Der Yom Kippur-Krieg: ein Wendepunkt

Dov Lipman, HonestReporting, 12. September 2019

Photo: Government Press Office

Die arabischen Staaten versuchten Israel zu vernichten, schon bevor es gegründet wurde, indem sie ihre Leute aufstachelten Juden anzugreifen. Sie versuchten Israel zu vernichten, als sie den UNO-Teilungsplan von 1947 ablehnten und griffen Israel sofort nach dessen Unabhängigkeit 1948 an. Sie versuchten die 1950-er und 1960-er Jahre hindurch Israel mit Terroranschlägen zu vernichten, dazu 1956 mit der Sperrung des Suezkanals. Sie versuchten 1967 Israel über militärischen Angriff von allen Seiten zu vernichten. Nachdem sie mit all diesen Versuchen scheiterten Israel zu vernichten und Israels Ouvertüren für Frieden gegen die Rückgabe von Land, das es im Sechstage-Krieg eroberte, ablehnten, kamen die Araber ihrem Ziel im Oktober 1973 mit dem, was als Yom Kippur-Krieg bekannt wurde, sehr nahe.

Anwar Sadat

Der ägyptische Präsident Nasser starb im September 1970 und sein Nachfolger Anwar Sadat, der Optionen für eine langfristige Friedensvereinbarung mit Israel erkundete, stand unter dem Druck der ägyptischen Straße Ägyptens Ehre nach der Niederlage im Sechstage-Krieg wiederherzustellen.

Außerdem lag die ägyptische Wirtschaft in Trümmern; aber Sadat wusste, dass die tief gehenden Reformen, von denen er fühlte, dass sie nötig waren, bei Teilen der Bevölkerung zutiefst unbeliebt sein würden. Ein militärischer Sieg würde ihm die Popularität geben, die er brauchte um Veränderungen zu schaffen.

Gegen Ende 1972 begann Ägypten seine Streitkräfte aufzurüsten. Es erwarb MiG-21-Kampfjets und fortschrittliche panzerbrechende Lenkwaffen von der Sowjetunion. Zusätzlich wurden Generale, die 1967 versagt hatten, durch kompetentere Offiziere ersetzt und die Armee konzentrierte sich auf die Verbesserung ihrer militärischen Taktiken auf Grundlage der Verfahren des sowjetischen Militärs. Sadat erklärte, er sei vorbereitet „eine Million Soldaten zu opfern“, um das Territorium wiederzugewinnen, das Ägypten 1967 verlor.

Sadat arbeitete hart daran von anderen Ländern Rückhalt für die ägyptischen Bemühungen zur Rückeroberung des Sinai zu gewinnen und im Herbst 1973 behauptete er, er habe mehr als 100 Staaten, die diese Initiative unterstützten – zumeist aus der Arabischen Liga und von afrikanischen Staaten. Er streckte auch Fühler zu europäischen Ländern aus und abgesehen von massiver Militär- und diplomatischer Unterstützung durch die Sowjetunion gewann er die Unterstützung Großbritanniens und Frankreichs im UNO-Sicherheitsrat.

Hafez al-Assad

Der syrische Präsident Hafez al-Assad initiierte ebenfalls eine massive militärische Aufrüstung mit einem Plan die Golanhöhen zurückzuerobern. Auch er hatte Träume Syrien als das dominanteste Militär der arabischen Länder aufzubauen. König Hussein von Jordanien zögerte sich an einem neuen Krieg zu beteiligen. Er fürchtete die Möglichkeit in einem neuen Krieg noch mehr Territorium als die Westbank zu verlieren, die er 1967 verlor. Er war zudem aufgebracht wegen Sadats Versprechen an Yassir Arafat von der PLO, dass diesem die Kontrolle über die Westbank gegeben werde, sobald Israel besiegt sei. König Hussein betrachtete die Westbank als Teil von Jordanien und wollte es wieder unter seine Kontrolle gebracht sehen.

Darüber hinaus brach 1970 ein Beinahe-Bürgerkrieg zwischen Jordanien und der PLO-Führung aus, während der die PLO aus Jordanien vertrieben wurde. Syrien stellte sich auf die Seite der PLO und half dieser sogar militärisch, also fühlte sich Jordanien unbehaglich sich der ägyptisch-syrischen Allianz anzuschließen. Der Irak lehnte es wegen seiner strapazierten Beziehungen zum Iran ab sich einem Angriff anzuschließen und der Libanon wollte nicht involviert werden, weil seine Armee klein und instabil war.

Sadat war zum Krieg entschlossen. Seine geheime Planung begann 1971 – wobei er sogar die höheren Kommandoebenen aus der Planung heraushielt. Der Plan Israel gemeinsam mit Syrien anzugreifen, bekam den Codenamen Operation Badr, nach der Schlacht von Badr, in der Muslime, geführt von Mohammed, den Stamm der Qureish aus Mekka besiegten. Im Oktober 1972 sagte Sadat seinem Obersten Rat der Streitkräfte, dass er vorhabe gegen Israel in den Krieg zu ziehen.

Sadat drohte im April 1973 in einem Interview mit Newsweek öffentlich mit Krieg gegen Israel. Mehrfach in diesem Jahr führten arabische Armen groß angelegte Übungen durch und jedes Mal ging Israel für ein paar Tage auf die höchste Alarmstufe. Aber den Kommandeuren wurde bis weniger als eine Woche vor dem Angriff nichts von den tatsächlichen Kriegsplänen gesagt und die ägyptischen Soldaten erfuhren davon erst ein paar Stunden davor.

Auf der israelischen Seite gab es jede Menge Warnzeichen, die ignoriert wurden. Am 25. September besuchte Jordaniens König Hussein heimlich Israel, um Premierministerin Golda Meir zu warnen, dass die Syrer Israel angreifen und Ägypten sich anschließen würde. Das war eine von elf Warnungen vor dem Krieg, die Israel aus legitimen Quellen erhielt.

Im Oktober sah der IDF-Geheimdienst ägyptische Militärbewegungen nahe des Suezkanals, aber er tat das als reine Manöver ab. Israel sah auch syrische Truppen sich auf die Grenze zu bewegen, gleichzeitig mit einer Einberufung von Reserven und der Streichung allen militärischen Urlaubs. Aber Israels Geheimdienstführung betrachtete all das nicht als Bedrohung und hörte auf keine der Warnungen. Man schätzte korrekt, dass Syrien nicht alleine angreifen würde und das nur in Übereinstimmung mit Ägypten täte. Fälschlicherweise urteilte man auch, dass Ägypten nicht angreifen würde.

