Oxfam fälscht die Bilanzen, schreibt Palästinensern zu sie beherbergen 2.000.000 Flüchtlinge

Elder of Ziyon, 19. Juli 2016

Oxfam hat einen neuen Bericht dazu, dass westliche Staaten nicht genug tun, um die weltweite Flüchtlingskrise anzugehen:

Die Verantwortung für die Versorgung der Flüchtlinge mit Unterkunft, Lebensmitteln und Gesundheitsvorsorge sowie mit Arbeit und Bildung fällt in unverhältnismäßig starke Weise ärmeren Ländern zu, die sich oft abstrampeln, um den Bedürfnissen des eigenen Volks nachzukommen oder riskieren ihre eigene Stabilität gefährden.

Die sechs reichsten Länder der Welt, die mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaft stellen, beherbergen nur 8,8 Prozent der Flüchtlinge und Asylsuchenden der Welt. Unter den Ländern hat alleine Deutschland mehr als 736.000 Menschen aufgenommen, während die USA, Großbritannien, Frankreich, China und Japan die verbleibenden 1,4 Millionen unter sich aufteilen.

In scharfem Gegensatz dazu ist die Hälfte der Flüchtlinge und Asylsuchende der Welt – fast 12 Millionen Menschen – von Jordanien, der Türkei, den Besetzten Palästinensischen Gebieten, Pakistan, der Libanon und Südafrika aufgenommen worden, deren Wirtschaftskraft zusammen weniger als zwei Prozent der Welt beträgt.

Hier die Zahlen, die sie anführen:

Diese Zahlen sind durch die Hinzufügung von palästinensischen „Flüchtlingen“ völlig verzerrt.

Die „Flüchtlinge“ in der Westbank und dem Gazastreifen sind nach keiner zurechnungsfähigen Definition Flüchtlinge, da sie in dem Land leben, aus dem sie geflohen sein sollen.

Die weit überwiegende Mehrheit der „Flüchtlinge“ in Jordanien – mehr als zwei Millionen – sind palästinensische Staatsbürger Jordaniens!

200.000 der palästinensischen Flüchtlinge, die sich im Libanon befinden sollen, gibt es gar nicht und der Rest sind Nachkommen von Flüchtlingen – obwohl der Libanon sie ausnehmend schlecht behandelt.

Oxfam hat einigen Grund die Zahlen zu frisieren, die Flüchtlinge beinhalten, die keine Flüchtlinge sind. Wenn man die 5 Millionen falschen palästinensischen Flüchtlinge aus der Rechnung herausnimmt, dann geht die Zahl der von diesen sechs armen Staaten (und Quasi-Staaten) beherbergten Flüchtlinge von fast 12 Millionen auf etwa 7 Millionen zurück.

Das erklärt Oxfams Entscheidung die palästinensischen „Flüchtlinge“ in den Bericht einzubeziehen aber nicht wirklich.

Die jüngste Trendbericht des UNHCR von Mitte 2015 führt die Gastgeberländer der echten Flüchtlinge bereits an der Spitze – und sie sind zumeist immer noch arme Länder (beachten Sie, dass die Zahlen zu Jordanien und dem Libanon im Vergleich zu Oxfams Zahlen aussehen):

Oxfam hätte sein Argument zu den armen Ländern, die die Hauptlast der Beherbergung des Großteils der Flüchtlinge machen können, ohne die falschen UNRWA-Flüchtlingszahlen dazuzutun.

Offenbar will Oxfam die Palästinenser mit einem Heiligenschein versehen und so handeln, als wären sie eine Art humanitäres Kraftpaket, weil sie so großherzig ihrem eigenen Volk gegenüber, dass sie im Land leben dürfen, bis sie herausgefunden haben, wie sie Israel vernichten können.

Nutzt man die Zahlen des UNO-Menschenrechtsrats, dann steigt der Anteil der von den sechs reichsten Ländern aufgenommenen Flüchtlinge von 9% auf 14%. Sie hätten ihr Argument mit Hilfe der echten Zahlen anbringen können, aber die falschen palästinensischen „Flüchtlinge“ peppen ihre Statistiken auf.

Zum Mindesten offenbart dies, dass NGOs mehr als bereit sind Statistiken zu frisieren, im vollen Wissen, dass die Nachrichtenmedien ihre Zahlen blind akzeptieren werden.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (24.-30. Juli 2016)

Montag, 25.07.2016:

Die Familie von Avra Mengistu (der von der Hamas im Gazastreifen festgehalten wird) und einige Aktivisten verzögeten, dass Verwandte von in einem Gefängnis einsitzenden Terroristen die Häftlinge besuchen können, indem sie die Zufahrt blockierten und Flugzettel an sie verteilten.

