UNO-Resolution 194 und das „Rückkehrrecht“

Araberführer zeigen fälschlich auf die UNO-Resolution 194 als Beweis, dass arabische Flüchtlinge ein Rückkehrrecht haben, aber was ist mit den vergessenen jüdischen Flüchtlingen?

Elie E. Herz, Myths and Facts

Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern, 1950
Palästinensisch-arabische Flüchtlinge , 1950

Resolution 194, von der UNO-Vollversammlung am 11. Dezember 1948 beschlossen, beschäftigte sich mit einer ganzen Reihe von Dingen, aber nur einer von 15 Absätzen beschäftigte sich mit den vom Konflikt geschaffenen Flüchtlingen. Resolution 194 versuchte die Mittel zu schaffen, die nötig waren, um in der Region eine Waffenruhe zu erreichen. Sie schaffte eine Schlichtungskommission mit Repräsentanten aus den Vereinigten Staaten, Frankreich und der Türkei, die den UNO-Vermittler ersetzen sollte. Die Kommission erhielt den Auftrag „eine endgültige Regelung aller Fragen zwischen … betroffenen Regierungen und Obrigkeiten“ zu erzielen. Der „Flüchtlingsabschnitt“ ist kein allein stehender Punkt, wie die arabische Welt uns glauben machen will, sie gilt auch nicht spezifisch für die palästinensisch-arabischen Flüchtlinge.

Von den 15 Absätzen behandeln die ersten sechs Abschnitte Möglichkeiten eine Waffenruhe zu erreichen; die nächsten vier Absätze behandeln die Möglichkeit, dass Jerusalem und die es umgebenden Dörfer und Städte entmilitarisiert werden sollten und wie eine internationale Zone oder Zuständigkeit in und um Jerusalem herum geschaffen werden könnte. Die Resolution ruft zudem alle Seiten auf, den freien Zugang zu heiligen Stätten, einschließlich religiöser Gebäude, zu schützen zu gestatten.

Ein Absatz hat die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Paragraf 11, der als einziger die Flüchtlingsfrage und Kompensation für diejenigen anspricht, deren Eigentum verloren ging oder beschädigt wurde. Entgegen arabischen Behauptungen garantierte er kein Rückkehrrecht und er garantierte schon gar kein bedingungsloses Recht auf Rückkehr – also das Recht palästinensisch-arabischer Flüchtlinge nach Israel zurückzukehren. Genauso wenig erwähnte sie ausdrücklich arabische Flüchtlinge, womit signalisiert wurde, dass die Resolution alle Flüchtlinge meinte, sowohl jüdische wie auch arabische. Stattdessen empfahl Resolution 194, dass Flüchtlingen erlaubt wird in ihr Heimatland zurückzukehren, wenn sie zwei wichtige Bedingungen erfüllten:

1. dass sie bereit sind in Frieden mit ihren Nachbarn zu leben.

2. Dass die Rückkehr „zum frühest praktizierbaren Datum“ stattfindet.

Die Resolution empfahl zudem, dass denjenigen, die nicht zurückkehren wollten, von den „verantwortlichen Regierungen oder Obrigkeiten Entschädigung für ihr Eigentum … oder den Verlust oder Schaden an Eigentum“ gezahlt werden sollte.

Obwohl Araberführer auf Resolution 194 als Beweis zeigen, dass arabische Flüchtlinge ein Recht auf Rückkehr oder Entschädigung haben, ist es wichtig festzustellen, dass die arabischen Staaten Ägypten, Irak, Libanon, Saudi-Arabien, Syrien und Jemen gegen Resolution 194 stimmten. Israel wird in der Resolution nicht einmal erwähnt. Auch die Tatsache, dass die Wortwahl im Plural verwendet wird – „Regierungen und Obrigkeiten“ – legt nahe, dass entgegen arabischen Behauptungen die Last der Entschädigung nicht allein einer Seite des Konflikts zufällt. Weil sieben arabische Armeen nach Israel eindrangen, war Israel nicht für die Schaffung des Flüchtlingsproblems verantwortlich. Als hunderttausende arabischer Juden mit Morddrohungen und anderen Formen der Verfolgung angegriffen und zur Flucht aus arabischen Staaten gezwungen wurden, nahm der Staat Israel die überwältigende Mehrzahl von ihnen in der damals frisch gegründeten Nation auf.

Die vergessenen jüdischen Flüchtlinge

Aus einer Menge von – praktischen bis konfessionellen – Gründen hat Israel es versäumt das Thema der Mammut-Ungerechtigkeit aufzubringen, die fast einer Million Juden aus arabischen Ländern angetan wurde. Das Ausmaß und die vorsätzliche, staatlich geförderte Verfolgung, die 1948 die Flucht von fast 900.000 Juden aus ihren Heimen veranlasste, hat erst vor kurzem begonnen aufzukommen. Arabische Publizisten haben versucht die Flucht von Juden aus arabischen Ländern komplett vom arabisch-israelischen Konflikt abzutrennen; sie behaupten, das seien zwei separate Phänomene und dass die Israelis das Thema mit jedem einzelnen betroffenen arabischen Staat besprechen sollten, nicht mit den palästinensischen Arabern.

Das ist eindeutig ein Versuch die Geschichte umzuschreiben. Man muss nur den fast prophetischen Artikel in der New York Times zwei Tage nach Israels Erklärung seiner Unabhängigkeit überprüfen („Jews in Grave Danger in all Moslem Lands“ – Juden in allen muslimischen Ländern in großer Gefahr), um die Verbindung zu bestätigen. Die New York Times berichtete am 16. Mai 1948:

Seit fast vier Monaten liegt den Vereinten Nationen einen Appell zur „sofortigen und dringenden“ Erörterung des Falls der jüdischen Bevölkerungen in arabischen und muslimischen Ländern von Marokko bis Indien vor.“

Die New York Times schätzte die gefährdete jüdische Bevölkerung in einer Tabelle mit jedem einzeln aufgeführten Land auf 899.000 Menschen. Der Artikel führte die Entlassung von Juden aus dem öffentlichen Dienst in Syrien an, die Lösegeldzahlungen von $20.000 pro Kopf durch irakische Juden, die den Irak verlassen wollten, eine Zwangsabgabe für die libanesisch-jüdischen Gemeinden zur Unterstützung der arabischen Kriegsanstrengungen parallel zur Aufstachelung und physischen Angriffen auf Juden und dass Juden aus Afghanistan nach Indien flohen. Sie zitierte den Bericht des Wirtschafts- und Sozialrats der UNO:

„Das schiere Überleben der jüdischen Gemeinden in bestimmten arabischen und muslimischen Ländern ist in ernster Gefahr, wenn nicht ohne Verzögerung vorbeugende Maßnahmen getroffen werden.“

Feindschaft und Unterdrückung wurde nur stärker, was am Ende zum Exodus fast aller Juden aus allen arabischen und muslimischen Ländern von Casablanca bis Karachi führte.

