Kids, die mit Steinen zu töten versuchen. Und die Medien ignorieren sie

Stephen M. Flatow, The Algemeiner, 15. Mai 2015

Ein palästinensischer Junge wirft einen Stein auf Israels Sicherheitszaun. Foto: Justin McIntosh

JNS.org – Mein Auge wurde diese Woche von einer dieser kleinen Meldungen angezogen, die in den israelischen Medien erscheinen, es aber nie in die amerikanische Presse schaffen. Ich nennen sie die Beinahe-Treffer: Die Bombe, die entdeckt wurde, bevor sie hochging; die Kugel, die nur Zentimeter von ihrem gemeinten Ziel einschlug. Keine Opfer? Das scheint zu diktieren, dass die Nachricht nicht meldewürdig ist.

Diesmal war es ein Steinhagel, der am Nachmittag des 8. Mai auf ein Auto geschleudert wurde. Chen Borochow machte den Fehler durch ein arabisches Viertel von Jerusalem zu fahren, das A-Tur heißt. Er provozierte niemanden. Er fuhr bloß nach Hause. Sein Verbrechen war, dass die Farbe seines Nummernschildes ihn als Israeli kennzeichnete.

Und das reichte für die Angreifer einen gewalttätigen Überfall auf Borochow zu beginnen. Einer der riesigen Steine krachte durch die rechte Seite der Windschutzscheibe seines Autos. „Hätte jemand neben mir gesessen, wäre er mit Sicherheit gestorben oder für den Rest seines Lebens Gemüse geblieben“, sagte Borochow später.

Manche Amerikaner – da fällt einem Thomas Friedman von der New York Times ein – scheint Probleme zu haben zu begreifen, dass Steine töten können. Aber arabische Terroristen und ihre israelischen Opfer verstehen diese Tatsache sehr gut. Die Terroristen wissen es – darum tun sie es. Und die Israelis wissen es, weil sie die Opfer beerdigen müssen. Mindestens 14 Israelis sind von arabischen Steinewerfern seit den 1980-er Jahren ermordet worden.

Die Araber, die Borochows Auto angriffen, versuchten nicht es zu zerkratzen oder zu verbeulen. Sie versuchten ihn zu Tode zu steinigen, auf dieselbe Weise, wie Killer im Nahen Osten ihre Opfer seit unzähligen Jahrhunderten hingerichtet haben. Was aber mein Auge auf gerade diesen Bericht zog, war Borochows Beschreibung der Angreifer. Er sah sie klar; sie waren nur ein paar Meter von seinem Auto entfernt und es war hellichter Tag. Es waren, sagte er, „drei 11 bis 12 Jahre alte Kinder die Schulranzen trugen“.

Erst letzte Woche veröffentlichte die New York Times einen großen Artikel darüber, dass die israelischen Behörden zwei arabische Steinewerfer verhaftete, die 12 bzw. 7 Jahre alt waren. Die Zeitung schien mehr davon besorgt zu sein, dass Israel junge Kinder festnahm und möglicherweise traumatisierte, als durch die Tatsache, dass junge Kinder versuchen Morde zu begehen.

Wir in der Vereinigten Staaten glauben nicht daran Gewalttäter vom Haken zu lassen, nur weil sie jung sind. Ich habe früher schon über den Fall dreier betrunkener Teenager geschrieben, die in den 1990-er Jahren Steine auf Autos auf dem Capital Beltway in Washington DC warfen. Dreißig Autofahrer und Fahrgäste wurden verletzt, darunter ein Mädchen, das irreversible Hirnschäden erlitten. Die Angreifer wurden wegen „Angriff mit der Absicht zu töten“ verurteilt und jeder erhielt 40 Jahre Gefängnis. Ein Editorial in der Washington Post fragte damals ganz richtig: „Was ist der Unterschied zwischen einem Angriff mit einer tödlichen Waffe – mit Schüssen – und Angriff mit Steinen, der Autos mit potenziell tödlicher Geschwindigkeit treffen?“

