Analyse zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der durch IDF-Feuer Getöteten dieses Jahr in der Westbank Terroristen waren

Elder of Ziyon, 18. September 2022

Adin Haykin veröffentlichte einen riesigen Thread auf Twitter, der jeden von der IDF bisher 2022 in der Westbank getöteten (oder angeblich getöteten) Palästinenser aufführt.

Er stellt fest, dass die weit überwiegende Mehrheit der 83 Getöteten entweder Mitglieder von Terrororganisationen waren oder getötet wurden, als sie Terrorakte wie Stichanschläge oder Molotowcocktails werfen verübten.

Nach meiner Zählung waren 34 davon Mitglieder des Islamischen Jihad, 18 von der Fatah, fünf Hamas-Mitglieder und je einer von der DFLP und der PFLP.

Von den anderen waren die meisten an Stichanschlägen, gewalttätigen Krawallen und Molotowcocktail-Würfen beteiligt.  Einer versuchte einen Hammer gegen einen Polizisten einzusetzen. Zwei wurden getötet, als sie versuchten in einen jüdischen Ort einzudringen.

Vier Frauen wurden getötet, als sie versuchten Soldaten anzugreifen.

Drei wurden versehentlich bei Kämpfen getötet, darunter Shireen Abu Akleh.

Einer starb an einem Herzinfarkt und Israel wird dafür verantwortlich gemacht.

Von den Getöteten waren mindestens 17 Kinder – und sie alle waren aktiv an Gewalt beteiligt.

Lesen Sie den Thread und vergleichen Sie diese Informationen, begleitet von Fotos ihrer „Märtyrer“-Poster und Waffen, damit wie sie von der UNO und anderen als „Opfer“ beschrieben werden.

Die am wenigsten berichtete Geschichte aus dem Nahen Osten: Mahmud Abbas‘ Fatah hat den Terror nie aufgegeben

Elder of Ziyon, 15. September 2022

Palestinian Media Watch berichtete gestern [Mittwoch, 14.09.22]:

Am frühen Morgen veröffentlichte die Fatah ein Video auf ihrer offiziellen Facebook-Seite, das den Terroranschlag feierte. In dem Video erscheint auf dem Schirm ein Text mit drei wichtigen Botschaften:

1. „Die Al-Aqsa-Palästina [Märtyrer] Brigaden verkünden offiziell ihre Operationen (d.h. Terroranschläge)“

2. „Die Fatah-Bewegung übernimmt die Verantwortung für die Operationen ihres militärischen Zweigs [den Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden]“

3. „Die Fatah-Führung kündigt an, dass sie zur Phase des bewaffneten Kampfes zurückkehrt (das ist die Umschreibung für Terror)“

Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden sind international als Terrororganisation eingestuft. Seit Jahren haben die USA, Europa und andere Geldgeber der PA versucht zwischen der von PA-Führer Mahmud Abbas geleiteten Fatah und ihrem Terrorarm, den Brigaden, zu unterscheiden. Palestinian Media Watch hat immer schon argumentiert, dass diese Unterscheidung falsch und künstlich ist. Heute hat die Fatah offiziell bestätigt, dass sie eine einzige Organisation sind und die Fatah beansprucht die Urheberschaft für ihre mörderischen Terroranschläge.

Der dritte Teil der Ankündigung der Fatah ist ebenfalls von Bedeutung. Seit Jahren hat PMW berichtet, dass die Fatah regelmäßig erklärt die Pause im „bewaffneten Kampf“ – ihre beschönigende Umschreibung für Terror – gegen Israel vorübergehend ist und dass die Phase des „bewaffneten Kampfs“ zurückkehren wird. Heute hat die Fatah offiziell verkündet, dass sie zum Terror zurückgekehrt ist.

Die Zeichen sind schon eine Weile da gewesen. Im Mai veröffentlichte die Fatah z.B. ein Video mit dem Titel „Sicherheitskräfte am Tag, Fedayyin in der Nacht“; darin werden Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte verklärt, die an Terrorismus beteiligt gewesen sind, darunter 2021.

https://youtu.be/4vHLM0QVLpw

Die angebliche Trennung zwischen dem „bewaffneten Arm“ und dem „politischen Arm“ der Fatah ist immer künstlich gewesen. Das Parteiprogramm der Fatah, das seit 2009 gültig ist, unterstützt Terror ausdrücklich, verherrlicht Terror und die Vernichtung von ganz Israel.

Die Befreiung der Heimat ist die zentrale Achse des Kampfs der Fatah-Bewegung…

Das Recht des palästinensischen Volks bewaffneten Widerstand gegen die Militärbesatzung seines Landes auszuüben bleibt ein konstantes Recht, das vom Völkerrecht und internationaler Rechtmäßigkeit bestätigt wird.

… Die fortgesetzte Hingabe an die Kultur des Kampfes und die permanente Bereitschaft der Besatzung Widerstand zu leisten sowie Opfer für die Heimat zu bringen. Ständige Bildung über reguläre Organisationstreffen und Ausbildungskurse. Die Ausgabe von Fatah-Rundschreiben zur weiteren Mobilisierung von Kadern der Bewegung und Massen mit dem Vermächtnis des palästinensischen bewaffneten Kampfes. Feier unserer Schlachten und Gedenken der Geschichte unseres Kampfes und die ständige Bereitschaft zu opfern.

Fatah und die PA haben beständig nach diesem veröffentlichten Manifest gehandelt – was BDS und Israel das Etikett „Apartheid“ anzuhängen einschließt – und doch habe ich außer mir noch niemanden gesehen, der darüber berichtet.

Die Welt sowie Politiker und Journalisten und Experten geben gerne vor, dass Yassir Arafat 1993 zustimmte den Terrorismus als Taktik aufzugeben. Sie ignorieren, dass er hinter der zweiten Intifada steckte. Sie ignorieren die Tatsache, dass Mahmud Abbas nie den Terrorarm seiner Partei abschaffte. Sie ignorieren, dass die Fatah sagt, Israelis zu töten sei ein Anrecht. Und heute ignorieren sie die ausdrückliche Unterstützung, die Abbas‘ Fatah in ihren eigenen Medien veröffentlicht.

Fatah, die dominierende politische Partei in der palästinensischen Autonomie, erklärt ihre Ziele und Taktiken. Jeder, der vorgibt, bei ihr handele es sich um eine friedliche Bewegung für einen Staat in den Gebieten, ist entweder ignorant – oder Komplize bei ihrem wahren Ziel der Vernichtung Israels.

Dass die Fatah die Urheberschaft von Terror beansprucht, ist keine Veränderung ihrer Philosophie oder Strategie. Das stimmt komplett mit dem überein, was sie seit Jahren gesagt und getan haben – nur will niemand zuhören.

Gedankenverlorenes Territorium: Palästinensische Technologie macht aus erwachsenen Kämpfern posthum Kinder

Das „Before-Interment Alteration System“ oder BIAS* (Vor der Beerdigung“-Veränderungssystem)

PreOccupied Territory, 12. September 2022

Tel Aviv – Vertreter des israelischen Militärs und des Verteidigungsministeriums äußerten gestern Sorge wegen eines Geräts, das verschiedene Terrorgruppen in ihrem Besitz zu haben scheinen, das jede Leiche eines eine Schusswaffe schwingenden, Bomben legenden, Brandsatz werfenden oder mit einem Messer fuchtelnden Arabers nimmt und in einen „Jugendlichen“ oder ein „Kind“ verwandelt, was sich in der Berichterstattung der Mainstream-Medien zu aktuellen Episoden des Konflikts spiegelt.

