Ich glaube Arafat

Bekenntnis eines israelischen Analytikers des Islam und arabischer Staatskunst:

Dr. Mordechai Kedar, IMRA, 23. Juni 2002

Am 15. Mai 2002 sprach Yassir Arafat zum Palästinensischen Legislativrat in Ramallah. Die Gelegenheit war die 54. Wiederkehr der Nakba („Katastrophe“ Palästinas, womit die Gründung des Staates Israel am 15. Mai 1948 bezeichnet wird). In seiner Rede nahm Arafat Bezug auf die Selbstmordangriffe gegen israelische Bürger und erklärte, dass diese Anschläge „nicht unserer Sache dienen, sondern uns verärgerter Kritik der internationalen Gemeinschaft aussetzen“. Arafat rief den Rat dazu auf, dieses Problem (das ernsthafte Diskussionen unter den Palästinensern und allgemein unter Arabern ausgelöst hat) ausgehend vom „Schlichtungsvertrag von Hudaybiyyah zu betrachten, aus unserer Sorge für die patriotischen und nationalen Interessen unseres [palästinensischen] Volkes und der [arabischen] Nation, um die weltweite Solidarität mit dem palästinensischen Volk und seiner Sache zu stärken.“

Was steckt hinter dieser Bezugnahme auf Hudaybiyyah? Sie übermittelt die folgende, zweifache Botschaft:

  1. „Der Schlichtungsvertrag von Hudaybiyyah“ war eine Vereinbarung , die der Prophet Mohammed im Jahr 628 n.Chr. mit den Ungläubigen seines Stammes, den Quraish, schloss. Er tat das wegen ihrer Weigerung, seiner Gemeinschaft des Islam beizutreten, als er erkannte, dass er sie militärisch nicht besiegen konnte. Als er zwei Jahre später seine Macht gefestigt hatte, griff er das Heilige Mekka an, schlachtete die Männer seines eigenen Stammes ab und verbrannte alle Symbole ihrer heidnischen Kultur.
  2. Der Islam betrachtet die Handlungen des Propheten als religiös gut geheißene Verhaltensmodelle für die Gläubigen. Die autorisierten Sammlungen (Hadithe) der Taten und Verkündigungen Mohammeds gehören zu den wichtigsten Quellen der islamischen Autoritäten jeder Generation für die Entscheidung in religiös-gesetzlichen Fragen. Daher wird die Art, wie der Prophet mit seiner Vereinbarung mit den Quraish umging, als ideales Vorgehen der Muslime betrachtet, wie sie mit Ungläubigen umgehen sollen. Wenn Muslime ihren Willen zur Ausdehnung der Herrschaft des Islam nicht mit Gewalt aufzwingen können, ist es ihnen erlaubt, zeitlich begrenzte Vereinbarungen mit den Ungläubigen abzuschließen. Solche Vereinbarungen sollen gehalten werden, bis Allah ein ausreichendes Anwachsen der muslimischen Macht gewährt. Dann ist es den Gläubigen erlaubt (bzw. sind sie dazu verpflichtet), die Vereinbarung zu brechen und den Ungläubigen die islamischen Bedingungen aufzuzwingen. Warum sonst hätte Allah ihnen die Macht gegeben die Oberhand zu gewinnen?

Mit der Bezugnahme auf Hudaybiyyah meint Arafat genau dies: Jede Vereinbarung mit Israel ist – in seinen Augen – nicht mehr als ein Schlichtungsvertrag im Sinne von Hudaybiyyah. Das ist jedem besonders klar, der die islamischen Quellen liest, am besten in Arabisch. (Internetseiten auf Englisch tendieren dazu, für den westlichen Gebrauch ein eher versöhnliches Bild des Islam zu zeichnen, in dem die islamischen Botschaften umgeschrieben werden.)

Der Beleg dafür liegt in der zweiten Botschaft des Zitats aus Arafats Rede. Selbstmordanschläge sind an diesem Scheideweg nicht als schändlich und unmenschlich verurteilt, sondern in der Schwebe gehalten, weil sie zur Zeit nicht dazu dienen, die palästinensischen Ziele voran zu treiben. Derzeit kann der palästinensischen Sache am besten gedient werden, dass man internationale Verurteilungen vermeidet und um die Ermutigung und Sympathie der Weltgemeinschaft wirbt.

Was meint Arafat damit? Dass Selbstmordanschläge etwas Böses sind und von jetzt an aus dem Arsenal der legitimen Waffen im Kampf gegen Israel entfernt werden sollten? Mitnichten. Wenn überhaupt, dann steigt die Zahl der Rekrutierungen und der Ausbildung der Shahide. Was er für die nahe Zukunft vertritt, ist ein Wechsel des Vorgehens. Verspricht er, keine Selbstmordanschläge mehr zu nutzen? Überhaupt nicht. Erinnert uns seine jüngster Aufruf, von Anschlägen gegen Zivilisten abzulassen, an die Liste seiner gebrochenen Versprechen, die er Rabin (1993), Netanyahu (1996) und in vielen weiteren öffentlichen Erklärungen zwischen 1993 und 2000 abgab? Aber sicher.

Als Studierender der arabischen Politik und als ein Zionist mit persönlicher Beteiligung an den Bemühungen, Frieden und Verständnis zwischen Israelis und Arabern zu fördern, nehme ich Arafat seine Botschaft wirklich ab: Er wünscht sich eine Vereinbarung mit den Israelis zu erreichen, aber, wie er seinen Anhängern verdeutlicht, ist jede Verpflichtung, die Selbstmordanschläge zu stoppen, schlicht eine moderne Variante von Hudaybiyyah. Als solche darf (oder muss) eine solche Verpflichtung in Übereinstimmung mit den islamischen Prinzipien, die die Grundlage der politischen Kultur im arabischen Einflussbereich bilden, zur richtigen Zeit gebrochen werden. Bald, wenn nach seiner Meinung Selbstmordanschläge der palästinensischen Sache wieder hilfreich sein werden, wird Arafat seine Anhänger wieder aufrufen loszuziehen und ihr Leben in Israels Straßen zu opfern („Millionen Märtyrer marschieren nach Jerusalem“).

