Yom HaGirusch: Das Innere der Geschichte des „Tags der Vertreibung“

Die weithin vergessene ethnische Säuberung, für die es in der Geschichte der Menschenrechtsverletzungen fast keine Parallele gibt.

Edwin Black, FrontPage Mag, 3. Dezember 2021

Sprechen wir über eine weithin vergessene ethnische Säuberung, die in der Geschichte der menschlichen Missstände kaum eine Parallele hat. Erinnern Sie sich an die koordinierte internationale Vertreibung von rund 850.000 Juden aus arabischen und muslimischen Ländern, wo sie volle 27 Jahrhunderte lang friedlich gelebt hatten? Wie manche wissen, legte die israelische Regierung 2014 den 30. November als Gedenktag dieser Massen-Gräueltat fest. Er hat keine wirkliche Identität oder einen Namen wie „Kristallnacht“. Aber ab heute werden wir ihn als Yom HaGirusch kennen – den „Tag der Vertreibung“.

Es ist ein Jahre dauernder Weg gewesen, um diese Identität zu identifizieren und festigen. Es begann in dem Augenblick, in dem Hitler 1933 an die Macht kam. Die internationale panarabische Gemeinschaft, von Palästina aus koordiniert und vier Kontinente umspannend, bildete eine lebhafte politische und später militärische Allianz mit den Nazis. Diese Partnerschaft funktionierte in der dünnen Luft der Regierungsflure, auf den von Krawallen zwiegespaltenen Straßen vieler Städte auf beiden Seiten des Ozeans und schließlich den schießpulergeschwängerten Gräbern und Fronten des von Krieg erstickten Europas. Der Vorarbeiter dieser Allianz war Haddsch Amin al-Husseini, der Großmufti von Jerusalem, aber er führte eine begierige Koalition arabischer Führer, die im Hohen Arabischen Rat organisiert waren, zusammen mit populären Anhängern von der arabischen Straße. Sie hatten sich mit der Ideologie und den Zielen der Nazis eins gemacht, wozu die Vernichtung der Juden und der Sieg über britischen Einfluss gehörten.

Nachdem der Mufti im Oktober 1937 der Strafverfolgung im jüdischen Palästina entkam, siedelte er nach Bagdad über. Der Irak wurde zum neuen Gravitationszentrum der Kollaboration der Araber mit den Nazis. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 hatten die irakischen Araber unter der Anleitung des Muftis alle möglichen Arten Nazi-Ideologie und Bündnisse in den Irak importiert. Am 1. Und 2. Juni 1941, als Deutschland kurz davor war Russland anzugreifen und arabisches Öl brauchte, begannen Nazi-Araber ein blutiges zweitätiges Pogrom gegen ihre jüdische Gemeinschaft, die dort seit 2.700 Jahren wohnte – eintausend Jahre vor Mohammed. Die Zusammensetzung arabisch-nazi trifft nicht nur zu, weil diese Araber in Wort und Tat Faschisten waren, sondern weil sie sich tatsächlich mit Deutschlands Nazi-Partei identifizierten. Einige der Randalierer trugen Hakenkreuze; viele waren sogar ei den Nürnberger Fackelmärschen mitmarschiert. Die Syrische Nationalsozialistische Partei legte sich eine Flagge zu, die der Nazideutschlands nachempfunden war.

In diesen Albtraum-Krawallen vom 1./2. Juni wurden Juden auf der Straße gejagt. Fand man sie, wurden jüdische Mädchen vor ihren Eltern vergewaltigt, Väter wurden vor ihren Kindern geköpft, Mütter wurden öffentlich wie Tiere behandelt, Babys wurden durchgeschnitten und in den Tigris geworfen. Die Mobs in Bagdad brannten Dutzende jüdischer Geschäfte nieder, drangen in jüdische Häuser ein und plünderten sie.

Wir werden nie erfahren, wie viel Hunderte ermordet und verstümmelt wurden, weil bei den folgenden Ermittlungen viele Angst hatten auszusagen. Aber dieses blutige Ereignis wurde als „Farhud“ bekannt, was gewalttätige Enteignung bedeutet. Der Farhud beschreibt den Anfang des Endes des irakischen Judentums – mehr als 140.000 Seelen.

Kurz bevor der Staat Israel 1948 seine Unabhängigkeit erklärte, versprach die Arabische Liga der Welt, sie werde eine Massenvertreibung all ihrer Juden durchführen. Die Arabische Liga koordinierte tatsächlich Formen und Vorgehensweisen in mehr als einem Dutzend Länder. Im Irak zum Beispiel wurde das Gesetz 51 zu Kriminalität modifiziert, um „zionstisch“ einzubeziehen – das als jeder Jude definiert werden konnte, der mit hebärischer Schrift auf einem Gebetsbuch gefunden wurde. Das Gesetz 1 zur Ausbürgerung wurde geändert, um Juden ihre lange schon gehaltene Staatsbürgerschaft abzuerkennen und dann erlaubte Gesetz 5 die Beschlagnahe jüdischen Vermögens.

Ähnliche Entrechtung wurde überall in der arabischen und muslimischen Welt wiederholt. Rund 2.000 Nazis führten und unterstützten diese Prozesse – ehemalige KZ-Wachen, Gestapo, SS-Offiziere und Wehrmacht-Kommandeure, die den Nürnberger Prozessen entkommen waren, um Hitlers Krieg gegen die Juden fortzusetzen – jetzt aber im Nahen Osten.

Gleichzeitig versprach die Arabische Liga in den neuen Staat Israel einzumarschieren. „Das wird ein Vernichtungskrieg und ein bedeutendes Massaker werden, von dem man wie von den mongolischen Massakern sprechen wird“, versprach Azzam Pascha, der Generalsekretär der Arabischen Liga.

Vier Monate lang bettelte der World Jewish Congress die Vereinten Nationen an, die damals in Lake Success (New York) zusammentraten, man möge die ethnische Säuberung aufhalten. War das ein Geheimnis? Kaum. Die New York Times war damals die führende Zeitung in den USA. Ihre fett gedruckte Überschrift mit Weckrufcharakter erklärte: „Juden in allen muslimischen Ländern in gravierender Gefahr“. Der Artikel führte markant die vertreibenden Länder auf und wie viele tausend Juden ethnische gesäubert werden würden. Französisch-Marokko: 190.000; Irak: 130.000; Algerien: 120.000, und so weiter, bis die Gesamtzahl die dunkle Summe von 900.000 erreichte.

