Seltene Filmaufnahme des Muftis, wie er Hitler trifft

Point of No Return, 23. November 2016

Salim Fattal war der Leiter von Israels arabischem Fernsehsender in den 1960-er Jahren und erstellte eine Serie über die Juden des Irak. Diese Sendungen (auf Hebräisch und Arabisch) enthält einige faszinierende Szenen eines Gottesdienstes in der Meir-Tweg-Synagoge (der letzten aktiven Synagoge in Bagdad). Fattal interviewte 100 Juden zu ihren Erfahrungen in der Farhud, dem Massaker von 1941.  Selbst ohne die Sprache zu verstehen ist der es wert angesehen zu werden, denn er enthält seltene Aufnahmen des Muftis von Jerusalem, wie er Hitler trifft.

Christen und die Balfour-Erklärung

Elder of Ziyon, 7. November 2016

Ein Gruppe christlicher Kirchenleiter in Großbritannien plant nächstes Jahr unter dem Namen Balfour100.org das einhundertjährige Jubiläum der Balfour-Erklärung zu feiern.

Hier ist ihre Sicht zur Geschichte des Dokuments:

Vor fünfhundert Jahren führte die Reformation dazu, dass die Bibel ins Englische übersetzt und vom gemeinen Bürger gelesen wurde. Das führte, besonders bei Puritanern, zu einem größerem Interesse an hebräischen Text das Alten Testaments. Sie waren in der Lage selbst die prophetischen Passagen zu lesen, die von der schließlichen Rückkehr Israels in sein biblisch gelobtes Land sprechen. Bis zum 17. Jahrhundert entwickelte sich ein wachsendes Bewusstsein bei britischen Evangelikalen allgemein, dass die Bibel die Rückkehr des Volks Israel in ihr historisches gelobtes Land vorhersagte.

Später, im 19. Jahrhundert, lehrten viele bekannte Prediger wie Bischof J. C. Ryle und der Baptistenprediger Charles Spurgeon zur Erneuerung der Juden in ihrem Land. Bibelgläubige Christen (wie William Wilberforce und Lord Shaftesbury, die ebenfalls enthusiastische Erneuerer waren) hatten einen enormen Einfluss auf die Regierungen der damaligen Zeit. Ein Glaube an die Erneuerung des jüdischen Volks in Israel ist als „vorgegebene Haltung“ für Evangelikale des 19. und frühen 20. Jahrhunderts beschrieben worden. Leider ist das heute nicht der Fall.

Ryle, Spureon und andere hatten Einfluss darauf, wie für die Rückkehr der Juden eingetreten wurde. Als die Bibel Studierende sehnten sie sich danach die Rückkehr Jesu Christi zu erleben. Bevor das geschehen konnte, mussten die Juden in ihr eigenes Land (Israel) zurückkehren. Sie erkannten dies aus prophetischen Abschnitten im Alten Testament, die den Messias in Jerusalem vorhersagen, wo er einem wiederhergestellten jüdischen Volk erscheint. Das wurde dann der zentrale Kern ihrer Gebete und politischen Handlungen, aber es schien unmöglich, während das antike Land Israel unter muslimisch-türkischer Kontrolle war und das jüdische Volk 1.900 Jahre lang zerstreut war.

1896 schrieb der österreichische Journalist Theodor Herzl, aufgebracht durch den Antisemitismus, den er um sich herum erlebte (besonders die berüchtigte Dreyfus-Affäre) „Der Judenstaat“ über die Notwendigkeit den jüdischen Staat wiederzugründen als einzige praktikable Lösung für das Überleben des jüdischen Volks.

Als Herzl die Bewegung startete, die als „Zionismus“ bekannt wurde, schloss er Freundschaft mit dem evangelikalen christlichen Pastor William Hechler. Hechlers Kontakte in hohe Stellen als diplomatischer Kaplan in Wien ermöglichte es Herzl wertvolle Unterstützung für den Zionismus zu gewinnen, was auch half einflussreiche Führungskräfte, darunter den Kaiser von Deutschland, dafür zu gewinnen.

