Ost-Palästina

Elder of Ziyon, 4. Juni 2007

Die Ausgabe von 1911 der Encyclopedia Britannica ist online. Ihr Eintrag zu „Palestine“ (Palästina) ist interessant:

Außer im Westen, wo das Land ans Mittelmeer stößt, können die Grenzen des Territoriums nicht als eindeutige Linie auf der Landkarte festgelegt werden. Die modernen Aufgliederungen unter der Zuständigkeit des Osmanischen Reiches stimmen in keiner Hinsicht mit denen der Antike überein und bieten daher keine Grenze, durch die Palästina genau vom Rest Syriens im Norden oder von den Wüsten des Sinai und Arabiens im Süden und Osten abgetrennt werden kann; außerdem sind die Akten über die antiken Grenzen nicht in genügendem Maße vollständig und exakt, um eine komplette Grenzziehung für das Land zu ermöglichen. Selbst das oben erwähnte Übereinkommen ist nicht exact: Es schließt Philistergebiet ein, von dem die Hebräer nie behaupteten, sie hätten es besiedelt; und es schließt entlegene Teil des großen Gebiet aus, das in 4. Mose 34 als hebräischer Besitz angeführt wird (vom „Bach“ Ägyptens bis Hamat). Die Hebräer selbst haben, mit dem sprichwörtlichen Ausdruck „von Dan bis Beersheba“ (Richter 20,1ff) einen Hinweis auf die normale Nord-Süd-Ausdehnung ihres Landes bewahrt; und bei der Definition des Gebietes des diskutieren Landes ist es dieser Hinweis, dem allgemein gefolgt wird.

Nimmt man die natürlichen Hauptmerkmale, die mit diesen Außenpunkten beinahe entsprechen, kann man Palästina als den Streifen Land beschreiben, der sich entlang des Ostufers des Mittelmeeres von der Mündung des Flusses Litani oder Kasimiya (33° 20‘ N), südlich bis zur Mündung des Wadi Ghuzza erstreckt; Letzteres trifft bei 31° 28‘ N, knapp südlich von Gaza, auf das Meer und führt dann in südöstlicher Richtung, um an seiner Nordflanke den Ort Beersheba einzubeziehen. Östlich gibt es keine solche klar umrissene Grenze. Der Jordan-Fluss, das stimmt, bildete eine Art Grenze zwischen dem westlichen und östlichen Palästina; aber es ist praktisch unmöglich zu sagen, wo letzteres endet und die Arabische Wüste beginnt. Vielleicht ist der Verlauf der Pilgerstraße von Damaskus nach Mekka die praktischste mögliche Grenze. Die Gesamtlänge der Region beträgt etwa 140 Meilen; seine Ausdehnung westlich des Jordan reicht von etwa 23 Meilen im Norden bis etwa 80 Meilen im Süden. Nach Angaben englischer Ingenieure, die das Land für den Palestine Exploration Fund begutachteten, ist die Region dieses Teils des Landes rund 6040 Quadratmeilen groß. Östlich des Jordan sind mangels einer sachgerechten Begutachtung keine solch genauen Zahlen wie diese verfügbar. Die übernommenen Grenzen verlaufen von der Südgrenze des Hermon zur Mündung des Mojib (Arnon), eine Entfernung von ca 140 Meilen: Für den gesamten Bereich ist eine Fläche von ca. 3.800 Quadratmeilen berechnet worden. Das Territorium Palästina, das östliche und das westliche, ist damit so groß wie etwas mehr als ein Sechstel der Fläche Englands.

Die Fläche der Westbank beträgt 2.200 Quadratmeilen und Ostpalästina wurde 1911 auf 3.800 Quadratmeilen veranschlagt.

Mit anderen Worten: Es gibt einen großen Teil des historischen Palästina, der sich unter jordanischer Herrschaft befindet.

Warum regt sich niemand wegen der jordanischen Besetzung antiken palästinensischen Landes auf? Warum will niemand einen unabhängigen palästinensisch-arabischen Staat am Ostufer des Jordan sehen?

Jede Landkarte „Palästinas“, die von der PA veröffentlicht wird – in ihren Schulbüchern, in ihren Logos – ignorieren einen wichtigen Teil des historischen Palästina völlig. Wenn es eine lange und uralte Tradition palästinensischer Araber gibt, die im östlichen Teil lebten, warum wird sie ignoriert? Die willkürlichen britischen Grenzen, die Palästina von Transjordanien trennen, sind relativ jung und haben keine Verbindung zur arabischen Geschichte. Die Menschen, die in der „Eastbank“ lebten, sind historisch genauso Palästinenser gewesen, wie diejenigen, die in der Westbank lebten.

Doch nicht nur das: Als Jordanien die Westbank annektierte, gab es nicht einmal eine nennenswerte „Befreiungsbewegung“ in diesem Teil des historischen Palästina. Die PLO wurde 1964 gegründet, bevor es irgendwelche „Gebiete“ gab.

Die einzigen Gebiete, die die Araber jemals für einen unabhängigen palästinensisch-arabischen Staat haben wollten, ist zufälligerweise jede Gegend, die Juden zu irgendeiner Zeit kontrollieren.

Was für ein Zufall!

Alle Juden raus aus Palästina ist kein Friedensplan

Anne Bayefsky, Fox News, 14. September 2016

Die Obama-Administration ist wütend, weil Premierminister Netanyau gerade palästinensischen Plänen für einen Staat „ohne Juden“ widersprach. In einem am 9. September 2016 geposteten Video kommentierte Netanyahu das Offensichtliche: dass palästinensische Bemühungen die Westbank von allen Juden zu leeren auf „ethnische Säuberung“ hinausläuft: „Ethnische Säuberung für Frieden ist absurd“. Das US-Außenministerium reagierte damit auf den Boten zu schießen und nannte Netanyahus Äußerungen „unangemessen und nicht hilfreich“.

PA-Präsident Mahmud Abbas macht kein Geheimnis aus den palästinensischen Absichten. So prahlte er gegenüber dem ägyptischen Interimspräsidenten bei einem Besuch in Kairo im Juli 2013: „In einer Endlösung werden wir nicht sehen, dass auch nur ein einziger Israeli – weder Zivilist noch Soldat – auf unserem Land bleibt.“

Die Reaktion des Außenministeriums auf Netanyahu öffnet ein Fenster in das Wesen des modernen Antisemitismus, ebenso mögliche Pläne Obamas über den [UNO-] Sicherheitsrat einen dauerhaften Keil zwischen Israel und die Vereinigten Staaten zu treiben, bevor er das Amt verlässt.

