Führender muslimischer Gelehrter: Bei jihadistischen Eroberungen ging es darum den eroberten Ungläubigen „Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu bringen.

Raymond Ibrahim, May 10, 2022 (American Thinker, May 6, 2022)

Großimam Ahmed al-Tayed wäscht vor Präsident Sisi und anderen ägyptischen Würdenträgern islamische Geschichte rein

Am 24. April 2022 hielt der Großimam der angesehensten Universität des Islam, der Al-Azhar, eine Ansprache vor den Leitern des Staates; Präsident al-Sis saß in der ersten Reihe. Das fand während der staatlichen Feiern zu Laylat al-Qadr (die „Nacht der Macht“) statt, die laut islamischer Lehre die Nacht ist, in der Allah Mohammed den Koran erstmals offenbarte.

Bedenkt man den Anlass der Rede und den Redner selbst, Großimam Scheik Ahmed al-Tayeb – der wohl „einflussreichste Muslim der Welt“ – dann wurde der Islam bis unter die Decke erhoben. Von besonderem Interesse war allerdings al-Tayebs Wiedergabe der Geschichte. An einer Stelle sagte er:

In nur wenigen Jahren nach dem Tod des Propheten Mohammed (Allah bete über ihm und gebe ihm Frieden) sorgten die islamischen Eroberungen [wörtlich: „Öffnungen“, futuhat] dafür, dass die zwei mächtigsten Imperien, die sich jede Ecke des Nahen Ostens teilten und kontrollierten, kollabierten und ihre Länder im Irak, Syrien, Ägypten und Nordafrika bis heute zu islamischem Land wurden.

Das stimmt natürlich. Die beiden Imperien, die der Scheik meint, sind das oströmische Reich („Byzanz“) und das Sassaniden-Reich Persien. Die meisten der von al-Tayeb angeführten Ländereien – von Syrien und Ägypten im Osten bis zu Marokko und Algerien im Westen – waren christlich und wurden vom oströmischen Reich regiert. Nur der Iran und Teile des Irak befanden sich unter sassanidischer Herrschaft und waren von der Religion her zoroastrisch. Während des siebten Jahrhunderts eroberten Muslime all diese Länder und islamisierten sie.

Wie üblich, wenn es um islamische Wiedergabe geht, werden Fakten schnell mit Fiktion vermischt. Nach der oben erfolgten Äußerung offerierte al-Tayeb dies hier:

Dies [muslimischen] Eroberungen waren keine kolonisatorischen Eroberungen, die sich auf Methoden der Plünderung, Unterdrückung, Kontrolle und die Politik der Vorherrschaft und der Abhängigkeit verließen, [die allesamt] Staaten in Ruinen zurücklassen.

Er fuhr fort die Kolonialisierungs-Eroberungen zu verurteilen, bei denen es um Unterdrückung und Plünderung geht – eine bissige Bemerkung gegen Europas historische Kolonisierung des Nahen Ostens – bevor er weiter machte:

Ja, die islamischen Eroberungen war nicht so – Bestimmen über Völker und sie mit der Arroganz von Gewalt und Waffen zu kontrollieren; stattdessen führten sie zu einer neuen Lawine des Lebens – voller Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit – die in den Venen dieser [einst] machtlosen Völker floss.

Es ist schwierig zu betonen, wie absolut surreal solche Behauptungen sind, zumindest für die, die mit der wahren Geschichte des Islam vertraut sind. Die Eroberungen aller vom Großimam angeführten christlichen Landstriche (von Syrien im Osten bis Marokko im Westen) sowie all der christlichen Landstriche späterer islamischer Eroberungen (die von al-Tayeb ignoriert wurden, weil sie am Ende zurückgeholt wurden) – Spanien, die Mittelmeerinseln, der Balkan usw. – waren gekennzeichnet von Blutvergießen, Massakern, Terror, Versklavung, Plünderung und der Unterdrückung der Eroberten und Ausbeutung ihrer Ressourcen in großem Stil. Seite um Seite von Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West dokumentiert das eindeutig auf Grundlage christlicher wie muslimischer Quellen.

Noch absurder ist die Behauptung des Großimams, dass christliche und zoroastrische Völker, die im oströmischen und im Sassaniden-Reich lebten, froh waren vom Schwert des Islam „befreit“ zu werden und dass sie – als sie sahen, dass der Islam eine Religion des „Wissens, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Gleichheit“ war – bereitwillig damit reagierten in Scharen zum Islam zu konvertieren.

Wie durchaus bekannt ist, konnten die angeblich „befreiten“ Leute – jedenfalls soweit sie die anfänglichen Massaker und Versklavungen überlebten – wenn sie es vorzogen Christen, Zoroastrier oder Juden zu bleiben, das nur tun, indem sie Dhimmis wurden, Bürger zweiter Klasse, die regelmäßig Tributzahlungen (jizya) leisten und sich an eine Vielzahl erniedrigender sozialer Einschränkungen halten mussten (wie sie in den „Bedingungen des Omar“ festgehalten sind). Der Wunsch finanziell nicht geschröpft oder als geringwertiger behandelt zu werden- oder sporadisch verfolgt zu werden, wie es viele Dhimmis waren, abhängig davon, ob der nächste Herrscher „radikal“ war oder nicht – ist das, was so viele Nichtmuslime veranlasste im Verlauf der Jahrhunderte zum Islam zu konvertieren.

Das war die einzige Möglichkeit, wie sie „Gerechtigkeit, Freiheit oder Gleichheit“ erfahren konnten – zumindest so eine Art davon.

