Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (12.-18. Februar 2017)

Sonntag, 12.02.2017:

Ein Hamasnik: „Dass sie am Leben bleiben wollen, ist Beweis, dass die Juden feige sind.“ (Das kann nur ein unmenschlich Verblendeter von sich geben – es zeigt, welch dunkle, teuflische Ideologie von dieser Truppe vertreten wird.)

Montag, 13.02.2017:

Das Nachrichtenportal 0404 vermeldete, dass im Laufe des jüdischen Neujahrsfestes der Bäume Tu Bishvat (am vergangenen Samstag, 11,2) mehrere Gruppen von linksextremen Aktivisten gemeinsam mit lokalen arabischen Einwohnern an die Sicherheitszäune der Farm Ma’on und der Siedlung Karmel und anderen in den Südhevronbergen gekommen waren. Teilweise hätten diese demonstrativ palästinensische Flaggen geschwenkt; neben dem Sicherheitszaun, unmittelbar an den Gemeinschaften und teilweise auf Staats- bzw.Gemeinschaftsland hätten sie Bäume gepflanzt. 0404 berichtet, diese Pflanzungen haben im Laufe der ganzen Woche bis zum Samstag hin stattgefunden. Offenbar handele es sich bei den Aktivisten, welche die palästinensischen Einwohner zu den Pflanzungen bringe, um Ausländer. Der Vorsitzende des Regionalkonzils Südhevron, Yochai Damri, äußerte starken Protest gegen die Aktionen.

Zudem berichtete 0404,Verdächtige hätten eine Aussichtsplattform nahe der jüdischen Ortschaft Bet Haggai bei Hevron angezündet, ebenso hätten andere versucht, Kirschenplantagen bei der Ma’on-Farm anzuzünden.

Wegen der seit Monaten andauernden Anschläge mit Felsbrocken und anderem aus dem PA-Dorf Husan am Gush Etzion ist der Zugang zu diesem Dorf von der IDF jetzt blockiert worden.

Die Hamas im Gazastreifen hat einen neuen Führer: Yahya Sinwar übernimmt von Ismail Haniyeh. Er gilt als einer der skrupellosesten Hamasniks überhaupt. Er saß wegen Mordes in einem israelischen Gefängnis und kam im Austausch gegen Gilad Shalit 2011 wieder frei. Selbst in der Hamas gilt er als „Falke“ und ist gegen jeglichen Kompromiss in der Politik gegenüber der PA und Israel.

Saeb Erekat hetzt wieder bei der EU: Er fordert ein „totales Verbot von in der Westbank hergestellten Waren“; das sei nötig um Israels „Kolonisierungspläne zu vereiteln“.

Donnerstag, 16.02.2017:

PA-Araber aus Husan wurde der Zugang nach Beitar Illit verwehrt, wo sie normalerweise arbeiten; aber wegen der ständigen Mordversuche mit Felsbrocken an Autofahrern wird Familienmitgliedern von Steinewerfern die Aufenthalts-/Arbeitsgenehmigung für Israel und „Siedlungen“ aberkannt.

Die Hisbollah droht Israel mit Angriffen auf den Atomreaktor von Dimona.

Es gab eine Bombendrohung gegen das israelische Konsulat in Miami. Es wurde evakuiert.

MK Ahmed Tibi (Vereinigte Arabische Liste) prahlt, wenn es keine Zweistaatenlösung gibt, dann eben eine Einstaatenlösung und dann würden alle Palästinenser ihn wählen und einige Israelis auch und er wäre Premierminister.

Die PLO interpretiert Trumps Anmerkung, dass die Zweistaatenlösung nicht die einzige Möglichkeit sein muss, „wenn beide Seiten das so wollen“ als offene Ablehnung der Zweistaatenlösung (was schon gelogen ist) und sagt, die Alternative dazu sein „Blutvergießen“.

Freitag, 17.02.2017:

Avigdor Lieberman bot der Hamas massive Wirtschaftshilfe für den Gazastreifen an, wenn die Terroristen ihre Raketen und Tunnel aufgeben. Mahmud al-Zahar von der Hamas lehnte das für die Terrorgrupe ab.