Zugleich mit dem Werben für einen judenreinen Staat beschuldigen die Palästinenser Israel regelmäßig „ethnische Säuberungen“ zu betreiben. Lediglich zwei Tage nach der Schelte Netanyahus durch das Außenministerium, am 11. September 2016, krähte Abbas, Israel würde „den Siedlungsbau, ethnisches Säubern, vorsätzliches Töten und die Verletzung heiliger Stätten vorantreiben, was es zum Objekt der Kritik durch die gesamte Welt macht“.

Das Mantra der ethnischen Säuberung wird regelmäßig von palästinensischen Anschuldigungen der „Apartheid“, des „Rassismus“ und der „Verjudung“ begleitet. Das gemeinsame Thema solcher Hassrede besteht darin, dass die Fakten irrelevant sind. In Israel leben fast zwei Millionen Araber mit mehr Freiheit als in jedem anderen Staat.

Außerdem geht es bei der Verleumdung des ethnischen Säuberns nicht wirklich um „Siedlungen“. Sie wird erhoben, um die Legitimität des jüdischen Staates zu zerschlagen, Punkt – oft indem sich auf schändliche Weise jüdische Geschichte zueigen gemacht wird. Hier ist Abbas beim jährlichen Palestinian Solidarity Day der UNO am 29. November 2012: „Das palästinensische Volk rettete sich auf wundersame Weise aus der Asche der Nakba von 1948, die dazu gedacht war ihr Bestehen auszulöschen… in einer der entsetzlichsten Kampagnen ethnischer Säuberung und Enteignung in der modernen Geschichte.“ Dieselbe Äußerung wurde vom palästinensischen UNO-Botschafter Riyadh Mansour erst am 15. Mai 2016 wiederholt.

Die Reaktion des Außenministeriums auf Jahre palästinensischer Vorwürfe der ethnischen Säuberung gegen Israel war Schweigen. Als der Premierminister Israels den palästinensischen Rufen nach einem ethnisch gesäuberten, judenreinen Palästina widersprach, warum dann das plötzliche Theater?

Die Antwort lautet: Die gegen die Palästinenser gerichtete Anschuldigung der ethnischen Säuberung ist die exemplarische unangenehme Wahrheit.

Diese Wahrheit bedroht das zu stören, was zunehmen wie Präsident Obamas Komplott nach der Wahl aussieht, gegen eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats kein Veto einzulegen, die die Siedlungen kriminalisiert.

Netanyahus Offenheit stellt Präsident Obamas Gedankengang in Frage, wie US-Botschafter David Pressman am 24. November 2015 vor der Vollversammlung wie folgt verdeutlichte: „Terrorismus, Gewalt, Siedlungen und Hausabrisse schaffen zunehmend eine Einstaaten-Realität und gefährdet die Realisierbarkeit einer Zweistaatenlösung.“

„Terrorismus“ und „Siedlungen“ auf diese Weise zu verbinden ist so beleidigend wie eine direkte Linie zwischen angeblichen amerikanischen Verbrechen und dem 9/11 oder zwischen Guantánamo und San Bernadino zu ziehen.

Zweifellos ist die Verbindung in außenpolitischen Kreisen attraktiv. Bei einer Veranstaltung zu Antisemitismus am 7. September 2016 sagte Mogens Lykketoft aus Dänemark, der Präsident der UNO-Vollversammlung in seiner Rede tatsächlich: „Einige meiner engsten lebenslangen Freunde sind jüdisch“, bevor er eine Tirade über israelische „Unterdrückung“ und „illegale Siedlungen“ verbunden mit der Behauptung, die Versammlung betreibe einen „unermüdlichen Kampf gegen jede Form von Hass und Hetze“ einstieg.

Während Lyyketofts einjähriger Amtszeit – sie endete am 13. September 2016 – verabschiedete die Vollversammlung 19 Resolutionen, mit denen Israel verdammt wurde und 7, die sich kritisch zu Menschenrechtsverletzungen aller anderen 192 UNO-Mitgliedsländer zusammen äußerten. Die Aktionen in Syrien beliefen sich auf eine Resolution, trotz mehr als 400.000 Toter, Tendenz steigend. Die ungeheuerliche Diskriminierung und Dämonisierung des jüdischen Staates – die sich gegen Israelis richtet, egal wo sie leben – ist die antijüdische Art von Hass und Hetze.

Das Außenministerium ging in die Offensive, weil es keine Verteidigung gibt. Die Siedlungskarte auszuspielen und für ein judenreines Palästina einzutreten ist kein Schritt für friedliche Koexistenz zu werben. Es ist ein wesensmäßiger Teil eines 67 Jahre andauernden Versuchs den einzigen jüdischen Staat von der Landkarte zu wischen. Die Wahrheit sollte „hilfreicher“ sein als Lügen.

Das „historische Palästina“

Elder of Ziyon, 7. Januar 2009

Eines der ausgelatschten Denkmuster der antiisraelischen Horden ist: Israel bietet den palästinensischen Arabern nur 14% – oder auch 12% – des „historischen Palästina“ an. Hier ist als Beispiel ein kleiner Auszug dessen, wie die Phrase in den letzten Tagen eingesetzt wurde:

Was den Palästinensern jetzt bleibt, ist weniger als 14% des historischen Palästina, alles in isolierten Bantustans, schrumpfenden Ghettos, Mauern, Zäunen, Checkpoints mit unwirschen Soldaten und das immerwährende Vordringen sich ausweitender illegaler israelischer Siedlungen.

[1948] stahl [Israel] als ersten Schritt der Eroberung des gesamten Gebiets 78% des historischen Palästina zum ausschließlichen Gebrauch durch Juden.

Und der Guardian definiert für uns das „historische“ Palästina:

[Ismail Haniyehs] feierte mit seiner trotzigen Rede das 22. Jahr der Bewegung; er gelobte Israel niemals anzuerkennen und beanspruchte das gesamte historische Palästina für die Palästinenser. „Palästina vom Meer bis zum Fluss, wir werden es nicht aufgeben“, sagte er der Menge.

Genauso macht es die PLO auf der Internetseite ihrer Vertretung in den USA:

Das Problem besteht darin, dass das historische Palästina niemals so aussah, außer das Konzept von „Geschichte“ beginnt nach dem Ersten Weltkrieg. Dies ist eine historische Landkarte des im Westen gestalteten britischen Mandats für Palästina seit 1922 oder so – nicht wirklich „historisch“, in welchem Sinn auch immer.

Hier ist Palästina, wie es auf ein paar wahllos ausgesuchten Landkarten vor dem britischen Mandat erscheint:

Der Negev gehört fast nie dazu, dafür signifikante Teile des heutigen Jordanien. (Ägypten behauptet, dass Eilat Teil seines historischen Landes ist.) Der Jordan ist nie Grenze für irgendeine Vorstellung Palästinas vor der Auflösung des Ottomanischen Reiches.