Der Schwiegersohn des ehemaligen Präsidenten Nasser, Aschraf Marwan, war ein ranghoher Mossad-Agent und sagte Israel, dass Ägypten nicht angreifen werde, bevor die Sowjetunion ihr mehr MiG-23-Kampfjets und Scud-Raketen liefern würde, die sie auf israelische Städte schießen konnten. Da die Kampfflugzeuge noch nicht angekommen waren und Ägyptens Soldaten nicht genug Zeit für das Training mit den Scuds hatten, nahm Israel fälschlicherweise an, dass Ägypten für einen Angriff nicht bereit war. Israel schickte keine Verstärkungen auf die Golanhöhen, was sich als bedenklicher Schritt erwies.

Am Tag vor dem Krieg sah General Ariel Sharon, ein zukünftiger Premierminister, Geheimdienst-Informationen, die eine viel größere ägyptische Truppenkonzentration entlang des Suezkanals zeigten als für ein Manöver verwendet werden würde, dazu Ausrüstung, die für die Überquerung des Kanals genutzt werden sollte. Er war sicher, dass der Krieg unmittelbar bevor stand und gab diese Information an seine Vorgesetzten weiter.

Die israelischen Geheimdienste sahen, dass sowjetische Berater und ihre Familien Ägypten und Syrien verließen; an den Grenzen zusammengezogene ägyptische und syrische Panzer, Infanterie und Raketen befanden sich auf einem Allzeit-Hoch und Transportflugzeuge voller Militärausrüstung landeten in den Hauptstädten Kairo in Ägypten und Damaskus in Syrien.

Marwan, der israelische Spion in höchsten Ebenen der ägyptischen Regierung, warnte weiterhin vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff, aber seine Warnungen schafften es nie vom Geheimdienst zur Premierministerin. In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober traf sich der Leiter des Mossad, Zvi Zamir, mit Marwan, der ihm sagte, dass ein gemeinsamer syrisch-ägyptischer Angriff bei Sonnenuntergang am nächsten Abend stattfinden würde. Israels Oberkommando forderte daraufhin eine teilweise Einberufung der Reserven.

Am Morgen des 6. Oktober überlegte Israels Führung einen Präventivschlag ähnlich dem gegen die ägyptische Luftwaffe, bevor Ägypten im Juni 1967 angriff. Aber nach Anhörung all der unterschiedlichen Meinungen entschied Premierministerin Meir, dass nicht angegriffen werden sollte. Sie erklärte, Israel würde amerikanische Militärhilfe benötigen, um einen ägyptisch-syrischen Angriff zu überleben und sie fürchtete, wenn Israel zuerst angreift, dann würde es dafür verantwortlich gemacht werden den Krieg angefangen zu haben und diese Hilfe nicht bekommen. Die Angst der Premierministerin war nicht unbegründet. US-Präsident Richard Nixon und Außenminister Henry Kissinger warnten Meir ständig davor einen Krieg zu initiieren. Am 6. Oktober noch betonte Kissinger Israel gegenüber erneut, dass es keinen Präventivschlag führen dürfe.

Am Yom Kippur, dem heiligsten Tag im jüdischen Kalender, an dem die meisten Juden einen großen Teil des Tages in der Synagoge verbringen, nur sechs Stunden, nachdem Israel beschloss keinen Präventivschlag zu führen, griffen ägyptische und syrische Streitkräfte Israel an – sie überschritten die Waffenstillstandslinien von 1967 im Sinai im Süden und auf den Golanhöhen im Norden. Ägypten griff mit 100.000 Soldaten und 1.350 Panzern an. Zur Zeit des Angriffs hatte Israel am Kanal 450 Soldaten und um die 100 Panzer. Israels fehlende Vorbereitung ermöglichte der ägyptischen Armee mit relativer Leichtigkeit auf den Sinai vorzudringen. Auch Syrien machte große Fortschritte und eroberte einen beträchtlichen Bereich des von Israel kontrollierten Territoriums auf den Golanhöhen.

Ägyptische Militärlaster überqueren am 7. Oktober 1973 eine über den Suezkanal gelegte Brücke.

Israel fand sich in einer fatalen Lage wieder, was die USA veranlasste über eine Luftbrücke Militärausrüstung zu schicken. Dies wurde auch gemacht, um den massiven Nachschub zu kontern, den die Sowjetunion nach Ägypten schickte. Als die israelische Armee fast schon die Außenbezirke der syrischen Hauptstadt Damaskus erreichte, befahl der ägyptische Präsident Anwar Sadat, der erkannte, dass der fehlgeschlagene arabische Feldzug bald zu Ende sein könnte, seinen Streitkräften in die Offensive zu gehen. Israel wehrte nicht nur diesen ägyptischen Vormarsch ab, sondern drängte die ägyptischen Streitkräfte so weit zurück, dass die IDF den Suezkanal überquerte, nach Ägypten vordrang und begann auf ägyptische Städte, einschließlich Kairo zu marschieren. Dieses Vordringen wurde allerdings gestoppt, als am 25. Oktober unter Druck der USA ein von der UNO vermittelter Waffenstillstand in Kraft trat.

Die Grenzen von Syrien und Ägypten waren nicht die einzigen Fronten, an der sich Israel in diesem Krieg verteidigen musste. Palästinensische Milizen schossen Katjuscha-Raketen und panzerbrechende Flugkörper aus dem Libanon auf israelische Städte nahe der libanesisch-israelischen Grenze. Sie schafften es einige Israelis leicht zu verletzen und es gab Schaden an israelischen Gebäuden. Die israelische Führung beschloss, dass sie keine weitere Kampfzone öffnen konnte und entschied, keine Streitkräfte in den Südlibanon zu schicken, um die Quelle des Raketenfeuers auszuräumen.

(Ägypten brach den Waffenstillstand schon am nächsten Morgen und trotz der Vereinbarung gingen die Kämpf bis Mitte Januar 1974 weiter.)

Israel verlor in dem Krieg mehr als 2.500 Soldaten und rund 8.000 wurden verletzt. 293 israelische Soldaten wurden gefangen genommen. Die Arabischen Armeen, denen sich der Irak anschloss, verloren zwischen 8.000 und 18.000 Soldaten (Ägypten und Syrien veröffentlichten nie offizielle Zahlen) und zwischen 18.000 und 35.000 Verwundete.

Israelische Kriegsgefangene wurden von ihren syrischen und ägyptischen Fängern furchtbar gefoltert. IDF-Soldaten wurden tot aufgefunden, nachdem sie mit verbundenen Augen und hinter dem Rücken gefesselten Händen hingerichtet wurden. Einige wurden mit Äxten geköpft und eine hohe Anzahl wurde mit Elektroschocks am ganzen Körper, einschließlich der Genitalien gefoltert, mit Zigaretten verbrannt und ihnen wurden die Fingernägel ausgerissen. Viele wurden noch lange nach Kriegsende gefangen gehalten.