Kinder, die Steine werfen, weil sie betrunken sind, sind schlimm genug. Kinder, die Steine werfen, weil sie politisch und religiös indoktriniert werden Juden zu hassen, sind weit gefährlicher. Wie kann man das ändern? Die Friedensprozessoren der Obama-Administration müssen sich weniger auf Fragen wie Siedlungen und Grenzen konzentrieren und mehr auf die Frage die normalen Palästinenser dazu zu bringen mit dem Versuch aufzuhören Israelis zu töten. Schritt Nummer zwei wäre die Forderung, dass die palästinensische Autonomiebehörde ihre Schulen und Nachrichtenmedien dazu nutzt den palästinensischen Eltern eine Botschaft zu übermitteln: Lehrt eure Kinder, dass Steine werfen falsch ist.

Ist das zu viel verlangt?

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (19.-25.04.2015)

Sonntag, 19.04.2015:

Aus Anlass des Holocaust-Gedenktags hatte die offizielle PA-Zeitung auch ein paar Nettigkeiten parat: Es gab zwischen ein und zwei Millionen jüdische Opfer; das Ziel der zionistischen Bewegung während des Holocaust waren: 1) finanzielle und politische Erpressung der europäischen Staaten, 2) die Juden drangsalieren, damit sie in den ethnisch säubernden Staat Israel einwandern, 3) das Leid der Juden zu vergrößern, um das Mitgefühl der Welt auszuschlachten.

Die UNO hat keine Belege dafür, dass in den Gazastreifen geliefertes Baumaterial für andere als zivile Zwecke verwendet wird. (Na ja, die kriegen ja auch nicht mit, dass die Terroristen Raketen und andere Waffen in UN-Einrichtungen lagern…)

Montag, 20.04.2015:

Während der letzten 12 Monate wurden 31 Israelis bei Terroranschlägen getötet. (In den 12 Monaten davon nur 2.)

Ein Soldat wurde verhaftet, nachdem er den Tempelberg verließ; beim Verlassen des Plateaus soll er seinen Kopf leicht geneigt haben, wie viele es aus Respekt beim Verlassen z.B. einer Synagoge tun.

Dienstag, 21.04.2015:

Sinai: Ägypten meldet, dass seit März 69 Tunnel zerstört wurden.

Die PA und ihr Chef Mahmud Abbas aalen sich zum israelischen Gefallenen-Gedenktag in Terror-Verherrlichung; Abbas persönlich ehrte im Verlauf des letzten Monats „erste“ Terroristen (daruter der 1. „Märtyrer“, der 1. Gefangene, die 1. Gefangene).

Der im letzten Sommer von drei Juden ermordete arabische Jugendliche wurde auf die Gedenktafel für die Terroropfer auf dem Herzl-Berg in Jerusalem gesetzt. Seine Familie forderte allerdings, dass er wieder entfernt wird; sie betrachten sich nicht als Israelis.

Der Araber, der neulich mit seinem Auto an einer Bushaltestelle mehrere Menschen rammte (einer starb noch am selben Tag, die andere ist immer noch in kritischem Zustand), gab zu, dass er „Juden töten“ wollte.

Mittwoch, 22.04.2015:

Premierminister Netanyahu mahnt die PalAraber: Hört auf Terror zu verherrlichen, das wird euch keinen Frieden bringen.

Eine christliche Schule in den Palästinensergebieten schickte einige ihrer Schüler auf einen Schulausflug nach Yad Vashem. Dafür erntet sie jetzt heftige Kritik; das PA-„Bildungsministerium“ verlangte von der Schulleitung sogar eine Rechtfertigung für den Ausflug.

Sport-/Fußball-Jihad: FIFA-Chef Blatter reist demnächst los, um israelische und palarabische Führungspersönlichkeiten zu treffen, damit eine Abstimmung über den PA-Antrag auf Ausschluss Israels aus der FIFA zu vermeiden. Jibril Rajoub „hofft“ darauf, dass Blatter die Israelis überzeugen kann alle Restriktionen gegen palästinensische Athleten aufzuheben und den palästinensischen Verband als Gleichen zu behandeln. Er werde nichts weniger akzeptieren, sonst werde der Antrag nicht aufgegeben. (Sch…. drauf, dass Israel nur Terroristen und stark Terrorverdächtigen Beschränkungen auferlegt. Die Juden dürfen keine Gründe haben…)

Freitag, 24.04.2015:

Die Hamas hat signalisiert, dass nicht sie für den Raketenangriff von Donnerstag verantwortlich ist und daran arbeitet die Verantwortlichen ausfindig zu machen; von israelischen Sicherheitskreisen wird trotzdem die Hamas als verantwortlich betrachtet.

