Hebräische Wassermelonen, damals und heute

Elder of Ziyon, 17. Juni 2021

Vor neunzig Jahren mussten jüdische Bauern in Palästina sich abstrampeln und sie wollten sicherstellen, dass zumindest Juden ihre Erzeugnisse kaufen würden. Als entwarfen sie eine Werbekampagne für „hebräische Melonen“ und sagten den Menschen, sie sollten beim Einkaufen nach einem bestimmten Logo Ausschau halten.

Heute versucht die palästinensische Autonomiebehörde Melonen aus Israel zu verbieten – „hebräische Melonen“ müssen boykottiert werden!

Am Mittwoch beschlagnahmte die palästinensisch Zollbehörde – die an einem palästinensischen Checkpoint agierte, von dem nie jemand etwas gehört hat – einen LKW mit von Israel geschmuggelten 10t Wassermelonen.

Das palästinensische Landwirtschaftsministerium veröffentlichte dieses Foto der Beschlagnahmng.

Behalten Sie im Hinterkopf, dass die Kampagne aus den1930-er Jahren dazu diente zum Kauf von Erzeugnissen jüdischer Bauernhöfe zu animieren, nicht arabische Erzeugnisse zu boykottieren. Die palästinensische Autonomiebehörde verbietet Erzeugnisse von Juden – weil sie weiß, dass sie sich nicht auf Patriotismus verlassen kann, um die Palästinenser anzuspornen nur bei arabischen Bauern zu kaufen.

Gaza Jihadisten der Barq-Einheit startet Brandballons Richtung Süd-Israel: „Erwartet die Flammen und das Feuer“

MEMRI, Palestine Special Dispatch Nr. 9396, 15. Juni 2021

Am 15. Juni 2021 schickte die „Jihadi Barq [Blitz] -Einheit“ Brandballons ins südliche Israel. Nach Angaben des palästinensischen Medienorgans Paltoday.ps wurden bis 14 Uhr Ortszeit von diesen Brandballons ab dem Morgen 21 Brände ausgelöst.[1]

In einer an diesem Morgen veröffentlichten Presseerklärung, noch vor dem Jerusalemer Flaggenmarsch, forderte die Jihad Barq-Einheit ihre Mitglieder auf gegen Israel vorzugehen.

Im Folgenden die Presseerklärung und Fotos von Mitgliedern der Einheit, die die Ballons vorbereiten und starten.

Presseerklärung: „Erwartet die Flammen und das Feuer“

Eine Presseerklärung, veröffentlicht von der „Jihadi Barq-Einheit“:

Denen, die kämpfen, weil uns Unrecht angetan wurde, ist Erlaubnis gegeben. Allah hat die Macht ihnen Sieg zu geben:[2]

Zu einer Zeit, in der die Besatzung glaubt, dass wir der gesegneten Al-Aqsa-Moschee die Unterstützung versagen, war es für uns nötig in dem Bereich das Wort zu ergreifen. Entsprechend kündigen wir in der „Jihadi Barq-Einheit“ offiziell die Mobilisierung unserer Reihen in allen Bereichen des Gazastreifens an und sagen den Besatzungssiedlern: „Erwartet die Flammen und das Feuer.“[3]

Fotos der Ballon-Vorbereitungen und -Starts

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

The paper states „Jihadi Barq Unit, Al-Aqsa is a red line“ (Quelle: Paltoday.ps)

The paper states „Jihadi Barq Unit, Al-Aqsa is a red line“ (Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

Auf dem Blatt steht „Jihadi Barq-Einheit, Al-Aqsa ist eine rote Linie“ (Quelle: Paltoday.ps)

Auf dem Blatt steht „Jihadi Barq-Einheit, Al-Aqsa ist eine rote Linie“ (Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

Auf dem Blatt steht „Jihadi Barq-Einheit, Al-Aqsa ist eine rote Linie“ (Quelle: Paltoday.ps)

Auf dem Blatt steht „Jihadi Barq-Einheit, Al-Aqsa ist eine rote Linie“ (Quelle: Paltoday.ps)

Auf dem Blatt steht „Jihadi Barq-Einheit, Al-Aqsa ist eine rote Linie“ (Quelle: Paltoday.ps)”

The paper states „Jihadi Barq Unit, Al-Aqsa is a red line“ (Quelle: Paltoday.ps)

Auf dem Blatt steht „Jihadi Barq-Einheit, Al-Aqsa ist eine rote Linie“ (Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

Auf dem Blatt steht „Jihadi Barq-Einheit, Al-Aqsa ist eine rote Linie“ (Quelle: Paltoday.ps)

(Quelle: Paltoday.ps)

 

 

[1] PalToday.ps, 15. Juni 2021

[2] Sure 22,39

[3] PalToday.ps, 15. Juni 2021

Faktencheck: Wollen die Palästinenser wirklich nur „Ostjerusalem“?

