1948 geht vor 1967

Während der ersten Intifada war der Jahrestag zum 6-Tage-Krieg im Juni von großer Bedeutung. Heute ist das anders. Was hat sich geändert?

Danny Rubinstein, Ha’aretz, 6. Juni 2004

Am gestrigen 5. Juni war der 37. Jahrestag des Ausbruchs des 6-Tage-Krieges. Im palästinensischen Sprachgebrauch wird dies „Nakhsa“ genannt, was in Sturz oder Niederlage zu übersetzen ist; anders ist es mit der „Nakba“ von 1948, was so viel wie Katastrophe, Holocaust, Schandtat bedeutet.

Die Palästinenser betrachteten die Nakba immer als größere Tragödie als die Nakhsa, aber ihr Kampf legte mehr Betonung auf Israels Besatzung der Gebiete und weniger auf die Deportation der Flüchtlinge. Was ist in den letzten Jahren des blutigen Konflikts geschehen, dass die Niederlage von 1967 vergessen ist, während die Erinnerung an die Katastrophe von 1948 stärker wird?

In den ersten Jahren nach dem Krieg von 1967 feierten die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen den Jahrestag des Krieges mit Paraden und Demonstrationen und Dutzenden Versammlungen und Feierlichkeiten. Während der ersten Intifada (1987-1991) z.B. gab es Streiks und Störungen von Schulunterricht und Arbeit, wie auch gewalttätige Vorfälle, die in den Gebieten aufflammten. Im Gegensatz dazu hielt die palästinensische Öffentlichkeit in diesem Jahr nur eine Hand voll Veranstaltungen ab, bei denen diese sechs Tage im Juni 1967 erwähnt wurden, als die Westbank und der Gazastreifen (sowie der Sinai und der Golan) erobert wurden. Die palästinensische Presse widmete dem Thema in ihren Wochenendausgaben ebenfalls nur geringe Aufmerksamkeit: Eine Zeitung brachte die Memoiren von Abu Anton Seniora aus Jerusalem, der den Tag des Ausbruchs der Kämpfe aus seiner Sicht als Beschäftigter des UN-Hauptquartiers im Armon Hanatziv in der Hauptstadt beschrieb. Abgesehen davon gab es ein paar Artikel und Ankündigungen durch verschiedene Organisationen – und das war’s dann schon. Es gibt keinen Vergleich zu dem, was an diesem Tag in der Vergangenheit gewöhnlich statt fand.

Wir können den Wandel im Licht der von Yassir Arafat ausgeführten Strategie in den Jahren des Friedensprozesses betrachten. In seinen Hunderten, vielleicht Tausenden öffentlicher Auftritte seit den Oslo-Vereinbarungen stellte Arafat sicher, dass er den Wahlspruch nutzte, der das palästinensische Volk aufrief zum Kampf „bis der unabhängige Staat mit Jerusalem als seiner Hauptstadt gegründet ist“. Er wiederholte diesen Aufruf bis zum Überdruss, gemeinsam mit der Forderung der Umsetzung von UN-Sicherheitsrats-Resolution 242, die die Palästinenser und viele andere so interpretieren, dass sie eine Rückkehr zu den Grenzen von 1967 bedeutet.

Gemeinsam mit der Betonung, die Arafat und seine Leute in jenen Jahren auf die Notwendigkeit eines israelischen Rückzugs auf die Grenzen von 1967 legten, fiel die Tatsache besonders auf, dass sie eine Beschäftigung mit dem Flüchtlingsproblem vermieden, das von der Nakba von 1948 geschaffen wurde. In Übereinstimmung mit dem palästinensischen Sprachgebrauch beschäftigten sie sich mit „dem Fall 1967“ und entschieden sich „den Fall 1948“ geschlossen zu halten.

All das änderte sich in den letzten zwei bis drei Jahren. Der Untergang des Friedensprozesses drängte den Fall Nakhsa beiseite und eröffnete den Fall Nakba neu. Das kann auch vor dem Hintergrund einer Schwächung des zentralen Konzepts des Friedensprozesses betrachtet werden – „zwei Staaten für zwei Völker“. Wenn die fraglichen Staaten ein jüdischer Staat und ein arabischer Staat sind, dann ist die logische Schlussfolgerung, dass die Palästinenser die Verwirklichung des Rückkehrrechts opfern müssen.

Zahlen der UNO beziffern die Anzahl der Flüchtlinge heute auf rund 4 Millionen; und selbst, wenn keinem großen Teil von ihnen die Rückkehr nach Israel selbst erlaubt wird, würde das bedeuten, dass Israel aufhören würde ein jüdischer Staat zu sein. Israelische Kommentatoren haben regelmäßig angemerkt, dass die Umsetzung des Rückkehrrechts das Konzept von drei Staaten für ein Volk – das palästinensische – verwirklichen würde. Die drei Staaten sind Jordanien, die Westbank mit dem Gazastreifen und der Staat Israel – von denen alle eine palästinensische Mehrheit haben würden.

Der Mann, der mutigerweise seine Bereitschaft erklärte, das Rückkehrrecht zu opfern, ist Sari Nusseibeh in seinem gemeinsamen Programm mit dem ehemaligen Shin Bet-Direktor Ami Ayalon. Yossi Beilins und Yassir Abed Rabbos „Genfer Initiative“ beinhaltet ebenfalls eine palästinensisch Bereitschaft zur Aufgabe des Rückkehrrechts, obwohl dies dort weit vager formuliert ist. [heplev: Alle palästinensischen Vertreter der Genfer Initiative betonten, dass das Rückkehrrecht NICHT aufgegeben wurde!]

Dennoch reden Arafat und palästinensische Sprecher dieser Tage oft über die Rückkehr – mehr, als sie das je seit der Konferenz von Madrid 1991 getan haben, die am Beginn des Friedensprozesses stand. Es ist kein Zufall, dass der Nakba-Tag, der auf den 15. Mai fällt, dieses Jahr von den Palästinensern auf weitaus breitere Weise gefeiert wurde, als in den voran gegangenen Jahren. So brachte die palästinensisch Zeitung „Al-Ayyam“ eine Sonderteil mit dem Titel „Das Rückkehrrecht“, der Artikel einiger der besten palästinensisch Schreiber in den Gebieten, Israel und der palästinensischen Diaspora enthielt. Einige von ihnen kritisierten Arafat direkt dafür, dass er nicht Nusseibeh und Abed Rabbo nicht schalt, dass sie das Rückkehrrecht aufgaben. Andere schrieben über die jetzige Intifada als Fortsetzung der Nakba von 1948, weil Israel weiterhin die Flüchtlinge angriff. Sie führten die Zerstörung des Flüchtlingslagers in Jenin an (bei der Operation „Schutzschild“ im April 2002), beschrieben detailliert die schweren Schäden, die den Lagern Khan Yunis und Balata zugefügt wurden und den jüngsten Abriss Dutzender Häuser in den Flüchtlingslagern in Rafah.

Der größte Anteil der palästinensischen Wut in den letzten Wochen war gegen US-Präsident George Bush gerichtet, der in seiner Pressekonferenz mit Ariel Scharon am 14. April im Wesentlichen den palästinensischen Flüchtlingen das Rückkehrrecht verweigerte. Einwohner von Jenin erzählten einem Reporter von „Al-Ayyam“, dass der als Abu Raschid bekannte Khaled Mansour, 70-jähriger Flüchtling aus Haifa, sich Zuhause auf sein Fernsehgerät stürzte und es zerschlagen wollte, als er Bush reden hörte.

Ein palästinensischer Journalist aus Ostjerusalem, der letzte Woche gefragt wurde, was sein Blatt für den Jahrestag des 6-Tage-Krieges vorbereitet, antwortete: „Fast nichts. Für uns Palästinenser ist der Krieg von 1967 zu einem großen Teil einer, der mit Jordanien, Ägypten und Syrien zu tun hat, nicht unser Krieg. Die Nakba und die Intifada dagegen gehören ganz und gar uns.“

Seltenes Dokument aus der Zeit vor der Staatsgründung machen geltend, dass Israel Anspruch auf Judäa und Samaria hat

107-seitiges Memorandum für die UNO, erstellt von führenden amerikanisch-jüdischen Juristen, betonen vorstaatlichen jüdischen Konsens zu Israels Recht auf Jerusalem und Yescha.

David Rosenberg, Israel National News, 2. Mai 2017

Landkarte des Nahen Ostens

Fast siebzig Jahre nach der Gründung des Staas Israel sind die amerikanischen Juden wegen der israelischen Politik in Judäa, Samaria und Jerusalem heftig geteilt – und haben zwiespältige Ansichten sowohl über das, welche Entscheidungen die für Israels Interesse am besten sind wie auch dazu, ob Israel überhaupt ein Recht an großen Landstrichen des historischen jüdischen Heimatlandes hat.

Doch war das amerikanische jüdische Establishment in der Frage jüdischer Rechte am Land Israel immer so geteilt?

Ein gerade erst gefundenes Memorandum einiger der führenden Persönlichkeiten der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft legt nahe, dass das amerikanische Judentum vor der Gründung Israels, anders als heute, Israels Anspruch auf das historische jüdische Heimatland, einschließlich Jerusalems, Judäas und Samarias begrüßte.

Das 107 Seiten starke Memorandum mit dem Titel „The Basic Equities oft he Palestine Problem“ wurde von acht prominenten jüdisch-amerikanischen Juristen im September 1947 verfasst und als Reaktion auf den Bericht des Sonderkommission der UNO zu Palästina an die Vereinten Nationen geschickt wurde; dieser schlug eine Teilung des Landes vor, was dem vorgeschlagenen jüdischen Staat einen winzigen Anteils des ihm ursprünglich von der Balfour-Erklärung und in der Folge des Völkerbund-Mandats für Palästina zugeteilten Landes übrig ließ.

Jerusalem, Judäa und Samaria sowie ein großer Teil Galiläas wurden im UNSCOP-Plan jenseits der Grenzen des vorgeschlagenen jüdischen Staates belassen.

Zu den acht Juristen, die das Memorandum erstellten, gehörten Abe Fortas (später Richter am obersten Gerichtshof), Simon H. Rifkind (US-Bezirksrichter von New York), Jerome N. Frank (ein Richter am US-Appellationsgericht), Stanley H. Fuld (Richte des Appellationsgerichts des Staates New York), Abraham Tulin Mitglied der Anwaltskammer von New York), Milton Handler (Jura-Professor an der Columbia University), Murray L. Gurfein (Mitglied der Anwaltskammer von New York) und Lawrence R. Eno (Mitglied der Anwaltskammer von New York).

Das Memorandum an die UNO verriss das Abschneiden von Land, das einer jüdischen nationalen Heimstatt mit dem Völkerbund-Mandat versprochen wurde; es merkte an, dass der UNSCOP-Teilungsplan einem zukünftigen jüdischen Staat „weniger als ein Achtel des ursprünglich dafür vorgesehenen Territoriums überlässt“.

In Bewertung des Rechts auf nationale Selbstbestimmung für Juden und Araber stellten das acht Mitglieder zählende Gremium fest, dass die einer jüdischen nationalen Heimstatt garantierten Rechte gegenüber dem im Territorium des ursprünglichen Völkerbund-Mandats nicht durch arabische nationale Rechte eingeschränkt wurde, die mit der Gründung von Staaten oder eigenen Mandaten großzügig angegangen wurden.

„Staatsmänner des Ersten Weltkriegs begriffen schon, dass die legitimen nationalen Bestrebungen der arabischen Völker des ehemaligen türkischen (osmanischen) Reiches in derselben Friedensvereinbarung bereits komplett abgegolten wurden, die mit der Wiedergründung der jüdischen nationalen Heimstatt beschlossen wurden.“

„Mehr als eine Million Quadratmeilen des reichsten Gebiets des ehemaligen türkischen Reiches wurden mit dem Vertrag den arabischen Völkern zugewiesen, um sofort unabhängige Staaten zu gründen, was heute in vollem Umfang erreicht worden ist.“

Das ursprüngliche Mandat für eine jüdische nationale Heimstatt, erinnerte das Memorandum, schloss das gesamte Gebiet westliche des Jordan sowie das Gebiet ein, das wir heute als Königreich Jordanien kennen.

Während ein zukünftiger jüdischer Staat natürlich eine die Freiheit haben würde Territorium aus demografischen Überlegungen abzugeben, dürfen von der internationalen Gemeinschaft keine weiteren Eingriffe an den Rechten, die der jüdischen nationalen Heimstatt versprochen wurden, auferlegt werden.

Am Wichtigsten ist: Die Gruppe lehnte den Gedanken ab, dass im Mandat Palästina lebende Araber Anspruch auf eine separate Selbstbestimmung innerhalb des einem zukünftigen jüdischen Staat zugewiesenen Landes haben.

Exemplare des Originals des Memorandums von 1947 waren in den 1970-er Jahren kaum noch vorhanden und 1977 ließ die Hadassah Women’s Zionist Organization of Ameica das Dokument in Buchform neu veröffentlichen

Vierzig Jahre später war aber selbst der Nachdruck von 1977 schwierig zu bekommen, was die Universität Ariel veranlasste das Originaldokument von 1947 in ein Konservierungsprojekt für historische Texte einzubeziehen.

Eine von Yossi Goldstein geleitete Forschergruppe der Universität Ariel komplettierte vor kurzem den akribische Scan-Prozess zur Digitalisierung des Memorandums, ein Prozess, der vom brüchigen Zustand des verbliebenen Originalexemplars im Besitz der Universität erschwert wurde.

Wie die Siedlungen „illegal“ wurden

Moshe Dann, Jerusalem Post, 23. Juli 2009

Israel schlug, angegriffen, 1967 zurück und eroberte die Golanhöhen von Syrien, die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen von Ägypten und Judäa, Samaria und Jerusalem (die Westbank) von Jordanien. Israel war ein zweiter Holocaust angedroht worden und es gab wenige, die sein Handeln in Zweifel zogen. Niemand sprach von einem palästinensischen Staat; es gab kein „palästinensisches Volk“.

Viele Rechtsexperten akzeptierten Israels Recht seine historische Heimat zu „besetzen“ und sich darin niederzulassen, weil die Gegend von den einfallenden arabischen Ländern seit 1948 illegal besetzt war. Eine Organisation allerdings – das Internationale Komitee vom Roten Kreuz – war anderer Meinung.

Bei einem geheimen Treffen Anfang der 1970-er Jahre in Genf legte das IKRK fest, dass Israel die Vierte Genfer Konvention verletze. Auf Grundlage der Haager Konventionen wurde die GK IV nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen, um unschuldige Zivilisten zu schützen und brutale Besatzungen beschneiden. Einseitig kehrte das IKRK das in eine Waffe zur Delegitimierung und Dämonisierung Israels.

So weit bekannt, baute das IKRK auf keinerlei rechtlichen Präzedenzfällen auf; sie erfand „das Recht“.

Gleichzeitig Richter und Geschworene, fehlte seiner Entscheidung der Anschein eines ordentlichen Verfahrens. Da alle Entscheidungen und Protokolle des IKRK zu dieser Sache unter Verschluss sind, bleibt selbst die Identität der Beteiligten ein Geheimnis. Und es gibt keine Berufungsinstanz. Ohne Transparenz oder juristische Ethik wurde das Urteil des IKRK zu „internationalem Recht“. Seine Verurteilungen Israels liefern die Basis für Anschuldigungen der „illegalen Besetzung“ allen 1967 eroberten Territoriums durch Israel.

