Arabisches Bündnis

gefunden auf twitter:

1944 – die Araber wollten für die Nazis die Juden bekämpfen:

Nazis um arabische Brigade gebeten
London: Nach der Ankündigung der Bildung einer jüdischen Brigade haben zahlreiche Araber und Muslime die Reichsregierung aufgefordert einen unabhängige arabische Kampftruppe in der deutschen Armee zu bilden, berichtet die deutsche Nachrichtenagentur.
Große Anzahlen an in Deutschland und Satellitenstaaten lebende Muslime haben sich bereits freiwillig gemeldet, fügte die Agentur hinzu.

1948 wollten die Araber, dass zu den Nazis gehörende Kräfte ihnen helfen die Juden zu bekämpfen.

Nazi-Kampftruppen werden Araber unterstützen
Zweihundert jugoslawische Muslime, die für die „Arabischen Befreitungskräfte“ rekrutiert wurden, kamen diese Woche auf der S.S. Augustina in Beirut an, berichtete die libanesische Presse gestern.
Es handelt sich um ehemalige MItglieder der bosnischen Truppen, die während des Krieges von Vorsitzenden den Hohen Arabischen Rates organisiert wurde, um für die Nazis auf dem Balkan zu kämpfen.

Die UNO-Untersuchungskommission sagt, Israels Rechtsgrundlage sei Resolution 181. Das stimmt nun mal gar nicht.

Aber sie lügen aus einem israelfeindlichen Grund

Elder of Ziyon, 5. August 2022

UNO-Ermittler Miloon Kothari gab eine halbherzige, offensichtlich unaufrichtige Entschuldigung für seine Äußerungen von vor über einer Woche ab, die „jüdische Lobby“ kontrolliere die sozialen Medien und die Legalität Israels stehe insgesamt in Frage; er sagte: „Ich würde so weit gehen die Frage aufzuwerfen, warum sie [Israel] überhaupt Mitglied der UNO sind.“

Seine Reaktion darauf lautete:

Ich möchte auch klarstellen, dass mein Kommentar zu Israels Mitgliedschaft in der UNO getätigt wurde, um die Tatsache hervorzuheben, dass jedes Mitglied dieser Organisation Befunde und Empfehlungen hochhalten und respektieren sollte, die von ihr ausgegeben werden. Was ich hervorheben wollte, war die Nichterfüllung von UNO-Beschlüssen durch Israel bezüglich seiner Verpflichtungen unter dem Völkerrecht, eine Sorge, die die Kommission in ihrem ersten Bericht für den Menschenrechtsrat umfassend behandelte. An keiner Stelle in dem Interview stellte ich die Existenz des Staates Israel infrage. Im Gegenteil, bei mehreren Gelegenheiten während des fraglichen Medieninterviews habe ich die Existenz des Staates Israel verteidigt. Das steht in voller Übereinstimmung mit der Position der Kommission, wie es auch in unserem ersten Bericht erklärt und im Brief an den Vorsitzenden beim Präsidenten des Rats betont wurde. „Die Kommission stellt weder den Status noch die Mitgliedschaft eines der betreffenden Staaten oder ihres Auftrags infrage. Die Grundlagen für die Legalität des Staates Israel neben der des Staates Palästina wurden von der Resolution 181 der Vollversammlung gelegt und sind nicht und werden niemals von dieser Kommission infrage gestellt.“ Ich hatte nicht vor anzudeuten, dass Israel aus den Vereinten Nationen ausgeschlossen werden sollte.

Er behauptet, dass die Resolution 181 der UNO-Vollversammlung die Rechtsgrundlage für den Staat Israel sei. [Er behauptet auch, es gebe einen „Staat Palästina“ – den gibt es nicht! – heplev]

Das ist nicht einmal ansatzweise wahr.

Zu allererst besitzen Resolutionen der Vollversammlung keinen Status im Völkerrecht.

Zweitens können sie die Resolution 181 lesen: Sie erklärte keinen jüdischen und arabischen Staat in Palästina. Sie empfahl dem Sicherheitsrat die Umsetzung von Maßnahmen, die dort aufgelistet werden und vorschlugen, wenn einer oder beide Staaten ihre Unabhängigkeit erklären würden, dann würde die UNO ihren Antrag auf Mitgliedschaft mit Wohlwollen behandeln.

Als die Araber die Resolution ablehnten, wurde sie hinfällig. Das ist insofern nützlich, als es zeigte, dass die UNO mit überwältigender Mehrheit einen jüdischen Staat in Palästina befürwortete, aber es hat kein rechtliches Gewicht.

Manche Leute behaupten, Israel selbst habe UNGA 181 in seiner Unabhängigkeitserklärung als Rechtsgrundlage verwendet. Es stimmt, dass Israels Unabhängigkeitserklärung als eine von vielen Gründen zur Unterstützung des Rechts des jüdischen Volks auf einen Staat auf die Resolution verwies, aber das ist keine Rechtsgrundlage dafür. In der Erklärung heißt es:

Im Jahr 5657 (1897) berief der spirituelle Vater des jüdischen Staates, Theodor Herzl, den Ersten Zionistischen Kongress ein und erklärte das Recht des jüdischen Volks auf nationale Wiedergeburt in seinem eigenen Land.

Das Recht wurde in der Balfour-Erklärung vom 2. November 1917 anerkannt und im Mandat des Völkerbundes bekräftigt, das insbesondere der historischen Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und Eretz Israel und dem Recht des jüdischen Volks seine nationale Heimstatt wieder zu errichten international positive Bestätigung gab.

Die Katastrophe, die das jüdische Volk vor kurzem heimsuchte – das Massaker an Millionen Juden in Europa – war eine weitere deutliche Demonstration der Dringlichkeit das Problem seiner Heimatlosigkeit durch die Wiedergründung von Eretz Israel als jüdischem Staat zu lösen, was die Tore der Heimat jedem Juden weit öffnen und dem jüdischen Volk den Status eines mit den vollständigen Privilegien ausgestatteten Mitglied der Gemeinschaft der Nationen übertragen würde.

Überlebende des Nazi-Holocaust sowie Juden aus allen anderen Teilen der Welt migrierten weiter nach Eretz Israel, unverdrossen angesichts von Schwierigkeiten, Einschränkungen und Gefahren; und sie hörten nie auf ihr Recht auf ein Leben in Würde, Freiheit und ehrliche Arbeit geltend zu machen.

Im Zweiten Weltkrieg trug die jüdische Gemeinschaft in diesem Land ihren vollen Anteil am Kampf für Freiheit und friedliebende Nationen gegen die Kräfte der Nazi-Boshaftigkeit bei und durch das Blut ihrer Soldaten und ihre Kriegsbemühungen das Recht gewannen zu den Völkern zu gehören, die die Vereinten Nationen gründeten.

Am 29. November 1947 beschloss die UNO-Vollversammlung eine Resolution, die zur Gründung eines jüdischen Staates in Eretz Israel aufrief; die Vollversammlung verlangte von den Einwohnern von Eretz Israel Schritte zu unternehmen, die ihrerseits notwendig waren die Resolution umzusetzen. Diese Anerkennung des Rechts des jüdischen Volks auf Gründung seines Staats durch die Vereinten Nationen ist unwiderruflich.

Dieses Recht ist das natürliche Recht des jüdischen Volks wie das Recht jeder anderen Nation auf seinen eigenen, souveränen Staat Herr seines eigenen Schicksals zu sein.

ENTSPRECHEND SIND WIR, DIE MITGLIEDER DES VOLKSRATS, REPRÄSENTANTEN DER JÜDISCHEN GEMEINSCHAFT VON ERETZ ISRAEL UND DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG AM TAG DER BEENDIGUNG DES BRITISCHEN MANDATS ÜBER ERETZ ISRAEL VERSAMMELT UND AUFGRUND UNSERES NATÜRLICHEN UND HISTORISCHEN RECHTS UND DER KRAFT DER RESOLUTION DER UNO-VOLLVERSAMMLUNG ERKLÄREN WIR HIERMIT DIE GRÜNDUNG EINES JÜDISCHEN STAATS IN ERETZ ISRAEL, DER ALS STAAT ISRAEL BEKANNT SEIN WIRD.

Die Resolution 181 war eines von vielen Beweisstücken, die zeigen, dass Juden das Recht auf einen eigenen Staat haben. Sie war nicht die Rechtsgrundlage für diesen Staat.

