UNSCOP: Das Problem Palästina lösen

Real JStreets, Israellycool, 27. August 2017

Jared Kushner ist gekommen und wieder weg. Es überrascht kaum, dass ihm vorgeworfen wurde nichts Neues gebracht zu haben.

Hier finden Sie eine nachdenkliche Analyse des Versuch von Friedensverhandlungen:

Das Problem Palästina ist nicht die eine Lösung, die aus einer Ansammlung von detaillierten Informationen entstehen wird. Wäre das der Fall gewesen, wäre das Problem längst gelöst worden. Wenige Länder sind so vielen allgemeinen oder detaillierten – offiziellen wie inoffiziellen – Erkundungen unterzogen worden, besonders während der letzten zehn Jahre. Das Problem ist hauptsächlich eines der zwischenmenschlichen Beziehungen und der politischen Rechte. Seine Lösung könnte nur über ein korrektes Verständnis der lage als ganzer und dem Bemühen eine menschliche Regelung zu finden. Insofern könnten die Meinungen von Mitgliedern eines internationalen Komitees, die verschiedene Zivilisationen und Denkschulen repräsentieren und das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln angegangen sind, von einigem Wert sein.

Alle vorgeschlagene Lösungen haben darauf abgezielt das palästinensische Dilemma auf die eine oder andere Weise beizulegen: die Aussöhnung der beiden einander diametral entgegengesetzten Ansprüche, von denen jeder durch starke Argumente gestützt wird, in einem kleinen Land mit begrenzten Ressourcen und in einer Atmosphäre großer und zunehmender politischer und rassischer Spannung sowie kollidierenden Nationalismus… mit Perioden ziviler Unruhen, besonders in den Jahren 1921, 1929-1930, 1936-1938 und 1945-1947.

Das angeführte Zitat wurde vor 70 Jahren geschrieben. Sagen sie über die US-Friedensversuche, was Sie wollen. Kritisieren Sie Trump und seine Administration. Aber es gibt „nichts neues unter der Sonne“. Dieser jüngste Versuch ist weit davon entfernt der erste zu sein, mit dem versucht wird „das Problem Palästina“ zu lösen.

Erinnern Sie sich: Vor 70 Jahren gab es kein Israel und keinen Siedlungsbau. Niemand hatte von der „Westbank“ gehört. Die Jewish Agency und der Jüdische Nationalrat kooperierten mit dem Sonderkomitee der Vereinten Nationen für Palästina (UNSCOP – United Nations Special Committee on Palestine). Der Oberste Arabische Rat jedoch warf der UNSCOP vor prozionistische zu sein und entschied sich seinen Beratungen zu boykottieren. Die arabische (bitte beachten Sie den Gebrauch des Wortes „arabisch“, bevor sie in „palästinensisch“ umbenannt wurden) Führung verkündete einen eintägigen Generalstreik, um gegen die Ankunft des UNSCOP zu protestieren. Arabische Oppositionellen wurde mit Mord gedroht, sollten sie mit den UNO-Delegierten sprechen. Klingt das bekannt?

Im Beit Kedima (Kedima-Haus) formulierten die UNSCOP-Mitglieder im August 1947 ihre Vorschläge zur Lösung des „Palästina-Problems“.

Während wir auf die 70-Jahr-Feiern zusteuern, verbrachte ich einen Nachmittag damit den UNSCOP-Bericht zu lesen. Die UNSCOP-Mitglieder wohnten in meinem Viertel, im Beit Kedima, während sie den ausführlichen und detaillierten Entwurf formulierten, der der UNO-Teilungsplan wurde. Im August 1947 galt es als ein stiller, abgelegener Ort, was man sich heutzutage angesichts der Apartmenthäuser und des Verkehrs hier überall kaum vorstellen kann.

UNSCOP setze sich aus Delegierten aus elf „neutralen“ Staaten zusammen: Australien, Guatemala, Indien, Iran, Jugoslawien, Kanada, Niederlande, Peru, Schweden, Tschechoslowakei und Uruguay. Sie kamen am 15. Juni 1947 in Palästina an und reichten der UNO ihren Bericht am 3. September 1947 ein.

Vor der Fertigstellung ihres Berichts bereiste UNSCOP nicht nur das gesamte Mandatsgebiet Palästina, sondern auch nach Europa, um sich dort Heimatlosen-Lager anzusehen.

Das Buch „Exodus“ von Leon Uris machte aus einer ganzen Generation an Lesern Zionisten. Anerkennung gebührt auch den blauen Augen des Schauspielers Paul Newman und der atemberaubenden Eva Saint Marie in Otto Premingers Film-Version mit seinem glücklichen Ende. Die wahre Geschichte der Reise der SS Exodus mit ihren nach Europa zurückgeschickten jüdischen Holocaust-Überlebenden war ganz anders als der Hollywoodfilm mit seinem Happy End.

Allerdings wird über die UNSCOP-Mitglieder, die erlebten wie das Exodus-Drama sich im Hafen von Haifa entfaltete, gesagt, dass sie von der harten Behandlung der mehr als 4.000 Juden auf dem Schiff tief betroffen waren. Die SS Exodus soll ihr der UNO vorgelegtes Plädoyer beeinflusst haben.

Sie sollten das Ergebnis von 3 Monaten intensiver Arbeit und mehr als 50 Treffen selbst überprüfen, der UNSCOP-Bericht, samt Tippfehlern und so weiter, ist öffentlich und steht online.

Im Verlauf des 47. Treffens des Komitees sprachen sich am 27. August 1947 sieben Mitglieder des Komitees – Kanada, Tschechoslowakei, Guatemala, die Niederlande, Peru, Schweden und Uruguay – in einer aufgezeichneten Abstimmung für den Teilungsplan mit Wirtschaftsunion, der von der Arbeitsgruppe zu Verfassungsfragen vorgelegt wurde.

Ich teile eine kleine Auswahl an Zitaten, nicht unbedingt in Reihenfolge, die ich als Nachdenken anregend und für die heutige Diskussion von Bedeutung fand.

So beschrieb UNSCOP das Land:

Das Gesamtgebiet Palästinas wird auf etwa 26.000 Quadratkilometer oder etwas mehr als 10.000 Quadratmeilen geschätzt, aber etwa die Hälfte dieses Gebiets ist unbewohnbare Wüste.

Das Land war von Krankheiten heimgesucht, unterentwickelt, von Armut geschlagen; es hatte nur die notdürftigsten Bildungseinrichtungen, praktisch keine Industrie und ein mäßiges Landwirtschaftssystem. Intern tendierte es zu Gesetzlosigkeit und war offen für die räuberische Aufmerksamkeit von Nomadenbanden aus der Wüste. Um Selbstverbesserung möglich zu machen und den Weg für privates Unternehmertum zu öffnen, ist in all diesen Bereichen staatliches handeln erforderlich… Klimatisch ist das markanteste Merkmal Palästinas die regelmäßige Wiederkehr des Winterregens, gefolgt von anhaltender sommerlicher Dürre.

In Sachen physischer Ressourcen, die typischerweise die Grundlage moderner industrieller Entwicklung sind, ist Palästina außerordentlich schlecht ausgestattet, da es weder Kohle, noch Eisen oder irgendeine andere wichtige mineralische Ablagerung.

Und was machten die jüdischen Siedler?

Die Juden haben Landwirtschaft sowie Kapital und Fachkönnen nach Palästina gebracht, die zusammen einen umfassenden Einfluss auf das Land gehabt haben und in einen Teil davon aus Ödland und vernachlässigtem Land fruchtbaren Boden machten, so dass wahrlich gesagt werden kann, dass sie „die Wüste wie eine Rose zum Blühen gebracht haben“.