Offizielle Vertreter weisen auf Artikel und Videoberichte zur Gewalt der letzten Monate im Gazastreifen und der palästinensisch verwalteten Stadt Jenin hin, Fälle, bei denen die IDF ihr Handeln gegen bewaffnete Palästinenser dokumentierte, die sie oft tötete – nur, um zu entdecken, dass so verlässliche, objektive Quellen wie CNN, Associated Press, Reuters, die New York Times und die BBC palästinensische Medien und Offizielle zitieren, wie sie den Militanten als Kind bezeichnen. Der israelische Militärgeheimdienst kam zu dem Schluss, dass die Palästinenser etwas besitzen, das einen erwachsenen Kämpfer irgendwie in ein Kind verwandelt, dessen Tod von Israel verursacht wurde.

„Als Platzhalternamen nennen wir das ein Before-Interment Alteration System (BIAS* – Vor-Beerdigungs-Veränderungssystem)“, verriet ein Offizieller, der nicht genannt werden wollte. „Wir wissen von mindestens 20 Fällen im letzten Jahr, bei denen BIAS eingesetzt worden ist, um einen Propaganda-Effekt zu schaffen, was unterschiedliche Erfolge hatte. Aber weitere Beweise deuten auf die Verwendung von BIAS für denselben Zweck schon vor Jahrzehnten hin, bei der ersten Intifada 1987. Seine Entwicklung hilft hunderte Vorfälle zu erklären, bei denen die IDF einen bewaffneten Terroristen neutralisierte, nur um festzustellen, dass irgendeine unerklärliche Technologie die Leiche so verändert hat, dass sie jetzt einem ausgelassen spielenden Jugendlichen ähnelt, dessen unschuldige Fotos nun die Seiten und Social Media-Accounts westlicher Journalisten und Regierungsinstitutionen zieren. BIAS ist eindeutige eine Waffe, mit der gerechnet werden muss.“

Experten boten keine genaue Beschreibung der Konstruktion oder des Mechanismus, mit dem BIAS arbeitet, aber sie bestätigen seine Auswirkungen. „Wenn es bekannte Technologie verwendet, dann ist das ein Meisterstück der Ingenieurskunst“, räumte ein Major des IDF-Ingenieurskorps ein. „Aber noch eindrucksvoller ist, bedenkt man die primitive Bewaffnung, die die palästinensischen Terroristen im Allgemeinen einsetzt, dass sie eine Technologie verwenden, die der Rest der Welt noch entdecken muss, ganz zu schweigen davon sie zu einzusetzen.“

Ein Oberstleutnant derselben Einheit hielt allerdings fest, dass die Palästinenser bei vielen gewalttätigen Vorfällen immer noch gutgläubige Kinder Gefahren aussetzen, entweder um IDF-Handeln zu verhindern oder den Propaganda-Nutzen zu ernten, den ein durch solches Handeln geschädigtes Kind erleidet – was die Möglichkeit erhöht, dass BIAS sich manchmal als nicht verfügbar erweist und die Palästinenser seine Wirkungen auf andere Art erzeugen müssen.

* das englische Wort „bias“ bedeutet Einseitigkeit, Voreingenommenheit, Befangenheit, Schlagseite,…

Immer mehr Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte greifen direkt die IDF an

Elder of Ziyon, 14. September 2022

Heute Morgen (Donnerstag) wurde ein IDF-Soldat von zwei palästinensischen Militanten bei einer Verhaftungsoperation erschossen.

Einer der Terroristen, Ahmed Abed, arbeitete für die Sicherheitskräfte der palästinensischen Autonomiebehörde.

Beide Terroristen, die miteinander verwandt zu sein scheinen, wurden von den Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden der Fatah als zu ihnen gehörend beansprucht.

Es hat eine beträchtliche Zunahme an PA-Kräften gegeben, die in den letzten Monaten Israel direkt angriffen. Laut unterzeichneten Vereinbarungen sollen die palästinensische Polizei und Sicherheitskräfte mit israelischen Sicherheitskräften zusammenarbeiten, um Terroristen zu verhaften und einzusperren – aber neuerdings sind sie Terroristen geworden.

Joe Truzman schreibt im Long War Journal:

Seit dem letzten Jahr sind israelische Truppen zunehmend in bewaffnete Zusammenstöße mit Mitgliedern der PA-Sicherheitskräfte (PSS) im Westjordanland verwickelt worden. In einigen Fällen gehörten PSS-Mitglieder militanten Organisationen an.

Der Trend begann im Juni 2021, als zwei Mitglieder des militärischen Geheimdienstes der PA, Adham Tawfiq und Taysir Issa, getötet wurden, nachdem sie auf israelische Sondereinsatzkräfte schossen, die versuchten Jamil al-Amouri zu verhaften, ein Mitglied des Palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ) in Jenin.

Im Mai 2022 verhafteten IDF-Soldaten während eines Antiterror-Einsatzes bei Jenin einen Offizier des palästinensischen Präventiv-Korps der PA. Drei Monate später verhafteten israelische Kräfte ein Mitglied des Zolls der PA nach einem langwierigen bewaffneten Zusammenstoß in der Stadt Rujeib, nahe Nablus.

Ende Juli schoss ein palästinensischer Polizist namens Mahmud Hujeer auf israelische Soldaten am Checkpoint Huwara im Westjordanland. Hujeer wurde verhaftet, nachdem er bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt wurde.

Weitere Beispiele betreffen Militante und ihre Anhänger, die für die PSS arbeiten. Im Mai wurde Dawud Zubeidi, ein Mitglied der PSS, in Jenin von israelischen Kräften während eines Antiterror-Unternehmens angeschossen. Er starb später in einem israelischen Krankenhaus und wurde von den Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden als Kommandeur in der Organisation gelobt.

Die Beweise legen nahe, dass die PA scheinbar die Kontrolle über ihre Sicherheitsdienste verlieren. Während die Zahl der PSS-Mitglieder, die Angriffe auf IDF-Soldaten beginnen, nicht das Niveau der zweiten Intifada erreicht hat, sollte der Trend der Zunahme vermerkt werden. Fügen Sie den Problemen der PA die Erosion ihrer Autorität in Teilen der Westbank hinzu.

Die Frage lautet, ob die PA die Kontrolle verliert – oder eine aktive Entscheidung trifft ein doppeltes Spiel zu spielen. Das öffentliche Erscheinungsbild der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden der Fatah in den letzten Monaten deutet an, dass dies eine bewusste Entscheidung sein könnte zu Yassir Arafats Spiel der Kontrolle sowohl der „Guten“ als auch der „Bösen“ zurückzukehren und dem Westen zu erzählen, er brauche mehr Hilfe, um seine eigenen Terroristen zu kontrollieren.

So wie Hamas-Polizisten Mitglieder der terroristischen Al-Qassam-Brigaden der Hamas sind, sind PA-Polizisten Mitglieder der Terrorgruppe der Hamas (die vor 15 Jahren hätte aufgelöst werden sollen).

Es ist auch möglich, dass dies Teil des größeren Kampfes um die Nachfolge von Mahmud Abbas ist und dass diese „fehlgeleiteten“ Militanten von einem der aufstrebenden neuen Palästinenserführer geleitet werden.

Der Trend palästinensischer Sicherheitskräfte, die die IDF angreifen, ist auch in den palästinensischen Medien zustimmend bemerkt worden, von denen einige zu einer neuen gewalttätigen Intifada aufrufen, die von den Palästinensern angeführt wird, die der Westen bewaffnet hat. Aus einem Editorial von Amad:

Die Entwicklungen, die den Widerstandsakt in den letzten Monaten prägten, sind die praktische Teilnahme der palästinensischen Sicherheitskräfte als wesentlicher und Aktiver Teil… Diese Dienste und ihre Söhne, die mit einem Volk und unter der Führung  des Gründers kämpften, der längsten militärischen Konfrontation mit der Armee des nationalen Feindes in den vier Jahren von 2000 bis 2004, bestätigte, dass der Konflikt nicht ohne das Recht des Palästinensers auf seine volle nationale Einheit sein wird.