In Begrifflichkeiten des „historischen Palästina“ schließen die Waffenstillstandslinien von 1948 vielleicht 30% oder 40% des Gebietes ein – aber sicherlich nicht 78%.

Die Frage, die kein palästinensischer Araber oder Unterstützer bisher beantwortet hat, ist: Warum decken sich ihre Ansprüche immer mit den Teilen Palästinas, die sich unter jüdischer Herrschaft befinden, und nicht mit den Teilen unter arabischer Herrschaft? Warum wurde von der PLO 1964 die Westbank ausdrücklich von der von ihr gewünschten Nation ausgeschlossen? Warum sagt die Hamas heute nicht, dass Teile Jordaniens innerhalb der Grenzen des Staates liegen sollten, den sie verlangen?

Wenn ihnen „Palästina“ so wichtig ist, warum verlangen sie es nicht ganz? Warum akzeptieren sie willkürliche, imperialistisch-westliche Teilung ihrer „historischen Nation“ als Grundlage ihrer angeblich uralten, historischen Forderungen?

Die Antwort ist einfach: Das historische Palästina kümmert sie nicht. Sie kümmert die ultimative Vernichtung jeglichen jüdischen Staates auf dem, was sie als arabisches oder muslimisches Land betrachten. All das Reden über das „historische Palästina“ ist eine Lüge, die den Westen täuschen soll.

Wenn man sich den Link zum Guardian oben ansieht, dass ist es eine außerordentlich erfolgreiche Lüge.

Das Rahelgrab und die Entstehung einer arabischen Lüge

Elder of Ziyon, 29. Oktober 2009

Vorbemerkung von IMRA: Wenn Ma’an behauptet, das Rahelgrab sei „früher als Ort der Bilal Bin Rabah-Moschee“ bekannt gewesen, dann ist das keine Kleinigkeit. Die Haltung der palästinensischen religiösen Vertreter ist: Es ist eine Schändung, wenn nicht muslimisches Gebet in einer Moschee stattfindet. Daher warnt Ma’an durch die Behauptung, das Rahelgrab sei in Wirklichkeit irgendwie eine Moschee, dass an dem Tag, an dem das Grab unter palästinensische Kontrolle kommt, die palästinensische religiöse Führung die Möglichkeit nicht zulassen wird, dass Juden weiterhin dort beten.

Heute (Freitag, 29. Oktober 2009/12. Schechwan 5770) war der traditionelle Gedenktag des Todes der Matriarchin Rahel; tausende Juden gingen am Rahelgrab beten. Ma‘an berichtete darüber so:

Tausende Israelis, die meisten von ihnen ultraorthodoxe Juden, fielen Donnerstag in das Grab der biblischen Matriarchin Rahel in einem militarisierten Gelände in der Stadt Bethlehem in der Westbank ein

Rechtsgerichtete religiöse Gruppen richteten 2004 eine Petition an das höchste israelische Gericht, um den Verlauf der Mauer zu verändern, damit das Grab auf der westlichen Seite liegt. Bis heute ist die Stätte, die früher als der Ort der Bilal Bin Rabah-Moschee bekannt war, nur von der israelischen Seite aus erreichbar.

War Rahels Grab wirklich jemals als Bilal Bin Rabah-Moschee bekannt?

Die Antwort ist natürlich: Nein. Dieser Name wurde erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit geschaffen – man mag es glauben oder nicht: in den 1990-er Jahren!

Nadav Shragai deckte das in einem Artikel aus dem Jahr 2007 auf:

Im Jahr 2000, nach Hunderten Jahren der Anerkennung der Stätte als Grab Rahels, begannen die Muslime sie die „Bilal ibn Rabah-Moschee“ zu nennen. Mitglieder der Waqf benutzten den Namen erstmals 1996, aber seitdem hat er in den nationalen Diskurs der Palästinenser Einzug gehalten. Bilal ibn Rabah war ein Äthiopier, der in der islamischen Geschichte als Sklave bekannt ist, der im Haus des Propheten Mohammed als erster Muezzin dient (die Person, die die Gläubigen fünfmal täglich zum Gebet ruft). Als Mohammed starb, zog Rabah für die Muslime in den Krieg in Syrien, wurde 642 getötet und entweder in Aleppo oder Damaskus begraben. Die palästinensische Autonomiebehörde behauptete, dass nach islamischer Tradition die muslimischen Eroberer waren, die die an Rahels Grab errichtete Moschee nach Bilal ibn Rabah benannten.

Der palästinensische Anspruch ignoriert die Tatsache, dass ottomanische Firmane (Mandate oder Erlasse) den Juden im Land Israel seit Beginn des 19. Jahrhunderts das Recht auf Zugang zu der Stätte gaben. Der palästinensische Anspruch ignoriert sogar die akzeptierte muslimische Tradition, die Rahel verehrt und die Stätte als ihren Begräbnisort anerkennt. Nach der Tradition kommt der Name „Rahel“ vom Wort „wandern“, weil sie während einer ihrer Wanderungen starb und an der Straße nach Bethlehem beerdigt wurde. Auf ihren Namen nehmen der Koran und auch andere muslimische Quellen Bezug; von Joseph heißt es, er sei auf das Grab seiner Mutter Rahel gefallen und habe bitterlich geweint, als die Karawane mit ihm als Sklaven daran vorbei kam. Hunderte Jahre lang wurden muslimische heilige Männer (Walis) in Gräbern beerdigt, die dieselbe Form hatten wir das der Rahel.

Dann wird aus heiterem Himmel die Verbindung zwischen Rahel, die selbst von den Muslimen verehrt wird, und ihrem Grab ausgelöscht und der Ort wird zur „Bilal ibn Rabah-Moschee“. Der bekannte Orientalist Professor Yehoshua Porat hat die „Tradition“, auf die die Muslime sich beziehen, als „gefälscht“ bezeichnet. Er sagte, der arabische Name der Stätte war „die Kuppel Rahels, ein Ort, an dem Jesus betete“.

Noch vor wenigen Jahren fand sich in palästinensischen Publikationen nicht ein einziger Hinweis auf eine solche Moschee. Dasselbe galt für das palästinensische Lexikon, das von der Arabischen Liga und der PLO 1984 veröffentlicht wurde, und für Al-mawsu’ah al-filastiniyah, die palästinensische Enzyklopädie, die nach 1966 in Italien veröffentlicht wurde. Palästina, das Heilige Land, veröffentlicht vom Palästinensischen Rat für Entwicklung und Rehabilitation mit einer von Yassir Arafat geschriebenen Einleitung, sagt einfach: „Am nordwestlichen Eingang der Stadt [Bethlehem] liegt das Grab der Matriarchin Rahel, die starb, als sie Benjamin gebar.“ Die Westbank und der Gazastreifen – Palästina erwähnt die Stätte ebenfalls als das Grab Rahels und nicht als die Moschee von Bilal ibn Rabah. Jedoch hat jetzt der palästinensische stellvertretende Minister für Schenkungen und religiöse Angelegenheiten Rahels Grab als muslimische Stätte definiert.