Was ist dann die Rechtsgrundlage für den Staat Israel?

Diese juristische Analyse aus dem Jahr 2004 hält fest:

Sir Lauterpacht, ein berühmter Experte für internationales Recht und Herausgeber von Oppenheim’s International Law, stellte klar, dass von einem Rechtsstandpunkt aus die UNO-Teilungsresolution von 1947 weder gesetzgebende Eigenschaft um Juden noch um Arabern territoriale Rechte zu verleihen. In einer Monographie mit Bezug auf einen der komplexesten Aspekte der Territorialfrage, dem Status Jerusalems, schrieb Lauterpacht, dass der „Teilungsplan“, um bindende Kraft zu haben, aus dem Prinzip pacta sunt servanda hätte entstehen müssen; das heißt, von dem vorgeschlagenen Plan abweichenden Vereinbarung. Im Fall Israels erklärt Lauterpacht:

„… dass Israel entsteht, hängt rechtlich nicht von der Resolution ab. Das Existenzrecht eines Staates rührt von seiner faktischen Existenz her – insbesondere, wenn diese Existenz fortdauert, alle Zeichen der Fortdauer zeigt und von der Allgemeinheit der Nationen anerkannt wird.

In der Durchsicht der Argumente Lauterpachts fügte Professor Stone hinzu, dass Israels „Legitimität“ oder die „Rechtsgrundlage“ für seine Geburt nicht beim „Teilungsplan“ der UNO liegt, der als Folge des arabischen Handelns zur Totgeburt wurde. Professor Stone schloss:

„… Der Staat Israel rührt damit rechtlich nicht aus dem Teilungsplan her, sondern ruht (wie bei den meisten Staaten der Welt) auf der Behauptung der Unabhängigkeit durch sein Volk und seine Regierung, auf der Verteidigung dieser Unabhängigkeit mit Waffen gegen den Angriff anderer Staaten und auf der Gründung einer geordneten Regierung innerhalb des Territoriums unter seiner stabilen Kontrolle.“

Das ist Israels Rechtsanspruch auf Eigenstaatlichkeit – als Staat überleben und anerkannt werden. Und wenn die Untersuchungskommission die Grundfakten nicht kennt, ist sie zu inkompetent um überhaupt etwas zu tun.

Aber sie kennt die Wahrheit nicht und sie lügt aus einem bestimmten Grund.

Kothari macht hier zwei falsche Annahmen: dass Israels Rechtsgrundlage auf Resolution 181 gründet und auch, dass der „Staat Palästina“ dieselbe Rechtsgrundlage hat. Das ist doppelt absurd: 181 ist nicht nur NICHT rechtlich bindend, sondern die palästinensischen Araber der damaligen Zeit lehnten ihn ab – was genau das der Grund ist, dass sie nicht rechtlich bindend sein kann! Sie können die Uhr nicht zurückdrehen und sagen: Sorry, wir akzeptieren jetzt UNGA 181, Jahrzehnte, nachdem wir zerrissen haben.

Es scheint, die Kommission erfindet den Anspruch, 181 sei die Rechtsgrundlage für Israel, um vorzugeben, die Palästinenser hätten den gleichen Anspruch auf Eigenstaatlichkeit wie Israel!

Das ist eine atemberaubend zynische Verdrehung des Völkerrechts, um eine Rechtsgrundlage für palästinensische Eigenstaatlichkeit zu schaffen – und sobald Sie einsehen, dass das eine Lüge ist, könnten Sie sich fragen, was genau überhaupt die Rechtsgrundlage für einen nicht existenten Staat Palästina ist.

Diese Analyse zeigt, dass diese Kommission auf reichlich Lügen gründet.

(h/t Myths and Facts)

Kenne deine Geschichte – AmYisrael Chai

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Die jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern

Nach Israels Wiedergeburt 1948 flohen mehr als 850.000 Juden vor zunehmender Verfolgung aus arabischen Ländern oder wurden vertrieben. Sie wurden heimatlos, obwohl einige ihrer Gemeinschaften mehr als 2.000 Jahre alt waren. Als junger Staat mit rund 650.000 Einwohnern begann Israel trotzdem nicht nur Holocaust-Überlebende aufzunehmen, sondern auch Juden, die aus arabsichen Ländern flohen.

Abnehmende jüdiche Bevölkerung in Ländern des Nahen Ostens:

 19482016
Algerien140.00050
Ägypten 75.000100
Iran100.0009.000
Irak150.0000
Libanon 20.000200
Marokko265.0002.300
Syrien 30.000100
Tunesien105.0001.100
Jemen 55.00050
Gesamt978.00012.900

In der Folge des Kriegs von 1948 waren mehr als 850.000 Juden gezwungen arabische Länder zu verlassen, in denen Juden seit zwei Jahrtausenden lebten.

Die Krawalle in Aleppo 1947 zwangen fast alle Juden zur Flucht

Bataween, Point of No Returen, 29. Juli 2022

Es ist 75 Jahre her, dass der Ausbrauch grausamer Krawalle in Aleppo (Syrien) den Exodus fast aller seiner jüdischen Einwohner innerhalb von fünf Jahren erzwang. Joel D. Parker traf einen Überlebenden des Krawalls. Geschichtsbücher behaupten, 75 Juden seien getötet worden, aber der Zeuge scheint einen zeitgenössischen Bericht zu bestätigen, dass es umfangreiche Schäden an Eigentum gab, aber kein Jude starb.

Der Hof der Großen Synagoge von Aleppo. Das Bebäude wurde bei den Krawallen 1947 niedergebrannt (Foto: Diarma)

Joel D. Parterr twitterte den folgenden Bericht eines Überlebenden:

Ich konnte gestern mit einem 88-jährigen jüdischen Mann aus Aleppo sprechen und es war staunenswert. Er konnte Einzelheiten der Krawalle vom 29. November 1947 berichten, als hätten sie erst gestern stattgefunden. Er war etwa 13 und seine Schule wurde niedergebrannt.

Auf seinem Schulhof, der direkt neben der Hauptsynagoge im jüdischen Viertel lag, war er Zeuge zerrissener und verbrannter Thora-Rollen und gibt an, als einer der ersten in der Synagoge gewesen zu sein, um nach dem Aleppo-Codex (Keter Aram Tzova) zu sehen.

Er erinnerte sich, dass er und seine Familie sich während der Krawalle unbewaffnet in ihrem Haus versteckten und versuchten die Vordertür mit ihren Möbeln zu blockieren. Er sagte, sie wussten, das würde nicht halten. Sie konnten die Mobs der Leute draußen hören.

Er schätzte, dass es 100.000 Menschen [wahrscheinlich eine Übertreibung] aller politischer Strömungen gab, hauptsächlich, aber nicht nur Muslime, die herumrannten und skandierten: „Filastine Biladna, wa’al-Yahud Kalabna“ (Palästina ist unser Land und die Juden sind unsere Hunde.“)

Obwohl praktisch jede jüdische Institution bei den Krawallen beschädigt wurde, darunter 13 Synagogen, drei moderne Oberschulen und weitere jüdische Clubs usw., wurde kein einziger Jude von den Randalierern getötet [glaubt er]. Nur ein alter Mann hatte einen Herzinfarkt.

Er sagte, die Regierung befahl auf höchster Ebene [d.h. Präsident Quwatli] persönlich die Protestler sollten Blutvergießen vermeiden. Sie wollte eine Botschaft vermitteln, wollte aber nicht ihre neugewonnene Unabhängigkeit verspielen.

Leider wurde diese sehr deutliche Botschaft von der jüdischen Gemeinschaft als Warnung verstanden das Land zu verlassen, weil das nächste Mal nicht gewaltfrei sein könnte. Rund 6.000 der 10.000 Juden sollten in den folgenden Monaten weggehen und bis 1954 gab es in Aleppo praktisch keine Juden mehr.

Abraham Elmaleh berichtet in Had HaMizra vom 12. November 1948:

„Im Monat Kislew 5578, eine Weile nach Beginn der traurigen Ereignisse in Israel, brachen bei den Juden von Aleppo furchtbare Krawalle aus. Und diese berühmte biblische jüdische Siedlung wurde komplett zerstört. Mehr als hundert jüdische Häuser, fünf jüdische Lager und Geschäfte, fünf jüdische Schulen, der jüdische Jugendclub, das jüdische Waisenhaus und mehr als zehn Synagogen wurden ihre Möbel und Hausrat genommen. Einhundertfünftausend Thora-Rollen wurden zusammen mit ihren Kronen und den Silber- und Goldkronen darauf, rund 4.000 Gebetbücher, Talmud und Kommentare wurden allesamt von arabischen Randalierern verbrannt und zerstört.

