Zunahme des „Verschwindens“ koptisch-christlicher Frauen und Mädchen im Ramadan

Raymond Ibrahim, 9. Ma9 2022 (Coptic Solidarity)

Mary Wahib Joseph vor und nach ihrem Veschwinden

Zwei Geschichten koptisch-christlicher Frauen, die von den Straßen Ägyptens verschwinden und um dieselbe Zeit im Monat Ramadan, im April 2022, auftauchen, sind Zeugnis für die anhaltende Verbreitung dieses Phänomens.

Am 11. April verschwand Simone Adel Isaac, ein 15 Jahre altes koptisches Mädchen. Ihre Eltern führten sofort eine umfangreiche Untersuchung durch, einschließlich der Befragung ihrer Freundinnen, bis sie beschlossen, dass der Bruder eines ihrer muslimischen Schulkameraden hinter ihrem Verschwinden steckte. Die Eltern lieferten der Polizei den Namen des Muslims, seine Adresse und Telefonnummer und warteten in Sorge auf die Rückkehr ihrer Tochter.

Zu ihrer Bestürzung unternahm die Polizei wenig. Verzweifelte Eltern reagierten damit, dass sie ihre Erfahrungen in einem Video teilten, das viral ging. Von der Polizei auf diese Weise im Stich gelassen, appellierte die Mutter in Tränen aufgelöst an alle und jeden, einschließlich des ägyptischen Präsidenten Sisi und des koptischen Papstes, sie mögen eingreifen: „Jede Person mit einem gnädigen Herzen, der sie mir zurückbringen kann, bitte tut das, denn mein Mädchen ist minderjährig, mein Mädchen versteht nichts, sie wurde von diesem Typen getäuscht, seiner Schwester und sogar seiner Mutter.“ Und der Vater des Mädchens fügte hinzu: „Die Regierung weiß genau, wo der [muslimische] Kerl ist. Sie sollten diejenigen sein, die hingehen und ihn kriegen, nicht wir.“

Simone Adel

Bald danach – und  wie üblich unter unklaren Umständen – vereinte die die Polizei das Mädchen mit seiner Familie.

Am 5. April verschwand Mary Wahib Joseph (36), eine christliche dreifache Mutter, samt ihrer einjährigen Tochter. Eine Woche, nachdem ihr Ehemann und die erweiterte Familie alle, einschließlich der Polizei, wegen ihres Verschwindens kontaktierte, erschien Mary am 12. April in einem Video, unter einen Hijab gewickelt und sagte, dass sie bereitwillig und ohne jeden Zwang zum Islam konvertierte, dass ihr Name jetzt Mary Ahmed Muhammad laute und dass ihr Ehemann, Kinder und Eltern aufhören sollten nach ihr zu suchen. Die ganze Zeit, in der sie diese Behauptungen machte, konnte man im Hintergrund ihre Baby-Tochter weinen hören.

In Antwort auf dieses Video sagte ihr Ehemann, dass er die Eigenheiten seiner Frau kenne und eindeutig sagen könne, dass sie unter Zwang sprach. Er stellte auch heraus, wenn sie wirklich weggelaufen wäre, um zum Islam zu konvertieren und ihn und die beiden andren kleinen Kinder  im Stich zu lassen, warum hat sie dann nichts von ihren Sachen mitgenommen? Stattdessen war sie mitten in den Vorbereitungen des Hauses auf Ostern und hatte das Haus ohne jede Habseligkeiten verlassen um einzukaufen, also „sind das Handlungen einer Frau, die vorhat zu flüchten?“, fragte er.

Ein paar Tage später und weil auch genau dieses „Verschwinden“ viel Lärm machte, wurden Mary und ihr Kind ihrer Familie zurückgebracht, wieder mit wenig Erklärung dessen, was geschehen war.

Es ist schwer zu betonen, wie üblich diese beiden Geschichten sind – bis hin zu jeder Einzelheit. Mary Wahib Joseph ist bei weitem nicht die erste christliche Frau, die verschwindet, in einem Video in Hijab gekleidet wieder auftaucht und sagt, sie habe aus freien Stücken den Islam angenommen, nur damit später die Wahrheit herauskommt. Ein praktisch identischer Fall aus dem Jahr 2020 ist hier dokumentiert.

Das einzig Ungewöhnliche an diesen beiden Geschichten, die sich in Ägypten wiederholt abgespielt haben, besteht darin, dass die beiden Frauen und die Teenagerin es tatsächlich zurück zu ihren Familien schafften, wenn auch zweifellos erst, nachdem sie von ihrer Tortur dauerhaft gezeichnet wurden.

Tatsache ist, dass koptisch-christliche junge Frauen entführt, sexuell missbraucht und zum Übertritt zum Islam und zur Hochzeit mit ihren Entführern gezwungen worden sind und zunehmend werden – und die Mehrheit von ihnen wird nie wieder gesehen.