Am Yom Kippur 2000, sechs Tage nachdem die IDF vom Josefsgrab abgezogen war, veröffentlichte die palästinensische Tageszeitung Al-Hayat al-Jadida einen Artikel, in dem Rahels Grab als nächstes Ziel angegeben wurde. Ein Auszug davon: „Bethelehem – das ‚Grab Rahels‘ oder die Bilal ibn Rabah-Moschee, ist einer der Nägel, die die Besatzungsregierung und die zionistische Bewegung in viele palästinensische Städte hämmerte… Das Grab ist gefälscht und war ursprünglich eine Moschee.

Die früheste Bezugnahme, die ich für einen solchen Namen finden kann, stammt tatsächlich aus dem Jahr 1997 von der BBC; für den Rest der 1990-er Jahre ist sie in der Tat das einzige Nachrichtenorgan, das ich finden kann, das je diese Bezeichnung benutzte.

Beim Blick in einige alte Bücher stelle ich fest, dass sie von Muslimen im Jahr 1901 „Kubbet Rahil“ genannt wurde. In einem Reisebericht aus den 1880-ern steht:

… Wir kamen an Rahels Grab, ein kleines, quadratisches, geweißtes Gebäude mit Kuppel, von dem Teile aus dem zwölften Jahrhundert stammen. Es steht am Rand der Straße, eine Meile vor Bethlehem. Es befindet sich im Eigentum der Juden und wird nur an Donnerstagen geöffnet, aber wir sahen durch einen kleinen Durchlass in der Südseite.

Viele andere Bücher aus dem 19. Jahrhundert beschreiben Rahels Grab als eine Moschee oder einen Ort der Anbetung sowohl für die Juden als auch für die Muslime. Aber keines davon nennt einen arabischen Namen, der nicht irgendwie das Wort Rahel in irgendeiner Form beinhaltet. Und ganz sicher beschreibt keines davon den Ort als ausschließlich muslimisch.

Gleichermaßen listete die UNO 1949 wichtige heilige Stätten den Religionen entsprechend auf. Hier ist, was sie zu Rahels Grab sagte, das sowohl von den Muslimen als auch den Juden beansprucht wurde:

Rahel starb, während sie Benjamin gebar, als Jakob von Bethel nach Hebron reiste. Eine Säule wurde über ihrem Grab aufgerichtet und die Stelle war zur Zeit Samuels eine bekannte Sehenswürdigkeit. Verschiedene mittelalterliche Autoren bezeichnen sie als jüdische heilige Stätte. Der arabische Autor Mugeir-al-Din beschreibt sie als „aus elf Steinen gebaut und bedeckt mit einer Kuppel; die auf vier Pfeilern ruhte und jeder vorbei kommende Jude schreibt seinen Namen in das Monument.

Das Grab liegt an der Straße von Jerusalem nach Hebron, direkt bevor sie Bethlehem erreicht. Es besteht aus einem offenen Vorraum und einen Schrein aus zwei Räumen unter einer Kuppel, darin der Sarkophag. Dieses Gebäude liegt innerhalb eines muslimischen Friedhofs, für den es als Gebetsort dient. Das Grab ist Ort jüdischer Pilgerfahrten. Die Juden beanspruchen den Besitz des Rahelgrabes Kraft der Tatsache, dass 1615 Pascha Mohammed von Jerusalem das Grab in ihrem Auftrag wieder aufbaute und ihnen durch einen Firman die exklusive Nutzung gewährte; und zweitens damit, dass das zerfallene Gebäude 1845 als Ganzes von Sir M. Montefiore wieder aufgebaut worden war. Die Schlüssel erhielten die Juden damals vom letzten muslimischen Hüter.

Der muslimische Anspruch auf das Gebäude beruht darauf, dass es für die Muslime der Umgebung als Gebetsort war und integraler Bestandteil des muslimischen Friedhofs, innerhalb dessen es liegt. Die Muslime erklären, das die ottomanische Regierung sie als solche anerkannte und weiterhin, dass sie zu den Gräbern der Propheten gehört, für die das Waqf-Ministerium 1328 Schilder ausgab. Sie behaupten auch, dass der Vorraum zur Zeit der Restauration durch Sir M. Montefiore extra als Gebetsort für die Muslime gebaut wurde. Die Muslime wenden sich aus Prinzip gegen jede Reparatur des Gebäudes durch die Juden, obwohl (bis zum letzten Krieg) freier Zugang für alle zu jeder Zeit erlaubt war.

1912 erlaubte die ottomanische Regierung den Juden, selbst den Schrein zu reparieren, aber nicht den Vorraum. Drei Monate nach der britischen Besetzung Palästinas wurde der gesamte Ort von den Juden ohne Protest der Muslime gereinigt und geweißt. 1921 suchte das Oberrabbinat bei der Stadtverwaltung von Bethlehem um Erlaubnis nach den Schrein zu reparieren. Das ließ muslimischen Protest aufkommen, durch den der Hochkommissar urteilte, dass alle Reparaturen, abhängig von der unter dem Mandat bestimmten Ernennung der Kommission für die Heiligen Stätten, alle Reparaturen von der Regierung vorgenommen werden sollten. Es war aber durch diese Entscheidung derart viel Entrüstung in den jüdischen Kreisen verursacht worden, dass die Sache fallen gelassen wurde, weil man die Reparaturen als nicht dringend ansah. 1925 begehrte die sephardische Gemeinde die Erlaubnis, das Grab zu reparieren. Das Gebäude wurde dann strukturell solide gemacht und äußerliche Reparaturen wurden von der Regierung durchgeführt; der Regierung wurde allerdings von den Juden (die die Schlüssel hatten) die Erlaubnis verweigert, das Innere des Schreins zu reparieren. Da die inneren Reparaturen unwichtig waren, ließ die Regierung die Sache fallen, um Streit zu vermeiden.

Die Behauptung, dass Moses Motefiore im Rahelgrab eine Moschee baute, ist lachhaft. Montefiore war ein religiöser Jude und er und seine Frau, die keine Kinder haben konnte, identifizierten sich so stark mit der biblischen Rahel, dass sie jetzt in einem Nachbau des Rahelgrabs liegen, das er in England baute.

Was den muslimischen Friedhof angeht, der Rahels Grab umgibt, so ist auch dieser relativ neu. Fotografien des Gebiets aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigen keinen solchen Friedhof.

