Video: Israel, Jerusalem und Ramadan-Freitage

The Zionist Federation hat auf  twitter das Video einer Jerusalemer Stadträtin eingestellt, die erklärt, was an Ramadan-Freitagen am Übergang Qalandiya zwischen den PA-Gebieten und Jerusalem abgeht:

Dies ist der Übergang Qalandiya.
Der Übergang Qalandiya ist der Ort,
an den die Bürger aus den nördlichen Städten der PA
wie Ramallah, Jenin, Kalkilia kommen,
um nach Jerusalem überzuwechseln.
Ich bin hier, weil heute der dritte Freitag des Ramadan ist
und es hier eine enorme Anzahl der Busse gibt,
die vom Verkehrsministerium und den Verkehrsplanern
der Stadt Jerusalem geschickt wurden,
um die Menschen vom Übergang zum Tempelberg zu bringen.
Und das ist eine wichtige Botschaft, die der Welt erzählt werden muss,
denn wir werden häufig beschuldigt den Status quo
auf dem Tempelberg zu verändern,
die freie Religionsausübung nicht gestatten,
aber genau das Gegenteil ist der Fall.
Israel ist das einzige Land der Welt,
das wahre Religionsfreiheit hat.
Aber wir haben nicht nur Religionsfreiheit,
wir ermöglichen die freie Religionsausübung auch aktiv.
Heute werden hunderte Busse zehntausende
palästinensischer Männer, Frauen und Kinder,
zum Gebet zu ihrem Fest auf dem Tempelberg fahren.
Was wir sehen sollten, ist, dass Religion als Teil der Lösung
gesehen werden sollte und nicht als das Problem.
Mein Name ist Fleur Hassan Nahoum
und ich bin eine sehr stolze Stadträtin von Jerusalem.

Der Hamas-Sieg und die unvorhersehbare Vergangenheit

Dr. Joel Fishman, Editorial, Makor Rishon, 3. Februar 2006 (direkt vom Autor)

Premierminister Ariel Sharon erklärte einmal: „Die Zukunft ist mehr oder weniger bekannt, aber die Vergangenheit ist unvorhersehbar.“

Diese Stellungnahme sollte auf gewisse Gesellschaften zutreffen, die ihre Geschichte umschreiben, wie die Sowjetunion ab 1956, nachdem Chruschtschow Stalins Verbrechen offenlegte. Offizielle Historiker begannen die Geschichte der Stalin’schen Ära umzuschreiben, aber als sie anfingen Mitglieder der herrschenden Elite damit in Verbindung zu bringen, die seine kriminellen Komplizen gewesen waren, wurden sie abrupt gestoppt. Hier war das Schreiben der Geschichte nicht nur unvorhersehbar, es konnte ausgesprochen gefährlich sein. Sharon mag die Zukunft gekannt haben, aber er seine Geheimnisse mitgenommen. Daher muss der Rest von uns sein Bestes tun die Gegenwart und ihre interessanten Überraschungen zu verstehen. Eine davon ist der überwältigende Sieg der Hamas in den kürzlich erfolgten Wahlen der palästinensischen Autonomie. Dieser Sieg, der als Schock kam, bezeichnet die Errichtung eines weiteren radikalislamischen Regimes in der Region, zusätzlich zu dem des Iran und des Südlibanon unter der Herrschaft der Hisbollah.

Wir müssen nun fragen, ob solch ein autoritäres Regime friedliche Beziehungen zu einer Demokratie, nämlich Israel, haben kann. Um das zu tun, muss man das als Vergangenheit bekannte fremde Land besuchen. Obwohl dies bei einigen unserer Leser Ungeduld verursachen wird, sollte man sich erinnern, dass Israels Feinde ein gutes Verständnis für die Geschichte haben und ihre langfristigen Strategie entsprechend auf der Grundlage dessen planten, was sie als den rechtmäßigen Platz des Islam in der Welt betrachten.

Der Staat Israel sieht sich nun mit einem benachbarten Ministaat konfrontiert, dessen Führer der Ideologie der Muslimbruderschaft anhängen. Obwohl die Hamas durch mehr oder weniger freie Wahlen an die Macht kann, machen Wahlen per se keine Demokratie aus. Das Prinzip, nach dem Fatah wie Hamas regieren, ist Angst und Terror, angewendet von innen heraus wie von außen. Die Fatah war ihrerseits in der Lage diese Realität herunterzuspielen, weil ihre Führer wussten, wie Terror durch Stellvertreter ausgeübt und dann von ihr geleugnet werden konnte. Sie waren in der Lage die richtigen Worte zu reden, internationale Anerkennung zu erlangen und die öffentliche Meinung zu manipulieren. Sie trugen elegante Anzüge, aßen von Geschirr und konnten einen Drink in der Hand halten. So lange die PA-Führer dieses Spiel spielten, war der Westens bereit und willens bezüglich ihrer Korruptheit und gesetzlosen Herrschaft ein Auge zuzudrücken. Im Gegensatz dazu täuscht die Hamas nichts derartiges vor.

Um das Problem einschätzen zu können, müssen wir uns an eine Stellungnahme von Lord Russell erinnern: „Das Wichtigste an einer Organisation oder einer Bewegung ist der Zweck, dessentwegen sich die Personen organisieren.“ Die Hamas hat der eigenen Öffentlichkeit gesagt und der gesamten Welt gegenüber proklamiert, dass ihr Ziel die Befreiung ganz Palästinas vom Mittelmeer bis zum Fluss (Jordan) ist. Im Gegensatz zum vorherrschenden Denken im Westen betrachtet die Hamas den Rückgriff auf Krieg als legitimes Mittel staatlicher Politik. So gibt es, trotz Israels echtem Verlangen nach Frieden, bewisse rote Linien, die nicht überschritten werden können. Weil er diese einfache Wahrheit verstanden hat, erklärte der amtierende Ministerpräsident Olmert am Donnerstag, dem 26. Januar, dass die Hamas kein „Friedenspartner“ sein könne.