Wenn Regierungen versuchen, potenzielle Feinde unter den Richtlinien ihrer eigenen politischen Kultur zu verstehen, haben sich große Tragödien in internationalen Angelegenheiten abgespielt. Die Ereignisse des 11. September können als ein jüngeres Beispiel dienen. Israelische Ignoranz islamischer Traditionen und arabischer Kultur haben viele ernste politische und militärische Rückschläge gebracht, vom Überraschungsangriff, der den Yom-Kippur-Krieg auslöste (6. Oktober 1973) bis zum Mangel an Realismus während des gesamten Oslo-Prozesses von 1993-2000. Wir werden nur unter Schmerzen weiterer naiver Träume israelischer und westlicher Politiker fortfahren können die islamischen Traditionen zu missachten – Träume, die völlig losgelöst sind von der Realität des Nahen Ostens, einer Realität, die zunehmend von der islamischen Hand geprägt wird.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (21. – 27. Mai 2017)

Sonntag, 21.05.2017:

Eine Gruppe arabischer Bürger Israel hat für Montag einen Generalstreik und einen „Tag des Zorns“ in Unterstützung der hungerstreikenden Terroristen ausgerufen.

Eine Gruppe arabischer Knessetabgeordneter hat sich auf den Tempelberg begeben. Es gibt ein Besuchsverbot für Knessetmitglieder, das sie gezielt missachteten (sogar „rechtsextreme“ religiöse Abgeordnete halten sich an die Anweisung; Premierminister Netanyahu will über eine Aufhebung des Verbots nach dem Ramadan „nachdenken“). Die Araber wurden von der Polizei vom Plateau geleitet.

Am Abend sprach Premierminister Netanyahu zur Eröffnung der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Wiedervereinigung Jerusalems. Er sagte, der Tempelberg und die Westmauer werden unter israelischer Souveränität bleiben.

Mehrere Dutzend der Hungerstreiker sind inzwischen im Krankenhaus. Weitere werden wohl folgen.

Die Tochter eines Hamas-Terroristen, der wegen 66-fachen Mordes in Israel einsitzt, hat ihrem Vater einen Brief geschrieben, wie stolz sie auf ihn ist.

Die IDF hat die Einsatzregeln bezüglich Personen geändert, die Soldaten Waffen stehlen wollen. Ab sofort darf auf solche Personen geschossen werden.

Jordaniens König rief am Freitag Präsident Trump an und wünsche sich, dass der Amerikaner an einer Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts arbeite. Eine Vereinbarung zwischen den Israelis und den Palästinensern sei unerlässlich für die Bekämpfung des Terrors.

Das israelische Sicherheitskabinett hat ein Paket an Gesten des Guten Willens den PA-Arabern gegenüber beschlossen. Unter anderem soll es deutlich mehr Baugenehmigungen für PA-Araber in Area C geben, die komplett von Israel kontrolliert wird.

Montag, 22.05.2017:

Für den Ramadan gibt es Sonderregelungen für PA-Araber; 200.000, die Familienmitglieder in Israel haben, bekommen Sondergenehmigungen zur Einreise für den gesamten Monat. Weitere 7.000 erhalten Genehmigungen für Id al-Fitr, direkt nach dem Ramadan. Männer über 40, Jungen unter 12 Jahren und Frauen können ohne Genehmigung den ganzen Monat hindurch freitags in Jerusalem auf dem Tempelberg beten gehen.

Führende „Moderate“ der PA schränken Peres‘ Spielraum ein

Michael Widlanski, The MediaLine, 14. Februar 2002 (nicht mehr online)

Palästinenserführer werden alle vorläufigen oder territorialen Teillösungen mit Israel ablehnen und lehnen es ab, sich weiter mit dem israelischen Premierminister Ariel Sharon zu treffen, sagte Donnerstagnachmittag (14. Februar) der Palästinenservertreter, der oft als das „moderateste“ Mitglied der palästinensischen Führung und möglicher Nachfolger Yassir Arafats als Palästinenserführer.

„Wir haben eine Abmachung mit Israel, die UN-Resolutionen 242 und 338“, sagte Ahmad Qreia, Sprecher des Palästinenserrats und betonte stark: „UND (dazu) den vollständigen Rückzug auf die Grenzen vom 4. Juni 1967.“ (Anmerkung heplev: Die Palästinenser behaupten immer, dass die Resolution 242 den kompletten Rückzug auf die Grenzen von 1967 fordert – warum muss das dann noch einmal extra gefordert werden? Das kann doch nur eins heißen: Sie wissen genau, dass ihre Behauptung falsch ist!)

Qreia (auch unter seinem Spitznamen Abu Alla bekannt) lehnte auch jegliche israelische und westliche Spekulation über mögliche Palästinenserführer, die in Arafats Fußstapfen treten könnten, ab; Arafat zeigte in den letzten Tagen Zeichen von Stress und sprunghaftes Verhalten.

„Wir haben einen gewählten Führer und das ist Yassir Arafat, das Symbol der palästinensischen Unabhängigkeit“, erklärte der weithin als Abu Alla bekannte Mann.

Seine Bemerkungen in arabischer Sprache wurden von Voice of Palestine sehr hervorgehoben ausgestrahlt.