Historiker haben vermerkt, dass der Zionismus, hätte Herzl nicht Hechlers Unterstützung und Ermutigung zur Fortsetzung seiner Arbeit gehabt, niemals als politische Bewegung entstanden wäre. Hechler, ein geistlicher Erbe von Leuten wie Ryle und Spurgeon, war einer der ersten „christlichen Zionisten“.

Als das 19. Jahrhundert zum 20. Wurde, entwickelte sich eine weitere Partnerschaft zwischen Juden und Nichtjuden, die der Schlüssel zur Förderung des Traums eines wiederbelebten jüdischen Heimatlandes war. Chaim Weizmann, 1894 geboren, war eines von 15 Kindern eines jüdischen Paares in Weißrussland. Er studierte in Deutschland Biochemie und zog 1904 nach Manchester. Als er in den folgenden Jahren ein führender  Biochemiker wurde, wurde Weizmann auch ein Führer in der zionistischen Bewegung in Britannien.

Während des Ersten Weltkriegs entwickelte eine wichtige chemische Zutat für Schießpulver, die die britische Regierung auf ihn aufmerksam machte, besonders Lord Balfour, mit dem er bereits Freundschaft geschlossen hatte.

In Schottland geboren wurde Arthur Balfour 1885 Abgeordneter für Manchester East (wo er Weizmann erstmals traf); er wurde 1902 bis 1905 Premierminister. 1917, als die Balfour-Erklärung angefertigt wurde, war er Außenminister.

Das war die Partnerschaft, die schließlich zu dem Brief führte, die bis heute als die „Balfour-Erklärung“ (Balfour war der Unterzeichner) bekannt wurde. Es entwickelte sich eine Freundschaft, während der Weizmann, der leidenschaftliche Zionist, Balfour – einen evangelikalen Christen, der für die jüdische Wiederherstellung war, vom Fall einer Heimat für das jüdische Volk dort, was damals „Palästina“ war, überzeugte.

Großbritanniens strategische Bedürfnisse, aufkeimende Allianzen mit arabischen Führern und die klare Gerechtigkeit des Traums der Zionisten vereinigten sich am 31. Oktober 1917, als Großbritanniens Kriegskabinett (das zumeist ebenfalls aus evangelikalen Christen bestand) stimmten der endgültigen Fassung eines Briefes an Lord Rothschild und den Zionistischen Bund zu; ein Brief, der als „die Balfour-Erklärung“ bekannt wurde.

Am 31. Oktober 1917 fand ein weiteres Ereignis statt, das ein Schlüssel zu den Absichten war, die in der Erklärung zum Ausdruck kamen. General Allenby gewann die entscheidende Schlag gegen die Türken und Deutschen um die Wüstenstadt Beer Sheva. Ohne einen Plan für die Zukunft wäre der Sieg bei Beer Sheva nur eine weitere Schlacht in einem langen und blutigen Krieg gewesen, eine Fußnote in der Geschichte. Die zwei Ereignisse, die gleichzeitig, aber tausende Kilometer voneinander entfernt stattfanden, war ein sicheres Zeichen, dass dies Gott war, der Seinen Plan für die Wiederherstellung des jüdischen Volkes in seinem Land der Erfüllung näher brachte.

Allein für sich hatte die Balfour-Erklärung wenig juristisches Gewicht. Sie war einfach Ausdruck einer Absicht der britischen Regierung, die gerade im Amt war. Fünf Jahre später jedoch, in der Folge des Ersten Weltkriegs, wurden ihre Absicht und der größte Teil ihres Wortlauts mit der Erklärung von San Remo und des britischen Mandats für Palästina ins Völkerrecht aufgenommen.

