Ihre Helden und unsere

Jonathan Medved, Aish.com, 10. September 2003

Unsere Helden kämpften, um Leben zu retten. Ihre Helden säten Tod und Zerstörung.

Der Terror letzte Nacht schlug ganz in der Nähe meines Zuhauses zu. Der Druck der Explosion im Café Hillel an der Emek Rafaim erschütterte die Fenster unseres Hauses und ließ keinen Zweifel daran, dass wir wieder einmal getroffen wurden – diesmal in unserem Viertel.

Unser Sohn Yossi sprach am Telefon mit seinem Bruder Momo; er fragte gerade, wann Momo wieder Zuhause sein würde, damit sie zusammen eine weitere Folge von „24“ auf DVD sehen könnten – der verführerischen US-Serie über Terrorismus.

Momo ging gerade über die Emek Refaim-Straße, die zwei Blöcke von unserem Haus entfernt ist. Beide hörten die Explosion. Momo ist 16 Jahre alt und ein Sanitäter beim Magen David Adom (Roter Davidstern, Israels Pendant zum Roten Kreuz). Er nahm seine Erste-Hilfe-Handschuhe, die er immer im seiner Schultasche dabei hat und rannte zum Café, um den Verletzten zu helfen. Yossi lief mit meiner Frau Jane aus dem Haus, um zu Momo zu kommen.

Momo kam als einer der ersten am Tatort an. Er beschrieb ihn später als eine Szene, die direkt von Dante oder Eli Wiesel stammen könnte. Die Opfer schrien und lagen überall verteilt herum. Ein Gruppe Unbeteiligter versuchte ein Feuer zu löschen, das einen Mann zu verzehren drohte. Abgerissene Beine und Arme lagen in Blutlachen herum. Der Kopf eines Mannes befand sich mitten auf der Straße.

Momo handelte entsprechend der Ausbildung, die er diesen Sommer erzielt, in einem Kurs, der darauf ausgelegt war, ihn zu lehren, wie er mit solchen Ereignissen umgehen soll. Sobald der erste Krankenwagen ankam, sagte man ihm, wen er wegbringen sollten und half, die Verwundeten auf Tragen fortzubringen. Nach zehn Minuten war alles vorbei und die erstaunlichen Teams israelischer medizinischer Notfallteams hatte wieder mit Schnelligkeit und Professionalismus gehandelt. Seine Mutter und sein Bruder fanden ihn mit dem Blut der Opfer beschmiert vor und brachten ihn nach Hause.

Ich war im Büro, als die Explosion geschah und hatte unendliche Sorge, denn ich konnte niemanden per Telefon erreichen. Schließlich erhielt ich einen Anruf von meinem Sohn Yossi, der mir sagte, dass es unserer Familie gut ging und dass wir uns Zuhause treffen würden.

Nach Hause zu kommen und die Kleidung seines Sohnes bespritzt mit dem Blut aus einem Terroranschlag zu sehen, ist eine elterliche Erfahrung, die ich nicht vergessen werde – die Erleichterung, ihn unverletzt zu sehen, vermischt mit dem Schmerz, der Empörung und Trauer über einen Anschlag so nahe an unserem Zuhause.

Nachdem Momo geduscht hatte, sahen wir gemeinsam im Fernsehen die surrealen Szenen unseres schönen Viertel, wie es getroffen war, verletzt und blutete. Momo drückte sich an seine Hündin, umarmte sie und versuchte einen Anschein von Normalität wiederzufinden: ein 16-jähriger Junge, der seine heldenhafte Arbeit getan hatte und Szenen gesehen hatte, die nie jemand sehen sollte, versuchte, das zurückzugewinnen, was von seiner Jugend übrig blieb.

Wir sahen die Jubelszenen in Gaza, wo tausende Palästinenser in spontanen Feiern auf die Straßen strömten, außer sich vor Freude über die „Qualtiät“ der Anschläge. Scheik Ahmed Yassin und andere priesen den „Mut“ der Selbstmord-Bomber und riefen ihre Befriedigung hinaus. Insbesondere er, Yassin, erwähnte den „großen“ Abu Shnab, den „Ingenieur“ Dutzender israelischer Tode, dessen Tod nun gerächt sei.

Mir fiel schlagartig der Unterschied zwischen den beiden Gesellschaften auf. Unsere Helden waren auf der Emek Refaim und kämpften, um Leben zu retten, um notfallmedizinische Maßnahmen auszuführen, die Zahl der Opfer gering zu halten. Ihre Helden säten Tod und Zerstörung; ihre Arbeit war die Wissenschaft des Terrors.

Heute Morgen, als die strahlende Jerusalemer Sonne über unserem Viertel wieder aufging, waren die meisten der äußeren Zeichen der Zerstörung beseitigt. Trotz der weiteren Terrorwarnungen und des Stroms an Nachrichten über die gestrigen Anschläge müssen die Kinder in die Schule gehen, muss ihr Leben weiter gehen. Aber die Nachrichten enthielten weitere bittere Neuigkeiten, die mir buchstäblich den Atem nahmen. Unter den Toten der Explosion von letzter Nacht waren Dr. David Appelbaum und seine 20 Jahre alte Tochter Nava.

Nava sollte heute Abend mit einer fröhlichen Feier mit 500 Gästen heiraten. David war ein Notfall-Arzt, eine feste Größe in Jerusalems medizinischer Welt, der hunderte Terroropfer als Leiter der Notfall-Abteilung im Shaarei Zedek-Krankenhaus behandelt hatte. Er war der Gründer von Terem, Jerusalems privater 24-Stunden Notfall-Klinik, und der Partner meines besten Freundes. Er war ein gebildeter Mann, ein freundlicher Mann, ein Tzaddik – ein gerechter Mensch. Er war der wahre Held von Jerusalem.

Ich lasse Momo heute Morgen ausschlafen. Ich versuchte ihn zu wecken, aber er sagte, er brauche mehr Schlaf. Sein Lehrer rief an um zu sagen, dass er von Momos Freunden gehört hat, er habe „eine harte Nacht“ gehabt und sei unter den ersten am Anschlagsort gewesen. Er schlug vor, dass wir zum Begräbnis von Dr. Appelbaum und seiner Tochter gehen und ich ihn dann zur Schule bringe, damit er bei seinen Freunden sein und über das reden kann, was passiert ist. Mein Sohn und seine Freunde – die wirklichen Helden Jerusalems.