A page from the ‘Keter’

Der größte Schaden wurde an der uralten Synagoge verursacht, die vor rund 1.500 Jahren gebaut wurde und sie wurde in Brand gesetzt. Tausende Forscher und Gelehrte sowie berühmte Orientalisten sollten sich an sie wenden, um ihre kostbare Sammlung an Büchern und Thora-Rollen zu untersuchen. Unter den wertvollen alten Schätzen, die die Randalierer in Aleppo in dieser Synagoge zerstörten, ist besonders das antike, als „Keter“ bekannte, Thora-Buch zu erwähnen, das dem Schriftgelehrten Esra zugeschrieben wird und in goldenen Buchstaben geschrieben war; sein Preis wurde auf tausende Pfund geschätzt. (Das Keter wurde tatsächlich gerettet, obwohl einige seiner Seiten fehlten, nach Israel geschmuggelt und befindet sich jetzt in Jerusalem – red.). Dasselbe Keter wurde zu Professor Kasuto von der Hebräischen Universität geschickt, damit er Originalverse daraus kopieren konnte. Hunderte jüdische Schüler sind ohne Thora unterwegs, ohne Bildung, weil die Regierungen Syriens und des Libanon die Schulgebäude der Alliance Israelite Universelle und anderer Institutionen beschlagnahmten, um hunderte aus Israel geflohene  arabische Flüchtlinge zu beherbergen.

Witwen, die auf alles mit Nächstenliebe reagierten, sind in zu trostlosen Armen geworden, die sich auf Laubhaufen wälzten, ohne ihre Haut zu bedecken und ohne einen Fetzen, um ihren Köpfen Schatten zu geben. Hunderte anderer Juden sind jetzt nackt, durstig und barfuß, sie warten auf das Erbarmen des Himmels. Das sind die schwersten Schläge, die den Oberhäuptern der syrischen Juden zugefügt wurden.“

„Juden schießen auf Juden“: Ein Blick zurück auf die Tage der Altalena-Affäre

Die Altalena-Affäre bleibt eine der umstrittensten Episoden in der Geschichte des Staates Israel. Die Versenkung der Altalena war der Höhepunkt einer dramatischen internen Krise, die drei angespannte Tage angehalten hatte. Eine gründliche Analyse der Reihe der Ereignisse bietet ein komplexeres Bild. Mit neuen Fotos der in Tel Aviv verhängten Ausganssperre

Shir Aharon Bram, the Librarians, 5. Juli 2022

Soldaten und Zivilisten sehen zu, wie die Altalena vor der Küste von Tel Aviv brennt. (Foto: GPO)

„Ein mit Waffen beladenes Schiff ist an der Küste des Landes angekommen und wurde von Irgun-Kräften beschlagnahmt. Die Regierung des Staates Israel ist zu einer einstimmigen Entscheidung gelangt und befahl den Israelischen Verteidigungskräften alle Maßnahmen zu anzuwenden um die Waffen in Regierungsgewahrsam zu überführen.“

Im Juni 1948, nur Wochen nachdem der Staat Israel sich für unabhängig erklärte, wurde die obige Botschaft auf Hebräisch gedruckt auf Flugblättern überall in Tel Aviv ausgehändigt. Die Altalena, ein Schiff mit neuen Zuwanderern, Irgun-Kämpfern und einer großen Ladung an Waffen, lag vor der Küste von Tel Aviv vor Anker. Die israelische Regierung nahm seine Ankunft als Bedrohung der eigenen Macht wahr. Das bittere Finale dieser Episode ist bekannt: Nachdem die Seiten es verfehlten sich zu einigen, wurde die Altalena versenkt und mancher würde sagen, die Affäre blieb bis heute eine offene Wunde. Doch die Ereignisse, die sich in den dramatischen Tagen zwischen der Ankunft der Altalena und ihrer Versenkung sind der Öffentlichkeit weniger bekannt und sie offenbaren einiges über den Zustand des jungen Staates.

Die brennende Altalena. Eine der vom Strand aus geschossenen Granaten traf den Lagerraum des Schiffes und setzte es in Brand. Das Feuer verbreitete sich schnell und die Passagiere waren gezwungen das Schiff zu verlassen.

Erstes Ziel Tel Aviv?

Die Altalena machte sich nach einer langen Verzögerung und ohne Menachem Begin, den Kommandeur der Irgun, zu informieren, auf den Weg. „Die Irgun“ war der übliche, im Englischen verwendete Begriff für die im Hebräischen als HaIrgun HaZwai HaLeumi Be’Eretz Yisrael („die nationale militärische Organisation im Land Israel“) oder kurz HaEtzel bekannte Gruppe. Die Irgun hatte als rechte Untergrundgruppe in der Zeit vor der Staatsgründung sowohl gegen die Briten als gegen die Araber gekämpft. Im Juni 1948 war sie nicht länger im Untergrund, musste aber noch voll mit der IDF zusammengeführt werden.

Das Schiff hatte im Mai abfahren sollen, bevor die Irgun eine Vereinbarung zur Entwaffnung unterschrieb und bevor der von der UNO angeführte Waffenstillstand und das internationale Waffenembargo in Kraft traten. Da er nicht in der Lage war das Schiff aufzuhalten, nahm Begin es auf sich in der Situation zu vermitteln, aber er war nicht sonderlich erfolgreich. Ben-Gurion und die israelische Regierung befahlen der Altalena vor der verlassenen Küste von Kfar Vitkin nördlich von Tel Aviv zu ankern, wo seine Passagiere es verlassen und die Waffen übergeben werden sollten. Dort fand die erste Konfrontation statt. Die Besatzung des Schiffs begann die Ladung, Passagiere und Kämpfer zu entladen, während die IDF den Strand umstellte. Kurz drauf versuchten Irgun-Kräfte die Barrikaden zu durchbrechen, was zu einem Feuerwechsel führte, der vier Irgun-Mitglieder und zwei Soldaten tot zurückließ.

Die Altalena auf ihrem Weg nach Israel. Das Schiff war voller Kämpfer, neuer Immigranten und Holocaust-Überlebenden sowie Waffen und Nachschub. Die meisten Immigranten gingen in Kfar Vitkin von Bord und auch ein Teil des Nachschubs wurde entladen. (Foto: Israels Staatsarchiv)

Nach dem Kampf kehrten viele Irgun-Mitglieder (darunter Begin) zur Altalena zurück, die sich dann auf See zurückzog. Gleichzeitig fand in Beit Dagan ein weiterer Kampf zwischen der IDF und Mitgliedern der Irgun statt. In diesem Fall gab es sogar einige ehemalige Irgun-Mitglieder, die bereits in der IDF dienten und aus der Armee desertierten, um ihren Kameraden zu Hilfe zu kommen, nachdem sie Gerüchte von den Ereignissen mit dem Schiff und dem folgenden Kampf hörten.

Nachdem sie auf See geflohen war, beschlossen, die, die an Bord der Altalena waren, nach Tel Aviv zu fahren, dem ursprünglichen Zielort des Schiffes. Die Wahl war kein Zufall: Die junge Stadt wurde als wohlwollende Hochburg der Irgun betrachtet (ganz im Gegenteil zu ihrem aktuellen Image) und die Anlandung eines hebräischen Waffenschiffs in Israels größter und zentraler Stadt hätte der Irgun Ruhm und öffentliche Unterstützung für den Fall einer weiteren Konfrontation eingebracht. Die Irgun plante auch einige der Waffen an ihre Kämpfer zu schicken, die um die Befreiung Jerusalems kämpften, in der Hoffnung die Heilige Stadt und den Tempelberg zu sichern.

