Noch’n Grund…

…für die Mullahs Israel zu vernichten: Israelische Frauen treten für die Freiheit der iranischen Frauen ein (twitter, 27.09.2022)

Geschichte wiederholt sich: Bethlehems Christen stehen vor der Auslöschung

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 1. September 2022

Bethlehem, das als Geburtsort Jesu Christi gilt, wird im christlichen Glauben verehrt und zieht jedes Jahr mehr als eine Million Pilger an, die kommen, um in der berühmten Geburtskirche zu beten. Hier stehen täglich hunderte Schlange, um eine kleine Felsgrotte zu betreten, in der ein 14-zackiger Silberstern die Worte trägt: „Hic de Virgine Maria Jesus Christus natus est“, was heißt: „Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren.“

Vor 70 Jahren nannte auch eine beträchtliche Anzahl an Christen Bethlehem ihr dauerhaftes Zuhause; die Bevölkerung der Stadt in der Westbank und der umgebenden Dörfer war zu 90 Prozent christlich.

2016 warnte die damalige Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Baboun, die Zahl sei auf 12 Prozent gesunken, auf nur noch 11.000 Menschen.

Aus der gesamten von der palästinensischen Autonomiebehörde verwalteten Westbank wird berichtet, dass weniger als 50.000 Christen verbleiben, während es im Gazastreifen, der von den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas regiert wird, gerade einmal 1.100 Christen übrig sind.

Die Krise der Christen im Heiligen Land ist nicht unbemerkt geblieben.

Letzten Dezember schrieb der britische Erzbischof von Canterbury, Justin Wellby, zusammen mit dem palästinensisch-anglikanischen Bischof Hosam Naoum einen Meinungsartikel, in dem sie den Rückgang der Christen im Geburtsort der Religion beklagten; sie argumentierten, dass das Handeln  „radikaler Gruppen“ dafür verantwortlich sei.

Sie erklärten, zu solchen Taten gehörte die Schändung von Kirchen, zusätzlich zu physischen und verbalen Attacken auf Priester, Mönche und Gläubige.

Dennoch zogen Erzbischof Welby und Bischof Naoum es vor die krasse Realität vor Ort zu ignorieren und machten für das Abstürzen der Christen mysteriöse „radikale Randgruppen“ und zunehmende „Siedlergemeinden“ verantwortlich.

Solche linguistische Ungenauigkeiten kaschieren den wahren Grund dafür, dass Christen aus dem Heiligen Land verschwinden, was laut der global agierenden christlichen Organisation Open Doors in Wirklichkeit das Ergebnis von „islamischer Unterdrückung“ ist.

Die Organisation warnt, das die Christen die Westbank in Scharen verlassen und deckte auf, dass „islamisch-extremistische Militante“ Christen in Angst vor Anschlägen versetzen und sagte, die Lage sei für Konvertiten zu dieser Religion noch bedrohlicher, weil sie sich noch schlimmerer Brutalität ausgesetzt sehen.

Eine weitere internationale gemeinnützige Organisation, The Voice of the Martyrs (Die Stimme der Märtyrer), die sich für die Rechte verfolgter Christen einsetzt, hat zahllose Berichte schrecklicher Folter zusammengetragen, die die palästinensische Autonomiebehörde ihrer christlichen Minderheit zuteil werden lässt.

Ein solcher Bericht ist der von Saif, einem Konvertiten vom Islam zum Christentum, der nahe Bethlehem lebt. Er beschrieb, wie er vom muslimischen Muezzin (Ausrufer) über den Moschee-Lautsprecher als „zionistischer Ungläubiger“ bezeichnet wurde; er wurde daraufhin zur örtlichen Polizeiwache zitiert. Wochenlang ertrug er furchbare Folter, darunter stundenlang kopfüber aufgehängt zu sein, Drohungen mit Kreuzigung und gewalttätige Verhöre.

Trotz seiner Freilassung gingen die PA-Kräfte weiter gegen vor und schließlich war Saif gezwungen nach Jerusalem zu fliehen, wozu er einen Pass benutzte, der ihm für seine Arbeit als Bau-Auftragnehmer ausgegeben worden war.

Im Gazastreifen ist die Lage der Christen unter der Herrschaft der islamistischen Hamas sogar noch trostloser.

Die Notlage der winzigen Minderheit wird von der entsetzlichen Erzählung von Rami Ayyad veranschaulicht, dem der letzte christliche Buchladen von Gaza gehörte, bis dieser nur Monate nach der Machtergreifung durch die Hamas 2007 und der Verhängung des islamischen Scharia-Rechts mit einer Brandbombe beworfen wurde.

Ayyad wurde von einem Angreifer entführt, gefoltert und später ermordet, der ungestraft davon kam, obwohl seine Identität den Behörden Berichten zufolge bekannt ist.

Der Niedergang der Christenheit in palästinensisch kontrollierten Gebieten ist Teil eines allgemeineren Musters der aus dem Nahen Osten und Nordafrika verschwindenden Christen.

2019 legte ein von Großbritannien in Auftrag gegebener Bericht das Ausmaß des Problems offen, der ihre schwindende Zahlen als „nahe am Völkermord“ beschrieb.

„Die Formen der Verfolgung reichen von routinemäßiger Diskriminierung in Bildung, Arbeitswelt und sozialem Leben bis zu völkermordartigen Angriffen auf christliche Gemeinschaften und haben seit der Jahrhundertwende zu einem erheblichen Exodus christlicher Gläubiger aus dieser Region geführt“, heißt es in dem Bericht.

„In Ländern wie Algerien, Ägypten, Iran, Irak, Syrien und Saudi-Arabien hat die Lage der christlichen und anderer Minderheiten ein alarmierendes Stadium erreicht. In Saudi-Arabien gibt es strikte Einschränkungen für alle Ausdrucksformen des Christentums, einschließlich öffentlicher Gebetsakte. Es hat regelmäßige Razzien auf private christliche Gottesdienste gegeben“, schloss der Bericht.

