Der UNO-Sicherheitsrat tagt …

… oder auch nicht (gefunden auf twitter):

oben: Die UNO diskutiert die „Problem“ der jüdischen Siedlungen.
unten: Die UNO diskutiert palästinensische Terroranschläge.

Advertisements

Offizielle UNO-Landkarte von Israel zeigt keine Landeshauptstadt

Aussie Dave, Israellycool, 12. September 2017 (und Daniel Pipes, National Review online, 12. September 2017)

Jawohl, ich kann nicht glauben, dass das erst jetzt entdeckt worden zu sein schient. Daniel Pipes schrieb am 12. September auf National Review online:

Viele Medien-Schwergewichte – die BBC, Agence France Presse, der Guadian, die New York Times, die Washington Post, CTV – tun so als ob Tel Aviv die Hauptstadt Israels ist. Selbst das Weiße Haus hatte unter Obama hatte Schwierigkeiten dahinter zu kommen, wo diese Hauptstadt liegen könnte.

Die kartografische Sektion der Abteilung Friedenserhaltungsoperationen der Vereinten Nationen (United Nations‘ Depmartment of Peacekeeping Operations – UNDPO) geht allerdings einen Schritt weiter als sie alle. Wenn Amateure so tun als sei Tel Aviv Israels Hauptstadt, so behaupten die Profis von UNDPO, dass Israel überhaupt keine Hauptstadt hat.

Das ist zumindest Schlussfolgerung der Landkarte, die UNDPO (mit Datum vom Januar 2004, aber von mir erst heute entdeckt) ins Netz stellte; sie hat ein eindeutiges Symbol (einen fünfzackigen Stern in einem Kreis) für das, was sie als „nationale Hauptstädte“ bezeichnet. Die komplette Landkarte können Sie hier anklicken.

Ein genauer Blick auf die Gesamtkarte zeigt, das Damaskus und Amman beide diesen fünfzackigen Stern haben, während das für keine Stadt in Israel der Fall ist, insbesondere weder Jerusalem noch Tel Aviv.

Ich würde nur eines hinzufügen: Dies scheint eine offizielle Landkarte der UNO zu sein – obwohl sie aus dem Jahr 2004 stammt. Wenn Sie auf die Raumbezogene Informationsseite der UNO gehen (ehemals die kartografische Sektion) und in dem Drop-Down-Menue „Israel“ auswählen, werden sie auf die Landkarte geleitet.

Auch wenn man „UN Map Israel“ (UNO-Landkarte Israel) googelt, ist sie das erste Ergebnis.

Obwohl es die UNO ist, bin ich doch etwas überrascht, dass sie nicht Tel Aviv als unserer Hauptstadt auswiesen, wie es all die anderen „coolen Typen“ tun.

Daniel Pipes kommentierte:

(1) Schon der Begriff „nationale Hauptstadt“ impliziert, das die nationale Regierung über ihre Hauptstadt entscheidet. Nur Israel hat dieses Privileg nicht.

(2) Es kann bei niemandem einen Zweifel geben, wo die Hauptstadt Israels liegt. Sollte eine Erinnerung nötig sein: Hier ist Israels Parlament, es heißt „Knesset“; Jerusalem ist der Sitz des Souveräns des Landes.

Israels Parlament, die Knesset. Liegt. In. Jerusalem.

(3) Diese kleine Landkarte bietet nur einen weiteren Belegt der Irrealität, die in den Vereinten Nationen vorherrscht.

UNRWA bietet kostenlos Bildung, Unterkunft, medizinische Versorgung – aber die Palästinenser wollen mehr

Elder of Ziyon, 15. September 2017

Besteht der Sinn von Hilfe darin Menschen zu helfen eigenständig zu werden oder darin, dass sie erstarren und immer abhängiger werden?

Die Antwort sollte klar sein, aber für die UNRWA besteht im Letzteren.

UNRWAs ursprüngliche Absichten waren nobel – sie sollte befristet sein, bis die obdachlosen Araber von 1948 Häuser und Staatsbürgerschaft finden konnten – aber innerhalb von nur ein paar wenigen Jahren verwandelte sie sich in eine Wohlfahrtseinrichtung und ermutigte die Menschen nicht länger dazu Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

Die arabischen Empfänger von UNRWA-Hilfe ihrerseits fanden, sie hätten ein Recht auf diese umfangreichen Unterstützungsleistungen – kostenlose medizinische Dienste, kostenlose Unterkünfte, kostenlose Schulbildung, die auf viele Weise besser sind als in den umgebenden arabischen Staaten. Und im Verlauf der Zeit, so wie die UNRWA größer wurde, hatten die das Gefühl, dass Arbeitsplätze ebenfalls ein Recht seien. Fast alle UNRWA-Beschäftigen sind palästinensische Araber.

Letzte Woche gab es im Gazastreifen einen Protest gegen die UNRWA – weil die Fake-Flüchtlinge forderten, dass nicht ihre eigene Hamas-de-facto-Regierung ihre Versorgung übernimmt und nicht die PA sich um ihre Bedürfnisse kümmert, sondern dass die Welt weiterhin alles finanziert, was sie fordern. Gratis.

Sie könne zwei ihrer Forderungen in Englisch sehen:

Die wahre Frage lautet: Warum nimmt die Zahl der „Flüchtlinge“ jedes Jahr zu? Weil sie in doppelter Hinsicht keine echten Flüchtlinge sind: Zum einen, weil sie die Nachkommen von heimatlosen Personen sind und zum zweiten, weil sie in den Grenzen des britischen Mandats Palästina leben und Flüchtlinge per Definition außerhalb ihres Landes leben!

Kostenloser Strom! Eine neue Forderung, die die Welt bezahlen soll.

Bedürftige Menschen sollten Hilfe erhalten. Aber nicht auf ewig. UNRWA hat ihren Nutzen um 50 Jahre überschritten und es ist längst überfällig deshalb etwas zu unternehmen, außer die Welt will nie endende palästinensische Klagen finanzieren – auf ewig.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (17. – 23. September 2017)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2017 geführt.

Sonntag, 17.09.2017:

Die PA verkündete, dass Abbas am Mittwoch eine „wichtige Rede“ vor der UNO-Vollversammlung halten werde, die „Charakteristika der nächsten Phase definieren wird“.

Die Hamas hat angekündigt ihre Regierung im Gazastreifen aufzulösen, damit die Regierung in Ramallah ungehindert im Gazastreifen agieren kann. Außerdem soll es allgemeine Wahlen geben, über die jetzt verhandelt wird. Der UNO-Sondergesandte für den Nahost-Friedensprozess heißt den Schritt willkommen.

