Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (28.08.-02.09.2016)

Sonntag, 27.08.2016:

Die palästinensische Pfadfinderorganisation hat einen Führungskurs nach einem dreifachen Mörder benannt. Palestinian Media Watch hat die Weltpfadfinder-Vereinigung aufgefordert die palästinensische Organisation auszuschließen.

Montag, 29.08.2016:

Mahmud Abbas hat in Moskau erneut eine Chance auf Frieden abgelehnt. Putin ließ Bereitschaft erkennen Gastgeber für direkte Gespräche zwischen PA und Israel zu sein. Die Pallis wollen nicht. Sie bestehen auf Vorbedingungen, wie sie eine arabische Zeitung wissen ließen.

Dienstag, 30.08.2016:

Die IDF führte die Anweisung aus das Haus des Mörders von Rabbi Michael Mark zu zerstören.

Die PLO-Charta

Im Internet konnte ich bei der Suche nach der PLO-Charta keine Ausgabe auf palästinensischen Seiten finden; ich fand aber eine englische Version auf einer israelischen Seite. Diese gebe ich hier wieder. Leider ist mir die URL verloren gegangen.

[Nachtrag: Ulrich Sahm schickte mir einen Link zur PLO-Charta als PDF-Dokument.]

Vorbemerkung zum Text der Charta:
Der Text ist die englische Version, die offiziell von der PLO veröffentlicht wurde, ungekürzt und nicht bearbeitet.
Bedenken Sie aber, dass die Übersetzung der PLO manchmal von der originalen, arabischen Fassung abweicht, um sie westlichen Lesern schmackhafter zu machen. Artikel 15 wird z.B. mit „die Beseitigung des Zionismus“ übersetzt, während die korrekte Übersetzung „die Auslöschung der zionistischen Präsenz“ wäre. „Die zionistische Präsenz“ ist ein geläufiger arabischer Ausdruck für den Staat Israel, womit dieser Artikel in Wahrheit ein Aufruf zur Zerstörung Israels ist und nicht nur zum Ende des Zionismus.
Wo Feinheiten im arabischen Original wichtig sind, wurde das arabische Wort in Anführungszeichen eingefügt.


PLO-Logo

Die palästinensische Nationalcharta:
Resolutionen des Palästinensischen Nationalrats,
1. bis 17. Juli 1968

Text der Charta

Artikel 1: Palästina ist das Heimatland des arabisch-palästinensischen Volkes; es ist ein unteilbarer Bestandteil des arabischen Heimatlandes und das palästinensische Volk ist integraler Bestandteil der arabischen Nation.

Artikel 2: Palästina mit den Grenzen, die es während des britischen Mandats hatte, ist eine unteilbare territoriale Einheit.

Artikel 3: Die palästinensischen Araber besitzen die legalen Rechte an ihrem Heimatland und haben das Recht, ihr Schicksal nach der Befreiung ihres Landes in Übereinstimmung mit ihren Wünschen und vollständig entsprechend ihrem eigenen Antrieb und Willen selbst zu bestimmen.

Artikel 4: Die palästinensische Identität ist ein unverfälschtes, wesentliches und angeborenes Charakteristikum; sie wird von Eltern an die Kinder weiter gegeben. Die zionistische Besatzung und die Zerstreuung der palästinensischen Araber durch die Katastrophen, die über sie herein brachen, verursachen nicht den Verlust der palästinensischen Identität und ihrer Mitgliedschaft in der palästinensischen Gemeinschaft; diese werden ihnen auch nicht verweigert.

Artikel 5: Palästinenser sind diejenigen arabischen Staatsangehörigen, die bis 1947 in der Regel in Palästina ihren Wohnsitz hatten, unabhängig davon, ob sie vertrieben wurden oder dort wohnen blieben. Jeder, der nach diesem Datum als Kind eines palästinensischen Vaters geboren wurde – ob in Palästina oder außerhalb – ist auch Palästinenser.

Artikel 6: Die Juden, die bis zum Beginn der zionistischen Invasion regulär in Palästina wohnten, werden als Palästinenser angesehen.

Artikel 7: Dass es eine palästinensische Gemeinschaft gibt und dass sie materielle, spirituelle und historische Verbindung mit Palästina hat, sind unbestreitbare Fakten. Es ist eine nationale Pflicht, palästinensische Menschen in arabisch-revolutionärer Weise zu erziehen. Alle Mittel der Information und Erziehung müssen übernommen werden, um den Palästinenser mit seinem Land in der bestmöglichen Art und Weise, geistig wie materiell, vertraut zu machen. Er muss auf den bewaffneten Kampf vorbereitet sein und bereit, sein Vermögen und sein Leben zu opfern, um sein Heimatland zurückzugewinnen und seine Befreiung zu ermöglichen.

Artikel 8: Die Phase in ihrer Geschichte, die die Palästinenser jetzt durchleben, ist die des nationalen (watani) Kampfes zur Befreiung Palästinas. Daher sind die Konflikte unter den nationalen Streitkräften Palästinas zweitrangig und sollten zum Wohle des grundlegenden Konflikts beendet werden, der zwischen den Kräften des Zionismus und Imperialismus auf der einen Seite und dem palästinensisch-arabischen Volk auf der anderen Seite besteht. Auf dieser Grundlage bilden die palästinensischen Massen, gleichgültig, ob sie im nationalen Heimatland leben oder in der Diaspora (mahajir) in ihren Organisationen wie als Individuen eine nationale Front, die für die Rückgewinnung Palästinas und seiner Befreiung durch bewaffneten Kampf arbeiten.

Artikel 9: Der bewaffnete Kampf ist der einzige Weg Palästina zu befreien. Daher bildet er die Gesamtstrategie, nicht nur eine taktische Phase. Die palästinensisch-arabischen Menschen bestehen auf ihrer absoluten Entschiedenheit und festen Entschlossenheit ihren bewaffneten Kampf fortzusetzen und für eine bewaffnete Volksrevolution zur Befreiung ihres Landes und seiner Rückgabe zu arbeiten. Sie bestehen auch auf ihrem Recht ein normales Leben in Palästina zu führen und ihre Rechte der Selbstbestimmung und Souveränität über dieses Land auszuüben.

Artikel 10: Kommando-Unternehmen bilden den Grundstock des palästinensischen Volksbefreiungskrieges. Dazu bedarf es seiner Eskalation, seiner Ausdehnung und der Mobilisierung aller Anstrengungen und Erziehungsmaßnahmen des palästinensischen Volkes und seiner Organisation und Einbringung in die bewaffnete palästinensische Revolution. Es bedarf auch der Erreichung der Einheit der verschiedenen Gruppierungen des palästinensischen Volkes für den nationalen (watani) Kampf und zwischen dem palästinensischen Volk und den arabischen Massen, um die Fortsetzung der Revolution, ihrer Eskalation und ihren Sieg sicher zu stellen.

Artikel 11: Die Palästinenser werden drei Wahlsprüche haben: nationale (wataniyya) Einheit, nationale (qawmiyya) Mobilisierung und Befreiung.

Artikel 12: Die Palästinenser glauben an die arabische Einheit. Um ihren Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten zu können, müssen sie allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Kampfes ihre palästinensische Identität sichern und ihr Bewusstsein dieser Identität entwickeln und sich gegen jeden Plan wehren, der diese auflösen oder schädigen könnte.

Artikel 13: Die arabische Einheit und die Befreiung Palästinas sind zwei sich ergänzende Ziele, bei dem die Erreichung des einen die Erreichung des anderen fördert. Daher führt arabische Einheit zur Befreiung Palästinas, die Befreiung Palästinas führt zur arabischen Einheit; und die Arbeit zur Verwirklichung des einen Ziels geht Seite an Seite mit der Arbeit zur Erreichung des andere vorwärts.

Artikel 14: Das Schicksal der arabischen Nation – und der arabischen Existenz an sich – hängt vom Schicksal der palästinensischen Sache ab. Dieser gegenseitigen Abhängigkeit entspringt die Verfolgung der Befreiung Palästinas und das Streben der arabischen Nation danach. Die Menschen Palästinas spielen die Rolle der Vorhut in der Verwirklichung dieses heiligen (qawmi) Ziels.

Artikel 15: Die Befreiung Palästinas ist, vom arabischen Standpunkt aus, eine nationale (qawmi) Pflicht; sie versucht die zionistische und imperialistische Aggression gegen das arabische Heimatland zurückzuschlagen und zielt auf die Auslöschung des Zionismus in Palästina. Die komplette Verantwortung fällt der arabischen Nation zu – Völkern wie Regierungen. Das arabische Volk von Palästina ist die Vorhut. Dem entsprechend müssen die arabischen Nationen alle ihre militärischen, menschlichen, moralischen und geistigen Möglichkeiten mobilisieren, damit diese sich aktiv mit dem palästinensischen Volk an der Befreiung Palästinas beteiligen. Sie [die arabische Nation] muss vor allem in der Phase der bewaffneten palästinensischen Revolution den Palästinensern alle mögliche Hilfe anbieten und sie mit materieller und menschlicher Unterstützung ausstatten und ihnen alle Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung stellen, die es ihnen ermöglichen ihre führende Rolle in der bewaffneten Revolution fortzuführen, bis sie ihr Heimatland befreien.

Artikel 16: Vom geistlichen Standpunkt aus wird die Befreiung Palästinas das Heilige Land mit einer Atmosphäre der Sicherheit und Ruhe ausstatten, die im Gegenzug für die Sicherheit der religiösen Heiligtümer des Landes sorgen und die Freiheit der Anbetung und des Besuchs für jedermann garantieren werden, ohne Diskriminierung von Rasse, Farbe, Sprache oder Religion. Daher erwartet das Volk Palästinas Unterstützung aller geistlichen Kräfte der Welt.

Artikel 17: Die Befreiung Palästinas wird – vom menschlichen Standpunkt aus – die Würde, den Stolz und die Freiheit der einzelnen Palästinenser wieder herstellen. Daher blicken die arabischen Palästinenser mit Zuversicht auf die Unterstützung all derer, die an die Menschenwürde und die Freiheit in der Welt glauben.

Artikel 18: Vom internationalen Standpunkt aus ist die Befreiung Palästinas eine Verteidigungsaktion, die durch die Erfordernisse der Selbstverteidigung notwendig ist. Daher sehen sich die Palästinenser, so sehr sie die Freundschaft aller Völker anstreben, sich nach Freiheit liebenden und Frieden liebenden Staaten um, die sie unterstützen, um ihre legitimen Rechte in Palästina wiederherzustellen, Frieden und Sicherheit im Land wiederherzustellen und ihr Volk in die Lage zu versetzen, seine nationale Souveränität und Freiheit auszuüben.

Artikel 19: Die Teilung Palästinas im Jahr 1947 und die Errichtung des Staates Israel sind, ungeachtet der verstrichenen Zeit, vollkommen illegal, denn sie standen dem Willen des palästinensischen Volkes und ihrem natürlichen Recht auf ihr Heimatland entgegen und widersprachen der Charta der Vereinten Nationen, insbesondere dem Recht der Selbstbestimmung.

Artikel 20: Die Balfour-Erklärung, das Mandat für Palästina und alles, was auf diesen gründet, werden als null und nichtig angesehen. Behauptungen historischer religiöser Verbindungen der Juden mit Palästina stimmen nicht mit den Tatsachen der Geschichte und wahrhaftigen Verständnisses davon überein, was Staatlichkeit ausmacht. Da das Judentum eine Religion ist, bildet es keine unabhängige Nationalität. Die Juden bilden auch keine einzelne Nation mit eigener Identität; sie sind Staatsbürger der Staaten denen sie angehören.

Artikel 21: Die arabischen Palästinenser, die sich als bewaffnete palästinensischen Revolution verstehen, lehnen alle Lösungen ab, die Ersatz für die völlige Befreiung Palästinas sind und lehnen alle Vorschläge ab, die auf die Beendigung des palästinensischen Problems oder seine Internationalisierung zielen.

Artikel 22: Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die organisch mit dem internationalen Imperialismus verbunden ist; er streitet wider alle Aktionen zur Befreiung und fortschrittliche Bewegungen der Welt. Er ist seiner Natur nach rassistisch und fanatisch, in seinen Zielen aggressiv, expansionistisch und kolonialistisch und in seinen Methoden faschistisch. Israel ist das Instrument der zionistischen Bewegung und die geographische Basis des Welt-Imperialismus, die strategisch mitten in das arabische Heimatland platziert wurde, um die Hoffnungen der arabischen Nation auf Befreiung, Einheit und Fortschritt zu bekämpfen. Israel ist eine ständige Quelle der Bedrohung des Friedens im Nahen Osten und in der ganzen Welt. Da die Befreiung Palästinas die zionistische und imperialistische Präsenz zerstören und zur Errichtung des Friedens im Nahen Osten beitragen wird, sucht das palästinensische Volk die Unterstützung aller progressiven und friedliebenden Kräfte und drängt sie alle, ohne Unterschied ihrer Mitgliedschaften und ihres Glaubens, dem palästinensischen Volk alle Hilfe und Unterstützung in ihrem gerechten Kampf zur Befreiung ihres Heimatlandes zu bieten.

Artikel 23: Das Verlangen nach Sicherheit und Frieden, wie auch das Verlangen nach Recht und Gerechtigkeit, verlangen von allen Staaten, den Zionismus als illegale Bewegung zu betrachten, seine Existenz als ungesetzlich anzusehen und seine Operationen auszugrenzen, um friedliche Beziehungen zwischen den Völkern zu erhalten und die Loyalität der Bürger zu ihren jeweiligen Heimatländern zu schützen.

Artikel 24: Die Palästinenser glauben an die Prinzipien der Gerechtigkeit, Freiheit, Souveränität, Selbstbestimmung, Menschenwürde und dem Recht aller Völker, diese auszuüben.

Artikel 25: Zur Erreichung der Ziele dieser Charta und ihrer Prinzipien wird die Palästinensische Befreiungsorganisation ihre Rolle in der Befreiung Palästinas in Übereinstimmung mit der Verfassung dieser Organisation ausüben.

Artikel 26: Die Palästinensische Befreiungsorganisation ist als Vertreterin der palästinensischen Revolutionsstreitkräfte verantwortlich für die Bewegung der palästinensischen Araber in ihrem Kampf – um ihr Heimatland zurückzugewinnen, zu befreien und in es zurückzukehren und ihr Recht auf Selbstbestimmung in diesem Land auszuüben – in allen militärischen, politischen und finanziellen Bereichen und auch für das, was für die palästinensische Sache auf der inter-arabischen und internationalen Ebene nötig sein wird.

Artikel 27: Die Palästinensische Befreiungsorganisation wird mit allen arabischen Staaten nach deren jeweiligen Möglichkeiten kooperieren; und sie wird angesichts der Notwendigkeiten des Befreiungskrieges eine neutrale Politik unter ihnen übernehmen; und auf dieser Grundlage wird sie nicht in die internen Angelegenheiten arabischer Staaten eingreifen.

Artikel 28: Die palästinensischen Araber bestehen auf der Wahrhaftigkeit und Unabhängigkeit ihrer nationalen (wataniyya) Revolution und lehnen alle Formen der Intervention, Treuhänderschaft und Unterordnung ab.

