Raketen schließen die Grenze

David Frankfurter, 6. März 2006

Die Schließung von Grenzübergängen zwischen Gaza und Israel verursacht nicht zu leugnendes menschliches und wirtschaftliches Leid.

Diese Übergänge haben sich als für Israel sehr schwer zu kontrollieren erwiesen und wurden regelmäßig als Schmuggelstellen für die Infiltration durch Terroristen und ihre tödlichen Waffen nach Israel benutzt. Das Problem wurde letztes Jahr durch die Festnahme von Wafa al-Bass am Erez-Checkpoint lebhaft hervorgehoben. Sie wurde von den Al Aksa-Märtyrerbrigaden der Fatah geschickt und hatte 20 Pfund Sprengstoff in ihre Unterwäsche eingenäht, um sich im Soroka-Krankenhaus in Beer Sheva im Süden Israels selbst in die Luft zu jagen. Sie wollte sich mit Mitpatienten und den palästinensischen und israelischen Ärzten töten, die ihr viele Monate lang halfen sich von schweren Brandwunden aus einem Unfall zu erholen.

Seit Neuestem konzentriert man sich auf die Schließung der Grenze bei Karni, das in der Nähe der Felder liegt, von denen das Raketen-Sperrfeuer auf Israel von örtlichen „militanten“ Palästinensern ausgeht. Israel sagt außerdem, dass konkrete Informationen zu Anschlägen auf diesen Übergang vorliegen und hat den Hinweis gegeben, dass der Alternativ-Übergang Kerem Shalom am Dreiländereck mit Ägypten eine Alternativ-Route ist.

Israel sagt, dass die PA diese Alternative aus „nicht substanziellen Gründen“ abgelehnt hat, vermutlich, um das Leiden in Gaza als Mittel im Propaganda- und physischen Krieg gegen Israel zu nutzen. Israel hat deutlich gemacht, dass, sobald die Bedrohung der Sicherheit und der Beschuss vorbei sind, Karni wieder geöffnet werden kann. Über das Wochenende wurde ein weiterer Schwarm Geschosse nach Israel geschickt, von denen einer das Elektrizitätswerk in Aschkelon traf, das auch Strom nach Gaza liefert.

Letzten Donnerstag berichtete Al-Jazira.net über die Schließung der Grenze.

Das unkontrollierte Sperrfeuer mit Raketen, das aus dem Gazastreifen nach Israel kommt, wird durch den Sender als nur „selten Opfer verursachend“ verniedlicht. Er verunglimpft auch Israels Versprechen den Grenzübergang wieder zu öffnen, sobald die Ruhe wieder hergestellt ist. Während die Kriegshandlungen weiter gehen, wird von Israel gesagt, es würde „Versprechen brechen“ und „kollektiver Bestrafung“ frönen.

Wird die Propaganda erst einmal weggelassen, dann wird selbst aus dem Al-Jazira-Bericht klar, dass Israel legitime und legale Schritte unternimmt, um seine Bürger und seine Grenzen zu schützen. Diese Schritte verursachen umgekehrt der palästinensischen Zivilbevölkerung unvermeidbar schwere Belastungen. Wenn die Qassam-Raketen und der Terror gestoppt werden, kann man die Grenzen wieder öffnen. Palästinensische landwirtschaftliche Produkte können rasch und ohne Probleme wieder durch und kommen zügig auf die internationalen Märkte, was den Wohlstand der Palästinenser verbessert.

Wie die Weltbank immer wieder betont hat, liegt die Verantwortung bei der palästinensischen Führung, die ihren Verpflichtungen aus der Roadmap nachkommen muss, die Anschläge auf israelische Zivilisten zu verhindern. Israel hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es sofort reagiert, indem es Einschränkungen des Verkehrs von Waren und Menschen erleichtert und den palästinensischen Landwirten Zugang zum Markt erlaubt.

Abgesehen von der Logik wie man sich gegenüber einem Volk und Regime verhält, das von sich selbst erklärt mit dir im Krieg zu sein, muss gefragt werden, ob die Palästinenser wirklich erwarten, dass Israel seine Grenzen für das ungezügelte Risiko der Rückkehr zu Selbstmord-Bombern öffnet, wie es in den letzten Jahren war – was jedes Mal passierte, wenn es solchen guten Willen zeigte.