In vielen Ländern wurde den Juden deutlich gemacht, dass sie, sollten sie Widerstand leisten, weiteren Farhuds unterzogen und dann in naziartige Konzentrationslager deportiert werden würden. Immerhin unternahmen arabische Regime während des Zweiten Weltkriegs, angeführt vom Mufti, Anstrengungen Juden nach Auschwitz zu schicken. Der Mufti war durch mehrere Lager geführt worden, darunter den Hauptsitz des SS-Lagersystems. Während des Krieges bauten lokale Vertreter überall in der arabisch beeinflussten Welt Konzentrationslager als Zentren für Sklavenarbeit und Folter auf. Von den Dutzenden Lagern in arabischen Ländern sind Namen wie Im Fout in Marokko, Djelfa in Algerien und Giado in Libyen als verblasste Fußnoten verloren gegangen.

Ende der 1940-er Jahre wurden den Farhud heraufbeschwörende Lieder populär und zahlreiche Mini-Farhud-Pogrome waren bereits durch die jüdischen Gemeinden gelaufen. So wurden die Juden eine Gemeinde nach der anderen an entlegene Orte gekarrt, wo heimliche Lufttransporte – oft von der Firma organisiert, die zu Alaska Airlines wurde – die Juden dann, gepackt wie die Sardinen, nach Israel ausflogen.

Die Araber glaubten, sie würden dem neuen Staat Israel eine demografische Bombe verschaffen. Aber Israels Flüchtlingslager waren recht temporär und die meisten der Hundertausende wurden komplett in den jüdischen Staat absorbiert. Diese Verbrechen gegen die Menschheit ließ Israels Bevölkerung fast um die Hälfte anschwellen, was die weitgehend europäische Bevölkerung des frisch unabhängigen Israel in eine verwandelte, die zur Hälfte sephardisch/mizrahisch war – die im Wesentlichen aus arabischen Staaten stammte. Diese von den arabischen Staaten betriebene Vertreibung straft die Verleumdung Lügen, dass Israelis ein Haufen gut situierter Juden aus London, Los Angeles und Lwiw sei. Und sie sie konzentriert und fokussiert die Frage der arabischen Flüchtlinge von 1948 neu.

1948 marschierte der neu gebildete und erschaffene Staat Jordanien in die Westbank ein und schuf sie erst. In drei offiziellen Konferenzen in Ramallah, Jericho und Hebron stimmten die Araber dafür keine eigene nationale Identität zu schaffen, sonder lieber Untertanen Jordaniens zu werden.

Als Israel 1964 bewiesen hatte, dass es nicht ins Meer getrieben werden konnte, half der sowjetische KGB die Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation zu arrangieren. Die Araber nahmen dann den Zionisten den Namen „Palästinenser“ weg – womit sie im Grunde Identitätsdiebstahl begingen. Niemand kann mir vor 1964 irgendeine Identifizierung von Arabern als Palästinenser zeigen. In The Edwin Black Show habe ich öffentlich um wenigstens ein einziges Beispiel gebeten. Dennoch ist für die Sache der „Palästinenser“ … auf Grundlage gefälschter Geschichte, gefälschter Fakten, jüdischer Ignoranz und den vergessenen Realitäten von 850.000 vertriebenen Juden eingetreten worden. Es hat in der Geschichte viele Vertreibungen und Zwangsmigration gegeben. Die Spanische Inquisition deckt im Großen und Ganzen einen einzelnen Bereich der Vertreibung ab. Der Tränenweg bezeichnet eine Kategorie der Zwangsmigration, nämlich die der amerikanischen Ureinwohner. Aber nie seit dem Römischen Reich hat die Welt erlebt, dass 15 Länder offen die Aberkennung und Vertreibung seiner Bürger einzig aufgrund ihrer Religion koordinieren.

Obwohl dieser gewichtige Akt immer eine Flamme war, die in den Familien der Enteigneten brannte, wurde er von der Welt vergessen. Der „Scha-Scha“-Virus kann ein gesamtes Volk infizieren, was beweist, dass es sowohl ein kollektives Gedächtnis als auch kollektives Vergessen gibt.

Ich selbst stolperte bei der Recherche für mein Buch Banking on Baghdad 2003 über den Farhud. Das weckte die Fackel der Erkenntnis neu. Das „Projekt Farhud-Anerkennung“, aktiviert von Sephardim in den USA, forderte lediglich, dass an den Massenmord erinnert wird. Ich tauchte tiefer in das Thema ein, was 2010 mein Buch The Farhud—Roots of the Arab-Nazi Alliance in the Holocaust zur Folge hatte; dieses verfolgte die arabisch-nationalsozialistische Allianz, die entsetzlichen Pogrome und die Nachkriegs-Vertreibung nach. Im Juni 2015 waren ich und eine Gruppe engagierter kommunaler Leiter in der Lage das zu tun, was viele von der Erinnerung versengte Familien als unmöglich bezeichnet hatten: In einer historischen Veranstaltung bei der UNO den Internationalen Farhud-Tag auszurufen, was von der UNO selbst weltweit gestreamt wurde.

Aber ich wollte immer mehr tun und der Massenvertreibung Identität und Hommage verleihen. Im November 2021 rief ich am 30. November mit Unterstützung meiner Kollegen in vielen Ländern in einer Sonderausgabe der Edwin Black Show den 30. November für immer als Gedenktag namens Yom HaGirusch aus.

Dieser Name, Yom HaGirusch, kennzeichnet den Punkt, an dem jüdische Gemeinden in vielen Ländern wieder einmal enteignet wurden, aber in der freien Nation Israel wieder Besitz erlangten. Der jüdische Staat ist jetzt im Besitz dieser Menschen und ihrer Nachkommen – und die wiederum besitzen jetzt den Staat. Besitz macht 90% des Überlebens aus. Israel ist zur Endstation der Juden geworden.

Von Marokko bis Indien  und vom Jemen bis Afghanistan wurden das Leben und Jahrhunderte Erbe verbrannt. Das geschah am hellichten Tag und mit kaum einem Murmeln der Welt. Es geschah nicht einmal fünf Jahre, nachdem die Welt erfuhr, dass sechs Millionen Juden vernichtet und weitere Millionen zu Flüchtlingen gemacht wurden. Schreiben Sie sich das auf. Yom HaGirusch. YomHaGirusch.com befindet sich jetzt noch in embryonaler Form, wird aber bald eine lebendige, weltweite Ressource und eine Warnung an die Welt sein, dass wir, wenn wir „Nie wieder“ sagen, das auch meinen.

Warum redet die EU weiter von den nicht existenten „Grenzen von 1967“, obwohl diese ausdrücklich nie als Grenzen gedacht waren?