Es ist höchst zweifelhaft, ob ein demokratischer Staat mit einem Regime Frieden schließen kann, das von einer fundamental-islamischen Massenbewegung mit Einparteien-Vorzeichen geführt wird. Diese wichtige Diskussion stammt aus dem 18. Jahrhundert. 1775 empfahl Edmund Burke, konservativer britischer Denker, dass England die Unabhängigkeit der amerikanischen Kolonien anerkenne, weil die Meinungsverschiedenheiten materiell waren und durch Kompromiss beigelegt werden konnten. 1796 jedoch favorisierte Burke Krieg gegen Frankreich, weil es einen Konflikt der Ideologien gab, den er als ernste Bedrohung Englands betrachtete. Er erklärte: „Wir befinden uns im Krieg mit einem System, das seinem Wesen nach für alle anderen Regierungen schädlich ist und Frieden oder Krieg macht, wie diese am besten zum Umsturz beitragen.“ Eineinhalb Jahrhunderte später, am 5. Oktober 1938, erklärte Winston Churchill in seiner berühmten Rede gegen das Münchener Abkommen in gleich Weise: „Es kann nie Freundschaft zwischen der britischen Demokratie und er Nazimacht geben, der Macht, die christliche Ethik verächtlich zurückweist und ihren weiteren Kurs durch barbarisches Heidentum bejubelt, das des Geistes der Aggression und Eroberung brüstet,… und mit erbarmungsloser Brutalität die Androhung mörderischer Gewalt benutzt.“ Nach derselben Logik misstraute Churchill Stalin, während Franklink D. Roosevelt hoffte, dass, wenn er Vertrauen zeigte, er den sowjetischen Führer zu seinem „Partner für Frieden“ machen könne. Am Ende hatte Churchill recht und Roosevelt lag falsch. Churchill verstand die Grenzen einer Beziehung zwischen Demokratien und totalitären Regimen.

Viele Kritiker haben den Erfolg der Hamas Israels Abzug aus dem Gazastreifen zugeschrieben, den der palästinensische Wähler als Zeichen der Schwäche und Maßnahme durch die Effektivität des Terrors interpretiert haben könnte. Diese Erklärung ist nur teilweise richtig. Die wirklich dem zugrunde liegende Entwicklung ist gewesen, dass die Hamas sich bewaffnet und so organisiert hat, dass sie Krieg gegen Israel führen konnte. Aber zusätzlich erhielt die Hamas wertvolle Dienste von gut meinenden, aber fehl geleiteten Freunden. Die Clinton-Regierung zwang Yitzhak Rabin dazu 415 militante Hamas-Mitglieder wieder ins Land zu lasen, die er am 17. Dezember 1992 in den Libanon ausgewiesen hatte. Dazu agitierten Uri Avnery und Mitglieder der israelischen radikalen Linken zu ihren Gunsten. Es sollte in Erinnerung bleiben, dass die Regierung Rabin kurz nach dieser politischen Niederlage die Oslo-Vereinbarungen einging, die PLO aus Tunesien zurück brachte und ihr eine territoriale Basis gab, die sie nutzen konnte, um gegen Israel Krieg zu führen sowie die Gelegenheit eine Allianz mit der Hamas zu schmieden. Nach Oslo war es nur eine Frage der Zeit, bis die Feinde Israels sich organisiert hatten.

Eine zweite Erklärung für den jüngsten Hamas-Erfolg ist, dass die palästinensische Wählerschaft einfach die Fatah wegen ihrer Gesetzlosigkeit und Korruptheit abwählte. Bedauerlicherweise haben einige israelische Führer zu diesem Ausgang beigetragen. Vor mehr als einem Jahrzehnt erklärte der verstorbene Premierminister Yitzhak Rabin, dass er eine palästinensische Autonomiebehörde wollte, die den Terror „ohne einen Obersten Gerichtshof, Betselem [Israels irgendwie linksaußen angesiedelte Menschenrechtsorganisation] und Liberale mit blutendem Herzen bekämpfen würde“. Sein Wunsch wurde erfüllt und für viele Palästinenser bilden die heutige Korruptheit und die allgemeine Gesetzlosigkeit der PA einen Teil von „Rabins Erbe“. Am Ende könnte es eher langfristiges Interesse Israels gewesen sein, wenn die Palästinenser eine bessere Regierung gehabt, sich Menschenrechten erfreut und in Rechtsstaatlichkeit gelebt hätten.

Im Licht der interessanten Gegenwart mag sich unser Blick auf die Vergangenheit in unvorhersehbarer Weise ändern. Die derzeitige Krise kann direkt auf Oslo zurückgeführt werden und es mag ein ernster Fehler gewesen sein die PLO-Führung zurück auf diese Seite des Mittelmeers zu bringen. Wenn man weiter zurückgehen will, könnte man argumentieren, dass die PLO 1982 nach Tunis zu schicken, eine exzellente Idee gewesen sei, selbst wenn es damals verurteilt wurde. Weiterhin sollte klar sein, dass der so genannte „Friedensprozess“ keinen Frieden brachte. Man muss nur die Stellungnahmen der Hamas lesen, um zu wissen, dass es so ist.