Irgun-Kämpfer sitzen während der Ausgangssperre in Tel Aviv auf einem gepanzerten Fahrzeug. Auf dem Fahrzeug sind die Abzeichen der Irgun mit den hebräischen Worten rak kakh („allein wir“) neben einem Bild ein Gewehr und der Umriss der biblischen Grenzen Großisraels. (Foto: Boris Carmi, Meitar Sammlung, Pritzker Family National Photographic Collection, Nationalbibliothek Israels)

Die israelische Marine schickte zwei Fregatten, um die Altalena davon abzuhalten die Strände von Tel Aviv zu erreichen, aber Kapitän Monroe (Emanuel) Fein, ein erfahrener früherer Kommandeur eines Schiffs der US Navy, schaffte es ihnen auszuweichen. Der folgende Feuerwechsel richtete nicht viel Schaden an. Später wurde beschlossen die Altalena rund 100 Meter vor dem Strand auf Grund zu setzen, um eine klare Botschaft zu vermitteln: Ein Schiff, das auf Grund gelaufen war, betreibt keine Rebellion. Die auf der anderen Seite betrachteten die Dinge allerdings anders. Das Hauptquartier des Palmach befand sich im Hotel Ritz am Strand und die Altalena ging direkt gegenüber vor Anker. Die Armee-Befehlshaber fürchteten, dass Irgun-Anhänger erneut zur Unterstützung des gestrandeten Schiffs eilen würden, wie es in Kfar Vitkin und Beit Dagan der Fall war. Angesichts der fehlenden Kommunikation und Verständnisses zwischen IDF und Irgun glaubte Ben-Gurion, dass ein echter Putschversuch im Gang war, der die Autorität des Staates untergraben und eine konkurrierende Streitkraft errichten könnt.

Abraham Stavsky (im weißen Hemd) an Bord der Altalena. Stavsky war einer der zwei des Mordes an Chaim Arlosoroff beschuldigten; er wurde in einem Gerichtsverfahren freigesprochen. Stavsky wurde an Bord der Altalena druch einen vom Strand abgegebenen Schuss getötet. Neben Stavsky steht Eliyahu Lankin (Brillenträger), der Kommandeur des Schiffes. (Foto: Israelisches Staatsarchiv)
Die gezielt vor dem Strand von Tel Aviv auf Grund gesetzte Altalena sollte eine klare Botschaft senen, dass es keine Absicht gab den Strand koste es, was es wolle zu erreichen. Zwei weitere Flüchtlingsschiffe waren 1939 an derselben Stelle auf Grund gelaufen. (Foto: Benno Rothenberg, Israelisches Staatsarchiv, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels)

Die Ausgangssperre: Die Kiryati-Brigade riegelt die hebräische Erste Stadt ab

Weil die Altalena vor Tel Aviv ankerte, gab es ein Dringlichkeitstreffen der Regierung und sie verhängte eine Ausgangssperre über die Stadt. Kräfte der Kiryati-Brigade stellten Straßensperren auf und evakuierten Zivilisten aus allen Bereichen in der Nähe der Küste. Cafés wurden auf Befehl des Militärs geschlossen. Weil befürchtet wurde, dass zivile Regierungsinstitutionen und das militärische Hauptquartier in Tel Aviv zu Zielen würden, gab der Kommandeur der Kiryati-Brigade, Michael Ben-Gal (Rabinowitsch) einen allgemeinen Befehl aus, sofort „alle Kräfte in der Verteidigungszone von Tel Aviv zu rekrutieren … um allen Verkehr entlang der bekannten Routen mit Ausnahme von Personen mit Sicherheitsausweis, Versorgungsfahrzeugen und Armeeeinheiten zu blockieren“. Yitzhak Rabin, der zufällig vor Ort war, übernahm das Kommando. Die Altalena schickte in einem weiteren Versuch zu verhandeln ein kleines Boot an Land, aber auch das war nicht von Erfolg gekrönt.

Bewaffnete Soldaten setzen die Ausgangssperre auf Tel Avivs Straßen direkt am Strand druch, wo die Altalena ankerte. Die junge Stadt wurde als die Irgun unterstützend angesehen, wo das Schiff deshalb ursprünglich hatte anlegen wollen. (Foto: Benno Rothenberg, Staatsarchiv Israel, Meitar Collection, the Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels)

Immer noch in der Hoffnung die Waffen am Strand von Tel Aviv löschen zu können, beschloss die Altalena noch ein Boot zu schicken, diesmal mit Kämpfern und Waffen, um die Führung Israels unter Druck zu setzen. Derweil erreichten viele Mitglieder der Irgun den Strand von Tel Aviv und schafften es einen Teil des nahe gelegenen Strandstreifens einzunehmen, sogar die Kontrolle über das Marine-Hauptquartier im Hotel San Remo zu übernehmen. Ben-Gurion genehmigte, dass seine Kommandeure harte Maßnahmen treffen und wenn nötig das Feuer eröffnen. Das Waffenboot der Irgun, beladen mit leichten Waffen, Maschinengewehren und PIAT-Startrampen zur Panzerbekämpfung, schaffte es bis zum Strand. Dann fuhr es für eine weitere Runde los, kehrte mit mehr Kräften zurück und luden sie rund 300 Meter nördlich des Schiffes ab, wo sie unter Feuer genommen wurden. Einige der neu angekommenen Irgun-Kämpfer positionierten sich am Café Panorama auf der HaYarkon-Straße und belagerten das Hauptquartier des Palmach.

Ein MG-Posten der IDF am Café Panorama am Strand, positioniert gegen die Altalena und jeden, der versucht von Bord zu gehen. (Foto: Benno Rothenberg, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels)

Juden schießen auf Juden

In seinen Memoiren beschrieb Rabin die nächsten Stunden mit einem Ausdruck, der synonym für die ganze Sache werden sollte: „Juden schießen auf Juden“. Es gab schwere Schusswechsel zwischen den jeweiligen Kräften am Strand, während die Altalena ebenfalls das Feuer eröffnete und im Gegenzug beschossen wurde und Verluste erlitt. Nachdem die Irgun-Kräfte eine PIAT-Granate auf das Palmach-Hauptquartier schossen, beschlossen die Kommandeure – geführt von Rabin – zu handeln, bevor in das Gebäude eingedrungen wurde; sie warfen Granaten vom Dach auf die Irgun-Kräfte und verletzten viele davon schwer. Eine Ruhepause während der Kämpfe ermöglichte es ihnen die Verletzten wegzuschaffen und sich neu zu gruppieren. Einwohner Tel Avivs begaben sich auf die Straßen, weil sie hofften, die Kämpfe seien zu Ende; das war aber nicht der Fall. Der Befehlshaber des Palmach, Yigal Alon, kam am Schauplatz an und richteten seinen Kommandoposten am Camp Yona ein (heute der Garten des Hotel Hilton). Nachdem viele Soldaten es ablehnten mit Alons Operation (Codename „Säuberung“) zu kooperieren, wurden die Brigaden Carmeli, Negev und Yiftach als Verstärkung und zur Durchsetzung der Ausgangssperre gerufen. Die ganze Zeit über gab es am Strand Feuerwechsel mit Irgun-Mitgliedern, die zur Unterstützung ihrer Kameraden von der Altalena kamen.

Palmach-Soldaten, die sich der IDF bei der Durchsetzung der Ausgangssperre auf den Straßen von Tel Aviv anschlossen. (Foto: Boris Carmi, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels)

Alon stellte ein Ultimatum, mit dem (erneut) die bedingungslose Kapitulation der Altalena gefordert wurde. Nachdem das Ultimatum auslief, befahl Ben-Gurion Alon mit Mörserbeschuss zu beginnen. Das zweite Geschoss traf einen Lagerraum des Schiffes, der sofort Feuer fing und die Altalena begann zu brennen. Jahre der Spannungen und Wut hatten sich zwischen der Irgun und ihren Rivalen in der Haganah und im Palmach aufgebaut – jetzt schossen sie scharf aufeinander. Rabin und andere Kommandeure bezeugten, dass sie versucht hatten die Schießerei zu verhindern, aber erfolglos waren. Viele Irgun-Mitglieder sprangen vom brennenden Schiff. Palmach- und IDF-Kräfte waren erst gegen Abend in der Lage die Kontrolle über den Strand zurückzugewinnen. Insgesamt wurden etwa 19 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Der Vorfall war für den jungen Staat Israel eine einschneidende Erfahrung.

