Wenn die Qualitätsjournaille über die USA „informiert“

WDR2, heute Morgen zwischen 6 Uhr und 6.30 Uhr: Aus den USA kommt die Nachricht einer Nachwahl in New York, bei der ein Republikaner gewonnen hatte. Es wurde nicht gesagt, dass das eine Wahl zum Repräsentantenhaus war (und nicht zum Senat); es wurde auch nicht gesagt, warum diese Wahl sein musste (der bisherige Vertreter, ein Demokrat, hatte übers Internet Nacktfotos von sich selbst an weibliche Fans verschickt). Aber es wurde festgestellt, dass das ein sehr besonderes Ergebnis war: Seit rund 100 Jahren hatten in diesem Bezirk nur Demokraten die Wahlen gewonnen, Republikaner waren von Haus aus ohne Chance. Aber jetzt ist das auf einmal anders.

Was das bedeutet, kann kaum extrem genug beschrieben werden. Es ist mehr als ein Erdrutsch, mehr als eine Revolution. Das ist ungefähr so, als hätte Bayern zur Zeit von Franz-Joseph Strauß von einem Tag auf den anderen die CSU marginalisiert und der SPD eine Zweidrittel-Mehrheit beschert (von der Färbung her umgekehrt). Oder so, als hätte Wowereit in Berlin immer alle Schwulen auf seiner Seite gehabt und von denen würde auf einmal keiner mehr den Wowi wählen.

Dieser Katastrophe der Demokraten versucht also jetzt der Korrespondent des WDR (bzw. der ARD) zu erklären. Von der Moderatorin wurde er gut vorbereitet; die sprach vom tollen Obama und den klugen und weisen Reden, die der Superpräsi immer hält. Wieso – so die ungläubige Problemformulierung (wenn auch mit anderen Worten) – bekommt der jetzt eine solche Klatsche?

Der Korrespondent weiß es: Die Amerikaner trauen ihm nicht mehr zu, dass er die Wirtschaft wieder auf die Reihe bekommt.

Exkurs: Wir „wissen“ ja alle, dass das nicht Obamas Schuld, sondern nur sein Problem ist, denn er hat ja die Schulden von Bush geerbt – so erst am Wochenende von der Qualitätsjournaille wieder durch den Äther gejagt. Dass Obama in zweieinhalb Jahren Regierung mehr Schulden gemacht hat als seine drei Vorgänger zusammen – geschenkt. Das ist immer noch und ausschließlich Bush schuld. Andere Szenarien gelten nicht, erst recht nicht, wenn man den Jüngern des Obamessias vorhält, dass die Republikaner diese Schulden ihres Idols nicht mitmachen wollten und dass der ein finanzpolitischer Irrläufer ist.

Sie trauen es ihrem Präsidenten nicht mehr zu. Und warum? Ganz einfach, es gibt von links immer nur einen Grund, dass „Rechte“ gewählt werden: Rassismus. Die Karte spielt Obama mit seiner Truppe immer wieder und unsere Qualitätsjournaille hat gelernt sie auch zu nutzen. Der Herr Korrespondent weiß: Dass der Republikaner in New York diesen Sieg davon trug, liegt daran, dass die Amerikaner halt Rassisten sind. Niemand sagt es offen, aber einen schwarzen Präsidenten wollen sie eben nicht. Sie wollen einen weißen Präsidenten. Deshalb steht Obama so schlecht da.

Das ist die leider außerordentlich typische Welterklärung von links. Schuld sind immer die anderen, selbst hat man keine tatsächlichen Fehler gemacht; vielleicht in der Selbstdarstellung, vielleicht in der Vermittlung der eigenen Heilmittel. Aber dass die eigene Politik an sich fehlerhaft sein könnte, liegt für diese Koryphäen außerhalb des Möglichen. Dass die Wähler in New York einfach von der unmöglichen Politik des ersten „schwarzen“ Präsidenten die Schnauze voll haben könnten, kann nicht sein, seine Schlappen müssen bösartige Gründe haben, die bei der anderen Partei oder eben beim unmöglichen Wahlvolk liegen.