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Wir lehnen es ab den Hass zu wählen

Sherri Mandel, Jerusalem Post, 2. September 2003 (Link besteht nicht mehr)

Vorbemerkung: Bei diesem Text handelt es sich um ein Beispiel dafür, wie die Israelis mit ihren Erfahrungen des Terrors umgehen. Das wird in unseren Medien eigentlich nie gezeigt. Dieses Verhalten und diese Einstellungen finden wir auf der „anderen Seite“ nicht – dort haben wir ständig die Bilder der „Beerdigungen“, die eigentlich selten etwas anderes sind als Mordaufrufe. Diese Diskrepanz sollte der Öffentlichkeit auch langsam einmal bewusst werden.

Camp Koby and Josef, die mein Mann und ich in Folge der Ermordung unseres Sohnes schufen, betreibt Lager für hunderte israelischer Kinder, die Eltern oder Geschwister bei Terroranschlägen verloren oder die selbst verwundet wurden. In diesem Sommer haben wir fast 600 Kinder betreut, ihnen geholfen mit Freude weiterzuleben.

Unsere Lager bieten Kunst-, Musik- und Theater-Therapie mit besonders ausgebildeten Beratern und Mitarbeitern, die Heilungsbelange der Kinder fördern und sie lehren, dass Schmerz gefühlt, erlitten und geteilt werden kann. Unser Ziel ist es, Schmerz zu kanalisieren und verändern, damit die Kinder produktive, sprühende Bürger werden können.

In den meisten palästinensischen Sommerlagern steht die Philosophie in großem Gegensatz zu der unserer Lager. Wie die Jerusalem Post berichtete, lernen palästinensische Kinder im Sommerlager wie Soldaten zu kämpfen; die Lager ehren mit ihren Namen Terroristen, die Busse gesprengt haben; die Lager-Teilnehmer marschieren herum wie Guerillakämpfer und schwören Ergebenheit Israelis zu töten.

Ein Reporter hörte diese Kinder-Schlachtruf: „Wir wollen kein Mehl; wir wollen keine Sardinen; wir wollen Bomben.“

Inzwischen erklärte der Leiter eines Ausnahme-Lagers, das ausdrücklich als eines gegründet wurde, das palästinensischen Kindern keine Gewalt lehrt, dass er die Kinder statt dessen „Solidarität“ lehrt. Mit anderen Worten: es gibt immer noch eine politische Tagesordnung, selbst wenn Gewalt ausdrücklich nicht zum Programm gehört.

Als israelische Mutter, die ein Kind durch Terror verlor, weiß ich, wie groß die Trauer ist und wie viel Arbeit es bedeutet, mit dem Verlust fertig zu werden und ihn dort zu lassen, wo er von Liebe und Freundlichkeit umgeben ist. Der Schmerz ist einfach untragbar. Aber in meiner Arbeit mit über 150 israelischen Müttern in diesem Jahr, von denen alle Kinder oder Ehemänner durch Terror verloren, habe ich nur eine Hand voll von Wut reden hören.

Die Medien gehen davon aus, dass Israelis, die von Terror betroffen sind, voller Hass und Wut und Racheschwüren umher gehen. Das ist aber nicht wahr. Wir sind erfüllt von Traurigkeit und Verzweiflung. Aber diese Verzweiflung treibt uns nicht an zu hassen oder zu töten. Wir Juden verwandeln unseren Schmerz in Trauer und ein verzweifeltes Bedürfnis, damit klar zu kommen, persönlich zu wachsen und unserer Kinder zu gedenken.

Das ist die Botschaft, die wir unseren Kindern vermitteln.

Im Gegensatz dazu lehren viele Palästinenser ihre Kinder, ihren Schmerz in Wut und Rache zu verwandeln. Und obwohl viele sagen, dass die Palästinenser machtlos und verzweifelt und daher gezwungen sind, auf Rache und Gewalt zurückzugreifen, zeigte uns die kurzlebige Hudna, dass palästinensische Machtlosigkeit ein Ammenmärchen ist.

Die Palästinenser können ihre sogenannte Verzweiflung kontrollieren. Ihre Racheschwüre, ihr Hass ist gewählt. Und ihre Führer wählen weiter den Hass. Diesen Hass kann man offen ausgedrückt in den palästinensischen Sommerlagern finden.

Was eine Zeit unschuldigen Abenteuers sein sollte, wird statt dessen in eine Zeitspanne poliitischer und moralischer Indoktrination der schlimmsten Sorte manipuliert. Und es sind die Kinder, die manipuliert werden; mancher würde sagen: missbraucht werden.

Lagerlieder könnten als irrelevant abgetan werden; wenn aber die palästinensischen Kinder Hass-Lieder singen, sind das die Lieder, die die Herzen dieser Kinder für Jahrzehnte füllen.

Es gibt eine Kluft zwischen der israelischen und der palästinensischen Kultur; und während manche sie der Politik zuschreiben wollen, ist die tragische Wahrheit, dass keine politische Lösung die Flammen des Hasses dämpfen kann, die in der palästinensischen Gesellschaft gezündet worden sind. Dieser Hass sitzt zu tief, ist zu hartnäckig und zu sehr akzeptiert.

Wenige Journalisten wollen die Geschichte des palästinensischen Hasses angehen. Große Medien wie die „New York Times“ und die „Washington Post“ meiden unser Lager – vielleicht, weil es den tief verankerten Unterschied zwischen den beiden Kulturen entlarvt.

Israelis versuchen, ihre Trauer zu bearbeiten – die Palästinenser beuten ihre aus.

Unterschätze niemand die Macht des Schmerzes. Unbehandelte Trauer kann Jahrzehnte andauern. Die zynische Ausbeutung des Schmerzes – in Sommerlagern, Schulen und in den palästinensischen und internationalen Medien – ist einer der wichtigsten Hinderungsgründe jeden Friedensversuchs – und könnte das für weitere Generationen sein.

Die Israelis versuchen, mit ihrer Trauer klarzukommen. Die Palästinenser nähren sie, heizen sie an und verehren sie.

 

Es ist mehr als Terror

Über die Wahrnehmung des Krieges gegen Israel

Yaffa Ganz, Isarel National News, 3. Juli 2003 

Israel und die arabischen Staaten befinden sich nicht länger im Krieg: „Terror und Gewalt“ ist in den Medien und im internationalen Sprachgebrauch der neueste Slogan für die vergangenen 55 Jahre Kampf im Nahen Osten. „Terror“ ist gewöhnlich das, was die Araber anrichten; „fortgesetzte Gewalt“ ist die jüdische Antwort. Zwei gleich hässliche Seiten einer fehlerhaften Münze.