Obwohl die meisten Mitglieder der internationalen Gemeinschaft, ihrer NGOs und Institutionen die Autorität des IKRK und anderer Institutionen, wie dem Internationalen Gerichtshof, als einzige Schiedsrichter dafür akzeptieren, was „legal“ ist oder nicht, ist es seltsam, dass manche israelische Politiker und Juristen Israels legalen Anspruch auf die Territorien nicht verteidigen können. Und Israels Anspruch ist überzeugend.

1945 wurde die UN-Charta angenommen; Artikel 80 hält fest: „…ist dieses Kapitel nicht so auszulegen, als ändere es unmittelbar oder mittelbar die Rechte von Staaten oder Völkern oder in Kraft befindliche internationale Übereinkünfte, deren Vertragsparteien Mitglieder der Vereinten Nationen sind.“ Das bedeutet, dass die Bezeichnung „Palästina“ als „Nationale Jüdische Heimstatt“, im britischen Mandat eingeschlossen und durch internationale Vereinbarungen vom Völkerbund und dem US-Kongress angenommen, Israels souveräne Rechte in diesem Gebiet garantiert. Alle jüdischen Siedlungsaktivitäten waren und sind daher legal.

Zwei Jahre später, mitten in einem sich ausweitenden Bürgerkrieg, schlug die UNO die Teilung Palästinas zwischen Juden und Arabern vor – womit sie die Bedingungen des Mandats änderte; die Juden akzeptierten, die Araber begannen einen Vernichtungskrieg.

Als Großbritannien das Mandat beendete und [das Mandatsgebiet] verließ, wurde der Staat Israel ausgerufen und den örtlichen Mobs, die die Juden seit Jahren angriffen, schlossen sich fünf arabische Armeen an. Der Waffenstillstand von 1949 – für die Juden die Unabhängigkeit, für die Araber die nakba (Katastrophe) – hatte keinen palästinensischen Staat zur Folge, weil die Araber ihn nicht wollten. Die arabischen Führer akzeptierten Israels Existenzrecht als jüdischer Staat nicht – die meisten lehnen ihn heute noch ab.

Unter dem Druck der Russen und der arabischen Staaten nahm der Sicherheitsrat die Resolution 242 an, die von Israels Rückzug von einigen – nicht allen – dieser eroberten Gebiete im Zusammenhang mit einem abschließenden Friedensabkommen spricht. In der Frage der Souveränität blieb sie ausweichend und problematisch.

Israels Politik und das oberste Gericht nahmen Abstand davon, die volle Souveränität über die gewonnen Gebiete geltend zu machen, aber da es keine reziproken Gesten gab, stimmten sie zu Juden die Erlaubnis zu geben, in Jerusalems Altstadt und nach Gush Etzion zurückzukehren, wo eine blühende Gruppe Siedlungen 1947 ausgelöscht worden war. Sie erlaubte in einem Kompromiss den Bau von Kiryat Arba bei Hebron, wo die jüdische Gemeinde bei arabischen Krawallen 1929 ausgelöscht worden war; den Juden wurde zum ersten Mal seit 700 Jahren erlaubt in der Machpela-Höhle zu beten, einem antiken Gebäude, in dem sich die Gräber der jüdischen Patriarchen und Matriarchen befinden.

Obwohl sie frei waren, die UNRWA-Flüchtlingslager mit neuen Chancen und Herausforderungen zu verlassen, forderten die Palästinenser weder Eigenstaatlichkeit noch Frieden mit Israel. Die PLO, die behauptete die Palästinenser zu repräsentieren, widmete sich dem Terrorismus, nicht dem Aufbau einer Nation.

Für manchen ist dies keine „Rechtsfrage“, sondern eine moralische: Juden sollten nicht über andere herrschen („besetzen“). Also zog sich Israel einseitig aus fast allen „palästinensischen“ Städten, Gemeinden und Dörfern zurück und übergab als Teil der Oslo-Vereinbarungen 1994 und ein paar Jahre später in den Abkommen von Wye und Hebron große Gebiete an die PA/PLO ab.

Als Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzog, wurde dieser zu einer Bastion der Hamas. „Land für Frieden“ bedeutet in Wirklichkeit „Land für Terror“.

Unter dem Einfluss dieser Ereignisse, aufgehetzt durch die Islamisten, ermutigt von israelischen Zugeständnissen und mit dem Bestreben den Staat zu untergraben, identifizieren sich israelische Araber als „Palästinenser“ und fordern ein Ende der „jüdischen Besatzung“ und Diskriminierung und die Vernichtung des Staates. Andere verfechten, dass „Israels jüdische und demokratische“ Natur bedroht ist, wenn weiter eine große Anzahl Araber dazu gehört, die nicht loyal sind und sich nicht mit dem Staat identifizieren. Doch fast alle „Palästinenser“ leben unter der Herrschaft der PA, nicht unter israelischer. Der jetzige Streit dreht sich daher um Territorium, nicht um die Bevölkerung.

Vorhersagen einer „arabischen demographischen Zeitbombe“ haben sich nicht als realistisch oder genau erwiesen. Darüber hinaus könnte nachgedacht werden, arabischen Einwohnern volle Bürger- und Menschenrechte ohne politische Rechte zu geben, wie das in den meisten anderen Ländern der Fall ist, zusammen mit der Neuansiedlung arabischer „Flüchtlinge“ im Libanon, Syrien, Jordanien usw., der Auflösung der UNRWA-Lager, der Beendigung des Terrorismus und der Hetze gegen Israel.

Dass ein zweiter (oder dritter) arabisch-palästinensischer Staat eine existenzielle Bedrohung für Israel sein würde, scheint offensichtlich. „Land für Frieden“ ist fehl geschlagen. Warum also weiter dafür werben?

Aus Ruinen zu Pracht

Die 144 Jahre alte Synagoge Tiferet Yisreal im jüdischen Viertel von Jerusalems Altstadt überstand blutige Schlachten im Unabhängigkeitskrieg, bis eine arabische Bombe zerstörte. Jetzt hat die Regierung Gelder genehmigt, um sie zu ihrer alten Pracht wiederherzustellen.

Nadav Shragai, Israel HaYom, 7. Oktober 2016-10-12

Die Synagoge Tiferet Yisrael war der letzte Posten im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem, der fiel, bevor es im Unabhängigkeitskrieg von den Jordaniern erobert wurde. Die Synagoge war wegen ihrer Pracht bemerkenswert; sie ragte hoch hinaus und stellte die Moscheen auf dem Tempelberg in den Schatten, wodurch sie für Muslime ein Schandfleck war. Das ist vielleicht der Grund, dass sie vom heiligen Berg und der Al-Aqsa-Moschee aus direkt beschossen wurde. Als die Tiferet Yisrael vor 144 Jahren erstmals gebaut wurde, war ihre berühmte Kuppel hellgrün angestrichen, aber wegen tobender Muslime, die die Farbe als die ihre beanspruchten und sie mit Stärke, Wachstum und Erneuerung verbinden, ließ der weise Synagogengründer Nissan Beck sie rasch in Weiß neu anstreichen.

Beck versuchte auf die Muslime Rücksicht zu nehmen, aber seine Geste nutzte den Juden im Verlauf der nächsten 76 Jahre nichts. Als das jüdische Viertel 1948 verloren ging, beschossen die Jordanier die weiße Kuppel der Tiferet Yisrael zusammen mit ihrem „Zwilling“ – der Hurva-Synagoge – mit Artillerie. Aus den zwei Monumenten, die auf allen Panoramen der Altstadt und auf Gemälden, Radierungen und Dekorationsobjekten eingefangen wurden, wurden Schutthaufen gemacht.

Heute, sechs Jahre nachdem die Regierung die Hurva-Synagoge wieder aufbaute, baut rekonstruiert sie trotz der fortgesetzten Proteste von Muslimextremisten und Krawallen in Jerusalem die Tiferet Yisrael. Moahmmed Hussein, Kleriker der Al-Aqsa-Moschee und Großmufti von Jerusalem, mag den Plan als „Programm zum Auswichen jeglicher Spur des Islam und der Araber in Jeruslalem“ beschreiben und das Al-Aqsa-Institut mag lügen und sagen, die Synagoge befinde sich auf „islamischem Waqf-Land“, aber die Räder sind bereits in Bewegung.

Die Planung zum Wiederaufbau der Tiferet Yisrael wird derzeit begonnen und der historischen Gerechtigkeit wird in Form eines neuen Buchs, „High Upon High“ weiter Genüge getan. Es berichtet die Geschichte dieser ehrwürdigen Einrichtung mit dem Werk von 12 zeitgenössischen Forscherun zu Jerusalem und seiner Geschichte, die die Geschichte der Synagoge vom Tag ihrer Gründung bis zu ihrer Zerstörung in der letzten Schlacht umd das jüdische Viertel im Unabhängigkeitskrieg nachzeichnen. Das Buch wird Ben-Zvi Institute und der Gesellschaft für Wiederaufbau und Entwicklung des Jüdischen Viertels in der Altstadt von Jerusalem veröffentlicht; Letzteres ist auch für den Wiederaufbau der Synagoge verantwortlich.

Die Chassidim besiegen den Zaren

Tiferet Yisrael ist nach Rabbi Yisrael Friedman aus Ruzhin benannt. Es dauerte 14 Jahre sie zu bauen; 1872 wurde sie geweiht. Nachrichten aus der Zeit beschreiben, dass das Ereignis örtliche Einwohner jubelnd auf die Straßen brachte.

Tiferet Yisrael war ein großes Bauwerk, das noch höher war als ihr berühmter Nachbar, die Hurva-Synagoge. Während die Hurva ein Zentrum für „Mitnagdim“ war, den aschkenasischen Strom gelehrten Judentums, der sich von der chassidischen Bewegung distanziert hatte, war die Tiferet das schlagende Herz der chassidischen Gemeinschaft Jerusalems und wurde von Ruzhiner Chassidim gebaut.

Die treibende Kraft hinter der Gründung der Synagoge war Beck, der bis zu seinem Tod als Gabbai (Synagogen-Manganer) diente. Becks beinahe totale Identifizierung mit der Synagoge führt dazu, dass sie Jahre lang als „Nishs Schul“ (Nissans Synagoge) bekannt war. Beck, baute als Säule der jüdischen Gemeinschaft in Jerusalem auch die Kirya Neeman-Häuser nördlich der Altstadtmauern, gegenüber vom Damaskustor, die von den Einheimischen die „Nissan-Beck-Häuser“ genannt werden. Unsere Generation erfuhr von ihm, als Juden vor etwa 20 Jahren begannen in die Nissan-Beck-Häuser zurückzukehren und als Juden vor mehr als einem Jahrzehnt anfingen Kfar Shiloach wieder zu besiedeln.

Becl baute die Gebetshalle Chassiden auf einem aufgegebenen Grundstück, das im östlichen Teil des jüdischen Viertels zum Verkauf stand. Russlands Zar Nikolaus I. und seine Kirchenvertreter waren ebenfalls an der Stelle interessiert, aber nach einem erbitterten Kampf gewannen die Chassidim. Ihr Sieg verhinderte, dass die Russen eine russisch-orthodoxe Kirche an der Stelle bauten, womit sie den Zugang zur Westmauer blockiert hätten. Als der Zar hörte, dass die Juden ihn besiegt hatten, war er wütend und übte mit dem Kauf eines großen Grundstücks außerhalb der Altstadtmauern Vergeltung. Wir nennen das von Nikolaus gekaufte Land immer noch „das Russische Gelände“; darauf stand früher Israels oberster Gerichtshof.

Dr. Eyal Davidson entdeckte, dass die Türken den Chassidim vier Jahre nach der Genehmigung des Baus der Hurva erlaubten die Tiferet Yisrael zu bauen, Aber erst fünf Jahre später, als genug Geld aufgebracht worden war, wurde mit dem Bau begonnen; dabei half der russische Architekt Martin Eppinger. In einer merkwürdigen Fügung des Schicksals war Eppinger auch derjenige, der die Gebäude plante, die auf dem Russischen Gelände gebaut wurden, dem Trostpreis des Zaren.

Die berühmteste Geschichte zur Tiferet Yisrael betrifft aber ein Treffen von Beck im Jahr 1867 mit dem österreichischen Kaiser Franz-Josef I. Viele Autoren, sowohl ihre Zeit als auch solcher, die später kamen, schreiben ausführlich über das Treffen und beschrieben es unterschiedlich. Der Hauptpunkt war Becks schmeichelhafte Antwort an Franz-Josef, der ihn fragte: „Warum ist die Kuppel der Synagoge nicht vollendet?“

Autor Yehuda Haezrahi beschreit das ein seinen Memoiren seiner Kindheitsjahre in Jerusalem. „Also hörten wir eine Menge über Rabbi Nissan Beck, den Sohn von Rabbi Yisrael Beck, der von Safed nach Jerusalem ging und die erste hebräische Presse in der Stadt gründete; auch alles, was er durchmachte, um die Tiferet Yisrael zu bauen, aber viele Jahre lang hatte er nicht genug Geld, um die Kuppel der Synagoge zu bauen und das Gebäude blieb nackt und schmucklos. Deshalb stellte der österreichische Kaiser Franz-Josef (Beck) die Frage.

„Und Beck antwortete: ‚Kaiserliche Hoheit, die Synagoge entfernte die Kuppel zu Ehren Eurer kaiserlichen Majestät…‘ und seine kaiserliche Hoheit, der Kaiser, begriff den subtilen Hinweis in seiner Antwort und bot 1.000 Franken für den Bau einer schönen Kuppel an.“ Andere Autoren, darunter Haim Beer in „Feathers“ und der berühmte hebräische Pädagoge YItzhak Yaakov Yellin, berichteten die Anekdote in ihrer literarischen Beschreibung des Lebens in Jerusalem.

Dr. Reuven Gafni vom Ben-Zvi Institute, einer der Herausgeber von „High Upon High“ und Forscher der jüdischen Gemeinschaft von Jerusalem in der modernen Zeit, vermerkt die literarische Nutzung der Synagoge durch den Schriftsteller Shai Agnon. Agnon selbst nahm an der besonderen Segnung tiel, die auf dem Dach der Synagoge am Abend vor Pessah 1925 stattfand.

Die Traurigkeit der Trennung

Die Erfahrungen einer Lag Ba’Omer-Nacht auf dem Dach der Synagoge hinterließ einen tiefen Eindruck bei Rachel Yanait Ben-Zvi, während Haezrahi, der zur Generation der Gründer israels gehörte, den Eindruck seiner persönlichen Trennung von der Tiferet festhielt: „Der bittere Tag dam. Neue Verteidiger, beladen mit Bündeln, wurden in das jüdische Viertel der Altstadt gebracht und uns wurde befohlen in die Neustadt zurückzukehren. Bevor wir gingen kletterten wir auf das Dach von Nissan Becks Synagoge, die höher war als alles andere du dort gab es die Traurigkeit der Trennung und ein Gefühl, dass es keine Trennung war: Wir wurden ihr entrissen, aber sie blieb an ihrem Ort, in Erwartung unserer Rückkehr.“

Der Augenblick der Trennung von der Tiferet Yisrael zog sich hin und verwandelte sich in eine blutige Schlacht, bei der Haezrahi nicht dabei war. Der Historiker Dr. Moshe Ehrenwald berichtet, dass die Tiferet selbst in den 1920-er Jahren als Treffpunkt für Mitglieder der Haganah diente, die in die Altstadt kamen, um die Einwohner zu schützen. Am 2. Dezember 1947, als die Feindseligkeiten nach der UNO-Genehmigung für den Teilungsplan, versuchte eine Gruppe Araber die Betonmauer auf der Hamadrego-Straße nördlich der Synagoge niederzureißen, um in das jüdische Viertel einzudringen; sie wurden aber durch Pistolenfeuer vertrieben.