Grundsatzaussage eines Fatah-Offiziellen: Die Palästinenser haben das „Recht“ Terror zu benutzen, um „unser Heimatland zu befreien“. (Total nach Frieden suchend…)

Abbas hat neuerdings einen „Vizepräsidenten“ – jedenfalls in der Fatah. Und dieser Mahmud al-Aloul ist langjähriger Führer des „bewaffneten Arms der Fatah“, schon vor den Oslo-Vereinbarungen. Und er hat immer erklärt und ist weiterhin der Meinung, „bewaffneter Widerstand“ sei das Rechte der „Palästinenser“.

Der Januar war der für Israel blutigste Monat seit Juni: 5 tote Israelis, 16 Verletzte.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (29. Januar – 4. Februar 2017)

Sonntag, 29.01.2017:

Die Terroranschläge der PalAraber gehen unvermindert weiter; dabei nimmt die Zahl der Anschläge mit Schusswaffen in letzter Zeit zu.

Die Fatah feierte wieder zwei üble Terroristen und ihre Anschläge mit der Vorstellung der vorbildlichen „Märtyrer“, denen man nacheifern soll.

Zwei jüdische Jugendliche zeigten am Donnerstag bei der Polizei der Altstadt von Jerusalem an, dass sie von einem Araber angegriffen wurden. Die Polizei nahm den Angreifer und die Jugendlichen fest. Der Araber wurde nach der Befragung ohne Auflagen wieder freigelassen, die Jugendlichen nicht; sie sollten einen 15-tägigen Platzverweis unterschreiben, was sie ablehnten. Bei einer gerichtlichen Anhörung am Freitag ordnete der Richter die Freilassung der Jugendlichen ohne Auflagen an.

Montag, 30.01.2017:

Bei einem Mord in Haifa Anfang Januar handelte es sich um einen Terroranschlag, bestätigte die Polizei am Morgen. Die Behörden hatten sich bis zur Anklage des Täters nicht in dieser Richtung äußern wollen. Der Mann hatte zuerst einen hareidischen Juden mit Schüssen schwer verletzt, dann auf dem Weg zurück in sein Viertel auf eine Frau geschossen (aber nicht getroffen) und begegente dann einem weiteren Juden, für den die Schüsse tödlich waren. Mit angeklagt sind zwei weitere israelische Araber, die dem Mörder bei der Flucht halfen.
Als Grund für seine Mordversuche gab der Terrorist an, er sei von seiner Freundin „Juden-Liebhaber“ genannt worden.

Fatah betreibt einen eigenen Fernsehsender. Dort war jetzt ein Video zu sehen: „Allah, gewähre uns Märtyrertum … eine Million Bräutigame und Bräute … haben den Ehevertrag mit Blut geschrieben“.

Die Angriffe mit Steinen und Felsbrocken auf israelische Autofahrer hat nicht nur quantitativ zugenommen, sondern werden auch immer heftiger.

Die Fatah hat die aktiven Planungen schon begonnen: Wenn die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt wird, wollen sie eine intensive Terrorkampagne starten.

Dienstag, 31.01.2017:

Die Hamas lässt wissen, ein Kabinett-Bericht zum Umgang mit den Tunneln beweise, dass sie den Krieg von 2014 gewonnen hat.

Der Zoo von Ramat Gan hat einem PA-Zoo in Samaria 4 Zebras überlassen; sie wurden von der Zivilverwaltung (COGAT) dorthin gebracht.

Mittwoch, 01.02.2017:

Terror-Gedichte für Kinder im PA-TV: „Schlachtet die Israelis“, „aus meinem Felsbrocken ist eine AK-47 geworden“, „Unser Blut ist Nahrung für die Revolution“, „Yassir Arafat, für dich werden wir sterben“.

Die Auto-Waschstraße zweier Terroristen, die im November Bomben gegen Israelis gelegt hatten, wurde jetzt von der IDF geschlossen.

Ein im Gefängnis Nafcha einsitzender Hamas-Terrorist versuchte einen Gefängniswärter zu erstechen. Er wurde überwältigt.

