Zusammenfassung des Nahen Ostens 2014

Dr. Mordechai Kedar, IsraelNationalNews, 1. Januar 2015

Zusammengefasst: Das Jahr 2014 war für Israel, Europa und den Rest der Welt eine Herausforderung. Diese Herausforderungen werden nur größer werden, die Krisen werden sich verstärken, die Auseinandersetzungen sich ausbreiten, der Iran wird Atomwaffen erlangen, ISIS wird wachsen, Amerika wird den ersten Platz in der Welt – den es bis vor vier Jahren noch inne hatte – nicht mehr haben und Europa wird unter den Wellen islamischer Einwanderung versinken, die die europäische Kultur in etwas verwandeln werden, das weit von liberalen Werten, Offenheit, Modernität und Demokratie entfernt sind.

2014 war ein Jahr, das die fortgesetzte Verschlechterung des modernen arabischen Staates erlebte, während demgegenüber zwei ältere politische Systeme an Popularität gewannen.

Syrien macht einen langen und blutigen Prozess der Integration durch. Assad kontrolliert rund ein Viertel des Landes, darunter Damaskus, Teil des Haleb im Norden, den Küstenstreifen und die Ansari-Berge, wo die Alewiten, seine nicht muslimischen Brüder, zu finden sind. Zwei neue Systeme entstanden aus den Ruinen Syriens: ein unabhängiger kurdischer Bereich im Nordosten und eine islamischer Staat auf rund 30% des syrischen Landes. Die Kurden haben ein starkes Gefühl der Verbundenheit zu ihren irakischen Brüdern und haben keinerlei Absicht jemals wieder unter arabischer Herrschaft zu sein.

Die Zukunft des Irak ist unklar: Einerseits hat ein irgendwie stabilisiertes politisches System Erfolg damit gehabt den Premierminister ohne allzu viel Unruhe auszutauschen, aber andererseits ist das Land nicht in der Lage gewesen die Jihadisten des Islamischen Staates von der Eroberung eines Drittels seines Territoriums zu erobern, darunter Mossul, die zweitgrößte Stadt im Irak und das Hauptzentrum seiner Ölindustrie. Der islamische Staat bedroht Bagdad aus den vorgeschobenen Positionen, die er in den Vororten der belagerten Stadt Ramadi überrannt hat. Mehrere der Regionen im Irak erklärten im September in Reaktion auf die funktionsgestörten Zentralregierung ihre Autonomie. Wenn dieser Trend anhält, läuft der Irak Gefahr eine Föderation autonomer Einheiten zu werden und das könnte sich im Gegenzug als Vorbote dessen herausstellen, was die Zukunft für andere Länder im Nahen Osten bereit hält.

Der Jemen ist von einem Regime gelähmt, das von Stammessystem und zwei bewaffneten und nonkonformistischen Organisationen infiziert ist, die das Land zerreißen: die sunnitische Al-Qaida und die schiitischen Khuts, die die Hauptstadt im Dezember eroberten und dem Land erfolgreich ihre Bedingungen diktierten. Der Iran bewaffnet und finanziert sie und kommt damit näher daran gefährlichen Einfluss auf die Bab-el-Mandeb-Straßen zu haben, die südliche Passage der internationalen Schifffahrt vom östlichen Asien durch den Indischen Ozean zur Roten Meer, dem Suezkanal, dem Mittelmeer nach Europa.

Libyen versinkt weiter in einem Sumpf aus Blut, Feuer und Tränen. In den letzten vier Jahren – Jahren, die mit der Hoffnung auf einen „Arabischen Frühling“ begannen, sind im Land mehr als 100.000 Menschen getötet worden, die meisten davon in Kämpfen, Schlachten und Streitigkeiten zwischen Stammes- und Familien-Milizen, wobei das Öl als Treibstoff dient, der das Freudenfeuer der Gewalt anfeuert. Im letzten Jahr gab es Belege für eine Spaltung entlang geografischer Linien, wobei sich zwei Koalitionen herauszubilden beginnen: eine in Tripoli im Westen des Landes, die andere in Benghazi im Osten. Das Fehlen einer funktionierenden Zentralregierung öffnet der Gewalt islamischer Organisationen Tür und Tor; einige davon sind mit der Al-Qaida verbunden und einige dem Islamischen Staat, die beide ihre eigenen Enklaven abstecken.

