Wenn das IKRK das Gefühl hat, es müsse sich dafür entschuldigen die Wahrheit zu sagen

Evelyn Gordon, 12. Mai 2015 (ursprünglich auf Commentary veröffentlicht)

Es ist nicht schwer Beispiele für zweierlei Maß gegenüber Israel zu finden. COMMENTARY hat erst aus den letzten zwei Tagen zwei Beispiele aus der akademischen Welt und dem Sport veröffentlicht. Doch es ist es wert zu wiederholen, dass solche Vorfälle nicht durch die fanatischen Israelhasser möglich gemacht werden, die eine kleine Minderheit bleiben, sondern von all den „guten“ Menschen, die es besser wissen, aber zu eingeschüchtert sind den Mund aufzumachen. Nirgendwo ist das offenkundiger als in der sogenannten Menschenrechts-Gemeinschaft. Und Beweisstück A ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Jacques de Maio, der die Delegation des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in „Israel und den besetzten Gebieten“ leitet.

Das IKRK hat seinen Teil an Israelhassern hervorgebracht, aber De Maio gehört gewiss nicht dazu. Er erkennt nicht nur, dass Israel nicht der Große Satan ist, als der es allgemein von „Menschenrechts“-Aktivisten dargestellt wird, er ist sogar bereit, das gelegentlich zu sagen – was ihn weit mutiger macht als viele seiner Kollegen. Doch selbst dieses mutiger als der Durchschnitt-Mitglied der Menschenrechtsgemeinschaft ist derart eingeschüchtert, dass wann immer er etwas Positives über Israel sagt, er das Gefühl hat sich entschuldigen zu müssen. Und so erhält man erstaunliche Äußerungen wie diesen Tweet vom letzten November: „Es mag provokant erscheinen, aber ich würde behaupten, dass humanitärer Zugang in Israel und den besetzten Gebieten vergleichsweise außerordentlich gut ist.“

Der Verstand stutzt nur. Es ist „provokant“ die schlichte Tatsache zu äußern, dass Israel, wie jede westliche Demokratie, humanitären Hilfsgruppen uneingeschränkten Zugang gewährt? In seinem nächsten Tweet fügte De Maio hinzu: „Ich kann mich keines anderen Kontextes erinnern, wo wir weltweit operieren, bei dem wir Zugang für humanitäre Organisationen haben, der so gut ist wie hier.“ Aber wenn das die Wahrheit ist, warum sollte es „provokant“ sein das zu sagen? Sollte es nicht genauso natürlich sein, dass Menschenrechtsorganisationen Länder loben, dass sie ihren Zugang ermöglichen, wie es ist sie zu kritisieren, wenn sie das nicht tun?

Aber natürlich ist es das, wenn es um Israel geht, nicht so. Immerhin sind die lautesten Stimmen in der „Menschenrechts“-Gemeinschaft, zu der De Maio gehört, Leute wie Human Rights Watch-Direktor Ken Roth, der bekanntlich Israel letzten Monat dafür kritisierte, dass es das größte medizinische Team der Welt – 30 Prozent allen medizinischen Auslands-Personals – nach Nepal schickte, um den Opfern des Erdbebens zu helfen. In einer Welt, in der „Menschenrechts-Aktivisten“ Israel sogar dafür niedermachen, dass es humanitäre Hilfe bietet – obwohl Roth noch erklären muss, wie seiner Meinung nach die Welt ein besserer Ort wäre, wenn Israel das unterließe – ist es eindeutig nicht selbstverständlich es wegen der Ermöglichung von humanitärem Zugang zu loben. Also entschuldigt sich De Maio dafür, dass er die Wahrheit sagt. Und unzählige seiner weniger mutigen Kollegen entscheiden sich den einfacheren Weg zu gehen und gar nichts zu sagen.

Israel ist auch nicht der einzige, der den Preis für ihr Schweigen zahl – etwas Weiteres, das De Maio recht gut begreift. „Warum gibt es so viel mehr Konzentration auf Israel als auf Syrien [und] andere Orte, wo so viele Zivilisten mehr sterben?“, forderte er im Dezember. „In anderen andauernden Kriegen sterben mehr Zivilisten in einer Woche als in israelischen Kriegen in einem ganzen Jahr.“ Doch sogar der mutiger als der Durchschnitt-De Maio äußerte sich so bei einer Konferenz in Israel, dem einen Ort, wo es relativ „sicher“ ist solche Dinge zu sagen. Und Unzählige seiner weniger mutigen Kollegen werden es überhaupt nie sagen.