Die Krise, der sich Christen aktuell in der Region ausgesetzt sehen – sie ist Teil eines grauenvollen Musters, das mit der Massenvertreibung von Juden vor 70 Jahren begann.

Wie HonestReporting ausführlich beschrieb, wurden rund eine Million jüdischer Einwohner arabischer Länder gezwungen aus ihren Häusern zu fliegen, nachdem die palästinensischen Araberführer den UNO-Teilungsplan von 1947 ablehnten.

Obwohl Juden seit tausenden von Jahren durchgängig in Nordafrika und dem Nahen Osten lebten – lange vor dem Aufkommen des islamischen Glaubens – ist ihre Präsenz, außer in Israel, praktisch beseitigt worden.

Christen, die unter palästinensischer Herrschaft und in der Region leben, sehen sich als Ganzes derselben Zukunft gegenüber. Und Kirchenleiter versäumen es die Wurzel des Ganzen zu bloßzustellen.

Die den Südlibanon besetzt Hisbollah haltende beschuldigt UNIFIL der Besetzung des Südlibanon

Elder of Ziyon, 12. September 2022

Aus Naharnet:

Ein Hisbollah-Vertreter schlug am Freitag Alarm wegen der jüngsten Resolution des UNO-Sicherheitsrats, mit der das Mandat für die United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) verlängert wurde.

Was unternehmen Offizielle bezüglich der Resolution  des Sicherheitsrats, der UNIFIL Bewegungsfreiheit gewährt … ohne dafür eine Erlaubnis von der Armee für die angemeldten wie nicht angemeldeten Patrouillen zu benötigen?“, fragte Scheik Mohammed Yazbek.

„Das widerspricht den früheren Vereinbarungen und das ist eine gefährliche Entwicklung, die aus den UNIFIL-Kräften in Besatzungskräfte macht, deren Rolle darin besteht den israelischen Feind über Verfolgung des Volks und des Widerstands zu schützen“, fügte Yazbek hinzu.

… „Der Beschluss ist eine Verschwörung gegen den Libanon und seine Souveränität“, sagte der Hisbollah-Vertreter weiter.

Aber es ist nicht nur die Hisbollah. Die Regierung des Libanon scheint dem zuzustimmen!

Das Außenministerium hielt am Mittwoch fest, dass die Resolution „einen Text beinhaltet, der nicht dem entspricht, was in der Rahmenvereinbarung steht, die vom Libanon mit der UNO unterzeichnet wurde“ und fügte hinzu: „Der Libanon hat gegen die Einführung dieser Wortwahl Einspruch eingelegt.“

„Entsprechend hat der Minister für Äußere Angelegenheiten und Emigranten ein Treffen mit dem Leiter der UNIFIL-Mission gefordert, um die Bedeutung der Fortsetzung dauerharter Kooperation und Koordination mit der libanesischen Armee zu betonen, damit der Erfolg des Auftrags der UNO-Kräfte im  Libanon sichergestellt wird“, sagte das Ministerium.

Die  Zeitung Nidaa al-Watan berichtete Mittwoch, dass der Libanon die Entfernung von „zwei Sätzen in den Klauseln 15 und16 der Verlängerungsresolution beantragt hatte, die die Bewegungsfreiheit von UNIFIL und festlegt und womit jegliche Einschränkung dieser Freiheit im Bereich südlich des Flusses Litani verurteilt wird.“

Die betreffenden Sätze (Klauseln 16 und 17) lauten.

16. Mahnt alle Seiten voll mit dem Leiter der Mission und UNIFIL bei der Umsetzung der Resolution 1701 zu kooperieren sowie sicherzustellen, dass die Bewegungsfreiheit von UNIFIL bei all ihren Operationen und UNIFILs Zugang zur B lauen Linie in allen Bereichen in vollem Umfang respektiert und im Einklang mit ihren Einsatzregeln ungehindert möglich ist, darunter durch Vermeidung  jeglicher Handlungsweisen, die UNO-Personal gefährden; bestätigt erneut, dass laut der Vereinbarung zum Status der UN Interim Forces in Lebanon (SOFA) zwischen der Regierung des Libanon und den Vereinten Nationen UNIFIL keine vorherige Genehmigung oder Erlaubnis benötigt ihren Mandats-Aufgaben nachzukommen und dass UNIFIL autorisiert ist ihre Operationen unabhängig durchzuführen, aufs Nachdrücklichste alle Versuche verurteilt Zugang zu Bewegungsfreiheit des Personals von UNIFIL zu verweigern oder einzuschränken und alle Angriffe auf UNIFIL-Personal und-Ausrüstung sowie Belästigungen und Einschüchterung von UNIFIL-Personal und Desinformationskampagnen gegen UNIFIL; die Regierung des Libanon wird aufgefordert UNIFIL prompten und vollen Zugang zu von UNIFIL beantragten Orten zu ermöglichen, um rasche Ermittlungen durchzuführen, darunter alle relevanten Stellen nördlich der Blauen Linie, die in Verbindung mit der Entdeckung von Tunneln stehen, die die Blaue Linie queren, von denen UNIFIL als Verletzung von Resolution 1701 (2006) in Übereinstimmung mit dieser Resolution berichtete, wobei die Souveränität des Libanon respektiert wird.

17. Fordert die Setien auf jegliche Einschränkungen und Hindernisse für die Bewegungsfreiheit von UNIFIL-Personal zu beenden und die Bewegungsfreiheit von UNIFIL zu garantieren, einschließlich dadurch angekündigter wie nicht angekündigter Patrouillen.

Das ist nicht neu – UNIFILs Unabhängigkeit war immer Teil des Mandats. Und der Einspruch der libanesischen Regierung dazu klingt, als würde sie von Hisbollah geführt.