Ein Hamas-Abgeordneter offenbarte, wie viel die PA inhaftierten Terroristen zahlt. Die Summe, die den Familien von „Märtyrern“, bei ihren Aktionen verletzten Terroristen und inhaftierten Terroristen gezahlt wird, beläuft sich auf monatlich 150 bis 160 Millionen US-Dollar.

Der ehemalige Kommandeur des Abschnitts Süd sagte, dass die Hamas definitiv einen weiteren Krieg gegen Israel vorbereitet. Da die Hamas die Bevölkerung im Gazastreifen vernachlässigt, baut sich Druck auf, der einen weiteren Krieg praktisch zwingend zur Folge haben wird.

Neue Satellitenbilder zeigen, dass die Hisbollah im Libanon eine Start-/Landebahn gebaut hat, die offenbar für (vom Iran gelieferte) Drohnen gedacht ist.

Samstag, 25.04.2015:

Zu den Angriffen der Luftwaffe in Syrien gibt es weiter unklare Berichte. Es soll zwei Angriffe gegeben haben, der zweite am Freitag; dieser soll Hisbollah-LKWs mit Raketen beschossen haben. Der erste Angriff soll am Mittwoch stattgefunden und einen Toten gefordert haben.

Der Sprecher der jüdischen Gemeinschaft in Hebron sagt, dass der Angriff an der Patriarchenhöhle durch die Aufhetzung durch anarchistische, antisemitische Organisationen provoziert wurde. Kurz vor dem Angriff wurde eine Gruppe israelischer Wanderer von einer Gruppe Anarchisten angegriffen. Solche Aktionen gäbe es ständig.

Terrorbilanzen israelischer Premierminister

Nissan Ratzlav-Katz, Facebook, 7. März 2015

Ich bin kein Likud-Wähler. Aber zu sagen Benjamin Netanyahu sei eine Bedrohung für die Sicherheit der Israelis ist eine Unwahrheit, die von Zahlen hinterfragt werden muss. Diese Tabelle zeigt die Zahl der Terrortoten nach Jahren während der Amtszeiten der israelischen Premierminister seit der Unterzeichnung der Olso-Vereinbarungen.

Fällt Ihnen etwas auf (Hinweis: Sehen sie sich an, was mit den immer Zahlen passiert, wenn Netanyahu an der Macht ist…)?

Terrorote-EntwicklungPM(Quelle)

Die Folgen der Morde von Paris – französische Juden und Israel

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die Folgen der Morde von Paris für die französische Gesellschaft werden zu mehreren politischen und sozialen Entwicklungen führen. Die meisten davon werden nur allmählich sichtbar werden. Viele werden für die französischen Juden und/oder Israel von Bedeutung sein. Eine dieser Entwicklungen betrifft eine aktuelle Erklärung von Premierminister Manuel Valls im Parlament, dass Frankreich sich im Krieg mit dem Terrorismus befindet. Er fügte hinzu: „Frankreich befindet sich im Krieg mit dem Jihadismus und dem radikalen Islamismus. Frankreich befindet sich nicht mit dem Islam oder den Muslimen im Krieg.“ In seiner Rede wandte sich Valls auch an die französische muslimische Gemeinschaft und versicherte ihr den Schutz der Regierung.1

Doch eine solch klare Trennung zwischen radikalem Islamismus und dem Islam ist weit schwieriger herzustellen als es Valls‘ Worte vermitteln dürften. In mehreren französischen Schulen erachten muslimische Schüler, die selbst keine Jihadisten sind, die Morde der Karikaturisten als nicht verurteilenswert und einige glauben, dass solche Morde sogar zu loben sind.2