So werden alle Hilfsappelle von Menschen weltweit, die tatsächlich humanitäre Hilfe brauchen – in Syrien und „anderen Orten, wo viele Zivilisten mehr sterben“ – weiterhin ungehört bleiben, weil die einzigen „Menschenrechts“-Aktivisten, die ihre Stimmen erheben, diejenigen sind, die von Israel besessen sind. Die anderen sind zu sehr damit beschäftigt einmal mehr zu beweisen, dass alles, was nötig ist, damit das Böse triumphiert, dass gute Menschen nichts tun.

NGOs und die Rückkehr des Antisemitismus

Gerald M. Steinberg, The Times of Israel (blogs), 13. Mai 2015

In den letzten Jahren ist der Antisemitismus – insbesondere in Europa – ist auf Pegel zurückgekehrt, die seit den 1930-er Jahren nicht zu erleben waren. Was nach dem Holocaust nicht vorstellbar war, ist heute Realität – Juden werden bewusst ins Visier genommen, gewalttätig angegriffen und in Synagogen, schulen, koscheren Märkten und Museen ermordet.

Es gibt keinen Zweifel, dass die obsessiven und unverhältnismäßigen Angriffe auf Israel, einschließlich der Verwertung von Begriffen wie „Kriegsverbrechen“ und „Apartheid“, tragen beträchtlich zu der Atmosphäre des Hasses bei. So dokumentierte die Allparteien-Untersuchungskommission zu Antisemitismus in Großbritannien, dass politische Angriffe, die Juden und Israel dämonisieren, in direkter Verbindung mit diesem Anstieg des europäischen Antisemitismus stehen.

Diese Woche werden in Jerusalem Politiker, Journalisten, Diplomaten, Pädagogen und Zivilgesellschaft beim Global Forum for Combating Antisemitism (GFCA – Weltforum zur Bekämpfung von Antisemitismus) zusammenkommen, einem alle zwei Jahre stattfindenden Treffen, bei dem der Stand des weltweiten Antisemitismus eingeschätzt wird. Für die Hunderte Teilnehmer, darunter viele Nichtjuden, ist es unerlässlich diejenigen zu entlarven, die für das Schüren des Antisemitismus verantwortlich sind, ebenso diejenigen, die ihn ermöglichen, damit sie effektive Antworten formulieren können.

In dieser Form des Rassismus spielen mächtige Nichtregierungs-Organisationen (NGOs),d ie behaupten Menschenrechte und humanitäre Agenden zu fördern, aber ebenso europäische Regierungen, die diese NGOs finanzieren, eine zentrale Rolle. Die NGOs führen die Dämonisierungskampagnen an, die sich gegen Israel richten und trotz der umfangreichen Beweise für den von diesen NGOs verursachten moralischen Schaden finanzieren europäische Regierungen unverantwortlich weiter mit Hunderten Millionen Pfund, Euros und Kronen.

Ein Beispiel aus dem Gaza-Krieg im letzten Juli: Dr. Swee Ang Chai, Gründer von Medical Aid for Palestinians (MAP) aus Großbritannien, das Gelder von der Regierung und der EU erhält, bewarb ein virulent antisemitisches Video des weißen Rassisten David Duke, eines früheren Führers des Ku-Klux-Klans. Zusätzlich ist Swee Ang einer der Unterzeichner des „Offenen Briefs für das Volk in Gaza“, der von der britischen medizinischen Zeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde. Der Brief beschuldigt Israel „Kriegsverbrechen“ zu begehen, während er die Verbrechen der Hamas (Raketenfeuer und Terrortunnel vom Gazastreifen in israelisches Territorium) ignoriert und Israel das Recht auf Selbstverteidigung abstreitet. MAP behauptet „eine unabhängige, unpolitische, konfessionell nicht gebundene Organisation für humanitäre Hilfe“ zu sein, ist aber wiederholt als Mittel zur Förderung von Antisemitismus genutzt worden.