Als die Briten einige Positionen um die Tiferet besetzten, sahen sich die Haganah-Mitglieder gezwungen, aus ihren Beobachtungsposten auf den Balkonen der Synagoge Kampfpositionen zu machen. Dass „freie“ Kämpfer, insbesondere weibliche Kämpfer, in die Synagoge gingen, sorgte anfangs für Konflikte mit den Chassidim, die dort beteten, aber irgendwann erkannten, dass die Notwendigkeit, das jüdische Viertel zu verteidigen wichtiger war.

Die erbitterte Schlacht um die Tiferet begann, nachdem die Briten am 13. Mai 1948 das jüdische Viertel verließen. Zwei Tages später drang die Arabische Legion ein und erreichte in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai die Altstadt und schloss sich der Schlacht um Jerusalem an. Abdallah A-Tul, der Kommendeur des 6. Bataillons der Legion, wurde mit der Leitung der unorganisierten Kämpfer beauftragt, die das jüdische Viertel angriffen und fügte Artillerie, Mörser und Kanonenfeuer aus gepanzerten Fahrzeugen hinzu, die in die Altstadt gebracht wurden.

Am 20. Mai griffen Araber die Synagoge an, brachten sie unter ihre Kontrolle, schändeten sie und ihre Torah-Rollen und hissten ihre Flagge. Ehrenwald beschreibt, wie der Kommandeur des jüdischen Viertels für Isarel, Moshe Rusnak, einen Gegenangriff zusammenstellte und die führte Einheit beim Angriff von Westen auf die Synagoge. Avraham Bornstein kommandierte eine andere Einheit, die von Süden her angriff. Die Kämpfer drangen in die Synagoge ein und reinigten sie in Kämpfen Mann gegen Mann.

In seinen Memoiren schreibt Bornstein: „Ein blutiger Kampf tobte in der großen Halle der Synagoge, bei der die Verteidiger sich hinter jeder Säule verbargen. Es war ein besonders brutaler Kampf Mann gegen Mann… gegen die Division der Legion, die mit Thompson-Maschinenpistolen, Handgranaten und drei Bren-Gewehren bewaffnet waren, traten sechs Verteidiger mit Sten-Gewehren und zwei Handgrantaten pro Kämpfer an.

Zwei der Verteidiger fielen zu Beginn des Kampfes und vier weitere setzten den Widerstand fort; sie warfen alle Granaten, die sie hatten, auf den Feind, der in Wellen kam. Der Kampf dauerte 15 Minuten. Der Feind hatte etwa 15 Mann Verluste und entschied sich zum Rückzug; dabei ließ er Kisten mit Sprengstoff zurück, der anscheinend dazu vorgesehen war das Gebäude zu sprengen.“

Doch der Erfolg der jüdischen Kämpfer bei der Verteidigung der Synagoge war nur vorläufig. Kurz darauf hatte die Legion wieder die Oberhand. Am Freitag, dem zwölften Tag des jüdischen Monats Iyar (21. Mai) 1948, nur Stunden vor Beginn des Sabbat, stürzte die Nissan Beck/Tiferet Yisrael-Synagoge ein, ihre prächtige Kuppel war zerstört. Säulen aus Feuer und schwarzem Rauch stiegen aus den Ruinen auf. Die Araber hatte es geschafft eine große Bombe unter der Synagoge zu platzieren und zündeten. Sie.

Vor den tränenerfüllten Augen der jungen Kämpferin Esther Zeilengold und einer kleinen Gruppe ihrer Kameraden, die das jüdische Viertel verteidigten, fiel eines der herausragenden Symbole des alten jüdischen Jerusalem in sich zusammen. Zeilengold wurde in den Kämpfen um die Tiferet schwer verwundet. Sie wurde in das armenische Kloster gebracht und schrieb, immer noch auf einer Trage, diese letzten Worte an ihre Eltern in England: „Bitte seid nicht zu traurig. Ich weiß, dass Gott in dieser heiligen Stadt mit uns ist und ich bin stolz den Preis für die Erlösung der Stadt zu zahlen. Sehr bald werdet ihr kommen und die Früchte der Erfüllung dessen genießen, für das wir kämpfen.“

Auch Kinder beteiligten sich an den Endkämpfen um die Tiferet Yisrael. Einige von ihnen, 9 oder 10 Jahre alt, wurden für den Bau von Verteidigungsanlagen eingesetzt. Die „älteren“ – etwa 12 Jahre alt – machten Botengänge, brachten Essen und sogar Waffen und Munition nach vorne. Einige von ihnen wurden getötet, darunter Grazia (Yaffa) Haroush (16) und Nissim Gini (9½), die im Unabhängigkeitskrieg die jüngste Gefallene der israelischen Kämpfer war.

Zusätzlich dazu zahlenmäßig unterlegen zu sein hatten die jüdischen Kämpfer wenige Waffen und ihre Lebensmittelvorräte gingen zu Ende; die Verteidigung des jüdischen Viertels und der Tiferet Yisrael war wegen des Feuers vom Tempelberg aus eingeschränkt. Nachdem das jüdische Viertel verloren war, sagte Jerusalems Distriktbefehlshaber Avraham Bergman (später: Biran), dass Nissan Becks Synagoge vom Tempelberg aus unter Artillerie- und Maschinengewehrfeuer genommen wurde. Aber den Juden war es verboten zurückzuschießen. In einer Konferenz von Repräsentanten der Arbeitspartei vermerkte Meir Grabovsky (später: Argov), Mitglied des Nationalkomitees: „Eine besondere Lage war in Jerusalem geschaffen worden, bei der der Omar-Moschee geschossen wurde und wir nicht zurückschlagen.“

Im Januar 1948 pries David Ben-Gurion die Mitglieder der Haganah, die „das Feuer auf dem Tempelberg nicht erwiderten“, womit sie verhinderten, dass sich die gesamte muslimische Welt entzündet und ihnen Legitimation zum Eingreifen liefert.

Eine Mikwe aus der Zeit des zweiten Tempels

19 Jahre lang, zwischen dem Unabhängigkeitskrieg und den Sechstagekrieg von 1967, war Juden der Zugang zur Altstadt und dem jüdischen Viertel verboten; und als sie in die Stadt zurückkehrten, nachdem sie wiedervereint wurde. Trafen sie auf schwierige Anblicke. Haezrahi, der in die Altstadt zurückkehrte, beschrieb einen „grauen Hügel aus Schutt und Asche … der Zeugnis für den Standort von Nissan Becks Synagoge war.“

Im Gegensatz zum großen Erinnerungsbogen, der die Erinnerung an die Hurva-Synagoge am Leben hielt, blieb die Tiferet Yisrael in Ruinen liegen. Ihre Geschichte hatte es schwer mit der der Hurva zu konkurrieren. Bracha Slae, die die Geschichte des jüdischen Vierteils erforscht, beschreibt ausführlich die Versuche die Tiferet Yisrael zu rekonstruieren und wiederzueröffnen.

Slae vermerkt, dass die Diskussion um das Schicksal der Hurva-Synagoge, die unter metaphorischen Bogenlampen geführt wurde, entschied zu einem großen Teil das Schcksal der Tiferet. Erst als der Disput um den Wiederaufbau der Hurva-Synagoge zu Ende war, gerade als sie wieder geweiht werden sollte, gab es ein internes Treffen der Company for the Reconstruction of the Jewish Quarter in the Old City of Jerusalem mit der Entscheidung, dass auch die Tiferet Yisrael wieder aufgebaut werden würde. Erst dann, gesteht der stellvertretende Direktor der Company eihn, war die offene Wunde wegen dessen, was der Synagoge geschah, offengelegt.

Vom November 2013 bis April 2014 führte die israelische Antikenbehörde (IAA) eine archäologische Grabung am Ort der zerstörten Synagoge durch. Die Grabung wurde von Oren Gottfeld von der Hebräischen Universität Jerusalem mit Hilfe von Hillel Geva von der Israel Exploration Society geleitet. Unter den Ruinen der Tiferet Yisrael entdeckten die Archäologen enie dicke Schicht verbrannten Materials, Zeugnis für Plünderung der Stadt am Ende der Zeit des zweiten Tempels. In der Brandschicht wurden Teile verbrannten Holzes, zerschlagene Tongefäße, Münzen, Glasscherben, Steinwerkzeuge und Fischgräten gefunden.

Eine der Funde aus der Schicht der Zeit des zweiten Tempels war ein rundes Steingewicht, auf dem zwei Zeilen in Aramäisch geschrieben stehen. Die unter Linie beinhalten den Namen der Priesterfamilie – Katros. Das Haus der Familie Katros selbst befand sich etwa 25 Meter nordöstlich des Standorts der Tiferet Yisrael. Es ist der allgemeinen Öffentlichkeit besser als das Verbrannte Haus bekannt.

Die Jewish Quarter Develoment Corporation hat Jahre lang eine audiovisuelle Präsentation über die letzten Tage der Familie laufen lassen, von der man glaubte, dass sie in dem Haus lebte. Die Familie Katros war eine Familie ranghoher Priester. Die Männer der Familie dienten im Tempel, aer sie wurden von späteren Weisen wegen Korruption verachtet.

In der Nordostecke der Ausgrabungen wurde eine verputzt Mikwe (rituelles Bad) entdeckt, das aus den Tagen des zweiten Tempels stammt; der westliche Teil der Ausgrabung brachte eine paar Teile der Mauer zum Vorschein, die bis in die Zeit des ersten Tempels zurückgeht. Doch die Jerusalemer Planungsinstanzen brauchten diese Funde nicht, um zu entscheiden die Tiferet YIsrael wieder aufzubauen, einschlie0lich einer vollen und genauen Rekonstruktion der Originalsynagoge und dem Erhalt von Teilen der Fundamentmauer, die aus dem ursprünglichen Gebäude erhalten ist.

Das neue Gebäude soll sowohl als Synagoge als auch als Touristenort dienen. Um die Wiederholung von Fehlern beim Wiederaufbau der Hurva-Synagoge zu vermeiden, die mehrere Stunden am Tag für die Öffentlichkeit gesperrt ist, weil sie für Gebet und Studien genutzt wird, traf das Distrikt-Planungsbüro im Innenministerium eine Reihe Entscheidungen.

Zum Beispiel wird die antike Mikwe, die vor Ort rekonstruiert werden wird, keine Mikwe in Gebrauch sein und das Gebäude wird für die Nutzung durch bestimmte Institutionen oder Gruppen gesperrt sein. Der Wiederaufbau wird von einem Restaurierungsarchitekten der IAA überwacht und die unteren Ebenen werden für die öffentliche Nutzung für jedermann geöffnet sein; sie wird dazu bereit gemacht in den bestehenden Kontext der Stadt zu passen.

Shukrun sagt, dass die überwältigenden Wandbilder der ursprünglichen Synagoge ebenfalls im größtmöglichen Maße wiederhergestellt werden, indem sie auf Stoff neu gezeichnet und dann an den Wänden des Gebäudes angebracht werden. „Wir werden versuchen eine exakte Wiederherstellung der heiligen Lade, der Bima [ein Podest für die Thora-Lesung und dem Pult des Kantors“, sagt er. Shukrun glaubt, dass der Bau drei oder vier Jahre dauern wird. Die Regierung hat dem Projekt ein Budget von 36 Millionen Schekeln [gut 8,5 Millionen Euro] zugewiesen, aber weiter 12 Millionen Schekel [2,85 Millionen Euro] an Spenden sind nötig, Geld das die Corporation jetzt emsig sammelt, damit der Bau planmäßig vollendet werden kann.

Im Vorfeld von Annapolis (9): Der November 1947 und ein déjà-vu in Annapolis

Die USA (unter Außenministerin Rice) hatten für November ein Friedenskonferenz in Annapolis angesetzt, um den Nahost-Konflikt endlich zu lösen oder eine Lösung zumindest wieder in den Bereich des Möglichen zu bringen. Wie viel Sinn macht es, diese Konferenz zu führen? Kann sie ein positives Ergebnis bringen? Was sind die Motive der Veranstalter und Teilnehmer diese Konferenz abzuhalten? Wie realistisch ist die Erwartung, dass eine Lösung wenigstens ansatzweise auf den Weg gebracht wird? Was ist dazu nötig? Dazu hier der neunte von neun Texten, die vor der Konferenz eine Einschätzung gaben.

ElderofZiyon, 7. November 2007

Ich habe mir die Seiten der Palestine Post von vor 60 Jahren angesehen, im Vorfeld der UNO-Abstimmung zur Teilung Palästinas. Die Artikel von damals zu lesen und sie mit dem zu vergleichen, was heute in Erwartung von Annapolis zu vergleichen, verschafft einem ein intensives Gefühl eines déjà-vu.

Im Oktober und November vor 60 Jahren ließen die arabischen Angriffe auf die Juden nach. Alles Handeln schien diplomatisch stattzufinden. Die arabischen Führer versuchten alles Mögliche zu tun, um die Abstimmung zu verhindern oder die Staaten dahingehend zu beeinflussen gegen die Teilung zu stimmen. Es schien eine verlorene Schlacht zu sein, denn die Sowjetunion und das Weiße Haus unterstützten sie schon (obwohl das Außenministerium ambivalent war), aber das hielt den saudischen Prinz Faisal nicht davon ab dem russischen UNO-Gesandten zu erklären, dass Saudi-Arabien, sollte die Teilung verabschiedet werden, die UNO verlassen würde.

Die relative Ruhe in Palästina scheint im Vergleich zur Gewalt im Rest der arabischen Welt sogar noch stärker: Mehr als 250 Personen wurden an einem Tag in Syrien bei Kämpfen unter verschiedenen Gruppen getötet.

Die arabischen Führer nahmen vor allem Abstand davon die Massen aufzuhetzen, um ihr bestes Gesicht zu zeigen, während die Welt zusah. Sie machten aber sehr deutlich, dass sie im Fall der Verabschiedung der Teilung einen Terror- und Kriegsfeldzug gegen die Juden beginnen würde, um sicherzustellen, dass ein jüdischer Staat niemals geschaffen würde. Die Westler waren von diesen Drohungen nicht sonderlich beeindruckt; sie meinten, dass das alles nur arabische Übertreibungen seien.

Heute befinden wir uns in einer gleich gearteten Wartezeit. Die „moderaten“ palästinensischen Araber haben ihre Forderungen bereits klar gestellt und sie haben ihre Drohungen für den Fall, dass in Annapolis nicht alles genau so läuft, wie sie es wollen, gleichermaßen klar gemacht.

Die meisten Leute glauben jetzt, dass Annapolis ein Fehlschlag sein wird. Aber nicht so viele Leute denken weiter zum Tag danach. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was passieren könnte, sehen Sie sich an, was unmittelbar nach der Abstimmung [von 1947] geschah (aus TIME Magazine):

Während die Massen feierten, griffen die Araber aus einem Orangenhain südöstlich von Tel Aviv zwei Busse an und übersäten sie mit Gewehrfeuer. Fünf Juden starben, 14 wurden verwundet. Arabische Sträflinge griffen Juden im Gefängnis von Akko an. In Damaskus, Syrien, bewarfen arabische Jugendliche die US-Gesandtschaft mit Steinen, rissen die US-Flagge herunter und plünderten dann das russisch-syrische Kulturzentrum.