UNIFIL gab heute eine eigene Erklärung aus:

UNIFIL hat immer das Mandat gehabt Patrouillen in ihrem Operationsgebiet durchzuführen, mit wie ohne das libanesische Militär. Trotzdem werden unsere operationellen Aktivitäten, einschließlich der Patrouillen, weiter mit der libanesischen Armee koordiniert, selbst wenn es uns nicht begleitet.

Unsere Bewegungsfreiheit ist in den Resolutionen des Sicherheitsrats bekräftigt worden, die das UNIFIL-Mandat erneuerten, einschließlich Resolution 1701 von 2006 und UNIFILs Status of Forces Agreeemnt, das 1995 unterzeichnet wurde.

UNIFIL scheint in letzter Zeit mit der Hisbollah immer mehr die Geduld zu verlieren und wie ich bereits festgestellt habe, verurteilte die jüngste Resolution des UNO-Sicherheitsrats zum Südlibanon die Hisbollah, auch wenn ihr Name dabei nicht genannt wurde. Die Hisbollah mischt sich in die bereits schwache Durchsetzung der UNO-Resolutionen durch UNIFIL ein den Südlibanon von nicht der Armee gehörenden Waffen freizuhalten.

Das scheint Teil der zunehmenden Bedrohungen Israels durch die Hisbollah in den letzten Monaten zu sein. Die Gruppe scheint mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest entschlossen zu sein einen neuen Krieg mit Israel anzufangen, scheiß auf den Rest des Libanon.

Wie flohen Juden aus der arabischen Welt nach Israel?

Ein Blick auf einige der mutigen Seelen, die ihr Leben riskierten, um Israel vor und nach der Gründung des Staates zu erreichen.

Lyn Julius, the Librarians, 23. August 2022

Ein Neuimmigrant aus Marokko in Jerusalem, ca. 1950 (Foto: Werner Braun). Dieses Foto ist Teil des Projekts Israel Archive Network und ist dank der Bemühungen um Zusammenarbeit des Yad Ben Zvi Archive, des Ministeriums für Jerusalem und Erbe und der Nationalbibliothek Israels zugänglich gemacht worden.

Es ist eine Ansicht voller Ungereimtheiten: Ein Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, das unter den Bäumen des -Museums der Geheimen Zuwanderung in Atlit bei Haifa gestrandet ist.

Aber diese jüngste Ergänzung des Armeelagers, in dem illegale Immigranten während des britischen Mandats festgehalten wurden, ist kein gewöhnliches Flugzeug. Es dauerte Jahre es aufzuspüren – und es wurde schließlich in Alaska gefunden.

Das Flugzeug, eine C-46 Commando, ist eine Replica der Maschine, die für die Operation Michaelberg verwendet wurde – ein Auftrag im Jahr 1947 150 illegale Immigranten aus dem Irak und Italien ins britische Mandat Palästina zu bringen.

Eine C-46 Commando mit Immigranten auf dem mit Lagerfeuern markierten Landestreifen in Galiläa während Operation Michaelberg 1947. (Foto: Nadav Mann, BITMUNA) Aus der Sammlung Yitzak Altuvia, Teil ders Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Es war das erste Mal, dass ein ziviles Flugzeug genutzt wurde, um illegale Immigranten aus der muslimischen Welt zu transportieren.

Vor der Gründung des Staates Israel kamen die meisten geheim ins Mandat Palästina Kommenden aus europäischen Ländern, aber es riskierten auch hunderttausende Juden Leib und Leben, um aus arabischen und muslimischen Staaten zu fliehen.

Die illegale Zuwanderung vor 1948 war als „Aliyah Bet“ bekannt, kurz für „Aliyah Bilti Legalit“, was wörtlich „illegale Immigration“ bedeutet. Geleitet wurde sie vom Mossad LeAliyah Bet, einer Abteilung des Palmach, der Elite-Kampfgruppe der Haganah, finanziert vom American Jewish Joint Distribution Committee. Aliyah Bet erfolgte hauptsächlich über das Meer, trotz der vom britischen Weißbuch 1939 verhängten Quoten.

In den Nachkriegsjahren vor der Gründung des Staates Israel kamen rund 100.000 Immigranten an. Es wird behauptet, dass bis zu einem Drittel aus arabischen oder muslimischen Ländern kamen. Nachdem Israel gegründet war, fiel diese Aufgabe dem Mossad zu, Israels Geheimdienst.

Einmal gegründet, konnte Israel seine Tore aufreißen und alle Juden aufnehmen, die kommen wollten. Es folgten einige der größten Übersiedlungen der Geschichte auf dem Landweg, über See und durch die Luft: 650.000 Juden kamen aus arabischen Ländern – 90 Prozent der Gemeinden aus Libyen, dem Irak und dem Jemen, ein Drittel der Juden Marokkos.

Aber das Fenster die Länder zu verlassen schloss sich bald. Die arabischen Länder erlaubten den Juden nicht sie zu verlassen – sie waren in dem Konflikt Geiseln. Das war sechs Jahre später in Marokko der Fall, bis in die 1970-er Jahre im Irak und Ägypten und bis in die 1990-er Jahre im Jemen und in Syrien.

Die Mandatszeit

Ironischerweise kamen während des Zweiten Weltkriegs um die 4.000 jemenitische Juden als legale Immigranten, weil es nicht genug europäische Juden gab, um die von den herrschenden Briten festgesetzte Quote der legalen Immigrationsgenehmigungen zu erfüllen.

1944 wurde es zionistische Politik zur Zuwanderung aus arabischen Ländern zu ermuntern: der sogenannte „Eine-Million-Plan“. Je mehr der arabische Antisemitismus zunahm, desto verzweifelter wurde die Not der Juden. Aber während die Briten das Sagen hatten, war die einzige Möglichkeit nach Palästina zu kommen der Versuch die Seeblockade zu durchbrechen – oder eine Schmuggelroute auf dem Landweg zu verwenden.

