die sie der öffentlichen Version hinzufügten, dankten die Editoren mir herzlich für meine Hilfe. Ein Band der Freundschaft wurde zwischen mir und den Editoren von Soldier’s Talk gebildet, das bis heute hält, obwohl wir uns nicht sehr oft trafen.

Während Bar-On sich erinnert Zusammenstöße mit Amos Oz gehabt zu haben (den er „arrogant“ fand), behauptet er die Editoren sahen ihn als „einen Freund des Buches“. Wie ich in meinem Aufsatz schrieb, sagte mir Bar-On auch direkt, dass der Zensor „vielleicht zwei oder drei Prozent“ strich, nicht mehr. Dass die Filmemacher während Jahren der Vorbereitung von Censored Voices Bar-On nicht ein einziges Mal kontaktierten, ist ein riesiges Versagen, das noch weitere Zweifel an ihrem guten Willen wirft. Da ihr Narrativ ihn als der Begünstigung ein Akten „brutaler“ Zensur in Verbindung bringen, sollten sie den Anstand haben ihn aufzusuchen und seine Version zu hören.

Ich gehe zu Substanz über. Zwei derer, die mir antworteten, konzentrieren sich auf Vorwürfe von Kriegsverbrechen im weiteren Sinne. Asa Kasher argumentiert, dass ein Krieg, der aufgrund des legitimen Anliegens der Selbstverteidigung geführt wird – und der Sechstage-Krieg fällt eindeutig in diese Kategorie – nicht seine Legitimität verliert, weil ein paar Soldaten und Offiziere dabei Verbrechen begehen. Der Krieg muss verhältnismäßig geführt werden und mögliche Kriegsverbrechen müssen untersucht werden. Doch selbst die professionellste Streitmacht wird zwangsläufig sündigen und Irrtümern unterliegen. Der perfekte Krieg ist noch nicht geführt worden, daher sind die Legalität und die Legitimität unabhängig davon, wie (unvermeidlich fehlerhaft) seine Ausführung ist. Kasher führt weiterhin an, dass vage Vorwürfe von Kriegsverbrechen – Censored Voices ist reichlich damit versehen – keine volle Untersuchung möglich machen und daher nichts dazu beitragen, die Leistung des Militärs zu verbessern oder weniger Leid zu verursachen. Dadurch werden solche Vorwürfe unmoralisch.

Alles wahr, aber wir leben in einer Welt mit einer Vielzahl an Standards. Eine Supermacht zu sein bedeutet niemals sagen zu müssen, dass einem etwas leid tut. Israel zu sein bedeutet, dass man nicht nur nicht sagen darf, dass einem etwas leid tut, sondern auch entdeckt, dass deine Entschuldigung nie genügt. Und es bedeutet, dass deine Kriege genauso stark danach beurteilt werden, wie sie geführt werden, wie danach, warum du sie geführt hast. NGOs, die mit solchen Vorwürfen handeln (Kasher führt Breaking the Silence an), sind in ihrer Existenz auf diese israelspezifischen Standards angewiesen. Die Folge solcher Vorwürfe, wenn nicht gar ihr Ziel, besteht darin Israel das Recht auf Selbstverteidigung unter allen Umständen zu verweigern, denn es kann sich nur verteidigen, wenn es irgendwo auch Verbrechen begeht.

Das ist der Grund, warum Max Boots Kenntnisse passen – bis zu einem gewissen Punkt. Unter Rückgriff auf amerikanische Beispiele postuliert Boot, dass in allen Kriegen Verbrechen vorgekommen sind, aber die in populären Kriegen begangenen sind vergessen, während die in unpopulären Kriegen begangenen aufgebauscht werden. Und so, schließt er, sind diejenigen, die den Sechstage-Krieg als Herbeiführung einer endlosen „Besatzung“ betrachten, besonders eifrig dabei bei der Ausführung begangene Verbrechen aufzudecken und aufzubauschen, um dem Krieg seinen gerechten Status zu nehmen.