Ebenfalls vor kurzem schilderte zum Beispiel am 16. April 2022 der Bruder eines weiteren minderjährigen koptischen Mädchens, der 15-jährigen Mahreal Sobhi, wie auch sie an einem Tag im Dezember 2021 verschwand, dass er und seine Familie alles Mögliche unternahm sie zurückzubekommen, einschließlich die Obrigkeit anzuflehen zu handeln, aber vergeblich. Stattdessen erschien ein Video, ähnlich dem der verschwundenen Mary, mit Mahreal in Hijab gekleidet, die sagte, sie sei aus freien Stücken zum Islam konvertiert. Ihr Bruder fügte hinzu, dass sie, anders als in dem unglaubwürdigen Video, kein Wort zum Status und Aufenthalt des Mädchens gehabt haben und so befinde sich der Haushalt seit vier Monaten in einem Zustand des Trübsal.

Es sollte auch betont werden, dass in diesen wenigen Fällen zurückgebrachter koptischer Mädchen und Frauen nie juristisch gegen  die Entführer vorgegangen wurde, obwohl das ägyptische Recht in solchen Dingen extrem hart ist (zum Beispiel bis zu 25 Jahre Gefängnis für Entführung einer weiblichen Minderjährigen, was als unter 18 definiert wird). Aber so sieht die Realität des ägyptischen „Rechts“-Systems aus, wenn es um die nichtmuslimischen Kopten geht.

Dieses gesamte Phänomen und Prozess wird in einem Bericht auf Coptic Solidarity (CS) stark diskutiert. Der ist 15 Seiten lang und trägt den Titel „‘Jiahd of the Womb‘: Trafficking of Coptic Women & Girls in Egypt“ [Gebärmutter-Jihad: Handel mit koptischen Frauen und Mädchen in Ägypten] und dokumentiert „die weit verbreitete Praxis der Entführung von und des Handels“ mit koptischen jungen Frauen. In dem Bericht heißt es:

Die Gefangennahme und das Verschwinden koptischer Frauen und Mädchen ist der Fluch der koptischen Gemeinschaft in Ägypten, aber von der ägyptischen Regierung oder Regierungen des Auslands, NGOs oder internationalen Gremien ist wenig getan worden, um diese Geißel anzugehen. Nach Angaben eines Priesters im Gouvernement Minya werden allein in dieser Region jedes Jahr mindestens 15 Mädchen vermisst. Seine eigene Tochter wurde beinahe entführt, wäre er damals nicht in der Lage gewesen einzugreifen… Der grassierende Handel mit koptischen Frauen und Mädchen ist eine direkte Verletzung ihrer grundlegendsten Rechte auf Sicherheit, Bewegungsfreiheit und Gewissensfreiheit sowie Glauben. Die an diesen Frauen verübten Verbrechen müssen von der ägyptischen Regierung dringend in Angriff genommen werden, die Straffreiheit für Entführer, ihre Komplizen und die Polizei beendet werden, die sich weigern ihre Pflicht zu erfüllen. Frauen, die verschwinden und nie wieder zurückgebracht werden, müssen einen unvorstellbaren Albtraum durchmachen. Die große Mehrheit dieser Frauen wird nie wieder mit ihren Familien oder Freunden vereint, weil die Reaktion der Polizei in Ägypten respektlos und korrupt ist. Es gibt zahllose Familien, die berichten, dass die Polizei entweder an der Entführung beteiligt ist oder zumindest bestochen wurde zu schweigen. Wenn es irgendeine Hoffnung für koptische Frauen in Ägypten gibt, wenigstens ein auch nur „primitives“ Niveau an Gleichstellung zu bekommen, dann müssen diese Vorfälle illegalen Handels nachlassen und die Täter müssen von der Justiz zur Verantwortung gezogen werden.

Seit der Veröffentlichung des Berichts von CS im September 2020 ist alles nur noch schlimmer geworden. So hält ein späterer Bericht fest: „In Ägypten haben die Entführungen und Zwangverheiratungen christlicher Frauen und Mädchen mit ihren muslimischen Entführern Rekordniveau erreicht.“

Palästinenser glauben, sie seien das Zentrum des Universums, versuchen sogar einen ISIS-Anschlag in Ägypten sich um sie drehen zu lassen

Elder of Ziyon, 8. Mai 2022

Am Samstag wurden bei einem Feuergefecht mit vermutlich dem Islamischen Staat treuen Militanten elf ägyptische Soldaten getötet.

Natürlich versuchen die Palästinenser diese Nachricht zu kapern und daraus etwas zu machen, dass ich um wen dreht? – Um sie!

Die Fatah veröffentlichte eine Stellungnahme, in der es heißt, sie betrachten den Anschlag als „kalkulierten Dienst im Interesse des rassistischen zionistischen Siedlungs-Besatzungsregimes“; sie sagte, die Angreifer hätten eine „Agenda gegen die Brüder im arabischen Ägypten und seine heldenhafte Armee und gegen das palästinensische Volk im besetzten Palästina“.

Sie fügte hinzu, der Anschlag sei „ein vorsätzlicher Dienst für das Besatzungsregime und die israelische Armee und ein verzweifelter Versuch die Moral der ägyptischen Armee zu brechen“.

Khaled al-Batsch, ein Mitglied des Politbüros der Bewegung Islamischer Jihad, bezeichnete den Anschlag als einen „Versuch die Sicherheit Ägyptens zu manipulieren und seine Stabilität auszuhöhlen, um dem zionistischen Feind zu dienen“.

Unterdessen plapperte die Hisbollah dieselbe bizarre Idee nach und sagte, der Anschlag habe „die Aufmerksamkeit vom zionistischen Terrorismus in Palästina ablenken“ sollen.