Donnerstag, 02.02.2017:

Mittwoch lehnten Bauunternehmer Lieferungen Baumaterial (Zement, Schotter, Eisen) von aus Israel ab – nicht weil sie aus Israel importiert wurden, sondern weil die Hamas das Material enorm besteuert und die Unternehmer sagen, sie können keinen Profit mehr machen, wenn sie das zahlen.

Jerusalem nach einem weiteren Terroranschlag

The Real Jerusalem Streets, 15. Januar 2017

Es gibt eine Stelle in Jerualem in Israel
mit einer so majestätischen Aussicht,
dass Touristen aus der ganzen Welt
in Busladungen dort hingebracht werden, um den Blick zu genießen.

Die Sherover-Promenade, die zur Haas-Promenade führt,
hat eine Aussicht auf die Altstadt des von seinen Mauern umgebenen alten Jerusalem

und all der anliegenden Viertel.

Partys, Wiedersehenstreffen, Hochzeiten und mehr
werden entlang dieser Tayelet genannten Promenaden veranstaltet.

Am Freitag, 13. Januar 2017
waren sie fast menschenleer.

Die Rasen an der Straße sind jetzt von Metallbarrieren gesäumt.

Ironischerwiese fuhr, als ich näher kam,
ein weißer LKW weg.

Es war am Sonntag, nur ein paar Tage davor,
dass ein Terrorist einen großen, weißen LKW in eine Menge
junger israelischer Soldaten fuhr, die sich auf eine Ausflug waren,
um die Aussicht zu bewundern.

Vier von ihnen wurden getötet, weitere verletzt.

Am Freitagnachmittag

versammelten sich Ortsansässige an der Stelle,

um zu trauern, zu erinnern

und an den improvisierten Denkmälern
eine Kerze anzuzünden.

Außerdem sangen sie Lieder von Frieden und Hoffnung
und Melodien zur Begrüßung des Sabbat.

Während Mitglieder der Gemeinde sich trafen,
um ihren geschätzten Ort wieder in Besitz zu nehmen,
arbeiteten die Artists4Israel an einem Wandbild.

Eine der Organisatorinnen teilten ihre Gedanken mit:
„Unser Viertel ist im Verlauf des letzten Jahres
von mehreren Terroranschlägen getroffen worden,
aber wir stehen immer wieder auf,
denn tun wir das.“

„Es sollte Frieden an unseren Grenzen geben,
Gelassenheit in unseren Palästen.“

Was sonst gibt es zu sagen?

AMEN.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (08.-14. Januar 2017)

Sonntag, 08.01.2017:

Für den LKW-Terroranschlag übernahm keine Gruppe die Verantwortung; allerdings war die Hamas schnell dabei den Terroristen in den höchsten Tönen zu loben.
In arabischen Medien wird ebenfalls gefeiert.

Auf Facebook gibt es erste Bilder, die zeigen sollen, wie die PalAraber den Anschlag feierten.

Die PA hatte den Anschlag bis 21.30 Uhr Ortszeit nicht verurteilt.

Heckmeck:
Saeb Erekat sagt sein Herr und Meister sei bereit Netanyahu in Moskau zu Gesprächen zu treffen.

Montag, 09.01.2017:

Der Shin Bet ließ einen Schmugglerring auffliegen, der letzten Monat versuchte hunderte Kameras, Spielzeugflugzeuge und Elektrokabel in Waschmaschinen, Kühlschränken und Fernsehgeräten in den Gazastreifen zu schmuggeln. Das Schmuggelgut ist auch militärisch verwendbar.

Die Polizei hat insgesamt 9 Personen aus dem Umfeld und der Familie des LKW-Terroristen festgenommen.

Die Verantwortung für den Anschlag vom Sonntag beansprucht eine Gruppe, die sich Ash-Shahid Bahaa Alyan Beit Al-Makdis Falesteen (Märtyrer Bahaa Alyan Tempel Palästina) nennt und aus „Ost“-Jerusalem kommt.

Die Türkei hat den Terroranschlag von Sonntag verurteilt. Das wiederum verurteilt die Hamas.