Was der Herr Korrespondent dabei offensichtlich nicht mitbekam: Wenn er „den Amerikanern“ solch üblen Rassismus unterstellt, dann sagt er damit aber, dass die Wähler der Demokraten die Rassisten sind, denn schließlich waren sie es, die dem Kandidaten der Demokratischen Partei die Niederlage bereiteten, indem sie sich dem der Republikaner zuwandten. Ausgerechnet die Minderheiten, die Arbeiterklasse und die Unterschichtleute, die in Queens und Brooklyn wohnen, immer stramme Demokraten, sind jetzt plötzlich zu Rassisten geworden, weil sie den Schwarzen nicht im Amt haben wollen? Als hätte es – neben den Sex-Skandalen der Demokraten – nicht genügend andere Themen gegeben, bei denen die Demokraten versagen und die Leute die Versager abstrafen. Nein, es kann nur einen Grund geben.

Die von unseren Medien vermittelte Monokausalität der Vorgänge in den USA ist schon heftig. Aber das geschieht halt, wenn diese Herrschaften Qualitätsjournalisten sich nur da informieren, wo sie zu hören bekommen, was sie hören wollen. Wer sich nur mit der New York Times, der Washington Post und ähnlichen Zeitungen abgibt, die politischen „Analysen“ von CNN übernimmt und sich ansonsten von Parteigängern der US-Demokraten sein Wissen vermitteln lässt, weil z.B. Fox News ja ein böses, rechtsradikales Dingen ist, das eigentlich verboten gehört, der hat ein Problem – er befindet sich mindestens so weit weg vom Volk wie die entsprechenden Medien und Politiker.

Wir kennen das aus Israel. Von dort „berichten“ unsere Elite-Journalisten ebenfalls weitgehend auf Grundlage dessen, was sie aus Medien und von Gruppen bzw. Personen erfahren, die zwar als Elite gelten, aber einfach nur am – linksextremen – Rand herumdümpeln, ohne irgendeine Repräsentativität beanspruchen zu können. Meist gelten sie in der Darstellung unserer Medien trotzdem als repräsentativ für Israel (besser: „das wahre Israel“) und wenn das dann doch zu unglaubwürdig wird, als „Gewissen“ Israels. Mit der Wirklichkeit hat das weniger zu tun als Batman mit tatsächlicher Verbrechensbekämpfung.

Was ist mit der „grünen“ Politik des Supermanns? Er versenkte nur 19 Milliarden Dollar in die Industrie mit den grünen Arbeitsplätzen; diese schaffte sage und schreibe 3.545 neue Jobs – das ist eine Subvention von mehr als $5 Millionen pro Arbeitsplatz und dann kommen Dinger bei raus wie die Pleite von Vorzeigefirmen. Ist es Rassismus, das für eine verfehlte Politik zu halten? Wie viele Vorzeigeprojekte des Superpräsi inzwischen in die Hose gegangen sind, weil die mit Unmengen Steuergelder versorgten Firmen insolvent sind oder ihr Produktion und Dienstleistungen ins Ausland auslagerten, kann ich inzwischen nicht mehr zählen. Ebenso zahlreich sind die Gelegenheiten, bei denen Obama Patrioten vor den Kopf stieß (die soll es ja auch bei denen geben, die ihn 2008 wählten). Wie stark sich viele vom erstarken der Gewerkschaftsmafia abgestoßen fühlen und unter dieser leiden, ist auch noch nicht eruiert. Was der Mann im Weißen Haus sich sicherheitspolitisch an Unsinn leistet, spricht Bände.

Es gibt derart viele Gründe, Obama als Präsidenten nicht haben zu wollen, dass seine Hautfarbe nun wirklich absolut keine Rolle spielt. Die Republikaner haben ihn immer mit seinen politischen Fehlleistungen angeschossen; sie haben eine Dummheit nach der anderen genutzt, die dieselben Medien, die bei Bush böswillig mit dessen Versprechern umgingen, verschweigen, angefangen von seiner Behauptung, er habe in 57 (Bundes-)Staaten Wahlkampf gemacht über Fehlleistungen in Sachen Fakten der Geschichte bis hin zu anmaßenden Vergleichen mit Vorgängern (z.B. Ronald Reagan). Was Obama an Falschem und Strunzdummem von sich gegeben hat, waren keine Versprecher, sondern schlichte Blödheit des Präsidenten und seiner Mitarbeiter.