Abgesehen von den horrenden Verlusten auf beiden Seiten hatte der Krieg für beide Seiten beträchtliche Folgen. Der Fehler nach Geheimdienst-Warnungen vor dem Krieg nicht zu handeln führte dazu, dass Premierministerin Meir und Verteidigungsminister Mosche Dayan zurücktraten. Israel schuf schließlich einen Nationalen Sicherheitsrat, um die Kommunikation und die Koordination zwischen dem Sicherheits/Geheimdienst-Apparat und der Regierung zu verbessern.

Die Auswirkungen des Krieges gingen aber weit darüber hinaus. Die Araber hatten nach dem Krieg widersprüchliche Emotionen und beide zogen in dieselbe Richtung. Einerseits hatten die Araber das Gefühl, sie hatten zwar ihr Ziel der Vernichtung Israels verfehlt, aber sie hatten Israel auch beträchtlichen Schaden zugefügt und das stellte ihre Ehre nach der vernichtenden Niederlage im Sechstage-Krieg sechs Jahre zuvor wieder her. Das gab ihnen die Fähigkeit Frieden mit Israels als „Gleichberechtigte“ auszuloten.

Andererseits sahen die Araber Israels militärische Stärke, wie es seine anfänglichen Verluste wegsteckte und dann in die Offensive ging, wobei es tief in die eigenen Länder eindrang. Diese Angst vor der Stärke Israels drängte sie dahin Frieden zu erkunden. Die israelische Seite erlitt einen schweren psychologischen Schlag, als sie plötzlich erkannte, dass sie nicht unbesiegbar war und es keine Garantie gab die arabischen Nachbarn im Krieg immer zu besiegen. Das verschob Israel zu einer stärkeren Entschlossenheit in Richtung Frieden zu arbeiten.

Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten luden Israel, Ägypten, Syrien und Jordanien zu einem Treffen zu einer Friedenskonferenz im Dezember 1973 in Genf ein. Der Versuch scheiterte wegen Syriens Weigerung daran teilzunehmen. Durch die Bemühungen der USA unterzeichneten Israel und Ägypten am 18. Januar 1974 das Sinai I-Abkommen, mit dem Israel sich aus einigen seiner vorgeschobenen Positionen zurückzog, während es fast den gesamten Sinai behielt.

Das Sinai II-Abkommen wurde am 4. September 1975 unterzeichnet; mit ihm zog Israel von mehr Land im Sinai ab und UNO-Kräfte zogen dort ein, um das Gebiet zwischen Israel und Ägypten zu patrouillieren. Israel kontrollierte immer noch mehr als zwei Drittel des Sinai, die zu halten entscheidend war, während beide Seiten eine langfristige Übereinkunft ausloteten, ein Prozess, der letztlich 1979 im Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten gipfelte.

Die syrische Front war komplizierter; militärische Aktivitäten zwischen beiden Seiten setzten sich bis zum 31. Mai 1974 fort, als die USA eine „Entflechtungsvereinbarung“ vermittelten, in der Israel sich aus Syrien auf die Golanhöhen zurückzog, Syrien zustimmte seine Kriegsgefangenen in einem Gefangenenaustausch freizulassen und die UNO eine Entflechtungs- und Beobachtertruppe einrichtete, die den Frieden in einer Pufferzone bewahren sollte, die zwischen den beiden Ländern geschaffen wurde.

Der Yom Kippur-Krieg kennzeichnet das letzte Mal, dass die arabischen Nachbarländer Israels sich militärisch zusammenschlossen, um den Versuch zu unternehmen den jüdischen Staat zu vernichten.

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Der Sinai-Feldzug – Lektionen eines vergessenen Krieges

Die Torheit internationaler Garantien.

Ari Lieberman, FrongPage Mag, 1. November 2018

Vor 62 Jahren, am 29. Oktober 1956, setzten sechzehn C-47 Dakotas-Transportflugzeuge der israelischen Luftwaffe (eines von einer Frau pilotiert) 395 Fallschirmjäger tief hinter ägyptischen Linien auf der Sinai-Halbinsel ab, direkt außerhalb des Mitla-Passes. Stunden zuvor durchtrennten israelische P-51 Mustang ägyptische Telefonleitungen im Sinai mit ihren Flügeln und Propellern, womit sie die ägyptische Militärkommunikation erheblich störten. Diese Aktionen stellten die Eröffnungsschüsse des Sinai-Feldzugs dar, der den Codenamen Operation Kadesch hatte; es handelte sich um ein groß angelegtes israelischen Militärunternehmen, das sich gegen Israels damaligen Hauptgegner Ägypten richtete. Der Absetzung der Fallschirmjäger folgten Vorstöße am Boden.

Es gab vier Gründe für den Angriff. Erstens blockierte Ägypten unters seinem angriffslustigen, pan-arabischen Führer Gamal Abdel Nasser, die Straße von Tiran, einen internationalen Seeweg, für israelische Schiffe. Als Ergebnis wurde damit Israels südliche Hafenstadt Eilat nutzlos gemacht und sein Seezugang zu Teilen von Asien und Afrika war abgeschniten.

Zweitens hatte Ägypten seit den frühen 1950-er Jahren Fedajin-Angriffe auf Israel gesponsert. Die Fedajin waren zumeist Palästinenser, von Ägypten bewaffnet, ausgebildet und bezahlt. Sie starteten ihre Terroranschläge zum größten Teil aus Ägypten und Jordanien heraus. Einer der berüchtigsten davon war als Massaker am Skorpionpass bekannt , ein tödlicher Anschlag aus dem Hinterhalt, bei dem 11 Eggedbus-Fahrgäste, darunter Frauen und Kinder, tot zurückblieben. Mindestens eine Passagierin wurde vor ihrer Ermordung vergewaltigt. Kadesch zielte darauf Ägypten für seine Rolle bei den Fedajin-Anschlägen zu bestrafen und Fedajin-Basen im Gazastreifen und dem Sinai zu zerstören.

