UNESCO-Studie bestätigt: arabische Staaten – und viele andere – lehren den Holocaust nicht

Elder of Ziyon, 2. Februar 2015

Die UNESCO veröffentlichte gerade einen Bericht darüber, wie Schulbücher den Holcaust in Ländern überall in der Welt lehren – oder nicht lehren.

Die zusammenfassende Weltkarte zeigt den Grad der Holocaust-Bildung in jedem Land und ist hier zu finden:

Zu den Bereichen, die den Holocaust nicht einmal implizit erwähnen (hellbeige), gehören Angola, Antigua & Barbuda, Aserbaidschan, Bahamas, Bahrain, Benin, Bolivien, Brueni, Kamerun, Dominica, Ägypten, Fiji, Ghana, Guyana, Island, Mikronesien, Irak, Jamaica, Kosovo, Libanon, Nepal, Neuseeland, „Palästina“, Papua-Neuguinea, Samoa, Seychellen, Thailand und Sambia.

Zu den Staaten, in denen der Zweite Weltkrieg oder der Nationalsozialismus angeführt werden, ohne dass der Holocaust erwähnt wird (hellorange), gehören: Algerien, Bhutan, Bosnien-Herzegowina, Botswana, Burkina Faso, China, Cook-Inseln, Costa Rica, Elfenbeinküste, Zypern, Demokratische Republik Congo, Dominikanische Republik, El Salvador, Gambia, Georgien, Honduras, Indien, Indonesien, Japan, Kenia, Lesotho, Malaysia, Mauritius, Marokko, Mozambique, Nicaragua, Niger, Norwegen, Pakistan, Paraguay, Peru, Republik Korea, Ruanda, Schottland, Senegal, Sri Lanka, Surinam, Schweiz (Kantone Jura und Lausanne), Tunesien, Uganda, Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate, Tansania, Uruguay, Jemen, Zimbabwe.

Viele muslimische Staaten, die vermutlich den Holocaust nicht lehren, stellten für diese Studie keine Schulbücher zur Verfügung (weiß), darunter Afghanistan, Bangladesch, Iran, Jordanien, Kuwait, Oman, Qatar, Saudi-Arabien, der Südsudan, Sudan, Syrien und viele weitere.

Interessanterweise ist der US-Bundesstaat Maryland der einzige, der genannt wurde, weil er den Holocaust nicht als eigenes Thema lehrt, sondern nur als Teil eines allgemeineren Menschenrechts-Curriculums.

Verlust akademischer Freiheit

DryBones, 4. Januar 2015

„Akademische Freiheit“ bedeutete (zumindest in Amerika) üblicherweise, dass unpopuläre Meinungen und Redner für Bildung unerlässlich sind. Das Ziel bestand darin Studenten zum Lernen des selbstständigen Denkens zu ermutigen. Dieser Tage ist die akademische Freiheit weitgehend von Lehrenden ersetzt worden, die Doktrinäres ausgießen. Was wir heute haben, ist ein bedauerlicher akademischer Verlust an Freiheit. In der heutigen Karikatur demonstriert das unsere neue Figur, „der Professor“.

Der Vorschlag eines Trolls

Dass er ein Troll ist, stellte sich erst in seinen nächsten versuchten Kommentareinträgen heraus. Trotzdem fand ich den Vorschlag interessant:

HI Heplev, wäre folgender Bericht nicht ein Artikel wert?

http://www.fluter.de/de/140/thema/13231/

Der Link berichtet über einen Schulbuch-Versuch, in dem die israelische Sicht der Geschichte des Landes im 20. Jahrhundert der der sogenannten Palästinenser gegenüber gestellt wird. Die Autoren hofften, dass sich damit ein Ausgleich und mehr Verständnis für einander schaffen lässt. (Wie das mit Lügen und Verdrehungen von historischen Fakten funktionieren soll, bleibt mal dahin gestellt.) Dass sie sich selbst nicht auf etwas Gemeinsames einigen konnten und stattdessen ihre beiden Narrative nebeneinander zu stellen, spricht schon für sich.

