Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (29. Mai – 4. Juni 2016)

Sonntag, 29.05.2016:

PA-„Premierminister“ Hamdallah besuchte Samstag eine Schule in Beit Izja, nordwestlich von Jerusalem. Dabei ehrte er einen Teenager-Terroristen, der beim Versuch Juden zu ermorden den Tod fand.

Araber legten am Sabbat in Samaria mehrere Feuer, die jüdische Ortschaften schaden sollten.

Ein Loch ins palästinensische Narrativ stechen

Michael Freund, The Jerusalem Post, 19. Mai 2016

IDF-Soldaten sitzen im Juni 1967 vor der Westmauer, nachdem sie während des Sechstage-Krieges eingenommen wurde.

Diese Woche vor 51 Jahren schlug der jugendliche jüdische Staat einen Friedensplan vor, der den Lauf der Geschichte des Nahen Ostens ändern und den arabisch-israelischen Konflikt ein für allemal hätte schaffen können, wäre er von den arabischen Staaten und den Palästinensern nicht gründlich ignoriert worden.

Und während es sinnlos zu sein scheint so weit in die Vergangenheit zu blicken, ist genau jetzt, wo Israel unter zunehmenden internationalen Druck und Kritik gerät, der Zeitpunkt, an dem wir die Welt – und uns selbst – daran erinnern müssen, wie die wahre zugrundeliegende Ursache des Disputs mit unseren Nachbarn aussieht.

Es war der 17. Mai 1965, als Levi Eschkol, Israelis dritter Premierminister, ans das Podium in der Knesset trat, um einen bemerkenswert detaillierten Plan für regionale Harmonie vorzustellen.

Das war noch bevor der Sechstage-Krieg von 1967 überhaupt am Horizont aufzog, zu einer Zeit, als es keine „Besatzung“, keine „Siedlungen“ und keine „Verjudung“ Jerusalems gab.

Es war einfach Israel, ein winziges jüdisches Gebilde, das darum kämpfte in einer feindlichen Umgebung und umzingelt von denen, die fest entschlossen sind es zu vernichten, zu überleben.

Eschkol war damals 70 Jahre alt; er hatte während des Ersten Weltkriegs in der Jüdischen Legion gedient, im Kampf um die Unabhängigkeit im Oberkommando der Haganah; er galt weder als charismatisch noch geschliffen und sprach Hebräisch mit jiddischem Akzent. Aber an diesem schicksalhaften Sommertag legte er mutig eine umfassende Vision dessen vor, wie Frieden mit den arabischen Staaten aussehen könnte, wenn die nur bereit sein würden die Idee gutzuheißen.

Er kommunizierte nicht mit Parolen oder Schlagworten, wie es heute viele Politiker tun. Eschkol sprach in klaren Sätzen und unmissverständlich, bot den Beginn direkter Gespräche mit arabischen Führern an, die das Ziel haben sollten die Waffenstillstandsvereinbarungen von 1949 in dauerhafte Friedensverträge umzugestalten.

„Wir schlagen vor“, sagte er, „dass direkte Verhandlungen zwischen Israel und den [arabischen] Staaten geführt werden, die die Vereinbarungen mit uns unterzeichneten, um sie durch Friedensabkommen zu ersetzen. Die Friedensregelung wird auf der Grundlage Israels, so wie es ist, erfolgen.“

Mit anderen Worten: Trotz vorheriger arabischer Versuche den jüdischen Staat zu vernichten, war Eschkol bereit Israels Grenzverlauf von 1949 zu akzeptieren, wenn unsere Nachbarn nur bereit wären dasselbe zu tun.

„Allein die vier arabischen Staaten, die Grenzen mit uns haben, erstrecken sich über 1,2 Millionen Quadratkilometer“, betonte er, „und Israel hat nur ein Sechzigstel dieses Gebiets in Besitz, mit anderen Worten, kaum mehr als 1,5 Prozent – 21.000 Quadratkilometer.“

Der Premier ging dann sehr ins Detail, was die Vorteile von Frieden bringen würden, die von wirtschaftlicher Zusammenarbeit bis zu einer Reduzierung des Wettrüstens, sowie offenen Grenzen und freiem Zugang zu heiligen Stätten reichten. Er versprach sogar, dass Israel finanzielle Hilfe für die Neuansiedlung palästinensischer Flüchtlinge in benachbarten arabischen Ländern leisten würde.