In Kairo schloss sich der Sekretär der Arabischen Liga, Abdel Rahman Azzam-Pascha anderen arabischen Führern an und versprach Krieg gegen die Juden: „Ich kann nicht sagen, wo und wann ich meine Truppen einsetzen werde. Ich kann nur sagen, dass wir kämpfen werden und uns auf den Sieg vorbereiten.“ Azzam Pascha war gerade von einem Kurzbesuch beim saudischen König Ibn Saud zurückgekommen. In Azzam Paschas Tasche, sagten Gehilfen, befand sich Ibn Sauds Versprechen den Großteil seines US-Öl-Vermögens (rund $20.000.000 pro Jahr) zur Modernisierung seiner Beduinenarmee und zur Bewaffnung der palästinensischen Araber für den Krieg gegen den Zionismus zu benutzen.

Der Arabische Hohe Rat für Palästina forcierte die Rekrutierung arabischer Soldaten und setzte für jedes arabische Dorf eine Quote fest: Ein Minimum von 30 Männern aus jedem Dorf, bis zu 120 in größeren.

Die Araber planten Aufstände, eine Wirtschaftsblockade, konzentrierte Angriffe auf jüdische Außensiedlungen und präzise Angriffe auf die langen, offenen Grenzen des verrückt zusammengestückelten jüdischen Staates. Die Araber sich mit der Aussicht auf einen bewaffneten Kampf abgefunden zu haben. Sie betrachteten die Teilung in ihrer jetzigen Form als so empörend, dass es keine Alternative gab.

Ebenso wie für den Frieden Kompromisse eingehen.

1948, Israel und die Palästinenser – die wahre Geschichte

Ephraim Karsh, Commentary Magazine, 1. Mai 2008

Sechzig Jahre nach seiner Gründung durch einen international anerkannten Akt der Selbstbestimmung bleibt Israel der einzige Staat der Welt, der ständigen Ausbrüchen der absonderlichsten Verschwörungstheorien und Mordvorwürfen ausgesetzt ist; dessen Politik und dessen Handeln von der internationalen Gemeinschaft verurteilt wird und dessen Existenzrecht ständig diskutiert und angegriffen wird – nicht nur von seinen arabischen Feinden, sondern auch von Teilen der fortschrittlichen Meinung im Westen.

Im Verlauf ungefähr des letzten Jahrzehnts ist die tatsächliche Eliminierung des jüdischen Staates für viele dieser gebildeten Westler eine cause célèbre geworden. Die „Ein-Staaten-Lösung“, wie sie genannt wird, ist eine euphemistische Formel, die die Ersetzung Israels durch einen einzigen Staat vorschlägt, der theoretisch das ganze historische Palästina umfasst, in dem die Juden auf den Status einer ständigen Minderheit reduziert werden wird. Nur dies, heißt es, kann die „Ursünde“ der Gründung Israels wieder gut machen, das (in den Worten eines Kritikers) „auf den Ruinen des arabischen Palästina“ statt fand und durch die gezielte und aggressive Enteignung der eingeborenen Bevölkerung erreicht wurde.

In der Tat formt diese Behauptung der vorsätzlichen Enteignung und der die konsequente Schaffung der lange bestehenden palästinensischen „Flüchtlingsproblem“ der zentrale Programmpunkt in der von Israels angeblichen Opfern und ihren westlichen Unterstützern aufgedrückten Liste der Einzelheiten. Es handelt sich um einen Vorwurf, kaum ohne Widerspruch erhoben wurde. Bereits Mitte der 1950-er Jahre nahm der angesehene amerikanische Historiker J.C. Hurewitz[i] eine systematische Zurückweisung vor; seine Erkenntnisse wurden später von Generationen an Forschern und Autoren in aller Ausführlichkeit bestätigt. Selbst Benny Morris, der einflussreichste israelische Revisionist unter den „neuen Historikern“ und jemand, der alles unternimmt, um Israels „Ursünde“ festzustellen und zu vertreten, stellte zähneknirschend fest, dass es keinen „Plan“ zur Vertreibung der palästinensischen Araber gab.[ii]

Die vor kurzem erfolgte Freigabe von Millionen Dokumenten aus der Zeit des britischen Mandats (1920-1948) und der frühen Tage Israels – Dokumente, die von früheren Generationen von Schreibern nicht berührt und ignoriert oder von den „neuen Historikern“ verdreht wurden – malen ein weit entschiedeneres Bild der historischen Abläufe. Sie offenbaren, dass die Behauptung der Enteignung nicht nur völlig ohne Grundlage, sondern das Gegenteil die Wahrheit ist. Was folgt, gründet auf neuen Untersuchungen dieser Dokumente, die viele Fakten und Daten enthalten, die bisher nicht berichtet wurden.

Weit entfernt davon unglückliche Objekte eines raubtierhaften zionistischen Überfalls zu sein, waren es palästinensisch-arabische Führer seit den frühen 1920-er Jahren, die sehr gegen die Wünsche ihrer eigenen Bevölkerung eine unbarmherzige Kampagne zur Auslöschung der jüdischen nationalen Wiederbelebung begann. Diese Kampagne gipfelte im gewalttätigen Versuch die UNO-Resolution vom 29. November 1947 abzuwürgen, die die Gründung zweier Staaten in Palästina forderte. Hätten diese Führer und ihre Gegenüber in den benachbarten arabischen Staaten die UNO-Resolution akzeptiert, dann hätte es erst gar keinen Krieg und keine Bevölkerungsverschiebung gegeben.

Es ist einfach eine Tatsache, dass die zionistische Bewegung immer für das Vorhandensein einer beträchtlichen arabischen Minderheit in einem zukünftigen jüdischen Staat zugänglich war, die auf gleicher Augenhöhe „an allen Sektoren des öffentlichen Lebens des Landes“ teilnehmen würde.[iii] Die Worte sind die von Ze’ev Jabotinsky, dem Gründungsvater des Zweigs des Zionismus, der der Vorläufer der heutigen Likud-Partei war. In einem berühmten Artikel aus dem Jahr 1923 formulierte Jabotinsky seine Bereitschaft „einen Eid zu leisten, der uns und unsere Nachfahren daran bindet, dass wir niemals irgendetwas tun werden, das gegen das Prinzip der gleichen Rechte geht und dass wir niemals versuchen werden irgendjemanden zu vertreiben“.[iv]

Elf Jahre später war Jabotinsky Vorsitzender beim Entwurf einer Verfassung für ein jüdisches Palästina. Entsprechend deren Vorkehrungen sollten Araber und Juden sich die Rechte und Pflichten der Eigenstaatlichkeit teilen, einschließlich und äußerst bemerkenswert der militärischen und zivilen Dienste. Hebräisch und Arabisch sollten den gleichen rechtlichen Stellenwert haben und „in jedem Kabinett, in dem der Premierminister ein Jude ist, soll der Stellvertreterposten einem Araber angeboten werden und umgekehrt“.[v]

Wenn das die Haltung der „militanteren“ Fraktion der jüdischen Nationalbewegung war, dann nahm der Mainstream-Zionismus nicht nur die volle Gleichberechtigung der arabischen Minderheit im zukünftigen jüdischen Staat für selbstverständlich, sondern unternahm auch alles, um die arabisch-jüdische Koexistenz zu fördern. Im Januar 1919 erzielte Chaim Weizmann, damals der kommende Anführer der zionistischen Bewegung, eine Vereinbarung zu Frieden und Zusammenarbeit mit dem haschemitischen Emir Faisal Ibn Hussein, der praktisch der Führer der am Anfang befindlichen pan-arabischen Bewegung war. Von da an bis zur Proklamation des Staates Israel am 14. Mai 1948 hielten Sprecher der Zionisten hunderte Treffen mit arabischen Führern auf allen Ebenen ab. Zu diesen Führern gehörten Abdallah ibn Hussein, Faisals älterer Bruder und Gründer des Emirats von Transjordanien (später das Königreich Jordanien), die amtierenden und ehemaligen Premierminister von Syrien, dem Libanon, Ägypten und dem Irak, hochrangige Berater von König Abdul Aziz ibn Saud (Gründer von Saudi-Arabien) und palästinensisch-arabische Führer aller Schattierungen.

Noch am 15. September 1947, zwei Monate vor der Verabschiedung der Teilungsresolution, versuchten zwei hochrangige zionistische Botschafter Abdel Rahman Azzam, den Generalsekretär der Arabischen Liga zu überzeugen, dass der palästinensische Konflikt „nutzlos die besten Energien der Arabischen Liga aufsaugt“ und dass Araber wie Juden „von aktiver Politik der Kooperation und Entwicklung“ stark profitieren würden.[vi] Hinter diesem Vorschlag steckte eine uralte zionistische Hoffnung: dass der materielle Fortschritt, der aus der jüdischen Besiedlung Palästinas entsteht, den Weg der arabischen Bevölkerung vor Ort erleichtern würde zu einer dauerhaften Versöhnung, wenn nicht gar positiven Neigung dem Projekt der jüdischen nationalen Selbstbestimmung gegenüber. David Ben-Gurion, der bald Israels erster Premierminister werden sollte, argumentierte im Dezember 1947:

Wenn der arabische Bürger sich in unserem Staat zu Hause fühlt, … wenn der Staat ihm wahrhaftig und entschieden hilft, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ebene der jüdischen Gemeinschaft zu erreichen, dann wird das arabische Misstrauen entsprechend abklingen und eine Brücke zu einer semitischen, jüdisch-arabischen Allianz wird gebaut werden.[vii]

Auf den ersten Blick ruhte Ben-Gurions Hoffnung auf vernünftigen Gründen. Ein Zufluss von jüdischem Einwanderern und Kapital nach dem Ersten Weltkrieg hatte den bis dahin statischen Zustand Palästinas wiederbelebt und den Lebensstandard seiner arabischen Einwohner deutlich über den der benachbarten Staaten angehoben. Die Ausweitung arabischer Industrie und Landwirtschaft, besonders im Bereich des Anbaus von Zitrusfrüchten, wurde zum großen Teil von dem so erworbenen Kapital finanziert; jüdisches Know-how trug viel zur Verbesserung der arabischen Kultivierung bei. In den zwei Jahrzehnten zwischen den beiden Weltkriegen, wuchs der Zitrusanbau in arabischem Besitz um das Sechsfache, ebenso das mit Gemüse bebaute Land, während die Zahl der Olivenhaine sich vervierfachte.[viii]

Nicht weniger bemerkenswert waren die Fortschritte in der sozialen Versorgung. Am vielleicht bedeutendsten: Die Sterblichkeitsrate der muslimischen Bevölkerung fiel stark ab und die Lebenserwartung stieg von 37,5 Jahren 1926/27 auf 50 Jahre 1942-44 (verglichen mit 33 in Ägypten). Die Rate der natürlichen Bevölkerungszunahme sprang um ein Drittel nach oben.[ix]

Dass nicht annähernd etwas Ähnliches in den benachbarten britisch beherrschten arabischen Ländern geschah, ganz zu schweigen von Indien, kann nur durch den entscheidenden jüdischen Beitrag zum sozioökonomischen Wohlergehen im Mandat Palästina erklärt werden. Die britischen Behörden erkannten das in einem Bericht von 1937 an, der von einer Kommission unter Leitung von Lord Peel stammt:

Der allgemeine Nutzeffekt der jüdischen Einwanderung auf das arabische Wohlergehen wird von der Tatsache illustriert, dass die Zunahme der arabischen Bevölkerung am stärksten in den städtischen Bereichen von der jüdischen Entwicklung beeinflusst wurde. Ein Vergleich der Bevölkerungszählungen von 1922 und 1931 zeigt, dass der Zuwachs in Haifa bei 86 Prozent lag, in Jaffa bei 62, in Jerusalem bei 37, während er in rein arabischen Städte wie Nablus und Hebron nur 7 und in Gaza eine Abnahme von 2 Prozent betrug.[x]

Wäre die riesige Mehrheit der palästinensischen Araber ihren eigenen Anlagen überlassen worden, würden sie höchstwahrscheinlich damit zufrieden gewesen sein die ihnen sich bietenden Gelegenheiten zu nutzen. Das wird von der Tatsache belegt, dass es während der gesamten Mandatszeit Zeiten friedlicher Koexistenz diejenigen der gewalttätigen Ausbrüche weit übertrafen und letztere nur das Werk eines kleinen Teils der palästinensischen Araber war.[xi] Unglücklicherweise, für Araber wie Juden, wurden die Hoffnungen und Wünsche der einfachen Leute nicht zur Kenntnis genommen, wie es in autoritären Gemeinschaften selten der Fall ist, die den Vorstellungen einer bürgerlichen Gesellschaft oder liberalen Demokratie feindlich gesinnt sind. Darüber hinaus sind es in der modernen Welt nicht die Armen und Unterdrückten, die die großen Revolutionen geführt oder die schlimmsten Gewalttaten verübt haben, sondern eher die militante Avantgarde der besser Gebildeten und mit mehr Geld Ausgestatteten der Gesellschaft.

So war es auch mit den Palästinensern. Im Peel-Bericht steht:

Wir fanden heraus, dass, obwohl die Araber von der Entwicklung des Landes in Folge der jüdischen Einwanderung profitiert haben, das keinen Versöhnungseffekt gehabt. Im Gegenteil… mit fast mathematischer Präzision hat die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Palästina die Verschlechterung der politischen Lage bedeutet.[xii]

In Palästina wurden gewöhnliche Araber von ihren vermeintlich höher Gestellten wegen des Verbrechens „Palästina an die Juden zu verkaufen“ verfolgt und ermordet. Gleichzeitig bereicherten dieselben besser Gestellten sich straflos. Der eiserne Panarabist Awni Abdel Hadi, der schwor zu kämpfen „bis Palästina entweder unter eine freie arabische Regierung gesellt oder ein Friedhof für alle Juden des Landes ist“,[xiii] ermöglichte den Transfer von 30.000 Ar an die zionistische Bewegung und einige seiner Verwandten, allesamt respektierte politische und religiöse Persönlichkeiten, gingen einen Schritt weiter und verkauften Landbesitz. So machten es auch zahlreiche Mitglieder der Familie Husseini, der führende palästinensisch-arabische Clan während der Mandatszeit, darunter Mohammed Tahir, der Vater von Hadsch Amin Husseini, der berüchtigte Mufti von Jerusalem.[xiv]

Es war die Sorge des Muftis seine politische Position zu festigen, die weit gehend Grundlage fürd as Blutbad von 1929 war, bei dem 133 Juden massakriert und hunderte weitere verletzt wurden – so, wie es auch der Kampf um politische Überlegenheit, die den am längsten anhaltenden Ausbruch palästinensisch-arabsicher Gewalt von 1936-1939 auslöste. Das wurde weithin als nationalistische Revolte sowohl gegen die britische Herrschaft wie auch die jüdischen Flüchtlinge dargestellt, die damals nach Palästina strömten, um der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen. In der Tat gab es eine massive Ausübung von Gewalt, bei der weit mehr Araber als Juden oder Engländer von arabischen Banden ermordet wurden, die die normale arabische Bevölkerung unterdrückte und missbrauchte und die tausende Araber nötigten als Vorgeschmack des Exodus von 1947/48 aus dem Land zu fliehen.[xv]