Drittens schloss Ägypten 1955 eine großen Waffenkauf mit der Sowjetunion ab, die im Gegenzug die Tschechoslowakei als geeigneten Gesprächspartner nutzte. Der Deal beinhaltete den Verkauf hunderter T-34-Panzer, Schützenpanzer, Artillerie, MiG-15-Jagdflugzeuge, Iljuschin Il-28-Bomber und Marinefahrzeuge an Ägypten. Ein solch großer Waffentransfer veränderte die Machtbalance zugunsten von Ägypten. Israels Verteidigungsminister Mosche Dayan schätzte, dass es Ägypten Jahre kosten würde diese massive Menge an Material aufzunehmen und wenn es das getan hätte,-würde es Israel angreifen. Nasser verpasste keine Gelegenheit seiner Basis und der arabischen Welt als Ganzem seine schändlichen Absichten zu verkünden. Und Israel nahm diese Drohungen ernst. Von daher entschied sich Israel, dass, wenn Krieg schon unvermeidlich war, es besser war, wenn er eintrat, bevor die Ägypter lernten mit ihren neuen Spielzeugen umzugehen.

Schließlich unterzeichnete Nasser nur Tage vor Ausbruch der Feindseligkeiten gegenseitige Verteidigungsverträge mit Syrien und Jordanien. Israel war nun an allen Grenzen von feindlichen Gegner umringt. Nasser provokatives Handeln überzeugte Premierminister David Ben-Gurion, dass Israel keine andere Wahl hatte.

Es war eine Blitzoperation und beinhaltete klassische israelische gekonnte und schnelle Manöver sowie zahlreiche Finten, die den Feind weiter verwirren und desorientieren sollten. Innerhalb einer Woche war alles vorbei. Die ägyptische Armee im Sinai war vernichtet und die Fedajin-Basen ausgelöscht worden. Große Mengen an sowjetischer Ausrüstung fielen den Israelis in die Hände. Diese schafften es sogar einen ägyptischen Zerstörer zu erobern, den Israel prompt in den eigenen Dienst nahm. Am wichtigsten aber war, dass Israels Schiffe nun die Straße von Tiran ohne Angst beschossen zu werden passieren konnten.

Ägypten legte nie eine offizielle Verlustliste offen, aber es wird geschätzt, dass das ägyptische Militär rund 3.000 Soldaten verlor, während weitere 5.000 gefangen genommen wurden. Israel hatte 177 im Kampf Getötete. Israels Sieg stellte die Fortsetzung eines Musters dar, das mit dem ersten arabisch-israelischen Krieg begann und bis heute andauert.

Ägypten bezeichnet den Sinai-Feldzug etwas unaufrichtig als dreifache Aggression, weil Israel einige seiner Aktivitäten mit Frankreich und Großbritannien koordiniert hatte. Aber die ägyptische Namensgebung übersieht die Tatsache, dass der anglo-französische Kriegszug mit dem Codenamen Musketeer noch nicht einmal begann, bis Israels Operation Kadesch abgeschlossen war. Mit anderen Worten: Allein Israel stand Ägypten gegenüber und besiegte es gründlich. Nebenher wird Musketeer als anglo-französisches Debakel betrachtet, getrübt von politischer und militärischer Unentschlossenheit.

Wegen Drucks aus der Administration Eisenhower wurde Israel genötigt seine territorialen Errungenschaften aufzugeben, aber die Israelis sicherten sich etwas Raum zum Atmen. Eine multinationale Streitmacht, die unter der Aufsicht der Vereinten Nationen agierte, wurde in den von den Israelis geräumten Gebieten stationiert. Israel stellte auch eine Garantie der Vereinigten Staaten und der Weltmächte sicher, dass Israels maritime Rechte an der Straße von Tiran geschützt würden.

Elf Jahre später, im Mai 1967, erwiesen sich diese Garantien als nicht einmal das Papier wert, auf dem sie geschrieben waren. Und die UNO-Streitkräfte, die stationiert waren, um den Frieden zu sichern, zerstreuten sich sang- und klanglos auf Nassers Forderung hin abzuziehen. Am 5. Juni 1967 trieb arabische Kriegslust Israel ein weiteres Mal den Rasen zu mähen.

Der Sinai-Feldzug ist heute eine ferne Erinnerung und fast vergessen, aber eine wichtige Lektion darf trotz daraus gezogen werden. Israel kann sich niemals erlauben sich in Sachen der eigenen Sicherheit auf internationale Garantien oder die Dritter zu verlassen. Die  Umstände ändern sich mit der Zeit und die Seite, die die Garantie aussprach, egal wie wohlwollend oder gutmeinende, könnte nicht länger in der Position sein diese Garantien durchzusetzen oder könnte durch andere Verpflichtungen abgelenkt sein. Im Fall der Erneuerung der ägyptischen Blockade über die Straße, war Lyndon Johnson von Vietnam zu abgelenkt, um sich um einen kleinen Seeweg in einem fernen Land zu sorgen. Was die UNO angeht, sie hat sich als nutzlos erwiesen, weil sie korrupt ist. Israel darf sich nie erlauben seine Sicherheit irgendjemand anderem anzuvertrauen als seinen Verteidigungskräften. 1967 lernte Israel das auf die harte Tour.

Vergleich: hebräische und arabische Wikipedia-Einträge zum Krieg von 1973

Prof. Hillel Frisch, BESA Center Perspectives Paper Nr. 992, 31. Oktober 2018

IDF-Panzer überqueren den Suez-Kanal während des Kriegs 1973 (Foto über IDF Flickr)

Zusammenfassung: Fast ein halbes Jahrhundert nach dem Yom Kippur-Krieg ist es aufschlussreich zu festzustellen, wie von den Hauptprotagonisten an den Krieg erinnert und er verstanden wird

Für Israelis ist es der Yom Kippur-Krieg. Für Ägypter ist es der Oktober- (Tishrin), Ramadan oder Freiheitskrieg. Vor 45 Jahren ausgekämpft, behält der Krieg für beide Gesellschaften eine Bedeutung, die weit über viele andere Kriege hinaus geht. In Israel ist der Krieg von 1973 eine Quelle sowohl des Streits als auch des Stolzes. Auch in Ägypten ist er eine Quelle des Stolzes – und noch wichtiger, er ist eine Quelle der Rechtfertigung für Kairos Entscheidung von diesem Zeitpunkt an aufzuhören Krieg gegen Israel zu führen.

Fast ein halbes Jahrhundert später ist es aufschlussreich festzustellen, wie man sich seitens der Hauptprotagonisten an den Krieg erinnert und ihn versteht. Ein Vergleich zwischen gut geschriebenen und gut dokumentierten Wikipedia-Einträgen zum Krieg, einer auf Hebräisch und einer auf Arabisch, ist ein guter Weg die grundlegenden Bewertungen des Krieges in der jüdischen und in der arabischen Gesellschaft zu beurteilen.