Im Gegenzug stellte Eschkol die einfache Ansinnen nach „voller Respektierung der Unabhängigkeit, Souveränität und territorialen Integrität aller Staaten der Region“ durch die arabischen Staaten.

Doch selbst das erwies sich als zu viel und die arabische Antwort kam zwei Jahre später, als Ägypten und Syrien 1967 ihre Armeen mobilisierten und versuchten die Juden ins Meer zu werfen.

Der Rest ist natürliche Geschichte. Israel gewann wie durch ein Wunder den Sechstage-Krieg, befreite das östliche Jerusalem und andere Teile unserer angestammten Heimat.

Die meisten Menschen haben nie etwas vom Eschkol-Plan gehört und man mag sich fragen warum.

Die Antwort ist wirklich sehr einfach: Er sticht ein Loch in das von den Palästinensern und ihren Helfen unterbreitete Narrativ, das besagt, die Wurzel allen israelisch-palästinensischen Unfriedens liege bei den Ereignissen von 1967 statt in dem langjährigen und tief sitzenden arabischen Verlangen Israel von der Landkarte zu wischen.

Fakt ist: Hätten die Araber und die Palästinenser Eschkols Vorschlag ernsthaft akzeptiert, würde der regionale Frieden im Nahen Osten sein sechstes Jahrzehnt beginnen und die sogenannte Palästinenserfrage wäre vor langer Zeit gelöst worden.

Geht man noch weiter zurück, dann wäre, wenn sie sich mit Israels Gründung 1948 abgefunden hätten, statt sich für Krieg zu entscheiden, die gesamte Region aufgeblüht.

An diesem Punkt kann man die Uhr nicht zurückdrehen und angesichts der folgenden Entwicklungen ist Eschkols Plan heute nicht mehr ausführbar, so sinnvoll er damals auch gewesen sein mag.

Doch selbst nach so vielen Jahrzehnten lohnt es sich, sich an seinen kühnen Vorschlag zu erinnern, wenn auch nur um hervorzuheben, wo in Wahrheit der zugrundeliegende Fehler des andauernden Konflikts liegt: bei den Palästinensern und denen, die sie verteidigen.

Wenn Sie das nächste Mal jemanden davon schwafeln hören, dass die „Besatzung“ die Ursache all unserer Schwierigkeiten ist, dann denken Sie einfach an die großväterliche Gestalt von Levi Eshkol zurück, den Frieden, den zu schließen er 1965 anbot, den arabischen Hass und die Feindseligkeit, der ihm entgegenschlug und wie anders die Dinge hätten sein können.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (22.-28. Mai 2016)

Sonntag, 22.05.2016:

Heckmeck:
– Der französische Premierminister Valls ist zu Besuch in Israel. Vorher sagte er einer arabischen Zeitung, dass Israel „die Siedlungen stoppen muss“.

Montag, 23.05.2016:

Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden prahlte wieder, der Iran könne Israel „innerhalb von 8 Minuten vernichten“.

Einige arabische Knessetabgeordnete trafen sich mit PA-Premier Hamdallah, um die Lage der „Palästinenser im 1948 besetzten Al-Quds“ zu diskutieren. Das wäre nach westlichem Vokabular „Westjerusalem“, meint aber auch ganz Israel. Womit er wieder den Anspruch erhebt ganz Israel zu beseitigen, um die „Besatzung“ zu beenden.

Heckmeck:
– Netanyahu sagte dem französischen Premierminister, dass der einzige Weg zu Frieden über direkte Verhandlungen führt. Israel ist fertig mit multilateralen Verhandlungen, die haben nichts gebracht. : „Ich würde schon morgen nach Paris fliegen, um mit Abbas Frieden zu schließen.“ Präsident Rivlin sagte ihm ebenfalls, dass der Weg zu Frieden nur über direkte Verhandlungen führen kann.