Christen und biblische Lehre waren entscheidend für die Ereignisse, die zu den Erklärungen führten; sie gehen direkt auf die Reformation zurück. Das gibt Christen, die das jüdische Volk und den Staat Israel lieben, ein Verlangen im November 2017 zusammen mit der jüdischen Gemeinschaft das hundertjährige Bestehen dieses kurzen, aber grundlegenden Dokuments zu feiern.

Die Kriege des Islam: Die Schiiten sind am Drücker

Elder of Ziyon, 3. November 2016

EoZ-Fan Miki sah bei Mida diesen Artikel in Hebräisch und übersetzte ihn

Die Kriege des Islam: Die Schiiten sind dran

Dr. Mordechai Kedar

In dem Kampf, der seit mehr als tausend Jahren tobt, waren die Sunniten immer das dominierende Segment des Islam. Der Zusammenbruch der arabischen Nationalstaaten, der Rückzug der USA und die Stärkung des Islam verändern das Kräftegleichgewicht, wobei viel Blut vergossen wird.

Erleben wir, wie sich die Räder der Geschichte drehen? Vielleicht. In dem furchtbaren Krieg zwischen Sunniten und Schiiten hatten Erstere immer die Oberhand. Heute scheint sich die Situation allerdings zu verändern.

Als Mohammed, der Prophet des Islam, im Jahr 632 die Augen für immer schloss, begann uners seinen Verwandten der Kampf um seine Nachfolge. Sein Cousin Ali Ibn Abi Talib, der auch Mohammeds Schwiegersohn war, nachdem er dessen Tochter Fatima heiratete, beanspruchte die Herrschaft für sich und dass Mohammed ihm die Nachfolge versprochen hatte. Die anderen Kandidaten bestritten seine Ansprüche und zwangen ihn zu 24 Jahren Kampf, bevor ihm er Aufstieg schließlich gelang und er 656 n.Chr. der vierte Kalif wurde.

Doch selbst dann hatte er nur eine kurze Pause. Der Gouverneur von Damaskus – Mu’awiyah Ibn Abu Sufian – verriet ihn sechs Jahre später. 661 wurde Ali ermordet und Mu’awiyah wurde der 5. Kalif. Die Söhne Alis setzten den Kampf fort und der neue Kalif wehrte sich heftig. 680 wurde Alis Sohn Hussein ermordet und sein Kopf in Damaskus zur Schau gestellt. Die Muslime, die Ali und seine Nachfolger unterstützten, sind die Schiiten; und die, die die Leute unterstützten, die sie verdrängten und seine Nachfolge beendeten, sind die Sunniten.

Dieser 1.384 alte Kampf sind in die Geschichte, die Philosophie und die Politik des Islam eingewoben. Der Kampf findet in vielen Arenen statt, von den heiligen Schriften zu den Gebeten, vom Religionsgesetz bis zu den Namen von Menschen. Aber am meisten findet er dem richtigen Schlachtfeld statt. Diese Kämpfe kosteten vielen Millionen Muslimen das Leben, wobei die gegenseitigen Massaker während verschiedener Zeiträume stattfanden.

Der Niedergang der Sunniten

Der Krieg zwischen dem Irak unter Saddam Hussein und dem Iran unter dem Schiiten Khomeini,d er von 1980 bis 1988 dauerte, kostete rund einer Million Menschen das Leben und verletzte viele weitere Millionen. Der Kampf geht heute mit voller Gewalt auf verschiedenen Schauplätzen weiter: Syrien, Irak, Jemen, Libanon, Pakistan, Afghanistan usw. Saudi-Arabien hat heute die Führung der sunnitischen Welt, der Iran führt die Schiiten.