Natürlich ist der Vergleich nur zulässig, wenn die beiden Einträge nicht nur bloße Übersetzungen von einander sind. Das sind sie nicht, wie ganz einfach durch die unterschiedlichen Quellen festgestellt werden kann, die sie zitieren. Der hebräische Eintragt zitiert Arbeiten auf Hebräisch und Englisch, einschließlich Quellen wie den Memoiren von Sa’ad al-Din Shazli, dem ägyptischen Stabschef, auf Arabisch geschrieben und später ins Englische übersetzt. Der arabische Eintrag zitiert Quellen in Englisch und Arabisch, darunter solche, die in Hebräisch geschrieben und später ins Englische übersetzt wurden. Der arabische Eintrag enthält eine Quelle auf Russisch.

Beide Einträge leiden damit unter demselben Defizit, dass sie von Experten geschrieben wurden, die nicht die Sprachen beider Protagonisten kannten. Das ist für viele wissenschaftliche Arbeiten zum Krieg charakteristisch und ein Hindernis für die Objektivität.

Dass die Einträge von Experten geschrieben wurden, steht außer Zweifel. Beiden sind gut geschrieben; sind in angemessene Untersektionen organisiert; bieten reichlich politischen Hintergrund; und analysieren politische Unterschiede innerhalb der politischen, Entscheidungen treffenden Elite (die arabische zumeist auf der arabischen Seite, der hebräische Eintrag auf der israelischen Seite) und ihre Auswirkungen auf Strategie und den Ausgang der Schlacht. Der Eintrag auf Arabisch bietet Landkarten der US Army auf Englisch, die in der Militärakademie West Point archiviert sind.

Die beiden Einträge sind akademisch so beeindruckend, dass eine Übersetzung des Arabischen zur ersten Woche des Krieges – entlehnt man die unterschiedlichen Titel der Einträge, Yom Kippur-Krieg für den hebräischen, Oktoberkrieg für den arabischen Eintrag – ins Hebräische, dann würde der durchschnittliche israelische Leser kaum in der Lage sein festzustellen, dass die Quelle in Arabisch geschrieben worden war.

Das ist vom Ende der zweiten Woche des Krieges des Eintrags zur ägyptischen Front nicht der Fall, als die Ägypter anfingen Rückschläge einzustecken. Die Behauptung, ein Spionageflugzeug SR-71 der US-Luftwaffe sei am 13. August über die gesamte ägyptisch-israelische Front geflogen und habe später der israelischen Seite Informationen für ihre Gegenoffensive geliefert wird im hebräischen Eintragt nicht erwähnt.

Während er hebräische Eintrag reichliche Dokumente sowohl des massiven sowjetischen Luftbrücke zu ihren ägyptischen und syrischen Verbündeten liefert und die US-Luftbrücke am 14. Oktober begann, widmet der arabische Eintrag zur sowjetischen Luftbrücke nur einen Absatz, im Vergleich dazu der amerikanischen nach Israel vier. Die Hilfe aus den USA wird beschrieben „als der Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg mit den neuesten Waffen, die Israel retteten“, während die Sowjets vor dem Krieg sicherstellten, dass ihre arabischen Verbündeten mit relativ altem Gerät ausgestattet wurden. Dieser Satz ist völlig von der ansonsten objektiven Beschreibung der Ereignisse des israelischen Gegenangriffs losgelöst, der am 15. Oktober begann und mit dem Übergang israelischer Streitkräfte auf die westliche Seite des Suezkanals und der Einkesselung der ägyptischen Dritten Armee auf seiner Ostseite endete.

Das kurze Abgleiten in politische Fiktion durch den Autor/die Autoren des arabischen Eintrags kann politischer Fügsamkeit in die offizielle Linie zugeschrieben werden, dass die Rückschläge eine Folge der Intervention der USA waren, nicht die Mängel der ägyptischen Strategie und Leistung. Der Eintrag verdeutlicht die Diskussion zwischen den ägyptischen Generälen an der Front (Stabschef Shazli und die Kommandeure der Zweiten und Dritten Armee) und dem Kriegsminister Ahmad Isma’il. An anderer Stelle erklärt der Eintrag, dass Sadat aus politischen Gründen eine ägyptische Präsenz auf dem Ostufer des Nils[*] haben wollte, selbst wenn das bedeutete die Dritte Armee zu opfern.

Was die Auswirkungen des Krieges angeht, so erstreckten sie sich nach Angaben des arabischen Eintrags bis hin zur „Befreiung von Taba“, dem kleinen Gebiet südlich von Eilat, das Israel 1989 abgab, sowie den Oslo-Vereinbarungen und dem jordanischen Friedensvertrag. Im hebräischen Eintrag scheinen die wichtigen Auswirkungen interner Natur gewesen zu sein: der Schmerz massiver Verluste; die Agranat-Kommission; und die Ma’hapacha-Wahlen von 1977, in denen zum ersten Mal in der Geschichte des jüdischen Staates die Mapai und ihre Verbündeten durch eine Likud-Regierung verdrängt wurden. Taba, die Oslo-Vereinbarungen und der jordanische Friedensvertrag werden im hebräischen Eintrag nicht erwähnt.

Der Eintrag auf Arabisch, geschrieben mit einer ägyptischen Neigung, war erpicht darauf zu betonen, dass nicht nur Ägypten Frieden mit Israel schloss und dass der Krieg Friedensschlüsse durch andere arabische Akteure ermöglichte. Ein kurzer Abschnitt, der die Palästinenserfrage als Schlüsselproblem identifiziert, das noch gelöst werden muss, hat keine Parallele im hebräischen Eintrag.

Beide Einträge enden interessanterweise mit Abschnitten zur Memorialisierung des Krieges. Der hebräische Eintrag diskutiert israelische und ägyptische Kultur, während der arabische Eintrag so ausgeschmückt ist,, dass er auch syrische einschließt.

Insgesamt offenbart ein Vergleich der beiden Einträge, dass Einsicht und Vernunft auf beiden Seiten überwiegt, das sie versuchen dieses wichtige Ereignis zu verstehen. Das gibt Grund zu Hoffnung, dass die lange Ära des (kalten) Friedens zwischen Israel und Ägypten andauern wird.

[*] Anmerkung d. Übersetzers: Hier scheint mir ein Fehler vorzuliegen, denn das soll offensichtlich das Ostufer des Suezkanals sein.

Natürlich ist die Stürmung der Grenze zu Israel ein Kriegsakt. Fragen Sie doch einfach Ägypten, Jordanien, den Libanon – und die Hamas

Elder of Ziyon, 11. Juni 2018

Syrer nähern sich 2011 der israelischen Grenze.

Der aktuelle „Große Marsch der Rückkehr“ ist nicht der erste Versuch von Palästinensern nach Israel „zurückzukehren“, indem sie vorgeben friedlich durch die israelische Grenze zu marschieren.