Der Islamische Staat ist das größte und bedeutendste neue Phänomen, das 2014 im Nahen Osten auftrat. Obwohl die Organisation vor zehn Jahren als Al-Qaida von Aram Naharaim (Mesopotamien) gegründet wurde, fordert sie heute nicht nur Al-Qaida heraus, sondern auch den Nahen Osten und die gesamt Welt. Jeder kann sehen, dass der Islamische Staat eine direkte Bedrohung nationaler Ordnung durch die Drohung mit Eroberung anderer Länder und die Schaffung alternativer Regierungen darstellt, ebenso als Quelle für jihadistische Ideen, die Mediennetzwerke nutzen, um den Jihad-Krieg in die gesamte Welt zu verbreiten.

Während der ersten Hälfte des Jahres 2014 hatte der Islamische Staat (ISIS) den Erfolg ein Drittel sowohl des Irak als auch Syriens zu erobern, spärlich besiedelte, aber ölreiche Gegenden. Die Türkei hilft dem Islamischen Staat das von ihm geförderte Öl nach Europa zu exportieren sowie mit logistischer Unterstützung. Qatar half dem Islamischen Staat, bis es im Dezember 2014 gezwungen wurde das einzustellen. Was der Islamische Staat erreichte hat, ist seiner Fähigkeit zuzuschreiben Angst und Schrecken rund um sich her zu verbreiten, was er mit schrecklichen Videos von Enthauptungen, gnadenlosen Erschießungen und zehntausende Ketzer wie den Jesiden zu Tode zu hungern erreicht.

Der Islamische Staat absorbiert viele der Sunniten in den von Syrien und dem Irak eroberten Gebieten in die Reihen seiner Kampftruppen, während Tausende Freiwillige aus aller Welt – Muslime und angehende Konvertiten – sich ihm ebenfalls anschließen. Jihadisten kommen selbst aus westlichen Ländern; sie planen den Westen zu bekämpfen und ihn zu zwingen dem Islam zu folgen. Der Herrscher des Islamischen Staats hat den Namen Abu Bakr al-Bagdadi angenommen und sich selbst zum „Kalifen“ ernannt, neunzig Jahre nachdem das Kalifat von Atatürk abgeschafft wurde. Der Islamische Staat sieht sich selbst als Alternative zu all den politischen Vereinbarungen, die der islamischen Welt von Kolonialisten, abgefallenen Nationen aufgezwungen wurden. ISIS löscht Grenzen aus, die von Großbritannien und Frankreich festgelegt wurden, akzeptiert das internationale Recht nicht und ersetzt es durch die extremste Form des Scharia-Gesetzes: Häretiker werden geköpft, Sünder ausgepeitscht, Sklaven auf offenen Märkten verkauft und Dieben Hände abgehackt.

Täglich schließen sich ISIS neue Freiwillige an und er hat vor auf immer zu bleiben, wobei er direkt die Länder um sich herum bedroht – Jordanien, den Libanon und den Iran. Das ist der Grund, weshalb der Iran die kurdische Miliz der Peschmerga bewaffnet und versorgt; er hofft, die Miliz wird mit der Drohung durch ISIS erfolgreich fertig. Nicht wenige Staaten, sowohl arabische als auch europäische, haben eine Luftwaffen-Streitkraft eingerichtet, die ISIS aus der Luft bekämpft, aber es ist ein Fehler zu glauben, dass Luftangriffe ein Land zerstören kann, das dreimal so groß ist wie Israel. Nur Infanterie, die eine Gegend erobert und Haus für Haus, Keller für Keller und Lagerraum für Lagerraum durchsucht, kann ISIS in die Schranken weisen.

Ägypten etablierte erfolgreich die Regierung el-Sisi, trotz der öffentlichen Missbilligung durch die USA, die nach der Absetzung Morsis im Jahr 2013 diesen als weiterhin legitimen und rechtmäßigen Präsidenten ansah. Ägyptische Standhaftigkeit, wirtschaftlich und politisch von den Saudis und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt, bot erfolgreich den Amerikanern die Stirn, trotz offener Unterstützung Qatars für die Muslimbruderschaft, Hamas, Jihad und ISIS.