Der Zionismus im französisch beherrschten Nordafrika wurde 1943 sehr aktiv, aber Emigration wurde nicht vor 1949 legal. Örtliche zionistische Jugendgruppen bauten mit Hilfe von Schmugglern ein Untergrund-Netzwerk auf. Fast 1.000 Juden wurden über Tanas geleitet, ein geheimes Lager in Algerien; sie gingen an Bord von Schiffen der Haganah, die nach Palästina fuhren.

Jüdische Immigranten auf einem Schiff, Algier 1950. (Foto: Nadav Mann, BITMUNA). Aus der Sammlung Yani Avidav, via Ofer Avidav, Teil ders Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Schmuel Sibon, ein Teenager aus Sefrou in Marokko, verbrachte einen Monat in Tanas und war einer der wenigen, die nicht Mitglied einer zionistischen Gruppe waren. Das Essen war knapp. Es gab massenhaft Läuse. Er ging vor der algerischen Küste an Bord der Yehuda Halevi. Eine Reise, die Tage hätte dauern sollen, dauerte drei Wochen. Das Schiff war umringt von britischen Zerstörern. Einer verursachte ein Loch im Schiff und Wasser strömte ein. Die Yehuda Halevi wurde nach Zypern umgeleitet, wo Sibon neun Monate verbrachte. Die Lagerinsassen grüßten die Passagiere mit der Frage: „Wo sind die Afrikaner?“, weil sie erwarteten schwarze Juden zu sehen.

Die berühmte Exodus hatte 50 Nordafrikaner an Bord – „Afrika auf der Exodus“ – ein winziger Anteil der 4.000 Passagiere. Schlomo Busqiuila war einer davon. Es gab nichts zu essen, berichtete er. Für ihn war das Beste, dass er an Bord seine Frau traf: Hava, eine ungarische Holocaust-Überlebende.

In Libyen tat die an der Seite der Briten kämpfende Jüdische Brigade viel um die lokale Gemeinschaft zu inspirieren Aliyah zu machen – und das taten dann 90 Prozent. Bis 1949 schafften es allerdings rund 1.300 über italienische Displaced Persons-Lager nach Israel. Sie waren Überlebende entsetzlicher Arbeitslager der Kriegszeit wie Giado und des Pogroms von Tripolis 1945, bei dem 130 Juden gestorben waren. Viele hatten keine Staatsbürgerschaft. Die Internationale Flüchtlingsorganisation war ohne Mitleid und behauptete, es handele sich nicht um Asylsuchende, sondern um Wirtschaftsmigranten.

Legale Emigration aus Marokko

Nachdem der Staat Israel ausgerufen war, wurde Emigration aus Marokko legal: Wellen von Juden machten sich auf den Weg an die Grenze nach Algerien. Nach der Unabhängigkeit 1956 führte Marokko ein Verbot ein. Die Emigration ging in den Untergrund. Zuerst wurde Tanger, dann die spanischen Territorien Ceuta und Melilla zu wichtigen Wegstationen.

Migranten machten sich auf kommerziellen Linien auf den Weg nach Gibraltar und gingen dann an Bord von Schiffen der Jewish Agency nach Israel. Ihnen wurde nicht gesagt, wann sie abfahren, wie erfuhren nur die Zeit und den Ort, wo ein Fahrzeug sie aufnehmen würde. Ihnen wurden falsche Papiere gegeben. Der Schmuggel war zeitlich so geplant, dass er mit Pilgerfahren zu Gräbern von Heiligen oder christlichen Festen zusammenfiel. An Ausgangspunkten wurde die Polizei bestochen. Die Migranten riskierten verhaftet und gefoltert zu werden.

Eine Familie Neuimmigranten aus Marokko feiert ihr erstes Pessah in Israel, ca. 1951. (Foto: Keren Hayesod). Dieses Foto ist Teil des Projekts Israel Archive Network und wurde Dank der Zusammenarbeits-Versuche des Yad Ben Zvi Archive, dem Ministerium für Jerusalem und Erbe und der Nationalbibliothek Israels verfügbar gemacht.

Juden verließen bis zur Egoz (Pisces)-Katastrophe im Januar 1961 weiter heimlich das Land. Das Schiff sollte sein 13. illegale Überfahrt nach Gibraltar machen. Alle 42 Menschen an Bord ertranken, darunter der spanische Maschinist. Der Kapitän rettete sich. Die Tragödie sorgte dafür, dass das Emigrationsverbot aufgehoben wurde.

Von 1961 bis 1964 verließen fast 100.000 Juden als Teil der Operation Yachin Marokko; die Operation wurde vom Mossad nach einer Vereinbarung zwischen David Ben-Gurion und König Hassen II. durchgeführt. Dabei erhielt die marokkanische Regierung Geld für den jüdischen Émigré.

Aliyah aus dem Nahen Osten

1942 begann Aliyah Bet Emissäre in den Irak, nach Syrien, in den Iran und den Libanon zu schicken. Rund 9.000 Juden, darunter 1.300 syrische Juden, wurden in gewagten und komplexen Operationen auf dem Landweg ins Mandat Palästina eskortiert. Rachel Yanait Ben-Zvi, die Frau von Israels zweitem Präsidenten Yitzhak Ben-Zvi, machte es sich zu einer Priorität Teenager-Mädchen aus Syrien herzubringen. Bis 1945 hatten 1.000 jungen Menschen die Reise gemacht.