Einige palästinensische Araber zogen es in der Tat vor sich gegen ihre Aufhetzer zur Wehr zu setzen, oft in Zusammenarbeit mit den britischen Behörden und der Hagana, der größten jüdischen Untergrund-Verteidigungsorganisation. Weitere suchten Schutz in jüdischen Vierteln. Denn trotz der lähmenden Terror-Atmosphäre und eines erbarmungslos erzwungenen Boykotts ging die arabisch-jüdische Koexistenz auf vielen praktischen Ebenen selbst während solcher Zeiten des Aufruhrs weiter und wurde nach ihrem Abebben weit gehend wiederhergestellt.[xvi]

Vor diesem Hintergrund darf man sich kaum wundern, dass die meisten Palästinenser zehn Jahre später nichts mit den gewalttätigen Versuchen des vom Mufti geführten Arabischen Hochkomitee (AHC), praktisch der „Regierung“ der palästinensischen Araber, zu tun haben wollten, die UNO-Lösung der Teilung von 1947 zu untergraben. Die Erinnerungen an 1936-1939 noch frisch im Gedächtnis, entschieden sich viele dazu sich aus dem Kampf herauszuhalten. In kürzester Zeit verhandelten zahlreiche arabische Dörfer (und einige städtische Bereiche) Friedensvereinbarungen mit ihren jüdischen Nachbarn aus; andere Orte im gesamten Land handelten ähnlich, ohne den Beistand einer formalen Vereinbarung.[xvii]

Die gewöhnlichen Palästinenser schreckten auch nicht davor zurück sich ihrer obersten Führung zu widersetzen. In seinen zahlreichen Touren durch die Region stellte Abdel Qader Husseini, der Distriktkommandeur für Jerusalem und ein enger Verwandter des Muftis fest, dass die Bevölkerung dem wiederholten Ruf zu den Waffen gleichgültig, wenn nicht sogar feindlich gegenüber stand. In Hebron konnte er nicht einen einzigen Freiwilligen für die bezahlten Streitkräfte rekrutieren, die er in dieser Stadt zu bilden versuchte; seine Bemühungen in den Städten Nablus, Tulkarm und Qalquiliya waren kaum erfolgreicher. Arabische Dorfeinwohner ihrerseits zeigten sich seinen Forderungen gegenüber noch weniger empfänglich. An einem Ort, Beit Safafa, erlitt Abdel Qader die ultimative Kränkung, als er von verärgerten Einwohnern fortgejagt wurde, die gegen die Verwandlung ihres Dorfes in eine Basis für antijüdische Attacken protestierten. Selbst die wenigen, die seiner Aufforderung folgten, taten das mehr oder weniger, um kostenlos Waffen für ihren persönlichen Schutz zu bekommen und dann wieder nach Hause zurückzukehren.[xviii]

Es gab einen wirtschaftlichen Aspekt für diese Friedfertigkeit. Der Ausbruch der vom AHC geleiteten Feindseligkeiten führte zu einem starken Rückgang des Handels und einer begleitenden Steigerung der Kosten für die Grundversorgung. Viele Dörfer, die für ihren Lebensunterhalt auf jüdische oder gemischt bevölkerte Städte angewiesen waren, sahen keinen Sinn darin das ausdrückliche Ziel des AHC zu unterstützen, die Juden in die Unterwerfung zu hungern.[xix] Das allgemeine Fehlen der Lust auf Krieg Anfang Februar 1948, mehr als zwei Monate, bevor das AHC seine Gewaltkampagne initiierte, behauptete Ben-Gurion, dass „die Dörfer zum größten Teil nur abseits standen“.[xx]

Ben-Gurions Analyse wurde vom irakischen General Ismail Safwat bestätigt, dem Oberkommandierenden der Arabischen Befreiungsarmee (Arab Liberation Army, ALA), der Freiwilligen-Streitmacht, die in den Monaten vor Israels Unabhängigkeitserklärung einen großen Teil der Kämpfe in Palästina bestritt. Safwat beklagte, dass nur 800 der 5.000 von der ALA trainierten Freiwilligen aus Palästina selbst kamen und dass die meisten von diesen desertiert waren, bevor oder kurz nachdem sie ihre Ausbildung beendeten. Fawzi Qawuqji, örtlicher Kommandeur der ALA-Kräfte, urteilte nicht weniger vernichtend; er befand, die Palästinenser seien „unzuverlässig, erregbar und schwer zu kontrollieren und für organisierte Kriegsführung praktisch nicht verwendbar“.[xxi]

Das fasst die meisten gegenwärtigen Wahrnehmungen während der schicksalhaften sechs Monate der Kämpfe nach Verabschiedung der Resolution zusammen. Obwohl alles, fast bis zur Auflösung der palästinensischen Gesellschaft brachten, wurde das nirgendwo als systematische Enteignung der Araber durch die Juden beschrieben. Im Gegenteil: Da die Teilungsresolution von den arabischen Führern weithin als „zionistisch inspiriert, vom Prinzip her zionistisch, von der Substanz her zionistisch und in den meisten Einzelheiten zionistisch“ angesehen wurde (in den Worten des palästinensischen Akademikers Walid Khalidi)[xxii] und da diese Führer brutal offen ihre Entschiedenheit äußerten die Juden mit Waffengewalt zu unterwerfen, gab es keinerlei Zweifel welche Seite das Blutbad angezettelt hatte.

Die Araber unternahmen auch keinen Versuch ihre Schuld zu verbergen. Als die Juden daran gingen die Grundlagen ihres im Entstehen begriffenen Staates zu legen, während sie gleichzeitig abmühten ihre arabischen Landsleute zu überzeugen, dass sie (wie Ben-Gurion es ausdrückte) „gleichberechtigte Bürger, gleichberechtigt in allem ohne jede Ausnahme“ sein würden, schwören die palästinensisch-arabischen Führer, dass, „sollte sie umgesetzt werden, die Teilung nur über die Leichen der Araber Palästinas, ihrer Söhne und ihrer Frauen erreicht werden wird“. Qawuqji schwor „alle Juden ins Meer zu treiben“. Abdel Qader Husseini erklärte: „Das palästinensische Problem wird nur durch das Schwert gelöst werden; alle Juden müssen Palästina verlassen.“[xxiii]

Sie und ihre arabischen Mitanstifter taten ihr Äußerstes, um diese Drohungen umzusetzen, mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen. Zusätzlich zu den regulären Kräften wie der ALA sorgten Guerilla- und Terrorgruppen für Verwüstung, unter Nichtkombattanten wie bei jüdischen Kampfeinheiten. Schießen, Heckenschützen, Überfälle, Bomben, die in der heutigen Welt als Kriegsverbrechen verurteilt würden, waren im Leben der Zivilisten tägliche Vorkommnisse. „Unschuldige und harmlose Menschen, die ihren täglichen Geschäften nachgingen“, schrieb der US-Generalkonsul in Jerusalem, Robert Macatee, im Dezember 1947,

werden im Bus fahrend oder während sie die Straße entlang gehen, als Opfer ausgesucht und verirrte Kugeln finden sie sogar, wenn sich schlafend im Bett liegen. Eine jüdische Frau, Mutter von fünf Kindern, wurde in Jerusalem beschossen, als sie auf dem Dach die Wäsche aufhängte. Der Krankenwagen, der sie ins Krankenhaus fuhr, wurde mit Maschinengewehren beschossen und schließlich wurden die Trauernden, die ihr bei der Beerdigung folgten, angegriffen und einer von ihnen erstochen.[xxiv]

Als die Kämpfe eskalierten, litten auch die arabischen Zivilisten und gelegentliche Gräueltaten lösten groß angelegte Gewalt aus. So folgte der Ermordung von sechs arabischen Arbeitern in der Nähe der Raffinerie von Haifa im Dezember 1947 durch die kleine jüdische Untergrundgruppe ZIL die sofortige Abschlachtung von 39 Juden durch ihre arabischen Kollegen,[xxv] so wie der Tod von etwa 100 Arabern in der Schlacht um das Dorf Deir Yassin im April 1948[xxvi] innerhalb von Tagen durch die Tötung von 77 jüdischen Krankenschwestern und Ärzten auf dem Weg zum Hadassah-Hospital auf dem Skopusberg „gerächt“ wurde.[xxvii]

Doch während die jüdische Führung und Medien diese grausigen Ereignisse so beschrieben, wie sie waren, sogar manchmal Details zurückhielten, um Panik zu vermeiden und die Tür für arabisch-jüdische Aussöhnung offen zu halten, übertrieben ihre arabischen Gegenüber nicht nur den Blutzoll ins Gigantische, sondern erfanden zahlreiche nicht existente Gräueltaten. Der Fall von Haifa zum Beispiel (21./22. April) sorgte dafür, dass völlig falsche Behauptungen groß angelegter Abschlachtungen aufkamen, die im gesamten Nahen und Mittleren Osten zirkulierten und die Hauptstädte des Westens erreichten. Gleichermaßen falsche Gerüchte wurden nach dem Fall von Tiberias (18. April) verbreitet, während der Schlacht um Safed (Anfang Mai) und in Jaffa, wo der Bürgermeister Ende April ein Massaker an „hunderten arabischer Männer und Frauen“ erfand. Berichte über Deir Yassin in den arabischen Medien waren besonders sensationslüstern; sie brachten angebliche Hammer-und-Sichel-Tätowierungen auf den Armen der IZL-Kämpfer Beschuldigungen Verwüstung und Vergewaltigung.[xxviii]

Diese Panikmache zielte zweifelsohne darauf ab, die breitest mögliche Sympathie für das Leid der Palästinenser zu erlangen und die Juden als brutale Aasgeier hinzustellen. Aber das ging katastrophal nach hinten los, da es Panik innerhalb der desorientierten palästinensischen Gesellschaft verbreitete. Im Gegenzug hilft das zu erklären, warum bis zum April 1948, nach vier Monaten scheinbaren Fortschrittes, diese Phase der arabischen Kriegsanstrengungen zusammenbrachen. (die zweite, größere und sich länger hinziehende Phase bestand erst noch bevor; zu ihr gehörten die Streitkräfte von fünf arabischen Staaten, die Mitte Mai nach Palästina eindrangen.) Denn nicht nur hatten es die meisten Palästinenser abgelehnt sich den aktiven Feindseligkeiten anzuschließen, große Zahlen sich auf den Weg gemacht, ihre Häuser verlassen hatten, entweder, um sich irgendwo anders im Land hinzubegeben oder in arabische Nachbarländer zu fliehen.

Tatsächlich waren viele bereits gegangen, bevor die Feindseligkeiten ausbrachen; und noch mehr brachen ihre Zelte ab, bevor der Krieg ihre Türschwelle erreichte. „Die Araber verlassen in beträchtlichen Zahlen mit ihren Familien das Land und es gibt einen Exodus aus gemischten Städten in die ländlichen arabischen Zentren“, berichtete Alan Cunningham, der britische Hochkommissar, im Dezember 1947; einen Monat später fügte er hinzu: „Die Panik der Mittelklasse besteht fort und es gibt einen ständigen Auszug derer, die es sich leisten können das Land zu verlassen.“[xxix]

In Spiegelung dieser Berichte berichteten Geheimdienst-Berichte der Hagana Mitte Dezember, dass „eine Evakuierungshektik die gesamten arabischen Dörfer ergriffen hat“. Bevor der Monat um war, beklagten viele arabischen Städte ernsthafte Probleme, die durch den riesigen Zuzug von Dorfbewohnern entstand und bettelten um Hilfe des Arabischen Hochkomitees (AHC) eine Lösung für die missliche Lage zu finden. Selbst die Regierungen Syriens und des Libanon waren von diesem frühen Exodus alarmiert und forderten, dass das AHC die palästinensischen Araber dazu ermutigte vor Ort zu bleiben und zu kämpfen.[xxx]

Eine solche Ermutigung kam aber nicht, weder vom AHC noch von irgendwo sonst. Fakt ist, dass es keinerlei nationale Zusammengehörigkeit gab, ganz zu schweigen von einem Gefühl geteilten Schicksals. Orte und Städte handelten, als seien sie in sich geschlossene Einheiten, die sich nur ihren eigenen Bedürfnissen widmen und das kleinste Opfer zugunsten eines anderen Ortes vermeidet. Viele „Nationalkomitees“ (d.h. örtliche Führungen) verboten die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken aus mit gut bestückten Lagern versehenen Städten an bedürftige Städte und Dörfer außerhalb. Haifas arabische Händler lehnten es ab eine ernste Mehlknappheit in Jenin zu mildern, während Gaza es ablehnte Eier und Geflügel nach Jerusalem zu exportieren; in Hebron kontrollierten bewaffnete Wachen alle ausfahrenden Autos. Gleichzeitig gab es ausgedehnten Schmuggel, besonders in den gemischt bevölkerten Städten, wobei arabische Lebensmittel in jüdische Viertel gingen und umgekehrt.[xxxi]

Gleichermaßen wurde das Fehlen kommunaler Solidarität durch den entsetzlichen Umgang, die den Hunderttausenden Flüchtlingen zuteil wurde, die im ganzen Land verteilt waren. Es gab nicht nur keine kollektiven Anstrengungen ihre Notlage zu verbessern oder verbreitete Empathie über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus, sondern viele Flüchtlinge wurden von ihren zeitweisen Gastgebern schlecht behandelt und wegen ihrer angeblichen Feigheit lächerlich gemacht und beschimpft. Ein jüdischer Geheimdienstbericht formulierte das so: „Die Flüchtlinge werden überall dort, wo sie angekommen sind, gehasst.“[xxxii]

Selbst die ultimativen Kriegsopfer – die Überlebenden von Deir Yasin – entkamen den Demütigungen nicht. Nachdem sie Zuflucht im benachbarten Dorf Silwan gefunden hatten, lagen sie sich mit den Leuten des Ortes in den Haaren, so sehr, dass am 14. April, nur fünf Tage nach der Tragödie, eine Delegation aus Silwan sich an das AHC-Büro in Jerusalem wandte und forderte, dass die Überlebenden an einen anderen Ort gebracht würden. Für ihre Verlegung kam keine Hilfe.[xxxiii]

Einige Orte lehnten es schlicht ab überhaupt Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie fürchteten die bestehenden Ressourcen zu überstrapazieren. In Acre (Akko) verhinderten die Behörden, dass aus Haifa geflohene Araber an Land gingen; in Ramallah organisierte die vorwiegend christliche Bevölkerung ihre eigene Miliz – nicht so sehr, um gegen die Juden zu kämpfen, sondern um die neuen muslimischen Ankömmlinge abzuwehren. Viele nutzen die Notalge der Flüchtlinge unverfroren aus, besonders, indem sie sie für Grundbedürfnisse wie Transport und Unterkunft schröpften.[xxxiv]

Und trotzdem flohen die Palästinenser aus ihren Häusern, in immer größerer Zahl. Bis Anfang April waren rund 100.000 gegangen, obwohl die Juden immer noch in der Defensive und nicht in der Lage waren sie zu vertreiben. (Am 23. März, volle vier Monate nach Ausbruch der Feindseligkeiten, vermerkte der ALA-Oberkommandierende Safwat einigermaßen erstaunt, dass die Juden „bisher nicht ein einziges arabisches Dorf angegriffen haben, außer sie wurden von diesem provoziert“.) Zum Zeitpunkt der israelischen Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai hatte sich die Zahl der arabischen Flüchtlinge verdreifacht. Und selbst dann floh keiner der 170.000 – 180.000 Araber aus städtischen Zentren und nur eine Hand voll der 130.000 – 160.000 Dorfbewohner, die ihre Häuser verlassen hatten, war von den Juden hinausgezwungen worden.