Dieselbe ägyptische Zielstrebigkeit, der sich Saudi-Arabien und die VAE anschlossen, hatte auch den Erfolg Qatar ihrer Agenda zu unterwerfen und seine Unterstützung des Terrors, der Muslimbruderschaft und ISIS zu beenden und aufzuhören den Sender Al-Jazira als Propagandamittel für die Muslimbruderschaft und die von ihr geschaffenen Terror-Organisationen zu benutzen. Wird Qatar weiter dem saudischen Diktat gehorchen? Das wird die Zeit zeigen. Ägypten, Saudi-Arabien und die Emirate werden ihre Augen offen halten müssen, besonders hinter den Kulissen.

Saudi-Arabien fügte auch dem Iran erfolgreich großen Schaden zu, indem es mehr Öl produzierte als es das normalerweise macht, wodurch der Preis auf dem Weltmarkt sank. Die Saudis handelten im Alleingang, als sie erste einmal sagen, dass der Westen der iranischen Unnachgiebigkeit nachgibt und die Wirtschaftssanktionen erleichterte, die er den von der Atombombe ausgehungerten Ayatollah-Staat auferlegten. Die kommenden Monate können einmal mehr beweisen, dass saudische Zielstrebigkeit effektiver ist als Amerikas Art die Dinge zu erledigen.

Tunesien ist der einzige Ort in der arabischen Welt, wo es etwas Hoffnung gibt. Es ist das Land, in dem der „Arabische Frühling“ vor vier Jahren begann und es machte eine Zeit der Prüfung und Fehler durch, probierte den politischen Islam aus und kehrte zu seiner liberalen, modernen und säkularen Lebensart zurück. Dieses Land hat bewiesen, dass eine Nation mit inneren Konflikten auf legitime Weise umgehen kann, ohne Gewalt (wie in Syrien), ohne Blutvergießen (wie in Libyen), ohne Revolutionen, die die Herrschaft von Diktatoren hervorbringen (wie in Ägypten). Aber Tunesien muss sofort und entschieden die Jihadisten-Gruppen abfertigen, die sich in seiner südlichen Region niedergelassen haben und Kämpfer, Waffen und Geld aus den Nachbarstaaten Libyen und Algerien erhalten.

Die Palästinenser kehren auf die internationale Bühne zurück; sie versuchen mit aller Macht einen anerkannten Staat zu bekommen. Die arabische Welt, von Problemen wie ISIS abgelenkt, hat weder die Zeit noch die Geduld sich mit der Palästinenserfrage zu befassen, was die PA dazu bringt sich um Anerkennung an die Welt zu wenden. Europäische Politiker überschlagen sich, um einen Palästinenserstaat anzuerkennen, damit sie die muslimischen Wähler zufriedenstellen. Israel könnte sich ein einer Situation wiederfinden, in der es einem Palästinenserstaat gegenüber steht – der zweifellos ein Hamas-Staat werden wird – nur weil ein paar arbeitslose und verängstigte europäische Politiker dafür stimmen auf den Hügeln von Judäa und Samaria einen Staat zu gründen – dem Geburtsort des jüdischen Volkes.

Die Welt ist immer noch beeindruckt von der Existenz einer palästinensischen Nation, die erst vor kurzem geschaffen wurde – zum Teil als Ergebnis der Idee einiger selbstgefälliger Israelis. Jerusalem wird nur aus einem einzigen Grund als Teil des Palästinenserstaats angesehen: um die heilige Stadt dem jüdischen Gemeinwesen zu entreißen, wohl wissend, dass ohne Jerusalem der gesamte Staat aufhörten wird zu existieren. Die Welt muss aufwachen, das Problem begreifen und erkennen, dass, wenn Israel dem Islam zufällt, Europa als nächste dran sein wird – und zwar nicht allzu lange danach.