Dienstag, 24.05.2016:

Den Aufruf Netanyahus zu direkten Gesprächen ließ Mahmud Abbas für die PA offiziell durch seinen „Premierminister“ zurückweisen.

Mahmud Abbas sprach auf dem humanitären Weltgipfel. Dort sagte er, es sei an der Zeit Israel auszuradieren.

Die Stadt Jerusalem hat für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen am Friedhof auf dem Ölberg 1,5 Millionen Schekel zur Verfügung gestellt, weil dort immer noch Gräber geschändet und zerstört werden.

Mittwoch, 25.05.2016:

Schulaufführungen in der PA: Eine Oberschule für Jungen führt auf, wie Soldaten angeblich bei einem behaupteten Nichtterroristen ein Messer platzieren, um ihn zum Terroristen zu stempeln und dann zu ermorden. Und jüngere Schüler spielen in ihrer Grundschule vor, wie sie ein „israelischen Soldaten“ hinrichten.

Mindestens 60 PA-Araber wurden seit Anfang Oktober 2015 wegen Hetze gegen Israel/Israelis auf Facebook festgenommen. Eine antiisraelische israelische NGO in Haifa behauptet dagegen es seien mindestens 150 PA-Araber (und 250 israelische Araber) verhaftet worden (was natürlich sowieso kriminell ist – im Gegensatz zu Aufstachelung zu Gewalt gegen Israelis im Internet…).

Das PA-Fernsehen feierte den Mörder eines amerikanischen Juden in Jaffa im März als „heldenhaften Märtyrer“. Die PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida machte dasselbe.

Donnerstag, 26.05.2016:

Die Fatah veranstaltete heute eine Feier zu Ehren von Ayaatz al-Akhras, die im März 2002 einen Selbstmordanschlag in einem Supermarkt im Viertel Kiryat Yovoel in Jerusalem verübte (2 Tote, 28 Verletzte).

An einem Übergang von den PA-Gebieten nach Israel konfiszierten Zöllner zusammen mit dem Shin Bet eine große Ladung Baumaterial für Waffen, die nach Gaza zur Hamas geliefert werden sollte. Es gibt die Vermutung, dass die Hamas in Hebron eine Werkstatt unterhält, die die Waffenteile herstellt und sie dann in den Gazastreifen schickt.

Zum Jahrestag des Rückzugs Israels aus dem Libanon verkündete Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah, der jüdische Staat bleibe der wahre und zentrale Feind.

Ein Beduine behauptete von Polizisten in Tel Aviv angegriffen worden zu sein. Aufnahmen von Überwachungskameras belegten jetzt, dass der Beduine die Polizisten angegriffen hatte.

Freitag, 27.05.2016:

Der arabische MK Abu Arar wurde von der Hamas interviewt. Dabei versprach er, dass Mitglieder seiner Fraktion das Verbot des Premierministers von Tempelberg-Besuchen durch (alle!) Knesset-Mitglieder missachten werden. Das Verbot verletze die freie Religonsausübung, sagt er, tritt aber dafür ein, dass Juden den Tempelberg gar nicht erst betreten dürfen.

Samstag, 28.05.2016:

Aus dem Libanon melden Medien, dass die Hisbollah Tunnel unter der Grenze nach Israel gräbt.

Der Terrorist Abdel Fattah al-Sharif wurde in Hebron beerdigt. Etwa 1.000 Personen nahmen daran teil und brüllten religiöse Überlegenheits-Parolen und forderten Rache.

Heckmeck:
– Die Konferenz von Paris steht noch aus, das stellt Mahmud Abbas schon wieder Vorbedingungen. So sollen direkte Verhandlungen mit Israel zeitlich begrenzt werden und die Resolutionen einen (automatischen) Mechanismus zu ihrer Umsetzung bekommen.

