The War of a Million Cuts – Kapitel 11: Schulen und Hass

Antisemitismus und Antiisraelismus in Schulen oder an mit ihnen verbundenen Orten stellen in einer Reihe westlicher Länder beträchtliche Probleme dar. Ein weiteres Thema betrifft Holocaust-Bildung. Wenn diese Studien in einigen Schulen Teil des Lehrplans sind, können Probleme mit Schülern entstehen.

Über antiisraelische Hetze in Schulen der westlichen Welt ist wenig bekannt. Es gibt kaum Statistiken. Wegen der bruchstückhafen Natur des Problems werden hier viele Episoden angeboten, um darauf hinzuweisen, in welchen Bereichen weit detailliertere Informationen benötigt werden. Zu diesem Thema ist eine große Studie nötig und würde beträchtliche Finanzierung erfordern.

In einigen Schulen einer Reihe von Ländern wird eine neue junge Generation von Israelhassern und Antisemiten herangezogen. Es gibt nur ein paar wenige Studien zu einigen Unterthemen dieses Phänomens in Schulen. Einige davon betreffen Aspekte des in Schulen gegen Juden und Israel gerichteten Hasses. Zum Beispiel ist in den USA und Frankreich Einseitigkeit in Schulbüchern analysiert worden. Eine Studie in den Niederlanden hat mit antijüdischen Vorurteilen in Amsterdamer Schulen behandelt. Eine Studie in Norwegen aus dem Jahr 2011 zeigt bedeutenden fortgesetzten Antisemitismus an Oberschulen in Oslo.[1] Wie schon erwähnt stellten niederländischsprachige Schulen in Brüssel,[2] Antwerpen und Gent fest, dass muslimische Schüler weit antisemitischer sind als andere Schüler.[3]

Antisemitismus in Grund- und Mittelschulen erstreckt sich auch auf Vorfälle in den Vereinigten Staaten. Der Pine Bush School District im Bundesstaat New York wurde von drei jüdischen Familien verklagt. Im Januar 2014 kündigten Bundesbehörden an, dass Beweise “ausreichen, damit eine Jury feststellen kann, dass der Distrikt es verfehlte auf tiefgreifende antisemitische Schikane in seinen Schulen ragiert“. Die Kinder dieser Familien, die Schulen in diesen Distrikten besuchten, beschwerten sich über antisemitische Schikanen in den letzten Jahren, wozu auf Schulgelände gemalte Hakenkreuze gehörten und dass Schüler „White Power“ skandierten sowie in Schulbussen ihre Arme zum Nazigruß erhoben. Beim schlimmsten antisemitischen Vorfall wurde ein jüdischer Schüler wiederholt von anderen Schülern auf einer Schi-Klassenfahrt geboxt, nachdem er auf die Frage seiner Klassenkameraden, ob er Jude sei, mit „Ja“ antwortete.[4]

Schulbücher

Schulbücher sind in mehreren Ländern eine wichtige Quelle einseitigen antiisraelischen Unterrichts. 1990 veröffentlichte Mitchell Bard Rewriting History in Textbooks, eine Studie zu den achtzehn am meisten verwendeten Geschichts-Schulbüchern an amerikanischen Highschools. Er befand sie „voller Faktenfehler, übertriebenen Vereinfachungen, Auslassungen und Verfälschungen. All das erfolgt durchweg zum Nachteil der Juden und Israels. Das führt unweigerlich zu dem Schluss, dass die Autoren vorurteilsbeladen sind.“[5] Bard schloss: Amerikanische „Highschools sind, was antiisraelische Lehre angeht, noch schlimmer als Universitäten. “

Gary Tobin und Dennis R. Ybarras Buch „The Trouble with Textbook: Distorting History and Religion“ bestätigte Bards Befunde.[6] Sie redigierten achtundzwanzig Highschool-Schulbücher großer Verlage der USA, wobei sie sich auf vier Hauptthemen konzentrierten: jüdische Geschichte, Theologie und Religion; die Beziehung zwischen Judentum und Christentum; die Beziehung zwischen Judentum und Islam; und die Geschichte, Geographie und Politik des Nahen Ostens.

Tobin und Ybarra stellten fest, dass arabische und muslimische Interessengruppen versuchen alles Islamische reinzuwaschen und zu glorifizieren, während für den Islam geworben wird. Diese Organisationen versuchen – manchmal erfolgreich – das palästinensische Narrativ zu fördern. Ihre Abhandlung zur Bewerbung einer ganzen Reihe von Lügen haben amerikanische Schulbücher durchdrungen. Mehrere davon verschleiern, verniedlichen oder rechtfertigen sogar den palästinensischen Terrorismus. Ein Buch investiert große Anstrengungen in die Delegitimierung Israels als jüdischem Staat.

Ein weiteres Schulbuch erklärt, das Jesus in „Nordpalästina“ lebte, obwohl der Begriff Palästina erst viel später in Gebrauch kam. Tobin und Ybarra betrachteten zurecht die unangemessene Verwendung des Begriffs „antikes Palästina“ als rote Flagge, die Verzerrung andeutet. Das Märchen, das Jesus ein Palästinenser war, wird ebenfalls präsentiert. Was den Flüchtlingsstatus angeht, behauptet ein Text fälschlich, dass Israel die Palästinenser in Flüchtlingslager steckte; die Wirklichkeit sah so aus, dass dies von den arabischen Staaten gemacht wurde, die Teile des ehemaligen Mandats Palästina besetzten sowie von den Staaten, in die die Flüchtlinge flohen.[7] Die meisten Bücher erwähnen nicht die jüdischen Flüchtlinge, die nach Israel kamen.[8] Mehrere Schulbücher gaben an, dass die Zweite Intifada ein spontaner Aufstand war, trotz aller Beweise seitens der palästinensischen Seite, dass sie sie lange vorab geplant hatten.[9] Die wichtigen Lügen und Auslassungen sind zu zahlreich, um sie einzeln anzuführen.

Tobin und Ybarra schrieben: „Historische Revisionisten und ihre antiwestlichen, antiamerikanischen und propalästinensischen Sichtweisen haben ihren Weg in den Inhalt von Schulbüchern gefunden und stimmen weitgehend mit dem arabischen Narrativ überein.“ Sie hielten auch fest: „Manche Schulbücher empfehlen Schülern enthusiastisch die Arbeit [dieser Revisionisten].“[10] Eine der wichtigen Schlussfolgerungen der Autoren lautet, dass in einer Periode zunehmenden Bedürfnisses nach besserer Information zum Nahen Osten viele Verleger und Pädagogen Politik und Propaganda verbreiten, die als Forschung getarnt ist.

Frankreich

Barbara Lefebvre und Ève Bonnivard analysierten eine Reihe von in französischen Oberschulen verwendeten Schulbüchern und ihre Lehre zu zeitgenössischen Angelegenheiten.[11] Davor wirkte Lefebvre an einem Buch von Emmanuel Brenner mit, das zahlreiche Erscheinungsformen von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus in französischen Schulen offenlegte.[12] Heutzutage gibt es eine beträchtliche Menge an Zeitgeschichte-Studien an französischen Oberschulen. Lefebvre und Bonnivard zeigten dennoch, dass Schülern mehr Informationen zu bieten in Wirklichkeit dazu führen kann, dass sie desinformiert werden.