Wie und warum gingen palästinensische Araber weg und wer war dafür verantwortlich?

Es ist wichtig die historische Aufzeichnung gerade zu rücken: Die überwältigende Mehrheit der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge verließ, was der damals neu gegründete Staat Israel war, aus eigenem Antrieb wegen der strukturellen Schwäche innerhalb der palästinensisch-arabischen Gesellschaft und ihrer Führung.

Der Druck der Umstände der Kriegszeit löste den Kollaps dessen aus, was bereits eine zerbrechliche palästinensisch-arabische Gesellschaft war, insbesondere als palästinensisch-arabische Führer sich entschieden gegen den jüdischen Staat zu opponieren, indem sie offen mit Waffen hantierten, statt einen UNO-Plan für einen eigenen Staat zu akzeptieren. Diese Ereignisse bereiteten die Bühne für die Zwangsvertreibung zahlloser anderer palästinensischer Araber aus von den Juden gehaltenen Gebieten. Diese militärische Notwendigkeit ergab sich nach der Invasion Westpalästinas durch sieben arabische Armeen mit der Zielsetzung den neu geborenen Staat Israel auszulöschen.

Nach eigenen Angaben flohen geschätzte 600.000 palästinensische Araber aus dem Kriegsgebiet, das ihre Führer geschaffen hatten. Geschätzte 250.000 bis 300.000 dieser Flüchtlinge von 1948 verließen ihre Heime, noch bevor diese Teil der Kampfzone wurden.

Abgesehen von der menschlichen Tragödie entwurzelt zu werden, waren die arabischen Flüchtlinge weder glücklose Ziele noch unschuldige Zuschauer. Die erste Phase des Kriegs von 1948 war ein heftiger interethnischer oder antizionistischer Bürgerkrieg, in dem palästinensische Araber die Aggressoren und Initiatoren waren; die zweite Hälfte war ein offener Krieg mit regulären arabischen Armeen, deren Teilnahme die palästinensischen Araber arrangiert hatten.

Der Weg der Gewalt, den die palästinensischen Araber wählten – und die sich anschließende Angst, Orientierungsverlust und wirtschaftliche Mangel durch Krieg – führen zu ihrem eigenen kollektiven Ruin.

Der Zusammenbruch der palästinensischen Gesellschaft und Massenflucht

Was verursachte den Zusammenbruch der palästinensisch-arabischen Gesellschaft? Zum Teil war es das Fehlen einer alternativen arabischen Infrastruktur, nachdem die Briten aus Palästina abzogen. Zusätzlich gab es in der lokalen arabischen Gesellschaft ernste Brüche, die in osmanische Zeiten zurückreichten. Weil die palästinensisch-arabische Gesellschaft abhängig von der britischen Zivilverwaltung und Sozialdiensten gewesen war, hinterließ der Abgang der Briten die arabischen Verwaltungsangestellten arbeitslos zurück. Im Ergebnis hörten die meisten sozialen Dienste und Verwaltungen im arabischen Sektor auf zu funktionieren, was den Fluss notwendiger Massengüter wie Lebensmittel und Treibstoff unterbrach und zu den Nöten, der Ungewissheit und den Gefahren noch hinzu kam.

Im Gegensatz dazu hatte die jüdische Gesellschaft in Palästina oder der „Jischuw“, wie er auf Hebärisch genannt wurde, im Verlauf dreier Jahrzehnte unter dem Mandat seine eigene Zivilgesellschaft aufgebaut. Der Jischuw schuf seine eigenen Repräsentationsgremien und sozialen wie wirtschaftlichen Institutionen, einschließlich Gesundheits- und Sozialdiensten, ein öffentliches Transportnetzwerk sowie ein florierendes, hochentwickeltes Marketingsystem für gefertigte Waren und Lebensmittel – kurz gesagt einen Staat in Entstehung. Er wurde 1934 vom britischen Bericht an den Völkerbund am besten geschrieben:

„Während der letzten zwei oder drei Generationen haben die Juden in Palästina eine Gemeinschaft neu aufgebaut, die inzwischen 80.000 zählt, von denen etwa ein Viertel Bauern und Landarbeiter sind. Diese Gemeinschaft hat ihre eigenen politischen Organe, eine gewählte Versammlung für die Leitung ihrer internen Angelegenheiten, gewählte Räte in den Städten und eine Organisation zur Kontrolle ihrer Schulen. Sie hat ihr gewähltes Oberrabbinat und rabbinische Räte zur Führung ihrer religiösen Angelegenheiten. Ihre Aufgaben werden in Hebräisch als Volkssprache ausgeübt und eine hebräische Presse bedient ihre Bedürfnisse. Sie hat ihr eigenes intellektuelles Leben und zeigt beträchtliche wirtschaftliche Aktivitäten. Diese Gemeinschaft mit ihrer Stadt- und Landbevölkerung, ihren politischen, religiösen und sozialen Organisationen, ihrer eigenen Sprache, ihren eigenen Bräuchen, hat folglich ihr eigenes Leben, hat in der Tat ‚nationale‘ Charakteristika.“

Und während die Zeit verging:

„Diese Charakteristika sind im Verlauf der folgenden zwölf Jahr verstärkt und vergrößert worden. Heute gibt es in Palästina fast 300.000 Juden. Es ist ein ständiger Fluss an Menschen und Geld, neue Industrien werden gegründet, die Zitrusfrüchte-Kultur expandiert, neue Siedlungen entstehen, Städte werden durch Vorort um Vorort vergrößert.“

Während desselben Zeitraums hatten die Araber in Palästina jedoch all ihre Energie in die Bekämpfung jeglicher Form eines entstehenden jüdischen Gemeinwesens investiert. Obwohl die Briten die Gründung einer arabischen Agentur parallel zur Jewish Agency anregten, die die Entwicklung des jüdischen Sektors organisierte und finanzierte, misslang die Entwicklung einer ähnlichen arabischen Organisation.

Es war daher keine Überraschung, dass beim Abzug der Briten die palästinensischen Araber unorganisiert und schlecht vorbereitet blieben, nicht nur für die Eigenstaatlichkeit (die sie ohnehin ablehnten), sondern auch für einen langgezogenen Konflikt mit ihren jüdischen Gegnern. Am Ende verursachte der Krieg erschreckende Opfer bei den Juden und ließen tausende palästinensischer Araber obdachlos zurück.