Derweil hat das Lager der Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel Frankreich mit weiteren Anschlägen gedroht.3 Die Lage könnte sich weiter verschlechtern, wenn Frankreich erfolgreich Verbündete für einen Militäreinsatz in Libyen mobilisieren kann, das zu einem wichtigen Drehkreuz für Jihadisten geworden ist.4

Die französische Regierung hat angekündigt, dass sie verschiedene Maßnahmen treffen wird, um den Terrorismus im Inland besser in den Griff zu bekommen. Eine Reihe Terror-Apologeten hat bereits Gefängnisstrafen erhalten, andere werden vor Gericht gebracht.5 Außerhalb von Frankreich rufen die Jihadisten allerdings weiter die französischen Muslime dazu auf, Anschläge gegen das Land auszuführen.

Was nicht besonders betont worden ist: Der Kampf gegen muslimischen Terrorismus wird eine Zunahme der Telefon- und Internetüberwachung erfordern. In einem Land, das Freiheit zu seinen höchsten Prioritäten zählt, wird die französische Regierung dieses Thema nicht hervorheben. Fakt ist, dass solches Abhören oft missbraucht wird. Charlie Hebdo verkörpert einen Aspekt der französischen Freiheit – das Recht zu provozieren und zu beleidigen. Ein Recht hochzuhalten und gleichzeitig ein anderes – das Recht auf persönliche Privatsphäre – einzuschränken ist eine der Realitäten unserer Zeit. Die Amerikaner haben mit ihrer gängigen Überwachung von Kommunikation an vielen Orten – einschließlich der der Führungskräfte ihrer Verbündeten – die Führung dabei übernommen.6

Der in Spanien geborene und mit einer Jüdin verheiratete Valls warf noch eine weitere Frage auf. Zu einer anderen Gelegenheit sagte er, ein Frankreich ohne die Juden würde bedeuten, dass die Republik versagt habe.7 Er hat nicht klargestellt, was er mit diesem Kommentar meint. Man könnte dies als Valls‘ Art der Reaktion auf die vielen Diskussionen zur Auswanderung französischer Juden nach Israel betrachten, die zum Teil vom israelischen Premierminister Benjamin Netanyhau angeregt ist. Valls erklärte auch: „Wenn die Juden Frankreichs angegriffen werden, wird Frankreich angegriffen, das Gewissen der Menschheit wird angegriffen. Lasst uns das nie vergessen.“8

Was Israel angeht, ist die französische Doppelzüngigkeit jedoch immer offenkundig. In der Tat haben französische Führungskräfte auf höchster Regierungsebene und besonders Valls ihr Bestes gegeben, um der jüdischen Gemeinschaft die richtigen Worte zu sagen. Auf niedrigeren Ebenen der französischen Regierung werden allerdings andere Gesinnungen zum Ausdruck gebracht. In der Stadt Aubervilliers wurde dem palästinensischen Terroristen Marwan Barghouti die Ehrenbürgerschaft verliehen.9 In Valenton wurden sowohl eine Straße als auch ein Platz nach ihm benannt.10 Indem sie Barghouti ehren, machen sich diese Städte zu indirekten Unterstützern des palästinensischen Terrorismus.

Auch über einen anderen Typ Doppelzüngigkeit sickerte etwas durch: Hollande wäre es lieber gewesen, Netanyahu hätte nicht an dem riesigen Solidaritätsmarsch in Paris teilgenommen.11 Und das, obwohl der Zweck des Marsches zum Teil darin bestand die Morde an Juden als das zu verurteilen, was sie waren. Und als Netanyahu seine Absicht äußerte doch daran teilzunehmen, lud Hollande Mahmud Abbas, den Verherrlicher vieler palästinensischer Terrormörder israelischer Zivilisten zum Mitmarschieren ein.12