Abu Allas Kommentare schienen den diplomatischen Bemühungen von Shimon Peres einen weiteren Schlag zu versetzen; dieser hat versucht ein vorläufiges palästinensisch-israelisches Abkommen auf Basis der israelischen Anerkennung eines palästinensischen Staates innerhalb der von der PA komplett kontrollierten 42 Prozent der Westbank und des fast kompletten Gazastreifens.

Anfang der Woche lehnte der PA Kabinett-Sekretär Ahmad Abdul-Rahman ebenfalls öffentlich das, was er „Peres‘ 42-Prozent-Lösung“ nannte.

Die Kommentare des Palästinensersprechers waren auch eine deutliche Warnung an die im israelischen „Friedenslager“, die immer wieder vorschlagen, dass Arafat ersetzt werden solle, um den „Oslo-Prozess“ zu retten – das Netz von Vereinbarungen, die von palästinensischen Führern und Peres 1993 geleitet wurde.

Arafats heftige Stimmungsschwankungen sind für diejenigen offensichtlich geworden, die ihm in den letzten Tagen nahe waren.

Der Palästinenserführer ist triumphatorisch vor den Menschenmengen vor seinem Büro aufgetreten, lächelte und gestikulierte heftig, wenn auch mit mehr Zucken des Gesichts als in der Vergangenheit. Aber im Privaten hat er gebrütet und ist regelmäßig mit seinen Topp-Leuten in kleinliches Gezänk geraten, wobei er mehrere schlug und sogar eine Pistole zog und in einem Streit mit Jibril Rajoub, den Chef des Geheimdienstes in der Westbank, diesen damit bedrohte.

Der palästinensische Rote Halbmond: Instrument der Barmherzigkeit und des Terrors

ICEJ-Sonderbericht vom 10. Februar 2002, zusammengetragen von David Parsons und Nicole Schiavi

[Jerusalem] – Die Entdeckung, dass der erste palästinensische Selbstmordbomberin ihren Status als Mitarbeiterin des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRCS) ausgenutzt haben könnte, um letzten Monat nach Jerusalem hinein zu kommen, hat die israelischen Vorwürfe stärker in den Mittelpunkt gerückt, dass Elemente dieser medizinischen Einrichtung dem Terrorismus helfen und ihm Vorschub leisten.

Es hat einige Wochen gedauert, um die mysteriösen Umstände um die Bomberin zu enträtseln, die den Anschlag am 27. Januar in Jerusalem durchführte, bei dem ein 81-jähriger Israeli getötet und fast 200 verletzt wurden.

Aber jetzt weiß man, dass Wafa Idris ihrer Haus in Ramallah verließ um zur Arbeit zu gehen; sie erzählte ihrer Familie, sie käme später zurück, kam aber nie wieder. Sie begab sich mit einer großen Sprengstoff-Ladung zur Jaffa-Straße; die Ladung explodierte mitten auf der geschäftigen Verkehrsachse, zerriss Schaufenster und menschliches Fleisch.

Israelische Sicherheitskräfte sind sich inzwischen ziemlich sicher, dass Idris die Bombe nicht nur transportierte, sondern sich auf einer Selbstmord-Mission befand. Neben anderen Belegen dafür erzählte das Fatah-Mitglied ihrer Mutter von ihrem Wunsch, ein Märtyrer zu werden; und palästinensische Medien haben ihr „heroisches Märtyrertum“ bejubelt.

Wie genau sie mit ihrer tödlichen Fracht nach Jerusalem hinein kam, darauf konzentriert sich jetzt der Streit, denn Idris war freiwillige Sanitäterin für einen palästinensischen Krankendienst. Israelische Untersuchungsbeamte klagen jetzt, sie könnte ihre Immunität (als Mitarbeiterin des Roten Halbmonds) und einen Krankenwagen der Roter-Halbmond-Gesellschaft benutzt haben, um an den Kontrollstellen der Armee vorbei nach Jerusalem zu gelangen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Israel den Palästinensern vorwirft, sie nutzten die Ambulanzen des Roten Halbmonds als Deckmantel für terroristische Aktivitäten. Am Tag, als Idris als PRCS-Mitarbeiterin identifiziert wurde, nahm die Armee einen gesuchten palästinensischen Terroristen gefangen, der als Arzt verkleidet in einem PRCS-Krankenwagen versuchte eine Straßensperre bei Nablus zu passieren.

Die Vorwürfe der Beteiligung des Roten Halbmonds an der tödlichen Mission ihrer Sanitäterin können nicht bewiesen werden, weil sie tot ist und der PRCS nicht kooperiert. Solche Vorfälle stellen für die israelische Grenzpolizei und die Soldaten in den Territorien viele Komplikationen dar.

Während der 17 Monate andauernden Intifada haben die Palästinenser nach Aussage der israelischen Sicherheitskräfte die Unverletzbarkeit der Ambulanzen des Roten Halbmonds dazu genutzt, Waffen und Terroristen zu schmuggeln. So sagten z.B. Armee-Offiziere letzten November, dass ein Fahrzeug des Roten Halbmonds in der Gegend von Jenin gesehen wurde, wie es Bewaffnete an einen Ort brachte, von dem aus sie auf israelische Soldaten schießen konnten. Bei einem anderen Zwischenfall Anfang letzten Jahres bestand die Armee in ihren Berichten darauf, dass palästinensische Bewaffnete aus einem Gebäude des Roten Halbmonds bei Ramallah auf Israelis schossen. Die Armee zögerte, das Feuer zu erwidern.