Nissim Arkeli beschreibt seine Flucht anschaulich:

„… die arabischen Grenzschmuggler setzten uns auf Pferde und statt in Sätteln saßen wir auf mehreren Säcken. Die sich durch Berge und versteckte Wadis windende Straße war schwierig und ermüdend, mit der immer präsenten lebensbedrohenden Gefahr vom Pferd zu fallen und sich auf den Felsen den Hals zu brechen. Wir entwickelten sehr schnell Schwielen an unseren Hintern und Oberschenkeln. In der zweiten Nacht waren aus den Schwielen sehr schmerzhafte, blutige Wunden geworden.“

Im November 1947 wurde die Situation für die syrischen Juden bedenklich. In Aleppo brachen Krawalle aus, was dazu führte, dass der Großteil der Bevölkerung floh. Tausende gingen von Syrien in den Libanon, dem einzigen arabischen Land, das erlebte, dass seine jüdische Bevölkerung während dieser Zeit zunahm.

Die ersten illegalen Immigranten ins Mandat Palästina aus dem Irak kamen aus eigenem Antrieb nach dem Massaker von 1941, das als Farhud bekannt wurde, über Transjordanien, eine 1.500 Kilometer lange Route. Manche gingen die gesamte Strecke zu Fuß. Die kürzeste und schnellste Route verlief entlang der Öl-Pipeline. Beduinische Schmuggler, Taxifahrer, sogar Beamte des königlich-jordanischen Hofs agierten als Führer. Die Iraker und die Briten versuchten Aliyah mit militärischen Inspektionen zu vereiteln. Migranten konnten inhaftiert und verhört werden.

Zionistische Aktivisten in Bagdad 1934. Dieses Foto ist Teil des Netzwerks Israelischer Archive und Dank der Zusammenarbeitsbemühungen des Archivs Yad Ben Zvi, des Ministeriums für Jerusalem und Erbe und der Nationalbibliothek Israels zur Verfügung gestellt.

Die Schmuggler verlangten überhöhte Preise. Die zionistische Bewegung war bereit exorbitante Summen für jeden Emigranten zu zahlen. Mehrere hundert gaben sich mit falschen Pässen als Touristen aus.

Avner Schaschua wurde verhaftet, als er versuchte zu entkommen:

„Eines Abends wurden wir zum Aufbruch aufgerufen. Uns wurde Beduinenkleidung bereitgelegt: Abayas, Akals und Keffiyes… Wir stiegen in das wartende Auto mit dem Fahrer/Schmuggler… an einer der Kurven der Straße wartete die Polizei auf uns. Der Schmuggler steckte mit der Polizei unter einer Decke. Wir wurden in ein Gefangenenlager gebracht. Wir hatten keine Betten, keine Matratzen und keine Decken; wir hockten uns in eine Ecke und setzten uns auf den Boden.“

Der Mossad bevorzugte eine Route durch Syrien von Mossul nach Qamlischi, Aleppo, Damaskus oder Beirut. Von 1943 bis 1946 wurden rund 5.000 der 7.500 Immigranten aus dem Irak immer zu zweit oder dritt über Israels Nordgrenze geschmuggelt. Viele kehrten in den Irak zurück, weil sie es schwierig fanden sich an ihre neue Umgebung anzupassen.

Die Emigration stagnierte bis 1947. Die zionistische Bewegung im Irak hatte 2.000 Mitglieder, aber nur 50 hatten es nach Israel geschafft.

Operation Michaelberg

Schlomo Hillel war zunehmend frustriert. Er war ein 23-jähriger Agent des Mossad LeAliyah Bet, der aus dem Irak nach Israel gezogen war. Operation Michaelberg wurde entworfen, als er von zwei amerikanischen Veteranenpiloten mit leeren Taschen erfuhr, die auf Abenteuer aus waren; sie boten ihre Dienste an.

Sie flogen eine C-46 mit Hillel an Bord nach Bagdad. Der Plan sah vor, dass 50 Emigranten in zehn Autos an einem irakischen Militärlager vorbei transportierten werden und dann über eine Lücke im Zaun um den Flughafen steigen sollten. Das Flugzeug selbst hob beinahe ohne die Passagiere des zehnten Autos ab – kam es aber gerade noch rechtzeitig.

Der Plan funktionierte perfekt. Sie landeten auf einem Feld in Galiläa. Ein Mossad-Agent übergab den Piloten eine Brieftasche mit Bargeld. Die Haganah führte die Operation einmal mehr durch und brachte 50 weitere Iraker, bevor der Ausbruch des Krieges die Operation zu riskant machte.

Immigranten, die während der Operation Michaelberg in Galiläa aus dem Flugzeug steigen, 1947. (Foto: Nadav Mann, BITMUNA) Aus der Sammlung von Yitzhak Altuvia, Teil der Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

1948 erklärte der Irak Israel den Krieg und steigerte die Verfolgung der Juden. Illegale Immigration über den Süden und über die Grenze in den Iran nahm stark zu. Bald waren es 1.000 Menschen im Monat. Die Lage wurde für die irakische Regierung so blamabel, dass sie beschloss nur ein Jahr lang Emigration zu gestatten; sie glaubte, nur Hitzköpfe und Unerwünschte würden weggehen wollen. Wie sich herausstellte, registrierten sich 120.000 Juden zum Weggehen.

Schlomo Hillel ging zurück in den Irak, um die Luftbrücke auszuhandeln. Sie wurde als Operation Babylon oder Operation Esra und Nehemia bekannt.

Aliyah aus dem Jemen

1949 schloss Israel einen Deal mit Alaskan Airways einen Vertrag zum Transport jemenitischer Juden aus der britischen Kolonie Aden an der Spitze der Arabischen Halbinsel.

Die jemenitischen Juden befanden sich in einer verzweifelten Lage. Viele waren durch die Wüste ins Transitlager Haschad in Aden gelaufen. Hunderte starben an Unterernährung oder Krankheiten. Am Ende wurden 1949/50 50.000 Juden nach Israel geflogen – fast die gesamte Gemeinschaft.