Um die jüngsten Morde hat sich eine zusammenhanglose Diskussion bezüglich der Auswanderung von Juden aus Frankreich entwickelt. Die Annahme, dass innerhalb weniger Jahre die Mehrheit der halben Million Juden Frankreich Richtung Israel verlassen wird, ist komplett unrealistisch. Es gibt viele Gründe, aus denen ein solcher Massenexodus nicht stattfinden wird. Einer ist, dass viele französische Juden sich als ausschließlich französische Staatsbürger betrachten, die wenig Verbundenheit zu Israel oder sogar zum jüdischen Volk haben. Würde die Lage in Frankreich untragbar werden, würden sie wahrscheinlich überlegen in andere Länder als Israel abzuwandern. Es gibt bereits beträchtliche Zahlen französischer jüdischer Einwanderer in London, Montreal, Miami und New York.13

Selbst für die Juden, die gerne weggehen würden, gibt es zahlreiche Einschränkungen. Viele französische Juden sprechen nur Französisch und tun sich nicht unbedingt leicht damit eine neue Sprache zu erlernen. Ist man ein Franzose mittleren Alters aus dem Beamtentum, welche Arbeitsstelle könnte man in Israel überhaupt bekommen? Über solche Überlegungen hinaus gibt es auch familiäre Zwänge. So bedeutsam die Aliyah auch sein würde, Frankreich ist nicht die Sowjetunion. Es gibt in Frankreich ein Komfortlevel, das die französischen Juden vermissen würden. Diejenigen französischen Juden, die nach Israel einwandern, werden vermutlich aus den aktiveren Teilen der jüdischen Gemeinschaft kommen und das wird diese Gemeinschaft überproportional weiter schwächen.14

Die Israelis dürften sich fragen, ob die Franzosen jetzt erkennen werden, dass Frankreichs wie Israels Kampf gegen den muslimischen Terrorismus – weit gefasst – ein und derselbe sind. Das ist es, was Netanyahu immer wiederholt, aber ohne die substanzielle und organisierte Unterstützung durch eine – derzeit nicht existente – israelische Antipropaganda-Struktur wird diese Idee nicht in Fahrt kommen.15 Das ist selbst dann so, wenn jetzt ein paar weitere einzelne Franzosen der Gleichartigkeit des Kampfs gegen den Terrorismus zustimmen sollten.

Das Fehlen einer solchen Anerkennung ist jedoch nicht nur eine Frage der Ignoranz. Es gibt wichtigen politischen Widerstand in der französischen und europäischen Politik diese Wahrheit zuzugeben. Eine Ähnlichkeit einzugestehen würde bedeuten, dass ihr sorgfältig aufgebautes politisches Kartenhaus mit seinen vielen Lügen und Täuschungen zusammenbrechen würde. Zuzustimmen, dass Israels Kampf gegen den palästinensischen Terrorismus und der Kampf des Westens gegen den muslimische Terrorismus ein und dasselbe sind, würde bedeuten, dass europäische Politiker eingestehen müssten, dass der palästinensisch-israelische Konflikt weit davon entfernt ist das zentrale Problem der Welt zu sein, dass israelischer Siedlungsbau nicht die singuläre Handlung im Nahen Osten ist, die regelmäßig verurteilt werden sollte und dass palästinensische Gewalt nicht nur wirtschaftlich bestimmt ist, sondern eine riesige religiös-ideologische Komponente hat.

Es würde auch bedeuten zugeben zu müssen, dass die Palästinenser nicht die Opfer Israels sind, sondern dass sie eine von vielen arabischen Gesellschaften sind, die – zum Teil – von Verbrechen durchdrungen sind und die wenig Respekt für menschliches Leben besitzen. Das würde weiterhin die Erwähnung der Tatsache einschließen, dass die größte Palästinenserpartei, die Hamas, ein islamo-nazistisches Wesen habt. Es würde auch die Notwendigkeit bedeuten, dass Europa die Praxis der Beurteilung Israels mit zweierlei Maß aufgeben müsste. Man könnte dem viele weitere Elemente des falschen europäischen Konstrukts über den palästinensisch-israelischen Konflikt hinzufügen.