Emanuel Miller, HonestReporting, 10. Juni 2021

Es ist übliche Praxis, dass Nachrichtenorgane Standardklauseln kopieren – geschriebene Texte, die in neuen Kontexten oder Anwendungen ohne wesentliche Änderungen am Original wiederverwendet werden. Im Kontext von Zusammenstößen oder Gewalt in Jerusalem fügen die Medien oft eine Zeile oder einen Absatz am Ende des Berichts ein, so wie in diesen Beispielen:

(Associated Press, June 7, 2021) … während die Palästinenser Ostjerusalem als Hauptstadt ihres zukünftigen Staates haben wollen…

(Reuters, June 7, 2021) … die Palästinenser, dass Ostjerusalem die Hauptstadt eines Staates ist, den sie in der von Israel besetzten Westbank und dem Gazastreifen gründen wollen…

(CNBC, May 10, 2021) … die Palästinenser wollen Ostjerusalem als Hauptstadt eines Staates…

Die Leser sind derart daran gewöhnt diese Worte zu sehen, dass sie anfällig dafür sind solche Absätze nur oberflächlich zu überfliegen. Und aus einer Perspektive der Medieneinseitigkeit scheinen sie harmlos und sogar ausgewogen. Aber sind sie das wirklich?

Zeit für eine Überprüfung.

Die territorialen Ziele der palästinensischen Autonomiebehörde

PA-Präsident Mahmud Abbas hat sich zwar tatsächlich für die Gründung eines „unabhängigen palästinensischen Staates mit Ostjerusalem als seiner Hauptstadt“ ausgesprochen, aber er hat sich wiederholt widersprochen und seine Abneigung preisgegeben das Ziel der Eroberung der gesamten heiligen Stadt nicht aufzugeben.

In einem im August 2019 auf Abbas‘ Facebookseite hochgeladenem Video, das von MEMRI übersetzt wurde, kann man Abbas sagen hören: „Diejenigen, die in diesem Land fremd sind, haben keine Rechte daran… Jerusalem gehört uns, ob sie es ihnen nun gefällt oder nicht.“

Als seine Worte Mitglieder der Menge veranlassten die Parole zu skandieren „Wir marschieren nach Jerusalem, Millonen von Märtyrern“, antwortete Abbas: „Wir werden in Jerusalem einziehen: Millionen von Kämpfern!“

Während Abbas öffentliche Lippenbekenntnisse für die Idee Seite an Seite lebender zweier Staaten abgibt, verrät seine Rhetorik auf Arabisch öfter, als dass sie es nicht tut, seinen Wunsch ganz Jerusalem unter palästinensische Kontrolle zu bringen.

Im Juli 2018 berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA, Abbas habe erklärt, dass Jerusalem die „ewige Hauptstadt der Palästinenser“ sei und dass es „keine Kompromisse“ geben könne. Genauso erklärte er auf einer Pressekonferenz im März 2020 Unterstützung für palästinensische Frauen, die israelische Soldaten drangsalieren; er sagte, das würde helfen „unseren unabhängigen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt zu erreichen“. Ostjerusalem wurde nicht erwähnt.

Abbas‘ Worte werden von anderen palästinensischen Politikern, Beratern und religiösen Führern wiederholt, die die „Befreiung“ von Jerusalem und mehr gefordert haben.

Im August 2020 sagte Mahmud Al-Habbasch, ein Berater von Abbas, in einem Fernsehinterview, „Jerusalem und Palästina“ würden von der Besatzung befreit werden und ausschließlich den Palästinensern gehören. „Palästina und Jerusalem werden alleine uns gehören“, sagte Al-Habbasch. Mit Verwies auf Israels Existenz als „Besatzung“ fügte er hinzu: „Diese Besatzung wird verschwinden, wie alle anderen vor ihr.“

In jüngerer Zeit, als im Mai 2021 die Kämpfe zwischen Israel und der Hamas tobten, sagte Musa Al-Rajabi, stellvertretender Sekretär des Fatah-Zweigs Schuafat und Beit Hanina (zwei Viertel in Jerusalem) gegenüber dem PA-Fernsehen: „Jerusalem wird nicht zustimmen zweigeteilt zu werden. Jerusalem gehört uns. Jerusalem ist arabisch, islamisch und christlich“, berichtete Palestinian Media Watch“.

„Wir werden sie weiter konfrontieren … bis zur Befreiung ganz Palästinas; Palästinas vom [Mittel-] Meer bis zu Fluss [Jordan], Palästina, das arabisch und islamisch ist. Es wird unser bleiben“, fügte Al-Rajabi an.

Solche Gesinnungen sind für Fatah-Vertreter normal. Fatahs Zentralratsmitglied Tawfiq Tirawi zum Beispiel postete im Februar 2020 ein Video auf seinem Facebook-Profil, in dem er behauptet: „Unser palästinensisches Land reicht vom Fluss bis zum Meer … das ist alles Waqf-Land.“

Der verstorbene PLO-Chefunterhändler Saeb Erekat sagte gegen über der PA-Tageszeitung Al-Hayat Al-Jadida im Juni 2017: „Wir arbeiten daran die Besatzung zu beenden, um die Souveränität des Staats Palästina zu verwirklichen, dessen Hauptstadt Jerusalem ist.“

Am bemerkenswertesten ist vielleicht, dass Erekat sich im April 2019 im PA-Fernsehen an das erinnerte, was er gegenüber Abbas 2008 während der Verhandlungen mit Israel sagte: „Olmert will dir 20 Quadratkilometer geben, so dass du [den Palästinensern] sagen kannst: ‚Ich habe mehr als die Gebiete von 1967 bekommen.‘“ Dennoch wurde das großzügige Angebot abgelehnt – weiterer Beweis, dass die Palästinenser weniger an einer Rückkehr in die Linien von vor 1967 und letztlich an der totalen Auslöschung Israels interessiert sind.