Boot hat recht und die zu dieser Argumentation gehörende Absurdität sollte offensichtlich sein. Immerhin kann man festhalten, dass die „Besatzung“ ungerecht und unnötig ist und immer noch finden, dass der Krieg von 1967 sowohl gerechtfertigt und notwendig war. Israel führte keinen Krieg um Landgewinn, es führte einen Krieg um die tödliche Bedrohung aufzuheben. Die Ergebnisse des Krieges beendeten Israels Optionen nicht, sondern erweiterte sie. Es waren NACH dem Krieg, Jahr um Jahr, von Israelis und Arabern getroffene Entscheidungen, die die Lage schufen, die Loushy beklagt. Den Krieg als bösartig zu betrachten, indem man ein paar Exzesse über jede Verhältnismäßigkeit aufzubauschen, verortet die Verantwortung für die „Besatzung“ am falschen Ort – genau so, als mache man den Zensor für die Arbeit des Herausgebers verantwortlich.

Während es aber tröstlich sein könnten – mit Boot – zu glauben, dass Israel und die Vereinigten Staaten dieses Dilemma teilen, wäre es auch selbsttäuschend. Niemand versucht immer noch den Ausgang des Zweiten Weltkriegs oder des Koreakriegs oder des Vietnamkriegs umzukehren. Doch viele der Kritiker Israels wollen nicht nur den Ausgang des Kriegs von 1967 umkehren, sondern den von 1948. Sie streben an nicht nur zu zeigen, dass Israels Grenzen das Produkt kriminellen Handelns sind, sondern dass Israel auf Verbrechen gegründet wurde. Wer behauptet, dass My Lai nur eines von vielen Massakern war, der entfacht eine Diskussion unter ein paar Historikern. Wer behauptete, Israel habe sich die Siege von 1948 und 1967 durch Massaker verschafft, der schürt internationale Verurteilungen und universitäre Boykotte und lässt amerikanische Juden verwirrt und in Tränen zurück.

Matti Friedman glaubt, dass zumindest einige von Israels bekannten „moralischen Strippern“ sich bewusst sind, dass sie dieses Monster füttern. Wenn, schreibt er, israelische Soldaten zu denen gehören, die ihr Tun mit dem der Nazis gleichsetzen, dann verstehen sie das als rhetorische Floskel. Doch wenn das breiter weitergegeben wird, stärkt das die Hasser, die Israel ernsthaft mit Nazideutschland und den Gazastreifen mit Auschwitz oder dem Warschauer Ghetto gleichsetzen. Und diese Holocaust-Umkehrung geschieht nicht einfach am äußeren Rand, sondern in führenden amerikanischen Universitäten (wie ich letztes Jahr zeigte), genau unter den Leuten, die Filmfestspiele besuchen. Ich hoffe, dass Friedman recht hat, aber als ich sah, dass in Censored Voices von israelischen Soldaten gezogene Nazi-Vergleiche auftauchten, konnte ich nicht anders als mich frage, ob sie ein gewolltes Schauspiel für die Galerie der Hasser waren. Auch die kaufen sich Kinokarten.

Und doch bin ich mir nicht sicher, dass Censored Voices in dieselbe Kategorie gehört wie Breaking the Silence, die NGO, die behauptet israelische Kriegsverbrechen aufzudecken, besonders im Gazastreifen. Breaking the Silence soll es Israel unmöglich machen Krieg zu seiner Verteidigung zu führen, was der Grund ist, dass die Organisation sich völlig außerhalb des israelischen Konsens befindet. Censored Voices mit seinem Fokus auf 1967 ist eine unausgesprochene Anklage der fortgesetzten israelischen „Besetzung“ der Westbank. Von Amos Oz unterstützt, gehört der Film in den „Peace Now“-Anteil der Linken. Ds ist der Grund, warum sein Regisseur für das Magazin der El Al (in Hebräisch) interviewt werden kann, als die „Frau der Woche“ in Israelis größter Wochenzeitschrift erscheint und sogar eine fünf Seiten Raum – einschließlich eines „Sonderinterviews“ – in Bamahane, dem Soldaten-Wochenmagazin der israelischen Armee erhält.

Für mich liegt der Film näher am Spektrum von Ari Shavits Umgang mit den „Massaker“ von Lydda in seinem Bestseller My Promised Land (Mein gelobtes Land). Wie Shavit stellt Loushy sich als israelische Patriotin dar, die will, dass ihr Kind in einen Israel aufwächst, das von der Last der Besetzung der Palästinenser befreit ist. Auch sie behauptet, es gebe eine „Black Box“ (das ist Shavit Begriff), die etwas Dunkles in Israels Vergangenheit verbirgt. Lange verheimlichte Verbrechen werden angedeutet, dann aus dem Kontext gerissen und aufgebauscht, nicht um Israel zu schwächen, sondern das Gefühl der Schuld zu verstärken und den Preis für die den Palästinensern gebührende Sühne zu erhöhen. In der Menge der Argumente zur Beendigung der „Besatzung“ hat dieses bei genug Israelis Einfluss, so dass der Film vom linken Mainstream begrüßt werden kann.