Was die Frage der mehr oder weniger bekannten Zukunft angeht, so ist es nur eine Frage der Zeit, bevor die aufgeklärten Nationen der Welt beginnen werden Israel unter Druck zu setzen, mit der Hamas klar zu kommen. Wenn jedoch diese Länder ihre Politik keiner Korrektur unterziehen, dürften sie sich einer ähnlichen Situation gegenüber sehen, wie Israel sie heute hat: In der Hoffnung als letzte gefressen zu werden, werden auch sie eine Mahlzeit des hungrigen Krokodils sein.

 

Gazas humanitäre Krise ist Fake News

Prof. Hillel Frisch, BESA Center Perspectives Paper Nr. 503, 20. Juni 2017

Surfer im Gazastreien; Foto: proIsraeli (via Flickr CC)

Kurzfassung:
Eines der am weitesten verbreiteten Märchen zum Gazastreifen ist, dass er sich in Armut suhlt und als Ergebnis der israelischen und ägyptischen Blockade auf ewig am Rande einer humanitären Krise steht. Allerdings legen Indikatoren wie Lebenserwartung, Importwachstum und Strombedarf nahe, dass Lebensstandard im Gazastreifen steigt, nicht abnimmt. Würde sich eine echte humanitäre Krise ankündigen, wäre die Lösung einfach: Entwaffnet die  Hamas und leitet ihre beträchtlichen Ausgaben für den Terrorismus in die Verbesserung in das Wohlergehen der Einwohner des Gazastreifens um.

Das Internet und die sozialen Medien haben die Erschaffung, zügige Verbreitung und endlose Fortsetzung von Mythen zum Teil des politischen Lebens gemacht. Eines der am weitesten verbreiteten Märchen lautet, dass der Gazastreifen sich in Armut suhlt und als Ergebnis der israelischen wie ägyptischen Blockade auf immer am Rande einer humanitären Katastrophe steht.

Es gibt keinen Mangel an überzeugenden Beweisen, um diesen Mythos zu widerlegen. Die Lebenserwartung zum Beispiel korreliert enorm mit dem guten Leben. Japan, Singapur und Norwegen führen die Welt bei der Lebenserwartung an. Am Ende de Liste findet man Länder im Subsahara-Afrika und Südost-Asien, zum Beispiel Bangladesch.

Die Mythenproduzenten wollen sie Glauben machen, dass der Gazastreifen auch eher am Ende der Liste steht, aber so ist es nicht. Ganz im Gegenteil. Die Lebenserwartung im Gazastreifen liegt mit 74 Jahren (2010 waren es 68) über dem Weltdurchschnitt und dem der arabischen Taaten. Das bedeutet, dass mehr als 3,8 Milliarden Menschen ein kürzeres – und vermutlich unsanfteres – Leben haben als die Menschen im Gazastreifen.

Der Unterschied in der Lebenserwartung im Gazastreifen und denen am Ender der Liste ist sogar ziemlich atemberaubend. Die Lebenserwartung in Angola, Sierra Leone, Somalia, Elfenbeinküste und anderen Länder reicht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation von 50,1 bis 55 Jahren.

Wäre der Gazastreifen auf der Liste, würde auf Rang 86 von 189 Ländern stehen. Das würde ihn an die Seite von Paraguay und Samoa stellen, kaum Staaten, die Bilder von elender Armut heraufbeschwören. Aber warum auf Fakten zurückgreifen?

Vielleicht, könnte man argumentieren, ist die Lebenserwartung im Gazastreifen eine Laune des Schicksals. Oder vielleicht nimmt sie infolge der dem Gazastreifen auferlegten Blockade ab. Die Blockade wurde eingerichtet, weil die Hamas – die mörderische Terrororganisation, die vor zehn Jahren die Macht im Gazastreifen übernahm – sich auf die Bombardierung von Bussen voller israelischer Bürger, das Abschießen von Raketen aus Krankenhäusern (wessen die Vereinigten Arabischen Emirate die Hamas beschuldigte) und das den Start von Angriffen gegen israelische zivile Viertel spezialisierte.

Realitätscheck: Die Lebenserwartung im Gazastreifen hat nicht abgenommen und die Blockade gibt es nicht mehr. Vor der kurzen Beschränkung des Warenflusses in den Gazastreifen durch Israel im Jahr 2007 gingen monatlich aus Israel 10.400 mit Waren beladene LKW in den Gazastreifen (Zahlen des OCHA, der bitter antiisraelischen UNO-Organisation). 2016 querten monatlich 14.460 LKW mit Erzeugnissen von Israel in den Gazastreifen, eine Zunahme von 34,6% gegenüber der Einsetzung der sogenannten Blockade. Das bedeutet, dass die Kaufkraft der Gazaner nicht abgenommen hat (wobei das demografische Wachstum eingerechnet ist).

Selbst die Elektrizitätskrise im Gazastreifen deutet auf einen hohen und steigenden Lebensstandard hin. Die Krise ist zum Teil das Ergebnis der Lücke zwischen Lieferung und zunehmendem Bedarf. Nach Angaben von Mohammed Abu Amarayn, Sprecher der Energiekommission des Gazastreifens, gibt es Bedarf für 450 MW Strom – weit über dem Maximum von 280 MW, die Israel, die lokale Stromversorgungsstation und Ägypten zusammen einspeisen.