All das weiß der deutsche Michel nicht, weil die Qualitätsmedien – insbesondere auch Zwangsgebührensender – es ihm vorenthalten. Weil in Deutschland Kritik an Obama gleich immer das ist, was die Obamanisten in den USA draus machen wollen: Rassismus. Dabei zeigt sich schon in der Körperhaltung dieses Mannes viel von dem, was ihm anzukreiden ist: grenzenlose Arroganz und Hochmut, fehlende Empathie und fehlendes Verständnis für den Normalbürger. Zwei Bilder aus den Feierlichkeiten zum Gedenken an die 9/11-Anschläge zeigen die Welten auf, die schon rein menschlich zwischen Obama und seinem verteufelten direkten Vorgänger liegen:

Das erste zeigt die beiden während eines Gebets bei einer Gedenkveranstaltung:

Bush neigt den Kopf, Obama nimmt seine typische Pose ein: Die Nase oben, keinerlei Demut oder Respekt in der gesamten Haltung. Dieser Typ beugt sich nur vor Tyrannen wie dem König von Saudi-Arabien – und dann als Bückling so tief, dass er denen die Schuhe lecken kann.

Das zweite bei der Begegnung mit Familienangehörigen von 9/11-Opfern:

Kann sich jemand vorstellen, dass Obama einen Menschen einfach so in den Arm nimmt?

Unsere Medien würden es schaffen Bush seine Volksnähe noch anzukreiden und Obamas aufgesetzter Schein-Anteilnahme Echtheit zu attestieren. Also überall das Gegenteil aus dem zu machen, was es ist, so wie sie seine Reden als „klug“ bezeichnen. Das sind sie nicht; er kann die Leute mitreißen, aber inhaltlich sind sie Schrott. Um ein ganz übles Beispiel anzuführen: Goebbels hatte die Leute im Berliner Sportpalast im Februar 1943 auch mitgerissen. Inhaltlich war diese Rede grausig und nicht akzeptabel.

„Israel schießt trotz Waffenstillstand“

WDR2-Nachrichten um 9 Uhr:

– Israel griff in der Nacht den Gazastreifen weiter an
– Tote und Verletzte werden gezählt
– und das trotz eines von der Hamas ausgerufenen Waffenstillstands!

Bah, was sind das mörderisch böse Israelis! Brechen sogar den Waffenstillstand und halten sich an nichts!

Kein Wort davon, dass die „Waffenruhe“ von den Terrorgruppen im Gazastreifen nicht eingehalten wurde: Zwei (die „Volkswiderstandskomitees“ und der „militärische Arm“ der DFLP) haben demonstrativ verkündet, sie könnten und würden den „Waffenstillstand“ nicht einhalten. Mal ganz abgesehen davon, dass weiter Mörser und Raketen nach Israel flogen.

Ganz am Ende hört man dann noch, dass die Israelis auf den Beschuss eines Schulbusses reagierten. Natürlich werden israelische Angaben nicht als Tatsachen vermeldet, wie es bei den Daten zum Gazastreifen geschieht; die Angaben der Terroristen werden nicht als solche, sondern als Fakt geführt, während bei israelischen Angaben „soll“ das beliebteste Verb ist.

Mit dieser Art der Nachrichtenverkündung stellt sich der WDR noch unter das Niveau der Berichterstattung der ARD auf tagesschau.de – dort werden wenigstens umfangreichere Angaben zu den arabischen Terroraktivitäten gemacht, wenn auch ansonsten die Folgen israelischer Militärschläge besonders ausführlich in den Vordergrund gerückt werden. Sie sind ja soooo neutral:

In den vergangenen drei Wochen hatte die Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen deutlich zugenommen. Insgesamt wurden 24 Palästinenser getötet und mehr als 50 verletzt. Im gleichen Zeitraum gab es bei Raketenangriffen auf Israel mehrere Verletzte.