Die Ausnahmen kamen nur in der Hitze des Kampfes vor und wurden einheitlich von militärischen ad-hoc-Überlegungen diktiert – Verringerung ziviler Opfer, arabischen Kämpfern Orte nicht zugänglich machen, wenn es keine ausreichende Zahl jüdischer Streitkräfte gab, um sie wieder zurückzutreiben – nicht von politischen Planungen.[xxxv] Sie gingen darüber hinaus mit Bemühungen einher Flucht zu verhindern und/oder die Geflohenen zur Rückkehr zu ermutigen. Nur ein Beispiel: Anfang April zog eine Delegation aus hohen Beratern für arabische Angelegenheiten, Personen von örtlichem Rang und Führer von Gemeinden mit engem Kontakt mit arabischen Ortschaften durch die arabischen Dörfer der Küstenebene, die sich zu dieser Zeit mit verblüffender Geschwindigkeit leerte, und versuchte ihre Einwohner dazu zu bewegen vor Ort zu bleiben.[xxxvi]

Was diese jüdischen Bemühungen noch eindrucksvoller macht: Sie fanden zu einer Zeit statt, als große Zahlen palästinensischer Araber von ihren eigenen Führern und/oder den arabischen Streitkräften in der Tat aus ihren Häusern getrieben wurden, ob aus militärischen Überlegungen heraus oder um sie daran zu hindern Bürger des künftigen jüdischen Staates zu werden. Das größte und am bekannteste Beispiel ist die Stadt Haifa, wo Zehntausende Araber auf Anweisung des AHC hinausbefohlen oder –drangsaliert wurden, trotz energischer jüdischer Bemühungen sie zum Bleiben zu überzeugen.[xxxvii] Nur Tage später war die 6.000 Personen starke arabische Gemeinschaft von Tiberias gleichermaßen, gegen den Willen der Juden, von ihren eigenen Führern fortgezwungen worden.[xxxviii] In Jaffa, der größten arabischen Stadt in Palästina, organisierte die Stadtverwaltung den Transfer tausender Einwohne über Land und See;[xxxix] in Jerusalem befahl das AHC den Transfer von Frauen und Kindern und örtliche Bandenführer trieben Einwohner aus einigen Stadtvierteln.[xl]

Zehntausende Bewohner ländlicher Dörfer wurden genauso auf Befehl des AHC, örtlicher arabischer Milizen oder der ALA vertrieben. Innerhalb von Wochen nach der Ankunft Letzterer in Palästina im Januer 1948 zirkulierten Gerüchte geheimer Anweisungen an Araber in vorwiegend jüdischen Gebieten, sie müssten ihre Dörfer verlassen, damit diese für militärische Zwecke gebraucht werden könnte, um das Risiko zu senken von den Juden als Geiseln genommen zu werden.

Bis Februar hatte sich dieses Phänomen über den größten Teil des Landes ausgebreitet. Es gewann im April und Mai beträchtlich an Fahrt, als die ALA- und AHC-Streitkräfte in ganz Palästina umfassend vertrieben wurden. Am 18. April berichtete die Geheimdienstabteilung der Hagana in Jerusalem über einen neuen allgemeinen Befehl alle Frauen und Kinder aus allen Dörfern mit Grenzen zu jüdischen Ortschaften zu entfernen. Zwölf Tage später berichtete die Abteilung in Haifa von einem ALA-Befehl in Erwartung einer neuen allgemeinen Offensive alle arabischen Dörfer zwischen Tel Aviv und Haifa zu evakuieren. Anfang Mai, als die Kämpfe in Galiläa sich intensivierten, wurde den örtlichen Araber befohlen alle Frauen und Kinder aus dem Bereich Rosh Pina fortzubringen, während im Unterbezirk Jerusalem die Arabische Legion Transjordaniens gleichermaßen die Leerung von jede Menge Dörfern.[xli]

Was die palästinensisch-arabischen Führer selbst angeht, die ihre widerstrebende Bevölkerung in den 1920-er und 1930-er Jahren auf Kollisionskurs mit dem Zionismus gebracht hatten und sie nun hilflos in einen tödlichen Konflikt hineinzogen, so hatten sie es sehr eilig aus Palästina hinauszukommen und im kritischsten Moment draußen zu bleiben. Die Menschen vor Ort nahmen den Tipp ihrer Oberen auf und liefen eilig in Massen zur Tür hinaus. Hochkommissar Cunningham fasste mit britischem Unterstatement im Wesentlichen zusammen, was sich abspielte:

Sie sollten wissen, dass die kollabierende arabische Moral in Palästina in gewissem Maße der zunehmenden Tendenz derer zuzuschreiben, die sie im Verlassen des Landes anführen… In Jaffa z.B. nahm der Bürgermeister vor 12 Tagen vier Tage frei und ist nicht zurückgekehrt; die Hälfte des Nationalkomitees ist weg. In Haifa sind die arabischen Mitglieder der Stadtverwaltung vor einiger Zeit fort; die beiden Führer der Arabischen Befreiungsarmee gingen sogar noch während der letzten Schlacht. Jetzt ist der arabische Chef-Stadtrat fort gegangen. In allen Teilend des Landes hat sich die Effendi-Klasse über einen beträchtlichen Zeitraum in großen Zahlen evakuiert und das Tempo nimmt zu.[xlii]

Arif al-Arif, ein prominenter arabischer Politiker der Mandatszeit und Doyen der palästinensischen Historiker, beschrieb die vorherrschende Atmosphäre der Zeit: „Wo immer man im gesamten Land hinging, hörte man denselben Kehrvers: ‚Wo sind die Führer, wer kann uns zeigen, wo es lang geht? Wo ist das AHC? Warum sind seine Mitglieder zu einer Zeit in Ägypten, in der Palästina, ihr eigenes Land, sie braucht?“[xliii]

Mohammed Nimr al-Khatib, während des Krieges von 1948 ein palästinensisch-arabischer Führer, fasste die Lage so zusammen: „Die Palästinenser hatten arabische Nachbarstaaten, die den Flüchtlingen ihre Grenzen und Türen öffneten, während die Juden keine Alternative hatten als zu triumphieren oder zu sterben.“[xliv]

Das stimmt natürlich für die Juden, aber es lässt den Grund für die Flucht der Flüchtlinge aus und verdreht die Qualität ihres Empfangs an anderen Orten. Wenn ihnen von ihren Brüdern Zuhause schon kein Mitgefühl entgegen schlug, war die Reaktion der arabischen Welt, wenn das überhaupt noch ging, noch härter. Es gab wiederholte Forderungen die Flüchtlinge gewaltsam zurückzuschicken oder zumindest die jungen Männer in Soldatenalter, von denen viele unter dem (falschen) Vorwand sich freiwillig der ALA anzuschließen angekommen waren. Als das Ende des Mandates näher rückte, verweigerte die libanesische Regierung den palästinensischen Männer zwischen achtzehn und fünfzig Einreisevisa und befahl allen „gesunden und fitten Männern“, die bereits im Land waren, sich offiziell registrieren zu lassen oder als illegale Ausländer betrachtet zu werden und die volle Gewicht des Gesetzes zu erfahren.

Die syrische Regierung ging noch härter vor und verbannte alle palästinensischen Männer zwischen sechzehn und fünfzig von ihrem Staatsgebiet. In Ägypten marschierte eine große Anzahl Demonstranten zur Zentrale der Arabischen Liga in Kairo und übergab eine Petition mit der Forderung „jeden körperlich fähigen Palästinenser, der in der Lage ist Waffen zu tragen“ die Anwesenheit im Land untersagt werden solle, damit er im Ausland bleibt. Das arabische Ressentiment gegenüber den palästinensischen Flüchtlingen ging so weit, dass der Rektor der Al-Azhar-Institution für religiöses Lernen in Kairo, der wahrscheinlich federführendsten islamischen Autorität, sich verpflichtet fühlte eine Entscheidung auszugeben, das die Unterbringung der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge zu einer religiösen Pflicht machte.[xlv]

Die Verachtung der Palästinenser intensivierte sich mit der Zeit: „Angst hat die palästinensischen Araber erfasst und sie flohen aus ihrem Land“, kommentierte Radio Bagdad am Vorabend der pan-arabischen Invasion des neu geborenen Staates Israel Mittel Mai. „Das sind zwar harte Worte, aber sie sind wahr.“ Libanons Innenminister (und zukünftiger Präsident) Camille Chamoun drückte sich vornehmer aus, als er aussprach, dass „die Menschen Palästinas mit ihrem bisherigen Widerstand gegen die Imperialisten und Zionisten bewiesen, dass sie die Unabhängigkeit verdienten“, aber „an diesem entscheidenden Punkt der Kämpfe nicht so würdig geblieben sind“.[xlvi]

Kein Wunder also, dass so wenige unter den palästinensischen Flüchtlingen sich selbst für den Zusammenbruch und die Zerstreuung durch die Juden verantwortlich machten. Während einer Factfinding-Mission in den Gazastreifen im Juni 1949 war Sir John Troutbeck, Kopf des Nahost-Büros in Kairo und kein Freund Israels oder der Juden, überrascht zu entdecken, dass die Flüchtlinge zwar

keine Bitterkeit gegenüber den Juden zum Ausdruck brachten (oder auch gegen die Amerikaner oder uns), sie aber mit größter Bitterkeit von den Ägyptern und anderen arabischen Staaten sprachen. „Wir wissen, wer unsere Feinde sind“, sagen sie und bezeihen sich auf ihre arabischen Brüder, die, wie sie erklären, sie unnötigerweise davon überzeugen ihre Heime zu verlassen… Ich hörte sogar, dass viele Flüchtlinge sagten, sie würden die Israelis willkommen heißen, wenn diese kommen und den Bezirk übernehmen würden.[xlvii]

Sechzig Jahre nach ihrer Zerstreuung verbleiben die Flüchtlinge von 1948 und ihre Nachkommen in den verkommen Lagern, wo sie von ihren Mit-Aarabern seit Jahrzehnten gehalten und mit Hass und falscher Hoffnung genährt werden. Inzwischen haben ihre einstigen Führer eine Gelegenheit nach der anderen zur Staatsgründung verplempert.

Es ist tatsächlich die Tragödie der Palästinenser, dass die beiden Führer, die ihre nationale Entwicklung im 20. Jahrhundert bestimmte – Hadsch Amin al-Husseini und Yassir Arafat, von denen der letztere die palästinensische Politik seit Mitte der 1960-er Jahre bis zu seinem Tod im November 2004 dominierte – megalomanische Extremisten waren, abgrundtief von antijüdischem Hass verblendet und abgrundtief von Gewalt besessen. Hätte der Mufti sich entschieden sein Volk in Frieden und Versöhnung mit seinen jüdischen Nachbarn zu führen, wie er es den britischen Beamten versprochen hatte, die ihn Anfang der 1920-er Jahre in seinen Rang erhoben, hätten die Palästinenser 1948 ihren unabhängigen Staat auf einem substanziellen Teil des Mandats Palästina bekommen und ihnen wäre die traumatische Erfahrung der Zerstreuung und des Exils erspart geblieben. Hätte Arafat die PLO von Anfang an auf den Weg des Friedens und der Aussöhnung gesetzt, statt sie in eine der mörderischsten Terrororganisationen der Moderne zu verwandeln, hätte ein palästinensischer Staat Ende der 1960-er oder Anfang der 1970-er Jahre gegründet werden können; 1979, als Begleitung des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages; im Mai 1999 als Teil des Oslo-Prozesses; oder, die jüngste Möglichkeit, über den Camp David-Gipfel vom Juli 2000.

Statt dessen verwandelte Arafat die unter seiner Kontrolle gestellten Gebiete in den 1990-er Jahren praktisch in einen Terrorstaat, von dem aus ein totaler Krieg (die „al-Aqsa-Intifada“) begonnen wurde, kurz nachdem ihm ein unabhängiger Palästinenserstaat im Gazastreifen und auf 92 Prozent der Westbank samt Jerusalem als Hauptstadt angeboten worden war. In diesem Prozess unterwarf er die palästinensische Bevölkerung der Westbank und des Gazastreifens einem repressiven und korrupten Regime in der schlimmsten Tradition arabischer Diktaturen und stürzte ihren Lebensstandard in nie da gewesene Tiefen.

Was diese Lage um so ärgerlicher macht: Hadsch Amin und Arafat sind weit davon entfernt unglückliche Abweichungen, sondern im wesentlichen Repräsentanten der zynischen und selbstsüchtigen Führer, die das arabische politische System hervorbringt. So wie die Palästinenser-Führung während des Mandats keine Skrupel hatte ihr Volk gegen den Zionismus und die Juden aufzuwiegeln, während sie ihre eigenen Taschen mit den Früchten jüdischen Unternehmertums füllten, so benutzen die PLO-Offiziellen die Milliarden an von arabischen Ölstaaten und – während der Oslo-Zeit – von der internationalen Gemeinschaft gespendeten Dollars, um ihren luxuriösen Lebensstil zu finanzieren, während die gemeinen Palästinenser sich für ihren Lebensunterhalt abstrampeln mussten.

Und so geht es weiter. Sechs Jahrzehnte, nachdem der Mufti und seine Handlanger ihr Volk zur Staatenlosigkeit verdammten, indem sie die UNO-Teilungsresolution ablehnten, werden ihre rücksichtslosen Entscheidungen von der jüngsten Generation Palästinenserführer wieder durchgezogen. Das gilt nicht nur für die Hamas, die im Januar 2006 die PLO am Steuer der palästinensischen Autonomiebehörde ablöste, sondern auch die angeblich moderate Palästinenserführung – von Präsident Mahmud Abbas über Ahmed Qureia (Unterhändler der Oslo-Vereinbarungen von 1993) und Saeb Erekat zu Premierminister Salam Fayad – die es ablehnen Israels bloße Existenz als jüdischer Staat anzuerkennen und auf der vollen Umsetzung des „Rückkehrrechts“ bestehen.

Und so läuft es auch mit dem westlichen Antizionismus, der im Namen der Gerechtigkeit (weniger geht nicht) heute nicht eine neue und fundamental andere arabische Führung fordert, sondern die Auflösung des jüdischen Staates fordern. Nur wenn diese Charakterzüge sich ändern, können die palästinensischen Araber sich darauf freuen ihre selbst verursachte „Katastrophe“ hinter sich zu lassen.

[i] J.C. Hurewitz: The Struggle for Palestine. New York (Norton) 1950.

[ii] Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem 1947-1949. Cambridge (Cambridge University Press) 1987, S. 286; Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited. Cambridge (Cambridge University Press) 2004, S. 588.

[iii] Vladimir Jabotinsky, The Jewish War Front. London (George Allen & Unwin) 1940, S. 216.

[iv] Ursprünglich auf Russisch mit dem Titel O Zheleznoi Stene in Rassvyet, 4. Nov. 1923 veröffentlicht, wurde The Iron Wall mehrfach neu aufgelegt, darunter auch im The Jewish Herald (Südafrika), 26. Nov. 1937 (Internet-Ausgabe: http://www.mideastweb.org/ironwall.htm).

[v] Jabotinsky: The Jewish War Front, S. 216-20.

[vi] A.S. Eban: Note of Conversation with Abdel Rahman Azzam Pasha. London, Sept. 15, 1947, in: Neil Caplan: Futile Diplomacy. London (Frank Cass) 1986, Bd. 2, S. 274-76.

[vii] David Ben-Gurion: Bama’araha. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1949, Bd. 4, Teil 2, S. 265.