Zu Anfang der Intifada berichteten israelische Soldaten an solch herausragenden Brennpunkten wie der Netzarim-Kreuzung in zentralen Gazastreifen und der Ajjosch-Kreuzung außerhalb von Ramallah, dass sie beobachteten, wie Krankenwagen des Roten Halbmonds Bewaffnete und andere Kämpfer an die Front brachten und dann die Verletzten abtransportierten.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf sagt, dass keine dieser Behauptungen belegt worden sind. Und Mohammed Iyad, Sprecher des örtlichen Roten Halbmonds, sagte, Israels jüngste Vorwürfe bezüglich Idris seien „vollkommen falsch“. Nach ihren Aufzeichnungen war am Tag der Explosion keine PRCS-Ambulanz in Jerusalem und Idris arbeitete nicht.

Iyad sagte, die Armee habe Vorwürfe gegen den PRCS erhoben, weil sie kritisiert wurde, sie habe Rettungsfahrzeuge an Kontrollpunkten aufgehalten, wodurch nach palästinensischen Angaben Verzögerungen entstanden, die Leben kosteten. In zwei Fällen der jüngsten Vergangenheit starb ein Baby während der Geburt, weil israelische Soldaten den Krankenwagen bei Jenin nicht durch ließen. Iyad führte auch an, dass 68 Krankenwagen des Roten Halbmonds von der Armee angegriffen worden seine, was zu einem Toten und 122 Verletzten geführt habe.

Die meisten dieser palästinensischen Behauptungen haben sich als falsch erwiesen. Die Armee sagt, sie weist ihre Soldaten an, Ambulanzen durchzulassen, wenn sie Patienten transportieren, aber sie sollten die Ambulanzen vorher untersuchen. Tatsächlich haben In der Zwischenzeit israelische Soldaten und Sanitäter eine Reihe von Notfällen im freien Feld behandelt, im letzten Jahr sogar die Geburt eines palästinensischen Babys an einer Straßensperre.

Andererseits gibt es zahlreiche Vorfälle, bei denen palästinensische Militante israelische Krankenwagen beschossen und die Rettungsteams unter Beschuss nahmen, als sie an Orte kamen, wo Terroranschläge stattfanden.

Mitten in den Vorwürfen und Gegenvorwürfen beider Seiten geben Vertreter des Roten Kreuzes zu, dass es ein Problem des Missbrauchs des Symbols des Roten Halbmonds gibt. Rund 20 Prozent der Ambulanzen in den Territorien sind nicht dem Internationalen Roten Kreuz oder der Gesellschaft des Roten Halbmonds angeschlossen, sagt der ICRC-Vertreter Uri Massad. Vincent Lusser, Genfer Sprecher für die Nahost-Abteilung des ICRC, sagte, es gäbe Missbrauch des Symbols des Roten Halbmonds, das auf Autos privater Fahrer oder nicht zum PRCS gehörenden Ambulanzen auftauche.

„Es ist ein Problem, wenn die Leute es gebrauchen oder missbrauchen“, sagte Lusser gegenüber ICEJ-News, fügte aber hinzu: „Mit den Teams, mit denen wir arbeiten, arbeiten wir eng zusammen und sie haben Fahrtenbücher. Gibt es Vorwürfe, dass der PRCS (an terroristischen Aktivitäten) beteiligt ist, dann werden wir das diskutieren. Aber (der PRCS) stritt das immer ab.“

Lusser sagte, dass, sollten sie Beweise finden, die den PRCS mit terroristischen Aktivitäten in Verbindung bringt, würde das Internationale Rote Kreuz eingreifen, fügte aber hinzu: „Wir sind absolut sicher, dass sie an solchen Vorfällen nicht beteiligt waren.“

Lusser meinte, das Hauptproblem seien nicht die israelischen Durchsuchungen von Ambulanzen, sondern diese zu beschleunigen.

Wenn Israel zögerte, dem PRCS oder sogar dem Internationalen Roten Kreuz zu vertrauen, dann sei das die Folge der umstrittenen Beziehung zwischen beiden, da Israels eigener Notfall-Organisation, der Magen David Adom (Rote Davidsstern), 1949 durch die Unterzeichner der Genfer Konvention in geheimer Abstimmung die Mitgliedschaft verweigert wurde. Nach Angaben des ICRC wurde die Bewerbung des MDA seitdem mehrfach rückgewiesen, weil sein Symbol „religiöse“ Bedeutung habe – eine freundliche Art, den antijüdischen Eifer ihrer Mitglieder zu erklären. Seitdem wurden 25 Rothalbmond-Gesellschaften aufgenommen.

Das amerikanische Rote Kreuz hat Israels Zulassung als Mitglied des Internationalen Roten Kreuzes unterstützt – anders als seine europäischen Gegenüber, die Israel wegen des israelisch-arabischen Konflikts ausschließen wollten. Einige muslimische Staaten sagten, sie würden austreten, wenn Israel beitreten dürfe. Die amerikanische Abteilung hat seit 1999 als Protest gegen den Ausschluss von Israels MDA 5-Millionen Dollar jährlicher Unterstützung zurück gehalten. Der amerikanische Zweig kritisierte den ICRC-Vertreter René Kosirnik letztes Jahr, als dieser Israels Aktivitäten in den Territorien ein „Kriegsverbrechen“ nannte. Der US-Zweig verlangte, er solle seine Stellungnahme zurück nehmen und sagte, das ICRC habe traditionell eine Neutralitätspolitik bezüglich politischer Fragen verfolgt und Kosirnik habe diese Grenze überschritten.

Israelische Führer sind auch über den laschen Umgang empört, den Rotkreuz-Vertreter bezüglich der von Hisbollah und anderen Milizen im Libanon entführten Israelis an den Tag legen. Das Rote Kreuz hat es seit sage und schreibe 1982 versäumt, auch nur einen einzigen der im Libanon Gefangenen bzw. vermissten acht Israelis zu besuchen oder Informationen zu beschaffen.