Dienstag, 10.01.2017:

Die Familie des LKW-Terroristen vom Sonntag hatte ein „Trauerzelt“ errichtet, wo sie Gratulanten empfing. Die Polizei beseitigte das Zelt.

Die PA pries den Mörder von Sonntag als „Märtyrer für Allalh“. Seine Witwe wird eine monatliche Rente von NIS 2.900 erhalten. Die übrigen Terrorgruppen reagierten ebenfalls mit viel Lob für den toten Terroristen und seine Morde.

Sicherheitskräfte nahmen im Negev 31 illegal im Land befindliche Araber fest.

Der Shin Bet nahm einen „rechtsgerichteten“ Aktivisten fest, der im Verdacht steht Angriffe auf Araber zu organisieren.

Mehrere Tausend Araber demonstrierten im Gazastreifen in Unterstützung des Terroranschlags vom Sonntag.

Donnerstag, 12.01.2017:

Eine Zeitung aus Nazareth schreibt, Qatar würde in indirekten Gesprächen zwischen Israel und der Hamas versuchen die Rückgabe der Leichen zweier Soldaten durch die Hamas zu vermitteln. Israel äußert sich nicht dazu, die Hamas bestreitet es.

MK Ayman Odeh (arabischer Knesset-Abgeordneter) forderte die israelischen Araber auf der „palästinensischen“ Sache Vorrang vor Israel zu geben. Sie hätten die Pflicht den Kampf der „Palästinenser“ zu unterstützen. Und das nicht nur einmal.

Freitag, 13.01.2017:

Und wieder ist ja ganz klar: Die Juden sind’s. Diesmal haben sie laut PA-TV die Diamanten von Kim Kardashian gestohlen, schließlich sind Juden Diebe.

Ägypten gibt an 67 Tunnel zum Gazastreifen zerstört zu haben.

Syrien sagt Israel habe am Morgen den Fliegerhorst Mezzeh bei Damaskus angegriffen. Der Angriff soll mit einer Raketensalve aus Richtung des Sees Genezareth erfolgt sein. Außerdem soll der neue F-35-Kampfjet eingesetzt worden sein. Syrien verlangt jetzt von der UNO, dass Israel für den angeblichen Angriff „bestraft“ wird.

Samstag, 14.01.2017:

Die PA ist weiter voll des Lobes für die Resolution 2334 des UNO-Sicherheitsrats – vor allem, weil sie (in völligem Gegensatz zu Obama und Genossen) der Ansicht sind, dass der Absatz über Terror in dieser Resolution, der doch angeblich beide Seiten meint, auf sie gar nicht zutrifft! Er gilt schlicht nur für Israel.

Eine teilweise fertig gestellte Zugangsstraße zur neuen PA-Stadt Rawabi wurde von der PA in Teilen illegal ohne Zustimmung der Eigentümer über Privatland gebaut, weshalb sie nicht genehmigen werden darf.

Ein fehlendes Bild

Heute ermordete ein arabischer Terrorist in Jerusalem 4 Menschen, verletzte 17 weitere mit einem LKW. Er versuchte die Überfahrenen noch weiter zu überfahren, konnte zum Glück aber eliminiert werden.

Dieser Anschlag ist eine grausame Tat, gleicht der vom Berliner Weihnachtsmarkt, Nizza usw., nach denen so gerne Solidarität demonstriert werden soll, indem z.B. das Brandenburger Tor mit der Flagge des betroffenen Landes angestrahlt wird. Heute mal wieder nicht, wie immer, wenn in Israel Araber Juden morden. Wird es dieses Foto jemals geben?

berlin-tor-israelfahne
(Fotomontage aus Facebook)

Im Internet gibt es einen Petition an den Berliner Senat, dass auch endlich mal mit Israel Solidarität gegen den Terror gezeigt wird. Ich fürchte, das wird es nie geben, aber die Herrschaften sollten wenigstens mal gezeigt bekommen, dass ihr Ignoranz nicht auf ungeteilte Zustimmung trifft.

Update, 9. Januar 2017:
Heute Abend wurde das Brandenburger Tor tatsächlich mit einer Israelflagge angestrahlt. (Fotos; Video auf Facebook)
Update, 10. Januar 2017:
Das scheint allerdings nur ein extrem kurzes Intermezzo gewesen zu sein.