UNO-Resolution 194:

A/RES/194 (III) vom 11. Dezember 1948 (englisch; deutsch)

„beschließt, dass den Flüchtlingen, die in ihre Heime zurückzukehren wünschen und in Frieden mit ihren Nachbarn zu leben, dies zum frühestmöglichen Zeitpunkt erlaubt wird und dass Ausgleichszahlungen für das Eigentum derer gezahlt werden sollte, die nicht in zurückkehren und für Verlust oder Schaden von Eigentum, das unter den Regeln des internationalen Rechts oder der Gleichbehandlung, von den verantwortlichen Regierungen wieder gut gemacht werden sollten;^

weist die Schlichtungskommission an, die Rückführung, Wiederansiedlung und wirtschaftliche und soziale Rehabilitation der Flüchtlinge und Entschädigungszahlungen zu erleichtern und engen Kontakt mit dem Direktor des UN-Flüchtlingswerks für palästinensische Flüchtlinge und durch ihn mit den entsprechenden Organen und Einrichtungen der Vereinten Nationen zu halten;

Die Verlogenheit der Nakba-Argumentation

Heute bei den Fratzen meinte einer wieder mal man dürfe „die Nakba nicht unter den Tisch fallen lassen“, als eine Israel-Aktivistin „11 Fakten zum Israel-Streit“ postete:

Er bekam von einem anderen User folgende Antwort (die er natürlich nicht akzeptieren wollte):

Dazu fällt mir dann noch ein, dass ein sehr beliebtes Argumentationsmittel der Relativierer auch ist: „Die Palästinenser dürfen nicht unter dem leiden, was wir (Deutsche/Europäer) den  Juden angetan haben.“

Das ist entweder reine Unkenntnis der Fakten oder bewusste Ignoranz und Irreführung.

Es impliziert nämlich, dass Israel nur wegen des Holocaust entstand; dass seitens der Araber nichts geschah, was die Gründung Israels hätte rechtfertigen können; und dass die Araber im Mandat Palästina nichts mit dem Holocaust zu tun hatten.

Letzteres ist nur indirekt richtig. Denn ihr Führer, derjenige, weitgehend bestimmte und lenkte, wie die Araber dort dachten und empfanden, Haddsch Amin al-Husseini, war ein Verbündeter Hitlers, der nur darauf wartete, dass die Wehrmacht in Palästina einmarschiert und er mit seinen Genossen die Juden so vernichten könnte, wie es Hitler in Auschwitz usw. machte. Al-Husseini wird bis heute verehrt. Er hatte seit Anfang der 1920-er Jahre immer mehr Einfluss genommen und gewonnen. Er hetzte zu Pogromen an  Juden auf. Er war derjenige, der 1941 im Irak die Farhoud veranlasste, ein großes Pogrom zur Vernichtung des irakischen Judentums. Hitler wird bis heute von palästinensischen Arabern verehrt. Sie beweisen das z.B. durch ihre mit Hakenkreuzen bemalten Terrordrachen, Hakenkreuzfahnen am Gaza-Grenzzaun bei den als „Marsch der Rückkehr“ ausgegebenen kriegerischen Angriffen auf die Grenzanlage zu Israel usw. bis hin zum Hitlergruß von Mitgliedern (nicht nur) der Terrororganisationen (hier der DFLP) und nach Hitler benannten Geschäften (hier im Gazastreifen):

Das heißt nicht, dass alle Palästinenser so sind, aber die entscheidenden waren so; diejenigen, die bestimmten, wo es lang ging. Sie haben mit dem Problem zu tun und das eigentlich von Anfang an.

Das gilt auch für die Judenfeindschaft auf Seiten der Palästinenser. Israel ist nicht aus heiterem Himmel nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen worden. Zum Zeitpunkt seiner Gründung gab es seit 30 Jahren den Aufbau staatlicher Institutionen, um diesen Staat zu schaffen. Es gab eine politische, soziale und Verwaltungsinfrastruktur, die nicht über Nacht aus dem Boden gestampft werden kann, auch nicht in drei Jahren. Der Jischuw hatte seit der Eroberung des Landes Israel durch die Briten 1918 daran gearbeitet, diese Strukturen zu errichten. Juden kamen zurück ins Land. 1948 war das Land so weit entwickelt, dass die Eigenstaatlichkeit möglich war.

Nur die Araber, die waren dagegen. Unter Haddsch Amin und seinen Kumpanen mordeten sie schon in den 1920-er Jahren, dass selbst die Briten begriffen, dass ihre Appeasement-Strategie ihm gegenüber gescheitert war und sie ihn festgenommen hätten, wäre er nicht geflohen und hätte aus dem Ausland weiter gemacht. Dass es 1948 Krieg gab, war keine Folge des Zweiten Weltkriegs, keine Folge des Holocaust, sondern einzig und allein folge des arabischen Judenhasses und des Willen die Juden zu vernichten. Die „Nakba“ ist nichts weiter als die Konsequenz dessen, was Araber seit spätestens 1921 im Land veranstalteten.

Die Behauptung, die Araber dürften nicht unter dem Holocaust leiden, den wir Deutsche/Europäer begangen haben, ist schlicht eine verlogene Ablenkung von den tatsächlichen Ursachen dessen, was im Land Israel vor 73 Jahren geschah.

Wenn also wieder einer mit der „Nakba“ kommt – haut ihm um die Ohren, was die Araber in der Zeit veranstaltet haben. Die Verbindung zu Holocaust ist verlogene Propaganda. Deutsche/Europäer sind nicht dafür verantwortlich, dass Israel gegründet wurde. Auch nicht dafür, dass die Araber ihren Vernichtungskrieg verloren. Eher dafür, dass sie ihn überhaupt angefangen haben. Weil sie ihnen die Propaganda lieferten, die geistigen Grundlagen für die Verschärfung ihres Judenhasses und – vor allem die Briten – die Waffen, mit denen sie die Juden vernichten wollten. Vor allem sind aber die Araber für ihre Niederlage und die Folgen verantwortlich. Sie haben den Krieg angefangen, sie haben ihn verloren und sie haben nichts dazu getan, dass die Folgen irgendwie aufgefangen wurden.

„Besetztes palästinensisches Territorium, einschließlich Ostjerusalem“

First.One.Through, 18. November 2019

Die Vereinten Nationen stellten einmal mehr ihre Gegnerschaft zum jüdischen Staat und zu Fakten zur Schau.

Am 11. November 2019 veranstaltete die UNO-Vollversammlung eine Abstimmung zum Tagesordnungspunkt des „Sonderkomitees zu Politik und Entkolonialisierung“ zu Israel. Es verwies auf den „Staat Palästina“ als einen der Verfasser der Resolution, eine kuriose Besonderheit, da die UNO-Vollversammlung dem „Staat Palästina“ 2012 nur Beobachterstatus gewährte und nicht als einen offiziellen Staat, der Resolutionen vorlegen darf.

Der Punkt „Israelische Praktiken, die die Menschenrechte des palästinensischen Volks in den Besetzten Palästinensischen Gebieten, einschließlich Ostjerusalem beeinträchtigen“ verweist zwanzigmal auf Ostjerusalem als eine faktische Einheit und eine, die von Israel besetzt ist. Es war eine doppelte Merkwürdigkeit, das „Ost-Jerusalem“ zwischen1949 und 1967 nur einen kurzen Moment der Zeit als Sache eines Krieges existierte und dass die Gesamtheit von Groß-Jerusalem und Groß-Bethlehem NIE palästinensisches Territorium sein sollte.