UNO sagt 29,5 % der Westbank-„Flüchtlinge“ lebt in UNRWA-Flüchtlingslagern. Sie fragt nicht, warum

Elder of Ziyon, 2. Mai 2016

Robert Piper, stellvertretender UNO-Sekretär für allgemeine Entwicklung und humanitärer Koordinator für Palästina, twitterte heute diese Grafik mit der (korrigierten) Bildbeschreibung: 29,5% der Flüchtlinge in der Westbank leben immer noch in Lagern.“

Die Frage, die die UNO nicht stellt, lautet: Warum gibt es diese Lager noch, gut 68 Jahre nachdem die letzten Flüchtlinge geschaffen wurden? (Es gab praktisch keine Flüchtlinge gemäß welcher Definition auch immer durch den Sechstage-Krieg.)

Diese Grafik behauptet, das Leben in den von der UNO verwalteten Lagern sei infolge von IDF-Operationen gefährlich. Natürlich schert sie sich nicht darum zu sagen, dass der Grund, dass viele Operationen in diesen Lagern stattfinden, darin liegt, dass sie Brutstätten des Terrors sind.

70% der sogenannten „Flüchtlinhge“ (genau genommen Nachkommen) leben außerhalb der Lager – was bedeutet, dass es kein rechtliches Hindernis gibt sie „Flüchtlinge“ in den Rest der palästinensischen Gesellschaft zu integrieren.

Die palästinensische Autonomiebehörde, von der UNO als Staat Palästina anerkannt, kann in den Areas A und B so viele Häuser bauen, wie für diese Leute benötigt werden. Und sie haben die Autonomie inzwischen seit fast 20 Jahren.

Wo sind die Info-Grafiken, die zeigen, wie erfolgreich die PA mit internationaler Hilfe beim Abriss dieser völlig unnötigen und gefährlichen Lager und dem Einbinden der Einwohner dabei normlae Bürger zu werden, gewesen ist?

Es gibt sie nicht, denn ein solches Programm existiert nicht.

Die PA will die Lager nicht abreißen, denn sie will auf die übervölkerten, mit Gewalt angefüllten Ghettos als Beweismittel dafür deuten, wie Palästinenser immer noch unter israelischem Handeln von 1948 leiden.

Jordanien war glücklich und zufrieden, diese Lager von 1948 bis 1967 zu erhalten, weil Hunderte Millionen Dollar zum Unterhalt dieser Lager Geld war, das Jordanien nicht ausgeben musste – obwohl die Palästinenser volle jordanische Staatsbürger waren.

Die UNO, die vielseitige Berichte darüber ausstieß, wie furchtbar die Dinge für die Palästinenser stehen, hat kein Interesse auch nur an einem einzigen Programm, verletztbare Menschen aus diesen Lagern zu holen.

Die Grafik ist einem 33-seitigen UNO-Dokument entnommen, das beschreibt, wie viele Probleme Palästinenser haben und all die Programme, die die UNO hat um  ihnen zu helfen. Und doch gibt es darunter nicht ein einziges Programm die Lagerbewohner in normale Häuser und Wohnungen einzubinden, in normale Nicht-UNO-Schulen gehen zu lassen und sich selbst versorgende Mitglieder der Gesellschaft zu werden.

Es gibt keinen Grund dafür, dass diese Lager heute noch existieren sollten. Aber die UNO ist mitschuldig daran die Palästinenser als eine Gesellschaft zweiter Klasse in Elend und Unsicherheit zu halten, während ihnen ständig ein Ammenmärchen erzählt wird, dass sie eines Tags „zurückkehren“ und in die Häuser ihrer Vorfahren ziehen können, die es mehr gibt (und in einigen Fällen nie gab).

Wenn die UNO eine „Staat Palästina“ anerkennt, ist es dann nicht Zeit, dass die UNO diesem Gemeinwesen hilft die Verantwortung für die eigenen Bürger übernimmt, wie das jeder andere Staat auch tut?