IDF-Kommandeure und Regierungsvertreter sehen vom Strand in Tel Aviv aus die Altalena brennen. Alon sagte aus, dass er um den schriftlichen Befehl bat Mörserfeuer auf die Altalena zu eröffnen und erst, nachdem er die schriftliche Erlaubnis erhielt den Feuerbefehl gab. (Foto: Benno Rothenberg, Israelisches Staatsarchiv)

Epilog

Ein genauerer Blick auf die Ereignisse der Altalena-Affäre in Tel Aviv und die Kämpfe in Kfar Vitkin und Beit Dagan bieten eine komplexere Perspektive auf diese historische Episode. Die Ambivalenz und fehlende Kommunikation zwischen den Kräften, die Panik in Tel Aviv und die der Stadt auferlegte Ausgangssperre erzählen die Geschichte eines jungen Landes, das sich in einer Zwickmühle befand, die alle offenen Nerven traf und das zu einer Zeit, in der es immer noch in einen noch größeren Krieg verwickelt war. Das Verhalten der Altalena, als sie an Israels Küste vor Anker lag, zeigt die Irgun als eine Organisation, die – erfolglos – versuchte ihre Macht in einer sich verändernden Realität zu behalten, in der sie plötzlich eine fremde Kraft innerhalb eines neu gegründeten Staates geworden war. Während Haganah und Palmach es schafften ihre Waffen selbst nach der Unterzeichnung von Vereinbarungen mit der Regierung zu behalten, verhinderte die Verspätung der Abfahrt der Altalena, dass die Irgun dasselbe machte.

Die Ankunft der Altalena an der Küste von Tel Aviv, nachdem sie es schaffte den Zerstörern der Marine zu gehen, die geschickt worden waren, um sie aufzuhalten, gab der Irgun die gewünschte öffentliche Aufmerksamkeit, was dann zum Ergebnis hatte, dass Tausende dem brennenden Schiff zu sahen. (Foto: Benno Rothenberg, Staatsarchiv Israel, Meitar Collection, Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels)

Im Nachhinein kann man annehmen, dass die Irgun von einem Wunsch motiviert war an ihrem Prestige und der Macht innerhalb des Prozesses der Integration in die IDF festzuhalten. Die gesamte Ereigniskette, von der verspäteten Abfahrt des Schiffs bis zur fehlenden Koordination zwischen Begin und seinen Männern auf dem Schiff, führte dazu, dass die israelische Regierung eine Rebellion fürchtete. Die Regierung und Ben-Gurion lehnten einen Kompromiss zu dem ab, was sie als Untergrabung der Autorität des Staates wahrnahmen und diese Angst ließ sie rau reagieren. Man kann unmöglich wissen, was geschehen wäre, wenn die Irgun-Mitglieder sich entschieden hätten die Forderungen der Regierung zu akzeptieren und sich zu entwaffnen, so wie es unmöglich ist zu beurteilen, was geschehen wäre, wenn der Staat der Irgun erlaubt hätte ihre Waffen zu entladen und ihre Leute auszurüsten, die bereits in der IDF und in Jerusalem dienten.

Der Rumpf der Altalena blieb ein Jahr ein stiller Zeuge, verankert vor der Küste von Tel Aviv. Ben-Gurion genehmigte schließlich, dass die Marine es zu entsorgen. (Foto: Benno Rothenberg, Meitar-Sammlung, Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israels

Israel 1948: Vidal Sassoon im Kampfeinsatz

Nicht lange, bevor er zum berühmtesten Friseur der Welt wurde und ein Geschäftsimperium aufbaute, kämpfte Sassoon für Israels Unabhängigkeit. Er verlor Freunde, gewann Selbstvertrauen, verbrachte Wochen ohne zu duschen und lernte buchstäblich nie das hebräische Wort für „Rückzug“.

Zack Rothbart, the Librarians, 2. Mai 2022

Ein gut frisierter Vidal Sassoon posiert 1948 in Israel für ein Foto. (Originalfoto:Toldot Yisrael via the Sassoon Family / Colorization: MyHeritage)

„Als ich die Halle verließ, wusste ich, dass ich eine ganze Weile keinen Haarschnitt haben würde.“

April 1948: Vidal Sassoon, ein armer 20-jähriger Jude, der tagsüber gelernt hatte Frauen die Haare zu schneiden und nachts auf den Straßen Londons buchstäblich Faschisten bekämpfte, war gerade heimlich rekrutiert worden, um für Israels Unabhängigkeit zu kämpfen.

Er sollte sich bald in Paris und dann in einem unzuverlässigen Dakota-Flugzeug wiederfinden, das schließlich nach Zwischenlandungen in Rom und Athen in Haifa landete. In eine Gruppe mit anderen Englisch sprechenden Freiwilligen im Palmach gesteckt – der später in die israelischen Verteidigungskräfte integrierten Eliteeinheit – wurden Vidal und seine Kameraden in den Negev geschickt, wo sie in kahlen Hütten lebten und wochenlang ohne die Kleidung zu wechseln oder zu duschen verbrachten, ganz zu schweigen davon sich die Haare zu frisieren.

Wie viele andere Freiwillige aus dem Ausland, sprach Vidal kaum Hebräisch.

In einem seltenen Interview im Jahr 2010, das im Rahmen von Toldot Yisrael geführt wurde, einem mündlichen Geschichtsprojekt, das sich auf die Gründergeneration Israels konzentrierte, erinnerte er sich:

„Sie lehrten uns nie das Wort für ‚Rückzug‘ auf Hebräisch.“

„Alle Befehle wurden auf Hebräisch gegeben, das keiner von uns verstand, obwohl wir bald auf die harte Weise lernten die Laute zu erkennen“, legte er in seinen ersten Memoiren Sorry, I Kept You Waiting, Madam (Tut mir leid, dass Sie warten mussten, gnädige Frau) ausführlich dar. Tatsächlich sorgte seine Lücke in den Sprachkenntnissen beinahe dafür, dass Sassoon getötet wurde, als ein ägyptischer gepanzerter Wagen auf ihn zuraste, „der mit seinem Maschinengewehr drauflos feuerte“, dessen Kugeln „den Sand um uns herum kitzelten“:

„… niemand hatte uns gesagt, wie man ‚abhauen‘ in dieser uralten Sprache sagt. Vielleicht dachten sie, wir würden es nie hören…“

Sassoon und seine Freunde huschten den nächsten Hügel hinauf, rannten an der Seite ihrer Sabre-Waffenbrüder in Deckung. Als einer der schnelleren Soldaten hätte Sassoon problemlos mitgehalten, hätte es nicht eine unerwartete und peinlich Wende der Ereignisse gegeben…

„Ich hätte es leicht geschafft, wäre ich nicht getroffen worden – von einer sehr persönlichen Krise. Mein Gürtel sprang auf!

… Meine Hose fiel auf meine Knöchel. Ich fiel platt hin. Bis ich den Sand aus meinem Mund bekommen hatte und meine Hose sich auf der militärisch korrekten Höhe befand, waren meine Kameraden 50 Meter weiter, krabbelten diesen Hügel in einer Staubwolke hinauf. Das Sten-Gewehr in der einen Hand, den Anstand mit der anderen hoch haltend, rannte ich ihnen nach…“

In späteren Memoiren (Vidal: The Autobiography) erzählte Sassoon:

„Die Nachricht von meiner Heldentat machte die Runde und etwa einen Monat lang sahen mich Soldaten, die ich nicht einmal kannte, an und begannen zu lachen. Die Peinlichkeit begleitete mich, aber es gibt keinen Zweifel, dass es eine unvergessliche Lektion in Selbstschutz war…“

Doch der Krieg war natürlich nicht nur Spaß und Spiel.

Sassoon und 41 Kampfgefährten eroberten in einem gewagten, frühmorgendlichen Angriff einen strategischen Hügel von ägyptischen Streitkräften; diesen Erfolg bezeichnete er als „ein verdammtes Wunder“ – und eines, das einen hohen Preis einforderte. Sieben Soldaten wurden bei der Einnahme von „Hügel 18“ getötet, zahlreiche andere verließen das Schlachtfeld auf Tagbahren.

Eine Beerdigung im Negev für gefallene Palmach-Soldaten, 1948. Das Foto erscheint in einem historischen Album, das online als Teil einer Zusammenarbeit zwischen der Palmach-Fotogallerie, dem Ministerium für Jerusalem und Erbe und der Nationalbibliothek Israels zu sehen ist.
Versorgung von Palmach-Opfern im Negev, 1948. Das Foto erscheint in einem historischen Album, das online als Teil einer Zusammenarbeit zwischen der Palmach-Fotogallerie, dem Ministerium für Jerusalem und Erbe und der Nationalbibliothek Israels zu sehen ist.