Mythen platzen lassen

Warum Israels Krieg gegen den Terrorismus funktioniert

Jonathan Chait, Slate, 13. Mai 2002

Letzte Woche tötete ein Selbstmord-Bomber 15 Israelis bei Tel Aviv. Ein Kommentar in der New York Times reagierte so: „Aber wie gestern wieder einmal auf traurige Weise gezeigt wurde, können keinerlei militärische Aktionen den Selbstmord-Wahnsinn aufhalten. Das kann erst geschehen, wenn es palästinensische Mäßigung, israelische Zurückhaltung und Fortschritte auf eine gerechte Lösung gemacht werden.“

Sie haben wahrscheinlich Gedanken in dieser Richtung so oft gelesen, dass diese Argumentierung sinnvoll erschient. Sie ist aber kompletter Blödsinn. Erst einmal kamen der Bomber aus der radikalen Hamas-Gruppe, die offen jeden Frieden mit Israel ablehnt und immer dann dazu tendiert zuzuschlagen, wenn Fortschritt in Richtung Frieden bevor steht. Eine „gerechte Lösung“ würde also – weit entfernt davon, Selbstmordanschläge der Hamas abzuschrecken – vermutlich mehr davon provoziert haben. Zweitens schlugen Selbstmordbomber vor Israels Offensive in der Westbank fast täglich zu. Seitdem sind sie mit einer Rate aktiv, die eher an einem pro Monat liegt. Drittens kam der Attentäter von letzter Woche aus einem Gebiet (dem Gazastreifen), das Israel nicht angriff. Stellen Sie sich vor, die Regierung würde alle Einwohner außer denen des Staates New York gegen Grippe impfen. Wenn eine Grippewelle New York träfe, würde das zeigen, dass die Grippe-Impfungen die Grippe nicht aufhalten können?

Wenn intelligente Leute (wie die Redakteure der Times) etwas so Verrücktes glauben, dann gewöhnlich deshalb, weil sie sich im Griff einer Theorie befinden, die ihnen hilft, Beweise aus der realen Welt zu ignorieren. In diesem Fall ist die Theorie, dass Palästinenser aus Verzweiflung auf Terrorismus zurückgreifen. Die Folge dieser Theorie ist, dass jede israelische Militäraktion unvermeidlich nach hinten los gehen muss, da sie schlichtweg die Palästinenser verzweifelter und wütend macht. Für diejenigen, die das glauben – eine Gruppe, die meist aus liberalen Zeitungs-Redakteuren, Außenpolitikern und praktisch der gesamten Welt da draußen besteht – ist der Fall gegen israelische Militäraktionen (wie der jüngsten in der Westbank) eine Wahrheit, die nicht geprüft werden muss.

Dieser Irrtum ignoriert die Geschichte. Der palästinensische Terrorismus ist nicht das Ergebnis der israelischen Besetzung von Westbank und Gaza, sondern von Israels Existenz. Der palästinensische Terrorismus geht der Besetzung von 1967 voraus; die PLO wurde 1964 gegründet, drei Jahre früher. Ist aber nicht das neuere Phänomen der Selbstmord-Bomber wegen lange gärender palästinensischer Verzweiflung aufgekommen? Nicht wirklich. Selbstmord-Attentate begannen nach den Oslo-Vereinbarungen von 1993, die den Palästinensern ihre größte Chance für einen Staat boten. Sie wurden massiv intensiviert, nachdem Israel sich aus dem Libanon zurück zog und eine Reihe großzügiger territorialer Zugeständnisse machte.

Wenn also, dann deutet die Geschichte darauf hin, dass palästinensische Gewalt nicht aus Verzweiflung, sondern aus Hoffnung entsteht. Ich behaupte nicht, dass die Lage ganz so einfach ist. Die Gehirne der Menschen arbeiten unterschiedlich. Manche Palästinenser werden durch Verzweiflung radikalisiert und durch Hoffnung befriedigt. Für andere ist das Umgekehrte zutreffend. Aber historische Fakten lassen sich besser mit der Vorstellung in Einklang bringen, dass palästinensische Gewalt das Resultat israelischer Schwäche sind, statt mit der, dass sie aus israelischer Stärke entsteht. Die Palästinenser mögen Israels Existenzrecht nie wirklich akzeptieren, aber sie könnten Frieden machen, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass Israel zu zerstören unmöglich ist.