Wovor hatten die Araber Angst?

Die Gründung von jüdischer Heimstatt und Staat wird, wo behauptet man, den Arabern keine politische Ungerechtigkeit zufügen, da die Araber nie eine Regierung in Palästina errichtet haben.

Der Wunsch des arabischen Volks von Palästina ihre nationale Existenz zu bewahren, ist ein sehr natürliches Verlangen. Allerdings ist palästinensischer Nationalismus, anders als arabischer Nationalismus, selbst ein relativ neues Phänomen, der erst nach der Teilung des „arabischen Rechtecks“ durch die Besiedlung nach dem Ersten Weltkrieg auftauchte. Die Politik der von der jüdischen Führung betriebenen Politik der nationalen Heimstatt und der energischen Einwanderung hat die arabische Angst vor Gefahr durch die eindringende jüdische Bevölkerung verschärft.

Was unternahmen also die Araber deswegen?

Die Araber haben beharrlich an der Position festgehalten, dass das Mandat für Palästina, das die Balfour-Erklärung umfasste, illegal sei. Die arabischen Staaten haben es abgelehnt sie als in welcher Form auch immer gültig anerkannt wird.

Und was dachten die Mitglieder des Komitees von dieser Behauptung?

Es scheint so zu sein, das es keine Gründe dafür gibt die Gültigkeit des Mandats aufgrund des Grundes infrage zu stellen, den die arabischen Staaten vorbringen. Die Bedingungen des Mandats für Palästina, formuliert vom Obersten Rat der Alliierten Hauptmächte als Teil der Beilegung des Ersten Weltkriegs, wurden in der Folge vom Rat des Völkerbunds genehmigt und bestätigt.

Das half nicht:

Die Araber Palästinas betrachten es so, dass sei ein natürliches Recht am Land haben, obwohl sie es nicht als souveränen Staat besessen haben.

Arabischer Widerstand gegen jüdische Forderungen in Palästina hat zum Teil die Form eines Wirtschaftsboykotts jüdischer Waren angenommen, der durch eine Resolution des Rats der Arabischen Liga vom Dezember 1945 beschlossen wurde. [Repräsentanten der arabischen Staaten betonten bei der Befragung durch das Komitee, dass der Boykott sich wegen der Abhängigkeit der jüdischen Industrie vom Markt arabischer Länder als wirkungsvoll erweisen würde. Innerhalb Palästinas wird der Boykott, obwohl es schwierig wird seine aktuelle Effektivität einzuschätzen, von den arabischen Führern als wichtiges Mittel der Förderung ihrer politischen Ziele betrachtet.] Während der arabischen Konferenz in Haifa im Juli 1947 sprach Jamal Eff el-Husseini von der Notwendigkeit der „Stärkung des Boykotts um die zionistische Existenz einzureißen“ und warnte arabische Händler, die den Boykott nicht einhalten, sie würden als „Verräter“ betrachtet, weil „die Nation bei Demütigung nicht still bleiben kann“.

Klingt das bekannt?

Weiter und weiter staunte ich durch die Seiten des Berichts hindurch über die Aufmerksamkeit, die Details gewidmet wurde. Allerdings lag die UNSCOP in einer Sache weit daneben. Sie schätzten die prognostizierte jüdische Bevölkerung für 1960 auf 664.000.

1947 hätte UNSCOP nie gedacht, dass das dürre, unzivilisierte Land, das sie vorfanden, in der Lage sein würde in den nächsten Jahren 800.000 Juden aufzunehmen – die jüdischen Flüchtlinge, die mit der Gründung des Staates Israel aus ihren Häusern in arabischen Ländern ins Exil vertrieben wurden.

Der UNSCOP-Bericht vom 29. November 1947 hält fest, dass die UNO-Vollversammlung die Übernahme und Umsetzung eines Plans, den Teilungsplan mit Wirtschaftsunion in Kapitel VI: Vorgeschlagene Empfehlungen, als Resolution 181(II) annahm.

Die Araber lehnten den Teilungsplan ab und erklärten den Krieg.

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1948 geht vor 1967

Während der ersten Intifada war der Jahrestag zum 6-Tage-Krieg im Juni von großer Bedeutung. Heute ist das anders. Was hat sich geändert?

Danny Rubinstein, Ha’aretz, 6. Juni 2004

Am gestrigen 5. Juni war der 37. Jahrestag des Ausbruchs des 6-Tage-Krieges. Im palästinensischen Sprachgebrauch wird dies „Nakhsa“ genannt, was in Sturz oder Niederlage zu übersetzen ist; anders ist es mit der „Nakba“ von 1948, was so viel wie Katastrophe, Holocaust, Schandtat bedeutet.

Die Palästinenser betrachteten die Nakba immer als größere Tragödie als die Nakhsa, aber ihr Kampf legte mehr Betonung auf Israels Besatzung der Gebiete und weniger auf die Deportation der Flüchtlinge. Was ist in den letzten Jahren des blutigen Konflikts geschehen, dass die Niederlage von 1967 vergessen ist, während die Erinnerung an die Katastrophe von 1948 stärker wird?

In den ersten Jahren nach dem Krieg von 1967 feierten die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen den Jahrestag des Krieges mit Paraden und Demonstrationen und Dutzenden Versammlungen und Feierlichkeiten. Während der ersten Intifada (1987-1991) z.B. gab es Streiks und Störungen von Schulunterricht und Arbeit, wie auch gewalttätige Vorfälle, die in den Gebieten aufflammten. Im Gegensatz dazu hielt die palästinensische Öffentlichkeit in diesem Jahr nur eine Hand voll Veranstaltungen ab, bei denen diese sechs Tage im Juni 1967 erwähnt wurden, als die Westbank und der Gazastreifen (sowie der Sinai und der Golan) erobert wurden. Die palästinensische Presse widmete dem Thema in ihren Wochenendausgaben ebenfalls nur geringe Aufmerksamkeit: Eine Zeitung brachte die Memoiren von Abu Anton Seniora aus Jerusalem, der den Tag des Ausbruchs der Kämpfe aus seiner Sicht als Beschäftigter des UN-Hauptquartiers im Armon Hanatziv in der Hauptstadt beschrieb. Abgesehen davon gab es ein paar Artikel und Ankündigungen durch verschiedene Organisationen – und das war’s dann schon. Es gibt keinen Vergleich zu dem, was an diesem Tag in der Vergangenheit gewöhnlich statt fand.

Wir können den Wandel im Licht der von Yassir Arafat ausgeführten Strategie in den Jahren des Friedensprozesses betrachten. In seinen Hunderten, vielleicht Tausenden öffentlicher Auftritte seit den Oslo-Vereinbarungen stellte Arafat sicher, dass er den Wahlspruch nutzte, der das palästinensische Volk aufrief zum Kampf „bis der unabhängige Staat mit Jerusalem als seiner Hauptstadt gegründet ist“. Er wiederholte diesen Aufruf bis zum Überdruss, gemeinsam mit der Forderung der Umsetzung von UN-Sicherheitsrats-Resolution 242, die die Palästinenser und viele andere so interpretieren, dass sie eine Rückkehr zu den Grenzen von 1967 bedeutet.

Gemeinsam mit der Betonung, die Arafat und seine Leute in jenen Jahren auf die Notwendigkeit eines israelischen Rückzugs auf die Grenzen von 1967 legten, fiel die Tatsache besonders auf, dass sie eine Beschäftigung mit dem Flüchtlingsproblem vermieden, das von der Nakba von 1948 geschaffen wurde. In Übereinstimmung mit dem palästinensischen Sprachgebrauch beschäftigten sie sich mit „dem Fall 1967“ und entschieden sich „den Fall 1948“ geschlossen zu halten.