Al-Buraq: die neue palästinensische Westmauer

Harry Moskoff, The Jerusalem Post, 9. Mai 2016

Letzten Oktober war die UNESCO gezwungen einen Antrag der palästinensischen Autonomie, mit dem der gesamte Platz vor der Westmauer[1] zu einer offiziellen muslimischen heiligen Stätte erklärt werden sollte, unter breitgefächerter Kritik vieler westlicher Quellen fallenzulassen.

Juden versammeln sich während Sukkhot zum Gebet an der Westmauer (Foto: AFP)

Ich kann schon die heutigen Touristen hören: „Komm, Schatz, lass uns die muslimische heilige Stätte namens Westmauer besuche, wo der Prophet Mohammed sein geflügeltes Pferd anband.“ In meinem jüngsten Film (The ARK Report – Sequel) gibt es ein Exklusivinterview mit Gouverneur Mike Huckabee, der einer der Kandidaten für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner 2016 war.

Obwohl ich für den Film viele Politiker und Botschafter interviewte, kommt eine bestimmte Bemerkung immer wieder bei den Zuschauern an. Huckabee erwähnt etwas, das jedes Mal passiert, wenn er nach Israel kommt, Jahr auf Jahr; und dieser Punkt hat anscheinend auf viele Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zu Beginn des Videos erklärt er: „Jedes Mal, wenn ich eine große Gruppe mit nach Israel nehme, ist eines, was ich liebend gerne mache, eine der palästinensischen Landkarten zu nehmen die ich in der Altstadt finde. Ich falte sie auf und frage einen der Mitreisenden: ‚Wo auf der Karte ist Israel?‘ Sie schauen und schauen … und ich sage: ‚Können Sie Israel auf der Karte finden?‘ Die Antwort lautet Nein, sie können es nicht. Ich frage sie warum und sie sagen: ‚Ich weiß nicht!‘ Ich sage, weil die Leute, die diese Karte herstellten, nicht glauben, dass es so etwas wie Israel gibt.“

Letzten Oktober war die UNESCO gezwungen einen Antrag der palästinensischen Autonomie, mit dem der gesamte Platz vor der Westmauer zu einer offiziellen muslimischen heiligen Stätte erklärt werden sollte, unter breitgefächerter Kritik vieler westlicher Quellen fallenzulassen. Wenn Sie einen Moment darüber nachdenken, dann braucht, so eine Publicity-Nummer überzeugend abzuziehen zweierlei: beträchtliche Chutzpe und massive (was wir auf Hebräisch so nennen:) protexia – Verbindungen.[2] Das Unglaubliche ist: Die PA nutzte beides und das funktioniert einfach.

Wie die meisten von uns wissen übernahm am 15 April der Exekutivrat der UNESCO eine neue Resolution, die die Westmauer ausdrücklich nur bei ihrem muslimischen Namen nannte (und alle jüdischen Verbindungen zu dem heiligen Ort ignorierte). In der Tat wird, wenn der Text den Platz vor der Westmauer (Western Wall Plaza) erwähnt, dieser in Anführungszeichen gesetzt und das folgt erst dem Gebrauch des arabischen „Al-Buraq-Plaza“ als offiziellem Namen. Darüber hinaus wird in der Resolution nur der arabische Begriff für den Tempelberg, s.h. „Al-Aqsa/Al-Haram al-Scharif“ benutzt.

Der Grund besteht natürlich darin, dass der Namen „Tempelberg“ offensichtlich den Rückschluss verlangt, dass es irgendwann in der Geschichte auf diesem Berg einen Tempel gab. Die Angst der PA (und der UNO) könnte darin bestehen, dass tatsächlich irgendwann in der Zukunft ein weiterer, dritter jüdischer Tempel kommen könnte und daher müssen jegliche jüdische Verbindungen heute irgendwie delegitimiert werden, bevor irgendwelche Fakten vor Ort (wie es einmal war) eingeführt werden können.

Sollte das nicht ausreichen, fährt die Resolution damit fort weitere heilige Stätten innerhalb Israels einzubeziehen. „[Der Exekutivrat] bekräftigt wieder, dass die beiden betreffenden Stätten in Al-Khalil/Hebron und in Bethlehem integraler Bestandteil Palästinas sind“, was sich jeweils auf das Patriarchengrab und das Rahelgrab bezieht. (Es ist interessant hier zu vermerken, dass die Resolution eigentlich von Frankreich, Russland, Spanien und Schweden vorab genehmigt wurde!) In der Tat sieht es so aus, als habe Huckabee Recht.