Was hier zu fehlen scheint sind verantwortlicher Journalismus, der die Not des Durchschnitts-Palästinensers heraushebt – und die Verantwortung direkt dorthin gibt, wo sie richtigerweise hin gehört: an die palästinensische Führung der letzten 10 Jahre, die die Gleichgültigkeit der westlichen Politiker ausgenutzt hat, um auf Kosten der palästinensischen Bevölkerung riesige Summen ihrer Steuergelder dafür zu nutzen einen Terrorkrieg gegen israelische Zivilisten zu führen.

Wieder ein Versuch gefälschten palästinensischen Nationalismus zu verkaufen

Elder of Ziyon, 8. März 2015

Hier ist der erste Absatz eines Aufsatzes von John Bell, der letzte Woche auf Al-Jazira veröffentlicht wurde:

1905 schrieb ein Libanese namens Najihb Azuri: „Diese beiden Bewegungen [Zionismus und palästinensischer Nationalismus] sind zu einem ständigen Kampf verdammt, bis der eine den anderen überwältigt. Das Schicksal der gesamten Welt hängt vom Ausgang dieses Kampfes ab … der zwei entgegengesetzte Prinzipien repräsentiert.“ Einhundertzehn Jahre später stehen sich die beiden Nationen immer noch gegenüber, aber hängt das Schicksal der Welt davon ab?

Ich habe das Zitat nachgesehen, im Original auf Französisch in Najib Azuris Buch „Le réveil de la nation arabe…

‚- Deux phénomènes importants, de même nature et pourtant opposés, qui n’ont encore attiré l’attention de personne, se manifestent en ce moment dans là Turquie d’Asie : ce sont, le réveil de la nation arabe et l’effort latent des Juifs pour reconstituer sur une très large échelle l’ancienne monarchie d’Israël; Ces deux mouvements sont destinés à se combattre continuellement, jusqu’à ce que l’un d’eux l’emporte sur l’autre. Du résultat final de cette lutte entre ces deux peuples représentant deux principes contraires, dépendra le sort du monde entier.; (Google-Übersetzung)

Es gab 1905 keine palästinensische Nationalbewegung. Punkt. Es war damals ein zionistisch-arabischer Konflikt – und ist es bis heute.

John Bell ist „Direktor des Middlr East Programme am Toledo International Centre for Peace in Madrid. Er ist ehemaliger Diplomate der UNO und Kanadas und diente als politischer Berater des persönlichen Vertreters des UNO-Generalsekretärs für den südlichen Libanon und Berater der kanadischen Regierung.“

Es wäre nett, wenn er nicht der Geschichte seine eigene politische Agenda aufdrücken würde.

Der Mossad öffnete die Schleusen des Himmels

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 26. Februar 2015 (direkt vom Autor)

Der israelische Geheimdienst Mossad hat schon weltweit einzigartige Meisterleistungen vollbracht. Er hat Haie abgerichtet, um Touristen bei Scharm A Scheich aufzufressen und so die ägyptische Wirtschaft zu schädigen. Verdächtig beringte Adler und Singvögel spionierten in Libanon, in der Türkei und Saudi Arabien. Und nach Gaza wurde Kaugummi verkauft, das entweder die Männer zu Sexmonstern oder sie unfruchtbar machte, je nach dem, was gerade passte.

Und vor einer Woche haben die Israelis nicht-existente Staudämme geöffnet, um den Gazastreifen zu überfluten. Denn im Gazastreifen kann man sich nicht vorstellen, dass Regen vom Himmel fällt und zwar so viel, dass Teile des Gazastreifens auf ganz natürlichem Wege unter Wasser gesetzt werden. Obgleich in Gaza Abwasserrohre nicht instand gehalten worden sind oder gar nicht existieren, glauben die Palästinenser fest daran, dass böswillige israelische Agenten in den Wolken stehen und dort die Dämme zielgenau öffnen, damit der ganze Gazastreifen möglichst ins Mittelmeer weggeschwemmt werde. Das ist natürlich offizielle Politik, nachdem Jitzhak Rabin gesagt hat: „Ich wünschte, der Gazastreifen würde im Mittelmeer versinken.“

Der gleiche Vorwurf kam schon im Dezember 2013 auf, als schwere Unwetter Israel mit Schnee bedeckten und Tel Aviv im Wasser versank. Damals hat der „angesehene“ deutsche Hydrologe Clemens Messerschmidt behauptet, dass Israel entlang der Grenze zu Gaza Staudämme errichtet habe, um den Gazastreifen unter Wasser zu setzen. Niemand hat bisher solche Dämme gesichtet oder gar fotografiert. Messerschmidt lebt und arbeitet seit 16 Jahren in den besetzten palästinensischen Gebieten und ist zunehmend mit hydropolitischer Analyse und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt.