Hamas

Die offizielle Haltung der Hamas ist von Anfang an klar gewesen. Die Hamas-Charta wurde am 18. August 1988 veröffentlicht. Das Dokument setzt sich aus 36 einzelnen Artikeln zusammen, von denen alle das grundlegende Hamas-Ziel der Vernichtung des Staates Israel durch Jihad (islamischer „Heiliger Krieg“) propagieren. Die folgenden Auszüge veranschaulichen die Sichtweise der Hamas auf die Zweistaatenlösung:

„Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine bedeutende palästinensische Bewegung, deren Treue Allah gehört und deren Lebensweise der Islam ist. Sie strebt danach das Banner Allahs über jedem Zentimeter Palästinas zu hissen.“ (Artikel 6)

„Israel wird existieren und das weiter tun, bis der Islam es auslöscht, so wie er andere vor ihm ausgelöscht hat.“ (Präambel)

„Das Land Palästina ist eine islamische Waqf [Heiliger Besitz], zukünftigen muslimischen Generationen geweiht bis zum Tag des Jüngsten Gerichts. Niemand kann es oder irgendeinen Teil davon aufgeben oder es oder einen Teil davon verlassen.“ (Artikel 11)

Diese Äußerungen sind im Lauf der Jahre regelmäßig durch weitere Erklärungen gestützt worden. 2017 zum Beispiel protestierte Hamas-Führer Ismael Haniyeh gegen den damaligen Präsidenten Donald Trumps Ankündigung, die USA würden Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkennen. „Diese Entscheidung stellt das offizielle Ende der Verhandlungen dar. Jerusalem ist palästinensisch, arabisch und islamisch“, sagte Haniyeh gegenüber Al-Jazira. „Diese Entscheidung wird die Realität in Jerusalem und an seiner Geschichte nichts ändern.“

Ein jüngeres Beispiel der Nichtbereitschaft der Hamas die Bildung eines Palästinenserstaats an der Seite Israels zu billigen, ist in den Worten des ranghohen Hamas-Vertreters Mahmud Al-Zahar zu finden, der in einem auf Al-Jazira TV (Qatar) am 25. Mai 2021 ausgestrahlten Interview sagte: „Dieses Land ist für eine Zweistaaten-Lösung nicht geeignet. Es heißt entweder – oder.“

In Bezug auf die Existenz Israels als „Besatzung“ fügte Al-Zahar hinzu: „Entweder die Besatzung bleibt für immer, eine Option, die völlig unvorstellbar geworden ist – oder diese Besatzung wird beseitig und jeder [Israeli] wird seiner Wege gehen“, bevor er vorschlug, Netanyhau „sollte nach Amerika gehen“ und Lieberman „sollte nach Russland gehen“.

Der Islamisch Jihad

Ähnliches gab es von anderen palästinensischen Gruppierungen. Im November 2019 sagte zum Beispiel Khader Habib, Führer des Islamischen Jihad, in einer Rede, die im Alghad-TV (VAE/Ägpyten) ausgestrahlt wurde, Israel werde verschwinden und Jerusalem und Palästina gehörten den Palästinensern. „Euer [zionistisches] Gebilde wird verschwinden und wir werden bleiben, so Allah will, Palästina gehört uns. Jerusalem gehört uns.“

Obwohl kleiner als die Hamas, ist der Palästinensische Islamische Jihad sogar die ältere Organisation. Er ist am stärksten im Gazastreifen vertreten, wo er sich regelmäßig an Raketenangriffen auf Israel beteiligt und sich der Vernichtung Israels durch Jihad sowie der Gründung eines islamischen Palästinenserstaats vom Fluss bis zum Meer verschrieben hat.

Die Gründungscharta des Islamischen Jihad erklärt öffentlich seinen „Jihad gegen die jüdische Existenz in Palästina“ und erinnert seine Anhänger: „Der Jihad ist die Verpflichtung eines jeden Muslims und muss sofort ausgeführt werden, ungeachtet der Bildung eines islamischen Staates.“

Religiöse Führer

In einer Rede in der Al-Aqsa-Moschee im Februar 2020 sagte Scheik Mohammed Ayed: „Verkündet die Gründung des Kalifats! Marschiert auf Jerusalem! Marschiert zu Al-Aqsa-Moschee und befreit sie! Nehmt Rache an ihnen, macht euch auf den Weg nach Rom und dann auf den Weg zum Weißen Haus, zu diesem Trump, zu Putin und zu andern. Lasst uns die Erde erobern… das bedeutet die gesamte Welt und wir werden sie alle durch die Gerechtigkeit des Islam erobern und beherrschen!“

Im Mai 2021 sprach Imam Yussuf Makharzah an derselben Stelle in einer Freitagspredigt, die im Al-Waqiyah-TV der Hizb ut-Tahrir (im Libanon) ausgestrahlt wurde; er sagte der versammelten Menge: „Die Juden werden nicht einmal Teil unserer Überlegungen sein, denn sie stehen zu niedrig, sind zu unwürdig und zu erbärmlich. Rom wird erobert werden, so Allah will.“