Artikel 29: Die Palästinenser besitzen das fundamentale und echte Recht ihr Heimatland zu befreien und wieder in Besitz zu nehmen. Die Palästinenser bestimmen ihre Haltung gegenüber allen Staaten und Kräften auf der Grundlage des Standards, den diese gegenüber der palästinensischen Revolution einnehmen, um die Ziele des palästinensischen Volkes zu erreichen.

Artikel 30: Kämpfer und Waffenträger im Befreiungskampf sind der Kern der Volksarmee, die die Schutzmacht für die Gewinne der palästinensischen Araber sein wird.

Artikel 31: Die Organisation soll eine Flagge, einen Treueid und eine Nationalhymne erhalten. Über all dies wird in Abstimmung mit besonderen Regularien entschieden.

Artikel 32: Regularien, die als Verfassung der Palästinensischen Befreiungsorganisation bekannt werden sollen, sollen an diese Charta angehängt werden. Sie wird die Art bestimmen, in der die Organisation und ihre Organe und Institutionen eingerichtet werden sollen; genauso die jeweiligen Kompetenzen und die Erfordernisse entsprechend der Charta.

Artikel 33: Diese Charta darf nicht erweitert werden außer durch eine [Abstimmung mit] Zweidrittel-Mehrheit der gesamten Mitgliedschaft des Nationalrats der Palästinensischen Befreiungsorganisation in einer Sondersitzung, die zu diesem Zweck einberufen wird.

von Leila S. Kadi (ed.), Grundlegende politische Dokumente der bewaffneten palästinensischen Widerstandsbewegung, Palästinensisches Forschungszentrum, Beirut, Dezember 1969, S. 137-141.


Anmerkungen heplev:
Dies ist weiterhin der gültige Text der Charta. Sie wurde bisher nicht geändert!
1998 hat es einen riesigen Rummel um einen Besuch des US-Präsidenten Bill Clinton in Gaza gegeben, bei dem angeblich diese Charta geändert worden sein sollte. Dies ist aber nicht geschehen.
Warum? Dazu gibt es Verschiedenes zu bedenken.
Nach Artikel 33 braucht es eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder des Nationalrats, um die Charta zu ändern. So viele Mitglieder waren in der Sitzung aber gar nicht anwesend, die vermeintlich über die Änderung abstimmte. Damit wäre jeder Beschluss, der auf dieser Sitzung gefasst wurde, ohnehin nicht gültig!
Es wurde gar nicht über die Streichung der Artikel zur Vernichtung Israels abgestimmt! Arafat ließ darüber abstimmen, ob die Mitglieder des Nationalrats mit den Vorschlägen einverstanden waren, die er in seinem Schreiben an sie gemacht hat. Was in diesem Brief stand, wissen nur er und die, die diesen Brief erhalten haben!
Mit anderen Worten: Der Westen war einmal mehr auf sein eigenes Wunschdenken herein gefallen! Es wurde einfach angenommen, dass es um die Streichung der Mord- und Vernichtungsartikel ging. Bis heute ist diese Streichung aber nicht beschlossen worden. Die Charta ist in vollem Umfang gültig, einschließlich des Ziels der Vernichtung Israels!

Es gibt Berichte, dass der Palästinensische Nationalrat (PNC) die Charta mit seinem Beschluss „änderte, indem er Artikel streicht, die den Briefen entgegen stehen, die zwischen der PLO und der Regierung Israels am 9. und 10. September 1993 ausgetauscht wurden“.
Auch auf der Internetseite der Palästinensischen Generaldirektion in Bonn steht, dass der Palästinensische Nationalrat (am 24.6.1996) „beschließt:
1. Änderung der Nationalcharta durch Streichung der Artikel, die im Widerspruch zu den Schreiben zwischen der PLO und der Regierung Israels vom 09.-10.09. 1993 stehen.
2. Der Nationalrat beauftragt den Rechtsausschuß, die Neufassung der Nationalcharta vorzubereiten und diesen Entwurf dem Zentralrat in seiner ersten Sitzung vorzulegen.“
Konkretisiert wird aber nichts.

Tatsache ist, wie Zuhair Sanduka, Direktor des „International Parliamentary Affairs Department of the Palestine National Council“ (Abteilung für internationale parlamentarische Angelegenheiten des PNC) in einem Interview mit IMRA am 23. Januar 2002 zugeben musste, dass „seitdem keine andere Charta geschrieben worden ist… Es gibt tatsächlich Veröffentlichungen, die auf die Entscheidung Bezug nehmen, die Veränderungen vorzunehmen. Aber das sind andere Texte [heißt: nicht die offiziell gültige Charta] – keine anderen Paragraphen oder Artikel an Stelle der Artikel, die gestrichen oder verändert werden sollten. Aber es gibt die Bezugnahme darauf, dass es Artikel gibt, die entweder gestrichen oder modifiziert oder ergänzt werden sollten.“
Was ist das für ein Herumeiern? Was wollen die PLO-Offiziellen? Das ist doch wohl ein offensichtlicher Versuch, die Weltöffentlichkeit zu täuschen und hinzuhalten. Es zeigt deutlich auf, dass die PLO (und damit die PA) nicht gewillt sind, ihre Ziele aufzugeben und den ganzen Wirbel nur veranstaltet haben, um dem Westen Sand in die Augen zu streuen!

So viel zu palästinensischer Pflichterfüllung aus Verträgen, die mit Israel, den USA und anderen westlichen Ländern geschlossen worden sind…

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Eine weitere deutsche Übersetzung der Palästinenser-Charta findet sich auf:
Palästinensische Generalvertretung, Bonn, „offizieller Text“ in Deutsch
Palästinensische Generalvertretung, Bonn, vermeintlich (so IZ Sozialwissenschaften, „FOKUSplus Israel : Palästina“) die Änderung, enthält aber nur den oben zitierten Text mit dem entsprechenden bürokratischen/technischen Vorspann.
Daneben gibt es auch entsprechende (und gut gemeinte) Texte englischsprachiger Organisationen. Aber keine offizielle Version einer palästinensischen Organisation!

Martha Gellhorns Besuch bei palästinensischen Flüchtlingen im Westjordanland im Juni 1967

Martha Gelhorn, The Nation, Oktober 1967 (gepostet von Elder of Ziyon, 13. Januar 2011)

Wir trinken Nescafe in der überladen eingerichteten Stube eines älteren Flüchtlings-Lehrers. Eine Horde reizender, lebhafter kleiner Kinder wurde hinausgedrängt, um Raum für ernste Erwachsenen-Gespräche zu machen. Die Kinder schienen alle im selben Alter zu sein und waren – sonderbar – die Söhne und Töchter des Lehrers selbst und seine Enkelkinder. Seine Ehefrau verschwand, wie es sich gehört. Seine aufgeweckte 22-jährige Tochter, selbst bereits vierfache Mutter, kauerte vor der Tür wie eine Bettlerin, hielt ein weißes Tuch vor dem Gesicht und hörte zu.

1961 hatte ich eine lange Tour durch die UNRWA-Lager (United Nations Relief and Works Agency) für palästinensische Flüchtlinge im Libanon, dem Westjordanland und dem Gazastreifen gemacht und in diesem Lager bei Jericho war ich auch schon. Es war entmutigend. Die Welt glaubt, denn es wird ihr ständig gesagt, dass die palästinensischen Flüchtlinge 19 Jahre lang in physischer Not gelebt haben. Flüchtlinge der Mittelklasse werden vertraulich und privat mitteilen, dass ihre ärmeren Landsleute, diejenigen, die in den Lagern verbleiben, Zuhause nichts hatten und dass es ihnen nicht schlechter geht als vorher. Die Mehrheit der Flüchtlinge, gebildet, gut ausgebildet, teilweise sachkundig, leben außerhalb der Lager und führen ein Leben wie jeder andere Araber.

Die Not der Flüchtlinge ist im Kopf. Sie sind im Geist krank von der Fütterung mit Propaganda, offiziellem arabischen Dogma und hausgemachten Hirngespinsten, die sie 19 Jahre lang verschlungen haben. In Selbstmitleid geschult, ermutigt zu glauben, sie seien der Welt einzigartigsten Opfer von Ungerechtigkeit, ist ihnen nie erlaubt worden die Tagtraum-Vergangenheit zu vergessen oder sich auf eine reale Zukunft festzulegen. Da der dritte arabisch-israelische Krieg sie kaum berührte, haben sie aus ihm nichts gelernt.

Der Lehrer war es leid am Feure zu essen und vom Irrtum Nasser weg. Aber die übrigen hier, drei kräftige Hühnerfarmer, Männer Ende 20, dazu ein großer, blasser, elegant zusammengebauter Student der Universität Amman und ein großspuriger Mittelschüler, waren Nasser so ergeben wie schon immer. Obwohl alle außer dem Schuljungen (wir stimmte darüber ab) glaubten, dass ein Friedensvertrag zwischen Jordanien und Israel eine gute Sache sein würde, fanden die jungen Männer, dass Nasser entscheiden muss.

Sie hatten wegen des Krieges persönliche Probleme. Den Hühnerfarmern fehlten Transportmittel. Der Lehre sagte, seiner Frau gehe das Kerosin zum Kochen aus. Die Abschlussprüfungen des Mittelschülers in Ramallah waren unterbrochen worden; wann würden die Israelis dafür sorgen, dass er sie beenden kann? Der Student machte sich Sorgen, dass die Israelis ihn dazu verdonnern würden sein zweites Studienjahr zu wiederholen, statt ihn direkt ins dritte gehen zu lassen –an der Hebräischen Universität in Jerusalem, wenn sie fair sind. Ich stellte angesichts dieser Klagen immer heraus, dass das Schießen erst zehn Tage davor aufgehört hatte.

Dann, wie auf ein Stichwort, gingen wir in die Fantasie-Phase des Gesprächs über. Es besteht aus nochmaligem Erzählen davon, wie viele Morgen Land ausgezeichnete Felder und Obstplantagen sie hatten, was für prächtige Häuser sie in Palästina zurückließen und von den Juden gestohlen wurden. Da gibt es einen Konkurrenzkampf um Fantasie-Eigentümerschaft: Wenn man die verlorene, von den Einwohner eines beliebigen Lagers beanspruchten Landfläche addiert, kommt man gewöhnlich bei einer Gesamtsumme an, die größer ist als das gesamte landwirtschaftlich genutzte, wiedergewonnene Fläche des Landes Israel. Ein sehr netter Mann in einem anderen Lager sagte mir, dass ihm 44.000.000 Quadratmeter Zitrus-Haine gehört hatten: Die Legende will, dass einst dem Sultan der Türkei genau so viel Land in Palästina gehörte und es den Rothschilds verkaufte. Aber ich glaube, diese Eigentümer-Fantasie ist der wirkliche menschliche Kern des Problems der palästinensischen Flüchtlinge, anders als das irreale arabische Propagandaproblem.

Die Hälfte der Flüchtlinge ist unter 18 Jahre alt; Palästina ist ein Mythos, der in Schulen und Zuhause gelehrt wird. Ich glaube nicht, dass irgendeiner dieser Leute wirklich nach Israel zurückkehren will – nicht, wenn Israel ihnen nicht das durch Jahrzehnte Arbeit aufgewertete Land gibt und hilfsbereit ins Meer hüpft. Was die Flüchtlinge wirklich wollen, ist Geld für ihre eingebildeten verlorenen Besitztümer. Sie scheinen nicht zu wissen, dass die israelische Regierung seit 1949 wiederholt Entschädigungen angeboten hat, manchmal an Bedingungen wie einen Friedensvertrag geknüpft, manchmal ohne Gegenleistung. Auch wissen sie offensichtlich nicht, dass diese Angebote in ihrem Namen von den arabischen Regierungen immer zurückgewiesen wurden. Entschädigungen anzunehmen würde das Problem der palästinensischen Flüchtlinge beenden. Die Entschädigung ist da und wartet, aber sie wird diese Leute nie zufrieden stellen, weil sie auf Fakten gründet, nicht auf Hirngespinsten. Wenn deinem Vater eingetragene 20.000 Quadratmeter Land gehörten und du glaubst, ihm gehörten 2.000.000 Quadratmeter, dann ist es vorprogrammiert, dass du dich angesichts einer genauen Ausgleichszahlung bitter und betrogen fühlst.

„Warum können wir nicht in einen Bus steigen, um uns Israel anzusehen?“, fragte der Schuljunge. Er sprach am besten [Englisch]. „Wie sieht es aus?“ Wie sollte man das schnell sagen, angesichts unseres begrenzten beiderseitigen Wortschatzes? „Jeder arbeitet sehr hart“, sagte ich. Das ist die beste grundsätzliche Beschreibung Israels.

„Arbeitet sehr hart?“, wiederholte er entsetzt und war verärgert, als ich lachte.

„Was denkst du über die englischen und amerikanischen Flugzeuge für Israel?“, fragte er und seine schwarzen Augen glänzten.

„Eine Lüge. Es gab keine.“

„Jeder Araber glaubt, dass es sie gab. Es gab sie. Die Flugzeuge halfen den Israelis. Was ist mit dem Öl-Embargo?“

Übersetzung ins Arabische für die Hühnerfarmer und den Lehrer, die kein Englisch verstanden.

„Ich denke, das wird die Araber am meisten treffen. Wie werden sie leben, wenn sie kein Öl verkaufen?“

„Die Russen werden das Öl kaufen“, sagte der Junge stolz. „Und Indien und Vietnam. Die Araber werden nicht leiden.“

„Was wäre mit den Juden geschehen, hätten die Araber gewonnen?“ Ich unternahm hier eine kleine Gallup-Umfrage dazu. Der Student übersetzte und die sechs Männer murmelten eine Weile untereinander.

„Sehr schlimm“, fasste der Junge zusammen. „Alle tot.“

Aus heiterem Himmel wurden Ausführungen des Lehrers übersetzt. „Eshkol und Dayan sind sehr gut.“

„Warum sagt er das?“

„Weil alles friedlich ist“, sagte der Student. „Wir müssen mit den Juden in Frieden leben.“

„König Hussein ist sehr gut“, unterbrach der Junge. „Wir mögen ihn sehr, seit er nach Kairo ging und Nasser besuchte.“ Die Wiederholung auf Arabisch brachte allgemeine, nickende Zustimmung. Der Lehrer wirkte erschöpft und bot mehr Kaffee und Zigaretten an.

„Gebildete Flüchtlinge verdienen Geld und haben ein gutes Leben“, stellte der Student plötzlich fest. „In Amman gehen wir mit Mädchen in unseren Unterricht. Das ist sehr gut. Kann ich zurück an die Universität Amman, weil ich kein Hebräisch spreche?“

Die männlichen Besucher gingen der Reihe nach hinaus, was die gescheite 22-jährige Tochter aus ihrem verschleierten Exil an der Tür befreite. Sie sprach leidenschaftlich; ich fürchtete, dass ich irgendeinen mysteriösen weiblichen Kodex verletzt hatte. „Was sagt sie?“, fragte ich den Jungen, einen Freund der Familie und zu jung um verlangen zu können, dass eine Frau ihr Gesicht versteckt und schweigt. Er grinste, durch ihren Ausbruch verlegen.

„Sie sagt: Macht Nasser ein Ende. Macht Shukairy ein Ende. Macht Hussein ein Ende. Es reicht. Es reicht. Frieden. Frieden.“

Es ist enorm schade, dass arabische Frauen in der arabischen Politik nichts zu sagen haben.