Montag, 18.09.2017:

Der PA-„Informationsminister“ verkündete, dass es bezüglich des „Rückkehrrechts“ der Palästinenser keine Konzessionen geben wird.

Friedenspartner Fatah: Ein Sprecher der Fatah rief die Hamas auf Israel nicht anzuerkennen; die Fatah werde das auch niemals tun. Der bewaffnete Widerstand (Terror), der Volkswiderstand (Terror) und alles andere seien auch legitim, sagte er.

Mahmud Abbas sagte, ein Treffen mit Trump sei sinnlos, solange der sich nicht der Zweistaaten-Lösung verpflichtet. Lege dieser sich nicht darauf fest, sei das „lächerlich“.

Dienstag, 19.09.2017:

Das PA-Fernsehen strahlte noch einmal eine Lüge von vor einigen Jahren aus – getarnt als „Predigt“ – nach der der ehemalige israelische Premierminister Ariel Sharon sich zum Geburtstag die Ermordung von 10 arabischen Kindern „bis zum Ende des Jahres“ wünschte. Dieser Hassprediger ist letztes Jahr von Mahmud Abbas zum Dekan des Al-Azhar-Instituts ernannt worden, das Schüler auf Studien an der Al-Azhar-Universität in Ägypten vorbereitet.

Shin Bet, Polizei und Grenzpolizei hoben eine Terrorzelle in Silwan aus, deren Mitglieder allesamt in „Ost“-Jerusalem wohnen. Acht Araber wurden festgenommen. Sie nannten sich „Geist von Silwan“.

Mahmud Abbas kündigte in New York an, dass er die Sicherheitskooperation mit Israel nicht wieder aufnehmen wird. Genauso wenig wird er die Zahlungen für die Terror-Häftlinge und ihre Familien einstellen.

Das „Sonderangebot“, illegale Waffen straffrei abgeben zu können, haben nur 3 israelische Araber wahrgenommen. Das Angebot endete heute.

Mittwoch, 20.09.2017:

Drei Araber aus Jericho und Kuseife wurden wegen zahlreicher Diebstähle landwirtschaftlicher Gerätschaften, eines Traktors und einer Viehherde festgenommen.

Was auch sonst: Mahmud Abbas, der Mann, der sich an keinerlei Recht hält, behauptet vor der UNO-Vollversammlung Israel würde sich über das Recht stellen. (Und es lasse keinen Raum für einen Staat Palästina.) Dazu forderte er von der UNO einen „Zeitrahmen“, innerhalb dessen die UNO die „Besatzung“ beenden müsse. Außerdem warnte er Israel davor aus dem Konflikt einen Religionskrieg zu machen – während die PalAraber das längst erledigt haben.
Aber was will man von einem Mann erwarten, der behauptet er habe Friedensinitiativen angenommen, während Israel sie alle abgelehnt habe – während er selbst ständig alles blockierte, was nicht 150% seinen Forderungen entspricht, die er absichtlich ständig höher schraubte?
Israels UNO-Botschafter Danny Danon hatte völlig recht, als er Abbas‘ Rede Lügen nannte.

„Wir sind alle Palästinenser“

Der Kalte Krieg Europas gegen Israel – ein Essay in 5 Teilen

Uli Krug, Nahost-Focus, Juli 2002 (nicht mehr online)

Der ordinäre deutsche Nah-Ost-Korrespondent betätigt sich als Lieferant für den Bedarf des „ehrbaren Antisemitismus“ (Amery). Selten lügt er direkt, besitzt aber eine perfide Kunstfertigkeit darin, die Assoziationen und Imaginationen des Massenbewusstseins durch das Verschweigen historischer, geographischer und aktuell politischer Zusammenhänge sowohl zu bedienen als auch in Gang zu setzen.

Die jüngste „Nahost“-Berichterstattung variiert dabei die antisemitische Stereotypie vom Judentum als Urheber von Bolschewismus und Finanzkapitalismus nur im zeitgenössischen Gewand: Israel erscheint sowohl in der Rolle des Bolschewiken, der die Schlesier zu „Flüchtlingen“ machte, und zugleich als Büttel und Nutznießer des Wall-Street-Kapitalismus, der arme Kleinbauern um Land und „Kultur“ betrügt. „Synthetisiert“ werden diese widersprüchlichen Regungen in projektiver Wendung darin, Israel als III. Reich des 21.Jahrhunderts vorzustellen.

Der portugiesische Romancier Saramago vergleicht bei einer Ergebenheitsvisite in Arafats Hauptquartier den israelischen Gegenschlag der letzten Wochen „durchaus mit Auschwitz“ (Welt, 19.4.2002), nachdem die Jeanne d’Arc der Globalisierungskritiker, Frau Roy, zuvor schon Staudammbauten mit Auschwitz in eins gesetzt hatte. Derartig moralisch gewappnet macht sich dann der deutsche Journalist zum Al-Quaida-Sprecher und erklärt, die Juden hätten „in Palästina so wenig verloren (…) wie die Kreuzritter“. (SZ, 15.4.2002)

Eine Ausnahme von der Regel ist Ulrich Sahm, der deswegen außer in n-tv nur in der Jüdischen Allgemeinen und in der Welt zu Wort kommt. Für letztere führte er am 7.4. ein Interview mit Shimon Peres, dem israelischen Außenminister und kam in einer Frage auf den Zusammenhang zwischen offizieller antiisraelischer Rhetorik von Presse bzw. Politik und der Angriffsserie auf Juden und jüdische Einrichtungen aller Art in ganz Europa zu sprechen.

Sahm: „In Frankreich brennen Synagogen. Norweger rufen zum Boykott von israelischen Waren auf. Ägypten bricht die Kontakte ab. Ihr Freund Bülent Ecevit bezichtigt Israel des Völkermordes an Palästinensern. Sie sind der Außenminister. Ist Ihre Außenpolitik gescheitert?“
Peres: „Wir müssen gegen Vorurteile kämpfen. Und wir müssen einen latenten Antisemitismus bekämpfen. Wie manche Leute in Europa die Zukunft Europas darstellen, so stellen wir die Vergangenheit Europas dar. Die Europäer müssen uns in die Augen schauen und sich erinnern, was passiert ist. Wir versuchen jetzt, unser Leben zu verteidigen. Wir haben keinerlei Absichten, fremdes Land zu besetzen oder ein Volk zu beherrschen. Aber ich frage mich, was sie, die Europäer, tun würden, wenn sie sich täglich mit Selbstmordattentätern auseinander setzen müßten und mit anschauen müssten, wie ihre Kinder und Jugendlichen Opfer von Terror werden. Was schlagen die Europäer vor? Um ehrlich zu sein, verstehe ich deren Opposition überhaupt nicht. Warum unterstützen sie die Palästinenser? Wofür kämpfen eigentlich die Palästinenser? Für Unabhängigkeit? Wir haben ihnen doch Unabhängigkeit angeboten. Kämpfen sie für ein palästinensisches Land? Wir haben ihnen ein palästinensisches Land angeboten. Sie wollten einen Platz in Jerusalem. Auch ein Platz in Jerusalem wurde ihnen angeboten. Also warum der Terror? Warum unschuldige Menschen umbringen? Die Europäer, unsere Freunde und Kritiker, müssen diese Fragen ehrlich beantworten.“