Das ist eine schwierige und komplexe Situation.

Dieser Tag, mal wieder

21 Jahre danach: Wie viele Amerikaner kennen unseren Feind immer noch nicht?

Bruce Bawer, FrontPage Mag, 9. September 2022

Als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten, verließ der Regisseur Frank Capra (It’s a Wonderful Life/Ist das Leben nicht schön?) Hollywood und verpflichtete sich im Alter von 44 Jahre in der Armee, wo General George C. Marshall ihn Aufnahmen der Kriegsanstrengungen machen ließ. Die Filme, von denen mehrere unter dem Obertitel Why We Fight (Warum wir kämpfen) erklären sollten, warum Amerika sich mit Deutschland und Japan im Krieg befand. Sie umrissen die Ideologien des Nationalsozialismus und des Schintoismus, untersuchten den Militarismus beider Feinde, ihren fanatischen Gehorsam, Herrenrassen-Mentalität und die Lust nach Eroberungen; zudem hielten sie die Verehrung fest, mit der Hitler in Deutschland und Hirohito in Japan behandelt wurden.

Der letzte dieser Filme Know Your Enemy: Japan begann mit einem Eröffnungs-Gekritzel, das die Zuschauer daran erinnerte loyale, Freiheit liebende japanische Amerikaner wie das Nisei-Regiment, das mutig auf dem europäischen Kriegsschauplatz kämpfte, mit dem Volk von Japan zu verwechseln, „für die das Wort Freiheit immer noch bedeutungslos ist“. Ein Erzähler nahm das Thema auf: „Wir werden das japanische Denken niemals komplett verstehen, aber umgekehrt verstehen sie unseres auch nicht… Aber wir müssen versuchen Japan zu verstehen, weil wir in die engste aller Beziehungen gesperrt: Krieg.“ Botschafter Joseph C. Grew führte denselben Punkt an, als er eine weitere Serie Kurzfilme vorstellte, The Enemies in Japan (1943): „Um die Japaner zu besiegen, den Job gründlich zu erledigen, müssen wir sie verstehen.“

Diese Filme waren nicht perfekt und Zuschauer von heute könnten finden, dass sie manchmal krude Stereotype begehen. Aber es handelte sich um ernsthafte Bemühungen den amerikanischen Kämpfern und den Amerikanern allgemein zu erklären, wie unsere Feinde tickten. Sie räumten ein, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Denkweisen und Werte haben, auch wenn sie ganz richtig erkannten, dass sich Menschen, die in einer Kultur erzogen wurden, in einigen Fällen – so wie der der Nisei – sich in einer anderen assimilieren können. Das waren im Grunde Darbietungen von Respekt gegenüber dem amerikanischen Volk und besonders gegenüber Amerikas Gis. Man hatte das Gefühl, wenn Amerikaner bereit waren für den Sieg Opfer zu bringen und wenn mutige junge Männer bereit waren ihr Leben zu geben, dann verdienten sie die ungeschminkte Wahrheit darüber zu wissen, wen sie bekämpften und warum.

Am Abend des 11. September 2001 sprach Präsident George W. Bush im Fernsehen zur Nation. Seine Stimme war wohlüberlegt, aber hölzern. Sein Ton war völlig falsch. Kein gerechter Zorn. Er las offensichtlich ab. Er strauchelte über Worte, machte peinliche Pausen. Er sprach von „Müttern und Vätern“, als ob er bei einem Pfadfindertreffen sprach. Er sagte: „Tausende Leben wurden plötzlich beendet, durch böse, abscheuliche Terrorakte.“ Beachten Sie die passive Stimme, den Impuls zu anonymisieren.

Tatsächlich wurden die Tausende von saudi-arabischen Muslimen ermordet, die dem Aufruf ihrer Religion zum Jihad folgten. Aber Bush erwähnte weder den Islam noch den Jihad. Er sagte, die Terroristen seien gescheitert – nur ein paar Stunden nach dem Anschlag eine lächerliche Äußerung. Im Gegenteil, es war Bush, der, wie er sich entschied nicht offen über die Täter und ihre Motive zu reden, sein Land im Stich gelassen hatte. Er ließ die Toten im Stich. Und mit seinem Versagen hat er unser eigenes nationales Versagen während der nächsten mehr als zwei Jahrzehnte verursacht und vorweggenommen: unsere Feinde nicht zu kennen und damit nicht zu verstehen, wie vereitelt werden kann, dass sie ihre Ziele erreichen.

Bush änderte sein Lied nie. Bei der Gedenkveranstaltung am 14. September sagte er, die „Verantwortung der Amerikaner vor der Geschichte“ bestehe darin, „auf diese Anschläge zu antworten und die Welt vom Bösen zu befreien“. Lächerlich: Als würde die Welt jemals auf dieser Seite des Zweiten Kommens [des Messias] vom Bösen gereinigt werden. (Bush posierte als Experte für den Islam, schien aber nie seine eigene Religion zu begreifen.) Ja, genauso wie Bush vom „Bösen“ sprach, hatte Franklin D. Roosevelt von „Schande“ gesprochen. Aber FDR hatte den Feind auch benannt. Allerdings sollte Bush in späteren Reden manchmal auf Al-Qaida verweisen, aber mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit zog er es vor abstrakt oder vage oder eng zu sein. (Daher „der Krieg gegen den Terror“ – des ersten Krieges, der jemals gegen etwas Abstraktes geführt wurde.)

Zwei Tage später sagte Bush im Islamic Center of Washington DC: „Das Gesicht des Terrorismus ist nicht der wahre Glaube des Islam… Wenn wir an den Islam denken, denken wir an einen Glauben, der einer Milliarde Menschen weltweit Trost bringt.“ Um am 19. September sagte er vor dem Kongress: „Die Terroristen sind Verräter am eigenen Glauben; sie versuchen faktisch den Islam zu kapern. Der Feind Amerikas sind nicht unsere vielen muslimischen Freunde.“ Wer war Bush – ein Ungläubiger – dass er vom „wahren Gesicht des Islam“ spricht und die Terroristen als „Verräter am eigenen Glauben“ zu bezeichnen? Tatsächlich hat Yussuf al-Qaradawi, der wichtigste lebende Theologe des Islam, gesagt, dass Jihadisten, die im Kampf gegen Amerikaner getötet werden, „Märtyrer“ der Sache der „Eroberung Roms“ (d.h. des christlichen Westens) sind. Was die „muslimischen Freunde“ angeht, so verbietet Koran-Sure 3,28 Freundschaft mit Ungläubigen.

Bush wiederholte sein Mantra immer weiter: „Wir führen keinen Feldzug gegen den muslimischen Glauben. Wir führen einen Feldzug gegen das Böse.“ (Chicago, 27. September) „Wir bekämpfen nicht den Islam, wir kämpfen gegen das Böse.“(Warschau, 6. November) Am 15. November verwies Bush sogar auf „den Heiligen Koran“ und beschrieb ihn als „Mildtätigkeit, Gnade und Frieden“ lehrend. Vier Tage später verwies er bei einem Iftar-Essen erneut auf „den Heiligen Koran“ und zitierte zusätzlich „den Propheten Mohammed“. Das war eine Desinformationskampagne, schlicht und einfach – eine, der sich andere führende amerikanische Denker begierig anschlossen, ob sie wussten, ob sie Lügen verbreiten oder nicht. Derweil wurden die wenigen Seelen, die es wagten die Wahrheit über den Islam zu sagen – z.B. zu erklären, dass der 9/11 nur ein Akt des Jihad in einem Jahrhunderte langen islamischen Eroberungskrieg war (und nicht, wie uns ständig gesagt wurde, eine Verzweiflungstat von ein paar armen, unterdrückten Opfern westlichen Imperialismus – als Fanatiker bezeichnet.