Oberster Muslim-Rat: Tempelberg ist jüdisch

Hillel Fendel, IsraelNationalNews.com, 2. September 2008
(die zugehörigen Bilder sind leider nicht mehr online, ich habe aus anderen Quellen zwei Teile des Einbandes einer Ausgabe eingebunden)

Die weithin verbreitete arabisch-muslimische Position, dass der Tempelberg nicht jüdisch ist, wurde entlarvt – vom Obersten Muslimrat (Waqf) in Jerusalem in einem Führer für den Tempelberg, der 1925 veröffentlicht wurde.

Reiseführer straft aktuelle arabische Kampagne Lügen

1997 erklärte der muslimische Chef-Kleriker der palästinensischen Autonomie, Mufti Ikrama Sabri: „Der Anspruch der Juden auf das Recht über [Jerusalem] ist falsch und wir erkennen nichts außer einem komplett islamischen Jerusalem unter islamischer Aufsicht an…“

So begann eine Kampagne, mit der die Welt überzeugt werden soll, dass die Jahrtausende alte natürliche Verbindung von Jerusalem mit den Juden unwahr sei. Raed Salah, Chef der Islamischen Bewegung, erklärte 2006: „Wir erinnern zum 1.000sten Mal daran, dass die gesamte Al Aksa-Moschee [auf dem Tempelberg], einschließlich des gesamten Gebiets und der Gassen über der Oberfläche und darunter, ausschließlich und absolut muslimisches Eigentum ist und niemand anders irgendein Recht auch nur an einem Erdkrümel davon hat.“

Wir wissen jetzt aber, dass dieser „absolute“ muslimische Anspruch gar nicht so absolut ist wie behauptet. Fakt ist, dass 1925 der Oberste Muslimische Rat – den wir auch als Waqf kennen und der die Aktivitäten auf dem Tempelberg im Auftrag der muslimischen Religion seit hunderten von Jahren beaufsichtigt hat – stolz damit prahlte, dass die Stätte keine andere war als die von Salomos Tempel.

Das Tempelinstitut in Jerusalem berichtet, dass es eine Ausgabe des offiziellen Reiseführers zum des Obersten Muslimischen Rates zum Al-Haram Al-Sharif (der muslimische Name für den Tempelberg) erworben. Auf Seite 4 erklärt der Waqf: „Die Identität des Ortes mit Salomos Tempel ist unumstritten. Dies ist auch nach universellem Glauben die Stelle, auf der ‚Und David baute dort dem HERRN einen Altar’“; das Zitat stammt aus 2. Samuel 24,25.

Zusätzlich bezieht sich die Bröschüre auf das unterirdische Gebiet in der Südost-Ecke des Berges, die es Salomos Ställe nennt. „Über die Geschichte der Kammer selbst ist wenig bekannt“, heißt es in dem Reiseführer. „Sie stammt wahrscheinlich sogar aus der Zeit des Baus von Salomos Tempel. Nach Angaben von Josephus gab es sie bereits als Zufluchtsort der Juden zur Zeit der Eroberung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 n.Chr. und wurde so genutzt.“

Der Tempelberg in Jerusalem war tatsächlich der Ort der beiden jüdischen Heiligen Tempel, die fast 1.000 Jahre lang Bestand hatten (s.u.)

Beweise für den muslimischen antijüdischen Revisionismus

Rabbi Chaim Richman vom Temple Institute schreibt, dass die Broschüre den Beweis leifert, dass die derzeitige Position des Waqf sich vom traditionellen muslimischen Glauben verabschiedet. „In den letzten Jahren“, schreibt er, „ist der muslimische Waqf so weit gegangen die historische Existenz des Heiligen Tempels zu leugnen und zu behaupten, dass der Tempelberg ausschließlich der muslimischen Nation gehört und es keine Verbindung zwischen der jüdischen Nation und dem Tempelberg gibt. Aus dieser Broschüre geht klar hervor, dass die geänderte Haltung des Waqf von der traditionellen muslimischen Anerkennung der jüdischen Vorgeschichte des Berges abweicht.“

„Die derzeitige Leugnung historischer Realitäten ist lediglich eines der Mittel in dem Krieg, der von Muslimen gegen den Gott Israels und die gesamte Welt der ‚Ungläubigen’ geführt wird“, erklärt Richman.

Beispiele der neuen palästinensischen/arabischen Haltung zu Jerusalem:
PA-Mufti Sabri wurde in der palästinensischen Zeitung Al-Ayyam am 22. November 1997 folgendermaßen zitiert: „Die ‚Al-Buraq’-Mauer [die Westmauer/Klagemauer] ist Teil der Al Aksa-Moschee. Die Juden haben keine Beziehung dazu.“

Dieselbe Zeitung berichtete am 18. Juli 1997, dass Hamad Yussef, Kopf des „Instituts für die Verjüngung des palästinensischen Erbes“ über den „falschen historischen Anspruch der Juden in der heiligen Stadt“ redete, „Ein Anspruch, den sie mit all den von ausländischen Gruppen über die letzten hundert Jahre vorgenommenen Ausgrabungen nicht zu beweisen in der Lage waren“. Die Zeitung erklärte auch, dass Hamas „die Israelis nie da gewesener historischer Fälschungen beschuldigte und die palästinensische, arabische und islamische Natur der heiligen Stadt innerhalb der letzten 6.000 Jahre betonte. Israels Versuch eine historische Verbindung zu Jerusalem zu finden, schlägt fehl.“ (mit freundlicher Genehmigung der Jewish Virtual Library)

Jüdische Geschichte auf dem Tempelberg

Der Tempelberg in Jerusalem war der Ort der beiden jüdischen Heiligen Tempel; der erste davon wurde von König Salomo im Jahr 832 vor der christlichen Zeitrechnung gebaut, also etwa 1.500 vor der Gründung des Islam. Er stand dort mehr als 400 Jahre und nach dem 70-jährigen Babylonischen Exil wurde ein zweiter Tempel an demselben Ort gebaut. Dieser stand an diesem Ort fast 1.000 Jahr lang, bis die Römer das gesamte Land eroberten und den Zweiten Tempel zerstörten. Obwohl die Gegend unter die Kontrolle der Römer, Byzantiner, Muslime, Christen, Türken Briten und andere eingreifende Kulturen kam, waren Jerusalem und der Tempelberg immer der Fokus von jüdischen religiösen und nationalen Sehnsüchten und blieb die gesamte Zeit die „Hauptstadt“ der Juden, selbst im Exil. Im Sechstage-Krieg von 1967 befreite der Staat Israel das Gebiet des Tempelbergs und ganz Jerusalem, womit es mit einer Lücke von 1.900 Jahren wieder unter jüdische Kontrolle kam.

Israel hat allerdings seine Souveränität über den heiligen Tempelberg niemals aktualisiert, sondern statt dessen dem Waqf fast die totale Kontrolle gewährt. Tatsächlich wurde Juden nicht erlaubt dort zu beten, seit der damalige IDF-Chefrabbi Shlomo Goren dort ein Gebet am ersten Tischa B’Av nach der Befreiung leitete. Für Juden hat man selbst die Besuchszeiten eingeschränkt.

PA prügelt blindlings auf „imaginären Tempel” der Juden ein

Nissan Ratzlav-Katz, IsraelNationalNews.com, 25. September 2008

Die von PLO/Fatah-Chef geführte palästinensische Autonomiebehörde bemüht sich wieder darum die muslimische Leugnung der jüdischen Verbindung zu Jerusalem zu popularisieren, besonders die zum Ort der beiden jüdischen Tempel. Die PA-Ansprüche setzen sich sowohl über alle archäologischen Beweise hinweg, als auch über die Geschichte Jerusalems, wie sie von den meisten maßgeblichen muslimischen Quellen bestätigt werden.

Nach Angaben von Itamar Marcus und Barbara Crook von der Organisation Palestinian Media Watch haben Sendungen des von der Fatah kontrollierten Fernsehens ein Musikvideo beworben, das „jegliche historische Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und Jerusalem abstreitet“. Aufbauend auf der Leugnung jüdischer Rechte in Jerusalem und er Behauptung, dass der Tempelberg „unser“ ist, d.h. den Muslimen gehört, erklärt PMW: „Die Zeilen wiederholen die palästinensische Erfindung, dass Israel plane die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören, die daher geschützt werden müsse.“

Das Video erschien am 23. September 2008 im PA-TV; wie PMW es übersetzt, beinhaltet es die Zeilen: „Oh [Söhne] Zions, egal, wie sehr ihr grabt und egal, wie viel ihr zerstört, euer imaginärer Tempel wird nicht entstehen, Al-Aqsa gehört uns. Al-Aqsa gehört uns, oh Muslime, Al-Aqsa gehört uns.“ In der Folge, sagt PMW, wird ein neuer Saladin gefordert, der muslimische Eroberer Jerusalems im Jahr 1187.

Marcus und Crook erklären, dass das Video sowohl im Fatah- wie im Hamas-Fernsehen „mit Unterbrechungen während der letzten 18 Monate lief und Teil einer anhaltenden Hass-Kampagne gegen Israel. Die Kampagne streitet die historische Tatsache der Verbindung zwischen dem jüdischen Volk, Jerusalem und dem Tempelberg ab, während sie [gleichzeitig] Hass und Angst einflößen, indem sie vorgeben, dass die heilige Stätte des Islam, wie auch seine Anhänger in großer Gefahr sind.“

Muslimrat von Jerusalem: Tempel in Jerusalem „unumstritten“

In völligem Gegensatz zu den von der PA heute aufgestellten Behauptungen, berichtete Israel National News dieses Jahr, erklärt ein vom obersten Muslimrat (der Waqf) von Jerusalem 1925 veröffentlichter Reiseführer zum Tempelberg: „Seine Identität mit dem Ort von Salomos Tempel ist unumstritten. Die Identität des Ortes mit Salomos Tempel ist unumstritten. Dies ist auch nach universellem Glauben die Stelle, auf der ‚Und David baute dort dem HERRN einen Altar…“

Zusätzlich bezieht sich die Broschüre auf das unterirdische Gebiet in der Südost-Ecke des Berges, die es Salomos Ställe nennt. „Über die Geschichte der Kammer selbst ist wenig bekannt“, heißt es in dem Reiseführer. „Sie stammt wahrscheinlich sogar aus der Zeit des Baus von Salomos Tempel. Nach Angaben von Josephus gab es sie bereits als Zufluchtsort der Juden zur Zeit der Eroberung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 n.Chr. und wurde so genutzt.“

Mohammed, Gründer des Islam: Der Tempel ist in Jerusalem

In den gesamten religiösen, Verhaltens- und doktrinären Gesetzbüchern, von denen die Muslime glauben, dass sie von Mohammed oder seinen unmittelbaren Gefährten überliefert wurden und als Hadithe bekannt sind, wird Jerusalem auf Arabisch Bayt al-Makdis genannt. Der Begriff ist eine arabische Übersetzung des hebräischen Bait HaMikdasch, was auf Deutsch „der Tempel“ bedeutet.

Jerusalem wird jedoch in der Hauptschrift des Islam, dem Koran, nicht namentlich erwähnt. Muslim-Apologeten stellen allerdings oft eine Beschreibung einer mystischen Reise Mohammeds zur „weitest entfernten Moschee“ heraus, von der sie behaupten, dass das die Al-Aqsa-Moschee ist, die sich derzeit auf dem Tempelberg in Jerusalem befindet.

Der Haditah, der weitere Einzelheiten der mystischen Reise beschreibt, nennt allerdings Jerusalem als Ort des jüdischen Tempels. Die Hadithe-Sammlung Sahih Muslim erklärt: „Der Botschafter Allahs (Friede sei mit ihm) sagt: Mir wurde al-Buraq gebracht, ein weißes und langes Tier, größer als ein Esel, aber kleiner als ein Maultier, der seinen Huf so weit setzte, wie man sehen kann. Ich stieg auf und kam zum Tempel (Bait al-Maqdis in Jerusalem) und band ihn dann an den Ring, den die Propheten benutzten.“ Bis heute nennen die Muslime die Westmauer „al-Buraq-Mauer“.

Archäologische Beweise: Die Tempel standen in Jerusalem

Archäologische Funde der letzten Jahre in und um Jerusalem haben physische Beweise für die Geschichte geliefert, wie sie von den frühesten jüdischen, christlichen und muslimischen Quellen dargestellt wird. Hier einige Beispiele:

* 2005 entdeckten Forscher nach sorgfältiger archäologischer Arbeit auf der Schutthalde eines illegalen Waqf-Bauprojekts auf dem Tempelberg: ein Münze aus der Zeit des ersten Aufstandes gegen die Römer, der der Zerstörung des Zweiten Tempels voraus ging und den Satz „Zur Erlösung Zions“ trägt; eine in das Fragment eines Kruges gemeißelte Inschrift der Zeit des Ersten Tempels mit den alten hebräischen Buchstaben heh, ayin und kof; ein Siegel mit einem Stern mit fünf Spitzen und alten hebräischen Buchstaben, die das Wort „Jerusalem“ zwischen den Spitzen trägt; eine Münze von Alexander Jannaeus; eine scythisch-iranische Pfeilspitze des Typs, wie er von der babylonischen Armee des Nebukadnezar benutzt wurde, die 586 vor unserer Zeitrechnung den Ersten Tempel zerstörte; und einiges mehr.

* 2005 entdeckte ein Archäologe der Hebräischen Universität ein Tonsiegel, das auf die Zeit um 580 vor unserer Zeitrechnung datiert und den Namen Yehuchal Ben-Schelemja trägt, der als königlicher Botschafter und Minister identifiziert wird, den König Zedekia zum Propheten Jeremia sandte (in den Kapiteln 37 und 38 des Buches Jeremia in der Bibel).

Einige Jahre früher wurde an derselben Grabungsstätte ein weiteres königliches Siegel aus der Periode um 580 vor unserer Zeitrechnung gefunden. Es trug den Namen Gemarja, Sohn von Schafan, der ebenfalls im Buch Jeremia als einer der höchsten Beamten am Hof von König Zedekias Vorgänger, König Jojakim, erwähnt wird. Ein weiteres, unter Dutzenden anderer gefundenes Siegel trägt den Namen Asarja ben-Hikija, Mitglied einer priesterlichen Familie, der nach Angaben von 1. Chronik 9,10 vor der Zerstörung Jerusalems im Tempel diente.

* Im Mai 2007 entdeckten Archäologen eine Reihe von Siegeln und Siegelringen aus der Zeit der biblischen Könige David und Salomo; sie wurden in der Davidstadt, unterhalb der Altstadt Jerusalems, ausgegraben.

* Im Januar 2008 entdeckten Archäologen ein Steinsiegel, das auch den Namen Temach trug, einer Familie, deren Mitglieder Diener der Zeit des Ersten Tempels waren, nach Babylon ins Exil mussten und dann nach Jerusalem zurückkehrten. Das Siegel wurde in der Nähe der Altstadtmauern am Misttor gefunden. Das Buch Nehemia (Kapitel 7) nennt die Familie Temach namentlich.

* Im März 2008 wurde in der Davidstadt eine Münze des Zweiten Tempels gefunden, wie sie in dieser turbulenten Zeit Tempels genutzt wurde, um die biblische Kopfsteuer von einem halben Schekel zu bezahlen.

* Im August 2008 gruben Archäologen einen völlig intakten Siegelabdruck aus, der den Namen eines weiteren Ministers von König Zedekia trug, Gedalja, Sohn des Paschhur; das geschah nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der drei Jahre vorher das Siegel von Yehuchal Ben-Selemja gefunden wurde.