Seine Worte ähnelten denen des palästinensischen Scheiks Abu Hanifa Awda, der in einer weiteren Ansprache in der Al-Aqsa-Moschee, die am 2. Juni 2019 ins Internet hochgeladen wurde, sagte: „Jerusalem ist dort, wo die Banner des Kalifats wehen werden“. „Von hier werden Armeen ausziehen, um die Welt zu erobern!“, rief Abu Hanifa aus, bevor er auflistete, wie die muslimischen Armeen angreifen werden: „Eine Brigade wird Palästina befreien… eine siebte Brigade wird Rom belagern. Eine achte Brigade wird das Weiße Haus schwarz machen. Eine neunte Brigade wird die Jizya-Kopfsteuer über London verhängen.“

Eine Ansprache des palästinensischen Politologen Scheik Ahmed Al-Khatwani vom Januar 2020 in der Al-Aqsa-Moschee bestätigte diese Sichtweise. „Palästina kann nicht wirklich die Existenz von zwei Staaten unterstützen. Die Realität in Palästina – was Geografie und Bevölkerung angeht – sieht so aus, dass es hier keine zwei Staaten geben kann. Entweder wird es einen jüdischen Staat geben oder einen islamischen. Wir haben für keinen Staat Platz außer für einen islamischen Staat.“

Schluss: Medienwahrheit, nicht tatsächliche Wahrheit

Nach Durchsicht zahlreicher Quellen ist erwiesen, dass viele Palästinenser den klaren Wunsch hegen einen souveränen Palästinenserstaat oder einen muslimischen Staat in dem Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer zu gründen und damit den Staat Israel auszulöschen. Extremisten wie die Mitglieder der Hamas und des Islamischen Jihad sind offen gegen das Konzept eines dauerhaften Friedens mit Israel. Selbst die moderateren Elemente wie die in der Fatah, die von Verpflichtung zum Friedensprozess reden, erklären auch wiederholt, dass das gesamte Land „palästinensisch“ ist. Ihre Ideologie ist die der Vertreibung, nicht des leidenschaftlichen Wunsches Seite an Seite mit ihren jüdischen Nachbarn zu leben.

In einigen Fällen reden religiöse Führer offen in Begriffen, die westliche Beobachter als denen von ISIS-Anhängern ansehen würden: Verweise auf die Gründung eines Kalifats, was bedeutet, dass nicht nur der jüdische Staat bedroht ist, sondern auch Rom, das Zentrum der Christenheit und sogar die Hauptstädte der Welt wie London und Washington.

Von daher ist der oft wiederholte Satz „Die Palästinenser wollen Ostjerusalem als Hauptstadt eines zukünftigen Staates“ stark irreführend und gründet nicht in der Realität. Obwohl er zahllose Male wiederholt worden ist, gibt er schlicht nicht die Fakten wieder und Journalisten, die diesen Satz recyceln, verraten – ungeachtet ihrer Absicht – das Vertrauen ihrer Zuhörer und Leser durch fundamentale Falschdarstellung der wahren Ziele der Palästinenser. Die Resultate dieser Falschinformation sind sehr real: Es wird öffentlich und international Druck auf Israel aufgebaut Frieden mit einem „Friedenspartner“ zu schließen, der den jüdischen Staat von der Landkarte wischen will.

Israelis wollen den Sieg, vorzugsweise ohne den Preis dafür zu zahlen

Daniel Pipes, Israel HaYom, 8. Juni 2021


Eine Reklametafel des Projekts Sieg Israels in Tel Aviv: „Das Volk fordert Sieg!“

Die Israelis zeigen eine Zwiespältigkeit zwischen dem Wunsch den Sieg über die Hamas zu erreichen und einer Abneigung die Kosten für diesen Sieg zu tragen, zeigt eine Meinungsumfrage. Diese deutet auf intellektuelle und politische Führung, die nötig ist, um die Öffentlichkeit zu diesem komplexen Thema zu unterrichten.

(MIdgam Research & Consulting führte für das Middle East Forum nach dem jüngsten Konflikt mit der Hamas die Umfrage durch. Vom 27. bis 31 Mai wurden 503 jüdischen Israelis 22 Fragen in Hebräisch oder Russisch gestellt. Die Umfrage hat eine potenzielle Fehlerabweichung von 4,4 Prozent.)

Beim Blick zurück auf diese elf Tage der Kämpfe im Mai 2021 fühlen sich die jüdischen Israelis frustriert. Trotz anhaltender Behauptungen des Erfolgs der israelischen Verteidigungskräfte glaubt nur ein Drittel, dass ihre Seite die Kämpfe gewonnen hat und nur ein Viertel erwartet, dass die IDF den Willen der Hamas zum Weiterzukämpfen gebrochen hat. Mit anderen Worten: Die große Mehrheit erwartete weitere Runden nicht provozierter Angriffe der Hamas auf die Zivilbevölkerung des Landes.