Eine ihrer wichtigsten Schlüsse lautet, dass in vielen Schulbüchern Kritik an den Taliban und anderen Terroristen zurückhaltend ist. Wird der 9/11 diskutiert, schweigen die Schulbücher mit einer Ausnahme zum letztlichen Ziel der arabischen Entführer – nämlich der globalen Herrschaft des Islam. Die meisten Schulbücher behandeln Terrorismus mehr als Symptom statt als strukturierte Kriegsstrategie; und sie verweisen kaum auf den Terrorismus der extremen Linken in den 1970-er Jahren.

Insbesondere der palästinensische Terrorismus wird kaum erwähnt, „trotz seines Beitrags zur Formung des zeitgenössischen Terrorismus“. Lefebvre und Bonnivard fragen: „Offenbart nicht den palästinensischen Terrorismus nicht nur auf den Verlauf des israelisch-palästinensischen Konflikts zu beschränken einen Wunsch, aus ihm etwas anderes [als den allgemeinen Terrorismus] zu machen?“[13]

Ein weiteres Buch von Lefebvre und Shmuel Trigano analysiert das Bild der Juden in Grundschul- und Oberschul-Büchern sowie in Wörterbüchern.[14] In einem Aufsatz über Unterricht zu Juden und Judentum im Geschichtsunterricht von Oberschulen weist Joëlle Allouche-Benayoun darauf hin, dass es in diesen Büchern überhaupt nichts zu Juden gibt:

Nicht ein einziges Buch erwähnt, dass Juden viele Jahrhunderte auf französischem Boden gelebt haben. So gesehen ist es nicht einfach zu verstehen, dass Juden im 20. Jahrhundert in Europa deportiert und ermordet wurden, weil Schüler nicht gelernt haben, dass Juden überhaupt hier lebten! Es wird auch nicht erwähnt, dass sie von Zeit zu Zeit Hass und Diskriminierung unterzogen wurden.[15]

Allouche-Benayoun fügt hinzu:

Um es schnell zusammenzufassen – wer sind die Juden in diesen Geschichts-Lehrbüchern für Kinder? Man könnte mit einer Karikatur antworten: In uralten Zeiten waren sie die Hebräer, deren Religion, das Judentum, von Jesus, dem Gründer des Christentums beträchtlich verbessert wurde. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein jüdisch-französischer Offizier [Dreyfus] des Hochverrats beschuldigt, was das Land bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilte. Mitten im 20. Jahrhundert, während des Zweiten Weltkriegs wurden Juden vernichtet und in der Folge führten andere, die Israel schufen, einen ungerechten Krieg gegen die unschuldigen Palästinenser.[16]

Belgien

Oft kann ein einzelner Satz in einem Schulbuch die Einseitigkeit seiner Autoren offenlegen. Zum Beispiel wurden Schüler in Belgien in einem Schulbuch für Sechstklässler auf Niederländisch aufgefordert Sätze mit der korrekten Betonung zu lesen. Einer davon lautete: „Wenn ein palästinensisches Kind in Jerusalem sah, wie ein Soldat ankam, sackte es vor Angst in sich zusammen.“[17]

Dieser Satz hat sowohl antisemitische als auch antiisraelische Elemente. Er ist antisemitisch, weil nicht alle israelischen Soldaten Juden sind. Er ist antiisraelisch, weil ein solcher Satz für ein Kind dabei hilft die Infrastruktur für ein negatives Israelbild zu legen.

Man braucht sich nur vorzustellen, welche Reaktionen es gäbe, würde ein belgisches Schulbuch eine Betonungsübung mit dem Satz bieten, der leicht verifiziert werden kann: „Nachdem ein palästinensischer Selbstmord-Terrorist viele jüdische Kinder und Erwachsene tötete, legte die belgische Presse den Schwerpunkt auf Israels militärische Antwort darauf.“

Jehudi Kinar war von 2003 bis 2007 Israels Botschafter in Belgien. Er sagt, dass seine Botschaft protestierte, als

die wallonischen und flämischen Regierungen antiisraelisches Bildungsmaterial für Schulen subventionierten. Während unsere Beschwerden gegen diese Publikationen Aufmerksamkeit erfuhren, wurde nichts zu diesem Problem unternommen, obwohl einige der Premierminister dieser Regierungen den entsprechenden Ministern schrieben. Zu diesen gehörten z.B. die flämischen Premierminister Bart Somers im Jahr 2003 und Yvs Leterme im Jahr 2006.[18]

Großbritannien

In Großbritannien gibt es Belege, dass Antisemitismus in muslimischen Schulen weit stärker verbreitet ist als in anderen. Eine Panorama-Fernsehsendung, von der BBC im November 2010 ausgestrahlt, handelte davon, was in von Saudis betriebenen muslimischen Schulen in Großbritannien gelehrt wird. Es wurde festgestellt, dass diese Schulen Schulbücher aus Saudi-Arabien nutzten, die Kinder im Alter ab 6 Jahren aufwärts lehren, dass Juden die Nachkommen von Affen und Schweinen sind. Aktivitäten nach dem Unterricht sorgen für etwa fünftausend Kinder im Alter von sechs bis achtzehn Jahren und wurden vom Kulturbüro der saudischen Botschaft in London beaufsichtigt.

Die Panorama-Sendung hielt auch fest, dass ein Schulbuch erklärte „Juden sind von Gott verflucht“; es forderte die Kinder auf die negativen Charaktermerkmale der Juden aufzulisten. Teenager, die dem nationalen saudischen Lehrplan folgen, werden gelehrt, das „Zionisten darauf aus sind die Welt für die Juden zu unterwerfen und dass die gefälschten Texte der Protokolle der Weisen von Zion echt sind“.[19]

Deutschland

2008 sagte Deidre Berger, Direktorin des American Jewish Committee in Berlin, bei einer Präsentation des Innenausschusses des deutschen Parlaments, dass Lehrpläne das Wissen über jüdisches Leben und Geschichte verbessert werden und dass ebenfalls Informationen über das moderne Israel geboten werden müssen. Sie merkte an: „Das Material sollte einbeziehen, dass bis zu einem Drittel der heutigen Schüler einen Migrationshintergrund mit wenig oder keinem Wissen über das Judentum oder auch den Holocaust haben.“[20]

Ein Artikel von Gideon Böss in der Tageszeitung Die Welt beschuldigte die drei großen deutschen Schulbuchverlage Israelis als Täter und Palästinenser als Opfer darzustellen.[21]