Ich behaupte nicht, dass die Mainstream-Medien und die meisten Politiker, hätte Bush eine andere Richtung eingeschlagen, nicht trotzdem die islamfreundliche Linie gefahren wären. Aber drei lang nach dem 9/11 hatte er die stärkste Kanzel. Hätte der die Wahrheit über den Islam gesagt, wäre sie öffentlich geworden. Und wenn er auf Grundlage dieser Wahrheit gehandelt hätte, hätte es andere politische Entscheidungen gegeben. Uns wären die tausenden Toten in Afghanistan und dem Irak erspart geblieben und auch die Terrorakte, die innerhalb unserer Grenzen von Muslimen begangen wurden, von denen einige Nachbarn, Kollegen oder lokale Polizisten – die die Botschaft aufgenommen hatten, dass Muslime als verdächtig zu betrachten gleichbedeutend mit Islamophobie sei – offensichtliche Warngeräusche ignorierten. Und statt die Freiheiten der patriotischen Amerikaner mit dem Patriot Act und dem Ministerium für Heimatsicherheit zu beeinträchtigen, hätte Bush etwas wegen der unzureichend überprüften muslimischen Immigranten tun können, die weiter ins Land strömten.

Stattdessen waren wir sieben Jahren nach dem 9/11 derart ahnungslos, was den Islam angeht,  dass wir, wie ich hier zur gleichen Zeit im letzten Jahr schrieb, „einen Mann ins Weiße Haus setzten, der der Sohn und Stiefsohn von Muslimen war und der viel Zeit seiner Kindheit im muslimischen Staaten Indonesien verbrachte, wo er in Schulen als Muslim eingeschrieben war, Koran-Unterricht nahm, muslimische Kleidung trug und zur Moschee ging“. Es wäre eines gewesen, hätte Obama sich entschieden vom Islam distanziert. Aber sein Buch Dreams from My Father zu lesen bedeutete einen Mann zu treffen, der schlichtweg tiefere emotionale Verbindungen zu Indonesien und Kenia als zu den USA und eine stärkere Verbindung zum Islam als zum Christentum hatte. Seine Rede in Kairo 2009 war pure Islam-Propaganda. Wie ich es letztes Jahr formulierte: „Wenn Bush den Islam reinwusch, dann hat Obama ihn verherrlicht.“

Er machte noch mehr. Nachdem er seinen Wahlkampf mit dem Versprechen führte die Amerikaner wieder zusammenzubringen, eiferte er uns zu teilen. Unterstützt von Wählern, die seine Wahl als triumphales Zeichen betrachteten, dass der Rassismus in Amerika praktisch tot war, gab er der Rassentrennung neues Leben – und half dem Prozess, mit dem der Islam praktisch auf magische Weise von einer Religion in eine Rasse überführt wrude, so dass Antipathie gegen seine abscheuliche, barbarische Ideologie jetzt auf Rassismus hinausläuft. Darüber hinaus versah Obamas Rassen-Besessenheit die boshaften Lieferanten der Kritischen Rassentheorie und der Lüge Weiße seien Rassisten mit Macht.

2016 hatten wir Glück. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit zog ein die Wahrheit sagender Beltway-Außenseiter, der Amerika tatsächlich liebt, dem Amerikas Interessen am Herzen lagen und der tatsächlich wusste, wie man anführt, ins Weiße Haus ein. Am 11. September 2018 feierte ich die Tatsache, dass wir endlich einen Präsidenten hatten, der es begriff: Er erkannte die Bedrohung durch China, offener Grenzen, des Massenexports von Bluecollar-Jobs. Und wenn es um den Islam ging, hatte Trump „ISIS zerschlagen, islamischen Staatsoberhäuptern gezeigt, wer der Boss ist und (gegen den Widerstand der Partei-Establishments beider großen Parteien und des legislativen sowie juristischen Zweigs der US-Regierung) sein Bestes getan, um die Willkommensmatte einzuziehen“. Statt neue Nahost-Kriege zu beginnen, arrangierte er Friedensverträge zwischen Israel und mehreren islamischen Staaten. Endlich – Halleluja – schienen wir anzufangen die Post-9/11-Ära richtig zu verstehen.

Das hielt aber nicht lange an. Der globalistische Deep State, der schon von den Worten „America First“ abgestoßen war und der kein Problem damit hatte die Kinder Erbärmlichen in Schlachten zu schicken, erlegte ihn. Und wir fanden uns mit einer korrupten, autoritären und halbsenilen Schale eines Staatsoberhaupts wieder, unter dem, wie ich am letzten 10. September schrieb, nicht lange nach dem Fiasko des Afghanistan-Abzugs, „Amerika sich anfühlt wie eine beschädigte und herabgesetzte Nation anfühlt – seine Macht geschwächt, seine Bündnisse erschüttert, seine einst unerschütterlichen Kernüberzeugungen weitgehend zerrüttet, nicht zuletzt durch den selbstmörderischen Zwang über den Islam nur Gutes zu sagen“. Ein Jahr später, in der Folge von Bidens Nürnberg-Kundgebung vom 1. September in Philadelphia, steht es in allen Dingen sogar noch schlimmer.

Nein, es dreht sich natürlich nicht alles um den Islam Eigentlich ist Amerika unter der politischen Herrschaft von wem auch immer die Fäden von Joe Biden zieht und unter der bizarren soziokulturellen Herrschaft radikal-woker Aktivisten sehr schnell in ein Land umgeformt worden, das sich absolut dramatisch von dem unterscheidet, in dem wir am 10. September 2001 leben, dass der 21. Jahrestag dieser Gräueltat sich für unsere gegenwärtigen Sorgen und Schicksalschläge fast schon als irrelevant anfühlt. Aber wir sollten uns daran erinnern, dass es am 9/11 war, als unserem System der Schock versetzt wurde, der uns in der präzise falschen Art immer tiefer und tiefer in den aktuellen Dreck aus Zweifel, Täuschung und Spaltung waten ließ.

Es war am 9/11, dass George W. Bush, indem er uns Lügen über den Islam statt der Wahrheit andiente, uns half leichter in die Obama-Welt hineinzugleiten – und damit in die aktuelle tiefe, unehrliche Ära, in der die Eliten uns (mit zunehmend autokratischer Hand) regieren, unser Einverständnis zu einer Reihe grotesker, ideologisch verwurzelter Lügen über Geschlechte, Klima, Rasse, Zuwanderung und ja, dieselben alten Lügen zum Islam fordern. Kolossale Lügen auch über das, was Donald Trump im Amt machte und darüber, was seine Anhänger am 6. Januar 2021 taten.

Am 9/11 waren fast alle Amerikaner, so kurz das auch gewesen sein mag, Patrioten. Heute sind Patrioten laut der grotesken Chef-Marionette, eine „Bedrohung der Demokratie“, die einen „Extremismus verkörpern, der die Grundlagen unserer Republik bedroht“. Am 9/11 wurden wir von Terroristen getroffen; heute unternehmen unsere Führer alles, um tatsächliche Terroristen bei diesem Namen zu nennen, während sie gleichzeitig dieses Etikett friedlichen Trump-Wählern anhängen.  Vor nur ein paar Tagen sahen viele von uns Homeland und fieberten mit den CIA-Agenten mit, die, so glaubten wir, unsere Freiheiten beschützten; heute wissen wir, dass unsere Geheimdienste stasiartige Werkzeuge der Demokraten sind.