Besonders haarsträubend ist, dass al-Tayeb die muslimischen Eroberungen als irgendwie tugendhafter als europäische Kolonisation des Nahen Ostens darstellt. Während es in Wirklichkeit so war, dass Jihade in Sklaverei, Entvölkerung und Verwüstung gipfelten – bestimmte Regionen in Nordafrika, Spanien und Anatolien haben sich nie erholt – schafften europäische Kolonisatoren die Sklaverei ab und führten ihre muslimischen Untertanen in die Wohltaten der Modern ein, von wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritten bis zu den radikalen Konzepten von Demokratie und Religionsfreiheit.

Obwohl es schwierig ist eine Analogie aus der westlichen Geschichte zu finden, die den Wahnsinn der Behauptungen al-Tayebs einfängt, überlegen Sie einen Moment lang, was immer der schlimmste Punkt der amerikanischen Geschichte sein könnte – sagen wir: die Sklaverei. Jetzt stellen sie sich eine Staatsfeier vor, an der der US-Präsident teilnimmt, bei der ein führender Christ eine Rede darüber hält, dass die Versklavung der Schwarzen etwas Wunderbares und Uneigennütziges war – und gewiss nicht vergleichbar mit der grausamen Versklavung, die von diesen üblen Nichtchristen praktiziert wurde – und dass es in Wirklichkeit darum ging den versklavten Afrikanern „Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu bringen.

Das ist das Niveau der Absurdität von al-Tayebs Behauptungen.

Aber warum all diese Lügen? Hier kommen wir zum Knackpunkt der Sache. Um sich wegen sich selbst und ihrer Religion gut zu fühlen, müssen Muslime diese unbeschwerte Fiktion erhalten – dass ihre nichtmuslimischen Vorfahren durch den Islam „befreit“ wurden und dass sie nur allzu bereit waren ihn anzunehmen; an diesem Punkt begannen sie „Wissen, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit“ zu genießen.

Die Alternative, die Wahrheit – dass ihre Vorfahren Christen oder andere Nichtmuslime waren, die erobert und durch sporadische Runden an Verfolgung und systematische Diskriminierung genötigt wurden den Islam anzunehmen – ist nicht ganz so zufriedenstellend, ganz zu schweigen davon, dass es sie zum Nachdenken bringen könnte.

Daher die chronischen Täuschungsmanöver des Großimams der angesehensten Universität der muslimischen Welt – auch bekannt als engster Verbündeter von Papst Franziskus.

Israel versorgt den Gazastreifen mit mehr Strom, als Sie glauben – aber Ägypten hat mehr Treibstoff geliefert

Elder of Ziyon,1. August 2022

Der monatliche UNO-OCHA-Bericht zum Gazastreifen für den Juli ist veröffentlicht worden und sie haben ein paar Grafiken hinzugefügt, die ich bisher nicht gesehen hatte.

Diese zeigt, dass Israel den Gazastreifen mit nicht weniger als zehn gesonderten Strom-Einspeisungen versorgt, von denen drei im Gazastreifen selbst aufgeteilt werden. Israel versorgt den Gazastreifen mit weit mehr Strom als es das Kraftwerk des Gazastreifens macht.

Aber ich war überrascht zu sehen, dass zwar Israel große Pipelines gebaut hat, um Treibstoff in Kerem Schalom sicher weiterzuleiten, die Hamas es aber vorzieht den Großteil ihres Treibstoffs aus Ägypten zu beziehen. Industrie-Treibstoff kommt ausschließlich aus Israel, aber alles andere kommt zum größten Teil aus ägyptischen Quellen.

Ägyptische Treibstoff-Importe:

Israelische Treibstoff-Importe:

Ich vermute, dass ägyptischer Treibstoff billiger ist und die Hamas vielleicht den ägyptischen Treibstoff leichter für eigene Zwecke besteuern und umleiten kann.

Im Mai und Juni nahm israelischer Export von Kochgas weit stärker zu, während ägyptische Exporte einbrachen. Offenbar sind die Kosten ägyptischen Kochgases sprunghaft gestiegen (manche machen die Hamas verantwortlich, die Hamas schreibt die Schuld neuen Vorschriften zu) und es scheint so, als würde israelisches Gas dem gegengegenüber erschwinglicher. Die Gazaner sind sehr wütend auf die Hamas, weil jemand die Rohkosten für Kochgas in Ägypten veröffentlichte und die Kosten im Gazastreifen lagen doppelt so hoch.

Wie üblich ist das, was wir in den Medien sehen, nur ein Bruchteil dessen, was offenen Quellen uns sagen können und die offenen Quellen sind nur ein Bruchteil dessen, was wirklich abgeht. Sogenannte Experten arbeiten mit sehr begrenzten Informationen, dennoch erzählen sie voller Überzeugung jedem anderen ihre Analysen, als würden diese auf allen Informationen gründen – und das tun sie nie.

Ägyptischer Antisemitismus von heute: Gleichsetzung des Latrun-Vorfalls mit dem Holocaust

Elder of Ziyon, 18. Juli 2022

Anfang Juli entlarvten israelische Medien ein furchtbares Geheimnis aus dem Sechstage-Krieg. Yossi Melman twitterte:

Nach 55 Jahren heftiger Zensur kann ich offenlegen, dass mindestens 20 ägyptische Soldaten bei lebendigem Leibe verbrannt und von der IDF in einem Massengrab in Latrun beerdigt wurden, das nicht gekennzeichnet wurde und ohne identifiziert zu werden, was gegen Kriegsrecht verstößt. Das geschah während des Sechstage-Kriegs.