Parteiischer Unterricht

Ein weiteres zu untersuchendes Thema ist parteiischer Unterricht. Es stehen allerdings keine detaillierten Studien dazu zur Verfügung. Die Information zu diesem Thema hat weitgehend beiläufigen und anekdotenhaften Charakter. In den Vereinigten Staaten kommt eine Quelle indirekter Information zu parteiischem Unterricht in Schulen aus der Jugendgruppe der Orthodox Union (OU). Die National Conference of Synagogue Youth (NCSY) hat in mehr als 150 öffentlichen Schulen im ganzen Land Kulturclubs aufgebaut und erreicht 30.000 jüdische Jugendliche. Der ehemalige OU-Oberrabbiner Tzvi Hersh Weinreb sagte: „Wir stellen fest, dass viele Kinder sehr antiisraelisch sind. Sie sind von einem extrem antiisraelischen Bildungsestablishment gehirngewaschen worden.“[22] Im Oktober 2011 wurde bekannt, dass die deutsche EVZ-Stiftung zwei Oberstufen-Programme finanziert hat, die Hass auf Israel propagieren. Diese staatliche Stiftung wurde geschaffen, um Holocaust-Sklavenarbeiter zu kompensieren und zeitgenössischen Antisemitismus zu bekämpfen.[23] Bei einem Programm besuchte der niederländisch-jüdische, antiisraelische Extremist Hayo Meyer die Anne-Frank-Schule in Gütersloh. Dort setzte er palästinensisches Leiden mit dem Massenmord an Juden im Holocaust gleich und bezeichnete Israel als „Verbrecherstaat“.[24]

In einer Oberschule im Dorf Nesbru in Norwegen gab es eine von der Gruppe Norwegian Church Aid veranstaltete Ausstellung zu „Palästina“. Dazu gehörte ein Bild einer ausgekreuzten israelischen Flagge mit „Mörder“ in Spiegelschrift darunter geschrieben. Eine israelische Schülerin der Schule protestierte und es gab einige negative Medienpublicity.[25]

Nach noch mehr negativer Publicity entschied die Schule schließlich die Ausstellung zu entfernen. Die Schülerin, die sich beschwert hatte, sagte, ihre Reaktion sei von der Schulverwaltung nicht im Geringsten unterstützt worden.[26]

Die Niederlande

Der niederländische Holocaust-Forscher Johannes Houwing ten Cate merkt an:

Die antiisraelischen Sichtweisen in den Niederlanden werden sogar über elementare Bildung vermittelt. Ende 2006 sah ich zusammen mit einem 11-jährigen Kind die Nachrichten. Diese zeigten, dass ein Fehler gemacht worden war und die israelische Armee versehentlich zivile Opfer verursacht hatte. Das Kind glaubte nicht, dass es sich um einen Fehler handelte.

Das erschien mir seltsam und ich sagte: „Hör zu, du weißt, dass die israelische Armee im Allgemeinen versucht zivile Opfer zu vermeiden.“ Er antwortete: „Ich glaube das nicht. Meine Lehrer sagten mir in der Schule etwas anderes.“ Er wollte meinen Standpunkt nicht akzeptieren. Und das war ein niederländisches Kind von 11 Jahren.[27]

Im Juni 2010 schrieb die Dachorganisation des niederländischen Judentums, Centraal Joods Overleg (CJO), einen Brief an das niederländische Parlament. Sein Hauptpunkt war eine Aufforderung, dem Aufmerksamkeit zu schenken, was im Bildungssystem los war. Ein aufgeworfenes Thema war, dass „keine Schule in den Niederlanden davon abgehalten werden sollte den Holocaust zu lehren – eine stockdunkle Zeit in der niederländischen Geschichte.“[28]

Im Februar 2011 bereitete das CJO ein weiteres Dokument zu Antisemitismus im Land vor. Es wurde angelegentlich der Plenardebatte zu Antisemitismus ans niederländische Parlament geschickt, die ein paar Tage später stattfinden sollte. Eines der angesprochenen Themen war die Bildung in den Schulen. Der neue Text erklärte erneut:

Keine Schule in den Niederlanden sollte davon abgehalten werden den Holocaust zu unterrichten, einer extrem dunklen Periode in der niederländischen Geschichte. Holocaust-Gedenken und -Bildung sollte nicht länger einseitig die Ähnlichkeiten zwischen dem Holocaust und anderen ernsten Dingen in der heutigen Welt betonen. Sie sollten klar machen, dass Völkermord etwas fundamental anderes ist als ein politischer Konflikt, in dem es Opfer gibt, so furchtbar man das auch finden mag.[29]

Während und nach „Fels in der Brandung“ nahmen fünfzehn jüdische Familien ihre Kinder aus den jüdischen Schulen Amsterdams und schickten sie in andere Schulen, weil sie Angriffe befürchteten. Bekannt wurde zudem, dass jüdische Eltern etwa zehnmal mehr für Schulgeld in jüdischen Schulen ausgeben als in anderen Schulen. Die Hälfte des Geldes wird für Sicherheitsmaßnahmen verwendet.[30] Im Herbst 2014 besuchte eine vom britischen Labour-Parlamentarier John Mann geführte Delegation eine jüdische Oberschule in Amsterdam. Danach sagte er: „Wir sind überrascht, dass so viele Schüler sagten, sie wollten das Land verlassen und nach Israel gehen.“ Er fügte an, dass er überrascht war, dass die niederländische Regierung zu dem Thema schweigt.[31] Um fair zu sein muss erwähnt werden, dass auch in der Vergangenheit viele Schüler dieser Schule die Niederlande nicht nur in Richtung Israel verlassen haben.

Schweden

Oredsson und Tossavainen schrieben 2003:

Lehrer in schwedischen Vororten berichten weit verbreitete und dreiste Feindschaft gegenüber Juden unter Gruppen arabischer und muslimischer Schüler. Diese Feindschaft kommt dadurch zum Ausdruck, dass man es ablehnt sich mit irgendetwas zu beschäftigen, das auch nur annähernd als jüdisch angesehen werden kann. Schüler sabotieren Religionsunterricht oder schwänzen, wenn das Judentum Thema ist; oder sie machen Hausaufgaben nicht, lesen Bücher nicht oder gehen nicht zu Kurs-Prüfungen über Judentum.

In Geschichtsstunden kommen Konfrontationen zwischen Lehrern und Schülern auf, die einerseits sagen, dass der Holocaust sich nie ereignete – stattdessen wird er als zionistische Propaganda abgetan – oder andererseits Bewunderung für Hitler zum Ausdruck bringen und bedauern, dass er nicht den Erfolg hatte mehr Juden umzubringen.[32]

2008 kehrt Tossavainen zu dem Thema zurück:

In schwedischen Schulen ist Religionsunterricht verpflichtend. Schülern wird nicht nur das Christentum gelehrt, sondern auch andere Religionen wie Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus. Der Zweck dieses Unterrichts ist nicht – wie zu der Zeit, als das protestantische Christentum als einzige Religion auf dem Lehrplan stand – ein bestimmtes Bekenntnis zu verbreiten, sondern tieferes Verständnis anderer Kulturen und Weltanschauungen zu schaffen und Toleranz zu fördern. Einige Vorort-Schulen haben jedoch eine Mehrheit arabischer und muslimischer Schüler und sind dagegen eine bestimmte Religion zu lehren – das Judentum. Einige von ihnen lehnten die Teilnahme an Unterricht zu diesem Thema ab, einige sabotieren ihn aktiv und andere kommen gar nicht erst. Solche Schüler dürften es ablehnen ihre Hausaufgaben oder Tests zum Judentum zu machen oder auf Ausflüge in die lokale Synagoge mitzugehen.[33]