Aber im Konflikt im Nahen Osten geht es nicht um Terror oder Gewalt. Das ist das unglückselige Ergebnis, nicht die Ursache. Und Israel kämpft nicht gegen Terror. Es kämpft um sein Überleben und um sein Existenzrecht als jüdischer Staat in seiner alt hergebrachten, historischen, universell anerkannten, nie aufgegebenen Heimat.

Das derzeit favorisierte Heilmittel unseres ewigen Marsches zum „Frieden“ ist die Roadmap, der jüngste einer Reihe von Plänen den jüdischen Staat aufzuteilen, zu schwächen, zu verstümmeln oder auf andere Art und Weise handlungsunfähig zu machen.

Seit der Balfour Declaration 1917 haben wir eine dauernde Parade von Vorschlägen und Aktivitäten erlebt – Teilungspläne, Grenzen, die wieder und wieder neu gezogen wurden, militärische Zusammenstöße, komplette Kriege, Waffenruhen, Waffenstillstandslinien, Resolutionen, nicht enden wollende Konferenzen und nun die Hudna (wir werden sehen, wie lange die dauern wird…). Alle wurden ersonnen, um den ultimativen Frieden im Nahen Osten zu erlangen. Es gab die Peel Kommission in den 30-er Jahren; den Teilungsplan der UNO; die Resolutionen 181, 194 und 242; den Rogers-Plan; die Konferenzen von Genf und Madrid und die viel umworbenen Oslo-Vereinarungen. Scharm-el-Scheik, Wye, Camp David, Taba – alle waren sie Gastgeber für Friedens- und Problemlösungs-Versammlungen. Kissinger, Reagen, Schultz, Baker, Ross, Clinton, Tenet, Zinni, die Saudis und nun Präsident Bush haben alle ihre vereinte Weisheit beigesteuert, leider Gottes vergeblich.

Das einzige, was jeder einzelne dieser Pläne, Vorschläge, Teilungen und Vereinbarungen mit den anderen gemein hatte, ist, dass jeder einzelne weitere israelische Rückzüge, Beschränkungen und Aufgaben mit sich brachte, kompensiert natürlich durch unveräußerliche internationale Garantien und Versprechen auf Unterstützung in der Zukunft. Die Araber akzeptierten oder unterzeichneten eine ganze Reihe dieser Vereinbarung und fuhren dann prompt fort, sie zu verletzen, zu brechen, darauf herumzutrampeln und jede einzelne von ihnen zur Farce zu machen. Wie im Fall der gegenwärtigen Hudna sind arabische Vereinbarungen mit dem Feind ein zeitweiser, taktischer Schachzug. Gerede von einer „Zweistaaten-Lösung“ ist ein Schritt in Richtung eines judenreinen Nahen Ostens. Ihr Krieg gegen die Juden ist keine politische Lage, die Kompromiss und Lösungsvorschläge zulässt; es geht in diesem Krieg um Sieg oder Tod, ein ehrbarer und historischer arabischer Lebensstil.

Als die jüdische Besiedlung Palästinas 200 Jahre vor der Gründung des jüdischen Staates zuzunehmen begann, als Palästina eine weit abgelegene Provinz des osmanischen Reichs war und die arabische Bevölkerung Palästinas (zu dem damals auch Transjordanien gehörte) sehr gering war und weit verstreut lebte, griffen die Araber trotzdem jedes Zeichen jüdischer Besiedlung an, führten Krieg gegen sie, terrorisierten, schlachteten sie ab, bestahlen sie und taten ihr Möglichstes, sie zu vernichten. Und trotzdem war diese Besiedlung das, was einen von Armut geschlagenen, trostlosen, leeren Landstrich in ein Land verwandelte, in dem Milch und Honig fließt.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beschrieben Franklin Roosevelt und Winston Churchill einen Prozess massiver arabischer Einwanderung nach Palästina.

Wo kamen sie her – all diese Immigranten – und warum tauchten sie plötzlich auf? Sie kamen aus den Ländern der Umgebung, weil die jüdische Besiedlung in Palästina ein neues und lebendiges wirtschaftliches Umfeld geschaffen hatte.

Und je mehr neue arabische Immigranten ankamen, desto mehr protestierten sie gleichzeitig gegen die jüdische Anwesenheit. Ihr nicht endender Krieg wurde in dieser Zeit vor der Staatsgründung und vor dem „Terror“ (!) „Anschläge“ oder „Pogrome“ genannt und ihre wahllosen Morde und Zerstörungen sind seitdem ohne Unterbrechung weiter gegangen – außer wenn wir sie selbst unterbrachen. Sie töteten und zerstörten vor der jüdischen Unabhängigkeit, bevor es ein „Flüchtlingsproblem“ gab, vor den 1967 erweiterten Grenzen, vor der Vereinigung Jerusalems und bevor es irgendwelche verstreuten Siedlungen oder Außenposten in der leeren, windigen Landschaft in Judäa und Samaria gab.

Nebenbei gesagt, die Araber sind das einzige Volk in der Welt, dessen „Flüchtlingsproblem“ seit 55 Jahren andauert, über drei bis vier Generationen hinweg. Sie sind die einzigen Flüchtlinge der Welt, die nie aussterben, die nie von der UN-Flüchtlingsliste gestrichen werden und die einzigen, die nicht in anderen Ländern aufgegangen sind, trotz eines riesigen „Mutterlandes“ Arabien mit seinen 22 Staaten, dreihundert Millionen Menschen (die fast alle eine gemeinsame Kultur, Sprache und Religion teilen), unendlicher Weiten leeren Landes und unbeschreiblichem Reichtum und Ressourcen. Auf UNRWA-Postern wurden die arabischen „Flüchtlinge“ als „Überlebende“ dargestellt. Das sind sie in der Tat.

Israel muss sich nicht bloß einer Gruppe – oder Gruppen – von isolierten Terroristen erwehren. Es muss mit einer kompletten Kultur von Gewalt, Hass, Blutfehden, Diebstahl und Ausweichen jeglicher Verantwortlichkeit klar kommen, die in muslimischen Ländern und muslimischer Kultur heimisch ist. Sogar „modernere“ arabische Staaten wie Ägypten oder Jordanien befinden sich ständig in der Gefahr, wieder in soziales Chaos und die blutige Vorstellungswelt islamischer Kriegsführung abzugleiten. Sie war brutal und ist es immer noch.