Tage vor dem Krieg unterschrieb Ägyptens Nasser einen Verteidigungspakt mit Jordaniens Hussein. Ägypten stationierte 2 Kommando-Bataillone in der Westbank bei Latrun, das Niemandsland war. Ihr Auftrag bestand darin nach Israel einzudringen und Lod sowie nahe gelegene militärische Flugfelder zu erobern.

Es gab Feuerwechsel mit IDF-Truppen und Mitgliedern des Kibbuz Nachschon. Einige ägyptische Soldaten flohen, einige wurden gefangen genommen und einige kämpften mutig.

An einem bestimmten Punkt schoss die IDF Mörsergranaten und tausende nicht bestellter Dunam wilden Buschlands im trockenen Sommer wurden in Brand gesetzt. Mindestens 20 ägyptische Soldaten starben in dem Buschfeuer, „das Feuer breitete sich in dem heißen und trockenen Busch schnell aus und sie hatten keine Chance zu entkommen“, erzählte Zeen Bloch (heute 90 Jahre alt), der der Militärkommandant des linken Kibbuz Nachschon war.

Am nächsten Tag kamen mit einem Bulldozer ausgerüstete IDF-Soldaten an den Ort, hoben eine Grube aus, schoben die ägyptischen Leichen hinein und bedeckten sie mit Erde. Bloch und einige Nachschon-Mitglieder sahen mit Schrecken zu, wie Soldaten persönliche Habseligkeiten an sich nahmen und das Massengrab unmarkiert ließen.

Saleh Abu Muslim, ein ägyptischer Autor der Nachrichten-Seite Elaosboa, setzt diesen Vorfall mit dem Holocaust gleich, von dem er nicht sicher ist, dass er überhaupt stattfand.

Wenn das Wort Holocaust erwähnt wird, denkt man sofort an den Holocaust an den Juden und anderen durch das von Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg geführte Nazi-Deutschland und seine Verbündeten. Wegen des Völkermords und dem brutalen Holocaust, dem die Juden von 1935 bis 1945 unterzogen wurden, ob das nun echt war oder Erfindung, sind Verbrechen der Schande gegen die Menschheit. Viele Wissenschaftler, Historiker und andere glauben, dass der Holocaust ein Trick oder eine Lüge ist, die von den Zionisten ausgenutzt wird, um ihre Interessen zu erreichen und die westlichen Länder zu erpressen, die für diese Verbrechen verantwortlich sind und das ist der Grund, dass diejenigen, die die Wahrheit des Holocaust der Juden und ihrer Sympathisanten bestreiten, als Antisemiten gelten…

Die Juden der Welt heulen und jammern wegen der brennenden Verbrechen, denen sie von Nazi-Deutschland und seinen Verbündeten unterworfen wurden und fordern sogar die Verfolgung all derer, die den Holocaust bestreiten und sein Auftreten abstreiten und sie fordern, dass Deutschland hohe finanzielle Entschädigung an die Juden zahlt, die vernichtet wurden. Dennoch haben wir hier israelische Besatzungssoldaten und sie betrieben dasselbe brutale Verbrechen an den Gefangenen und belagerten ägyptische Soldaten in den Kriegen von 1956, 1967 und 1973. … Nach 55 Jahren Verdunkelung ist die israelische Obrigkeit jetzt zu uns gekommen, um uns zu offenbaren, dass die israelischen Besatzungskräfte 1967 mehr als 80 Soldaten verbrannten und töteten. Die ägyptischen Sondereinsatzkräfte, die im Krieg von Juni 1967 im Bereich von Latrun zwischen Jaffa und Jerusalem stationiert waren, als diese Streitkräfte in einem Sondereinsatz zur Unterstützung der jordanischen Armee in diesem Bereich waren. Folgende israelischen Regierungen, die uns dieses furchtbare Verbrechen offenbarten, nachdem die israelischen Streitkräfte Phosphor-Granaten mitten in einen öden Wüstenbereich voller Unkraut und trockener Bäume schossen, um sie zu verbrennen…

Lassen Sie uns einiges klarstellen: Das Verbrennen der Soldaten war ein Unfall. Das waren keine Phosphor-Granaten, sondern laut Melman reguläre Artillerie.

Die ägyptischen Soldaten waren gemäß der Genfer Konventionen zulässige militärische Ziele. Sie waren keine unschuldigen Zivilisten und sie waren keine Kriegsgefangenen. Sie waren aktive Kombattanten.

Die IDF handelte absolut falsch damit die zu beerdigen und ihre Habseligkeiten zu plündern, keine Frage. Diese Soldaten hätten bestraft werden sollen. Und der Vorfall hätte nicht so lange geheim gehalten werden sollen.

Aber das mit dem Holocaust gleichsetzen?

Die Ägypter haben jedes Recht wegen des Vorfalls wütend zu sein und Antworten zu verlangen. Aber ihn als Ausrede zu benutzen das systematische Massengemetzel und den Völkermord an Juden zu benutzen ist obszön.

Und noch obszöner ist, dass der Herausgeber der Zeitung das Gefühl hatte, dass der Autor einen berechtigten Standpunkt vertritt. Und dass, wann immer ein obszöner Artikel auf Arabisch veröffentlicht wird, es keine sichtbare Gegenreaktion durch andere Araber gibt.

Den Sechstage-Krieg verstehen

Das klassische Beispiel der legalen Anwendung von Gewalt gemäß dem Völkerrecht

Ari Lieberman, FrontPage Mag, 10. Juni 2022

Der 5. Juni war der 55. Jahrestag des Sechstage-Krieges von 1967. Die Palästinenser bezeichnen den Krieg als die „Naqsa“ oder Rückschlag. Aber egal, wie man ihn nennen will, der Sechstage-Krieg hat in der modernen Militärgeschichte keine Parallele. Er endete damit, dass Israel die kollektive Militärmacht der arabischen Welt besiegt. Die Armeen von Ägypten, Syrien, Jordanien und des Irak kollabierten angesichts einer gut ausgebildeten, hoch motivierten israelischen Armee.