„Ich wurde nicht getroffen. Ich war auch einer der Glücklichen. Aber es gab sehr viele Opfer“, erinnerte er sich später an seinen Dienst im Kampf im und um den Gazastreifen als Teil der strategisch gebotenen Operation Yoav.

Die für den bald legendären Friseur erschütterndste Erfahrung im Krieg war zu sehen, wie einer seiner Freunde getötet wurde, als er mit einigen Essensrationen auf Vidal zugerannt kam.

„Sein halber Kopf war weg. Ein Scharfschütze erwischte ihn. Ich glaube, das ist das einzige Mal, dass ich es mir richtig schlecht ging… Ich ging ans Ende des Grabens und übergab mich einfach“, erzählte er in dem Interview 2010.

Vidal erinnerte sich ziemlich lebhaft an die erste Dusche, die er in einem Kibbuz nahm, nachdem er das Schlachtfeld verließ; er nennt es „eines der größten Luxusgüter, die  ich je kannte.“

„Das Wasser stürzte auf uns herab, streifte den Dreck von Tagen ab und wusch auch einige der düstersten Erinnerungen weg.“

Auch wenn es im Gegensatz dazu etwas auffällig ist, ist es vielleicht kein Wunder, dass der Name „Vidal Sassoon“ synonym für omnipräsente, auf Duschen konzentrierte Werbesendungen, Seifen, Shampoos und andere Produkte wurde.

„Ich kam aus Israel mit so viel mehr Selbstbewusstsein zurück… Es gab mir die Inspiration weiterzumachen und anderes zu tun“, erinnerte er sich in seinem Interview mit Toldot Yisrael.

Innerhalb weniger Jahre nach seiner „luxuriösen“ Dusche im Negev wurde der arme jüdische Junge aus London zum berühmtesten Friseur der Welt, ein universales Symbol der Popkultur; sein Name zierte Salons, Akademien und Schönheitsprodukte überall auf dem Planeten.

Bereits Mitte der 1960-er Jahre war ein eine globale Kultur-Ikone, die im weit entfernten Israel erkannt und auf den verwiesen wurde. Israelische Friseure sollten prahlen, dass ihre Haarschnitte „wie einer von Vidal“ waren. Einige von ihnen waren sogar nach London gereist, um vom Meister selbst zu lernen, obwohl die meisten einfach an seine Akademien gingen oder schlicht die Stile nachahmten, die er kreiert und populär gemacht hatte.

Allerdings dauerte es bis nach der Veröffentlichung seiner ersten Memoiren 1968 und der Expansion seines Geschäftsimperiums in den Folgejahren wurde Sassoons Beteiligung an Israels Kampf um Unabhängigkeit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

1970 wurde David Carmeli, Sassoons Kommandeur im Palmach, der seitdem ein respektierter Experte für Wasser- und Landwirtschaftsingenieurwesen beim angesehenen Technion wurde, nach London geflogen, um Vidal in einer Ausgabe der Sendung „This is Your Life“ zu überraschen.

Ein paar Jahre später wurde Carmeli nach New York gebracht, um bei einer  besonderen Veranstaltung zur Feier der „ersten jährlichen Beauty Hall of Fame-Preisverleihung des American Jewish Congress“ eine Rede zu halten – eine Ehre, die so besonders war, dass es so schien, als sei sie einzige für Vidal Sassoon geschaffen worden, der offenbar der einzige „jährliche“ Empfänger aller Zeiten war.

Veröffentlicht in The Sentinel vom 25. Dezember 1975; verfügbar über die digitale Sammlung der Nationalbibliothek Israels.
Veröffentlicht im Bnai Brith Messenger am 12. Dezember 1975; verfügbar über die digitale Sammlung der Nationalbibliothek Israels.

Den Rest seines Lebens baute Vidal Sassoon an seinem Stil- und Philantrophie-Imperium – er unterstützte mündlich wie finanziell viele jüdische und zionistische Einrichtungen, darunter die Hebräische Universität und sein Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism. Er glaubte, dass der globale Antisemitismus nur über Bildung der Jugend und ein „sehr mächtiges Israel besiegt werden kann, das die Würde der Juden überall schützt“.

„Israel gab uns Würde. Israel bedeutet für uns Lebensblut. Wir können keine Rasse oder Volk unser Schicksal entscheiden lassen“, sagte er 1981 bei einer Moden-Show zum Sammeln von Geld für Israel Bonds.

Mehr als 30 Jahre zuvor hatten es Angelegenheiten Zuhause erforderlich gemacht, dass Vidal Israel in Richtung London verließ, nachdem sein Stiefvater einen Herzinfarkt hatte und seine geliebte Mutter – die ihn ermutigt hatte in Israel zu kämpfen – ihren Sohn Zuhause brauchte, um sie zu unterstützen.

Kurz bevor Vidal nach England zurückkehrte, sagte ihm die Verlobte des Mannes, dessen Tod im Kampf er erlebte:

„Das ist dein Zuhause, Vidal. Das ist dein Land. Es reicht nicht dafür zu kämpfen. Das ist sinnlos, wenn du nicht auch hier bleibst und hilfst es aufzubauen.“

„Hatte sie recht?“, fragte Vidal zwei Jahrzehnte später.

„Das frage ich mich manchmal.“

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Vielen Dank an das Team von Toldot Yisrael für die Hilfe beim Erstellen dieses Artikels. Ihr vollständiges Interview mit Vidal Sassoon kann hier angesehen werden. Toldot Yisrael ist eine Initiative, die sich der Dokumentation der Zeugnisse der Gründergeneration des Staates Israel widmet. Die Sammlung ist jetzt in der Nationalbibliothek Israels hinterlegt.

Dieser Artikel wurde als Teil des Gescher L’Europa veröffentlicht, der Initiative der Nationalbibliothek Israels zur Verbindung mit Menschen, Institutionen und Gemeinschaften in ganz Europa und darüber hinaus mit Hilfe der Erzählung von Geschichten, dem Teilen von Wissen und gesellschaftlichem Engagement.

Die Top 5-Mythen der Antizionisten zum Krieg von 1948

Adin Haykin, 25. Dezember 2021

Mythos Nr. 1

„Sofort nach dem Teilungsplan griffen jüdische Terrororganisationen unschuldige Palästinenser mit dem Ziel der Durchführung ethnischer Säuberungen an.“

Einen Monat vor der Verabschiedung der UNO-Resolution schätzte Israel Galili, der Generalstabschef der Hagana:

„Soweit wir wissen glaubt der Mufti, dass es keine bessere Möglichkeit gibt ‚die Dinge in Gang zu bringen‘, als durch das Mittel des Terrors, in Menschenmengen, die am Samstagabend Kinos verlassen vereinzelte Bomben zu werfen. Das wird den Ball ins Rollen bringen. Denn zweifellos werden die Juden reagieren und als Reaktion auf eine Reaktion wird es an einem anderen Ort einen Ausbruch geben… [bis] das ganze Land aufgeheizt ist, zu Ärger aufgestachelt wird und die benachbarten arabischen Länder überzeugt werden einen ‚heiligen Krieg‘ zu beginnen, um den palästinensischen Arabern zu helfen.“

Um zu verhindern, dass dieses Szenario zur selbsterfüllenden Prophetie wird, war die anfängliche Reaktion der Hagana auf den Gewaltausbruch im Wesentlichen defensiv, der Versuch eine empfindliche Balance zwischen der Notwendigkeit der Schaffung einer glaubwürdigen Abschreckung und dem Wunsch zu verhindern, dass der Kreislauf der Gewalt sich auf nicht zu kontrollierende Höhen aufschaukelt. Erst am 9. Dezember, als arabische Angriffe auf jüdische Transporte im ganzen Land greifbare Auswirkungen zu haben begannen, befahl der Einsatzchef der Hagana, Yigael Yadin, den Kommandeuren auf gleiche Weise zu reagieren, um die arabische Kampagne gegen jüdischen Verkehr einzuschränken.[1]

Lehi wurde kalt erwischt, als die Briten ihre Absicht ankündigten abzuziehen und die Vereinten Nationen die Teilung Palästinas genehmigten – spirituell wie praktisch. Lehi hatte keinen Plan vorbereitet, weil ihre Mitglieder nicht glauben konnten, dass die Briten ihr Wort halten würden. Lehi unterstützte immer noch die Philosophie der „Neutralisierung des Nahen Ostens“, die alle Völker, die Befreiung anstreben als natürliche Verbündete betrachtet, auch die Araber. Das ist der Grund, dass Lehi im Dezember 1947 nicht auf die arabischen Krawalle reagierte, sondern nur forderte, dass die Ordnung wiederhergestellt wird. Sie schlug sogar der Hagana vor, dass ihr die Kampfabteilung von Lehi zu Verfügung gestellt wird. Das Lehi-Zentralkomitee glaubte immer noch, dass es keinen jüdisch-arabischen Krieg geben würde.