Kein Wort davon, dass die arabischen Terroristen die Schlagzahl ständig erhöhten. Und die Opfer-Zählung sagt auch nichts darüber, dass die (relativ) geringen Schäden in Israel nicht das Ziel waren, sondern die Terroristen ihren Judenmord nur nicht so gut ausüben konnten, wie sie wollten und hofften. Eine solche „Berichterstattung“ vermittelt dem Leser einen falschen Eindruck: Die Israelis schießen massiv und töten, während die Gazaner ziemlich harmlos sind. Weil ja nur Sachschaden oder Verletzte entstehen, während es bei den Arabern jede Menge Tote gegeben hat. Da muss ja Israel schlimmer sein. Unabhängig davon, dass die IDF versucht nur Terroristen zu erwischen, während die Angriffe der Terroristen sich so ziemlich immer gegen Zivilisten richten. Intention spielt für die deutsche Qualitätsjournaille keinerlei Rolle – außer man kann den Juden etwas unterstellen!

Antwort vom WDR – wir sind sachlich, fair und anerkannter Standard

Am Wochenende bekam der WDR auf seine Nachrichten hin eine Beschwerde. Ein Rechercheur antwortete mit Selbstbeweihräucherung, die die Probleme umschiffte. Er bekam erneut ein Schreiben – auf das er wohl nicht mehr antworten wird:

Sehr geehrter Herr Bochenek,

dann muss ich wohl unter Halluzinationen leiden. Die Nachrichten von 10 Uhr habe ich mir bestimmt eingebildet.

Aber auch in der von Ihnen angeführten Meldung 6-Uhr-Sendung fehlt jeglicher Hinweis auf die irren „Tatsachen“-Feststellungen der Türkei in besagtem Bericht. Vielleicht machen Sie sich mal mit ein paar betreffenden Fakten vertraut? Das gehört doch wohl auch zu den handwerklich-journalistischen Standards, oder nicht? Hier eine Möglichkeit, was bei minimaler Recherche zu erfahren ist (damit ist nicht dieser Blogger gemeint – der hat nur übersetzt -, sondern die Quellen dessen, den er übersetzt hat):
https://heplev.wordpress.com/2011/02/12/der-absurde-flottillenbericht-der-turkei/

Und wenn für so etwas in den Nachrichten kein Platz ist – mir kommt da eine sehr böse Frage: Hätten Sie auch über die Aktion am Sender Gleiwitz so berichtet? Hätten Sie eine eventuelle deutsche Untersuchung so äquidistant hingestellt, obwoh es Videomaterial gab, das zeigt, wie gelogen die deutsche Seite da „argumentierte“? „Deutschland widerspricht darin der polnischen Einschätzung.“
Ich schätze mal, diese Äquidistanz würde Ihnen da nicht unterlaufen sein. Aber bei Israel und dem Nahen Osten, da ist so etwas eine einwandfrei formulierte und faire Meldung.

Zum Abschluss möchte ich mich entschuldigen, dass ich Sie über mein Geschlecht im Unklaren ließ.

Ansonsten kopfschüttelnd

Hier das Schreiben aus dem WDR:

Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr XXX,

das von Ihnen angesprochene Thema ist am 12. Februar in den
10-Uhr-Radionachrichten im WDR Hörfunk ausweislich unserer
Sendeunterlagen nicht berücksichtigt worden.
Wir hatten am genannten Tag in den Frühsendungen die folgende Meldung.
Sie informiert nachrichtlich über den türkischen Untersuchungsbericht zu
dem Vorfall Ende Mai letzten Jahres.
Es wird durchaus auch die israelische Einschätzung erwähnt, über die
wir aktuell Ende Januar berichtet hatten (eine entsprechende Meldung vom
23.1. ist beigefügt.)
Ihre Kritik vermag ich nicht nachzuvollziehen. Die Meldung ist
einwandfrei formuliert und entspricht in Sachen Fairness und
Sachlichkeit anerkannten handwerklich-journalistischen Standards.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Bochenek
Programmgruppe Nachrichten
WDR Radio

___________________________________

Sendung vom 12.2.2011 6:00
Die Türkei hat ihren Abschlussbericht zu dem israelischen Angriff auf
eine Hilfsflotte für die Palästinenser vorgelegt.