Wie nennt man das, wenn jemand für alles Schlechte, was passiert, die Juden verantwortlich macht? Ich bin sicher, dafür gibt es ein Wort.

Kafir: Die hasserfüllten Ansichten des Islam zu „Ungläubigen“ oder allen Nichtmuslimen

Raymond Ibrahim, 20. April 2022

Die beliebte ägyptische Tageszeitung und Internetseite al-Masry al-Youm („Ägypten heute“) veröffentlichte vor kurzem eine Fatwa mit dem Titel „Wie lautet die Entscheidung zum Verkauf von Essen an Ungläubige während der Tagesstunden im Ramadan?“ Die Fatwa kam zu dem Schluss, dass es, nein, Muslimen nicht erlaubt ist Essen zu verkaufen, selbst wenn der Käufer und Konsument Nichtmuslim ist.

Wie ich hier diskutierte, ist die Tageszeitung, die diese Fatwa veröffentlichte, al-Masry al-Youm, lange von ihrer Leserschaft als progressive und Reform-Zeitung angesehen worden – eine, die deshalb floriert, weil sie islamistische Intoleranz offenlegt und bekämpft; die Leserschaft, zu der viele koptische Christen gehören, reagierte mit Aufruhr. Stunden später löschte die Online-Version der Zeitung die Fatwa, suspendierte ihren Redakteur und veröffentlichte eine Entschuldigung.

Am aufschlussreichsten an der gesamten Episode – besonders für Nichtmuslime, die mit den Details des Islam nicht vertraut sind – war der Fokus der Entschuldigung. Niemand regte sich über die Schlussfolgerungen der Fatwa auf und die Zeitung entschuldigte sich nicht dafür (viele ägyptischen Christen wissen bereits aus „Rücksicht“ darauf zu verzichten während des Ramadan Essen in der Öffentlichkeit zu handhaben. Vielmehr lautete der Streitpunkt, dass die Fatwa das Wort kafir verwendete – und, schlimmer, von der Zeitung veröffentlicht wurde – (das üblicherweise im Englischen als „Ungläubige“ übersetzt wird) um auf alle Nichtmuslime zu verweisen.

Die Zeitung erklärte in ihrer Entschuldigung: „Diese Fatwa verwendete den Begriff kafir für diejenigen, die einer anderen Religion angehören. Das ist ein Begriff, den Al-Masry al-Youm nie verwendet und komplett ablehnt, da dieses Wort sich auf einen negativen Rahmen stützt, der lange vielen Menschen in der ägyptischen Gesellschaft zugesetzt hat.“

Es braucht etwas Kontext, um die Bedeutung all dessen zu würdigen. Im Koran lautet das arabische Wort für diejenigen, die seine Botschaft und seinem Boten (Mohammed) nicht glauben – das heißt, alle Nichtmuslime – kafir sind (im Singular; kuffar oder kafara im Plural). Entsprechend bezeichnen sie die gesamte Geschichte hindurch und in ihren Schriften, wann immer Muslime Nichtmuslime erwähnen, sie als kuffar. Das bleibt in der Tatsache offensichtlich, dass viele ältere englische Übersetzungen des Koran die Worte kafir/kuffar als Nichtmuslim(e) oder Ungläubige wiedergeben.

Das Problem lautet, und wenige Verteidiger des Islam sind bereit das offen zuzugeben, dass das Wort kafir rappelvoll von entschieden negativen Assoziationen ist. Für muslimische Ohren bedeutet es „Feinde“, „Übeltäter“ und jedes widerliche menschliche Attribut.

Kurz gesagt: Die heiligen Schriften des Islam präsentieren den kuffar – das heißt alle Nichtmuslime – in den negativst möglichen Begriffen.

Damit bezeichnet der Koran kuffar als inhärent „schuldig“ und „ungerecht“ (Sure 10,17; 45,31; 68,35); in ihre Herzen muss Terror gegossen werden (Sure 3,151); sie sind die „abscheulichsten Bestien“ (Sure 8,55; 98,6), vergleichbar mit „Vieh“ und „ohne jede Erkenntnis“ (Sure 47,12; 8,65); sie sind geborenen „Feinde“ der Muslime (Sure 4,101), „abgelehnt“ und von Allah „verflucht“ (Sure 2,89; 3,32; 33,64), der sich darüber hinaus zu ihrem unerbittlichen „Feind“ erklärt (Sure 2,98).

Wiederum ist dies die Art, wie der Koran Nichtmuslime beschreibt, selbst wenn sie sich nie gegen ihn geäußert oder dem Islam geschadet haben.

Es überrascht daher nicht, dass die Scharia für die kuffar Feindschaft anordnet – unaufhörlichen  Jihad mit allem dazugehörigen Tod, und Zerstörung, die das immer zur Folge hatte, wenn Mohammeds Anhänger stark sind; Täuschung und Schmeichelgerede, wenn sie schwach sind und Zeit für einen günstigeren Moment schinden müssen.

Damit müssen Muslime laut Sure 9,5 diejenigen Nichtmuslime töten, die die politische Autorität des Islam ablehnen, „wo immer ihr sie findet – ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt!“

Was ist mit ahl al-kitab, dem sogenannten „Volk des Buches“, einer Redewendung, die der Koran auf Juden und Christen anwendet? Sind sie kuffar oder nicht? Obwohl die Verteidiger des Islam regelmäßig für Letzteres argumentieren, ist ahl al-kitab letztlich eine Unterkategorie von kafir.