Die Araber führten Krieg mit den Juden, bevor es überhaupt den Gedanken einer arabisch-palästinensischen Nation oder eines entsprechenden Staates gab. Palästinenser waren die Juden Palästinas; die Araber waren einfach Araber – Teil des großen, arabischen Pan-Arabien – einer großen, zusammenhängenden arabische Nation, die sich über den ganzen Nahen Osten erstreckte und die gesamten, hoch homogenen arabischen Landstriche und ihre Bevölkerung umfasste. Und obwohl kleine Anzahlen Juden und Christen im Status der Dhimmis (ein Status der Semi-Dienstbarkeit, wie sie im Koran für Nicht-Muslime vorgeschrieben wird) leben mochten, waren Ungläubige (d.h. alle Nicht-Muslime) unwillkommen. In ihrem heiligen Krieg gegen die Juden erkennen die Araber keine Unschuldigen an, keine Nicht-Kombattanten, keine Frauen, keine Kinder. Alle sind der Feind; ganz Palästina ist heilige, „arabische“ Erde, und diese Erde muss judenrein sein.

Tatsächlich sind bereits aus einem großen Teil des Nahen Ostens die Juden entfernt worden. 850.000 verließen die arabischen Länder oder wurden 1948 systematisch aus den arabischen Ländern hinaus gezwungen; der Rest wanderte bald darauf aus. Statt der großen, blühenden und antiken Gemeinschaften bleiben nur ein paar winzige Überreste in wenigen Ländern wie Marokko, dem Iran oder Ägypten übrig (von denen alle nervös, gefügig, vorsichtig und verängstigt sind). Was Hitler in Europa nicht schaffte, hat der Islam im Nahen Osten erreicht.

Hitler hatte seine Endlösung; der Jihad wird die Länder des Islam reinigen, von Südostasien über den fruchtbaren Halbmond und Afrika bis zur Straße von Gibraltar, von Ägypten und dem Sinai im Süden bis zur Türkei, Südrussland und dem Balkan im Norden.

Das klingt verrückt? Arabische Führer aller Schattierungen erklären und deklamieren das in ihren täglichen Radio- und Fernsehsendungen, in ihrer Presse, in ihren Schulbüchern, in ihren Reden. Sie sagen es öffentlich, laut und deutlich, in allen Sprachen, aber hauptsächlich auf Arabisch. Ihre englischen Verkündigungen sind gedämpfter, berücksichtigen westliche Sensibilitäten. Aber lesen Sie einige Zeitungen auf Arabisch; hören Sie einigen wenigen Predigten in den Moscheen der ganzen Welt zu; setzen Sie sich in die Madrassas, die sich in der westlichen Welt ausbreiten, wo Millionen arabischer Kinder den Islam studieren. Oder – verbringen Sie ein paar Wochen in Israel und zählen Sie die Mörsergeschosse auf ruhige, zivile Zentren, die Schüsse auf nicht damit rechnende Unschuldige auf Autobahnen und die Selbstmord-Bomber, wo immer sie eindringen können.

Kürzlich wurde Anjem Choudary, der Führer von Al Muhajiroun in Großbritannien (einer islamischen Gruppe) von Ori Golan für die Jerusalem Post interviewt. Das Interview erschien in der Jerusalem Post vom 27. Juni 2003. Herr Choudary erklärte öffentlich und unverfroren: „In Israel gibt es keine Zivilisten. Sie müssen berücksichtigen, dass sie muslimisches Land besetzen.“ [Anmerkung d. Autorin: Er bezog sich ausdrücklich auf das gesamte Land Israel, nicht nur die 1967 eroberten Gebiete.]

Einschließlich Babys und alten Frauen??? Im Land sind diese Leute die Besatzer und Aggressoren und Teil der Grausamkeiten, die, so weit es uns betrifft, genauso schlimm, wenn nicht schlimmer sind als Nazideutschland.

Ist der Islam eine friedliche Religion? Nein, das können wir nicht sagen, weil die Wurzeln des Wortes Islam nicht „Frieden“ ist, sondern „Unterwerfung“ – komplette Unterwerfung unter den Schöpfer.

Was ist mit dem Briten, der den Selbstmordanschlag in Tel Aviv ausgeübt hat? Man muss sich freuen, wenn Mit-Muslime ihre Pflichten erfüllen. Es ist eine sehr noble Sache? Er wird ins Paradies eingehen.

Obwohl diese Dinge öffentlich in England ausgesprochen – und veröffentlicht – wurden, findet es der Westen immer noch schwierig (wenn nicht unmöglich) in diesen Begrifflichkeiten zu denken. Aber sollte es je einen heiligen Krieg gegeben haben, dieser ist es. Als solcher muss er nicht mit Stahl gekämpft werden, sondern mit Glauben. Die Araber glauben das. Das ist der Grund, warum ihre Selbstmordbomber so begierig darauf sind, sich in die Luft zu sprengen. Sie sind sicher, dass Allah auf sie wartet, um sie am Tor ins Paradies zu begrüßen. Und die, die sich nicht in die Luft jagen, stehen daneben und applaudieren. Der Rest der Welt spricht darüber, den Terrorismus zu bekämpfen, Frieden zu fördern, Grenzen zu ziehen, Vereinbarung zu unterschreiben. Der Westen tendiert dazu zu denken, dass alles sauber kontrolliert, geregelt und rational in Ordnung gebracht werden kann. Aber das ist Selbsttäuschung. Gewalt muss mit Gewalt begegnet, Feuer mit Feuer bekämpft, dem Bösen mit Gutem begegnet und verbogenem, mörderischem Glauben muss mit der Wahrheit entgegen getreten werden.

Amerika wachte nach dem 11.9. auf, entwickelte aber einen Tunnelblick. Obwohl endlich sensibilisiert für die möglichen Gefahren für das amerikanische Wohlergehen, scheint Präsident Bush zu denken, dass Gefahren für Israel ein geringeres Problem darstellen.

