Eine militärische Lösung zum Sieg im Krieg in Afghanistan

Amir Taheri, Family Security Matters, 28. August 2009

Was Kabul heutzutage angeht, so feuern diejenigen, die sachkundig klingen wollen, einen Satz auf die Reporter ab: „Dafür gibt es keine militärische Lösung!“ Man hört das von Präsident Hamid Karzai, UNO-„Experten“ und Diplomaten. Doch sie erscheinen festzustecken, wenn sie gefragt werden: Was genau ist dieses „das“, für das es keine militärische Lösung gibt?

Wenn man sie unter Druck setzt, geben sie verschiedene Antworten: Afghanistans Armut, Geschlechter-Ungleichheit, Korruption, der Drogenhandel, ethnische Rivalitäten und Intrigen von rivalisierenden Kräften wie Pakistan und Iran.

Offensichtlich gibt es für keines dieser Probleme eine militärische Lösung. Aber das Hauptproblem, dem sich Afghanistan gegenüber sieht, ist die Bedrohung, die für die Sicherheit seiner Bürger und Infrastruktur durch Aufständische ausgeübt wird, die Terror-Taktiken wie Straßenbomben und Selbstmord-Anschläge nutzen.

Und für dieses Problem gibt es eine militärische Lösung – die militärisch ist sogar die einzige Lösung. Die Aufständischen müssen auf dem Schlachtfeld besiegt werden.

Fakt ist: Obwohl Präsident Obama von einem „notwendigen Krieg“ gesprochen hat, gibt es faktisch wenig Kämpfe in Afghanistan. Die Mehrzahl der Verluste der USA und anderer NATO-Staaten entsteht durch improvisierte Sprengsätze am Straßenrand. Diese töten auch viele Nicht-Kombattanten, meistens afghanische Bauern. Ein paar Verluste der USA/NATO sind Ergebnis von Hinterhalten, die von Aufständischen organisiert werden.

Die afghanische Erfahrung könnte in drei Phasen geteilt werden. In der ersten Phase schafften es die USA mit der Unterstützung durch die afghanische Nordallianz, die Taliban aus Kabul zu spülen, die Kontrolle über das Land zu gewinnen und eine neue Regierung einzusetzen.

In der zweiten Phase, von 2004 bis 2008, konzentrierten sich Amerika und die NATO auf nicht militärische Frage wie der Schaffung eines neuen Verwaltungsapparates, dem Aufbau einer neuen afghanischen Armee und Polizei und der Erfindung einer neuen Justiz.

All das wurde unter der Annahme gemacht, dass die von der UNO gestützte Anwesenheit der NATO eher eine den Frieden erhaltende als eine Frieden erzwingende Maßnahme sei. Der Großteil der NATO-Streitkräfte verhielt sich wie die Heilsarmee als eine Kampfmaschine in einem wirklichen Krieg.

Die US-Kräfte hatten ein paar Kämpfe in den südöstlichen Provinzen auszufechten (oft durch das Abfeuern von Flugkörpern in Pakistan). Britische, kanadische und französische Einheiten hatten ebenfalls ein paar Kämpfe in den ihnen anvertrauten Provinzen – übernahmen aber selten die Initiative, indem sie tatsächlich den Aufständischen hinterher gingen. Ihr Erfolgsmaßstab war die Zahl der Kinder (insbesondere Mädchen), die in Gegenden zur Schule gingen, die von ihnen geschützt wurden, nicht die Zahl der getöteten oder gefangen genommenen Aufständischen.

Die dritte Phase begann 2008, als Präsident George W. Bush sich entschied mehr Truppen zu entsenden, ein Schritt, der von seinem Nachfolger begrüßt wurde. Washington hatte begriffen, dass es ein militärisches Problem gab und dass es dafür einer militärischen Lösung bedarf.

IN der von General David Petraeus entwickelten Strategie haben die US-Streitkräfte (mit den NATO-Verbündeten, die bereit sind zu kämpfen) die Aufgabe als Frieden erzwingend neu definiert. Die Politik des „Leben und leben lassen“, unter der den Aufständischen sichere Zufluchtsorte gestattet wurden, wird beendet.