Natürlich sind die für sie geltenden Regeln weniger streng: Statt direkt versklavt oder getötet zu werden, ist es Christen und Juden bei Zahlung eines Tributs (jizya) erlaubt am Leben zu bleiben, aber nur als Bürger zweiter Klasse (die sich laut Sure 9,29 unterworfen und erniedrigt fühlen müssen). Abgesehen davon wird jeder Jude oder Christ, der es ablehnt Geldtribut zu zahlen und/oder es ablehnt sich der Behandlung als Bürger zweiter Klasse zu unterwerfen, auf der Stelle wieder auf den Status des kuffar zurückgestuft – was bedeutet, dass auch er wieder zum existenziellen Feind wird, gegen den Krieg geführt, der versklavt oder getötet wird (s. Conditions of Omar).

Ab hier beginnt man den Skandal zu begreifen, den die beliebte und angeblich „progressive“ Zeitung al-Masry al-Youm mit der Veröffentlichung der Fatwa schuf, die Nichtmuslime – von diesen gibt es in Ägypten mindestens 10 Millionen, bekannt als koptische Christen, viele haben die Zeitung abonniert – als kuffar bezeichnete.

(Mehr zu diesem Thema, auch in Bezug auf Ägypten, erfahren Sie in meinem Gedankenaustausch mit Scheik Ali Gomaa im Jahr 2011, als der noch Großmufti von Ägypten war.)

„Progressive“ ägyptische Zeitung veröffentlicht Fatwa, die Muslimen verbietet während des Ramadan Essen an „Ungläubige“ (Nichtmuslime) zu verkaufen

Raymond Ibrahim, 14. April 2022 (Coptic Solidarity)

Scheik Muhammad Salih Munajjid: Keine Lebensmittel für „Ungläubige“ während des Tages im Ramadan.

Am 12. April 2022 veröffentlichten die beliebte ägyptische Tageszeitung und Internetseite al-Masry al-Youm („Ägypten heute“) eine Fatwa des syrischen Klerikers Scheik Muhammad Salih Munajid unter dem Titel: „Wie lautet die Entscheidung zum Verkauf von Lebensmitteln an Ungläubige in [den Stunden des] Tageslichts im Ramadan?“

Nach der üblichen Warnung – dass solche Urteile nicht auf die Kranken usw. anwendbar sind – kam die Fatwa zu dem Schluss, dass denen Lebensmittel zu verkaufen, die im Ramadan während der Stunden des Tageslichts essen, verboten sei „und dass es keinen Unterschied [in dieser Entscheidung] zwischen dem Muslim und dem Ungläubigen gibt“.

Als unterstützende Belege zitierte Munajid den beliebten muslimischen Juristen Abu Zakaria al-Nawawi (geb. 1233), der schrieb, dass „der wahre Madhab, der von der Mehrheit bestätigt worden ist und auf die man sich geeinigt hat, lautet, dass Ungläubige von den Ästen der Scharia angesprochen wird, dass das, was den Muslimen verboten ist, auch ihnen verboten ist.“

Munajid zitierte auch Sure 74,42-47 des Koran, wo darauf hingewiesen wird, dass Ungläubigen, weil sie in die Hölle kommen, da sie nicht an die Regeln des Islam glauben und ihnen nicht folgen, eindeutig von diesen Regeln regiert werden.

Damit will al-Masry al-Youm im Staat Ägypten – in dem mit mehr als zehn Millionen Christen die indigensten Einwohner leben – deutlich machen, dass auch sie, die „Ungläubigen“ durch (gute muslimische) Lebensmittelhändler davon abgehalten werden müssen bei Tageslicht Essen zu erwerben. (So viel zu der [christlichen] Vorstellung, dass nur diejenigen, die den Glauben haben, Opfer für diesen bringen müssen.)

Diese Fatwa-Entscheidung mag zwar nicht überraschen, aber viele Ägypter sind schockiert, dass al-Masry al-Youm – lange als säkulare, reformistische Zeitung angesehen, die dadurch gedeiht, dass sie islamistische Intoleranz offenlegt und bekämpft – sie veröffentlichte. Der Aufschrei ihrer Leserschaft, zu der nicht wenige koptische Christen gehören, war so heftig, dass die ägyptische Zeitung nur Stunden nach ihrer Veröffentlichung die Fatwa von ihrer Internetseite löschte, den dafür verantwortlichen Redakteur suspendierte und sich formell entschuldigte. Die Druckausgabe hat sie jedoch immer noch (s. Bild unten).