Manchmal reagieren Schüler recht heftig, wenn der Islam als Religion beschrieben wird, die einer stark vom Judentum inspirierten Tradition entstammte, womit der Gedanke abgelehnt wird, dass es überhaupt eine Verbindung zwischen den beiden Religionen geben könnte. Als Folge ist das Wissen dieser Schüler über das Judentum gewöhnlich sehr begrenzt und ihre Vorurteile sind weit verbreitet. Sie könnten über das Judentum nur in den Moscheen „lernen“, wo ihnen offenbar meistens erzählt wird, dass Juden Ungläubige sind, die in der Hölle brennen werden.[34]

Ein weiteres Thema, das manchmal in diesen Schulen Probleme verursacht, ist der Holocaust. Die arabischen und muslimischen Schüler bringen oft entweder eine Form von Holocaust-Leugnung oder eine Wertschätzung des Völkermords am europäischen Judentum zum Ausdruck. Manchmal bekunden sie beide Meinungen gleichzeitig. Während sie einerseits sagen, dass der Holocaust eine Lüge oder zumindest von den Juden weithin übertrieben worden ist, um Entschädigungen zu erpressen oder Mitgefühl für israelische Politik zu schaffen, behaupten sie auch, dass es ein Jammer sei, dass Hitler nicht mehr Juden tötete.

Ein Holocaust-Überlebender, der im ganzen Land Vorträge an Schulen über seine Erfahrungen während der Schoah hält, erzählt von arabischen und muslimischen Schülern, die seinen Vorträgen fern bleiben, manchmal auf Verlangen ihrer Eltern. Schüler, die teilnehmen, sagte er, drücken selten Feindseligkeit aus, aber die, die das tun, „stammen ausschließlich aus dem Nahen Osten“. Nach seinen Vorträgen bittet er die Zuhörer um Evaluationen und einmal schrieb ein Schüler aus einer irakischen Familie:

Was im Zweiten Weltkrieg geschah, war, glaube ich, gut, dass Hitler die Juden so behandelte, weil ich Juden hasse. Nach dem Krieg versuchten sie ein Land zu bekommen, weil sie kein Land hatten und so nahmen sie einen Teil von Palästina und sie schufen das kleine Israel, weil Hitler sie aus jedem Land geworfen hatte und dass Ding heute [der Vortrag des Überlebenden] war nur Kacke. Der Film war schlecht und ich denke, was Hitler mit den Juden machte, hatten sie verdient und mich kümmert es nicht, worüber du [der Überlebende] geredet hast und ich wünschte, dass das palästinensische Volk alle Juden töten würde. Juden sind die ekelhaftesten Leute der Welt und die größten Feiglinge und wegen dem, was heute geschah, wollte ich nicht zur Schule kommen, weil ein mieser Jude in die Schule kommt.[35]

Andere Vortragende und Lehrer haben ähnliche Erfahrungen mit Studenten, die ihren Judenhass mit denselben Begriffen zum Ausdruck bringen. Sie unterscheiden nur selten zwischen Juden, Israelis oder Zionisten und haben sehr klare Meinungen zu jüdischem Verhalten oder Charakteristika, obwohl sie wenig bis keinen Umgang mit Juden haben.

Tossavainen beobachtet:

Lehrer tendieren dazu auf das heimische Umfeld Zuhause als Erklärung für diese Einstellungen zu verweisen. In den abgeschotteten Vororten leben Immigranten isoliert von der schwedischen Gesellschaft, Kultur und Werten, bleiben aber in Kontakt mit dem Diskurs ihrer Herkunftsländer. Daher tendieren irakische, libanesische und palästinensische Schüler dazu antisemitischer zu sein als z.B. die aus Bosnien oder der Türkei.[36]

Schikanierung jüdischer Schüler

Schikanierung jüdischer Schüler tritt auf, auch wenn es nur spärliche Informationen über ihre statistische Häufigkeit gibt. Bis vor kurzem waren in Norwegen keinerlei statistische Daten zu irgendeinem Aspekt von Antisemitismus verfügbar. Im Juni 2011 veröffentlichte die Stadt Oslo eine Studie zu Rassismus und Antisemitismus bei Acht- bis Zehntklässlern in den Schulen der Stadt. Die Ergebnisse waren für viele ein Schock. Die Studie stellte fest, dass 33 Prozent der jüdischen Schüler in der Schule regelmäßig Schikane erleben. Gemäß der verwendeten Definition bedeutet das, dass pro Monat mindestens zwei oder drei Vorfälle verbalen oder physischen Missbrauchs diese jüdischen Schüler treffen. Diese Daten erscheinen für Westeuropa extrem. Die Studie machte es zudem schwer für den Antisemitismus exklusiv muslimische Kinder verantwortlich zu machen, da sich herausstellte, dass autochtone norwegische Schüler ebenfalls stark involviert waren.

Die nach den Juden am stärksten schikanierte Gruppe waren die Buddhisten, die zu 10 Prozent Schikane erfahren; „andere“ waren mit 7 Prozent dabei und Muslime mit knapp über 5 Prozent. 51 Prozent aller Schüler glauben, dass das Wort Jude abwertend verwendet wird, 41 Prozent hatten ethnische Witze über Juden gehört und 35 Prozent hatten beleidigende Kommentare gehört. Knapp fünf Prozent waren anwesend, als der Holocaust im Unterricht geleugnet wurde. Nur 25 Prozent der Schüler hatten in der Schule nie irgendetwas Negatives zu Juden erlebt.[37]

Diese Feststellungen hätten keine Überraschung sein sollen. Bereits 2002 berichtete Martin Bodd, ein Repräsentant der jüdischen Gemeinde Oslo, auf einer internationalen Konferenz der Anti-Defamation League, dass es in den vorausgegangen Jahren mehr Schikanierung von Juden gegeben hat als zu jeder Zeit seit 1945.

Bodd vermerkte, dass „der Großteil der Hetze und Schikane gegen Juden nicht berichtet worden ist. Kaum eines der von antisemitischen Äußerungen beleidigten Kinder oder der Erwachsenen wird vermutlich bereit sein damit an die Öffentlichkeit zu gehen.“ Er sagte, es hatte etwa fünfzehn Vorfälle gegeben, bei denen zehn Kinder schikaniert worden waren.[38]

Ein Jahr später stellte Irene Levin, Professorin für Sozialarbeit am College der Universität Oslo fest:

Einigen jüdischen Kindern wurde gesagt, ihnen würde wegen des Handelns der israelischen Armee nicht erlaubt an einer Geburtstagsfeier teilzunehmen. Wenn es antisemitische Vorfälle in der Schule gab, diskutierten jüdische Eltern mit einigen der Schulleiter, die die Schikane unterstützten. Einer sagte einem jüdischen Mädchen, es solle ihren „provokanten“ Magen David [Davidstern] abnehmen. Diese Vorfälle sind wichtig, bleiben aber derzeit Ausnahmen.[39]

2010 strahlte der Journalist Tormod Strand vom Staatsfernsehen NRK eine Sendung über Antisemitismus in Grund- und anderen Schulen aus. Er konzentrierte sich hauptsächlich auf die Schikane jüdischer Schüler durch Muslime.[40] Die Lehrer und Eltern, die die abscheulichen Fakten diskutierten, machten das mit einer Ausnahme unter der Auflage anonym zu bleiben. Das war ein weiterer bedeutender Hinweis auf die norwegische Realität.