All das änderte sich in den letzten zwei bis drei Jahren. Der Untergang des Friedensprozesses drängte den Fall Nakhsa beiseite und eröffnete den Fall Nakba neu. Das kann auch vor dem Hintergrund einer Schwächung des zentralen Konzepts des Friedensprozesses betrachtet werden – „zwei Staaten für zwei Völker“. Wenn die fraglichen Staaten ein jüdischer Staat und ein arabischer Staat sind, dann ist die logische Schlussfolgerung, dass die Palästinenser die Verwirklichung des Rückkehrrechts opfern müssen.

Zahlen der UNO beziffern die Anzahl der Flüchtlinge heute auf rund 4 Millionen; und selbst, wenn keinem großen Teil von ihnen die Rückkehr nach Israel selbst erlaubt wird, würde das bedeuten, dass Israel aufhören würde ein jüdischer Staat zu sein. Israelische Kommentatoren haben regelmäßig angemerkt, dass die Umsetzung des Rückkehrrechts das Konzept von drei Staaten für ein Volk – das palästinensische – verwirklichen würde. Die drei Staaten sind Jordanien, die Westbank mit dem Gazastreifen und der Staat Israel – von denen alle eine palästinensische Mehrheit haben würden.

Der Mann, der mutigerweise seine Bereitschaft erklärte, das Rückkehrrecht zu opfern, ist Sari Nusseibeh in seinem gemeinsamen Programm mit dem ehemaligen Shin Bet-Direktor Ami Ayalon. Yossi Beilins und Yassir Abed Rabbos „Genfer Initiative“ beinhaltet ebenfalls eine palästinensisch Bereitschaft zur Aufgabe des Rückkehrrechts, obwohl dies dort weit vager formuliert ist. [heplev: Alle palästinensischen Vertreter der Genfer Initiative betonten, dass das Rückkehrrecht NICHT aufgegeben wurde!]

Dennoch reden Arafat und palästinensische Sprecher dieser Tage oft über die Rückkehr – mehr, als sie das je seit der Konferenz von Madrid 1991 getan haben, die am Beginn des Friedensprozesses stand. Es ist kein Zufall, dass der Nakba-Tag, der auf den 15. Mai fällt, dieses Jahr von den Palästinensern auf weitaus breitere Weise gefeiert wurde, als in den voran gegangenen Jahren. So brachte die palästinensisch Zeitung „Al-Ayyam“ eine Sonderteil mit dem Titel „Das Rückkehrrecht“, der Artikel einiger der besten palästinensisch Schreiber in den Gebieten, Israel und der palästinensischen Diaspora enthielt. Einige von ihnen kritisierten Arafat direkt dafür, dass er nicht Nusseibeh und Abed Rabbo nicht schalt, dass sie das Rückkehrrecht aufgaben. Andere schrieben über die jetzige Intifada als Fortsetzung der Nakba von 1948, weil Israel weiterhin die Flüchtlinge angriff. Sie führten die Zerstörung des Flüchtlingslagers in Jenin an (bei der Operation „Schutzschild“ im April 2002), beschrieben detailliert die schweren Schäden, die den Lagern Khan Yunis und Balata zugefügt wurden und den jüngsten Abriss Dutzender Häuser in den Flüchtlingslagern in Rafah.

Der größte Anteil der palästinensischen Wut in den letzten Wochen war gegen US-Präsident George Bush gerichtet, der in seiner Pressekonferenz mit Ariel Scharon am 14. April im Wesentlichen den palästinensischen Flüchtlingen das Rückkehrrecht verweigerte. Einwohner von Jenin erzählten einem Reporter von „Al-Ayyam“, dass der als Abu Raschid bekannte Khaled Mansour, 70-jähriger Flüchtling aus Haifa, sich Zuhause auf sein Fernsehgerät stürzte und es zerschlagen wollte, als er Bush reden hörte.

Ein palästinensischer Journalist aus Ostjerusalem, der letzte Woche gefragt wurde, was sein Blatt für den Jahrestag des 6-Tage-Krieges vorbereitet, antwortete: „Fast nichts. Für uns Palästinenser ist der Krieg von 1967 zu einem großen Teil einer, der mit Jordanien, Ägypten und Syrien zu tun hat, nicht unser Krieg. Die Nakba und die Intifada dagegen gehören ganz und gar uns.“

Seltenes Dokument aus der Zeit vor der Staatsgründung machen geltend, dass Israel Anspruch auf Judäa und Samaria hat

107-seitiges Memorandum für die UNO, erstellt von führenden amerikanisch-jüdischen Juristen, betonen vorstaatlichen jüdischen Konsens zu Israels Recht auf Jerusalem und Yescha.

David Rosenberg, Israel National News, 2. Mai 2017

Landkarte des Nahen Ostens

Fast siebzig Jahre nach der Gründung des Staas Israel sind die amerikanischen Juden wegen der israelischen Politik in Judäa, Samaria und Jerusalem heftig geteilt – und haben zwiespältige Ansichten sowohl über das, welche Entscheidungen die für Israels Interesse am besten sind wie auch dazu, ob Israel überhaupt ein Recht an großen Landstrichen des historischen jüdischen Heimatlandes hat.

Doch war das amerikanische jüdische Establishment in der Frage jüdischer Rechte am Land Israel immer so geteilt?

Ein gerade erst gefundenes Memorandum einiger der führenden Persönlichkeiten der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft legt nahe, dass das amerikanische Judentum vor der Gründung Israels, anders als heute, Israels Anspruch auf das historische jüdische Heimatland, einschließlich Jerusalems, Judäas und Samarias begrüßte.

Das 107 Seiten starke Memorandum mit dem Titel „The Basic Equities oft he Palestine Problem“ wurde von acht prominenten jüdisch-amerikanischen Juristen im September 1947 verfasst und als Reaktion auf den Bericht des Sonderkommission der UNO zu Palästina an die Vereinten Nationen geschickt wurde; dieser schlug eine Teilung des Landes vor, was dem vorgeschlagenen jüdischen Staat einen winzigen Anteils des ihm ursprünglich von der Balfour-Erklärung und in der Folge des Völkerbund-Mandats für Palästina zugeteilten Landes übrig ließ.

Jerusalem, Judäa und Samaria sowie ein großer Teil Galiläas wurden im UNSCOP-Plan jenseits der Grenzen des vorgeschlagenen jüdischen Staates belassen.

Zu den acht Juristen, die das Memorandum erstellten, gehörten Abe Fortas (später Richter am obersten Gerichtshof), Simon H. Rifkind (US-Bezirksrichter von New York), Jerome N. Frank (ein Richter am US-Appellationsgericht), Stanley H. Fuld (Richte des Appellationsgerichts des Staates New York), Abraham Tulin Mitglied der Anwaltskammer von New York), Milton Handler (Jura-Professor an der Columbia University), Murray L. Gurfein (Mitglied der Anwaltskammer von New York) und Lawrence R. Eno (Mitglied der Anwaltskammer von New York).

Das Memorandum an die UNO verriss das Abschneiden von Land, das einer jüdischen nationalen Heimstatt mit dem Völkerbund-Mandat versprochen wurde; es merkte an, dass der UNSCOP-Teilungsplan einem zukünftigen jüdischen Staat „weniger als ein Achtel des ursprünglich dafür vorgesehenen Territoriums überlässt“.