Trotz des Handelns und der Entschuldigung seitens Al-Masry al-Youm bleiben viele Ägypter skeptisch. So stellte Adel Guindy, ein Gründugnsmitglied von Coptic Solidarity und Autor des unentbehrlichen Buchs A Sword Over the Nile, fest:

Die Zeitung in Privatbesitz, lange als Flaggschiff „liberaler“ Ideen gehandelt (im alten europäischen Sinn des Begriffs, nicht der aktuellen amerikanischen Bedeutung als „links“), wurde vor kurzem von Ägyptens „Deep State“ als Teil der verzweifelten Bemühungen übernommen den Medien einen Maulkorb zu verpassen und/oder sie in reine Sprachrohre zu verwandeln. Das impliziert, dass alle veröffentlichten Nachrichten und Meinungsartikel vor der Veröffentlichung sorgfältig geprüft werden, besonders, wenn es um die Druckversion geht. Diese Fatwa ist typisch für Hardline-Islamisten. Dass sie veröffentlicht wurde, bedeutet, dass der Journalist, der Redakteur und „Zensor“ darin nichts Falsches sah. Und das ist exakt der traurige Teil der Geschichte: Dass das Regime Nichtmuslime als Kuffar [Ungläubige] betrachtet, mit all den üblen Beiklängen, die das arabische Wort beinhaltet.

Die Lüge von der „Blockade des Gazastreifens“

Maurice Hirsch, Palestinian Media Watch, 23. Januar 2022

Die UNO, die Palästinensische Autonomiebehörde und andere sind offenbar hingebungsvolle Jünger von Mark Twain, der Berichten zufolge einst witzelte: „Lass einer guten Geschichte nie die Wahrheit in den Weg kommen.“

In einer buchstäblich endlosen Liste an Publikationen besteht die UNO darauf die angebliche israelische „Blockade des Gazastreifens“ hinzuweisen. Unter Verlass auf diese UNO-Äußerungen gestalten dann andere die Täuschung aus, indem sie behaupten: „Der Gazastreifen ist das größte Gefängnis der Welt.“ Beide Beschreibungen werden nur als Mittel genutzt Israel zu attackieren und die Gazaner als gefangene Opfer israelischer Politik darzustellen.

Die Rhetorik der UNO wird dann von der Führung der palästinensischen Autonomiebehörde nachgeahmt. Als z.B. PA-Premierminister Mohammed Schtayyeh beim Adhoc-Verbindungskomitee vorsprach, um die internationale Gemeinschaft um Spenden zu bitten, sprach er von der Notwendigkeit die „brutale Belagerung des Gazastreifens“ zu beenden.

Was Twains Bemerkung so passend macht, ist die Tatsache, dass Statistiken, die von niemand anderem als der UNO selbst veröffentlicht wurden, ihre eigenen Behauptungen widerlegen.

Mit seiner Lage zwischen Israel, Ägypten und dem Mittelmeer ist der Gazastreifen einer der Hauptkreuzungspunkte zu Ägypten, namentlich der Übergang Rafah und ein Nebenübergang – Salah Al-Din. Sowohl Menschen als auch Waren passieren den Übergang Rafah, während der Übergang Salah Al-Din auf den Transfer von Treibstoffen und Waren beschränkt ist. Gaza hat auch zwei Übergänge nach Israel, Erez und Kerem Schalom. Während der Übergang Erez genutzt wird, damit Menschen nach Israel überwechseln können, wird der Übergang Kerem Schalom für den Transfer von Waren und Treibstoff sowie weitere Güter genutzt.

Trotz der Behauptungen von UNO und PA-Premier Schtayyeh gab es nach Angaben des UNO-Büros zur Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten in den sogenannten „besetzten Palästinensergebieten“ (OCHAoPt) allein 2021 358.366 Aus- aus und Einreisen in den Gazastreifen. Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Bewegungen von Menschen und den Transport von Waren und Treibstoff.

Eine Aufschlüsselung der UNO-Zahlen zeigt, dass es 2021 100.246 Ausreisen und 80.684 Einreisen über den Übergang Rafah zwischen Gazastreifen und Ägypten und 90.421 Ausreisen und 87.015 Einreisen über den Übergang Erez zwischen Gazastreifen und Israel gab.

2019 gab es circa 522.000. Ausreisen aus und Einreisen in den Gazastreifen (140.000 Ausreisen und Einreisen in den Gazastreifen über Rafah und circa 382.000 Ausreisen aus und Einreisen in den Gazastreifen über den Übergang Erez).

Selbst im von Corona gebeutelten 2020, als die weltweisen Reisen eingeschränkt waren, gab es immer noch circa 173.000 Ausreisen aus und Einreisen in den Gazastreifen (50.000 Aus- und Einreisen über Rafah und circa 123.000 Aus- und Einreisen über den Übergang Erez).

Die Reise von Menschen in den und aus dem Gazastreifen über die Übergänge Rafah und Erez ist von der Bewegung von Waren und Treibstoffen getrennt, die über die Übergänge Rafah und Salah Al-Din aus Ägypten sowie über Kerem Schalom aus und nach Israel in den Gazastreifen gehen und ihn verlassen.

Kritiker mögen argumentieren, dass es zwar hunderttausende Ein- und Ausreisen nach und aus dem Gazastreifen gibt, die Zahl der Menschen dazu aber weit geringer ist als die Zahl an Menschen, die Genehmigungen beantragen und Israels Politik damit immer noch eine „Blockade des Gazastreifens“ darstellt.

Diese Kritik ist so leer wie die Behauptung selbst.

Erstens ist Israel nicht für die Politik Ägyptens verantwortlich.