Beim Blick in die Zukunft stimmen 82 Prozent zu, dass es „kein Appeasement der Hamas geben kann; nur dadurch, dass wir sie eindeutig besiegen, können wir diesen Konflikt beenden“; und derselbe Anteil stimmt allgemeiner zu, wie wichtig es ist, „dass Israel seine Feinde besiegt“, nicht nur die Palästinenser. Ebenso stimmen 70 Prozent der Aussage zu: „Es kann keine Deals mit Terrororganisationen geben, nur ihre Niederlage. Israel muss seine gesamten militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Mittel einsetzen, um den Willen der Hamas den Kampf fortzusetzen zu brechen.“

Die Stimmung für diese Sichtweise nimmt ebenfalls zu, wie die Tatsache zeigt, dass im Januar 2020 nur 54 Prozent der Befragten dieser Äußerung zustimmten; eine Zunahme von 16 Prozentpunkten innerhalb von 18 Monaten ist bemerkenswert. Entsprechend dieser Einstellung wird die Taktik der gezielten Tötung von Hamasführern sowohl im Gazastreifen als auch an anderen Orten überall in der Welt von außergewöhnlichen 90 Prozent der jüdischen Israels unterstützt.


Die israelische Regierung exekutierte am 22. März 2004 Scheik Ahmed Yassin von der Hamas; ein möglicher Präzedenzfall?

Zusammen deuten dieser Antworten ausdrücklich auf die sehr starke theoretische Unterstützung eines israelischen Sieges und einer palästinensischen Niederlage. Sie bestätigen, dass das Projekt Sieg Israels großes Potenzial hat die Israelis und ihre Anführer zu überzeugen, dass Kriege dann enden, wenn eine Seite aufgibt; das ein Sieg der notwendige Wegbereiter für Frieden ist und dass die Palästinenser nur dann ihre eigenen Gärten versorgen, Israel in Ruhe lassen, wenn sie den jüdischen Staat auf Dauer akzeptiert haben. Alles, was diese Schritte nicht erreicht, wird nicht von Bestand sein.

Aber jetzt kommt das Problem: Diese stolzen Zahlen von 82 und 70 Prozent fallen auf 48 Prozent, wenn die Befragten daran erinnert werden, dass die Hamas zu zerschlagen zu „einer erhöhten Intensität der Angriffe an der Heimatfront und möglicherweise beträchtlichen Verlust an israelischem Leben führen wird“. Sie gehen weiter auf 37 Prozent zurück, fragt man danach, ob Israel den Gazastreifen in Besitz nehmen soll, „um die Hamas ein für allemal auszuroden“. Zum Hauptziel einer zukünftigen Runde der Kämpfe mit der Hamas befragt, streben nur 21 Prozent an, den Willen der Hamas zur Fortsetzung des Kampfes zu brechen, weitere Befragte konzentrierten sich auf weniger hohe Ziele wie die Rückkehr der Gefangenen oder die Hamas zu entwaffnen oder abzuschrecken.

Ein ähnliches Zögern gilt für die Kämpfe im Mai. Ja, zwei Drittel der Stichprobe glaubt, die Operation hätte länger dauern sollen, „bis die Fähigkeit der Hamas und ihr Wille Israel anzugreifen vernichtet ist und die Geiseln und Leichen im Gazastreifen zurückgegeben werden“. Aber eine größere Mehrheit von zwei Dritteln lehnt es ab, dass die Regierung „eine Bodenoffensive in den Gazastreifen“ genehmigt.


Die letzte Großoffensive in den Gazastreifen fand am 6. Juni 1967 statt.

Dieser offensichtliche Widerspruch impliziert, dass zwar etwa 80 Prozent der jüdischen Israelis die Hamas und andere Feinde besiegt sehen wollen, aber nur rund die Hälfte dieser Anzahl bereit ist den damit einhergehenden Preis in Form von Raketen, Opfern bei Bodentruppen, internationaler Rügen und anderen Problemen zu zahlen.

Genauer gesagt: Ein Fünftel der jüdischen Israelis lehnt die Idee eines Sieges ab; zwei Fünftel will ihn, sind aber nicht bereit den Preis dafür zu zahlen; ein Fünftel will ihn und ist bereit dafür zu zahlen, begreift aber nicht in ganzem Umfang, was das bedeutet; und nur ein Fünftel will ihn, ist bereit dafür zu zahlen und begreift das Ziel den Willen des Feindes zu brechen.

Aus Sicht des Projekts Sieg Israel deutet das ein aufgeschlossenes Publikum an, das viel Bildung zum Wesen von Kriegsführung und was das Ende von Konflikten erfordert. Die mittleren drei Fünftel sind das Schlüssel-Zielpublikum, dessen Meinung möglicherweise verändert werden kann, indem erklärt wird, dass bei allem beteiligten Schmerz im Zusammenhang mit einem entscheidendem Sieg über die Palästinenser sich dies letztlich als geringerer Preis erweisen wird als den Konflikt nicht zu beenden. Intellektuelle und Politiker müssen ihre Arbeit tun.

Israel auf anderen Schlachtfeldern bekämpfen

Die Feinde des jüdischen Staates starten Angriffe in der UNO und in den Medien. Jahrhunderte lang haben solche Verleumdungen judenfeindliche Gewalt herbeigeführt, nicht unähnlich der, die heute auf der Straße in Amerika und Europa zunehmend überhand nimmt.