Der weit verbreitete Antisemitismus in den Schulen von Oslo steht höchstwahrscheinlich von extremem antiisraelischen Hass in Norwegen in Verbindung, wie er seit Jahren von Ministern aus der vorherigen, von der Arbeitspartei beherrschten Regierung, Politikern, Medien, Gewerkschaften, Akademikern, Kirchenleitern und anderen geschürt wird. Ein wichtigeres, von der Oslo-Studie nicht untersuchtes Thema, ist, wie viele Lehrer den israelisch-palästinensischen Konflikt im Unterricht diskutieren und in welchem Ausmaß ihre Äußerungen einseitig sind. Obwohl das nicht ausdrücklich gesagt wurde, ist es für mehrere jüdische Eltern, die nicht zitiert werden wollen, offensichtlich, dass feindselige linke Lehrer in Schulen Äußerungen von sich geben, die Israel in ein sehr negatives Licht setzen. Das heizt im Gegenzug negative Einstellungen gegenüber jüdischen Kindern an. Zusätzlich spiegeln Bemühungen, die für die Schikane in erster Linie auf muslimische Schüler verantwortlich zu machen, nicht die volle Wahrheit; die meisten Aggressionen kommen von autochtonen norwegischen Kindern. Einmal mehr scheint es jedoch so, dass der Anteil der Muslime an den Schikanen vermutlich weit größer ist, als ihr Anteil an der Schülerschaft.

All das passiert in einem Land, in dem die organisierte jüdische Gemeinde nur achthundert Personen innerhalb einer Gesamtbevölkerung von rund fünf Millionen beträgt. Die Gesamtzahl der Juden in Norwegen, zu der Israelis gehören, die oft nach ein paar Jahren wieder gehen, wird auf höchstens zweitausend geschätzt.

Die Niederlande

Das Zentrum für Information und Dokumentation zu Israel (CIDI) hat bereits mehr als ein Jahrzehnt lang über Schikanen berichtet, denen jüdische Schulkinder begegnen. Es veröffentlicht jährliche Berichte zu Antisemitismus, die viele konkrete Fälle beinhalten.[41]

Einige aus der Obrigkeit haben ebenfalls Versuche unternommen Probleme zu lokalisieren. 2003 schrieb die Stadtverwaltung von Amsterdam an die siebzig Oberschulen der Stadt; sie sollten Probleme mit Antisemitismus, Hass und Homosexuellen oder andere Formen der Diskriminierung berichten. Das war eine Reaktion auf Berichte verschiedener Lehrer, die sich nicht trauten den Holocaust zu unterrichten; sie hatten Angst vor aggressiven Reaktionen, besonders seitens marokkanischer Schüler. Nur eine Schule antwortete. Alderman Rob Oudkerk betrachtete die Haltung der Schulen als inakzeptabel. Es scheint so, dass die Schulen versuchten diese Vorfälle zu verbergen, um ein negatives Image oder eine weitere Eskalation des Problems zu vermeiden.[42]

2003 organisierte das Anne-Frank-Haus in Amsterdam ein Treffen von Holocaust-Überlebenden, die Schulen besuchten, um über ihre Erfahrungen aus der Kriegszeit zu berichten.

Veranlasst hatte das Treffen, dass einer der Überlebenden bei einer Gelegenheit mit antisemitischen Äußerungen konfrontiert worden war und der anwesende Lehrer nicht interveniert hatte. Die Eingeladenen sagten, dass die meisten ihrer Erfahrungen positiv waren. Eine erwähnte jedoch, dass sie von einem marokkanischen Mädchen gefragt worden war, ob sie nicht glaube, dass „Sharon schlimmer sei als Hitler“. In einer anderen Schule fragte ein Schüler sie, warum das ausgerechnet den Juden geschah. Ein Schüler antwortete: „Weil sie Christus töteten.“[43]

2005 berichteten die Medien, dass die Stadt Amsterdam Judenhass an der Grundschule Het Mozaïek untersuchte. Mehrere Schüler hatten Bilder von Mohammed Bouyeri, dem islamistischen Mörder des niederländischen Medienmachers Theo van Gogh auf ihren Tornistern. Nach einem Besuch im Anne-Frank-Haus sagten einige Achtklässler, was Anne geschehen sei, sei „gut“ oder „Sie hätten mehr Juden töten sollen“.[44]

Im selben Jahr führte die Lehrerorganisation Algemene Onderwijsbond (AOb) zusammen mit dem Amsterdamer Fernsehsender AT5 eine Studie zur Radikalisierung in Schulen durch. Zweihundertneununddreißig Lehrer beantworteten einen Fragebogen. 47 Prozent von ihnen bestätigten, dass sie Erfahrungen mit der Radikalisierung hatten und zwei Drittel von ihnen waren wegen der Vorfälle in Sorge. Ein Drittel derer, die antworteten, sagte, sie würden oft oder manchmal antisemitische Äußerungen erleben. Derselbe Anteil stellte fest, dass manche Schüler antiwestliche Ansichten haben. Mehr als ein Drittel betrachtete es so, dass sie in dieser Sache zu wenig Unterstützung von der Schulbehörde bekamen. Ein Viertel sagte, sie seien nicht gut genug ausgerüstet um zu reagieren.[45]

Henri Markens, Generaldirektor des jüdischen Schulsystems (JBO) in den Niederlanden, berichtet:

Schüler, die aus anderen Schulen zur [jüdischen Oberschule] Maimonides wechselten, erzählten uns von dem Antisemitismus, den sie erlebt hatten. Jedes Jahr hatten wir ein paar Kinder, die zu uns wechselten. Üblicherweise war der Grund, das Schüler in ihren früheren Schulen antisemitische Äußerungen getätigt hatten und die Schule nicht genug – oder gar nichts – in dieser Sache unternommen hatte. Andere Eltern und Kinder betrachteten den Antisemitismus offenbar als normal.

Markens fügte an: „Oft informierten die Schüler selbst … CIDI, dass sie Antisemitismus erlebt hatten. Diese Organisation fragt auch mich von Zeit zu Zeit, ob ich Geschichten unserer Schüler gehört hatte, die sie interessieren könnten.“[46] Während eines viertätigen Abendspaziergangs im südlichen Amsterdam wurden die Teilnehmer aus der jüdischen Grundschule Rosch Pina im Jahr 2010 belästigt und übelst beschimpft. Die Zeitung, die darüber berichtete, sagte, sie hätten schon seit fünf Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht.[47]

Frankreich

Emmanuel Brenner (ein Pseudonym) und seine Mitarbeiter haben bahnbrechende Arbeit zur Beschreibung von Antisemitismus und anderem Rassismus in Frankreich geleistet. Ihre Arbeit hatte in Frankreich einige Auswirkungen. Der Titel des von Brenner zu Beginn des vorigen Jahrzehnts herausgegebenen Buchs lässt sich als Die verlorenen Gebiete der (französischen) Republik übersetzen.[48] Es verweist auf den Zusammenbruch von Recht und Gesetz in verschiedenen Teilen der französischen Gesellschaft. Das beweist sich zum Beispiel in der Angst der Polizei bestimmte Gebiete in und um große Städte im gesamten Land zu betreten. In diesen „No-Go-Areas“ wohnen überwiegend nordafrikanische Immigranten und ihre Nachfolger. Viele sind Araber, andere Berber.