Einmal mehr haben wir einen Fall, bei dem Muslime Anspruch auf Stätten anderer Religionen als ihrer eigenen erheben. In diesem Fall fügten sie einen völlig neuen Grund hinzu, um die Stätte zu verehren – ausdrücklich, um die offensichtliche Tatsache wegzunehmen, dass Rahel selbst ausschließlich zu den Juden gehört.

Die Welt belügen

Dror Eydar, Israel HaYom, 23. September 2016

Also legte PA-Präsident Mahmud Abbas fest: „Terrorismus … kennt keine Religion“; und das ist einen Zusammenfassung seiner Rede. Mit seiner einnehmenden, großväterlichen Erscheinung und seinem wehleidigen Lebenswandel hat er die beeindruckende Fähigkeit der Welt in die Augen zu sehen und sie anzulügen. Suchen sie überall auf dem Globus nach irgendeiner Art von Terrorismus, der nicht den Islam beinhaltet. „Es gibt keinen Konflikt zwischen uns und der jüdischen Religion und ihrem Volk. Unseren Konflikt haben wir mit der israelischen Besatzung unseres Landes“, sagte Abbas.

Es gibt eine Unzahl an Belegen, die das Gegenteil beweisen: Äußerungen offizieller Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörde, die Charta der Fatah sowie die der Hamas, der Medien, der Schulbücher und blutige Hetzte offizieller PA-Prediger – hier sind nicht Israelis der Fokus der Aufmerksamkeit, auch nicht die Besatzung, sondern die Juden als Nation und als Religion.

Abbas jammerte weiter: „Wenn Sie [die UNO] unseren Schutz nicht sicherstellen, wer wird es dann tun?“ Und ich glaubte, wenn Israel nicht den Rais (PA-Präsident) behütet und einen Verteidigungspuffer um die PA sichergestellt hätte, dann hätte die Hama die Führung übernommen (wie sie schon vor einer Weile die Straße übernahm), Schläferzellen des Islamischen Staats würden aktiv geworden sein und es hätte einen rechtsfreien Raum gegeben.

Balfour machte genau das Richtige.

Hier ist die Geschichte des Konflikts wie sie der PA-Präsident schildert: Vor 100 Jahren knallte die „berüchtigte“ Balfour-Erklärung in die Welt, was England erlaubte dem Volk sein Land zu stehlen und es den Juden zu geben, einem Volk, dessen Verbindung zu diesem Land von niemandem verstanden wird. 1947 machte der UNO-Teilungsplan den Weg für die „Nakba“ frei und als wäre das nicht genug gewesen begann 20 Jahre später, 1967, die „Besatzung“.

Die Wahrheit ist natürlich anders herum und muss wiederholt werden: Die Balfour-Erklärung war ein Akt der Gerechtigkeit für das jüdische Volk, als sie ihm nicht weniger als ein Prozent des Nahen Ostens versprach, der sich unter der Kontrolle der Osmanen und der Europäer befand. 99 Prozent wurde den Arabern gelassen. Dann wurde von diesem mickrigen einen Prozent auch noch Territorium für die Haschemiten-Familie genommen, die aus dem Hedschas kam; auf diesem Land wurde Jordanien gegründet.

Netanyahu ging zum Angriff über.

Die Juden haben immer jedem Angebot zugestimmt, um ihren Staat zu gründen, selbst auf dem winzigsten Stückchen Territorium. Die Araber haben immer abgelehnt, da ihre Hoffnung die „Jahud“ (Juden) zu vernichten nicht nachlässt. Ze’ev Jabotinskys Eiserne Mauer hat es immer noch nicht in ihr Bewusstsein geschafft, bis heute nicht. Die Nakba -die katastrophale Zerstörung – ist die ihre und nur die ihre.

Hier haben wir zwei Daten, an die Abbas sich erinnern sollte: 2017 wird es 120 Jahre her sein, dass der Erste Zionistische Kongress in Basel zusammentrat, um die 2000 Jahre alte Hoffnung des jüdischen Volks auf die Rückkehr nach Zion zu diskutieren; und es wird 750 Jahre her sein, dass Nahmanides nach Israel zog und die jüdische Besiedlung Jerusalems erneuerte.

Seltsamerweise gibt es in den alten Texten keinerlei Erwähnung des „palästinensischen Volks“, das „seit undenkbaren Zeiten“ „in Frieden und Ruhe“ auf seinem Land lebte. Nicht einmal zur Zeit der Balfour-Erklärung. „Wahrheit wird sprossen aus der Erde“. (Psalm 85,12 – Eberfelder Übersetzung)

Und dann ging Premierminister Benjamin Netanyahu zum Angriff über und er mischte die Karten durch.

Warum linker Antizionismus Antisemitismus ist

Palästinensisch-arabische Propaganda, antisemitische Radikalisierung der Linken

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 18. Oktober 2009

In klarer Demonstration, wie „progressiv“ sie wirklich ist, arbeitet die antiisraelische Linke hart daran einen mittelalterlichen Ritualmord-Vorwurf wiederzubeleben. Zuerst wiederholte die schwedische Zeitung Aftonbladet palästinensisch-arabische Propaganda über medizinisch unmöglichen Organdiebstahl; und dann druckte das vom Saddam-Unterstützer Alexander Cockburn betriebene linke Magazin Counterpunch einen Artikel ab, der tatsächlich mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden als Beweis benutzt.

Es gibt etwas Frappierendes an der antisemitischen Radikalisierung in der Linken, die so extrem ist, dass sie, nachdem die Beschuldigung Organdiebstahl als modernen Ritualmord-Vorwurf genutzt wurde, auch noch versucht mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe wiederzubeleben und zu legitimieren.

Linke wie Alexander Cockburn behaupten natürlich, dass sie keine Antisemiten sind, sondern Antizionisten. In der Tat veröffentlichte Cockburn ein Buch, „The Politics of Anti-Semitism“, das dieser Prämisse gewidmet ist. Aber so unglaubwürdig wie die Prämisse, dass ein enthusiastischer Verteidiger Saddam Husseins wie Cockburn und so viele der Linken, die doch wie besessen Israel wegen Menschenrechtsverletzungen angreifen, kein zweierlei Maß zur Schau stellen … das Argument „antizionistisch, nicht antisemitisch“ löst sich in Nichts auf, wenn man Artikel veröffentlicht, die mittelalterliche Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden wiederbeleben, die als Quellen einen Israel Shamir haben – das Pseudonym eines schwedischen Neonazis und weiterem regelmäßigen Autor für Counterpunch, der Artikel über Juden schreibt, die so charmante Überschriften tragen wie „Die Vampir-Killer“, „Brunnen vergiften“, „Kugel-Esser“ und „Blut in den Adern erstarren lassendes Verleumdung“.