Clifford D. May, Israel HaYom, 7. Juni 2021

Derzeit haben die Hamas und der Islamische Jihad aufgehört Raketen auf Israelis zu schießen und im Gegenzug haben die Israelis aufgehört Waffenarsenale im Gazastreifen zu beschießen. Aber der lange Krieg gegen Israel ist nicht vorbei. Er verlagert sich nur für eine Weile auf andere Schlachtfelder.

Zum Beispiel stimmte der UNO-Menschenrechtsrat in Genf am Donnerstag dafür eine „unbefristete Ermittlungskommission“ einzurichten – Jargon für eine permanente Inquisition, deren Zweck es sein wird Israelis als Kriegsverbrecher zu brandmarken.

Der UNHRC forderte zudem ein Waffenembargo gegen Israel, womit signalisiert wird, dass die Kommission nicht die Absicht hat anzuerkennen, dass Israelis dasselbe Recht haben sich zu verteidigen wie andere Völker.

Diese bürokratische Offensive wurde von der palästinensischen Autonomiebehörde und Pakistan im Namen der Organisation der islamischen Kooperation (OIC) initiiert. Lassen Sie uns das untersuchen.

Zunächst einmal hat die PA im Gazastreifen keinerlei Autorität – nicht seit 2007, als sie von der Hamas im Bürgerkrieg besiegt wurde, der dem Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen folgte – dem Abzug eines jedes einzelnen Soldaten, Bauern, Synagoge und Grabes.

Vielleicht fragen Sie sich: Wenn die Israelis den Gazastreifen 2005 verließen, wie kann jemand behaupten, der Gazastreifen sei „besetzt“? Hier die Argumentation: Weil die Israelis in Reaktion auf Hamas-Angriffe aus dem nicht besetzten Gazastreifen versucht haben (wenig erfolgreich) die Einfuhr von Munition durch die Hamas zu verhindern – und eine Blockade kommt einer Besatzung gleich. Kaufen Sie das?

Dass Pakistan die Führung gegen Israel übernimmt, erfordert schon außergewöhnliche Chutzpe. Pakistan wurde als Heimatland für indische Muslime gegründet, nachdem Britannien sich aus dem Subkontinent zurückzog. Aber Pakistans Führer erklären es für ungerecht, dass palästinensische Juden dasselbe Recht zur Selbstbestimmung in einem Teil ihrer uralten Heimat nach Britanniens Abzug aus dem Nahen Osten beanspruchen.

Außerdem: Bei der Gründung Pakistans stellten religiöse Minderheiten – z.B. Hindus, Sikhs, Christen, ahmadische Muslime – fast ein Viertel der Bevölkerung des Staates. Heute beträgt die Minderheitsbevölkerung nach Generationen der Unterdrückung 3 Prozent. Im Gegensatz dazu beträgt die arabisch-muslimische Minderheit Israels rund 20 Prozent und wächst, wobei diese Gemeinschaften Freiheiten und Rechte genießen, von denen die schrumpfenden Minderheiten Pakistans nur träumen können.

Was die OIC angeht: Dabei handelt es sich um eine Allianz aus mehr als 50 Nationalstaaten, die sich als muslimisch identifizieren. Dennoch stimmen viele davon – nicht alle – mit der Hamas überein, dass ein winziger jüdischer Staat immer noch einer zu viel ist und dass seine Existenz daher aufgelöst werden muss.

Das ist nicht übertrieben. Die 1988 veröffentlichte Hamas-Charta legt fest: „Israel wird sich erheben und aufrecht bleiben, bis der Islam es beseitigt, wie er seine Vorläufer beseitigt hat.“ Das deutlich erklärte Ziel der Hamas: „das Banner Allahs über jedem Zentimeter Palästinas zu hissen“.

Ein 2017 geschriebenes politisches Dokument der Hamas, das oft fälschlich als Mäßigung beweisend beschrieben wird, bezeichnet jeden Zentimeter Israels als „besetztes Gebiet“, das erobert werden muss: „Die Hamas lehnt jede Alternative zur vollständigen und kompletten Befreiung Palästinas, vom Fluss bis zum Meer, ab.“

Die Hamas hat eine Zweistaatenlösung konsequent abgelehnt; sie gelobt „bewaffneten Widerstand“ bei der Verfolgung einer Endlösung – der Abschlachtung und/oder Vertreibung der israelischen Juden.

Seien wir ehrlich: Das unterstützen Sie, wenn Sie die Hamas unterstützen. Wenn Sie mit der Hamas sympathisieren, dann ist dies das Ziel, mit dem Sie sympathisieren.

Auch die Weltgesundheitsorganisation, eine weitere UNO-Organisation mit Sitz in Genf, legte ihre rhetorischen Waffen auf Israel an. Sie stimmte für die Übernahme einer palästinensischen Resolution zur Vorbereitung eines „Berichts“ zu den gesundheitlichen Verhältnissen im Gazastreifen und der Westbank sowie auf den Golanhöhen, die Israel im Verteidigungskrieg von 1967 von Syrien eroberte.

Hillel Neuer, Leitender Direktor von UN Watch, stellte fest, dass die WHO keine Resolutionen zu Syrien verabschiedete, „wo Krankenhäuser und andere medizinische Infrastruktur wiederholt von syrischen und russischen Streitkräften bombardiert wurde; nicht zum vom Krieg zerrissenen Jemen, wo 18 Millionen in schrecklicher Nothilfe bedürfen; und nicht zu Venezuela, wo das Gesundheitssystem kollabiert und 7 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe benötigen.“

Am Freitag wurde ein neues Mitglied in die Leitung der WHO gewählt. Sie raten richtig: Syrien.