Auf dem Papier hätte Israel verlieren müssen. In jeder Kategorie – Panzer, Artillerie, Luftstreitkräfte, Marinekräfte und Anzahl der Soldaten – war Israel zahlenmäßig stark unterlegen. Aber wie uns der aktuelle Konflikt zwischen der Ukraine und Russland uns erinnert, gibt es im Krieg Immaterielles, das nicht quantifiziert oder anderweitig auf eine Zahl reduziert werden kann.

Mit dem Rücken zum Mittelmeer und der noch lebhaften Erinnerung an den Holocaust kämpfte Israel ums Überleben. Natürlich gab es weitere Faktoren, die zu Israels Sieg beitrugen, so ein überlegener Militärgeheimdienst, überlegene Ausbildung und überlegene Führung, aber der alles überragende Grund war, dass jeder israelische Soldat sich der Folgen einer Niederlage bewusst war. Man muss sich nichts weiter ansehen als die Äußerungen der arabischen Seite, um zu wissen, wie die schrecklichen Folgen aussehen würden.

Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser machte seine Absichten deutlich, als er am 26. Mai erklärte: „Die Schlacht wird eine allgemeine sein und unser grundlegendes Ziel besteht darin Israel zu vernichten.“ Um nicht ausgestochen zu werden erklärte Iraks Präsident Aref am 31. Mai: „Die Existenz Israels ist ein Fehler, der korrigiert werden muss. Dies ist unsere Gelegenheit die Schande auszulöschen, die uns seit 1948 begleitet. Unser Ziel ist klar – Israel von der Landkarte zu wischen.“ Ähnliche Gesinnungen wurden von den Führern Syriens und der PLO geäußert. Angespornt von ihren Führern wurde die arabische Welt von Kairo bis Damaskus, von Khartum bis Bagdad in einen begeisterten Rausch aufgepeitscht. Das Publikum in Ägypten war an seine Fernseher gefesselt, als es Kolonnen aus Panzern und Artillerie sag, die sich an die Front begaben; es erwartete den Endsieg über die verhassten Yahud.

Die Araber glaubten ihre eigene Propaganda und warum auch nicht? Sie hatten die modernste sowjetische Ausrüstung – nagelneue T55-Panzer, ultramoderne MiG-21-Jagdflugzeuge, M-46-Artillerie Kaliber 130mm, die größere Reichweite hatte als alles, was ihr Feind besaß, nagelneue Raketenboote, die mit See-Land-Flugkörpern ausgerüstet waren. Darüber hinaus konnten sie 600.000 Mann unter Waffen aufbringen, die Israelis nur 264.000. Selbst einige westliche „Experten“ begannen Trauerreden auf Israel zu halten, im Glauben, dass die Gründung des modernen Staats Israel eine Anomalie war, deren Schicksal es war von der überlegenen Waffengewalt vernichtet zu werden.

Aber leider kam es ganz anders als erwartet. Am 5. Juni, um genau 7:45 Uhr begann Israel die Operation Focus, eine Reihe verheerender, koordinierter Luftangriffe, die die ägyptische Luftwaffe lahmlegten. In nicht einmal drei Stunden machten Mirage III, Super Mystère und Vautour-Flugzeuge der israelischen Luftwaffe aus dem Großteil der ägyptischen Luftwaffe mit all ihrer gewaltigen Sowjet-Ausrüstung teure Haufen Altmetall. Die IAF wandte ihre Aufmerksamkeit dann Syrien zu, das den Konflikt anzettelte, erwischte den Großteil der syrischen Luftwaffe am Boden und erledigte sie mit schonungsloser Effizienz.

Jordaniens König Hussein begann im Glauben an arabische Propaganda, die in Fantasien wie bei Alice im Wunderland getaucht war, Westjerusalem mit 155mm-Kanon vom Typ Long Tom und rückstoßfreien 106mm-Geschützen zu beschießen. Seine Hunter-Jagdbomber griffen Kfar Saba an. Israel hatte den Kleinen König gewarnt, er solle sich aus dem Konflikt heraushalten, aber Israels Warnungen hatten wenig Einfluss auf Hussein. Das Schicksal des Königs und seines Staates war damit besiegelt. In kurzer Zeit zerstörte die israelische Luftwaffe die jordanische Luftwaffe.

Die arabischen Verluste betrugen 452 Flugzeuge; davon wurde der größte Teil in den frühen Stunden des Krieges zerstört. Mit sichergestellter Luftüberlegenheit rollten israelische Panzerkräfte und mechanisierte Infanterie ins Feindgebiet und eroberte die Halbinsel Sinai und den Gazastreifen von Ägypten, die Golanhöhen von Syrien und vielleicht am wichtigsten: Judäa und Samaria sowie Ostjerusalem von Jordanien.

Technisch begann der Krieg zwar am 5. Juni mit Israels Präventivschlag gegen die ägyptischen Flugfelder, in Wirklichkeit wurde er aber von Nassers leichtfertiger Entscheidung vom 23. Mai in Gang gesetzt, als er die Seeblockade gegen die Straße von Tiran wieder verhängte, einem internationalen Seeweg, den israelische Schifffahrt passierte. Die Schließung der Straße war eine eindeutige Verletzung des Internationalen Seerechts und ein aggressiver Akt, der einer Kriegserklärung gleichkam.