Der Internationale Bund der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften hat eine ähnliche Beziehung zu Israels MDA wie zum palästinensischen Roten Halbmond. Der PRCS hat keine volle Vertretung beim ICRC, da nur unabhängige Staaten anerkannt werden, aber die Gesellschaft darf das Zeichen des Roten Halbmonds benutzen. Nach den Angaben seiner Internetseite unterstützt das ICRC den PRCS, der der wichtigste Anbieter medizinischer Notfallhilfe für die palästinensische Bevölkerung ist, mit Funkgeräten, einem umfassenden Trainingsprogramm und mehr als 20 Erste-Hilfe-Stationen. Seit Mai 2001 hat das ICRC die laufenden Kosten der PRCS-Flotte von über 100 Ambulanzen sowie die Gehälter der über 220 damit in Zusammenhang stehenden Angestellten übernommen. Das ICRC bietet seine Dienste auch dem MDA an, damit dieser seine Informations- und Aufzeichnungsaktivitäten weiter entwickeln kann.

Während die Benutzung von palästinensischen Krankenwagen und medizinischen Notfalldiensten zu terroristischen Aktivitäten schwer zu beweisen ist, scheint dies aber in die durchdachten Bemühungen der Palästinenserführung zu passen, alle palästinensischen Aktivposten in ihre erneuerte Intifada gegen Israel einzubeziehen.

Im Sommer 2000 berichtete die New York Times sehr herausgehoben über Sommerlager der Fatah, in denen rund 25.000 Jugendlichen die „Schlachtordnung“ für den anstehenden Konflikt mit Israel beigebracht wurde. Die 12-jährigen wurden im Transport und Werfen von Steinen geschult, die 15-jährigen in der Herstellung und dem Werfen von Brandbomben und die 17-jährigen wurden in der Handhabung und dem Schießen mit Gewehren gedrillt. Gleichzeitig gab es vertuschte, aber genauso für sich sprechende Zeichen der Vorbereitung von Feindseligkeiten auf einem anderen Gebiet, als sich palästinensische Elemente auf die Versorgung der erwarteten Welle von Opfern vorbereiteten. Ein Anstieg der Einbrüche wurde in zahlreichen Apotheken in Israel und den jüdischen Gemeinden in den Territorien berichtet. Ein eindeutiges Muster tauchte auf, weil die Einbrecher medizinische Vorräte beiseite schafften, nicht Bargeld. Zusätzlich wurden in der gleichen Zeit bis zu acht israelische Krankenwagen als gestohlen gemeldet, was die israelischen Beamten verblüffte, da palästinensische Autodiebe niemals zuvor Rettungswagen gestohlen hatten.

Israelische Sicherheitsanalysten begannen auf diese Entwicklungen hinzuweisen – es war ein Hinweis darauf, dass die Palästinenser viele Verwundete auf ihrer Seite erwarteten und ihre medizinischen Dienste darauf vorbereitet sein sollten.

Als die Intifada im Herbst 2000 erste einmal angefangen hatte, trat Dr. Fathi Arafat, Bruder des PLO-Chefs Yassir Arafat, als Kopf des Roten Halbmonds in der „Westbank“ zurück, obwohl er weiterhin eine Ehrenposition in der Organisation bekleidet. Das PRCS sagt, die Maßnahme wurde getroffen, um alle negativen Eindrücke zu beseitigen, die die familiäre Beziehung wecken könnte.

Trotzdem ist der Eindruck, dass der palästinensische Rote Halbmond benutzt wird, um den Kampf nach Israel zu tragen, immer schwerer zu erschüttern.

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Quellen: The Jerusalem Post, Ha’aretz, IMRA, Associated Press, IBA News, Arutz-7, Sprecher der israelischen Armee, Palestinian Media Watch.

Fatah zu ihrem 38-jährigen Bestehen

Ein legitimes palästinensisches Staatswesen bildet die wichtigste Waffe,
die die Araber gegen Israel haben

Original auf der offiziellen Fatah-Website vom 31.12.2001
(erstaunlich: Der Artikel wurde vor den Feiern zum Jahrestag am 1. Januar 2002 veröffentlicht!)

Der 38. Jahrestag der Gründung der Fatah

Übersetzter Originaltext   Kommentar des Übersetzers
Das palästinensische Volk hier und in der Diaspora feierte am ersten Januar den 38. Jahrestag der Gründung der Fatah und ihres militärischen Flügels, der Al-Asifa-Streitkräfte (das arabische Wort für Sturm). Es ist der zweite Jahrestag, der während der derzeitigen Intifada stattfinden, der heroischen Konfrontation zur Verteidigung unserer nationalen Prinzipien gegen die rassistische Regierung Sharons.   Heroisch: die gezielte Erschießung eines 10 Monate alten Babys in den Armen seiner Mutter. Heroisch: Selbstmord-Explosionen in einer Disco, einer Pizzeria, vielen Bussen, wo sich keine Soldaten befanden. Heroisch: Mörserbeschuss von Menschen, die keine Waffen tragen. Heroisch: der hinterhältige Mord an einem Hotelgast – dem israelischen Tourismus-Minister. Heroisch: Lynchmord an Jugendlichen, die auf einer Wanderung waren. Heroisch: Die Erschießung zweier Restaurantbesitzer, die Palästinenser Geld verdienen lassen wollten. Heroisch: Die Beschießung eines Jerusalemer Stadtteils, um Gegenfeuer auf Kirchen und christliche Einrichtungen zu ziehen. Heroisch: Einen 72-jährigen alten Mann, der sich nur mit Hilfe eines Stockes mühsam bewegen kann, zu entführen und umzubringen; heroiosch: der Entführung eines alten, behinderten Mannes zuzusehen, wie die palästinensischen Polizisten, der dann ermordet wird.
Am 38. Jahrestag ist es recht legitim unsere Erfolge der Zeitspanne zu untersuchen, die seit 1965 verging. Aber ein wenig Geschichte könnte wichtig sein. Fatah, als politische Organisation, wurde 1957 gegründet, als sie ihre erste Erklärung veröffentlichte, die zum militärischen Kampf aufrief. In der Zeit von 1959 bis 1964 veröffentlichte Fatah eine Zeitschrift namens „Unser Palästina“. Acht Jahre der Organisation, Rekrutierung und der Weckung von Bewusstsein gingen der ersten militärischen Operation voraus. Der militärische Flügel der Fatah gab seine erste Erklärung am 1. Januar 1965 heraus, in dem er verkündete, dass Herr Mahmoud Abu Baker ein Mitglieder der Fatah und der erste von den Israelis gefangen genommene Palästinenser war.   „Unser Palästina“ war das israelische Staatsgebiet vor 1967, und das beanspruchen sie – und von Besetzung der „Westbank“ und des Gazastreifens sprach niemand – weil Jordanien und Ägypten sie besetzt hatten, nicht Israel. Sollte es auf einmal anders sein?