Sie widerspricht darin der israelischen Einschätzung. Im Gegensatz zu
einer israelischen Untersuchungskommission hält die Türkei das damalige
Vorgehen der israelischen Armee nicht für rechtmäßig. Zur Begründung
heißt es, schon die Seeblockade des Gazastreifens, die Israel mit dem
Angriff auf die Hilfsflotte verteidigen wollte, sei unrechtmäßig. Neun
Menschen waren bei dem Einsatz im Mai getötet worden, acht von ihnen
waren Türken.

Die Berichte beider Seiten sollen den Vereinten Nationen dazu dienen,
den Vorfall aufzuklären.
_____________________________

Sendung vom 23.01.2011 22:00:00
Israelische Kommission sieht Gaza-Blockade-Brecher im Unrecht

Eine israelische Untersuchungskommission hat den Angriff auf einen
Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für die Palästinenser im Gazastreifen als
rechtmäßig bewertet. Auch die Seeblockade um den von der
radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen stehe im Einklang
mit internationalem Recht. Die sechs Mitglieder der
Untersuchungskommission entlasteten Israel einstimmig. Zugleich erklärte
die Kommission unter Vorsitz des ehemaligen obersten israelischen
Richters, Jaakov Tirkel, ihr Bedauern darüber, dass Menschen bei dem
Marineeinsatz ums Leben kamen beziehungsweise verletzt wurden. Bei dem
Versuch, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen,
waren im Mai vergangenen Jahres neun türkische Aktivisten ums Leben
gekommen.

Der türkische Murmelschiff-Bericht – E-Mail an den WDR

Sehr geehrte Damen und Herren,

eben hatte ich das „Vergnügen“ Ihre Nachrichten zu hören. Darin konnte man erfahren, dass die Türkei ihren eigenen Bericht zur Übernahme der Mavi Marmara (die 9 Toten wurden natürlich erwähnt, gehört sich so) im letzten Jahr veröffentlicht hat. Sie lassen dazu wissen, dass die Türkei der israelischen Darstellung widerspricht und schwere Würfel gegen Israel erhebt.

Ihr äquidistante Beschreibung dieser Veröffentlichung ist ein Hohn.
Wenn Sie schon dieses lachhafte Dokument in die Nachrichten hieven, dann sollten Sie wenigstens ansatzweise erwähnen, wer da auf dem Schiff war und welche Ziele diese Leute hatten: Judenmord und „Märtyrertum“. Oder auch mit welche hanebüchenen „Argumenten“ darin agiert wird. So sollen zwei der 9 Toten von den Israelis schon erschossen worden sein, bevor die Soldaten überhaupt an Deck waren. Auch die Videoaufnahmen (der Türken!), die die Behauptungen aus Ankara widerlegen und die israelische Darstellung bestätigen, bleibt außen vor.
Das „Argument“, viele der Toten seien aus nächster Nähe erschossen worden, wird auch gerne als Beweis für die mörderischen Ziele der Soldaten angeführt – dass ein Soldat seine Pistole erst einsetzte, als er nicht mehr anders konnte – wobei die Terroristen direkt an ihm dran waren und ihn traktierten – lässt man in den Qualitätsmedien offenbar genauso außer Acht und nicht gelten, wie bei den Terrorhelfern und Terroristenfreunden, die in Deutschland unter „Friedensaktivisten“ firmieren.

Offensichtlich schämen Sie sich nicht, mit ihrer äquidistanten „Berichterstattung“ Ihre Hörer auf einen antiisraelischen Kurs zu dirigieren. Sie geben offensichtliche Lügen der türkischen Regierung weiter, als sei diese nicht Partei, sondern objektiv. Etwas Ähnliches habe ich zu Israel von Ihnen noch NIE erlebt.

Sachliche Berichterstattung ist das NICHT. Das ist Propaganda gegen Israel

[Der Link war in dem Schreiben an den WDR leider nicht enthalten.]