In Bewertung des Rechts auf nationale Selbstbestimmung für Juden und Araber stellten das acht Mitglieder zählende Gremium fest, dass die einer jüdischen nationalen Heimstatt garantierten Rechte gegenüber dem im Territorium des ursprünglichen Völkerbund-Mandats nicht durch arabische nationale Rechte eingeschränkt wurde, die mit der Gründung von Staaten oder eigenen Mandaten großzügig angegangen wurden.

„Staatsmänner des Ersten Weltkriegs begriffen schon, dass die legitimen nationalen Bestrebungen der arabischen Völker des ehemaligen türkischen (osmanischen) Reiches in derselben Friedensvereinbarung bereits komplett abgegolten wurden, die mit der Wiedergründung der jüdischen nationalen Heimstatt beschlossen wurden.“

„Mehr als eine Million Quadratmeilen des reichsten Gebiets des ehemaligen türkischen Reiches wurden mit dem Vertrag den arabischen Völkern zugewiesen, um sofort unabhängige Staaten zu gründen, was heute in vollem Umfang erreicht worden ist.“

Das ursprüngliche Mandat für eine jüdische nationale Heimstatt, erinnerte das Memorandum, schloss das gesamte Gebiet westliche des Jordan sowie das Gebiet ein, das wir heute als Königreich Jordanien kennen.

Während ein zukünftiger jüdischer Staat natürlich eine die Freiheit haben würde Territorium aus demografischen Überlegungen abzugeben, dürfen von der internationalen Gemeinschaft keine weiteren Eingriffe an den Rechten, die der jüdischen nationalen Heimstatt versprochen wurden, auferlegt werden.

Am Wichtigsten ist: Die Gruppe lehnte den Gedanken ab, dass im Mandat Palästina lebende Araber Anspruch auf eine separate Selbstbestimmung innerhalb des einem zukünftigen jüdischen Staat zugewiesenen Landes haben.

Exemplare des Originals des Memorandums von 1947 waren in den 1970-er Jahren kaum noch vorhanden und 1977 ließ die Hadassah Women’s Zionist Organization of Ameica das Dokument in Buchform neu veröffentlichen

Vierzig Jahre später war aber selbst der Nachdruck von 1977 schwierig zu bekommen, was die Universität Ariel veranlasste das Originaldokument von 1947 in ein Konservierungsprojekt für historische Texte einzubeziehen.

Eine von Yossi Goldstein geleitete Forschergruppe der Universität Ariel komplettierte vor kurzem den akribische Scan-Prozess zur Digitalisierung des Memorandums, ein Prozess, der vom brüchigen Zustand des verbliebenen Originalexemplars im Besitz der Universität erschwert wurde.

Wie die Siedlungen „illegal“ wurden

Moshe Dann, Jerusalem Post, 23. Juli 2009

Israel schlug, angegriffen, 1967 zurück und eroberte die Golanhöhen von Syrien, die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen von Ägypten und Judäa, Samaria und Jerusalem (die Westbank) von Jordanien. Israel war ein zweiter Holocaust angedroht worden und es gab wenige, die sein Handeln in Zweifel zogen. Niemand sprach von einem palästinensischen Staat; es gab kein „palästinensisches Volk“.

Viele Rechtsexperten akzeptierten Israels Recht seine historische Heimat zu „besetzen“ und sich darin niederzulassen, weil die Gegend von den einfallenden arabischen Ländern seit 1948 illegal besetzt war. Eine Organisation allerdings – das Internationale Komitee vom Roten Kreuz – war anderer Meinung.

Bei einem geheimen Treffen Anfang der 1970-er Jahre in Genf legte das IKRK fest, dass Israel die Vierte Genfer Konvention verletze. Auf Grundlage der Haager Konventionen wurde die GK IV nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen, um unschuldige Zivilisten zu schützen und brutale Besatzungen beschneiden. Einseitig kehrte das IKRK das in eine Waffe zur Delegitimierung und Dämonisierung Israels.

So weit bekannt, baute das IKRK auf keinerlei rechtlichen Präzedenzfällen auf; sie erfand „das Recht“.

Gleichzeitig Richter und Geschworene, fehlte seiner Entscheidung der Anschein eines ordentlichen Verfahrens. Da alle Entscheidungen und Protokolle des IKRK zu dieser Sache unter Verschluss sind, bleibt selbst die Identität der Beteiligten ein Geheimnis. Und es gibt keine Berufungsinstanz. Ohne Transparenz oder juristische Ethik wurde das Urteil des IKRK zu „internationalem Recht“. Seine Verurteilungen Israels liefern die Basis für Anschuldigungen der „illegalen Besetzung“ allen 1967 eroberten Territoriums durch Israel.

Obwohl die meisten Mitglieder der internationalen Gemeinschaft, ihrer NGOs und Institutionen die Autorität des IKRK und anderer Institutionen, wie dem Internationalen Gerichtshof, als einzige Schiedsrichter dafür akzeptieren, was „legal“ ist oder nicht, ist es seltsam, dass manche israelische Politiker und Juristen Israels legalen Anspruch auf die Territorien nicht verteidigen können. Und Israels Anspruch ist überzeugend.

1945 wurde die UN-Charta angenommen; Artikel 80 hält fest: „…ist dieses Kapitel nicht so auszulegen, als ändere es unmittelbar oder mittelbar die Rechte von Staaten oder Völkern oder in Kraft befindliche internationale Übereinkünfte, deren Vertragsparteien Mitglieder der Vereinten Nationen sind.“ Das bedeutet, dass die Bezeichnung „Palästina“ als „Nationale Jüdische Heimstatt“, im britischen Mandat eingeschlossen und durch internationale Vereinbarungen vom Völkerbund und dem US-Kongress angenommen, Israels souveräne Rechte in diesem Gebiet garantiert. Alle jüdischen Siedlungsaktivitäten waren und sind daher legal.

Zwei Jahre später, mitten in einem sich ausweitenden Bürgerkrieg, schlug die UNO die Teilung Palästinas zwischen Juden und Arabern vor – womit sie die Bedingungen des Mandats änderte; die Juden akzeptierten, die Araber begannen einen Vernichtungskrieg.

Als Großbritannien das Mandat beendete und [das Mandatsgebiet] verließ, wurde der Staat Israel ausgerufen und den örtlichen Mobs, die die Juden seit Jahren angriffen, schlossen sich fünf arabische Armeen an. Der Waffenstillstand von 1949 – für die Juden die Unabhängigkeit, für die Araber die nakba (Katastrophe) – hatte keinen palästinensischen Staat zur Folge, weil die Araber ihn nicht wollten. Die arabischen Führer akzeptierten Israels Existenzrecht als jüdischer Staat nicht – die meisten lehnen ihn heute noch ab.

Unter dem Druck der Russen und der arabischen Staaten nahm der Sicherheitsrat die Resolution 242 an, die von Israels Rückzug von einigen – nicht allen – dieser eroberten Gebiete im Zusammenhang mit einem abschließenden Friedensabkommen spricht. In der Frage der Souveränität blieb sie ausweichend und problematisch.

Israels Politik und das oberste Gericht nahmen Abstand davon, die volle Souveränität über die gewonnen Gebiete geltend zu machen, aber da es keine reziproken Gesten gab, stimmten sie zu Juden die Erlaubnis zu geben, in Jerusalems Altstadt und nach Gush Etzion zurückzukehren, wo eine blühende Gruppe Siedlungen 1947 ausgelöscht worden war. Sie erlaubte in einem Kompromiss den Bau von Kiryat Arba bei Hebron, wo die jüdische Gemeinde bei arabischen Krawallen 1929 ausgelöscht worden war; den Juden wurde zum ersten Mal seit 700 Jahren erlaubt in der Machpela-Höhle zu beten, einem antiken Gebäude, in dem sich die Gräber der jüdischen Patriarchen und Matriarchen befinden.