Vorbereitungen im Hafen von Aden, um jemenitische Immigranten nach Israel zu bringen, 29. Juni 1950 (Foto: Benno Rothenberg). Aus der Meitar Collection, The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Die 1950-er, 1960-er Jahre hindurch und bis in die 1990-er Jahre hinein setzte der Mossad die geheimen Operationen fort – aus Marokko, Ägypten, Tunesien, Syrien, dem Irak und dem Iran. In den 1980-er und 1990-er Jahren wurden tausende äthiopischer Juden gerettet und nach Israel gebracht.

Mit der Ankunft der C-46 im Museum in Atlit und der Eröffnung einer eigenen Halle nimmt die heimliche sephardische Immigration ihren rechtmäßigen Platz in Israels Geschichte ein. An die mutigen Seelen, die ihr Leben riskierten, um aus muslimischen Ländern zu retten und gerettet zu werden, wird erinnert, nachdem sie so viele Jahre lang übersehen wurde.

Die Unterschiede zwischen den Besuchen von Trump und Biden in Israel

Biden erkennt Israels Souveränität über ganz Jerusalem nicht an, etwas, das Israel seit mehr als fünfzig Jahren in Übereinstimmung mit amerikanischem Recht geltend macht.

David Friedman, Jerusalem Post, 22. Juli 2022

Der damalige US-Präsident Donald Trump posiert mit anderen Weltführern beim arabisch-islamisch-amerikanischen Gipfel 201 in Riyad.

Am 20. Mai 2017 unternahm der ehemalige Präsident Donald Trump seine erste Reise in den Nahen Osten. Er begann in Saudi-Arabien und nahm dann den ersten direkten Flug von Riyad nach Tel Aviv. Nur wenig mehr als fünf Jahre später unternahm US-Präsident Joe Biden dieselbe Reise, diesmal mit Anfang in Tel Aviv, gefolgt von einem weniger historischen Direktflug von Tel Aviv nach Saudi-Arabien. Die Reisen klingen ähnlich. Aber sie könnten nicht unterschiedlicher sein.

Der Besuch Trumps kam kurz nach dem Verrat der Administration Obama an Israel bei den Vereinten Nationen, indem sie die Verabschiedung die Resolution 2334 des Sicherheitsrats zuließ, die die Westmauer und andere jüdische heilige Stätten wörtlich als illegal besetztes Gebiet bezeichnete. Und dem folgte dem Atomdeal mit dem Iran, der den Iran auf einen Gleitweg zu einer Atomwaffe setzte und es verfehlte die Terrorsponsorschaft des Iran oder andere bösartige Aktivitäten im Zaum zu halten – alle zu äußerster Sorge und Verurteilung Israels und der gemäßigten sunnitischen Staaten.

Der Nahe Osten wartete unruhig auf Trump und er enttäuschte nicht. In Saudi-Arabien versammelte Präsident Trump mehr als 50 muslimische Staaten und lieferte zwei ernüchternde Botschaften: Es lag in erster Linie in ihrer Verantwortung den radikalislamischen Extremismus aufzuhalten und die Hirngespinste von der Vernichtung Israels, die von einigen gehegt würden, würden nie realisiert werden und ihren Fortschritt enorm behindern. Allerdings, fügte der ehemalige Präsident an, würde einem Schritt der islamischen Welt zur Mäßigung mit enormer Unterstützung und Anerkennung seitens der USA begegnet werden. Die islamische Welt nahm das zur Kenntnis und ihre Führer hörten mit andächtiger Aufmerksamkeit zu.

In Israel sagte und tat Präsident Trump weiter das Richtige. Er wurde (und bleibt) der einzige amtierende Präsident der Geschichte, der die Westmauer besuchte. In seiner Hauptansprache an die Nation Israel erkannte er wie kein Führungspolitiker vor ihm die biblischen Verbindungen des jüdischen Volks zu ihrem Heimatland an. Er sagte: „Die Verbindungen des jüdischen Volks zu diesem Heiligen Land sind uralt und immerwährend. Sie gehen tausende Jahre zurück, einschließlich der Regentschaft König Davids, dessen Stern heute stolz auf Israels weiß-blauer Flagge weht.“

Es hätten nur wenige vorhersagen können, wohin dieser ergreifende Besuch führen würde, daher überrascht es kaum, dass diese Reise eine beispiellose Beziehung zwischen den USA und Israel sowie zwischen den USA und der moderaten arabischen Welt einleitete. Im Verlauf der folgenden fast vier Jahre verlegte Amerika seine Botschaft nach Jerusalem, erkannte Israels Souveränität über die Golanhöhen an und legte fest, dass die jüdische Besiedlung von Judäa und Samaria nicht illegal ist. Amerika verließ auch den Atomdeal mit dem Iran und eliminierte Irans Terrorkommandeur Qasem Soleimani.

Der damalige US-präsident Donald Trump 2020 als Gastgeber der Führer von Israel, Bahrain und den VAE der Unterzeichnungsfeier der Abraham-Vereinbarungen am Weißen Haus. Präsident Joe Biden sollte den Vereinbarungen seinen persönlichen Stempel geben, sagt der Autor. (Foto: Tom Brenner/Reuters)

Von Außenpolitik-Experten wurde fast durchgängig vorhergesagt, dass diese Handlungen eine Gewaltwelle hervorbringen würde. Wir sahen das anders; wir betrachteten Unterstützung für Israel innerhalb der Region als Lösung statt als Problem. Zusammen mit unserer Haltung gegen den Iran sahen wir eine Allianz der USA und Israels, die so angepasst werden könnte, dass ein Großteil der arabischen Welt einbezogen wird. Mit Gottes Hilfe funktionierte unsere Strategie entgegen aller Vorhersagen, brachte eine Welle des Friedens: die Abraham-Vereinbarungen – Friedens- und Normalisierungsabkommen zwischen Israel und den VAE, Bahrain, dem Sudan, Marokko und dem Kosovo.