Zusammengefasst: Das Jahr 2014 war für Israel, Europa und den Rest der Welt eine Herausforderung. Diese Herausforderungen werden nur größer werden, die Krisen werden sich verstärken, die Auseinandersetzungen sich ausbreiten, der Iran wird Atomwaffen erlangen, ISIS wird wachsen, Amerika wird den ersten Platz in der Welt – den es bis vor vier Jahren noch inne hatte – nicht mehr haben und Europa wird unter den Wellen islamischer Einwanderung versinken, die die europäische Kultur in etwas verwandeln werden, das weit von liberalen Werten, Offenheit, Modernität und Demokratie entfernt sind.

Die Herausforderungen, denen sich der Staat Israel gegenüber sehen wird, werden immer komplexer. Syriens Niedergang hat die Bedrohung Israels verringert, aber andere Bedrohungen stehen am Horizont: Einerseits gewinnen der Iran und ISIS gewinnen an Stärke, andererseits werden Europa und Amerika immer schwächer.

Die bald zu wählende israelische Führung wird ihre Aufmerksamkeit allen widmen müssen.

Völkermord an Juden: Wo Hamas schlimmer ist als der Islamische Staat

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Das Wort „Islamo-Nazismus“ ist weitgehend tabu, doch es repräsentiert die Ideologie einer Reihe muslimischer Terrororganisationen ausgezeichnet. Die dominante und furchtbarste dieser kriminellen Vereinigungen ist bisher der Islamische Staat (IS). Der deutsche Autor und ehemalige christdemokratische Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer besuchte vor kurzem den IS im Irak und Syrien, wo er sich mit einigen seiner Anführer und Anhänger austauschte.

Nach seiner Rückkehr sagte Todenhöfer: „Die sind völlig überzeugt davon, eine historische Mission zu erfüllen.“ Sie glauben, dass sie die einzig wahre Religion leben und wollen sie mit dem Schwert im gesamten Nahen Osten und dann in der ganzen Welt verbreiten. „Die wollen alle Religionen außer den drei ‚Buchreligionen‘ – also außer dem Islam in der IS-Version, dem Judentum und dem Christentum – vernichten. Und zwar ausnahmslos.“

Todenhöfer fügte hinzu: „Nach der IS-Ideologie müssen auch alle Muslime sterben, die Demokratie bejahen. Weil diese die Gesetze, die in einer Demokratie von Menschen gemacht werden, angeblich über die Gesetze Gottes stellen. Der IS spricht ganz offen von Hunderten Millionen Toten, die dieser ‚religiösen Säuberung‘ geopfert werden müssten.“

In seinen Gesprächen mit den IS-Vertretern sagte Todenhöfer ihnen, dass er den Koran mehrfach gelesen habe und den Islam als eine barmherzige Religion verstehe. „Ich habe gefragt: Wo bitte ist eure Barmherzigkeit? Ich bekam immer zu hören, dass es die zwar im Koran auch gebe, aber jetzt nun mal die Zeit des Schwertes sei.“1

Die von Todenhöfer mitgebrachte Botschaft des Islamischen Staats zum geplanten Massenmord war klar. Experten bestätigen, dass der IS eng dem Scharia-Gesetz folgt und dass es in der Geschichte des Islam viele Präzedenzfälle für ihre Ansichten gibt.2 Dennoch behaupten einige westliche Beschöniger fälschlich, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun habe. US-Präsident Barack Obama hat zugegeben, dass die Organisation das pure Böse ist.3 Er behauptet ebenfalls fälschlich, der IS sei „nicht Islamisch“.4

Diese falsche Haltung wird vom britischen Premierminister David Cameron geteilt, der zum IS erklärte: „Sie prahlen mit ihrer Brutalität. Sie behaupten, das im Namen des Islam zu tun. Das ist Unsinn. Der Islam ist eine Religion des Friedens. Sie sind keine Muslime, sie sind Monster.“5

In einem bestimmten Fall ihres ideologischen Programms ist die Hamas extremer und mörderischer als der Islamische Staat. Der IS will Christen und Juden verschonen. Die Hamas hingegen sagt in Artikel 7 ihrer Charta: „Der Tag des Gerichts wird nicht kommen, bis die Muslime die Juden bekämpfen (und sie töten), wenn der Jude sich hinter Steinen und Bäumen versteckt. Die Steine und Bäume werden sagen: Oh Muslime, O Abdulla, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn. Nur der Gharkad-Baum … wird das nicht tun, denn er ist einer der Bäume der Juden.“6