Elder of Ziyon, 28. Oktober 2021

In einer Presseerklärung von Montag, die Israel vorwirft einen Plan voranzutreiben Häuser in Judäa und Samaria zu bauen, erklärte die EU (wie sie es buchstäblich hunderte Male zuvor schon tat): „Die Europäische Union hat ständig deutlich gemacht, dass sie keine Veränderungen an den Grenzen von vor 1967, auch in Bezug auf Jerusalem, anerkennen wird, außer denen, die von beiden Seiten vereinbart werden.“

Die EU hat diese Formulierung so lange verwendet, wie sie in ihrer jetzigen Form existiert – buchstäblich hunderte Male. Der konkrete Sprachgebrauch hier ist einer EU-Resolution aus dem Jahr 2011 entnommen, die palästinensische Eigenstaatlichkeit unterstützt.

Wenn Resolutionen wie diese formuliert werden, gibt es Komitees, die sich Tage oder Monate lang treffen, um die Worte zu gestalten, damit sie so präzise wie möglich sind.

Warum verweist die EU ständig auf Grenzen, die nie existierten?

Vor 1967 existierte Israel innerhalb von Waffenstillstandlinien von 1949. Diese Linien waren – darauf bestanden die Araber! – keine Grenzen. Die jordanisch-israelische Vereinbarung lautete sehr ausdrücklich: „Den in den Artikeln V und VI festgelegten Demarkationslinien des Waffenstillstands dieser Vereinbarung werden von den Parteien unbeschadet zukünftiger territorialer Regelungen oder Grenzlinien oder Ansprüchen einer der Parteien hierzu vereinbart.“

Es gab ähnlichen Sprachgebrauch in Israels Vereinbarung mit Ägypten. Aber diese wurde durch den israelisch-ägyptischen Friedensvertrag ersetzt, der die internationale Grenze zwischen beiden zog.

Was ist mit den Linien zwischen Jordanien und Israel?

Die Friedensvereinbarung der beiden von 1994 erscheint da sehr eindeutig:

Anhang I (a)

Abgrenzung und Ziehung der internationalen Grenzen zwischen Israel und Jordanien

1. Es wird vereinbart, dass in Übereinstimmung mit Artikel 3 des Vertrags die internationale Grenze zwischen den beiden Staaten aus den folgenden Sektoren besteht:

A. Die Flüsse Jordan und Jarmuk. B. Das Tote Meer. C. Das Emek Ha’arva/Wadi Araba. D. Der Golf von Aqaba.

Diese Vereinbarung tut zweierlei: Sie ersetzt die Waffenstillstandsvereinbarung von 1949, die die Quelle des „Grenzen von vor 1967“-Mythos ist und sie definiert die internationale Grenze zwischen Israel und Jordanien als den Jordan, das Tote Meer und so weiter.

Nicht zwischen „Palästina“ und Jordanien – zwischen Israel und Jordanien.

Es gibt einen winzigen Vorbehalt, der keinerlei rechtliche Auswirkung auf die tatsächlich definierten Grenzen zu haben scheint:

Die Ortophoto-Landkarten und Bildkarten, die die Linie zeigen, die Jordanien vom Territorium trennt, das 1967 unter die Kontrolle israelischer Militärregierung kam, soll die Linie enthalten, die in einer anderen Präsentation angedeutet wird und die Legende soll den folgenden Hinweis tragen: „Diese Linie ist die administrative Grenze zwischen Jordanien und dem Gebiet, das 1967 unter die Kontrolle israelischer Militärregierung kam. Jeder Umgang mit dieser Linie erfolgt ohne Berührung des Status des Territoriums.“

Die Vereinbarung sagt nicht, dass die Grenze zwischen Israel und Jordanien infrage steht. Sie weist an, dass alle Landkarten, die auf dieser Vereinbarung gründen, Sprachgebrauch beinhaltet, der besagt, dass der Rechtsstatus von Judäa und Samaria nicht festgelegt worden ist.

Gemäß dem anerkannten internationalen Recht werden Landkarten selbst allgemein als Beweis betrachtet, haben aber von sich aus keinen Rechtsstatus. Der Text auf einer Landkarte hat nicht dasselbe Gewicht wie eine juristische Vereinbarung, außer sie ist als Teil der Vereinbarung selbst angefügt. Das hat der IStGH 1986 entschieden.

Der entscheidende Punkt ist, dass der Vereinbarung selbst keine solche Landkarte angefügt wurde. Ohne sie ist der Text die einzige rechtliche Definition der Grenze zwischen Israel und Jordanien – was bedeutet, dass Israels Grenze gemäß dem Völkerrecht dort endet, wo die von Jordanien beginnt.

Welchen Rechtsstatus auch immer Judäa und Samaria haben, die Waffenstillstandslinien von 1949 waren weder 1949 noch 1967 rechtliche Grenzen und gewiss nicht nach dieser Vereinbarung von 1994.

Die EU weiß das. Sie bezeichnet die Waffenstillstandslinien von 1949 trotzdem als „Grenzen“.

In jedem anderen Zusammenhang wäre dies ein riesiger Skandal. Aber wenn es um Israel geht, werden Fakten plötzlich optional und Beschlüsse der EU werden von Narrativen getrieben.

Noch ein Satz Landkarten des Mandats Palästina

Yisrael Medad, My Right Word, 10. Oktober 2021

Beim Besuch der Büros des Israel Resource Center fand ich einen weiteren Satz Landkarten des Mandats Palästina in diesem Buch von 1948:

das sogar in der New York Times besprochen wurde.

Es gibt einen Satz Landkarten, die die Verkleinerung des Territoriums der jüdischen nationalen Heimstatt veranschaulicht, das vom Völkerbund bestätigt wurde:

links oben: Versprechen der Balfour-Erklärung 1917
oben rechts: Palästina nach der Abtrennung von Transjordanien durch Großbritannien 1922
unten links: Israel gemäß UNO-Teilungsplan 1947
unten rechts: Bernadotte-Plan 1948

Einzigartig daran ist, dass darin der Vorschlag des Bernadotte-Plans von 1948 enthalten ist (siehe auch hier).

Hier ist diese Karte im Detail:

Und hier zwei weitere:

Ein Buch von 1976 dokumentiert die ethnische Säuberung von Juden aus Jerusalem 1948 mit überwältigenden Fotos

Elder of Ziyon, 13. August 2021

Richard Pollack schreibt in JNS:

Vor kurzem stolperte ich über ein Fotobuch, dessen Bilder der gefeierte Kriegsfotografe John Phillips vom Magazin Life aufgenommen hatte. Das große, harmlos aussehende Buch trug den einfachen Titel „A Will to Survive“ (Überlebenswille). Nachdem ich durch einige Seiten blätterte, erkannt ich, dass ich eine Zeitkapsel betreten hatte, die die arabische Zerstörung des uralten Jüdischen Viertels in Jerusalem 1948 ein Denkmal setzte.