Rund 85% der Muslime weltweit sind Sunniten, was die Schiiten zu einer Minderheit von 15% macht. Dieser Zustand hatte zum Ergebnis, dass die Sunniten normalerweise die Gewinner waren und die Kontrolle hatten, während die Schiiten besiegt sind, beten und hoffen, dass sie eines Tages sich ihr Los eines Tages ändert. Der elende Zustand der Schiiten sorgte dafür, dass sie sich „al-Mustadafin“ nannten – ein Begriff aus dem Koran, der „die Erniedrigten der Erde“ bedeutet. Sie beteten und hofften, dass sich die Gezeiten ändern und sie die Oberhand gewinnen würden.

In den letzten Jahren scheint es so, als seien die schiitischen Gebete erhört worden. Die Revolution im Iran 1979 gab den religiösen Führern der Schiiten ein großes und reiches Land, von dem aus sie ihre Revolution in den Rest der Welt exportieren können. Sie machten das, indem sie Propaganda, Bildung, Geld und Bücher in jedes Land schickten, in dem Schiiten leben, was darauf abzielt ihre antisunnitischen Emotionen zu stärken. Als die Herzen erst einmal bereit waren, folgten bald Waffen, Munition und militärische Ausbildung nach. Wo immer möglich, bauten Schiiten das Potenzial auf die Regierung zu übernehmen.

Die Welt hat das gesehen. Andere Länder verstanden die Pläne der Ayatollahs zur Kontrolle, entschieden sich aber zu ignorieren, was sie sahen. Sie machten das, weil Öl und Gas ein stärkerer Motivator waren als alle anderen Überlegungen, darunter die Sicherheit ganzer Länder und der Zustand des Friedens in der Welt. Unter dem wachsamen Auge der Welt entwickelte der Iran Raketen, Panzer, Schusswaffen und Kampfflugzeuge, chemische und biologische Waffen und sogar Atomwaffen. Es gab Versuche die militärische Expansion des Iran aufzuhalten, aber die Freunde des Iran im Sicherheitsrat – Russland und China – stellten sicher, dass er seine Übernahme der islamischen Welt ohne Unterbrechung fortsetzen kann.

2003 stürzten die USA den größten und gefährlichsten Feind der Schiiten, Saddam Hussein.

Die Ayatollahs betrachteten das als Bestätigung, dass Allah auf ihrer Seite ist, ihnen die Hilfe der Weltmächte gab – Russlands im Sicherheitsrat und der USA im Irak. Die Ayatollahs setzten ihr Atomprogramm trotz der gegen sie verhängten Sanktionen fort; ihr Durchhaltewille, in Verbindung mit der unsoliden US-Außenpolitik hat die Atomvereinbarung von 2015 herbeigeführt. Die Milliarden Dollar, die die Ayatollahs seitdem erhielten und die gut in die verschiedenen Killing Fields des gesamten Nahen Ostens investiert worden sind, haben den Ayatollahs gezeigt, dass sich die Straße an die Spitze der Welt unter ihren Füßen liegt.

95.000 iranische Kinder wurden während des Kriegs zwischen Iran und Irak verletzt oder getötet. (Quelle: Wikimedia Commons)

Mit Hilfe der westlichen Welt und ihrem Krieg gegen Saddam Hussein schafften es die Schiiten den Sunniten den Irak abzuringen. Heute ringen sie mit Hilfe der christlichen Russen Syrien seiner sunnitischen Mehrheit ab. Die Schiiten massakrieren die sunnitische Bevölkerung gnadenlos, wie wir in den letzten Monate in Fallujah, Ramadi, Haleb und dem Jemen sehen konnten und rücken heute auf Mossul vor, der Finanzhauptstadt des Irak.

In den letzten zwei Jahren kontrollierte der sunnitische „Islamische Staat“ Mossul, schlachtete Schiiten um sich herum ab. Während die Stadt jetzt belagert wird, schärfen de Schiiten ihre Messer, bereit für Generationen an Übergriffen ihre Rache am Islamischen Staat und allen sunnitischen Bürgern zuüben.