2008 erhielt MAP Einnahmen einer antiisraelischen Weihnachtskampagne, die einen „alternativen Liedergottesdienst“ zur „Hervorhebung der aktuellen Realität im Heiligen Land“ anbot. Lord Carey of Clifton, ehemaliger Erzbischof von Canterbury, sprach sich gegen die Veranstaltung aus; er argumentierte, dass „Antisemitismus und Feindschaft Juden gegenüber immer noch unter der Oberfläche christlicher Kreise in Britannien lauert“. Mit Verweis auf den Lieder-Gottesdienst fügte er hinzu: „Solches Tun stärkt eine antiisraelische Agenda, trivialisiert die politischen Fragen und nährt eine antisemitische Kultur.“

Diese „Kultur“, die bei Kirchengruppen verbreitet ist, spiegelt theologischen Antisemitismus, indem er regressive Sprache verwendet, um die jüdisch-christlichen Beziehungen zu schwächen und zum Erliegen zu bringen. Christliche propalästinensische Aktivisten haben auf dieser Grundlage aufgebaut und Resolutionen eingebracht, die ihre jeweiligen Kirchen aufrufen Israel zu boykottieren und Investitionen aus Firmen abzuziehen, die Geschäfte mit Israel machen. Durch die Rekrutierung marginaler jüdischer und israelische Stimmen für ihre Kampagnen erheben die antisemitischen Kampagnenführer Anspruch auf die Fassade der Legitimität.

Parallel dazu ignorieren viele mächtige NGOs, die behaupten Menschenrechte und andere moralische Prinzipien zu fördern, den Antisemitismus. AM 19. April 2015 veranstalte der britische Zweig von Amnesty International seine jährliche Vollversammlung. Von 17 vorgeschlagenen Anträgen wurde als einziger der abgelehnt, der Amnesty-UK aufforderte „sich gegen Antisemitismus im Vereinten Königreich einzusetzen“ sowie als „Lobby der britischen Regierung den Anstieg des Antisemitismus in Britannien zu bekämpfen“ und „Antisemitismus genau zu beobachten“.

Nach Kritik wegen dieser absurden Entscheidung behauptete ein Vertreter von Amnesty-UK: „Unsere Mitglieder entschieden sie diese Resolution nicht zu verabschieden, weil sie eine Kampagne mit einem einzelnen Schwerpunkt forderte.“ Das ist falsch – die NGO hat in der Vergangnheit tatsächlich Kampagnen „mit einem einzigen Schwerpunkt“ initiiert, z.B. mit der „übewältigenden“ Zustimmung zu einer Resolution im Jahr 2010 zu Sinti und Roma, denn: „Innerhalb des letzten Jahres hat sich die weitverbreitete Diskriminierung von und Gewalt gegen Sinti- und Roma-Gemeinschaften in einer Reihe europäischer Länder intensiviert, was Amnesty International innerhalb der jeweiligen Länderberichte veröffentlicht hat.“

Die Abstimmung fand auch im Zusammenhang wiederholter Beispiele an Rassismus innerhalb dieser angeblich moralischen Organisation selbst statt – insbesondere den Aktivitäten des Mitarbeiters Kristyan Benedict, der als Amnestys „Krisenmanager“ geführt wird. Benedict hat eine Geschichte obsessiver antiisraelischer Attacken und antisemitischer Ausbrüche und es wurde wegen einiger seiner sprachlichen Ausbrüche gegen ihn ermittelt. Ernsthafte Schritte wurden jedoch nicht unternommen.

Die fortgesetzte Finanzierung von NGOs durch Regierungen, die antisemitische Aktivitäten betreiben und antisemitische Rhetorik nutzen, setzt ein Schlaglicht auf ein hartnäckiges zweierlei Maß: Hass gegen Juden wird auf eine Art toleriert, die bei anderen rassischen, ethnischen oder religiösen Gruppen undenkbar wäre. Ähnlich werden jüdischen und israelischen Zielen oft die Rechte verweigert zu definieren, was Diskriminierung gegen sie ausmacht. Um diese virulente Form des Rassismus zu besiegen, muss eine effektive Strategie entwickelt und umgesetzt werden und das über einen Zeitraum vieler Jahre. Dieser Prozess muss damit anfangen, dass Regierungsgelder an diese Organisationen gestoppt werden und indem man der Bildung aller Gesellschaftsteile zur Notwendigkeit Antisemitismus zu stoppen fortsetzt.

Das Schweigen wirklich brechen 4: Matan Katzman

Elder of Ziyon, 14. Mai 2015

Aus Facebook:

Ich breche das Schweigen. Hier ist mein Bericht, er setzt eine wichtige Initiative unter dem Hashtag #האמת_שלי (Hebräisch für #My_Truth / #meine_Wahrheit) fort.