Die Lehi veröffentlichte Flugblätter auf Arabisch, die zu Frieden, Brüderlichkeit und einem gemeinsamen Kampf gegen die Imperialisten aufriefen, die beide Völker zu Opfern machten und ihnen einen unnötigen Konflikt aufzwangen. Sie glaubten, dass die jüdisch-arabischen Kämpfe, die nach der Veröffentlichung des UNO-Teilungsplans ausbrachen, nicht eskalieren, sondern abklingen würden, sobald die Briten aus dem Land abzogen. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass die Briten aufstacheln und eine Invasion durch die Armeen der benachbarten Araber nach Palästina nach ihrem Abzug anführen würden.[2]

An die Araber!
Wir von Lehi, euch als „Stern-Bande“ bekannt, warnen euch:
Wir haben Jahre lang den britischen Feind bekämpft, weil wir überzeugt waren, dass sie der wahre Feind sind und wir sie überwinden… Aber vor ihrem Abzug haben sie versucht aus der internationalen Front eine jüdisch-arabische zu machen. Sie haben das mit der Hilfe von Verräterbanden geschafft, die von Söldnern angeführt werden, die dem britischen Imperialismus Jahre lang gedient haben.
Statt zu versuchen einen Weg zu finden sich mit den Juden in Frieden zu einigen um dieses Land gemeinsam zu verbessern, sehen wir, dass sie mit einem widerwärtigen Blutvergießen Verwüstung über dieses Land bringen. Und jetzt versuchen sie die Ignoranz der Massen auszunutzen und sie einerseits durch wilde Propaganda und andererseits durch haltlosen Jihad hineinzuziehen.
O Araber! Wir warnen euch, bevor es zu spät ist. Wir von Lehi werden keine Gnade kennen. Die Explosion in Jaffas Saariya war die erste Warnung. Diese getöteten kriminellen Führer brachten euch diesen Ärger ein, versteckten sich hinter britischen Röcken und die Massen werden allein gelassen.
Wisst, o arabische Gemeinschaft! Wenn ihr weiter auf den Rat der angeheuerten Verräter vom Hohen Arabischen Rat hört, werdet ihr nichts gründen, nicht einmal euch selbst retten. Beweise dafür finden sich in den tausenden Flüchtlingen aus Jaffa, Haifa und Jerusalem. Wenn ihr weiter macht, werdet ihr kein Asyl finden; ihr alle werdet zu Zielen von Angriffen. Wir werden eure Städte und Dörfer bombardieren. Weder Jenin, Ramallah, Be’er Sheva noch Schechem werden euch als Schutz dienen… Folgt nicht blind dem Gerede von Verstärkungen aus den benachbarten arabischen Staaten, denn Lüge hat Überhand genommen.
Daher wisst, dass Lehi bei Nacht und am Tag zu euch kommen wird und ihr werdet keine Ruhe finden.
In diesem letzten Augenblick rufen wir euch zu Frieden und Solidarität auf. Wenn ihr eure verräterischen Führer verlasst, werdet ihr von Freiheit und dem Segen dieses Landes profitieren. Aber wenn ihr den bösartigen Plänen der Briten und ihrer Heuerlinge folgt, werden sie euch nicht retten.
Vor euch liegen Leben und Tod. Ihr habt die Wahl.
Wir haben euch die Wahl gegeben und euch gewarnt.

Auch die Irgun begann Vergeltungseinsätze auszuführen. Gleichzeitig veröffentlichte sie jedoch Ankündigungen, die die Araber aufriefen ihre Waffen niederzulegen und eine Waffenruhe einzuhalten:

„Die Nationale Militärische Organisation hat euch gewarnt, wenn die mörderischen Angriffe auf jüdische Zivilisten weitergehen, dann werden ihre Soldaten in eure Aktivitätszentren eindringen und euch heimsuchen. Ihr habt die Warnung nicht beachtet. Ihr schadet unseren Brüdern und sie mit wilder Grausamkeit zu ermorden. Daher werden Soldaten der Nationalen Militärischen Organisation zum Angriff übergehen, wie wir euch gewarnt haben… Doch selbst in diesen hektischen Zeiten, in denen arabisches und jüdisches Blut beim britischen Versklaver vergossen wird, rufen wir euch hiermit auf … die Angriffe einzustellen und Frieden zwischen uns zu schaffen. Wir wollen keinen Krieg mit euch. Wir sind sicher, dass ihr auch keinen Krieg mit uns wollt…“[3]

Die Konfrontation begann genau genommen, als der Hohe Arabische Rat einen dreitätigen landesweiten Streik ausrief, der am folgenden Tag beginnen sollte. Er erzwang die Schließung aller arabischen Läden, Schulen und Geschäftsstellen und organisierte und hetzte große arabische Menschenmengen auf, auf die Straßen zu gehen und jüdische Ziele anzugreifen. Der größte solche Angriff fand am Dienstag, 2. Dezember in Jerusalem statt, als eine Menge von mehreren hundert Arabern das neue jüdische Geschäftszentrum gegenüber den Altstadt-Mauern angriff, Geschäfte plünderte und niederbrannte und auf jeden einstach und ihn steinigte, dem sie begegneten. Ein Zug der Haganah, der zum Schutz der Zivilisten dorthin beordert wurde, wurde von der britischen Polizei gebieterisch gestoppt und entwaffnet, 16 seiner Mitglieder wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet. Einige der konfiszierten Waffen wurden später bei getöteten und gefangen genommenen arabischen Krawallmachern gefunden. Von dem Geschäftszentrum machte sich der Mob zum Rathaus auf, wo sie versuchten mehrere jüdische städtische Angestellt zu lynchen und nahe gelegene Geschäfte zu plündern. ‚Lange Zeit griff die Polizei gegen diesen kleinen Mob nicht ein‘, erinnerte sich der britische Bürgermeister Richard Graves, ‚und es war herzzerreißend zu sehen, dass diesen jungen Hooligans freie Hand gegeben wurde die Produkte der menschlichen Mühen zu zerstören… Ich protestierte bei der Polizei, die mir sagte, sie hätten Befehl nicht einzugreifen, bis sie Verstärkung erhielten.‘ Am 4. Dezember griffen etwa 120 bis 150 bewaffnete Araber den Kibbuz Efal am Stadtrand von Tel Aviv an, ein erster groß angelegter Versuch eine jüdische Siedlung zu stürmen. Vier Tage später wurde ein gewagterer Angriff begonnen, als hunderte bewaffneter Araber das Viertel Hatikva im südlichen Tel Aviv angriffen.

Die unmittelbare Reaktion auf den UNO-Teilungsplan, 30. November bis 11. Dezember 1947

Mythos Nr. 2

„Plan Dalet war ein Gesamtkonzept für ethnische Säuberung.“

Das ist ein Märchen, das ich bereits in einem früheren Artikel (There Was no Zionist ethnic cleasing plan in 1948) widerlegt habe. Aber hier füge ich etwas mehr Kontext hinzu.