Corpus Separatum

Die Vereinten Nationen stimmten mit Resolution 181 (29.11.1947) für die Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat und forderte sie erneut in Resolution 194 (11.12.1948). Diese Zweistaatenlösungen forderten ausdrücklich die Abtrennung von Groß-Jerusalem und Groß-Bethlehem in eine international verwaltetes „corpus separatum“, eine eingeständige Einheit.

Anhang B des Friedensplans der UNO von 1947 zeigt das Corpus Separatum aus Groß-Jerusalem und Groß-Bethlehem

Zwar stimmten die Juden für die Resolutionen, aber die Arber lehnten sie ab und begannen einen Krieg zur Vernichtung des jüdischen Staates. Am Ende des Krieges kontrollierte Israel den westlichen Teil Jerusalems und den Scopus-Berg, während die Araber alles andere kontrollierten, einschließlich des östlichen Teils Jerusalems und Groß-Bethlehem, wo sich alle Stätten befanden, die dem Judentum, der Christenheit und dem Islam heilig sind.

Corpus Separatumg (orange Linie) geteilt in einen jordanischen Bereich in Weiß und einen israelischen Bereich in Blau.

Nach dem Krieg, am 9. Dezember 1949, verabschiedete die UNO-Vollversammlung die Resolution 303, die einmal mehr erklärte, „dass Jerusalem unter eine dauerhafte internationale Ordnung gestellt werden sollte, die angemessene Garantien zum Schutz der heiligen Stätten ins Auge fassen sollte.“ Die Araber lehnten auch diese Lösung ab und Jordanien annektierte das gesamte Corpus Separatumg (s. Karte oben) und verbat Juden jeglichen Zugang zu ihren heiligen Stätten in „Ost-Jerusalem“. Diese Situation blieb bestehen, bis die Jordanier (und die Palästinenser, denen jordanische Staatsbürgerschaft gewährt wurde) Israel im Juni 1967 einmal mehr angriffen und die Kontrolle über das von ihnen illegale eroberte Land verloren.

„Ost-Jerusalem“ repräsentiert einen Grundsatz, den die Vereinten Nationen Jahrzehnte lang ausdrücklich ablehnte: Eine arabisch kontrollierte Stadt, die Juden verbot in der Stadt zu leben und ihre heiligen Orte zu besuchen und dort zu beten. Dass die Vereinten Nationen „Ost-Jerusalem“ als „besetztes palästinensisches Territorium“ bezeichnen ist sowohl eine Ablehnung der Geschichte als auch Anerkennung eines antisemitischen Credo.

Wer Israels Grenzen von 1948 versteht, versteht auch, dass es keine „Besatzung“ gibt

First.One.Through, 23. Juli 2019

Es gibt wirklich nur zwei Möglichkeiten, wie man die Grenzen Israels bei seiner Unabhängigkeitserklärung im Mai 1948 zu betrachten: das gesamte Gebiet des Mandats Palästina ODER die vorgeschlagenen Grenzen, die die UNO-Vollversammlung 1947 vorschlug. Wie unten diskutiert, ist nur eine davon rechtlich gültig, während beide demonstrieren, dass Israel kein „palästinensisches Land“ besetzt.

Die Grenzen vom Mai 1948: das Mandat Palästina

Als das osmanische Reich zerbrach, übernahmen die Franzosen und die Briten die Kontrolle über verschiedene Mandate, bis die lokale Bevölkerung in der Lage war ihre eigenen funktionierenden Regierungen zu bilden. Die Franzosen nahmen die Mandate Libanon und Syrien und die beiden wurden 1943 bzw. 1946 zu Staaten, nachdem die letzten französischen Truppen abzogen. Die Briten nahmen die Mandate Palästina und Irak. Der Irak erklärte sich 1932 für unabhängig. Was Palästina angeht, so war die Lage schwerfälliger und komplizierter.

Das internationale Mandat von 1922 machte deutlich, dass die Briten den Juden helfen sollten ihr Heimatland auf dem Territorium wiederzuerrichten. Das Land östlich des Jordan wurde allerdings als ein Land betrachtet, bei dem die Briten die Option hatten es abzutrennen (Artikel 25), was sie auch taten. Das Land wurde letztlich zum Königreich Jordanien.

Bezüglich des Restes des Mandats Palästina hatten die Briten eine schwierige Zeit im Umgang mit einer lokalen arabischen Bevölkerung, die nicht sehen wollte, dass eine Flut an Juden die Gegend betritt. Die mehrjährigen arabischen Krawalle von 1936 bis 1939 brachten die Briten dazu über eine Teilung des Landes zwischen den Juden und den Arabern nachzudenken (die Peel-Kommission von 1937 wurde nicht angenommen) und setzten eine Obergrenze für die Zahl der Juden fest, denen erlaubt wurde in das Territorium einzureisen (das Weißbuch von 1939, das auch umgesetzt wurde).

Am Ende der Verwüstung des Zweiten Weltkriegs hatten die Briten genug damit zu tun Zuhause alles wieder aufzubauen und die Juden benötigten eindeutig ein Ende der Deckelung der Immigration, also beantragten die Briten von den Vereinten Nationen 1946, dass die sich der Sache annehmen. Die UNO-Vollversammlung stimmte für die Teilung des Landes zwischen den Juden und Arabern; es handelte sich um eine nicht bindende Abstimmung. Alle arabischen Länder stimmten mit „Nein“ und die Teilung fand nie statt.

Als die Briten im Mai 1948 ihre letzten Truppen abzogen, erklärten die Juden den neuen jüdischen Staat Israel. Wie bei den Mandaten Libanon, Syrien und Irak war der britische Truppenabzug von der Ausrufung eines neuen Staates in der GESAMTHEIT DES MANDATS begleitet, einschließlich der Gebiete, die mittlerweile als Gazastreifen und Westbank bekannt geworden sind.

Mai 1948: der Teilungsplan von 1947

Als Israel sich unabhängig erklärte, strebte die arabische Gemeinschaft selbst immer noch die Kontrolle über das gesamte Mandat Palästina an. Sie lehnte den Staat Israel 1948 genauso ab, wie sie 1947 den vorgeschlagenen UNO-Teilungsplan ablehnten. Sie betrachtete beides als illegal, null und nichtig, eine Invasion ihres arabischen Landes.

Als fünf arabische Armeen Israel bei seiner Unabhängigkeitserklärung angriffen, begann die Invasion nicht in Jerusalem. Für die Araber war das gesamte Land eine einzige, zusammenhängende Einheit. Die Linien des Teilungsplans waren so unsichtbar und irrelevant wie die vorgeschlagenen Grenzen der Peel-Kommission.

Und für die Juden war es auch so.