1948, Israel und die Palästinenser – die wahre Geschichte

Ephraim Karsh, Commentary Magazine, 1. Mai 2008

Sechzig Jahre nach seiner Gründung durch einen international anerkannten Akt der Selbstbestimmung bleibt Israel der einzige Staat der Welt, der ständigen Ausbrüchen der absonderlichsten Verschwörungstheorien und Mordvorwürfen ausgesetzt ist; dessen Politik und dessen Handeln von der internationalen Gemeinschaft verurteilt wird und dessen Existenzrecht ständig diskutiert und angegriffen wird – nicht nur von seinen arabischen Feinden, sondern auch von Teilen der fortschrittlichen Meinung im Westen.

Im Verlauf ungefähr des letzten Jahrzehnts ist die tatsächliche Eliminierung des jüdischen Staates für viele dieser gebildeten Westler eine cause célèbre geworden. Die „Ein-Staaten-Lösung“, wie sie genannt wird, ist eine euphemistische Formel, die die Ersetzung Israels durch einen einzigen Staat vorschlägt, der theoretisch das ganze historische Palästina umfasst, in dem die Juden auf den Status einer ständigen Minderheit reduziert werden wird. Nur dies, heißt es, kann die „Ursünde“ der Gründung Israels wieder gut machen, das (in den Worten eines Kritikers) „auf den Ruinen des arabischen Palästina“ statt fand und durch die gezielte und aggressive Enteignung der eingeborenen Bevölkerung erreicht wurde.

In der Tat formt diese Behauptung der vorsätzlichen Enteignung und der die konsequente Schaffung der lange bestehenden palästinensischen „Flüchtlingsproblem“ der zentrale Programmpunkt in der von Israels angeblichen Opfern und ihren westlichen Unterstützern aufgedrückten Liste der Einzelheiten. Es handelt sich um einen Vorwurf, kaum ohne Widerspruch erhoben wurde. Bereits Mitte der 1950-er Jahre nahm der angesehene amerikanische Historiker J.C. Hurewitz[i] eine systematische Zurückweisung vor; seine Erkenntnisse wurden später von Generationen an Forschern und Autoren in aller Ausführlichkeit bestätigt. Selbst Benny Morris, der einflussreichste israelische Revisionist unter den „neuen Historikern“ und jemand, der alles unternimmt, um Israels „Ursünde“ festzustellen und zu vertreten, stellte zähneknirschend fest, dass es keinen „Plan“ zur Vertreibung der palästinensischen Araber gab.[ii]

Die vor kurzem erfolgte Freigabe von Millionen Dokumenten aus der Zeit des britischen Mandats (1920-1948) und der frühen Tage Israels – Dokumente, die von früheren Generationen von Schreibern nicht berührt und ignoriert oder von den „neuen Historikern“ verdreht wurden – malen ein weit entschiedeneres Bild der historischen Abläufe. Sie offenbaren, dass die Behauptung der Enteignung nicht nur völlig ohne Grundlage, sondern das Gegenteil die Wahrheit ist. Was folgt, gründet auf neuen Untersuchungen dieser Dokumente, die viele Fakten und Daten enthalten, die bisher nicht berichtet wurden.

Weit entfernt davon unglückliche Objekte eines raubtierhaften zionistischen Überfalls zu sein, waren es palästinensisch-arabische Führer seit den frühen 1920-er Jahren, die sehr gegen die Wünsche ihrer eigenen Bevölkerung eine unbarmherzige Kampagne zur Auslöschung der jüdischen nationalen Wiederbelebung begann. Diese Kampagne gipfelte im gewalttätigen Versuch die UNO-Resolution vom 29. November 1947 abzuwürgen, die die Gründung zweier Staaten in Palästina forderte. Hätten diese Führer und ihre Gegenüber in den benachbarten arabischen Staaten die UNO-Resolution akzeptiert, dann hätte es erst gar keinen Krieg und keine Bevölkerungsverschiebung gegeben.

Es ist einfach eine Tatsache, dass die zionistische Bewegung immer für das Vorhandensein einer beträchtlichen arabischen Minderheit in einem zukünftigen jüdischen Staat zugänglich war, die auf gleicher Augenhöhe „an allen Sektoren des öffentlichen Lebens des Landes“ teilnehmen würde.[iii] Die Worte sind die von Ze’ev Jabotinsky, dem Gründungsvater des Zweigs des Zionismus, der der Vorläufer der heutigen Likud-Partei war. In einem berühmten Artikel aus dem Jahr 1923 formulierte Jabotinsky seine Bereitschaft „einen Eid zu leisten, der uns und unsere Nachfahren daran bindet, dass wir niemals irgendetwas tun werden, das gegen das Prinzip der gleichen Rechte geht und dass wir niemals versuchen werden irgendjemanden zu vertreiben“.[iv]

Elf Jahre später war Jabotinsky Vorsitzender beim Entwurf einer Verfassung für ein jüdisches Palästina. Entsprechend deren Vorkehrungen sollten Araber und Juden sich die Rechte und Pflichten der Eigenstaatlichkeit teilen, einschließlich und äußerst bemerkenswert der militärischen und zivilen Dienste. Hebräisch und Arabisch sollten den gleichen rechtlichen Stellenwert haben und „in jedem Kabinett, in dem der Premierminister ein Jude ist, soll der Stellvertreterposten einem Araber angeboten werden und umgekehrt“.[v]

Wenn das die Haltung der „militanteren“ Fraktion der jüdischen Nationalbewegung war, dann nahm der Mainstream-Zionismus nicht nur die volle Gleichberechtigung der arabischen Minderheit im zukünftigen jüdischen Staat für selbstverständlich, sondern unternahm auch alles, um die arabisch-jüdische Koexistenz zu fördern. Im Januar 1919 erzielte Chaim Weizmann, damals der kommende Anführer der zionistischen Bewegung, eine Vereinbarung zu Frieden und Zusammenarbeit mit dem haschemitischen Emir Faisal Ibn Hussein, der praktisch der Führer der am Anfang befindlichen pan-arabischen Bewegung war. Von da an bis zur Proklamation des Staates Israel am 14. Mai 1948 hielten Sprecher der Zionisten hunderte Treffen mit arabischen Führern auf allen Ebenen ab. Zu diesen Führern gehörten Abdallah ibn Hussein, Faisals älterer Bruder und Gründer des Emirats von Transjordanien (später das Königreich Jordanien), die amtierenden und ehemaligen Premierminister von Syrien, dem Libanon, Ägypten und dem Irak, hochrangige Berater von König Abdul Aziz ibn Saud (Gründer von Saudi-Arabien) und palästinensisch-arabische Führer aller Schattierungen.

Noch am 15. September 1947, zwei Monate vor der Verabschiedung der Teilungsresolution, versuchten zwei hochrangige zionistische Botschafter Abdel Rahman Azzam, den Generalsekretär der Arabischen Liga zu überzeugen, dass der palästinensische Konflikt „nutzlos die besten Energien der Arabischen Liga aufsaugt“ und dass Araber wie Juden „von aktiver Politik der Kooperation und Entwicklung“ stark profitieren würden.[vi] Hinter diesem Vorschlag steckte eine uralte zionistische Hoffnung: dass der materielle Fortschritt, der aus der jüdischen Besiedlung Palästinas entsteht, den Weg der arabischen Bevölkerung vor Ort erleichtern würde zu einer dauerhaften Versöhnung, wenn nicht gar positiven Neigung dem Projekt der jüdischen nationalen Selbstbestimmung gegenüber. David Ben-Gurion, der bald Israels erster Premierminister werden sollte, argumentierte im Dezember 1947:

Wenn der arabische Bürger sich in unserem Staat zu Hause fühlt, … wenn der Staat ihm wahrhaftig und entschieden hilft, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ebene der jüdischen Gemeinschaft zu erreichen, dann wird das arabische Misstrauen entsprechend abklingen und eine Brücke zu einer semitischen, jüdisch-arabischen Allianz wird gebaut werden.[vii]

Auf den ersten Blick ruhte Ben-Gurions Hoffnung auf vernünftigen Gründen. Ein Zufluss von jüdischem Einwanderern und Kapital nach dem Ersten Weltkrieg hatte den bis dahin statischen Zustand Palästinas wiederbelebt und den Lebensstandard seiner arabischen Einwohner deutlich über den der benachbarten Staaten angehoben. Die Ausweitung arabischer Industrie und Landwirtschaft, besonders im Bereich des Anbaus von Zitrusfrüchten, wurde zum großen Teil von dem so erworbenen Kapital finanziert; jüdisches Know-how trug viel zur Verbesserung der arabischen Kultivierung bei. In den zwei Jahrzehnten zwischen den beiden Weltkriegen, wuchs der Zitrusanbau in arabischem Besitz um das Sechsfache, ebenso das mit Gemüse bebaute Land, während die Zahl der Olivenhaine sich vervierfachte.[viii]

Nicht weniger bemerkenswert waren die Fortschritte in der sozialen Versorgung. Am vielleicht bedeutendsten: Die Sterblichkeitsrate der muslimischen Bevölkerung fiel stark ab und die Lebenserwartung stieg von 37,5 Jahren 1926/27 auf 50 Jahre 1942-44 (verglichen mit 33 in Ägypten). Die Rate der natürlichen Bevölkerungszunahme sprang um ein Drittel nach oben.[ix]

Dass nicht annähernd etwas Ähnliches in den benachbarten britisch beherrschten arabischen Ländern geschah, ganz zu schweigen von Indien, kann nur durch den entscheidenden jüdischen Beitrag zum sozioökonomischen Wohlergehen im Mandat Palästina erklärt werden. Die britischen Behörden erkannten das in einem Bericht von 1937 an, der von einer Kommission unter Leitung von Lord Peel stammt:

Der allgemeine Nutzeffekt der jüdischen Einwanderung auf das arabische Wohlergehen wird von der Tatsache illustriert, dass die Zunahme der arabischen Bevölkerung am stärksten in den städtischen Bereichen von der jüdischen Entwicklung beeinflusst wurde. Ein Vergleich der Bevölkerungszählungen von 1922 und 1931 zeigt, dass der Zuwachs in Haifa bei 86 Prozent lag, in Jaffa bei 62, in Jerusalem bei 37, während er in rein arabischen Städte wie Nablus und Hebron nur 7 und in Gaza eine Abnahme von 2 Prozent betrug.[x]

Wäre die riesige Mehrheit der palästinensischen Araber ihren eigenen Anlagen überlassen worden, würden sie höchstwahrscheinlich damit zufrieden gewesen sein die ihnen sich bietenden Gelegenheiten zu nutzen. Das wird von der Tatsache belegt, dass es während der gesamten Mandatszeit Zeiten friedlicher Koexistenz diejenigen der gewalttätigen Ausbrüche weit übertrafen und letztere nur das Werk eines kleinen Teils der palästinensischen Araber war.[xi] Unglücklicherweise, für Araber wie Juden, wurden die Hoffnungen und Wünsche der einfachen Leute nicht zur Kenntnis genommen, wie es in autoritären Gemeinschaften selten der Fall ist, die den Vorstellungen einer bürgerlichen Gesellschaft oder liberalen Demokratie feindlich gesinnt sind. Darüber hinaus sind es in der modernen Welt nicht die Armen und Unterdrückten, die die großen Revolutionen geführt oder die schlimmsten Gewalttaten verübt haben, sondern eher die militante Avantgarde der besser Gebildeten und mit mehr Geld Ausgestatteten der Gesellschaft.

So war es auch mit den Palästinensern. Im Peel-Bericht steht:

Wir fanden heraus, dass, obwohl die Araber von der Entwicklung des Landes in Folge der jüdischen Einwanderung profitiert haben, das keinen Versöhnungseffekt gehabt. Im Gegenteil… mit fast mathematischer Präzision hat die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Palästina die Verschlechterung der politischen Lage bedeutet.[xii]

In Palästina wurden gewöhnliche Araber von ihren vermeintlich höher Gestellten wegen des Verbrechens „Palästina an die Juden zu verkaufen“ verfolgt und ermordet. Gleichzeitig bereicherten dieselben besser Gestellten sich straflos. Der eiserne Panarabist Awni Abdel Hadi, der schwor zu kämpfen „bis Palästina entweder unter eine freie arabische Regierung gesellt oder ein Friedhof für alle Juden des Landes ist“,[xiii] ermöglichte den Transfer von 30.000 Ar an die zionistische Bewegung und einige seiner Verwandten, allesamt respektierte politische und religiöse Persönlichkeiten, gingen einen Schritt weiter und verkauften Landbesitz. So machten es auch zahlreiche Mitglieder der Familie Husseini, der führende palästinensisch-arabische Clan während der Mandatszeit, darunter Mohammed Tahir, der Vater von Hadsch Amin Husseini, der berüchtigte Mufti von Jerusalem.[xiv]

Es war die Sorge des Muftis seine politische Position zu festigen, die weit gehend Grundlage fürd as Blutbad von 1929 war, bei dem 133 Juden massakriert und hunderte weitere verletzt wurden – so, wie es auch der Kampf um politische Überlegenheit, die den am längsten anhaltenden Ausbruch palästinensisch-arabsicher Gewalt von 1936-1939 auslöste. Das wurde weithin als nationalistische Revolte sowohl gegen die britische Herrschaft wie auch die jüdischen Flüchtlinge dargestellt, die damals nach Palästina strömten, um der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen. In der Tat gab es eine massive Ausübung von Gewalt, bei der weit mehr Araber als Juden oder Engländer von arabischen Banden ermordet wurden, die die normale arabische Bevölkerung unterdrückte und missbrauchte und die tausende Araber nötigten als Vorgeschmack des Exodus von 1947/48 aus dem Land zu fliehen.[xv]

Einige palästinensische Araber zogen es in der Tat vor sich gegen ihre Aufhetzer zur Wehr zu setzen, oft in Zusammenarbeit mit den britischen Behörden und der Hagana, der größten jüdischen Untergrund-Verteidigungsorganisation. Weitere suchten Schutz in jüdischen Vierteln. Denn trotz der lähmenden Terror-Atmosphäre und eines erbarmungslos erzwungenen Boykotts ging die arabisch-jüdische Koexistenz auf vielen praktischen Ebenen selbst während solcher Zeiten des Aufruhrs weiter und wurde nach ihrem Abebben weit gehend wiederhergestellt.[xvi]

Vor diesem Hintergrund darf man sich kaum wundern, dass die meisten Palästinenser zehn Jahre später nichts mit den gewalttätigen Versuchen des vom Mufti geführten Arabischen Hochkomitee (AHC), praktisch der „Regierung“ der palästinensischen Araber, zu tun haben wollten, die UNO-Lösung der Teilung von 1947 zu untergraben. Die Erinnerungen an 1936-1939 noch frisch im Gedächtnis, entschieden sich viele dazu sich aus dem Kampf herauszuhalten. In kürzester Zeit verhandelten zahlreiche arabische Dörfer (und einige städtische Bereiche) Friedensvereinbarungen mit ihren jüdischen Nachbarn aus; andere Orte im gesamten Land handelten ähnlich, ohne den Beistand einer formalen Vereinbarung.[xvii]