Das OCHA schätzte den Spitzenbedarf im Gazastreifen 2010 auf 280 MW. Das bedeutet, wenn Abu Amarayn recht hat, dann hat der Bedarf an Elektrizität im Gazastreifen in sechs Jahren um 60% zugenommen. Wirtschaftler nutzen oft den Energiebedarf bei Nichtvorhandensein von genauen makroökonomischen Daten – wie beim Gazastreifen – als Stellvertreter für Wirtschaftswachstum. Zunehmender Bedarf an Strom legt Wohlstand nahe, kein humanitäre Krise.

Warum ist dann dieser Mythos so weit verbreitet? Die Antwort liegt bei denen, die Eigeninteresse daran haben ihn zu perpetuieren. Mit Abstand am wichtigsten davon ist die Hamas. Die Terrorgruppe erhebt Steuern auf alle einkommenden Waren, um die Gehälter ihrer 30.000 Terroristen und der sie fütternde Bürokratie zu zahlen, dazu das Training, die Raketenproduktion und das Graben von Tunneln nach Israel. Das Budget unterstützt 20.000 weitere Personen der staatlichen Gehaltsliste. Die Hamas hofft, dass die Behauptungen einer humanitären Krise mehr Hilfe, mehr Forderungen nach Waren und einen größeren Warenfluss bringen werden, die sie alle zum eigenen Nutzen besteuern wird.

Die Hamas ist nicht der einzige Täter. Die internationale „humanitäre“ Hilfsindustrie hat ein naheliegendes Interesse an der Perpetuierung des Mythos. An wenigen Orten der Welt können Mitarbeiter der Hilfsorganisationen in einem kosmopolitischen Bienenstock wie Tel Aviv leben, ein Weltklasse-Symphonieorchester, Museen und Nachtleben genießen und in die angeblich gebeutelten Gegenden pendeln. In Simbabwe steckt man in Simbabwe fest. Die Idee der humanitären Krise im Gazastreifen zu verfechten heißt einen persönlichen Lebensstil auf Kosten ostafrikanischer Länder zu führen, die die Hilfe weit verzweifelter benötigen als der Gazastreifen.

Selbst wenn die behauptete humanitäre Krise sich tatsächlich abzeichnen würde, ist die Lösung einfach. Nach Angaben des Budgets und der Ausgaben für das Finanzjahr 2013, das von der letzten offiziellen Hamas-Regierung 2014 veröffentlicht wurde, gingen lediglich 2% der Ausgaben von $348 Millionen in die Entwicklung und nur 11,2% an Sozialhilfe (verglichen mit 25% in Ägypten, das über ein ähnliches sozio-ökonomische Profil verfügen). Die rivalisierende PA schätzt, dass mehr als zwei Drittel der Ausgaben der Hamas in die Produktion von Terror gingen.

Die Antwort der Weltgemeinschaft auf jede humanitäre Krise würde lauten, das man sich mit der PA, Israel und inzwischen dem größten Teil der Einwohner des Gazastreifens zusammenschließt, um die Hamas zu zwingen ihre Militärinfrastruktur abzubauen und ihr Geld für Soziales statt für Terrorismus auszugeben.

Das Schlimmste, was getan werden kann, wäre die humanitäre Hilfe zu erhöhen, bevor die Hamas entwaffnet wird, worauf viele Vertreter und Politiker Israels hinweisen. Das Pferd von hinten aufzuzäumen wird nach hinten losgehen. Es wird mehr Terrorismus, mehr Raketen und mehr Tunnel nach Israel zur Folge haben, was im Gegenzug eine massive israelische Reaktion bringen wird, die zu Lasten der Bevölkerung des Gazastreifens gehen wird, wie es bei den letzten drei Konfliktrunden während des vergangenen Jahrzehnts der Fall war.

Humanitär zu sein bedeutet schlicht und einfach die Hamas zu entwaffnen.

Der Sieg der Hamas ist eine gute Nachricht

Jeff Jacoby, The Boston Globe, 29. Januar 2006

Reaktionen im Westen zum Ausgang der palästinensischen Wahlen letzte Woche kamen meist in einer von zwei Variationen: höchst negativ oder entschieden unentschieden.

Zur ersten Kategorie gehört der italienische Premierminister Silvio Berlusconi, der klagte, dass der Sieg der Hamas über die Fatah ein „sehr, sehr, sehr schlechtes Ergebnis“ sei. In New York erklärte die Anti-Defamation League die Resultate zu einem „schrecklichen Rückschlag für die Region und für die amerikanischen Interessen.“

Aber viele andere bestehen darauf, dass man die Bedeutung der Wahlen nicht kennt, bis die Hamas sich entscheidet, ob sie ihr wichtigstes Ziel aufgibt oder nicht: die Liquidierung Israels und seine Ersetzung durch eine islamistische Diktatur. Wie FBI-Direktor Robert Mueller sagte: „Die Hamas hat die Wahl.“ Es war eine Meinung, die überall ein Echo fand, vom britischen Außenministerium („Die Hamas muss wählen. Wir werden das abwarten müssen.“) bis zur Kommentarseite der New York Times („Die Hamas hat die Wahl zwischen Regieren und Terror“).

Nun, stecken Sie mich in ein drittes Lager: Ich denke, der haushohe Hamas-Sieg ist bei das weitem beste Ergebnis, das man erhoffen konnte.

Ich sage das nicht, weil die Hamas irgendetwas anderes ist als eine Blut getränkte Terrorgruppe, die für die Tötung oder Verstümmelung tausender unschuldiger Opfer verantwortlich ist, sondern weil ihr klarer Wahlsieg ein eindeutiger Realitäts-Check für die Natur der palästinensischen Gesellschaft ist. Und wenn es etwas gibt, das der Westen schlechterdings braucht, dann ist es mehr Realismus und weniger Selbsttäuschung, was die Palästinenser angeht.