Nach dem jüngsten Unwetter vor einer Woche haben die israelischen Stellen reagiert und offiziell erklärt, dass es solche Dämme nicht gebe. In der Folge haben Al Dschesira und die britische Zeitung Guardian ihre Märchengeschichten korrigiert und die Behauptung zurückgenommen.

Doch es kommt noch besser: An die Öffentlichkeit vom südafrikanischen Geheimdienst durchgestochene Geheimdienstpapiere des Mossad berichten über weitere Meisterleistungen des Mossad. So haben israelische Agenten im feindseligen Sudan entlang der Ufer des Nils Pflanzen gesetzt, die so viel Wasser schlucken, dass sie den Nil austrocknen könnten. Ägypten solle verdursten. Für den Mossad habe das israelische Ministerium für Wissenschaft und Technologie eine namentlich nicht genannte Geheimpflanze gezüchtet. (Man stelle sich vor, die Franzosen würden mit solchen Pflanzen den Rhein trocken zu legen.)

Al Jazira und der Guardian, die auch schon die Staudämme vor Gaza erfunden haben, halten diese Wasser-saufende Pflanze offenbar für bare Münze: „falls die Geschichte wahr ist, würde sich der Mossad abscheulicher Taktiken bedienen“. Man könnte wohl eher den südafrikanischen Geheimdienst „abscheulicher Taktiken“ bezichtigen, mit Märchen den Mossad zu verunglimpfen.

Schlagzeilen in aller Welt machte die „Entdeckung“ des südafrikanischen Geheimdienstes, wonach der Mossad den Befürchtungen von Premierminister Benjamin Netanjahu zur iranischen Atombombe widerspreche. Bei genauem Hinschauen stellt sich heraus, dass es da keine Widersprüche gibt. Aber die Behauptung passte halt in die verbreitete Ansicht, dass Netanjahu mit seiner Angst vor einer Atombombe aus Teheran „maßlos übertreibe“.

Weiter hieß es, dass die EL AL für „illegale Aktivitäten“ benutzt werde.

In israelischen Medien wurde aus dem Report teilweise genüsslich zitiert, aber mit dem Hinweis, dass die Beziehungen zwischen Mossad und Südafrikas Geheimdienst seit einem Jahrzehnt stark abgekühlt seien. Es sei unwahrscheinlich, dass die Israelis ausgerechnet Pretoria derartige Informationen zugespielt hätten.

Die Al-Jazira-Dokumente

Al-Jazira hat nach eigenen Angaben Dokumente erhalten, von denen es behauptet, sie böten einen Einblick in die Gespräche und Verhandlungen zwischen der PA und der Regierung Olmert bzw. US-Vermittler George Mitchell und auch der damaligen US-Außenministerin Rice. Sie sollen zeigen, dass die PA unglaublich große Zugeständnisse gemacht habe: Praktisch alle „jüdischen“ „Ost“-Jerusalemer Viertel (mit Ausnahme von Har Homa) sollen bei Israel bleiben können; einen Landtausch (recht stark konkretisiert) wird akzeptiert; und Ma’ale Adumim soll den Arabern zugeschlagen und entjudet werden. Das jüdische und das armenische Viertel der Jerusalemer Altstadt sollten bei Israeli verbleiben. Die Kontrolle über den Tempelberg soll Erekat sogar einem internationalen Gremium zugestanden haben. Außerdem soll die PA zu Kompromissen beim „Rückkehrrecht“ der „Flüchtlinge“ bereit gewesen sein. Glaubwürdigkeit wird u.a. mit (eigenen Fassungen von) Olmerts Grenzziehungsvorschlag, deren palästinensische Version und einer angeblich Mahmud Abbas durch Israel Mitte 2008 vorgelegten Karte angestrebt.

Die PA hat diese Angaben sofort heftig bestritten. Viele Teile der Dokumente „wurden gefälscht, als Teil der Hetze gegen die PA und die Palästinenserführung“. Über die „jüdischen Enklaven in Ostjerusalem“ habe man gar nicht verhandelt, weil die Israelis nicht darüber reden wollten. PLO-Generalsekretär Yassir Abed Rabbo sagte in einer Pressekonferenz, die Verhandlungen zwischen PA und Israel gehörten zu den „transparentesten der modernen Geschichte“, um deutlich zu machen, wie absurd die Al-Jazira-Angaben sein sollen. (Das stimmt nicht, denn Olmert bzw. Livni verhandelten völlig abgeschirmt und ohne die Öffentlichkeit zu informieren; auch die PA gab erst einmal nichts dazu bekannt, so lange die Verhandlungen liefen.) Mahmud Abbas betont, dass die PA die Arabische Liga über Verhandlungen mit Israel und den Amerikanern immer voll informiert gehalten habe.