Dienstag, 26.07.2016:

Heckmeck:
– Der Generalsekretär der Arabischen Liga sagte zum Abschluss des Gipfels in Mauretanien, dass die Liga die französische Friedensinitiative unterstützt.

Mittwoch, 27.07.2016:

Im Verlauf der Aktion zur Festnahme der Mörder von Rabbi Michael Mark wurde eine Hochspannungsleitung beschädigt, was zu Stromausfällen im Gush Etzion führte. Dadurch bedingt fielen auch Wasserpumpen aus und die Einwohner hatten eine Zeit lang kein Wasser.

Der Chef von Gush Shalom schließt sich Jibril Rajoubs Forderung an israelische Fußballvereine aus Judäa und Samaria aus der israelischen Fußballliga auszuschließen, weil sie „auf palästinensischem Land agieren“. Sie benötigten die Erlaubnis der palästinensischen Fußballliga, um in Israel spielen zu dürfen und hätten diese nie beantragt.

EU-Chefin zur Bekämpfung von Antisemitismus trifft sich mit Ashrawi, deren Organisation MIFTAH Antisemitismus forciert

Elder of Ziyon 15. Juli 2016

Die EU-Koordinatorin für die Bekämpfugn von Antisemitismus, Katharina von Schnurbein, traf eine der führenden Lieferanten von Antisemitismus in der PLO, Hanan Ashrawi; dabei wurde ihr gesagt, dass israelische Juden die wahren Rassisten sind.

Ja, das ist wirklich passiert.

Einen Tag nach dem Treffen in der Knesset, bei dem Schnurbein sagte, sie habe erkannt, dass hinter Antizionismus oft Antisemitismus steckt traf sie sich mit Ausstellungsstück A.

Und Ashrawi enttäuschte nicht; sie hielt eine Tirade über „die rassistische Kultur des Hasses, die durch die Besatzungsmacht genährt wird“.

Man darf sich erinnern: Ashrawis Organisation Miftah hatte Artikel auf ihrer Internetseite, in denen es hieß, Juden äßen Matze an Pessah mit christlichem Blut gemacht würde und verteidigte das damit, mich zu beschimpfen, weil ich es entlarvte bevor die Medien der Welt anfingen Notiz davon zu nehmen und Miftah sich dann „entschuldigte“ (aber nur auf Englisch, während der antisemitische Artikel auf Arabisch verfasst war).

Danach entdeckte ich, dass Miftah auch bezweifelte, dass es je jüdische Tempel in Jerusalem gab; sie unterstützte Terroranschläge und glorifizierte Selbstmord-Bomber. Zudem verurteilte sie jede Art von Programm, das zum Dialog zwischen Palästinensern und israelischen Juden ermunterte, als „Normalisierung“, was in direkter Gegnerschaft zur EU steht, die mehrere solcher Programme finanziert.

Aber gibt es Jahre, nachdem ich diese antisemitischen Artikel aufdeckte und nachdem die USA und die EU Hanan Ashrawis Miftah weiter finanzierten, immer noch Antisemitismus auf ihrer Internetseite?

Natürlich gibt es ihn!

In diesem Artikel heißt es: „Die Geschichte hat uns gelehrt, dass die Kultur und die Mentalität der Juden eine Kultur des Beschwerens und der Anschuldigungen gegen den anderen (Goyim) ist.“

Der Artikel fährt damit fort, dass der Talmud ein rassistisches Werk ist, aber die angeführten Zitate zeigen eigentlich, dass die Palästinenser jüdische Geschichte nicht anerkennen wollen. Der Artikel zitiert den Talmud so: „Warum wird Israel mit einem Olivenbaum verglichen? Um zu lernen, dass genauso, wie der Olivenbaum seine Blätter in Sommer wie Winter nicht verliert, auch die Kinder Israels niemals ganz aus dieser oder der nächsten Welt verschwinden werden.“ Man kann sehen, wie da beleidigend wäre!

Oder auf ähnliche Weise sagte eine Midrasch, dass Gott alle Städte der Welt verglich, um zu sehen, wohin er seinen Tempel stellen wollte und Er wählte Jerusalem. Das ist ein weiteres Beispiel „jüdischen Rassismus“ der in Wirklichkeit entlarvt, dass die palästinensischen Araber die historischen Fakten der Tempel in Jerusalem und die jüdische Nation nicht akzeptieren wollen.