Bidens Nahost-Reise

Letze Woche unternahm Biden seine Nahost-Pilgerreise. In Israel war er genauso charmant wie Trump mit einem großen Lächeln und Worten der Liebe für das israelische Volk und ihr mirakulöses Land. Aber anders als Trump war es keine Charme-Offensive, sondern der Charme war beleidigend. Sie war begleitet von beträchtlichen Positionen, die weniger nichts weniger als demütigend waren.

Anders als Trump besuchte Biden die Westmauer nicht, das ikonische Symbol der 4000-jährigen Verbindung des jüdischen Volks zur heiligen Stadt Jerusalem. Es durfte kein Argument geben, dass ein solcher Besuch umstritten oder gefährlich gewesen wäre – Trumps Besuch an der Mauer war problemlos und verlief absolut friedlich.

Um alles schlimmer zu machen, entfernte Biden die israelische Flagge von seinem Auto und fuhr dann ins Auguste Victoria-Krankenhaus in Ostjerusalem, wobei er es ablehnte von einem Repräsentanten Israels begleitet zu werden. Seine Botschaft, wenngleich symbolisch, war schmerzhaft deutlich: Biden erkennt israelische Souveränität über ganz Jerusalem nicht an, die Israel seit mehr als 50 Jahren in Übereinstimmung mit amerikanischem Recht geltend macht.

Zum Iran bot Biden einzig, dass er eine diplomatische Lösung bevorzugt; er gab widerwillig die Plattitüde von sich, dass die USA Gewalt „als letzte Option“ einsetzen würde. Neben ihm stand Premierminister Yair Lapid – der nun wirklich nicht als Iran-Falke betrachtet werden kann – und stellte zurecht fest, dass es keine diplomatische Lösung ohne eine glaubwürdige amerikanische Androhung von Gewalt geben wird. Die bekam er von Biden nicht.

Biden ging dann PA-Führer Mahmud Abbas in Bethlehem besuchen und warf ihm weiteres Geld hinterher, obwohl der sich weigerte das „Geld für Mord“-Programm zu beenden, das palästinensischen Terroristen Anreize liefert Juden zu ermorden. Die amerikanischen Steuerzahler sind jetzt – gegen ihren Willen und wahrscheinlich ohne ihr Wissen – voll und ganz in die Finanzierung des palästinensischen Terrorismus verwickelt. Biden befürwortete auch Israels Rückzug auf die nicht zu verteidigenden „Grenzen von vor 1967“ – für fast alle Israelis ein No-Go.

Ähnlich hatte Bidens Reise nach Saudi-Arabien keine Substanz und erzielte nichts von dem guten Willen, den Trump fünf Jahre zuvor erzeugte. Die Seiten konnten sich nicht einmal darauf einigen, was sie besprochen hatten, schon gar nicht auf die Bedeutung dessen, was erreicht worden war. Und Biden kam bei seinen Bemühungen die Ölproduktion erhöhen zu lassen mit ziemlich leeren Händen davon, eine armselige Bitte angesichts Amerikas Möglichkeit die eigene zu erhöhen.

Zwei Präsidenten-Besuche innerhalb von fünf Jahren an denselben Orten. Die Geografie mag dieselbe sein, aber die Unterschiede sind krass und entmutigend.

Der Streit um das Gasfeld Karish: Die Zunahme der Spannungen zwischen dem Libanon und Israel verstehen

Chaim Lax, HonestReporting, 14. Juni 2022

Die aktuelle Ankunft einer Gasförderplattform vor der Küste Israels hat erneut die Medienaufmerksamkeit auf die köchelnden Spannungen zwischen Israel und dem Libanon gelenkt (siehe hier und hier), wobei einige Analysten spekulieren, dass ein weiterer Konflikt zwischen den beiden Ländern bevorstehen könnte.

Um aus der unbeständigen Lage Sinn zu machen, die sich zwischen Israel und dem Libanon zusammenbraut (und was das mit einer Gasförderplattform zu tun hat), ist es wichtig sowohl den historischen Kontext als auch zu verstehen, was es für die Akteure der Region bedeutet.

Libanon, Israel und das Gasfeld Karisch: ein kurzer Überblick

Obwohl sie Nachbarn sind, haben Israel und der Libanon keine offiziell anerkannte Grenze. Stattdessen werden die beiden Länder von der Blauen Linie getrennt, einer territorialen Demarkationslinie, die von den Vereinten Nationen nach dem israelischen Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 festgelegt wurde. Die Blaue Linie basiert auf der Grünen Linie, also der Waffenstillstandslinie, auf die sich der Libanon und Israel nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948/49 einigten.

Während die Blaue Linie die anerkannte Landgrenze zwischen Israel und dem Libanon darstellt, verlängert sie sich nicht ins Mittelmeer, wo beide Länder Territorialgewässer und Exklusivhandelszonen (maritime Regionen, in denen sie die alleinige Kontrolle über alle Wirtschaftsressourcen behalten) haben. Diese Störung eine offizielle Demarkationslinie der Seegrenzen zu bieten hat zu Auseinandersetzungen zwischen dem  Libanon und Israel darüber geführt, wo die Territorialgewässer des einen Landes enden und die des anderen anfangen.

Die aktuellen Spannungen zwischen Israel und dem Libanon entstammen einem Disput über 850 Quadratkilometer Mittelmeer, die entlang der Grenze zwischen den beiden Ländern liegen. Israel betrachtet diesen Bereich als Teil der nördlichsten Grenze seiner Territorialgewässer, während der Libanon es als Teil seiner südlichsten Grenze betrachtet.