Obwohl sie frei waren, die UNRWA-Flüchtlingslager mit neuen Chancen und Herausforderungen zu verlassen, forderten die Palästinenser weder Eigenstaatlichkeit noch Frieden mit Israel. Die PLO, die behauptete die Palästinenser zu repräsentieren, widmete sich dem Terrorismus, nicht dem Aufbau einer Nation.

Für manchen ist dies keine „Rechtsfrage“, sondern eine moralische: Juden sollten nicht über andere herrschen („besetzen“). Also zog sich Israel einseitig aus fast allen „palästinensischen“ Städten, Gemeinden und Dörfern zurück und übergab als Teil der Oslo-Vereinbarungen 1994 und ein paar Jahre später in den Abkommen von Wye und Hebron große Gebiete an die PA/PLO ab.

Als Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzog, wurde dieser zu einer Bastion der Hamas. „Land für Frieden“ bedeutet in Wirklichkeit „Land für Terror“.

Unter dem Einfluss dieser Ereignisse, aufgehetzt durch die Islamisten, ermutigt von israelischen Zugeständnissen und mit dem Bestreben den Staat zu untergraben, identifizieren sich israelische Araber als „Palästinenser“ und fordern ein Ende der „jüdischen Besatzung“ und Diskriminierung und die Vernichtung des Staates. Andere verfechten, dass „Israels jüdische und demokratische“ Natur bedroht ist, wenn weiter eine große Anzahl Araber dazu gehört, die nicht loyal sind und sich nicht mit dem Staat identifizieren. Doch fast alle „Palästinenser“ leben unter der Herrschaft der PA, nicht unter israelischer. Der jetzige Streit dreht sich daher um Territorium, nicht um die Bevölkerung.

Vorhersagen einer „arabischen demographischen Zeitbombe“ haben sich nicht als realistisch oder genau erwiesen. Darüber hinaus könnte nachgedacht werden, arabischen Einwohnern volle Bürger- und Menschenrechte ohne politische Rechte zu geben, wie das in den meisten anderen Ländern der Fall ist, zusammen mit der Neuansiedlung arabischer „Flüchtlinge“ im Libanon, Syrien, Jordanien usw., der Auflösung der UNRWA-Lager, der Beendigung des Terrorismus und der Hetze gegen Israel.

Dass ein zweiter (oder dritter) arabisch-palästinensischer Staat eine existenzielle Bedrohung für Israel sein würde, scheint offensichtlich. „Land für Frieden“ ist fehl geschlagen. Warum also weiter dafür werben?

Aus Ruinen zu Pracht

Die 144 Jahre alte Synagoge Tiferet Yisreal im jüdischen Viertel von Jerusalems Altstadt überstand blutige Schlachten im Unabhängigkeitskrieg, bis eine arabische Bombe zerstörte. Jetzt hat die Regierung Gelder genehmigt, um sie zu ihrer alten Pracht wiederherzustellen.

Nadav Shragai, Israel HaYom, 7. Oktober 2016-10-12

Die Synagoge Tiferet Yisrael war der letzte Posten im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem, der fiel, bevor es im Unabhängigkeitskrieg von den Jordaniern erobert wurde. Die Synagoge war wegen ihrer Pracht bemerkenswert; sie ragte hoch hinaus und stellte die Moscheen auf dem Tempelberg in den Schatten, wodurch sie für Muslime ein Schandfleck war. Das ist vielleicht der Grund, dass sie vom heiligen Berg und der Al-Aqsa-Moschee aus direkt beschossen wurde. Als die Tiferet Yisrael vor 144 Jahren erstmals gebaut wurde, war ihre berühmte Kuppel hellgrün angestrichen, aber wegen tobender Muslime, die die Farbe als die ihre beanspruchten und sie mit Stärke, Wachstum und Erneuerung verbinden, ließ der weise Synagogengründer Nissan Beck sie rasch in Weiß neu anstreichen.

Beck versuchte auf die Muslime Rücksicht zu nehmen, aber seine Geste nutzte den Juden im Verlauf der nächsten 76 Jahre nichts. Als das jüdische Viertel 1948 verloren ging, beschossen die Jordanier die weiße Kuppel der Tiferet Yisrael zusammen mit ihrem „Zwilling“ – der Hurva-Synagoge – mit Artillerie. Aus den zwei Monumenten, die auf allen Panoramen der Altstadt und auf Gemälden, Radierungen und Dekorationsobjekten eingefangen wurden, wurden Schutthaufen gemacht.

Heute, sechs Jahre nachdem die Regierung die Hurva-Synagoge wieder aufbaute, baut rekonstruiert sie trotz der fortgesetzten Proteste von Muslimextremisten und Krawallen in Jerusalem die Tiferet Yisrael. Moahmmed Hussein, Kleriker der Al-Aqsa-Moschee und Großmufti von Jerusalem, mag den Plan als „Programm zum Auswichen jeglicher Spur des Islam und der Araber in Jeruslalem“ beschreiben und das Al-Aqsa-Institut mag lügen und sagen, die Synagoge befinde sich auf „islamischem Waqf-Land“, aber die Räder sind bereits in Bewegung.

Die Planung zum Wiederaufbau der Tiferet Yisrael wird derzeit begonnen und der historischen Gerechtigkeit wird in Form eines neuen Buchs, „High Upon High“ weiter Genüge getan. Es berichtet die Geschichte dieser ehrwürdigen Einrichtung mit dem Werk von 12 zeitgenössischen Forscherun zu Jerusalem und seiner Geschichte, die die Geschichte der Synagoge vom Tag ihrer Gründung bis zu ihrer Zerstörung in der letzten Schlacht umd das jüdische Viertel im Unabhängigkeitskrieg nachzeichnen. Das Buch wird Ben-Zvi Institute und der Gesellschaft für Wiederaufbau und Entwicklung des Jüdischen Viertels in der Altstadt von Jerusalem veröffentlicht; Letzteres ist auch für den Wiederaufbau der Synagoge verantwortlich.

Die Chassidim besiegen den Zaren

Tiferet Yisrael ist nach Rabbi Yisrael Friedman aus Ruzhin benannt. Es dauerte 14 Jahre sie zu bauen; 1872 wurde sie geweiht. Nachrichten aus der Zeit beschreiben, dass das Ereignis örtliche Einwohner jubelnd auf die Straßen brachte.

Tiferet Yisrael war ein großes Bauwerk, das noch höher war als ihr berühmter Nachbar, die Hurva-Synagoge. Während die Hurva ein Zentrum für „Mitnagdim“ war, den aschkenasischen Strom gelehrten Judentums, der sich von der chassidischen Bewegung distanziert hatte, war die Tiferet das schlagende Herz der chassidischen Gemeinschaft Jerusalems und wurde von Ruzhiner Chassidim gebaut.

Die treibende Kraft hinter der Gründung der Synagoge war Beck, der bis zu seinem Tod als Gabbai (Synagogen-Manganer) diente. Becks beinahe totale Identifizierung mit der Synagoge führt dazu, dass sie Jahre lang als „Nishs Schul“ (Nissans Synagoge) bekannt war. Beck, baute als Säule der jüdischen Gemeinschaft in Jerusalem auch die Kirya Neeman-Häuser nördlich der Altstadtmauern, gegenüber vom Damaskustor, die von den Einheimischen die „Nissan-Beck-Häuser“ genannt werden. Unsere Generation erfuhr von ihm, als Juden vor etwa 20 Jahren begannen in die Nissan-Beck-Häuser zurückzukehren und als Juden vor mehr als einem Jahrzehnt anfingen Kfar Shiloach wieder zu besiedeln.