Kein „rationaler“ Konflikt

Die schreckliche Wahrheit, die Peres zumindest ahnt, ist folgende: Gerade weil die Europäer wissen, dass der Kampf der Palästinenser nicht einer für etwas ist, sondern nur einer gegen etwas, die Juden nämlich, genau deswegen unterstützen sie diesen Kampf so solidarisch, lassen sich durch nichts beirren. Um es in Peres‘ Worten zu sagen: Die „Leute, die Europas Zukunft darstellen“, solidarisieren sich mit den Palästinensern und ihrem hemmungslos eliminatorischen Antisemitismus, also einem, dem Vernichtung Ziel und Mittel zugleich ist, gerade, weil Israel „die Vergangenheit Europas darstellt“, weil die „Europäer uns in die Augen schauen und sich erinnern müssen, was passiert ist.“

Der sogenannte Nahost-Konflikt, bei dem es um Landstriche geht, die in ihren Dimensionen denen des Landes Hessen gleichen, ist keiner um einen Gewinn im materiellen Sinne. Wäre er ein dergestalt „rationaler“ Konflikt, wie Linke mit Spürnase für strategische Interessen meinen herausgefunden zu haben, wäre er längst beigelegt; dass er es nicht sein kann, dass das deutsch-europäische Interesse an ihm so überproportional und eindeutig projektiver Natur ist, zeigt, dass der globale Antizionismus auf Israel genau so losgeht wie es zuvor der unverblümte Antisemitismus gegen das „Judentum“ tat. Antiisraelische Politik und Propaganda und volkstümliches, antisemitisches Bedürfnis einigen sich in einer paradoxen Kreation: einem antifaschistischen Antisemitismus, der Israel zum „faschistischen“ Staat, im etwas feineren UN-Sprech zum „Rassisten“ und „Menschenrechtsverletzer“, deklariert.

Die Europäer, aus deren Reihen sich derzeit nur Teile der politischen Klasse Großbritanniens wohltuend durch Zurückhaltung abheben, wofür die britische Botschaft in Berlin vom antisemitischen Mob am palästinensischen „Tag des Bodens“ mit Steinen eingedeckt wurde, können tatsächlich nur in den Kategorien, die der Nationalsozialismus setzte, von Israel denken. Deutschland, das Land eines heute als diplomatische Waffe gegen Israel eingesetzten Versöhnungskultes, entwickelte mit diesem Kult die notwendige „moralische“ Sichtweise. In der schon von je feindselig durchwirkten und nur mühselig zugestandenen Singularität Israels, begründet aus der Massenvernichtung der europäischen Juden, schwang schon immer das Moment mit, den Opfern nicht verzeihen zu können, was man ihnen angetan hatte. Die deutsche Manie der Versöhnung zielte stets darauf, Israel abzuluchsen, dass es ja gar nicht sooo schlimm gewesen sei, dass schließlich niemand frei von Schuld sei und läuft auf jenen bundesrepublikanischen Philosemitismus heraus, demzufolge man ja eigentlich auch Jude sei, ja eigentlich mehr als der Jude noch gebeutelt werde vom historischen Schicksal und von der Welt unverstanden bliebe. Es galt, mit der Gleichstellung von Juden und Deutschen im Zeichen der Versöhnung die Verbindung zwischen der Singularität der Judenvernichtung und der Gründung des jüdischen Staates zu lösen. Joschka Fischer eifert darin die im Führerbunker zu Ramallah ausharrende deutsche Friedensfee Julia Deeg genauso nach wie ein anderes deutsches Seelchen, der EKD-Auslandsbischof Rolf Koppe: Den befriedigt es ungemein, dass die Juden endlich nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter dastünden, die christliche Kirchen angreifen, „einen Tabubruch ersten Ranges“ (Welt, 4.4.2002) begingen, hinter dem die EKD ihren eigenen versteckt, nämlich sich endlich wieder alter antijudaischer Stereotype bedienen zu können, um gemeinsam mit „Pax Christi“ so recht gegen den „westlichen Egoismus“, vulgo das „raffende Kapital“ hetzen zu können.

Die Vorlage für derlei hatten in den 70er und 80er Jahren die Magazine der radikalen Linken, die israelische Politik mit Lagern, Gas und Endlösung assoziierten, geliefert. Phantasierten während des Libanon-Kriegs taz und Arbeiterkampf von der „Endlösung der Palästinenserfrage“, so fabulieren heute SZ und die österreichische Neue Kronen-Zeitung vom „totalen Krieg“ (2.4.2002) Israels gegen die Palästinenser und der Osservatore Romano des Vatikans von der „Vernichtung des Heiligen Landes“ (5.4.2002). Norbert Blüm schließlich, der „Herz-Jesu-Sozialist“ der alten BRD, bezeichnet gegenüber Israels Botschafter Shimon Stein die verzweifelte Polizeiaktion Israels gegen die operative Basis rivalisierender Milizen namens „Autonomiegebiete“ als „hemmungslosen Vernichtungskrieg“. Als ob ein Vernichtungskrieg nicht vielmehr aus diesem Gangland gegen Israel geführt würde; aus einem Gebiet, in dem die Staatsbande „Al-Fatah“ Selbstmordattentäter ausbildet, besoldet und die Angehörigen berenten lässt, in dem die sogenannten Sicherheitskräfte eigenhändig den Transfer dieser Attentäter „hinter israelische Linien“ besorgen (FAZ, 30.3.2002), während die Richter nach „palästinensischem Recht“ Judenmord nicht als Straftatbestand anerkennen (FAZ, 4.12.2001).

Teil 2: Unschuld contra Verderbtheit.

Die in der europäischen Propaganda allgegenwärtige Konstruktion, dass Israel und die Juden eigentlich die Nazis von heute darstellen, ist dabei nicht allein nur der nachträglichen Legitimation des bereits vollzogenen Judenmordes geschuldet, sondern bereitet ebenso aktuellem wie künftigem Morden den Weg.