Am 9/11 sagte George W. Bush, die Terroristen hätten versagt. Haben sie? In Afghanistan sind die Taliban heute wieder an der Macht (und dank Biden üppig bewaffnet). In Westeuropa marschieren unsere Verbündeten – die ihren eigenen Anteil jihadistischer Anschläge erlitten haben – stetig in die totale Islamisierung. Und Amerika – wo zwei der mächtigsten Mitglieder des Kongresse Amerika hassende Muslime sind – ist offenkundig weniger frei, zuversichtlich, geeint, sicher, mächtig und prosperierend als am 10. September 2021. Bei der Gedenkveranstaltung zum 9/11 stellte Bush fest, dass die Amerikaner den 9/11 noch nicht „aus der Distanz der Geschichte“ betrachten könnten. Sind wir schon da? Ist der 9/11 heute Geschichte? Darf ich es wagen den Kurs zu beklagen, den diese Geschichte eingeschlagen hat und mir liebevoll vorstellen, wie anders die Dinge heute sein sürden, hätten wir am 9/11 Trump im Weißen Haus gehabt?

Klimawandel – Die neueste Rechtfertigung für Gemetzel an Christen

Raymond Ibrahim, 14. August 2022

Im Bild: Der blutverschmierte Boden der katholischen Kirche St. Franzisskus mik Bundesstaat Ondo in Nigera nach der dortigen Ermordung von 50 Christen am 5. Juni 2022 (Foto: AFP via Getty Images)

Politiker haben eine Möglichkeit gefunden zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Ignoriert das endemische Gemetzel an Christen überall in der muslimischen Welt, während gleichzeitig der Einfluss des Klimawandels mehr als übertrieben wird. Wie? Indem gesagt wird, dass der Klimawandel der wahre Motor ist, der die Verfolgung von Christen ist.

Am Pfingstsonntag, 5. Juni 2022 massakrierten Muslime rund 50 Christen in der St. Franziskus, einer nigerianischen Kirche (s. hier für mehrere weitere Beispiele  muslimischer Massaker an Gottesdienstbesuchern in ihren nigerianischen Kirchen). Zwei Tage später gab der Präsident Irlands, Michael Higgins, eine Erklärung zu dem Vorfall ab.

Darin verbindet er das Kirchenmassaker in Nigeria mit dem „Klimawandel“: Drei der vier Absätze der Erklärung behandeln globale Erwärmung, nirgendwo gibt die Stellungnahme islamische Radikalisierung und Terrorismus in der Region zu, ganz zu schweigen, dass das verurteilt wird – obwohl das exakt das ist, was zum Kirchenmassaker am Pfingstsonntag führte.

Tatsächlich und obwohl das von den sogenannten Mainstream-Medien nicht berichtet wird, werden die Christen von Nigeria laut mehreren NGOs mit einem Völkermord gesäubert werden. Laut eines Berichts vom August 2201 sind seit Beginn der islamischen Unruhen im Juli 2009 ernsthaft begannen, mehr als 60.000 Christen entweder bei jihadistischen Überfällen ermordet oder entführt worden, ohne dass man sie je wieder sah. Im selben Zeitrahmen wurden rund 20.000 Kirchen und christliche Schulen von „Allahu Akbar“ brüllenden Muslimen in Brand gesetzt und zerstört. 2021 ermordeten Muslime mindestens 4.650 nigerianische Christen wegen ihres Glaubens und fast 900 allein in den ersten drei Monaten diesen Jahres.

Statt auch nur im Entferntesten irgendeinen dieser beunruhigenden Trends einzugestehen, „verurteilte“ der irische Präsident Michael Higgins diejenigen, die „versuchen [muslimische] seelsorgerliche Menschen zu Sündenböcken zu machen, die zu den größten Opfern der Folgen des Klimawandels gehören.“ Das ist ein Hinweis auf die Fulani, islamische Hirten, die von jihadistischer Ideologie motiviert sind Christen zu überfallen und abzuschlachten, wie es heute aussieht, tagtäglich. Wie dieser Bericht andeutet, wird in Nigeria alle zwei Stunden ein Christ getötet – die meisten davon durch die Hände der Fulani.

Am 10. Juni antwortete Bischof Jude Ayodeji Arogundade von der christlichen Diözese, in der nigerianische Christen am Pfingstsonntag abgeschlachtet wurden, sowohl auf Higgins Behauptungen, der Klimawandel sei verantwortlich, als auch auf die obszöne Darstellung der Fulani durch den irischen Präsidenten, sie seien nicht weniger Opfer als die von ihnen abgeschlachteten Christen:

Auch wenn ich dem ehrenwerten Mr. Higgins dafür danke sich anderen anzuschließen, die den Angriff verurteilten und ihr Mitgefühl mit den Opfern ausdrückten, sind seine Gründe für eine Verbindung zwischen den Terroropfern und den Folgen des Klimawandels nicht nur irreführend, sondern reiben auch noch Salz in die Wunden all derer, die in Nigeria unter Terrorismus gelitten haben. Die Opfer des Terrorismus sind eine andere Kategorie, die mit nichts vergleichbar sind! Jedem, der die Ereignisse in Nigeria während der letzten Jahre genau verfolgt hat, ist klar, dass die zugrundeliegenden Probleme der Terroranschläge, des Banditentums und nicht nachlassenden Angriffe in Nigeria und der Sahelzone mit dem Klimawandel nichts gemein haben… Es ist völlig unangemessen in unserer aktuellen Situation auf irgendeine Form der Politik des Klimawandels anzuspielen… [Muslimische] Terroristen laufen frei herum, metzeln nieder, massakrieren, verletzen und versetzen verschiedene Teile Nigerias seit mehr als 8 Jahren in Terror, nicht wegen irgendeiner vernünftigen Sache, sondern weil sie böse sind. Punkt.

Genauso lautstark in seiner Verurteilung derer, die versuchen den Fokus von islamischem Terrorismus auf Klimawandel zu verschieben war Lord David Alton aus Liverpool, ein Menschenrechts-Verteidiger. Am 12. Juni schrieb er:

Die Politiker müssen ehrlicher zu dem werden das das Blutbad antreibt… Jedes [während des Anschlags auf die Kirche am Pfingstsonntag] stellt für einzelne Familien ein tragisches Herzleid dar… Es ist auffallend, wie wenig Interesse Mainstream-Medien daran gehabt haben ihre Geschichten ausführlich zu beschreiben. In Nigeria verlorene einzelne Leben sollten nicht weniger Nachrichtewert haben als in jedem anderen Teil der Welt. Und es ist auffallen, wie schnell Politiker und Kommentatoren dasselbe diskreditierte, banale Narrativ von sich geben, die Antriebe für solche Gemetzel seien Klimawandel und fehlende Ressourcen. Sie sagen, die Ursachen seien „kompliziert“ und erwähnen kaum einmal die jihadistische Ideologie, de hinter den endlosen Gräueltaten von ISIS und Boko Haram. Und dann sagen sie, dass jeder [Christen und Muslime] leiden und es eine Art Gleichwertigkeit der Opfer aus unterschiedlichen religiösen Hintergründen gibt. Sie sollten das den Familien derer sagen, deren Lieben tagein, tagaus das Ziel sind und sehen, welche Art von Antwort sie dann erhalten.

Ohne die Worte „Islam“, „Islamismus“ oder „radikaler Islam“ zu schreiben kommt Alton treffsicher, aber diplomatisch zum Schluss, indem er schreibt:

Es ist höchste Zeit, dass die Welt gegenüber der widerwärtigen Wahrheit aufwacht, dass dieselbe bösartige Kraft, die sich durch eine Gemeinschaft nach der anderen gemordet und verstümmelt hat, weiterhin brutal nigerianische Menschen ermordet und in der Lage gewesen ist, das ungestraft zu tun.

Weiter ist interessant festzuhalten, dass der Präsident Irlands, als er einen fast identischen Terroranschlag der Pfingstsonntags-Ermordung von rund 50 nigerianischen Christen – nämlich das Massaker von Christchurch, als ein Australier in Neuseeland 51 Muslime tötete – damals nichts von Klimawandel erzählte. Stattdessen hob er die wahre Ursache hervor (die auf beide Anschläge zutrifft) – die Religion. Nachdem er sagte, die Moschee-Anschläge in Neuseelen hätten „Menschen auf der ganzen Welt entsetzt“ – das Kirchen-Massaker in Nigeria erhielt in seiner Stellungnahme nie eine solches Schlagwort – fuhr Higgins fort:

Es kann keine Rechtfertigung für Gewaltakte und Diskriminierung auf Grundlage von Religion oder Überzeugungen geben. …Freie Religionsausübung ist ein Eckpfeiler jeder funktionierenden Demokratie und diese Rechte müssen allen Bürgern garantiert werden.