2011 gab es zwei ähnliche Demonstrationen bzw. Versuche, im Mai und im Juni zum Nakba-Tag und zum Naksa-Tag. Araber palästinensischer Herkunft versuchten aus dem Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie dem Gazastreifen und der Westbank nach Israel zu gehen.

In den meisten Fällen wurden die Demonstranten nicht von Israel aufgehalten, sondern von der Polizei und den Armeen der Gastgeberländer und Territorien – oft mit Gewalt.

Am 15. Mai schoss die libanesische Armee auf die Demonstranten und tötete zehn von ihnen.

Die ägyptische Armee stoppte alle Buse mit Demonstranten, bevor diese sich der Grenze nähern konnten und in Jordanien wurden Dutzende verletzt, als die jordanischen Sicherheitskräfte die Demonstranten davon abhielten sich der Grenze mit Israel zu nähern.

Wenn das friedliche Proteste waren, warum hätten die Gastgeberländer dann bereit sein sollen Gewalt einzusetzen, um die eigenen Bürger davon abzuhalten sich israelischem Territorium zu nähern?

Der Grund lautet: Jeder weiß, dass ohne Erlaubnis eine Grenze zu überschreiben ein Kriegsakt ist, kein Protest. Die Länder wollten die Möglichkeit vermeiden einen Krieg mit Israel anzufangen (mit der Ausnahme Syriens, das die Demonstrationen ermöglicht hatte, um die Welt vom Beginn des syrischen Aufstands abzulenken).

Während der Demonstrationen am 5. Juni hießt sogar die Hamas die Protestler davon ab sich der Gaza-Grenze zu nähern, indem sie Checkpoints errichtete und diejenigen festnahm, die versuchten sie zu umgehen.

Damals gaben die USA eine Erklärung aus, die die offensichtliche Wahrheit verkündete. „Wir rufen alle Seiten auf Zurückhaltung zu üben. Provokatives Handeln wie dieses sollte vermieden werden. Israel hat wie jeder andere souveräne Staat das Recht sich zu verteidigen.“

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass Israel 2018 genau dieselben Methoden einsetzte wie 2011 um die Demonstranten aufzuhalten: Es warnte sie, setzte Tränengas ein und schoss auf ihre Beine, wenn die anderen Methoden nichts fruchteten. Es gab keine Verurteilungen seitens der internationalen Gemeinschaft und wie wir gesehen haben, versuchten sogar der Libanon und Jordanien und Ägypten – und die Hamas – die Proteste zu stoppen, wenn nötig mit Gewalt.

Die internationale Reaktion auf die aktuelle Welle der gewalttätigen Krawalle ist Scheinheiligkeit hoch drei.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (13.-19. Mai 2018)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2018 geführt.

Sonntag, 06.05.2018:

Der gestern zerstörte Terrortunnel war der neunte, den die IDF in den letzten Monaten zerstörte. 4 davon wurden innerhalb des Gazastreifens zerstört, 5 auf israelische Seite:

Die Hamas-Führer hatten gerade erst geschworen auf den Grenzzaun zu marschieren und sich dort gegebenenfalls von Soldaten erschießen zu lassen – und jetzt ist Ismail Haniyeh erstmal schnell Richtung Kairo entfleucht.

Heute war eine Rekordzahl jüdischer Besucher auf dem Tempelberg, insgesamt 2.048 (1.626 am Vormittag, 458 nachmittags).

Zum anstehenden „Nakba“-Tag und den dazu angekündigten massiven Störungen am Gaza-Zaun hat die IDF ihre Vorbereitungen abgeschlossen; dazu wurden die Einsatzkräfte stark aufgestockt. Auch die Feuerbekämpfungskapazitäten wurden massiv verstärkt.
Der Luftraum um den Gazastreifen wurde gesperrt. Kommerzielle Flüge dürfen nicht näher als 6km an den Gazastreifen kommen, Landwirtschaftsflugzeuge nicht näher als 1,5 km.
Die Soldaten sind angewiesen bei Bedrohung ihrer selbst oder anderer zu schießen um zu töten.

Die IDF warnt die Gaza-Araber davor dem Grenzzaun zu nahe zu kommen. Sie sollen sich nicht von der Hamas verheizen lassen.

Die Hamas hat Beobachtungsposten nahe des Grenzzauns im Bereich der Krawallorte abgebaut. Die IDF geht davon aus, dass damit Hindernisse für Randale aus dem Weg geräumt werden sollten.

Die Regierung stellt 445 Millionen Schekel für die Bildungsförderung in „Ost“-Jerusalem zur Verfügung.

Die Hamas behauptet Israel würde um ein Ende der Proteste am Zaun betteln und im Gegenzug Erleichterungen in der Blockade anbieten. Das Angebot sei abgelehnt worden, weil es zu unspezifisch gewesen sei.

Das Verteidigungsministerium wird mehr als 6,5 Millionen Schekel in die Renovierung und Aufwertung der Luftschutzbunker in Kiryat Schmona investieren.

Die Terroristen im Gazastreifen drohten den Juden in Israel, der 13. Mai sei ihre letzte Chance „in eure Herkunftsländer zurückzukehren“. Die IDF könne sie nicht beschützen.

Montag, 14.05.2018:

Eine Umfrage ergab, dass nur etwa die Hälfte der Araber den Umzug der US-Botschaft gefährlich sei.

Der Palästinensische Islamische Jihad hat ein Video veröffentlicht, in dem dargestellt wurde, wie die Terroristen Häuser in jüdischen Orten wie Beitar Illit, Ariel und anderen mit Panzerfäusten gesprengt werden.

Die UNRWA hatte heute ihre Schulen und Büros geschlossen, damit die Schüler und das Personal beim Angriff auf Israel mitmachen können. (Auch Geschäfte und private Institutionen haben geschlossen.)

Die Hamas drohte den Juden im Umfeld des Gazastreifens in einem Video: Sie sollten ihre Häuser verlassen, bevor es zu spät ist, sonst würden sie ermordet.

MK Ahmed Tibi tönte, dass „Palästina siegen wird“ (unter Bezugnahme auf die Terroraktivitäten am Gaza-Zaun).

Die Hamas bietet nach Angaben der IDF Familien $100 für die Teilnahme an den Krawallen am Zaun.

Hassan Nasrallah meldete sich zu Wort: Er drohte mit Angriffen „im Herzen Israels“, wenn Israel nochmals in Syrien angreift.

Mahmud Abbas bezeichnete die US-Botschaft als „Siedlung“.