Ach ja: Der Artikel lobt auch noch den Holocaustleugner Roger Garaudy.

Dieser Artikel geißelt die USA, weil sie ein Gesetz verabschiedet haben Antisemitismus zu beobachten; die Araber seien die einzigen Semiten, heißt es.

Dieser Artikel sagt fälschlich, dass wichtige israelische Rabbiner regelmäßig zum Völkermord an allen Palästinensern aufrufen. Sie rufen manchmal Gott an, er solle Terroristen und diejenigen, die Israel zerstört sehen wollen, vernichten, aber sie bitten nicht um „Völkermord an den Palästinensern“.

Also ja, die für die Bekämpfung von Antisemitismus verantwortliche EU-Beamtin befand dass es nützlich sein würde die Sichtweise von jemandem zu bekommen, deren Organisation für die Verbreitung von Antisemitismus verantwortlich ist.

Und wie das Foto zeigt, war der Besuch nicht ironisch gemeint.

HRW sagt „Flüchtlingslager sollen abgerissen, Flüchtlinge integriert werden“ – bis auf eine Gruppe

Elder of Ziyon, 15. Mai 2016

Ken Roth, Leiter von Human Rights Watch, twitterte einen Artikel des ehemaligen britischen Außenministers David Miliband:

HRW-twitter-Roth-160515Es ist weit humaner Flüchtlinge sich in die Gesellschaft integrieren zu lassen als sie in Sackgassen-Lagern einzusperren. https://t.co/YJqW8yucJv pic.twitter.com/APUVvuh89B
– Kenneth Roth (@KenRoth), 15. Mai 2016

Im Artikel heißt es:

Der ehemalige britische Außenminister David Miliband hat ein Ende des Flüchtlingslager-System und eine Reform humanitärer Institutionen gefordert, „die wir für die Probleme von gestern schufen, nicht für die von morgen“.

Reiche Staaten sollten die 10% am meisten Gefährdeten der 19,5 Millionen Flüchtlinge der Welt aufnehmen und den weniger wohlhabenden Ländern wirtschaftliche Unterstützung für die Integration der Neuankömmlinge als Vollzeit-Einwohner geben, sagte Miliband.

Miliband, der Präsident des Internationalen Rettungskomitees (IRC), verwies auf den Fall Dadaab in Kenia, das größte Flüchtlingslager der Welt, das 330.000 Somalier direkt an der Grenze zu deren Heimatland beherbergt und sagte, es müsse einen „New Deal“ für ärmere Länder geben, die Flüchtlinge beherbergen.

Warum fallen die Kosten für die Beherbergung von Flüchtlingen bei den ärmsten Staaten der Welt an?
Lucy Hovil
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„Die neue Abmachung sieht vor, dass eine kleine Anzahl der Menschen – vermutlich bis zu 10% der Flüchtlinge, die am stärksten Gefährdeten – in reichere Länder umgesiedelt werden, in den Westen und andere Länder; Grund sind ihre medizinischen Bedürfnisse, denn sie sind Waisen usw.“, sagte er.

„Aber dann besteht die einzige Hoffnung für die überwiegende Mehrheit der Menschen darin, produktive Mitglieder der Länder zu werden, in die sie fliehen mussten.

Das ist ein massiver Aufruf an die betreffenden Länder, aber wenn wir sicherstellen können, dass sie internationale Finanzhilfe bekommen und ihre Wirtschaft wachsen kann, dann wird es eine Chance die Art von Situation langfristiger Unterbringung von Menschen wie in Dadaab an Orten zu vermeiden, die Magnete für Kriminalität und auch noch Terrorismus geworden sind.“

Dennoch hat HRW arabische Länder nicht ein einziges Mal aufgefordert palästinensische „Flüchtlinge“ der zweiten, dritten und vierten Generation dauerhaft zu integrieren, deren Zahl täglich zunimmt.