Dabei ist überhaupt Israels Existenz der Grund und die Rechtfertigung für arabischen Hass und Gewalt. Sogar die gut meinenden Völker der Welt werden nicht lange zustimmen, wegen eines winzigen Landstreifens in einem ständigen Alarmzustand und auf der Kippe zu einem Krieg zu leben. Der Preis für Israels Existenz könnte als zu hoch gewertet werden. Nationen werden sich fragen, was wichtiger ist: 300 Millionen Muslime zu beruhigen oder 4 bis 5 Millionen Juden zu schützen, bloß, weil deren Heimat in der falschen Nachbarschaft liegt? Und das Ergebnis wird sein, die Juden zu zwingen den jüdischen Staat einmal mehr um des „Friedens“ willen zur Kapitulation zu zwingen. Israel ist immerhin das ewige Opferlamm. Wenn die Alternative Weltkrieg heißt, ist ein winziger jüdischer Staat überflüssig.

Was soll dann getan werden? Gibt es eine Lösung des nie endenden arabischen Hasses und Kampfes?

Ja. Dies ist ein Jihad – ein heiliger Krieg – wir müssen ihn mit heiligen Waffen kämpfen. Wenn das jüdische Volk zu seinen grundlegenden Wahrheiten zurückkehrt, zu seiner Torah und zu seinem Land; wenn es versteht, wer es ist, warum es hier ist, die Bedeutung des Landes Israel begreift; wenn sich die Menschen zusammenschließen, nach Hause kommen und ihre historische Rolle und Aufgabe erfüllen, wird eine grundlegende Verschiebung in der kosmischen Konfiguration und der internationalen politischen Szene statt finden. Es gibt einen Gott und Er hat ebenfalls etwas zu den menschlichen Angelegenheiten zu sagen. Aber Er wartet darauf, dass die Menschheit den Ball ins Rollen bringt.

In der Zwischenzeit ist es an uns allen – und besonders am jüdischen Volk – die Standarte der Wahrheit und Gerechtigkeit in einer Welt voller Falschheit hoch zu halten und das Böse zu bekämpfen. Hitler war kein Märchen. Den Schrecken, den erzeugte, gab es wirklich und er musste besiegt werden.

Eines Tages werden unsere Schwerter tatsächlich zu Pflugscharen werden. Der Krieg wird vorbei sein und echter Friede – nicht ungerechte, aufgezwungene Kapitulation einer unschuldigen Nation – wird vollmächtig regieren. Bis dahin werden wir uns weiter anstrengen – und beten.

Mythen platzen lassen

Warum Israels Krieg gegen den Terrorismus funktioniert

Jonathan Chait, Slate, 13. Mai 2002

Letzte Woche tötete ein Selbstmord-Bomber 15 Israelis bei Tel Aviv. Ein Kommentar in der New York Times reagierte so: „Aber wie gestern wieder einmal auf traurige Weise gezeigt wurde, können keinerlei militärische Aktionen den Selbstmord-Wahnsinn aufhalten. Das kann erst geschehen, wenn es palästinensische Mäßigung, israelische Zurückhaltung und Fortschritte auf eine gerechte Lösung gemacht werden.“

Sie haben wahrscheinlich Gedanken in dieser Richtung so oft gelesen, dass diese Argumentierung sinnvoll erschient. Sie ist aber kompletter Blödsinn. Erst einmal kamen der Bomber aus der radikalen Hamas-Gruppe, die offen jeden Frieden mit Israel ablehnt und immer dann dazu tendiert zuzuschlagen, wenn Fortschritt in Richtung Frieden bevor steht. Eine „gerechte Lösung“ würde also – weit entfernt davon, Selbstmordanschläge der Hamas abzuschrecken – vermutlich mehr davon provoziert haben. Zweitens schlugen Selbstmordbomber vor Israels Offensive in der Westbank fast täglich zu. Seitdem sind sie mit einer Rate aktiv, die eher an einem pro Monat liegt. Drittens kam der Attentäter von letzter Woche aus einem Gebiet (dem Gazastreifen), das Israel nicht angriff. Stellen Sie sich vor, die Regierung würde alle Einwohner außer denen des Staates New York gegen Grippe impfen. Wenn eine Grippewelle New York träfe, würde das zeigen, dass die Grippe-Impfungen die Grippe nicht aufhalten können?

Wenn intelligente Leute (wie die Redakteure der Times) etwas so Verrücktes glauben, dann gewöhnlich deshalb, weil sie sich im Griff einer Theorie befinden, die ihnen hilft, Beweise aus der realen Welt zu ignorieren. In diesem Fall ist die Theorie, dass Palästinenser aus Verzweiflung auf Terrorismus zurückgreifen. Die Folge dieser Theorie ist, dass jede israelische Militäraktion unvermeidlich nach hinten los gehen muss, da sie schlichtweg die Palästinenser verzweifelter und wütend macht. Für diejenigen, die das glauben – eine Gruppe, die meist aus liberalen Zeitungs-Redakteuren, Außenpolitikern und praktisch der gesamten Welt da draußen besteht – ist der Fall gegen israelische Militäraktionen (wie der jüngsten in der Westbank) eine Wahrheit, die nicht geprüft werden muss.

Dieser Irrtum ignoriert die Geschichte. Der palästinensische Terrorismus ist nicht das Ergebnis der israelischen Besetzung von Westbank und Gaza, sondern von Israels Existenz. Der palästinensische Terrorismus geht der Besetzung von 1967 voraus; die PLO wurde 1964 gegründet, drei Jahre früher. Ist aber nicht das neuere Phänomen der Selbstmord-Bomber wegen lange gärender palästinensischer Verzweiflung aufgekommen? Nicht wirklich. Selbstmord-Attentate begannen nach den Oslo-Vereinbarungen von 1993, die den Palästinensern ihre größte Chance für einen Staat boten. Sie wurden massiv intensiviert, nachdem Israel sich aus dem Libanon zurück zog und eine Reihe großzügiger territorialer Zugeständnisse machte.

Wenn also, dann deutet die Geschichte darauf hin, dass palästinensische Gewalt nicht aus Verzweiflung, sondern aus Hoffnung entsteht. Ich behaupte nicht, dass die Lage ganz so einfach ist. Die Gehirne der Menschen arbeiten unterschiedlich. Manche Palästinenser werden durch Verzweiflung radikalisiert und durch Hoffnung befriedigt. Für andere ist das Umgekehrte zutreffend. Aber historische Fakten lassen sich besser mit der Vorstellung in Einklang bringen, dass palästinensische Gewalt das Resultat israelischer Schwäche sind, statt mit der, dass sie aus israelischer Stärke entsteht. Die Palästinenser mögen Israels Existenzrecht nie wirklich akzeptieren, aber sie könnten Frieden machen, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass Israel zu zerstören unmöglich ist.