Brenner und seine Kollaborateure beschreiben und analysieren diesen Zusammenbruch der französischen Gesellschaft in Teilen des Schulsystems, in dem Antisemitismus, Rassismus und sexuelle Diskriminierung auftreten. Zu verschiedenen Gelegenheiten ist mit den Dingen von Lehrern und den Behörden nicht angemessen umgegangen worden. In Schulen mit großen muslimischen Mehrheiten finden sich Einzelpersonen anderer Gruppen oft als die wieder, die so eingeschüchtert werden, dass sie versuchen ihre Identität zu verbergen.

Brenners Buch beinhaltet zudem Zeugenaussagen von Lehrern, die viele Fälle von extremem – hauptsächlich muslimischem – Rassismus beschreiben. Ein englischer Auszug, der sich mit Antisemitismus an französischen Schulen beschäftigt, ist unter Brenners echtem Namen veröffentlicht worden – Georges Benoussan.[49]

Zeugenaussagen in dem Buch deuten auf den schlimmen Zustand der französischen Demokratie hin. Viele Lehrer verschließen ihre Augen vor der Gewalt, Einschüchterung und Rassismus. Andere beschreiben die Täter als „Hooligans“ oder „Gangster“, bestreiten die Tatsache, dass es Elemente in der französischen muslimischen Gemeinschaft sowie bei Fernsehsendern des Auslands gibt, die systematisch gegen andere hetzen. Manche Lehrer versuchen den „sozialen Frieden“ durch Beschwichtigung der Mobber und Zurückhaltung von Mitgefühl ihren Opfern gegenüber erhalten wollen.

Wie vermerkt betreffen die beschriebenen Fäll nicht nur jüdische Opfer. Einige christliche Schüler werden von der muslimischen Mehrheit in ihren Klassen derart eingeschüchtert, dass sie überlegen zum Islam überzutreten. Auch Lehrer sind drangsaliert worden. Einige muslimische Schüler äußerten Freude über 9/11 und viele betrachten Bin Laden als Helden. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass der Hass sich ausschließlich auf Juden und Amerikaner konzentriert; das Hauptziel der extremeren Muslime ist die französische Gesellschaft. Über die vielen Geschichten von Gewalt, Bedrohungen, Beleidigungen und Schikanierung hinaus gibt es in den Schulen andere große Probleme. Die Zeugenaussagen erwähnen Lehrer-Brandstifter, die politisierte Ansichten zum Nahost-Konflikt in ihren Unterricht einbringen.[50]

Deutschland

Berger sagte in ihrer Präsentation vor dem Innenausschuss des deutschen Parlaments: „Jüdische Kinder wechseln regelmäßig zur jüdischen Schule in Berlin, um dem Antisemitismus an ihrer öffentlichen Schule zu entkommen.“ Sie merkte zudem an: „Deutsche Schulvertreter haben uns auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass viele Vorfälle nicht berichtet werden, weder den Schulbehörden noch den Justizvertretern; Grund ist eine fehlende Definition und ein effektives Beobachtungssystem, sowie unzureichendes Wissen über jüdisches Leben, Geschichte, Kultur und den Nahost-Konflikt seitens einiger Lehrer.“[51]

An einer Berliner Schule sagte ein Schüler im Unterricht: „Alle Juden müssen vergast werden“. In deutschen Schulen wird „Jude“ oft abwertend verwendet. Der Pädagoge Peter Wagenknecht sagte, dass jüdische Schüler zunehmend ihren Hintergrund verbergen: „Sie wollen sich nicht als jüdisch präsentieren. In solchen Fällen weiß die Klasse oft nichts von ihrem Hintergrund und die Lehrer halten den Mund.“ Er fügte an:„Die Studenten handeln oft auf Rat ihrer Eltern, die ihren Kindern ersparen wollen Konflikten und aggressivem Verhalten ausgesetzt zu werden.“[52]

Anfang 2006 berichtete Der Spiegel:

Die jüdische Oberschule im Berliner Bezirk Mitte ähnelt einem Hochsicherheitstrakt. Diejenigen, die Zugang zu dem imposanten alten Gebäude an der Große Hamburger Straße haben wollen, müssen eine akribische Sicherheitskontrolle durchlaufen. Das Gebäude ist von einem mehrere Meter hohen Zaun umgeben und Videokameras zeichnen jede Bewegung auf. Polizisten stehen vor dem Gebäude Wache.

Um diese Zeit wechselten zwei jüdische Mädchen aus der öffentlichen Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule in Berlin-Kreuzberg auf diese jüdische Schule. Eines dieser Mädchen hatte unter Antisemitismus durch Jugendliche mit arabischem Hintergrund gelitten. Nach einiger Zeit musste sie auf ihrem Weg zur Schule von der Polizei beschützt werden.[53]

Manchmal werden auch nichtjüdische Schüler Opfer von Antisemitismus. 2006 wurde ein sechszehnjähriger Oberschüler in der Stadt Parey in Ostdeutschland von anderen Schülern gezwungen auf dem Schulhof ein antisemitisches Schild zu tragen, auf dem stand: „In dieser Stadt bin ich wegen meiner jüdischen Freunde das größte Schwein.“[54]

Mobbing von Lehrern

Auch Lehrer werden gemobbt. In seinem Bricht zu niederländischem Antisemitismus zitierte CIDI 2003 Oudkerk, der einer Zeitung erzählt hatte, dass mehrere Lehrer ihn informiert hatten, dass es fast unmöglich geworden war das Thema Holocaust zu lehren. Er vermerkte, dass dies nicht nur eine einschüchternde Atmosphäre schuf, sondern in einigen Fällen zu telefonischen Drohungen gegen die Lehrer führte wie: „Wir wissen, wo dein Kind zur Schule geht.“ Im Ergebnis neigen jüdische Lehrer dazu ihre jüdische Identität zu verbergen.[55]

Ein nichtjüdischer Lehrer mit einem jüdischen Namen berichtete, als einige Schüler, an denen er in der Schule vorbei ging, ihn einen „dreckigen Juden“ nannten. Ein anderer Lehrer wurde zitiert: „In meiner vorherigen Schule … sagte ich manchmal, um die Schüler mit Antisemitismus zu konfrontieren, das ein Teil meiner Familie jüdisch ist. Heute traue ich mich das nicht weiter … so muss man sich Ende der 1930-er Jahre gefühlt haben.“[56]

Dieser Lehrer lag allerdings falsch. Ende der 1930-er Jahre wurden Niederländer in den demokratischen Niederlanden, vor der deutschen Besetzung, nicht in einem solchen Maß eingeschüchtert, dass sie sich fürchteten zu offenbaren, dass Mitglieder ihrer Familie jüdisch waren.