HRW hat ein Merkblatt, auf dem alle Arten aufgeführt werden, auf die arabische Länder Palästinenser diskriminieren. In einem „juristischen“ Dokument, das in den 1990-er Jahre geschrieben wurde, gibt HRW zu:

Alle Staaten sollten dabei helfen dauerhafte Lösungen für Flüchtlingsprobleme zu finden. Idealerweise besteht das darin jeder heimatlosen Person drei Möglichkeiten zur Auswahl zu geben: örtliche Integration, Neuansiedlung in einem Drittland und freiwillige Repatriierung. Im Kontext des Nahen Ostens sollten Länder, in denen heute Palästinenser wohnen, diesen die Möglichkeit der vollen Integration anbieten. Palästinensische Familien, von denen viele seit mehr als 50 Jahren in diesen Ländern leben, haben sich dort ein Leben aufgebaut; ihnen sollte die Möglichkeit gewährt werden dies weiter zu führen. Gleichermaßen sollte die internationale Gemeinschaft denen, die das wünschen, großzügig die Möglichkeit einer Ansiedlung in Drittländern und Hilfe für die dauerhafte Ansiedlung derer anzubieten, dies sich entschieden in der Region zu bleiben, wie auch denen, die die Ausübung ihres Rechts auf eine Rückkehr wählen.

Dann fügt er allerdings hinzu:

Weder die Möglichkeiten der örtlichen Integration und Ansiedlung in Drittländern, noch ihr Nichtvorhandensein sollten das Recht auf Rückkehr erlöschen lassen.

Obwohl also HRW lauwarm einräumt, dass arabische Länder im Idealfall diese Option anbieten sollten, ist die NGO vehement gegen die Vorstellung, dass voll integrierte Palästinenser jemals ihren Wunsch der Vernichtung Israels aufgeben, indem er ihnen sagt, sie allein hätten ein permanentes und unvergängliches „Recht auf Rückkehr“ in Land, in dem sie nie lebten.

In den etwa 20 Jahren seitdem das geschrieben wurde, hat HRW ganz und gar geschwiegen was die Forderung an arabische Länder angeht Palästinenser in ihre Gesellschaften zu integrieren, in denen sie seit 70 Jahren wie zweitklassige Fremde behandelt werden.

Aber heute, in einer brandneuen Flüchtlingskrise, mit Menschen, die in nur ein paar Jahren der letzten Zeit aus ihren Heimen getrieben wurden, wird deren Rückkehr nicht einmal mehr erwähnt und Neuansiedlung als einzige Möglichkeit gepuscht.

Ein HRW-Merkblatt aus dem Jahr 2003 über das „Rückkehrrecht“ in Kroatien zeigt die Scheinheiligkeit von HRW auf:

Wenn heimatlose Personen nicht in der Lage sind in ihre Heime zurückzukehren, weil ihr Besitz zerstört worden ist oder Ansprüche gegen derzeitige Besetzer erfolglos sind, dann haben sie Anspruch auf Entschädigung.

Was bedeutet, dass das „Recht auf Rückkehr“ ausschließlich das Recht auf die Rückkehr in das spezifische Haus der Familie ist, nicht dass die Nachkommen das Recht haben, en masse in ein Land zu ziehen.

Doch diese Vorstellung, dass das Rückkehrrecht nur besteht, wenn das spezifische Eigentum noch vorhanden ist, fehlt in jeder Diskussion um das palästinensische „Recht auf Rückkehr“ völlig, das als pauschales Recht sowie als individuelles Recht angesehen wird, ohne Einschränkungen durch Umstände.

Ken Roth beweist sich einmal mehr als Heuchler, der „Rückkehr“ nur für eine Gruppe Menschen unterstützt und der absolut dazu schweigt ihnen das Recht auf Staatsbürgerschaft in den Ländern zu geben, in denen sie geboren wurden.

Bayreuth – eine Stadt sah Pink!

oder: Die vier edlen Wahrheiten moderner Israelkritik

von Dr. Günter Beck-Mathieu (direkt vom Autor)

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Protest der DIG vor dem Festakt am Audimax der Universität Bayreuth

Aufs Theatermachen, das muss man den Bayreuthern lassen, verstehen sie sich. Eben wurde in der Wagnerstadt eine Posse auf die Bühne gebracht, die das Zeug dazu hat, als Beispiel eines Lehrtheaters für modernen Antisemitismus gelten zu können. Eine Theaterkritik.

Eine Stadt sieht Pink.

Der Plot: Auf Vorschlag der Universität Bayreuth verleiht die Stadt ihren Toleranzpreis an die US-Bürgerrechtsorganisation Code Pink – Vorwürfe an Code Pink wegen antiisraelischer Aktivitäten und Nähe zu Holocaustleugnern werden laut – Die Bayreuther Oberbürgermeisterin rudert zurück: „Bereits begründete Zweifel an der Eignung eines möglichen Preisträgers reichen meiner Meinung nach aus, um den Preis nicht zu verleihen.“ – Die Vergabe des Preises wird ausgesetzt und neu diskutiert – Der israelische Botschafter, die deutsch-israelische Parlamentariergruppe des Bundestages, der bayerische Ministerpräsident, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Oberfranken fordern die Stadträte auf, den Preis nicht zu vergeben – Der Stadtrat stimmt mit 23 von 41 Stimmen gegen die Oberbürgermeisterin nun doch für die Vergabe des Preises an Code Pink – Die Deutsch-Israelische Gesellschaft wirft Code Pink vor, die Boykottbewegung gegen Israel zu unterstützen und Israel als Apartheid-Staat zu bezeichnen – Endlich: Preisverleihung zweiter Klasse im Audimax der Uni Bayreuth vor kleinem Kreis.