Aber ja, ich denke, der Artikel ist es wert wahrgenommen zu werden. Deshalb habe ich ihn an mehrere Bekannte geschickt und um deren Meinung gebeten. Hier die drei Reaktionen:

Ulrich W. Sahm:

Es beginnt schon mit der Vorstellung:

Dani Bar On ist 1938 in Haifa geboren. Warum ist es so wichtig zu vermerken, dass seine Familie 1933 (also lange vor dem Holocaust) aus Hamburg emigirierte?
Sami Adwan ist 1954 in Hebron geboren. Das war unter jordanischer „Besatzung“. Erst mit 13 geriet er unter „israelische Besatzung“.

Im Buch (Vorwort) steht:

Das von PRIME herausgegebene Buch wurde von sechs jüdischen und sechs palästinensischen Geschichtslehrerinnen und Lehrern zusammen mit wissenschaftlichen Experten verfasst.

Sind die Juden Amerikaner, Schweizer oder Südafrikaaner? Und die Palästinenser sind Moslems oder Christen?
Und wer sind die „wissenschaftlichen Experten“?

Yousuf Tumaizi (1957-2002), wurde im Dorf Idna geboren. Er wurde mehr als 20 Mal festgenommen und verbrachte mehrere Jahre in israelischen Gefängnissen.
Warum wird hier verschwiegen, weshalb er im Gefängnis saß?

Interessante Anmerkung auf Seite 8 des palästinensischen Narrativs:

Für die Palästinenser war das Jahr 1917 nur das erste in einer langen Reihe von Jahren – 1920, 1921, 1929, 1936, 1948, 1967, 1987, 2002 – die von Tragödien, Krieg, Unglück, Tod, Zerstörung, Verlust der Heimat und Katastrophen geprägt waren.

Wann haben sich eigentlich die Palästinenser als solche konstituiert oder ist das nur im Rückblick gesagt?
(Anmerkung heplev: 1920, 1921, 1929, 1936 waren von den Arabern angezettelte antijüdische Pogrome/Pogromversuche! 1948, 1967 waren von den Arabern inszenierte Judenvernichtungsversuche; 1987, 2002 waren von den Arabern angezettelte, gewalttätige Auseinandersetzungen.)

Auf Seite 10 im palästineneischen Narrativ:

Die Balfour-Deklaration gilt als politischer Teilsieg der zionistischen Bewegung. Verlierer waren die Araber und Muslime, denen das Heilige Land ursprünglich gehörte.

400 Jahre lang gehörte das Gebiet zum Osmanischen Reich. Worin bestand der Anspruch, dass dieses Land „Arabern und Muslimen“ gehörte. Wo bleiben die Christen und die Juden?

Paul aus der Schweiz schreibt:

Unsere Postmoderne ist davon geprägt, dass Wahrheit immer subjektiv ist. Absolute Wahrheit existiert nicht mehr. Der Begriff “Narrativ” statt Geschichte ist bezeichnend. Auch die Theologie braucht heute diesen Begriff des ‘Narrativs.’ Er schließt die subjektive Interpretation des Geschehenen ein. Einen Konflikt lösen zu wollen, indem man aus den beiden ‘Narrativen’ ein neues ‘Narrativ’ herstellen will, mit dem beide Seiten leben können, gibt es nicht.

Ein Konflikt kann nur gelöst werden, wenn eine außenstehende Vermittlung die beiden Kontrahenten dazu bringen kann, sich über den gemeinsamen Kern ihres Konflikts einig zu werden. Dieser Kern muss eine Formulierung finden, mit der beide Seiten einverstanden sind. Erst auf dieser Basis kann die außenstehende Vermittlung mit den beiden Seiten nach einer Lösung suchen.

Dies setzt voraus, dass die beiden Seiten daran interessiert sind, eine Lösung zu finden. Wenn die eine der beiden Seiten jedoch die andere vernichten will oder, wie in diesem Fall, ihr das Existenzrecht abstreitet, dann gibt es keine friedliche Lösung. Dann kann nur noch die Gewalt dem Konflikt ein Ende bereiten. Dann kommt es nur noch darauf an, wer der Sieger ist.