Die gewöhnlichen Palästinenser schreckten auch nicht davor zurück sich ihrer obersten Führung zu widersetzen. In seinen zahlreichen Touren durch die Region stellte Abdel Qader Husseini, der Distriktkommandeur für Jerusalem und ein enger Verwandter des Muftis fest, dass die Bevölkerung dem wiederholten Ruf zu den Waffen gleichgültig, wenn nicht sogar feindlich gegenüber stand. In Hebron konnte er nicht einen einzigen Freiwilligen für die bezahlten Streitkräfte rekrutieren, die er in dieser Stadt zu bilden versuchte; seine Bemühungen in den Städten Nablus, Tulkarm und Qalquiliya waren kaum erfolgreicher. Arabische Dorfeinwohner ihrerseits zeigten sich seinen Forderungen gegenüber noch weniger empfänglich. An einem Ort, Beit Safafa, erlitt Abdel Qader die ultimative Kränkung, als er von verärgerten Einwohnern fortgejagt wurde, die gegen die Verwandlung ihres Dorfes in eine Basis für antijüdische Attacken protestierten. Selbst die wenigen, die seiner Aufforderung folgten, taten das mehr oder weniger, um kostenlos Waffen für ihren persönlichen Schutz zu bekommen und dann wieder nach Hause zurückzukehren.[xviii]

Es gab einen wirtschaftlichen Aspekt für diese Friedfertigkeit. Der Ausbruch der vom AHC geleiteten Feindseligkeiten führte zu einem starken Rückgang des Handels und einer begleitenden Steigerung der Kosten für die Grundversorgung. Viele Dörfer, die für ihren Lebensunterhalt auf jüdische oder gemischt bevölkerte Städte angewiesen waren, sahen keinen Sinn darin das ausdrückliche Ziel des AHC zu unterstützen, die Juden in die Unterwerfung zu hungern.[xix] Das allgemeine Fehlen der Lust auf Krieg Anfang Februar 1948, mehr als zwei Monate, bevor das AHC seine Gewaltkampagne initiierte, behauptete Ben-Gurion, dass „die Dörfer zum größten Teil nur abseits standen“.[xx]

Ben-Gurions Analyse wurde vom irakischen General Ismail Safwat bestätigt, dem Oberkommandierenden der Arabischen Befreiungsarmee (Arab Liberation Army, ALA), der Freiwilligen-Streitmacht, die in den Monaten vor Israels Unabhängigkeitserklärung einen großen Teil der Kämpfe in Palästina bestritt. Safwat beklagte, dass nur 800 der 5.000 von der ALA trainierten Freiwilligen aus Palästina selbst kamen und dass die meisten von diesen desertiert waren, bevor oder kurz nachdem sie ihre Ausbildung beendeten. Fawzi Qawuqji, örtlicher Kommandeur der ALA-Kräfte, urteilte nicht weniger vernichtend; er befand, die Palästinenser seien „unzuverlässig, erregbar und schwer zu kontrollieren und für organisierte Kriegsführung praktisch nicht verwendbar“.[xxi]

Das fasst die meisten gegenwärtigen Wahrnehmungen während der schicksalhaften sechs Monate der Kämpfe nach Verabschiedung der Resolution zusammen. Obwohl alles, fast bis zur Auflösung der palästinensischen Gesellschaft brachten, wurde das nirgendwo als systematische Enteignung der Araber durch die Juden beschrieben. Im Gegenteil: Da die Teilungsresolution von den arabischen Führern weithin als „zionistisch inspiriert, vom Prinzip her zionistisch, von der Substanz her zionistisch und in den meisten Einzelheiten zionistisch“ angesehen wurde (in den Worten des palästinensischen Akademikers Walid Khalidi)[xxii] und da diese Führer brutal offen ihre Entschiedenheit äußerten die Juden mit Waffengewalt zu unterwerfen, gab es keinerlei Zweifel welche Seite das Blutbad angezettelt hatte.

Die Araber unternahmen auch keinen Versuch ihre Schuld zu verbergen. Als die Juden daran gingen die Grundlagen ihres im Entstehen begriffenen Staates zu legen, während sie gleichzeitig abmühten ihre arabischen Landsleute zu überzeugen, dass sie (wie Ben-Gurion es ausdrückte) „gleichberechtigte Bürger, gleichberechtigt in allem ohne jede Ausnahme“ sein würden, schwören die palästinensisch-arabischen Führer, dass, „sollte sie umgesetzt werden, die Teilung nur über die Leichen der Araber Palästinas, ihrer Söhne und ihrer Frauen erreicht werden wird“. Qawuqji schwor „alle Juden ins Meer zu treiben“. Abdel Qader Husseini erklärte: „Das palästinensische Problem wird nur durch das Schwert gelöst werden; alle Juden müssen Palästina verlassen.“[xxiii]

Sie und ihre arabischen Mitanstifter taten ihr Äußerstes, um diese Drohungen umzusetzen, mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen. Zusätzlich zu den regulären Kräften wie der ALA sorgten Guerilla- und Terrorgruppen für Verwüstung, unter Nichtkombattanten wie bei jüdischen Kampfeinheiten. Schießen, Heckenschützen, Überfälle, Bomben, die in der heutigen Welt als Kriegsverbrechen verurteilt würden, waren im Leben der Zivilisten tägliche Vorkommnisse. „Unschuldige und harmlose Menschen, die ihren täglichen Geschäften nachgingen“, schrieb der US-Generalkonsul in Jerusalem, Robert Macatee, im Dezember 1947,

werden im Bus fahrend oder während sie die Straße entlang gehen, als Opfer ausgesucht und verirrte Kugeln finden sie sogar, wenn sich schlafend im Bett liegen. Eine jüdische Frau, Mutter von fünf Kindern, wurde in Jerusalem beschossen, als sie auf dem Dach die Wäsche aufhängte. Der Krankenwagen, der sie ins Krankenhaus fuhr, wurde mit Maschinengewehren beschossen und schließlich wurden die Trauernden, die ihr bei der Beerdigung folgten, angegriffen und einer von ihnen erstochen.[xxiv]

Als die Kämpfe eskalierten, litten auch die arabischen Zivilisten und gelegentliche Gräueltaten lösten groß angelegte Gewalt aus. So folgte der Ermordung von sechs arabischen Arbeitern in der Nähe der Raffinerie von Haifa im Dezember 1947 durch die kleine jüdische Untergrundgruppe ZIL die sofortige Abschlachtung von 39 Juden durch ihre arabischen Kollegen,[xxv] so wie der Tod von etwa 100 Arabern in der Schlacht um das Dorf Deir Yassin im April 1948[xxvi] innerhalb von Tagen durch die Tötung von 77 jüdischen Krankenschwestern und Ärzten auf dem Weg zum Hadassah-Hospital auf dem Skopusberg „gerächt“ wurde.[xxvii]

Doch während die jüdische Führung und Medien diese grausigen Ereignisse so beschrieben, wie sie waren, sogar manchmal Details zurückhielten, um Panik zu vermeiden und die Tür für arabisch-jüdische Aussöhnung offen zu halten, übertrieben ihre arabischen Gegenüber nicht nur den Blutzoll ins Gigantische, sondern erfanden zahlreiche nicht existente Gräueltaten. Der Fall von Haifa zum Beispiel (21./22. April) sorgte dafür, dass völlig falsche Behauptungen groß angelegter Abschlachtungen aufkamen, die im gesamten Nahen und Mittleren Osten zirkulierten und die Hauptstädte des Westens erreichten. Gleichermaßen falsche Gerüchte wurden nach dem Fall von Tiberias (18. April) verbreitet, während der Schlacht um Safed (Anfang Mai) und in Jaffa, wo der Bürgermeister Ende April ein Massaker an „hunderten arabischer Männer und Frauen“ erfand. Berichte über Deir Yassin in den arabischen Medien waren besonders sensationslüstern; sie brachten angebliche Hammer-und-Sichel-Tätowierungen auf den Armen der IZL-Kämpfer Beschuldigungen Verwüstung und Vergewaltigung.[xxviii]

Diese Panikmache zielte zweifelsohne darauf ab, die breitest mögliche Sympathie für das Leid der Palästinenser zu erlangen und die Juden als brutale Aasgeier hinzustellen. Aber das ging katastrophal nach hinten los, da es Panik innerhalb der desorientierten palästinensischen Gesellschaft verbreitete. Im Gegenzug hilft das zu erklären, warum bis zum April 1948, nach vier Monaten scheinbaren Fortschrittes, diese Phase der arabischen Kriegsanstrengungen zusammenbrachen. (die zweite, größere und sich länger hinziehende Phase bestand erst noch bevor; zu ihr gehörten die Streitkräfte von fünf arabischen Staaten, die Mitte Mai nach Palästina eindrangen.) Denn nicht nur hatten es die meisten Palästinenser abgelehnt sich den aktiven Feindseligkeiten anzuschließen, große Zahlen sich auf den Weg gemacht, ihre Häuser verlassen hatten, entweder, um sich irgendwo anders im Land hinzubegeben oder in arabische Nachbarländer zu fliehen.

Tatsächlich waren viele bereits gegangen, bevor die Feindseligkeiten ausbrachen; und noch mehr brachen ihre Zelte ab, bevor der Krieg ihre Türschwelle erreichte. „Die Araber verlassen in beträchtlichen Zahlen mit ihren Familien das Land und es gibt einen Exodus aus gemischten Städten in die ländlichen arabischen Zentren“, berichtete Alan Cunningham, der britische Hochkommissar, im Dezember 1947; einen Monat später fügte er hinzu: „Die Panik der Mittelklasse besteht fort und es gibt einen ständigen Auszug derer, die es sich leisten können das Land zu verlassen.“[xxix]

In Spiegelung dieser Berichte berichteten Geheimdienst-Berichte der Hagana Mitte Dezember, dass „eine Evakuierungshektik die gesamten arabischen Dörfer ergriffen hat“. Bevor der Monat um war, beklagten viele arabischen Städte ernsthafte Probleme, die durch den riesigen Zuzug von Dorfbewohnern entstand und bettelten um Hilfe des Arabischen Hochkomitees (AHC) eine Lösung für die missliche Lage zu finden. Selbst die Regierungen Syriens und des Libanon waren von diesem frühen Exodus alarmiert und forderten, dass das AHC die palästinensischen Araber dazu ermutigte vor Ort zu bleiben und zu kämpfen.[xxx]

Eine solche Ermutigung kam aber nicht, weder vom AHC noch von irgendwo sonst. Fakt ist, dass es keinerlei nationale Zusammengehörigkeit gab, ganz zu schweigen von einem Gefühl geteilten Schicksals. Orte und Städte handelten, als seien sie in sich geschlossene Einheiten, die sich nur ihren eigenen Bedürfnissen widmen und das kleinste Opfer zugunsten eines anderen Ortes vermeidet. Viele „Nationalkomitees“ (d.h. örtliche Führungen) verboten die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken aus mit gut bestückten Lagern versehenen Städten an bedürftige Städte und Dörfer außerhalb. Haifas arabische Händler lehnten es ab eine ernste Mehlknappheit in Jenin zu mildern, während Gaza es ablehnte Eier und Geflügel nach Jerusalem zu exportieren; in Hebron kontrollierten bewaffnete Wachen alle ausfahrenden Autos. Gleichzeitig gab es ausgedehnten Schmuggel, besonders in den gemischt bevölkerten Städten, wobei arabische Lebensmittel in jüdische Viertel gingen und umgekehrt.[xxxi]

Gleichermaßen wurde das Fehlen kommunaler Solidarität durch den entsetzlichen Umgang, die den Hunderttausenden Flüchtlingen zuteil wurde, die im ganzen Land verteilt waren. Es gab nicht nur keine kollektiven Anstrengungen ihre Notlage zu verbessern oder verbreitete Empathie über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus, sondern viele Flüchtlinge wurden von ihren zeitweisen Gastgebern schlecht behandelt und wegen ihrer angeblichen Feigheit lächerlich gemacht und beschimpft. Ein jüdischer Geheimdienstbericht formulierte das so: „Die Flüchtlinge werden überall dort, wo sie angekommen sind, gehasst.“[xxxii]

Selbst die ultimativen Kriegsopfer – die Überlebenden von Deir Yasin – entkamen den Demütigungen nicht. Nachdem sie Zuflucht im benachbarten Dorf Silwan gefunden hatten, lagen sie sich mit den Leuten des Ortes in den Haaren, so sehr, dass am 14. April, nur fünf Tage nach der Tragödie, eine Delegation aus Silwan sich an das AHC-Büro in Jerusalem wandte und forderte, dass die Überlebenden an einen anderen Ort gebracht würden. Für ihre Verlegung kam keine Hilfe.[xxxiii]

Einige Orte lehnten es schlicht ab überhaupt Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie fürchteten die bestehenden Ressourcen zu überstrapazieren. In Acre (Akko) verhinderten die Behörden, dass aus Haifa geflohene Araber an Land gingen; in Ramallah organisierte die vorwiegend christliche Bevölkerung ihre eigene Miliz – nicht so sehr, um gegen die Juden zu kämpfen, sondern um die neuen muslimischen Ankömmlinge abzuwehren. Viele nutzen die Notalge der Flüchtlinge unverfroren aus, besonders, indem sie sie für Grundbedürfnisse wie Transport und Unterkunft schröpften.[xxxiv]

Und trotzdem flohen die Palästinenser aus ihren Häusern, in immer größerer Zahl. Bis Anfang April waren rund 100.000 gegangen, obwohl die Juden immer noch in der Defensive und nicht in der Lage waren sie zu vertreiben. (Am 23. März, volle vier Monate nach Ausbruch der Feindseligkeiten, vermerkte der ALA-Oberkommandierende Safwat einigermaßen erstaunt, dass die Juden „bisher nicht ein einziges arabisches Dorf angegriffen haben, außer sie wurden von diesem provoziert“.) Zum Zeitpunkt der israelischen Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai hatte sich die Zahl der arabischen Flüchtlinge verdreifacht. Und selbst dann floh keiner der 170.000 – 180.000 Araber aus städtischen Zentren und nur eine Hand voll der 130.000 – 160.000 Dorfbewohner, die ihre Häuser verlassen hatten, war von den Juden hinausgezwungen worden.