Eine Stadt sah Pink!

„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ Wie in Bertolt Brechts gutem Menschen von Sezuan so bleiben auch hier Fragen: Wie kommt eine Stadt mit dem Ruf Bayreuths dazu, Israelfeinde auszuzeichnen? Weshalb schlägt die Universität Bayreuth einen Preisträger vor, der auch akademischen Boykott Israels unterstützt? Was macht die Bayreuther Posse zu einem Muster für des Verhalten gegenüber Juden und dem jüdischen Staat? Brechts guter Mensch von Sezuan ist ein Musterbeispiel epischen Lehrtheaters. In Bayreuth wurde nun eine Lehrposse moderner Judenfeindschaft vulgo Antisemitismus auf die Bühne gebracht. Wir sind aufgerufen, unsere Schlüsse zu ziehen. Brecht wenig später: „Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!“ Nun denn …

In den Bayreuther Ereignissen haben sich auf wundersame Weise vier eherne Lügen gebündelt, die den Feinden Judas als „Wahrheiten“ gelten. Wie für den Buddhisten die so genannten „vier edlen Wahrheiten“ den unhinterfragbaren Grund seiner Religion bilden, so sind diese „vier edlen Wahrheiten“ dem modernen Judenfeind der unhinterfragbare Grund seiner Weltanschauung. Diese „vier edlen Wahrheiten“ bilden den Grundakkord des modernen Antisemitismus, der im Gewande der Israelkritik einherkommt. Die „Wahrheiten“ werden in unterschiedlichen Variationen vorgetragen, doch stets in falschem Diskant. Worin liegt der paradigmatische Charakter des Bayreuther Theaterspiels? Eben darin: Es könnte sich in jeder deutschen Stadt zutragen.

Und das sind die vier edlen Wahrheiten moderner Israelkritik:

  1. Es gibt die Juden und die Anderen.

Nicht nur der Nahostkonflikt, der aber besonders, lässt sich reduzieren auf einen grundsätzlichen Antagonismus von Juden und Nichtjuden. Das ist die Ursuppe aller Judenfeindschaft. Die Wahrheit galt schon immer: Sartre erzählt in seinem Essay zur Judenfrage von 1944 die Geschichte einer Frau, die Probleme mit einem jüdischen Kürschner hatte. Selbstverständlich schimpfte sie auf die Juden. Sie hätte ja auch über die Kürschner herziehen können.

Auch heute: Code Pink und die mit ihnen sympathisierenden Bayreuther kamen nicht einmal auf die Idee, dass es auch andere Konstellationen als Ursache von Unruhe im Nahen Osten geben könne. Wie wäre es zum Beispiel in arabischen Staaten und Gebieten mit einem Gegenüber von korrupten Eliten und einem ausgebeuteten Volk oder einem Gegenüber von islamistischen Fanatikern und eher säkular denkender neuer Mittelschicht? Alle glauben, der Nahe Osten – oder noch besser: die arabische Welt – wäre befriedet, wenn die Gegenüberstellung von Juden und Arabern aufgelöst wäre.

Dieser Dualismus, dieser Antagonismus offenbart ein manichäisches Weltverständnis: Gut und Böse stehen sich gegenüber. Es geht für den Judenfeind nicht um das Gegenüber von Freiheit und Unfreiheit, von Demokratie und Diktatur. Der Antagonismus muss aufgelöst werden und so werden die Juden mehr oder minder höflich ersucht, die Westbank zu räumen. Man könnte mit gleichem Recht wohl auch fordern, dass die Araber aus der Westbank verschwänden. Das allerdings geht nicht wegen der edlen Wahrheit Nummer zwo:

  1. Die Juden sind schuld!

Elsa Rassbach, die Deutschland-Sprecherin von Code Pink, hat bei ihrer Dankesrede für die Verleihung des Preises aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht: „Das palästinensische Volk teilt mit uns allen die Sehnsucht nach Frieden, Freiheit und Sicherheit.“ Und die jüdischen Israelis? Im manichäischen Weltbild stehen sich Gut und Böse gegenüber. Für Israelgegner ist die Rollenzuordnung klar: Die Juden in Israel sind die Bösen, die Araber die Guten! Im Nahen Osten gibt es keine Probleme mit mediokren und brutalen Despoten, es gibt keine Probleme mit unterschiedlichen islamischen Fraktionen, es gibt kein Problem mit islamistischen Fundamentalisten, es gibt kein Problem mit gesellschaftlicher Unterentwicklung, es gibt keine Probleme bei der Gleichstellung von Frauen oder der Unterdrückung von Minderheiten, …

Probleme gibt es, weil die jüdischen Israelis da sind und es für alle wäre besser, sie wären nicht da. Deshalb halten sich Code Pink Aktivisten auch gerne da auf, wo (ausweislich eines Videos auf youtube) skandiert wird: „Judaism yes, Zionism no – the state of Israel has to go!“ Die jüdischen Israelis sind verantwortlich für all das Leid, die Unterdrückung, die Demütigungen – und das nicht nur im Nahen Osten. Grass hyperventilierte einst: „Israel bedroht den Weltfrieden!“

Die Palästinenser dagegen sind immer die Opfer, sie wollen Frieden und die Zwei-Staaten-Lösung. Die Viktimisierung von Palästinensern durch vornehmlich westliche Israelgegner trägt Züge einer Idealisierung des edlen Wilden und zeigt damit neokolonialistisches Denken at its worst.

Die Gründe liegen für G wie GraSS und C wie Code Pink e tutti quanti auf der Hand: Israel hat Land gestohlen und Israel ist ein Apartheid-Staat. Davon lassen sich Ann Wright und Elsa Rassbach von Code Pink auch im persönlichen Gespräch nicht abbringen. Beide kommen aus den USA. Auf die Idee, dass sie als Amerikanerinnen vielleicht auf gestohlenem Terrain leben, kommen sie natürlich nicht. Die Wahrnehmung des Antisemiten bleibt selektiv:

  1. Juden zu bekämpfen ist ein moralisches Gebot!

Code Pink unterstützt den Boykott gegen Israel. Die BDS-Bewegung selektiert: jüdische Israelis werden mit einem Bann belegt. Dabei genügt es bereits, wenn jüdische Künstler oder Wissenschaftler lediglich in Israel geboren wurden.

Da es um den Kampf gegen das Böse geht (in der manichäischen Vorstellung breitet sich das Gute dann ganz von alleine aus), ist diese Selektion nach Religion nicht nur erlaubt, sondern moralisch geradezu geboten. Moderne Judenfeindschaft schwitzt hier Moral aus allen Poren – aber moralisch war der Antisemitismus zu allen Zeiten. Es fanden sich immer Gründe, mindestens die Welt zu retten. Eine spezifisch deutsche Variante dieser Weltrettungsmoral schreckt nicht davor zurück, den Juden gar vor sich selbst zu retten. Diese Rettungsaktion wird meist intoniert mit: „Gerade wir als Deutsche …“ oder: „Gerade als Freunde Israels müssen wir …“. Merke: Der moderne Antisemitismus sagt nicht mehr „Ich bin die Judenfeindschaft!“, sondern: „Ich bin die Judenfreundschaft!“

Ausgerüstet mit diesem moralischen Imperativ darf man alle antisemitischen und antiisraelischen Märchen wiederkäuen: die Israelis klauen wahlweise Wasser oder Land, sie unterhalten ein Apartheid-Regime, bestimmte Gebiete müssen wieder judenrein gemacht werden … Die Palästinenser indes sollten nicht so naiv sein und glauben, dass hier irgendjemand aus Zuneigung zu ihnen handelt. Weit gefehlt! Wo bleiben die Proteste der Israelkritiker gegen die Behandlung der Palästinenser im Libanon oder kürzlich in Yarmouk?

  1. Kritik an Israel ist kein Antisemitismus!

Vor dem Audimax der Uni Bayreuth, in dem die Preisverleihung an Code Pink zelebriert wird, hat sich eine jüdische Amerikanerin postiert, die in Bayreuth studiert. Sie hält ein selbstbeschriftetes Plakat hoch: „Israelkritik ist nicht Antisemitismus. Als Jüdin verurteile ich die israelische Besetzung.“ Am Ende ihrer Dankesrede kündigt Ann Wright an, mit den 10.000 Euro Preisgeld ein Symposion zu finanzieren, das zeigen soll, dass Israelkritik nicht Antisemitismus sei. Ja, der Israelkritiker meint es gut mit Israel, er geriert sich als Freund der Juden.