Lassen Sie uns – nur um den Streit auszufechten – einmal annehmen, dass die israelischen Militärschläge tatsächlich die Zahl der Palästinenser erhöhte, die bereit sind, sich als Selbstmord-Attentäter zu betätigen. Das würde immer noch nicht zwingend bedeuten, dass diese Schläge zu mehr Anschlägen führen. Warum nicht? Weil die Zahl der Selbstmord-Attentate von mehr Faktoren abhängt als lediglich von der Zahl der willigen Märtyrer. Erfolgreiche Selbstmord-Bomben benötigen viele Zutaten: die Fähigkeit, an den israelischen Sicherheitskräften vorbei zu kommen (was Training und vermutlich falsche Papiere braucht); die Möglichkeit, versteckte Sprengsätze unter der Kleidung unter zu bringen; und den Sprengstoff selbst. Ja, einige Bomber benutzen selbstgemachte Zutaten, die aber weitaus weniger wirkungsvoll sind als Profi-Material – etwas dem Sprengstoff, den die Autonomiebehörde aus dem Iran importierte. Der entscheidende Faktor der Aktionen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht die Zahl der Freiwilligen. Er besteht in den anderen Zutaten. Und es sind diese Zutaten, die Israel zu vernichten suchte, indem es Terroristenführer verhaftete oder tötete, Bombenbau-Material aushob und seine Grenzen dicht machte.

Natürlich ist das keine perfekte Verteidigung. Aber die andere Strategie – die Palästinenser so lange beschwichtigen, bis keiner von ihnen mehr bereit ist, als Selbstmord-Bomber zu dienen – ist mit fast völliger Sicherheit schlechter. Auch wenn eine israelische Offensive des Charmes die überwältigende Mehrheit der Palästinenser davon überzeugen könnte, die Selbstmord-Bomberei abzulehnen, könnte sogar eine winzige Minderheit von Hartnäckigen – sagen wir 100 oder 200 Freiwillige im Jahr aus einer Bevölkerung von fast 4 Millionen – eine massive Terror-Kampagne aufrecht erhalten. Der Versuch, Israel vor Selbstmordbombern zu schützen, indem man die palästinensische Verzweiflung dämpft, statt den Terrorismus direkt zu bekämpfen, ist ungefähr so, als würde man sein Haus zu schützen versuchen, indem man jedem potenziellen Einbrecher der Stadt eine gut bezahlte Arbeit gibt statt eine Alarmanlage zu installieren.

Warum bestehen dann so viele gut meinende Leute darauf, sich diesem Trugschluss zu verschreiben? Weil es intellektuell bequem ist. „Wenn wir die Debatte über die Ethik der israelischen Politik in den Gebieten aus Israels eigener Sicht praktisch bei Seite außer Acht lassen“, schrieb Times-Kolumnist Nicholas Kristof letzen Monat, indem er den Gedanken zusammenfasste, „ist Mr. Sharons Politik bisher schlimmer als nicht effektiv; sie verstärkt den Terrorismus.“ Der gesamte Appell dieser Vorstellung liegt auf der Teil zu „die Ethik außer Acht lassen“. Die Effektivität der israelischen Militäraktionen zu verleugnen schließt jede Debatte über ihre Moral aus. Es erlaubt die Ignorierung der schwierigen Nebeneffekte zwischen jüdischen und arabischen Interessen, indem man vorgibt, die beiden stimmten perfekt überein: Wenn Israel sein militärisches Eindringen stoppen würde und sich aus den Territorien zurück zöge, würden die Palästinenser ihren Terrorismus einstellen, was beiden Seiten mehr Sicherheit bringen würde. Das ist eine schöne und bequeme Schlussfolgerung. Wenn sie nur wahr wäre.

Der Anschlag in Berlin: Wendepunkt?

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Wird der Terroranschlag in Berlin für Europa und Deutschland zum Wendepunkt? Für die ersten ist das leicht zu beantworten. Die Europäische Union ist weit davon entfernt eine einheitliche Gesellschaft zu sein. Ein Terroranschlag in Deutschland, Frankreich oder Belgien hat keinen bedeutenden Einfluss auf die Stimmung der Gesellschaft in anderen Ländern. Soweit es Deutschland betrifft, kann eine radikale Veränderung der Einstellungen am wahrscheinlichsten nur über einen längeren Zeitraum mit vielen weiteren Vorfällen erreicht werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat enorme Beharrlichkeit gegenüber Opposition zu ihrer Willkommenspolitik für Flüchtlinge gezeigt. Der Terroranschlag des Tunesiers Anis Amri in Berlin, bei dem zwölf Menschen starben und achtundvierzig verletzt wurden, ist nur einer in einer Kette gewalttätiger Vorfälle, von denen mehrere durch die Politik der offenen Grenzen erleichtert wurden.

Dazu gehört ein Anschlag im Juli in München durch einen Deutsch-Iraner, bei dem 9 Menschen getötet wurden.[1] Die bisherigen größeren Vorfälle waren die massiven sexuellen Übergriffe auf Frauen in Köln und einer Reihe weiterer deutscher Städte in der Sylvesternacht 2015.[2] Es gab zudem weitere Morde und einer Reihe verhinderter Anschläge sowie die Verhaftungen von Personen, die Terroranschläge planten. Eine Festnahme war die eines radikalen Muslims beim Verfassungsschutz.[3]

Um den Wende-Aspekt der Morde von Berlin zu beurteilen sollte man sich daran erinnern, wie lange es dauerte, bis die USA ihre Haltung seit dem 11. September 2001 mit fast 3000 Toten änderten. Heute ist Trumps Stereotypisierung in seinen antimuslimischen Positionen ebenfalls eine langfristige Auswirkung des 9/11 und einer Reihe weitere durch den Islam motivierter Morde.

Im vergangenen Jahr machte ich bizarre Erfahrungen bei Vorträgen für Israel besuchende deutsche Gruppen. Ich wurde regelmäßig gefragt, ob ich erklären könne, was Merkels Politik der offenen Grenzen und ihre Behauptung „Wir schaffen das“ motivierte. Die Besucher sagten, sie selbst seien nicht in der Lage gewesen in ihrer Politik irgendeine Logik zu finden.