In Sydney (Australien) gab es Anfang 2011 Berichte, dass ein jüdischer Lehrer von muslimischen Schülern im Unterricht schikaniert wurde. Zwei jüdische Vertretungslehrer wurde von anderen Mitarbeitern gesagt, sie sollten, wenn sie nicht gemobbt werden wollten, nicht erwähnen, dass sie jüdisch sind.[57]

Die jüdische Oberschullehrerin Catherine Pderzoli-Ventura, die am Lycée Henri-Loritz in Nancy in Frankreich unterrichtete, wurde im September 2010 vier Monate lang suspendiert. Ihr wurde vorgeworfen der Lehre der Schoah zu viel Zeit zu widmen. Ein Bericht der Schulaufsicht stellte fest, dass sie statt dem Wort Völkermord das Wort Schoah verwendete.[58]

Die Suspendierung der Lehrerin löste eine große Debatte aus und es wurde ein Unterstützungskomitee gegründet. Die Suspendierung wurde in der Folge aufgehoben und im Februar 2011 reichte Pederzoli-Ventura eine offizielle Anzeige als Opfer von Diskriminierung bei der französischen Strafverfolgungsbehörde ein.[59]

Die JTA berichete 2011:

David Katznelson, ein Israeli, der 15 Jahre lang in Norwegen lebte, sagte, das Norwegen nicht als für Juden sonderlich gastfreundschaftlicher Ort bekannt ist. Ein Oberschullehrer für Mathematik und Naturwissenschaften, der dort zudem eine kleine Gesellschaft für progressives Judentum leitet, sagte Katzenelson, dass einmal ein Hakenkreuz auf seinen Briefkasten gesprüht wurde und dass seine jüdischen Schüler Angst gehabt haben ihren Glauben öffentlich preiszugeben.[60]

Extremismus und Terrorismus

Extremismus und Terrorismus gegen Schulen sind noch ein weiteres Problem.

Hugo Deckers, Sekretär der belgischen sozialistischen Lehrergewerkschaft ACOD, drohte jüdischen Schulen. Er schickte der flämischen jüdischen Zeitung Joods Actueel einen Brief zur angekündigten Erweiterung israelischer Siedlungen, nachdem die palästinensische Autonomiebehörde die Mitgliedschaft in der UNESCO bekam. Deckers schrieb: „Wenn dies die israelische Reaktion ist, will ich, als Leiter der Gewerkschaft ACOD, die Lage der jüdischen Schulen in Antwerpen der Öffentlichkeit zur Aufmerksamkeit bringen. Ich vermute, dass Sie Angst haben werden.“[61]

Im Verlauf der Jahrzehnte hat es eine Reihe gewalttätiger Angriffe auf jüdische Schulen gegeben. Mehrere davon fanden in muslimischen und lateinamerikanischen Ländern statt. In den meisten Fällen handelte es sich um Sachschäden, aber es gab kein Opfer. 1969 gab es eine Explosion in der jüdischen Schule in Tehran.[62] 1970 verursachte eine Bombe umfangreiche Schäden außerhalb der Khaddouri-Louise Zilkha-Schule in Beirut.[63]

1951 gab es in Lima (Peru),[64] 1976[65] in Cordoba (Argentinien) und 1976[66], 1979[67] und 1980[68] in Buenos Aires Bombenanschläge auf jüdische Schulen. 1992 wurden Schüsse auf einen Bus mit jüdischen Schulkindern abgegeben, die nach Buenos Aires zurückkehrten.[69] 1995 explodierte eine Autobombe vor einer jüdischen Schule in der französischen Stadt Lyon, wobei vierzehn Menschen verletzt wurden.[70]

2004 fand ein Brandanschlag auf die United Talmud Torah Elementary School in Montreal statt. Ein vor Ort hinterlassener Brief behauptete, es handele sich um einen Vergeltungsschlag gegen Israels Ermordung des Hamas-Gründers Scheik Ahmed Yassin.[71]

2006 gab es einen Brandbombenanschlag auf die Sver-Toldos Orthodox Jewish Boy School in Outremont, Montreal. Im Februar 2009 wurden die Täter, ein algerischer Muslim und sein in Kasachstan geborener Komplize, hierfür und für den Bombenanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in der Stadt zu sieben bzw. vier Jahren Gefängnis verurteilt.[72] 2011 wurden Fenster von sechs jüdischen Institutionen in Montreal eingeschlagen, vier davon Synagogen und die United Talmud Torah.[73]

Der schwerste Terroranschlag ist bereits erwähnt worden: Im März 2012 tötete Mohammed Merah einen Lehrer und drei Kinder einer jüdischen Schule in Toulouse (Frankreich).[74]

Diese Bombenanschläge und andere Terroranschläge auf jüdische Gemeinschaften haben eine Lage geschaffen, in der an vielen jüdischen Schulen der westlichen Welt wichtige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden.

Fußnoten

[1] Religious racism shocks officials. 8. June 2011, newsinenglish. no/2011/06/08/religious-racisim-shocks-officials.

[2] Nicole Vettenburg/Mark Elchardus/Johan Put (Hg.): Jong in Brussel. Leuven/Den Haag (Acco) 2011.

[3] Nicole Vettenburg/Mark Elchardus/Johan Put/Stefaan Pleysier: Jong in Antwerpen en Gent. Bevindingen uit de JOP-monitor Antwerpen-Gent. Leuven/Den Haag (Acco) 2013.

[4] Benjamin Weiser: U.S. Cites Evidence of Anti-Semitism in School District. The New York Times, 25. Januar 2014.

[5] Neuschreibung der Geschichte in Schulbüchern; Manfred Gerstenfeld, Interview mit Mitchell Bard: Introducing Israel Studies in U.S. Universities. Changing Jewish Communities, 39, 15. Dezember 2008.

[6] Gary Tobin/Dennis R. Ybarra: The Trouble with Textbooks: Distorting History and Religion. Lanham, MD (Lexington Books) 2008.

[7] ebenda, S. 125.

[8] ebenda, S. 126.

[9] ebenda, S. 149.

[10] ebenda, S. 150.

[11] Barbara Lefebvre/Ève Bonnivard: Élèves sous influence. Paris (Louis Audibert) 2005.

[12] Emmanuel Brenner: Les territoires perdus de la République. Paris (Mille et une nuits) 2004, 2. Aufl.

[13] Lefebvre/Bonnivard: Élèves sous influence.

[14] Barbara Lefebvre/Shmuel Trigano: L’image des Juifs dans l’enseignement scolaire. Paris (Alliance Israélite Universelle) 2006.

[15] ebenda

[16] ebenda

[17] Walter Janssens/Eddy van Eeckhoven: Taalknikker 6 Werotaal, Leerboek Taal a.Brugge (die Keure) 1999, S. 94.

[18] Manfred Gerstenfeld, Interview mit Jehudi Kinar: Belgium’s Attitude toward Israel and the Jews. Post-Holocaust and Anti-Semitism, 111, 2. Oktober 2011.