Die Schwierigkeit, die ich sehe, ist das Verharren der einen Seite auf einer religiösen Grundlage (Koran), die es erlaubt, den Feind zu belügen, wenn es der eigenen Sache dient.

Ein Geschichtsunterricht, der die Absicht hat, beiden Seiten die Sicht der Anderen zu vermitteln, aus der dann beidseitig das Verständnis für den Anderen wachsen soll, unterliegt dem Irrtum, dass beide Seiten rational denken. Bei Gewerkschaften, in denen es um Arbeitskonflikte innerhalb derselben Kultur und desselben Weltbilds geht, ist eine solche Strategie durchaus möglich. Wo es aber um weltanschauliche, kulturelle und religiösen Verschiedenheiten geht, ist die Annahme des jeweils anderen Narrativs nicht möglich, es sei denn, die eine Seite ordnet sich der andern unter.

Der Weg des Narrativ-Vergleichs ist meines Erachtens im gegebenen Fall nur interessant, wenn die Bedingung des gegenseitigen Existenzrechts der garantierte gemeinsame Nenner bleibt. Sonst kann kein gegenseitiges Vertrauen entstehen, dass der Andere wirklich ehrlich ist.

Ich sehe das ähnlich. Dazu kommt: Wie die Araber die Geschichte dieses Landstriches sehen, ist bekannt, wird bei uns immer stärker in den Vordergrund gestellt. Dass die Fakten sich mit dem nicht decken, wollen viele bei uns immer weniger wahr haben.

Das Buch wird von denen für gut befunden, die gegen Israel Stellung beziehen. Sie propagieren „palästinensische“ Narrativ und wollen es gegen das israelische – und die historischen Fakten – durchsetzen. Dabei wäre es nötig, dass die Araber – und inzwischen die Menschen im Westen auch – das israelische Narrativ und die Fakten wieder zur Kenntnis nehmen, ohne sie durch das arabische übertrumpfen zu wollen. Würde das Buch dafür genutzt, hätte es so etwas wie echten Sinn. Im Westen. Bei den Arabern bin ich mir da alles andere als sicher.

Heute (5.12.) kam eine komplette Rezension von Cora:

„Die Vergangenheit ist unserer Barmherzigkeit ausgeliefert.“ schrieb Johan Huizinga im Vorwort seines Buches „Im Banne der Geschichte“ 1942.

Geschichte besteht eben nicht nur aus unverrückbaren Zahlen und Fakten sondern auch aus deren Interpretation. Und diese ändern sich. Sie ändern sich durch neue Erkenntnisse ebenso wie durch politische Gegebenheiten. Und aus diesen Veränderungen entsteht erneut „Geschichte“, denn die Interpretationen lassen in der Rückschau oft Schlüsse auf die Gesellschaft derer zu, die die vorliegenden Daten und Fakten interpretiert haben.

Unter diesem Gesichtspunkt lässt das israelisch-palästinensische „Geschichtsbuch“ tief blicken. Es zeigt zum einen einen faktenorientierten und durchaus auch selbstkritischen Blick auf das Geschehen von den 20er Jahren bis heute auf israelischer Seite und einen, vor allem dem Narrativ verpflichteten und von Schuldzuweisungen strotzenden Blick der Jahre 1947 bis heute auf der palästinensischen Seite.

Lässt man nun mal außer Acht, was tatsächlich in den Jahrzehnten, die dieses Buch darstellt, geschehen ist, wer also näher an den historischen Tatsachen ist und konzentriert sich ganz und gar auf die Art der Darstellung, dann kann man daraus einen guten Rückschluss auf die jeweilige Gesellschaft ziehen. (Vorausgesetzt natürlich, dass beide Darstellungen der jeweiligen „offiziellen“ Geschichtsschreibung entsprechen.)