Becl baute die Gebetshalle Chassiden auf einem aufgegebenen Grundstück, das im östlichen Teil des jüdischen Viertels zum Verkauf stand. Russlands Zar Nikolaus I. und seine Kirchenvertreter waren ebenfalls an der Stelle interessiert, aber nach einem erbitterten Kampf gewannen die Chassidim. Ihr Sieg verhinderte, dass die Russen eine russisch-orthodoxe Kirche an der Stelle bauten, womit sie den Zugang zur Westmauer blockiert hätten. Als der Zar hörte, dass die Juden ihn besiegt hatten, war er wütend und übte mit dem Kauf eines großen Grundstücks außerhalb der Altstadtmauern Vergeltung. Wir nennen das von Nikolaus gekaufte Land immer noch „das Russische Gelände“; darauf stand früher Israels oberster Gerichtshof.

Dr. Eyal Davidson entdeckte, dass die Türken den Chassidim vier Jahre nach der Genehmigung des Baus der Hurva erlaubten die Tiferet Yisrael zu bauen, Aber erst fünf Jahre später, als genug Geld aufgebracht worden war, wurde mit dem Bau begonnen; dabei half der russische Architekt Martin Eppinger. In einer merkwürdigen Fügung des Schicksals war Eppinger auch derjenige, der die Gebäude plante, die auf dem Russischen Gelände gebaut wurden, dem Trostpreis des Zaren.

Die berühmteste Geschichte zur Tiferet Yisrael betrifft aber ein Treffen von Beck im Jahr 1867 mit dem österreichischen Kaiser Franz-Josef I. Viele Autoren, sowohl ihre Zeit als auch solcher, die später kamen, schreiben ausführlich über das Treffen und beschrieben es unterschiedlich. Der Hauptpunkt war Becks schmeichelhafte Antwort an Franz-Josef, der ihn fragte: „Warum ist die Kuppel der Synagoge nicht vollendet?“

Autor Yehuda Haezrahi beschreit das ein seinen Memoiren seiner Kindheitsjahre in Jerusalem. „Also hörten wir eine Menge über Rabbi Nissan Beck, den Sohn von Rabbi Yisrael Beck, der von Safed nach Jerusalem ging und die erste hebräische Presse in der Stadt gründete; auch alles, was er durchmachte, um die Tiferet Yisrael zu bauen, aber viele Jahre lang hatte er nicht genug Geld, um die Kuppel der Synagoge zu bauen und das Gebäude blieb nackt und schmucklos. Deshalb stellte der österreichische Kaiser Franz-Josef (Beck) die Frage.

„Und Beck antwortete: ‚Kaiserliche Hoheit, die Synagoge entfernte die Kuppel zu Ehren Eurer kaiserlichen Majestät…‘ und seine kaiserliche Hoheit, der Kaiser, begriff den subtilen Hinweis in seiner Antwort und bot 1.000 Franken für den Bau einer schönen Kuppel an.“ Andere Autoren, darunter Haim Beer in „Feathers“ und der berühmte hebräische Pädagoge YItzhak Yaakov Yellin, berichteten die Anekdote in ihrer literarischen Beschreibung des Lebens in Jerusalem.

Dr. Reuven Gafni vom Ben-Zvi Institute, einer der Herausgeber von „High Upon High“ und Forscher der jüdischen Gemeinschaft von Jerusalem in der modernen Zeit, vermerkt die literarische Nutzung der Synagoge durch den Schriftsteller Shai Agnon. Agnon selbst nahm an der besonderen Segnung tiel, die auf dem Dach der Synagoge am Abend vor Pessah 1925 stattfand.

Die Traurigkeit der Trennung

Die Erfahrungen einer Lag Ba’Omer-Nacht auf dem Dach der Synagoge hinterließ einen tiefen Eindruck bei Rachel Yanait Ben-Zvi, während Haezrahi, der zur Generation der Gründer israels gehörte, den Eindruck seiner persönlichen Trennung von der Tiferet festhielt: „Der bittere Tag dam. Neue Verteidiger, beladen mit Bündeln, wurden in das jüdische Viertel der Altstadt gebracht und uns wurde befohlen in die Neustadt zurückzukehren. Bevor wir gingen kletterten wir auf das Dach von Nissan Becks Synagoge, die höher war als alles andere du dort gab es die Traurigkeit der Trennung und ein Gefühl, dass es keine Trennung war: Wir wurden ihr entrissen, aber sie blieb an ihrem Ort, in Erwartung unserer Rückkehr.“

Der Augenblick der Trennung von der Tiferet Yisrael zog sich hin und verwandelte sich in eine blutige Schlacht, bei der Haezrahi nicht dabei war. Der Historiker Dr. Moshe Ehrenwald berichtet, dass die Tiferet selbst in den 1920-er Jahren als Treffpunkt für Mitglieder der Haganah diente, die in die Altstadt kamen, um die Einwohner zu schützen. Am 2. Dezember 1947, als die Feindseligkeiten nach der UNO-Genehmigung für den Teilungsplan, versuchte eine Gruppe Araber die Betonmauer auf der Hamadrego-Straße nördlich der Synagoge niederzureißen, um in das jüdische Viertel einzudringen; sie wurden aber durch Pistolenfeuer vertrieben.

Als die Briten einige Positionen um die Tiferet besetzten, sahen sich die Haganah-Mitglieder gezwungen, aus ihren Beobachtungsposten auf den Balkonen der Synagoge Kampfpositionen zu machen. Dass „freie“ Kämpfer, insbesondere weibliche Kämpfer, in die Synagoge gingen, sorgte anfangs für Konflikte mit den Chassidim, die dort beteten, aber irgendwann erkannten, dass die Notwendigkeit, das jüdische Viertel zu verteidigen wichtiger war.

Die erbitterte Schlacht um die Tiferet begann, nachdem die Briten am 13. Mai 1948 das jüdische Viertel verließen. Zwei Tages später drang die Arabische Legion ein und erreichte in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai die Altstadt und schloss sich der Schlacht um Jerusalem an. Abdallah A-Tul, der Kommendeur des 6. Bataillons der Legion, wurde mit der Leitung der unorganisierten Kämpfer beauftragt, die das jüdische Viertel angriffen und fügte Artillerie, Mörser und Kanonenfeuer aus gepanzerten Fahrzeugen hinzu, die in die Altstadt gebracht wurden.

Am 20. Mai griffen Araber die Synagoge an, brachten sie unter ihre Kontrolle, schändeten sie und ihre Torah-Rollen und hissten ihre Flagge. Ehrenwald beschreibt, wie der Kommandeur des jüdischen Viertels für Isarel, Moshe Rusnak, einen Gegenangriff zusammenstellte und die führte Einheit beim Angriff von Westen auf die Synagoge. Avraham Bornstein kommandierte eine andere Einheit, die von Süden her angriff. Die Kämpfer drangen in die Synagoge ein und reinigten sie in Kämpfen Mann gegen Mann.