Es ist nicht nur ein dramatischer Bericht des Falls des Jüdischen Viertels 1948 aus erster Hand, sondern dokumentiert die Verbrannte-Erde-Taktiken der Arabischen Legion, die dort jedes Bauwerk, einschließlich all seiner Synagogen und Jeschiwen schleifte und niederbrannte. Die Araber vertrieben sämtliche Einwohner der Stadt, hauptsächlich wehrlose, alte orthodoxe Juden. Ihnen wurde eine Stunde gegeben, um Häuser zu räumen, in denen zumeist Großfamilien seit Jahrhunderten gelebt hatten.

Und kein internationales Gremium hat je Rechenschaft für die barbarischen Taten der Arabischen Legion nach der Kapitulation des Viertels gefordert.

Um diese Aufnahmen im Mai 1948 zu bekommen, gab sich Phillips in Jerusalem als britischer Offizier der Arabischen Legion aus. Er schmuggelte zudem seine Fotos hinaus, um arabischen Zensoren zu entgehen, die erpicht darauf waren die Plünderung des Jüdischen Viertels geheim zu halten.

Phillips setzte sich persönlicher Gefahr aus, um die Aufnahmen zu machen. Er kam undercover in den Nahen Osten und trug die Uniform der Arabischen Legion, einer von den Briten geschaffenen arabischen Armee, die von britischen Offizieren geführt wurde, von denen viele bei ihren Einheiten blieben, um gegen die Juden zu kämpfen. „Die arabische Bevölkerung hielt mich für einen britischen Offizier und ließ mich in Ruhe“, schrieb er.

Er war entsetzt von der arabischen Zensur. „In dem Bewusstsein, dass die Plünderung des Jüdischen Viertels die westliche Welt schockieren würde, versuchten die arabischen Obrigkeiten im gesamten Nahen Osten zu verhindern, dass die Nachricht bekannt würde. Jerusalem durfte unter keinen Umständen erwähnt werden“, schrieb er.

„Ich wusste, dass meine Bilder des Todeskampfs des Jüdischen Viertels im Papierkorb eines Zensors enden würden. Ich wollte nicht, dass das passiert und beschloss sie aus dem Nahen Osten zu schmuggeln.“

Ich fand eine Online-Ausgabe des Buchs. Die Fotos darin sind überwältigend.

Hier ist die Hurva-Synagoge in Trümmern.

Eine Ansicht der Zerstörung des Jüdischen Viertels von dort, wo heute der Vorplatz der Kotel ist; in der Mitte sind die Yosef-Synagoge und die Jeschiwa.

Juden sammeln sich zur Deportation vor der zerstörten Synagoge Tiferet Israel.

Weitere Fotos von Juden, wie sie überstürzt weggehen – sie hatten eine Stunde ihre Habseligkeiten zusammenzuraffen.

Hier sind Araber, die die Reste plündern – einschließlich, dass sie die Thora-Hüllen aus einer sephardischen Synagoge mitnehmen und eine Frau mit einer Kiste Matzen auf dem Kopf.

So sieht ethnische Säuberung aus.

Phillips kehrte 1976 zurück und interviewte Dutzende Juden, die 1948 in der letzten Schlacht um die Altstadt gekämpft hatten.

Ein Tagebuch aus dem belagerten Jerusalem

„Ich bin sehr durstig und es gibt nicht einen einzigen Tropfen Wasser im Haus. Ich muss auf die Straße hinunter gehen, vielleicht werde ich etwas zu trinken finden und daher muss ich das Schreiben unterbrechen.“ Ein kurzer Blick in Menachem Zvi Kadaris Tagebuch der Belagerung, einem Einwohner der Altstadt während Israels Unabhängigkeitskrieg.

Matan Barzilai, the LIbrarians, 28. Mai 2019

יומנו של מנחם צבי קדרי (Tagebuch von Menachem Zvi Kadari)

Heute erfuhren die Einwohner, dass die Front in Jerusalem ein neuer schwerer Schlag traf: Die Altstadt ist gefallen … die Verteidiger kapitulierten nach einem halben Jahr des Widerstands und heldenhafter Verteidigung, als wenige gegen viele standen, ohne Waffen und Ausrüstung angesichts eines gut ausgerüsteten Feindes. Es ist in der Tat interessant, dass der Fall der Altstadt keinen so traurigen Eindruck auf die Stadt machte wie vorherige schwere Schläge (Gush Etzion, Scheik Jahrrah usw.), als ob es sogar ein gewissen Gefühl der Erleichterung gab: Endlich ist es vorbei, die Frauen und Kinder wurden verschont, die meisten Verteidiger blieben ebenfalls am Leben, auch wenn sie einige Zeit in Gefangenschaft verbringen werden; Gott sei Dank auch dafür – so denkt mehr oder weniger ein einfacher Jerusalemer.

Mit diesen Worten beschreibt Menachem Zvi Kadari einen der schwierigsten und verzweifeltesten Augenblicke im Kampf um Jerusalem während des Unabhängigkeitskrieges. Der 23 Jahre alte, in Ungarn geborene Kadari, der an der Hebräischen Universität Bibel und Hebräisch studierte, schrieb ein Tagebuch, in dem er die Abfolge der Ereignisse die Zeit der Belagerung der Altstadt hindurch ausführlich beschrieb. In klarer und schöner Handschrift liefert er auf der Rückseite kleiner Karteikarten, begleitet von zierlichen Bildern einen anschaulichen und authentischen Bericht der öffentlichen Meinung der Menschen der belagerten Altstadt und aus diesen Karten werden bunte und faszinierende Charaktere Jerusalems lebendig. Hier sind einige davon:

An der Ecke der HaRav Koot-Straße sah ich plötzlich den alten Mann aus dem Jemen an der Mauer sitzen und mit erstaunlichem Eifer aus dem heiligen Zohar lesen; für ihn bleibt alles gleich, er saß und las hier schon vor der Belagerung und macht das in der Zeit der Gefahr weiter, durch den heftigsten Beschuss hindurch und sitzt selbst jetzt noch da.

Die Jungs im Studentenheim auf der Jaffa-Straße hatten eine private Wäscherin, eine kurdische Frau, die immer kam, um die Wäsche zu holen und zwei Tage später gab sie sie sauber und ordentlich zurück. […] Jedes Mal, wenn sie von jungen Leuten hörte, die starben, schien ihr Herz zu sinken. Sie hat keine eigenen Kinder, aber alle Jugendlichen Jerusalem sind ihre und sie fühlt den Schmerz und die Trauer über den Verlust eines jeden einzelnen von ihnen […] Als wir sie fragten: „Wann wirst du die saubere Wäsche bringen“, antwortete sie, wobei sie aufblickte: „Kann heute sagen, wann ich kommen werde? Gott weiß, wann ich in der Lage sein werde zu kommen.“ […] Das letzte Mal, ein paar Tage vor dem Waffenstillstand, nahm sie die Wäsche, brachte sie aber nicht wieder … eine niederträchtige Granate traf sie … ihr Mann brachte unsere saubere Wäsche, die ihre eigenen Hände uns nicht mehr hatten bringen dürfen … Hier in Jerusalem haben wir viele Opfer gehabt; alle sind in Erfüllung ihrer Pflichten gefallen, wer bei der Verteidigung, wer bei der Arbeit? … Mögen Sie unsere Sünde wiedergutmachen!