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Beit Hanun, Gazastreifen, 2006. Operation „Herbstwolken“. Wir gehen in ein Haus. Am Eingang treffen wir einen Mann und seine Ehefrau. Wir bringen sie in einen Nebenraum und bieten ihnen etwas zu trinken an. Wir fragen den Mann, ob er irgendetwas mit der Hamas zu tun hat. „Nein, natürlich nicht, wir haben keine Verbindung zu denen.“ Dann fragen wir, ob sie irgendwelche Waffen in ihrem Haus haben. „Nein, natürlich nicht“, antwortet er. Das Team bleibt ein paar Stunden im Haus. Bevor sie es verlassen entscheiden sich Soldaten in einem der Räume ein Sofa zu verschieben; sie legen einen Sprengsatz frei, der gepanzerte Fahrzeuge sprengen soll. Der Mann ist heil und unversehrt.

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Beit Hanun, Gazastreifen, 2006. Operation „Herbstwolken“. Wir suchen im Zentrum der Stadt (Kasbah) nach Waffen und gehen von einem Haus zum anderen vor. In einem davon fühlt sich ein Zivilist mittleren Alters nicht wohl. Unser Sanitäter, Roi, diagnostizierte mögliche Herzprobleme. Wir stoppen die Suche nach Waffen und gehen nicht zu anderen Häusern weiter, damit Roi ihn behandeln kann. Mit Hilfe der Tochter des Mannes, die fließend Englisch spricht, rufen wir den Roten Halbmond und dehnen unseren Aufenthalt in seinem Haus aus, womit wir uns exponieren und uns noch weiter gefährden.

Kurz danach hören wir einen mächtigen Knall und Splitter fliegen überall herum. Ein IDF-Team der benachbarten Einheit, die in der Nähe vorging und nicht erfahren hatte, dass wir dem Mann immer noch notfallmedizinische Behandlung im vorherigen Haus leisten, löste versehentlich eine Einbruchs-Sprengsicherung an der Tür des Hauses nur ein paar Meter von uns aus. Es ist ein Wunder, dass niemand verletzt wird.

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Das Viertel Zeithoun, Gazastreifen, 2009. Operation „Gegossenes Blei“. Mein Team hat den Befehl die Kontrolle über ein Wohnhaus zu übernehmen, in dem ein prominenter Hamas-Funktionärs, der dort mit seiner Familie lebte. Die IDF hätte es leicht aus der Luft bombardieren können, aber wir gefährden uns selbst und durchsuchen das Gebäude zu Fuß. Im zweiten Stock, in dem das Elternschlafzimmer ist, gibt es einen großen Kleiderschrank mit einem Spiegel darüber. In einem Fach des Schranks finden wir Granatwerfer, Mörsergranaten, Handfeuerwaffen, Gewehre, Handgranaten, Armeewesten, Funkgeräte, Handys und Tausende Kugeln.

Im Hof finden wir zwei Raketenwerfer zwischen den Olivenbäumen versteckt, wo wahrscheinlich die Söhne des Hamas-Funktionärs spielen. In einer Ecke des Hofs befindet sich eine verdächtige Bude, die wir bei der Durchsuchung als Werkstatt zum Zusammenbau von Raketen identifizieren. Die Bude ist voller Raketen, Sprengkörper, Dünger zur Herstellung von Sprengstoff und arabische Handbücher für den Zusammenbau und den Abschuss von Raketen – alles in einem Wohnhaus, in dem der Funktionär mit Frau und Kindern lebt. Obwohl die IDF einen starken Verdacht hatte, was wir in dem Haus finden würden, was sich alles – und darüber hinaus – letztlich als wahr erweist, wird es nicht aus der Luft bombardiert. IDF-Soldaten – ich und mein Team – werden abkommandiert das Haus zu durchsuchen um damit den Schaden für den Grundbesitz und die Hamas zu minimieren.

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Ich schreibe das, nachdem ich hier sitze und Dutzende Seiten anonymer Aussagen von „Breaking the Silence“ lese, die wie viele andere Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen sind, zu denen es keine Belege gibt, die die Komplexität des Krieges nicht erklären und die Realität der zynischen Benutzung von Zivilisten durch die Hamas ignoriert. Sie sind schlicht ignorant und eine weitere Gelegenheit auf israelische Soldaten einzuprügeln.