[19] Soeren Kern: UK: Anti-Semitism Rampant in Muslim Schools, Second Generation More Extreme than Parents. Hudson-NY, 9. Dezember 2010.

[20] Deidre Berger: Anti-Semitism in Germany. European Forum on Anti-Semitism, 16. Juni 2008.

[21] Gideon Böss: Veraltet, verdreht und völlig einseitig. Die Welt, 22. September 2011.

[22] Manfred Gerstenfeld, Interview mit Rabbi Tzvi Hersh Weinreb: The Orthodox Union and Its Challenges. Changing Jewish Communities, 23, 15. August 2007.

[23] Benjamin Weinthal: NGOs demand German Shoah group pay victims. The Jerusalem Post, 4. Oktober 2011.

[24] Benjamin Weinthal: Germans use ‘anti-Israel’ Jews to soothe Holocaust guilt. The Jerusalem Post, 16. Oktober 2011.

[25] Eli Bondid: Skole anklaget for antisemittisme i elevutstilling. Norge Idag, 26. Oktober 2011.

[26] McGonagall: Anti-Semitic exhibition that was sponsored by Norwegian Church Aid removed after student protests. Norway, Israel and the Jews, 20. Oktober 2011.

[27] Manfred Gerstenfeld, Interview mit Johannes Houwink ten Cate: Nederlandse Joden in een maatschappij zonder warden. In: Manfred Gerstenfeld: Het Verval: Joden in een Stuurloos Nederland. Amsterdam (Van Praag) 2010, S. 260-26

[28] Centraal Joods Overleg, brief aan de leden van de Tweede Kamer der Staten- Generaal, 24. June 2010.

[29] CJO aan Tweede Kamer: Pak antisemitisme aan. 27. Januar, 2011; cidi.nl/Nieuwsberichten/CJO-aan-Tweede-Kamer–Pak-antisemitisme-aan. html?lang=en.

[30] Bart Schut: Nederland in 2014: Joden moeten ‘etnisch onderduiken’.” Jalta, Oktober 2014.

[31] Jonge joden voelen zich bedreigd en willen weg. Reformatorisch Dagblad, 29. November 2014.

[32] Sverker Oredsson/Mikael Tossavainen: Judehat bland muslimer tystas ned. Dagens Nyheter, 22. Oktober 2003. Englische Übersetzung auf freere- public.com/focus/f-news/1005044/posts.

[33] Mikael Tossavainen: Det förnekade hatet—Antisemitism bland araber och muslimer i Sverige. Svenska Kommittén Mot Antisemitism, Stockholm, 2003,S. 22.

[34] Jackie Jakubowski: ‘Judarna kommer att brinna i helvetet,’ förklarar en Det fick han lära sig i en Koran-skola. Judisk Krönika, 2, 2001 (zitiert ebenda).

[35] Der Brief wird zitiert in: Tossavainen: Det förnekade hatet. Die Besonderheiten in Grammatik und Orthographie spiegeln das schwedische Original.

[36] Mikael Tossavainen: Arab and Muslim Anti-Semitism in Sweden. In: Manfred Gerstenfeld: Behind the Humanitarian Mask: The Nordic Countries, Israel and the Jews. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs) 2008, S. 94.

[37] Religious racism shocks offials. 8. June 2011, newsinenglish no/2011/06/08/religious-racisim-shocks-officials; Oslo municipality report in 2011 showed one third of Jewish pupils are physically threatened or abused.  Coordination Forum for Countering Antisemitism, 14. Mai 2012.

[38] Martin Bodd: Country Reports: Norway. Vorgestellt auf der Anti-Defamation League Conference on Global Anti-Semitism, 2002, http://www.adl.org/anti_semi- tism/as_conference_proceedings.pdf.

[39] Manfred Gerstenfeld, Interview mit Irene Levin: Norway: The Courage of a Small Jewish Community; Holocaust Restitution and Anti-Semitism.” Post- Holocaust and Anti-Semitism, 10, 1. Juli 2003.

[40] Katharina Schmidt-Hirschfelder: So verbreitet ist die Angst. Jüdische Allgemeine, 10. Juni 2010.

[41] cidi.nl

[42] Marcel van Engelen/Mijntje Klipp: Scholen verzwijgen de incidenten. Het Parool, 8. November 2003.

[43] Ted de Hoog: Kom maar op, kinderen. NIW, 28. November 2003.

[44] Hakehillot Nieuws, 17. März 2005.

[45] Van een verslaggeefster: Docenten kampen met radicale klas. Het Parool, 1. Juli 2005.

[46] Manfred Gerstenfeld, Interview mit Henri Markens: Insights into the Situation of the Jews in the Netherlands. Changing Jewish Communities, 50, November 2009.

[47] Chaotische taferelen bij avondvierdaagse. Het Parool, 6. Juni 2010.

[48] Brenner, Les territoires perdus.

[49] Georges Bensoussan: Antisemitism in French Schools: Turmoil of a Republic. Analysis of Current Trends in Anti-Semitism, 24. Jerusalem (Hebrew University) 2004.

[50] ebenda

[51] Berger: Anti-Semitism in Germany.

[52] Björn Hengst/Jan Friedmann: Anti-Semitism at German Schools: Insults Against Jews on the Rise. Spiegel Online, 12. August 2006.

[53] ebenda

[54] Student Forced to Wear Anti-Semitic Sign. Spiegel Online, 13. Oktober 2006.

[55] Hadassa Hirschfeld: Antisemitische Incidenten in Nederlan Overzicht over het jaar 2003 en de periode 1 januari-5 mei 2004. CIDI, 7.

[56] ebenda

[57] Philip Mendes: Anti-Semitism among Muslim youth: A Sydney teacher’s perspective. Menorah Magazine, 13. Januar 2011.

[58] La suspension d’une prof juive d’histoire fait polémique. Le Figaro, 1. September 2010.

[59] Paul Lémand: Shoah: Catherine Pederzoli, depose plainte auprès du Procureur de la république. Terre Promise, 1. März 2011.

[60] Alex Weisler: As Norway’s Jews mourn, concern about muting of pro-Israel voices. JTA, 26. Juli 2011.

[61] ACOD topman bedreigt Joodse scholen omwille van stappen Israëlische reger- ing. Joods Actueel, 3. November 2011.

[62] Terrorist Incidents against Jewish Communities and Israeli Citizens Abroad 1968-2010. Community Security Trust, 2011, S. 30.

[63] ebenda, S. 31.

[64] ebenda, S. 46.

[65] ebenda, S. 38.

[66] ebenda

[67] ebenda, S. 41.

[68] ebenda, S. 42.

[69] ebenda, S. 62.

[70] ebenda, S. 64-66.

[71] Bram Eisenthal: Quebec Leader Tours Firebombed School. Jewish Journal, 15. April 2004.

[72] Tu Thanh Ha: How the Montreal Police nabbed two would-be terrorists. Globe and Mail, 12. Februar 2009.

[73] Peter Rakobowchuk: Jews fear ‘orchestrated campaign’ of hate after attacks in Montreal. The Star, 17. Januar 2011.

[74] Edward Cody: Mohammed Merah, face of the new terrorism. The Washington Post, 22. März 2012.

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