(Eintrag vom 15. Juni 1948)

Am 8. August, während der zweiten Pause in den Kämpfen, sieht Kadari:

Vier junge Männer mit Bärten und Schläfenlocken, gekleidet in Kaftane und Biberhüte, gehen vor mir her die Straße entlang – sie waren Hareidim der Naturei Karta – und das war ein wahrlich seltsamer und ungewöhnlicher Anblick: Sie hielten Gewehre in den Händen! […] Kann das wirklich wahr sein? Auf den Straßen der Stadt Jerusalem paradieren junge Männer in chassidischer Kleidung mit Schusswaffen und anderen Vernichtungswaffen! Wer hätte beten können, dass so etwas jemals geschieht?

Aber über die Personen hinaus beschreibt Kadari am besten, wie Jerusalem zwischen Verzweiflung und Hoffnung wechselt. Er erzählt von den auf die Großmächte gerichteten Augen, die Zwiespältigkeit der Straße Jerusalem gegenbüer den Angeboten von UNO-Vermittler Graf Folke Bernadotte, den Reaktionen der arabischen Länder, der Lebensmittelrationierung und den angespannten Stunden des Wartens – auf Brot und Nahrung, aber noch mehr – au fNachrichten und Information über das, was im Rest des Lands vor sich ging. So beschreibt er z.B. seine eigene trostlose Lage, während er von der Mitteilung aus Tel Aviv berichtet:

Dieser Sabbat war besonders ereignisreich, ein historischer Tag in der jüdischen Geschichte: Der Staat Israel wurde ausgerufen und sofort on Amerika und 38 anderen Ländern anerkannt. Ja, es gibt bei jeder Münze zwei Seiten: Die Armeen der arabischen Länder begannen ihre Invasion aus allen Richtungen und es gibt bereits bittere Konsequenzen: Sie haben mehrere Siedlungspunkte erobert […] die Schlacht im Gush Etzion ist komplett vorüber. Der gesamte Bereich ist erobert und die Kämpfer gefangen genommen worden. Oh! Zehn Jahre harter Arbeit haben sich in Rauch aufgelöst! Drei Siedlungen der religiösen Kibbuz-Bewegung, auf die die Augen der Jugend in der Diaspora gezogen wurden, wurden von der Karte gewischt […] Oh, was ist über uns hereingebraochen!“ („Ich bin sehr durstig und es gibt nicht einen Tropfen Wasser im Haus. Ich muss zur Straße hinuntergehen, vielleicht werde ich etwas zu Trinken finden und muss daher aufhören zu schreiben.“)

(Eintrag vom 16. Mai 1948)

Eintrag aus dem Tagebuch Kadaris

Die Belagerung der Altstadt dauerte bis zum 11. Juni; während dieser Zeit gab es einen furchtbaren Lebensmittelmangel („die Brotrationen wurden hundertfünfzig Gramm gekürzt und in wenigen Tagen wird werden sie auf hundert Gramm pro Person reduziert; na ja, das ist echter Hunger, aber man kann noch ein wenig mehr leiden!“ [6. Juni] Nach dem Ende der Kämpfe in Jerusalem verbesserte sich die Lage erheblich („im Tausch für Arbeit zahlen sie vierzig Grusch zusammen mit täglichelm Frühstück und Abendessen. Mit diesem Arrangement habe ich bereits nach nur zwei Tagen in der Lage gewesen meine Gürtelschnalle zu lockern und ich kann mich nicht mehr über Hunger beklagen“. [25. Juni]

Aus den Seiten von Kadaris Tagebuch tritt nicht nur existenzielle Notlage aus, aber auch seine persönlichen Gedanken über seine Zukunft und Studien, die vom Krieg unterbrochen wurden. Er nahm an politischen Treffen und kulturellen Konferenzen teil, beschäftigte sich mit Dingen der Sprache („Heute Nachmittag beschloss ich nach Hause zu gehen, trotz der Gefahr von Beschuss – sie haben bereits ein neues Wort für das Konzept: hafgaza [Beschießung]; das ist wohl der Jerusalem-Spirit!“) Und hin und wieder besucht er die Jerusalemer Häuser seiner Lehrer Gerschom Scholem, Mosche Zvi Segal und andere. Eines der Themen, die sich durch sein Journal ziehen, ist die zunehmende Lücke zwischen Tel Aviv, der Stadt, in der gerade der Staat ausgerufen worden war, und Jerusalem, das sich in Belagerung befindet:

Aus den Zeitungen erscheint es wahrlich so, dass es in Tel Aviv immer noch Leben gibt, trotz allem. Erst heute wurde der Öffentlichkeit verboten an den Strand zu gehen; die Theater und Kinos arbeiten wie immer […], nur in Jerusalem sitzen wir seit Monaten auf Wache an der Front. Als erstes wird die Stadt Jerusalem auf die Probe gestellt. Vielleicht wird sie die erste sein, die erlöst wird?

(Eintrag vom 9. Juni 1948)

Die Institutionen des jungen Staates und die IDF (die bis zum Tag davor die „Haganah“ war), sind in Tel Aviv konzentriert, währ end Jerusalem den Untergrundkämpfern wohlwollend ist. Mit Ausbruch der Kämpfe steckte Kadari, der in Tel Aviv heimisch war, in Jerusalem fest und das Tagebuch hindurch beschreibt er Versuche nach Hause zurückzukehren. Seine Beschreibung einer der berühmtesten Affären der Zeit – die Schüsse auf das Irgun-Schiff Altalena, als es sich der Küstenstadt nähertet, ist mit einer Dosis Rassismus vermischt:

Es gibt explosive Nachrichten von der internationalen Front: Die Irgun, die erkärte sich der Haganah anzuschließen und sich komplett den Regierungsinstitutionen zu fügen, brachte ein Waffenschiff für sich selbst und begann es zu entladen, mit der eindeutigen Absicht den Waffenstillstand zu verletzen […] Das Leben dieser Leute ist Krieg, Krieg um des Krieges willen. Interne Gefahr erwartet den Jischuw, Gott bewahre uns vor diesen Tunichtguten und fahrlässigen Abenteurern. […] Kein Wunder, dass die meisten Mitglieder von Irgun und Lehi aus den sephardischen Gemeinden kommen und wenn dem so ist, ist klar, woher der Fanatismus und blinde Enthusiasmus für ihre Tun kommt, sei es gut oder schlecht.