[viii] Palestine Royal Commission: Report. Presented to the Secretary of State for the Colonies in Parliament by Command of his Majesty, Juli 1937. London (HMSO); neu aufg. 1946 (danach: Peel Commission Report), S. 94, S. 157-58; Z. Abramowitz/Y. Guelfat: Hameshek Ha’arvi Be’eretz Israel Uve’artzot Hamizrah Hatichon. Tel Aviv (Hakibbutz Hameuhad) 1944, S. 48-50.

[ix] A Survey of Palestine. Prepared in December 1945 and January 1946 for the Information of the Anglo-American Committee of Enquiry; neuaufg. 1991 mit voller Erlaubnis der Her Majesty’s Stationary Office vom Institute for Palestine Studies. Washington DC, Bd. 2, S. 708-15.

[x] Peel Commission Report, S. 93 (vii)

[xi] Zu frühen Erscheinungsformen arabisch-jüdischer Koexistenz s. z.B.: Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1923. London (HMSO) 1924, S. 26; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1924. London (HMSO) 1925, S. 28, 32, 50; Colonial Office: Palestine. Report on Palestine Administration, 1926. London (HMSO) 1927, S. 33; Colonial Office: Palestine: Report of the High Commissioner on the Administration of Palestine 1920-1925. London (HMSO) 1925, S. 40-41; Chaim Weizmann: “Progress and Problems,” Confidential Report to Colonial Office, 15. Feb. 1922, The Letters and Papers of Chaim Weizmann. Vol. I, Series B, August 1898-July 1931. New Brunswick/Jerusalem (Transaction Books/Israel Universities Press) 1983, S. 366; Frederick H. Kisch: Palestine Diary. London (Victor Gollancz) 1938, S. 48-49, 54, 73.

[xii] Peel Commission Report, S. 63, 271.

[xiii] Conversation with Awni Abdel Hadi,” 3. Juni, 1920, Hagana Archive (hier im Folgenden: HA), 80/145/11.

[xiv] Kenneth W. Stein: The Land Question in Palestine, 1917-1939. Chapel Hill (University of North Carolina Press) 1984, S. 182, 228-39.

[xv] Während nach offiziellen britischen Statistiken 1936 159 Araber von ihren arabischen Brüdern getötet wurden (demgegenüber zu 37 Briten und 80 Juden), stieg diese Anzahl zwei Jahre später auf 503 arabische Getötete (gegenüber 255 britischen und 77 jüdischen Toten). Die Toten für 1939 blieben auf einem ähnlichen Niveau: 414 von arabischen Banden ermordete palästinensisch Araber gegenüber 94 Juden und 37 Briten. Einige palästinensisch-arabische Quellen setzen die Zahl der ermordeten Araber mit gigantischen 3.000 – 4.000 an.

In einem Brief an Abdel Qader Husseini vom 18. November 1938 informierte Hassan Saleme, der sich als „Führer der Bereiche von Jaffa, Ramallah und Lydda“ bezeichnete, seine Kollegen Bandenführer: „Wir erhalten Beschwerden von den Dorfbewohnern des Distrikts Jerusalem als Ergebnis von Brandschatzung, Plünderung, Mrod und Folter, die von einigen der abscheulichen Leute begangen werden, die die Kleidung der heiligen Krieger [d.h. Mitgliedern des „Heiligen Jihad“ wie Abdel Qaders Truppe genannt wurde] tragen… Ich gebe zu, dass es unter den ermordeten Menschen einige gab, die zum Tode verurteilt wurden, aber was sind die Fehler der Unschuldigen, deren Geld gestohlen, deren Vieh geplündert, deren Frauen Gewalt angetan, deren Juwelen geraubt wurden und die auf viele weitere Weisen leiden, von denen ihr zweifellos gehört habt? Unsere Rebellion ist zu einer Rebellion gegen die Dörfer geworden und nicht gegen die Regierung der Juden.”

S.: A Survey of Palestine, Vol. 1, S. 38, 46, 49; General Staff H.Q., Jerusalem, “History of the Disturbances in Palestine 1936-1939,” Dez. 1939, Public Record Office (im Folgenden: PRO), WO 191/88; Kenneth Waring: Arab Against Arab: Evidence of Rebel Documents. Times, 18. Jan. 1939. Eine mit Anmerkungen versehene hebräische Übersetzung einer umfassenden Sammlung an Originaldokumenten der arabischen Banden s. Ezra Danin (Hg.): Te’udot Udmuyot Meginzei Haknufiot Ha’arviot Bemoraot 1936-1939. Jerusalem (Magnes Press) 1981, 1. Auflage 1944.

[xvi] So nahm z.B. die Menge von Arabern gekauften jüdischen Weizens 1937 dramatisch ab, stieg aber im folgenden Jahr infolge schwacher Ernten stark an, so dass rund 70% des jüdischen Weizens an den arabischen Sektor verkauft wurde. Im Gegenzug wurde vor der Gewalt 1936-1939 etwa ein Drittel der palästinensisch-arabischen landwirtschaftlichen Produktion an den jüdischen Sektor verkauft. Selbst Grundstücksverkäufe an Juden stark weiter, deren Löwenanteil von mehr als 1.300 Abwicklungen in den Jahren 1936-1939 durch einfache Leute erfolgten. Ähnliche zogen im Dezember 1938, als die jüdischen Arbeiter des Hafens Haifa es ablehnten ein deutsches Schiff zu entladen, nachdem ein deutscher Marineoffzier einen jüdischen Hafenarbeiter beleidigte, die arabischen Kollegen rasch nach.
S. Abramowitz/Guelfat: Hameshek Ha’arvi, S. 99-105; Stein: The Land Question, S. 182; “Minutes of the Meeting of the Jewish Agency’s Executive,” 1. Jan. 1939, David Ben-Gurion Archive, Sde Boker (im Folgenden: BGA).

[xvii] S. z.B. Hashmona’i to Ben Yehuda: Relations with Neighboring Villages, Dec. 24, 1947. Israel Defense Forces Archives (im Weiteren: IDFA) 1948/500/28; Hashmona’i to Shadmi: The Suba Village. 22. Dez. 1947, IDFA, 1948/500/32; 01104 to Tene: Relations between Qatanna and Ma’ale Hahamisha. 23. Dez. 1947, ebenda; Yavne: Beit Hanina, 2. Jan. 1947 und The Qiryat Anavim-Abu Gosh Area, 7. Jan 1948, HA 105/72, S. 27-28; 01123 to Tene: An Arab Peace Overture. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; Segal to Ben Yehuda: Peace with Maliha, 10. Jan. 1948. IDFA 1949/2644/402; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3; Noam: Aqir’s Peace Overture. 12. Dez. 1947, HA 105/72, S. 6; Tzefa: Peace Offer by Ghuweir Abu Shusha. 16. Dez. 1948, ebenda; Tiroshi: Requests by Neighborhood Arabs for Peace with the Jews. 18. Dez. 1947, ebenda, S. 8; 01112 to Tene: Kafr Qara and Kfar Glikson. 25. Jan. 1948, ebenda, S. 68; 01101 to Tene: Meeting between the Ard Saris Mukhtar and Dr. Bihem, Head of the Kfar Atta Municipality. 22. Jan. 1948, ebenda, S. 71; Tene News—Daily Summary. 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; “For Our Members, Daily News Bulletin No. 19”. 31. Dez., 1947, ebenda, S. 127; “Fortnightly Intelligence Newsletter No. 58,” ausgegeben vom HQ British Troops in Palestine (für den Zeitraum 23.59 Uhr am 18. Dez. 47 bis 23.59 Uhr am 1. Jan. 48), PRO, WO 275/64, S. 2.

[xviii] S. z.B. Naim: In the Villages. 25. Dez. 1947, HA 105/22, S. 123; 00004 to Tene: Qalandiya Opposes Gang Concentrations. 30. Dez. 1947, IDFA 1948/500/28; Yavne: Occurrences in Romema. 2. Jan. 1948, HA 105/72, S. 27; Yavne: Silwan-Ramat Rahel. 1. Jan. 1948, ebenda, S. 30; Yavne: Dissatisfaction with Abdel Qader Husseini. ebenda, S. 32; Qiryat Anavim people to Yavne: Qatanna Residents Expelled an Arab Gang from the Village. 5. Jan. 1948, ebenda, S. 32; 02104 to Tene; Workers from Maliha and Qaluniya who Refuse to Attack Jews. 7. Jan. 1948, ebenda, S. 33; 00004 to Tene: Meeting of Bani Hassan in Maliha to Discuss Attitude to Armed Gangs. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 46; 02204 to Tene: Maliha. 14. Jan. 1948, ebenda, S. 47; 02204 to Tene: Qattana. 17. Jan. 1948, ebenda, S. 50; 02104 to Tene: Anti-Gang Resistance. 28. Jan. 1948, ebenda, S. 72; 02104 to Tene: Refusal to Provide Volunteers. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 76; 02104 to Tene: Villages’ Fear of Retaliation. 1. Feb. 1948, ebenda, S. 80; Yavne: Battir and other Villages. 4. Feb. 1948, ebenda, S. 84; 02204 to Tene: Opposition to Abdel Qader’s Operation by Qastel. 6. Feb. 1948, ebenda, S. 91; Yavne to Tene: Shu’afat. 24. Feb. 1948, ebenda, S. 114; Hiram to Tene: Shafa’amr. 26. Feb. 1948, ebenda, S. 116; Tene News: 31. Dec. 1947 und 2.-4. Jan. 1948, HA 105/61, S. 121-22, 158-59; Annex to News Concentration No. 100. 20. und 24. Feb. 1948, IDFA 1949/2605/2; Maliha, 1. Jan. 1948, IDFA 1949/2504/4; Protokoll der Ereignisse in Suba, 2. März – 13. April 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 141.

[xix] For Our Members. Daily Information Circular No. 12. 21. Dez. 21, 1947, HA 105/61, S. 70; Tene News. 31. Dez. 1947, ebenda, S. 125; Avram: Jammasin: News Items. 9. Jan. 1948, HA 105/23, S. 114; Tiroshi: Dispatch of Arab Merchandise. 15. Dez. 1947, HA 105/72, S. 7; Naim to Tene: Position of the Gaza Felaheen. 15. Feb., 1948, ebenda, S. 103; Naim to Tene; Evacuation of the Wahidat Territory. 22. Feb., 1948, ebenda, S. 111; 00004 to Tene: Moods in Sur Bahir. 22. Dec. 1947, IDFA 1948/500/60; Avram: The Miska Arabs. 8. Jan. 1948, HA 105/54a, S. 19; Hiram to Tene: Meeting between the Yehiam Mukhtar and Tarshiha’s Mayor. 22. Feb. 1948, ebenda, S. 31; Tiroshi to Tene: Appeal for a Ceasefire and Good Neighborly Relations. 7. Apr. 1948, ebenda, S. 53; Tiroshi to Tene: Peace Overtures by Baqa Gharbiya. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 79; Grar to Tene: Yasur. 21. Apr. 1948, ebenda, S. 84.

[xx] David Ben-Gurion: Behilahem Israel. Tel Aviv (Mapai Publishing House) 1951, 3. Aufl., S. 28, 43, 54; Ben-Gurion: Bama’araha. Bd. 4, Teil 2, S. 284.

[xxi] Meahorei Hapargod (hebräische AUsgabe eines offiziellen Berichts eines irakischen Parlamentsausschusses zum Krieg von 1948, veröffentlicht im September 1949. Tel Aviv (Ma’arachot) 1954, S. 9, 98-99; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. ausgegeben vom Hauptquariter der britischen Turppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März – 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4. Arif al-Arif: al-Nakba: Nakbat Bait al-Maqdis wa-l-Firdaws al-Mafqud. Beirut (al-Maktaba al-Asriya) 1956, Bd. 1, S. 138-39.

[xxii] Walid Khalidi: From Haven to Conquest: Readings in Zionism and the Palestine Problem Until 1948. Washington DC (Institute for Palestine Studies) 1987, S. lxix.

[xxiii] Ben-Gurion: Bama’araha, Bd. 4, Teil 2, S. 260; hebräische Übersetzung von Haddsch Amins Interview mit Le Journal d’Egypt vom 10. Nov. 1947, HA, 105/105a, S. 47; Radio Beirut, 12. Nov. 1947, in: Foreign Broadcasts Information Service (FBIS), European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 13. Nov. 1947, II2, 5; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 64. Ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina (für den Zeitraum von 23.59 Uhr am 10. März bis 23.59 Uhr am 23. März 1948), PRO, WO 275/64, S. 4; Arab Press Service (Cairo), FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 16. Dec. 1947, II1; Weekly Summary for the Alexandroni Brigade, Mar. 2, 1948. HA 105/143, S. 105; In the Arab Public, 30. Mar. 1948, HA 105/100, S. 14.

[xxiv] Macatee an den Außenminister, 31. Dez. 1947, National Archives, Washington, D.C. (im Weiteren NA), RG 84/800, S. 1-2.

[xxv] Nach Angaben eines Berichts des Haifa-Korrespondenten der Palestine Post gingen die arabischen Raffineriearbeiter bereits vor dem Bombenanschlag der IZL auf ihre jüdischen Kollegen los (Sakran an Tene, 31. Dez. 1947, IDFA 1949/481/62). Diese Behauptung wurde von einer IZL-Radiosendung vom 4. Januar 1948 verstärkt, die herausstellte, dss die vor dem Bombenanschlag armenische Arbeiter im Werk ihre jüdischen Freunde vor einem bevorstehenden Anschlag gewarnt und einige jüdische Arbeiter beachteten das und gingen vor dem Massaker. Die Sendung vermerkte zudem die Vorabpositionierung kalter Waffen überall im Werk und die Tatsache, dass die Massaker im entferntesten Bereich der Raffinerie erfolgte, rund 3km entfernt vom Anschlag, wo die Explosion nicht zu hören war. S. David Niv: Ma’arahot Ha’irgun Hatzva’i Hale’umi. Tel Aviv (Hadar) 1980, Bd. 6, S. 19-20. Ein zeitgnössischer Bericht ist: Report of the Communal Commission of Inquiry on the Haifa Refinery’s Disaster (Dec. 30, 1947), 25. Jan. 1948, HA 80/460/11; The Refinery Massacre, HA 80/460/11; Information Bulletin No. 30, 30. Dez. 1947, HA 105/61, S. 117; To Our Members—Daily information Bulletin, 31. Dez. 1947, HA 105/61, S. 126.