Irlands Präsident ist zufällig kaum der erste oder ranghöchste Politiker, der versucht islamischen Terrorismus dem Klimawandel anzuhängen. Im Dezember 2022 sagte UNO-Generalsekretär António Guterres: „Klimawandel“ … ist erschwerender Faktor für Instabilität, Konflikt und Terrorismus.“

Man begegnet dieser Behauptung selbst an den unwahrscheinlichsten Orten. In seinem aktuellen Buch The Politics of Persecution besteht der palästinensische Akademiker Mitri Raheb darauf, dass, was immer Christen im Nahen Osten vielleicht an Verfolgung erleben, nichts mit dem Islam zu tun hat. In seinem Versuch die Verantwortung allem und jedem sonst zuzuschreiben, bot er sogar in seinem Buch einen Abschnitt  zu „Klimawandel, der der christlichen Gemeinschaft seine Opfer abfordert“ an.

Das sind dann die verkommenen Anstrengungen, die manche Politiker, Akademiker und Medien zu unternehmen bereit sind.  Sie beuten schamlos das menschliche Leid von Christen und anderen aus, indem sie die Aufmerksamkeit  von ihrer wahren Ursache ablenken – islamischer Radikalisierung und Terrorismus – und sich ihren jeweiligen Lieblingsprojekten zuwenden, in diesem Fall dem Klimawandel.

Der verbockte Anschlag, der den Ersten Libanonkrieg auslöste

Der gescheiterte Anschlag auf das Leben von Botschafter Shlomo Argov führte zu einer der kompliziertesten und schwierigsten Episoden in Israels Geschichte

Zack Rothbart, the Librarians, 17. August 2022

Botschafter Shlomo Argov und Ruinen aus dem Libanonkrieg (Argov-Foto veröffentlicht in Hadaschot, 6. Juli 1984 / Libanon-Foto: Emanuel Dudai. Aus der Dan Hadani Collection, The Pritzker Familiy National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels)

Das Dorchester Hotel in London – eines der protzigsten weltweit. Jahrzehnte im Besitz von modernen Sultanen und Nahost-Magnaten, ist das Dorchester ein beliebter Treff kultureller Ikonen von Hitchock bis Streisand. Prinz Philip, der Duke of Edinburgh, veranstaltete hier einen legendären Junggesellen-Abschied vor seiner Hochzeit mit der zukünftigen Queen Elizabeth II.

Der britische Premierminister Harold Wilson und seine Frau Mary mit dem israelischen Premierminister Levi Eschkol und dessen Frau Miiriam im The Dorchester, März 1965 (Foto: lizenzfrei)

Das Dorchester befindet sich so weit entfernt von den schlammigen Wäldern des Südlibanon, wie es möglich ist, doch dort begann der Erste Libanonkrieg. Gewissermaßen.

Eines Abends im Juni 1982 versammelten sich Dutzende Diplomaten im Dorchester zu einem jährlichen Gala-Event. Vor Mitternacht verließ Shlomo Argov – der eloquente, in Jerusalem geborene und in Georgetown und an der LSE ausgebildete israelische Botschafter beim Vereinten Königreich – das Hotel und war auf dem Weg zu seinem Wagen.

Momente zuvor hatte ein Treffen in der Männertoilette des nahe gelegenen Hotels Hilton stattgefunden, das die Geschichte des Nahen Ostens verändern würde. Dort holte Marwan al-Banna eine braune Tasche hervor, die er aus seinem Auto geholt hatte. Er zeigte eine polnische W.Z.63 Maschinenpistole mit zwei Magazinen Munition und übergab sie seinem Kameraden Hussein Sa’id.

Sa’id verließ das Hotel gegen 23 Uhr und wartete nervös vor einem BMW-Schaufenster; er ging los, als Argov sich zu seinem Volvo begab, schoss auf ihn und floh.

In The Master Terrorist: The True Story Behind Abu Nidal gibt der Journalist Yossi Melman, der über den fehlgeschlagenen Mord und die folgenden Gerichtsverfahren berichtete, einen Bericht aus erster Hand über die Ereignisse, wie sich Colin Simpson an den Abend erinnert, der für Argov abgestellte Leibwächter:

„Er bückte sich leicht und wollte gerade in den Wagen steigen. Als er seinen Kopf hineinsteckte, hörte ich hinter mir ein Geräusch. Der Botschafter fiel auf den Gehweg. Ich blickte auf ihn hinab und sah, was eine extrem schwere Verletzung zu sein schien.“

Simpson verfolgte Sa’id, schoss ihm direkt unter das Ohr, aber nicht bevor auf ihn selbst geschossen wurde, wobei eine der Kugeln des Angreifers knapp seinen Kopf verfehlte. Laut Melman „fand die Polizei später heraus, dass die Maschinenpistole auf Einzelschüsse eingestellt war, sonst wäre Simpson wahrscheinlich mehrere Male von den 24 Kugeln getroffen wurde, die sich noch in dem Magazin befanden.“

Argov hatte weniger Glück. Eine Kugel ging direkt durch sein Gehirn. Er war Monate lang im Koma und sollte den Rest seines Lebens gelähmt bleiben; er verbrachte Jahrzehnte bettlägerig, hauptsächlich in Jerusalems Hadassah-Krankenhaus.

Botschafter Victor Harel, der eng mit Argov zusammenarbeitete, erinnerte sich an ihn als einen „diplomatische Giganten“, Jerusalemer in der siebten Generation, der nach seiner Verletzung in Israels Unabhängigkeitskrieg weiter kämpfte, einer der höchstgeschätzten Aktivposten des Außenministeriums wurde. Argov wurde Berichten zufolge von Premierminister Menachem Begin für den Posten in London handverlesen, obwohl die beiden gegnerischen politischen Lagern angehörten. Solch eine Entscheidung, kurz nach Begins historischem Aufstieg an die Macht nach Jahrzehnten in der politischen Wüste, deutete das Vertrauen und den Respekt an, den Argov sich als Mann verdient hatte, dessen Dienst für sein Land seine persönliche politische Ideologie ersetzte.

Der israelische Botschafter Shlomo Argov (hier 1979 auf dem Weg zum Buckingham Palace zur Vorlage seiner Beglaubigung, wurde in London von einem Schützen schwer verletzt. Argov wurde mit Kopfwunden eilig ins Krankenhaus gebracht und befand sich nach einer Gehirnoperation in kritischem Zustand.

Gegenschlag und Terroristen

Innerhalb von Stunden nach dem Mordversuch wurde eine Krisensitzung des israelischen Kabinetts mit einem Beschluss beendet elf PLO-Ziele im Libanon zu beschießen, zwei davon in Beirut. In dem Treffen betonte Begin sehr deutlich die Dringlichkeit zu handeln. Nach Angaben des Militärhistorikers Shimon Golan, dem Autor des bis heute umfangreichsten Werks über den Entscheidungsfindungsprozess auf höchster Ebene während des Krieges, bestimmte Begin, dass „Israel nicht abwarten konnte einen Bericht von Scotland Yard zu erhalten [was die organisatorische Zugehörigkeit der Terroristen betrifft]; es musste ohne Verzug, am selben Tag, im Zentrum des internationalen Terrors im Libanon zuschlagen…“

IDF-Generalstabschef Rafael „Raful“ Eitan empfahl die ursprünglich geplanten Ziele zu treffen. Begin akzeptierte die Empfehlungen und betonte, dass Israel darauf achtgeben musste zivile Opfer zu vermeiden, während es auf die unvermeidliche Reaktion vorbereitet sein musste, einschließlich PLO-Angriffen auf israelische Zivilisten.