Cockburn und seinesgleichen sind schlicht die Führungsgruppe des linken Antisemitismus, die in die verdorbensten Brunnen des Fanatismus eintauchen und ohne Scham die faulenden Früchte von Goebbels und den Protokollen der Weisen von Zion ernten. Wie ein großer Teil der europäischen Linken beginnt die amerikanische extreme Linke die Vortäuschung des „Antizionismus ist kein Antisemitismus“ zugunsten des reinen „mittelalterlichen“ Zeugs fallenzulassen, was ihnen hilft die Muslime an Bord zu bekommen, während man den Krieg direkt zu ihren jüdischen Kritikern trägt. Ungenierten Antisemitismus zu begrüßen erlaubt der Linken jegliche Defensive bezüglich der Doppelstandards abzuwerfen, den sie gegenüber Israel noch behielten und einfach die Juden als Ganzes zu verdammen.

Hamas weiter gehende Kampagne der Gewalt gegen Israelis

Aber dieselbe Haltung ist in subtilerer Form in der Linken im Allgemeinen überall vorhanden. Nehmen wir den Besuch Mia Farrows im Gazastreifen, wo sie natürlich Israel dafür verurteilte, dass es seine Grenze mit der von der Hamas geführten Territorium schließt. Hielt sie inne, um die fortgesetzte Gewaltkampagne der Hamas gegen Israelis zu verurteilten? Ja klar.

Farrow kritisierte auch die militanten Raketen und riet den Gazanern „der internationalen Gemeinschaft nicht die Munition zu liefern, euch in negativem Licht zu sehen“. Sie zu stoppen, sagte sie, könnte zu mehr internationaler Hilfe führen.

Sie verurteilte die Raketenangriffe der Hamas auf zivile Städte nicht, weil sie falsch sind. Nein, sie verurteilte sie, weil sie befangenen Leuten „Munition“ geben, die ansonsten nicht gewalttätigen und idealistischen Hamas-Terroristen „in einem negativen Licht“ zu sehen. Und natürlich: Wenn die Hamas aufhören würde, würde ihnen mehr Hilfe zukommen.

Das dem innewohnende zweierlei Maß spricht Bände über Farrows Sicht gegenüber dem Recht der Juden und der palästinensischen Araber zu leben. Das ist aber kaum einzigartig für eine mittelgradig unbedeutende Hollywood-Schauspielerin, denn es ist die alltägliche Gesinnung der Linken, dass Israel kein Recht hat das Leben seiner Bürger zu verteidigen; schließlich ist deren Leben irgendwie weniger wert als das der sie Angreifenden. Das ist natürlich keine neue Haltung, nur eine alte, die unter der Linken einmal mehr in de Vordergrund rückt.

Historisch war der Antisemitismus eine übliche Einstellung eines Teils der europäischen Linken gegenüber den Juden, die für ihren Widerwillen sich in den Strom der Arbeiter, Anwälte und Bauern zu assimilieren, der der Linken so am Herzen liegt; und natürlich wegen ihres Kapitalismus. Pamphlete und Bücher von Sozialisten und Marxisten enthielten regelmäßig antisemitische Beschimpfungen … lange bevor sie es schafften den Zionismus als Thema zu übernehmen. Marx selbst benutzte eine Sprache gegenüber den Juden, die nicht allzu weit von dem entfernt war, was Goebbels im nächsten Jahrhundert vorlegte. Im frühen 20. Jahrhundert unterstützten die Kommunisten regelmäßig russische und arabische Pogrome gegen Juden. Fakt ist, dass diese Unterstützung in New York zum Boykott des kommunistischen Revolverblatts „The Daily Worker“ durch Zeitungsverkäufer führte, was dessen Verbreitung praktisch zur Strecke brachte.

Linker Antisemitismus begann im 20. Jahrhundert etwas zurückzugehen, als die Linke ihre Ziele der Zerstörung des Judentums in Europa und Amerika erreichte und eine große Zahl von Juden in die Reihen der sozialistischen Bewegung rekrutierte. Eine Reihe von Taktiken wurde genutzt, von den direkten Säuberungen der UdSSR, die ihre „jüdische Sektion“ einsetzte, um Synagogen zu schließen, die jüdische Geistlichkeit ins Gefängnis zu stecken und hinzurichten und alle zionistischen Bewegungen zu ächten, bis hin zur Nutzung sozialistischer antijüdischer Zeitungen in Europa und Amerika wie den Forward, der ein jüdisches Publikum suchte, die regelmäßig das Judentum verspottete und den Sozialismus als die einzige Antwort anpries.

Israel aber repräsentierte einen fundamentalen Bruch der sozialistischen Agenda, die verlangte, dass die Juden sich assimilieren, ihre religiösen Überzeugungen aufgeben und daran arbeiten den Sozialismus in den Ländern aufzubauen, in denen sie leben. Stattdessen gewann Israels Wiederaufbau einen großen Schub von Juden, die der deutschen sozialistischen und russisch-kommunistischen Bewegung „den Rücken kehrten“ und daran arbeiteten ihr eigenes Land aufzubauen. Und das ist eine „Ketzerei“, die die Linke den Juden nie vergeben hat.

Die Agenda der Linken war ein Ende von Ethnie und Religion, eine einzige Weltregierung, in der alle Brüder sein würden. Israel wiederherzustellen widersetzte sich dieser Agenda. Es war separatistisch und nationalistisch und als die UdSSR auf die arabische Welt setzte – da war für die Linke alles klar. Israel musste der Feind der Linken sein. Der Verlauf der Zeit hat die Etiketten ausgetauscht, damit sie mit den politischen Trends übereinstimmen. Aber hinter all dem steckt der alte, klassische Antisemitismus des Karl Marx, der die Juden für die Popularisierung des Kapitalismus verantwortlich machte; dazu schrieb er: „Der Gott der Juden ist säkularisiert und zum Gott dieser Welt geworden… Geld ist der eifersüchtige Gott der Juden.“

H.G. Wells, der große Glaubende, dass die gesamte Mensch von einem wohlwollenden Eine-Welt-Staat regiert werden muss, erklärte die Position der Linken sehr deutlich in „The Shape of Things to Come“. Und diese Haltung ist es wert gehört zu werden, denn unter all dem heuchlerischen Nonsens über die Menschenrechtsverletzungen, den die Linke aus allen Ecken speit … wird der Groll der Linken gegen die Juden offengelegt … und wie der Antisemitismus der Linken mit ihren Antizionismus verbunden ist.