Ich wiederholte dann die drei möglichen Motivationen, die ich im September 2015 veröffentlichte, kurz nachdem Merkel ihre Willkommenspolitik für Flüchtlinge angekündigt hatte.[4] Heute können wir sehen, dass Resultat aller drei Motivationen keine Ergebnisse brachte, sondern möglicherweise sogar kontraproduktive Folgen hatte.

Der erste von mir angeführte Grund war, dass Merkel den ultimativen Beweis anstrebte, dass Deutschland sich geändert hat und dass das neue Deutschland sich völlig vom durch den Nationalsozialismus geschaffenen Bild distanziert hat. In scharfem Gegensatz zu dem Land, das von ihm als Außenseiter Definierte vertrieb oder ermordete, hatte das neue Deutschland vor, den Immigranten aus der Dritten Welt ein herzliches Willkommen zu bereiten.

Eine wichtige Entwicklung des Flüchtlingszustroms sind allerdings die Zunahme rechtsgerichteter Hetze sowie der rapide Aufstieg der antiislamischen Partei AfD gewesen. In allen Umfragen vor den Morden von Berlin wurde festgestellt, dass sie die drittgrößte deutsche ist. Sie bekommt 10 bis 15%, deutlich mehr als die Grünen und die Linke, und sie liegt weit vor der alteingesessenen, liberalen FDP.[5] Darüber hinaus glaubt eine zunehmende Mehrheit der Deutschen, dass die Integration der Flüchtlinge nicht gelingen wird.[7]

Der zweite wahrscheinliche Grund, den ich für die Willkommenspolitik anführte, war Deutschlands niedrige Geburtenrate.[7] Es wird erwartet, dass die Bevölkerung des Landes von derzeit 81 Millionen ohne Zuwanderung zurückgehen wird. Das wird zu einem Mangel an körperlich leistungsfähigen jungen Menschen führen, die als Arbeitskräfte und zur Versorgung der früheren Generation benötigt werden. Wir wissen nicht, wie viele Flüchtlinge seit September 2015 in Deutschland ankamen, zum Teil weil längst nicht alle registriert wurden; aber laut Schätzungen sind es mehr als eine Million.[8] Es ist nicht klar, ob der Gesamtnutzen der Gekommenen für das Land die Probleme überwiegen wird, die ein Teil von ihnen verursachen wird.

Der dritte von mir angeführte Grund war, dass Merkels Mentor, der frühere CDU-Kanzler Helmut Kohl mit seiner mutigen Entscheidung Ost- und Westdeutschland vereinen in die Geschichte eingegangen ist.[9] Merkel hat seit 2005 eine bemerkenswerte Karriere als Bundeskanzlerin hingelegt. Obwohl sie zweimal wiedergewählt wurde, fehlte ihr bisher eine herausragende Tat, die sie in die Annalen des Landes bringt. Infolge der zukünftigen destruktiven Ergebnisse ihrer Flüchtlingspolitik wird es wahrscheinlich so sein, dass sie in der Tat in die Geschichte eingehen wird, allerdings eher negativ als positiv.

Kurz nach den Morden in Berlin kamen viele Vorschläge auf, wie die Lage gebessert werden kann. Ein paar sind: bessere Integrationspolitik, Stärkung der Geheimdienste, stärkere Videoüberwachung im öffentlichen Raum, verstärkte Polizeikräfte und die Polizei besser auszurüsten[10] sowie mehr politische Rückendeckung für die Beamten.[11]

Aber es gibt zwei herausragende Themen, aus denen Deutschland vom Brexit-Referendum und der Wahl Donald Trumps lernen könnte – die Notwendigkeit seine Grenzen zu überwachen und so wenig Illegale im Land zu behalten wie möglich. Um das zu erreichen, wird es nötig sein, das aktuelle Schengen-Abkommen für offene Grenzen zu den benachbarten EU-Ländern aufzugeben oder drastisch einzuschränken.

Normalerweise sind die Juden die ersten, die die negativen Auswirkungen starker Immigration aus muslimischen Ländern mit hohem Anteil an Antisemitismus zu spüren bekommen.[12] Wenn ihnen das zustößt, ist es oft ein Spiegel dessen, was anderen zustoßen wird. Diese Sorgen werden sowohl von deutschen jüdischen Leitern als auch von einigen jüdischen Kommentatoren im Ausland zum Ausdruck gebracht.[13][14] Doch in diesem Fall war das nicht so. Anders als in Frankreich und Belgien waren in Deutschland nicht die Juden die ersten, die es traf. Die Anschläge von Köln und die verschiedenen Terrormorde, einschließlich derer von München und Berlin erfolgten willkürlich. Sie richteten sich nicht gegen Juden, sondern Deutsche in ihrer Gesamtheit. Man wird abwarten müssen, um zu sehen, ob dies der Beginn eines neuen Trends ist.

[1] http://www.theguardian.com/world/2016/jul/22/munich-shopping-centre-evacuated-after-reported-shooting-germany

[2] http://www.isranet.org/manfred-gerstenfeld-german-sex-assaults-europeans-cannot-learn-jews

[3] http://www.washingtonpost.com/world/europe/arrested-german-spy-was-a-onetime-gay-porn-actor–and-a-secret-islamist/2016/11/30/57c44f1e-e068-4307-8ddf-848fda772306_story.html

[4] https://heplev.wordpress.com/2015/11/16/deutschlands-hausgemachte-probleme-und-die-juden/

[5] http://www.politico.eu/article/far-right-afd-hits-new-highs-in-germany-wide-poll-state-elections/

[6] http://www.welt.de/politik/deutschland/article160597281/Immer-weniger-Deutsche-glauben-an-Integrationserfolg.html

[7] https://heplev.wordpress.com/2015/11/16/deutschlands-hausgemachte-probleme-und-die-juden/

[8] http://www.bbc.com/news/world-europe-34131911

[9] https://heplev.wordpress.com/2015/11/16/deutschlands-hausgemachte-probleme-und-die-juden/

[10] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/anschlag-in-berlin-deutsche-wollen-mehr-kameras-an-oeffentlichen-plaetzen-a-1127482.html

[11] www.welt.de/politik/deutschland/article160599160/Polizeibeschaeftigte-wenden-sich-von-etablierten-Parteien-ab.html

[12] http://kantorcenter.tau.ac.il/sites/default/files/general-analysis-09.pdf

[13] https://heplev.wordpress.com/2015/11/16/deutschlands-hausgemachte-probleme-und-die-juden/

[14] http://www.algemeiner.com/2015/10/30/immigration-antisemitism-and-the-future-of-european-democracy/

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (01.-07. Januar 2017)

Sonntag, 01.01.2017:

Mahmud Abbas hat ja behauptet er wolle mit Trump am Frieden arbeiten. Problem für die Gültigkeit dessen, was er (unwahrscheinlich) schaffen würde: Zwei Drittel der PalAraber wollen ihn endlich weg sehen.