Laut offiziellen Quellen und Dokumenten entnommenen Berichten, einschließlich der von Golan und Melman weitergegebenen, gab es bei dem Treffen an diesem Morgen keinen größeren Widerstand, Streit oder hitzige Diskussionen. Interessanterweise und obwohl dem damaligen Verteidigungsminister Ariel Sharon weitgehend der Entwurf und das Durchsetzen der Pläne für den Libanon-Krieg zugeschrieben wird, befand dieser sich damals in Rumänien und war in diesem kritischen Augenblick nicht einmal anwesend.

Vergeltungs-Raketen kamen kurz nach den ersten Luftangriffen und die Diskussion der israelischen Führung verschob sich davon, wie man reagiert, auf den günstigsten Zeitpunkt um eine Bodenoffensive zu beginnen. Der folgende Krieg, der als Operation Frieden für Galiläa oder der Erste Libanonkrieg bekannt ist, führte unter anderem zu Dezimierung der PLO-Kräfte im Libanon und ihrer Vertreibung nach Tunis.

Der Flughafen Beirut wurde von israelischen Streitkräften eingenommen – 21. Juni 1982. (Foto: Dan Hadani). Aus der Dan Hadani Collection, Teil der Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels

Dennoch hatte die PLO nichts mit dem Angriff auf Botschafter Shlomo Argov zu tun. Am Tag nach dem Mordversuch hatte Schin Bet-Chef Avraham Shalom der israelischen Führung bereits berichtet, dass die Täter wahrscheinlich zur sogenannten Abu Nidal-Organisation (ANO) gehörten, einer rivalisierenden palästinensischen Terrorgruppe, die erpicht darauf war die PLO zu Fall zu bringen.

Raful Eitan stichelte bekanntlich: „Abu Nidal, Abu Schmidal. Wir müssen die PLO angreifen!“

Die ANO wurde von Sabri Khalil al-Banna gegründet, dem Nachkommen einer der reichsten Familien des Mandats Palästina, der besser als „Abu Nidal“ bekannt war; die Gruppe beging rund um die Welt Dutzende Entführungen, Morde, Mordanschläge und andere Terroranschläge, beginnend in den 1970-er Jahren, weitgehend nach Gutdünken ihres stürmischen Führers. Obwohl die ANO israelische und jüdische Menschen und Orte angriff, richteten sich die meisten ihrer Anschläge gegen Palästinenser oder andere Araber, insbesondere Diplomaten, Journalisten und verschiedene Personen des öffentlichen Lebens.

„Er glaubte nicht an Religion oder Ba’athismus oder Marxismus oder sonst irgendetwas“, erzählte einmal ein Bekannter von Abu Nidal dem Autor einer Biografie des Terroristen Patrick Seale. „Die Schusswaffe war seine Ideologie und seine Ideologie war die Schusswaffe.“

Man glaubt, dass dieses Foto von Abu Nidal und einem nordkoreanischen Militäroffizier in Nordkorea aufgenommen wurde. Es wurde 1974 in einer libanesischen Zeitung veröffentlicht und dann wieder in der Ausgabe der israelischen Zeitung Hasahot vom 11. September 1986. Aus der digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels.

Fragen und Verschwörungen

Fast ein Jahr lang vor dem Mordversuch war die israelisch-libanesische Grenze nach einer von den USA vermittelten Vereinbarung zwischen Israel und der PLO überwiegend ruhig gewesen. Dennoch setzte Letztere ihre Anschläge gegen Israel und israelische Ziele international fort. Israels politisches und Verteidigungsestablishment stimmte allgemein zu, dass der Libanon nicht weiter als Ausgangspunkt für die PLO dienen konnte und tatsächlich waren detaillierte Pläne für den als „Operation Oranim“ bekannten Einmarsch bereits lange vor dem fehlgeschlagenen Mordversuch und die folgende Bodenoffensive fertig; sie wurden von Parteien in der Knesset bis auf eine mit überwältigender Mehrheit genehmigt.

IDF-Soldaten auf ihrem Weg in den Libanon, 6. Juni 1982 (Foto: Yosi Elmakis). Aus der Dan Hadani Collection, Teil der Pritzker Family National Photography Collection at the Nationalbibliothek Israels.

Der genaue Grund, dass Abu Nidal beschloss an diesem Abend im Juni 1982 Argov in London anzugreifen, bleibt schwer fassbar, aber viele Theorien, einschließlich einer, die weitgehend von Abu Nidals palästinensischen Feinden verbreitet wird, haben nahegelegt, er habe für den Mossad gearbeitet und den Mordversuch befohlen, um Israel eine Rechtfertigung für den Angriff auf die PLO im Libanon zu geben.

In einem seltenen Interview wurde Abu Nidal einmal vom Spiegel gefragt, warum er den Anschlag befahl, insbesondere angesichts der Tatsache, dass dieser letztlich – und recht vorhersehbar – zu Israels Einmarsch in den Libanon führte. In charakteristisch paranoider Weise antwortete der Terrorführer:

„Der zionistische Botschafter in London war einer der Köpfe und Gründer des israelischen Geheimdienstes, des Mossad. Wir griffen den Botschafter an, als er gerade eine wichtige Rolle beim Mossad in Europa übernommen hatte. Unsere Kämpfer handelten überaus korrekt in Begrifflichkeiten meines strikten Befehls keinen anderen Botschafter zu schädigen.“

Er gab zu, dass damals „jeder Blinde die zionistischen Pläne für den Einmarsch im Libanon sehen konnte“, obwohl er die Rolle des Mordversuchs bei der Initiierung des Krieges kategorisch abstritt: „… in meinen Augen ist es nicht bewiesen und es stimmt nicht, dass der Anschlag auf das Leben des Botschafters der Funke war, der den Krieg auslöste.“

Während die Erklärung, Abu Nidal sei selbst eine israelische Marionette fast mit Sicherheit die Erfindung seiner politischen Rivalen ist, sind die Motive hinter dem Argument wahrscheinlich nicht so weit von der Wahrheit entfernt. Nach Angaben vieler, darunter Ze’ev Schiff und Ehud Ya’ari, altgedienten israelischen Journalisten und Co-Autoren von Israel’s Lebanon War, wurde der Anschlag von Abu Nidal in enger Koordination mit den irakischen Behörden befohlen, um einer Reihe strategischer Ziele zu dienen.

Erstens wussten sie, dass der Mord wahrscheinlich zu einem erheblichen israelischen Angriff auf die PLO im Libanon führen würde – etwas, das nach Abu Nidals Geschmack und zu seinem Nutzen war. Der Irak hatte zudem ein klares Interesse daran, dass Israel den Libanon angreift, nicht zuletzt, weil das die syrischen Streitkräfte schwächen oder zumindest von der irakischen Grenze ablenken würde.

In The Master Terrorist nennt Melman das irakische Szenario „extrem glaubwürdig“. Er fügt hinzu, dass die Iraker, die sich damals internen Konflikten gegenüber sahen und in dem langen und blutigen Iran-Irak-Krieg steckten – den sie verloren – ein weiteres Interesse daran hatten den israelischen Angriff zu provozieren.

„Wenn die Israelis tatsächlich einmarschierten, konnte der Irak einen Waffenstillstand fordern oder einseitig erklären, während er an die Notwendigkeit muslimischer und arabischer Solidarität gegen den zionistischen Feind appellierte.“

Der Irak machte genau das, verkündete: „Wir glauben an die dringende Notwendigkeit all unsere Energie und Ressourcen auf eine Konfrontation mit der zionistischen Aggression gegen die arabische Welt, das palästinensische Volk und den Libanon zu richten.“

Dummerweise für Saddam Hussein widmete niemand – einschließlich der Iraner – dem Vorschlag viel Beachtung.