Was ist von einer Gesellschaft zu halten, die sich einzig und allein als Spielball äußerer, böswilliger Mächte sieht?
Was ist von einer Gesellschaft zu halten, die sich einzig und allein durch diesen Opferstatus definiert?
Was ist von einer Gesellschaft zu halten, die das einfache Prinzip von actio und reactio, also vom Tun und dessen Folgen, nicht nur nicht anerkennt, sondern geradezu negiert?
Was ist von einer Gesellschaft, einem Volk, zu halten, dessen „Geschichtsbewusstsein“ ganz und gar auf das Verlorene, das Vergangene bezogen ist, ohne daraus einen Blick für die Zukunft zu gewinnen?
Was ist von einer Gesellschaft zu halten, die sich zugleich als Opfer als auch den anderen Gesellschaften gegenüber höherwertig darstellt?

Dem halbwegs historisch bewanderten Leser dürften hier diverse Parallelen zu anderen Interpretationen der Geschichte auffallen.

Die Gegenüberstellung beider Seiten ist daher weniger von historischer Bedeutung als vielmehr eine Möglichkeit, einen Blick in die jeweiligen Völker zu werfen, die sich ein kleines Stück Erde miteinander teilen müssen. Es zeigt deutlich die großen Unterschiede im Umgang mit dem Gewesenen und den Folgen, die die jeweilige Gesellschaft daraus zieht – rückwärtsgewandt oder der Zukunft zugewandt.

Für Historiker und historisch Bewanderte sicher eine interessante Bereicherung, für Schüler aber gänzlich ungeeignet. Ihnen fehlt zumeist noch das tragende Gerüst der Geschichtswissenschaft: Die unverrückbaren Daten und Fakten. Ohne diese aber wird aus einer Interpretation allzu oft eine Ideologie.

Problematisch ist außerdem, dass die jeweiligen Zeitleisten verschoben sind – die israelische Geschichte beginnt mit den 20er Jahren, während die palästinensische erst mit dem Unabhängigkeitskrieg, bzw. der Naqba (also „Katastrophe“) einsetzt. Wichtige Personen der palästinensischen Geschichte werden überhaupt nicht genannt; so fehlen unter anderem Ahmed al Shukri, Daoud Masswem und der berüchtigte Mufti von Jerusalem, al Husseini, ebenso wie George Habash oder Ahmed Jibril, um nur einige zu nennen, bzw. finden sich nur im „israelischen“ Teil. Hier hätten die Macher mehr Sorgfalt walten lassen müssen.

Fazit: Ein interessanter Versuch, die Interpretation des Geschehenen durch zwei völlig unterschiedliche Gesellschaften aufzuzeigen. Als Unterrichtsmaterial unbrauchbar, für Historiker und historisch Bewanderte aber durchaus interessant. Allerdings sollten die beiden „Narrative“ der Zeitleiste angepasst werden um einer Gegenüberstellung gerecht zu werden.

Koffeinentzug macht dumm

Thomas Wictor, 14. Juli 2014 (Übersetzung: Yvaine de Winter)

[Der Anfang des Blogeintrags dreht sich nicht um Israel]

Der ganze Nahe Osten geht in Flammen auf. Die sichtbar falsche Propaganda ist hierbei nicht hilfreich.

Der „Soldat“ hat eine AK-47. Die IDF benutzt diese Waffe nicht. Eine schnelle Suche mit Google Images zeigt, dass dieses Foto 2009 in Bahrain aufgenommen wurde.

Hier eine interessante Frage: Wenn die Menschen das, was du ihnen vorwirfst, absolut nicht tun, solltest du deinen Standpunkt dann nicht überdenken?

Nein, ich mache nur Spaß. Ich weiß, dass fast niemand jemals seinen Standpunkt überdenkt. Sie beharren auf ihrer Sicht, ungeachtet jeglicher Fakten. Würden sie ihren Standpunkt überdenken, geschähe dies mit ihren Köpfen:

Als ich nach der Quelle des Propagandafotos suchte, stieß ich auf einen Tweet von Doc Ladies Call Me H. Er sagte, Zionismus würde bald ausgelöscht werden. Also stellte ich ihm eine Frage.