Wir sind an der Klimax des Theaterstückes angelangt. Es handelt sich hier wohl um die umstrittenste der vier edlen Wahrheiten. Denn Kritik an der Politik eines Landes ist nicht nur erlaubt, sondern geboten. Kritik an der Politik der israelischen Regierung wird wohl nirgends so vehement vorgetragen wie in Israel selbst. Um das zu entdecken, muss man nicht einmal des Hebräischen mächtig sein. Es genügt, die englischsprachigen israelischen Medien zu konsumieren.

Israelfeindlich und antisemitisch wird die Chose nur, wenn die Kritik grundsätzlich wird, zu einem geschlossenen ideologischen System ausgearbeitet oder gar gegen die Existenz des Landes Israel gerichtet ist. Die Israelkritiker bezeichnen sich in solchen Fällen gerne als Antizionisten. Man kann die Politik Ungarns heftig kritisieren, käme aber wohl kaum auf die Idee, sich als „antiungarisch“ oder „antimagyarisch“ zu bezeichnen, die Existenzberechtigung Ungarns zu bestreiten und den Volksstamm der Magyaren wieder zur Rückkehr zum Ural aufzufordern, woher er einmal gekommen ist.

Die Israelkritik, wie sie von Code Pink vorgetragen wurde und von Bayreuth mit einem Preis ausgezeichnet, trägt diese Kennzeichen und ist damit ganz klar antisemitisch. Man kann auch nicht sagen, dass es hier lediglich Brücken zwischen Israelkritik und Antisemitismus gäbe. Nein, diese Art von Israelkritik ist der Antisemitismus leibhaftig. Die Begriffe müssen schon genau sein, denn „wer die Dinge beim falschen Namen nennt, trägt zum Unglück der Welt bei“ (Albert Camus).

Die Bayreuther Stadträte, die für die Preisvergabe votierten, hätten dies alles wissen können. Es wurde ihnen gesagt. Rechthaberei, spießige Bräsigkeit, politischer Dilettantismus und des nötige Quäntchen Judenverachtung haben sie dumm gemacht. Und schämten sich nicht! – Das ist auch eine Form selbstgewählter Unmündigkeit.

Die Lehrposse bietet noch einen Antiklimax: Die Bayreuther Oberbürgermeisterin übergibt den Preis, hält aber eine Rede gegen die Preisverleihung, an deren Höhepunkt sie bekennt: „Die Preisverleihung an Code Pink schmerzt.“

Ja, die Bayreuther können Theater. Und zu ihrer Ehrenrettung sei es gesagt: Bei der Verleihung des Aachener Friedenspreises an Code Pink 2014 gab es keine Proteste.

Dr. Günter Beck-Mathieu ist Vorsitzender der
Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bayreuth-Oberfranken.
Dieser Artikel „Eine Stadt sah Pink!“ ist die Fortsetzung des Artikels „Eine Stadt sieht Pink!

Eine wahre Geschichte, wie Checkpoints Leben retten

Brian of London, Israellycool, 20. März 2016

Angesichts der „Arbeit“ von Breaking the Silence (BtS), die in dem dem explosiven Video hervorgehoben wird, das gestern Abend veröffentlicht wurde, ist es der Zeit für ein anderes, echtes, mit Namen versehenes Zeugnis eines Soldaten im aktiven Dienst, der meine Kinder und mich vor Terroristen sichert.

Ich mache mehrfach täglich die Erfahrung von Sicherheitkontrollen in Israel. Araber tun das auch. Wenn sie mit den Versuchen uns umzubringen wirklich aufhörten, würden all diese Checkpoints innerhalb von wenigen Monaten dahinschmelzen.

Von My Truth auf Facebook:

Alon Malik beim Dienst Leben zu retten – Foto: My Truth

Mein Name ist Alon Malik und ich diente von 2008 bis 2011 als Kämpfer in der Infanterieeinheit Kfir; ein beträchtlicher Teil meines Militärdienstes verbrachte ich an der Front in verschiedenen Bereichen in der Westbank.

Eine der regelmäßigen Aktivitäten in unserem Dienst war es in „Unterständen“ Wache zu schieben, die Ortseingänge überblicken, um [Passanten] auf Waffen zu überprüfen.