(Eintrag vom 23. Juni 1948)

Kadaris Tagebuch endet mit seiner Abreise nach Tel Aviv am 18. August. Nachdem die Kämpfe endeten, nahm er seine Studien an der Universität wieder auf. Kadari legte 153 seine Dissertation vor und wurde später Dozent an der Bar Ilan Universität. 1971 wurde er Rektor der Universität und Mitglied der Akademie für Hebräische Sprache. 1999 erhielt er den Israelischen Preis für das Studium der Hebräischen Sprache.

“The opinion of a simple Jerusalemite” (Die Meinung eines einzelnen Jerusalemers)

Menachem Zvi Kadari starb 2011. Sein persönliches Archiv wurde vor kurzem in der Nationalbibliothek hinterlegt und beinhaltet neben diesem Tagebuch faszinierende Dokumente über die Untergrund-Rettungsaktionen, an denen er sich in Ungarn und Rumänien nach der Besetzung durch die Nazis beteiligte, außerdem Entwürfe seiner Forschungspapiere und Vorträge sowie persönliche Dokumente und Korrespondenz.

Kadaris komplettes Tagebuch wird im Archiv der Nationalbibliothek Israels aufbewahrt.

Die Geschichten hinter der Reise der Exodus

Diese Video-Zeugenaussagen aus der Toldot Yisrael Collection bieten einen Blick hinter die Kulissen der Geschichte des berühmten Schiffes.

Shai Ben-Ari, the Librarians, 9. Juli 2020

Für eine bestimmte Generation verkörpert die Geschichte der Exodus, des Schiffes, das 4.500 jüdische Flüchtlinge aus dem Nachkriegseuropa ins Mandat Palästina fuhr, das Wesen der Gründung Israels – eine Reise, einen Exodus von den Höllentiefen des Holocaust zu den berauschenden Höhen von Unabhängigkeit und nationaler Selbstständigkeit.

Tatsächlich gibt es viele, die erst Dank „Exodus“ – dem erfolgreichen Hollywood-Film von 1960, auch wenn der Film nur sehr lose auf der Geschichte des echten Schiffes basiert – auf die Geschichte des modernen Staats Israel aufmerksam wurden.

Die Exodus bei ihrer Ankunft im Hafen von Haifa. The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Das Projekt Toldot Yisrael, das auf den verschiedenen Plattformen der israelischen Nationalbibliothek gehostet wird, war in der Lage mehrere Video-Interviews zu sammeln, die die wahre Geschichte der Reise der Exodus erzählen sowie einen seltenen Blick auf die Ereignisse zu werfen, die sich hinter den Kulissen ereignete.

Als Monica Levin den Film mit Paul Newman endlich sah, schockierte ihr Vater – Louis „Shorty“ Levin – seine Tochter damit, dass er ihr erzählte: „Ich möchte, dass du weißt, dass das Schiff mir gehörte…“

Levin war damals Eigner des Schiffs, als man es noch als „President Warfield“ kannte.

Die Exodus bei ihrer Ankunft im Hafen von Haifa. The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Die  Organisation, die schließlich „Shorty“ Levin das Schiff abkaufte, war als HaMossad LeAliyah Bet („Die Institution für Immigration B“) bekannt. Das war ein Arm der jüdischen Untergrundorganisation Haganah, die sich der Ermöglichung heimlicher, illegaler jüdischer Immigration ins Mandat Palästina verschrieben hatte.

Um ihre Aktivitäten zu tarnen, nutzte die Untergrundgruppe Fassadenorganisationen, hinter denen sie sich verbergen konnte. Als es dazu kam die President Warfield zu kaufen, lief alles über eine Strohmann-Firma, die einen sehr nichtjüdischen Namen hatte: „The Chinese American Industrial Corporation“. Der einzige Jude im Firmenvorstand war ein Agent der Haganah, der die Angewohnheit hatte fast überall aufzutauchen; es war der zukünftige Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek. Monica Levin erzählt unten die ganze Geschichte:

„Mr. Lopez, ich habe einen Umschlag für Sie. Haben Sie einen Umschlag für mich?“

Es waren schwierige Zeiten. Ein Drittel des Judentums war in Europa gerade ausgelöscht worden und die Männer und Frauen der verschiedenen zionistischen Organisationen hatten nicht die Absicht sich durch Bürokratie oder auch legale Hindernisse abschrecken zu lassen, die dem, was als Sache des schieren Überlebens angesehen wurde, im Weg standen.

Bevor man in der Lage war zu arrangieren, dass Schiffe jüdische Holocaust-Überlebende von Europa nach Palästina bringen konnten, mussten die Papiere dieser Schiffe in Ordnung gebracht werden. David Macarov war einer derer mit dem Auftrag mit diplomatischen Konsuln in New York zu reden, die die Flaggenpapiere bereitstellen konnten, die nötig waren, um zu diesen Rettungsreisen an Bord zu gehen. Es überrascht kaum, dass Macarov oft ein paar Handflächen schmieren musste. Ein für ihn typischer Satz wurde:

„Mr. Lopez, ich habe einen Umschlag für Sie. Haben Sie einen Umschlag für mich?“

In einer überraschenden Wendung offenbarte David Macarov, dass die Reise der Exodus an den Bananenpreis auf dem internationalen Markt gebunden war:

Ein Schiff nach Oklahoma?

Sam Schulman war einer der wenigen, die die President Warfield in ihrem Heimathafen in Baltimore bestiegen, auf ihrem Weg Flüchtlinge aus Frankreich einzusammeln. Selbst in einem befreundeten amerikanischen Hafen waren Diskretion und Geheimhaltung nötig.

Als Schulman den Pier erreichte, ging er auf die Männer zu, die das Schiff an den Docks bemannten…

„Ich sagte: ‚Ist das das Schiff, das nach Palästina fährt?‘ Sie sagten: „Nein, nein, nein, wir fahren nach Oklahoma.‘ Ich dachte nur: ‚Oklahoma hat keinen Zugang zum Meer…‘“

Schulman beschrieb dann detailliert die schicksalhafte Reise der Exodus, einschließlich dessen, wie das Schiff umgebaut wurde, um viele Flüchtlinge aufzunehmen sowie all die dramatischen Auseinandersetzungen mit der britischen Royal Navy…

Sie können hier hunderte Interviews mit den Männern und Frauen der Gründergeneration Israels finden und hier können Sie mehr über das Projekt Toldot Yisrael erfahren.