 

1 Manuel Valls: Oui, la France est en guerre contre le terrorisme. Le Monde, 13. Januar 2015.
2 Dans les collèges et lycées, le soutien à ‘Charlie Hebdo’ loin de faire l’unanimité. Le Monde, 4. Januar 2015.
3 Attentats de Paris: Al-Qaïda au Yémen menace la France de nouvelles attaques. L’Express, 10. Januar 2015.
4 Jean-Yves Le Drian, Sur Le Pied de Guerre en Libye. Paris Match, 10. Januar 2015.
5 Plus de 70 procédures ouvertes pour apologie et menaces d’actions terroristes. Le Monde, 13. Januar 2015.
6 James Ball: NSA monitored calls of 35 world leaders after US official handed over contacts. The Guardian, 25. Oktober 2013.
7 Jeffrey Goldberg: French Prime Minister: If Jews Flee, the Republic Will Be a Failure. The Atlantic, 10. Januar 2015.
8 www.gouvernement.fr/partage/3118-seance-speciale-d-hommage-aux-victimes-des-attentats-allocution-de-manuel-valls-premier-ministre
9 Marwan Barghouti nommé Citoyen d’honneur de la ville d’Aubervilliers. l’Humanité, 22. Dezember 2014.
10 Valenton Inauguration d’une rue Marwan-Barghouti, une première dans le monde. l’Humanité, 18. September 2014.
11 Hollande asked Netanyahu not to attend unity march. JTA, 12. Januar 2015.
12 Itamar Marcus/Nan Jacques Zilberdik: Abbas Hypocrisy: Participated in the Anti-Terror march in France, while PA glorifies terrorists who kill Israelis. Palestinian Media Watch, 11. Januar 2015.
13 Uriel Heilman: For embattled French Jews, mixed feelings about call to move to Israel. JTA, 12. Januar 2015.
14 Cnaan Lipshiz: After attack, spike in emigration could deplete France’s Jewish community. JTA, 13. Januar 2015.
15 Herb Keinon: Netanyahu at site of Paris attack: I expect world leaders to fight terrorism alongside Israel. The Jerusalem Post, 12. Januar 2015.

Nachwirkungen der Morde von Paris: Symptome der französischen Krankheit

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Nach der jüngsten Mordserie in Paris sagte der französische Präsident François Hollande: „Diese Fanatiker haben mit der muslimischen Religion nichts zu tun.“1 Hollandes Worte beschönigen das Problem statt es zu klären; das war nur eines der vielen Ereignisse in der Folge der Morde von Paris, die weiterer Aufmerksamkeit würdig sind.

Unter den Anführern der Welt ist Hollande nicht allein damit die muslimische Identität von Kriminellen zu übertünchen. In einer Rede über die Bewegung Islamischer Saat sagte Präsident Barack Obama, diese sie „nicht islamisch“ und fügte hinzu: „Keine Religion billigt das Töten von Unschuldigen.“2 Diese Ansicht zu der extremen Muslimbewegung wurde vom britischen Premierminister David Cameron geteilt, der erklärte: „Sie prahlen mit ihrer Brutalität. Sie behaupten dies im Namen des Islam zu tun. Das ist Unsinn. Der Islam ist eine Religion des Friedens. Sie sind keine Muslime, sie sind Monster.“3

Die Tatsache, dass die Mörder von Paris sehr muslimisch waren, wurde noch klarer gemacht, als eine Vielzahl muslimischer religiöser Führer und Organisationen im Nahen Osten sich mit ihnen identififzierten.4 Man muss noch nicht einmal so weit weg gehen. Viele muslimische Schüler in Frankreich lehnten es ab an einer Gedenkminute teilzunehmen, die an Schulen aus Respekt den Opfern gegenüber abgehalten wurde.5

Die mörderischen Ereignisse in Paris und die folgenden Reaktionen sind noch zu frisch, als dass sie eine vollwertige Bewertung gestatten. Doch es gibt bereits eine Reihe von Aspekten, auf die schon hingewiesen werden können, auch wenn sie weiterer Recherche wert sind.

Erstens gab es zwischen dem beiden Mordserien ausgesprochene Unterschiede bezüglich der Motive. Die Journalisten von Charlie Hebdo wurden wegen dem getötet, was sie schrieben und zeichneten; die Juden im Supermarkt wurden wegen dem getötet, was sie waren – Juden.