Diese sicheren Zufluchten – konzentriert in den südlichen Provinzen Kandahar, Helmand, Arzangan und Nimroz sowie ein paar Stellen in der Nähe von Kabul und Kunduz im Norden – sind den NATO-Streitkräften bekannt, wurden aber toleriert, weil den Alliierten die Ressourcen fehlten sie zu zerstören. Die NATO hat etwa 90.000 Soldaten in Afghanistan, einem Land, das so groß ist wie Kalifornien. Von diesen wird mindestens ein Drittel aufgrund der Vorbehalte ihrer Regierungen nicht kämpfen.

General Stan McChrystal, der US-Kommandeur in Afghanistan, könnte ein Problem damit haben die Aufständischen mit nur ungefähr 60.000 Soldaten gegen die Aufständischen vorzugehen. Wenn Obama seinen „notwendigen Krieg“ gewinnen will, müsste er die Zahl der US-Soldaten für einen Kampf erhöhen, der weitere zwei oder drei Jahre dauern könnte. Selbst dann müsste McChrystal Verbündete innerhalb Afghanistans finden, so wie es Petraeus im Irak gelang.

Die Taliban haben nie ganz Afghanistan direkt kontrolliert und es fehlt ihnen die Unterstützung der Bevölkerung, um das Land jemals zu regieren. Sie verbreiten ihre – oft  nominelle – Herrschaft, indem sie die Mudschaheddin bestechen. Ein altes Sprichwort sagt: Du kannst einen Afghanen nicht kaufen, aber du kannst ihn immer anstellen. Mehr als 150.000 bewaffnete ehemalige Mudschaheddin warten am Rande. Die Politik ihnen aus dem Weg zu gehen und ihre Führer als „Warlords“ zu brandmarken, ist unklug.

Dazu haben wir noch die etwa 180.000 Mitglieder der neuen afghanischen Armee und Polizei. Oft bekommen diese Männer ihre Gehälter, verbringen aber ihre Zeit damit Kreuzworträtsel zu lösen oder im besten Fall in Kabul den Verkehr zu lenken. Aber Experten deuten an, dass ein Drittel der Armee zuverlässig und kompetent ist; sie bei den NATO-Streitkräften einzubetten könnte ihnen eine Rolle dabei geben, den Krieg zu den Aufständischen zu tragen.

Die andere Seite? Die Drogenschmuggel-Ringe haben 15.000 bewaffnete Männer, die oft mit den Taliban kooperieren; deren Stärke könnte bei 20.000 Mann liegen. Kleinere Gruppen Aufständischer wie die Hisb Islami (islamische Partei) von Gulbuddin Hekmatyar könnten weitere 5.000 bewaffnete Männer unter ihrem Kommando haben. Aber Hekmatyar arbeitete Jahre lang für die CIA und kürzlich deutlich, dass er für Angebote offen ist.

In der Hierarchie der Operationen sind die Taliban das oberste Ziel. Das könnte bedeuten, dass man taktische Allianzen sogar mit einigen unappetitlichen bewaffneten Gruppen eingeht und andere kauft.

Afghanistan hat ein militärisches Problem, das eine militärische Lösung benötigt. Die US-Strategen beginnen das zu begreifen. Dieser Krieg kann und muss gewonnen werden. Es gibt keine Notwendigkeit für Panik und den Ruf nach einer „Exit-Strategie“, bevor es ernsthafte Kämpfe gegeben hat.

Wissenschaften nach Madrassa-Art

Elder of Ziyon, 18. November 2008

Aus der „The National” der Vereinigten Arabischen Emirate:

Mitte der 1980-er Jahre reiste der Cousin meines Vaters, ein bekannter Notar, zu Madrassen (Religionsschulen) entlang der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan, die zu enormen Teilen von der saudischen Regierung finanziert werden. Diese Schulen waren Stützen des Jihad, denn sie lehrten die Kinder der afghanischen Flüchtlinge und produzierten am laufenden Band tausende von Kämpfern.

Mein Cousin beobachtete, dass Lehrer, die Geschichte oder grundlegende wissenschaftliche Konzepte lehrten – zum Beispiel, dass die Erde um die Sonne kreist – gefeuert und durch Mullahs ersetzt wurden, die nur ein paar Verse des Koran kannten; und die „Bedeutung“ des Tötens von Ungläubigen.