Weil es einer der Grundzüge des Antisemitismus ist, sich als berechtigte Notwehr gegen die Juden zu empfinden, kann er auch nicht innehalten. So finden sich alle Figuren des klassischen Antisemitismus in seiner neuesten, monströsen Notwehr-Konstruktion, die zusammen den „Nahost“-Konflikt in seiner medialen Aufbereitung als auch politischen Instrumentalisierung ergibt, aufgehoben – und jeder, der die „Elemente des Antisemitismus“ gelesen hat, müßte sie leicht als solche erkennen, „die völkischen Phantasien jüdischer Verbrechen, der Kindermorde und sadistischen Exzesse, der Volksvergiftung und internationalen Verschwörung (,die) genau den antisemitischen Wunschtraum (definieren)“ (1): Die Juden als Synonym der Überwältigung der vormodernen Unschuld durch die technologisch-zivilisatorische Verderbtheit; Macht und Geld contra Tradition und Gemeinschaft; Panzer gegen Kinder, Soldaten gegen Priester, Wasserdiebe gegen Kleinbauern.

Diese Bildersprache, die mit zutiefst archaisch-regressivem seelischen Material arbeitet, bestimmt die „europäische“ Sicht, die genau darin mit der ihrer palästinensischen Schützlinge übereinstimmt, die glauben, von den Juden durch Giftgas unfruchtbar gemacht zu werden, die glauben, dass Juden das Blut von Arabern trinken, die glauben, dass Juden heroinbestrichene Briefmarken verteilen, die eigentlich alles glauben, was die Register der Psychopathologie zu bieten haben (2). So wird denn auch der Mord an Juden, sowohl in der Phantasie deutscher Friedensfreunde als auch im arabischen Schulbuch, zur Notwehr gegen die Massaker, die Juden angerichtet hätten, wäre ihnen nicht der Antisemit in den Arm gefallen. Besser als ein nach eigenem Bekunden palästinensischer Randalierer es auf einer BAHAMAS-Veranstaltung formulierte, hätte weder die LibÈration noch die National-Zeitung, weder La Repubblica noch junge Welt formulieren können: „Die jüdischen Faschisten wollen über nichts als Auschwitz reden“. Genau deswegen befindet sich Europa im kalten Krieg mit Israel.

Dieser „kalte Krieg“ ist die konsequente Fortsetzung des Jugoslawienkrieges, der, so wie die öffentliche Aufbereitung Jugoslawiens gestrickt war, zum unmittelbaren Vorlauf der heutigen antiisraelischen Aggression zählt. Diese Aggression kann zum tatsächlichen Krieg sich noch nicht aufschwingen, die Marschrichtung aber, die im ersten Fall schließlich auf die Verstümmelung und Delegitimation Jugoslawiens hinauslief, ist die gleiche.

„Damit aber die deutsche Unschuld wieder unbefangen verfolgen kann, muss sie erst glaubwürdig wiederhergestellt werden: Dazu müssen die ehemaligen Opfer des ersten deutschen Gewissenskrieges, der ja auch nicht um den schnöden Mammon, sondern für eine Erlösung der Welt durch Opferung des Bösen geführt wurde, heute die Täter sein“, also das tun, was man selber tat.

„Da man Israel sich als materiellen Kriegsgegner und Schurkenstaat – ein ideeller war es bereits die ganzen letzten 50 Jahre – verkneifen muss, hält man sich an Jugoslawien bzw. Serbien schadlos. Es hat sozusagen als Projektionsfläche des neuen Deutschlands vom alten Deutschland herzuhalten, mit dem dieses neue Deutschland aber gerade in der Projektivität, in der untrennbaren Einheit von Wahn und Staatsraison, innige Seelenverwandtschaft pflegt.“ Die, mit denen wir demonstriert hatten, als diese Zeilen in der BAHAMAS 30 (S.25) erschienen, bewegte allerdings alles andere als der Kampf gegen den deutschen Antisemitismus, der sich zum postmodernen Antifaschismus gemausert hatte und sich doch deutlich durch seine Projektionen verriet. Denn nicht gegen Deutschland und seine Freunde – vorzugsweise islamisierte Völkerschaften, die bloße Großrackets, bewaffnete Banden vorstellen, die außer Terror und Identität nichts zu bieten haben – ging es ihnen; sondern mit dem besseren Deutschland gegen den westlichen Imperialismus wollten sie zu Felde ziehen.

Die Gelegenheit haben sie jetzt reichlich: Je weiter Deutschland und mit ihm Kontinentaleuropa seinen eigenen Imperialismus pflegt, der vom Antiimperialismus nicht mehr zu unterscheiden ist, weil er nichts gewinnen, sondern zerstören will, d.h. einer archaisch-pathologischen Krisenlösungsstrategie verhaftet ist, desto willfähriger fordert seine linke und liberale Öffentlichkeit das, was offen auszusprechen dem Establishment immer noch zu heikel erscheint. Die Stimmung gegen Israel übertrifft dabei noch die gegen Serbien, weil in ihr alle Strömungen … zusammenkommen, die pazifistisch-betroffenen, die multikulturell-„antirassistischen“, die links- oder rechtsdrehenden nationalrevolutionären: Nach einer von der Welt in Auftrag gegebenen emnid-Untersuchung halten 73% der Deutschen Israels Vorgehen für ungerechtfertigt und Sharon für den Auslöser der „Krise“ (Welt, 5.4.2002). Wer angesichts dessen von einer „pro-israelischen“ Öffentlichkeit schwafelt, dem kann es nur um die Zerstörung Israels gehen.

Teil 3: Die Produktion lebender Bomben

Nicht, dass die EU und die UN, die beiden Zentralausschüsse des völkisch-neidhammeligen Antiimperialismus, dies nicht auch wollten; allein, sie müssen über das, was sie praktisch betreiben, noch durch die Blume sprechen. Da beschwert sich ein Kofi Annan bereits Wochen vor Beginn der „Operation Schutzwall“ öffentlich über die „unbeschränkte, konventionelle Kriegsführung“ Israels gegen die Palästinenser (Welt, 20.3.2002). Dass die keineswegs „unbeschränkte“ Kriegsführung Israels elementarste Polizeifunktionen wahrnehmen muss und dies einen hilflosen Versuch darstellt, die komplett schranken- und hemmungslose Kriegsführung der Palästinenser-Gangs gegen alles, was ihnen Jude heißt, einzudämmen und abzuschrecken, darüber schweigt des Vorsitzenden Höflichkeit.