Es liegt eine große Symbolik darin, dass die vier jüdischen Opfer in Israel beerdigt worden sind, obwohl sie Franzosen waren. Frankreich hat sie hintergangen. Der Verrat begann bereits vor langer Zeit. Frankreich gewährte Millionen Einwanderern aus einer Juden gegenüber feindseligen Kultur die Einreise. Algerien, Tunesien und Marokko gehören zu den zehn antisemitischsten Ländern der Welt. Diese Ergebnisse entstammen einer Studie der ADL von 2014 über klassischem Antisemitismus in der Welt.6

Die Lage in Frankreich wäre radikal anders gewesen, gäbe es 500.000 Muslime im Land statt der derzeitigen 5 Millionen. Die Zahl der Jihadisten hätte dann in Hunderten gezählt werden können statt in Tausenden, wie es jetzt der Fall ist. Die Politik der wahllosen Einwanderung großer antisemitischer Bevölkerungen könnte als unbewusste Form von Staats-Antisemitismus betrachtet werden. Um alles noch schlimmer zu machen, hat sich nur ein Teil dieser Leute in die allgemeine französische Bevölkerung integriert und Tausende von ihnen sind radikalisiert worden.

Im Verlauf der letzten Tage gab es weitere Akte, die symbolische Bedeutung hatten. Es ist verständlich, dass die französischen Behörden am Freitagnachmittag jüdische Geschäftsinhaber aufforderten ihre Geschäfte zu schließen, denn es war nicht klar, ob weitere muslimische Mörder frei herumliefen. Die Schließung der Großen Synagoge von Paris durch die Behörden am Freitagabend gab es zuletzt während der deutschen Besatzung. Viele nahmen die Symbolik davon zur Kenntnis.7

Der einzige vage ähnliche Fall einer wegen Drohungen am Sabbat geschlossenen Synagoge ist ein abgesagter Gottesdienst 2010 in der kleinen konservativen Synagoge von Weesp, einer Stadt in den Niederlanden. In diesem Fall wurde die Entscheidung von den Gemeindeleitern getroffen, nachdem sie eine Drohung erhielten.8 2006 verlegte in einem Fall die jüdische Gemeinde in Malmö den Gottesdienst von der Synagoge an einen geheimen Ort.9

Der Einheitsmarsch von Paris, seine positive Botschaft und die Zahl der Teilnehmer waren beeindruckend. Doch dadurch, dass eine Reihe Diktatoren eingeladen wurden, die aktiv Pressefreiheit unterdrücken, wurde er befleckt. Reporter ohne Grenzen erwähnt die Teilnahme von Führungspolitikern aus Ägypten, Russland, der Türkei, Algerien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das sind alles Länder, in denen die Pressefreiheit – neben einer Reihe weiterer Freiheiten und Menschenrechte – unterdrückt wird.10

Die von Hollande an den PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas geschickte Einladung war eine direkte Beleidigung der Israelis und des jüdischen Volkes. Abbas hat massiv die Ermordung von Zivilisten, Israelis, Juden und anderen verherrlicht. Abbas hätte von den Franzosen gar nicht erst eingeladen werden dürfen und natürlich hätte er nicht in die erste Reihe gehört.11 Das war ein Symptom der wiederkehrenden Doppelzüngigkeit Frankreichs.

Es ist gesagt worden, dass Netanyahu die Franzosen verletzte, indem er alle französischen Juden aufrief nach Israel zu immigrieren. Dass er sich an Juden wandte, die französische Staatsbürger sind und die Form, in der er es ursprünglich machte, war taktlos; der Aufruf zur Aliya hätte anders formuliert werden müssen.12

Netanyahu hätte den französischen Führungspolitikern gegenüber auch anmerken können, dass Israel eine Periode durchgemacht hat, in der jedes Restaurant verpflichtet worden ist eine bewaffnete Wache zu haben. In der derzeitigen französischen Realität werden jetzt jüdische Schulen von Polizisten oder Soldaten bewacht, damit Kinder den Unterricht besuchen können. Es wäre keine Übertreibung solche Maßnahmen zu treffen, um auch jüdische Restaurants und wichtige Geschäfte in Frankreich zu schützen.