Die Waffenstillstandslinien von 1949 / die Grüne Linie

Wenn die internationale Gemeinschaft heute von „Besatzung palästinensischen Landes“ spricht, dann bezieht man sich auf die Grenzen, wie sie vor dem Ausbruch des Sechstage-Krieges im Juni 1967 bestanden. Das waren die Frontbereiche, die nach dem Ende von Israels Unabhängigkeitskrieg 1948/49 entstanden. Diese zwischen Israel und einer Reihe der Invasionsarmeen festgesetzten Waffenstillstandslinien, wurden auf den Landkarten in Grün gezogen, so wurden sie auch als „Grüne Linie“ bekannt.

Die ägyptische Armee eroberte den Bereich des Gazastreifens. Der israelisch-ägyptische Waffenstillstand erklärte ausdrücklich, dass diese Waffenstillstandslinien nicht als finale Grenzen aufgefasst werden dürfen. Gleichermaßen eroberte die jordanische Armee einen Großteil des östlichen Palästina, das im Lauf der Zeit als „Westbank“ bekannt wurde. Die israelisch-jordanische Vereinbarung erklärte zudem, dass die Linien nicht als Grenzen gedacht waren.

Jordanien unternahm allerdings eine Reihe besonders feindseliger Schritte. Es vertrieb nicht nur alle Juden aus der „Westbank“, sondern annektierte das Territorium 1950 auch, was von fast der gesamten Welt nicht anerkannt wurde. Es unternahm als weiteren Schritt, allen Arabern, die in der Westbank lebten, 1954 die jordanische Staatsbürgerschaft zu gewähren (Juden wurden ausdrücklich davon ausgenommen Jordanier werden zu können).

Von 1949 bis 1967 war das Land zwischen Israel, Ägypten und Jordanien aufgeteilt. Es gab kein Palästina.

In diesem Zeitfenster begannen viele Staaten Israel anzuerkennen. Während die Grenzen des Landes möglichen Modifizierungen unterlagen, wie sie in den beiden Waffenstillstandsvereinbarungen umrissen waren, erkannten die Länder die israelische Souveränität bis an diese Linien an. Und so ist es bis heute.

Die „Grenzen“ von 1967

Die Kämpfe zwischen den Israelis und den Ägyptern sowie den Jordaniern wüteten von 1949 bis 1967 weiter.

Arabische Kämpfer überquerten die Grüne Linie aus Ägypten und Jordanien nach Israel und töteten Israelis bei nächtlichen Überfällen; Israel schlug zurück. Die Vereinten Nationen debattierten die „Palästina-Frage“, insbesondere weil mehr als 700.000 Araber, die aus der Kampfzone geflohen waren, nicht in ihre Städte in Israel zurückkehren durften. Und die palästinensische Unabhängigkeitsbewegung wurde 1964 mit der Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) entwickelt, deren erklärte Auftrag darin bestand Israel zu vernichten und das gesamte Mandatsgebiet Palästina für die Araber zurückzuholen.

Wie das Schicksal so spielt, griffen die Jordanier im Juni 1967 Israel an, nachdem Israel einen präventiven Verteidigungskrieg gegen Syrien und Ägypten begonnen hatte, die unmittelbar vor einem Angriff standen. Die Jordanier verloren die gesamte Westbank, die sie illegal annektiert hatten; die Ägypter verloren den Gazastreifen und die Syrer verloren die Golanhöhen.

Die Waffenstillstandslinien von 1949, die als vorläufig festgelegt und verstanden wurden, verwandelten sich in den Köpfen vieler zu den „Grenzen“ von 1967, was ein neues Gefühl der Dauerhaftigkeit beinhaltet, obwohl der Krieg genau das Gegenteil schaffte – er stellte die israelische Kontrolle über das gesamte Gebiet des Mandats Palästina wieder her und gewann seine Grenzen vom Mai 1948 zurück.

Israel tat sich selbst keine Gefallen. Statt klar zu erklären, dass seine Grenze wiederhergestellt worden waren, „annektierte“ es den östlichen Teil Jerusalems, der unter jordanischer Kontrolle gestanden hatte und richteten über die Westbank nur eine Militärherrschaft ein. Das tat es – ganz so, wie es die Kontrolle über den jüdischen Tempelberg an die jordanische Waqf übergab – in der Hoffnung die globale Unterstützung für Frieden zu gewinnen. An dieser Theorie war nicht viel dran.

Kein palästinensisches Land / keine „Besatzung“

Wie die Geschichte oben ausführlich anführt, ist das palästinensische Streben nach Selbstregierung ehrgeizig gewesen. Die Weltgemeinschaft hat versucht ein neues souveränes, arabisches palästinensisches Land zu schaffen oder den Arabern, die im Gazastreifen und der Westbank leben, irgendwie Selbstbestimmung zu verschaffen. Die Araber im Gazastreifen erhielten 2005 Selbstbestimmung, als die israelischen Truppen die Gegend verließen und die Mehrheit der Araber in der Westbank haben ebenfalls einige Selbstbestimmung in „Area A“ und in geringerem Maß in „Area B“, als Israel die Kontrolle ausgesuchter Ländereien als Teil der Oslo II-Vereinbarungen von 1995 an die palästinensische Autonomiebehörde (PA) übergab.

Es gibt aber kein „palästinensisches Land“ über diese Gebiete hinaus, die die PA kontrolliert. Der Rest ist israelisches Territorium, wie es in der Zeit war, als Israel seine Unabhängigkeit erklärte. Der Krieg 1967 begann keine „Besatzung“ von „palästinensischem Land“; er brachte israelisches Territorium von den Ägyptern und Jordaniern, die 1948 in Israel einmarschiert waren, zurück unter israelische Kontrolle.

Da das einzige „palästinensische Land“, das es heute gibt, das ist, das Israel der palästinensischen Autonomiebehörde übergab, ist es unmöglich, dass es dort eine „Besatzung“ gibt. Die Palästinenser werden nur dann mehr „palästinensisches Land“ bekommen, wenn Israel der PA stufenweise mehr Land gibt.


Die internationale Gemeinschaft hat schwul zu sein bis 1973 als Geisteskrankheit definiert; Homosexualität wird in rund der Hälfte der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen immer noch als Verbrechen betrachtet. Fast alle genau dieser UNO-Länder lehnen es auch ab die Existenz des jüdischen Staates anzuerkennen und glauben, es gebe eine „koloniale Besatzung“ von „palästinensischem Land“. Es könnte sein, dass sie Schwule oder den jüdischen Staat niemals akzeptieren.

Die westliche Welt brauchte sehr lange, um zu akzeptieren, dass Homosexuelle geistig gesund sind und vielleicht werden sie schon bald die Rechte der Juden anerkennen, in ihrem gesamten Heimatland zu leben und dass es keine illegale Besatzung palästinensischen Landes gibt.
(Anmerkung hepev: Na ja, träum‘ weiter… Träumen darf man.])