Kämpfe gegen Israel werden auch an Universitäten und in einem Großteil der Medien geführt, nicht zuletzt in der New York Times, einer ehemals großartigen Zeitung, bei der ich einst stolz als Reporter, Auslandskorrespondent und Redakteur arbeitete.

Die Berichterstattung der Times zum Gaza-Konflikt ist ungeheuer einseitig. Ihre Titelseite zeigte am Freitag Fotos zumeist arabischer Kinder, die während der elftägigen Schlacht letzten Monat getötet wurden, was impliziert, dass hauptsächlich die Israels dafür verantwortlich sind.

In Wahrheit unternimmt kein Militär der Welt mehr als die israelischen Verteidigungskräfte mehr zuf Vermeidung ziviler Opfer, selbst wenn seine Feinde Zivilisten – darunter Kinder – als menschliche Schutzschilde benutzen, eine Praxis, die eindeutig internationales und amerikanisches Recht verletzt.

In Wahrheit legen die Beweise nahe, dass die überwiegende Mehrheit der etwa 250 in diesem jüngsten Kampf getöteten Gazaner Hamas-Kämpfer waren – von denen einige Teenager und daher in der Darstellung der Times „nur Kinder“ waren.

In Wahrheit erreichten hunderte der Raketen von Hamas und Islamischem Jihad Israel nicht und schlugen stattdessen im Gazastreifen ein, wo sie palästinensische Nichtkombattanten – Männer, Frauen und Kinder – töteten oder verletzten.

Abraham Foxman, der nationale Direktor emeritus der Anti-Defamation League und lebenslanger Leser der Times, war derart entsetzt von der Titelseite am Freitag, dass er sein Abonnement der Zeitung kündigte und erklärte: „Die heutige Ritualmordlüge gegen Israel und das jüdische Volk reicht jetzt.“

Jahrhunderte lang haben solche Verleumdungen judenfeindliche Gewalt herbeigeführt, die nicht viel anders ist als die, die auf den amerikanischen und europäischen Straßen zunehmend vorherrschen.

Der lange Krieg gegen Israel sollte als das gesehen werden, was er ist: die jüngste Ausdrucksform eines uralten Hasses. Diejenigen, die dafür kämpfen Israel auszulöschen – ob nun mit Raketen, bürokratischen Berichten oder Zeitungsartikeln – machen klar, dass jüdisches Leben für sie keine Rolle spielt.

Warum ignorieren die Medien erneute palästinensische Rufe zu den Waffen gegen Israel?

Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 6. Juni 2021

Trotz der aktuellen Waffenstillstandsvereinbarung zwischen den Terrororganisationen im Gazastreifen und Israel setzen Hamas und Fatah ihre Hetze fort die Palästinenser sollen die Waffen gegen den jüdischen Staat aufnehmen. Diese Aufrufe zur Gewalt schüren die Flammen des Konflikts in der Region.

Am 31. Mai drang ein Terrorist aus dem Gazastreifen nach Israel ein. Einmal auf israelischen Territorium, stach er auf einen Wachmann ein. Am selben Tag löste ein aus dem Gazastreifen gestarteter Brandballon ein Feuer aus. Nur Tage später forderte die Hamas zu einem „Tag des Zorns“ auf. Palästinenser in der Westbank folgen dem Aufruf am Freitag, an mehreren Orten gab es gewalttätige Zusammenstöße.

Dennoch erhalten diese beunruhigenden Entwicklungen reichlich wenig Berichterstattung seitens der Mainstream-Medien. Stattdessen legen die weltweit führenden Nachrichtenorgane den Schwerpunkt weiter auf Israel, es müssen die Waffenruhe mit den Terrorgruppen einhalten, die für die Vernichtung des jüdischen Staates eintreten. Derweil werden palästinensische Provokationen, die darauf abzielen die Spannungen zu verschärfen und zu Gewalt aufzustacheln, schlichtweg ignoriert.

Was ist aus „Kenne deinen Feind“ geworden?

Im Versuch die Wahrnehmung des israelisch-palästinensischen Konflikts in der Öffentlichkeit zu verändern, machen die Medien einen Unterschied zwischen Radikalen der Hamas und sogenannten „Moderaten“ in der Fatah.

Dr. Yitzhak Dahan, Israel HaYom, 26. Mai 2021

In den 1950-ern und 1960-ern war der Ausdruck „kenne deinen Feind“ in Israel ein geläufiger. Diese Formulierung baute auf der Überzeugung des gesunden Menschenverstands auf, dass die Grenze zwischen Israel und denen, die sich gegen uns verschwören, schärfer gezogen werden muss. Seitdem haben sich die Dinge an dieser Front verschlimmert. In den letzten Jahren sind wir mit Nachrichtenartikeln überflutet worden, deren Subtext lautet: Zeigt Sympathie für den Feind: Der typische Gazaner hat sowohl einen Namen als auch ein Gesicht, eine Ehefrau und Kinder, die er finanzieren muss. Sie leiden und, was wichtiger ist, auch sie sind Menschen. Offensichtlich. Und wenn wir alle Menschen sind, dann erfolgt jede Verletzung unserer Harmonie einzig aufgrund der „Radikalen auf beiden Seiten“.