Die Rechtsgrundlage zur Anwendung israelischen Rechts in Judäa, Samaria und dem Jordantal

Maurice Hirsch, Palestinian Media Watch, 1. Juli 2020

Einleitung

Israel hat angekündigt, dass es israelisches Zivilrecht auf Bereiche von Judäa und Samaria sowie das Jordantal (das Gebiet, das von Jordanien nach 1948 in „Westbank“ umbenannt wurde) anwenden will, entweder am oder nach dem 1. Juli 2020. Obwohl das von manchen als übereilte politische Entscheidung betrachtet wird, lautet die fundamentalere Frage: Hat Israel nach dem Völkerrecht das Recht, das zu tun?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares – Ja.

  1. Der Völkerbund wies 1922 ganz Israel, einschließlich dieser Gebiete, dem Zweck zu, eine nationale jüdische Heimstatt zu schaffen. Kein anderes international anerkanntes Instrument hat diese Entscheidung ersetzt.
  2. Die arabischen Länder und die meisten arabischen Einwohner des vom britischen Mandat kontrollierten Palästina lehnten den UNO-Teilungsplan von 1947 ab, also hat dieser heute gemäß dem Völkerrecht keine Bedeutung.
  3. Kein anderes Land hat einen legalen Anspruch auf das Territorium.
  4. Judäa und Samaria sowie das Jordantal sind nie durch Staatsgrenzen vom Rest Israels abgetrennt worden.
  5. Die Anwendung israelischen Rechts auf Judäa, Samaria und das Jordantal sollte nicht als „Annexion“ bezeichnet werden, da Annexion die Aneignung von Territorium durch einen Staat auf Kosten eines anderen Staates ist.

Dementsprechend hat Israel gemäß dem Völkerrecht das Recht sein Zivilrecht auf diese Bereiche anzuwenden.

Der historisch-rechtliche Status von Judäa, Samaria und dem Jordantal 1517 bis 2020

Von 1517 bis 1917 war der gesamte Bereich Israels, einschließlich Judäas, Samarias und des Jordantals, Teil des Osmanischen Reichs. Während dieser Periode gab es in der Gegend keinen unabhängigen, souveränen Staat.

1916 trafen die britischen und französischen Imperien im Vorgriff auf das Ende des Ersten Weltkriegs unter Mitwirkung des Russischen Reiches eine Vereinbarung die Kontrolle über den Nahen Osten unter sich aufzuteilen. Die als „Sykes-Picot-Abkommen“ bekannte Vereinbarung teilte die Einflussbereiche und Kontrolle in einem Großteil des Nahen Ostens zwischen den beiden Reichen so auf, wie in der folgenden Karte dargestellt:

1917 gab die britische Regierung die Balfour-Erklärung ab:

Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, mit der Maßgabe, dass nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte. (Hervorhebung hinzugefügt)

Beim Treffen in San Remo in Italien im April 1920, wo die Zukunft der früheren Territorien des osmanischen Reiches diskutiert wurde, beschlossen die Haupt-Alliierten, die die Deutschen und die Osmanen besiegt hatten, dass einige Gebiete Staaten werden sollten. Was „Palästina“ betrifft, so beschlossen die Alliierten:

„Das Mandat wird dafür verantwortlich sein die ursprünglich am 2. November 1917 von der britischen Regierung gemachte und von den anderen alliierten Mächten übernommene Erklärung zugunsten der Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk in Palästina umzusetzen.“

Damals bestand „Palästina“ aus Israel (einschließlich Judäa, Samaria und dem Jordantal) sowie dem Territorium, das heute Jordanien ist.

Der Beschluss von San Remo wurde 1922 im Völkerbund-Mandat für Palästina verankert.

Die Präambel des Mandats bestätigte die Balfour-Erklärung und bestätigte erneut die historische Verbindung des jüdischen Volks zum Land Israel mit diesen Worten:

In Anbetracht dessen, dass die alliierten Hauptmächte … ferner übereingekommen sind, dass der Mandatar verantwortlich sein soll für die Verwirklichung der ursprünglich am 2. November 1917 durch die Regierung Seiner Britischen Majestät erlassenen und von den erwähnten Mächten anerkannten Deklaration zugunsten der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina, wobei klar verstanden ist, dass nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und die religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, beeinträchtigen würde; und

dass dadurch die Anerkennung der historischen Verknüpftheit (historical connection) des jüdischen Volkes mit Palästina und der Grundlagen für die Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte in diesem Lande erfolgt ist. (Hervorhebung hinzugefügt)

1923 wurde in Übereinstimmung mit Artikel 25 des Mandats eine Entscheidung getroffen das Mandat Palästina in zwei Instanzen zu teilen – „Palästina“ westlich des Jordan und „Transjordanien“, das mit der Zeit (1948) als Haschemitisches Königreich Jordanien anerkannt werden sollte. Die Vorkehrungen des Mandats zur Gründung der jüdischen nationalen Heimstatt, einschließlich durch Ansiedlung von Juden in dem Land, traf weiter auf das gesamte Gebiet westlich des Jordan zu. Die folgen Karte illustriert diese Teilung:

Während Artikel 80 der Charta der neu einberufenen Vereinten Nationen (die den Völkerbund ersetzen) die vom Mandat dem jüdischen Volk gewährten Rechte wahrte, ging die UNO in der Folge des Zweiten Weltkriegs erneut die Palästina-Frage an. Nach Betrachtung der verschiedenen vorgelegten Empfehlungen beschloss die Vollversammlung der UNO am 29. November 1947 die Resolution 181, bekannt als „Teilungsplan für Palästina“. Diese Resolution wollte das verbleibende Territorium Palästina in zwei neue Staaten teilen – einen jüdischen Staat und einen arabischen Staat – wobei die vorgesehenen neuen Grenzen der entstehenden Staaten in der folgenden Illustration zu erkennen sind:

Im Teilungsplan der UNO taucht kein Hinweis auf den Begriff „Westbank“ auf. Fakt ist: Bei der Ziehung der Grenzen des „arabischen Staates“ sagt die Resolution ausdrücklich: „Die Grenze auf dem Bergland westlich von Samaria und Judäa beginnt am Jordan“.

Während Repräsentanten des jüdischen Volks den Teilungsplan akzeptierten, lehnten ihn die arabischen Repräsentanten und die umliegenden arabischen Länder in seiner Gesamtheit ab und begannen aktive Vorbereitungen, um das gesamte Gebiet militärisch zu erobern. Die Reaktion der arabischen Repräsentanten und Länder machte die Umsetzung der Resolution 181 der UNO-Vollversammlung unmöglich und sie wurde nie vom UNO-Sicherheitsrat bestätigt.

Am 14. Mai 1948 erklärte Israel seine Unabhängigkeit ohne seine Grenzen festzulegen. Der neue Staat wurde sofort von einer Koalition aus 5 arabischen Staaten sowie von arabischen Kräften im ehemaligen Mandatsgebiet angegriffen, die zusammen anstrebten ihn auszulöschen. Die ägyptischen Streitkräfte griffen von Süden aus an, die libanesischen und syrischen von Norden und die jordanischen, begleitet von irakischen Kräften, griffen von Osten aus an.