Lektionen aus der fehlgeschlagenen „Gaza-Initiative“ von 1949

Col. (Res.) Dr. Raphael G. Bouchnik-Chen, BESA Center Perspecitves Paper Nr. 1.134, 7. April 7 2019

Palästinensische Flüchtlinge 1948 (Foto via Wikimedia)

Zusammenfassung: Vor siebzig Jahren, als die arabisch-israelischen Friedensgespräche in einer Sackgasse steckten, wurde eine bahnbrechende und kreative diplomatische Initiative erörtert, um mit dem Schicksal des Gazastreifens und seinen palästinensisch-arabischen Flüchtlingen klarzukommen. Diese US-Initiative war ein ernsthafter Versuch eine Regelung zwischen Ägypten und Israel zustande zu bringen, während etwas zur Lösung des palästinensischen Flüchtlingsproblems beigetragen wurde. Obwohl sie als Fehlschlag endete, bot sie wertvolle Lektionen.

Es wird weithin erwartet, dass eines der Hauptthemen, die von Donald Trumps anstehendem „Deal des Jahrhunderts“ angesprochen werden, die Teilung von PA in der Westbank und Hamas im Gazastreifen ist. Auch während der Formulierung der Oslo-Vereinbarungen wurden Versuche unternommen einen Weg zu finden, wie der mögliche Palästinenserstaat mit einer terrestrisch-physischen Verbindung umgesetzt werden kann, um die Passage vom Gazastreifen in die Westbank zu ermöglichen. Der israelische Außenminister Shimon Peres war zentral an diesen Bemühungen beteiligt.

Diese Idee wird jedoch von der Hamas nicht begrüßt; sie hatte sich auf reichlich mehr eingeschossen. Die gewalttätigen und provokativen wöchentlichen Krawalle entlang der israelischen Grenze zum Streifen, organisiert von der Hamas, werden unter der Parole „Marsch der Rückkehr“ veranstaltet, dem palästinensischen Standard-Euphemismus für die demografische Unterwanderung Israels. Obwohl sie als Terrororganisation eingestuft ist, gewinnt die Gruppe diese PR-Kampagne gegen Israel. Internationale Sympathie für die Hamas nimmt korrespondierend mit dem Anstieg der Opferzahlen an der Grenze zu.

Die Hamas hat ihre Kriegslust gegen Israel durch systematische, gut geplante Terroroffensiven eskaliert, die jede Menge Brandsatz-Ballons verwendeten, womit sie das Risiko einer weiteren Runde der Feindseligkeiten vergrößerte. Ägypten handelt als indirekter Vermittler zwischen Israel und der Hamas, um weiteres Absinken in einen ausgewachsenen Konflikt zu vermeiden.

Angesichts dieser Umstände ist es nützlich über eine bahnbrechende diplomatische Initiative zum Schicksal des Gazastreifens und seiner Flüchtlinge nachzudenken, die vor 70 Jahren während der von der UNO geleiteten arabisch-israelischen Friedensgespräche in Lausanne lanciert wurde. Die Initiative bietet Lektionen, die heute noch von Bedeutung sind.

Die Grundidee war ein Vorschlag den Gazastreifen und seine arabische Bevölkerung in Israel einzugliedern. Das war die Vision von David Ben-Gurion, der den Gazastreifen als letztlich autonom werdenden Staat wie Luxemburg betrachtete.

Die Logik hinter dieser Initiative gründete auf zwei Faktoren: 1) Ägypten wollte den Gazastreifen nicht annektieren, den es während des Kriegs von 1948 besetzt hatte; es hatte keinerlei Wunsch dessen palästinensisch-arabischen Flüchtlinge als volle ägyptische Staatsbürger zu absorbieren; 2) Israel sorgte sich um eine potenzielle militärische Bedrohung infolge Ägyptens fortgesetzter Besetzung des Streifens in enger Nähe zu israelischen Bevölkerungszentren.

In ihrem Buch Unprotected Palestinians in Egypt since 1948 (Schutzlose Palästinenser in Ägypten seit 1948) aus dem Jahr 2009 hebt Dr. Oroub el-Abed Ägyptens doppelte Sicht auf die Palästinenser hervor:

Mit Beginn der Unterzeichnung der Waffenstillstandsvereinbarung im Februar 1949 hatte Ägypten zwei „unterschiedliche“ palästinensische Bevölkerungen unter seiner Kontrolle: Die geringe Bevölkerung, die es geschafft hatte in Ägypten zu bleiben und die Bevölkerung des von Ägypten verwalteten Gazastreifens, die massiv durch einen Zustrom von mehr als 200.000 Flüchtlingen aus anderen Bereichen Palästinas massiv zunahm. Die Voraussetzung sie getrennt zu halten bestand darin, beträchtlichen Einfluss auf die ägyptische Politik gegenüber beiden Gemeinschaften zu haben.

Unter Hinweis auf den ägyptischen Widerwillen die Flüchtling im Gazastreifen anzunehmen, vermerkt El-Abed:

Es hat nie die Frage gegeben den Palästinensern die ägyptische Staatsbürgerschaft zu gewähren, also stand es nie zur Debatte, dass Ägypten den Gazastreifen annektiert, wie Jordanien es mit der Westbank getan hatte.

Die Gaza-Initiative wurde von Jacob Tovy (2003) in einem akademischen Artikel und später von Shlomo Nakdimon in Ha’aretz (Juli 2014) diskutiert, aber das Thema hat in Israel, in der arabischen Welt oder bei den Palästinensern nie viel Aufmerksamkeit bekommen.

Die umfassendste Übersicht zu der Initiative wurde von Neil Caplan in seiner Buchserie Futiel Diplomacy (Vergebliche Diplomatie; 1977) erstellt. Caplan betrachtet den Plan aus der amerikanischen, der israelischen und der ägyptischen Perspektive. Er hatte Zugang zu einer Menge offizieller Protokolle und diplomatischer Depeschen und seine Herangehensweise war objektiv und ausgewogen.

Die Schlüsselfigur hinter der Gaza-Initiative war Mark Erthridge, der US-Repräsentant bei der PCC (Palestine-Conciliation Commission = Palästina-Schlichtungskommission), der bei den Gesprächen in Lausanne den internationalen Schirm lieferte. Die offizielle israelische Position lautete: „Sollte die Annektierung des Gazastreifens durch den Staat mit all seinen Einwohnern vorgeschlagen werden, wird unsere Antwort positiv sein.“ Israel machte der PCC am 20. Mai 1949 einen konkreten Vorschlag, der sich darauf konzentrierte den Gazastreifen zu übernehmen und damit „einen beträchtlichen Beitrag für eine Lösung des Flüchtlingsproblems“ zu leisten.

Am 4. Juni informierte das Außenministerium der US-Delegation in Lausanne, dass die amerikanische Regierung die Eingliederung des Gazastreifens nach Israel als Teil einer territorialen Regelung mit Ägypten zustimmen würde, vorausgesetzt das könne durch Verhandlungen mit und dem vollen Einverständnis der ägyptischen Regierung erreicht werden und unter der Voraussetzung, dass Ägypten territorialen Ausgleich gemäß der Formel des Präsidenten (dem „Jessup-Prinzip“) erhielt, sollte Ägypten dies wünschen.