Nicht nur, dass Annan sich noch einmal die Schand-Resolution 3379 vom 10.9.1975, in der „Zionismus“ als „Rassismus“ gebrandmarkt wird, die eigentlich am 16.12.1991 – und damit als einzige jemals – von der Vollversammlung außer Kraft gesetzt wurde, in Durban aufs neue bestätigen ließ, zeigt welches schmutzige Spiel er und die UN treiben. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) beispielsweise registriert immer noch Flüchtlinge aus Palästina, obwohl seit 54 Jahren kein neuer Flüchtling aus dem heutigen Staatsgebiet Israels dazugekommen ist. Dennoch ist die Zahl der „Flüchtlinge“ von ursprünglich zwischen 538.000 nach israelischen und 850.000 nach palästinensischen Quellen auf stattliche 4 Millionen heute angewachsen. Flüchtling ist – im klaren Verstoß gegen die sonstige Definition der UNRWA von Flüchtlingen – jeder Nachkomme dieser ursprünglichen Flüchtlinge, selbst wenn er zwischenzeitlich beispielsweise die jordanische Staatsbürgerschaft erlangt hat. (3)

Hält die Bevölkerungsentwicklung in den palästinensischen Autonomiegebieten an – und das wird sie, dafür sorgt die Übereinkunft zwischen islamischer Sexualmoral und dem nationalen Appell, Kinder als künftige Soldaten gegen Israel zu zeugen, wie es die EU-finanzierte „Stimme Palästinas“ täglich fordert -, dann wird es wohl in einem Jahrzehnt weit über 4 Millionen Flüchtlinge geben, die das Land, aus dem sie geflohen sein sollen, noch nie betreten haben. Was sich aus Fernsehen und Radio über die von ihren Eltern und deren Führern schon bei Geburt zum Tode bestimmten Kinder ergießt, klingt so: „‚Folgt mir ins Paradies‘. quäkt eine kitschige Kinderstimme“ – mehrfach täglich – „zu den Bildern des“ – nach aller Wahrscheinlichkeit von eigenen Marodeuren – „am 30.9.2000 erschossenen 12-jährigen Mohammad-al-Dura.“ Das Musik-Programm sieht wie folgt aus: „Ein anderer Spot zeigt einen palästinensischen Sänger: ‚Die Zeit für Spielzeuge ist vorbei‘, singt er schmalzig, und die Kamera zeigt Bilder von Kindern, denen die Puppen und Spielzeuge aus der Hand fallen. Stattdessen greifen sie zu Steinen und rennen auf israelische Armeeposten zu (…) der Sänger flüstert ermutigend: ‚Fürchte Dich nicht vor dem Tod, Märtyrertum ist süß.‘“ (Tagesspiegel, 21.8.2001) Die Konditionierung auf den Tod funktioniert: „Kinder spielen auf den Straßen ‚Märtyrer‘, Aufdrucke mit den Konterfeis der Attentäter zieren T-Shirts und Schlüsselanhänger.“ (Welt, 16.4.2002)

Dass diese „Flüchtlings“-Kinder obendrein in „Lagern“ leben, verdanken sie weniger den Israelis, sondern eben den arabischen Brudernationen, die jegliche Repatriierung der Flüchtlinge, ja sogar die in Aussicht dafür gestellten Finanzhilfen seit 1949 ablehnten und statt dessen die Araber, die das Staatsgebiet Israels verlassen hatten, in Grenznähe zusammenpferchten; eine Tradition, die Arafats Schergen mit deren Nachkommen bis zum heutigen Tage fortsetzen. Dass die entsprechenden Grenzregionen hauptsächlich Jordaniens nach dem Angriff desselben auf Israel nach internationalem Recht 1967 legitimerweise besetzt wurden, passt in das wahrhaft diabolische Konzept: Die arabische Liga und die palästinensische Führung haben mit voller Absicht Millionen von vorneherein verlorener Existenzen gezüchtet, die nur auf Antisemitismus gedrillt sind, lebende Bomben, die seit 1967 auch noch unter israelische Besatzung gekommen sind. Und das nicht nur in Gaza und im Westjordanland, sondern auch an der israelischen Nordgrenze; Syrien, das einst im Libanonkrieg Palästinenser zu Abertausenden massakrierte, lässt die Kinder derer, die den syrischen Flächenbombardements entgingen, heute einen stellvertretenden „Zermürbungskrieg“ gegen Israel führen: Syrische Truppen ziehen sich aus dem Grenzgebiet zu Libanon und Israel zurück, überlassen „zielsichere Raketen iranischer Produktion“ (Welt, 17.4.2002) der Hisbollah; diese schickt sowohl Bewohner der Flüchtlingslager auf never-come-back-Mordmissionen „gegen israelische Farmen, Dörfer und Grenzposten“ (Welt, 8.4.2002), während sie diese zugleich einem Dauerbombardement aus dem Libanon heraus unterzieht.

Dass Herr Annan Israel drängt, das Friedensangebot der arabischen Liga, wie sie es bei ihrer letzten Konferenz in Beirut verabschiedet hat, anzunehmen, wundert nicht; genauso wenig, dass die EU in dieselbe Kerbe schlug: Unter beifälligen Grinsen des Applaus umtosten Saddam Hussein, dessen Irak sich heute noch im offiziellen Kriegszustand mit Israel befindet (seit dem Invasionsversuch 1948), wurde dem ursprünglichen „Abdallah“-Plan, der eine äußerst „zweifelhafte Normalisierung“ gegenüber Israel in Aussicht stellte, nämlich noch das „Rückkehrrecht für alle Flüchtlinge“ beigefügt; eine monströse Forderung nach der Vernichtung Israels, die nicht einmal die UN der 60er Jahre dem Land zumuten wollten, die damals immerhin anerkannten, dass Israel entschädigungslos zwischen 600.000 und einer Million aus den Angreiferstaaten von 1948 geflohener Juden aufnahm.

Da können die Solanas, Pattens und Prodis heutzutage doch erheblich freier von der Leber weg sprechen. Nicht ganz so offenherzig wie Lamers oder Möllemann: Hört jener ausgerechnet durch Joschka Fischer „die Israelis sprechen“ (Tagesspiegel, 6.4.2002), so identifiziert dieser im typischen Wahrheitsdrang des Paranoikers gleich palästinensische Selbstmordattentäter mit deutschen Fallschirmspringern (taz, 4.4.2002). Aber aus den Zentralen der Macht klingt es nur wenig moderater. Ein Wut entbrannter Solana schnauft in die Fernsehkameras der ARD, dass es Israel „noch eidtun würde“, ihn nicht zu seinem Terrorzögling Arafat durchgelassen zu haben und droht gemeinsam mit Schröder mit „Bundeswehrsoldaten“ im „Rahmen eines UNO-Mandats“ (Zeit 16/2002). Kurz zuvor hatte die EU-Kommission entschieden, die Finanzhilfe für die Palästinensische Autonomiebehörde von 10 Millionen Euro monatlich weiterlaufen zu lassen, obwohl Israel am selben Tag Dokumente aus Arafats Hauptquartier vorlegte, die bewiesen, was ohnehin klar war: Dass diese Behörde die Spesen- und Sprengstoffrechnungen der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden bezahlt, was wiederum nur auf dem keineswegs israelfreundlichen US-amerikanischen Fernsehsender CNN zu sehen war.