Dieser territoriale Disput zwischen dem Libanon und Israel ging bis zum Jahr 2000 weiter, als die USA und die UNO halfen indirekte Gespräche zwischen den beiden Ländern bezüglich einer endgültigen Vereinbarung zu den maritimen Grenzen zu vermitteln. Nach diesen Gesprächen dehnte der Libanon seine Ansprüche aus, so dass weitere 1.400 Quadratkilometer territorialer Gewässer eingeschlossen sind, die von Israel beansprucht werden, darunter das Gasfeld Karisch.

Das Gasfeld Karisch 75km nordwestlich von Haifa  wurde 2013 als reiche Erdgas-Quelle entdeckt. 2017 genehmigte das israelische Energieministerium einen Plan zur Entwicklung des Feldes, zu dem die griechische Offshore-Bohrfirma Energean und der Transport von Gas an Land nach Israel durch eine 90 km lange Pipeline gehörten.

Mit der geplanten Ankunft der Gasförderplattform von Energean im Feld Karisch am 5. Juni 2022 spitzte sich die Krise zwischen Israel und dem Libanon zu. Die Ankunft der Gasplattform wurde im Libanon mit Wut begegnet, sowohl seitens der libanesischen Politik als auch der Bürger, die den Schritt verurteilten und drohten, dass jegliche Aktivität in dem Bereich als „Provokation“ und „Akt der Aggression“ betrachtet werden würde. In Reaktion forderte Israel die Rückkehr an den Verhandlungstisch und versprach, es werde in den 850 Quadratkilometer umfassenden Gewässern nicht nach Gas zu bohren.

Wie von der israelischen Zeitung Ha’aretz berichtet, zeigen Satellitenbilder, dass die Gasplattform von Energean knapp 10km südlich der umstrittenen 850 Quadratkilometer liegt, die der Libanon ursprünglich beanspruchte.

Der US-Gesandte Amos Hochstein besuchte den Libanon am 13. und 14. Juni im Versuch die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon wieder in Gang zu bringen und hoffentlich eine Lösung für den anhaltenden Streit zwischen den beiden Ländern herbeizuführen.

Warum ist das Gasfeld Karisch wichtig?

Der Hauptgrund, dass sowohl Israel als auch der Libanon hartnäckig das Gasfeld Karisch für ihre jeweiligen Exklusiv-Wirtschaftszonen haben wollen, istt, dass solch ein großes Vorkommen an Erdgas für jedes der beiden Ländern ein wirtschaftlicher Segen wäre.

Eine solch große Menge Gas zu verarbeiten würde Israel erlauben seine einheimischen Brennstoffreserven zu vergrößern und auch in der Lage zu sein seinen Exportmarkt auf europäische Länder auszuweiten, die nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 Sanktionen gegen russisches Gas verhängten.

Der Libanon betrachtet das Gasfeld Karisch als eine Möglichkeit die die Kräfte des Landes aufzehrende Treibstoffknappheit einzudämmen, und außerdem ein Weg der schweren Wirtschaftskrise entkommen, die es seit 2019 erlebt. Abgesehen vom Wirtschaftswachstum könnte das Gasfeld Karisch auch helfen das anfällige politische System des Landes zu stabilisieren.

Der Faktor Hisbollah

Wann immer es einen Disput zwischen Israel und dem Libanon gibt, kann man sicher sein, dass die Hisbollah, die vom Iran gestützte Terrororganisation, sich auch einmischt.

In diesem besonderen Fall soll Scheik Naim Qassem (der stellvertretende Leiter der Hisbollah) in Reaktion auf die Ankunft der Gasförderplattform im Gasfeld Karisch gesagt haben, wenn die libanesische Regierung ankündigen würde, dass Israel die Souveränität der Gewässer formell verletzt, dann würde sie mit Gewalt reagieren, „egal, wie die Antworten lauten“. Das könnte als Signal der Bereitschaft der Hisbollah betrachtet werden die Spannungen zu schüren und eine direkte Konfrontation mit Israel zu betreiben, eine Möglichkeit, auf die die IDF sich vorbereitet.

Qassems Kommentare folgten Äußerungen von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah, die von den USA als Terrororganisation eingestufte Gruppe sei in der Lage die Offshore-Bohrungen mit Gewalt aufzuhalten.

Von Nasrallah wird auch berichtet, er habe seine Opposition gegenüber fortgesetzten Verhandlungen über den US-Vermittler Amos Hochstein zum Ausdruck gebracht. In einer Ansprache voller antisemitischer Untertöne soll er gesagt haben: „Wenn ihr die Verhandlungen fortsetzen wollt, dann macht das, aber … nicht mit Hochstein, Frankenstein oder sonst irgendeinem Stein, der in den Libanon kommt.“

Diese Äußerung Nasrallahs widerspricht direkt dem Willen der libanesischen Regierung, die Hochstein im Versuch die Spannungen abzumildern in den Libanon eingeladen hat.

In der Vergangenheit ist die Hisbollah dafür bekannt gewesen territoriale Streitigkeiten zwischen Israel und dem Libanon für die eigenen üblen Zwecke auszunutzen. Ein berühmtes Beispiel dafür sind die fortgesetzten Angriffe der Hisbollah auf Israel im Vorfeld des zweiten Libanonkriegs; damals behauptete die Gruppe, sie kämpfe um die umstrittene Region der Schebaa-Farmen.

Mit der Entwicklung der sich ständig in Bewegung befindlichen Situation zwischen Israel und dem Libanon ist es wichtig, dass die darüber Berichtenden ihren Lesern den angemessenen historischen Kontext liefern und dass sie nicht in Sensationsjournalismus verfallen, der die Situation verschärfen und die Spannungen aufheizen könnte. Wenn man es mit einer derart belasteten Atmosphäre zu tun hat, ist journalistische Besonnenheit keine Wahlmöglichkeit, sondern eine Notwendigkeit.