Ab Januar wurden arabische Einsätze zunehmend militarisiert durch das Eingreifen einer Reihe von Regimentern der Arabischen Befreiungsarmee (ALA, bestehend aus Freiwilligen aus arabischen Ländern) innerhalb Palästinas, jedes aktiv in einer Auswahl verschiedener Küstenstädte. Sie festigten ihre Präsenz in Galiläa und Samaria. Abd al-Qadri al-Husseini kam mit mehreren hundert Mann der Armee des Heiligen Krieges aus Ägypten. Nach der Rekrutierung von ein paar tausend Freiwilligen organisierte al-Husseini die Blockade der 100.000 jüdischen Einwohner Jerusalems. Um dem entgegenzuwirken versuchte die Obrigkeit des Jischuw die Juden der Stadt mit Lebensmitteln zu versorgen, indem sie Konvois mit bis zu 100 gepanzerten Fahrzeugen verwendeten, aber die Operation wurde immer unbrauchbarer, da die Zahl der Opfer in den Entlastungskonvois steil anstieg. Bis März hatte sich Al-Husseinis Taktik, „Der Krieg der Landstraßen“ genannt, ausgezahlt. Fast alle gepanzerten Fahrzeuge der Hagana waren zerstört worden, die Blockade war in voll im Gang. In der letzten Märzwoche hatten 136 Versorgungs-LKW versucht Jerusalem zu erreichen; nur 41 schafften es und die Hagana hatte mehr als 100 Kämpfer verloren. Nach Angaben von Benny Morris war die Lage für die, die in den jüdischen Siedlungen im stark isolierten Negev und Nordgaliläa lebten, genauso kritisch.[4]

Der Hintergrund für den Plan Dalet war die zunehmende Belagerung der jüdischen Siedlungen.

Mythos Nr. 3

„Arabische Staaten haben am 15. Mai nur wegen der ethnischen Säuberung, die in Palästina schon begonnen hatte, interveniert!“

Zwischen dem 8. Und 17. Dezember trafen sich die arabischen Staatsoberhäupter in Kairo zu einer Reihe von Besprechungen unter der Leitung der Arabischen Liga, um die Palästina-Lage zu diskutieren. Die Zusammenkunft definierte die übergeordneten arabischen Ziele als „Verhinderung des Teilungsplans, Verhinderung der Gründung eines jüdischen Staates und Erhalt Palästinas als unabhängig vereintem arabischem Staat“. Dafür würden die arabischen Staaten eine Million ägyptischer Pfund für die Palästina-Kriegsanstrengung beitragen (zusätzlich zu derselben Summe, die drei Monate zuvor auf einem anderen Gipfel der Arabischen Liga in der libanesischen Stadt Sofar versprochen wurde), dem Militärrat des Liga 10.000 Gewehre zur Verfügung stellen und die notwendigen Vorkehrungen zur Rekrutierung von 3.000 Freiwilligen für die ALA treffen, die in Syrien aufgebaut wurde. Sie bestätigten zudem die beim Alei-Gipfel im Oktober 1947 getroffene Entscheidung ihre Streitkräfte entlang der Grenze Palästinas zu stationieren, solange die Briten im Land verblieben, um aktive Unterstützung für die ALA-Operationen innerhalb Palästinas auszuweiten.[5]

Die Arabische Liga griff schon vor dem allgemeinen arabischen Einmarsch im Mai 1948 in den Krieg ein, bildete die Araber des Landes Israel aus und kämpfte an ihrer Seite.

Abdallah al-Tel, Kommandeur der Jerusalem-Legion während des Unabhängigkeitskriegs und danach Gouverneur Ostjerusalem, bezeugte in seinen Memoiren, dass Hecht im November, als er in die Erste Britische Division eingegliedert wurde, deren Hauptquartier sich in Sarpand befand: „Allah half meine Pflicht im Kampf in Palästina zu erfüllen“. Er bildete zusätzlich zu den Arabern und in Koordination mit den Leitern der örtlichen Führung der Araber Palästina, darunter den Bürgermeister von Lod, weitere junge Leute aus Lod, Ramle, Abbasiya, al-Beria … im Umgang mit Waffen aus, die sie aus den Lagern der Legion liehen, auch von Schießständen.

Am 14. Dezember 1947 tötete die Legion 13 Mitglieder des Ben Schemen-Konvois, wobei sie hilflose Verletzte ermordeten.

Am 22. April halfen entlang der Straße von Jenin nach Haifa stationierte Einheiten der Legion den Arabern im Kampf um Haifa.

Vom 27. Bis 29. April griff die Legion Den Kibbuz Gescher im Versuch an ihn zu besetzen, obwohl vorgesehen war, dass Gescher gemäß dem Teilungsplan innerhalb der Grenzen des jüdischen Staates liegen sollte.

Die Legion blockierte die Straße nach Jerusalem im Bereich Latrun (das die Jordanier bis zum Sechstage-Krieg hielten) und erneuerten dabei die Belagerung des jüdischen Jerusalem.

Am 12. Mai griff sie den Gusch Etzion an und spaltete ihn in zwei Teile. Die Siedlungen des Blocks kapitulierten zwei Tage später. Überlebende des Massakers im Kfar Etzion gingen in jordanische Gefangenschaft.

Das zeigt deutlich, dass die offizielle Entscheidung zum Eingreifen vom 15. Mai nichts mit „ethnischer Säuberung“ zu tun hatte, sondern schlicht bis zum Ende des britischen Mandats zu warten, um den jüdischen Jischuw anzugreifen, vollständig entlarvt ist.

Mythos Nr. 4

„Die arabischen Staaten marschierten 1948 nicht in Israel ein, sondern verteidigten die Bereiche, die laut UNO-Teilungsplan für den arabischen Staat vorgesehen waren.“ (Dank an Gail Ellis)

Ägyptens Luftwaffe und Marine drangen in den israelischen Luftraum und Küstengewässer ein, um wiederholt Tel Aviv und andere Bereiche Israels anzugreifen.

Die ägyptischen Bodenstreitkräfte griffen die Kibbuzim Negba, Nirim und Urim an, die alle innerhalb Israels lagen und nicht auf dem Weg in den arabischen Sektor.

Die Jordanier griffen Gezer, Hulda und Jerusalem an, das zwar nicht im israelischen Sektor lag, aber eine jüdische Mehrheit in der neutralen Zone hatte.

Die libanesische Armee griff Ramat Naftali, Malkiye, Kadesch, Nebi Yeschua und Zara’in an, alle im israelische Sektor.

Der Irak griff Tira an, das innerhalb Israels lag.

Der Irak und Syrien griffen zusammen Gescher, Ein Gev, Schar HaGolan, Mesada und Degania an.

Die syrische Armee griff den Kibbuz Dan und den Kibbuz Dafne an.

Syrien griff den Kibbuz Mischmar HaYarden an und die arabische Befreiungsarmee griff bei Sejera, ebenfalls in Israel, die Straße von Afula nach Tiberias an.

Mythos Nr. 5

„Massaker der Zionisten waren weit verbreitet und wurden von der Führung unterstützt.“

Laut Benny Morris töten Soldaten des Jischuw (oder später Israels) bei 24 Vorfällen rund 800 arabische Zivilisten und Kriegsgefangene.

Das schließt Vorfälle ein, die seitdem infrage gestellt wurden, so Lydda und Deir Yassin.

Bedenkt man, dass in dem Krieg mehr als 2.000 jüdische Zivilisten getötet wurden, ganz zu schweigen von fast 600 jüdischen Gefangenen, die „in Szenen der Gruppenvergewaltigungen und Sodomie abgeschlachtet … zerstückelt, geköpft, verstümmelt und dann fotografiert wurden.“[6]

„Al Zot“ ist ein Gedicht von Natan Alterman, das am 19. November 1948 in der Zeitung „Davar“ veröffentlicht wurde, als der Unabhängigkeitskrieg in vollem Gang war. Das Lied beschreibt ein Kriegsverbrechen an IDF-Soldaten und am Ende gibt es eine Forderung Kriegsverbrecher juristisch zu belangen und ihr Tun nicht reinzuwaschen. Nach seiner Veröffentlichung wurde das Lied auf Beschluss von Premier- und Verteidigungsminister David Ben-Gurion unter IDF-Soldaten verbreitet.[7]


[1] Ephraim Karsh: The Arab-Israeli Conflict: The Palestine War 1948, S. 31.

[2] https://visionmag.org/story-natan-yellin-mor/

[3]https://web.archive.org/web/20210302120953/https://www.daat.ac.il/daat/ezrachut/begin/47_20-2.htm

[4] Benny Morris (2008): 1948: a history of the first Arab-Israeli war, S. 116

[5] Ephraim Karsh: The Arab-Israeli Conflict: The Palestine War 1948, S. 31.

[6] Netanel Lorch: The Edge of the Sword: Israel’s War of Independence, 1947-1949. New Y ork (G.P. Putnam’s Sons), 1961, S. 450 (2.000 Zivilisten); Sarah Honig in der Jerusalem Post, 1. März 2001 (600 Gefangene).

[7] https://he.wikipedia.org/wiki/%D7%A2%D7%9C_%D7%96%D7%90%D7%AA