 

Wenn das der erste von Israel gefangene Palästinenser war, dann kann es vor 1965 keine Palästinenser gegeben haben! Wo ist dann das „historische Palästina“?

Jahre der Fehlschläge und Erfolge bereicherten unsere Kampferfahrung und die Lektionen, die wir lernten sollten in Betracht gezogen werden. Aber die Prinzipien, die die die Gründung der Fatah nötig machten, bleiben die Grundlage für jede Arbeit der Zukunft. Diese sind:   Mit anderen Worten: Sie sind und bleiben gültig! Keine Änderung! Also MUSS und wird Fatah weiter MILITÄRISCH gegen Israel kämpfen!
1. Die unabhängige Entscheidung  
Seit sie gegründet wurde, lehnte Fatah es ab, von irgendeiner Partei Diktate anzunehmen, seien sie Araber oder andere, die darauf abzielte, ihre regionalen Ziele auf Kosten der pan-arabischen Interessen zu erreichen. Fatah glaubt, dass die zionistische Bewegung die größte Bedrohung nicht nur der nationalen palästinensischen Sicherheit, sondern auch der Sicherheit der arabischen Welt darstellt. Sie glaubt auch, dass ein legitimes palästinensisches Staatsgebilde die wichtigste Waffe bildet, die die Araber gegen Israel haben, den Außenposten der imperialistischen Mächte.   Mit anderen Worten: Da Israel eine Gefahr ist und bleibt, dann muss es beseitigt werden. Also KEINE Änderung der Ziele: Israels Vernichtung bleibt auf der Tagesordnung, egal, was Arafat an Friedensschwüren los lässt!

Und auch dies bestätigt, dass es den „Stufenplan“ gibt und eine Lösung wie ein Friedensschluss nur der Zwischenschritt zur Vernichtung des jüdischen Staates sind!

2. Das historische Recht
des palästinensischen Volkes
 
Die unveräußerlichen Rechte des palästinensischen Volkes schließen das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Rückkehr, die Gründung eines souveränen Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt ein.   „Rückkehrrecht“ – damit es den Israelis auf jeden Fall unmöglich wird, das palästinensische Diktat anzunehmen – so wird der bewaffnete Kampf bis zur Vernichtung Israels gesichert.
3. Die Volksrevolution  
Die Revolution wird unausweichlich zur Befreiung Palästinas führen. Die Revolution nimmt unterschiedliche Formen an, wie sie auf der organisatorischen, militärischen, politischen und diplomatischen Ebene durchgeführt wird. Die ergänzende Natur der verschiedenen Formen der Revolution garantiert die Kontinuität des Kampfes, bis der Sieg erreicht ist.   Also: Gewalt [„militärisches Vorgehen“] ist fester Bestandteil des Kampfes und ist als Ergänzung der übrigen Maßnahmen auf jeden Fall durchzuführen! Gewalt ist ein Mittel, dass nur aus Opporunitätsgründen aufgegeben wird, weil „ergänzende“ Mittel/Formen sich gegenseitig brauchen.
Die Intifada von 1987 als Volksrevolution erzwang Wechsel auf der lokalen, regionalen und internationalen Ebene. Sie führte zur Unabhängigkeitserklärung nach der von Jordanien getroffenen Entbindungs-Erklärung. Die Intifada zwang Israel auch zur Anerkennung der PLO als Friedenspartner, mit dem es einen Friedensvertrag abschließen musste, der auf den UN-Resolutionen 242, 338 und dem Prinzip „Land für Frieden“ gründete. Wenn diese Resolutionen umgesetzt werden, wird ein palästinensischer Staat nach der Entfernung der israelischen Besatzung und seiner Siedlungen gegründet.   Zwang wurde nur von außen ausgeübt, durch die Europäer und Amerikaner; und die israelische Linke stieg darauf ein. Mit Arafat und seiner „Intifada“ hatte das nichts zu tun!
Auch das ist gelogen: Israels Linke beschloss gegen starken Widerstand diesen Vertrag einzugehen, Zwang dazu bestand nicht! Arafat war zu dieser Zeit eigentlich am Ende und wurde durch den Vertrag wieder aufgebaut!
Eben: für Frieden – den die Palästinenser aber mit ihrer Volksverhetzung und der systematischen Hass-auf-Israel-Erziehung in Schulen und Medien nicht lieferten!
Die Verzögerungs- und Ablenkungspolitik, die Israel praktizierte, seit das Friedensprojekt begann, entleerte das Projekt seiner positiven Aspekte. Israel baute weiter neue Siedlungen und baute die vorhanden als Teil eines systematischen Versuchs aus, die Version des Friedens aufzuzwingen, die es sich vorstellte.   Verzögerungen gab es lediglich, weil die Arafat-Lügner ihren Verpflichtungen nicht einmal ansatzweise nach kamen.
Es zielte darauf ab, die besetzten Gebiete in Kantone zu zerteilen, die von Siedlungen eingekreist waren. Diese Situation erlaubt keinerlei territorialen Zusammenhang, der Voraussetzung für die Einrichtung unseres Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt auf der Basis der UN-Resolution 181 ist.   Seit wann wird die den anerkannt? In ihrer Gänze schon mal überhaupt nicht, da sucht sich Arafat nur das heraus, was ihm gerade gelegen kommt, der Rest gilt doch alles nicht!
Bei Camp David II führte der Moment der Wahrheit, an dem die beiden Parteien anlangten, zu einer Konfrontation. Die palästinensische Führung lehnte die Clinton-Barak-Vorschläge ab, die unter anderem das Rückkehrrecht und unsere Interessen in Jerusalem ignorierten. Als Baraks Regierung (uns) ihren „Friedensplan“ nicht aufzwingen konnte, benutzte sie ihre militärischen Möglichkeiten, um die Ambitionen und Erwartungen des palästinensischen Volkes tiefer zu legen.   Arafat hat aber auch kein Gegenangebot gemacht; von Kompromiss war seinerseits ohnehin nie die Rede. Das sind keine Verhandlungen.