Doc Ladies Call Me H beantwortete meine Frage nicht wirklich. Statt dessen begann er seine Antwort mit „gähn“ – was so originell ist, dass ich mit fünftausend Umdrehungen zu rotieren begann -, und dann blockierte er mich, weil er Angst hat, ich könnte ihm weitere Fragen stellen, auf die er keine Antwort hat. Aber er musste mir sagen, dass er mich blockiert hat, als ob es eine riesige Enttäuschung für mich sei, dass ich nicht länger mit ihm reden kann.

„OH BITTE BLOCKIERE MICH NICHT, DOC! ICH BITTE DICH!“

[Der Rest des Blogeintrags dreht sich nicht um Israel]

Erinnert an etwas ganz anderes…

Es gibt ein neues Donnerstags-Ritual, seit ich mit der Parallelklasse schwimmen gehe. Jeden Donnerstag kommt der kleine S. zu mir und gibt einen Satz von sich, der mich inzwischen immer ans Hänneschen-Theater erinnert. Die Szene bei uns spielt sich so ab:

Wir verlassen den Bus, gehen in die Umkleide und irgendwann ist S. dann soweit, dass er seine Brille sicher unterbringen will, was in einer Sammelumkleide nun mal eher nicht so ganz einfach ist. Er hat sich deshalb angewöhnt (oder ist von Muttern dazu angestiftet worden), seinem Schwimmlehrer – also mir – die zusammengefaltete Brille zu übergeben, was er stets mit demselben Satz tut: „Herr H, die Brille.“

Und welcher Spruch geht mir jedes Mal durch den Kopf, wenn ich das wertvolle Stück in Empfang nehme und sicher lagere? Hänneschen-Theater?

„Herr Präsedent, die Woosch!“

Wiederholen Kinder Worte, lernen sie mehr

Fünfjährige erinnern zweimal so viele Worte, wenn sie sie laut aussprechen, stellt israelische Studie fest

Andrew Tobin, Times of Israel, 5. September 2014

Neue israelische Forschung legt nahe, dass junge Kinder beim Lesen wichtige Worte wiederholen zu lassen ihre Fähigkeit sie zu erinnern enorm verbessern dürfte; diese Ergebnisse treffen mit dem Beginn eines neuen Schuljahres zusammen.

In einer kleinen, noch unveröffentlichten Studie, erinnerten fünfjährige Kinder bis zu zweimal mehr Worte, die sie laut ausgesprochen hatten, als solche, die sie nicht ausgesprochen hatten. Während frühere Studien hatten Ähnliches, wenn auch mit weniger eindrucksvollen Resultaten, bei erwachsenen Lesern festgestellt hatten, ist diese Studie die erste, die Sprachgedächtnisleistung bei jungen Kindern unter Nutzung von Bildern testete.

Die Forscher hinter der Querschnittsstudie, die im Journal of Child Language veröffentlicht werden wird, legt nahe, dass Kindern vorzulesen am besten interaktiv gemacht wird, mit reichlich Pausen und Wiederholung. Die Methode schient eine gute Möglichkeit für Eltern und Lehrer zu sein, Bildung bleibend zu machen, sowohl in Vorbereitung auf die Schule und wenn die Kinder erst alt genug sind, um den Klassenraum zu betreten.

„Es reicht nicht, dass man mit seinem Kind da sitzt und ihm eine Geschichte vorliest“, sagt Dr. Michal Ichet, eine Sprachtherapeutin an der Universität Ariel, die die Studie zusammen mit Dr. Yaniv Mama durchführte, einem Wahrnehmungspsychologen der Universität. „Laut lesen ist großartig, es ist etwas, das natürlich und leicht zu tun ist.“

Junge Forscher

Die Forschung der letzten Jahre hat festgestellt, dass Erwachsene Worte wahrscheinlicher erinnern, die sie laut aussprechen. Der „Produktionsprozess“, wie das genannt wird, erhöht den Wiederaufruf um 20 Prozent.

