Herr Gauck in Jordanien

Der Bundespräsident war in Jordanien. Dort äußerte er sich laut Bericht (nicht nur) in der WELT:

“Wenn sich irgendeine Gesellschaft vorstellt, dass es gut sei, auf Dauer Flüchtlinge in Lagern unterzubringen”, dann sei das “ein Irrweg”. Es müsse darum gehen, “Möglichkeiten der Integration” zu schaffen.

Da sich das an „Europa“ richtete, ist jetzt nicht so ganz, ob er meint, wir müssten die alle aufnehmen. Zumal er auch erfuhr bzw. wissen ließ, dass „es am besten wäre, sie könnten zurückkehren“. Was angesichts der Lage fragwürdig und zumindest zur Zeit unmöglich ist. Daher wohl auch die Forderung nach Integration – dort oder bei uns?

Können wir jetzt mal offen lassen. Mich interessiert eher, ob die Äußerung, es sei ein Irrweg Flüchtlinge auf Dauer in Lagern unterzubringen und es müssten Möglichkeiten der Integration geschaffen werden, sich auch auf andere Flüchtlinge bezieht, also allgemein gültig verstanden werden soll oder nicht.

Und wenn das allgemeingültig verstanden werden sollte, dann hätte ich eine Frage an den Herrn Bundespräsidenten:

Sagen Sie das gelegentlich auch mal den Arabern? Bezüglich der „Flüchtlinge“, die von denen seit 68 Jahren in Lagern gehalten werden?

Aber vielleicht gilt hier auch wieder nur das Prinzip: Für Israel gelten andere Regeln, das ist der Jude unter den Staaten. Und die Araber brauchen den Rat nicht, integrieren muss nur der Westler, gerade die, die aus dieser ganz anderen Kultur kommen, deren Mitglieder sich nicht anpassen brauchen, weil wir uns in sie zu integrieren haben?