Die Ignoranz dieser Männer wurde durch eine besonders dumme Frage hervorgehoben, die meinem Cousin von einem Mullah gestellt wurde: „Wie kann jemand die Entfernung zwischen der Erde und der Sonne kennen? Niemand hat ein Lineal gemacht, das dafür lang genug wäre.“

„Antiislamische Aktivitäten“ (Islamischer Terrorismus)

Wir bekommen ja immer wieder eingetrichtert, dass die von islamischen Terroristen begangenen Gewalttaten im Namen des Islam nichts mit dem Islam zu tun haben und keinerlei religiöse Anklänge besitzen. Im Gegenteil sind sie, wie die britische Regierung uns erklärt, „antiislamische Aktivitäten“. Wenn das tatsächlich so ist, dann hätte ich einen Vorschlag. Der gründet sich unter anderem auf dieses Ereignis in Pakistan (dort findet sich auch ein veröffentlichtes Foto, allerdings vor den Morden):

Maskierte Militante zogen die beiden Afghanen, denen die Augen verbunden waren, aus einem Auto und zwangen sie, sich auf den Boden zu knien.
Waliur Rehman, ein örtlicher Taliban-Kommandeur, sagte der Menge, dass die beiden Männer zugegeben hätten beim Angriff auf ein Haus in der Grenzstadt Damadola zu helfen, bei dem letzten Monat 14 Menschen umkamen. Die Männer gaben die Nahmen weiterer dazu Beschuldigter an, die ebenfalls getötet werden würden, sagte Rehman…
“Wer auch immer um Geldes Willen, für Amerika, die Interessen der islamischen Welt schädigt, wird dasselbe Schicksal erleiden”, sagte Rehman.
Bewaffnete mit Dolchen stürzten sich auf einen der Männer – der als Jan Wali (36) identifiziert wurde – enthaupteten ihn und schwangen seinen blutigen Kopf vor der jubelnden Menge.

Die Menge skandierte „Allahu Akbar“ (Allah ist groß)… Die Mörder diskutierten dann, ob der zweite Mann ebenfalls geköpft werden sollte, da er noch nicht volljährig sei. Einer der Bewaffneten schloss die Frage, indem er ihm in den Kopf schoss.

Die Menge schrie als „Allahu Akbar“. Das spricht ja wohl dafür, dass die ganze Sache nie und nimmer etwas mit ihrer Religion zu tun hat, nicht wahr? Das war absolut keine religiöse Erfahrung, dass die beiden Männer abgeschlachtet wurden, kann ja gar nicht sein!

Wenn es also so ist, dass solche Taten nichts mit dem Islam zu tun haben und der Islam ganz anders ist: Warum erlassen die Imame weltweit (oder zumindest der Großscheik der Al-Azhar-Mosche in Ägypten und die religiös führenden Imame in Saudi-Arabien) nicht eine Fatwa, mit der sie den Ruf „Allahu Akbar“ verbieten, weil er dort benutzt wird, wo er nichts zu suchen hat? Weil er von Leuten benutzt wird, die mit dem Islam nichts zu tun haben? Weil er bei Taten benutzt wird, die mit dem Islam nichts zu tun haben?

Hey, Leute, macht den Menschen klar, dass ihr gegen den Terror seid und dass die „Allahu Akbar“-Brüller nichts mit euch zu tun haben. Wer „Allahu Akbar“ brüllt, ist ein Terrorist und hat nichts mit dem Islam zu tun, sondern betreibt antiislamische Aktivitäten.

DAS wäre doch mal ein deutliches Zeichen, dass sich die Muslime von den Terroristen abgrenzen.

Na ja, Scherz beiseite – ich wäre schon mit einfacheren Beweisen zufrieden. Wenn z.B. die Terroranschläge als solche benannt und glaubhaft verurteilt würden (statt sie nur des schlechten Images und der schlechten PR wegen zu verurteilen); wenn die mörderischen Inhalte des Koran als nicht mehr gerechtfertigt gelten dürften; wenn die Theologie- und Verbände-Vertreter sich dazu aufraffen könnten zu sagen, dass sie ein mächtiges Defizit in ihren Reihen haben, das sie selbst angehen müssen, statt immer nur zu fordern, dass wir mehr für sie tun müssen. Und dass sie vor allem auch lernen mit Kritik und Satire zu leben, statt ihren Gastgesellschaften islamische Verhaltenskodexe diktieren zu wollen.