Zweitens gibt es keine rechtliche oder moralische Erfordernis, Israel als einziges Land der Welt herauszuheben, von dem verlangt wird, dass es offene Grenzen hat; es ist vergleichbar anderen Land der Welt berechtigt zu entscheiden, wem, wie vielen Fremden und unter welchen Umständen die Einreise in sein Territorium erlaubt wird. Der Gazastreifen wird von einer international als völkermörderische Terrororganisation eingestuften Gruppe regiert, die erst noch im Mai 2021 4.500 Raketen auf Israel schoss, mit denen sie wahllos Israels Zivilbevölkerung ins Visier nahm. Einfach nur deshalb eine israelische „Blockade des Gazastreifens“ zu erklären, weil Israel keine unbegrenzten Anzahl Gazaner – und darunter zahlreiche potenzielle Terroristen, die mit dem Ziel Israel zu schaden einreisen – ins Land lässt, ist schlicht aberwitzig.

Andere mögen auch die israelische Seeblockade des Gazastreifens kritisieren. Diesen Kritikern kann man antworten, indem man sie auf die relevanten Kommentare des Berichts des Untersuchungsausschusses des UNO-Generalsekretärs zum Flottillen-Vorfall vom 31. Mai 2010 verweist, der von Sir Geoffrey Palmer geleitet wurde; darin wurde vermerkt, bevor festgestellt wurde, dass „Israels Seeblockade legal ist“:

In diesem entscheidenden Augenblick ist ein Wort der Klarstellung nötig. Die Seeblockade wird oft zusammen mit den israelischen Einschränkungen an den Landübergängen zum Gazastreifen diskutiert. Aus Sicht des Ausschusses gibt es allerdings tatsächlich zwei eigene Konzepte, die unterschiedlichen Umgang und Analyse erfordern. Zuerst halten wir fest, dass die Politik zu den Übergängen an Land schon lange vor der Seeblockade eingeführt war. Insbesondere wurde die Verschärfung der Grenzkontrollen zwischen Gazastreifen und Israel nach der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni 2007 eingeführt. Andererseits hat Israel seine Politik zur Seeblockade mehr als ein Jahr später, im Januar 2009 etabliert. Zweitens hat Israel seine Politik zu den Land-Übergängen immer von der Seeblockade getrennt gehalten. Die Intensität der Einschränkungen an Land hat im Verlauf der Zeit immer geschwankt, aber die Seeblockade ist seit ihrer Einführung unverändert geblieben. Drittens wurde die Seeblockade als deutlich rechtsgültige Maßnahme in erster Linie eingeführt, um eine rechtlich solide Grundlage zu ermöglichen, damit Israel Kontrolle über Schiffe ausüben kann, die versuchen den Gazastreifen mit Waffen und zugehörigen Gütern zu bringen. Das war die Reaktion auf bestimmte Vorfälle, bei denen Fahrzeuge den Gazastreifen über See erreichten. Daher behandeln wir die Seeblockade als von den Kontrollen an den Land-Übergängen getrennt und eigenständig.
[Bericht des Untersuchungsausschusses des UNO-Generalsekretärs zum Flottillen-Vorfall vom 31. Mai 2020]

Da die UNO selbst die Rechtmäßigkeit der Seeblockade des Gazastreifens bescheinigt hat und weil es wenig Einfluss auf die Bewegungen in und aus dem Gazastreifen zu haben scheint, kann die UNO wohl nicht behaupten, allein Israel könne davon abgehalten werden legitime rechtliche Mittel einzusetzen, die alle anderen Länder der Welt nutzen können.

Entsprechend muss, da die von der UNO selbst veröffentlichten Zahlen die Behauptung der „Blockade des Gazastreifens“ widerlegen, egal ob von der israelischen oder der ägyptischen Seite, die Frage gestellt werden: Warum hält die UNO die Lüge am Leben?

Die folgenden Diagramme erscheinen auf der Internetseite der OCHAoPt:

Übergang Rafah: Aus- und Einreisen von Personen
Übergang Erez: Aus- und Einreisen von Personen

Gedankenverlorenes Territorium: Israel hortet Juden, lässt Araber ihre traditionellen Massaker nicht verüben

„Krawalle sind nicht mehr dasselbe ohne lokale Juden, die man zum Sündenbock machen, verprügeln, vergewaltigen und ausplündern kann.“

PreOccupied Territory, 7. Juli 2021

Damaskus – Aktivisten und Regierungsvertreter aus der gesamten Region beschuldigten heute weiter den jüdischen Staat fast alle Juden des Nahen Ostens für sich selbst zu behalten, wodurch nur eine symbolische Anzahl in den verschiedenen es umgebenden Ländern verblieben ist und diese Gesellschaften der Gelegenheit beraubt seien den ehrwürdigen Brauch des Zusammentreibens von Juden auszuüben, um sie zu töten oder sich zumindest einem tobenden Mob anzuschließen, der jeden Juden, der ihm über den Weg läuft, ausraubt, vergewaltigt, verprügelt und ermordet.