Während der Operation Fels in der Brandung im letzten Sommer forderte die Hamas einmal mehr die Ermordung aller Juden. Das Hamas-Fernsehen strahlte auch eine Predigt aus, die die Hamas-Ideologie wiederholte, mit der der Anspruch erhoben wird, dass es nach dem Islam die Bestimmung der Muslime ist die Juden auszurotten.7

Es gab im Gazastreifen und Israel während der Operation Fels in der Brandung Hunderte Auslandsjournalisten, die Tausende Artikel schrieben. Man müsste alle sorgfältig daraufhin überprüfen, um zu sehen, ob es auch nur eine einzige Nennung des Begriffs Islamo-Nazismus in irgendeinem ihrer Artikel über die Hamas gab oder ob ein Vergleich zwischen Hamas und den Nazis gezogen wurde oder einer direkte Zitate der Hamas über die geplante Ausrottung aller Juden beim Streben nach Zufriedenstellung Allahs beinhaltete. Es würde nicht überraschen, wenn nicht ein einziges solches Zitate gefunden werden könnte.

Clemens Wergin schreibt in der deutschen Tageszeitung DIE WELT. Er ist einer der seltenen Journalisten, die es wagt Fakten dazu zu recherchieren und zu veröffentlichen, wie viel Nazi-Ideologie die muslimische Terrorgruppe beeinflusst hat. Er schreibt, dass die Ideologie extremer muslimischer Gruppen wie Al-Qaida, Al-Nusra und IS ihre Konzepte aus einer tief sitzenden antiwestlichen Ideologie beziehen. Wergin führt an, dass das auch bei den Nazis der Fall war. Er fügt hinzu, dass der IS seine ursprüngliche Inspiration aus den schlimmsten europäischen Traditionen bezogen hat. Wergin sieht Parallelen zwischen IS-Ideologie und Hitlers Ideologie des „totalen Kriegs“ und seines Ausrottungskriegs gegen Juden und osteuropäische Völker, „auch wenn die Terror-Islamisten zum Glück nicht über die Mittel verfügen, um ihre Vernichtungsfantasien in großem Maßstab in die Tat umzusetzen“.8

Das fast totale Versagen des Journalismus sich mit der Ähnlichkeit von extremem Islam und Nationalsozialismus zu beschäftigen lässt in der Hauptsache ein paar wenige Wissenschaftler übrig, die sich mit dem Thema befassen. Sie bringen gewichtige Argumente für den Vergleich der Haltungen beträchtlicher extremistischer Bewegungen in der islamischen Welt mit denen der Nazis. Der israelische Holocaust-Forscher Yehuda Bauer hob 2009 hervor:

„Heute werden die Juden zum ersten Mal seit 1945 wieder offen durch eine radikalislamische, genozidale Ideologie bedroht, deren mörderische Wutreden ernster genommen werden müssen als die der Nazis vor zwei oder mehr Generationen. Die direkte Verbindung zwischen dem Zweiten Weltkrieg, der Schoah und den heutigen völkermörderischen Ereignissen und Drohungen ist mehr als offensichtlich. Die Schoah war ohnegleichen; aber sie war ein Präzedenzfall und diesem Präzedenzfall wird gefolgt.9

Der Antisemitismus-Historiker Robert Wistrich schreibt, dass Hardcore-Antisemitismus in der arabischen und muslimischen Welt nur mit dem von Nazideutschland vergleichbar ist. Er erklärt, dass muslimischer Hass auf Israel und Juden „ein eliminatorischer Antisemitismus mit Völkermord-Dimension“ ist. Als gemeinsames Element von muslimischem und Nazi-Antisemitismus führt Wistrich Fanatismus, den Todeskult, den nihilistischen Wunsch nach Vernichtung und die wahnsinnige Lust auf Hegemonie über die Welt an.10