Hier ist der Ort festzuhalten, dass niemand, dem wir begegneten, jemals irgendeine Art von Schikane, Misshandlung oder sonstige Belästigung erfuhr. Im Gegenteil, jede einzelne Person, die uns begegnete, wurde absolut angemessen behandelt. Die Routine war unangenehm, aber es war nichts im Vergleich zu den Fällen, in denen wir frische Berichte möglicher Terroranschläge erhielten und wir gezwungen waren Autos einzeln zu kontrollieren, die die Dörfer verließen.

Am besten erinnere ich mich an die Zeit des Januar 2010. Um zehn Uhr morgens erhielten wir die Anweisung der Kommandozentrale sorgfältige Überprüfungen durchzuführen, nachdem es eine ernste Warnung vor einem Fahrzeug gab, das Waffen und Munition an Terroristen schmuggeln könnte, die einen Terroranschlag ausführen könnten. Als wir gerade begannen wie angewiesen zu handeln und die passierenden Fahrzeuge zu kontrollieren, näherten sich ein paar Frauen von „Checkpoint Watch“ und kamen bis auf ein paar Meter an uns heran.

Wir waren bereits daran gewöhnt, dass sie am Wochenende kamen und Fotos und Videos von uns machten. Diesmal begannen sie uns zu beschimpfen und schrien uns an, drängten uns ihre Kameras ins Gesicht; sie stießen uns sogar und versuchten uns energisch von den Fahrzeugen wegzuziehen, die wir kontrollierten. Das sich aus ihren Störungen ergebende Durcheinander verursachte massives Gedränge und einen langen Rückstau an Autos am Dorfausgang. Innerhalb weniger Minuten wurde die Lage völlig chaotisch, da Dutzende Palästinenser sich um uns versammelten, während die Frauen sich meinem Kommandeur und mir entgegenstellten.

Ich werde diese Momente nie vergessen, während denen ich mich dort als Barriere gegen sechs erwachsene Frauen stehend wiederfand, deren Alter von dem meiner Mutter zu dem meiner Großmutter reichte; sie spuckten schlimme Beschimpfungen wie „widerlicher Nazi“, „wie kann deine Mutter sich nicht schämen, dass ihr Sohn sich wie einer von Hitlers Soldaten aufführt?“ und andere furchtbare, abscheuliche Dinge. Als sie versuchten sich an mir vorbeizudrängen, war ich gezwungen meine Arme auszubreiten und sie behutsam davon abzuhalten zu meinem Kommandeur zu kommen, der zu dieser Zeit die Fahrzeuge kontrollierte, um die Überlastung zu reduzieren und die Situation zu bewältigen. Und dann begannen zwei der Frauen in der eisigen Kälte des tiefsten Winters dort in den Hebron-Bergen Wasser aus ihren Trinkflaschen über mich zu schütten, während sie mich stießen und beschimpften – etwas, das ein paar Minuten weiter ging, bis die Gruppe der Kompanieführung kam und sie aus dem Bereich wegbrachte – nach einer halben Stunde, in der sie Ärger machten, in der sie uns von der Verhinderung des nächsten Terroranschlags abhielten, indem sie versuchten uns durch Beschämung und Störung von unserer Pflicht abzubringen.

Ach ja: Zehn Minuten, nachdem die Frauen von Checkpoint Watch weg waren, hielten wir einen roten Toyota an und fanden darin ein M-16-Sturmgewehr und zwei Magazine Munition.

Als Israeli weiß ich sehr genau, wie kompliziert die Lage ist und ich respektiere alle Meinungen, aber als Soldat, der mit Aufgaben ins Feld geschickt worden ist, weiß ich genau, welche Anstrengungen gemacht werden, um den Schaden für alle gering zu halten, die nicht geschädigt werden müssen. Zivile Organisationen zu sehen, die uns, die Soldaten, benutzen um ihre eigene Agenda voranzutreiben, ist daher inakzeptabel und schadet den Soldaten mehr als irgendjemandem sonst.

Das kann man wirklich nicht erfinden. Wogegen bewiesen ist, dass Breaking the Silence genau das weitgehend tut. Und wenn wir schon beim Thema BtS sind: Hier sind diejenigen, die für deren subversive Arbeit zahlen (Quelle: NGO Monitor):

My Truth hat bisher nur über Crowd Funding und die Spende eines israelischen Geschäftsmanns Gelder aufgebracht. Europäische Staaten sind nicht schnell dabei Gelder anzubieten. Die meiste Arbeit am Projekt wird auf Basis reiner Freiwilligenarbeit gemacht. Ein ziemlicher Gegensatz zum internationalen Straßentheater von BtS.