1956 führte Israel zum Teil wegen Ägyptens Schließung der Straße Krieg gegen Ägypten. Um Israel zu verlassen sich aus dem Sinai zurückzuziehen gingen die USA zwei Verpflichtungen ein. Sie garantierten, dass sie im Fall einer weiteren Blockade die Straße öffnen würden und erkannten Israels Recht laut Internationalem Seerecht zur freien Durchfahrt israelischer Schiffe mit eigenen Mitteln zu handeln. Die in den Vietnam-Sumpf verwickelten USA hielten ihre Verpflichtung Israel gegenüber allerdings nicht ein.

Nach Ausschöpfung aller diplomatischer Kanäle handelte Israel militärisch und gerechtfertigt – juristisch, moralisch und ethisch. Arabische politische Propagandisten und einige ihrer westlichen Apologeten haben argumentiert, dass die Araber nicht die Absicht hatten Krieg zu führen, dass die Stationierung ihrer Streitkräfte streng defensiv war und dass sie gültige Ansprüche hatten eine Blockade aufrechtzuerhalten, aber diese Ansichten sind ahistorisch und wurzelten in Lüge. Sie sind geschaffen ein falsches, israelfeindliches Narrativ zu propagieren, eines, das Israel die Rolle als Aggressor und Serienverletzer internationaler Konventionen gibt.

Aber Fakten lügen nicht. Die aggressiven Absichten der arabischen Staaten in den Wochen vor dem Sechstage-Krieg, ihre kriegerische Rhetorik, Bündnisse, Blockaden und Drohungen über militärische Aufstellung bieten reichlich Begründung für den Einsatz von Gewalt. Während des Krieges eroberte Israel sogar ägyptische und jordanische Dokumente höchster Geheimhaltungsstufe, die die arabischen Absichten belegen Israel unter sich aufzuteilen. Bis heute bietet der Sechstage-Krieg das klassische Beispiel für rechtmäßigen Einsatz von Gewalt gemäß der UNO-Charta und akzeptierten Prinzipen des Völkerrechts.

„Die Wurzeln der Gewalt unter den Juden aus der Thora und dem Talmud“

Elder of Ziyon, 2. Juni 2022

Am Dienstag organisierte die Partei Karama in Ägypten ein Symposium zum Thema „Die Wurzeln der Gewalt unter Juden“ zu einem Buch mit demselben Titel, geschrieben von Dr. Saher Rafea.

Es stellt sich heraus, dass das Buch 2008 geschrieben wurde. Hier ist der Klappentext:

Die Bedeutung der Thora, des Talmuds und der Ersparnisse der Rabbiner bei der Gestaltung der Denkweise der Juden und ihrer kulturellen Identität liegt in fehlender Geografie für die jüdischen Gemeinschaft, auf der Geschichte aufgebaut und gefälscht ist. Was also unter ihren Händen bleibt, um ihre eigene Geschichte zu fabrizieren und zu schreiben, die sie durch ihre Ereignisse und Erzählungen dazu nutzen können, den jüdischen Geist zu formen, sind die geschriebenen religiösen Texte und ihre rabbinischen Erklärungen. Daher sollte das Buch direkt zu lesen und auch zwischen den Zeilen zu lesen, uns dazu bringen unsere Politik gegenüber den anderen / Juden zu ändern, so dass wir erreichen können, was wir uns im Licht eines ausdrücklich religiösen Textes vorgenommen haben, der die Notwendigkeit zum Töten und der Vernichtung des anderen aufruft – heißt der Araber, Muslime und Christen, alles Fremden in ihren Heimen und ihren Viehbestand: die totale Eliminierung des anderen, physisch wie spirituell.

Ja, Juden sind gewalttätig, weil das das ist, was sie in Thora und Talmud gelehrt werden.

Für den Fall, dass Sie den Antisemitismus nicht so ganz greifen können, hier ist der Buchdeckel:

Warum der Koran für das Gemetzel an einem christlichen Priester verantwortlich ist

Besonders wegen dieser drei Verse

Raymond Ibrahim, FrontPage Mag, 13. Mai 2022

Am 7. April 2022 stürzte sich in Ägypten ein Mann auf einen christlichen Priester und stach ihm mit einem Messer brutal dreimal in den Hals; Fr. Arsenius Wadid starb kurz darauf. Obwohl der Mörder sofort von Passanten festgesetzt wurde – das Verbrechen wurde auf einer belebten Straße verübt – versuchten die ägyptischen Behörden anfangs zu tun, was ihre westlichen Pendants oft tun: den Mörder als „geistesgestört“ hinzustellen, einen Ausreißer der Gesellschaft.

Aufgrund einer Kombination aus öffentlichem Aufschrei (hauptsächlich von den Politzisten selbst), den Aussagen von siebzehn Augenzeugen und sogar den schlüssigen Antworten des Mörders – ganz zu schweigen von der Tatsache, dass all diese Leute „willkürlich“ hätten ermordet werden können, richtete er sich gegen den einen, der offen seinen christlichen Glauben bekundete, indem er ein großes Kruzifix umgehängt trug – bestätigte die Staatsanwaltschaft schließlich, dass er als zurechnungsfähig und sich seines Tuns voll bewusst vor Gericht gestellt wird.

Warum sowohl Westler als auch Nichtwestler ständig versuchen muslimische Mörder von Nichtmuslimen als „geistesgestört“ hinzustellen, sollte inzwischen klar sein: Die Alternative – dass der Islam solches Verhalten irgendwie fördert – wäre ein massiver Stich in ein Wespennest, mit dem sich niemand beschäftigen will.