Einiges von dieser Selbsttäuschung zeigte sich am Donnerstag im Weißen Haus, als Präsident Bush die palästinensischen Wahlen als „gesunde“ und „interessante“ Übung in ziviler Reform bezeichnete.

„Offensichtlich waren die Leute nicht glücklich mit dem Status quo“, erklärte Bush. „Die Menschen wollen ehrlich regiert werden. Die Menschen wollen öffentliche Dienstleistungen. Sie wollen in der Lage sein ihre Kinder in einer Umgebung aufziehen, in der sie eine anständige Ausbildung bekommen können und Gesundheitsversorgung erhalten. Und so sollten die Wahlen der alten Garde dort in den Palästinensergebieten die Augen öffnen… Ein Gesundheitssystem, das das tut, hat etwas Gesundes. Und so waren die Wahlen von gestern sehr interessant.“

Bitte, Mr. President. Wenn ein Trupp Neonazi-Skinheads in Europa bei einer Wahl an die Macht gespült würde, würden Sie sagen, dass die Wähler “ehrliche Regierung” und “Dienstleistungen” haben wollten? Die Palästinenser sind nicht dumm und es beleidigt ihre Intelligenz vorzugeben, sie würden eine völkermörderische Organisation wählen, die ein Wahlprogramm direkt aus „Mein Kampf“ hat, dann sind sie *wirklich* nur hinter besserer Gesundheitsversorgung her. Islamistischer Extremismus ist nicht nötig, um die palästinensischen Krankenhäuser besser in Ordnung zu bringen als der Faschismus in den 1920-er Jahren gebraucht wurde, um die italienischen Züge pünktlich fahren zu lassen. Wenn die Palästinenser massenhaft eine Partei wählen, die ungerührt für Hass und Massenmord steht, dann kann man sicher wetten, dass Hass und Massenmord etwas mit dem Wahlergebnis zu tun hatten.

Ebenso werden die neuen Pflichten die Hamas sie nicht in eine moderate Gruppe eifriger Staatsdiener verwandeln. Wenn gewalttätige Islamisten politische Macht gewinnen, schmälert das nicht ihre Brutalität und ihren Fanatismus (siehe Ayatollah Khomeini und die Taliban in Afghanistan). Die Annahme, dass die Hamas nun „eine Wahl zu treffen“ hat, ist nur ein weiteres Beispiel für das irrige Denken, dass so weit verbreitet ist, wenn es um die palästinensische Autonomiebehörde geht.

In seinen Worten vom Dienstag ging Bush so weit zu sagen, dass er nicht „sieht, wie man ein Friedenspartner sein kann, wenn man die Vernichtung eines Landes als Teil seines Wahlprogramms vertritt“ oder „wenn eine Partei einen bewaffneten Arm hat“. Daher, sagte er, ist die Hamas „eine Partei, mit der wir uns nicht abgeben werden.“ Wenn das bedeutet, dass die Bush-Administration die neue Hamas-Regierung meiden wird, wie sie einst Yassir Arafat mied, gut und schön. Aber warum wurde mit Mahmud Abbas anders umgegangen? Wie die Hamas vertritt die Fatah – die PLO-Fraktion, die Abbas und Arafat vor 45 Jahren gemeinsam gründeten – Israels Vernichtung in ihrer grundlegenden Satzung. Wie die Hamas hat die Fatah einen „bewaffneten Arm“ – die al-Aksa-Märtyrerbrigaden – der fürchterlicher Terroranschläge schuldig ist. Das Emblem der Fatah zeigt gekreuzte Gewehre vor einer Karte von „Palästina“, die ganz Israel umfasst; auf dem Emblem der Hamas ist die Karte die gleiche, aber die gekreuzten Waffen sind Schwerter. Der einzige wichtige Unterschied zwischen der abgewählten Fatah-Partei und der kommenden Hamas-Führung ist der, dass erstere aus PR-Gründen manchmal vorgaben Israels Existenzrecht anzuerkennen, während die Zweite sich völlig offen der Eliminierung Israels verpflichten.

Das aber ist genau das, warum der Hamas-Erdrutsch eine gute Nachricht ist. Er verstärkt die Klarheit und vertreibt die Illusion. Er macht es schwer sich die unangenehmen Fakten wegzuwünschen, dass nach einem Dutzend Jahren PLO-Misswirtschaft die palästinensische Gesellschaft tief gehend dysfunktional ist, durchdrungen von Hass und Gewalt. Alle aus den willentlich blinden können nun sehen, dass die palästinensische Autonomiebehörde kein „Friedenspartner“ ist. Bis sie entscheidend besiegt und ordentlich entgiftet ist, wird das palästinensische Volk sich niemals des Segens von Freiheit und anständiger Regierung erfreuen. Ironischerweise könnte der Aufstieg der Hamas den letztlichen Ausgang etwas näher gebracht haben.

Grund NR. 4933, warum Frieden unmöglich ist

Elder of Ziyon, 15. Juni 2017

Die Times of Israel berichtete eine herzerwärmende Geschichte:

Ein Offizieller der palästinensischen Autonomie hat dem Rambam-Krankenhaus zehntausende Schekel gespendet, nachdem er dort in Haifa lebensrettende Behandlung erhielt, sagte das Krankenhaus.

Nach Angaben der Erklärung des Rambam gab der Offizielle einen Geldbetrag, um behandelten Kindern zu helfen; es handelt sich um eine Bemühung „Frieden durch Medizin zu bauen“.