Um zu sehen wie sie das bei Kindern auswirkt, die zu jung zum guten Lesen sind, gaben die Forscher 30 fünfjährigen Kindern zwei unterschiedliche Tests. Im ersten wurde ihnen eine Reihe Bilder von bekannten Objekten gezeigt – darunter ein Haus, ein Tisch und ein Hund. Ihnen wurde gesagt, sie sollten sich an so viele der auf den Bildern abgebildeten Worte wie möglich erinnern. Die Hälfte sagte die Bilder laut vor, die andere nicht.

Als sie ein paar Minuten später aufgefordert wurden so viele Worte wie möglich wieder aufzurufen, erinnerten die Kinder 30 Prozent der Worte, die sie laut gesagt hatten und nur 15 Prozent der Worte, bei denen sie das nicht machten. Der Produktionsprozess war dann 100 Prozent – fünfmal stärker als bei Erwachsenen.

Der zweite Test war darauf ausgelegt zu sehen, ob der Produktionseffekt mit unbekannten Wörtern funktioniert. Denselben Kindern wurden Bilder von Objekten gezeigt, die sie nicht benennen konntne – z.B. ein Trog, ein Cape und Manschettenknöpfe. Bei der Hälfte wurde den Kindern das Wort zu jedem Bild gesagt und sie wurden aufgefordert es zu wiederholen. Bei der übrigen Hälfte wurde ihnen das Wort zu jedem Bild zweimal gesagt.

Weil es schwieriger ist neue Wörter zu behalten, wurde den Kindern die Worte, die sie gelernt hatten, noch einmal vorgelesen und sie aufgefordert die entsprechenden Bilder aus einer Auswahl von vieren herauszusuchen, statt dass man sei einfach auffordere die Worte zu erinnern. Die Kinder erinnerten 54 Prozent der Worte, die sie wiederholt hatten und 40 Prozent der Worte, bei denen sie das nicht gemacht hatten.

„Das war das ‚Hoppla‘-Experiment“, sagte Ichet; sie behauptet, es beweise, dass diese Methodologie in der Tat genutzt werden kann, um Kindern zu helfen neue Worte zu erwerben und ihren Wortschatz zu erweitern.

Die Macht der Stimme

Eltern und Lehrer sind lange gedrängt worden kleinen Kindern vorzulesen; das gründet auf Forschung, die zeigt, dass das die Entwicklung von Sprache und Lese-Schreib-Fähigkeit fördert. Die Ergebnisse der israelischen Studie deutet darauf hin, dass es einen großen Unterschied macht, wie das Vorlesen erfolgt.

Pausen zu machen und junge Kinder wichtige Worte wiederholen zu lassen, hilft ihnen zu behalten, was sie hören, sagen die Forscher.

Das Geheimnis des Produktionseffekts, sagen sie, liegt höchstwahrscheinlich darin, dass Worte laut vorgelesen und als eindeutig erinnert werden. Das kann so sein, weil die Worte, statt nur gedacht zu werden, auch gesagt und gehört werden – was den kognitiven Effekt verdreifacht.

Erwachsene können den Effekt auch für sich selbst nutzen – ob sie für eine Prüfung an der Universität lernen oder sich auf die Präsentation einer Arbeit vorbereiten. Die Forschung zeigt, dass das mit Sätzen und Absätzen sowie auch mit fremden Sprachen funktioniert.

Worte zu flüstern oder zu mit den Lippen zu formen erhöht die Erinnerung bei Erwachsenen nicht stark, zeigt die Forschung. Es hat sich gezeigt, dass jemand anderes die Worte sagen zu hören oder sie aufzuschreiben, mehr hilft, aber immer noch nicht so stark wie sie auszusprechen.

Doch die Erwachsenenforschung zeigt, dass es einen Punkt abnehmender Erträge gibt – es hilft nicht, nur alles laut zu lesen. Wenn mehr Worte laut gelesen werden als nicht laut, dann hat sich erwiesen, dass die Methode ihre kraft Worte ins Gedächtnis zu pflanzen verliert. Die Forscher nehmen an, dass das auch für Kinder gilt, doch sie haben das Konzept noch nicht getestet.