Und nicht nur Dokumente tauchten auf: Israel fand auf dem Gelände zwei „Lastwagenladungen von SAM-7-Luftabwehrraketen und 200 LAW Anti-Panzer-Raketen“, deren Besitz nach dem Oslo-Vertrag verboten und deren Existenz immer abgestritten wurde (Washington Post, 3.4.2002) .

In Europa debattiert man indessen munter – auf abwechselnd spanische, belgische oder dänische Initiative – immer weiter über einen EU-Boykott gegen Israel, dessen Abriegelung der Palästinensergebiete laut EU-Außenkommissar Chris Patten nach echt antisemitischer Verkehrungslogik Schuld sein soll an der dort herrschenden „Gewalt“ (Welt, 3.4.2002) – und nicht etwa umgekehrt. Nein, man sei keineswegs parteiisch, betont Romano Prodi, obwohl die EU der größte Sponsor eines Gebildes ist, das durch nichts als Terror gegeneinander, kanalisiert im antisemitischen Terror gegen Israel, zusammengehalten wird: 179 Millionen Euro pro Jahr zahlte die EU in den letzten sechs Jahren an die Palästinensische Autonomiebehörde (Welt, 4.4.2002). Nein, parteiisch ist man in Brüssel nicht. Prodi: „Wir unterscheiden nicht zwischen Palästinensern und Israelis. Alle Gewalttaten sind gleich abscheulich.“ (ebenda) Die Verhaftung von Terroristen und Mördern, die ohne jede Veranlassung Heckenschützen auf Autofahrer und lebende Bomben auf Einkaufszentren loslassen, ist dem Europäer diesen Mordtaten gleich; das Töten von Juden um einer „Heimat“ willen, die den Mörder so wenig interessiert, dass sie ihm nur den Schauplatz seines Todes abgibt, gilt Herrn Prodi gleich dem verzweifelten Versuch Israels, solches in Zukunft zu verhindern: Arafat würde als Mitglied der EU-Kommission allein durch seine Kleidung, aber nicht durch seine Statements auffallen.

Teil 4: Von Racak nach Jenin

Auch die EU ist eine Meisterin des abgekarteten Spiels, wie es die Palästinenser seit Oslo demonstrieren: Immer wieder profiliert sich ein weiser Friedensonkel – hier Arafat, dort Fischer – gegen die „Radikalen“, der doch nur erntet, was diese zu seinem Frommen gesät haben. Insistierte bereits Dänemark darauf, Sharon vor ein europäisches Tribunal zu bringen, so ist es auch der norwegische UN-Sondergesandte Roed-Larsen, der in Jenin die Auschwitzkarte spielte, von einem „Schrecken, der das Verständnis übersteigt“ (Welt, 19.4.2002) spricht und die palästinensische Propaganda von „Hunderten von Toten“ durch bewusst unklare Formulierungen stützte. Selbstverständlich weiß er, dass er lügt: Ein italienischer Journalist hatte wegen des nahezu fehlenden Verwesungsgeruchs bereits Tage vorher die Angaben der israelischen Armee von einigen „Dutzend“ getöteter Kämpfer gestützt (Welt, 15.4.2002), eine Schätzung, die von französischen Beobachtern – u.a. Bernard-Henri Levi, der im ehemaligen Jugoslawien nie um einen „Völkermord“ verlegen war – bestätigt wird: „Wahnsinnsworte wie Massaker sind hier unangebracht“ (Welt, 20.4.2002). Die meisten Gebäudezerstörungen gingen darauf zurück, dass die Häuser „von Bewaffneten in Sprengfallen“ für die Israelis verwandelt wurden. Diese Form des tatsächlichen totalen Krieges, den die palästinensischen Milizen gegen ihre eigenen Behausungen, gegen ihre eigenen Kinder praktizierten, kostete – ziemlich massakerunüblich – 23 israelische Soldaten das Leben. Selbstverständlich wissen das Roed-Larsen, die EU-Kommission, Kofi Annan; allein, nicht einmal die schweren antisemitischen Ausschreitungen in Dänemark rund um das Länderspiel gegen Israel am 17.4.2002, denen durch die Massaker-Lüge Vorschub geleistet wurde, vermochten die Damen und Herren in ihrem Treiben zu irritieren.

Gegen derlei Gräuelpropaganda kann Fischer sich immer wieder als moderater Gegner von Sanktionen gegen Israel profilieren, um dann mit „Friedens“-Vorschlägen wahrhaft kosovarischer Dimension herauszukommen, die die deutsche Mission, sich als antifaschistische Patronatsmacht gegen den jüdischen Staat aufzuspielen, komplettieren durch die Delegitimation Israels als Schurkenstaat, der unter UN-Kontrolle gehalten werden müsse – eines der wichtigsten Etappenziele des palästinensischen Kampfes zur Vertreibung der Juden durch Traumatisierung und Zermürbung wäre damit erreicht: „Internationale Schutztruppen als dritte Partei sind wünschenswert“, souffliert Nabil Schaath, Minister für internationale Zusammenarbeit, seinem Partner Fischer in Berlin (Tagesspiegel, 19.4.2002). Im Außenministerium wiederum scheut man sich nicht Folgendes zu Protokoll zu geben: „Da Israel und Palästina allein keinen Ausweg finden, soll sich als dritte Partei eine Art Kontaktgruppe“ unter Führung des UN-Generalsekretärs „nach dem Vorbild der Balkan-Befriedung einschalten“ (Tagesspiegel, 9.4.2002). Wahrhaft ist die antiisraelische, propalästinensische Kampagne ein Duplikat der langwierigen aber zäh verfolgten Jugoslawienhetze vergangener Jahre, dabei aber doch das verspätete Original jener Hetze. Was Jugoslawien bereits geschah, steht Israel bevor, wenn die USA es nicht verhindern: Erst die Dämonisierung des Versuchs sich des von den Europäern hochgepeppelten Ethno-Bandenterrors zu erwehren, wobei Jenin durchaus die dubiose, aber nützliche Rolle Racaks bekommen kann, dann der internationale Eingriff, der dem Opfer des Terrors die Möglichkeiten zur Gegenwehr aus der Hand nimmt, und dann die von der passiven Mandatsmacht (unter UN-Kontrolle und deutschem Däumchendrehen) stillschweigend geduldete ethnische Säuberung und Judenvertreibung aus dem abgetrennten Territorium bei gleichzeitiger, quasi-offizieller Hochrüstung des Terrorstaates: Dem erzwungenen Rückzug Israels „unter Feuer“ auf die heutzutage kaum mehr zu verteidigenden exakten Grenzen des Jahres 1967 stünde ein Palästinenser-Staat gegenüber, der dann auch offiziell schwere Waffen kaufen dürfte. Kein Nasser war Israel je so gefährlich wie Fischer, dessen Plan schon praktische Konturen zeigt: Zeitgleich zu einem neuerlichen Selbstmordattentat in Haifa, wird ein deutsches „Waffenembargo“ gegen Israel ruchbar (Financial Times, 9.4.2002), welches speziell Panzerersatzteile betrifft – eine gezielte Schwächung der Waffengattung, mit der Israel sich gegen den flexiblen Terror zur Wehr zu setzen gezwungen sieht; kurz darauf fordert das EU-Parlament die Aussetzung der Zollfreiheit, die israelische Importe in die EU genießen (Welt, 12.4.2002).