Der Offizielle, der anonym bleiben möchte, wurde Anfang des Jahres im Rambam wegen Krebs stationär behandelt und sagte, er sei zu der Spende motiviert worden, nachdem er die Koexistenz in der Praxis erlebte.

„Als ich im Rambam ankam, sah ich ein medizinisches Team, das seine Patienten mit Hingabe behandelt, aber ich sah auch das Leid kranker Kinder“, sagte er nach Angaben der Erklärung. „Palästinensische Kinder, Israelis, Syrer und Kinder aus anderen Ländern, die im Rambam werden wegen schwerer Krankheiten behandelt und brauchen alle Hilfe, die sie bekommen können.“

Sein Spende wird in den Bau eines Kinder-Spielzimmers im Institut für Radiologie des Joseph Fishman Oncology Center gesteckt werden.

„Ich entschied mich für die Spende, um zu helfen menschliches Leben zu retten, ohne Rücksicht auf politische Überlegungen“, sagte er.

„Die israelische wie die palästinensisch Gesellschaft leiden unter Gewalt und ich strebe nach einer Situation, in der wir alle zu Frieden und Gesundheit beitragen können: Kinder zu behandeln, Leben zu retten, Wissen zu teilen und palästinensische Ärzte im Rambam auszubilden, um den Zustand des Gesundheitssystems und die Fähigkeiten Menschen in den PA-Gebieten zu behandeln zu verbessern und andere zu ermutigen zu spenden und zur Verbesserung der Gesundheit in unseren beiden Staaten beizutragen.“

„Die Medizin ist eine Brücke zwischen Völkern und ich hoffe, dass wir mit Hilfe dieses kleinen Beitrags und anderer wie diesem in der Zukunft ein besseres Morgen erleben“, fügte der Offizielle an.

Das ist eine wunderbare Geschichte, die zeigt, dass palästinensische Araber schätzen können, wie zumindest einige Israelis mit ihnen umgehen.

Aber es gibt ein Problem.

Der Offizielle entschied sich anonym zu bleiben.

Statt seinem Volk zu erzählen, dass er diese Spende aus Wertschätzung und im Interesse Frieden zu bringen gibt, schweigt er.

Weil seine Karriere und sein Ruf vorbei sein würden, wenn seine arabischen Nachbarn wüssten, dass er eine ansehnliche Geldsumme an ein „zionistisches“ Krankenhaus spendete.

Fakt ist, dass aller Wahrscheinlichkeit nach ein solcher Schritt Morddrohungen zur Folge haben würde.

Später nannten die PA-Medien den vermeintlichen Offiziellen und bestritten die Geschichte komplett!

Die Regierung bestritt Donnerstag Medienberichte, dass ein ranghoher palästinensischer Offizieller Geld an ein nicht palästinensisches Krankenhaus spendete.
Regierungssprecher Yousef al-Mahmud wies Behauptungen zurück, dass der stellvertretende Premierminister Ziad Abu Amr Geld an ein Krankenhaus außerhalb Palästinas gespendet habe, nachdem er dort behandelt wurde; Berichte wurden als „haltlos“ beschrieben.
Al-Mahmud sagte, Abu Amr gehe es gut und er arbeite normal; dazu stellte er fest, dass ihm nicht bekannt sei, dass Abu Amr irgendeine medizinische Behandlung in einem palästinensischen oder ausländischen Krankenhaus erhalte.

Wie kann es irgendjemand wagen auch nur zu erwägen, dass ein palästinensischer Offizieller Geld an dein „nicht palästinensisches“ Krankenhaus spendet?

Die PA ist gezwungen die Geschichte für den Offiziellen zu dementieren, denn sie ist schon von der Vorstellung bedroht, dass ein Palästinenser irgendeine Wertschätzung für israelische Juden zeigt. Sie könnte die Geschichte nicht einmal ignorieren – sie musste sie bestreiten.

Wegen der Ehre.

Denken Sie darüber nach. Es ist Ehrensache israelischen Ärzten keine Dankbarkeit zu zeigen.

Und verstehen Sie: Solange wie palästinensische Araber gehirngewaschen werden Israel und Juden zu hassen, bis zu dem Punkt, an dem sie Erklärungen abgeben müssen, die sogar Dankbarkeit gegenüber israelischen Krankenhäusern bestreiten, die sie versorgen, solange gibt es für Frieden überhaupt keine Chance.

Die palästinensische Jihad-Autonomiebehörde

Nissan Ratzlav-Katz, 26. Juli 2005 (direkt vom Autor)

Ist die derzeitige palästinensische Autonomiebehörde unter der Leitung von Mahmud („Abu Mazen“) Abbas eine terroristische Einheit, ein den Terror unterstützendes Regime oder eine sanfte Diktatur, die darum kämpft die Terroristen unter Kontrolle zu bringen?

Khaled Abu Toameh von der Jerusalem Post berichtete im Januar 2003, dass der Kopf der politischen Abteilung der PLO, Faruk Kaddumi, erklärte: „Wir haben uns nie von Hamas unterschieden. Strategisch gibt es zwischen uns keinen Unterschied.“ Er gab diesen Kommentar in einem Interview mit der in Nazareth erscheinenden Wochenzeitung „Kul Al-Arab“, schrieb Toameh.