Aber kann man wirklich sagen, dass der Islam sogar für das nicht provozierte Morden eines christlichen Geistlichen wirbt, Fr. Arsenius, der friedlich einer öffentlichen Wohltätigkeitsaktivität mit der Jugend seiner Kirche beschäftigt war, als er abgeschlachtet wurde?

Drei Koranabschnitte scheinen diese Frage mit Ja zu beantworten: 1. „Tötet die Götzendiener wo immer ihr sie findet“ (Sure 9,5); 2. „Bekämpft die Führer des Unglaubens [kufr]“ (Sure 9,12); 3. „Wenn ihr auf die Ungläubigen stoßt, schlagt ihnen [mit den Klingen auf] ihren Hals“ (Sure 47,4).

Bedenken Sie, wie diese drei Verse auf den aktuellen Fall zutreffen: Ein muslimischer Mann trifft auf einen „Führer des Unglaubens“ – heißt einen Geistlichen, einen sichtbaren Repräsentanten des Christentums, als den das Kreuz um Fr. Arsenius‘ Hals ihn auswies. Es spielte keine Rolle, dass er ihm auf offener und belebter Straße begegnete, weil Allah die Gläubigen auch anweist „die Götzendiener zu töten“ – und der Islam stuft die Christen wegen der Dreifaltigkeit als Götzenanbeter ein – „wo immer ihr ihnen begegnet“. Schließlich befolgte der Mörder den Rat seiner Gottheit direkt auf den Hals zu schlagen, auf die Halsschlagader, auf die er mit einem Messer mehrmals einstach.

Sollte diese ziemlich eindeutige Interpretation immer noch weit hergeholt oder nicht „differenziert“ genug erscheinen, dann behalten Sie im Hinterkopf, dass Muslime an jedem einzelnen Tag die erwähnten drei und viele weitere hasserfüllte und gewalttätige Koranverse aufsagen; diese Schriftstellen werden in zahllosen Büchern, in zahllosen Fernsehsendungen und überall in den Moscheen der Welt herausgehoben, gepriesen und erläutert, besonders in Ägypten. Mit anderen Worten: Diese Verse werden den frommen, praktizierenden Muslimen tief eingepflanzt.

Trotzdem könnte man einwenden, warum es, wenn solche Verse derart einflussreich sind, nicht mehr dieser Angriffe gibt. Eine solche Feststellung kann nur von jemandem getroffen werden, dessen Informationen ausschließlich aus „Mainstream-Medien“-Quellen stammen: Wahllose Angriffe auf „Ungläubige“ sind tatsächlich ziemlich alltäglich – nicht nur die paar wenigen, die Messerstiche in den Hals aufweisen.

Allein in Ägypten – wo ein koptischer Geistlicher sich einmal beschwerte, dass Angriffe auf Christen „alle zwei bis drei Tage stattfinden“ – gab es 2017 einen Mord, der fast identisch mit dem an Fr. Arsenius ist: Damals wurde ein muslimischer Mann gesehen, der ein Schlachtermesser schwang und auf Video aufgenommen wurde, wie er dem Christen wiederholt in Hals und Kopf stach, als er ihn ermordete. Schließlich, um zu unterstreichen, dass sein Werk religiös (islamisch) motiviert war, nutzte der Mörder das Blut des Bischofs um ihm ein Kreuz auf die Stirn zu malen.

Als weitere Bestätigung, dass dieser Killer von Koranversen wie den oben angeführten motiviert wurde, sagten Nachbarn, dass er kurz zuvor „begonnen hatte auf der Straße zu beten, laut rufend und die Christen als Ungläubige bezeichnend“. Was das Motiv angeht, so erklärte ein Bericht, dass er beschlossen hatte irgendeinen koptischen Priester zu töten, einen Dolch kaufte und auf der Straße, die zur örtlichen Kirche führte, auf der Lauer lag, bis jemand vorbeikam.

„Lauert darauf, dass jemand vorbeikommt“, klingt ganz so wie Sure 9,5, die, nachdem die Muslime aufgefordert werden Ungläubige zu töten „wo immer ihr sie findet“, den Gläubigen den Rat erteilt „sie gefangen zu nehmen, sie zu belagern und ihnen überall aufzulauern“.

Es gibt weitere solche Beispiele. 2013 wurde der koptische Priester Mina Chroubim erschossen, als er seine Kirche in al-Arisch in Ägypten verließ. 2020 gab es einen verbockten Versuch: Während er zu seiner Kirche in Alexandria fuhr, wurde ein koptischer Priester von einem Muslim, der auf Bewährung war, überfallen und „fast ermordet“. Nach Angaben eines Berichts „hat der Mann auf Bewährung mit dem Spitznamen Karim Madi eine Geschichte Christen anzugreifen – besonders Frauen und Mädchen“.

Solche mörderischen Angriffe beschränken sich fast nicht auf koptische Geistliche, die, wie es so schön heißt, ihren Glauben zur Schau tragen. Auch alltägliche Christen werden angegriffen und getötet, was die ägyptischen Medien als „Zufallsangriffe“ darstellen (wobei die einzige Konstante die Religion der Mörder, der Islam, und die Religion ihrer Opfer, Christen, ist).