Wie befreit bricht es aus den Repräsentanten Europas und ihrer globalisierungskritischen Erfüllungsgehilfen hervor, genau in dem Maße, wie gerade die linksgerichteten Eliten Frankreichs und Italiens den Antisemitismus wiederentdeckten und Deutschland lieben lernten: Hoch im Kurs stehen Gemeinwohl, Sozialpartnerschaft und Heidegger. Sie alle – vom Philosophen Baudrillard bis zum Oppositionsführer Veltroni – haben das Ersatzobjekt Jugoslawien endlich eintauschen können gegen das historische Objekt ihrer Begierde: Israel steht an der ideologischen Stelle, an der einst das „Weltjudentum“ stand, und wird zugleich jener Singularität beraubt, durch die es, wie Jugoslawien in einem gewissen, abgeschwächten Sinne auch, an die letzte globalisierungskritische Krisenlösung, die nazistische Kombination aus europäischer Gemeinschaft und Judenvernichtung, erinnert.

Der unwürdige Stalinistengreis Fritz Teppich, den der Tagesspiegel allen Ernstes als Vertreter der „Berliner Juden“ anführt, vergleicht „Selbstmordattentäter mit jüdischen Kämpfern im Warschauer Getto“ (9.4.2002), während in Frankreich der 68er Slogan: „Wir sind alle deutsche Juden“ zeitgemäß zur Demo-Parole „Wir sind alle Palästinenser“ mutiert, die die Libération als Schlagzeile übernimmt (3.4.2002). Und tatsächlich eint genau diese Parole den „Front National“ mit den maghrebinischen Jung-Antisemiten, die Brüsseler Deregulierer mit den autoritär-völkischen Globalisierungsgegnern von „attac“, den Papst mit dem islamischen Freitagsprediger. Alle sind sie Palästinenser, viel mehr noch als sie vor Jahren sogenannte „Kosovaren“ waren. Und das nicht nur, weil sie in den Palästinensern ideale Bauchredner gefunden haben, die an der Holocaust-Gedenkstätte am Berliner Wittenbergplatz herumpöbeln und statt ihrer eine für von „Juden begangene Verbrechen“ fordern (SFB-Abendschau, 8.4.2002).

Die palästinensischen Mordbanden sprechen nicht nur aus tiefster deutscher Seele, sie sind so deutsch, wie es sich die Deutschen mitsamt ihrer offenen Verbündeten und heimlichen Bewunderer zuletzt im II.Weltkrieg zu sein gestatteten. Jagte schon die UCK einer Beute nach, die sich tatsächlich in Wegerechten und -zöllen eines modernen Raubrittertums erschöpfte und gerade weil dem so ist, es nicht unter „Groß-Albanien“ bewenden lassen kann, so ging es wenigstens noch um Beute, bestand sie auch nur im spärlichen Hab und Gut des Nachbarn. Der Kampf der Palästinenser aber ist nur noch und wahrhaft idealistisch – und damit dem von Europa propagierten „Gewissenskrieg“ (Habermas) so zutiefst ähnlich.

Palästinenser sind sie alle, weil sie sich wie Gangster aufführen, die sich um die Beute nicht kümmern; die sich aus Prinzip und nicht um des Erwerbsstrebens willen mehr in Gangs und Rackets zusammenrotten. Diese Zusammenrottung, wie sie das Westjordanland heute beherrscht, lebt buchstäblich allein von der Zugehörigkeit zur Volks-Bande, die von der EU und den christlichen Kirchen ausgehalten wird und die nur im Vernichtungswillen gegen das Abweichende oder abweichend Gemachte ihren Daseinsgrund hat – Handel und Warenverkehr mit dem benachbarten Israel werden bewußt unmöglich gemacht; zur Abschreckung wie zur „Kindererziehung“ schlachtet man obendrein ständig „Kollaborateure“ viehisch dahin, hunderte Male zuvor so wie in Hebron am 23.4.2002: „Der erste Körper hing verkehrt herum (…) war mit Draht an dem Strommast befestigt, sein rechtes Bein stand in einem obszönen Winkel ab. Der zweite Körper war unendlich viel schlimmer zugerichtet, eine Metzgerarbeit (…) der fast nackte Torso zerrissen von Stichwunden. Zehn oder zwölf Jahre alte Palästinenser stachen in die Wunden und jaulten dabei vor Freude. Sein Kopf war vom Rest des Körpers fast abgetrennt (…) das Gesicht immer noch verzerrt vor Entsetzen (…) ‚Das ist eine Lektion für alle. Jeder sollte dies hier sehen’“, bemerkte „ein beleibter Mann mittleren Alters mit einem großen braunen Bart“ (Welt, 24.4.2002).

Da nur die Bandenchefs, allen voran Arafat und seine Hofschranzen, tatsächlich von der europäischen Terrorrendite profitieren, schlägt die verständliche Unlust des Fußvolks, auf Gedeih und Verderb der Bande anzugehören, obwohl man sich davon nichts Nennenswertes mehr noch versprechen kann, in Todessehnsucht um, die die verhasste Außenwelt, Juden, Amerikaner, Verräter, unmoralisch Lebende etc. mit ins Verderben reißen will.

Teil 5: Morbidität und Psychose

Das macht das „Faszinosum“ Palästina aus, wie Jenninger auf den NS hin formulierte. Zusammengeschlossen ohnehin nur in paramilitärischen Verbänden, exerziert es ein Katastrophenmodell vor, welches auf das an seinem eigenen kapitalistischen Antikapitalismus erstickende Deutschland, aber nicht minder auf andere EU-Mitglieder so enorm anziehend wirkt.