Syrien, der Libanon, Ägypten und Jordanien – Israels unmittelbare Nachbarn – weisen eine jüdische Bevölkerung von vielleicht ein paar Dutzend auf, in einer Region, in der einst seit uralten Zeiten mehr als eine Million Juden lebten. Die Gründung Israels 1948 und seine erfolgreiche Verteidigung gegen örtliche irreguläre Kämpfer und eindringende Truppen aus fünf Ländern entfachte die Vertreibung von hunderttausenden Juden aus der gesamten Region, von denen viele in Israel aufgenommen wurden. Fortgesetzte Verfolgung der verbliebenen Juden in der Levante und darüber hinaus reduzierte deren Anzahl in diesen Ländern, während ihre Zahl in Israel stetig zunahm; heute beträgt Israels jüdische Bevölkerung mehr als sechs Millionen, die die Streitkräfte des Staates stur verteidigen und großangelegte Tötungen verhindern, die einst als wichtiges Ventil für umgebende Bevölkerungen dienten, um Aggression zu bekunden, wodurch diese Bevölkerungen ohne den Jahrhunderte alten Weg da stehen Wut, Überlegenheit oder einfach nur Langeweile zum Ausdruck zu bringen, indem sie durch die Straßen der Stadt marodieren und Juden niederknüppeln.

„Das ist nur ein Beispiel dafür, wie die Zionisten unsere Kultur auslöschen“, klagte der syrische Minister für religiöse Minderheiten, Butjur Nichtmuslim. „Allerlei Aktivisten versuchen ohnehin Juden aus der Entfernung zu töten, aber diese Zahlen sind immer enttäuschend. Nichts wie der Farhud [die Massaker in Bagdad 1941]; es wurden noch nicht einmal Dutzende Juden getötet wie in Hebron 1929. Unsere Lebensart verschwindet. Das ist eine Art ethnische Säuberung, wenn Sie mal darüber nachdenken. Denkmalschützer sollten Kampagnen betreiben, um uns die traditionellen Massaker vollführen zu lassen.“

„Krawalle sind nicht mehr dasselbe ohne die lokalen Juden zu Sündenböcken machen, verprügeln, vergewaltigen und ausplündern zu können“, gestand der libanesische Aktivist Mustafa Massakir ein. „Es gab einmal eine Zeit, da füllte das eine ganze Woche aus, aber heute, glaube ich, haben wir keine Juden mehr im Land dafür. Jedenfalls nicht genug für ein anständiges, altmodisches Massaker, das dem traditionellen Vorwurf „Juden töten nichtjüdische Kinder und nutzen ihr Blut für Matzen“ entstammt. Wir müssen uns damit zufrieden geben den jüdischen Staat zu beschuldigen er töte arabische Kids; das mag zwar auf seine eigene Weise befriedigend sein, aber es besteht eine gewisse Impotenz darin, nicht in der Lage zu sein als Teil des Rituals seine Nachbarn zu töten.“

Kirchen in Ägypten: Schikanierte Inseln in einem Meer von Moscheen

Raymond Ibrahim, 3. Juni 2021 (Coptic Solidarity)

Nach Angaben eines arabischsprachingen Berichts vom 19. Mai 2021 kündigte Ägyptens Ministerium für Stiftungen gerade an, dass in dem nordafrikanischen Staat seit September 2020 1.413 Moscheen – davon waren 1.315 brandneu – eröffnet wurden.

Diese Ankündigung unterstreicht die Doppelstandards, die Christen und Muslime in Ägypten erwarten können. Denn insofern als Moscheen sich überall im Staat verbreiten, ist der Bau neuer oder auch nur die Renovierung alter Kirchen für Kopten wie Zähne ziehen.

Nach Angaben einer detaillierten Studie des Autors Adel Guindy „gibt es eine Kirche pro 5.800 orthodoxen Kopten“; das zwingt viele Christen „für Gottesdienste (Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und regelmäßige Messen) weite Entfernungen außerhalb nach ihrer eigenen Städte zurückzulegen“. Andererseits gibt es auf Grundlage der Zahl der Moscheen in Ägypten (114.000 im Jahr 2016, heute sind es mehr) und Ägyptens geschätzter muslimischer Bevölkerung für etwa alle 700 Muslime eine Moschee. Mit anderen Worten: Selbst nach Ausgleich des Verhältnisses zwischen Muslimen und Christen gibt es immer noch etwa acht Moscheen pro Kirche. Die Diskrepanz könnte nicht deutlicher sein.

Wie Coptic Solidarity in einem Bericht von 2019 feststellten, „wendet die ägyptische Regierung nicht ein einziges Gesetz auf gleiche Weise für den Bau und die Reparatur von Moscheen, Kirchen und Synagogen an“. In der Tat prahlte die ägyptische Regierung Ende 2016 – um die Zeit, als an der Kathedrale St. Petrus in Kairo eine Bombe gelegt wurde, mit der 25 koptische Gottesdienstbesucher getötet und als mehrere andere Kirchen von den Behörden geschlossen wurden – damit, dass jede Woche 10 neue Moscheen eröffnet wurden und mehrere Milliarden ägyptische Pfund zur Eröffnung tausender weiterer zugewiesen wurden. Gleichermaßen wird Al-Azhar, die „größte Autorität für theologische und islamische Angelegenheiten“, komplett von der Regierung subventioniert (13 Milliarden ägyptische Pfund im Jahr 2018 – $726 Millionen US-Dollar).