Diese letzte Bekundung, die in den 2000-ern in Mode kam, ist ein weiterer Beweis dieser Verschlechterung. Darin ist die Vorstellung eingebettet, dass Radikale wie Feuer und Wasser sind, und dabei spielen alte zionistische Fragen keine Rolle, wer im Recht ist und wer nicht oder wer Recht an diesem Land hat. Diese Logik, die die Medienkonsumenten von historischem Wissen freisprechen, hat jetzt Unterstützung durch einen neuen Begriff: „Gewalt“; dieser entstand, um uns von dem „archaischen“ Begriff zu befreien, den man als „Aufruhr“ kennt. Tatsächlich behandeln Reporter, die den Begriff „Gewalt“ verwenden, diesen als pathologisches Phänomen und soziale Abweichung. Im Ergebnis sollen wir mit der Gewalt über anerkannte Methoden aus dem Bereich der Sozialarbeit und der Kriminologie umgehen: Dialog, Dampf ablassen und wirtschaftliches Wohlergehen durch Neutralisierung der kulturellen, historischen, religiösen und nationalistischen Gauner auf beiden Seiten.

Ein weiteres neues Phänomen, das in den 2000-ern aufgekommen ist, ist die Tendenz Mittelsmänner zu informieren, um zwischen „Radikalen“ und „Moderaten“ zu unterscheiden. Journalisten, die dieser Unterscheidung anhängen, machen das nicht rein aus einem Wunsch ihrem Publikum Klarheit zu den Dingen zu verschaffen. Sie hoffen in das kollektive Bewusstsein das Verständnis einzubetten, dass Palästinenser nicht aus einem Guss bestehen; bei ihnen gibt es Moderate – die Fatah – und Radikale – die Hamas. Israel sollte daher schnell einen Handel abschließen, was bedeutet eine territoriale Vereinbarung zu erreichen – mit der Fatah, damit nicht die Hamas die Kontrolle übernimmt.

Ein weiterer klarer Ausdruck des systematischen Versuchs die nationale Widerstandsfähigkeit zu narkotisieren, ist in dem Verschwinden des Konzepts des „militärischen Sieges“ aus der Medienlandschaft zu finden. Diese Informationsvermittler leben in einer Welt, in der das Ethos des Sieges ein Überbleibsel aus der Vergangenheit ist, eines, das sie durch den jämmerlichen Begriff des „Bild des Sieges“ oder Waffenstillstands ersetzt haben. Ohne einen entscheidenden Sieg oder Waffenstillstand muss das Land auf „Loslösung“ hin arbeiten, ein Begriff, der von den Imageberatern des verstorbenen Premierminister Ariel Sharon in der  Hoffnung erfunden wurde die Vertreibung von Juden zu unterstützen. Die Idee hinter diesem Begriff war, dass Israel die freiwillige Vertreibung von Juden aus von den Israelischen Verteidigungskräften erobertem Territoriums als weise Entscheidung betrachten. Das andere Ziel dieser Bewusstseinsingenieure: Territorium von jüdischem nationalem Bewusstsein zu trennen.

Die Medien ordneten den fröhlichen Begriff „Loslösung“ der Vertreibung von Juden aus ihren Häusern zu, während der Begriff „Vertreibung“ genutzt wurde, um die Rückkehr von Flüchtlingen und Eindringlingen in ihre Heimatländer zu beschreiben. Was geschieht, wenn die „Loslösung“ ihr erklärtes Ziel nicht erreicht? Das ist der Punkt, an dem die Eiserne Kuppel eingreift. Viele Journalisten schwärmen wegen dieser Technologie, aber die Eiserne Kuppel ist nichts anderes als eine taktische Lösung für die schwersten strategischen Fehlschläge, in die sie – die Journalisten und insbesondere altgediente Medienpersönlichkeiten – uns alle hineinzogen. Genauso wie die Weisen von Chelm gruben sie uns alle tief hinein, ermutigten aus dem Abseits die Loslösung und als die Zahl der Toten zu steigen begann, bauten sie dann ein Krankenhaus in Form der Eisernen Kuppel.

Es stimmt, die Medien agieren nicht in einem Vakuum; die Regierung, die akademische Welt und der kulturelle Bereich haben Fähigkeiten. Dennoch sind es die Medien, die formen, umschreiben, auslöschen, neutralisieren und Konzepte und Bedeutung zuerkennen. Wie sieht dann ihr Beitrag aus?

Medienforscher tendieren dazu die Medien entsprechend der Fähigkeit bestimmter Medienkanäle zu beurteilen, um die Realität auf zwei Ebenen zu erklären und zu erklären wie und warum etwas geschieht. Ersteres zu beantworten ist relativ, die Antwort auf das Zweite ist komplex und abstrakter. Medien, die die Öffentlichkeit erfolgreich dazu bringen können nicht nur zu verstehen, was passierte, sondern auch warum, könnten als Qualitätsmedien betrachtet werden. Übersetzt in die israelische Realität bedeutet das, dass wir alle wissen, wie wir bei der Eskalation im Gazastreifen landeten. Wir verstehen weniger, warum das geschah.