Die PA-Führung wehrt sich gegen die Angaben der Al-Jazira-Leaks auch verbal immer heftiger: Das sei ein Paket an Lügen und Halbwahrheiten, heißt es aus Ramallah. Und: Diese seien Teil der israelischen Hetze (gegen die PA). Es wird betont, dass man keinen Millimeter vor Israel und seinen Forderungen zurückgewichen sei.
Etwas widersprüchlich ist allerdings Abbas‘ Äußerung, die Dokumente bewiesen, dass die Großzügigkeit der PA weiter ging als bisher offen gelegt; allerdings handle es sich um eine heftige Verwechslung (oder auch ein „Durcheinander“), weil als palästinensisch dargestellte Dinge in Wirklichkeit israelische seien.

Das wiederum sei Absicht. Und damit begründen sie in der Fatah und PLO die Vermutung (sie selbst sind sich da absolut sicher), dass es sich um eine gezielte Kampagne gegen die PA handelt. Al-Jazira wolle die PA und ihren Präsidenten Abbas systematisch so schädigen, wie Israel es mit Yassir Arafat gemacht habe (eine angebliche Kampagne vor Camp David 2000).

Die Hamas höhnt natürlich, die Dokumente bewiesen, dass die PA Verrat am palästinensischen Volk übt. Andere, von denen nicht bekannt ist, dass sie der Hamas in die Hände spielen würden, stimmen ein: Bassam Abu Sharif, ehemaliger Arafat-Berater und auf Kriegsfuß mit der PA, bezeichnet die Dokument als „glaubwürdig“, ohne am darin beschriebenen Geschehen beteiligt gewesen zu sein.

Interessant sind einige israelische Reaktionen. Tzipi Livni will sich nicht äußern, angeblich um ihre Vertraulichkeit nicht zu verletzen und um israelische Interessen zu schützen, prahlt aber mit dem persönlichen Preis, den sie wegen ihrer Verhandlungen und sie vertraulich zu halten hätte zahlen müssen. Außerdem betont sie, während ihrer Verhandlungen alle Grundlagen gelegt zu haben, um den Konflikt verantwortungsvoll und ernsthaft zu beenden – implizit wieder die Behauptung, dass Netanyahu keinen Frieden will und diese Grundlagen zerstört habe.

Avigdor Lieberman will in den Veröffentlichungen den Beweis sehen, dass keine noch so linke Regierung einen Frieden mit den Palästinensern erzielen kann. Olmert und Livni hatten keinen Erfolg.

Olmert selbst lässt sagen, dass die Dokumente jede Menge „Ungenauigkeiten“ enthalten. Hochrangige israelische Beteiligte an den Verhandlungen sagen, die „veröffentlichten Äußerungen sind unwahr“.

Was ist von den Veröffentlichungen zu halten?

Befremdend ist, dass die Dokumente praktisch die israelische Position der PA zuweisen. Diese hat IMMER das Gegenteil von dem verkündet, was diese Dokumente behaupten. Nun wäre es nicht verwunderlich, wenn die Terrorchefs in Ramallah lügen, aber eine derartige grobe Wende ist selbst ihnen nicht zuzutrauen, zumal die bisher berichtete Version (Olmerts unglaublich dummes Angebot mit der rüden Ablehnung der PalAraber, denen selbst das nicht genug war) von niemandem bestritten wurde. Es wäre für die Araber ein Propagandaerfolg gewesen, Israel bloßzustellen und es glaubwürdig als Friedensfeind darstellen zu können. (Das hindert z.B. die ARD aber nicht daran die Dokumente für glaubwürdig zu halten und Israel explizit als nicht friedenswillig zu denunzieren, weil diese Dokumente das ja genauso belegen wie die Friedenssehnsucht und Kompromissbereitschaft der Araber. (tagesschau von heute, 20 Uhr)

Sollte die hier den Arabern zugeschriebene Position von denen wirklich vertreten worden sein, dann wäre Israels Haltung eine einzige Lüge – genau das, was unsere „Israelkritiker“ ja immer so gerne kolportieren. Aber wieso sollte Israel dem nicht zustimmen, was es immer wieder gefordert hat? Und wieso sollten die Araber in der Öffentlichkeit derart gegenteilig reden, wenn ihr Angebot so aussah, wie Al-Jazira behauptet? Hätten sie nicht wenigstens ansatzweise etwas unternehmen müssen, um ihr Volk auf die Wende vorzubereiten?