Ein kulturelles Klima der Gewalt

Es ist sehr traurig zu sehen, dass ein etwa 1.400 Jahre alter Konflikt immer noch Ströme an Blut in diesem Teil der Welt vergießt. Der Kampf ist entsetzlich, weil er keine Grenzen kennt – weder geografisch noch moralisch – und weil alles im Vorhinein bekannt ist: Es ist klar, dass es in Mossul ein Massaker geben wird. Die Frage lautet nur, wie groß es sein wird: Dutzende? Hunderte? Tausende? Zehntausende? Bisher weiß man das nicht, aber ich habe keinen Zweifel, dass es ein Massaker geben wird.

Man sollte erwarten, dass Menschen, die alternativen Lebensstilen ausgesetzt wurden, ihr Verhalten anpassen würden. Selbst wenn die Iraker nicht in Europa leben, sehen sie doch fern, hören Radio, lesen Bücher du Zeitungen und hatten jede Menge Gelegenheit zu sehen, wie Menschen an Orten wie den USA und Europa leben. Ihnen wurden die materiellen Vorteile und das Glück gezeigt, die man verfolgen kann und die in westlichen Ländern erreicht wurden. Darüber hinaus nehmen Menschen des Nahen Ostens, wenn sie an andere Orte reisen – egal, ob zu Besuch oder um dorthin zu ziehen, im Großen und Ganzen die Gewohnheiten ihrer Gastgeberländer. Es gibt immer Ausnahmen, wie wir in Deutschland während der Neujahrsfeiern sehen konnten, aber die meisten arabischen Migranten haben kein Problem damit neues Verhalten zu übernehmen, was nahe legt, dass es kein genetisches oder Rassenproblem gibt.

Das Problem erhebt sein Haupt, wenn sie in ihrem Heimatland sind, mit ihrer Kultur der Gewalt und der Ausrottung von Feinden. Hier überleben nur die Stärksten und der Schwache befindet sich in der Tat in einer verzweifelten Lage. Hier werden Konflikte nicht gelöst – sie werden verankert und werden so lange fortgesetzt, wie beide Seiten existieren. Hier wird ein Konflikt gelöst, wenn eine Seite aufgibt, klein beigibt oder ausgelöscht wird.

Und hier versucht Israel zu überleben. Das ist keine einfache Aufgabe. Einerseits ist Israel eine Insel westlicher Kultur und eine vollständige Demokratie, was bedeutet, dass es mit seinen Feinden nicht so umgehen kann, wie die einander behandeln; andererseits werden die Juden in Israel, wenn Israel sich entsprechend der Moralvorstellungen verhält, die in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg vorherrschte, ganz schnell einen Fußtritt zurück nach Europa zurück erhalten.

Das ist ein komplexes Dilemma und in der israelischen Öffentlichkeit tobt die Diskussion dazu. Sie wird so lange weiter gehen, solange Israel um seine Existenz im Nahen Osten kämpft – wegen der Kluft zwischen der Kultur, die wir sein wollen, und dem, was wir tun müssen.

Das erfundene Volk im 19. Jahrhundert

Elder of Ziyon, 10. Dezember 2011

Die palästinensischen Araber und ihre Israel hassenden Freunde sind wegen Newt Gingrichs Beschreibung, sie seinen ein „erfundenes Volk“ ausgeflippt.

Man muss in der Geschichte nicht weit zurückgehen, um zu sehen, dass die verschiedenen arabischen Gemeinschaften Palästinas nichts mit einander gemein hatten und einander in Wirklichkeit bekämpften.