Nur zwei Beispiele: 2020 schlich sich ein muslimischer Mann hinter einer Christin an, die mit Lebensmitteln auf dem Weg nach Hause war, zog ihren Kopf nach hinten und schlitzte ihr mit einem Messer die Kehle auf. Zwei Tage später ging ein weiterer Muslim mit einem Teppichmesser auf die Halsschlagader eines christlichen Mannes los; er konnte nur ein Ohr abtrennen. Bei der Frage nach seinem Motiv gab dieser Muslim zu, dass er den Kopten nicht kannte, aber dass er schlicht „Christen hasst“. Es gibt viele weitere solche Beispiele allein aus Ägypten (ganz zu schweigen vom Rest der muslimischen Welt); sehen Sie hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Solche Angriffe schwappen sogar in den Westen über. Ein Beispiel: 2016 marschierten zwei muslimische Männer während der Messe in eine Kirche in Frankreich und töteten den 85 Jahre alten Priester Fr. Jacques Hamil, indem sie ihm die Kehle aufschlitzten.

Man könnte immer noch protestieren: Wenn bestimmte Koranverse unverblümt zum Gemetzel an Ungläubigen „wo immer ihr sie findet“ aufrufen und wenn mindestens zehn Prozent der Bevölkerung Christen sind, sollte es dann nicht viel mehr – tatsächlich täglich – Morde geben?

Die Antwort auf dieses scheinbare Rätsel ist geradezu unkompliziert. Erstens haben zwar bestimmte islamische Sekten in Vergangenheit und Gegenwart immer solche mörderischen Verse für bare Münze genommen (und umgesetzt), der Mainstream aber nicht, insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung des islamischen Rechts oder Scharia, die im Fall der koptischen Christen aus diesen Dhimmis machte, die nur getötet werden sollen, wenn sie ihren Status zweiter Klasse ablehnen (was hin und wieder der Fall sein und unterschiedlich interpretiert werden kann).

Wichtiger ist aber die Tatsache, dass Ägypten ein moderner Staat ist – was bedeutet, dass wahlloses Töten eines Bürgers aufgrund des Vorwurfs ein „Ungläubiger“ zu sein, streng verboten ist. Daher sind nur die „eifrigsten“ – oder wie sie oft dargestellt werden, die am meisten Geistesgestörten – bereit die Folgen davon zu akzeptieren die hasserfüllten und gewalttätigen Verse ihres heiligen Buchs umzusetzen, wozu lange oder sogar lebenslange Haftstrafen gehören.

Abgesehen davon kämen solche Morde natürlich weit öfter vor – besonders an Freitagen, wenn die „radikaleren“ Moscheen wiederholt solche Verse anführen, um ihre Besucher gegen die verhassten „Ungläubigen“ aufbringen – wären sie nicht illegal und würden vom Staat bestraft.

Zunahme des „Verschwindens“ koptisch-christlicher Frauen und Mädchen im Ramadan

Raymond Ibrahim, 9. Ma9 2022 (Coptic Solidarity)

Mary Wahib Joseph vor und nach ihrem Veschwinden

Zwei Geschichten koptisch-christlicher Frauen, die von den Straßen Ägyptens verschwinden und um dieselbe Zeit im Monat Ramadan, im April 2022, auftauchen, sind Zeugnis für die anhaltende Verbreitung dieses Phänomens.

Am 11. April verschwand Simone Adel Isaac, ein 15 Jahre altes koptisches Mädchen. Ihre Eltern führten sofort eine umfangreiche Untersuchung durch, einschließlich der Befragung ihrer Freundinnen, bis sie beschlossen, dass der Bruder eines ihrer muslimischen Schulkameraden hinter ihrem Verschwinden steckte. Die Eltern lieferten der Polizei den Namen des Muslims, seine Adresse und Telefonnummer und warteten in Sorge auf die Rückkehr ihrer Tochter.

Zu ihrer Bestürzung unternahm die Polizei wenig. Verzweifelte Eltern reagierten damit, dass sie ihre Erfahrungen in einem Video teilten, das viral ging. Von der Polizei auf diese Weise im Stich gelassen, appellierte die Mutter in Tränen aufgelöst an alle und jeden, einschließlich des ägyptischen Präsidenten Sisi und des koptischen Papstes, sie mögen eingreifen: „Jede Person mit einem gnädigen Herzen, der sie mir zurückbringen kann, bitte tut das, denn mein Mädchen ist minderjährig, mein Mädchen versteht nichts, sie wurde von diesem Typen getäuscht, seiner Schwester und sogar seiner Mutter.“ Und der Vater des Mädchens fügte hinzu: „Die Regierung weiß genau, wo der [muslimische] Kerl ist. Sie sollten diejenigen sein, die hingehen und ihn kriegen, nicht wir.“

Simone Adel

Bald danach – und  wie üblich unter unklaren Umständen – vereinte die die Polizei das Mädchen mit seiner Familie.

Am 5. April verschwand Mary Wahib Joseph (36), eine christliche dreifache Mutter, samt ihrer einjährigen Tochter. Eine Woche, nachdem ihr Ehemann und die erweiterte Familie alle, einschließlich der Polizei, wegen ihres Verschwindens kontaktierte, erschien Mary am 12. April in einem Video, unter einen Hijab gewickelt und sagte, dass sie bereitwillig und ohne jeden Zwang zum Islam konvertierte, dass ihr Name jetzt Mary Ahmed Muhammad laute und dass ihr Ehemann, Kinder und Eltern aufhören sollten nach ihr zu suchen. Die ganze Zeit, in der sie diese Behauptungen machte, konnte man im Hintergrund ihre Baby-Tochter weinen hören.

In Antwort auf dieses Video sagte ihr Ehemann, dass er die Eigenheiten seiner Frau kenne und eindeutig sagen könne, dass sie unter Zwang sprach. Er stellte auch heraus, wenn sie wirklich weggelaufen wäre, um zum Islam zu konvertieren und ihn und die beiden andren kleinen Kinder  im Stich zu lassen, warum hat sie dann nichts von ihren Sachen mitgenommen? Stattdessen war sie mitten in den Vorbereitungen des Hauses auf Ostern und hatte das Haus ohne jede Habseligkeiten verlassen um einzukaufen, also „sind das Handlungen einer Frau, die vorhat zu flüchten?“, fragte er.