Störend auch die Wortwahl, die Saeb Erekat in den Mund gelegt wird: Er redet von „Jerusalem“, nicht Al-Quds, als er angeblich die Großzügigkeit seines Angebots betont – und benutzte das Hebräische Wort dafür. Wie glaubwürdig ist das? Hat es je eine Gelegenheit gegeben, bei der etwas derartiges geschah? Ich kenne das nur umgekehrt: Ein durchgeknallter israelischer Linker bekniete über das Fernsehen Yassir Arafat: „Abu Amar, hab‘ keine Angst!“ Da wollte sich einer anbiedern, um seine extremistische Agenda durchzubekommen, der träumte Arafat sei nicht der Extremist und Terrorchef, der er war.

Weiterhin stinkt, dass Al-Jazira sich den britischen Guardian als Kooperationspartner aussuchte. Das Blatt ist als übelste Antiisrael-Propagandamaschine bekannt. Für eine seriöse Story hätten sich die Araber ein internationales Medium besserer Reputation und mehr Reichweite suchen können. Die BBC ist ebenfalls antiisraelische bis zum Geht-nicht-mehr, allerdings auch dafür bekannt, dass sie gerne recherchieren. Üble Sauereien begehen sie selbst, aber sie wollen ungern anderen aufsitzen. Ein US-Organ wie die New York Times oder die Washington Post wäre ebenfalls nicht schlecht gewesen. Aber die Qataris suchten sich ein Organ aus, bei dem sie sicher sein konnten, dass sie das auf jeden Fall fressen.

Alles in allem habe ich Zweifel, dass an den Dokumenten etwa echt ist. Zum ersten Mal gebe ich der PA – in Teilen – Recht: Das ist konstruiert, um etwas zu erreichen. Ob sie damit wirklich die PA denunzieren wollen oder das nur ein Nebenprodukt ist, während Israel das Hauptziel ist und „bewiesen“ werden soll, dass die Juden Friedensfeinde, Araberfresser und illegale Okkupanten und Unterdrücker sind, kann noch nicht gesagt werden.

Die ARD ist Al-Jazira allerdings schon auf den Leim gegangen. Nur allzu gerne, natürlich.

(Alle Al-Jazira-Links über IMRA erhalten.)

Al-Jaziras alternative Geschichte der zweiten Intifada

Elder of Ziyon, 3. Oktober 2010

Al-Jazira (englisch) hat anlässlich des zehnten Jahrestages des Beginns der zweiten Intifada eine Geschichte derselben eingestellt.

Sie steckt voller Lügen.

In Gaza filmte ein französisches Fernsehteam einen Jungen namens Mohammed al-Dura, wie er wiederholt von israelischen Streitkräften beschossen wurde, als er sich an seinen Vater klammert. Einige Augenblicke später wurde ein Sanitäter des Palästinensischen Roten Halbmonds getötet, als er versuchte den Jungen und seinen Vater zu behandeln.

Nicht nur wurde die al-Dura-Story als Fälschung entlarvt; die Story über den Sanitäter schein ebenfalls komplett erfunden zu sein – keine solche Person war auf irgendwelchem Filmmaterial zu sehen. (B’Tselem behauptet, ein Krankenwagen-Fahrer sei auf dem Weg zu den al-Duras getötet worden, aber nicht, während er versuchte sie zu behandeln.)

Am Ende des Jahres waren mindestens 275 Palästinenser getötet worden und tausende waren verletzt, darunter 19 Mitglieder der israelischen Sicherheitskräfte und fünf israelische Zivilisten, gibt die israelische Menschenrechtsgruppe B’Tselem an.

Gegen palästinensische Steinewerfer wurde mit israelischen Heckenschützen vorgegangen; gegen Bewaffnete mit Kampfhubschraubern und Panzern. Was als Protestbewegung des Volkes begann, begann rasch wie Krieg auszusehen.

B’Tselem listet zwar 19 Getötete bei den israelischen Sicherheitskräften. Dort werden aber auch 22 getötete Zivilisten geführt, nicht fünf. Die meisten der Zivilisten wurden mit scharfer Munition getötet, erstochen, gesprengt oder zu Tode verbrannt (und starben nicht durch Steinwürfe, wie Al-Jazira uns glauben machen will).