Richard Prasquier, der ehemalige Präsident des CRIF – der Dachorganisation der französischen Juden – verglich den radikalen Islam mit dem Nationalsozialismus. Er führte zwei wichtige gemeinsame Merkmale an. Das erste sind für beide Bewegungen die Juden als Hauptfeind und Antisemitismus als essenzielle Komponente ihrer Ideologie. Das zweite ist die Entmenschlichung der Juden sowohl durch den Nationalsozialismus als auch den radikalen Islam.11 Der amerikanische Historiker Richard Landes merkte an: „Historiker der Zukunft werden vermutlich feststellen, dass der derzeitige Antisemitismus in arabischen und muslimischen Gesellschaften noch höher kocht als der der Nazis.“12

2013 verglich der ehemalige französische Bildungsminister Luc Ferry den modernen Islam in einem Interview der Sendung Télé auf dem Sender Europe 1 mit dem Nationalsozialismus der 1930-er Jahre. Er sagte: „Der heutige Terrorismus repräsentiert irgendwie das Äquivalent des Nationalsozialismus. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass der heutige radikale Islam – und hier rede ich natürlich nicht von der muslimischen Religion, sondern vom radikalen Islam und Antisemitismus – derselbe Fluch für die Menschen, für das menschliche Leben ist. Er ist genauso schrecklich wie der Nationalsozialismus der 30-er Jahre.“ Ferry warnte auch, dass der radikale Islam nicht nur eine isolierte, „lokale Guerilla“-Gruppe ist, sondern ein globales Problem und das Omen eines dritten Weltkriegs.13

Israels Regierung und Streitkräfte haben bisher verhindert, dass die Hamas – die größte demokratisch gewählte Palästinenserpartei – ihre „Vernichtungsfantasien“ in einem Ausmaß ausführen kann, das in jeder Hinsicht das der Bewegung des Islamischen Staats erreicht. Doch Israel verzichtet fast völlig auf die Veröffentlichung des Islamo-Nazi-Charakters der Hamas und wo die von ihr beworbenen Schrecken selbst die Pläne des Islamischen Staates übertreffen. Die oben angeführten Zitate zu den Charakteristika des Islamo-Nazismus können das Rohmaterial für eine israelische Veröffentlichungskampagne zum wahren Charakter der Hamas liefern. Eine solche Kampagne wird dringend gebraucht, umso mehr, als der UNO-Sicherheitsrat sich mit einer Resolution zur Anerkennung eines Palästinenserstaats befasst hat.

 

1 Interview mit Jürgen Todenhöfer: „Pegida spielt das Spiel des Islamischen Staats.“ Die Welt, 27. Dezember 2014.
2 Andrew C. McCarthy: The Islamic State is Nothing New. National Review Online, 3. September 2014.
3 Rukmini Callimachi: Obama Calls Islamic State’s Killing of Peter Kassig ‘Pure Evil. The New York Times, 16. November 2014.
4 Statement by the President on ISIL. The White House, 10. September 2014.
5 Lee Ferran/Rym Momtaz/James Gordon Meek: British PM on New ISIS Beheading: “They’re Not Muslims, [But] Monsters”. ABC News, 14. September 2014.
6 http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp
7 http://www.palwatch.org/
8 Clemens Wergin: So viel Nazi-Ideologie steckt im Islamismus. Die Welt, 20. November 2014.
9 Yehuda Bauer: Reviewing the Holocaust Anew in Multiple Contexts. Post-Holocaust and Anti-Semitism, 80, 1. Mai 2009.
10 Robert S. Wistrich: Muslimischer Antisemitismus, Eine aktuelle Gefahr. Berlin (Edition Critic), 2011, S. 101.
11 Richard Prasquier: Oui, l’islamisme radical et le nazisme sont deux idéologies comparables. Le Monde, 17. Oktober 2012 [Französisch].
12 Manfred Gerstenfeld, Interview mit Richard Landes: Muslimische Verschwörungstheorien schaden Juden. Israel National News, 7. März 2013 [abseits vom mainstream, 5. März 2012]
13. Chloë Lebeau: Pour Luc Ferry, „l’islamisme radical est aussi atroce que le nazisme dans les années 30“. RTL.fr, 4. November 2013 [Französisch]

Gedankenverlorenes Territorium: Libanon offiziell in Refugistan umbenannt

Preoccupied Territory, 7. Dezember 2014

Beirut, 7. Dezember – Der jüngste Zustrom an Menschen, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien fliehen, hat die Balance der Bevölkerung des Libanon gekippt und seine Bürger zur Minderheit im eigenen Land gemacht. Das veranlasste die Regierung das Land formell umzubenennen, um seinen neuen Status als hauptsächlich aus denen zusammengesetzt widerzuspiegeln, die von anderen Orten geflohen sind.