Ein paar Tage später und weil auch genau dieses „Verschwinden“ viel Lärm machte, wurden Mary und ihr Kind ihrer Familie zurückgebracht, wieder mit wenig Erklärung dessen, was geschehen war.

Es ist schwer zu betonen, wie üblich diese beiden Geschichten sind – bis hin zu jeder Einzelheit. Mary Wahib Joseph ist bei weitem nicht die erste christliche Frau, die verschwindet, in einem Video in Hijab gekleidet wieder auftaucht und sagt, sie habe aus freien Stücken den Islam angenommen, nur damit später die Wahrheit herauskommt. Ein praktisch identischer Fall aus dem Jahr 2020 ist hier dokumentiert.

Das einzig Ungewöhnliche an diesen beiden Geschichten, die sich in Ägypten wiederholt abgespielt haben, besteht darin, dass die beiden Frauen und die Teenagerin es tatsächlich zurück zu ihren Familien schafften, wenn auch zweifellos erst, nachdem sie von ihrer Tortur dauerhaft gezeichnet wurden.

Tatsache ist, dass koptisch-christliche junge Frauen entführt, sexuell missbraucht und zum Übertritt zum Islam und zur Hochzeit mit ihren Entführern gezwungen worden sind und zunehmend werden – und die Mehrheit von ihnen wird nie wieder gesehen.

Ebenfalls vor kurzem schilderte zum Beispiel am 16. April 2022 der Bruder eines weiteren minderjährigen koptischen Mädchens, der 15-jährigen Mahreal Sobhi, wie auch sie an einem Tag im Dezember 2021 verschwand, dass er und seine Familie alles Mögliche unternahm sie zurückzubekommen, einschließlich die Obrigkeit anzuflehen zu handeln, aber vergeblich. Stattdessen erschien ein Video, ähnlich dem der verschwundenen Mary, mit Mahreal in Hijab gekleidet, die sagte, sie sei aus freien Stücken zum Islam konvertiert. Ihr Bruder fügte hinzu, dass sie, anders als in dem unglaubwürdigen Video, kein Wort zum Status und Aufenthalt des Mädchens gehabt haben und so befinde sich der Haushalt seit vier Monaten in einem Zustand des Trübsal.

Es sollte auch betont werden, dass in diesen wenigen Fällen zurückgebrachter koptischer Mädchen und Frauen nie juristisch gegen  die Entführer vorgegangen wurde, obwohl das ägyptische Recht in solchen Dingen extrem hart ist (zum Beispiel bis zu 25 Jahre Gefängnis für Entführung einer weiblichen Minderjährigen, was als unter 18 definiert wird). Aber so sieht die Realität des ägyptischen „Rechts“-Systems aus, wenn es um die nichtmuslimischen Kopten geht.

Dieses gesamte Phänomen und Prozess wird in einem Bericht auf Coptic Solidarity (CS) stark diskutiert. Der ist 15 Seiten lang und trägt den Titel „‘Jiahd of the Womb‘: Trafficking of Coptic Women & Girls in Egypt“ [Gebärmutter-Jihad: Handel mit koptischen Frauen und Mädchen in Ägypten] und dokumentiert „die weit verbreitete Praxis der Entführung von und des Handels“ mit koptischen jungen Frauen. In dem Bericht heißt es:

Die Gefangennahme und das Verschwinden koptischer Frauen und Mädchen ist der Fluch der koptischen Gemeinschaft in Ägypten, aber von der ägyptischen Regierung oder Regierungen des Auslands, NGOs oder internationalen Gremien ist wenig getan worden, um diese Geißel anzugehen. Nach Angaben eines Priesters im Gouvernement Minya werden allein in dieser Region jedes Jahr mindestens 15 Mädchen vermisst. Seine eigene Tochter wurde beinahe entführt, wäre er damals nicht in der Lage gewesen einzugreifen… Der grassierende Handel mit koptischen Frauen und Mädchen ist eine direkte Verletzung ihrer grundlegendsten Rechte auf Sicherheit, Bewegungsfreiheit und Gewissensfreiheit sowie Glauben. Die an diesen Frauen verübten Verbrechen müssen von der ägyptischen Regierung dringend in Angriff genommen werden, die Straffreiheit für Entführer, ihre Komplizen und die Polizei beendet werden, die sich weigern ihre Pflicht zu erfüllen. Frauen, die verschwinden und nie wieder zurückgebracht werden, müssen einen unvorstellbaren Albtraum durchmachen. Die große Mehrheit dieser Frauen wird nie wieder mit ihren Familien oder Freunden vereint, weil die Reaktion der Polizei in Ägypten respektlos und korrupt ist. Es gibt zahllose Familien, die berichten, dass die Polizei entweder an der Entführung beteiligt ist oder zumindest bestochen wurde zu schweigen. Wenn es irgendeine Hoffnung für koptische Frauen in Ägypten gibt, wenigstens ein auch nur „primitives“ Niveau an Gleichstellung zu bekommen, dann müssen diese Vorfälle illegalen Handels nachlassen und die Täter müssen von der Justiz zur Verantwortung gezogen werden.

Seit der Veröffentlichung des Berichts von CS im September 2020 ist alles nur noch schlimmer geworden. So hält ein späterer Bericht fest: „In Ägypten haben die Entführungen und Zwangverheiratungen christlicher Frauen und Mädchen mit ihren muslimischen Entführern Rekordniveau erreicht.“