Al-Jazira weigert sich ebenfalls anzuführen, dass die ursprünglichen Steinewerfer Felsbrocken von oben auf jüdische Beter vor der Westmauer („Klagemauer“) warfen.

Gegen Ende 2003 begann die Intifada abzuflauen und die Israelis bewegten sich auf einen territorialen Rückzug hinzubewegen, das erste Mal in der Geschichte des Zionismus.

Äh, was war mit dem Sinai? Und dem Südlibanon? Was mit dem Bereich A [der „Westbank“]?

Mit Ankündigung der Abkoppelung vom Gazastreifen Anfang 2004 stellte die Hamas praktisch alle Angriffe ein – nur einer der 38 Selbstmord-Anschläge der Hamas fand im Jahr 2004 statt.

Ich vermute mal, dass Tausende gegen Zivilisten gerichtete Raketen von Al-Jazira nicht als „Angriffe“ betrachtet werden.

Nur mal so für den Hinterkopf, für das nächste mal, dass jemand Al-Jazira so zitiert wird, als wäre es eine glaubwürdige Informationsquelle.

Zum Problem bei Al-Jazira einen Kommentar zu posten

Elder of Ziyon, 16. Dezember 2008

Ich sah einen dummen Artikel bei Al-Jizz, mit dem einmal mehr versucht wurde die Juden wie Nazis und die Leute im Gazastreifen wie Juden aussehen zu lassen. Also versuchte ich einen schnellen Kommentar zu schreiben:

Völkermord? Seid ihr verrückt?
Als ich das letzte Mal nachsah, wuchs die Bevölkerung im Gazastreifen immer noch.
Ich lese täglich die palästinensisch-arabische Presse und habe immer noch keinen einzigen Fall gefunden, wo jemand verhungerte. Fakt ist, dass der UNDP-Direktor gerade ausdrücklich erklärt hat: „Es gibt keine humanitäre Krise. Es ist eine Wirtschaftskrise, eine politische Krise, aber keine humanitäre Krise. Die Leute verhungern nicht.“
Bevor ihr mit Begriffen wie „Völkermord“ um euch werft, stellt erst einmal sicher, dass ihr eine Ahnung davon habt, was das Wort tatsächlich bedeutet. Während des Holocaust wurden täglich mehr Juden getötet, als palästinensische Araber in den letzten Jahren getötet wurden. Auch nur eine Gleichsetzung der beiden anzudeuten offenbart nichts als puren Antisemitismus.

Al-Jaziras Programm lehnte den Eintrag ab, weil de rdie folgenden Worte enthielt:

Völkermord, verrückt, arabisch, UNDP, verhungern, bevor, Juden, Araber

Es sieht so aus, als könnten Kommentierende Wörter nicht verwenden, die die Kolumnisten von Al-Jazira benutzen.

Tunnelblick

Elder of Ziyon, 4. Oktober 2008

Die Hamas beweist einmal mehr, dass sie die Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten kontrolliert; sie verlangt, dass die Betreiber der Tunnel eine Strafe für jeden Toten zahlen. Damit wollen sie sicher stellen, dass die Tunnelgräber unter sicheren Bedingungen arbeiten.

Al-Jazira (Englisch) hat eine Story über die Tunnel-Industrie in Rafah gebracht, sowohl gedruckt als auch als Video; dort wird behauptet, dass die Hamas den Tunnelbetreibern nicht erlaubt Personen, Drogen oder Waffen zu schmuggeln. Al-Jizz romantisiert die Schmuggler; sie sagen, dass diese für das Überleben der Gazaner notwendig sind und dass sie nur Sachen wie „Schuhe, Schokolade und 7-up“ hereinholen.

Natürlich macht sich der geschätzte Journalist keinerlei Gedanken darüber herauszufinden, ob die Hamas-Leute irgendwelche eigenen Tunnel betreiben, um Waffen zu schmuggeln. Die Tonnen an Waffen und Sprengstoff, die die ägyptischen Behörden ständig finden, sind klar für den Gazastreifen bestimmt, also ist der Jazira-Reporter mehr als ein wenig unaufrichtig.

Inzwischen hat es einen weiteren Tunnel-Toten gegeben, diesmal durch „Stromschlag“, in Rafah. Damit steht der Zähler der pal-arabischen Toten durch PalAraber des Jahres 2008 bei 193.