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Es gibt Geschichten, die tausendmal heldenhafter sind als meine. Ich suche nicht und brauche keine Aufmerksamkeit. Ich mache das, weil ich stolz auf die IDF bin, ich habe volles Vertrauen in die Soldaten, die an meiner Seite kämpften und ich glaube an ihren hohen moralischen Standard. Ich lehne es ab einer winzigen, anonymen Minderheit die IDF zu verleumden. Ich bin mir Fehlern bewusst, die Soldaten auf dem Schlachtfeld machen. Diese Fälle sind ein winziger Bruchteil der israelischen Soldaten. Sie sind eine Ausnahmen und stehen in keiner Weise für die Soldaten und Offiziere der IDF – einschließlich meiner selbst.

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Es wird höchste Zeit, dass wir Israelis unseren Zynismus abkratzen und anfangen unsere persönlichen Geschichten zu erzählen. Ich hatte neulich die Chance meine Geschichte in den USA bei einer Soldaten-Tour von StandWithUs zu erzählen. Israelische Soldaten: Teilt eure Geschichte mit und fügt den Hashtag #האמת_שלי #My_Truth hinzu.

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Im Bild: Zugang zu dem Haus des Hamas-Terroristen, das nicht aus der Luft bombardiert wurde; Zeithoun, Gazastreifen.

Das Schweigen wirklich brechen 3: Noch ein IDF-Soldat äußert sich

Elder of Ziyon, 13. Mai 2015

Von Avihai Shorshan, übersetzt ins Englische auf Facebook von Tomer Elias:

Auch ich breche das Schweigen.

Hier ist mein Bericht, nichts Besonderes, nur die Spitze des Eisbergs.

Während unseres Einsatzes in der Kasbah von Schem, als wir in einem Haus für einen Hinterhalt eingesetzt waren, bekam ein alter Mann, einer der Einwohner des Hauses, Schmerzen in der Brust. Weil der Rote Sahar eine Gruppe nutzloser Golems ist, evakuierten wir gegen unseren Befehl den altem Mann mitten in der Nacht auf einer Trage, während wir ernsthaft Soldaten in der Gegend gefährdeten und die Preisgabe unseres Hinterhalts riskierten.

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Während unseres Dienstes im Gazastreifen entschied der Bataillonskommandeur, dass als alle Lebensmittelvorratskisten, die der Einheit für einsame Soldaten geschickt wurden, währen des nächsten Einsatzes an die palästinensischen Familien zu verteilen sind. (Wir erhielten viel mehr Lebensmittelkisten als einsame Soldaten in der Einheit waren.) Währen eines unserer Einsätze vor Rosch HaSchana gingen wir zu Fuß in einen Bereich von Jabalia und das gepanzerte Fahrzeug hinter uns brachte die Kisten mit all den Lebensmitteln. Jedes Haus, das wir während des Einsatzes betraten, erhielt eine Feiertagsgeschenk.

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Während eines unserer Einsätze in den Außenbezirken von Sajaia (einer Stadt im Gazastreifen) wurde unser Standort entdeckt. Die Hamas wartete nicht lange und schickte uns einen 10-jährigen Jungen mit einem Sprengstoffgürtel am Körper.

Gegen das Protokoll und die Befehle den Terroristen zu töten entschied sich ein Freund der Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt die Tür bewachte, das Feuer nicht zu eröffnen. Er ging in Deckung und befahl dem Jungen sich auszuziehen und den Sprengstoffgürtel abzunehmen. Wir nahmen den Jungen fest und nach einem Verhör in Israel wurde er gesund und munter entlassen. (Übrigens stellte sich während seines Verhörs heraus, dass sein Bruder, ein hochrangiges Hamas-Mitglied, ihm 10 Schekel zahlte, damit er losging und sich mit uns in die Luft jagte.)

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Nach zwei Wochen Vorbereitung für einen Einsatz, der ein wenig wahnsinnig war, zogen wir los, um die Hamas-Führung in Janin festzunehmen. Wir hatten Geheimdienstinformationen, dass sie sich alle im selben Café treffen wollten.

Nach einem langen Marsch und zwei Wochen Kampfbereitschaft erreichte die Truppe ihren Zielort und wir nahmen alle den Zielort ins Visier. Doch dann erkannte der Geheimdienst, dass das Café und die Umgebung mit Unbeteiligten vollgepackt waren und es kam der Befehl den Einsatz abzubrechen und mit leeren Händen zurückzukehren, um keine Unschuldigen zu schädigen.

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Was ich hier schreibe geschieht nicht selten und ist kein Sonderfall. Ich kann ein ganzes Buch nur über die Fälle schreiben, die wir persönlich in unserem Team erlebten.