Es ist einfach: Nehmen Sie den jüdischen heiligen Stätten weg und es wird viel einfacher sein Israel als Ganzes fortzuschaffen, von innen heraus.

Wo ist also der Aufschrei? Wo sind die religiösen Leiter der Welt – der Papst zum Beispiel? Israel muss eine entschiedene Antwort auf solche Landraub-Versuche und krassen Fälschungen der Geschichte geben sonst wird es sicher weitergehen, aber schlimmer.

Hier haben Sie eine unkonventionelle Antwort, die vielleicht eine Lösung für alle betroffenen Parteien hat – und das ist früher schon gemacht worden. Es gibt einen historischen Präzedenzfall. Nicht einmal, nicht zweimal, sage und schreibe kolossale sechs Male seit der Zerstörung des zweiten Tempels haben Menschen eine Art „Betort“ auf dem Tempelberg gebaut. In diesem Fall ein Ort, der für alle Religionen und für alle Völker geeignet war. Klingt mehr wie ein Traum als etwas, das wirklich passierte. Es war aber so.

Was folgt, ist etwas (eher trockene) Geschichte.

Ungefähr 50 Jahre nach der Zerstörung des Herodianischen Tempels durch die Römer im Jahr 70 gewährte Kaiser Hadrian (76 – 138) den Juden den Beginn der Errichtung eines Gebäudes auf dem Berg; er wollte die Kooperation der jüdischen Gemeinde Jerusalems für sich gewinnen. Das dauerte allerdings nicht lange und das Projekt wurde kurz darauf eingestellt. Später wandte sich Konstantins Neffe Julian, der 361 n.Chr. Kaiser wurde, vom Christentum ab und gab ein Edikt zu universaler religiöser Toleranz aus, was damals eine neuartige Idee war. Zwei Jahre später versprach er ein Gebäude auf dem Tempelberg zu bauen; dazu unternahm er den unvorstellbaren Befehl die kaiserliche Kasse zu öffnen, um große Geldsummen und Material dafür zur Verfügung zu stellen. Leider wurde auch dieses Projekt gestoppt, vielleicht wegen Julians Tod oder eines Erdbebens.

Dann eroberte 613 König Chosrau II. von Persien Jerusalem und ernannte einen Gouverneur, der keine Zeit verschwendete und wieder einen Gebetsort auf dem Berg einrichtete, wie der berühmte Rabbiner und Dichter Elazar Kalir bezeugte. Über die Instandsetzung schrieb er: „Als Assyrien [Persien] in die Stadt kam … und seine Zelte hier aufschlug / erlaubte er den Wiederaufbau eines Tempels / und sie bauten den heiligen Altar…“

Außerdem erklärte selbst Kalif Omar in den Anfangsjahren der muslimischen Herrschaft, als Jerusalem von den streng arabischen Kräften 638 erobert wurde, das Recht der Juden (und anderer) weiterhin ungestört auf dem Tempelberg zu beten; das geschah im Gegenzug für Hilfe bei der Eroberung der Stadt.

Beachten Sie, dass selbst an diesem Punkt in der Geschichte die allmähliche Entwicklung des Begs in die drittheiligste Stätte des Islam nicht in totaler Ausgrenzung der Juden vom Ort resultiert. Tatsächlich erhielten die Juden kurz nach der muslimischen Eroberung die Erlaubnis ein kleines Holzgebäude auf dem Berg zu bauen.

Nach Angaben von Rabbi Petachia von Ratisbon (London 1856) blieb der Ort während der meisten Zeit der frühen muslimischen Periode aktiv, danach wieder bis etwa 1100 n.Chr., bis zur Eroberung durch die Kreuzritter. Selbst heute kann man noch hebräisches Schrift an den inneren Wänden des Goldenen Tores am Osthang sehen, die vor etwa 1000 Jahren von jüdischen Pilgern angebracht wurde.