Hinterher

Obwohl der Mordversuch natürlich einigen Interessen Abu Nidals diente, konnte er nicht im Voraus gewusst haben, wie die Folgen für seine eigenen Organisation und besonders ihre Aktivitäten in London sein würden.

Die Angreifer, darunter Abu Nidals Cousin Marwan al-Banna, wurden schnell gefasst und später vor Gericht gestellt und verurteilt. Während der Ermittlungen kamen einige Einzelheiten zur Planung und Umsetzung des Anschlags ans Licht. Der ausdrückliche Befehl den Anschlag an diesem Abend zu verüben kam nicht vor dem Nachmittag desselben Tages, als Na’if Rosan, einer der Angreifer, einen Anruf in einer öffentlichen Telefonzelle vor seiner Wohnung im Londoner Viertel Kensington annahm und Instruktionen von einem „Genossen al-Sayf“ erhielt. Rosan wies al-Banna und Hussein Sa’id an sich mit ihm im Hotel Hilton zu treffen, wo er ihnen sagte, dass Argov, der sich zu diesem Zeitpunkt immer noch im Dorchester unter die Leute mischte, an diesem Abend ihr Ziel war. Er gab Sa’id die Schusswaffe, der führte den Anschlag aus, während Rosan und al-Banna in der Nähe herumlungerten.

Alle drei wurden innerhalb weniger Stunden gefasst.

Die Polizei fand in al-Bannas Hostelzimmer eine Liste von 300 Namen – die meisten davon israelische und britische jüdische Persönlichkeiten und Organisationen, darunter der Oberrabbiner von Großbritannien Sir Immanuel Jakobovits, der Vorstandsvorsitzende des Jewish Chronicle und eine lokale Chabad-Schule, samt der Autokennzeichen der Fahrzeuge, die zum Transport ihrer Schüler verwenden. Die Adressen der Botschaften von Jordanien, Marokko, Saudi-Arabien, Ägypten, Kuwait und den VAE standen ebenfalls auf der Liste.

Die Botschaft Saudi-Arabiens in London (Foto: Prebano66 / CC BY-SA 2.0)

Laut eines von Melman angeführten Verhör-Protokolls erklärte al-Banna, als er zum Zwecks der Liste und den zugehörigen Informationen befragt wurde: „Wir wollten diesen Institutionen und Orten die Maske abziehen. Wir wissen, dass viele davon eigentlich Fassaden für den Mossad sind, den israelischen Geheimdienst oder potenzielle Zentren für den israelischen Geheimdienst. Wir wollten nur ihre wahre Identität offenlegen und veröffentlichen, um die Araber vor diesen Leuten und Orten zu warnen…“

Zu arabischen diplomatischen und anderen Institutionen auf der Liste sagte al-Banna: „Es gibt viele Gruppen, die scheinbar auf unserer Seite stehen, aber in Wirklichkeit gegen uns sind, so wie Saudi-Arabien.“

Der Staatsanwalt in diesem Fall, der das Verfahren als die „Bagdad-Connection“ bezeichnete, gab zu, dass viele Fragen offen blieben, behauptete aber: „Wir haben es geschafft ein Fenster – wenn auch nur ein kleines – in die geheime Welt dieser terroristischen Geheimorganisation zu öffnen.“

Die Verhaftungen und Urteile markierten praktisch das Ende aller größeren ANO-Aktivitäten auf britischem Boden, obwohl die Organisation weiterhin Terror säte und etwa ein weiteres Jahrzehnt lang hauptsächlich jordanische, palästinensische, israelische, jüdische und andere Institutionen und Persönlichkeiten weltweit ins Visier nahm. 1984 versuchte Abu Nidal sogar Königin Elizabeth II. während ihres Besuchs in Amman zu ermorden.

Trotzdem hatte die Zeit nach dem Mordversuch an Argov natürlich beträchtliche Folgen für Abu Nidals Aktivitäten in Großbritannien und international, die nichts mit dem Konflikt im Libanon zu tun hatten, die nie man ganz verstehen werden wird.

Aus einer umstandsgegebenen historischen Perspektive scheint recht klar zu sein, dass es früher oder später einen Krieg im Libanon gegeben hätte, auch wenn Shlomo Argov nicht angeschossen worden wäre. Vielleicht ist das der Grund, warum die historische Rolle des fehlgeschlagenen Mordversuchs als Funke, der den Krieg auslöste, in den vergangenen vier Jahrzehnten weitgehend ignoriert worden ist.

Das zugespitzte Ereignis wurde natürlich auch sehr schnell durch den Krieg selbst und seine sofortigen und langfristigen Auswirkungen überschattet, einschließlich der tausenden Toten und zerrütteten und ruinierten Leben.

Obwohl anfangs überwältigend populär, sollte der Krieg am Ende israelische Truppen fast 20 Jahre im Libanon belassen, ein Vakuum schaffen, das seitdem von der Hisbollah gefüllt wurde und die bedeutendste Antikriegs-Bewegung in der Geschichte Israels aufkeimen zu lassen. Einiges von dem Gefühl wurde durch Begins politische Feinde verstärkt und ausgenutzt, doch die Tatsache bleibt, dass die Volksbewegung gegen den Krieg und zugunsten bewusster Kriegsdienstverweigerung in Israel nie in diesem Ausmaß zu sehen gewesen war. Der Konflikt spaltete das Land und, so sagten viele, hat seitdem das Vertrauen in gewählte und militärische Amtsinhaber getrübt.

Israelische Reserve-Kampfsoldaten demonstrieren gegen die Besetzung des Libanon, Juli 1984 (Foto: Yoni Salinger). Aus der Dan Hadani Collection, Teil der Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Etwa ein Jahr nach dem versuchten Mord und dem Ausbruch des Krieges, gab Argov selbst – physisch gelähmt, aber intellektuell scharfsinnig – erstmals öffentlich seinen persönlichen Gedanken zum Krieg Ausdruck, als er einen kurzen Brief an einen engen Freund diktierte. Er betrauerte den enormen Verlust an Leben und verglich den Krieg mit dem existenziell zwingenden Sechstage-Krieg 15 Jahre zuvor. Argov legte eine Kritik an Israels politischer und militärischer Führung vor, während er diplomatisch davon absah Namen zu nennen.

Hätten die Planer des Krieges vorher mehr über die möglichen politischen Folgen nachgedacht, argumentierte Argov, „hätten sie das Leben hunderter unserer besten Söhne gerettet.“

Vom Krankenhausbett, wo er die nächsten zwei Jahrzehnte schmachten sollte, argumentierte Argov:

„Wir sind eine Nation, die wenig menschliche Ressourcen hat. Wir haben nicht die Fähigkeit in der Hoffnung Experimente durchzuführen, dass eines davon gut gehen wird. Selbst wenn eines von ihnen erfolgreich ist – was ist Gutes an amputierten Armen und Beinen?“

Er beklagte die Tatsache, dass in Israel in seiner kurzen Geschichte aufgrund der Entscheidungen seiner Nachbarn ständig und gerechtfertigt durch das Schwert leben musste; Argov betonte die immerwährende Sehnsucht nach Frieden, der für Israel „mehr als für jede andere Nation keine inhaltsleere Parole ist, sondern der höchste Kern und eine Wahrheit des Lebens“.

Argovs Rolle beim Ausbruch des Libanonkriegs war nicht entscheidend. Aber im Nachhinein gab es vielleicht keinen geeigneteren Auslöser für diesen tragischen und verwirrenden Konflikt, als dass die „falsche“ Terrororganisation einen Anschlag auf einen Mann verpatzte, der in einer Zeit eine toxische politische Kluft überbrückte, als nur wenige andere das taten.