Größter Blödsinn bisher überhaupt – Arafat suchte die Gewalt, die Israelis verhielten sich nicht anders als vorher – und die Palästinenser wurden von Israel mit finanziert, ausgebildet und ausgestattet!

Die Intifada begann in Jerusalem als eine palästinensische Antwort auf Sharons anstößigen Besuch der Al Aksa-Moschee. Sie breitete sich später nach Gaza aus, in die Westbank und andere Teile der 1948 besetzten Gebiete.   Gleich zwei Lügen auf einmal: Die Intifada nahm den Besuch Sharons auf dem Tempelberg – nicht der Al Aksa-Moschee! – als Gelegenheit, einen längst ausgearbeiteten Plan umzusetzen.

Ach gucke mal: Die „1948 besetzten Gebiete“ – das ist das Staatsgebiet Israels vor 1967 – wenn das auch besetzte Gebiete sind, dann müssen die ja wohl auch befreit werden. Jetzt haben sie sich wieder mal verraten!

Die Verhandlungen von Taba wurden während der Intifada geführt, die seitdem fortgeführt wurde, um den Geist der wahren Volksrevolution gegen die amerikanisch-israelische Vorherrschaft auszudrücken. Darin sind die PNA-Institutionen und die der zivilen Gesellschaft eingeschlossen.   Also ist jeder Palästinenser ein Kämpfer – wieso redet die arabische Welt dann von einem israelischen Krieg gegen palästinensische Zivilisten?

Der Kampf geht auch gegen die USA! Und die Regierung Bush sah zu dieser Zeit Arafat immer noch als Friedenspartner an! (Das scheint sich gerade zu ändern – hoffentlich!)

Sharon hat versucht, die tragischen Ereignisse des 11. September dazu zu nutzen, sich als Partner der USA in ihrem Krieg gegen den Terrorismus aufzudrängen. Er arbeitet auch mit Falken-Elementen in der US-Regierung, um die PNA als Gebilde darzustellen, das Terroristen Zuflucht gewährt, eine Behauptung, die von der Regierung zurück gewiesen wird. Die Selbstmord-Operationen in Israel ermöglichten es Sharon, das auszuführen, was als Vergeltungsangriffe gegen die PNA auszusehen scheint, einschließlich der erneuten Eroberung bestimmter von der PNA kontrollierten Gegenden.   Kann sie ja so oft zurückweisen, wie sie will, es ändert nichts an den Tatsachen.
Wenn Arafat gegen die Selbstmord-Attentäter und ihre Hintermänner vorgegangen wäre, dann würde Sharon nicht gegen ihn vorgehen müssen.
Und die nächste feiste Lüge:Israel hat Gebiete, auf die es eingedrungen ist, immer geräumt. Von Wiedereroberung kann also keine Rede sein!
Die USA betrachten die israelische Aggression allerdings als eine Art Selbstverteidigung. Sie führten auch einige palästinensische Streitkräfte als terroristische Organisationen an. Unsere Führung weist dies zurück und betrachtet die israelische Besatzung, Siedlungen und täglichen Angriffe als die schlimmste Form des Terrorismus, die darauf abzielt, uns von unserem Land zu entwurzeln.   Klar, es ist einfacher, die Tatsachen umzudrehen, als das eigene Versagen, die eigenen Verbrechen und die Falschheit und Verlogenheit der eigenen Position einzusehen.
Diese Zurückweisung definiert allen Terror von arabischer Seite als Nicht-Terror. Verlogener geht es nicht!
Unglücklicherweise musste die PNA aber einige vorbeugende Maßnahmen ergreifen, die in keinster Weise unsere nationale Einheit beschädigen. Diese Maßnahmen wurden getroffen, um israelischen Beschuldigungen entgegen zu treten, dass Palästinenser Gewalt in ihrem Widerstand gegen die israelische Besatzung benutzen. Sie sollen dazu dienen, der PNA zu helfen, gegen Sharons teuflischen Plan zu bestehen. Der Plan zielt darauf ab, unsere Sache durch die Entzündung eines zivilen Streit (Kampf) oder durch die Benutzung der Selbstmord-Operationen als Rechtfertigung zur Untergrabung der PNA und der legitimen Führung durch Präsident Arafat auszulöschen.   Ja, die Bomben am Straßenrand, die Beschießungen von Schulbussen, die zerfetzten Restaurantbesucher, die wahllose Beschießung von Wohnungen sind ganz harmloser, friedlicher, ziviler Ungehorsam! 260 ermordete Israelis (bzw. auch ein griechisch-orthodoxer Mönch und einige versehentlich erschossene israelische Araber) sind keiner Gewalt zum Opfer gefallen, sondern den Angriffen von Marsmännchen, die sich als Palästinenser verkleidet haben.
Die außergewöhnlichen Maßnahmen, die getroffen wurden, sollten von einer gemeinsamen getroffenen Abmachung zwischen der PNA und den islamischen und nationalen Streitkräften auf Basis dessen ersetzt werden, was die spezifischen Ziele der gegenwärtigen Phase sind. Diese sind die Befreiung der 1967 besetzten Gebiete, die Einrichtung eines palästinensischen Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt, die Umsetzung des Rückkehrrechts und die Entfernung der israelischen Siedlungen.  