Der WDR definiert „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt“

Nur einen Tag hat die Redaktion des WDR gebraucht, um meine Frage zu beantworten, wie die Formulierung „hauptsächlich von Palästinensern bewohnter Gazastreifen“ verstanden werden soll. (Softwarehalber landete sie im Ordner für potenzielles Spam und las sie erst heute.) Frau Römer ließ mich wissen:

vielen Dank für Ihre Mail. Sie kritisieren unsere Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Einsatz der israelischen Marine. Hier einige Worte zur Erläuterung: Die Formulierung „…. hauptsächlich von Palästinensern bewohnt“ soll der zusätzlichen Erklärung dienen: Warum ist der Sachverhalt eine Meldung wert? Aus unserer Sicht zum Beispiel deshalb, weil an Bord des Hilfsschiffs jüdische Friedens-Aktivisten waren. Diese Besonderheit erschließt sich aber nur dann restlos, wenn noch mal erklärt wird, wer im abgeriegelten Gazastreifen wohnt; nämlich „hauptsächlich Palästinenser“ (von arabischen Juden und internationalen Helfern mal abgesehen).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit den Hintergrund zu der gewählten Formulierung erhellen.

Freundliche Grüße aus Köln

Diese Erklärung forderte eine sofortige Antwort heraus:

Sehr geehrte Frau Römer,

mein Schreiben war erst einmal gar nicht unbedingt als Kritik gemeint. Ich wollte nur wissen, wie ich die Formulierung verstehen soll.

Ihre Antwort lässt mich allerdings etwas ratlos zurück. Anscheinend sind es derart viele internationale Helfer, dass man also nicht vom „von Palästinensern bewohnten Gazastreifen“ reden kann. Nun gut.

Was ich Ihnen allerdings nicht abnehme, ist die Sache mit den arabischen Juden. Könnten Sie bitte einen einzigen Juden neben Gilad Shalit nennen, der im Gazastreifen wohnt? (Na ja, Gilad Shalit „wohnt“ nicht da, sein Aufenthalt hat andere Ursachen.)

Mit freundlichen Grüßen

Dabei habe ich mir Spekulationen verkniffen. Zum Beispiel darüber, für wie dumm der Zuhörer gehalten werden muss, wenn angesichts jüdischer Terrorschiffer betont werden muss, dass im Gazastreifen außer Palästinenser auch noch andere Leute „wohnen“. Oder wer denn da jetzt noch neben „hauptsächlich Palästinensern“, arabischen Juden und internationalen Helfern wohnt.

Man könnte auch fragen, was arabische Juden von Palästinensern unterscheidet. Können Juden keine Palästinenser sein, egal, wie lange sie im Land leben und wohnen? Wäre das nicht eine rassistische Definition?

Weitere Spekulation: Die arme Frau hatte versehentlich „arabische Juden“ statt „arabische Christen“ geschrieben. Wäre das nicht genauso rassistisch, weil Palästinenser nur als Muslime zu definieren wären? Ups, welche Rasse war nochmal „Islam“? „Christ“ ist auch keine Rasse. Geht also nicht, beschränken wir uns auf „diskriminierend“.

Mal sehen, ob eine Antwort kommt. Sind sie beim WDR ahnungslos und versuchen das zu vertuschen? Oder sind sie einfach fies? (Wer mich kennt, ahnt wahrscheinlich, was ich unterstelle.)

Progressive Juden, Bewohner des Gazastreifens und der öffentlich-rechtliche Rundfunk

Das jüngste Terrorhelfer-Schiffchen ist aufgebracht, nach Aschdod gefahren und entladen worden. Die „Hilfslieferung“ bestand aus drei Rucksäcken mit Spielzeug – und hätten problemlos in den Kofferraum eines Autos gepasst.

Von einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender konnte man im Vorfeld erfahren, dass es sich bei den Terrorschiffern diesmal um „progressive Juden“ handelte. Angesichts der Ladung heißt „progressiv“ demnach – Verarsche. „Dringend benötigte Hilfsgüter“ – da waren ja selbst die bisherigen Terrorschiffer ehrlicher; oder näher dran als diese Truppe von Alibijuden.

Was könnte „progressiv“ sonst geheißen haben? Allgemein übersetzt man das mit „fortschrittlich“. Da sind sie wohl losgelaufen und haben etwas hinter sich gelassen – und zwar so ziemlich alles, wofür Judentum positiv stehen kann. Sie treten dafür ein, dass Terroristen freie Hand bekommen. Sie treten dafür ein, dass Juden von Arabern umgebracht werden sollen. Hervorragend!