Aus der The New Werner Twentieth Century Edition of the Encyclopaedia Britannica, Eintrag zu Palästina, 1907:

Die arabischen Stämme verpflanzten ihre alten Unterschiede nach Palästina, besonders die zwischen den Nördlichen und den Südlichen Arabern (Kais und Jemen; vgl. „Arabia“). Die arabische Bauernschaft ist weiter in Clans gespalten; z.B. westlich von Jerusalem in die Bezirke der Beni Hassan und Beni Malik, nördlich davon in die Beni Harith, die Beni Zeid und die Beni Murrd und nach Osten die Beni Salim. Bis vor kurzem waren die Beziehungen der getrennten Fellachen-Clans eine gegenseitiger Feindseligkeit und betätigten – ungehindert durch die türkische Regierung – in blutrünstigen Konflikten. Was die Verhaltensweise und die Sprache angeht behalten die palästinensischen Bauern (obwohl Arabisch allgemein en vogue ist) vieles Althergebrachte bei. Es wäre aber überspannt aus ihren Traditionen heraus zu behaupten, es würden bei ihnen immer noch urzeitlich-kanaanitische Elemente existieren. Der vorherrschende Typus ist in Wirklichkeit syro-arabisch, in vielen Distrikten rein arabisch; und ihre abergläubischen Bräuche sind zum Teil Überbleibsel syrische Glaubensvorstellungen, zum Teil moderne arabische Reproduktionen, unter ähnlichen externen Bedingungen entstanden, althergebrachten Aberglaubens. Diese Bemerkungen sind auf die Heiligenverehrung anwendbar, die sich gegenwärtig über die gesamte orientalische Welt ausbreitet. Die Fellachen sind insgesamt eine fleißige, genügsame Rasse, der es nicht an Intelligenz mangelt. Würden sie von einer gerechten Regierung gut behandelt, die sie sie vor den Erpressungen durch Nomadenstämme schützt, wären sie das Mittel – mit Hilfe der Kapitalisten – die Kultivierung des Landes mächtig zu verbessern, insbesondere in den verschiedenen Tiefebenen des Distrikts. Sie wählen ihre Dorfscheiks, die den größten Teil ihrer Autorität aus ihrem Ansehen und ihren Tugenden, ihrem Mut und ihrer Großzügigkeit. Die Beduinen, d.h. wandernde Stämme rein arabischer Herkunft, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in dem Land. Bis vor kurzem besuchten sie gewöhnlich bestimmte besiedelte Distrikte und erpressten die Bauern; sie finden ihre unstrittigen Herrschaftsbereichen in diesen Distrikten, die nicht zu kultivieren sind und nur für Viehzucht taugen, und in anderen fruchtbaren Teilen, die aus verschiedenen Gründen nicht vom Landwirt besetzt sind. Zur ersten Kategorie gehört der Wüstengürtel westliche des Toten Meeres, die südlichsten Teile des Landes westlich des Jordan und der Süden des Landes jenseits des Flusses (Moab); zur zweiten gehört ein großer Teil der Ebene am Meer, der Senke des Jordantals und ein Teil des Landes im Osten. Die Teilungen der arabischen Stämme werden im Artikel über Syrien diskutiert. In Palästina östlich des Jordan sind die Beni Sakhr (Moab) von größter Bedeutung; Jebel ’Ajlun ist der Sitz der ’Adwan. Die Ghawarine (die Einwohner von Ghor oder der Jordansenke) formen eine merkwürdige Rasse, die – weil teilweise landwirtschaftlich orientiert – siedelten seit langer Zeit im Distrikt. Vom Typ her, wie auch in ihrer Degeneriertheit, unterscheiden sie sich von andere Beduinen. Der wahre Lebensstil der Beduinen kann nur jenseits des Jordan oder im Süden Palästinas beobachtet werden, das die Stämme westlich des Flusses, wie die Ta’Smire und Jehalin im Süden alle mehr oder weniger heruntergekommen sind.