Jeder Soldat, der in diesen Bereichen diente, kann viele weitere, ähnliche Erlebnisse schildern.

Ich verschließe nicht die Augen davor, dass im Kampf, besonders in einem urbanen Umfeld, unschuldige Zivilisten geschädigt werden. Ich weiß jedoch von ganzem Herzen, dass die Kommandeure vor Ort und die weiter oben über das Notwendige hinaus gehen werden, um die Zahl der Opfer zu minimieren. Selbst wenn es passiert, ist es ein Fehler, Dinge, die auf jede Weise unglücklich geschehen, überall auf der Welt.

„Breaking the Silence“ versucht zu diffamieren und einen Streit zu schaffen, nichts anderes. Die Organisation ist nicht bereit mit der IDF zusammenzuarbeiten oder ihr Ermittlungsmaterial zu teilen, trotz der ständigen Bettelei der IDF, sie sollten es tun. Abgesehen davon sind alle Aussagen anonym…

Jeder Mensch mit einem Kopf auf den Schultern wird seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen…

Jeder, der in Judäa und Samaria (Westbank) und dem Gazastreifen kämpfte, weiß, was dort tatsächlich geschieht und wie die Befehle aussehen.

Das Schweigen wirklich brechen: Ein weiterer IDF-Soldat äußert sich

Elder of Ziyon, 13. Mai 2015

(Teil 1 ist hier.)

Shachar Eilenberg, ein IDF-Soldat, der im Gazastreifen kämpfte, schrieb als Reaktion auf die Veröffentlichung anonymer „Zeugenaussagen“ durch „Breaking the Silence“ einige seiner Erfahrungen in Facebook nieder.

Operation Fels in der Brandung – Khirbat Ikhza’a
In den frühen Morgenstunden identifizierten wir zwei Burschen, die in der Nähe eines Hauses herumgingen, in dem wir uns befanden. Vier Kämpfe begleiteten Kompaniechef Benaya Sarel und gingen hinaus, um sie „einzukassieren“ und zu uns zu bringen, damit wir sie verhören und sie fragen konnte, was sie in der Gegend machten, die seit eineinhalb Wochen frei von Zivilisten war, einem Gebiet, in dem Kämpfe stattfanden. Nach einer kurzen Befragung durch den Gefangenenvernehmer und Benaya Sarel wurde klar, dass die Burschen gekommen waren, um nach Essen zu suchen und keine Verbindungen zur Hamas hatten. Benaya entschied ihnen etwas von unserem Essen zu geben und sie nach Hause zu entlassen.

Operation Fels in der Brandung – Khirbat Ikhza’a, dasselbe Haus wie in beim obigen Vorfall
Wir sind schon seit einiger Zeit hier und entdecken, dass wegen einer Fehlberechnung der Menge an Lebensmitteln, die wir mitnahmen, unser Team von 13 Kämpfern jetzt nur noch eine Dose Thunfisch hat. In der Küche des Hauses gibt es Nudeln, die das gesamte Team versorgen können. Wir erklären dies dem Kompaniechef und fragten um Erlaubnis die Nudeln zu kochen. Wir bekamen folgende Antwort: „Ihr habt einen Fehler gemacht, ihr habt nicht genug Essen mitgenommen, seid stark und überlebt mit dem, was ihr habt. Die Lebensmittel der Familie zu essen ist Plündern und wir sind keine Armee von Plünderern.“
Und übrigens: Als wir das Haus verließen, haben wir es nicht zerstört.

Operation Fels in der Brandung – in den Außenbezirken von Rafah
1.8.14, 8 Uhr, der humanitäre Waffenstillstand tritt in Kraft

Minuten nach dem Beginn der Waffenruhe taucht ein Radfahrer auf; wir versuchen ihn zu stoppen, aber wegen des Waffenstillstands geht das nicht und er entkommt. Hinterher erkennen wir, dass besagter Radfahrer ein Hamas-Agent war, der losgeschickt wurde um unsere Position auszukundschaften und die Information der Hamas weiterzugeben.

Kurz darauf erspäht Benaya Sarel einen unbewaffneten „Zivilisten“ im zweiten Stock eines nahe gelegenen Gebäudes. Wieder, wie bei dem ersten Vorfall, entscheidet Benaya sich den Zivilisten „einzukassieren“ und herauszufinden, war er in einer Kampfzone tut, wo es seit zweieinhalb Wochen keine Zivilisten zu sehen gab.