Das Israelisch-arabische Beobachtungskomitee zu Gaza wollte sich am Abend treffen, um für morgen und Freitag einen „Tag des Zorns“ auszurufen.

Die Hamas fordert eine „Intifada in Gaza und der Westbank“.

Die PA-Führung will ein Verfahren beim Internationalen Kriminalgerichtshof wegen israelischer „Kriegsverbrechen“ am Gazastreifen.

Dienstag, 15.05.2018:

Nur als kleine Erinnerung: So sieht „friedlicher Protest“ nicht aus; aber das ist einer der harmloseren Teile dessen, was am Gaza-Zaun vor sich geht:

Die PA hat einen Zeichentrickfilm veröffentlicht: USA und Israel werden im Ozean absaufen, weil „Jerusalem die Hauptstadt Palästinas ist“.

Der Palästinensische Islamische Jihad hat die ersten 3 Bilder ihrer getöteten „unschuldigen Zivilisten“ veröffentlicht.

Die Hamas gleich 10:

Ma’an berichet, dass das Koordinationskomitee des „Marschs der Rückkehr“ beschlossen hat die Aktionen weiterzuführen, vornehmlich freitags. Sie sollen auf jeden Fall bis in den Juni gehen.

Die Terroristen behaupten ein 8 Monate altes Kleinkind sei als Folge des israelischen Einsatzes von Tränengas gestorben. Dem widersprach neben der IDF auch ein Arzt aus dem Gazastreifen. Er berichtete der Associated Press, dass das Kind aufgrund einer bestehenden Erkrankung starb. Mit diesem Kind stieg die Zahl der Toten von gestern auf 59.

Die IDF und der Shin Beth haben bis heute 24 den Toten von gestern als aktive Terroristen identiziert.

Mittwoch, 16.05.2018:

Es sieht so aus, als hätten die Ägypter der Hamas derart die Pistole auf die Brust setzen können, dass die Weiterführung der „Marsch der Rückkehr“-Krawalle erst einmal gestoppt ist. Später bestätigte Hamas-Gazachef Yahya Sinwar, dass die Gruppe einer „Bitte“ Ägyptens nachgekommen sei, „um einen kompletten militärischen Flächenbrand zu vermeiden.“

Eine offizielle Äußerung eines Hamas-Führers im Fernsehen gab die Opferzahl von Montag mit 50 an (nicht 59, wie es bisher hieß; andere Berichte geben an, dass diese 50 nur die getöteten Hamas-Mitglieder sind).

Die Terroristen haben jegliche Medikamente und medizinische Hilfe der IDF und des Roten Davidstern abgelehnt; sie wollen nichts von den „Massaker-Begehern“ bekmmen

Arabische Studenten der Bezalel-Akademie für Kunst und Design in Jerusalem haben Dutzende  Poster im Gedenken an im Gazastreifen getötete Hamas-Terroristen aufgehängt. Die Organisation Im Tirtzu will morgen mit einer eigenen Aktion dagegen halten.

Das Verteidigungsministerium stellte heute eine Drohne vor, die Beutel mit einer übel riechenden Substanz über Gruppen von Randalierern abwerfen kann. Das Zeug hat den Spitznamen „Schokolade“.

Die IDF hat die Personalstärke der Truppen am Gazastreifen reduziert, weil im Moment keine weiteren großen Störungen mehr erwartet werden.

Palestinian Media Watch hat dokumentiert, was die Terrorgruppen den Menschen „empfahlen“ (auf Facebook!), die zu den Krawallen am Grenzzaun kommen sollten: Bringt ein Messer, ein Schlachterbeil, eine Handfeuerwaffe mit, entführt israelische Zivilisten, mordet Soldaten und Siedler.

Donnerstag, 17.05.2018:

Hamas-Terrorchef Yahya Sinwar ließ wissen, dass die Hamas nicht daran interessiert ist, dass die Lage sich ein eine militärische Konfrontation verschlimmert. (Klar, die aktuelle Situation ist im Moment die bessere Propaganda:) „Die Hamas zieht den gewaltlosen Widerstand gegen den Raketenbeschuss und den Zaun vor.“

Terrorgruppen planen für Freitag Ausschreitungen in Judäa und Samaria sowie dem Gazastreifen, direkt nach den Freitagsgebeten. Sie riefen den Freitag zum „Tag der Loyalität mit den Märtyrern“ aus.

Wie heute bekannt gegeben wurde, versuchte am Sonntag ein Araber aus Nablus/Schechem mit einem Messer durch den Übergang Qalandiya zu kommen, um in Jerusalem Juden abzustechen; er wurde festgenommen.

Freitag, 18.05.2018:

Traurig, dass eine solche Meldung berichtet werden muss: Die ersten Freitagsgebete des Ramadan verliefen in Israel und den Gebieten friedlich.

Bilanz: In den anderthalb Monaten der „Marsch der Rückkehr“-Krawalle haben Araber an der Grenze zwischen Gazastreifen und Israel mehr als 100 Sprengsätze gelegt. In dieser Zeit wurden mit Hilfe von Drohen auch ca. 150 Terrordrachen vom Himmel geholt.

Ismail Haniyeh kündigte an, er werde an die Grenz gehen, um an neuen Protesten teilzunehmen. (Bisher wurde er nicht gesehen…) Außerdem bestritt er, dass es eine Abmachung mit Ägypten gebe die Krawalle am Gazazaun einzustellen.

Nakba-Erziehung im PA-Fernsehen: Kindern wird gelehrt, dass sie Flüchtlinge bleiben sollen. „Es gibt keine Alternative zur Rückkehr nach Jerusalem.“

Samstag, 19.05.2018:

Zwei oder drei bei den Krawallen am Montag verletzte Gaza-Araber erlagen ihren Wunden.

Gaza und Jerusalem

Elliott Abrams, Pressure Point, 8. April 2018

Als Präsident Trump darüber nachdachte Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, waren die Argumente dagegen vertraut – und hatte vorherige Präsidenten überzeugt. Rex Tillerson, zu der Zeit Außenminister, argumentierte, dass die negative arabische Reaktion großflächig, schnell und signifikant sein würde.

Dabei gab es dann nicht viele arabische Reaktionen. Erinnern Sie sich an die Krawalle und riesigen Demonstrationen von Casablanca über Kairo und Bagdad bis Jakarta? Nein, denn es gab keine. Auch die Reaktion arabischer Regierungen war nicht sonderlich umfangreich. Alle waren gegen die Entscheidung, verwendeten aber Worte wie ungerecht oder unglücklich oder nicht hilfreich, die nicht gerade Kriegserklärungen waren.