Das ist sehr wichtig: der gegenwärtigen Phase! Was wohl die nächste Phase sein wird?

Außerdem ist der judenreine Palästinenserstaat das Ziel, was umgekehrt nicht gelten soll, denn die Israelis sollen sich von Hass erfüllten Palästinensern überschwemmen lassen.

Da diese Ziele auf UN-Resolutionen basieren, sollten unsere Kampfmethoden diesen Resolutionen entsprechen, anstatt ihre Umsetzung zu behindern. Daher sollten die palästinensischen Fraktionen, deren strategische Ziele über die festgesetzten Ziele der derzeitigen Phase hinaus gehen, dies einbeziehen.   Sie basieren nur auf ausgewählten Teilen der Resolutionen – denen, die Israel verpflichten, aber nie denen, die den Palästinensern etwas abverlangen!

Und wieder die Unterscheidung der Phasen-Ziele – strategische Ziele (langfristige, die nicht aufgegeben werden) und den derzeit durchsetzbaren Zwischenzielen!

Die grausamen Verbrechen Sharons und die unethische Unterstützung dieser Verbrechen durch die US-Regierung wirft einige legitime Besorgnisse beim unserem Volk auf. Trotzdem sollten wir die dunkelsten Tage unserer Geschichte in Erinnerung behalten, die nach der Schlacht der Standhaftigkeit in Beirut kamen, als 1983 die palästinensischen Streitkräfte nach Algerien, Ägypten, Tunesien, Jemen, Syrien, Irak, Sudan und Jordanien zerstreut wurden.   Das war ihre einzige Chance, der totalen Vernichtung zu entkommen – von wegen Standhaftigkeit, es war pure Verzweiflung. Und nur die Intervention der UNO (und der USA) hatten Arafat seinen Kopf gerettet!
Sharon, der offiziell für seine Rolle in den Massakern von Sabra und Shatila verurteilt wurde, glaubte, dass die palästinensische Revolution in ihren letzten Zügen lag. Aber die Zerstreuung kam wenigstens symbolisch zum Ende. Aus Anlass des 18. Jahrestages der Gründung der Fatah wurde entschieden, eine große Feier im Südjemen abzuhalten. Die ausgezeichneten Festlichkeiten wurde von Delegationen besucht, die alle palästinensischen Fraktionen repräsentierten.   Verurteilt von wem? Von „Friedensaktivisten“, Linksextremen und natürlich den Arabern – aber von keiner Ernst zu nehmenden Institution!
Nö, Sharon wird schon gewusst haben, was die Rettung Arafats aus den Trümmern, in die er Beirut legen ließ, zur Folge hatte – der konnte einfach weiter machen! Das sollte Sharon nicht gewusst haben? Für so dumm hält ihn höchstens Arafat!
Die Botschaft an die Welt war sehr deutlich: Palästinenser vollbringen Wunder und sie werden die Partei bleiben, die über Krieg oder Frieden entscheidet. Die Feiern bewiesen auch, dass Grenzen im Zeitalter der Technologie nicht gegen unseren Willen bestehen konnten. Die meisten der Führer, die daran teilnahmen, schlossen, dass die Kampfeswille seine Wurzeln in der Beachtung der Prinzipien liegt, in der unabhängigen Entscheidung und in der Bereitschaft, die notwendigen Opfer zu bringen.   Palästinenser vollbringen Wunder? Wenn, dann das, von anderen immer wieder aus dem Dreck gezogen zu werden – also alles andere als aktiv. Die Wunder werden für sie geschaffen – von der UNO, der EU und wer weiß, von wem noch – aber nie von ihnen selbst!
Wenn die Palästinenser (allein) über Krieg oder Frieden entscheiden, dann ist es völlig egal, was Israel denkt oder tut – nur sein kollektiver, staatlicher Selbstmord und seine Vernichtung kann den Krieg beenden – das ist keine Haltung, die für friedliche Lösungen steht!

Und das ist alles, was Arafat kann: Opfer verlangen. Dass sich a) seine eigenen Taschen (= Konten) dabei stetig füllen, während b) sein Volk vor die Hunde geht, ist ihm a) nur Recht und b) völlig uninteressant.

Die meisten unseres Volkes und unserer Streitkräfte stehen heute auf unserem Land und es wird nicht lange dauern, bis unser Traum sich erfüllt – die Einrichtung unseres Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt.  
Revolution bis zum Sieg   Das ist das wahre Gesicht Arafats: Er will siegen, um jeden Preis. Alles, was nicht absoluter und vollständiger Sieg über Israel ist, ist für ihn nicht akzeptabel. Bevor Israel nicht besiegt ist, wird die Revolution nicht aufhören. Und Israel ist nur dann besiegt, wenn es winselnd vor Arafat kriecht.