Die Ausnahmen kamen nur in der Hitze des Kampfes vor und wurden einheitlich von militärischen ad-hoc-Überlegungen diktiert – Verringerung ziviler Opfer, arabischen Kämpfern Orte nicht zugänglich machen, wenn es keine ausreichende Zahl jüdischer Streitkräfte gab, um sie wieder zurückzutreiben – nicht von politischen Planungen.[xxxv] Sie gingen darüber hinaus mit Bemühungen einher Flucht zu verhindern und/oder die Geflohenen zur Rückkehr zu ermutigen. Nur ein Beispiel: Anfang April zog eine Delegation aus hohen Beratern für arabische Angelegenheiten, Personen von örtlichem Rang und Führer von Gemeinden mit engem Kontakt mit arabischen Ortschaften durch die arabischen Dörfer der Küstenebene, die sich zu dieser Zeit mit verblüffender Geschwindigkeit leerte, und versuchte ihre Einwohner dazu zu bewegen vor Ort zu bleiben.[xxxvi]

Was diese jüdischen Bemühungen noch eindrucksvoller macht: Sie fanden zu einer Zeit statt, als große Zahlen palästinensischer Araber von ihren eigenen Führern und/oder den arabischen Streitkräften in der Tat aus ihren Häusern getrieben wurden, ob aus militärischen Überlegungen heraus oder um sie daran zu hindern Bürger des künftigen jüdischen Staates zu werden. Das größte und am bekannteste Beispiel ist die Stadt Haifa, wo Zehntausende Araber auf Anweisung des AHC hinausbefohlen oder –drangsaliert wurden, trotz energischer jüdischer Bemühungen sie zum Bleiben zu überzeugen.[xxxvii] Nur Tage später war die 6.000 Personen starke arabische Gemeinschaft von Tiberias gleichermaßen, gegen den Willen der Juden, von ihren eigenen Führern fortgezwungen worden.[xxxviii] In Jaffa, der größten arabischen Stadt in Palästina, organisierte die Stadtverwaltung den Transfer tausender Einwohne über Land und See;[xxxix] in Jerusalem befahl das AHC den Transfer von Frauen und Kindern und örtliche Bandenführer trieben Einwohner aus einigen Stadtvierteln.[xl]

Zehntausende Bewohner ländlicher Dörfer wurden genauso auf Befehl des AHC, örtlicher arabischer Milizen oder der ALA vertrieben. Innerhalb von Wochen nach der Ankunft Letzterer in Palästina im Januer 1948 zirkulierten Gerüchte geheimer Anweisungen an Araber in vorwiegend jüdischen Gebieten, sie müssten ihre Dörfer verlassen, damit diese für militärische Zwecke gebraucht werden könnte, um das Risiko zu senken von den Juden als Geiseln genommen zu werden.

Bis Februar hatte sich dieses Phänomen über den größten Teil des Landes ausgebreitet. Es gewann im April und Mai beträchtlich an Fahrt, als die ALA- und AHC-Streitkräfte in ganz Palästina umfassend vertrieben wurden. Am 18. April berichtete die Geheimdienstabteilung der Hagana in Jerusalem über einen neuen allgemeinen Befehl alle Frauen und Kinder aus allen Dörfern mit Grenzen zu jüdischen Ortschaften zu entfernen. Zwölf Tage später berichtete die Abteilung in Haifa von einem ALA-Befehl in Erwartung einer neuen allgemeinen Offensive alle arabischen Dörfer zwischen Tel Aviv und Haifa zu evakuieren. Anfang Mai, als die Kämpfe in Galiläa sich intensivierten, wurde den örtlichen Araber befohlen alle Frauen und Kinder aus dem Bereich Rosh Pina fortzubringen, während im Unterbezirk Jerusalem die Arabische Legion Transjordaniens gleichermaßen die Leerung von jede Menge Dörfern.[xli]

Was die palästinensisch-arabischen Führer selbst angeht, die ihre widerstrebende Bevölkerung in den 1920-er und 1930-er Jahren auf Kollisionskurs mit dem Zionismus gebracht hatten und sie nun hilflos in einen tödlichen Konflikt hineinzogen, so hatten sie es sehr eilig aus Palästina hinauszukommen und im kritischsten Moment draußen zu bleiben. Die Menschen vor Ort nahmen den Tipp ihrer Oberen auf und liefen eilig in Massen zur Tür hinaus. Hochkommissar Cunningham fasste mit britischem Unterstatement im Wesentlichen zusammen, was sich abspielte:

Sie sollten wissen, dass die kollabierende arabische Moral in Palästina in gewissem Maße der zunehmenden Tendenz derer zuzuschreiben, die sie im Verlassen des Landes anführen… In Jaffa z.B. nahm der Bürgermeister vor 12 Tagen vier Tage frei und ist nicht zurückgekehrt; die Hälfte des Nationalkomitees ist weg. In Haifa sind die arabischen Mitglieder der Stadtverwaltung vor einiger Zeit fort; die beiden Führer der Arabischen Befreiungsarmee gingen sogar noch während der letzten Schlacht. Jetzt ist der arabische Chef-Stadtrat fort gegangen. In allen Teilend des Landes hat sich die Effendi-Klasse über einen beträchtlichen Zeitraum in großen Zahlen evakuiert und das Tempo nimmt zu.[xlii]

Arif al-Arif, ein prominenter arabischer Politiker der Mandatszeit und Doyen der palästinensischen Historiker, beschrieb die vorherrschende Atmosphäre der Zeit: „Wo immer man im gesamten Land hinging, hörte man denselben Kehrvers: ‚Wo sind die Führer, wer kann uns zeigen, wo es lang geht? Wo ist das AHC? Warum sind seine Mitglieder zu einer Zeit in Ägypten, in der Palästina, ihr eigenes Land, sie braucht?“[xliii]

Mohammed Nimr al-Khatib, während des Krieges von 1948 ein palästinensisch-arabischer Führer, fasste die Lage so zusammen: „Die Palästinenser hatten arabische Nachbarstaaten, die den Flüchtlingen ihre Grenzen und Türen öffneten, während die Juden keine Alternative hatten als zu triumphieren oder zu sterben.“[xliv]

Das stimmt natürlich für die Juden, aber es lässt den Grund für die Flucht der Flüchtlinge aus und verdreht die Qualität ihres Empfangs an anderen Orten. Wenn ihnen von ihren Brüdern Zuhause schon kein Mitgefühl entgegen schlug, war die Reaktion der arabischen Welt, wenn das überhaupt noch ging, noch härter. Es gab wiederholte Forderungen die Flüchtlinge gewaltsam zurückzuschicken oder zumindest die jungen Männer in Soldatenalter, von denen viele unter dem (falschen) Vorwand sich freiwillig der ALA anzuschließen angekommen waren. Als das Ende des Mandates näher rückte, verweigerte die libanesische Regierung den palästinensischen Männer zwischen achtzehn und fünfzig Einreisevisa und befahl allen „gesunden und fitten Männern“, die bereits im Land waren, sich offiziell registrieren zu lassen oder als illegale Ausländer betrachtet zu werden und die volle Gewicht des Gesetzes zu erfahren.

Die syrische Regierung ging noch härter vor und verbannte alle palästinensischen Männer zwischen sechzehn und fünfzig von ihrem Staatsgebiet. In Ägypten marschierte eine große Anzahl Demonstranten zur Zentrale der Arabischen Liga in Kairo und übergab eine Petition mit der Forderung „jeden körperlich fähigen Palästinenser, der in der Lage ist Waffen zu tragen“ die Anwesenheit im Land untersagt werden solle, damit er im Ausland bleibt. Das arabische Ressentiment gegenüber den palästinensischen Flüchtlingen ging so weit, dass der Rektor der Al-Azhar-Institution für religiöses Lernen in Kairo, der wahrscheinlich federführendsten islamischen Autorität, sich verpflichtet fühlte eine Entscheidung auszugeben, das die Unterbringung der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge zu einer religiösen Pflicht machte.[xlv]

Die Verachtung der Palästinenser intensivierte sich mit der Zeit: „Angst hat die palästinensischen Araber erfasst und sie flohen aus ihrem Land“, kommentierte Radio Bagdad am Vorabend der pan-arabischen Invasion des neu geborenen Staates Israel Mittel Mai. „Das sind zwar harte Worte, aber sie sind wahr.“ Libanons Innenminister (und zukünftiger Präsident) Camille Chamoun drückte sich vornehmer aus, als er aussprach, dass „die Menschen Palästinas mit ihrem bisherigen Widerstand gegen die Imperialisten und Zionisten bewiesen, dass sie die Unabhängigkeit verdienten“, aber „an diesem entscheidenden Punkt der Kämpfe nicht so würdig geblieben sind“.[xlvi]

Kein Wunder also, dass so wenige unter den palästinensischen Flüchtlingen sich selbst für den Zusammenbruch und die Zerstreuung durch die Juden verantwortlich machten. Während einer Factfinding-Mission in den Gazastreifen im Juni 1949 war Sir John Troutbeck, Kopf des Nahost-Büros in Kairo und kein Freund Israels oder der Juden, überrascht zu entdecken, dass die Flüchtlinge zwar

keine Bitterkeit gegenüber den Juden zum Ausdruck brachten (oder auch gegen die Amerikaner oder uns), sie aber mit größter Bitterkeit von den Ägyptern und anderen arabischen Staaten sprachen. „Wir wissen, wer unsere Feinde sind“, sagen sie und bezeihen sich auf ihre arabischen Brüder, die, wie sie erklären, sie unnötigerweise davon überzeugen ihre Heime zu verlassen… Ich hörte sogar, dass viele Flüchtlinge sagten, sie würden die Israelis willkommen heißen, wenn diese kommen und den Bezirk übernehmen würden.[xlvii]

Sechzig Jahre nach ihrer Zerstreuung verbleiben die Flüchtlinge von 1948 und ihre Nachkommen in den verkommen Lagern, wo sie von ihren Mit-Aarabern seit Jahrzehnten gehalten und mit Hass und falscher Hoffnung genährt werden. Inzwischen haben ihre einstigen Führer eine Gelegenheit nach der anderen zur Staatsgründung verplempert.

Es ist tatsächlich die Tragödie der Palästinenser, dass die beiden Führer, die ihre nationale Entwicklung im 20. Jahrhundert bestimmte – Hadsch Amin al-Husseini und Yassir Arafat, von denen der letztere die palästinensische Politik seit Mitte der 1960-er Jahre bis zu seinem Tod im November 2004 dominierte – megalomanische Extremisten waren, abgrundtief von antijüdischem Hass verblendet und abgrundtief von Gewalt besessen. Hätte der Mufti sich entschieden sein Volk in Frieden und Versöhnung mit seinen jüdischen Nachbarn zu führen, wie er es den britischen Beamten versprochen hatte, die ihn Anfang der 1920-er Jahre in seinen Rang erhoben, hätten die Palästinenser 1948 ihren unabhängigen Staat auf einem substanziellen Teil des Mandats Palästina bekommen und ihnen wäre die traumatische Erfahrung der Zerstreuung und des Exils erspart geblieben. Hätte Arafat die PLO von Anfang an auf den Weg des Friedens und der Aussöhnung gesetzt, statt sie in eine der mörderischsten Terrororganisationen der Moderne zu verwandeln, hätte ein palästinensischer Staat Ende der 1960-er oder Anfang der 1970-er Jahre gegründet werden können; 1979, als Begleitung des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages; im Mai 1999 als Teil des Oslo-Prozesses; oder, die jüngste Möglichkeit, über den Camp David-Gipfel vom Juli 2000.

Statt dessen verwandelte Arafat die unter seiner Kontrolle gestellten Gebiete in den 1990-er Jahren praktisch in einen Terrorstaat, von dem aus ein totaler Krieg (die „al-Aqsa-Intifada“) begonnen wurde, kurz nachdem ihm ein unabhängiger Palästinenserstaat im Gazastreifen und auf 92 Prozent der Westbank samt Jerusalem als Hauptstadt angeboten worden war. In diesem Prozess unterwarf er die palästinensische Bevölkerung der Westbank und des Gazastreifens einem repressiven und korrupten Regime in der schlimmsten Tradition arabischer Diktaturen und stürzte ihren Lebensstandard in nie da gewesene Tiefen.

Was diese Lage um so ärgerlicher macht: Hadsch Amin und Arafat sind weit davon entfernt unglückliche Abweichungen, sondern im wesentlichen Repräsentanten der zynischen und selbstsüchtigen Führer, die das arabische politische System hervorbringt. So wie die Palästinenser-Führung während des Mandats keine Skrupel hatte ihr Volk gegen den Zionismus und die Juden aufzuwiegeln, während sie ihre eigenen Taschen mit den Früchten jüdischen Unternehmertums füllten, so benutzen die PLO-Offiziellen die Milliarden an von arabischen Ölstaaten und – während der Oslo-Zeit – von der internationalen Gemeinschaft gespendeten Dollars, um ihren luxuriösen Lebensstil zu finanzieren, während die gemeinen Palästinenser sich für ihren Lebensunterhalt abstrampeln mussten.

Und so geht es weiter. Sechs Jahrzehnte, nachdem der Mufti und seine Handlanger ihr Volk zur Staatenlosigkeit verdammten, indem sie die UNO-Teilungsresolution ablehnten, werden ihre rücksichtslosen Entscheidungen von der jüngsten Generation Palästinenserführer wieder durchgezogen. Das gilt nicht nur für die Hamas, die im Januar 2006 die PLO am Steuer der palästinensischen Autonomiebehörde ablöste, sondern auch die angeblich moderate Palästinenserführung – von Präsident Mahmud Abbas über Ahmed Qureia (Unterhändler der Oslo-Vereinbarungen von 1993) und Saeb Erekat zu Premierminister Salam Fayad – die es ablehnen Israels bloße Existenz als jüdischer Staat anzuerkennen und auf der vollen Umsetzung des „Rückkehrrechts“ bestehen.

Und so läuft es auch mit dem westlichen Antizionismus, der im Namen der Gerechtigkeit (weniger geht nicht) heute nicht eine neue und fundamental andere arabische Führung fordert, sondern die Auflösung des jüdischen Staates fordern. Nur wenn diese Charakterzüge sich ändern, können die palästinensischen Araber sich darauf freuen ihre selbst verursachte „Katastrophe“ hinter sich zu lassen.

[i] J.C. Hurewitz: The Struggle for Palestine. New York (Norton) 1950.

[ii] Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem 1947-1949. Cambridge (Cambridge University Press) 1987, S. 286; Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited. Cambridge (Cambridge University Press) 2004, S. 588.

[iii] Vladimir Jabotinsky, The Jewish War Front. London (George Allen & Unwin) 1940, S. 216.

[iv] Ursprünglich auf Russisch mit dem Titel O Zheleznoi Stene in Rassvyet, 4. Nov. 1923 veröffentlicht, wurde The Iron Wall mehrfach neu aufgelegt, darunter auch im The Jewish Herald (Südafrika), 26. Nov. 1937 (Internet-Ausgabe: http://www.mideastweb.org/ironwall.htm).

[v] Jabotinsky: The Jewish War Front, S. 216-20.

[vi] A.S. Eban: Note of Conversation with Abdel Rahman Azzam Pasha. London, Sept. 15, 1947, in: Neil Caplan: Futile Diplomacy. London (Frank Cass) 1986, Bd. 2, S. 274-76.

[vii] David Ben-Gurion: Bama’araha. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1949, Bd. 4, Teil 2, S. 265.

[viii] Palestine Royal Commission: Report. Presented to the Secretary of State for the Colonies in Parliament by Command of his Majesty, Juli 1937. London (HMSO); neu aufg. 1946 (danach: Peel Commission Report), S. 94, S. 157-58; Z. Abramowitz/Y. Guelfat: Hameshek Ha’arvi Be’eretz Israel Uve’artzot Hamizrah Hatichon. Tel Aviv (Hakibbutz Hameuhad) 1944, S. 48-50.

[ix] A Survey of Palestine. Prepared in December 1945 and January 1946 for the Information of the Anglo-American Committee of Enquiry; neuaufg. 1991 mit voller Erlaubnis der Her Majesty’s Stationary Office vom Institute for Palestine Studies. Washington DC, Bd. 2, S. 708-15.

[x] Peel Commission Report, S. 93 (vii)

[xi] Zu frühen Erscheinungsformen arabisch-jüdischer Koexistenz s. z.B.: Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1923. London (HMSO) 1924, S. 26; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1924. London (HMSO) 1925, S. 28, 32, 50; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1926. London (HMSO) 1927, S. 33; Colonial Office: Palestine: Report of the High Commissioner on the Administration of Palestine 1920-1925. London (HMSO) 1925, S. 40-41; Chaim Weizmann: “Progress and Problems,” Confidential Report to Colonial Office, 15. Feb. 1922, The Letters and Papers of Chaim Weizmann. Vol. I, Series B, August 1898-July 1931. New Brunswick/Jerusalem (Transaction Books/Israel Universities Press) 1983, S. 366; Frederick H. Kisch: Palestine Diary. London (Victor Gollancz) 1938, S. 48-49, 54, 73.