Nun stammte das „progressiv“ ja nicht von den Alibijuden auf dem Terrorschiffchen. Ob sie sich selbst auch als progressiv definieren, kann man berechtigterweise vermuten, aber mehr nicht. Die Etikettierung stammt von deutscher Qualitätsjournaille. Dort ist fortschrittlich alles, was Israel schadet; was Terroristen hilft ihr „Handwerk“ auszuüben. Judenmord ist progressiv. Überraschen kann das nicht.

Überrascht war ich allerdings heute, als der WDR2 in seinen Nachrichten am Morgen in den Meldungen zum aufgebrachten „Hilfs“-Schiff ständig betonte, dass sie in den Gazastreifen unterwegs waren, „der hauptsächlich von Palästinensern bewohnt ist“.

Mich würde interessieren, was uns die Redaktion damit sagen wollte. Ein versteckter Hinweis auf Gilad Shalit? Wohl kaum. Was genau ist „hauptsächlich“? Wie viele „Nicht-Palästinenser“ müssen im Gazastreifen leben, damit der WDR das „hauptsächlich“ fallen lässt? Wie viele „Nicht-Palästinenser“ müssen noch raus, damit der WDR „von Palästinensern bewohnt“ meldet? Ist das eine neue „progressive“ Formulierung?

Ich habe dem WDR geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den Nachrichten von heute Morgen (29.09.2010) wurde mehrfach erwähnt, das Schiff sei auf dem Weg in den Gazastreifen gewesen, der „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt ist“.

Könnten Sie mir bitte erklären, wie das verstanden werden soll? Wann wäre der Gazastreifen nicht mehr „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt“? Wie viele Nicht-Palästinenser müssten den Gazastreifen verlassen, damit Sie „hautpsächlich“ streichen? Oder wie viele Nicht-Palästinenser müssten noch zuziehen, damit „hauptsächlich“ nicht mehr zutrifft?

Mit freundlichem Gruß

Mal sehen, ob was zurückkommt.

Update: Der WDR lässt antworten.

WDR: Sarrazin mach Rechtsradikale salonfähig

Und die Begründung (heute Morgen zwischen 7.30 und 8.00 Uhr) geht so: Im Internet wird er heiß diskutiert, erstaunlich nüchtern und ganz viel in Foren, die sonst mit Politik nichts zu tun haben. Viele stimmen ihm zu; viele sagen, er habe vielleicht Recht. Die Rechtsradikalen kümmern sich kaum drum und sagen nur, sie würden das schon seit Jahren sagen. Damit macht Sarrazin die Rechtsradikalen salonfähig.

So kann man sich das natürlich drehen: Man überlässt den Rechtsradikalen ein Thema, das den Menschen unter den Nägeln brennt. Und wenn dann einer sich dazu äußert, dann macht man die Rechtsradikalen salonfähig. Auf die Idee, dass man die Leute denen eher in die Arme treibt, weil man sich des Themas nur mit „Neonazi“, „rassistisch“ und ähnlichen Vokabeln „annimmt“, kommen die selbstgerechten Multikulti-Korrekten nicht. Das würde ja dafür sorgen müssen, dass sie sich tatsächlich mit der Sache auseinandersetzen und ein paar Fakten anzuerkennen.

Die Rechtsradikalen können das Thema besetzen, weil sich sonst niemand ernsthaft drum kümmert. Womit Ansichten wie die Sarrazins (und einer Mehrheit der Bürger) automatisch „rechtsradikal“ werden. Dass hier eine ideologische Umkehrung vorgenommen wird, wird nicht gesehen, wird nicht akzeptiert; macht man die Herrschaften darauf aufmerksam, empören sie sich. Sie sind doch die Guten.

Unter diesen Voraussetzungen ist es eigentlich erstaunlich, dass die Rechtsextremisten bei Wahlen immer noch so schlecht abschneiden. Könnte es sein, dass der ganz normale Bürger viel nüchterner und vernünftiger denkt als dieser ganze linkslastige, politisch korrekte, ideologisch verpeilte Brei in Medien, Politik und „Intelligenz“?

Nicht Sarrazin macht die Rechtsradikalen salonfähig; wenn, dann sind es die Scheuklappenträger, die sich mit dem Thema nicht wirklich auseinandersetzen und es den Rechtsradikalen schenken.