Als Land mit nur vier Millionen Staatsbürgern ist der Libanon von Flüchtlingen aus Syrien überlaufen worden, seit der Konflikt dort vor mehr als vier Jahren mitten im Arabischen Frühling begann. Ein brutaler Krieg ist einem brutalen Patt gewichen und die durch den Konflikt geschaffenen Millionen Flüchtlinge sehen keine Hinweise darauf, dass sie nach Hause zurückkehren können – oder dass sie nicht belästigt würden, wenn sie es täten. Während der Libanon weniger Flüchtlinge als z.B. Jordanien aufgenommen hat, führen seine begrenzte Größe, Bevölkerung und Ressourcen zu größeren demografischen Auswirkungen.

Zusätzlich zu den Syrern beherbergt der Libanon fast eine halbe Million Palästinenser, die meisten Nachkommen der Flüchtlinge, die vor dem Krieg um die Gründung Israels 1948 flohen. Wie ihre Brüder im größten Teil der arabischen Welt werden den Palästinensern die Staatsbürgerschaft sowie die meisten Bürgerrechte verweigert. Statt am Leben des Gastgeberlandes teilzuhaben, werden die Palästinenser von einer besonderen UNO-Organisation versorgt, die ihre Abhängigkeit verewigt und verhindert, dass sie auf eine Weise neu beginnen können, zu der alle anderen Flüchtlinge ermutigt und befähigt werden. Einige der aus Syrien kommenden Flüchtlinge sind selbst Palästinenser mit UNO-Flüchtlingsstatus, weshalb ihnen Dienste zuteil werden, auf die andere syrische Flüchtlinge verzichten müssen.

Zu dem Mix kommt eine kleinere, aber immer noch einflussreiche Bevölkerung an iranischen und syrischen Staatsbürger hinzu. Die Syrer sind ein Überbleibsel aus der Zeit, als der Libanon von Syrien besetzt war und sein wirtschaftliches sowie politisches Leben von Damaskus beherrscht wurde. Der Iran schickt militärisches, spirituelles und politisches Personal, um der militanten Organisation Hisbollah zu helfen, die den Süden des Landes kontrolliert und ebenso stark in die Unterstützung der Regierung Assad im syrischen Krieg verwickelt ist.

Zusammen sind die drei Bevölkerungsgruppen der indigenen libanesischen inzwischen zahlenmäßig überlegen. Als Ergebnis benannte die Regierung in Beirut sich Samstag offiziell in Refugistan um. Nach Angaben der heute Morgen (Sonntag) abgegebenen offiziellen Erklärung bezieht sich die erste Hälfte des Namens auf die Hauptbevölkerung innerhalb des Landes, während die Endsilbe ein Nicken dem Iran gegenüber ist, der in der Region Asien liegt, wo die Endung „-stan“ ein traditionelles Ende von Ländernamen darstellt.

Offizielle Vertreter Refugistans betonten stark, dass die formelle Umbenennung keineswegs bedeutet, dass den Flüchtlingen, insbesondere den Palästinensern, irgendeine Mitsprache im Land gewährt wird. „Dem Land einen neuen Namen zu geben ist eine Geste, um den neuen kulturellen Mix und seine zahlreichsten Mitwirkenden zu ehren“, sagte Innenministerin Ayma Fatedd. „Wir wagen es nicht die Anwesenheit dieser willkommenen Gäste in unserer Mitte gutzuheißen, indem wir ihnen Rechte einräumen, die sie zum Bleiben einladen würden, denn das könnte als Akzeptierung der Lage ausgelegt werden, aus der sie kamen. Wir sind bei weitem zu gastfreundlich, um das jemandem anzutun“, sagte er.