Im Gegensatz dazu wird jedes christliche Gotteshaus in Ägypten von seiner (oft verarmten) Gemeinde ohne jegliche Regierungshilfe unterhalten; darüber hinaus, führt der CS-Bericht fort, „hat die ägyptische Regierung die Schließung zahlreicher Kirchen in direktem Gesetzesbruch geschlossen“; und während „die ägyptische Regierung Imame ernennt und ihre Gehälter zahlt, erhalten christliche und andere Glaubensleiter keine Vergütung durch die Regierung.“

Warum ein solcher Doppelstandart existiert, ist auf Artikel 2 der ägyptischen Verfassung zurückzuführen: „Der Islam ist die Religion des Staates … Die Prinzipien der islamischen Scharia sind die Hauptquelle der Gesetzgebung.“ Zufällig ist die islamische Scharia gegenüber nichtmuslimischen Gotteshäusern entschieden feindselig; streng interpretiert verbietet die Scharia den Bau oder die Renovierung von Kirchen in Ägypten. Obwohl das Gesetz nicht strikt durchgesetzt wird, lebt sein „Geist“ – der Feindschaft gegenüber Kirchen in Ägyptens breiter Masse – weiter.

Somit gibt es bei den Gelegenheiten, wo christliche Beharrlichkeit die Bürokratie des „Jihad“ überwindet und eine Genehmigung für eine Kirche beschafft worden ist, den muslimischen Mob, mit dem man fertig werden muss. Sobald lokale Muslime Wind davon bekommen, dass eine Kirche in ihrem Viertel anerkannt wird, bilden diese große Mobs – typischerweise nach den Freitagsgebeten, wenn der Imam sie aufstachelt – sie randalieren, greifen Christen an und manchmal töten sie sie und zünden ihre Häuser und/oder die fraglichen Kirchen an. Dann ziehen die lokalen Behörden, von denen einige dem Mob helfen oder ihn decken, um die Lage zu entschärfen, die für die Kirche anstehende Genehmigung prompt zurück, weil sie angeblich für das Dorf eine „Sicherheitsgefährdung“ darstellt.

„Ein Großteil der muslimischen jungen Männer im Alter von 16 bis 26 Jahren aus unserem Dorf und aus der Nähe versammelten sich vor unserem Kirchengebäude, brüllten „Allahu Akbar“ und skandierten feindselige Parolen gegen Kopten und die Kirche wie ‚Wir wollen keine Kirche in unserem islamischen Dorf‘“, erinnerte sich Moheb, ein Mitglied einer der geschlossen Kirchen in Luxor.“ Sie versuchten die Vordertür einzudrücken … aber wir versperrten sie von innen. Wir riefen sofort die Polizei, die kam und die Demonstranten zerstreute, aber sie unternahmen nichts, um jemanden festzunehmen. Dann schlossen sie das Kirchengebäude, versiegelten es und stellten eine Wache davor.“

In Reaktion auf diese Schließung äußerte Gamil Ayed, ein örtlicher koptischer Rechtsanwalt, typische christliche Gefühle: „Wir haben nicht gehört, dass je eine Moschee geschlossen oder dass darin Gebet gestoppt wurde, weil sie keine Genehmigung hatte. Ist das Gerechtigkeit? Wo ist die Gleichberechtigung? Wo ist die Religionsfreiheit? Wo ist das Recht? Wo sind die staatlichen Institutionen?

Zwei Monate, bevor die acht Kirchen geschlossen wurden, wurde eine andere nahe gelegene Kirche unter identischen Umständen gesperrt. „Es gibt in unserem Dorf etwa 4.000 Christen und wir haben jetzt keinen Ort, an dem wir beten können“, reagierte der örtliche Einwohner Rafaat Fawzy. „Die nächste Kirche ist … 15km weit weg. Es ist schwierig in diese Kirche zu gehen und zu beten, besonders für die Alten, die Kranken und die Kinder.“

Auch er fuhr mit dem Stellen derselben Fragen fort, die Millionen Christen in Ägypten auf dem Herzen haben: „Welche Rechte haben wir? Es gibt sieben Moscheen in unserem Dorf und Muslime können überall frei beten, aber wir werden daran gehindert unseren religiösen Riten an einem einfachen Ort auszuüben, von dem wir geträumt haben. Ist das Gerechtigkeit? Wir werden in unserem eigenen Land unterdrückt und für uns gibt es keine Rechte.“

Ein paar Tagen nach der Schließung der Kirchen in Luxor griffen Muslime Christen in Al-Minya an, weil sie „Einwände gegen die Anwesenheit einer Kirche in der Gegend“ hatten; drei Christen mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden.

All diese Angriffe gab es, muss erwähnt werden, zwei Jahre nachdem Ägyptens groß angepriesenes „Kirchengesetz“ 2016 beschlossen wurde, das die Einschränkungen für Kirchen verringern sollte, das aber in Wirklichkeit „die christliche Minderheit in Ägypten diskriminiert“, so ein Zitat von Human Rights Watch.

Die vielen Schwierigkeiten, denen Ägyptens Christen im Kontext von Gottesdiensten begegnen, sind nur eine von etlichen Verletzungen ihrer Menschenrechte. Ob ihre Töchter entführt und zwangsweise zum Islam konvertiert und verheiratet werden oder ob sie dank der Lehren in oft mit der Regierung verbundenen Moscheen und Universitäten dämonisiert und gehasst werden: Christen haben in Ägypten schlicht nicht dieselben Menschenrechte, die Muslime haben.