Die Juden waren in der Lage gewesen sich als Volk getrennt zu halten, eigenartiges Essen zu essen und bestimmten religiösen Bräuchen zu folgen, eine Nation innerhalb der Nation, in jedem Staat der Welt. Sie waren für Staatsmänner ein immerwährendes Reizmittel gewesen, überall ein Bruch der kollektiven Solidarität…

Es hätte vorgeschlagen werden können, dass ein derart weit verstreutes Volk eine kosmopolitische Mentalität hätte entwickeln und eine geeignete Binde-Organisation für viele Zwecke der Welt hätte formen können, aber ihre besondere Kultur der Isolation war so stark, dass sie dies weder taten noch darum bemüht zu sein schienen. Nach dem Weltkrieg spielten die orthodoxen Juden jedoch nur eine schwache Rolle bei den anfänglichen Versuchen einen modernen Staat zu formulieren, weil sie weit mehr mit einem Traum namens Zionismus beschäftigt waren… Dieser betonte ihre traditionell willentliche Trennung vom Hauptteil der Menschheit. Es reizte die Welt sich fast unmerklich und unheilbar gegen sie zu stellen.

H.G. Wells Argument gegen Israel ist auch sein Argument gegen die Juden. Sie sind ein und dasselbe, beide verurteilt, weil sie die „kollektive Solidarität“ untergraben, weil sie es verfehlen „kosmopolitisch“ zu sein und zu helfen die Welt in den von Wells vorgesehenen sozialistischen modernen Staat zu verbinden.

Und bis heute charakterisiert die Linke Juden als gut oder schlecht auf Grundlage von deren Bereitschaft sich zu assimilieren, ihre markanten religiösen Gebräuche abzulegen und zu helfen den „Modernen Staat“ zu schaffen. Gute Juden helfen, den „Modernen Staat“ zu ermöglichen. Schlechte Juden halten an religiösen Bräuchen fest und sind pro-Israel und untergraben daher den „Modernen Staat“.

Es ist ebenfalls bemerkenswert, dass trotz all der angeblichen Progressivität und Futurismus des H.G. Wells seine Sicht der Juden so mit mittelalterlicher Engstirnigkeit angefüllt ist wie Counterpunch heute davon schreibt, dass Juden menschliches Blut trinken. Aber die Progressivität der Linken ist immer vorgetäuscht gewesen, ihr Ursprung ist in einem primitiven Traum eines Staates aufgeklärter Menschen verwurzelt, die den menschlichen Pöbel zu ihren Füßen beaufsichtigt. Eine Vision, die vormodern und fundamental feindlich der Idee individueller Rechte gegenüber steht, die in unabhängigen Republiken wurzeln.

Und schließlich stellt sich H.G. Wells vor, wie die Zukunft Israels und der Juden aussehen wird. Auch das ist bemerkenswert, denn es ist dieselbe Zukunft, in die die Linke die Juden inzwischen seit langer Zeit drängt.

Und doch verschwand zwischen 1940 und 2059, in wenig mehr als einem Jahrhundert, diese antiquierte, verstockte Kultur. Sie und ihr zionistischer Staat, ihr koscheres Essen, das Gesetz und der ganze zugehörige Rest gingen vollständig in die menschliche Gemeinschaft auf. Die Juden wurden nicht unterdrückt; es gab keine Ausrottung… doch unter der Zwangsherrschaft gab es nie irgendeine wie auch immer geartete Verfolgung; dennoch wurden sie aus ihrer Merkwürdigkeit und rassischem Egoismus innerhalb von kaum mehr als drei Generationen hinaus erzogen. Ihre Aufmerksamkeit wurde von Moses und dem Abraham gegebenen Versprechen und der Täuschung, dass Gott seine Schöpfung alleine für sie schuf, abgelenkt und ihnen wurde die Wahrheit über ihre Rasse gelehrt. Die Welt ist voller als je zuvor von Männern und Frauen semitischer Herkunft, aber sie gehören nicht länger zu „Israel“.

Das ist die Endlösung, die sich die Linke vorstellt. Keine Ausrottung, keine „besondere Verfolgung“, einfach nur das Ende der Juden als irgendetwas anderem als ein weiterer DNA-Strang, der sich durch die genetische Verpackung der menschlichen Rasse arbeitet. Und sie haben nur allzu viel Erfolg gehabt. Die Sowjetunion löschte die jüdische Identität praktisch aus und weit verbreiteter Säkularismus hat im Rest der Welt viel erreicht. Israel ist der Schlupfwinkel geworden, die größte Ansammlung von Juden in der Welt.

Und so wird die Linke davon getrieben Israel zu vernichten. Es auf die eine oder andere Weise wegzuwischen und Platz für den „Modernen Staat“ zu machen, in dem es keinen Gott gibt, keine Bibel und keinen Raum für einen Haufen semitischer Nomaden, die die Vermessenheit an den Tag legten den Versuch zu unternehmen mit Ihm zu reden. In dem Menschen nichts weiter als schlaue Affen sind, Gott eine Erfindung primitiver Vorstellungskraft und die einzigen Götter die aufgeklärten Herrscher des Einen Weltstaats sind.

Um zu verstehen, warum Antisemitismus und Antizionismus eins sind, brauchen wir nicht weiter zu sehen als zu H.G. Wells, der schrieb: „Zionismus ist ein Ausdruck der jüdischen Weigerung sich zu assimilieren.“

Dieser eine Satz ist die finale These im hässlichen Vermächtnis des linken Hasses auf Israel und die Juden. Er demonstriert, warum Antizionismus nicht vom Antisemitismus getrennt werden kann, denn dahinter steckt eine Brandmarkung der jüdischen Identität. Das ist der ideologische Treibstoff hinter dem Antizionismus sowohl der westlichen linken als auch ihrer arabischen Verbündeten. Die westlichen Linken verlangen zu wissen, warum die Juden sich nicht assimilieren. Die Araber verlangen zu wissen, warum die Juden nicht glücklich damit sind zweitklassige Dhimmis im eigenen Land zu sein. Antizionismus ist die Verweigerung der Rechte der Juden als Volk, die sich auf Antisemitismus gründet, der Verweigerung der Gleichberechtigung der Juden. Dieses zweierlei Maß vereinigt Antisemitismus und Antizionismus in zwei Wörter für dieselbe Idee: dass die Juden nicht existieren sollten.

Jerusalem: „Wir gewinnen, ihr verliert“

Gerald M. Steinberg, Jerusalem Post, 8. Oktober 2009

Seit den tödlichen Krawallen von 1929 gehört der Kampf um Jerusalem zum Kern des arabisch-israelischen Konflikts; wie die jüngsten Ereignisse zeigen, hat sich diesbezüglich nichts geändert. Für die Palästinenser und ihre Unterstützer ist jede jüdische Anwesenheit in Jerusalem, die nicht unter arabischer Kontrolle steht, nicht nur inakzeptabel, sonder wird als Bedrohung betrachtet. Und jeder antike Text, archäologische Fund oder Besitzanspruch, der das 3.000-jährige jüdische historische und religiöse Erbe in dieser heiligsten aller Städte bestätigt, wird als „Judaisierung“ zurückgewiesen. Diese Vorwürfe werden genutzt, um gewalttätige Attacken, vom Steine werfen bis zum Massenterror, zu fördern und zu rechtfertigen.