Die PLO, die Palästinensische Befreiungsorganisation, wird von der Fatah geleitet und kontrolliert; sie ist die alt gediente Terror-Fraktion zu der auch Abu Mazen gehört und die bis zu dessen Tod von Yassir Arafat angeführt wurde. Artikel 12 des Gründungsdokuments der Fatah erklärt als Ziel der Organisation die „komplette Befreiung Palästinas und die Ausradierung der zionistischen wirtschaftlichen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz“. Darüber hinaus sollen die Ziel durch Gewalt erreicht werden. Artikel 19 besagt: „Der bewaffnete Kampf ist eine Strategie, keine Taktik; und die Revolution des palästinensischen arabischen Volkes ist ein entscheidender Faktor im Befreiungskampf und in der Ausmerzung der zionistischen Existenz; dieser Kampf wird nicht enden, bis der zionistische Staat vernichtet und Palästina komplett befreit ist.“

Und die Führer der von der Fatah angeführten PLO, denen unter dem Deckmantel als Köpfe der Palästinensischen Autonomie mehr Macht und internationale Legitimität gegeben ist, sind den Zielen und Verpflichtungen der Organisation treu geblieben. Zwei Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit werden dafür genügen.

Am Sonntag, 12. Juni 2005, exekutierte die PA einige Männer, denen „Kollaboration“ mit Israel vorgeworfen wurde. Das heißt, ihr „Verbrechen“ war, dass sie Israel bei der Bekämpfung des Terrorismus halfen – etwas, zu dem die PA sich selbst unter den Bedingungen der US-gesponserten Roadmap verpflichtete. Dieses Verhalten ist jedoch absolut logisch, wenn der „bewaffnete Kampf ein entscheidender Faktor in der Ausmerzung der zionistischen Existenz“ ist. Die Araber, die bereits sind gegen Terroristen zu kämpfen, untergraben also den „bewaffneten Kampf“.

Umgekehrt nehmen die Araber, die in den Terror – einschließlich Selbstmord-Bombenanschlägen – verwickelt sind, am „bewaffneten Kampf“ teil und dürfen von der PA nicht bekämpft werden. Und das ist exakt die von Abbas in der Praxis angewendete Vorgehensweise.

Letzten Monat entließ die PA Terroristen des Islamischen Jihad, die in Verbindung mit dem Selbstmord-Bombenanschlag vom 25. Februar 2005 auf den Stage Club verhaftet wurden, der das Leben von fünf Israelis und mehr als fünfzig Verletzte forderte. Ein israelischer Beamter sagte, dass die „Drehtür“ zurückgekehrt sei, die unter Yassir Arafat vorherrschte. Ebenfalls im letzten Monat verkündete der PA-Außenminister Nasser Al-Qidwa, dass, so lange die „israelische Besatzung“ weiter ginge, die PA die terroristischen Fraktionen nicht entwaffnen werde. Die Waffen, erklärte er, seien nicht „illegal“, so lange die „Besatzung“ weiter gehe. Wenn man bedenkt, dass die Fatah es so sieht, dass die „Besatzung“ weiter geht, „bis der zionistische Staat vernichtet ist“, dann könnte es so aussehen, dass die Waffen in der Hand der arabischen Terroristen von der PA niemals als „illegal“ betrachtet werden, also werden sie auch niemals konfisziert.

Bei dem jüngsten Blutvergießen und Auseinandersetzungen zwischen der PA und der Hamas ging es daher nicht um die Versuche von Abbas, den Terrorismus im Zaum zu halten. Im Gegenteil, wie wir gesehen haben, hat er keinerlei Absicht das zu tun. Wie könnte er, wenn es „strategisch keine Unterschiede zwischen uns gibt“? Worum ging es in dem mörderischen Kampf?

Die Hamas verlangt ein Stück des Kuchens von Gusch Katif, nachdem Israel tausende Juden rausreißt, die in den 20 Gemeinden im Gazastreifen leben. Das Land dort ist ziemlich begehrt, nachdem es von israelischen Bauern und Häuslebauern aus Dreck und Sand in eine veritable Oase verwandelt wurde. Die Hamas glaubt, dass sie ein Stück von dem Land verdient, da es den fortgesetzten Terror gegen Israel belohnt, durch den Ariel Sharon davon gejagt wurde. Die Methode, um ihren Teil der Beute zu bekommen, so schlug die Hamas Abu Mazen vor, ist eine gemeinsame besondere Verwaltung, wie mit dem israelischen Rückzug aus dem jüdischen Gaza umzugehen ist. Abbas allerdings bestand darauf, dass es nur eine Verwaltung gibt – und das ist die PA. Und die PA, sagt er, wird die jüdischen Gebiete übernehmen, wenn die Israelis sich zurückziehen.

Übrigens, erwähnte ich das Kasino, das auf einem Teil des evakuierten Landes gebaut werden soll?

Kurz gesagt: Es gibt keinen Konflikt zwischen der Hamas, dem Islamischen Jihad und der Palästinensischen Autonomie, der nicht durch ein wenig Landbesitz zu regeln wäre. Und das bedeutet, dass die Schaffung eines islamistischen Terrorstaates im Gange ist – unter der Führung von Mahmud Abbas.

Den Löwen zähmen

Micah Halpern, 12. April 2005

Erfolg oder Fehlschlag. Wahrheit oder Wagnis. Die Zukunft der palästinensischen Autonomie liegt in den Händen eines Mannes, ihres Präsidenten Mahmud Abbas.

Die Entscheidungen, die Abbas fällt, werden, langfristig und kurzfristig, die Zukunft des palästinensischen Volkes gestalten. Er hat die Wahl zu treffen. Die Verpflichtungen muss er übernehmen.