Lassen Sie uns – nur um den Streit auszufechten – einmal annehmen, dass die israelischen Militärschläge tatsächlich die Zahl der Palästinenser erhöhte, die bereit sind, sich als Selbstmord-Attentäter zu betätigen. Das würde immer noch nicht zwingend bedeuten, dass diese Schläge zu mehr Anschlägen führen. Warum nicht? Weil die Zahl der Selbstmord-Attentate von mehr Faktoren abhängt als lediglich von der Zahl der willigen Märtyrer. Erfolgreiche Selbstmord-Bomben benötigen viele Zutaten: die Fähigkeit, an den israelischen Sicherheitskräften vorbei zu kommen (was Training und vermutlich falsche Papiere braucht); die Möglichkeit, versteckte Sprengsätze unter der Kleidung unter zu bringen; und den Sprengstoff selbst. Ja, einige Bomber benutzen selbstgemachte Zutaten, die aber weitaus weniger wirkungsvoll sind als Profi-Material – etwas dem Sprengstoff, den die Autonomiebehörde aus dem Iran importierte. Der entscheidende Faktor der Aktionen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht die Zahl der Freiwilligen. Er besteht in den anderen Zutaten. Und es sind diese Zutaten, die Israel zu vernichten suchte, indem es Terroristenführer verhaftete oder tötete, Bombenbau-Material aushob und seine Grenzen dicht machte.

Natürlich ist das keine perfekte Verteidigung. Aber die andere Strategie – die Palästinenser so lange beschwichtigen, bis keiner von ihnen mehr bereit ist, als Selbstmord-Bomber zu dienen – ist mit fast völliger Sicherheit schlechter. Auch wenn eine israelische Offensive des Charmes die überwältigende Mehrheit der Palästinenser davon überzeugen könnte, die Selbstmord-Bomberei abzulehnen, könnte sogar eine winzige Minderheit von Hartnäckigen – sagen wir 100 oder 200 Freiwillige im Jahr aus einer Bevölkerung von fast 4 Millionen – eine massive Terror-Kampagne aufrecht erhalten. Der Versuch, Israel vor Selbstmordbombern zu schützen, indem man die palästinensische Verzweiflung dämpft, statt den Terrorismus direkt zu bekämpfen, ist ungefähr so, als würde man sein Haus zu schützen versuchen, indem man jedem potenziellen Einbrecher der Stadt eine gut bezahlte Arbeit gibt statt eine Alarmanlage zu installieren.

Warum bestehen dann so viele gut meinende Leute darauf, sich diesem Trugschluss zu verschreiben? Weil es intellektuell bequem ist. „Wenn wir die Debatte über die Ethik der israelischen Politik in den Gebieten aus Israels eigener Sicht praktisch bei Seite außer Acht lassen“, schrieb Times-Kolumnist Nicholas Kristof letzen Monat, indem er den Gedanken zusammenfasste, „ist Mr. Sharons Politik bisher schlimmer als nicht effektiv; sie verstärkt den Terrorismus.“ Der gesamte Appell dieser Vorstellung liegt auf der Teil zu „die Ethik außer Acht lassen“. Die Effektivität der israelischen Militäraktionen zu verleugnen schließt jede Debatte über ihre Moral aus. Es erlaubt die Ignorierung der schwierigen Nebeneffekte zwischen jüdischen und arabischen Interessen, indem man vorgibt, die beiden stimmten perfekt überein: Wenn Israel sein militärisches Eindringen stoppen würde und sich aus den Territorien zurück zöge, würden die Palästinenser ihren Terrorismus einstellen, was beiden Seiten mehr Sicherheit bringen würde. Das ist eine schöne und bequeme Schlussfolgerung. Wenn sie nur wahr wäre.