In der Sprache der Spieltheorie ist und bleibt Jerusalem – mehr als jede andere Dimension dieses extrem komplexen Konflikts – ein Nullsummen-Spiel. Das bedeutet, dass jegliche Zugeständnisse einer Seite notwendigerweise Siege der anderen sind, was Kompromiss nicht nur schwierig macht, sondern unvorstellbar. In eine Nullsummen-Welt gibt es keinen Raum für unterschiedliche Stimmen und Meinungen; und Kompromiss auf Grundlage der Akzeptanz unterschiedlicher Sichtweisen ist unmöglich. Daher ist für die Araber die Anerkennung der Geschichte und Legitimität jüdischer Ansprüche eine Bedrohung ihrer eigenen Geschichtserzählung und Legitimität, besonders für die Muslime. In dieser sozialen Rubrik gefangen ist geteilte Kontrolle auf Grundlage gegenseitiger Akzeptanz und Anerkennung, wie sich viele das in Friedensprogrammen ausmalen, unmöglich.

Die neueste Runde arabischer Gewalt in Jerusalem, geschürt durch den Wettkampf um das Prestige, das durch die extremsten Stimmen gewonnen wird, hebt das Fehlen von Bewegung zu dieser Kern-Identitätsfrage hervor. Für die meisten Palästinenser – in der Tat den Großteil der arabischen und islamischen Welt der Umgebung – gibt es absolut keine Bereitschaft auch nur die grundlegendsten historischen Fakten zuzugeben, die Kompromiss in Sachen Jerusalem verlangen würden.

Beim Camp David-Gipfel im Juli 2000 schockte Yassir Arafat Präsident Bill Clinton und machte diesen wütend, weil er jegliche Diskussion gemeinsamer Kontrolle über Jerusalem ablehnte. Clinton und seine Berater, die die Oslo-Verhandlugnen seit Jahren hüteten, hätten nicht überrascht sein dürfen. Arafats Haltung spiegelte und verstärkte die dominierende Sicht der meisten Araber und Muslime.

Gleichermaßen haben die Bemühungen von NGO-Vertretern, die für sich in Anspruch nehmen, gegenseitige Akzeptanz und Kompromiss zu Jerusalem zu fördern und von europäischen Regierungen finanziert werden, den Nullsummen-Rahmen verschärft. Politische NGOs wie Ir Amim z.B. kritisieren ausschließlich Israel. Der Film „Jerusalem Moments“ wurde in der Jerusalem Post als „aufhetzender palästinensischer Propaganda-Angriff“ und „knüppelnde Dokumentation der palästinensische Opferrolle und angeblicher unbekümmerter israelischer Grausamkeit und Aggression“ beschrieben.

Die Palästinenser nutzen die Unterstützung dieser israelischen NGOs, um die Nullsummen-Position zu bestätigen und Kompromisse zurückzuweisen. (Ir Amim und ähnliche politische NGOs wenden sich auch an Ausländer, darunter Journalisten und Diplomaten; sie führen Gruppen auf höchst verzerrte „Bildungs“-Touren durch Jerusalem und die Sicherheitsbarriere, um ihre Position aufzudrücken.) Durch ihre Natur sind Nullsummen-Situationen nicht auf eine Seite des Konflikts beschränkt; wenn ein Teilnehmer jeglichen Kompromiss ablehnt, werden die anderen gezwungen dieselbe Strategie zu übernehmen. Damit führt die palästinensische und arabische Haltung, die alle jüdischen Verbindungen zu Jerusalem auslöscht, zu einer Eskalation der jüdischen Verteidigungszüge, die dazu geschaffen sind eine Rückkehr zur Lage des totalen Ausschlusses und der Entweihung von 1948 bis 1967 zu verhindern.

Für die Juden bleibt das totale Versagen, die Bedingungen der Waffenstillstands-Vereinbarung von 1949 – die auf dem Papier freien Zugang zu den heiligen Stätten garantierte – eine traumatisierende Erinnerung. Von 1948 bis 1967, als die Altstadt arabisch besetzt war, wurde das jüdische Viertel, einschließlich der Synagogen und Friedhöfe, systematisch entweiht und die „internationale Gemeinschaft“ tat nichts, um die Vereinbarung durchzusetzen. Seitdem beleben die periodischen Wellen arabischer Gewalt in Jerusalem die Bedenken, dass Abkommen auf der Grundlage geteilter Souveränität oder „internationaler Kontrolle“ zu derselben inakzeptablen Lage führen werden. Ohne jegliches Zeichen von Bewegung hin zu einem realistischen Kompromiss haben die jüdischen Israelis die Sorge, dass ohne die Verstärkung ihrer Anwesenheit in der Stadt sie irgendwann wieder einmal hinausgedrängt werden.

In diesem Nullsummen-Kreislauf werden die jüdischen Antworten auf diese Geschichte und fortgesetzte Drohungen von den Palästinensern und ihren Unterstützern als noch mehr „Besatzung“ und „Judaisierung“ Jerusalems gebrandmarkt. Das nährt die eskalierende Gewalt und verstärkt das Gefühl, dass Gespräche keinen Sinn machen, da niemand zuhört oder bereit ist Kompromisse einzugehen.

Selbst um sich auf nur minimale gegenseitige Absprachen zuzubewegen, die Gewaltausbrüche eingrenzen und verhindern können, muss das erste Ziel darin bestehen, die palästinensische und arabische Gesellschaft dafür zu öffnen die jüdische Version überhaupt zu hören. Das würde den Übergang von einem Nullsummen-Schwarzweiß-Rahmen des Konflikts zu dem hin erlauben, was „Win-Win“-Rahmen genannt wird, der Koexistenz und Gleichheit trotz grundlegender Differenzen in Geschichtsverständnis und Ideologie gestattet.

Das ist das, worauf die unterschiedlichen Möchtegern-Friedensschaffer und NGO-Finanziers, insbesondere bei den europäischen Regierungen, ihr Geld setzen und ihre Aktivitäten konzentrieren sollten. Solange die arabische und muslimische Position die Tür zuschlägt, um jüdische Geschichte zu blockieren, wird Jerusalem ein Schlachtfeld bleiben, auf dem die jüdischen Nation keine Wahl hat, als Stärke zu benutzen, wenn es nötig ist ihre Rechte zu verteidigen.