[xii] Peel Commission Report, S. 63, 271.

[xiii] Conversation with Awni Abdel Hadi,” 3. Juni, 1920, Hagana Archive (hier im Folgenden: HA), 80/145/11.

[xiv] Kenneth W. Stein: The Land Question in Palestine, 1917-1939. Chapel Hill (University of North Carolina Press) 1984, S. 182, 228-39.

[xv] Während nach offiziellen britischen Statistiken 1936 159 Araber von ihren arabischen Brüdern getötet wurden (demgegenüber zu 37 Briten und 80 Juden), stieg diese Anzahl zwei Jahre später auf 503 arabische Getötete (gegenüber 255 britischen und 77 jüdischen Toten). Die Toten für 1939 blieben auf einem ähnlichen Niveau: 414 von arabischen Banden ermordete palästinensisch Araber gegenüber 94 Juden und 37 Briten. Einige palästinensisch-arabische Quellen setzen die Zahl der ermordeten Araber mit gigantischen 3.000 – 4.000 an.

In einem Brief an Abdel Qader Husseini vom 18. November 1938 informierte Hassan Saleme, der sich als „Führer der Bereiche von Jaffa, Ramallah und Lydda“ bezeichnete, seine Kollegen Bandenführer: „Wir erhalten Beschwerden von den Dorfbewohnern des Distrikts Jerusalem als Ergebnis von Brandschatzung, Plünderung, Mrod und Folter, die von einigen der abscheulichen Leute begangen werden, die die Kleidung der heiligen Krieger [d.h. Mitgliedern des „Heiligen Jihad“ wie Abdel Qaders Truppe genannt wurde] tragen… Ich gebe zu, dass es unter den ermordeten Menschen einige gab, die zum Tode verurteilt wurden, aber was sind die Fehler der Unschuldigen, deren Geld gestohlen, deren Vieh geplündert, deren Frauen Gewalt angetan, deren Juwelen geraubt wurden und die auf viele weitere Weisen leiden, von denen ihr zweifellos gehört habt? Unsere Rebellion ist zu einer Rebellion gegen die Dörfer geworden und nicht gegen die Regierung der Juden.”

S.: A Survey of Palestine, Vol. 1, S. 38, 46, 49; General Staff H.Q., Jerusalem, “History of the Disturbances in Palestine 1936-1939,” Dez. 1939, Public Record Office (im Folgenden: PRO), WO 191/88; Kenneth Waring: Arab Against Arab: Evidence of Rebel Documents. Times, 18. Jan. 1939. Eine mit Anmerkungen versehene hebräische Übersetzung einer umfassenden Sammlung an Originaldokumenten der arabischen Banden s. Ezra Danin (Hg.): Te’udot Udmuyot Meginzei Haknufiot Ha’arviot Bemoraot 1936-1939. Jerusalem (Magnes Press) 1981, 1. Auflage 1944.

[xvi] So nahm z.B. die Menge von Arabern gekauften jüdischen Weizens 1937 dramatisch ab, stieg aber im folgenden Jahr infolge schwacher Ernten stark an, so dass rund 70% des jüdischen Weizens an den arabischen Sektor verkauft wurde. Im Gegenzug wurde vor der Gewalt 1936-1939 etwa ein Drittel der palästinensisch-arabischen landwirtschaftlichen Produktion an den jüdischen Sektor verkauft. Selbst Grundstücksverkäufe an Juden stark weiter, deren Löwenanteil von mehr als 1.300 Abwicklungen in den Jahren 1936-1939 durch einfache Leute erfolgten. Ähnliche zogen im Dezember 1938, als die jüdischen Arbeiter des Hafens Haifa es ablehnten ein deutsches Schiff zu entladen, nachdem ein deutscher Marineoffzier einen jüdischen Hafenarbeiter beleidigte, die arabischen Kollegen rasch nach.
S. Abramowitz/Guelfat: Hameshek Ha’arvi, S. 99-105; Stein: The Land Question, S. 182; “Minutes of the Meeting of the Jewish Agency’s Executive,” 1. Jan. 1939, David Ben-Gurion Archive, Sde Boker (im Folgenden: BGA).

[xvii] S. z.B. Hashmona’i to Ben Yehuda: Relations with Neighboring Villages, Dec. 24, 1947. Israel Defense Forces Archives (im Weiteren: IDFA) 1948/500/28; Hashmona’i to Shadmi: The Suba Village. 22. Dez. 1947, IDFA, 1948/500/32; 01104 to Tene: Relations between Qatanna and Ma’ale Hahamisha. 23. Dez. 1947, ebenda; Yavne: Beit Hanina, 2. Jan. 1947 und The Qiryat Anavim-Abu Gosh Area, 7. Jan 1948, HA 105/72, S. 27-28; 01123 to Tene: An Arab Peace Overture. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; Segal to Ben Yehuda: Peace with Maliha, 10. Jan. 1948. IDFA 1949/2644/402; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3; Noam: Aqir’s Peace Overture. 12. Dez. 1947, HA 105/72, S. 6; Tzefa: Peace Offer by Ghuweir Abu Shusha. 16. Dez. 1948, ebenda; Tiroshi: Requests by Neighborhood Arabs for Peace with the Jews. 18. Dez. 1947, ebenda, S. 8; 01112 to Tene: Kafr Qara and Kfar Glikson. 25. Jan. 1948, ebenda, S. 68; 01101 to Tene: Meeting between the Ard Saris Mukhtar and Dr. Bihem, Head of the Kfar Atta Municipality. 22. Jan. 1948, ebenda, S. 71; Tene News—Daily Summary. 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; “For Our Members, Daily News Bulletin No. 19”. 31. Dez., 1947, ebenda, S. 127; “Fortnightly Intelligence Newsletter No. 58,” ausgegeben vom HQ British Troops in Palestine (für den Zeitraum 23.59 Uhr am 18. Dez. 47 bis 23.59 Uhr am 1. Jan. 48), PRO, WO 275/64, S. 2.

[xviii] S. z.B. Naim: In the Villages. 25. Dez. 1947, HA 105/22, S. 123; 00004 to Tene: Qalandiya Opposes Gang Concentrations. 30. Dez. 1947, IDFA 1948/500/28; Yavne: Occurrences in Romema. 2. Jan. 1948, HA 105/72, S. 27; Yavne: Silwan-Ramat Rahel. 1. Jan. 1948, ebenda, S. 30; Yavne: Dissatisfaction with Abdel Qader Husseini. ebenda, S. 32; Qiryat Anavim people to Yavne: Qatanna Residents Expelled an Arab Gang from the Village. 5. Jan. 1948, ebenda, S. 32; 02104 to Tene; Workers from Maliha and Qaluniya who Refuse to Attack Jews. 7. Jan. 1948, ebenda, S. 33; 00004 to Tene: Meeting of Bani Hassan in Maliha to Discuss Attitude to Armed Gangs. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; 02204 to Tene: Maliha. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 47; 02204 to Tene: Qattana. 17. Jan. 1948, ebenda, S. 50; 02104 to Tene: Anti-Gang Resistance. 28. Jan. 1948, ebenda, S. 72; 02104 to Tene: Refusal to Provide Volunteers. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 76; 02104 to Tene: Villages’ Fear of Retaliation. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 80; Yavne: Battir and other Villages. 4. Feb. 1948, ebenda, S. 84; 02204 to Tene: Opposition to Abdel Qader’s Operation by Qastel. 6. Feb. 1948, ebenda, S. 91; Yavne to Tene: Shu’afat. 24. Feb. 1948, ebenda, S. 114; Hiram to Tene: Shafa’amr. 26. Feb. 1948, ebenda, S. 116; Tene News: 31. Dec. 1947 und 2.-4. Jan. 1948, HA 105/61, S. 121-22, 158-59; Annex to News Concentration No. 100. 20. und 24. Feb. 1948, IDFA 1949/2605/2; Maliha, 1. Jan. 1948, IDFA 1949/2504/4; Protokoll der Ereignisse in Suba, 2. März – 13. April 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 141.

[xix] For Our Members. Daily Information Circular No. 12. 21. Dez. 21, 1947, HA 105/61, S. 70; Tene News. 31. Dez. 1947, ebenda, S. 125; Avram: Jammasin: News Items. 9. Jan. 1948, HA 105/23, S. 114; Tiroshi: Dispatch of Arab Merchandise. 15. Dez. 1947, HA 105/72, S. 7; Naim to Tene: Position of the Gaza Felaheen. 15. Feb., 1948, ebenda, S. 103; Naim to Tene; Evacuation of the Wahidat Territory. 22. Feb., 1948, ebenda, S. 111; 00004 to Tene: Moods in Sur Bahir. 22. Dec. 1947, IDFA 1948/500/60; Avram: The Miska Arabs. 8. Jan. 1948, HA 105/54a, S. 19; Hiram to Tene: Meeting between the Yehiam Mukhtar and Tarshiha’s Mayor. 22. Feb. 1948, ebenda, S. 31; Tiroshi to Tene: Appeal for a Ceasefire and Good Neighborly Relations. 7. Apr. 1948, ebenda, S. 53; Tiroshi to Tene: Peace Overtures by Baqa Gharbiya. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 79; Grar to Tene: Yasur. 21. Apr. 1948, ebenda, S. 84.

[xx] David Ben-Gurion: Behilahem Israel. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1951, 3. Aufl., S. 28, 43, 54; Ben-Gurion: Bama’araha. Bd. 4, Teil 2, S. 284.

[xxi] Meahorei Hapargod (hebräische AUsgabe eines offiziellen Berichts eines irakischen Parlamentsausschusses zum Krieg von 1948, veröffentlicht im September 1949. Tel Aviv (Ma’arachot) 1954, S. 9, 98-99; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. ausgegeben vom Hauptquariter der britischen Turppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März – 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4. Arif al-Arif: al-Nakba: Nakbat Bait al-Maqdis wa-l-Firdaws al-Mafqud. Beirut (al-Maktaba al-Asriya) 1956, Bd. 1, S. 138-39.

[xxii] Walid Khalidi: From Haven to Conquest: Readings in Zionism and the Palestine Problem Until 1948. Washington DC (Institute for Palestine Studies) 1987, S. lxix.

[xxiii] Ben-Gurion: Bama’araha, Bd. 4, Teil 2, S. 260; hebräische Übersetzung von Haddsch Amins Interview mit Le Journal d’Egypt vom 10. Nov. 1947, HA, 105/105a, S. 47; Radio Beirut, 12. Nov. 1947, in: Foreign Broadcasts Information Service (FBIS), European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 13. Nov. 1947, II2, 5; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. Ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März bis 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4; Arab Press Service (Cairo), FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 16. Dec. 1947, II1; Weekly Summary for the Alexandroni Brigade, Mar. 2, 1948. HA 105/143, S. 105; In the Arab Public, 30. Mar. 1948, HA 105/100, S. 14.

[xxiv] Macatee an den Außenminister, 31. Dez. 1947, National Archives, Washington, D.C. (im Weiteren NA), RG 84/800, S. 1-2.

[xxv] Nach Angaben eines Berichts des Haifa-Korrespondenten der Palestine Post gingen die arabischen Raffineriearbeiter bereits vor dem Bombenanschlag der IZL auf ihre jüdischen Kollegen los (Sakran an Tene, 31. Dez. 1947, IDFA 1949/481/62). Diese Behauptung wurde von einer IZL-Radiosendung vom 4. Januar 1948 verstärkt, die herausstellte, dss die vor dem Bombenanschlag armenische Arbeiter im Werk ihre jüdischen Freunde vor einem bevorstehenden Anschlag gewarnt und einige jüdische Arbeiter beachteten das und gingen vor dem Massaker. Die Sendung vermerkte zudem die Vorabpositionierung kalter Waffen überall im Werk und die Tatsache, dass die Massaker im entferntesten Bereich der Raffinerie erfolgte, rund 3km entfernt vom Anschlag, wo die Explosion nicht zu hören war. S. David Niv: Ma’arahot Ha’irgun Hatzva’i Hale’umi. Tel Aviv (Hadar) 1980, Bd. 6, S. 19-20. Ein zeitgnössischer Bericht ist: Report of the Communal Commission of Inquiry on the Haifa Refinery’s Disaster (Dec. 30, 1947), 25. Jan. 1948, HA 80/460/11; The Refinery Massacre, HA 80/460/11; Information Bulletin No. 30, 30. Dez. 1947, HA 105/61, S. 117; To Our Members—Daily information Bulletin, 31. Dez. 1947, HA 105/61, S. 126.

[xxvi] Die IZL bestritt kategorisch jedes Massaker; sie behauptete, dass die Opfer im Verlauf der schweren Kämpfe verursacht wurden. Der angesehene palästinensische Historiker Arif al-Arif gesteht das Geschehen schwerer Kämpfe ein. Er behauptet, dass die Dorfbewohner mehr als 100 jüdische Kämpfer töteten (die tatsächliche Zahl war 4 Tote und 32 Verletzte), behauptet aber, dass nur 7 der 110 arabischen Todesopfer im Kampf getötet wurden und dass der Rest friedliche Zivilisten waren, die in ihren Häusern ermordet wurden (al-Nakba, S. 173). Im Gegensatz dazu erwähnte der Geheimdienstbericht der Hagana, der drei Tage nach dem Ereignis veröffentlicht wurde, die operationelle Inkompetenz und das Durcheinander der angreifenden Truppen sowie ihre fehlende Disziplin (die sich inter alia in Plünderungen zeigte), erähnte aber kein Massaker. al-Nakba, S. 173; Yavne an Tene: The Etzel and Lehi Operation in Deir Yasin. 12. Apr. 1948, IDFA 1948/500/35; Irgun Command: Statement on the Deir Yasin Affair sowie Statement sowie Condemn the Hypocrisy, April 1948, Irgun Archive (im Weiteren IA), K4-4/10. Mitte der 1950-er Jahre abgegebene eidestattliche Erklärungen von Teilnehmern an den Kämpfen bestreiten jegliche Massaker, s.: IA, K4-1/10, 9/10. Eine umfangreiche Sammlung an Presse- und wissenschaftlichen Texten kann in IDFA 2004/26/70 gefunden werden. S. auch: Deir Yasin Occupied by the Irgun and Lehi sowie The Jewish Agency Condemns the Irgun and Lehi Operation in Deir Yasin und The Chief Rabbinate Strongly Condemns the Deir Yasin Incident, Ha’aretz, 11./12. Apr. 1948; Battle Participant Evidence: 60 Hours in Deir Yasin. Mivrak, 19. Apr. 1948, IA K4; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Deir Yasin. 13. Apr. 1948, Cunningham Papers, Middle East Center, St. Antony’s College, Oxford University; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Weekly Intelligence Appreciation, 17. Apr. 1948, Cunningham Papers; An Arab from Deir Yasin Reveals on the Deir Yasin Anniversary: The Jews Didn’t Plan a Massacre but Conducted a Battle. Herut, 3. Juni 1953; Prime Minister Menachem Begin in Interview with Lord Bethel: Deir Yasin–a tragedy in the Irgun’s history, but casualties were caused in the course of fighting; there was no massacre. Yediot Aharonot, 22. Juni 1979.