[xxvi] Die IZL bestritt kategorisch jedes Massaker; sie behauptete, dass die Opfer im Verlauf der schweren Kämpfe verursacht wurden. Der angesehene palästinensische Historiker Arif al-Arif gesteht das Geschehen schwerer Kämpfe ein. Er behauptet, dass die Dorfbewohner mehr als 100 jüdische Kämpfer töteten (die tatsächliche Zahl war 4 Tote und 32 Verletzte), behauptet aber, dass nur 7 der 110 arabischen Todesopfer im Kampf getötet wurden und dass der Rest friedliche Zivilisten waren, die in ihren Häusern ermordet wurden (al-Nakba, S. 173). Im Gegensatz dazu erwähnte der Geheimdienstbericht der Hagana, der drei Tage nach dem Ereignis veröffentlicht wurde, die operationelle Inkompetenz und das Durcheinander der angreifenden Truppen sowie ihre fehlende Disziplin (die sich inter alia in Plünderungen zeigte), erähnte aber kein Massaker. al-Nakba, S. 173; Yavne an Tene: The Etzel and Lehi Operation in Deir Yasin. 12. Apr. 1948, IDFA 1948/500/35; Irgun Command: Statement on the Deir Yasin Affair sowie Statement sowie Condemn the Hypocrisy, April 1948, Irgun Archive (im Weiteren IA), K4-4/10. Mitte der 1950-er Jahre abgegebene eidestattliche Erklärungen von Teilnehmern an den Kämpfen bestreiten jegliche Massaker, s.: IA, K4-1/10, 9/10. Eine umfangreiche Sammlung an Presse- und wissenschaftlichen Texten kann in IDFA 2004/26/70 gefunden werden. S. auch: Deir Yasin Occupied by the Irgun and Lehi sowie The Jewish Agency Condemns the Irgun and Lehi Operation in Deir Yasin und The Chief Rabbinate Strongly Condemns the Deir Yasin Incident, Ha’aretz, 11./12. Apr. 1948; Battle Participant Evidence: 60 Hours in Deir Yasin. Mivrak, 19. Apr. 1948, IA K4; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Deir Yasin. 13. Apr. 1948, Cunningham Papers, Middle East Center, St. Antony’s College, Oxford University; High Commissioner for Palestine to Secretary of State for the Colonies: Weekly Intelligence Appreciation, 17. Apr. 1948, Cunningham Papers; An Arab from Deir Yasin Reveals on the Deir Yasin Anniversary: The Jews Didn’t Plan a Massacre but Conducted a Battle. Herut, 3. Juni 1953; Prime Minister Menachem Begin in Interview with Lord Bethel: Deir Yasin–a tragedy in the Irgun’s history, but casualties were caused in the course of fighting; there was no massacre. Yediot Aharonot, 22. Juni 1979.

[xxvii] Dov Joseph: The Faithful City: the Siege of Jerusalem, 1948. New York (Simon and Schuster) 1960, S. 74-75; Harry Levin: Jerusalem Embattled. A Diary of the City under Siege, March 25, 1948 to July 18, 1948. London (Victor Gollancz) 1950, S. 70; Jerusalem Headquarters: Haddassah University, Feb. 17-Jun. 22, 1948. IDFA 1948/500/44; Conclusions of the Commission of Inquiry about the Sheik Jarah Disaster of Apr. 13, 1948. 18. Apr. 1948 HA 57/95; Report by Shalom Hurwitz on the Mount Scopus Convoy Disaster in Sheik Jarah on Apr. 13, 1948. 6. Juni 6, 1948, BGA.

[xxviii] Cunningham to Creech-Jones, Apr. 25 & 28, 1948, Cunningham Papers, III/4/52 & III/4/117; Tzuri to Tene: News Items about the Tiberias Exodus. 21. Apr. 1948, HA 105/257, S. 347; Tene News—Daily Summary. 18. Apr. 1948, HA 105/62, S. 93; Kenneth W. Bilby: New Star in the Near East. New York (Doubleday) 1950, S. 30; Filastin, 13., 14., 16. Apr. 1948; al-Difa, 11., 12., 13., 14., 15. 16. Apr. 1948; Radio Jerusalem in Arabic to the Middle East (13. Apr. 1948) und Radio Damascus (14. Apr. 1948), in: FBIS, 15. Apr. 1948, S. II4; Radio al-Sharq al-Adna (Jerusalem), 15. Apr. 1948, ebenda, 16. Apr. 1948, S. II5; BBC Television Channel 2: The Fifty Years War: Israel and the Arabs. Program 1, gesendet am 15. Mar. 1998.

[xxix] Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 22. Dez. 1947. Cunningham Papers; Aus Palästina (General Sir A. Cunningham) an den Außenminister für die Kolonien: Weekly intelligence Appreciation, 24. Jan. 1948, PRO, CO 537/3869.

[xxx] Tene News—Daily summary, 16. Dez. 1947, HA 105/61, S. 59; For Our Members, Daily News Bulletin No. 19, 31. Dez. 1947, ebenda, S. 127; al-Ayam (Damascus), 21. Dez. 1947, eingebracht in News on Arab Military Preparations. 1. Jan. 1948, Central Zionist Archives (CZA), S25/3999.

[xxxi] Hashmona’i: News Items: Economy. 2. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp: News Summary. 29. Feb./26. März 1948, IDFA 2004/535/479, S. 3-4; Yishuv Circular No. 16, 31. Jan. 31, 1948, K4-31/1/12, IA; Committee for Economic Defense: News from the Arab Economy, Bulletin No. 6. 17.-19. Apr. 1948, HA 105/143, S. 240.

[xxxii] Hayogev, Jan. 5, 1948, HA 105/215a, S. 48; Among the Arabs. 22. Feb. 1948, IDFA 1948/500/60; 02204 to Tene: The Lifta People’s Position. 9. Feb. 1948, HA 105/32a, S. 61; Tiroshi to Tene: Situation of the Refugees. 12. Apr. 1948, HA 105/257; Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade. 16. Apr. 1948, HA 105/143, S. 231; Director of Operations/Intelligence Directorate: News Summary on the Eastern and Northern Fronts. 3. Juni 1948, IDFA 1975/922/1044; Arab News Items, 25. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; Annexes to News Bulletin No. 205. 29. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2.

[xxxiii] Annexes to News Bulletin No. 185, 20. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/2; Deir Yasin, 17. Apr. 1948, IDFA 1949/2605/6, S. 7.

[xxxiv] Hiram to Tene: Acre Inhabitants and Defenders Refuse to Receive More Refugees. 27. Apr. 1948, HA 105/257.

[xxxv] So sagte zum Beispiel nach einem Angrif auf Ramat Hakovesch (am 19. April) durch das benachbarte dorf Miska, der Kibbutz-Mukhtar den Dorfbewohnern, sie sollten weggehen oder die Folgen ihrer der von ihnen begangenen Aggression tragen. Ähnlich überzeugte während der jüdischen Operation in Ostgaliläa der Sekretär des Kibbutz Genossar zusammen mit dem Mukhtar des arabischen Dorfs Majdal dessen Einwohner das Dorf zu verlassen und ihre Waffen auszuhändigen. In Khirbat Beit Lid und Khirbat Azzun wurden die Dorfbewohner angewiesen wegzugehen, weil die jüdischen Truppen nicht in der Lage sein würden ihre Sicherheit zu garantieren. S. Tiroshi: Summary of News for the Alexandroni Brigade, Apr. 27, 1948,” HA 105/143, S. 235; Tiroshi to Tene: Vacation of Miska. 27. Apr. 1948, HA 105/257, S. 79; Tzuri to Tene: Arab Majdal, 23. Apr. 1948, ebenda, S. 4; Tiroshi to Tene: Departure of Arabs from the Neighborhood. 16. Apr. 1948, ebenda, S. 89; Tiroshi to Tene: Vacation of Khirbat Azzun. 20. Apr. 1948, ebenda, S. 3.

[xxxvi] Ezra Danin: Zioni Bekhol Tnai. Jerusalem (Kidum) 1987, Bd. 1, S. 216-17; Zafrira Din: Interview with Josh Palmon on June 28, 1989. HA 80/721/3.

[xxxvii] Ich habe den Vorfall von Haifa recht ausführlich in Nakbat Haifa: the Collapse and Dispersion of a Major Palestinian Community ( Middle Eastern Studies, Bd. 37, No. 4, Oktober 2001), S. 25-70 dokumentiert.

[xxxviii] Zwei Wochen nach dem Auszug berichtete der britische Hochkommissar Cunningham nach London, dss die Juden von Tiberias „die Araber wieder willkommen heißen würden“. (High Commissioner for Palestine to Secretary of State, 5. Mai 1948, Cunningham Papers) S. auch: Tzuri to Golani: News Summary: Tiberias, 21. Apr. 1948, HA 105/143, S. 275; Hagana Operational Directorate: Logbook of the War of Independence, “. 260; MacMillan, “Palestine: Narrative of Events,” 17./18. Apr. 1948, S. 37.

[xxxix] S. z.B. Qiryati-Dafna to all fronts; Occurrences in Jaffa, [Apr.] 11, 1948-[Apr.] 20, 0740, 2. May 1948, IDFA 1949/8275/162; Palestine (Cunningham) to the Secretary of State for the Colonies, May 1, 1948, FO 371/68547/E5665/4/71.

[xl] Tene to Dan & Hillel, 30. Nov. 1947, HA 105/61, S. 5; 00004 to Tene: Report Summary, Dec. 7, 1947,” HA 105/61, S. 9; Yavne to Tene: For Our Members in the Bases. 9. Dez. 1947, ebenda, S. 18; For Our Members in the Bases. Bulletin Nos. 15 & 16, 10./11. Dez. 1947, ebenda, S. 24, 37; Yavne: Evacuation of Women and Children from Lifta. 28. Dez. 1947, HA 105/215, S. 23; 00004 to Tene: Arabs Erecting Military Posts in Lifta. 14. Dez., 1947, IDFA 1949/5253/104; The Old City, 26. Dez. 1947, ebenda; Families Leaving Lifta. 1. Jan. 1948, ebenda; Hashmona’i: Demographic Changes in Jerusalem. 25. Jan. 1948, IDFA 1948/500/60; In the Arab Camp. 25. Jan. 1948, ebenda; Anger in Beit Safafa over the use of the Village by Armed Gangs for Attacks on Mekor Haim. 28. Jan. 1948, ebenda; Beit Safafa sowie The Evacuation of Beit Safafa, 15./18. Feb. 1948, ebenda; Yavne to Tene: Deir Abu Tur. 21. Feb. 1948, HA 105/215, S. 81; Hashmona’i: Annexes to News Concentration No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; 01204 (Hatzil) to Tene, 21. Jan. 1948, HA 105/72, S. 52; Yavne to Tene: Complain by the Beit Safafa Mukhtar to the NC. 16. Feb. 1948, ebenda, S. 105; In the Arab Camp: News Summary. 14. Mar. 1948, S. 2, IDFA 2004/535/479; In the Arab Camp: News Summary. 29. März 1948, S. 2, ebenda; Yavne to Tene: 15. Feb. 1948, HA 105/215, S. 41.

[xli] Tene News, 19. Jan., 1948, HA 105/61a, S. 85; 02117 to Tene: In Wadi Hunein. 5. Jan. 1948, HA 105/148, S. 195; Tiroshi to Tene: Dannaba, 17. Feb. 1948, ebenda, S. 219; 01132 to Tene: Vacation of Mir. 8. Feb. 1948 sowie The Evacuation of Jamala, 8. Feb. 1948, HA 105/215, S. 44; Tiroshi to Tene: Arab Hawarith, 18. Feb. 1948, ebenda, S. 14; Avram to Tene: Reinforcement from Syria. 11. Feb. 1948, HA 105/215a, S. 83; Arab News Items. 17. Apr. 1948, IDFA 1948/500/55; 02112 to Tene: Arab al-Fuqara. 9. Feb. 1948, IDFA 1949/6400/66; 02122 to Tene: From Salim Abdel Rahman. 12. Dez. 1947, ebenda; 01122 to Tene: Assorted News Items. 2. Dez. 1947, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 114. 16. Mar. 1948, IDFA 1949/2605/2; Annexes to News Bulletin No. 122. 23. Mar. 1948, ebenda; Annexes to News Bulletin No. 126. 30. März 1948, ebenda; Urgent Arab News Items. 29. März 1948, IDFA 1948/550/55; Tzefa to Tene: Vacation of Khisas. 26. März 1948, HA 105/257, S. 106; Tzefa to Tene: Ulmaniya and Waddi Luz. 5. März 1948, ebenda, S. 33; Tiroshi to Tene: Bureika. 6. März  1948, ebenda, S. 33; Yavne to Tene: Isawiya. 30. März 1948, ebenda; Tzefa to Tene: Vacation of Women and Children from Arab Villages in the Upper Galilee. 25. Feb. 1948, HA 105/215, S. 20; Tiroshi to Tene: Sarkas. 19. Feb. 1948, ebenda; S. 14; Tiroshi to Tene: Arab al-Nufeiat. 30. März 1948 sowie Sarkas, 20. Apr. sowie Evacuation of Sarkas, 22. Apr., IDFA 1949/6400/66; Alexandroni: Sarkas. 11. März 1948, ebenda; Yosef Weitz: Yomanai Ve’igroti Labanim. Tel Aviv (Masada) 1965, Bd. 3, S. 257, 277; Yavne to Tene: Deprature of Inhabitants and Entry of Foreigners. 18. Apr. 1948, HA 105/257; Hiram to Tene: Arab Propaganda Regarding Evacuations. 30. Apr. 1948, ebenda; Tene: Migration of the Palestinian Arabs in the Period 1.12.47-1.6.48. Annex 1: Vacated Arab Villages. 30. Juni 1948, IDFA, 1957/100001/781, S. 4; Naim to Tene: Evacuation of Arabs. 8. Apr. 1948, HA 105/143, S. 171, 185; Yavne: Arab News Items. 27. Apr. 30, 1948, ebenda, S. 309, 319; Tzuri to Tene: Assorted News. 6. Mai 1948, ebenda, S. 343; Naim to Tene: Vacation of Sarafand Kharab. 8. Apr. 1948, HA 105/257, S. 290; Tzefa to Tene: Vacation of Arab Villages. 6. Apr. 1948, ebenda, S. 24, 53; Tiroshi to Tene: Fajja Vacated of its Residents. 14. Apr. 1948, ebenda, S. 8; Tiroshi to Tene: Partial Vacation of Qannir. 29. Apr. 1948 sowie The Qannir Residents Moved to Arara. 29. Apr. sowie Qanir, 3. Mai 1948, IDFA 1949/7249/129; Tagebuch Yosef Weitz, 4. Mai 1948, CZA, A246/13, S. 2373-74; Hiram to Tene: Vacation of the Arab Zubeidat Tribe, 16. Apr. 1948, HA 105/54a, S. 67; Bericht einer arabischen Quelle zum Befehl der Arabischen Legion Dörfer zu evakuieren, 12. Mai 1948, IDFA 1949/5545/114, S. 11.

[xlii] Cunningham an den Außenminister für die Kolonien, 26. Apr. 1948, Cunningham Papers; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 67, ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina  (für den Zeitraum von 23.59 am 19. April bis 23.59 Uhr am 3. Mai 1948), PRO, WO 275/64, S. 1. S. auch: General Sir A. Cunningham an den Außenminister für die Kolonien: Weekly Intelligence Appreciation. 1. Mai 1948, PRO, CO 537/3869.

[xliii] Arif, al-Nakba, S. 179.

[xliv] Muhammad Nimr Khatib: Min Athar al-Nakba. Damaskus (al-Matba’a al-Amumiya) 1951, S. 287.

[xlv] Beirut Radio, 4. Mai 1948, FBIS, European Section: Near & Middle East and North African Transmitters, 5. Mai 1948, II2; Summary of News for the Alexandroni Brigade. 9. Apr. 1948, HA 105/143, S. 174; Philip Ernst (Amerikanischer Konsul in Port Said) an das Außenministerium: Arrival of Palestine Arab Refugees. 29. Apr. 1948 (versandt am 11. Mai), RG 84, 800–Refugees; Beirut Radio, 25. Apr. 1948, SWB, No. 48, 29. Apr. 1948, S. 60; Campbell (Cairo) an den Hochkommissar für Palästina, 1. Mai 1948, Cunningham Papers.

[xlvi] Beirut Radio, 7. Mai 1948, in: BBC Summary of World Broadcasts: Western Europe, Middle East, Far East, and Americas (SWB), No. 50, 13. Mai 1948, Part III, S. 57.

[xlvii] Sir J. Troutbeck: Summary of general impressions gathered during week-end visit to the Gaza district. 16. Juni 1949, PRO, FO 371/75342/E7816, S. 123.