Die jordanischen Streitkräfte attackierten und besetzten Judäa, Samaria und das Jordantal, die sie dann – zum ersten Mal – als „die Westbank“ bezeichneten. Die dieses Gebiet besetzenden jordanischen Streitkräfte zerstörten die bestehenden jüdischen Gemeinden und töteten oder vertrieben ihre Einwohner.

1949 schloss Israel „Waffenstillstands“-Abkommen mit den benachbarten arabischen Staaten. Die Waffenstillstandsvereinbarung mit Jordanien bestimmte, dass die gezogenen Demarkationslinien unter keinen Umständen als „Grenzen“ betrachtet werden dürfen.

So erklärte Artikel II der Waffenstillstandsvereinbarung:

Es wird zudem anerkannt, dass keine Vorkehrung dieser Vereinbarung in irgendeiner Weise die Rechte, Ansprüche und Haltung einer der Parteien hierzu einer endgültigen Friedensregelung der Palästinafrage vorgreifen soll; die Vorkehrungen dieser Vereinbarung sind ausschließlich durch militärische Überlegungen angeordnet.

Artikel VI.9 derselben Vereinbarung schreibt vor:

Die in den Artikeln V und VI dieses Abkommens definierten Waffenstillstandsabgrenzungslinien werden von den Vertragsparteien unbeschadet künftiger territorialer Siedlungen oder Grenzlinien oder der diesbezüglichen Ansprüche einer Vertragspartei vereinbart.

Die Waffenstillstandslinien sollten dann als „Grüne Linie“ bekannt werden.

Ein jordanischer Versuch Judäa, Samaria und das Jordantal zu annektieren wurde von der internationalen Gemeinschaft abgelehnt.

Artikel 24 der ursprünglichen Charta der palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) legte fest: „Diese Organisation [die PLO] übt keinerlei territoriale Souveränität über die Westbank im haschemitischen Königreich Jordanien, im Gazastreifen oder im Bereich von Himmah aus.“

Im Juni 1967 griff Jordanien Israel erneut an. In Verteidigung gegen den Angriff vertrieb Israel die jordanischen Besatzer und eroberte die Kontrolle über Judäa, Samaria und das Jordantal.

Mehrere Monate nach dem Ende des Sechstage-Krieges, am 22. November 1967, verabschiedete die NO die Resolution 242. Diese wird oft fälschlich so dargestellt, dass sie von Israel fordert sich auf die Grenzen von vor 1967 zurückzuziehen. Tatsächlich lautet sie wie folgt:

Der Sicherheitsrat,
mit dem Ausdruck seiner anhaltenden Besorgnis über die ernste Situation im Nahen Osten,
unter Betonung der Unzulässigkeit des Gebietserwerbs durch Krieg und der Notwendigkeit, auf einen gerechten und dauerhaften Frieden hinzuarbeiten, in dem jeder Staat der Region in Sicherheit leben kann,
ferner unter Betonung dessen, dass alle Mitgliedstaaten mit der Annahme der Charta der Vereinten Nationen die Verpflichtung eingegangen sind, in Übereinstimmung mit Artikel 2 der Charta zu handeln,

  1. erklärt, dass die Verwirklichung der Grundsätze der Charta die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten verlangt, der die Anwendung der beiden folgenden Grundsätze einschließen sollte:
    i) Rückzug der israelischen Streitkräfte aus Gebieten, die während des jüngsten Konflikts besetzt wurden;
    ii) Beendigung jeder Geltendmachung des Kriegszustands beziehungsweise jedes Kriegszustands sowie Achtung und Anerkennung der Souveränität, territorialen Unversehrtheit und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und seines Rechts, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen frei von Androhungen oder Akten der Gewalt in Frieden zu leben;
  2.  erklärt ferner, dass es notwendig ist,
    a) die Freiheit der Schifffahrt auf den internationalen Wasserwegen in der Region zu garantieren;
    b) eine gerechte Regelung des Flüchtlingsproblems herbeizuführen;
    c) die territoriale Unverletzlichkeit und politische Unabhängigkeit eines jeden Staates der Region durch Maßnahmen zu garantieren, die auch die Schaffung entmilitarisierter Zonen einschließen;
  3. ersucht den Generalsekretär, einen Sonderbeauftragten zu ernennen, der sich in den Nahen Osten begeben soll, um mit den beteiligten Staaten Verbindung aufzunehmen und zu unterhalten, mit dem Ziel, eine Einigung zu fördern und die Bemühungen zur Herbeiführung einer friedlichen und akzeptierten Regelung im Einklang mit den Bestim-mungen und Grundsätzen dieser Resolution zu unterstützen;4.ersucht den Generalsekretär, dem Sicherheitsrat baldmöglichst über den Stand der Bemühungen des Sonderbeauftragten Bericht zu erstatten. [Hervorhebung hinzugefügt]

Die Resolution 242 verlangt von Israel nicht sich aus „allen besetzten Gebieten“ zurückzuziehen, sondern fordert einen gerechten und dauerhaften Frieden, der sowohl Abzug Israels aus „besetzten Gebieten“ als auch „Respekt für die und Anerkennung der Souveränität, territorialen Integrität und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in dem Gebiet und ihr Recht in Frieden und sicheren sowie anerkannten Grenzen, frei von Bedrohung oder Gewaltakten zu leben“.

Frühere Entwürfe hatten zwar einen Rückzug Israels „aus den besetzten Gebieten“ vorgeschlagen, aber das Wort „den“ wurde in der vom Sicherheitsrat beschlossenen Endversion der Resolution gestrichen, um zu kennzeichnen, dass ein voller Rückzug Israels auf die 1949 eingerichteten Waffenstillstandslinien nicht gefordert ist.

Seit 1967 hat Israel Judäa, Samaria und das Jordantal über einen Militärbefehlshaber verwaltet. Im Gegensatz dazu wandte es seit kurz nach dem Sechstage-Krieg sein Zivilrecht auf umfangreiche Gebiete Jerusalems an.

Die Anwendung von israelischem Zivilrecht auf Judäa, Samaria und das Jordantal sollte nicht als „Annexion“ definiert werden, da sie nicht auf Kosten eines anderen Staates durchgeführt wird. Gemäß Rainer Hofmann in der Max Planck-Enzykolpädie für Internationales Recht bedeutet Annexion, „den gewaltsame Erwerb von Territorium durch einen Staat auf Kosten eines anderen Staates … Annexion steht im Gegensatz zur Übernahme von a) Terra Nullius [Latein für ‚Niemandsland‘],,,“ [Hervorhebung hinzugefügt]