Letzten Freitag und den Freitag davor organisierte die Haas sehr große Demonstrationen an der Grenze zwischen Gazastreifen und Israel. Letzten Freitag kamen vielleicht 20.000 Menschen. Viel mehr (vielleicht das Doppelte) kamen am 30. März und dieser Rückgang muss der Hamas Sorgen machen. Das Wort „Demonstrationen“ ist eigentlich falsch: Es gab bewaffnete Männer in der Menge und sie waren nicht da um zu „demonstrieren“, sonder den Grenzzaun zu durchbrechen, damit tausende Gazaner nach Israel hinein konnten – wo einige von ihnen, die Hamas-Kämpfer sind, zweifellos Gewalttaten verübt hätten, darunter Mord, Brandstiftung und Entführungen. Die Zahl der Toten vor zehn Tagen betrug 18 (oder bis zu 23, die Zählungen variieren) und letzten Freitag gab es nach Angaben der Hamas zehn weitere.

Diese Ereignisse haben, nicht zuletzt aus arabischen Hauptstädten, die vorhersagbaren Verurteilungen, Warnungen und Aufrufe zur Zurückhaltung ausgelöst, nicht zuletzt von UNO-Vertretern. Die Vereinigten Staaten mussten am Samstag, 7. April eine Resolution des Sicherheitsrats blockieren (vorgeschlagen von Kuwait, dem arabischen Vertreter im Sicherheitsrat), weil sie nicht forderte, dass die Hamas diese gefährlichen Versuche die Grenze zu stürmen einstellt und weil sie eine internationale Ermittlung forderte. Israels und unsere Erfahrung mit solchen „Ermittlungen“ sind, dass sie unfair, einseitig und gegen Israel gerichtet sind und nichts erreichen.

Aber noch einmal: Wo sind die Krawalle und großen, spontanen Demonstrationen in der arabischen Welt (oder auch sonst irgendwo)? Nicht vorhanden. Arabische Regierungen ermutigen nur ungern sehr große Demonstrationen, weil sie immer Gefahr laufen außer Kontrolle zu geraten und gewalttätig zu werden oder sich gegen die Regime selbst zu wenden. Darüber hinaus sind diese Regime es schlicht leid, dass die palästinensische Politik sich bei ihrer eigenen einmischt. Trotzdem, wenn es riesige Reaktionen vom Volk gegeben hätte, hätte das respektiert und irgendwie in öffentliche Proteste gelenkt werden müssen. Offenbar gibt es auch das nicht. (1.500 arabische Israelis marschierten Samstag friedlich in Sakhnin in Niedergaliläa.) Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf Israel die „Ermordung wehrloser, friedliche Protestierender“ vor und forderte die Welt af „die Barbarei und das Töten durch die Besatzungsarmee“ zu stoppen. Aber er ist ein Feind der Hamas und will erleben, dass deren neue Taktik der Grenzzusammenstöße zunichte gemacht wird; seine Äußerungen sollen die öffentliche Meinung der Palästinenser lindern, nicht öffentliche Proteste heraufbeschwören. Sein Problem ist: Er scheint nichts zu tun, während die Hamas in den Nachrichten ist.

Bürger des Gazastreifens haben jede Menge, gegen das sie protestieren könnten, angefangen von der schlechten Regierung der Hamas und der furchtbaren Wirtschaftslage, in der so viele Gazaner sich befinden. Die Hamas tendiert zu der Reaktion mehr Gewalt zu begehen, Israel mit Raketen anzugreifen oder mit jeder Art von gefährlichem Zusammenstoß an der Grenze. Natürlich hilft nichts davon den Gazanern. Ägypten und Saudi-Arabien haben sogar einen konstruktiven Vorschlag gemacht: Im Tausch für eine Entscheidung der Hamas weitere solche Grenzgewalt zu meiden würde der Übergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen geöffnet. Ägypten hat Rafah oft geschlossen gehalten, manchmal um die Hamas wegen des Verdachts auf Absprache mit den Terroristen im Sinai zu bestrafen, manchmal im Auftrag der PA in Ramallah (die die Kontrolle über den Übergang haben will).

Der saudisch-ägyptische Vorschlag steckt einen sinnvollen Weg vorwärts ab. Die Not im Gazastreifen ist nicht in Israels Interesse. Es genauso wahrscheinlich, dass sie die Hamas stärkt, wie dass sie sie schwächt. Der fehlender Strom bedeutet, dass Abwasser nicht geklärt werden und wen sie ins Mittelmeer fließen, kann das kontaminierte Wasser sich nach Norden an Israels Häfen und Strände ausbreiten. Fehlender medizinischer Nachschub und nicht arbeitende Krankenhäuser könnten sogar eines Tages zu einer Epidemie führen, die nach Israel übergreifen kann, wie der israelische Journalist Nahum Banea ausgeführt hat. Die Administration Trump begreift diesen Punkt perfekt, weshalb er im März eine Konferenz zum Gazastreifen einberief. Israel, Jordanien, Ägypten, die VAE, Bahrain, der Oman und Qatar gehörten zu den Teilnehmern, wie auch die EU und acht europäische Länder, Kanada und Japan. Merken Sie, wer fehlt? Die palästinensische Autonomiebehörde, die eine Teilnahme ablehnte. Die Not im Gazastreifen interessiert Präsident Abbas nicht.

Der US-Nahost-Unterhändler Jason Greenblatt sagte auf der Konferenz, dass bei der Suche nach „realistischen und praktischen Lösungen“ alle Politik beiseite geschoben werden sollte, die nicht „die Sicherheit Israels und Ägyptens riskiert“ und „nicht ungewollt die Hamas mächtig macht, die die Verantwortung für das Leiden im Gazastreifen trägt“.

Das ist der richtige Ansatz und einer, den die Saudis und Ägypter verstehen. Vielleicht wird es nicht möglich sein Fortschritte zu machen, aber die Anstrengung sollte unternommen werden – aus praktischen wie auch aus humanitären Gründen.

Wie bei den arabischen Protesten gegen Präsident Trumps Entscheidung zu Jerusalem sind die Proteste zum Gazastreifen nicht groß und werden vermutlich bald verschwinden. Aber das Problem, das der Gazastreifen für Israel und Ägypten darstellt, wird das nicht tun, also sollten diese Bemühungen einen Weg zu finden, weitere Not zu vermeiden, ohne die Hamas zu stärken, weitergehen. Die palästinensische Autonomiebehörde mag sie nicht und die Hamas hat wahrscheinlich sehr gemischte Gefühle zu ihnen. Aber für den Rest der Welt macht dieser Weg im Gegensatz zu Standard-Denunzierungen Israels und unausgewogenen UNO-Resolutionen weit mehr Sinn.