Als die Geiselnahme in dem koscheren Supermarkt öffentlich wurde, kam der französische Innenminister – ein Sozialist – an den Ort des Verbrechens.13 Dieser Minister sagte während der Operation Fels in der Brandung im letzten Sommer, er hätte an den Pro-Gaza-Demonstrationen teilgenommen, wäre er nicht Mitglied in der Regierung.14 Mit anderen Worten, Cazeneuve hätte die islamo-nazistische Hamas-Bewegung unterstützt.

Und schließlich hat Frankreich gerade erst die jordanische UNO-Resolution zur Gründung eines Palästinenserstaats befürwortet. Frankreichs UNO-Botschafter François Delattre behauptete, dass es eine „dringende Notwendigkeit zum Handeln“ gab. Er fügte hinzu: „Unsere Bemühungen dürfen hier nicht aufhören. Es liegt in unserer Verantwortung es wieder zu versuchen, bevor es zu spät ist.“15

Weit ehrlicher wäre gewesen, hätte Delattre zugegeben, dass Frankreich in erster Linie für die Resolution gestimmt hatte, um die Muslime zu belohnen, die bei den letzten Präsidentschaftswahlen massiv für Hollande gestimmt hatten. Was „eine dringende Notwendigkeit zum Handeln“ angeht, müssen die Franzosen dringend Zuhause gegen die extreme Gewalt vorgehen, die von kriminellen Elementen seiner muslimischen Bevölkerung verübt wird. Diese Notwendigkeit scheint weit drängender zu sein als ihre Einmischung im Nahen Osten, indem sie den palästinensisch-israelischen Konflikt noch weiter durcheinander bringen.

 

1 12-French forces kill newspaper attack suspects, hostages die in second siege. Reuters, 10. Januar 2015.
2 Statement by the President on ISIL.Weißes Haus, 10. September 2014.
3 https://www.youtube.com/watch?v=IFmCkJ92DRw
4 Algerian Terrorists Linked To ISIS, Al Qaeda, Charlie Hebdo Massacre Was Forewarned By Algeria. Inquistr, 11. Januar 2015.
5 Mattea Battaglia/Benoit Floc’h: A Saint-Denis, collégiens et lycéens ne sont pas tous “Charlie”. Le Monde Campus, 11. Januar 2015.
6 ADL Global 100: A Survey of Attitudes toward Jews in Over 100 Countries around the World. Anti-Defamation League, 2014.
7 Michael Wilner: Landmark Paris synagogue closes on Shabbat for first time since World War II. The Jerusalem Post, 9. Januar 2015.
8 Karel Berkhout: Synagoge schrapt viering sabbat na dreiging. NRC Handelsblad, 9. Juni 2010.
9 Mikael Tossavainen: Arab and Muslim Anti-Semitism in Sweden. In: Manfred Gerstenfeld: Behind the Humanitarian Mask – The Nordic Countries, Israel and the Jews. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs) 2008, S. 97.
10 Mark Tran: Presence at Paris rally of leaders with poor free press records is condemned. The Guardian, 11. Januar 2015.
11 Itamar Marcus/Nan Jacqeus Zilberdik: Abbas Hypocrisy: Participated in the Anti-Terror march in France, while PA glorifies terrorists who kill Israelis. Palestinian Media Watch, 11. Januar 2015.
12 Piotr Smolar: Le nombre exceptionnel de départs vers Israël traduit une lame de fond. Le Monde, 11. Januar 2015.
13 Marion Souzeau: Epicerie casher de la porte de Vincennes: les otages ‘vraisemblablement’ tués avant l’assaut. Le Parisien, 13. Januar 2015.
14 Rassemblement pro-Gaza: Cazeneuve aurait manifesté s’il n’était pas ministre. Le Point, 15. August 2014
15. AFP: Palestinian Resolution Fails at UN Security Council. Mail Online, 31 Dezember 2014.