Jemand sollte davon heute ein Foto machen, damit es nicht auch aus Israels Geschichte gelöscht wird! Saladin erlaubte sowohl Juden als auch Muslimen sich in Jerusalem niederzulassen und gemeinsam zu beten, bis dahin, dass er den Juden sogar gestattete etwas an ihrer eigenen Stelle zu errichten (laut Emil Offenbacher). Später investierten folgende osmanische Herrscher wenig bis gar nichts in die Erhaltung des Felsendoms und der Al-Aqsa-Moschee; es gab nie einen Bericht oder Präzedenzfall muslimischer Kleriker, die jemals den Tempelberg besuchten oder Juden von dort vertrieben.

In modernen Zeiten schlug der verstorbene Oberrabbiner Israels, Rav Mordechai Eliyahu (1929-2010) einen konkreten Plan für eine Gebäude vor, das auf einem offenen Bereich im Nordosten des Felsendoms, näher an der Ostmauer, stehen könnte. Er machte seine Absichten klar, als er zum Thema sprach und sagte: „dass auch die Kinder Israels in den Bereich gehen werden und ihnen erlaubt wird [zu beten], in Heiligkeit und Reinheit, entsprechend dem jüdischen Gesetz…“

Was können wir letztendlich aus der Geschichte erfahren? Es gab eine funktionsfähige Lösung, die von den verschiedenen Regierungen der jeweiligen Zeit und allen Beteiligten allgemein akzeptiert wurde.

Gibt es irgendeine Chance, dass heute so etwas hinsichtlich des geopolitischen Szenarios in Israel vorgeschlagen wird? Keine Chance. Aber heute besitzt die Idee, wie damals, immer noch Wert. Kaiser Julian hatte recht: universale religiöse Toleranz ist in der Tat der Weg, der eingeschlagen werden muss. Geht man weiter, dann muss die PA – und wichtiger: die UNESCO – sich an die universalen Prinzipien und den Wahlspruch letzterer halten: „Frieden in den Köpfen von Männern und Frauen entwickeln“ – d.h. aller Männer und Frauen (einschließlich Juden und Christen) und ihre angestammten heiligen Gebetsstätten zu respektieren, besonders die in Israel.

[1] Im allgemeinen Sprachgebrauch wird sie meistens „Klagemauer“ genannt

[2] auf Deutsch: Vitamin B.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (15.-21. Mai 2016)

Sonntag, 15.05.2016:

Der jordanische Parlamentspräsident erklärte, dass das jordanische Parlamente, anders als die Regierung, den Friedensvertrag mit Israel „entschieden ablehnt“. Israel respektiere den Friedensvertrag nicht, es untersuche Verbrechen seiner Soldaten nicht, es mordet und die Israelis helfen den Opfern nicht, blablabla…

Die Polizei des Distrikts Binyamin nahm zwei Verdächtige im Fall des Bombenanschlags in Hizme am 11. Mai fest. (Dem schwer verletzten Offizier geht es inzwischen etwas besser.)

Montag, 16.05.2016:

Mehrere Dutzend hareidische und chassidische Rabbiner forderten auf einer Konferenz in Har Nof, dass keine Koalitionsregierung mit Politikern/Parteien eingegangen wird, die dafür sind historisch israelisches Land aufzugeben. Außerdem forderten sie, dass jeder arabische Terrorist exekutiert wird, sobald er in der Absicht Juden Schaden zuzufügen sein Haus verlässt. (Nicht gerade die wünschenswert feine Art…)

Im April war ein Fischer aus dem Gazastreifen festgenommen worden, der in Waffenschmuggel für die Hamas und andere Terrororganisationen verwickelt ist. Er gab im Verhör wichtige Informationen zur Organisation der Schmuggeltätigkeiten preis, die zeigen, dass die Hamas die Lockerung der Beschränkungen für Fischer aus dem Gazastreifen kräftig ausnutzt.