[xxvii] Dov Joseph: The Faithful City: the Siege of Jerusalem, 1948. New York (Simon and Schuster) 1960, S. 74-75; Harry Levin: Jerusalem Embattled. A Diary of the City under Siege, March 25, 1948 to July 18, 1948. London (Victor Gollancz) 1950, S. 70; Jerusalem Headquarters: Haddassah University, Feb. 17-Jun. 22, 1948. IDFA 1948/500/44; Conclusions of the Commission of Inquiry about the Sheik Jarah Disaster of Apr. 13, 1948. 18. Apr. 1948 HA 57/95; Report by Shalom Hurwitz on the Mount Scopus Convoy Disaster in Sheik Jarah on Apr. 13, 1948. 6. Juni 6, 1948, BGA.

[xxviii] Cunningham to Creech-Jones, Apr. 25 & 28, 1948, Cunningham Papers, III/4/52 & III/4/117; Tzuri to Tene: News Items about the Tiberias Exodus. 21. Apr. 1948, HA 105/257, S. 347; Tene News—Daily Summary. 18. Apr. 1948, HA 105/62, S. 93; Kenneth W. Bilby: New Star in the Near East. New York (Doubleday) 1950, S. 30; Filastin, 13., 14., 16. Apr. 1948; al-Difa, 11., 12., 13., 14., 15. 16. Apr. 1948; Radio Jerusalem in Arabic to the Middle East (13. Apr. 1948) und Radio Damascus (14. Apr. 1948), in: FBIS, 15. Apr. 1948, S. II4; Radio al-Sharq al-Adna (Jerusalem), 15. Apr. 1948, ebenda, 16. Apr. 1948, S. II5; BBC Television Channel 2: The Fifty Years War: Israel and the Arabs. Program 1, gesendet am 15. Mar. 1998.

[xxix] Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 22. Dez. 1947. Cunningham Papers; Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 24. Jan. 1948, PRO, CO 537/3869.

[xxx] Tene News—Daily summary, 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; For Our Members, Daily News Bulletin No. 19, 31. Dez. 1947, ebenda, S. 127; al-Ayam (Damascus), 21. Dez. 1947, eingebracht in News on Arab Military Preparations. 1. Jan. 1948, Central Zionist Archives (CZA), S25/3999.

[xxxi] Hashmona’i: News Items: Economy. 2. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp: News Summary. 29. Feb./26. März 1948, IDFA 2004/535/479, S. 3-4; Yishuv Circular No. 16, 31. Jan. 31, 1948, K4-31/1/12, IA; Committee for Economic Defense: News from the Arab Economy, Bulletin No. 6. 17.-19. Apr. 1948, HA 105/143, S. 240.

[xxxii] Hayogev, Jan. 5, 1948, HA 105/215a, S. 48; Among the Arabs. 22. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; 02204 to Tene: The Lifta People’s Position. 9. Feb. 1948, HA 105/32a, S. 61; Tiroshi to Tene: Situation of the Refugees. 12. Apr. 1948, HA 105/257; Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade. 16. Apr. 1948, HA 105/143, S. 231; Director of Operations/Intelligence Directorate: News Summary on the Eastern and Northern Fronts. 3. Juni 1948, IDFA 1975/922/1044; Arab News Items, 25. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; Annexes to News Bulletin No. 205. 29. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2.

[xxxiii] Annexes to News Bulletin No. 185, 20. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2; Deir Yasin, 17. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/6, S. 7.

[xxxiv] Hiram to Tene: Acre Inhabitants and Defenders Refuse to Receive More Refugees. 27. Apr. 1948, HA 105/257.

[xxxv] So sagte zum Beispiel nach einem Angrif auf Ramat Hakovesch (am 19. April) durch das benachbarte dorf Miska, der Kibbutz-Mukhtar den Dorfbewohnern, sie sollten weggehen oder die Folgen ihrer der von ihnen begangenen Aggression tragen. Ähnlich überzeugte während der jüdischen Operation in Ostgaliläa der Sekretär des Kibbutz Genossar zusammen mit dem Mukhtar des arabischen Dorfs Majdal dessen Einwohner das Dorf zu verlassen und ihre Waffen auszuhändigen. In Khirbat Beit Lid und Khirbat Azzun wurden die Dorfbewohner angewiesen wegzugehen, weil die jüdischen Truppen nicht in der Lage sein würden ihre Sicherheit zu garantieren. S. Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade, Apr. 27, 1948,” HA 105/143, S. 235; Tiroshi to Tene: Vacation of Miska. 27. Apr. 1948, HA 105/257, S. 79; Tzuri to Tene: Arab Majdal, 23. Apr. 1948, ebenda, S. 4; Tiroshi to Tene: Departure of Arabs from the Neighborhood. 16. Apr. 1948, ebenda, S. 89; Tiroshi to Tene: Vacation of Khirbat Azzun. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 3.

[xxxvi] Ezra Danin: Zioni Bekhol Tnai. Jerusalem (Kidum) 1987, Bd. 1, S. 216-17; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3.

[xxxvii] Ich habe den Vorfall von Haifa recht ausführlich in Nakbat Haifa: the Collapse and Dispersion of a Major Palestinian Community ( Middle Eastern Studies, Bd. 37, No. 4, Oktober 2001), S. 25-70 dokumentiert.

[xxxviii] Zwei Wochen nach dem Auszug berichtete der britische Hochkommissar Cunningham nach London, dss die Juden von Tiberias „die Araber wieder willkommen heißen würden“. (High Commissioner for Palestine to Secretary of State, 5. Mai 1948, Cunningham Papers) S. auch: Tzuri to Golani: News Summary: Tiberias, 21. Apr. 1948, HA 105/143, S. 275; Hagana Operational Directorate: Logbook of the War of Independence, “. 260; MacMillan, “Palestine: Narrative of Events,” 17./18. Apr. 1948, S. 37.

[xxxix] S. z.B. Qiryati-Dafna to all fronts; Occurrences in Jaffa, [Apr.] 11, 1948-[Apr.] 20, 0740, 2. May 1948, IDFA 1949/8275/162; Palestine (Cunningham) to the Secretary of State for the Colonies, May 1, 1948, FO 371/68547/E5665/4/71.

[xl] Tene to Dan & Hillel, 30. Nov. 1947, HA 105/61, S. 5; 00004 to Tene: Report Summary, Dec. 7, 1947,” HA 105/61, S. 9; Yavne to Tene: For Our Members in the Bases. 9. Dez. 1947, ebenda, S. 18; For Our Members in the Bases. Bulletin Nos. 15 & 16, 10./11. Dez. 1947, ebenda, S. 24, 37; Yavne: Evacuation of Women and Children from Lifta. 28. Dez. 1947, HA 105/215, S. 23; 00004 to Tene: Arabs Erecting Military Posts in Lifta. 14. Dez., 1947, IDFA 1949/5253/104; The Old City, 26. Dez. 1947, ebenda; Families Leaving Lifta. 1. Jan. 1948, ebenda; Hashmona’i: Demographic Changes in Jerusalem. 25. Jan. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp. 25. Jan. 1948, ebenda; Anger in Beit Safafa over the use of the Village by Armed Gangs for Attacks on Mekor Haim. 28. Jan. 1948, ebenda; Beit Safafa sowie The Evacuation of Beit Safafa, 15./18. Feb. 1948, ebenda; Yavne to Tene: Deir Abu Tur. 21. Feb. 1948, HA 105/215, S. 81; Hashmona’i: Annexes to News Concentration No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; 01204 (Hatzil) to Tene, 21. Jan. 1948, HA 105/72, S. 52; Yavne to Tene: Complain by the Beit Safafa Mukhtar to the NC. 16. Feb. 1948, ebenda, S. 105; In the Arab Camp: News Summary. 14. Mar. 1948, S. 2, IDFA 2004/535/479; In the Arab Camp: News Summary. 29. März 1948, S. 2, ebenda; Yavne to Tene: 15. Feb. 1948, HA 105/215, S. 41.

[xli] Tene News, 19. Jan., 1948, HA 105/61a, S. 85; 02117 to Tene: In Wadi Hunein. 5. Jan. 1948, HA 105/148, S. 195; Tiroshi to Tene: Dannaba, 17. Feb. 1948, ebenda, S. 219; 01132 to Tene: Vacation of Mir. 8. Feb. 1948 sowie The Evacuation of Jamala, 8. Feb. 1948, HA 105/215, S. 44; Tiroshi to Tene: Arab Hawarith, 18. Feb. 1948, ebenda, S. 14; Avram to Tene: Reinforcement from Syria. 11. Feb. 1948, HA 105/215a, S. 83; Arab News Items. 17. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; 02112 to Tene: Arab al-Fuqara. 9. Feb. 1948, IDFA 1949/6400/66; 02122 to Tene: From Salim Abdel Rahman. 12. Dez. 1947, ebenda; 01122 to Tene: Assorted News Items. 2. Dez. 1947, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; Annexes to News Bulletin No. 122. 23. Mar. 1948, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 126. 30. März 1948, ebenda; Urgent Arab News Items. 29. März 1948, IDFA 1948/550/55; Tzefa to Tene: Vacation of Khisas. 26. März 1948, HA 105/257, S. 106; Tzefa to Tene: Ulmaniya and Waddi Luz. 5. März 1948, ebenda, S. 33; Tiroshi to Tene: Bureika. 6. März  1948, ebenda, S. 33; Yavne to Tene: Isawiya. 30. März 1948, ebenda; Tzefa to Tene: Vacation of Women and Children from Arab Villages in the Upper Galilee. 25. Feb. 1948, HA 105/215, S. 20; Tiroshi to Tene: Sarkas. 19. Feb. 1948, ebenda; S. 14; Tiroshi to Tene: Arab al-Nufeiat. 30. März 1948 sowie Sarkas, 20. Apr. sowie Evacuation of Sarkas, 22. Apr., IDFA 1949/6400/66; Alexandroni: Sarkas. 11. März 1948, ebenda; Yosef Weitz: Yomanai Ve’igroti Labanim. Tel Aviv (Masada) 1965, Bd. 3, S. 257, 277; Yavne to Tene: Deprature of Inhabitants and Entry of Foreigners. 18. Apr. 1948, HA 105/257; Hiram to Tene: Arab Propaganda Regarding Evacuations. 30. Apr. 1948, ebenda; Tene: Migration of the Palestinian Arabs in the Period 1.12.47-1.6.48. Annex 1: Vacated Arab Villages. 30. Juni 1948, IDFA, 1957/100001/781, S. 4; Naim to Tene: Evacuation of Arabs. 8. Apr. 1948, HA 105/143, S. 171, 185; Yavne: Arab News Items. 27. Apr. 30, 1948, ebenda, S. 309, 319; Tzuri to Tene: Assorted News. 6. Mai 1948, ebenda, S. 343; Naim to Tene: Vacation of Sarafand Kharab. 8. Apr. 1948, HA 105/257, S. 290; Tzefa to Tene: Vacation of Arab Villages. 6. Apr. 1948, ebenda, S. 24, 53; Tiroshi to Tene: Fajja Vacated of its Residents. 14. Apr. 1948, ebenda, S. 8; Tiroshi to Tene: Partial Vacation of Qannir. 29. Apr. 1948 sowie The Qannir Residents Moved to Arara. 29. Apr. sowie Qanir, 3. Mai 1948, IDFA 1949/7249/129; Tagebuch Yosef Weitz, 4. Mai 1948, CZA, A246/13, S. 2373-74; Hiram to Tene: Vacation of the Arab Zubeidat Tribe, 16. Apr. 1948, HA 105/54a, S. 67; Bericht einer arabischen Quelle zum Befehl der Arabischen Legion Dörfer zu evakuieren, 12. Mai 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 11.

[xlii] Cunningham an den Außenminister für die Kolonien, 26. Apr. 1948, Cunningham Papers; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 67, ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina  (für den Zeitraum von 23.59 am 19. April bis 23.59 Uhr am 3. Mai 1948), PRO, WO 275/64, S. 1. S. auch: General Sir A. Cunningham an den Außenminister für die Kolonien: Weekly Intelligence Appreciation. 1. Mai 1948, PRO, CO 537/3869.

[xliii] Arif, al-Nakba, S. 179.

[xliv] Muhammad Nimr Khatib: Min Athar al-Nakba. Damaskus (al-Matba’a al-Amumiya) 1951, S. 287.

[xlv] Beirut Radio, 4. Mai 1948, FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 5. Mai 1948, II2; Summary of News for the Alexandroni Brigade. 9. Apr. 1948, HA 105/143, S. 174; Philip Ernst (Amerikanischer Konsul in Port Said) an das Außenministerium: Arrival of Palestine Arab Refugees. 29. Apr. 1948 (versandt am 11. Mai), RG 84, 800–Refugees; Beirut Radio, 25. Apr. 1948, SWB, No. 48, 29. Apr. 1948, S. 60; Campbell (Cairo) an den Hochkommissar für Palästina, 1. Mai 1948, Cunningham Papers.

[xlvi] Beirut Radio, 7. Mai 1948, in: BBC Summary of World Broadcasts: Western Europe, Middle East, Far East, and Americas (SWB), No. 50, 13. Mai 1948, Part III, S. 57.

[xlvii] Sir J. Troutbeck: Summary of general impressions gathered during week-end visit to the Gaza district. 16. Juni 1949, PRO, FO 371/75342/E7816, S. 123.

Markus Rosch und sein Film zur Evakuierung des Zoos von Khan Junis im Gazastreifen

Ulrich Sahm, 25. August 2016 (über Facebook)

Markus Rosch verlautbart:

Mohammed Eweda, Zoo-Direktor: „Nach dem letzten Krieg kamen einfach keine Besucher mehr. Viele konnten sich das nicht mehr leisten. Die Arbeitslosigkeit ist hier hoch. Es fehlt an Geld.“

Rosch: „…Tiere in einen jordanischen Zoo zu bringen“ Gezeigt wird ein betäubter Affe, der in Israel bleiben soll, was Rosch verschweigt.

Schwenk nach Khan Younis. Kinder.

Rosch: „Die zweitgrößte Stadt im Gazastreifen verliert ihren Zoo. Und für die vielen Kinder hier, die durch drei Kriege in den letzten Jahren gezeichnet sind, wird das Leben noch karger.“

Ich verstehe nicht. Eben hatte er doch behauptet, dass seit dem letzten Krieg 2014 „keine Besucher mehr kamen“. Wieso wird dann deren Leben „noch karger“, wenn Sie ohnehin den Zoo nicht mehr besucht haben????

Dem Tiger Laziz steht eine lange Reise bis Südafrika bevor.

Wieso verschweigt Rosch, dass der auch nicht nach Jordanien gebracht wird, sondern per EL AL vom Ben Gurion Flughafen abfliegen wird? Das hat mir die auch von Rosch interviewte Indra Kley am Telefon erzählt.
Entweder hat dieser Tel Aviv-Korrespondent nicht gefragt oder alle Israel-relevanten Infos wegzensiert. Wie neulich bei der Wassergeschichte, scheint das bei Ihm System zu sein, selbst wenn es sich um eine nette Geschichte über einen Zoo handelt.

(Ein vernünftiger Bericht über den Zoo und die Evakuierung ist bei Audiatur online zu finden.)