Einige Entscheidungen, wie die gegen den Terror vorzugehen oder die Kontrolle auszuüben, sind jetzt zu treffen und physisch schwierig. Aber Abbas muss den palästinensischen Wilden Westen zähmen oder dieser wird ihn verschlingen. Und wenn oder wann der erste demokratisch gewählte Präsident der Palästinensischen Autonomie stürzt, wird die Anarchie einsetzen. Und wenn die Anarchie übernimmt, verschwindet jede Chance der palästinensischen Volkes ein anständiges Leben zu führen. Wenn Abbas fällt, geht jede Chance auf eine Annäherung zwischen der Autonomie und Israel verloren. Wird Abbas verschlungen, wird die palästinensische Gesellschaft niemals aufblühen, sondern statt dessen ein Nicaragua oder Belfast werden.

Wie kann man den Löwen zähmen?

Die Banden von Hooligans zu entwaffnen, die durch die Städte schwärmen, sie ins Gefängnis zu stecken und ihre Geldquellen zu verstopfen, Hetze ungesetzlich zu machen – all das sind offensichtliche Möglichkeiten die Kontrolle wiederzugewinnen. Physisch ist das schwierig, aber es ist machbar.

Die Massen von der Wichtigkeit des Auftrags zu überzeugen ist weitaus schwieriger. Der Grund dafür, dass es viel schwieriger ist, besteht darin, dass Umerziehung viel mehr als physische Entschlossenheit verlangt; sie braucht eine emotionale Entschlossenheit. Und hier hat Abbas furchtbar versagt. Abbas hat kaum einmal den Versuch unternommen das palästinensische Volk umzuerziehen.

Erziehung oder Umerziehung ist zentral für den Erfolg des Präsidenten Abbas. Sie ist ein wesentliches Werkzeug für die Umsetzung einer demokratischen, wirtschaftlich gesunden und produktiven Zukunft seines Volkes. Und doch hat Abbas noch nicht einmal angefangen die einfachsten Bildungsreformen einzuführen. Es gibt konkrete Handlungen, die keinerlei Zeit und keine Kraft benötigen, um eingeführt zu werden. Es gibt Handlungen, die fast kein Geld kosten, aber wichtigen kurz- und langfristigen Einfluss auf die Zukunft des palästinensischen Volkes haben würden.

Alles, was Abbas als ersten, einfachen und entscheidenden Schritt tun muss: Er muss ein Buch aus der Liste der Schulbücher entfernen. Wenn Abbas wirklich dem Frieden mit den Israelis verpflichtet ist, wenn er wahrhaftig ist, während er in internationalen Diplomaten-Kreisen von Frieden und Fortschritt redet, wird er den Prozess der Umerziehung jetzt beginnen. Er ist bereits spät dran, jedes Noch-Später wird zu spät sein. Aber wird er das wagen?

Der israelische Minister Natan Sharansky hat gerade einen dringenden Brief an Israels Ministerpräsidenten Ariel Sharon und US-Präsident George Bush geschickt.

Und hierum geht es:
Der offizielle palästinensische Lehrplan für das 10. Schuljahr lehrt die „Protokolle der Weisen von Zion“. Die in den Schulen genutzte Ausgabe wird in Syrien verlegt. Der Lehrplan erwähnt nie, dass die Protokolle eine Fälschung der russischen Geheimpolizei sind, veranlasst vom Zaren, um den berüchtigten Mythos zu verbreiten, die Juden würden die Welt beherrschen.

Man muss sich fragen:
Warum lehrt man die Protokolle, wenn nicht, um das Werk als Verschwörungstheorie von Antisemiten zu entlarven? Was ist in jedem anderen Zusammenhang der bildungspolitische Sinn davon, die Protokolle der Weisen von Zion beeindruckbaren Zehnklässlern angesichts des heutigen sozialen und politischen Klimas zu lehren?

Um den Mythos fortbestehen zu lassen. Wir kennen die Antwort alle. Die Protokolle der Weisen von Zion sind nicht aus dem palästinensischen Lehrplan entfernt worden, das Buch ist nicht aus den Regalen der Schulbüchereien genommen worden, aus einem EINZIGEN Grund: Um den Mythos fortbestehen zu lassen!

Die Palästinenser lehren die Protokolle weiterhin, weil sie sich noch immer keinen Reformen verschrieben haben. Und Mahmud Abbas als ihre Präsident ist der verantwortliche Mann dafür, dass sein Volk umerzogen wird oder nicht, für die Umsetzung von Reformen oder dafür sie zu verschleppen, dass sie ignoriert, wenn nicht gar vergessen werden.

Aber es gibt mehr. Da gibt es die Landkarten.

Auf keiner offiziellen Landkarte der Palästinensischen Autonomie gibt es Israel. Nicht nur bei Karten der Schulen – auf allen und jeder Landkarte.

Zivilisierte, langfristige Interaktion zwischen Völkern, Gesellschaften, Staaten ist schwer vorstellbar, wenn die offiziellen Landkarten des einen Partners weiterhin die Existenz des anderen nicht anerkennen.

Und es geht weiter: In den 160 Schulbüchern, mit denen die PA lehrt, bezieht sich nicht ein einziger Text auf Israel als unabhängigen Staat. Schockierend? Inzwischen nicht mehr, würde ich vermuten.

Ja, Palästinenser-Präsident Abbas muss den terroristischen Gangstern das Rückgrat brechen, die seine Kontrolle über seine Gesellschaft physisch bedrohen könnten. Aber er muss auch ein Bildungssystem verändern, er muss ausbilden. Zukünftige Palästinenserführer sollten in Schulen herangezogen werden, nicht in plündernden Banden.

Man muss nicht Liebe lehren, aber genauso wenig sollte man Hass ewig fortbestehen lassen.