Die Schlüsselidee der USA war die Verhandlungen über das Schicksal der Flüchtlinge mit territorialen Fragen zu verknüpfen. Während die Israelis sich auf territoriale Fragen konzentrierten, gab die arabische Delegation dem Flüchtlingsproblem Priorität. Die Gaza-Initiative war ein konkreter Versuch eine Kombinationslösung zu finden.

Der amerikanische Chargé d’Affaires in Kairo, Jefferson Patterson, dachte, dass „Ägypten im Verlauf zukünftigen Feilschens bereit sein könnte, den Gazastreifen abzugeben“, zusammen mit der „Flüchtlingslast“. Die offene Frage war der Ausgleichsparameter – d.h. das quid pro quo. Obwohl das für die Israelis und Amerikaner eine Tauschformel war – den Streifen für einen Teil des Negev – wurde deutlich gemacht, dass die Ägypter heftig gegen den Plan waren.

Ein US-Versuch sich mit den Briten zusammenzutun, um auf Ägypten Druck auszuüben, schlug fehl. Kairo bestand darauf als Ausgleich ein großes Territorium zu erhalten, eine Verbindung vom Gazastreifen über Beer Sheva zum Toten Meer zu schaffen. Das hätte zur Folge gehabt den gesamten Negev abzugeben – mit anderen Worten: mehr die Hälfte seines Gesamtterritoriums, einschließlich der Stadt Eilat.

Trotz dieses Konflikts vertrat US-Außenminister Dean Acheson weiter die Ansicht, dass der Gaza-Vorschlag eine „Grundlage für Diskussionen zwischen Ägypten und Israel“ war, die „wahrscheinlich den Weg für eine endgültig Regelung zwischen Israel und Ägypten“ führt und damit „einen entscheidenden Schritt zu einer Gesamtlösung für Palästina darstellt“. Ein US-Diplomat verwendete stärkere Begriffe und erklärte, dass „der Gazastreifen-Vorschlag vielleicht der Schlüssel war, mit dem das Gesamtproblem gelöst werden könnte“.

Die Amerikaner glaubten, dass Ägyptens harte Reaktion auf den Gaza-Vorschlag, wie sie von Außenminister Ahmed Muhammad Khaschaba zum Ausdruck gebracht wurde, in Wirklichkeit Verhandlungstaktik war. Grund dafür war Khaschabas Erklärung, Ägypten „würde es nicht ablehnen ernsthaft über jeden Plan nachzudenken, der als humanitäre Maßnahme geschaffen und empfänglich dafür sei einer Gegend oder Situation Stabilität zu bringen sei“. Ägypten, das fürchtete, die Flüchtlinge im Gazastreifen würden von Israel in der Wüste Negev kaltgestellt, gab Sorge bezüglich deren Sicherheit und Wohlergehen Ausdruck.

Um die Ägypter von der Kooperation zu überzeugen, wies Acheson auf die ungewisse Zukunft der Finanzierung der Flüchtlingshilfe hin, von der die meiste von amerikanischen Wohlfahrtsorganisationen kam. Die Idee war der Hinweis darauf, dass die wirtschaftliche Last der Handhabung des Wohlergehens der Flüchtlinge im Gazastreifen einzig Ägyptens Problem sein würde, ungeachtet dessen eigener Überbevölkerung und Armut.

Sobald die Amerikaner einmal die Rolle des Vermittlers übernahmen und von der Gaza-Initiative schwärmten, wurden die Israelis vorsichtiger und begannen als diplomatische Taktik zu zögern. Abba Eban, der israelische Botschafter bei der UNO, betonte die Notwendigkeit „jegliches Anzeichen von Eifer für Gaza“ zu vermeiden. Er hatte das Gefühl, Israel sollte überlegen „territorialer Anpassung“ an der Grenze Sinai-Israel zuzustimmen – vorausgesetzt, dass das nicht Eilat einschließt, das unter keinen Umständen aufgegeben werden sollte.

Der israelische Delegationsleiter in Lausanne, Walter Eytan, hatte keine Illusionen zum Preis, der von Israel verlangt werden würde. Er beschrieb das Dilemma, dem sich Israel auf diese Weise stellte: „Wenn Israel die guten Aufgaben der Amerikaner ablehnt, dann sind wir diejenigen, die keinen Frieden wollen. Wenn wir ja sagen, verlieren wir Eilat.“

Die tiefgreifenden israelisch-amerikanischen Meinungsverschiedenheiten über die Notwendigkeit territorialer Kompensation gegenüber Ägypten mit einer Betonung auf die Gegend von Aqaba, um eine Landbrücke zwischen Ägypten und Jordanien zu schaffen, signalisierte das Abklingen der Gaza-Initiative. Das Außenministerium hatte von Anfang an deutlich erklärt, dass territoriale Kompensation für Ägypten und vielleicht auch für Jordanien, erforderlich sein würde. Israel ließ seine absolute Gegnerschaft zu jeder derartigen territorialen Kompensation wissen.

Mosche Scharett, der israelische Außenminister, kritisierte indirekt Washingtons Enthusiasmus für die Gaza-Initiative. In einer Rede vor der Knesset (15. Juni 1949) fragte er: „Warum überhaupt sollten die arabischen Staaten Anrecht auf territoriale Kompensation haben?“ Mit Hinweis auf die amerikanische (und britische) Rolle bei der Förderung des Gaza-Plans, erklärte er: „Wer immer, bewusst oder unbewusst, die arabischen Staaten ermutigt zu glauben, dass sie vielleicht Erfolg damit haben könnten, von Israel territoriale Zugeständnisse zu erpressen und mit Hilfe politischen Drucks zu bekommen, was sie durch einen Aggressionskrieg nicht erreichten, wird der Sache des Friedens im Nahen Osten nicht dienen.“ Scharett fügte an: „Ein besonderes Wort der Warnung muss gegen alle erneuerten Versuche ausgesprochen werden, dem Staat Israel den südlichen Teil des Negev zu rauben.“

Parallel dazu kritisierte ein hochrangiger ägyptischer Diplomat energisch den israelischen Wunsch weiteres Gebiet in Besitz zu nehmen und drückte Überraschung aus, dass die US-Regierung eine solche Maßnahme als konstruktiven Vorschlag betrachten könnte. Für Kairo war die Gaza-Initiative nichts anderes als ein israelisches Komplott, um „einen direkten Tausch Territorium gegen Flüchtlinge“ zu ermöglichen.

Ende 1949 wurde die Gaza-Initiative von den U SA und den regionalen Akteuren praktisch aufgegeben. Sie bleibt jedoch der erste und einzige Versuch sich ernsthaft mit dem Problem der palästinensisch-arabischen Flüchtlinge beschäftigen. Die israelische Bereitschaft mehr als 100.000 Flüchtlinge als Teil einer bilateralen Abmachung mit Ägypten „wieder anzusiedeln“, wurde nie erneuert. Der offizielle Standpunkt Israels zum Flüchtlingsproblem bleibt fest: Den Flüchtlingen muss das Rückkehrrecht in das souveräne Territorium Israels verweigert werden.