Der Ausdruck „brutale Zensur“ gibt Censored Voices eine Anti-Establishmen-Patina, aber er wurde mit voller Zusammenarbeit des israelischen Kulturestablishments produziert. Ja, es gab deutscher Gelder und Matti Frieman hat recht dazu Fragen zu stellen. (Er ist nicht allein. Ein Interviewer fragte Avraham Shapira, ob er sich der deutschen Finanzierung bewusst war und wie er sich dabei fühlt. Shapiras Antwort: „Ich bin am Film nicht beteiligt, aber wenn das so ist, dann scheint mir das nicht positiv zu sein.“) Aber der Film ist eine Koproduktion mit YesDocu, Israels führendem Dokumentationssender. Er bekam auch Geld aus israelischen Quellen, darunter die israelische nationale Lotterie Mifal Hapayis und der Rabinovich-Stiftung (die von der Stadt Tel Aviv und dem Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport unterstützt wird). Und warum auch nicht? Immerhin ist Censored Voices im Wesentlichen eine erweiterte Version von Soldiers‘ Talk, und 1968 verteilte Israels Außenministerium Soldiers‘ Talk als eine Art Visitenkarte (was bei den Herausgebern damals reichlich Bestürzung sorgte).

In einem Interview sagte Loushy, dass Censored Voices “ eine andere Geschichte“ des Sechstage-Kriegs erzählt, nämlich „dass es auch tragisch ist einen Krieg zu gewinnen“. Es gibt nicht einen einzigen Palästinenser oder Araber, der je so etwas sagen würde. Der Grund dafür ist, dass sie genau wissen, wie es ist eine vernichtende Niederlage zu erleiden. (Wenn Sie ein Gefühl dafür bekommen wollen, was eine Niederlage selbst bei einem starken Mann anrichten kann, sehen Sie sich dieses Video über Jordaniens König Hussein an.) Natürlich können Siege Überheblichkeit aufkommen lassen und sie können vergeudet werden (oft von Menschen, die sie nicht erzielten). Doch der Sieg steht für sich. Und es ist ein Sieg, für den wir immer noch dankbar sein sollten. Wie ich an anderem Ort dargelegt habe, ist es die Erinnerung an 1967 – auf Arabisch als naksa, der „Rückschlag“ bekannt – die weiterhin die Bereitschaft Ägyptens und Jordaniens den Frieden mit Israel aufrecht zu erhalten untermauert.

Ich las Soldiers‘ Talk nicht lange nachdem es veröffentlicht wurde (als Teenager und Freiwilliger in einem Kibbutz) und die Botschaft, die bei mir haften blieb, lautet, dass jeder Sieg, umfassend er auch ist, mit gewissen Kosten verbunden ist. Doch gleichzeitig las ich ein weiteres Buch, das 1969 auf Englisch veröffentlicht wurde, das in seiner hebräischen Übersetzung ebenfalls ein Bestseller wurde und wie Soldiers‘ Talk später völlig in Vergessenheit geriet. Es war eine Übung in Gegenteil-Geschichte namens If I Lost the War (Wenn ich den Krieg verloren hätte). In lebendiger Sprache stellte es sich eine echte Tragödie vor. Seine Botschaft blieb mir haften: Eine Niederlage 1967 wäre mit untragbaren Kosten für Israel und das jüdische Volk verbunden gewesen.

Wenn also amerikanische Juden beginnen Censored Voices zu sehen – der am Wochenende des 1./2. August in San Francisco seine Premiere auf einem jüdischen Filmfestival hat – dann ist mein Rat an sie sich ihre Tränen zu sparen. Erliegt nicht der Täuschung und Manipulation. Wie Kriege sind, wurde der Sechstage-Krieg anständig geführt, ehrlich gewonnen und er war moralisch gerechtfertigt. Israel hat Fehler gemacht. Der Sechstage-Krieg gehört nicht dazu.