Der aus sechs Kämpfern bestehende Kommandotrupp geht raus, um den Zivilisten zum Verhör zu uns zu bringen. Als sie besagten Zivilisten erreichen, ist eine schwere Explosion zu hören und heftiges Feuer wird auf sie eröffnet. All das natürlich während der „humanitären Feuerpause“. Von diesem Vorfall kehrten Major Benaya Sarel, Leutnant Hadar Goldin und Hauptfeldwebel Liel Gidoni nicht zurück. Ich betone noch einmal: Das war während einer Waffenruhe.

Wer immer sagt, unsere Armee sei unmoralisch und kriminell, ist blind und wenn die Soldaten einer solchen Armee Kriminelle sind, dann bin ich stolz ein Krimineller zu sein.

Soldat beschreibt, wie unmoralisch die Hamas ist

Elder of Ziyon, 4. Mai 2015

Sieht man sich weitere Zeugenaussagen von „Breaking the Silence“ an, dann hat man hier ein Beispiel, wie die linke Gruppe sich anstrengt vorzugeben, dass die IDF etwas Unmoralisches tut – es aber in Wirklichkeit die Hamas ist, die versucht die IDF dazu zu bringen Zivilisten zu töten:

Da war dieses offensichtlich geistig behinderte Mädchen im Viertel und die Tatsache, dass Schüsse in die Nähe ihrer Füße abgegeben wurden ließ sie nur lachen (anfangs in dieser Aussage beschrieb der Soldat eine Praxis, dass den Leuten nahe neben die Füße geschossen wurde, um sie dazu zu bringen sich von den Soldaten zu entfernen). Sie kam immer näher und es war jedem klar, dass sie geistig behindert war, also schoss niemand auf sie. Niemand wusste, wie er mit dieser Situation umgehen sollte. Sie wanderte in den Bereich der vorgeschobenen Wachkompanie und einer weiteren Kompanie – ich nehme an, sie wollte nur nach Hause zurück, ich nehme an, sie rannte vor ihren Eltern weg; ich glaube nicht, dass sie sie geschickt hatten. Es ist möglich, dass sie benutzt wurde – vielleicht war es nur Show, ich weiß es nicht. Ich dachte mir, dass es nur Show war und ich gebe zu, dass ich ihr wirklich ins Knie schießen wollte, weil ich überzeugt war, dass es so war. Ich war sicher, dass sie von der Hamas geschickt wurde, um unsere Aufmerksamkeit zu testen, unsere Grenzen auszuloten, um herauszubekommen, wie wir auf Zivilisten reagieren.

Später ließen sie auch eine Herde Schafe auf uns los, von denen sieben oder zehn Bomben von unten an ihre Bäuche gebunden hatten.

Ich weiß nicht, ob ich richtig lag oder nicht, aber ich war überzeugt, dass dieses Mädchen ein Test war. Schließlich schossen genug Leute neben ihre Füße, dass sie offenbar die Botschaft des „Okay, ich sollte vielleicht nicht hier sein“ verstand und sie kehrte um und ging weg.

Der Grund, dass dies geschah, ist der, dass wir früher an diesem Tag von einem alten Mann hörten, der in die Richtung eines Hauses ging, in dem eine andere Einheit saß; [die Soldaten] wussten nicht wirklich, was sie tun sollten, als er auf sie zu kam. Es stellte sich heraus, dass dieser Typ, 70 oder 80 Jahre alt, von Kopf bis Fuß mit Sprengfallen versehen war. Von diesem Moment an war das Protokoll sehr, sehr klar: Schießt auf die Füße. Und wenn sie nicht weggehen, schießt tödlich.

Her sehen wir, dass die IDF-Soldaten nicht schoss, obwohl es eine sehr reale Chance gab, dass das Mädchen mit Sprengsätzen versehen war; dass die Hamas Schaffe mit Sprengsätzen bestückte; und dass die Hamas einen alten Mann mit Sprengsätzen versehen hatte.

Und wie lautet die Schlagzeile, die Breaking the Silence für diese Story schrieb?

„Ich wollte wirklich in die Knie schießen“

Das zeigt sehr deutlich, dass BTS nicht daran interessiert ist die Wahrheit über die IDF zu zeigen, sondern dass sie nach Dreck suchen, um sie schlecht aussehen zu lassen.