Die Hamas verhöhnt die Israelis mit zwei gefakten Geburtstagsvideos für einen der von ihr verschleppten toten Soldaten.

Die Hamas beschwert sich, dass Israel die Leichen mehrerer Terroristen nicht an sie zurückgibt. Das sei Beweis dafür wie kriminell und barbarisch Besatzung die Besatzung ist – tönt ausgerechnet die Terrortruppe, die seit 2 Jahren die Leichen zweier Israelis nicht rausrücken will…

Montag, 02.01.2017:

Nach der UNSC-Resolution kurz vor Weihnachten haben die Pal-Araber die Anschläge mit Steinwürfen intensiviert. Allein heute gab es mindestens 9 davon.

Die Fatah feiert ihr 52-jähriges Bestehen: „Um ein echter Palästinenser zu sein, musst du ein Kämpfer sein, der sich opfert.“ Dazu wurden Terrorführer geehrt, die für Hunderte Terrortote verantwortlich sind. Als Vorbilder wurden einige weitere Terroristen gerühmt. (Elder of Ziyon hat Fotos von den Feiern.)

Die Hamas hat ihre jährliche „Märtyrerstatistik“ veröffentlicht. 2016 gab es 29 Märtyrer, wobei die Hamas selbst weit erfolgreicher war solche zu schaffen als Israel: 21 starben in einstürzenden Tunneln, 2 bei Trainingsunfällen, 2 bei „Arbeitsunfällen“, einer beim Entschärfen eine Bombe, einer erlag früher erlittenen Verletzungen, einer wurde von israelischen Truppen in Hebron getötet (nach der Ermordung von Rabbi Miki Mar), und einer soll in Tunesien vom Mossad getötet worden sein.

Am Berg Hebron stürzte eine Drohne ab. Es wurde festgestellt, dass sie der EU gehört, die damit in Zusammenarbeit mit den Pal-Arabern jüdische Orte ausspioniert (die in der Regel IDF-Basen haben).

Die ägyptischen Behörden geben an 12 Schmuggeltunnel in den Gazastreifen zerstört zu haben.

Dienstag, 03.01.2016:

Die Fatah/PA dreht die Gebetsmühle; jetzt war Sultan Abu al-Einein dran einer Zeitung zu verkünden, dass eine Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem zu Judenmord führen wird.

Letzten Monat wurde eine 17-jährige Terroristin überwältigt, bevor sie Schaden anrichten konnte. Sie zeigte während der Vernehmungen eigene Zeichnungen, die ihre Mordabsichten illustrieren.

Sonntag führte der Archäologe Gabriel Barkay eine Gruppe amerikanischer Studenten über den Tempelberg. Waqf-Wächter zerrten ihn zur Polizei und forderten, er solle des Tempelbergs verwiesen werden, weil er nicht „Haram al-Scharif“, sondern „Tempelberg“ sagte. Die Polizisten lehnten das ab, „rieten“ Barkay aber den Begriff „Tempelberg“ nicht mehr zu benutzen. Dieser sagte während der restlichen Führung nur noch „TM“ (für Temple Mount).
Barkay und viele Reiseführer berichten, dass sie immer wieder von Waqf-Wächtern angegriffen und belästigt werden, wenn sie auf dem Tempelberg historische Erklärungen geben.

Mittwoch, 04.01.2016:

Karikatur der PA in ihrer Tageszeitung: Der Weihnachtsmann wurde von Israel ermordet, weil er ein Terrorist sein soll.

WAFA „berichtet“ alle zwei Wochen über „antiarabische israelische Hetze und Rassismus“ – und es stellt sich heraus, dass alles, was die PalAraber schlecht aussehen lässt, „antiarabische Hetze und Rassismus“ ist.

Donnerstag, 05.01.2016:

10 chassidische Juden gingen zu Josuas Grab in Kifl Hares bei Ariel in Samaria. Sie worden von Arabern angegriffen und riefen die Polizei, die daraufhin die Juden festnahm. Nach Angaben der NGO Honenu, die für jüdische Rechte in Israel eintritt, befindet sich Kil Hares in Area B, die von Juden betreten werden darf. Die Polizei behauptet die Juden hätten die Gegend illegal betreten.

Gut, wundern sollte sich niemand: Die Stadt Ramallah hat eine Straße nach einem katholischen Erzbischof benannt, der zu den boshaftesten Antisemiten der katholischen Kirche gehörte (und am Sonntag in Rom im Alter von 94 Jahren verstarb). In den 1970-er Jahren hatte der Erzbischof in seinem Dienstfahrzeug automatische Waffen für PLO-Terroristen geschmuggelt.

Seit heute ist klar, dass ein Mord in Haifa am Mittwochmorgen ein Terroranschlag war. Der Terrorist wird immer noch gesucht. Inzwischen hat er sich nach Angaben von YNet selbst gestellt.

Freitag, 06.01.2017:
Mittwochabend (gegen 22.30 Uhr) sank ein arabisches Fischerboot aus dem Gazastreifen nach einer Kollision mit einem israelischen Patrouillenboot. Die IDF sagt, das sei den Umständen auf See geschuldet gewesen, die PalAraber behaupten die Marine habe das gezielt gemacht.
Gestern behaupteten PalAraber, IDF-Soldaten hätten auf das Auto eines stellvertretenden PA-Ministers geschossen. Die IDF bestreitet dies kategorisch.
– Am Nachmittag bewarfen Araber im Gush Etzion israelische Autofahrer mit Felsbrocken.

Mahmud Abbas verkündet, die Konferenz in Paris (ohne Israel) sei eine Gelegenheit eine Friedensvereinbarung zu erreichen (über einen „internationalen Mechanismus und einen Zeitplan). Er wolle Frieden durch Verhandlungen erreichen (wie, wenn er nicht mit Netanyahu redet???), lehne jeden anderen Weg ab (warum dann die Terrorhetze gegen die Juden?) und sei gegen jeglichen Terror, Extremismus und Gewalt überall in der Welt.

Die PA erhielt von Israel die Leichen zweier Terroristen, die vor vier Monaten Anschläge in Hebron verübten.