In seinen Memoiren schreibt Bornstein: „Ein blutiger Kampf tobte in der großen Halle der Synagoge, bei der die Verteidiger sich hinter jeder Säule verbargen. Es war ein besonders brutaler Kampf Mann gegen Mann… gegen die Division der Legion, die mit Thompson-Maschinenpistolen, Handgranaten und drei Bren-Gewehren bewaffnet waren, traten sechs Verteidiger mit Sten-Gewehren und zwei Handgrantaten pro Kämpfer an.

Zwei der Verteidiger fielen zu Beginn des Kampfes und vier weitere setzten den Widerstand fort; sie warfen alle Granaten, die sie hatten, auf den Feind, der in Wellen kam. Der Kampf dauerte 15 Minuten. Der Feind hatte etwa 15 Mann Verluste und entschied sich zum Rückzug; dabei ließ er Kisten mit Sprengstoff zurück, der anscheinend dazu vorgesehen war das Gebäude zu sprengen.“

Doch der Erfolg der jüdischen Kämpfer bei der Verteidigung der Synagoge war nur vorläufig. Kurz darauf hatte die Legion wieder die Oberhand. Am Freitag, dem zwölften Tag des jüdischen Monats Iyar (21. Mai) 1948, nur Stunden vor Beginn des Sabbat, stürzte die Nissan Beck/Tiferet Yisrael-Synagoge ein, ihre prächtige Kuppel war zerstört. Säulen aus Feuer und schwarzem Rauch stiegen aus den Ruinen auf. Die Araber hatte es geschafft eine große Bombe unter der Synagoge zu platzieren und zündeten. Sie.

Vor den tränenerfüllten Augen der jungen Kämpferin Esther Zeilengold und einer kleinen Gruppe ihrer Kameraden, die das jüdische Viertel verteidigten, fiel eines der herausragenden Symbole des alten jüdischen Jerusalem in sich zusammen. Zeilengold wurde in den Kämpfen um die Tiferet schwer verwundet. Sie wurde in das armenische Kloster gebracht und schrieb, immer noch auf einer Trage, diese letzten Worte an ihre Eltern in England: „Bitte seid nicht zu traurig. Ich weiß, dass Gott in dieser heiligen Stadt mit uns ist und ich bin stolz den Preis für die Erlösung der Stadt zu zahlen. Sehr bald werdet ihr kommen und die Früchte der Erfüllung dessen genießen, für das wir kämpfen.“

Auch Kinder beteiligten sich an den Endkämpfen um die Tiferet Yisrael. Einige von ihnen, 9 oder 10 Jahre alt, wurden für den Bau von Verteidigungsanlagen eingesetzt. Die „älteren“ – etwa 12 Jahre alt – machten Botengänge, brachten Essen und sogar Waffen und Munition nach vorne. Einige von ihnen wurden getötet, darunter Grazia (Yaffa) Haroush (16) und Nissim Gini (9½), die im Unabhängigkeitskrieg die jüngste Gefallene der israelischen Kämpfer war.

Zusätzlich dazu zahlenmäßig unterlegen zu sein hatten die jüdischen Kämpfer wenige Waffen und ihre Lebensmittelvorräte gingen zu Ende; die Verteidigung des jüdischen Viertels und der Tiferet Yisrael war wegen des Feuers vom Tempelberg aus eingeschränkt. Nachdem das jüdische Viertel verloren war, sagte Jerusalems Distriktbefehlshaber Avraham Bergman (später: Biran), dass Nissan Becks Synagoge vom Tempelberg aus unter Artillerie- und Maschinengewehrfeuer genommen wurde. Aber den Juden war es verboten zurückzuschießen. In einer Konferenz von Repräsentanten der Arbeitspartei vermerkte Meir Grabovsky (später: Argov), Mitglied des Nationalkomitees: „Eine besondere Lage war in Jerusalem geschaffen worden, bei der der Omar-Moschee geschossen wurde und wir nicht zurückschlagen.“

Im Januar 1948 pries David Ben-Gurion die Mitglieder der Haganah, die „das Feuer auf dem Tempelberg nicht erwiderten“, womit sie verhinderten, dass sich die gesamte muslimische Welt entzündet und ihnen Legitimation zum Eingreifen liefert.

Eine Mikwe aus der Zeit des zweiten Tempels

19 Jahre lang, zwischen dem Unabhängigkeitskrieg und den Sechstagekrieg von 1967, war Juden der Zugang zur Altstadt und dem jüdischen Viertel verboten; und als sie in die Stadt zurückkehrten, nachdem sie wiedervereint wurde. Trafen sie auf schwierige Anblicke. Haezrahi, der in die Altstadt zurückkehrte, beschrieb einen „grauen Hügel aus Schutt und Asche … der Zeugnis für den Standort von Nissan Becks Synagoge war.“

Im Gegensatz zum großen Erinnerungsbogen, der die Erinnerung an die Hurva-Synagoge am Leben hielt, blieb die Tiferet Yisrael in Ruinen liegen. Ihre Geschichte hatte es schwer mit der der Hurva zu konkurrieren. Bracha Slae, die die Geschichte des jüdischen Vierteils erforscht, beschreibt ausführlich die Versuche die Tiferet Yisrael zu rekonstruieren und wiederzueröffnen.

Slae vermerkt, dass die Diskussion um das Schicksal der Hurva-Synagoge, die unter metaphorischen Bogenlampen geführt wurde, entschied zu einem großen Teil das Schcksal der Tiferet. Erst als der Disput um den Wiederaufbau der Hurva-Synagoge zu Ende war, gerade als sie wieder geweiht werden sollte, gab es ein internes Treffen der Company for the Reconstruction of the Jewish Quarter in the Old City of Jerusalem mit der Entscheidung, dass auch die Tiferet Yisrael wieder aufgebaut werden würde. Erst dann, gesteht der stellvertretende Direktor der Company eihn, war die offene Wunde wegen dessen, was der Synagoge geschah, offengelegt.

Vom November 2013 bis April 2014 führte die israelische Antikenbehörde (IAA) eine archäologische Grabung am Ort der zerstörten Synagoge durch. Die Grabung wurde von Oren Gottfeld von der Hebräischen Universität Jerusalem mit Hilfe von Hillel Geva von der Israel Exploration Society geleitet. Unter den Ruinen der Tiferet Yisrael entdeckten die Archäologen enie dicke Schicht verbrannten Materials, Zeugnis für Plünderung der Stadt am Ende der Zeit des zweiten Tempels. In der Brandschicht wurden Teile verbrannten Holzes, zerschlagene Tongefäße, Münzen, Glasscherben, Steinwerkzeuge und Fischgräten gefunden.

Eine der Funde aus der Schicht der Zeit des zweiten Tempels war ein rundes Steingewicht, auf dem zwei Zeilen in Aramäisch geschrieben stehen. Die unter Linie beinhalten den Namen der Priesterfamilie – Katros. Das Haus der Familie Katros selbst befand sich etwa 25 Meter nordöstlich des Standorts der Tiferet Yisrael. Es ist der allgemeinen Öffentlichkeit besser als das Verbrannte Haus bekannt.

Die Jewish Quarter Develoment Corporation hat Jahre lang eine audiovisuelle Präsentation über die letzten Tage der Familie laufen lassen, von der man glaubte, dass sie in dem Haus lebte. Die Familie Katros war eine Familie ranghoher Priester. Die Männer der Familie dienten im Tempel, aer sie wurden von späteren Weisen wegen Korruption verachtet.