Die Vereinigung palästinensischer Gelehrter und Prediger erklärte, der Begriff „Tempelberg“ sei eine von Juden erfundene „historische Lüge“. Der Ausdruck „Al-Aqsa“ sei der religiös, historisch und politisch korrekte Begriff, der auf das 1500 Jahre alte Recht der Muslime auf den Berg hinweise. Der Tempelberg war also schon muslimisch, bevor es den Islam überhaupt gab…

Die PLO erklärte (erneut), dass sie das „Rückkehrrecht“ der „Palästinenser“ nach Israel niemals aufgeben wird.

Das PA-Fernsehen ließ mal wieder eine Sendung ausstrahlen, in der ein kleines Mädchen eine Lüge propagierte: Juden töten auf dem Tempelberg Muslime.

Dienstag, 17.05.2016:

Heckmeck:
– Der französische Präsident hat die Konferenz zur Wiederbelebung des „Friedensprozesses“ in Paris verschoben. Sie soll „im Verlauf des Sommers“ (statt Ende Mai) stattfinden. Grund war, dass US-Außenminister Kerry den Termin nicht hätte wahrnehmen können.
– Derweil unterstützt der ägyptische Präsident den französischen Vorschlag für Nahost-Gespräche.

Mahmud Abbas behauptet, er wolle, dass die israelische Frau in der Lage ist sicher zum Einkaufen zu gehen, Ehemänner sicher zur Arbeit zu bekommen und dass die Kinder sicher zur Schule kommen. Er sei gegen Terrorismus und Extremismus. Und die Hand sei zum Frieden ausgestreckt. (Sieht man ja tagtäglich mit der Hasspropaganda seiner Medien und Prediger…)

Mittwoch, 18.05.2016:

Die Fatah feierte auf ihrer Facbookseite die Ermordung von 24 Israelis 1972 am Flughafen Lod (heute Ben-Gurion), bei dem zudem 70 Menschen verletzt wurden. Der überlebende der 3 (japanischen) Terroristen wurde „gegrüßt“ und als Held bezeichnet.

Donnerstag, 19.05.2016:

Die Polizei durchsuchte das Haus eines Arabers in Qalansuwa (Zentralisrael) und fand dort Rohrbomben, Munition, Tausende Federn für Handgranaten und Raketen. Ein Mann und eine Frau wurden festgenommen.
Außerdem wurde ein Versuch vereitelt 60.000 Bausätze für Handgranaten, Mörser und Raketen in den Gazastreifen zu schmuggeln.

Heckmeck:
– Frankreich hat den Beginn der Nahost-Friedenskonferenz jetzt auf den 3.Juni festgelegt. US-Außenminister Kerry hat da Zeit.

Freitag, 20.05.2016/Samstag, 21.05.2016:

Zakaria Al-Agha (Fatah): Die „Palästinenser“ werden nach Israel „zurückkehren“, dazu haben sie das Recht, nicht in einen Palästinenserstaat.

Die UNO beherbergt im Flug zum Cafe im Keller des Gebäudes in New York eine Ausstellung über Israel mit Tafeln, die die Aspekte beschreiben, darunter Israels Araber, technologische Innovationen und andere Aspekte des Lebens in Israel. Auf einer der Tafeln wird Jerusalem als „spirituelle und physische Hauptstadt des jüdischen Volks“ bezeichnet. Dagegen protestierten die arabischen Staaten, die OIC (Organisation der Islamischen Konferenz) und – natürlich die PA. Deren Mission bei der UNO schrieb einen Brief, in dem es hieß jede Bezugnahme „die israelische Souveränität über dieses Land [gleich das ganze LAND, nicht „Ost“-Jerusalem] behauptet … ist rechtlich, politisch und moralisch falsch und inakzeptabel“. Außerdem würde die „palästinensische Existenz in der Stadt sowie ihre historisch arabische, muslimische und christliche Identität und Erbe über die Jahrhunderte geleugnet“. [Klar doch – israelische Araber z.B. sind Teil der Ausstellung, werden aber bestritten? Logik ist nicht die Stärke der Hasser…]