(…) Die Opferung der Überflüssigen durch die Überdrüssigen, wie ihn die beiden deutschen Weltkriege leisteten, in denen zynische alte Männer die todeswütige Jugend ins Blutbad schickten, ist der Grund, warum gerade das offenkundig unendlich Destruktive am Kampf der Palästinenser so identifikationsfördernd wirkt. Gerade, weil sie keinen Staat Palästina wollen, sondern nur die Juden ins Meer treiben, weil sie keinen Alltag, sondern den permanenten Ausnahmezustand suchen, sind sie das perverse Lebenselixier der bösartigen alten Welt. Der stets schwärmerisch und ethisch auftretende Nihilismus, die Gleichgültigkeit gegen alles in diesem Leben Mögliche und Bestehende, der Kampf also um etwas, was einen längst nicht mehr interessiert, nenne es sich Palästina, Großalbanien oder Großdeutschland, die „idealistische“ Mischung aus Gangstertum und Millenarismus lässt die bösen Greise allenthalben vor Mordlust erschauern und die ihnen unterworfene Jugend, die wenigstens im Untergang einmal der Welt des Genusses, für die israelische Teenager in ihren Augen stehen, ihren Stempel aufdrücken wollen, nach Tod und Vernichtung lechzen: Das ist das seelische Holz, aus dem schon immer – insbesondere deutsche – Helden geschnitzt wurden, solche, die narzisstische Selbsterhöhung der profanen Selbsterhaltung vorziehen.

Aus dieser Allianz von Morbidität und Psychose zieht Arafats Bandenterritorium seinen inneren Zusammenhalt; darin aber auch verwirklicht es die kollektiven Visionen seiner internationalen Bewunderer. Visionen, wie sie das Film-Genre der post-apokalyptischen Science-Fiction a la Mad Max auf den Punkt bringt, in welchem Auto und Waffen bewehrte Desperados ohne Erklärung, woher Autos, Benzin, Waffen etc. kommen, mit dem Töten beschäftigt sind. Die zugleich Geängstigten wie Gelangweilten des zusammenbrechenden Etatismus sehnen sich nach dem Inferno des technisierten Naturzustandes – wie des Führers Ehefrau Suha al-Taweel Arafat, die sich zwar aus Gaza nach Paris zurückzog, aber „keine größere Ehre“ kennen würde, als einen Sohn „für Palästina zu opfern“ (Welt, 16.4.2002).

Was man Palästina nennt, ist mehr noch als das Kosovo ein solches Mad Max-Land. Nicht im Kino, sondern als Konsequenz des Osloer Abkommens spielt sich am 1. Juli 1994 an der Grenze zu Israel jenes Szenario ab, das der Augenzeuge Michael Kelly so beschreibt:

„Arafats Einmarsch in Gaza war eine Schaustellung brutaler Macht. Er kam aus dem Sinai in einer langen Karawane von Mercedessen und BMW, 70 oder 80 Wagen bis ans Dach vollgepackt mit Gunmen. Die Karawane donnerte die menschengefüllten Straßen herunter, während die übergewichtigen, Leder bejackten und Sonnenbrillen tragenden Schränke von Arafats Leibwache ununterbrochen schrien und aus den Kalaschnikows feuerten, um ihr geliebtes Volk aus dem Weg des von ihnen geliebten Führers zu räumen.“ (newsweek.com./opinions/a pretense of peace, 4.4.2002)

Bis zum heutigen Tage brachte der „geliebte Führer“ trotz immenser Subvention nicht einmal die Organisation einer Müllabfuhr zustande, von anderen spielend finanzierbaren Mindeststandards völlig abgesehen – solcherlei überlässt man den europäischen Verbündeten oder den vorzugsweise islamischen (aber auch christlichen) Institutionen mit ihrer typischen Kombination aus Almosen und Judenhaß.

Vier Dinge waren es, auf die der Arafat-Clan sich konzentrierte:
> Verhaftung und Hinrichtung potentieller Oppositioneller,
> die Etablierung pausenloser antisemitischer Hetze via Radio und TV,
> die Bewaffnung aller nur möglichen Milizen, Untermilizen und sonstigen Banden, und schließlich
> die Requirierung opulenter Villen mit Seeblick für die Führung.

Wen wundert es, dass 5 Jahre des sogenannten Oslo-Friedensprozesses mehr Israelis das Leben kosteten als die 15 Jahre vor der Übernahme der besetzten Gebiete durch den Friedensnobelpreisträger Arafat?

Neben der saudischen, iranischen und irakischen Unterstützung für „Märtyrerfamilien“ und Institutionen, die solche „Shahide“ produzieren, ist es in erster Linie die staatliche und halbstaatliche europäische Hilfe, die dafür sorgt, dass dieser Albtraum immer weitergeht. Der Alb aber ist deswegen so zwingend, weil er so unnötig ist. Israel bietet und bot einen Staat, Wirtschaftshilfe, ökonomische Beziehungen, der europäisch-islamische Antisemitismus bietet den Millionen verlorener Seelen nur Mord und Tod. Alles spricht dafür, dass diese weiterhin die zweite Option wählen. Das einzige Fünkchen Hoffnung besteht nur darin, dass Antisemitismus zwar mit gesellschaftlicher Naturnotwendigkeit entsteht, es dennoch aber keinen anthropologischen Zwang gibt Antisemit zu werden. Nur das denkbar unwahrscheinlich gute Ende für Israel verhieße auch ein gutes Ende für die auf ein „Sein zum Tode“ gezüchteten jungen Palästinenser; dann nämlich, wenn sie sich endlich weigerten, sich von den bösen Alten, von den Arafats, den Mullahs, vom Papst, von den Husseins und den europäischen Außenministern opfern zu lassen; wenn sie endlich die Herrschaft der Kindersoldatenrekrutierer und Sprengstoffgürtelverteiler brächen, wenn sie endlich darauf bestünden, keine Bestien mehr sein zu wollen. Bis dahin aber kann es nur eine Forderung geben: Solidarität mit den israelischen Streitkräften!

—–

Anmerkungen:
1) Adorno, T.W./ Horkheimer, M.: Dialektik der Aufklärung, Frankfurt 1989, 195
2) Vgl.: v.d. Osten-Sacken, T./ Uwer, T.: Der arabische Antisemitismus, in: Konkret-Texte 29: Hat Israel noch eine Chance?, Hamburg 2001. Aufschlussreiches findet sich bei MIDDLE EAST MEDIA RESEARCH INSTITUTE, das u.a. politische Texte aus dem Arabischen übersetzt, unter http://www.memri.de
3) Vgl.: Peretz, D.: Palestinians, Refugees and the Middle East Peace Process, Washington 1993