In der Nordostecke der Ausgrabungen wurde eine verputzt Mikwe (rituelles Bad) entdeckt, das aus den Tagen des zweiten Tempels stammt; der westliche Teil der Ausgrabung brachte eine paar Teile der Mauer zum Vorschein, die bis in die Zeit des ersten Tempels zurückgeht. Doch die Jerusalemer Planungsinstanzen brauchten diese Funde nicht, um zu entscheiden die Tiferet YIsrael wieder aufzubauen, einschlie0lich einer vollen und genauen Rekonstruktion der Originalsynagoge und dem Erhalt von Teilen der Fundamentmauer, die aus dem ursprünglichen Gebäude erhalten ist.

Das neue Gebäude soll sowohl als Synagoge als auch als Touristenort dienen. Um die Wiederholung von Fehlern beim Wiederaufbau der Hurva-Synagoge zu vermeiden, die mehrere Stunden am Tag für die Öffentlichkeit gesperrt ist, weil sie für Gebet und Studien genutzt wird, traf das Distrikt-Planungsbüro im Innenministerium eine Reihe Entscheidungen.

Zum Beispiel wird die antike Mikwe, die vor Ort rekonstruiert werden wird, keine Mikwe in Gebrauch sein und das Gebäude wird für die Nutzung durch bestimmte Institutionen oder Gruppen gesperrt sein. Der Wiederaufbau wird von einem Restaurierungsarchitekten der IAA überwacht und die unteren Ebenen werden für die öffentliche Nutzung für jedermann geöffnet sein; sie wird dazu bereit gemacht in den bestehenden Kontext der Stadt zu passen.

Shukrun sagt, dass die überwältigenden Wandbilder der ursprünglichen Synagoge ebenfalls im größtmöglichen Maße wiederhergestellt werden, indem sie auf Stoff neu gezeichnet und dann an den Wänden des Gebäudes angebracht werden. „Wir werden versuchen eine exakte Wiederherstellung der heiligen Lade, der Bima [ein Podest für die Thora-Lesung und dem Pult des Kantors“, sagt er. Shukrun glaubt, dass der Bau drei oder vier Jahre dauern wird. Die Regierung hat dem Projekt ein Budget von 36 Millionen Schekeln [gut 8,5 Millionen Euro] zugewiesen, aber weiter 12 Millionen Schekel [2,85 Millionen Euro] an Spenden sind nötig, Geld das die Corporation jetzt emsig sammelt, damit der Bau planmäßig vollendet werden kann.

Im Vorfeld von Annapolis (9): Der November 1947 und ein déjà-vu in Annapolis

Die USA (unter Außenministerin Rice) hatten für November ein Friedenskonferenz in Annapolis angesetzt, um den Nahost-Konflikt endlich zu lösen oder eine Lösung zumindest wieder in den Bereich des Möglichen zu bringen. Wie viel Sinn macht es, diese Konferenz zu führen? Kann sie ein positives Ergebnis bringen? Was sind die Motive der Veranstalter und Teilnehmer diese Konferenz abzuhalten? Wie realistisch ist die Erwartung, dass eine Lösung wenigstens ansatzweise auf den Weg gebracht wird? Was ist dazu nötig? Dazu hier der neunte von neun Texten, die vor der Konferenz eine Einschätzung gaben.

ElderofZiyon, 7. November 2007

Ich habe mir die Seiten der Palestine Post von vor 60 Jahren angesehen, im Vorfeld der UNO-Abstimmung zur Teilung Palästinas. Die Artikel von damals zu lesen und sie mit dem zu vergleichen, was heute in Erwartung von Annapolis zu vergleichen, verschafft einem ein intensives Gefühl eines déjà-vu.

Im Oktober und November vor 60 Jahren ließen die arabischen Angriffe auf die Juden nach. Alles Handeln schien diplomatisch stattzufinden. Die arabischen Führer versuchten alles Mögliche zu tun, um die Abstimmung zu verhindern oder die Staaten dahingehend zu beeinflussen gegen die Teilung zu stimmen. Es schien eine verlorene Schlacht zu sein, denn die Sowjetunion und das Weiße Haus unterstützten sie schon (obwohl das Außenministerium ambivalent war), aber das hielt den saudischen Prinz Faisal nicht davon ab dem russischen UNO-Gesandten zu erklären, dass Saudi-Arabien, sollte die Teilung verabschiedet werden, die UNO verlassen würde.

Die relative Ruhe in Palästina scheint im Vergleich zur Gewalt im Rest der arabischen Welt sogar noch stärker: Mehr als 250 Personen wurden an einem Tag in Syrien bei Kämpfen unter verschiedenen Gruppen getötet.

Die arabischen Führer nahmen vor allem Abstand davon die Massen aufzuhetzen, um ihr bestes Gesicht zu zeigen, während die Welt zusah. Sie machten aber sehr deutlich, dass sie im Fall der Verabschiedung der Teilung einen Terror- und Kriegsfeldzug gegen die Juden beginnen würde, um sicherzustellen, dass ein jüdischer Staat niemals geschaffen würde. Die Westler waren von diesen Drohungen nicht sonderlich beeindruckt; sie meinten, dass das alles nur arabische Übertreibungen seien.

Heute befinden wir uns in einer gleich gearteten Wartezeit. Die „moderaten“ palästinensischen Araber haben ihre Forderungen bereits klar gestellt und sie haben ihre Drohungen für den Fall, dass in Annapolis nicht alles genau so läuft, wie sie es wollen, gleichermaßen klar gemacht.

Die meisten Leute glauben jetzt, dass Annapolis ein Fehlschlag sein wird. Aber nicht so viele Leute denken weiter zum Tag danach. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was passieren könnte, sehen Sie sich an, was unmittelbar nach der Abstimmung [von 1947] geschah (aus TIME Magazine):

Während die Massen feierten, griffen die Araber aus einem Orangenhain südöstlich von Tel Aviv zwei Busse an und übersäten sie mit Gewehrfeuer. Fünf Juden starben, 14 wurden verwundet. Arabische Sträflinge griffen Juden im Gefängnis von Akko an. In Damaskus, Syrien, bewarfen arabische Jugendliche die US-Gesandtschaft mit Steinen, rissen die US-Flagge herunter und plünderten dann das russisch-syrische Kulturzentrum.

In Kairo schloss sich der Sekretär der Arabischen Liga, Abdel Rahman Azzam-Pascha anderen arabischen Führern an und versprach Krieg gegen die Juden: „Ich kann nicht sagen, wo und wann ich meine Truppen einsetzen werde. Ich kann nur sagen, dass wir kämpfen werden und uns auf den Sieg vorbereiten.“ Azzam Pascha war gerade von einem Kurzbesuch beim saudischen König Ibn Saud zurückgekommen. In Azzam Paschas Tasche, sagten Gehilfen, befand sich Ibn Sauds Versprechen den Großteil seines US-Öl-Vermögens (rund $20.000.000 pro Jahr) zur Modernisierung seiner Beduinenarmee und zur Bewaffnung der palästinensischen Araber für den Krieg gegen den Zionismus zu benutzen.

Der Arabische Hohe Rat für Palästina forcierte die Rekrutierung arabischer Soldaten und setzte für jedes arabische Dorf eine Quote fest: Ein Minimum von 30 Männern aus jedem Dorf, bis zu 120 in größeren.

Die Araber planten Aufstände, eine Wirtschaftsblockade, konzentrierte Angriffe auf jüdische Außensiedlungen und präzise Angriffe auf die langen, offenen Grenzen des verrückt zusammengestückelten jüdischen Staates. Die Araber sich mit der Aussicht auf einen bewaffneten Kampf abgefunden zu haben. Sie betrachteten die Teilung in ihrer jetzigen Form als so empörend, dass es keine Alternative gab.

Ebenso wie für den Frieden Kompromisse eingehen.