Obwohl die Gaza-Initiative nur eine kurze und unproduktive Episode in der Geschichte der israelisch-ägyptischen Beziehungen ist, kann sie amerikanische diplomatische Bemühungen zum Finden einer Lösung für das palästinensische Flüchtlingsproblem immer noch profitabel informieren. Unter anderen Aspekten sollte die Aufmerksamkeit auf diese Elemente gerichtet werden:

  • Die selektive Verwendung finanzieller Hilfen für die Palästinenser als Hebel zum Erreichen diplomatischer Ziele. Präsident Trumps Entscheidung die US-Hilfe für die PA zu kappen und den jährlichen Beitrag der USA zur UNRWA zu reduzieren, sind Mittel die Palästinenser in Bezug auf den aufkommenden „Deal des Jahrhunderts“ unter Druck zu setzen.
  • Die Annahme, dass Israel zu einer amerikanischen diplomatischen Initiative nicht „nein“ sagen wird. Diese Haltung wurde von Walter Eytan gegenüber dem Gaza-Vorschlag durchaus beschrieben. Er formulierte es so: „Ich glaube nicht, dass die Amerikaner eine Vermittlung vorgeschlagen hätten, noch dass sie die Ägypter dazu hätten bringen können sie zu akzeptieren, wenn nicht von Anfang an klar gewesen wäre, dass wir gezwungen werden sollten diese territorialen Zugeständnisse zu machen.“
  • Die Amerikaner erwarteten, dass bilaterale Verhandlungen über den Rahmen der Arabischen Liga als Kollektiv hinaus möglich waren. Das ist der Grund, dass Washington voll damit beschäftigt war für die Gaza-Initiative zu werben. Es sagte voraus, dass der Vorschlag zu einer „Diskussionsgrundlage für Ägypten und Israel“ würde, die, so glaubte man, „wahrscheinlich den Weg für eine endgültige israelisch-ägyptische Vereinbarung ebnet“.

Man fragt sich, wie die demografische Gleichung in Israel heute aussehen würde, hätte der Staat 1949 mehr als 150.000 palästinensische Araber in sein winziges souveränes Territorium aufgenommen. Andererseits: Wäre die Gaza-Initiative erfolgreich gewesen, hätten die folgenden israelisch-ägyptischen Kriege vermieden werden können.

Nein, Israel wurde nicht von der UNO geschaffen

Elder of Ziyon, 5. Februar 2019

Arab News hat eine typische antiisraelische Tirade von Chris Boyle gebracht, dem Direktor des in London ansässigen Council for Arab-British Understanding. Er schreibt: „Israel was ein Kinder der UNO, geboren aus einer Resolution der Vollversammlung. Und wie es mit vielen Kindern ist, ist es eindeutig undankbare geblieben.“

Nein, die UNO-Resolution, die Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat teilte, ist nicht das, wodurch Israel geschaffen wurde.

Die Resolutionen der UNO-Vollversammlung haben kein rechtliches Gewicht, außer alle Seiten stimmen ihnen zu; in diesem Fall wird ihm durch ihre Zustimmung rechtlicher Status gegeben. Als die Araber die Resolution ablehnten, verlor sie jegliche rechtliche Kraft, die sie potenziell hätte haben können.

Die UNO schuf das moderne Israel nicht. Zionistische Juden schufen es, indem sie sie Institutionen eines Staates aufbauten, während sie den Versuchen der arabischen Welt sie auszurotten Widerstand leisteten.

Ich habe gesehen, dass auch Zionisten dieses Argument anführten.

Israel wurde nicht durch ein Stück Papier geschaffen. Es wurde durch Schweiß und Blut von Juden geschaffen, die zweitausend Jahre lang von der Rückkehr nach Zion geträumt und dafür gebetet haben – und die Welt akzeptierte den Staat trotz des Widerstands der arabischen Welt.

Kenne deine Geschichte: Die fliehenden Araber (TIME Magazine, 3. Mai 1948)

Aussie Dave, Israellycool, 26. Mai 2016

In meinem letzten Geschichtseintrag warf ich einen Blick au feinen Artikel der New York Times von 1966, der unter anderem erwähnte, dass palästinensisch-arabische Flüchtlinge (anders als die Behauptungen der Hasser, sie seien vertrieben worden) geflohen waren. Er erwähnte zudem die jüdischen Angaben, dass sie aufgrund der Befehle ihrer arabischen Führer flohen.

Der Artikel verblüfft, nicht nur  mit seiner Beschreibung der jüdischen Eroberung von Haifa, sondern wegen dem, was er über die Flüchtlinge sagt. Schwarz auf weiß steht dort: Die Araber flohen „zum Teil aus Angst, zum Teil auf Befehl ihrer arabischen Führer“. Eine Bestätigung der Darstellung der Juden, zumindest was die Araber von Haifa angeht. Beachten Sie auch die Beschreibung  einer jüdischen Armee, die zum ersten Mal seit 1.800 Jahren Pessah im Feld feiert.

Anmerkung: Ich kann keinen Link zum ganzen Artikel bieten, weil der nur für Abonnenten zugänglich ist. Aber ich habe einen Screenshot eingestellt:


Die gelb unterlegten Passagen:
Von den 60.000 dort lebenden Arabern waren viele schon vor Beginn des Angriffs in Sicherheit geflohen. Als die panische Evakuierung während des jüdischen Angriffs begann, versammelten die verbliebenen mehrere Tausend die wenigen Habseligkeiten, die sie tragen konnten. Angetrieben vom Mörserbeschuss hämmerten mehr als tausend Männer, Frauen und Kinder an Tor Nr. 3 des von den Briten kontrollierten Hafengebiets, um dort in Sicherheit zu kommen. Wachen der Royal Marines ließen sie schließlich auf das Hafengebiet.

Was nahmen diese einfachen, verwirrten Menschen im Augenblick der Panik mit? Einen kleine türkischen Teppich…

Die Massenevakuierung, ausgelöst zum Teil von Angst, zum Teil auf Befehl der arabischen Führer, hinterließ das arabische Viertel von Haifa als Geisterstadt. Hinter den arabischen Anordnungen steckte mehr als Stolz und Trotz. Mit dem Abzug der arabischen Arbeiter hofften ihre Führe Haifa zu lähmen. Jüdische Führer sagten sehnsüchtig: „Sie werden in ein paar Tagen wieder hier sein. Einige kommen jetzt schon.“

Zum ersten Mal seitdem die Römer vor 1.800 Jahren Jerusalem einebneten, aß eine jüdische Armee Pessah-Matzen und bittere Kräuter an Lagerfeuern im Feld. Der Leiter der Jewish Agency, David Ben-Gurion, sagte: „Wir stehen am Vorabend des jüdischen Staates … ermutigt von den Siegen unserer Armee … Wir haben gerade begonnen uns mit dem Schwert zu gürten.“