Der Palestine Exploration Fund recherchierte 1884 die Namen der Stämme um Jerusalem und entdeckte etwas Faszinierendes:

Wenn wir uns aber der Landkarte Arabiens in den Tagen Mohammeds und Omars zuwenden, finden wir die folgenden Stämme dort repräsentiert:
Beni ‘Amir, ein Stamm des Nejed bei Yemana oder wieder südöstlich von Medina.
Beni Harith, ein Stamm des Jemen nordöstlich von Sana.
Beni Murreh, sowohl östlich von Medina als auch südlich der Oase Jauf.
Beni Suleim, östlich von Medina.
Beni Malik, ein Teil der Beni Temim, der bei Yemana lebte.

Es war die Hilfe dieser und anderer Stämme, die dem berühmten Khaled 634 n.Chr. half die Römer* auf dem Hieromax zu besiegen; und unter Omar fegten sie kurz darauf über Palästina hinweg.
Es scheint daher möglich, dass wir mit diesen lokalen Namen eine Spur der Eroberung Syriens durch Omar haben und dass die Hügel Judäas und Samarias regelmäßig unter seinen Anhängern aufgeteilt wurden. Die vornehmen Familien Jerusalems behaupten immer noch damals „mit dem Eroberer hergekommen“ zu sein. Damit haben wir schlicht ein weiteres Beispiel dafür, dass das Überleben früher Teile der Muslime in Syrien und die Teilung der Gruppen der Keis und der Yemeni, die in die frühen Tage des Islam zurück verfolgt werden kann, immer noch nicht ausgestorben ist und man sich im südlichen Palästina gut daran erinnert.

Andere Forscher der jüngeren Vergangenheit stimmen dem zu – die Stämme Palästina waren umgesiedelte Splitterstämme aus verschiedenen Teilen Arabiens und behielten ihre Namen.

Ein später geschriebenes Werk namens Syrian Stone-lore, or The Monumental History of Palestine (Syrische steinerne Sagen oder: Die monumentale Geschichte Palästinas), ebenfalls für den Palestine Exploration Fund geschrieben, scheint viel aus dem Zitat von oben entlehnt zu haben, fügte aber hinzu:

1881 hörte ich, wie in Taiyibeh von einem langen Bericht der Auseinandersetzungen dieser Gruppen berichtet wurde (s. ‚Memoirs‘, Vol. iii), die in recht junger Vergangenheit stattfanden. In Palästina waren die östlichen Araber die Yeimini-Partei und die siedelnde Dorfbevölkerung hauptsächlich die Keis-Partei. Diese Fehde der Keis und der Yemini, die während der Omayyaden-Herrschaft über Palästina entstand, war eine Aufspaltung zwischen den aramäischen oder nordarabischen Stämmen, die den Anspruch erhoben von den Aditen abzustammen, und den jemenitischen oder südarabischen Stämmen, die beanspruchten vom Himyar und vom Kahtan abzustammen. Den beiden Gruppen schlossen sich jedoch aus rein politischen Motiven verschiedene Stämme an, so dass die Teilung nicht genau eine rassische ist. Im Jahr 64 muslimischer Zeitrechnung hatte Merwan in der Schlacht von Merj Rahif einige Stämme südarabischer Herkunft auf seiner Seite.

Das ist nicht umstritten. Die einfache Tatsache ist, dass die Araber Palästinas sich vor dem Jahr 1900 voll und ganz mit ihren Stämmen und Dörfern identifizierten udn überhaupt nicht miteinander; sie hatten nicht mehr gemeinsam als sie mit ihren Nachbarn jenseits des Jordan und in Syrien hatten.

Zu sagen sie seien ein „Volk“, ist schlicht erfunden. ES kann argumentiert werden, dass sie heute ein Volk sind, hauptsächlich wegen ihres geteilten Leides durch die Hand ihrer arabischen Brüder, doch für die Zeit vor dem 20. Jahrhundert ist das schlicht nicht wahr.

* Elder of Ziyon offenbart hier nicht zum ersten Mal Probleme mit der Kombination von Mathematik und Geschichte.
** So wurden die Byzantiner von den mohammedanischen Arabern genannt.