In anderen Fällen versuchten die Interviewer von BTS alles unternahmen, um die Soldaten dazu zu bringen die Einsatzregeln der IDF anzuprangern:

Es gab Fälle, bei denen Familien offenbar von Kampfflugzeug-Angriffen getötet wurden. Wie erklären Sie das?
Eine Menge Häuser wurden getroffen und in einigen dieser Häuser waren neben den [Hamas-] Militanten auch Bewohner. Ich glaube, die meisten der verletzten Familien gab es in solchen Fällen in Schudschaija (der Aussagende bezieht sich auf den Artilleriebeschuss nach dem Ereignis, bei dem sieben IDF-Soldaten getötet wurden, als ihr Schützenpanzer von einer Rakete getroffen wurde), wo die Schwelle für die Eröffnung des Feuers lockerer war, weil die Soldaten sich in unmittelbarer Gefahr befanden.

Aber diese Soldaten agierten in Vierteln, die unbewohnt sein sollten.
„Sein sollten“ ist das eine, aber in Wirklichkeit gab es dort manchmal Menschen. In den Stadtgebieten von Rafah und Khuza’a war jedes Haus als „aktiv“ markiert (von Militanten genutzt). Es war dort ein echtes Hornissennest und diese Häuser wurden systematisch ausgeschaltet. „Aufs Dach klopfen“ (eine Methode, bei der ein kleines Geschoss als Warnschuss für die Bewohner auf das Dach eines Gebäudes geschossen wird, dass ein Angriff darauf unmittelbar bevor steht), gefolgt von einem Knall… Trotz der Tatsache, dass niemand‚ dort drin „sein sollte“.

Das zeigt, dass die IDF immer noch versuchte die Bewohner zu warnen, selbst in Gegenden, in denen sie nicht hätten sein sollen und in denen sie unter aktivem Feuer der Hamas lagen!

Aber es gibt Mittel zu Überprüfung, dass es keine Menschen [in den Häusern] gibt, wie konnte es also sein, dass sie trotzdem getötet wurden?
Wir können nicht alles wissen. Wir machten alles, was in unserer Macht stand, um es zu wissen. Wenn die Familie kein Telefon hatte und ein „Anklopfen auf dem Dach“ ausgeführt war und nach einigen Minuten niemand heraus kam, dann nahmen wir an, dass dort niemand war.

Sie haben unter der Annahme agiert, wenn ein „Anklopfen auf dem Dach“ ausgeführt war, verlässt jeder sofort das Gebäude und wenn niemand herauskommt, dann bedeutet das, dass niemand drin ist?
Bei Menschen, die bereit sind sich selbst zu opfern, kann man nichts tun. Wir haben keine Möglichkeit zu wissen, ob es Menschen dort drin gab, die sich entschieden nicht herauszukommen.

Aber die Bombe wurde auf das Haus geworfen?
Ja.

Und angenommen, nach einem „Anklopfen“ gehen zehn Leute auf das Dach des Hauses?
Dann greift man das Haus nicht an.

Und was ist, wenn nach dem „Anklopfen“ zehn Leute im Wohnzimmer bleiben?
Wenn Menschen in dem Haus waren, dann wusste ich davon nichts. Aber glaube nicht, dass das berücksichtigt wurde [ob das Haus bombardiert werden sollte oder nicht].

Ist es eine Voraussetzung sicherzustellen, ob Zivilisten sich in dem Gebäude befinden, bevor es von einem Kampfjet angegriffen wird?
Das ist nicht vorgeschrieben. Sagen wir, das Ziel war ein stellvertretender Bataillonskommandeur der Hamas in Schudschaija, dann würde ein Angriff geflogen, wenn die Zahl der Zivilisten nicht zu hoch ist. Mit zu hoch meine ich eine zweistellige Zahl.

Alles, was dieser Soldat sagt, ist bezüglich der Gesetze zu bewaffneten Konflikten absolut legal. Wie anders könnten Soldaten nach Flugblätter, Telefonate und „Anklopfen“feststellen, ob Zivilisten sich in den Häusern befinden? Sollten sie an der Tür klingeln und den Haushaltsvorstand höflich fragen?

Diese Beispiele zeigen, dass Breaking the Silence keine Menschenrechtsorganisation ist. Ihr totaler Daseinszweck ist die Dämonisierung der IDF, sie schlecht aussehen zu lassen, selbst wenn sie nicht einmal ansatzweise etwas falsch macht.

Wenn doch nur echte Reporter, die etwas von echten Kriegen verstehen, es lesen und darüber schreiben würden.